Thr, dem städt. vor der üher dem ich meiſten. Bu er„ Stadt ohlen 2ter tednungs Nr. 15 der dingungen Preis für geben ist, r mit der ner Nr. 15 eiten. neweg bers Nr. 158, Moguementopreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., e Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Grattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- unb Josten bak, sowie die Clehener Geifenblasen( wöchentlich). Des Blatt aridhjetat an allen Derttagen nadmitage. Donnerstag, den 9. Juli 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertion pret& Die einfaltige Bettelle Mr Gießen mi gang Oberbeffen, die Kreise Wetlar und Rarburg 10 Bfe. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 g. Boftzeitungsliste No. 3980. Rebattion und Expedition: Gießen Nenenweg 98. Neuelle Nachrichten ( Cichener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Gießen, den 7. Juli 1903. Betr. Lehrerkonferenzen. Die Blasterar. Gr. Kreis- Schulkommission Gießen gen in den an die Schulvorstände und Großh. Bürgermeistereten des Kreises." n, woselbst abzugeben findet dann useck. 1. erfaufen. se 71. naus effen) Im Sommer a. c. sollen folgende Bezirkstonferenzen stattfinden. 1. für den Bezirk Gießen am Montag, den 13. Juli 1. I, vorm. 101/2 Uhr, im Café Ebel in Gießen; 2. für den Bezirk Lich Hungen am Freitag, den 17. Juli 1. J., vormittags 10 Uhr im Holländischen Hof in Lich; 3. für den Bezirk Grünberg am Montag, den 20. Juli 1. J., bormittags 10 Uhr, im Gasthaus " Zum Hirsch" in Grünberg. Die Herren Referenten werden gebeten, sich zur Erstattung ihrer Referate vorzubereiten. An jede der Konferenzen wird sich ein einfaches gemeinsames Mittagessen anschließen. Betreffs derjenigen Konferenzen, in denen Vorträge aus dem Gebiet der Schulhygiene gehalten werden sollen, erfolgt besondere Bekanntmachung. Die Schulvorstände und Großh. Bürgermeistereien beauftragen wir, die Lehcer vom Vorstehenden in Kenntnis zu sehen und darauf aufmerksam zu machen, daß rwerke, der im Dienſt jüngste Lehrer das Protokoll zu führen und festzustellen hat, weiche Konferenzmitglieder fehlen und welche anwesend sind. 1900 mit Rutsch- und id. ensilien, - berühmten ad Capeten spekte und Riegelei en. nschlüsse. Vr 84 ୬୦୦୦ reife Pfg. an, M " 1 en von Desitzer, 1. 00000 merwohnung per Mond n. ne Aussicht." binet mit oder pr. fofort zu nhofftrafe 15. nd Schlafstelle ten. nblok Nr. 4. Zimmer per ternerweg 7, III n unmöblierte rm. Areukplay 10 Logic vermieten stence of" neeftr.( Sicher d.Timermann 8. Fichteftr. 33 J. V.: Dr. Kranzbühler. Kaifer und Papft. eundschaftlichen Gefühle, welche der Kaiser sut ben Papst Leo XIII. empfindet und die durch den Besuch des Kaisers und der beiden ältesten kaiserlichen Prinzen Im Batikan im Frühjahr d. J. noch erheblich gesteigert worden sind, haben jeßt aus Anlaß der schweren Erkrankung des greisen Kirchenfürsten erneuten Ausdruck gefunden. Kaiser Wilhelm erhielt die Nachricht von der schweren Erkrankung des Papstes am Sonntag früh an Bord der " Hohenzollern". Bei dem vormittags stattfindenden Schiffsgottesdienst sprach er ein Gebet für den Papst. Der Kaiser sagte:„ Depeschen aus Rom enthalten schlechte Nachrichten. Der Papst, den ich kenne, liebe und verehre, ist in Gefahr. Beten wir für ihn." Der Schlußsatz des frei gesprochenen Gebets, das auf die Anwesenden tiefe Wirkung ausübte, lautete:„ Die Welt braucht große, gute Männer, möge der allmächtige Gott dem heiligen Vater noch viele Jahre schenfen." Wegen der Erkrankung des Papstes hat übrigens der Kaiser den Antritt seiner Nordlandreise auf unbestimmte Seit verschoben. In Berliner Hoffreiſen verlautete gestern ( Mittwoch) wie unser dortiger CB.- Mitarbeiter erfährt daß der Kaiser im Falle des Todes des Papstes dessen Beisetzung sicher beiwohnen werde. Der Kaiser hatte Befehl gegeben, daß ihm täglich über das Befinden des Papstes telegraphisch Bericht erstattet wer den solle. Als indessen dieser kaiserliche Wunsch im Vatikan bekannt wurde, enthob der päpstliche Staatssekretär Rampolla den deutschen Botschafter in Rom dieser Pflicht, indem er die Anordnung traf, daß täglich, je nach Umständen, ztvet- bis dreimal aus seiner Kanzlei über den Verlauf der Krankheit dem Kaiser telegraphisch Nachricht gegeben werden solle. Auch vom Kaiser selbst wurde an den Papst ein Telegramm gesandt, worin der Monarch zu Gott betet, daß er dem Papste neue Lebenskraft verleihen und noch lange Jahre seinem Volke erhalten möge. Diese freundlichen Gesinnungen unseres Kaisers werden von dem greisen Kirchenfürsten voll erwidert. Zeuge dessen ist ein Trinkspruch des Kardinals Fischer, den er bei einem zu seinen Ehren veranstalteten Festmahl der Kölner Bürgergesellschaft auf Kaiser und Papst ausbrachte. Er hob darin hervor, daß der Papst ihn noch vor wenigen Tagen gebeten habe, dem Kaiser seine ehrliche Bewunderung und Freundschaft auszudrücken. Wie schön und erhebend", so sagte der Kardinal, war das untrügliche Zusammenwirken zwischen dem Papst und dem Kaiser. Das Zusammentreffen dieser beiden vor wenigen Wochen war ein weltgeschichtlicher Moment. Wenn der Papst und der Kaiser auch in mancher. Beziehung verschieden sind, anerkennen müssen wir doch die Kongenialität, in der sie in ihrem Schaffenseifer auf allen Gebieten dieses Lebens zusammenwirken. Dieses Zusammenwirken der beiden größten Herrscher der Jetztzeit ist umso wichtiger, als der Geist der Verneinung, der Zerstörung und des Umsturzes in unserem Vaterlande weitere Verbreitung gefunden hat. Da tut es not, daß alle staatserhaltenden Kräfte sich zusammenschließen und daß diejenigen, die berufen sind, an der Spitze zu stehen, die Geister zu leiten und das Schwert zu führen, zusammenarbeiten zum Wohle des Vaterlandes, zum Schuße der Gerechtigkeit." Die Worte des Kardinals Fischer werden in ganz