263 nementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., in haus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Birmsbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Othub effische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Carteu ban, sowie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Montag, den 9. November 1903. Gießener 12. Jabrgang. Jnsertionspret 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kretse Wehlar und Marburg 10 Bfg. forift 15 Vfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Rebattion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Theater- Sklavinnen. CB Eine wichtige Frage der öffentlichen Sittlichkeit wird neuerdings zugleich von zwei Seiten angeschnitten. Auf der preußischen Generalsynode wurden unsere Theater geradezu alls die Märkte bezeichnet, auf denen man weibliches Fleisch alle Tage billig oder teuer kaufen könnte. Und es wurde ein Schrei der Entrüstung laut, der hoffentlich bei den Behörden, die es angeht, seinen Widerhall findet. Fast zur selben Stunde besprach man auf der Generalversammlung des Dresdener Hoftheaterverbandes der deutschen Bühnengenossenschaft gleiche Themata und forderte einstimmig und errergisch, daß die Lieferung der Damenkostüme von Seite der Teaterdirektoren zu erfolgen habe. Dieser lettere Punkt bildet gewissermaßen den Pol, um dom sich die ganze Frage der Sittlichkeit bei den Theatern dreht. Er ist von eminenter Wichtigkeit, und es war daher ein großes Verdienst des Burgtheaterdirektors, Dr. Paul Schlenther, daß gerade dieser erfahrene Theatermann die Frage zuerst anschnitt. In seiner Flugschrift Der Frauenberuf in Theater" beleuchtet Schlenther die schwere Schädigung, welche die Kunst im allgemeinen und speziell die Sittlichkeit der Schauspielerinnen durch den maßlosen ToiTettenlu rus erfahren, der gegenwärtig auf den Bühnen entfaltet wird. Schlenther liefert zunächst eine treffende Chareteristik jener Theaterprinzessinnen, die durch die Pracht iler Toiletten die Damenwelt blenden und die Kunst nur ans Mittel zu schamlosen Zwecken betrachten. Zwei Millionussöhne können die Toiletten solcher Prinzessinnen nicht 6hzahlen. Natürlich wirkt das auf die braven, aber starken Balente in gewaltiger Weise ernüchternd, und es gehört schon ein mächtiger Kunstdrang dazu, wenn sich solch armes Ceschöpfchen mit seinem selbstgenähten Kleidchen unter die jgeta felten Schleppenträgerinnen der jeunesse dorée hagt und die spisigen Bemerkungen mit" anhört, die der Ser Direktor oder gar seine Frau Gemahlin über die Dürftilgleit ihrer Toilette macht. Die Hauptschuid an diesen unwürdigen Zuständen," erfört Dr. Schlenther,„ tragen aber die Theaterdirektoren, die mit Ausnahme der Hosbühne für die äußere Ausstattung der Schauspielerinnen nicht einen Pfennig übrig haben, die in Künstlerinnen einen Sold zahlen, der kaum für die Sclfte der notwendigsten Toiletten und Kostüme ausreicht. sezen damit bei den Damen andere Erwerbsquellen bito raus, als ihnen ihre künstlerische Arbeit erschließt. Als rnih neulich einer dieser Tempelwächter fragte, ob nicht Fräulein Soundso wieder gar zu kläglich angezogen war, ab ich zur Antwort, ich sei kein Schneider, wisse aber, daß die Dame feinen Liebhaber wünsche. Der Mann begriff das nicht.... Die Lage der kleineren Mitglieder, zumal der Frauen, ist vielleicht in den großen Städten, wie Berlin md Wien, am schlimmsten. Um die moralische Verurteilung hervorzurufen, bedürfte es nur der genauen Bekanntmadhung der Gagen aller Mitglieder. Aber die gerechte Cinwendung gegen eine Gage, die nur dem Namen nach cine solche ist( 25, ja 20 Mark die Woche) wird dem antändigen Mädchen vom Direktor mit der unverfrorenen Benahing beantwortet:„ Wozu brauchen Sie Gage? Sie sind ja ein hübsches Mädchen!" Hat das Mädchen feine Hilfe Lom Hause, so bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich zu lafen. Tut sie das nicht, beleidigt sie das ästhetische Cühl des Direktors durch ihre ärmliche Garderobe, so entu er sie und sie findet im inter bei laufender Spiela fein Engagement." Wie ist solchen Uebelstande abzuhelfen? Es ist noch gar it so lange her, da hat sich in Berlin ein Verein gebil8e dem hervorragende Damen der besten Gesellschaftskreise und einige berühmte Bühnenfünstlerinnen angehörten, und er den Zweckt hatte, mittellosen Schauspielerinnen Toiletten gratis zur Verfügung zu stellen. Da die Sache wie Almosenteilung aussah, war die ganze Institution verfehlt und inzwischen schon selig entschlafen. Das einzig wirksame Wittel wäre der Entschluß der Direktoren, so wie er in Desden gefordert wurde. Da der Deutsche Bühnenverein, dem ausschließlich Theaterdirektoren angehören, selbst die Prinzipielle Wichtigkeit der Frage schon anerkannt hat, und te in einer am 20. November tagenden Generalversammlung zum Gegenstande einer verpflichtenden Beschlußfaſſung machen wird, scheint die Dresdener Aktion also besonder Beitgemäß. Wer einigermaßen in Theatersachen bewandert ist, wer befon ders die großstädtischen Theaterverhältnisse kennt, weiß, daß Baul Schlenther kein Wort zuviel gesagt hat und weiß auch, daß die schwere sittliche Schuld in den meisten Fällen den Direktoren zur Last fällt. Wir haben beispielsweise in Berlin Theater gehabt und haben noch solche, wo die Darstellerinnen erster Partien entweder gar keine Gage eraltem oder doch nur eine sehr geringe. Ja, man kann noch weiter gehen: es gibt sogar Fälle, wo die Direktoren noch was dazu erhalten, wenn sie nur überhaupt den betreffenen Lebedamen Gelegenheit geben, ihre Reize vor der Deffentlichkeit zu entfalten. Daß solche Zustände der öffentLichem Moral geradezu ins Gesicht schlagen, ist gar keine rage. Die Angelegenheit ist aber eine so brennende, daß ie das Interesse des gesamten Publikums beansprucht. Nur ein allgemeiner Appell an den Bühnenverein fann da nützen. Hoffeen wir, daß der 20. November in diesem wichtiaiton Punkte wenigstens eine Erleichterung jenes Loses herbeiführt, das augenblicklich noch hart auf den armen Thechersklavinnen ruht, die heutzutage nicht nur ihre Kunst, sondern ihr ganzes Selbst zu bieten gezwungen sind, wenn anders sie Karriere machen wollen. Und welches von den armen Dingern wollte das nicht? Der Aufstand in Deutfch- Südweftafrika. Eine amtliche Meldung über das angebliche e mezel in Warmbad, die etwas wesentlich neues besagte, liegt leider noch nicht vor. Troß dieses Fehlens amtlicher Berichte kann man erfreulicherweise schon jetzt mit Sicherheit anneh men, daß die ersten britischen Meldungen über die Vorgänge weit übertrieben waren. Die britische Presse beginnt sich bereits selbst zu dementieren. Nach den letzten britischen Nachrichten sollen in Warmbad nur 15 Deutsche getötet sein, allerdings können sich die Londoner Blätter nicht enthalten, hinzuzufügen, diese Zahl könne" sich durch Morde in der Umgebung Warmbads noch vergrößern. Auch von der Niedermeße. lung der deutschen Besatzung von