Nr. 132. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg., in's Saus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 9. Juui 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfaltige Betitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weblar und Marburg 10 Pfg. fonst 15 Bfg.; Reklamen die Betttzelle 30 refp. 40 fg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Neueste Nachrichten ( Steßener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Schiffskatastrophe im Mittelmeer. Aus Marseille kommt eine erschütternde Trauerbotschaft: Der Dampfer ,, Insulaire" von der dortigen Gesellschaft Fraissinet stieß auf der Höhe der Insel Maire mit dem der gleichen Reederei gehörigen Dampfer ,, Liban" zusammen und brachte ihr zum Sinken. Soviel man bisher weiß, sind 117 Personen ertrunken. Von der furchtbaren Katastrophe werden folgende Einzelheiten berichtet. Des Liban", ein 1883 in England gebautes Schiff von 3000 Tonnen, hatte über 240 Passagiere an Bord, die sich zur Zeit des Zusammenstoßes gerade beim Frühstück befanden. Das Meer war ruhig, das Wetter völlig heiter. Plötzlich wurden die Reisenden durch heftige Signale der Dampfsirene in Unruhe bersezt; alles stürzte auf Deck, und man sah, daß der Insulaire mit Volldampf auf den Liban zuhielt. Der Kapitän des ,, Liban" gab alle erforderlichen Befehle, der Dampfer änderte aber seinen Kurs nicht, und noch während die Fahrgäste den Kapitän mit Fragen bestürmten, erfolgte nach wenigen angstvollen Sekunden der verhängnisvolle Zusammenstoß, durch den der Liban" 200 Meter weit mit fortgerissen wurde. Das Schiff sank so rasch, daß keine Rettungsboote ausgesetzt werden konnten. Ein Matrose berichtet allerdings, er habe mit einigen anderen ein Rettungsboot losgemacht, von dem aus sie dann 10 Bersonen aufnahmen, von denen sich sechs bereits als tot erwiesen. Etwa 40 Reisende wurden von dem ,, Bléchamp" und dem österreichischen Dampfer Racocsy" gerettet; 40 andere und etwa 17 Matrosen wurden von dem Dampfer ,, Balkan" aufgenommen. Als das erste Rettungsboot auf etwa 10 Meter an den Dampfer ,, Liban" herantam, neigte sich dieser plößlich zur Seite; seine Masten schlugen auf ein und einen halben Meter von dem Rettungsboot ins Wasser. Der Dampfer versant mit der Menschenmenge, die sich an den Leitern festklammerte. Bei dem Untergang des Schiffes, das nach vorne sant, drängten sich die Reisenden nach dem hinteren Teile desselben zusammen; dieser was mit einem Zeltdach überspannt, das gleichsam wie ein Käfig die Unglücklichen festhielt und in den Strudel hinabzog. Ein herzzerreißender Schrei wurde gehört, dem bald darauf Totenstille folgte. Die Maschinen explodierten und verursachten ein langanhaltendes Zischen und Brodeln des Wassers. In Marseille herrschte eine furchtbare Aufregung. Vor dem Bureau der Gesellschaft Fraissinet drängte sich eine tausendköpfige Menge. Die Passagierliste des„ Liban" war aus Bersehen vor der Ausfahrt der Hafenpolizei nicht übergeben worden, so daß die genaue Zahl ber Passagiere erst festgestellt werden muß. Ob das unbegreifliche Verhalten der Führung des Dampfers InJulaire" auf Ratlosigkeit oder auf ein Mißverständnis zurückzuführen ist, muß die Untersuchung ergeben. * * Nachträglich eingegangene Meldungan messen die Schuld an dem Zusammenstoß der schlechten Führung des ,, Liban" bei, dessen Kapitän sich der Felsenspiße von Maire zu sehr genähert hatte. Auch der Umstand, daß er die Abfahrt von Marseille