Mr. 34. Abonnement@ prets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., burch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Bratiebellagen: Oberhefffche Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 10. Februar Gießener 12. Jahrgang. 1903. Jusertionsprei 8. Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weklar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß r, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. 254. Sigung. Deutscher Reichstag. Eigener Bericht. Roch immer Kinderschuß. Schuß den Kindern, Stärkung dem Mittelstande, sind sie Barolen, unter denen die Beratung über den Etat des Reichsamts des Innern fortgeseßt wird. Das zweite Schlagwort wirft der tons. Abg. Dertel in die Debatte. Die Gegensäße zwischen Besitlosen und Besitzenden würDen sich verschärfen, wenn man nicht den Mittelstand träftigte und stärkte. Nach Ansicht des Redners hat es en Anschein, als habe sich die Sozialpolitik in den lezten Jahren auf den Schuß der Lohnarbeiter zugespitzt, da jegen sei nichts für den Schutz des gewerblichen und laufmännischen Mittelstandes geschehen. Staatssekretär Graf Posadowsky teilt demgegeniber mit, daß sein Ressort Vorschriften über die Vericherung der Heimarbeiter ausgearbeitet habe. Man sehe aber nicht, wie gewisse, dabei sich einstellende Schwierigleiten überwunden werden sollen. Ueber die Wirkung des Handwerksgefeßes liegen noch nicht genügende Erjahrungen vor. Was die Invalidenversicherung der Privatbeamten betreffe, so tönnten auch die über ein höheres Sehalt, wie 2000 Mart, Verfügenden sich ja freiwillig versichern. In der Mittelstandspolitik weiche er von Dr. Dertels Ansicht nur bezüglich des Ausmaßes dessen ab, was in unserer Zeit noch belebt werden könne. Der Rückzang des Handwerks sei in der Konzentration der Bevöl ferung zu suchen. Das Handwerk könne mit den billigen Leistungen der mechanischen Einrichtungen nicht fonfurrieren. Abg. He yÍ v. Herrnsheim spricht für seine Resɔlution, die fordert, daß man schulpflichtigen Kindern keine Arbeiten mit in die Wohnung sollte geben dürfen, und polemisiert scharf gegen die äußere Linke. Besonders heftig äußert er sich über die Darstellung, es die Sozialdemokratie gewesen sei, welche die sozialpolitische GesetzJebung in die Wege geleitet habe. Jym folgt aug. Grujer( fr. Vp.), um sich über d.ie Ruhezeit im Gastwirts jelperbe zu verbreiten und den Wunsch auszusprechen, daß die Gesetzgebung nach dieser Richtung hin den eigenirtigen Verhältnissen der Gegenwart angepaßt werden möge. Im übrigen charakterisiert er die jetzigen Reden, Die im Reichstage gehalten werden, als ein ,, Wettlaufen oor der Wahl". Ob er recht hat? Im Anschluß an die Ausführungen des Abg. v. Heyl erklärt Abg. v. Richthofen( fons.) daß er und seine Freunde unentwegt an dem weiteren Ausbau der sozialJolitischen Gesetzgebung arbeiten würden. Auf gleichem Standpunkte steht sein Fraktionsgenosse v. Salisch. Jedoch ermahnt er die Regierung, feine zu großen Aufwenungen für die Versicherungs- Bauten zu machen. So j. B. habe der Bau des Genesungsheims in Belizz nicht veniger als 9 Millionen Mark gekostet. Dieses Heim jabe eine Kegelbahn, für deren Herstellung 18000 mt. msgegeben wurden. Wenn Millionen überflüssig seien, Dann sollen sie für humanitäre und nicht für architektonische Zwecke ausgegeben werden. Dann verlagte sich das Haus auf Dienstag. Uncle Sams flottenpläne. CB. Daß es der höchste Ehrgeiz der Yankees ist, die ganze Welt wirtschaftlich uno politisch in Schach zu halten, ift, nichts neues. Und man muß ihnen zugestehen, daß sie mit großer Energie diesem Ziele zustreben, das die Freiheitshelden der Union verabscheut haben würden. Die Amerikaner haben erkannt, daß der deutsche Kaiser auf dem richtigen Wege ist, wenn er eine starke Flotte als eine Lebensnotwendigkeit für em Bolk erklärt, das auf dem Welttheater in Zukunft eine selbständige Rolle spielen will. Sie wissen, daß sie eine große Flotte haben müssen, wenn sie in den Welthändeln ein gewichtiges Wort mitreden und einmal die entscheidende Stimme haben wollen. Deshalb drängen die an der äußeren Politik interessierten Kreise Amerikas auf die Schaffung einer starten Kriegsmarine, und das Kabinett in Washington läßt sich nicht lange bitten: Mit Hochdruck wird Tag und Nacht auf den amerikanischen Schiffswerften an neuen Kriegsschiffen gebaut; anderen Staaten werden, wenn sie sich in Geldverlegenheit befinden, ihre Kriegsschiffe, soweit sie gut find, abgekauft. Jezt haben zum Ueberfluß noch eine Anzahl bekannter Amerikaner eine Flottenliga der Vereinigten Staaten" gegründet, deren Präsident der frühere Staatssekretär der Marine Trach ist. Diese soll nach dem Muster des ,, Deutschen Flottenvereins" und der britischen ,, Naval League" im amerikanischen Volk Verständnis und Sympathien für die Marine erwecken. Man wird namentlich in Deutschland gut tun, die Entwicklung der ameri tanischen Kriegsflotte sorgfältig zu verfolgen und das Beispiel der Union nicht ungenutzt zu lassen. Denn das ist wohl auch dem blödesten Auge flar, daß der amerikanische Jingoismus sich vor allem gegen Deutschland als dem wirtschaftlichen Konkurrenten richtet: in dem Augenblick, wo Amerika glaubt, ungestraft mit uns anbinden zu kön nen, wird es das tun, um uns zu demütigen und womöglich unserem Handel empfindliche Wunden, wenn nat den Todesstoß zu versetzen. Gerade die Rüstungen Ameritas mit ihrer Bedrohung Deutschlands sollten unserem Volke zu Gemüte führen, wie recht der Kaiser hat, wenn er sowohl mit Beziehung auf unsere Volkswirtschaft, wie mit Beziehung auf die weitere Ausgestaltung unserer Wehrtrast sagt: Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser. Die Politik. Der Bund der Landwirte hat gestern( Montag) im Zirkus Busch in Berlin seine diesjährige Hauptversammlung abgehalten, an der etwa 5000 Mitglieder teilnahmen. Als Charakteristikum teilt uns unser Berliner CB.- Mitarbeiter mit, daß bei den Angriffen auf die Regierung, die ja nicht ausbleiben konnten, der Beifall keineswegs einhellig war, während ein bosender fall durch alle Reihen ging, wenn ein Redner davon sprach, daß die Bauern stets fönigstreu bleiben würden. Darnach scheint es, daß die Mehrzahl der Versammelten es mit der milderen Tonart im Bunde hält. gauptredner waren Freiherr v. Wangenheim und Dr. Diederich Hahn. Venezolanisches Hin und Her. Bowen weiß immer von neuem die Vorschläge der verbündeten Mächte zu durchkreuzen und die Verhandlungen hinzuhalten. Er hat jezt den verbündeten Mächten mitgeteilt, daß er seine Zustimmung zur Bestellung nur einer Person zur schiedsrichterlichen Entscheidung über die Vorzugsbehandlung nicht geben könne, und den Wunsch ausgesprochen, daß ein aus drei bis fünf Mitgliedern bestehender Schiedsgerichtshof gewählt werde. Daraufhin fanden mehrere eingehende Besprechungen zwischen dem englischen und italienischen Botschafter und dem deutschen Geschäftsträger in der englischen Botschaft statt. Inzwischen machen sich in Venezuela die Folgen der Blockade immer stärker bemerkbar. Vertreter der fremden Kolonien in Caracas haben den Geschäftsträger der Vereinigten Staaten Russel gebeten, den Befehlshaber