Keetmanshoop ist nicht mehr die Rede; es wird nur noch gesagt, diese Garnison, die aus 60 Weißen mit 2 Berggeschüßen und einem Marimgeschütz bestehe, sei von den Bondelzwerts angegriffen" worden. Da der Stamm der Bendelzwerts nur 500 waffenfähige Männer zählt, wäre an eine Vernichtung dieser mit 3 Geschützer. versehenen Truppe nicht zu denken, selbst wenn sie nur 60 Mann stark wäre. In Wirklichkeit aber besteht die Keetmanshooper Besatzung aus 3 Offizieren, 15 Unteroffizieren und 75 meißen Soldaten. Dazu kommen noch 15 fabrine Soldaten und etwa 40 bis 50 Reservemänner aus der Umgegend. Diese können sich nicht nur einer Rotte von 500, sondern auch einer dreimal so starken Hottentottenhorde mit Leichtigkeit erwehren. So wenig glaubwürdig danach die Meldungen der britischen Presse über die Vorgänge in Warmbad sind, ebenso unglaubwürdig erscheint die Darstellung, die sie neuerdings von den Ursachen des Aufstandes und der Ermordung des Leutnants Jobst gibt. Angeblich auf Grund der Aussage eines nach Kapstadt aus Damaraland entflohenen Miſſionars berichten die englischen Blätter, die Ursache des Aufstandes sei folgende: Das deutsche Gouvernement habe allen Eingeborenen befohlen, ihre Waffen zeitweilig abzuliefern, damit diese registriert würden. Das hätten die Bondelzwerts verweigert. Daraufhin sei Leutnant Jobst mit einigen Mann nach Warmbad abgegangen, um mit den Bondelzwerts zu berhandeln. Es sei dabei zu heftigem Streit gekommen, und der Häuptling der Bondelzwarts sei schließlich gegen den Leutnant frech geworden. Nun habe Jobst ihn mit seinem Revolver erschossen. Das sei das Signal zu dem Angriff der Vondelzwerts auf die Deutschen gewesen, bei dem Jobst und zwei Deutsche ums Leben kamen. Die übrigen Mitglieder der Jobstschen Truppe hätten nach der Station Warmbad entkommen können. Wir vermuten, daß die amtliche Darstellung der Sache anders aussehen wird. Die Regierung wird voraussichtlich einen Teil der o stafrikanischen Schußtruppe nach Südwestafrika schicken; die Truppe kann dort in 20 Tagen ankommen und mit den dann ebenfalls eintreffenden 300 Mann, die der Gouverneur abgesandt hat, den Hottentotten einen Denkzettel geben, der ihnen wohl die Lust zur Wiederholung solcher Freveltaten vergehen lassen wird. Die Politik. Aus offizieller russischer Quelle wird festgestellt, daß die Verhandlungen über den deutsch- russischen Handelsvertrag in Berlin Ende November stattfinden und einen Monat dauern werden. Die veterinäre Konferenz wird schon früher beginnen. Weil sich unter ihren Mitgliedern zahlreiche Sozialdemokraten befänden, wurden die Kriegervereine zu Schwarzwaldau und Rothenkirch aus dem preußischen Landesfriegerverbande ausgeschlossen. Nach den Bestimmungen des Statutes ist ein anderes Vorgehen des Vorstandes gar nicht möglich: Betätigung sozialdemokratischer Gesinnung führt fatungsgemäß zum Ausschluß. Daß der Trierer Schulstreit noch immer im stillen seine Kreise zieht, erhellt aus der Tatsache, daß die dreitägigen Verhandlungen betreffs Angliederung einer Uebungsschule an das paritätische Lehrerinnenseminar erfolglos waren. * Man schreibt uns: In Königsberg hat man in diesen Tagen ein Verfahren wegen Geheimbündelei gegen einen Sozialdemokraten eingeleitet, der Mengen von in Zürich gedruckten Schriften nihilistischen Inhalts zur Weiterbeförderung nach Rußland bei sich liegen hatte. Jetzt hat man die Nachforschungen auch nach Memel ausgedehnt und Haussuchungen gehalten bei einem sozialdemokratischen Führer, dem Uhrmacher Klein, und zwei anderen Sozialdemokraten. Das Ergebnis soll überraschend gewesen sein; insofern man nämlich ganze Stöße revolutionärer Schriften und nihiListischer Vambhlete aefunden bat, die vom nibiliſtiſchen Agitationskomitee in Zürich hergestellt waren. Außerdem soll eine ausgedehnte Korrespondenz mit russischen Untertanen beschlagnahmt worden sein. Sollte die Polizei ihre Nachforschungen ausdehnen, so würde sie in Ostpreußen hart nach der russischen Grenze zu gar manche kleine Druckerei aufstöbern, die alljährlich Massen von in Rußland verbotenen Schriften fabriziert und geschickt hinüberpascht. Meist sind diese Schriften nach unseren Begriffen wirklich harmloser Natur. Vielleicht entwickelt sich auch diese Affäre nach der weniger ernsthaften Seite. Im bayerischen Abgeordnetenhause kam der Kriegsminister Frhr. v. Asch auf die Soldatenmißhandlungen zu sprechen und erklärte, daß sie sich, wenigstens in Bayern, nicht vermehrt hätten; es sei aber auch leider keine Abnahme zu konstatieren. Alle seine Anstellungen und Bestrebungen, sie einzuschränken, seien nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. ( Zurufe: Hört! hört!) Er werd: aber mit aller Kraft dahin wirken, Mißhandlungen hintanzuhalten. Bemerkenswert war im Verlaufe der weiteren Ausführungen auch das Urteil des Ministers über die viel bemängelten Reiterattacken. Im fünftigen Kriege würden, sagte er, besonders zu Anfang große Kavallerieförper aufeinanderstoßen, und man müsse daher die Kavallerie darauf vorbereiten. Im übrigen weist der Minister den Vorwurf des Lurus in der bayerischen Armee zurück und schließt, das Land könne stolz auf sein Offizierforps fein. Was die Klage betreffe, daß die Gräber der deutschen Soldaten in Frankreich in schlechtem Zustande seien, während sowohl die deutschen wie französischen Soldatengräber auf deutschem Boden aufs würdigste unterhalten würden, so sei sie nicht neu. Auf Anfrage bei dem deutschen Geschäftsträger, habe sich aber herausgestellt, daß sie unbegründet sei. Jedenfalls widme die Armeeverwaltung dieser Sache eingehende Aufmerksamkeit und werde dafür sorgen, daß die Ruhestätten der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Krieger sich in würdigem Zustande befänden. Ausgewiesene Finländer, die während des Darmstädter Aufenthaltes des Zaren den Versuch machten, eine Audienz zu erhalten und eine Schrift zu überreichen, erfuhren insofern einen Refus, als nur ihre Schrift in Empfang genommen, die nachgesuchte Audienz aber verweigert wurde. Wer kann sich auch dem Glauben hingeben, daß der Friedenszar sein Ohr jenen„ Rebellen" zuneigt, die seine hochweise Regierung mit allen Mitteln auszurotten beschlossen hat! Zum Präsidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses ist nun doch, allerdings unter Stimmenthaltung fast der ganzen Opposition und der Apponyi- Gruppe, Geheimrat Perczel gewählt worden. Perczel gilt wie Tisza als ein sogenannter starker Mann". Wer leben wird, wird sehen. Die mittelamerikanische Revolution ist so gut wie beendet. Auf dem Präfekturgebäude in Colon ist die Flagge der Republik Panama offiziell gehißt worden. An der Bahnstrecke von Colon nach Panama stehen nordamerikanische Truppen; der Isthmus ist also für Kolumbien verloren. Ja, es hat sogar den Anschein, als ob sich auch noch meitere Teile des Landes absplittern und zur neuen Republik übergehen würden; so die Provinz Kauka beispielsweise und noch andere