um eine volle Viertelstunde verzögert hat, um noch zwei Passagiere aufzunehmen, habe zu dem Unglück beigetragen. Bei rechtzeitiger Abfahrt wäre die Begegnung mit dem ,, Insulaire" in der Durchfahrt von Maire vermieden worden. Die Rettungsvorrichtungen auf dem Liban" waren in völliger Unordnung, so daß die Boote nicht zu Wasser gelassen werden fonnten. ,, Servus Brzezina!" CB. Was in Berlin ,, der kleine Cohn", ist in Wien bas ,, Servus Brzezina", ein Gassenhauer, der eine ziemlich harmlose Verulkung der Tschechen enthält. Ueberall in den Wiener Tingeltangeln und Brettln hört man seit Jahren das Neckgedicht mit dem Kehrreim ,, Servus Brzezina", und die Wiener werden nicht müde, sich daran zu ergötzen, wie die Tschechen nicht müde werden, darüber in eine wahre Berserkerwut zu geraten. Das Liedchen ist dabei ungeheuer harmlos: Sein Inhalt ist der, daß der Tscheche Brzezina auf Reisen verschiedenen Personen begegnet, die unter allen möglichen Verkleidungen reisen, sich aber schließlich als Tschechen entpuppen, und den Landsmann mit dem freudigen Rufe: ,, Servus Brzezina“ begrüßen. Man sieht: der Gang ist ein leichter Spott darüber, daß der Tscheche, mag er noch so lange unter den Deutschen leben und sich als Deutscher geben, doch seine tſchehische Herkunft auf die Dauer nicht zu verleugnen vermag. Früher lachten auch die Tschechen über diese gutmütige Eatire auf ihre kleinen Schwächen. Jezt, wo der schechische Chauvinismus ins Krait geschossen ist, erregt der Scherz ihre krankhaft überreizte nationale Empfindlichkeit zu tobender Wut. So liegen die Dinge. Da muß den Thronfolger Franz Ferdinand sein Unſtern im Wiener Prater in die Vortellung einer beliebten Wiener Sängertruppe führen, die u. a. auch das Brzezinalied vorträgt. Dem Erzherzog gefällt der komische Vortrag, und unbedenklich klatscht er mit seiner Gemahlin, einer Vollbluttschechin, den Sän zern Beifall. Ein Wiener Blatt macht sich das Vergnügen, die kleine Episode der Welt zu erzählen. Die Wirkung war grotesk. Aber sie bezeichnet die Zustände in Desterreich, und sie zeigt, welche Quittung die habsburgische Dynastie von den Tschechen dafür zu erwarten hat, daß sie sie auf Kosten der Deutschen so als Schoßfinder gehätschelt hat. Insofern ist die Sache auch von politischem Interesse. Am selben Tage, am dem die Mitteilung, daß das Brzezinacarmen den Beifall des Thronfolgers und seiner Gemahlin gefunden, in die Welt ging, erhob sich im österreichischen Abgeordnetenhause der Hauptschreier der Tsche chen, neben dem berüchtigten Kramarz, Choc, um einen unerhört rüden Ausfall auf den künftigen Trager der Krone zu machen. Des Thronfolgers Verhalten sei eine unerhörte Beleidigung und Herausforderung des Tschechenvolkes, das von den Habsburgern eine andere Behandlung verdient habe. Die Tscheschen wüßten ja, wessen sie vom Hause Habsburg sich zu versehen hätten; sie wüßben insbesondere, daß sie von einem Thronfolger, der Franz oder Ferdinand heiße, nichts Gutes zu erwarten hätten, geschweige denn von einem, der Franz und Ferdinand heiße. Und nach diesem geistreichen Wih, den die Tsche. hen mit mieherndem Gebrüll und dem Rufe: ,, Der Thronfolger soll sich anständig benehmen!" begleiteten, nach diesem Wiz forderte der ehrenwerte Herr Choc den Ministerpräsidenten auf, das Vorgehen des Thrɔnfolgers öffentlich zu verdammen. Den Gefallen tat Herr von Keerber den wütenden Tschechen selbstverständlich nicht, und die ganze Aktion var nichts