der blockierenden Mächte um die Erlaubnis zu ersuchen, daß eine Ladung Gaskohlen, die jetzt in Curaçao liegt, nach La Guayra gebracht werden darf; wenn die Erlaubnis nicht erteilt werde, werde Caracas von Montag ab ohne Gas sein. Russel hat über die Angelegenheit nach Washington berichtet. Unsere neuen Nachbarn in China. ::: Das Antwerpener Blatt ,, Métropole" meldet, Belgien habe eine Landkonzession im Norden von Tientsin am rechten Ufer des Peih erhalten. Die deutsche Eisenbahn in Schantung durchquere diese Konzession. Belgien habe das den Deutschen für den Bau der Eisenbahn erforderliche Gebiet als Entgelt für die ihm gewährte Unterstüßung abgetreten. Die Trockenlegung der Sümpse habe begonnen und es sei ein Plan zur Anlegung von Straßen durch die Konzession in der Ausarbeitung begriffen. Diese Mitteilung wird von Brüsseler Blättern boll bestätigt und hinzugefügt, es werde demnächst ein Gefeßentwurf in der belgischen Kammer eingebracht werden, der bestimmt ist, die Verhältnisse der belgischen Konzession bei Tientsin mit Rücksicht auf das Völkerrecht und auf die chinesischen Gesetze zu regeln. Nach dem freundlichen Entgegenkommen der belgischen Verwaltung, bie uns so bereitwillig den Bahnbau durch ihr Gebiet ermöglicht hat, darf man wohl auf dauernd gute Nachbarschaft zwischen den beiderseitigen Konzessionsgebieten im jernen Osten rechnen. Die Türkei macht mobil. )-( Aus Konstantinopel tommen recht beunruhigende Nachrichten. Der türkische Kriegsrat hat danach die Mobilmachung des zweiten und dritten Armeekorps, das in Andrianopel und Monastir seinen Standort hat, angeordnet. Die Reserven dieser Korps, die sich in Kleinasien befinden, sind schleunigst herangezogen worden. Von anderer Seite wird sogar behauptet, daß es sich nicht nur um diese beiden Korps handle, sondern daß die Mobilmachungsordre sich auf ein Kontingent von 240 000 Mann erstrecke! Ist diese Nachricht begründet, und so sind die Folgen nicht abzusehen. Rußland Desterreich sind bekanntlich augenblicklich dabei, eine gemeinsame Note über die nötigen Reformen in Mazedodonien zu redigieren. Die Rüstung der Türkei würd: eine ablehnende Haltung des Sultans bedeuten und zugleich den festen Entschluß, schlimmstenfalls den Waffen die Entscheidung zu überlassen. Dann aber könnten die übrigen Staaten nicht ruhig zusehen und aus der mazedonischen Frage erwüchse eine furchtbare päische Gefahr. Hoffentlich gibt aber, wie schon sɔ ɔft, die Bforte im letzten Moment doch noch nach Kurze politische Nachrichten. euro= * Im Reichsstatistischen Amte tritt der Ausschuß für Binnenschiffahrt am 21. d. M. zusammen, um die Erhebungen über die Arbeitsverhältnisse in diesem Gewerbe zu sichten. Alsdann wird sich der arbeitsstatistische Beirat mit dem Ergebnis der Erhebungen beschäftigen und sich über die dem Bundesrat zu unterbreitenden Vorschläg: schlüssig machen. * Das Schwurgericht von Szegedin( Ungarn) verurteilte den früheren Sekretär ber Budapester Handelskammer und früheren Reichstagsabgeordneten Edmund Steinacker we gen Aufreizung gegen die Nationalitäten zu acht Tagen Gefängnis und 100 Kronen Geldstrafe. Steinader hatte behauptet, man könne Ungar sein und doch sein deutsches Bolkstum beibehalten. * Der Herzog von Tetuan, der in Spanien für den , kommenden Mann" galt, ist gestorben. Er gehörte mit Romero Robledo zu den Neukonservativen, die in Spanien ein feststehendes Regierungssystem einführen wollten. * Die Arbeitervereinigungen in Barcelona haben den allgemeinen Ausstand proklamiert; die Behörden haben die weitgehendsten Vorsichtsmaßregeln ergriffen, da man mit Recht schwere Unruhen befürchtet. * Aus Tanger wird bestätigt, daß der Prätendent Bu Hamara sich tatsächlich in der Gefangenschaft der Riatta- Kabylen befindet, die bereit sind, ihn gegen ein Lösegeld auszuliefern. Zahlreiche Riattas hatten sich am 3. d. Mts. auf das letzte Schlachtfeld begeben, um die Leichname der Gefallenen zu holen; sie wurden von den kaiserlichen Truppen angegriffen, die einige von ihnen töteten und 27 gefangen nahmen. Die Gefangenen wurden nach Fez gebracht. * Die neuesten Meldungen aus Schansi und Kaufu, bem chinesischen Boyergebiete, lauten beruhigender. Die Truppen Tungfufiangs, die teine Löhnung erhalten haben, werden fohnenflüchtig. Die chinesischen Beaniten zeigen sich den Missionären freundlich gesinnt. Prinzeffin Luife nervenkrank. Aus Gens tommt eine traurige Nachricht: Die frühere ächsische Kronprinzessin Luise ist in die Nervenheilanstalt Ja Metairie bei Nyon aufgenommen worden. Von ih cen Vertretern wurde der Genfer Presse folgende Mitteilung gemacht: Nach den Ereignissen der letzten Wochen, namentlich nach dem Aulaß aus den väterlichen Hause and nach der Erkrankung ihres Sohnes sind bei der Prinzessin Luise eine tiefe Erschütterung und eine förperiche Depression zu Tage getreten; n deren Verfolg und mit Rücksicht auf die besonderen Umstände, in denen ie sich befindet, entschloß sich die Prinzessin zur Erlangung der für sie dringend notwendigen Ruhe und zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit ärztlichen Beitand in Anspruch zu nehmen. Die Prinsessin hat daher hre Aufnahme in das Sanatorium La Metairie nachgesucht und dieselbe dort gefunden.- Die Prinzessin war bei ihrer Ankunft im Sanatorium re Advokaten Lachenal, einem Arzt und ihrem Bruder begleitet. Am Bahnhose wurde sie von dem Direktor Dr. Martin und dem bekannten Psychiater Dr. August Forel erwartet. Der Bruder der Prinzessin setzte die Reise nach Montreux fort. La Metairie liegt an der Straße Lausanne- Genf beim sogenannten Bois Bough nicht weit vom See. Die Gebäude liegen verteilt in einem schönen schattigen Garten. Die Prinzessin bewohnt eine neugebaute Villa, di: völlig unabhängig von den anderen Anstaltsgebäuden liegt, und ist dort in ihrer Freiheit ebensowenig beschränkt wie in einem Hotel. So betrübend diese Erkrankung der Prinzessin ist, so hat sie doch ein Gutes: Sie zeigt deutlich, daß es gegenüber anders lautenden Gerüchten sich um eine Dauernde Trennung von Giron handelt. Ein Mitarbeiter der Freien Presse" hatte nämlich eine Unterredung mit einer maßgebenden toscanischen Persönlichkeit, woraus hervorgeht, daß die Eltern der Kuprinzessin Luise dia Abreise Girons nur für ein Beruhigungsmanöver und einen Advokatentniff hielten, um der Kronprinzessin die Reise nach Dresden zu ihrem Sohne zu ermöglichen. Jezt werden die erzärnten Eltern wohl ersehen können, daß es sich um feine Komödie handelt. Ueber München kommt auch die Nachricht, daß das Haus Toscana geneigt ist, der unglücklichen Frau entgegenzukommen, wenn sie folgende drei Bedingungen annehme: ,, 1. Böllig: Lossagung von Giron, 2. Bestimmung ihres Aufenthaltes und 3. Bestimmung der Personen ihres Gefolges durch ihre Eltern". Man glaubt mit Sicherheit, die Kronprin zessin werde sich diesem Ultimatum unterwerfen. Auch der sächsische Hausminister v. Seydewitz bat sich dahin ausgesprochen, daß die Prinzessin ein für allemal mit Giron gebrochen habe. Sie habe seine wahr Natur erkannt und wolle ihn los sein. Das Gerichtsver fahren werde natürlich trotz dieser veränderten Sachlage jeinen ordnungsmäßigen Gang nehmen. Der