Gebiete, deren Interessen man in Bogota vernachlässigt hat. Das Verhalten der Union ist höchst eindeutig. Sie hat die Führer der Aufständischen als De facto Regierung anerkannt, weil anscheinend das Volk die Sezession einstimmig beschlossen" habe. Staatssekretär Hay gibt sich die größte Mühe, dieses Vorgehen des Präsidenten Roosevelt, das„ Evening Post" ein schamloses" nennt und das auch die merikanische Presse als ein Denkmal nordamerikanischer Perfidie" bezeichnet, so gut es geht, mit den beliebten Pflichten" zu rechtfertigen. Zur weiteren„ Begründung" ihrer Auffassung hat die Union dem Admiral Coghlan Oberbefehl erteilt und neun Kriegsschiffe nach dem Isthmus gesandt. Von der neuerlichen Entente zwischen Japan und China liest man jetzt auch in der englischen Presse, die sich bislang sehr skeptisch dagegen verhielt. Danach habe Japan der chinesischen Regierung die Zusicherung gegeben, Japan würde nie in ein Kompromiß mit Rußland willigen, das irgend eine Abſchwächung der chinesischen Autorität über die Mandschurei involvierte. Es müsse aber China warnen, daß die Sache anders läge, wenn sich China selbst den russischen Forderungen fügte. Was wohl das arme China machen soll! Jetzt erklärt der russische Statthalter Alerejew, daß der auf zehn Jahre zwischen China und den Vereinigten Staaten geschlossene Vertrag direkt die russischen Interessen berühre. Die Mandschurei sei vorläufig nicht frei, sondern von Rußland okkupiert, das dort so lange bleiben werde, bis es ſeine Rechte entgültig gesichert wisse. Diese Absätze des Vertrages dürften also nicht ratifiziert werden. Nebenbei gesagt erstrecken sie sich auch auf die Deffnung Mukdens, das Rußland aben erst besetzt hat. Was soll also China machen, um den Wünschen aller gerecht zu werden? Die Regierung in Pefing ist wirklich nicht zu beneiden. Hof und Gesellschaft. Kronprinz Wilhelm hat das Protektorat des Schlesischen Vereins zur Unterſtüßung von Landwirtschaftsbeamten( Siz Breslau) übernommen. Der gena) te, lediglich zum Wohle der Landwirtschaftsbeamten Schlesiens ge= trou feiner feine radht fiber ben bte Dieber Der Mugenblic Die Sorge uшTE nicht unbescheiden sein, aber Ihre Gesellschaft ist uns eine wenn wir Sie in Ihren Geschäften stören; wir möchten die wir bedauern, Herr Ogham," sagte Mistreß Johnston, au laffen ,, Aber sei Ellen," wieder frank nach London zurückkehren. unseres Aufenthalts hier verloren gehen, dich gewiß gern auch diese Tage noch umherführen." wenn du dich zu sehr anstrengst, tönnte alle gute Wirkung sagte Mistreß Johnston, nicht töricht; und Herr Dgham wird du möchtest hineinklingen. ander von dem traurigen erfall des Druces, Tage bergingen in gesprochen werde, es intein Mißton in die letzten Tage fie verlangte, daß Magnus am meisten liebte, und bend freundlicher noch als sonst zu gestalten. Sie sang die Volkslieder, or auf allen lastete, mußte fie doch den nächften ausging, weld) geringe Strafe er lediglic Die junge Dame, die mir mir das drekbuch geben und schlug na im Arm, und hatte mein stilles Interesse erregt. übrigens das reizende Mädchen sein? so dachte ich ben Blid holdseligen Fürsprecherin zu danten hatte. er mochte begegnet, meistens mit Büchern zem häufiger auf der s- à- vis wohnte, war mir feit furSchließ grundete verein, yar schon fruher emmal unter dem Protektorate eines Kronprinzen, nämlich des nachmaligen Kaisers Friedrich III., gestanden. Durch den Tod des Prinzen Georg von Preußen war die königliche Akademie gemeinnüßiger Wissenschaften in Erfurt lange Zeit hindurch ihres Präsidenten beraubt. Jetzt hat Prinz Albrecht von Preußen, Regent von Braunschweig, auf Antrag des Senates mit Genehmigung des Kaisers das Präsidium der Akademie übernommen und diesen Entschluß dem Senat mitgeteilt. Heer und flotte. Leutnants mit Fähnrichgehalt. Aus einer Aufstellung der Kassenabteilung des Kriegsministeriums, die soeben geröffentlicht wurde, ergibt sich die sonderbare Tatsache, daß zur Zeit bei der Feldartillerie noch 173, bei den Verkehrstruppen 5 Leutnants ohne das Leutnantsgehalt sind und bei der Feldartillerie noch nicht einmal alle Leutnants mit Patent vom 28. Januar 1902 es beziehen. Es dauert mithin bei der Feldartillerie immer noch nahezu zwei Jahre nach der Ernennung zum Offizier, also mindestens 3½ Jahre nach dem Eintritt in das Heer, bis das Leutnantsgehalt bon jährlich 900 Mark erreicht ist. Bis dahin beziehen diese Leutnants dieselben Gebührnisse wie als Fähnriche, und nur hinsichtlich der Unterbringung im Kasernenquartier sind sie etwas besser gestellt. Der militärische Hintertreppenroman. § Mek, 7. November. Vor dem Kriegsgericht des 16. Armeekorps wird sich übermorgen Leutnant Friz Bilse vom Lothringischen Trainbataillon Nr. 16 aus Forbach wegen seines weit über Deutschlands Grenzen hinaus Aufsehen erregenden Romans„ Aus einer kleinen Garnison" zu verantworten haben. Der Verfaffer hat ausgesprochenes Pech gehabt, daß ihm dies passieren mußte. Er hoffte, wenn sein Werk das Licht der Deffentlichkeit erblickte, längst den Offiziersrock ausgezogen zu haben. Er hatte, als der Roman in einem Braunschweiger Verlage erschien, tatsächlich seinen Abschied eingereicht und befand sich schon auf Urlaub. Bilse war durch die auf ein Versehen zurückzuführende verfrühte Veröffentlichung peinlich überrascht. Wußte er doch genau, daß die Militärbehörde nun, wo er noch Offizier war, gegen ihn einschreiten müßte. Und, was er gefürchtet, trat denn auch mit militärischer Pünktlichkeit ein: Bilse wurde verhaftet und der berleumderischen Beleidigungen von Vorgesetzten angeklagt. Während nach einer Version der Angeklagte den Wahrheitsbeweis für die in seinem Roman erzählten Dinge erbringen will, soll er sie nach einer andern für zum großen Teil erfunden oder übertrieben erflären wollen. Dies darzutun, würde ihm auch keine weiteren Schwierigkeiten bereiten. Denn ganz abgesehen von der Darstellung, die jedem literarischen Empfinden ins Gesicht schlägt, tragen auch die Situationen den Stempel der auf die Hintertreppe berechneten Senſationsmache. Da ist der Regimentskommandeur v. Kronau, der sich in der vollständigen Gewalt einer Hauptmannsgattin befindet, die die eigentliche„ Kommandeuse" ist, die Offiziere maßregelt und die Bürschen prügelt. Ihr Stlave, der Oberst, ist zu alledem noch seig. Er drückt sich in eklatanter Weise bei einer Forderung, die ihm der beleidigte Gatte seiner Geliebten überbringen läßt, und verkriecht sich hinter die Röcke der Frau Hauptmann, die ihn herauslügen muß. Ehebruch ist in dem von Bilse geschilderten Offizierskorps überhaupt eine Sache, die ebenso zum guten Ton" gehört, wie Saufen, Schuldenmachen, Leuteschinden, Betrügen u. s. w., u. s. w., furz alles, was sich mit der Offiziersehre nicht vereinbaren läßt. Daß die Schande der Vorgesezten auf das Unteroffizierkorps abfärben muß, ist am Ende nur selbstverständlich. Alle die Laster und Gebrechen zeigen sich dort in noch brutalerer