als ein Skandal ohne irgend einen praktischen Zweck, der den Tschechen willkommen sein könnte. Aber vielleicht hat die Sache praktische Folgen, die den Tschechen recht unangenehm werden. In der Wiener Hofburg wird man jetzt vielleicht endlich einseher, welch ein Narrenstreich es war, daß man sich von den Loyalitätsbeteuerungen der Tschechen betören ließ und durch unerhörte Begeisterung dieser Karikaturnation sich die deutsche Bevölkerung nicht nur Böhmens, sondern auch anderer Landesteile entfremdete. Insbesondere dem Thronfolger, der bisher eine merkwürdige Abneigung gegen die Teutschen und eine noch viel merkwürdigere Vorliebe für die Tschechen an den Tag gelegt hat, wird diese Lehre hoffentlich recht heilsam sein. Geschieht das, so wäre der Brzczinarumor im Wiener Abgeordnetenhause vom allgemeinen deutschen Standpunkt aus, mit Freuden zu begrüßen. In Diesem Sinne: ,, Servus, Brzezina!" Die Politik. Polen und Centrum in Oberschlesien. ):( Der künstlich geschürte Fanatismus der oberschla sischen Polen, der sogenannten ,, Wasserpolacken", hat da zu geführt, daß das oberschlesische Polentum nicht nu allen übrigen deutschen Parteien, sondern auch dem Cen trum den Krieg bis aufs Messer erklärt hat. Und das obwohl sich die Polen dort in keinem Falle über man gelhafte Vertretung ihrer Interessen durch das Centrum beklagen konnten. Alles gütliche Zureden der Centrums: führer half nichts; die Polen bleiben obstinat. Jazzt is ihnen erfreulicherweise von dem Fürsterzbischof Kopp eir gehöriger Dämpfer aufgesezt worden. Der Kirchenfürſ hat einen Hirtenbrief erlassen, der sich in scharfen Wor. ten gegen die polnische Hezpresse wendet. Er schließt: Ich bitte und beschwöre Euch, geliebte Diözesanen, haltet alle diese Schriften und Zeitungen aus Euren Häusern und Familien fern, Euere Priester hätten sonst das Recht und die Pflicht, Euch die Segnungen und Gnaden der Kirche so lange zu verweigern, bis Ihr Euch aus dieser gefährlichen Gelegenheit, am Glauben Schiffbruch zu leiden, entfernt hättet." Diese Maßregel wird ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Polen werden wieder einmal inne werden, wohin sie mit ihrer Taktik, den Bogen zu überspannen, kommen. Abschaffung der französischen Flottenmanöver? )( Mr. Pelletan, der französische Marineminister, der eben erst die Fährlichkeit der Parahreaffäere mit knapper Not durchschifft hat, scheint seinen vielen Gegnern Anlaß zu neuen Angriffen geben zu wollen. Er hat einem Berichterstatter des Pariser ,, Radical" erklärt, daß er die Absicht habe, die großen Flottenmanöver abzuschaffen. Ei sehe die Notwendigkeit nicht ein, eine Million Francs für Manöver, die er für unnötig halte, auszugeben. Der Be richterstatter fragte auch den ehemaligen Marineminister Lockray über dessen Meinung in der Sache. Lockroy erwidecte, die Budget kommission und zweifellos auch die Mehrheit der Deputiertenkammer werde sich für Beibehaltung der Flottenmanöver aussprechen, da sie das einzige Mittel seien, um die Leistungen der Artillerie und der Schiffe richtig zu beurteilen. Lockroy hat sicher recht, und Herr Pelletan hätte sich die Ablehnung seines Planes burch die Kammer an den Fingern abzählen können. Es bat ießt den Anschein, als suchte er einen Konflikt mit der Kammer künstlich zu provozieren, um bei dieser Gelegenheit sich auf unverfängliche Weise aus dem Kabinett brücken zu können. Ist dem so, so ist der jüngste Figarotrieg gegen ihn, bei dem er der