letzte Termin findet unwiderruflich am 11. d. Mts. statt. Das Gericht wird sich jedoch nur mit der Frage beschäftigen, ob das vorliegende Beweismaterial genügt, um auf rnnung der Ehe zu erkennen. Ueber die jährliche Ar der Kronprinzessin entscheiden allein die Höfe in Dreshen und Salzburg. feine Seele hin, Doch tommen gefangen. bis es endlich verstummte. vol llebermut und Lebensfreude nahm sein Sinnen vollvorhin kehrte nicht wieder zurück der ganz eigene Ton Er meinte ihn zu kennen freilich Herzliche Gelicher und immer freier wurde ihm zu Mut, von fich abwerfen konnte. Er horchte gespannt auf das die Dumpfheit von daß fie gefräftigt alles Traumhaft: der gebietende Herr zu sein und alles in Händen zu haben, Schatz!". ,, Krankheit für Petra zu wie mich ich unser Vorgehen gegen nicht versuchen, Stanislaus zu lassen? Wenn du eine Ahnung hättest, stimmen, ihr wenigstens ein kleines Kapital fichersteLLATE das Mädchen macht weich und milde, Anna; soll freundlicher quält!" ten fich mit( angiamen, flebenden Gesten wie Schatte tere Frauen mit schwarzen auben auf dem Kopfe beweg= mehrere Personen im niedrigen Zimmer versammelt. AelMobiliar. Im Augenblick, da der Reisende eintrat, waren schrank, und ein Tisch aus weißem Holze bildete das ganze Wilderergewehr. Einige bune Teller zierten den Speisein dem ein großes Reisigholzfeuer flammte, hing ein altes gen Ballen hingen einige Specschnitte. Ueber dem samin, doch schwächer, fort, baun ertönte Mama. jie zum drittenmale, stirbt." doch jetzt flang es nur noch wie ein Hauch: der schwarzgefleideten Frauen erschten auf der Schwelle. ,, Claude," sagte sie mit ernster Stimme ,,, das Kind In demselben Augenblick öffnete sich die Tür, und eine und die Frau fuhr fort: 17. Sigung. e1 li BATORE SARENTGENERE t g Preussischer Landtag. Baus der Abgeordneten. Eigener Bericht. - Ein Bündel Beschwerden. Die Beratung des Etats des Ministeriums des Inhern wird bei der Position Landrätliche Behörden" fortgesezt und bringt dem Minister ein Bündel Be schwerden ein. Als erster klagt der dänische Abg. Niel jen über die Tätigkeit der Landräte in Schleswig, was ber Minister v. Hammerstein mit der Bemerkung zucückweist, daß es auch in Nordschleswig gelte, an der Deutsch- nationalen preußischen Jdee festzuhalten. Abg. Bothein( fr. Bgg.) nimmt Veranlassung, abermals über ben Landrat seines Wahlkreises Grimmen Beschwerde zu führen, weil er angeblich aggressive Artikel für das Preisblatt geschrieben habe. Der Minister weist die Be schwerde als unbegründet zurück und bestreitet im allgemeinen, daß die Kreisblätter von der Regierung abhängig feien. Der Zentrumsabg. Dr. Porsch nahm alsdann die Diskussion über Theaterzensur wieder auf und erklärte fich für eine noch straffere Handhabung derselben. Ihm schloß sich Abg. b. Heydebrandt( fons.) an, der durchblicken ließ, daß er sogar die Zensur auf die Presse ausgedehnt sehen möchte. Diesem Vorschlage traten nicht blos freisinnige Abgg. entgegen, sondern auch Dr. Borsch nahm Beranlassung, sich im Interesse der Bresse dagegen zu berwahren. Nach weiteren unwesentlichen Auseinanderlegungen vertagt sich das Haus auf Mittwoch. Vom Poeten zum finanzgenie. Jutimes über den Dollarfürsten Morgan. ( Rachdruck verboten.) Einer der vielgenanntesten Leute auf dem Erdemrund ist In unseren Tagen unstreitig Pierpont Morgan, einer der größten der amerikanischen Eisenbahntönige und durch einen Schiffahrtstrust der ,, Beherrscher der Meere", trop Megir. Außergewöhnlich, wie Morgans Bedeutung im Welthandel, ist auch die Laufbahn dieses Finanzgenies. Dhne Rücksicht auf die schöne alte Tradition, die da will, daß die großen amerikanischen Milliardäre ,, Söhne ihrer eigenen Werke" seien, ist Pierpont Morgan als ,, fils à papa" wie der Franzose sagt d. h. als Sohn eines reichen Baters geboren worden. Er landete nicht in Newhort in Holzpantoffeln mit dem berühmten halben Dollar in der Westentasche. In seiner zartesten Jugend hatte er bereits reine Wäsche, ganze Kleider und Geld in der Tasche. Und wenn man dazu noch erfährt, daß er sogar Verse machte, wird man zugeben müssen, daß es kaum noch eine banalere Kindheit geben kann. Lange hielt sich Pierpont Morgan dem Kultus des Gottes Dollar fern. Ein Freund seines Vaters, der Direktor einer großen Versicherungsgesellschaft war, leistete aber einen heiligen Schwur, daß er die angeborene Apathie des jungen Mannes schon besiegen wolle. Und er machte Pierpont Morgan jun. zum Chef eines wichtigen Zweiges der Versicherungsgesellschaft und zum Mitglied des Verwaltungsrats. Gleichgiltig und schläfrig begab sich der junge DichterFinanzier zur üblichen Arbeitszeit in sein Büreau. Er fehlte bei keiner Sigung des Verwaltungsrats, weil jedesmal zehn Dollars Anwesenheitsgelder gezahlt wurden, aber an den Beratungen beteiligte er sich nicht. Um sich die Mühe des Zuhörens zu sparen, hatte er die Gewohnheit angenommen, immer so zu stimmen wie der Präsident. Der letztere verzichtete schließlich darauf, aus Pierpont Morgan einen brauchbaren Menschen zu machen. Er entließ den jungen Mann und schrieb an seinen Vater: ,, Aus dem Jungen wird nie etwas werden. Er hat keinen Sinn für ,, business" Wo ,, der Junge" seinen Weg nach Damastus fand und infolge welcher Vorfälle er auf die schlechten Verse verzichtete, um sich guten Geschäften zuzuwenden, ist nicht bekannt. Es ist aber auch nicht nötig. Wenn die Belehrung spät tam, so war sie dafür um so eklatanter. Der Boet in Pierpont Morgan ist längst tot, während der ,, business- man" von Tag zu Tag eine reichere Tätigkeit entfaltet. Jedermann weiß, daß Pierpont Morgan seine spekulative Tätigkeit vor allem auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens offenbart. Man hat ausgerechnet, daß er gegenwärtig über 55 555 Meilen amerikanischer Schienenwege ,, herrscht". Diese Eisenbahnen repräsentieren ein Kapital von ungefähr 12 Milliarden Mark. Außerdem ist Morgan der Hauptaktionär einer Dampfschiffahrts- Gesellschaft, von dreizehn industriellen Unternehmungen, von sieben Bankhäusern, von drei Telegraphengesellschaften, von sieben großen Versicherungsgesellschaften. Und der Gründer dieser verschiedenen Unternehmungen soll anfangs teinen Sinn für ,, business" gehabt haben! Pierpont Morgan ist ferngesund, und das ist wieder etwas, worin er gegen die Tradition handelt, denn die Tradition will, daß jeder Milliardär am Dyspepsie leide. Pierpont Morgan liebt einen guten Bissen, gute Weine, gute Zigarren. Die letzteren sind riesengroß, dunkel wie Bie Nacht und verbreiten einen sehr angenehmen Geruch. Sie sind natürlich speziell für Mr. Pierpont Morgan gearbeitet. Troß seiner guten Verdauung ist der berühmte Finanzmann durchaus nicht heiteren Charakters. Sein ewig sorgenvolles Aussehen ist in Newhort sprichwörtlich. Pierpont Morgan treibt die Energie bis zum Autoritarismus. Man kann ihm nicht Widerstand leisten. Die gute ,, Witterung", die er bei verschiedenen Gelegenheiten an den Tag legte, bei Gelegenheiten, wo er allein seiner Meinung war und wo diese Meinung sich schließlich als die richtige erwies, hat sein Selbstvertrauen ganz bedeutend erhöht. Bei der Führung seiner Geschäfte verläßt