Deutschland auch in nichtkatholischen Kreisen freudigen Widerhall finden. Denn aus ihnen spricht nicht nur der hohe Würdenträger der Kirche, sondern vor allem auch der Patriot, dem das Wohl seines Vaterlandes an treuem deutschen Herzen ruht. Der Zustand des Papstes ist nach dem letzten Bulletin unverändert. Nach der Entziehung der blutigen Flüssigkeit aus dem Bruſtfell- es waren über 800 Gramm, die Professor Mazzoni entfernte verging die Nacht ziemlich ruhig, obschon der Papst keinen erquickenden Schlaf hatte. Der Zustand des Papstes gestattet teine lange Untersuchung, doch kann man feststellen, daß der Prozeß in der Lunge die Neigung hat, sich zu lösen und daß bis jetzt die Flüssigkeit im Bruſtfell sich nicht zu erneuern scheint. Professor Mazzoni fand den Papst am Morgen in ziemlich gedrückter Stimmung im Bette liegend. Der Papst sagte ihm, daß in seinem Zustand ein Rückschritt eingetreten sei; er fühle sich schwach und habe sich am Abend vorher besser Jefühlt. Er beklage dies, weil er viel zu tun habe. Mazzoni iußerte später, der Papst wolle aufſtehen, um ohne Hilfe alles selbst zu tun. Die bläuliche Färbung breitet sich an den Händen aus. Der Papst nehme noch Nahrung an, aber nur wenig. Die Temperatur schwanke zwischen 36, und 36,4. Mazzoni machte den Eindruck, daß er die Hoffnung aufgegeben habe, die er am Abend vorher hegte. Der Papst rief abends seinen Sekretär Monsignore Angeli und sagte zu ihm, er bedauere, daß er nicht an dem neuntägigen Gebet zu Ehren der Maria del Carmine teilnehmen könne, die er sehr verehrt und deren Bild er stets auf der Brust trägt; denn er werde Mittwoch sterben. Obgleich Angeli eindringlich erklärte, daß diese Voraussage des Papstes ohne Grund sei angesichts seines guten Befindens blieb der Papst bei seiner Ansicht und gab sich dann einem sinnenden Schweigen hin. Illusionen im Vatikan. Im Vatikan gab sich alles, da der Papst die Nacht ruhig verbrachte, der Ruhe hin, selbst Dr. Lapponi schlief von 1 Uhr bis 17 Uhr morgens. Die Nobelgarden blieben in ihren Quartieren, nur die Wache, die sich stets im Vorzimmer des Papstes befindet, blieb auf dem Posten. Graf Moroni, ein Neffe des Papstes, war abends gekommen, um den Befehl über eine Abteilung der Nobelgarde zu übernehmen. Der erste, der morgens im Vatikan erschien, war Maestro Perosi, der, nachdem er gute Nachrichten über den Papst erhalten hatte, sich entschloß, aufs Land zu gehen, um eine wichtige musikalische Arbeit zu vollenden. Perosi hätte Rom nicht verlassen können, wenn der Zustand des Papstes ganz hoffnungslos wäre; denn Perosi würde als Leiter der Sixfinischen Kapelle an allen auf den Tod des Papstes folgenden Feierlichkeiten teilnehmen müssen. Kardinal Vives, der in den letzten Tagen stets um ½26 Uhr morgens zum Vatikan gegangen war, war gestern morgen bis 37 Uhr noch nicht dort gewesen. Vertraute des Vatikans bestätigen, daß die Nacht vorübergegangen sei wie sonst, wenn der Papst sich wohl befand. Eine neue Krisis sollte diese Illusionen aber bald als trügerisch erweisen. Ganz plözlich verschlechterte sich nachmittags der Zustand des Papstes zusehends, so daß man jeden Augenblick das Ende erwarten konnte. Infolgedessen wurde denn auch der GroßPönitentiar Kardinal Serafino Vanutelli herbeigerufen, um dem Papste die Absolution in articulo mortis" zu erteilen. Man kann daraus ersehen, daß der Papst nicht mehr in der Lage war, die sonst üblichen Bedingungen des Bußjakraments at erfüllen; die Schatten des nahenden Todes umnachten schon seinen starken Geist. Der Großpönitentiar hat in solchen dringenden Fällen die Befugnis, trotzdem die Absolution auszusprechen. Die Steuern des deutfchen Volkes. RK. Die amtliche Finanzstatistik der einzelnen Bundesstaaten ist soeben erschienen. Sie enthält eine Reihe interessanter Einzelheiten, von denen wir einige hier wiedergeben. Zunächst sei mitgeteilt, daß die Gesamtsteuersumme in allen Bundesstaaten nach den Voranschlägen 599,44( gegen das Vorjahr 574,37) Millionen Mark betrug. Davon entfallen auf direkte Steuern 434,74( 413,51) Millionen Mark, auf Aufwandsteuern 82,78( 80,77) Millionen Mark und auf Verkehrssteuern 81,92( 80,08) Millionen Mark. Die direkten Steuern brachten 72,52% des Gesamtbetrages. Unter den direkten Steuern steht die Einkommensteuer mit einem Ertrag von 284,71( im Vorjahre 270,23) Millionen Mark obenan; durch sie werden 47,49( 47,05)% des gesamten Steuerertrages aufgebracht. Die Ergänzungs( Vermögens-) steuer brachte 37,53 Millionen Mark oder 6,26%, die Grundsteuer 42,79 Millionen Mark oder 7,14%, die Gebäudesteuer 19.15 Millionen Mark oder 3,20%, die Gewerbesteuer 21.26 Millionen Mark oder 3,55%, die Wandergewerbesteuer 4,09 Willionen Wart oder 0,68%, die in Bayern, Sachsen, Württemberg, Hessen und Oldenburg eingeführte Kapitalrentensteuer 14,39 Millionen Mark oder 2,40% des Gesamtertrages. Unter den Aufwandsteuern hat die erste Stelle inne die Biersteuer mit einem Ertrage von 64,63 Millionen Mark; dann folgen die Schlachtsteuer mit 6,54 Millionen Mark, die Weinsteuer mit 5,80 Millionen Mark und die Hundesteuer mit 3,94( 3,71) Millionen Mark. Von den Verkehrssteuern brachte die Stempelsteuer 40,44( 43,43), die Erbschafts- und Schenkungssteuer 25,90 ( 22,01) und die Umsatzsteuer 15,57( 14,63) Millionen Mark. Das Reich vereinnahmte an Steuern im ganzen 1059,40 Millionen Mark. Davon entfallen auf die Brausteuer 45,77 ( 45,00), auf die Stempelsteuer 94,84( 115,00) und auf an dere Zölle und Steuern 913,80 Millionen Mark. Die Stem. pelsteuer ist also, wie in den Einzelstaaten, so auch im Reich erheblich in ihrem Erträgnis zurückgegangen, so daß sie im Reich nur noch 8,99% der Gesamtsteuereinnahmen ausmacht gegen 10,86 im Vorjahre. Umgekehrt sind die Zöll mit 86,67% an den Reichseinnahmen beteiligt gegen 84,89% im