Offenheit und zwingen die Soldaten zur Deſertion oder zur Flucht in die offenen Arme der Sozialdemokratie. Die Lösung des häßlichen Knotens ist denn auch ganz im Rahmen dieses Milieus gehalten. Ein Oberleutnant, der sich mit zwei anderen Kameraden in den außerehelichen Besitz einer Rittmeistersgattin teilt, verlumpt vollständig und sinkt zum gemeinſten Gauner herunter. Ende: Doppelselbstmord im Verein mit der Rittmeisterin, die sich inzwischen offen zum Handwerk der Dirne befannt hat. Soweit der Inhalt des Bilseschen Machwerks, das selbst von denjenigen Parteien und Ständen, die dem deutschen Offiziersforps nicht grün sind, nicht ernst genommen werden kann. Was aber den Roman trotz alledem für die Anklagebehörde beachtenswert machte, ist der Umstand, daß der Verfasser seine häßlichen Helden in die durchsichtige Maske wirklich im Regiment und in der Stadt Forbach existierender Personen kleidete. Hier lag eine Gefährdung der Disziplin und zugleich der öffentlichen Moral vor. Aus diesem Grunde wird auch bei dem Prozeß wahrscheinlich die Deffentlichkeit ausgeschlossen werden. Wir werden uns trotzdem bemühen, soweit wie möglich, über die Verhandlungen zu berichten. Hochverrat in Bulgarien. Eine ungeheuerliche Enthüllung bringt ein Sofioter Blatt. Sie besagt nichts weniger, als daß das vorige Ministerium Danew die Ermordung des Fürsten Ferdinand geplant habe. Vorher aber habe es hinter dem Rücken des Fürsten die bulgarischen Häfen Varna und Burgas an Rußland abtreten und die gesamte bulgarische Diplomatie im Auslande den betreffenden russischen Botschaften oder Gesandtschaften unterstellen wollen! So abenteuerlich die Meldung klingt, völlig unwahrscheinlich ist sie nicht, und jedenfalls ist sie nicht ganz aus der Luft gegriffen. Die Einzelheiten, die das bulgarische Blatt zur Befräftigung seiner Mitteilungen bringt, zeigen mit ziemlicher Gewißheit, daß wenigstens der Plan der Ver= wandlung Bulgariens in eine russisch, e Provinz denn darauf läuft, wie man gleich sehen wird, die Abtretung der Häfen, die Angliederung der bulgarischen Gesandtschaften an die russische Diplomatie hinaus- bei dem Ministerium Danew bestanden hat. Der Mordanschlag gegen den Fürsten dagegen scheint mehr eine Privatleistung einzelner, mit dem Ministerium befreundeter Deputierten gewesen zu sein. Die Enthüllung des Sofioter Blattes bringt an wesentlichen Mitteilungen folgendes: Um Rußland die Eroberung Konstantinopels und Bulaariens au erleichtern. bat sich Serr Danew einverstanden erklärt, unsere Häfen Warna und Burgas der russischen Flotte pachtweise, wie in China, abzutreten. Vor einer solchen etwaigen Uebergabe von Warna und Burgas hätten jedoch die Russen die bulgarische Armee in die Hände bekommen müssen. Aus diesem Grunde hat Herr Danew dem Grafen Lambsdorff in Petersburg das Versprechen gegeben, einen russischen General als bulgarischen Kriegsminister anzunehmen. Ein russisches Korps von 70 000 Mann sollte im Bezirk Burgas- Jamboli unter dem Vorwande aufgestellt werden, uns vor einem türkischen lteberfalle zu sichern. Man denke sich also: ein russischer General als Kriegsminister, ein russisches Korps in BurgasJamboli, zwei Geschwader in Burgas und Warna, und dabei sollen wir noch ein unabhängiger Staat bleiben! Als Gegenleistung versprachen uns die Russen eine Anleihe von 10 Millionen Franken zu unserer Ausrüstung, außerdem, uns gegen einen etwaigen rumänischen Angriff zu sichern. Ferner hatte Herr Danew einen Runderlaß an unsere Vertreter im Auslande gerichtet, worin ihnen mitgeteilt wurde, daß sie den russischen Botschaftern im Aus= lande attachiert werden und hinfort nicht selbständig, sondern durch diese Botschaften zu handeln hätten. Um alle diese Absichten zu verwirklichen, suchte das Kabinett die Autorität des Fürsten einzuschränken: daher die tagelangen Beschimpfungen des Fürsten und der dem Kabinett ergebenen Kammer und ihr Bestreben, dem Fürsten seine Machtbefugnisse möglichst zu beschränken und ihn zu einer Puppe zu machen. Den Zankowisten, den Freunden des Kabinetts, war das auch nicht genug, und so wurde denn eine Verschwörung vorbereitet, um den Fürsten während der Schipkafeierlichfeiten zu ermorden und darauf die Regentschaft zu übernehmen... All diesen Plänen machte der plötzliche und anscheinend unerklärliche Entschluß des Fürsten, das Kabinett Danew zu entlassen, ein Ende, und das neue Kabinett Petrom erklärte der russischen Regierung, die gesetzwidrigen Verabredungen des vorigen Kabinetts mit Rußland gingen die neue Sofioter Regierung nichts an. Daraufhin veranlaßte Graf Lambsdorff den bulgarischen Gesandten in Petersburg, dem Kabinett Petrow die Innehaltung der mit Danew getroffenen Verabredungen zu empfehlen. Die Folge war die sofortige Abberufung des Gesandten, der zurzeit in Sofia weilt... Soweit das bulgarische Blatt. Aus der ganzen Jassung des Artikels, von dem wir hier nur einen Auszug geben können, erhellt, daß seine Angaben aus der nächsten Umgebung des Fürsten Ferdinand stammen. Für uns unterliegt es sogar keinem Zweifel, daß der Fürst selbst die Veröffentlichung dieses Artikels veranlaßt hat, in der Absicht, durch diese Flucht in die Oeffentlichkeit" seine Stellung im Lande zu befestigen. Zweifelsohne ist diese Veröffentlichung nur der erste Schritk; ist es den Mitgliedern des Kabinetts Danew und den Zankowiſten, zu denen sie ja selbst zählen, nicht möglich, diese Anschuldigungen zu widerlegen, so wird der sicher zu erwartende Hochberratsprozeß gegen sie ein ihnen recht unerfreuliches Ergebnis haben. In seltsamem Lichte erscheint bei dem Handel auch die russische Politik. Aber Graf Lambsdorff versteht sich darauf, sich herauszureden. Und wie fadenscheinig auch die Gründe sein mögen, mit denen er seine Unschuld„ beweisen" wird, Fürst Ferdinand wird sie gelten lassen müssen. Denn Macht geht vor Recht: was kann Ferdinand wider den weißen Zaren? Hus dem Gerichtsfaal. § Eine romantische Entführungsgeschichte trug ihren: Haupthelden vor der Strafkammer zu Metz 6 Wochen Ge fängnis ein. Der Maler Heinrich Beeke hatte eine frühere Schülerin, die 17jährige Tochter eines Oberstabsarztes Dr. L., zu veranlassen gewußt, aus einer Pension unter Vorwänden zu entweichen und mit ihm unerlaubte Flitterwochen in seiner Wohnung zu verleben. Die Sache kam ans Licht und auf Anzeige des Vaters erhielt der liebestolle Künstler 6 Wochen Zeit, im Gefängnis über den selbsterlebten Roman nachzudenken. § Der Haß gegen den„ Eindringling". Das Schwurgericht in Hanau verhandelte sechs Tage lang über einen bestialischen Fall, der sich in der Nacht vom 19. zum 20. Juli d. Is. in Lütter, einem Dorfe zwischen Fulda und Gersfeld, zugetragen hat. Dort war vor zwei Jahren aus Poppenhausen der Schneider Leopold Schäfer mit Schwester und Mutter zugezogen. Trotzdem er keine Veranlassung gegeben hatte und als ein ruhiger Mann geschildert wurde, hatte er doch bald unter dem Haß der Dorfbewohner zu leiden, die