widerrechtlichen Begün stigung der Humberts angeschuldigt war, zweifellos nicht ohne Einfluß auf diesen Entschluß des Ministers geblieben. Ein Streit um Crispis Gebeine. )--( In Palermo, der Heimatstadt des größten Staatsmannes, den Jtaken nach Cavour hervorgebracht, ist ein unerquicklicher Streit um Crispis lezte Ruhestätte ausgebrochen. Das Parlament hatte s. 3t. beschlossen, die Leiche Crispis solle in der Kirche San Domenico in Palermo beigesetzt und daselbst ein Grabmal errichtet werden. Der Erzbischof von Palermo hat nun dagegen sein Beto eingelegt und gedroht, falls Crispi in der Kirche beigesetzt werde, werde er das Interdikt über die Kirche verhängen. Es ist nicht anzunehmen, daß das Parlament sich durch diese Weigerung des Erzbischofs bestimmen lasen wird, von der Beisetzung Crispis in der Kirche abzuehen, und so wird denn wohl wieder ein höchst unerfreulicher Konflikt zwischen Merus und Regierung in Jtaken ausbrechen. * Kurze politische Nachrichten. Das erste deutsche Geschwader ist, 14 Schiffe start am Sonntag südlich Skagen vor Anker gegangen. * In Laibach kam es anläßlich eines deutschen Turnesfestes zu Straßenunruhen, die das Einschreiten des Militärs notwendig machten. * In Bern werden die Bauhandwerksmeister ihre fämtlichen Arbeiter am 22. d. M. entlassen. Ueber 3000 Arbeiter werden dadurch brotlos. * In Rom hat das Rischicer komitee unter Vorsitz Luigi Luzzattis beschlossen, eine große öffentliche Protestkundgebung gegen die Greuel von Kischinem zu veranstalten. * Die norwegischen Manister Stang( Krieg) und Konow ( Ackerbau) haben ihr Entlassungsgesuch eingereicht. • Ein bemerkenswerter Ukas des Jaren bestimmt, daß fortan in allen Mittelschulen des ehemaligen Königreichs Volen die Erteilung des remisch- katholischen Religionsunterrichts in polnischer Sprache zugelassen werden soll. Hof und Gesellschaft. Das Kaiserpaar nahm am gestrigen Montag in Potsdam an dem von der dortigen russischen Kolonie veranstalteten Blumenkorso teil. Auch die kaiserlichen und föniglichen Prinzen und Prinzessinnen, sowie der inzwi schen vom Urlaub zurückgekehrte kaiserl. russ. Botschafter am Berliner Hofe, Graf von der Osten- Sacken, und das Botschaftspersonal beteiligten sich an dem Korso. Vom Schluß des Aufenthaltes des Kaiserpaares in Wiesbaden ist noch zu berichten, daß die bereits angekündigte Parade nach dem angegebenen Programm stattfand. Der Kaiser, der die Uniform der Gardes du Corps trug, führte selbst die Fahnenkompagnie zum Schlosse zurück. Bei der Abreise von Wiesbaden war auf dem Wege zum Bahnhof eine große Menschenmenge angesammelt, die die hohen Gäste stürmisch begrüßte. Außer den Spizen der Behörden waren auf dem Bahnhof erschienen: der König von Dänemark, in der Uniform seines Ülanenregiments, Prinz Adolf zu Schaumburg- Lippe mit Gemahlin, die Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert, und der Herzog von SachsenKoburg und Gotha. Die Verabschiedung des Kaisers von dem König war überaus herzlich; beide Herrscher füßten sich wiederholt auf die Wangen; ebenso herzlich war die Verabschiedung zwischen der Kaiserin und dem König. *** Der Kaiser hat eine Abordnung seines englischen Regiments 1. Royal Dragoons empfangen. Das Regiment ist auf 10 Jahre nach Indien versetzt worden. Während ihres Aufenthaltes in Berlin sind die Herren Gäste des Kaisers. *** Generaloberst Graf v. Haeseler, der bisherige fommandierende General des 16. Armeekorps, der von seiner letzten