Vorjahre. Die Gesamtsumme der Steuern im Reich und in den Bundesstaaten beträgt 1653,84 Millionen Mark. Darunter befinden sich 434,75 direkte Steuern und 1219,00 Millionen Mart Aufwand und Verkehrs-( indirekte) Steuern, Die Politik. Vorbereitung der Handelsverträge. In unterrichteten politischen Kreisen gilt es als sicher, daß von den Regierungen jezt die ersten Vorbereitungen für den Abschluß neuer Handelsverträge mit drei Auslandsstaaten zu Ende geführt sind. Man wird demnächst an die gleichen Vorbereitungen für die Erneuerung der Verträge mit anderen Staaten herantreten. Herrn Loubets Besuch in London hat sein Ende erreicht. Auch im weiteren Verlaufe seines Aufenthaltes wurde der Präsident der Republik immer. während der Gegenstand großer Ehrungen und Huldigungen. Am Dienstag Abend gab der Präsident in der französischen Botschaft ein Festmahl zu Ehren des Königs. Außer Eduard VII. und dem Prinzen von Wales nahmen daran die Minister, der amerikanische und der russische Botschafter teil. Der deutsche Botschafter war nicht geladen. Reden wurden bei dem Festmahl nicht gehalten; Präsident Loubet trank nur auf das Wohl des Königs und der königlichen Familie. Chamberlain unterhielt sich andauernd mit dem französischen Minister des Auswärtigen, Delcassé. Der König verließ zuerst die Botschaft, um sich zu der Festvorstellung im Covent Garden- Theater zu begeben. Präsident Loubet folgte als bald nach. Auf den Straßen brachte ihm eine sehr zahlreiche Menge so begeisterte Huldigungen dar, wie nie zuvor". So meldet wenigstens das deutsche offizielle Telegraphenbureau. Der Zuschauerraum des Theaters war reich geschmückt. Ueberall sah man La France- Rosen, von denen besonders die Logenbrüstungen gänzlich bedeckt waren. Die gesamte Aristokratie Englands wohnte der Vorstellung bei. Loubet saß mit dem Königspaar in der Königsloge. Die Vorstellung endefe gegen Mitternacht. Mittwoch früh fand ein vom König dem Präsidenten gegebenes Frühstück in Windsor Castle statt. Später begab sich Präsident Loubet nach dem Mausoleum in Fragmore, um auf dem Grabe der Königin Victoria einen Kranz niederzulegen. Entartung des englischen Volkes. Im britischen Oberhause brachte eine Debatte über die physische Entartung des englischen Volkes überraschende Tat sachen zur Sprache. Der Bischof von Ripon erklärte, daß innerhalb 16 Jahren der natürliche Volkszuwachs vollständig zum Stillstand gekommen sein werde, wenn der Rückgang in den Familien so fortschreite, wie es augenblicklich der Fal sei. Der Prozentsatz an Geburten sei so zurückgegangen, daß heute bereits 1 100 000 Kinder weniger vorhanden seien als nach dem früheren Prozentsatz vorhanden sein müßten. London allein habe im letzten Jahre einen Rückgang der Kinderzah um 25000 Köpfe zu verzeichnen gehabt. Der Herzog von Devonshire stimmte dem Bischof bei, daß die Verhältnisse nicht nur vom militärischen, sondern auch vom industriellen Standpunkte aus tatsächlich bedenklich seien. Von je 3 jungen Leuten, die sich zum Militärdienst stellen, müsse einer ale unbrauchbar zurückgewiesen werden. Nene Ministerkrise in Griechenland. Die Ministerherrlichkeit des Herrn Theotokis hat nicht gerade lange gedauert: Kaum eine Woche. Angesichts der Opposition in der Kammer hat Theotokis dem Könige die Demission des Kabinetts angeboten. Zweifelsohne wird der König diese Demission annehmen, da Theotokis nicht die ge ringste Aussicht hat, bei weiterem Verbleiben im Amte glück licher zu sein. Bei der Einreichung seiner Demission erklärte Theotokis dem Könige, daß die Ordnung nur durch strenge Mittel wiederhergestellt werden könne. Das mag schon stimmen. Wie aber, wenn sich die unruhige Bevölkerung trenge Maßnahmen nicht gefallen läßt? Die Vorgänge im Lande zeigen, daß das Volk sich in großer Erregung be. findet. So wird aus Pyrgos gemeldet, daß Bauern in die Stadt einziehen, um an der Protestversammlung gegen die Aufhebung des Korinthenmonopols teilzunehmen. Die Bevölkerung ist sehr erregt, bewaffnete Bauern und Städter durchziehen die Stadt, schießen in die Luft und veranstalten lärmende Kundgebungen. Und bei Athen griffen bewaffnete Bauern mehrere Eisenbahnzüge an und wollten auf ihnen nach Athen fahren, um dort Kundgebungen zu gunsten des Korinthenmonopols zu veranstalten. Als sie an ihrem Vor haben mit Gewalt verhindert wurden, zerstörten sie den Eisenbahnkörper an mehreren Stellen. In der Deputiertenkammer findet diese Volkserregung lebhaften Widerhall. Es wird wohl nichts übrig bleiben: Herr Delyannis wird sein Glück wieder versuchen müssen. Er kann noch am ehesten wieder Ordnung schaffen, soweit von Ordnung bei diesem berwahrlosten Volke überhaupt die Rede sein kann. Friedlichere Aussicht auf dem Balkan. Die bisherige Spannung zwischen der Türkei und Bul garien wird nicht mehr für so gefahrdrohend angesehen, wie noch vor wenigen Tagen. Nach Meldungen aus Konstanti nopel betrachten die dortigen maßgebenden diplomatischer Kreise die jeßige Lage keineswegs als unmittelbar besorgnis erregend. Ernstere Verwickelungen könnten aber vielleich eintreten, wenn das derzeitige bulgarische Kabinett abtreten und national- chauvinistischen Elementen Plaz machen müßte Größere Verwickelungen wären auch durch Reibereien unte den auf einander erbitterten Grenztruppen möglich; Vor sorge in dieser Hinsicht sei auf beiden Seiten geboten. Die Pforte hat der österreichisch- ungarischen und der russischer Botschaft schriftlich mitgeteilt, daß nach den Berichten des Generalinspektors Hilmi Pascha die Untersuchungen nach wie bor ergeben, daß die revolutionäre mazedonische Bewegung Ihre Wurzeln in Bulgarien habe. Die Pforte ersuchte die Botschafter, ihre Regierungen zu veranlassen, daß si thren Einfluß dagegen in Sofia ausüben. Die Vereinigten Staaten und Oftasien. Ein starkes