den Eindringling auf jede Art und Weise zu quälen suchten. Am 19. Juli wurden nun in einer der Wohnung Schäfers gegenüberliegenden Wirtschaft fortwährend Spottlieder auf die Schäfersche Familie gesungen und dann ein Anschlag gegen den Schäfer geschmiedet. Am Abend richteten die Dorfbewohner einen Steinbagel gegen das Schäferſche Anwesen; Schäfer selbst und seine Schwester wurden beim Heraustreten niedergeschlagen, dann, als sie ins Haus zurückflüchteten, das Anwesen selbst erstürmt, alles kurz und klein geschlagen und die Schäfersche Familie weiter mißhandelt. Schäfer hatte mit einer Hacke einen Schlag auf den Kopf erhalten, woran er starb. Seine Schwester trug Rippenund Armbrüche davon, die 80jährige Mutter wurde gleichfalls mißhandelt. Fünf Einwohner aus Lütter konnten als Beteiligte ermittelt werden, gegen die die Anklage auf schweren Landfriedensbruch und vorsätzliche Körperverletzung mit tötlichem Erfolge erhoben wurde. Das Gericht verurteilte drei der Angeklagten zu je 6 Jahren, einen zu 3 Jahren Zuchthaus und den fünften, dem mildernde Umstände zugebilligt wurden, zu anderthalb Jahren Gefängnis. § Die Diebstähle im Korpshause der Bonner Saxonia" bildeten den Gegenstand einer Anklage gegen den Freiherrn Roderich v. Ompteda vor der Straffammer in Bonn. Die Diebstähle sind, wie erinnerlich, im Laufe des Sommers verübt worden; der Verdacht der Täterschaft richtete sich schließlich gegen den vorgenannten Korpsbruder. Trotzdem dieser bor einem Ehrengerichte die Strafdelikte unumwunden eingeräumt, legte er sich jetzt bei der Verhandlung aufs Leugnen. Er will dies Geständnis nur in plöglicher Befangenheit und unter dem Druck der Verhältnisse gemacht haben. Der Erste Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagter bei sofortiger Verhaftung eine Gefängnisstrafe von anderthalb Jahren und Ehrverlust auf die Dauer von zwei Jahren. Der Gerichtshof sprach jedoch den Angeklagten wegen Mangels an Beweisen frei. § Der internationale Hoteldieb Samson, der wegen 14 bollendeter und eines versuchten Diebstahls angeklagt war, wurde in Wiesbaden zu sieben Jahren Gefängnis unter Berechnung von einem Jahre Untersuchungshaft verurteilt, Der Staatsanwalt hatte 12 Jahre Zuchthaus beantragt, während die Verteidigung Freisprechung beantragte, wegen Beisteskrankheit. Nab und fern. Landung eines deutschen Luftballons in Frankreich. Ein deutscher Luftballon ist dieser Tage unweit Fonteney in Frank. reich niedergegangen. Die Landung vollzog sich äußerst glatt. Dem Korbe entstiegen ein deutscher Offizier in Uni form und drei Zivilisten. Auf dem Polizeikommissariat in Schwu chts der Pro ben Montag, äude in Gieße ichtsrats Ser agmen Das 25. Hinnere Miff Samstag, den 1 Be 9, vorm. Guise, wohin sich alsbald die Luftschiffer begaben, gab der Doerhessische Offizier die Erklärung ab, der Hauptmann v. Abersen vom fi ntl. Sigun 39. Infanterieregiment in Düsseldorf zu sein. Er wäre fc. Lic. Dieck mit seinen Begleitern dort aufgestiegen und der Ballon sei einst in der St infolge widriger Luftströmungen nach Frankreich verschlagen. Nach Aufnahme eines Protokolls über die Landung traten die kühnen Luftschiffer die Rückreise nach Düsseldorf an. Der Erste Bürgermeister von Eisenach, Dr. v. Fewson, welcher bekanntlich wegen verschiedener Vorgänge seines Amtes entsetzt wurde, hat gegen das Urteil des Landgerichts Eisenach Revision eingelegt, die am 12. d. Mts. Vor bends 81 Uh Mittwoch, den ondensaal be Morgenandacht er Wie fönne ren wiederherg Stadt of stellung geht ouderl, Luftst Spene mit den Neichsgericht in Leipzig zur Verhandlung steht. Inzwischen tinchen- Gla ba ist der Eisenacher Polizeiinspektor Schindler, welcher wäh rend der Geschäftsführung des Ersten Bürgermeisters seines Amtes enthoben wurde, in letzteres wieder eingesetzt worden. Die Trauung eines Brautpaares im Gefängnis wird aus Dessau gemeldet. Es handelte sich um den Ingenieur M. bon Berlin, der vor kurzem wegen versuchter Nötigung vom dortigen Schöffengericht zu einer Woche Gefängnis verurteilt wurde, sich aber gegenwärtig noch in Untersuchungshaft befindet. Die Braut ist eine Berliner Dame. Zur Vollziehung der Cheschließung begab sich der Standesbeamte nach dem Gefängnis; als Trauzeugen fungierten beide Gefängnisbeamte. to [ Ein eigenartiger Wettbewerb] soll in der pennsylvanischen Stadt Dushore stattfinden. Der dortige Bürger meister hat amtlich kund und zu wissen getan, daß die erste Bürgerin, die Drillingskinder zur Welt bringen würde, als Ehrenpreis einen prachtvollen Küchenofen erhalten werde; an dem Wettbewerb" dürfen sich alle Frauen der Grafschaft Sullivan beteiligen. Ob die preisgekrönte Dame den Küchenofen als Lohn für ihre Mühe behalten darf, oder ob es eine Art Wanderpreis sein soll, wird nicht mitgeteilt! [ Die Verleihung des Wahlrechts an die Frauen] hat in Australien eine interessante Erscheinung gezeitigt. Es zeigt sich, daß die Frauen die Männer bei einer Gesamtzahl bon 1 700 000 Wählern um volle 50 000 Stimmen übertreffen werden. Im Staat Victoria, wo die Listen fertig sind, sind die Namen von 289 000 Wählern und 296 000 Wählerinnen eingetragen. Besonders stark ist das llebergewicht der Frauen in den großen Städten. In acht Wahl. freisen von Melbourne beträgt es 22 000 Stimmen. Merk würdigerweise ist noch strittig, ob die Frauen nicht nur wählen, sondern auch gewählt werden können. Bis jetzt bewirbt sich nur eine Kandidatin, eine Miß Goldstein, um eine Stelle im Senat. Sie soll aber bei ihren Schwestern wenig Unterſtützung finden. Sie iſt zu hübsch! Ein Haftbefehl gegen den„ Kaiser der Sahara" ist jetzt von der französischen Polizei erlassen worden. Wie f. 3t. ge meldet, haben die Matrosen, die Jaques Lebaudy in Afrika aussette und in die Hände der marokkanischen Räuber fallen ließ, gegen ihn Klage erhoben. Lebaudy ist angeblich spur los verschwunden. In Paris behauptet man, daß die Polize mit Willen nicht rechtzeitig zugegriffen habe, um ihm Ge legenheit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen. der Herrn Dire auptrollen. Doenburg, Gr Borstellung ber in diesem Stüd Borstellung, di af Dienstag, rer forgfältige beschoben word Bulte vorstellung *( Männe in Neuen Saal iren äußerst ne führungen zeig Leistungen des Zukunft recht Bilder, Reiger wohlverdiente wurde bis zum mun als Absc tatt, bei dem Buging, daß iner Dame e A hören befar Eilnehmer n ause genomm ** In * dachte, feierte ftienbrau rei ua er bor 30 intrat. 