Krankheit vollständig wiederhergestellt ist, wird, wie uns aus Meß gemeldet wird, in der nächsten Zeit die Stadt verlassen und zu dauerndem Aufenthalte nach seiner bei Frankfurt a. D. gelegenen Besizung Harnekop übersiedeln. Wie aus einer Aeußerung des scheidenden Generaloberst zu entnehmen ist, gedenkt er alljährlich auf die Dauer von etwa sechs Wochen in Meß, der ihm so lieb gewordenen Stätte seiner hervorragenden Wirksamkeit, Aufenthalt zu nehmen. *** Generalfeldmarschall Graf v. Waldersee ist in Mainz eingetroffen, um die Mainzer und Wiesbadener Garnison zu besichtigen. Den drei Tage währenden Webungen wohnt auch der Großherzog von Hessen bei. Am Dienstag abend findet zu Ehren des Feldmarschalls eine Fackelserenade statt, die derselbe vom Balkon des Militärkasines aus entgegennehmen wird. Von Mainz begibt sich Graf Waldersee mit seiner Begleitung am 10. 5. M. zunächst nach Worms, zur Besichtigung des 4. großherzogl. heff. Infanterieregiments Nr. 118, wocan sich noch weitere Inspektionsreisen anschließen werden. Wenn meine Liebe Erwiderung findet, was biefes Mannes glücklich werden fann, und ich hoffe, shr alle, Ich fühle, daß ich nur an der Seite weiß, fo werde ich bis zu meinem Tode an ihr feftich noch halten", sagte fie. die Thr mich light. Set mein Glück mir nicht Stuhr einen Frerich fein fann Stelle finden wirst. glaube auch, daß Du bei Deinen Kenntnissen bald eine gute nidte Reimann, den ihm inzwischen Wenn ich Dir in irgend einer Weise beangeboten hatte; ich begreife das bollkommen und schluß, den der alte Herr einmal gefaßt hatte, rütteln zu Schwiegervaters; es wäre nutzlos gewesen, an einem EntRoggendorf schwieg, er kannte den zähen Eigensinn seines wollen. zurück. wicht verlierend, Händen an der nächsten Ruderbant fest. Einen Augenblick hielt er sich frampshaft mit den taumelte auf den Boden des Nachens sein Ohr Beppo, durch den geführten Stoß das eigene GleichgeSchlug Ellender, furchtr or Schrei. Hus dem Ge: ichtsfaal. § Ein Adelsdiplom als Bersahobjekt. In Wien hatte sich die Witwe Sophie Lehmann wegen einer merkwürdigen Beruntreuung zu verantworten. Die Angeklagte hatte cin ihr von der Baronin Josephine Grammont zur Aufbewahrung übergebenes Adelsdiplom versetzt. Der Pfandschilling für das bereits wieder ausgelöste Diplom betrug 10 Fronen. Frau Lehmann verantwortete ihr Vorgehen mit ihrer großen Notlage und erklärte, daß die Baronin, die ihr sehr gewogen war, wenn sie ihre Notlage gefannt hätte, gewiß verziehen haben würde. Die als Zeugin vorgeladene Baronin bestätigte diese Aussage der Angeklagten, und bemerkte, daß sie der Frau das Diplom gern zum Versehen geliehen hätte. Der Richter sprach die Angeklagte frei, begründete aber den Freispruch damit, daß bei einem Adelsdiplom nicht von einem materiellen, sondern nur von einem ideellen Werte gesprochen werden könne und daß daher, so wertvoll das Diplom auch für den Eigentümer sein mag, im strafrechtlichen Sinne hier die Veruntreuung eines Wertobjektes nicht angenommen werden kann. § Polnische Gymnasiasten wegen Geheimbündelei vor Gericht. In Gnesen begann unter großem Andrang des Publikums der Prozeß gegen 24 polnische Gymnasiasten wegen politischer Geheimbündelei. 