amerikanisches Geschwader ist jetzt im Golf bon Petschili zusammengezogen. Die Washingtoner Regie rung erwartet zwar nicht, daß es zu Feindseligkeiten kommen Fönnte, glaubt fich aber doch zu Vorsichtsmaßregeln veranlaßt, ba Admiral Evans erklärte, die Lage in China sei ernst. Ad. miral Evans, der Oberkommandierende in Ostasien, hat drei verschiedene Geschwader zur Verfügung. Das stärkste derselben führt er selbst. Die beiden anderen sind dem Kom. mando der Admirale Cooper und Stirling unterstellt. Diese Geschwader bestehen aus drei Schlachtschiffen, zwei Monitors, einem Kreuzer New- Orleans und einer ganzen Anzahl Kanonenbooten. Zu dieser Flotte werden demnächst noch drei Kreuzer stoßen. Die Flotte wird dann 15 Schiffe start sein. Nach Meldungen, die aus Petersburg in New- York ein. liefen, ist man in Rußland unzufrieden wegen der Nachrichten aus Ostasien.. Kurze politische Nachrichten. * Die Regierung zu Oppeln hat sämtlichen Kreisschul inspektoren die Goßlersche Verfügung eingeschärft, die den Lehrern die Teilnahme an polnischen Vereinen, welchen Namen diese auch führen mögen, untersagt. Den Kreis. chulinspektoren wurde aufgetragen, sofort geeignete Schritte zu tun, um die Lehrer zu veranlassen, aus solchen Vereinen auszuscheiden. * Die österreichische Ministerkrise hat nicht mit dem Sturze bes Kabinetts Körber geendet: das Ministerium bleibt am Ruder. * Fürst Ferdinand von Bulgarien beging am Mittwoch ben Tag seiner Thronbesteigung. Er hat sich nach Tirnowa begeben und sämtliche Minister begleiten ihn. In Bulgarien geht das Gerücht, der Fürst plane eine Ueberraschung: man glaubt, er werde sich selbst zum König erklären. So einfach, wie die Bulgaren sich das zu denken scheinen, geht es freilich nicht! * Der Gouverneur und alle höheren Beamten der südchinesischen Provinz Kwangsi sind wegen Begünstigung des Aufstandes in der Provinz von ihren Posten enthoben worden. Aus dem Gerichtsfaal. § Im Prozeß Terlinden beleuchtet der Staatsanwalt Kühne in seinem Plaidoyer eingehend die Vorgänge bei der Gründung, die Aufstellung der Bilanzen und die Buchführung. Er bezeichnet Terlinden und Kosbadt als gleichschuldig. Daß Terlinden allein den Nutzen hatte, stehe der Mittäterschaft Rosbadt nicht entgegen. Vielleicht verdiene Kosbadt einige Milde, weil er unter dem Banne Terlindens stand; für letteren sei eine strenge Strafe am Blaze. § Ein welfischer Erbschaftsprozeß. Die erste Civilkammer des Braunschweiger Landgerichts verkündigte gestern die Ent scheidung in der Alimentenklage, welche die Erben der ver storbenen Gräfin Civrh, der natürlichen Tochter des Herzogs Karl von Braunschweig, gegen den König von Sachsen und den Herzog von Cumberland als Erben des Herzogs Wilhelm und gegen die Stadt Genf als Universalerben des Herzogs Karl angeſtrengt hatten. Die Klage forderte 300000 M. als Alimente. Die Zivilkammer erkannte auf Abweisung ber Klage. § Die Begründung des Urteils gegen Hüffener. Die Verurteilung des Fähnrichs zur See Hüssener in der Revisionsinstanz zu 2 Jahren und einer Woche Festung erfolgte wegen vorsätzlicher Mißhandlung eines Untergebenen mit tötlichem Ausgange. Das Oberkriegsgericht gelangte zu einer Aufhebung des ersten Urteils, soweit es den Angeklagten des Ungehorsams gegen einen Befehl in Dienstsachen für schuldig erklärt, und der für dieses Vergehen und vegen Mißhandlung eines Untergebenen in Idealfonkurrenz serhängten Strafe. § Das Urteil im Treber- Prozeß. Direktor Schmidt wurde wegen betrügerischen Bankerotts und Betruges in 17 Fällen unter Ausschluß von Milderungsgründen zu zwei Jahren acht Monaten Zuchthaus und 3000 Mt. Geldstrafe berurteilt. Auf Ehrverlust wurde nicht erkannt. In der Begründung des Urteils wird gesagt, es sei die geringste zulässige Strafe auf betrügerischen Bankerott unter Ausschluß mildernder Umstände angenommen worden, weil einerseits ein berhältnismäßg geringfügiges Objekt bei dem Betrug und den systematischen, fortgesetten Fälschungen vorliege und andrerseits die Tatsache, daß der Aufsichtsrat seine Pflicht nicht erfüllte, sowie die seitherige Unbescholtenheit des Angeklagten erwogen wurden. Deshalb wurden dem An Magten die bürgerlichen Ehrenrechte belassen. Noch immer nehmen wir Bestellungen auf unsere Zeitung entgegen und liefern auf Wunsch Probenummern. Auch Reise- Abonnements schließen wir ab auf besondere Vereinbarung. Die Expedition. 2525254252525 Reform in Sachsen. Die Stunde des Dreitlassenwahlr chts in Sachsen hat geschlagen das ist die erste, nur mit Freude zu begrüßende Konsequenz des sozialistischen Wahlsieges, der wie ein Wirbelwind Bewegung in die stagnierenden Gewässer der sächsischen Kartellpolitik gebracht hat. Von liberaler Seite wird auf das dringenste, entschlossenes Verlassen der alten Bahnen verlangt. So schreibt heute der Dresdener Anzetger", das Blatt der hauptstädtischen Behörden: „ Nach wie vor Zusammenschluß der staatserhaltenden Parteien gegen die staatsfeindliche, die Interessen der Gesamtheit wie der Arbeiter nur einseitig und furzsichtig vertretende Sozialdemokratie, aber nur unter der Voraus. setzung einer völligen Neuorganisation der nationalen Parteien auf monarchisch- sozialer Grundlage und unter nachdrücklichster Betonung der großen weltwirtschaftlichen Aufgabe, der Beseitigung aller einseitigen Klassenpolitik, der ausgleichenden Berücksichtigung aller Erwerbs- und Berussklassen, der tunlichsten Beseitigung aller fonfessionellen Gegensäße und Reform des Dreiflassenwahlrechts mit Garantie gegen eine völlige Ueberflutung des Landtags durch die Sozialdemokraten!", Es ist die höchste Beit, daß die sächsische Regierung diesen mahnenden Stimmen ein offenes Ohr leiht und einen Gefeßentwurf auf Abänderung des Wahlrechts ankündigt, denn die sozialdemokratischen Blätter zeigen bereits an, die