30 S in ein und de Freude und 2 ** Unf Stellwert 9 d Hin den 60er borf om Kop hirurgische S ** Mit Brünberg fol fahren wird Die Unruhen wegen der Stellenvermittelungsbürean in Frankreich wollen noch immer nicht aufhören. Jetzt greif die Bewegung von der Hauptstadt nach der Provinz über In Lyon fand in der Arbeitsbörse eine Versammlung statt die gegen die Stellenvermittelngsbureaus Stellung nahm Später kam es zwischen den Teilnehmern an der Versamm lung und der Polizei in der Nähe der Morandbrücke zu einen Zusammenstoße; die Polizeibeamten wurden mit Steinen betalfeite, ein S worfen; etwa zwanzig trugen infolgedessen Verlegungen de von; auch ein Arbeiter wurde verletzt; fünf Personen wurde verhaftet. Späte Sühne. Durch einen Zufall wurde das Dunke gelichtet, das seit 14 Jahren über den Mord an dem Arbeite Paul Schweighofer in Steyr schwebte. Der Unglücklich wurde in den Morgenstunden des 1. Oktober 1889 auf der Straße mit mehreren Stichwunden am Kopfe aufgefunde und röchelnd ins Spital gebracht, woselbst er, ohne das Be wußtsein erlangt zu haben, starb. Dieser Tage wurden i Klagenfurt zwei Arbeiter namens Anton Waldhauſer un Valentin Wüchter in einem Gasthause von einem ehemal in Steyr ansässig gewesenen Herrn belauscht, wie sie sich de Tat rühmten. Sie wurden verhaftet und sehen ihrer Straf entgegen. Im Drachenboot über den Kanal. Aus Calais wir gemeldet: Kolonel Cody hat Freitag abend im Drachenboo seine Kanalreise ohne jede Begleitung angetreten, und if am nächsten Morgen halb 9 Uhr in Dover eingetroffen. Di Ueberfahrt hat 10 Stunden gedauert. Ein mit fünf See leuten bemanntes Ruderboot begleitete Cody ein Kilomete weit in See. Das Boot konnte nur mit größter Anstreng ung folgen. Cody gebrauchte für das erste Kilometer 15 Minuten. Das Boot iſt vier Meter lang und mit Segel tuch überspannt, so daß nur der Körper Codys hervorrag Gezogen wird das Boot von einem mächtigen Drachen au Seide, welcher ohne die geringste Anstrengung bei bloßer Hochheben steigt und in Höhe von 400 Metern schwebt. Di Zugkraft ist so stark, daß bei zehn Knoten Windstärke zw Mann den Drachen nicht halten können. Das Steuern wir dadurch ermöglicht, daß die Verbindungsleine des Dracher je nach der Windrichtung an verschiedenen Punkten des Book festgemacht wird. Bunte Chronik. Der Kaiser hat der evangelische Kirchengemeinde zu Klein- Bartelsen bei Bromberg zum Ba einer neuen Stirche aus seinem Dispositionsfonds eine Summ von 61 500 Mark überweisen lassen. Zu gleichem Zwe stiftete der Gustav Adolf- Verein eine Summe von 7800 - Die Polizei in Barcelona hat ein anarchistisches Kom plott entdeckt. Bei Haussuchungen wurden Dynamitvorrä und andere Materialien zur Anfertigung von Patron beschlagnahmt. Mehrere bekannte Anarchisten sind aus Barcelona verschwunden. Herrn Hans V Als fammlung Friedberg, a bestimmt. November in * Im * Rongreß ** Bes Riegelpfad z angestellten X Die beabsichtigt 45 der Gen richten. 1 Es einem Abonn gefandt, in d dem Wahl Kran stätt sage Gefängnis ungshaft beaut chthaus beat beantragte, 1. s in Frank Fonteney in her Offizier i olizeifommi er begaben, ann b. Aberie zu fein. G Lokales. Gießen, 9. November 1903. Schwurgericht. Die Sigungen des Schwurgert der Proving Oberhessen für das 4. Quartal 1903 werdom Montag, den 7. Dez., vorm. 9 Uhr, im Justizgebäude in Gießen unter dem Vorsitze des Großh. Landesgerrats Herrn Dr. Schäfer zu Gießen ihren Anfang nebrn. für vember, nachmittags, fand in Marburg a. Lahn im Saale des Café Quentin ein gut besuchter Vertrauensmännertag der Deutschen Reformpartei unter Vorsitz des Herrn Sattlermeisters Maus statt. Demselben wohnte auch der Parteivorsitzende, Herr Landtagsabg. Oswald Bimmer mann- Dresden bei, ferner mehrere Vorstandsmitglieder des Südwestdeutschen Parteiverbandes aus Frankfurt a. M., sowie Gesinnungsgenossen aus den Nachbarkreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Nach Eröffnung der VerDas 25. Jahresfest des Oberhessischen Vereins fammlung durch Herrn Maus gab Herr Abg. Zimmermann Dienstag, den 10. Nov., im oberen Gemeindefaal, Kirch gaben gerade hier im Kreise. Dem mit Beifall aufgeftron 9, vorm. 102 Uhr: Versammlung des Verbandes nommenen Vortrage folgte eine anregende Aussprache, in der Oberhessischen Erziehungsvereine; nachm. 32 Uhr: der man besonders warm für den Ausbau der Organisation Dnt. Sigung d. J. Mission im Religionsunterricht. eintrat. Es wurde ein antisemitischer Wahlverund der( Pift Lic. Dieckmann aus Rodheim v. d. H). Festgottes- ein für den Kreis Marburg gebildet, der von Ort zu Ort int reich bei diemit in der Stadtkirche, abends 6 Uhr: Brof. D. Drew3. weitere Vertrauensmänner und Mitglieder gewinnen foll. die Landung End& 81% Uhr: Freie Versammlung in Steins Garten. Dieser Verein gliedert sich dem Südwestdeutschen Verbande Düsseldorf& D& G. twoch, den 11. Nov, berm. 10 Uhr, in dem Konfir- der Reformpartei an, über deſſen Lätigkeit und Biele Bericht ach, Dr. b.% morndensaal der Johanneskirche: Jahresversammlung erstattet wurde und dem sich sofort eine größere Bahl GeBorgänge( orgemandacht: Defan Wagner aus Grünberg). Ref. finnungsgenossen direkt anschloß. Zu einem lebhaften eil des Landy fiber, Wie fönnen Autorität und Bietät in unserem Volks- Meinungsaustausch führte die berorstehende Zandtags ig steht. Winchem- Gladbach. S. Mis, un fellien wieberbergeſtellt werden?". ft. Lic. Weber auswahl. Ginen Landrat wie ben bisherigen Abgeordneten ndler, welder Bürgermeisters Der eingelegt m Den Ingenie uchter Nötigung Stadttheater Gießen. Als 5. Dienstagsbortellung geht morgen Dienstag, den 10. Nov., Comtesse Guder, Schönthan und Koppel- Elfeld, in aquis et gene unit ben Damen Dob), Delberg and gift, fowie dem Herrn Direktor Steingoetter, Haag, Telefy, Tamfe in e Gefängnis Söauptrollen. Der Intendant des Großh. Hoftheaters in in Unterienburg, Exzellenz von Radezky- Milfuliz wird der er Dame. 3 borſtell uug beiwohnen, da er eins unserer ersten Mitglieder der Standes in diesem Stücke zu sehen wünscht.- Die„ Don Carlos"- fungierten bell Worſtellung, die zur Erinnerung an Schillers Geburtstag af Dienstag, den 10. Nov., geplant war, ist im Interesse oll in der penemer sorgfältigen Vorbereitung auf Freitag, den 13. Nov., get dortige verrigoben worden und zwar gelangt Schillers Waf als 3. getan, daß die Wolfe vorstellung zur Aufführung. bringen wür n erhalten wer rauen der Gro von Negelein- Marburg fönnen und wollen die Antisemiten bei aller persönlichen Hochachtung nach ihren bisher festgegehaltenen Grundsäßen nicht unterstüßen, sie haben dies den Konservat ven offen und ehrlich erklärt Auch der Bund Ber Carbwirte interftit, bie Lambratéftarbibatur, nicht. Statt sich aber mit den Anhängern der Reformpartei über einen gemeinsamen Kandidaten zu verständigen und die hierfür gemachten Vorschläge in Betracht zu ziehen, hat der Bund der Landwirte einfach über die Köpfe Andersdenkender hinweg den Bundesdirektor Herrn Dietrich Hahn aufgestellt. Dies Verfahren wurde zum Teil scharf fritisiert, und es gab sich wentg Neigung für diese aufgedrängte Kandidatur auch unter den anwesenden Bauern fund. Um die Stimmenzersplitterung nicht zu vergrößern, beſchloß der Vertrauensmännertog jedoch, von einer eigenen Kandidatur für den preußischen Landtag diesmal abzusehen und den beiden genannten Kandidaten gegenüber sich neutral zu verhalten. Die Kandidatur des nationalliberalen Professors Lehmann, für den die National- Sozialen