sich Pierpont Morgan daher nicht gern auf die Geschäftskenntnis anderer. Er fümmert sich um die geringsten Angelegenheiten. Nichts scheint ihm seiner Aufmerksamkeit unwürdig. Er ist sehr zugänglich. Wer um eine Audienz bittet, wird von Pierpont Morgan sofort empfangen. Sonderbare Bittsteller werden aber ebenso plößlich abgewiesen. Daß der berühmte Milliardär auch ein großer Sammler ist, ist bekannt. Der Wert seiner Erwerbungen auf dem Gebiete der Malerei, der Skulptur und des Kunstgewerbes wird sehr bestritten; neidlose Anerkennung und Bewunderung findet aber eine seiner Sammlungen: seine Meute schottischer Hunde. Bis jetzt war Pierpont Morgan nicht viel mehr als der Hüter seiner Sammlungen. Seinen Freunden gegenüber erklärt er aber gern, daß er nicht böse wäre, wenn er seine Schäße etwas näher kennen lernen könnte. Er will nicht in den Sielen sterben. Ganz wie ein bescheidener Kaufmann, hat er die Absicht, sich eines Tages vom Geschäft zurückzuziehen". Aber, obwohl er sein 65. Lebensjahr überschritten hat, empfindet Pierpont Morgan noch nicht das Bedürfnis, die Wonnen des Ruhestandes zu genießen. Nab und fern. Abenteuer eines Polizeileutnants. Zu Tumuftszenen schlimmster Art tam es im Osten von Berlin. In der Nacht war die Feuerwehr wegen eines unbedeutenden Brandes nach der Frankfurterstraße gerufen worden. Bei der Absperrung des Brandplages machten die Schuhleute einige Fehier, und auch die neugierige Menge leistete, wie das ja öfter bei Bränden vorkommt, den Anordnungen des die Absperrung beaufsichtigenden Polizeileutnants nicht in genügender Weise Folge. Darüber geriet der Leutnant in eine hochgradige nervöse Aufregung. Er forderte, nachdem der Brand gelöscht war, die vordrängenden Leute mehrmals auf, Raum zu machen. Seine Anordnungen wurden von der Menge mit wüstem Gejohle, Schimpfworten und Drohungen beantwortet. Dies erregte den Offizier schließlich dermaßen, daß er seinen Säbel zog und den Schußleuten den Befehl gab, ebenfalls blank zu ziehen. Es entspann sich ein förmlicher Straßentampi Im Verlauf desselben wurde der Leutnant von seinen Leuten getrennt; von allen Seiten schlug man mit Stöcken und Schirmen auf ihn ein und entwand ihm schließlich seinen Säbel. Da gelang es den Schußleuten, bis zu dem Polizeileutnant vorzubringen und ihn in ihre Mitte zu nehmen. Die Polizei nahm viele Verhaftungen vor, und eine eingehende Untersuchung ist im Gange. Der Polizeileutnant soll an hochgradiger Nervosität leiden und wird dem Vernehmen nach jetzt ein Sanatorium aussuchen. ‡ Eine zärtliche Krankenpflegerin. Im Sommer borigen Jahres erkrankte der seit vier Jahren verheiratete Berliner Kaufmann Adalbert W. an einer Lungenentzündung. Seine junge, unerfahrene Frau ließ während W.'s mehrmonatlicher Krankheit eine Verwandte ihres Mannes kommen, die mehrere Jahre bei einem Arzte Wirtschafterin war. Diese pflegte Herrn W. mit solcher Hingebung, daß es zwischen ihr und Frau W. zu einem Auftritt kam, insolgedessen die Pflegerin das Haus verließ. W. trat nach seiner Genesung mit seiner Krankenpflegerin, angeblich aus Dankbarkeit, in Briefwechsel. Durch Zufall gelangte ein derartiger Brief in die Händ der Frau W., worauf ihr Gatte freimütig eingeftand, daß er während seiner Krankheit die Zuneigung zu seiner Ehefrau eingebüßt habe. Frau W. ließ darauf die Scheidungsklage wegen Ehebruchs einleiten. £ Alarm in der Kirche. Während des Gottesdienstes wurde in den Pfarrhof zu Waltenhofen bei Kempten eingebrochen. Die Diebe stahlen Wertpapiere im Betrage bon 23 000 mark. Die kunde hiervon verbreitete sich rasch in der Kirche, und ein Teil der Kirchenbesucher nahm die Verfolgung der Einbrecher auf. In der Nähe von Lensfried wurden sie eingeholt. Als sie sich verfolgt sahen, warfen sie die Wertpapiere fort, zogen die Revolver und feuerten auf die Verfolger. Drei der lezteren wurden verwundet, davon einer schwer. Schließlich wurden die Diebe überwältigt und ins Gefängnis nach Kempten gebracht. |: Einem furchtbaren Racheakt ist in der spanischen Stadt Cuenza der Stellvertreter des Alkalden von Ahalaja zum Opfer gefallen. In Abwesenheit des Alkalden brachen in der Nacht vermummte Männer in sein Haus ein und überraschten den Stellvertreter. Sie schossen ihm eine Kugel in den Kopf, und als er dann noch Spuren von Leben zeigte, schlachteten sie ihn in der entsetzlichsten Weise ab. Unter dringendem Verdacht des Mordes wurde ein Munizipalbeamter verhaftet und in das Gerichtsgefängnis gebracht, wo er vorläufig die Nacht über interniert werden sollte. Als man ihn aber am anderen Morgen dem Untersuchungsrichter vorführen wollte, sah man, daß der Verhaftete das Gitter seines Fensters durchsägt hatte und entflohen war. :: Der Kurpfuscher Nardenfötter geflohen. In dent großen Berliner Kurpfuscherprozeß gegen den berüchtigten Heilfünstler Nardentötter und Genossen ist jetzt eine sensationelle Wendung eingetreten: Nardenfötter, der fürzlich gegen Kaution auf freien Fuß gesezt wurde, hat die Flucht ergriffen, um sich der ihm drohenden schweren Strafe zu entziehen, und der zweite Angeklagte, Dr. Kronheim, ist auf Beschluß des Gerichtshofes verhaftet morden. Die Verhandlung wird in Abwesenheit des Entflohenen, gegen den ein unumschränkter Haftbefehl erlassen wird, weitergeführt werden. (!) Sternbergs Nachfolger nennen Berliner Preẞstimmen den Landmesser Franz Steldt aus Wilmersdorf, der wegen einer Reihe von Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Mädchen von 11 bis 14 Jahren, verhaftet wurde. Zu gleich mit ihm wurden die Handelsfrauen Marie Remme, Auguste Zehde und Giese aus Berlin in das Moabiter Untersuchungsgefängnis abgeführt, weil sie im Verdacht stehen, dem Steldt, sowie einer Anzahl zur Zeit noch nicht ermittelter männlicher Personen minderjährig Mädchen im noch schulpflichtigen Alter zugeführt zu haben. Die Kriminalpolizei hatte schon seit einiger Zeit Anhaltspunkte dafür, daß Steldt mit Supplerinnen in Beziehungen stand. Sie beobachtete daher nicht nur den Verdächtigen, sondern auch die Kupplerinnen unausge seßt. Zur gelegenen Zeit drangen Geheimpolizisten bei den Kupplerinnen ein und fanden dort so belastende Anhaltspunkte, daß ihre sowie Steldts Verhaftung sofort erfolgte. ):( Ein ganzer Archipel verwüstet. Nach Mitteilungen des in San Francisco eingetroffenen Dampfers ,, Mariposa" sind durch eine Sturmflut am 13. Januar ungefähr tausend Eingeborene auf den Gesellschaftsinseln auf furchtbare Weise ums Leben gekommen. 