Sozialdemokratie werde sich an den bevorstehenden Landtagswahlen unter der Parole: Gegen das Dreiklassenwahlrecht für das allgemeine gleiche, geheime und direkte Wahlrecht mit aller Energie auf der ganzen Linie beteiligen. Die Sozialdemokratie hofft mit Recht auf überraschenden Erfolg. Unter diesen Umständen glaubt man ihr nur durch einen liberalen Wahlrechtsänderungsentwurf den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Lokales. Gießen, den 9. Juli 1908. In der Zeit vom 20. Juli bis 1. Auguft wird in Darmstadt ein Ausbildungskursus für Lehrer der Handwerker abgehalten. Der Unterricht findet an allen Wochentagen vormittags und nachmittags( die Samstag- Nachmittage ausgenommen) statt und erstreckt sich auf Freihand- und geometrisches Zeichnen, sowie auf die Besprechung eines einheitlichen Unterrichtsganges und der Lehrmittel. Auswärtigen Teilnehmern und insbesondere solchen, welche sich Zimmer mieten müssen, kann eine Unterstüßung von 40 Mt. für die Dauer des Kursus, sowie Erfaz der Fahrkosten für III. Wagenklasse gewährt werden. ** Die neue Prüfungsordnung für Mediziner mit der Einführung des sogenannten praktischen Jahres findet namentlich im Blick auf die Uebergangszett für die gegenwärtige Generation der Medizinstudierenden Härten. Deshalb ist aus dem Kreis dieser Studierenden eine Betition an den Reichskanzler abgegangen, die bittet, alle Studenten aus den klinischen Semestern, die die Staatsprüfung noch nach den alten Bestimmungen ablegen müssen, von dem praktischen Jahr zu befreien, da diese ihre Studien noch nach den alten Bestimmungen eingerichtet und daher meist längere Zeit auf ihre praktische Ausbildung( als Faneli oder Roassistenten) verwandt haben. Sollte der Reichs. fanzler diese Betition abschlägig bescheiden, so wird gebeten, dahin wirken zu wollen, daß finanzielle Gründe oder aber der Nachweis einer genügenden praktischen Betätigung als Fanelis oder Koassistent zur Befreiung von dem praktischen Jahre als genügend anerkannt werden. □ Eisenbahn Marburg- Dreihausen. Anfang nächster Woche wird mit den Bahnbauarbeiten bei Bortshausen und hinter Kappel an der„ hohen Ritsch" begonnen werden. Der Bau der Bahn wurde dem Ingenieur und Tiefbauunternehmer E. Busch in Marburg übertragen. * * Nach den Aufstellungen der Landesbrandkasse sind für das Jahr 1902 im Großherzogtum an Brandschäden und Abschäßungskosten 681 442.43 Mr. zur Auszahlung gekommen. Von dieser Summe entfall n auf Starkenburg 335 328.93 Mt., auf Rheinhessen 201e105.30 Mt. und auf Oberheffen 145 008.20 mt. Das Ministerium hat beschlossen, zur Deckung der Brandentschädigungssumme von je 100 ME. Umlages fapital 8 Pfennige zu erheben. ** „ Die Jahreszeiten", dieses große Oratorium von Haydn, hatte der akademische Gesangverein Gießen zu einem Konzert, das gestern in der Turnhalle der Nordanlage stattfand, gewählt. Die Aufgabe die sich der Gefangverein gestellt, hat er unter Mitwirkung hervorragender Solisten, mit Bravour gelöst. Die Solo- Partieen lagen in den Händen von Künstlern, die sich in der musikalischen Welt bereits einen Namen gemacht haben. Wem wäre nicht der Name Tilly Hinten bestens bekannt? Wer kennt wohl nicht den Hofopernsänger Otto Wolf aus Darmstadt? oder den hervorragenden Bassisten Adolf Müller von Frankfurt? Das alles sind Künstler, deren Name schon genügt, um jedem Besucher die Gewißheit zu geben, einen Kunstgenuß erwarten zu können. Diese Erwartungen sind denn auch nicht enttäuscht worden am gestrigen Abend. Die Künstler waren in bester Form, da quollen die Lieder begeistert vom Mund; da zeigte sich die Gesangstechnik, rein und klar wurden die Solis zu Gehör gebracht. Da fiel der Chor des Gesangvereins präcise und exakt ein und zeigte sein können unter dem Taftstockt des Herrn Univers.- Musikdirektors Trautmann in glänzender Weise. Nicht minder war es das Orchester, die Kapelle des Inf- Reg. ,, Kaiser Wilhelm", die durch auswärtige Künstler noch verstärkt war, welche seinem Kapellmeister Krause alle Ehre machte. Das Werk, groß in seinen Anlagen und schwierig in der Durchführung, gehört mit zu den schönsten Konzerten die wir haben, und immer wieder findet es bei Kunstverständige und Musikliebende Anklang und Befriedigung. Die ganze hehre musikalische und gesangliche Kunst ist in ihr vereinigt. Der Besuch war leider dem Wert nicht entsprechend, er hätte fönnen besser sein. Das Publikum nahm die Darbietungen mit großem Beifall auf und war sehr befriedigt. = ** Theater Verein. In der General- Versammlung des Theater- Vereins Gießen gab der Vorsitzende, Herr Prof. Dr. Fromme u. a. einen Ausblick auf die TheaterVerhältnisse des kommenden Winters. Mit dem 1. Oktober tritt hier der Direktor Steingötter auf ein Jahr lautende Verträge der Stadt Gießen und Marburg an. Er hat sich verpflichtet, eine Truppe von 24 Mitglieder zu engagieren, 14 Herren und 10 Damen; in Gießen werden jeder Woche im Winter 3 und in Marburg 2 Vorstellungen gegeben. Die Spieltage sind in Gießen Dienstag und Freitag. Am Sonntag wird alle drei Wochen in Marburg, sonst in Gießen gespielt. Von dem Theater- Verein Marburg und Gießen erhält der Direktor pro Jahr je 3000 Mart. Die Höchstzahl der Vorstellungen in Gießen beträgt 90, von denen 48 Abonnementsvorstellungen sind. Es werden Abonnements-, Tages- und Dußendbillets ausgegeben. Ein Nachlas von 8% erhalten die Mitglieder des Theater- Vereins. Der bisherige Ausschuß des Vereins, bestehend aus den Herren Prof. Dr. Fromme, Kommerzienräten Heichelheim und Gail, Challier, Haubach, Kirch und Balser wurden wiedergewählt. Am Schluß der Sizung wurde noch die Theaterbaufrage eingehend erörtert, und der Beschluß gefaßt, den Saalbau- und den Konzert- Verein zu einer gemeinschaftlichen General- Versammlung zu wächste Woche einzuladen. Man veranschlagt die Kossen eines