sich erklärt haben, kömmt ernsthaft kaum in Frage. Sehr interessant waren die Br chte über die Stimmung der Wählerschaft im Kreise. Von verschiedenen Seiten wurde betont, daß Wähler bereits it schamhaft verschweigen, dem national- sozialen Herrn von Gerlach die Stimme gegeben zu haben. Sein Uebertritt zu der Freifinnigen Vereinigung hat vielen die Augen geöffnet. Die Schuld an dem ungünstigen Wahlausfall trägt die Verwirrung, die durch Dr. Böckel's Verhalten und Hinzögern unter den früher antisemitischen Wählern geschaffen wurde, ehe die verspätete Aufstellung eines Parteikandidaten erfolgen konnte. Der Vertrauensmännertag beschloß, für die nächste Reichstagswahl, tomme sie in fünf Jahren oder früher, einen Kandidaten der Deutschen Reformpartei aufzustellen und proklamierte als solchen Herrn Landtagsabgeordneten Zimmermann- Dresden, der sich unter bestimmten Einschränkungen zur Annahme der Kandidatur bereit erklärte, was großen Jubel hervorrief. Von allen Seiten wurde Treue um Treue, Arbeit um Arbeit gelobt. Mit einer vertraulichen Besprechung im Nebenfaale des Café Quentin schloß der Vertrauensmännertag. Gegen 7 Uhr abends folgte ein gemütliches Beisammensein im Hotel N colei, dem zahlreiche Parteifreunde von nah und fern beiwohnten. )* Männerturnverein Gießen. Am Samstag fand ir Neuen Saalbau das diesjährige Winterfest statt, das te Dame den men äußerst netten Verlauf nahm. Die turnerischen Vordarf, oder ob fhrungen zeigten den Verein im besten Lichte. Die mitgeteilt! Leitungen des jüngeren Nachwuchses lassen auch für die an die Frau utunft recht schönes erwarten. Es folgten noch lebende inung gezeitig ilder, Reigen und Marmorgruppen. Allen wurde der bei einer Gej bohlverdiente Beifall zu teil. Der darauffolgende Ball 000 Stimme turde bis zum hellen Morgen ausgedehnt. Gestern fand nals Abschluß nach dem„ Windhofe" ein Ausflug att, bei dem es zwar urgemütlich, aber so vollgepfropft ging das noch Mancher sogar auf der Heimfahrt von einer Dame ein gewohnheitsmäniges:" Nicht so dicht!"- te Frauen mitt bör en bekam. Von dem Vergnügen werden wohl alle Eilnehmer nur die angenehmsten Erinnerungen mit nach Sause genommen haben. wo die Listen i ühlern und start ist das dten. In ad 00 Stimmen. Fönnen. Bis je i Goldstein, um ren Schweitern we 5! der Sahara Lebaudy in nischen Räuber f dy ist angeblich ** :* In aller Stille und ohne daß Jemand seiner geagte, feierte vergangene Woche der auf der Gießener tien brau rei beschäftigte Arbeiter Peter Work den Tag, den. Wie fa er vor 30 Jahren bei genannter Firma als Arbeiter intratt. 30 Jahre, ein halbes Menschenalter, als Arbeiter im ein und derselben Stelle. Wir bringen hiermit unsere Freude und Anerkennung darüber öffentlich zum Ausdruck. * Unfall. Sonntag abend gegen 8 Uhr wur e bei Stellwerk 9 der Gleisanlagen des Gießener Bahnhofs der in den 60er Jahren stehende Feldschütz Volf von Allendorf om Kopfe schwer verletzt aufgefunden und in die Chirurgische Klinik verbracht. man, daß die habe, um ihm bringen. ermittelungsbir ifhören. Sept der Probing Versammlung aus Stellung rn an der Verfe orandbride zu ein rden mit Steinen! fen Verlegungen d inf Personen wur I wurde das ord an dem Der Ungl ober 1889 Ropfe aufge t er, ohne de r Tage wur n Waldhaufe von einem e jcht, wie sie f fehen ihrer Aus Calais nd im Drachenby angetreten, und r eingetroffen Cody ein fil Gin mit fini größter An erfte Kilomet g und mit Codys herbe igen Drabe gung bei tern fahmebt 1 Windflärte Das Stener eine des D Sunften des er evangel omberg zum onds eine G u gleichem e bon 7800 Dynamitver bon Pott iften find ** Mit der Bebauung des Brunnentals in Brünberg soll ein Anfang gemacht werden. Wie wir erfahrem wird fünftiges Frühjahr neben dem Zimmerplage des Herrn Hans in dem Stahlschen Garten, nach der Brunnentilfeite, ein Neubau errichtet werden. Als Ort der diesjährigen 18 General Ver= sammlung des hessischen Bauern- Vereins wurde Friedberg, als Mittelpunkt der Ortsverbände in der Wetterau, Bestimmt. Die Versammlung ist auf Mittwoch den 18. Bobember in den Drei Schwertern" anberaumt " ** Im Oftober 1904 findet in Frankfurt ein Allg. ongreß des Vereins Reichswohngeset" statt ** Besizwechsel. Herr Einhäuser verkaufte sein am Riegelpfad zu Gießen gelegenes Haus an den Eisenbahnangestellten Benderod für 17,500 Mart. Die Firma J. Rosenthal& Cie." von Wetzlar beabsichtigt auf dem Grundstück Flur XXXIII Nr. 44 und 5 der Gemarkung Gießen ein Häute- und Fellager zu ertighten. 1 Es wurde uns heute Morgen durch die Post von inem Abonnent die Nr. 336 der Staatsbürger Zeitung zugesandt, in deren 2. Blatt folgender Artikel steht: Aus de m Wahlkreise Marburg. Sonntag, den 1. No** Nachahmenswert. Ein Freund der Jugend hat Gelegentlich der Aufführung von Minna von Barnhelm" in Marburg der dortigen Volksschule hundert Schülerfarten überwiesen, damit auch ärmeren Kindern der Besuch dieses volkstümlichen Schauspieles ermöglicht wurde. „ Nu loßt m'r doch mei Rouh,'. Vor einigen Tegen stand da ein Bäuerlein an der Lahn und sah dem Bagger zu, der dort im Betrieb war; vor allem hatte es ihm das Paternosterwerf angetan, wie da ein Eimer an der endlosen Kette nach dem andern aus der Tiefe kam. Nachdem er etwa eine halbe Stunde dem Bagger zuges hen, brach er in die Worte aus:„ Nu loßt m'r doch mei Rouh, et hu ich schu 80 Schäpper gezohlt, en se sei immer no net all!" ** Leihgestern, 9. Nov. Am legten Samstag feierte der hiesige Gesangverein Liederkranz seinen Jahresabschluß in recht gemütlicher Weise. Die einzelnen Punkte, welche auf der Tages- Ordnung standen, wurden glatt erledigt, z. B. erfolgte die einstimmige Wiederwahl des alten Vorstandes. Der Verein zählt gegenwärtig 114 Mitglieder; ein erfreuliches Zeichen, daß der Gesang hier im Ort gleich wie die Turnerei sehr viel Freunde hat. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger und herzlicher Teilnahme während des Krankseins und die überaus zahlreiche Beteiligung an der Begleitung zur letzten Ruhestätte unseres geliebten Gatten, Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters Caspar Völzing sagen wir hierdurch unseren tiefgefühlten und innigsten Dank. Gross- Felda, den 8. November 1903. Die trauernden Hinterbliebenen. Kinzenbach, 7. Nov. Herr Gastwirt Ludwig Peusch hierselbst fiel gestern in seiner Scheune so unglücklich, daß er sich eine Verlegung des Schlüsselbeins zuzog. * * Krofdorf, 8 November. Trotz wiederholter Befanntmachung in den einzelnen Gemeinden unserer Bürgermeisterei ist nur in Kinzenbach eine ländliche Fortbildungsschule für den Winter zustande gekommen. Im Kreise Wetzlar bestanden im vorigen Winter überhaupt nur 7 ländliche Abendschulen, man sieht auch hier, solange diese Schulen nicht obligatorisch werden, Schule entlassene Jugend will von einer Weiterbildung nichts mehr wissen, sie ist froh, daß sie eben den Schulstaub abschütteln durfte. ** Rodheim a. Bieber, 8. Novbr. Hierselbst war durch Tandrätliche