80 Inseln sind völlig verwüstet. Man befürchtet, daß noch viele Ueberlebende auf den Gesellschafts- und den Pauman Inseln umfommen werden, ehe Nahrungsmittel usw., i von den französischen Behörden schon abgeschickt werden, dort eintreffen können. Tausende von Tonnen Kopra un über 200 Tonnen Perlenmuscheln sind verloren gegangen. Bunte Chronif. Ein orfanartiger Südweststurm mit heftigen Regenböen wütet auf der Elbe und Nordsee. Unweit Brunshausen jant ein unbekanntes Fischerfahrzeug. Die ganze Besagung fand den Tod in den ellen. In Breslau wurde die Prostituierte Klara Jagsig in ihrer Wohnung von dem Arbeiter Ernst Tollmann ermordet, angeblich weil sie ihm zehn Mark entiende hatte. Der Mörder konnte sofort nach der Tat festge nommen werden und hat die Tat eingestanden. - Auf dem Westfelde der Luisengrube bei Beuthen wur den zwei Bergleute von herabstürzenden Kohlen verschütte und lebensgefährlich verlegt. Auf der Wolfganggrube stürzte bei der Nachtschicht ein Zimmermann in den Schacht und war auf der Stelle tot. Wie aus Rom gemeldet wird, hat ein Arbeiter na mens Barabino aus Spezia einen sehr einfachen Appo rat erfunden, welcher die Stelle anzeigt, an welcha ein Schiff gesunken ist, sodaß es geborgen werden kann. Vermischtes. Gi ** Dit berordnet 13. Februar führung des Heyligenstädt Berdug wege der Bahnhof Aapf wegen 5. Baugefuch gaffe; hier: planes für da 7. Regulierun 8. Betreten pflicht für f nungen. 10 11. Sielba b. Sicherheit lung des 8 trag wegen bon 1910 al gefes; hier: 15. Antrag werbegericht C nungsnachwei ** Von [ Das Gold des Meeres.] An der samländischen Küste haben die letzten Stürme den Bernsteinfischern rei chen Gewinn gebracht. Bei dem ersten großen Sturm hatte das Dorf Neuhäuser eine wahre Goldernte: Schöp erträge bis über drei Zentner bei einem Verkaufspreis bon 700 bis 1000 Mart pro Zentner je nach dem Aus falle des Bernsteins. Ein einziges großes Stück Bernstein hatte einen Wert von 300 Mart. Schäferei hatte keinen so großen Ertrag wie Neuhäuser; besser hatte Lochstädt abgeschnitten, wo über sieben Zentner Bernstein go schöpft wurden. Von dem Ertrage geht ein Schöpferlohn von ein Drittel ab, den die Leute erhalten. Hundert von Menschen, meist aus Alt- Billau, angetan mit einem Lederanzuge, bis zum Halse zugeknöpft, sind im Wasser mit langen Käschern beschäftigt, um das Meeresgold zu fangen. Der tägliche Verdienst dieser Leute stellt sid auf 40 bis 50 Mt. [ Kaiser Franz Josef und sein Urenkel.] Kaiser Fran Josef, der augenblicklich in Budapest weilt, kam diesa Tage zu Fuß in die dortige neue Hofreitschule. Der B such hatte aber keinen offiziellen Charakter. Der Kai ser erschien überhaupt nicht in seiner Eigenschaft als Bandesoberhaupt, sondern als Urgroßvater, der sich von den Fortschritten seines Urenkels überzeugen wollte. Der kleine Prinz, dem diese Ehre zu teil wurde, ist da Erzherzog Josef Franz, das Söhnchen des Erzherzogs Josef August und der Erzherzogin Augusta. Der kleine Erzherzog zählt jezt sieben Jahre und hat unlängst be gonnen reiten zu lernen, der Kaiser aber fam, um zu sehen, wie weit sein Urenkel es in dieser Kunst bereit gebracht habe. Der Lehrmeister des kleinen Prinzen dürfte größeres Lampenfieber gehabt haben, als dieser selbst. Der kleine Erzherzog selbst hatte diejenige an seiner Seite, deren Nähe jedes Kinderherz mit Zuversicht and Mut erfüllt: seine Mutter, Erzherzogin Augusta, die gleichfalls im Sattel, dem Unterrichte beiwohnte. S gelang denn alles ganz vortrefflich, und der junge Erz herzog darf gewiß sein, sich die Zufriedenheit seines föniglichen Urgroßvaters errungen zu haben. )-([ der höfliche Jagdgast.] Beim Baron v. H., erzäbi man in Wild und Hund", war große Treibjagd. Die Jagdgesellschaft war ziemlich bunt. Prinz Friedrich v. M., einige Herren aus der nahen Residenz, Offiziere, Gutspächter, aus dem Städtchen einige Jagdliebhaber und mehrere Bauern. Der wegen seiner Grobheit be kannte und gerade deswegen zu den besten Jagden ein. geladene Schmied M. aus T., genannt der ,, Kanonenschmied", war auch erschienen. Nachdem schon einige Treiben gemacht waren und es in dem gut besetzten Revier tüchtig gefnallt hatte, tam unser ,, Kanonenschmied" neben Se. Hoheit vielleicht absichtlich zu stehen. Nach dem Anblasen fommt auch gleich ein Krummer wie aus der Pistole geschossen den Hang herunter, gerade aus Se. Hoheit zu. Se. Hoheit möchte wohl den Hasen nicht gleich bemerkt haben, denn er machte keine Anstalten zum Schießen. Das ging aber unserm Schmied über die Hutschnur und heftig in die Richtung des flüchtigen Hasen deutend, brüllte er: Prinz, schieß! Prinz, schieß!" Se. Hoheit konnte natürlich zuerst vor Verwunderung und dann vor Lachen nicht schießen. - Gramen für vorsteher unte bestanden. ** Ein beim Güter eingeführt w ren Eisenbah bahnmari rechnung der Im Bezirle werden. [ Der Gipfel des Abzahlungsgeschäfts.] Jedermann weiß, daß heutzutage fast alles, was man zum Le ben braucht, und auch eine ganze Anzahl von Dingen, die man eigentlich nicht braucht, auf Abzahlung zu haben sind. Besonders blüht ja dieses Geschäft in der Möbelbranche und dem Handel mit Musikinstrumenten, hauptsächlich Klavieren. Noch weiter geht aber eine Lon doner Firma, die Hunde auf Abzahlung anpreist. Fer ner findet sich in einer dortigen Tageszeitung ein Inserat, in welchem ein Gelegenheitsdichter Künstlern und Ba rietétheatern seine Werke anpreist und dabei bemerkt: ,, Wöchentliche Abzahlungen sind gestattet." Hus dem Gerichtsfaal. ** Sta Vorft lung v bes Fräulein Mittwoch Schauspiel § Der ,, abgeleitete" Meineid. Vor einer schlesischen Strafkammer wurde jüngst in einer Privatflage ein 60 jähriger Arbeiter vom Lande verteidigt. Drei Finger der rechten Hand hob der Zeuge vorschriftsmäßig nach oben, drei Finger der linken Hand aber hinter dem Rücken nach unten. Der Vertreter des Beklagten stellte hierauf den Antrag, den Zeugen noch einmal zu vereidigen. Es sei, so führte der Rechtsanwalt aus, ein im Bolle weit verbrei teter Aberglaube, daß, wenn ein Eid in der vom Zeugen angewandten Form geleistet wird, man ungestraft die Unwahrheit jagen dürfe. Die himmlische Strafe, welche die Leute sich als eine Art elektrischen Strom vorstellten, werde durch die linke Hand in die Erde geleitet. Der Vorsitzende der Straffammer sah zwar von einer neuen Bereidigung ab, doch richtete er an den Zeugen nochmals die eindringlichste Mahnung, die Wahrheit zu sagen. Im übrigen gestaltete sich die Beweisaufnahme auch so, daß dem Zeugen kein Glaube geschenkt iverden konnte. Kleine Gerichts- Chronit. Die Liegniger Straffam п Da welches am Halle des hi den Einnah fein. Infolg Sonntage un Theatervereins zerstreut. T es an Chick seinen Leiſtu ihren flotter ist ein richt befigt. Gleic Dlga Sarny, Herrn Uhlig tam. Vor burg. Dort - *** Die Lieferung der stände, der gebung ausge bis Dienstag, haben. **( Deu fand im Gaf der Bertrauer zwecks Aufstell tagswahl ftatt frage bleibt ein Serfammlung fäffiger Rand **( Be erwarb für d wege gelegene wir hören, so Winn von sel ** Der Bestande von 88 527 Mitg Meineren Bert als 31. Lant berein mit 11 find, dem de nunmehr 100 Aus F K Groß das Konzert de unermüdlichen Ausführung i Ganz besonder jertes aussprec unermüdlichen Macht seiner Au einer gei Feuerwehrhau Anerkennung Unternehmen Dant der M mer verurteilte den Schauspieler Nort vom Liegniger garnicht ander Stadttheater wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit in zwei Fällen zu 11 Jahren Gefängnis. Der Prozeß Krupp in Neapel ist auf den 17. Februar feftgesetzt. Das sozialistische Blatt Propaganda" wird bon mehreren ausgezeichneten Advokaten verteidigt sein. ben ihre Rolle Das Konzert 11 Uhr; die bak im Saal nicht endenwol führung vollste tie lata Jaga Ernst Lollmar Mart entiend h der Tat feft gestanden. bei Beuthen w Kohlen verschütt r Wolfganggru ann in den Schac ein Arbeiter n r