Theaterbaues auf 700bis 800 000 Mark und glaubt nicht vor zwei Jahren den Bau in Angriff zu nehmen. Im Laufe der Debatte teilte Herr Oberbürgermeister Mecum noch mit, daß ihm kürzlich von einem Gießener Herren 30000 Mark zur inneren Ausschmückung des alten Schlosse, zur Verfügung gestellt set; dieser Herr hat dem Herrn Oberbügermeister damit aleichzeitig die Versicherung gegeben, daß seine pekuniere Unterstüßung zum Theaterbau durch diesen Beitrag für das Schloß nicht beeinträchtigt werde. ** Lebensmüde stürzte sich gestern Abend zu später Stunde das in den 40er Jahren stehende Fränlein Krailing in die Fluten der Lahn und ertrant. Heute morgen wurde die Lebensmüde von Schußleuten gelandet und ins Leichenhaus gebracht. Es ist anzunehmen, daß das bejahrte Fräulein diese Tat infolge Schwermut begangen hat, denn vor kaum 3 Wochen starb thr ein Neffe von etwa 20 Jahre, der von seiner Geburt an bei ihr war und von ihr erzogen wurde. ** Ein Radmarder, der sich ein Rad unrechtmäßiger Weise auf dem Neuenweg aneignete, wurde von einem Gensdarm dingfest gemacht und befindet sich hinter Schloß und Riegel. ** Steinlieferung. In welch gutem Ruf die Ziegelei, und damitdie heimische Industrie steht, erhellt daraus, daß der Gail'schen Ziegelei für den Bau der Kanalisation in Karlsruhe ein größerer Auftrag in Kanal- Ziegelsteinen zu teil wurde. Radrennen. An dem bereits mitgeteilten Radrennen, welches am 26. Juli stattfindet, ist als Hauptnummer ein Dauerfahren mit Motorführung vorgesehen. Es wird in drei Läufen, 10, 15 und 25 Runden ausgefahren werden. Die Unterhandlungen mit Berufsfahrern sind bereits angeknüpft. * ** Steuerfreie Gemeinden werden immer seltener. Während noch bis im vergangenen Jahre im Kreise Gießen met rere Orte Gemeindesteuern nicht erhoben, ist seit diesem Jahre Staufenberg nun auch zu denen übergegangen, die, um die notwendigsten Ausgaben zu decken, ihre Bürger für die Umlagen heranziehen muß. Staufenberg, das früher außer Holz sogar noch Bargeld an die Einwohner zahlte, erhebt jezt ca. 2000 Mt., die für Ortswasserleitung, Schulhausneubau, Straßen 2c. Verwendung finden. Ja, so ändern sich die Zeiten! man sich zum Feste, gilt es doch am nächsten Sonntag und Rodheim a. d. Bieber. In unserem Dorfe rüstet Montag das Kreis- Krieger- Verbandsfest in unsern Mauern zu feiern. Der Festplaß ist an der Haltestelle der Biebertalbahn. Da sämtliche Kriegervereine des Kreises Biedenfopf am nächsten Sonntag hier vertreten sein werden, so wird auch der Delegiertentag bei dieser Gelegenheit abgehalten werden; es verspricht das Fest ein recht großartiges zu werden. Am Sonntag wird die ganze Kapelle vom Feld- Artillerie- Regiment Nr. 47 aus Fulda zur Feier des Feftes mitwirten auch fonft alles aufg Feftes beitragen fan r Limburg( Lab truppe befindliches von der hiesigen P in Staffel in Pflege daß das Kind nicht derfelben gab an, d Jahr alt war, in d die Ausschreiben an Eltern des Kindes rück. Es war bor hwunden. ** Wetzlar. Deutschen Gabels Profeffor Dr. Meb hervorragenden 2 Systems aus SüdStadt. * Seligenstadt, gebrochene Feuersbrun äfchert. 26 Familien Schaden ist sehr gro fichert. Glüdlicher We ** Mainz, 8. 3 Bau- Bidelheim, Ken des Büchtigungsrech Mark Geldstrafe be Aus d Katharine B.-E. leitung zum Mei Alimentationsprozesse zu einer falschen Aus Hauptbelastungszeuge bie Angeklagte sich ei Staatsanwaltschaft erfennt. Der neue Besondere Verh Richenvorstand nicht gemacht, bei der Evangelischen auf de feitens der evangelife Gesamtkirchenvorstand folche Weihe zu halte horschule in der Fr halten wird, und da wo die Einfegnung d und hier sollte in Formen, durch Weib gräbnisstätte, soweit werden. A Bohl wiffen wi meinde eingerichtete n ift für Verstorbene aller Religionen, aud haupt feiner Religion aber doch nicht ein f vater und He im Alter v berein nhalle der ie sich der orragender lagen in ufitalijden wäre nicht nnt wohl dt? oder um jedem genuß er auch nicht ler waren Om Mund; wurden die es Gesang Trautmann nnen unter Drchester, Durch ausRapell 3 in seinen ört mit zu mer wieder De Antlang nd gelang. leider dem ein. Das Beifall auf bes Festes mitwirken. Daneben hat der festgebende Verein| auch sonst alles aufgeboten, was zum guten Gelingen des Festes beitragen fann. r Limburg( Lahn), 8. Juli. Ein bei einer Seiltänzertruppe befindliches 14jähriges Mädchen wurde fürzlich von der hiesigen Polizei der Truppe abgenommen und in Staffel in Pflege gegeben, weil die Polizei annahm, daß das Kind nicht zu der Truppe gehöre. Das Haupt derselben gab an, das Kind sei ihm, als es ein halbes Jahr alt war, in der Schweiz geschenkt worden. Auf die Ausschreiben an die Heimatsbehörden kamen jeßt die Eltern des Kindes aus der Schweiz und holten es zu rück. Es war vor mehreren Jahren von dort verschwunden. *** Wetzlar. Gestern weilte der Vorsitzende des Deutschen Gabelsberger Stenographenbundes, Herr Professor Dr. Medem aus Danzig, mit noch einigen hervorragenden Vertretern des Gabelsberger'schen Systems aus Süd- und Mittel- Deutschland in hiesiger Stadt. * * Seligenstadt, 8. Juli. Die in vorlezer Nacht ausgebrochene Feuersbrunst, hat ein ganzes Stadtviertel eingeäschert. 26 Familten haben ihr Obdach verloren. Der Schaden ist sehr groß, doch sind alle, bis auf einen, versichert. Glücklicher Weise ist kein Menschenleben zu beklagen. ** Mainz, 8. Juli. Der katholische Pfarrer von Gau- Bickelheim, Kemmerer, wurde wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts gegenüber Schulkindern zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Versammende, Herr e Theater 1. Oftober Gießen, den 7. Juli. hr lautende Katharine V.