Bekanntmachung vom 20. Auguſt b. Js. auch eine Sammelstelle für die Hochwasser- Geschädigten errichtet worden. Im Bezirk Rodhe m, 7 Gemeinden unfallend, find im Ganzen 624 Dack eingegangen, wozu Rodheim allein 155 Mr. gesteuert hat. ein sechsjähriger Krabe, Enfel des Bürgermeisters Kröll da hier in pie Stlinit nach Gießen verbracht. Der achtjährige + Rohrbach b. Büdingen, 6. Nov. Gestern wurde Bruder hatte ihm mit einem Beil dicht über dem Handgelent aus Unvorsichtigkeit einen solchen Hieb verseßt, daß der Junge in Gefahr war, sich zu verbluten. Eine lebenslange Verstümmelung der Hand ist zu erwarten. Friedberg. Am Donnerstag begann am hiesigen Predigerseminar das Wintersemester mit dem Eintritt von fünf neuen Kandidaten. Es besuchen nunmehr 13 Herren die Anstalt. In etwa 14 Tagen wird der neue Professor Herr Wuster von Heilbronn sein Amt antreten. Marburg, 8. Nov. Die Zahl der Studenten an hiesiger Universität beläuft sich nach den gestern zu Ende gegangenen Immatrikulationen auf rund 1120. Bromskirchen( bei Marburg), 8. Nov. Großen Schaden richten in unserer Gegend die Wildschweine an. Man stößt auf Rudel von 20-30 Stüd. + Hersfeld, 8 Nov. In der Gemarkung Wölfershausen erlegte der Jagdpächter eine Wildkaze. Das Tier wog 10% Pfund und war 1,20 Meter lang. --Frankfurt a. M., 8. Nov. Hier stürzte sich heute morgen gegen 8 Uhr der auf dem städtischen Hochbauamt angestellte Ingenieur Pfeiffer vom Balkon in den Hof und blieb mit zerschmettertem Schädel todt liegen. Mainz, 8. Nov. Die Nachricht, daß der Domkapitular Engelhard zum Verweser des Bistums Mainz ernannt worden sei, ist unrichtig. Die Wahl findet erst nach der Beifeßung des verstorbenen Bischofs statt. Neueste Nachrichten. ( Privattelegramm.) ** Berlin, 9. Nov. Gestern Nachmittag war hier, wie wir einem Teil unserer Leser durch Extra- Blatt bereits befannt gegeben, das Gerücht, der Kaiser sei ernstlich erkrankt. Nach eingeholter zuverlässiger Meldung ist der Kaiser am Samstag Abend operiert worden; ein Stimmenlippenpolyp mußte durch operativen Eingriff entfernt werden. Die mikroskopische Untersuchung ergab, daß der Polyp einen gutartigen Charakter hat. Die beunruhigenden Gerüchte, welche hier tursierten, entbehren also jeder Begründung. Das allgemeine Befinden des Monarchen ist zufriedenstellend. Briefkasten. W. B. Grünberg. Es ist keine neue Erscheinung, daß ein Angestellter eines Geschäfts seine ihm im Geschäftsverfehr zu Ohren gekommene Mitteilungen weiter gibt. Uebrigens standen diese Nachrichten nicht nur in dem ,, G. Anz.", sondern auch im„ Frff. Gener.- Anz." Wahrscheinlich aus derselben Quelle. Marktberichte. ** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 7. Novbr. Weizen 16,00-00,00, Rorn 13,50 bis Gerste 13,-, Hafer 12,50-00,00, Erbsen 16,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 Mart. Ades per Doppelzentner. ▲ Wetzlar, 7. Nov. Auf dem hiesigen Wochenmarkt fostete das Pfd. Butter 1,05 Mt., Eier 2 Stück 18 und 1 Stück 9 Pfg. Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 6. Nov. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zenter Mr. 3.10 bis 3.90, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.50. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Sokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann, Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Welssweine, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. 100" versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 18 Flaschen an " 3 " P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Für Bäcker! 0000000 Brotpreis- Formulare hält stets am Lager die Expedition. Christ bescherung der Kleinkinder- Bewahranstalt. Stadt- Theater Bersteigerung. Gießen. Direktion: Steingo etter. Dienstag 10. November 5. Dienstag- Abonnem.- Vorstellung Lustspiel in 3 Aften von Fr. Comtesse Guckerl. v. Schönthan u. F. Koppel Elfeld. Am 4. Advents- Sonntag, den 20. Dezember d. J., soll die Christbescherung für die Kinder unserer Anstalt stattfinden. Wir haben für 250 Kinder die Bescherung herzurichten und den Weihnachtstisch mit Gaben zu decken. Um dies zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder. Wir bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und dergleichen, besonders aber auch bei Geldgaben, die uns die gleichmäßigste Bescherung für unsere Kleinen ermöglichen, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lassen: Frau Rechtsanwalt Grünewalt, Liebigstraße 21; Frau Johanna Haas, Ostanlage 31; Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt, Liebigstraße 49; Frau Rechnungsrat Kalbfleisch, Ludwigstraße 7; Frau Professor reift, Ostanlage 36; Frau Pfarrer Naumann, Südanlage 8; Frau Luise Ottens, Bismarckstraße 11; Frau Lina Schmall, Oftanlage 36; Fräulein Luise Wortmann, Dammstraße 32. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben anzunehmen; man wolle freundlichst beachten, daß es die Kleinkinderschulschwestern sind, Diezstraße 15. Gießen, den 7. November 1903. Der Vorstand der Kleinkinder- Bewahranstalt. Dr. Naumann. Gustav- Adolf- Frauenverein. In diesen Tagen werden die Jahresbeiträge für unseren Verein, wie alljährlich, erhoben werden. Eine größere Anzahl von Sammlerinnen hat sich freundlichst bereit erklärt, die Erhebung der Gaben für 1903 zu übernehmen. Im Jahre 1902 wurden für die Zwecke des Vereins, zur Linderung mannigfacher Not bei armen Glaubensgenossen, in unserer Gemeinde 1357 Mk. durch unsere Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zusammengebracht, und durch Vermittelung des Verwaltungsrats in Darmstadt an 31 hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verteilt. Indem wir allen Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben die gute Sache unserer evangelischen Kirche fördern zu wollen. Gießen, 5. November 1903. Für den Vorstand des Gustav- Adolf- Frauenvereins: Der Schriftführer: Dr. Naumann, Pfarrer. Die Vorsitzende: Luise Wortmann. Contentia ( Bohlthätigkeitsverein.) Samstag, den 14. November, abends 8½ Uhr Jtal. 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Js. angeordnete Spec der Nordanlage, zwischen Asterweg und Schillerstraß wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 12. September 1. Js. angeordnete Sperre de Afterwegs, zwischen Wallthorstraße und Nordanlage, with hiermit aufgehoben. Gießen, den 7. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. In der Zeit vom 31. Oktober bis 7. November wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Taschenuhr, 1 Thermometer und 1 Portemonnaie mit Inhalt. berloren: 1 Haarnadel( Schildkröte) und 1 g gelb ledernes Portemonnaie mit 22 Mart Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 7. November 1903 Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Außer den von mir se ther geführten Bieren bringe Al cestraße 13, oder an den Be- iegt auch fizze des Hauses Herrn Adami. Gießen, Südanlage 19. 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