einfachen App zeigt, an weld gen werden tan der samländisch ernsteinfifchern re en großen Stur Boldernte: Schö vem Berkaufspre e nach dem Au es Stück Bernste ferei hatte tein er hatte Lochsta er Bernstein g t ein Schöpferl erhalten. Hunden ngetan mit eine t, sind im Bass das Meeresgo er Leute stellt f tel.] Kaiser Fra weilt, kam die reitschule. Der aratter. Der K er Eigenschaft a oater, der sich v zeugen wollte. D il wurde, ist d n des Erzherz ugusta. Der fleir hat unlängst b aber fam, um efer Kunst berei nen Brinzen dürf als dieser selb Eejenige an fein nit Zuversicht gin Augusta, d e beiwohnte. nd der junge Gr friedenheit sein haben. Saron v. H., erzäh Be Treibjagd. D Brinz Friedrich efidenz, Offizier ge Jagdliebhabe ner Grobheit b besten Jagden ein nt der Kanoner dem schon einig dem gut bejezt ,, Kanonenschmied -zu stehen. Na Krummer wie unter, gerade a l den Hasen ni te feine Anstalt cm Schmied üb Cung des flüchtig ieß! Prinz, schieß Dor Verwunderu äfts.] Jederma as man zum zahl von Dinge uf Abzahlung es Geschäft in d Musikinstrumente eht aber eine ung anpreift. F zeitung ein Infere Künstlern und tet." nd dabei bemer sfaal r einer schlesische Brivatflage ein 6 Drei Finger d mäßig nach obe r dem Rücken no te hierauf den idigen. Es sei, Bolle weit verbr In der vom Zeuge an ungestraft sche Strafe, weld Strom vorstellte Erde geleitet. D r bon einer neu n Zeugen nochma heit zu sagen. ahme auch so, de werden konnte. tegniger Straffar rt vom Liegni die Sittlichkeit i is. auf den 17. Febr Propaganda" wi aten berteibigt fei Giessener Cagesneuigkeiten. ** Dit Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten Versammlung auf Donnerstag, den 13. Februar 1903, Nachmittags 4 Uhr ist folgende: 1. Einführung des unbesoldeten Beigeordneten Kommerzienrat Heyligenstädt. 2. Mitteilungen. 3. Gesuch des Kaufmanns Berdug wegen Anbringung einer Lampe an seinem Hause in der Bahnhofstraße, 4. Gesuch des Schlossermeisters Leyerzapf wegen Anbringung eines Firmenschildes, Afterweg. 5. Baugesuch für das Grundstück Neustadt 30, Ecke Sandgasse; hier: Fluchtlinie. 6. Durchführung des Fluchtlinienplanes für das Grundstück Seltersweg 75; hier: Enteignung. 7. Regulierung der Licherstraße und des Schiffenbergerweges. 8. Betreten von Bahngelände; hier: Uebernahme der Haft pflicht für städtische Beamte. 9. Genehmigung von Rech nungen. 10 Lieferung von Basalt- Grob- und Feinschlag. 11. Sielbauten; hier: a. Lieferung von Sohlsteinen. b. Sicherheitsleistung der Firma Jäger u. Rumpf. 12. Tei lung des Beichensaales in der Stadtknabenschule. 13. An trag wegen Uebernahme der Pensionen der Oftroi- Beamten bon 1910 ab auf das Reich. 14. Invalidenversicherungsgefeß; hier: stsetzung des durchschnittlichen Tagelohnes. 15. Antrag der Gemeide Lollar wegen Beteiligung am Gewerbegericht Gießen. 16. Einrichtung eines städtischen Wohnungsnachweises im Anschluß an den Arbeitsnachweis. ** Von den im November vorigen Jahres fich dem Examen für die Kreisamtsgehilfen und Kreisamtsbüreauvorsteher unterzogenen 13 Randidaten haben 10 die Prüfung bestanden. ** Eine Vereinfachung in dem Abfertigungsverfahren beim Süterverkehr wird aller Wahrscheinlichkeit na bald nach eingeführt werden. Es ist nämlich beabsichtigt auf besonde ren Eisenbahngüterkarten ähnlich den Bostwertzeichen Eisenbahnmarten aufzukleben und durch eine spätere Verrechnung der entwerteten Marken die Beträge zu ermitteln. Im Bezirke Stettin soll dieses Verfahren zur Zeit versucht werden. ** Stadttheater. Die für Dienstag angesagte Borst Alung von Donna Diana" ist infolge Erfrantung des Fräulein Bü: temberg auf Donnerstag verlegt worden. Mittwoch wird zum zweiten Male bas Maeterlincsche Schauspiel„ Monna Vanna" zur Aufführung gelangen. *** Das bunte Theater( Direktion Frig Unger), welches am Sonntag und gestern, Montag Abend, in der Salle des hiesigen Turnvereins Vorstellungen gab, mag mit den Einnahmen dieses Mal nicht ganz zufrieden gewesen sein. Infolge der vielen Festlichkeiten am Tage vorher, am Sonntage und auch gestern Montag die Vorstellung des Theatervereins hatte das interessierte Publikum sich zu viel zerstreut. Troß alledem ließen die Mitglieder des Theaters es an Chick und Talent nicht fehlen. Herr Uhlig war in seinen Leistungen prima, die fleine Elsa Aslé erregte in ihren flotten Kinder- Rollen wahren Lacher folg; es ist ein richtiges Badfischtalent, welches diese Künstlerin besigt. Gleich freundlicher Aufnahme erfreute sich auch die Olga Sarny, welche besonders in Gemeinschaft mit dem Herrn Uhlig aus Dresden in Duoszenen gut zur Geltung Von hier aus geht die Theatergesellschaft nach Siegburg. Dort hat sie hoffentlich finanziell besseren Erfolg. tam. ** Die Bellenstra fanstalt Buzbach hat die Lieferung der Verzehrungsgegenstände, der Verbrauchsgegenstände, der Stoffe zum Verarbeiten pro 1903/04 zur Vergebung ausgeschrieben. Reflektanten müssen ihre Offerten bis Dienstag, 10. März, Vormittags 9 Uhr eingereicht haben. **( Deutsch- soziale Reformpartei.) Gestern fand im Gasthaus Zum Löwen" dahier eine Vorbesprechung der Bertrauensmänner des Wahlkreises Gießen- Grünberg zwecks Aufstellung eines Kandidaten für die kommende Reichstagswahl statt. Die endgültige Regelung der Kandidatenfrage bleibt einer demnächst einzuberufenden VertrauensmännerBersammlung überlassen; jedoch ist ein im Wahlkreise an= sässiger Kandidat in Aussicht genommen. **( Besitzwechsel.) Herr Fuhrwerksbesitzer Appel erwarb für den Preis von 42,000 Marf die am Leihgesternerwege gelegene Befißung des Herrn Steinmetz Azbach. Wie wir hören, soll Herr Appel bereits an Herrn Maurermeister Winn von selbiger Besizung 3 Baupläge abgegeben haben. ** Der deutsche Lehrerverein zählte nach dem Bestande vom 1. Oktober 1902 die stattliche Zahl von 88 527 Mitgliedern, die in 30 Landesvereinen in 2569 fleineren Verbänden angehörten. Am 1. Januar d. I. ist als 31. Landeslehrerverein der Bayrische Volksschullehrer verein mit 11 557 Mitgliedern, die in 8 Verbände gegliedert sind, dem deutschen Lehrerverein beigetreten, sodaß dieser nunmehr 100 084 Mitglieder zählt. Aus Hessen und nachbargebieten. K Groß- Felda, 9. Febr. Gestern Abend fand dahier das Konzert der freiwilligen Feuerwehr statt, das Dank des unermüdlichen Eifers aller Mitwirkenden bei Einübung und Ausführung in ganz hervorragender Weise gelungen ist. Ganz besonderes Lob müssen wir aber dem Leiter des Konzertes aussprechen, Herrn Apotheker Gerber, der durch seinen unermüdlichen Fleiß bei den Einübungen und durch die Macht seiner Persönlichkeit die so verschiedenartige Elemente zu einer geistvollen Einheit zusammenfaßte. Auch Herrn Feuerwehrhauptmann Völzing sprechen wir unsere vollste Anerkennung aus für den rührigen Efer mit dem er das Unternehmen durch Rat und Tat unterstützte. Wie es Dank der Mitwirkung der obengenannten beiden Herrn garnicht anders zu erwarten war, brachten alle Mitwirkenden ihre Rolle in anerkannt vorzüglicher Weise zu Gehör. Das Konzert begann um 7 Uhr und endete etwas nach 11 Uhr; die Zuschauer hatten sich so zahlreich eingefunden, daß im Saal laum mehr ein Plaz zu finden war. Der nicht endenwollende Beifall bewies, daß auch für die