-E. von Grünberg ist wegen Verleitung zum Meineid angeflagt. Sie soll in einem Er hat sich Alimentationsprozesse den Heinrich Sehrt von Beltershain engagieren, eber Woche zu einer falschen Aussage haben verleiten wollen. Da der en gegeben. Hauptbelastungszeuge als unglaubwürdig geschildert wird u. eitag. Am die Angeklagte sich eines guten Rufes erfreut, beantragt die erfennt. sonst in Staatsanwaltschaft Freisprechung, auf welche das Gericht arburg und Mart. Die t 90, von rden AbonEin Nach er- Vereins. nd aus den Heichelheim ser wurden e noch die Sluß gefaßt, emeinschaft einzuladen. 28 auf 700Jahren den Debatte teilte ihm kürzlich neren Ausgeftellt fet; Damit gleich niere Unter das Schloß mehr ein allgemein konfessioneller( interfonfessioneller) Gemeinde- Friedhof, auf dem jede Konfession mit ihrer Eigenart, Sitte und Ordnung zur vollen Geltung kommen kann, und Alle im Frieden miteinander ihre lieben Toten friedlich, nebeneinander bestatten. Ja, da unsere israelitischen Mitbürger, gemäß ihren Grundsäßen, ihre Toten nicht mitten unter die christlichen in dieselben Reihen begraben wollen, sondern einen besonderen Plaz wünschen und erhalten, und da dementsprechend das Kreuz, das christliche Kreuz über der Friedhofstapelle leuchtet, so ist tatsächlich der neue Friedhof, soweit das Kreuz sein Gebiet beherrscht, ein christlicher und wir müssen dem Stadtrat herzlich dankbar sein, daß er, ohne deshalb irgend jemanden seinerseits auszuschließen, dem Friedhof in weiter Ausdehnung durch das Kreuz sein christliches Gepräge gewahrt hat. Das ist auch durchaus gerechtfertigt, denn in Gießen leben unter den mehr als 25 500 Einwohnern nur etwa 900 Nichtchristen, also nur rund 1/ 2stel, während 27/ 28tel Christen sind. Der neue Friedhof und seine Weihe. Besondere Verhältnisse, die das Pfarramt und der Ricchenvorstand nicht ändern konnte, haben es unmöglich gemacht, bei der ersten Beerdigung eines erwachsenen Evangelischen auf dem neuen Friedhof eine Weihe desselben seitens der evangelischen Kirchengemeinde vorzunehmen. Der Gesamtkirchenvorstand war dahin überein gekommen, eine solche Weihe zu halten; es sollte dabei erst unsere Mädchenchorschule in der Friedhofskapelle, wo die Leichenrede gehalten wird, und dann unsere Knabenchorschule am Grab, wo die Einsegnung der Leiche stattfindet, ein Lied singen; und hier sollte in den üblichen, einfachen, evangelischen Formen, durch Weihwort und Weihegebet, die neue Begräbnisstätte, soweit für die Evangelischen bestimmt, geweiht werden. Wohl wissen wir, daß der von der bürgerlichen Gemeinde eingerichtete neue Friedhof zum Ruheplatz bestimmt ist für Verstorbene aller Bekenntnisse( Konfessionen) auch aller Religionen, auch für alle Solche, die im Leben überhaupt keiner Religion angehören wollten. Deshalb ist er aber doch nicht ein konfessions loser Friedhof, sondern viel. Da nun aber unter diesen Christen gegen/ Evange lische sich befinden und nur etwa 19 Kathholiken und andere Christen, so ist es wiederum sehr begreiflich und gerechtfer= tigt, daß wir evangelische jene Stätte, an der wir weitaus die meisten Toten bestatten, die meisten Schmerzenstränen weinen werden, als eine in unserer Weise auch geweihte und geheiligte Begräbnisstätte vor uns haben, daß wir das Bewir selbst werden in„ geweihter Erde" zur Ruhe gebracht, als Saatkorn zur einstigen Auferstehung. Niemand wird es den Katholiken wehren wollen, daß sie nach ihrer Lehre auf einem solchen Friedhof jedes einzelne Grab, in das ein Katholik bestattet wird, besonders weihen. Ebenso wenig fann man uns Evangelischen wehren, daß wir, innerhalb der Friedhofsordnung, über das gleichsam uns bestimmte Gebiet des Totenackers ein Segens- und Weihewort in feierlicher Weise sprechen. Das Verlangen hierzu ist in der Gemeinde vorhanden und vielfach fund geworden und wird täglich dringender ausgesprochen; es würde in unserer Gemeinde sehr schmerzlich empfunden werden, wenn ohne alle Weihe des Friedhofs fort und fort unsere lieben Toten dorthin gebracht würden. sich diese Weihe nicht ermöglichen lassen; waren doch schon Bei den oder den znerst Begrabenen Evangelischen hat vor dem ersten Erwachsenen zwei Kinder, die als getaufte Kinder ebensoviel gelten wie die Alten, auf dem neuen Friedhof beerdigt worden. Wenn nun auch schon einige Tage dahingegangen und einige Beerdigungen gehalten sind, so soll Weihe und Segen doch nicht völlig unterbleiben; beides tommt in solchem Fall immer noch zur rechten Zeit. Oeffentlicher Sprechsaal. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung. - Der Einsender des Klageschreis über das nervenerschütternde, knarrende, quitschende, rasselnde Marterinstrument genannt eine Rehrmaschine, hat nicht bloß vielen, sondern allen insbesondere allen Kranken aus tiefster Seele gesprochen, deshalb gebührt ihm auch öffentlich der Dank aller derer, welche nicht zu übersehen, in einer mit so vorzüglich medizinischen Autoritäten beseßten Universitätsstadt wohnen und die Regeln über Physiologie gern verwerten möchten. Wer am anderen Morgen wieder geistig frisch zur Arbeit sein soll, der muß natürlich die Nachtruhe haben können, und wenn uns diese nicht von der Verwaltung gewährt wird, dann sind alle Lehren über Physiologie 2c. überflüssig. Es ist nach§ 3 der bez. Polizeiverordnung verboten, Hunde zur Nachtzeit frei umherlaufen zu lassen, eine Straßenkehrmaschine aber umherzufahren, unter so schrecklichen Nachteilen für alle zur Stärkung für den andern Tag schlafsuchende Menschen, sollte nicht blos allein verboten, Und nun von rein wirtschaftlichem Standpunkt betrachtet, sondern wie aller ruhestörende Lärm bestraft werden. so fragt man sich unwillkürlich: Was hat die Inbetriebsegung dieses Unifums einer Straßenkehrmaschine bei der So teilen wir denn unserer evengelischen Gemeinde mit, daß bei der am Freitag, den 10. Jult d. J., nachmittags 5 Uhr stattfindenden Beerdigung des Herrn Defonomen und Ortsgerichtsmanns Christian Haubach I. zugleich