Vorführung vollstes Verständnis gefunden hatte. Dieser durch schlagende Erfolg dürfte bei der nächsten Sonntag stattfin-| dustrieorte macht gemeinschaftliche Sache mit den Ausdenden Wiederholung eine noch größere Bahl von ständigen. Besuchern zusammenführen. ** Burg- Gemünden. In Band I Seite 48 des Hypothekenbuchs von Burg- Gemünden ist das Grundstüc V/ 32 dem Großh. Forstinspektor Winheim in Burg- Gemünden für ein Darlehen von 130 Gulden verpfändet. Die Hypothekurkunde ist abhanden gekommen. Der Aufenthaltsort des Gläubigers oder seiner Rechtsnachfolger ist unbekannt. Seit Januar 1851 ist ein auf diese Forderung bezüglicher Eintrag in das das Hypothekenbuch nicht erfolgt. Ansprüche aus dieser Schuldverschreibung find wie nun Großh. Amtsgericht Homberg bekannt giebt, binnen 2 Monaten bei dem vorgezeichneten Gerichte anzumelden, andernfalls die Löschung der Hypothek verfügt werden soll. ** Nieder- Roden, 9. Febr. Der 25 jährige Holzmacher Ludwig Jäger, der kürzlich auf einer Holzauktion den Landwirt Weiland mit der Holzart niederschlug und seitdem flüchtig war, hat sich den Behörden gestellt. Für Weiland hofft man jezt übrigens auf Wiederherstellung. Weylar. Herr Lehrer Wilhelm Viehmann in Barmen, früher in Weglar, ist vom 1. April 1903 ab zum Reftor an der evangelischen Schule in Sobernheim, Kreis Kreuznach, ernannt worden. Weylar. Aus Ueberschüssen der Rheinischen ProvinzialFeuer Sozietät sind im vergangenen Jahre 900 Mark an verschiedene Gemeinden des Kreises Weglar zur Beschaffung von Feuerlöschgerätschaften und zur Erbauung von Wasserleitungen als Beihülfen bewilligt worden. a Aus dem Kreise Wetzlar. Der Bund der Landwirte hat für die nächsten Tage Versammlungen in den Gemeinden Lüßellinden, Dutenhofen, Kiuzenbach, Lausbach und Obenhansen angekündigt. ** Frankfurt a. M, 9. Febr. In unserem Vororte Niederrad erregt das Verschwinden der 81 jährigen Witwe Katharine Seibert, Mutter des Gastwirts Seibert( Bur Rennbahn) großes Aussehen. Sie hielt sich in der Nacht auf Sonntag auf einem in den Parterreräumlichkeiten ab= gehaltenen Mastenballe auf und begab sich gegen 6 Uhr morgens in Begleitung eines Dienstmädchens nach ihrem Schlafzimmer. Seit diesem Zeitpunkt ist die stattlich alte Frau spurlos verschwunden. son mobil für die bevorstehenden Wahlen. In einer heute -r Marburg, 9. Febr. Auch die Handwerker machen hier abgehaltenen zahlreich besuchten Handw.rker- Versammlung der Kreise Marburg- Kirchhain- Finnfenberg- Biegenhain wurde beschlossen, nur solchen Kandidaten für Reichstag und Landtag die Stimmen der Handwerker zu geben, die sich verpflichten, für Einführung des Befähigur gsnachweises und Aenderung des Submissionswesens einzutreten. regiments Dahn versuchte in der vergangenen Nacht ein ** Kassel, 9. Febr. Ein Unteroffizier des 14. Husarenjunges Mädchen, mit dem er vom Tanze heimkehrte, zu er morden, indem er dasselbe in die Fulda warf. Auf das Hilfegeschrei des Mädchens, das mit dem Unteroffizier ein Verhältnis hatte, wurde es von einigen beherzten Leuten aus den Fluten gezogen. Der Täter wurde verhaftet. Wie man hört, versprach das Verhältnis Folgen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sitzung. Gießen, 6. Febr. 1903. Der fahrlässigen Gefährdung eines Eisenbahntransports sind Stations- Assistent Karl R. von Lollar und Packmeister Johannes St. in Gießen angeklagt. Am 8. September v. J. fuhr ein von Gießen kommender Schnellzug in Lollar auf einen Wagen IV. Kl. welcher von dem Angeklagten St. auf das Geleise gestellt worden war. Der Wagen wurde zertrümmert und die Maschine des Zuges beschädigt; Weiteres war nicht zu beklagen. Der Instruktion nach hätte St. dem Stations- Assisten R. von dem Vorhandensein des Bagens auf dem Geleise, Meldung machen müßen; ebenso hätte sich R. davon überzeugen müssen, daß das Geleise frei sei, bevor er den Schnellzug einfahren ließ. Durch unglückliche Zwischenfälle unterblieb beides. Das Gericht kann sich von der Schuld der Angeklagten nicht überzeugen und erkennt auf Freisprechung.- Zwei Handwerksburschen R. und W. welche in Krainfeld gebettelt hatten, lockten bei ihrem Weggang aus dem Orte einen Hund mit, in der Absicht denselben zu verwerten. Vom Schöffengericht Schotten in Strafe genommen, beruhigt sich W. beim Urteil, während R. Berufung verfolgte, welche heute kostenpflichtig zurückgewiesen wird. Die Ehefrau des Daniel K. von Odenhausen verfolgt gegen eine Erkenntnis des Schöffengerichts Grünberg, welches sie auf Privattlage des Heinrich B. I. von dorten, wegen Beleidigung zu 8 Tagen Gefängnis verurteilte. Dem Gericht erscheint die Strafe zu hart, weshalb der Berufung stattgegeben und Angeklagte in eine Geldstrafe von 40 Mf. verurteilt wird. In letzter Sache wird der Berufung der Pferdehändler David und Jakob L. von Nidda, welche sich gegen ein den Karl Sch. von Blofeld freisprechender Erkenntnis richtet, stattgegeben und Angeflagter wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von 50 Mt. genommen, indem den Beleidigten die Befugnis zugesprochen wird, die Verurteilung an der Ortstafel in Blofeld bekannt zu machen. Neueste Nachrichten. Kalisch, 9. Febr. Großes Aufsehen erregt in unserer Stadt das plötzliche Verschwinden eines jungen Mannes aus den besten Kreisen. Ec hatte eben seine Hochzeit gefeiert. Als man die Tür des gemeinsamen Schlafzimmers erbrach, fand man die Leiche der jungen Frav, die augenscheinlich von ihrem Manne erwürgt worden war. Uebec das Motiv ber unseligen Tat sowie über den jetzigen Aufenthalt des Mörders ist bisher nichts bekannt. Madrid. 9. Febr. Die Lage in Barcelona ist bedrohlich. Es sollen bisher schon 50000 Mann in den Ausstand getreten sein. Starke Gendarmeriepatroullien durchziehen ständig die Straßen. Die Blätter konnten heute nicht erscheinen. Die ganze Arbeiterschaft der benachbarten InTanger, 9. Febr. Der marokkanische Kriegsminister ist an der Spiße einer bedeutenden Truppennacht gegen den sicheren Nachrichten bekanntlich der Prätendent Bu Humara Stamm der Riatta ausgezogen, bei denen nach den neusten weilt. Man glaubt allerdings jetzt wieder, daß er doch nicht Gefangener sei, sondern daß ein Teil der Riatta ihn von neuem auf den Schild erheben wollen. Viele Kabylenstämme des Riffgebietes haben sich bereits zu Bu Hamaras Gunsten erflärt und die Waffen ergriffen, wodurch eine neue schwere Gefahr für den Sultan entstanden ist. Oeffenlicher Sprechsaal. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Bublifum gegenüber feine Verantwortung. zeigt wieder ein Vorfall, welcher Erwähnung verdient. Welche Mißstände noch im Bureaukratenwesen herrscht, Ein Holzsteigerer, welcher einen Abfuhrschein bei einem hiesigen Burcau verlangte und sein Fuhrwerk bereit hatte, wurde einfach abgeschickt, weil ein solcher Freitags nicht abgegeben werden kann. Warum fönnen diese nicht alle vorher geschrieben und zu jeder Zeit abge geben werden. Der Fuhrmann mußte weiterziehen, mit dem Bemerken, er soll morgen kommen. Holzversteigerungen und Holzverkäufe. Oberfö sterei Hoch- Weisel. Es werden versteigert Mittwoch den 11 Februar uns nötigenfalls Donnerstag den 12. Februar, von vormittage 9 Uhr ab, in der Theis'schen Wirtschaft zu Münster aus den Distrikten Heffel 3, 9 und 10, Wehrwinkel 2, 3, Diemark 1, Side 5, 6, sowie Dürr- und Windfallholz des Ostheimer Domanialwaldes. Stämme: 62 Fichten 19,45 Fstm, 1 Kiefer= 0,36 Fstm., Derbstangen: 5 Eichen 0,44 Fstin.