die einfache firchliche Friedhofsweihe seitens der evangelischen In der Kirchengemeinde am Grab gehalten werden soll. Friedhofskapelle, wird bei Gesang der Mädchenchorschule, für den Verstorbenen die Leichenrede gehalten werden; und darauf wird am Grab, mit Gesang der Knabenchorschule, verbunden mit der Einsegnung, Weihewort und Weihegebet stattfinden. Je zahlreicher sich hierbei die Mitglieder der Gemeinde am Grabe einfinden wollen denn ohne Gemeinde hat die desto er evangelische Friedhofsweihe keine Bedeutung baulicher und feierlicher wird die Weihe und die Beerdigung sein. Gießen, 9. Juli 1903. - - Dr. Naumann, Pfarrer. Unebenheit unseres Pflasters für einen praktischen Wert? Gar feinen! Denn die Löcher im Straßenpflaster verschmäht ia die Borstenwalze zu berühren, ihre Leiſtung besteht nur darin, dte solide Menschheit zu quälen. Diese Geldausgabe wäre für den Stadtsäckel tatsächlich zu sparen. Litterarisches. Südostnordwest. Die schönste Lektüre für die Reisezeit ist unstreitig das über ganz Deutschland verbreitete Modenund Familienjournal Mode und Haus", Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, weil das= selbe auf allen Gebieten des Lebens und des Wissens das Interessanteste und Unterhaltendste bringt. Außer dem spannenden Roman und zahlreichen Novellen und Humoresken bietet es alles, was Hauswirtschaft und Familie betrifft. Schon die große Anzahl der Beilagen gewährt einen Bereich illustrierte Belletristische Beilage, ein farbenprächtiges griff von dem Reichtum des Blattes. Da sehen wir die Moden- resp. Handarbeiten- Colorit ,,, Illustrierte Kinderwelt, die große Romanbeilage ,, Aus besten Federn",„ Humor", Aerztlicher Ratgeber", eine Musikbeilage und viele andere noch. 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Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Zum neuen Saalbau ( früber: Steins Garten). Donnerstag, den 9. Juli 5. Abonnements- Konzert ausgeführt von der Kapelle des Infanterie- Regiments ,, Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C. Krauße. Anfang präcis 8 Uhr. Geschäfts- Verlegung. Meiner werten Kundschaft zur gefälligen Kenntnis, daß sich mein Lackier- Geschäft vom 1. Juli ab befindet. In Löbers Hof 6 Eintritt 50 fg. berühmte ges. gesch. D. R. Th. Scholl's Fussschweiss- Seife Prämiert Paris, beseitigt sofort jeden üblen Geruch u. Brennen der Füsse, ohne den Fussschw. zu unterdrücken. Nur echt à 60 Pfg. bei den Hrn. O. Schaaf, Adl.- Drog. دو A. Bieler, Drogerie W. Kilbinger, Drog. Giessen. Kartoffeln Gg. Bellof, Lackierermeister, te Auswohl in nur prima Nächste Ziebung am 15. Juli cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! 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Für die Ebel- Stiftung ist zu vergeben die Lieferung von etwa 25 fertigen Anzügen für Knaben( Joppe und Beinkleid ohne Weste). 50 Mtr. Stoff zu Winterkleidern für Mädchen. 35 mtr. Flanell zu Unterröcken. 80 Mtr. Baumwollflanell bezw. Halbleinen zu Hemden. Feiner foll die Anfertigung von etwa 20 Mädchenkleidern und von etwa 45 Knaben- und MädchenHemden vergeben werden. Bekanntmachung. Die Lieferung von 4600 Zentner Nußkohlen 2ter Größe für die städtischen Anstalten für das Rechnungsjahr 1903 soll unter den auf dem Zimmer Nr. 15 der Bürgermeisterei zur Einsicht offen liegenden Bedingungen bergeben werden. Angebote, in welchem der Preis für den Doppelwaggon, frei Bahnhof Gießen anzugeben ist, find bis zum 25. Juli d. J. vormittags 12 Uhr mit der Aufschrift„ Kohlenlieferung" versehen, im Zimmer Nr. 15 abzugeben. Gießen, 3. Juli 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Montag, 13. Juli 1903. nachm. 6 Uhr, soll die Kornfrucht auf dem Halm von dem städt. Grundstück Flur 41, Nr. 91-1812 qm Ader vor der Warte, auf die Marburgerstraße, früher dem Balthaser Emil Malkomefius gehörig, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft auf der Marburgerstraße an der„ Stadt Marburg". Gießen, den 6. Juli 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Die Kreisstraße von Lollar nach Daubringen wird wegen Neuchaussierung vom 8. Juli ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Der Verkehr hat über Lollar- Staufenberg- Mainzlar Angebote auf Lieferung der Anzüge und Stoffe sowie An- und umgekehrt stattzufinden. fertigung der Mädchenkleider, Gießen, 7. Juli 1903. Unterröde und Hemden sind spätestens bis zum 15. d. Mits. auf dem Armenamt, Neuen Bäue 43, einzureichen." Für die Knabenanzüge sind Muster in Loden- und Lörracher uch borzulegen. Gießen, den 3. Juli 1903. Die ab Grube Stangearod b. Lumda Grmen- Deputation der Stadt Gißen geben billigst ab Gewerkschaft Curschmann. Eliſenburg, Grünberg Geld. 1. Hessen. 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Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplak 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas koks jamt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückver gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Ein Nachschlagework des allgemeinen Wissons. Erflings- Ausstattung. Erstlingshemdchen 10, 15, 20, 25, 30 Pfg. Jäcksen 18, 25, 30, 40 ẞfg. Wickelbänder 30, 40, 50, 60, 80, 90 Pig. Tücher und Lyen 48, 50, 60, 70 Pg. Taufkleidchen 2-, 2.50, 3.- Mt. Lexikon. t. Bändchen 15, 20, 25 Pf. Gummiunterlagen 50 Pfs ao Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. empfiehlt in großer und schönster Auswahl Fr. Teipel. AUS FERNEN Der Bahr pou Quil die eine untergeordnete Schivarzen überwiegend. Sie nehmen aber in den franweniger in Betracht kommen. Stern und Wohl sind sie sich englischen Kolonen bewußt und betrachten Ihr Sehnen hält es für ihr Junge die Weißen beinahe als höher geartete Wesen. geht nach und eine höchftes altid riebe eines meißen zu erringen, selbst Nr. 158. Donnerstag, den 9. Juli ische Familienz 1903.