( Wagendeichseln), 44 Fichten 3,97 Jstm; Scheiter Rm.: Buche 150; Knippel Rm: Buche 82, Eiche 2, Riefern 19, Aspe 2 II. Klasse; Reisig, Wellen: Buche 18 510 Stammwellen, 10 190 Astwellen, Eiche 1250 Stammwellen, 1440 Astwellen, Kiefern 700 Stammwellen, 70 Astwellen; Stöcke, Rai.: Buche 149( hierurter 20 Rm. sum sofortigen G bruch zerfleinert), Fichten 20 I. loff, 2 II. Riaffe. Am ersten Tage tommt sämtliches Bau- und Nutzholz, sowie das Scheit, Knüppel- und Reisholz, soweit die Zeit ausreicht, zum Ausgebot. Bohlgöns. Donnerstag den 12. d. M., vormittags 10 Uhr im Gemeindewald Distrikt Unterbrauwald und Heidelberberg. Zusammenkunft auf dem Heidelbeerberg. Zusammenfunst auf dem Hidelbeerberg am Neuenweg, Kirtorfer Stadtwald, Distrikt Heidenberg. Donnerstag den 12. Februa fommen zum Ausgebot: Stämme: 15 Fichten 3,43 Fftm., 23 Kiefern= 11,45 Fstm.; Derbstangen 622 Fichte 34,76 Fstm; Reisstangen: 39 Fichten 0,68 stm.; Scheiter: 13 Rm. Kiefern; Knüppel: 12 Rm. Buche, 2 Eiche, 111 Kiefern, 2 Aspe; Reisig: 72 Rm. Buche, 100 Rm. Eiche, 26 Ra. Nadelholz, doranter 15 Rm. Fichte- Schichte; Stöcke: 1,5 Rm. St.efern. Zusammenkunft vorm. 9 Uhr am Schaafteiche. - Marktbericht. Gießen. 10. Febr. Auf dem heutigen Rotenmaeft foſteten Butter per Pfd. 0.85-0.95 Mt. Hübnereier 1 St. 7-8 Bia., Enteneter St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Big.. Käsematte 2 Sr. 5-6 Bfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 vi. Tauben ver Baar 02. 0.80-1.10, Hübner der Stüt Mt 1.00-15), Hahnen, per Stüd Mt. 0,90-2.40, Enten per Stüd 2.00--2.50, Gänse p. Bld. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfo. 66-76 Ria, Rindfleisch per Bfd. 60-66 Bfg. Schweinefleift per Bfo. 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bia., albflets per fb. 66-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfb. 50-70 Bfa., Kartoffeln per 100 kilo 6.50-7.00 mt., Zwiebeln per 3t. mf. 5.00-6.00. Milch per Liter 18 Vfa. Drud und Berlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Gießen. Frühjahrssaison. Da es wohl für jeden unserer verehrten Leser von Vorteil sein dürfte, seine Einfäufe in Herren- Tuchen und Damenkleiderstoffen nur bei solchen Geschäften zu machen, die stets bestrebt sind, ihre Kundschaft mit nur guter Ware bei äußerst billigen Preisen zu bedienen, so möchten wir nicht verfehlen, auch an dieser Stelle auf das unserer heutigen Nummer beigelegte Prospekt der Firma Schwetasch u. Seidel, Tuchfabrik und Versandthaus in Epremberg i. 2. ganz besonders aufmerksam zu machen. Todes- Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere liebe unvergessliche Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christine Giesler heute morgen 934 Uhr nach kurzem schweren Leiden im Alter von 52 Jahren sanft entschlafen ist. Giessen, Darmstadt, Wiesbaden, Dillenburg, Altenhundem, Neunkirchen Bez. Arnsberg, Siegen, i. Westf., Köln, Nippes, den 9. Februar 1903. Die Beerdigung findet Mittwoch den 11. Februar, nachmittags 41/2 Uhr vom Sterbehause Landmannstrasse 7 aus statt. g e g ic li Betr. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. 11 Fichtenstämme mit 2,21 Festm. 189 Fichten- Derbstangen mit 12,00 Festm. 5 Rmtr. Eichen- Scheitholz ,! 11 18 Nadel" 1 1 Н 377 "! 193 ErlenNadel- Knüppel Nadel- Stockholz Die Stiftungen der Frau Hofgerichtsrat von Arug und ihres Sohnes des Hofgerichtsrats Dr. Karl Krug. Die diesjährigen Binsen aus den rubr. Stiftungen sollen an 12 Arme der Stadt Gießen mit je 20 Mt. vergeben werden. Bewerbungen um dieselben sind bis zum 20. ds. Mts. schriftlich oder mündlich bei dem Armenamt, Neuen 1600 Wellen Eichen- Reisig Bäue 43, 8immer Nr. 2 vorzubringen. Gießen, am 6. Februar 1903. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.Die Stiftung des Gemeinderatsmitglieds Friedrich Lony sen. Die diesjährigen Binsen aus der rubr. Stiftung sollen an acht Arme der Stadt Gießen mit je 20 mt. vergeben werden. Bewerbungen um dieselben sind bis zum 20 d. Mts. schriftlich oder mündlich bei dem Armenamt, Neuen Bäue 43, Bimmer Nr. 2 vorzubringen. Gießen, den 6. Februar 1903. Die Armen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Holzversteigerung der Stadt Gießen. Montag, 16. Februar 1903, Vormittags 91 Uhr beginnend werden in der Leib'schen Wirtschaft im Philosophenwald versteigert aus dem Distrikt Waldshut Nadel- Neisig 5400 11 aus dem Distrikt Wanne 2 Rmtr. Buchen- Scheitholz 43 Eichen- Scheitholz " 1 2 " 28 " 38 Bud en- Knüppel Eichen- Knüppel Eichen- Stockholz 230 Wellen Buchen- Reisig 990 " Eichen Reisig aus den Distrikten Unterhag und Oberhag 2 Kiefern Stämme mit 1.18 Festm. 51 Fichten- Stäm ne mit 13.98 Festm. 715 Fichten- Stangen mit 25,32 Fstm. 11 Kmtr. Nadel- Scheitholz 41 19 П Nadel- Knüppel Nadel- Stockholz 1410 Wellen Nadel- Reisig 50 11 Erlen- Reisig Gießen, am 9. Februar 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdingung von Cementbetonrinnen. Die Lieferung von 54 Meter Cementbetonrinnen für die Sohlfaffung des nördlichen Straßengrabens der Rodheimerftraße foll Mittwoch, den 18. Februar, vorm. 11 Uhr öffentlich verbungen werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns auf Zimmer Nr. 6 erhältlich, find bis zum obengenannten Zeitpunkt daselbst einzureichen. Buschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, am 9. Februar 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Verdingung. Die für die Errichtung eines Glasabschlusses, sowie für sonstige baulichen Herstellungen in der Wohnung des städtischen Straßenmeisters erforderlichen Schreiner- und Weißbinderarbeiten sollen Samstag, den 14. I. Mts., Vorm. 10 Uhr öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung, Zeichnungen und Bedingungen Itegen während den Amtsstunden auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 3 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Februar 1903. Städtisches Hochbauamt. J. V. Gerbel. Grösstes Sarglager in Tannen- und Eichen- Holz bei Karl Zimmermann, Neuen- Bäue 15. Metallsärge. - XXXXXXXXXX* XXxxxxxxxx|- Giessener Lesehalle- Verein. Donnerstag, den 19. Februar, abends 8 Uhr. Ordentliche Mitglieder- Versammlung Bin von Samstag, den 14. d. Mts. ab regel: mäßig alle 14 Tage in der Wirtschaft von Herrn Groh in Ulrichstein zu sprechen und empfehle mich im schmerzlosen Zahnziehen, Zähne reinigen, plombieren der Zähne in Gold, Silber, Cement 2c., sowie Einsetzen Tages- Ordnung: 1 Geſchäftsbericht über das abgelaufene Ver künstlicher Zähne und Gebisse. Hochachtungsvoll H. Storch, Zahntechniker. Markt 7 Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Stehlampen Hängelampen Beste absolute Chaisenlaternen, Petroleumempfiehlt: PATENT unter Garantie. von Mt. 0.50 bis mr. 3.50 vv " 2.00 bis Mr. 40.bon 2.00 bis Mr. 80.sichere Sturmlaternen. echte Motard ferzen. Öfen u.-Kocher Elektrische Lampen. Gaslampen. Dr. Fernest'sche Lebens- Essenz. 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