16 Angeklagte weren wegen zu weiter Entfernung vom Wohnorte vom persönlichen Erscheinen entbunden. Die Angeklagten, auch bie Richterschienenen erklärten sich teils für nicht schuldig, tele verweigerten sie die Aussage. Die geheime Verbindung, der die Angeklagten angehörten, soll Beiträge zu hem bekannten polnischen Nationalschatz und dem Nationalmuseum, die beide in Rapperswyi in der Schweiz verwaltet werden, geleistet haben; ebenso sollen SammLangen für den polnischen Schulverein in DesterreichSchlesien und für das von diesem geleitete polnische Gymnasium und die polnische Volksschule in Teschen. Die Mitglieder der Verbindung wurden durch Handschiag und Eid bei der Aufnahme verpflichtet, die Verbindung streng scheim zu halten. Nab und fern. Jubiläumsnordlandreise des Kaisers. Der Kaiser wird nach den endgiltig getroffenen Dispositionen am Montag, den 6. Juni, von Kiel aus an Bord der Jacht Hohenzollern" seine diesjährige Nordlandreise antreten. Als Begleitung für das Kaiserschiff sind der kleine Kreu zer Nymphe" und das Depeschenboot Sleipner" beor bert worden. Die diesjährige Nordlandfahrt ist die zehnte, die der Kaiser auf der Jacht„ Hohenzollern" unternimmt und aus Anluß dieser Jubiläumsfahrt wird der Monarch Sämtliche von der Hohenzollern" bisher angelaufene Ort schaften besuchen, die an der norwegischen Küste liegen. Hieraus erklärt sich auch, daß der Kaiser seine diesjährige Nordlandreise ausdehnen will. (!) Die ,, Escalade"-Feier in Genf. In Genf wurde mit großer Pracht das dritte Zentenarfest der„ Escalade" ge feiert. Am 11. Dezember 1602 suchten die Savoyarden in dunkler Nacht mit hunderten von Sturmleitern heim lich die Stadtmauer von Genf zu ersteigen; sie wurden jedoch dank der Wachsamkeit der Republikaner zurückge worfen und in die Flucht geschlagen. Man feiert dahei in Genf jedes Jahr am 11. Dezember den ruhmreichen Sieg. Für die dritte Jahrhundertfeier suchte man sich aber eine schönere Jahreszeit aus, und deshalb wurdi diesmal das Fest auf den Juni verlegt. Die Feier wai glänzend gelungen. Sie bestand hauptsächlich in einer großartigen Kavalkade, in der die vier Hauptepochen der Genfer Geschichte zur Darstellung gelangten. Die diesjährige Hauptversammlung der deutschen Kolonialgesellschaft wurde in Karlsruhe durch eine Begrüßungsfeier eingeleitet, an der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, Oberpräsident a. D von Pommer-.Esche, sowie die Spigen der Zivil- und Militärbehörden teilnahmen. Der Vorsigende der Karlsruher Abteilung, Hofrat von Dechelhäuser, hielt die Begrüßungsansprache, die er mit einem Hoch auf Herzog Johann Albrecht und die Gäste schloß. Der Herzog dankte und brachte einen Trinkspruch auf den Großherzog von Baden aus. ::: Sieben Touristen vom Blik getroffen. Während eines schweren Gewitters, welches über den hohen_knɔllen bei Lauterberg am Harz, zog, hatte sich eine Gesellschaft von Touristen in die Schußhütte am Aussichtsturm ,, Großer Knollen" bei Sieber geflüchtet, um dort Schutz vor dem Unwetter zu suchen. Plötzlich fuhr am Turm ein Blitzstrahl hernieder, von dem sieben der Touristen getroffen wurden. Hierbei wurde der 58jährige Prokurist Ferdinand Markel aus Eiſenbüttel auf der Etelle getötet; zwei in seinem Portemonnaie befindliche Zehnmarkstücke waren vollständig zusammengeschmolzen. Seine in seiner Nähe stehende Ehefrau stürzte gelähmt zu Boden und erlitt außerdem mehrfache Brandwunden, während sein Sohn durch Brandwunden nicht unbedenklich verletzt wurde. Auch die übrigen Personen trugen mehr oder minder schwere Verlegungen davon; einer Dame waren die Kleider verbrannt, einem Herrn der Anzug in Feßen gerissen und einem anderen das Kopfhaar versengt. Man brachte die Verletzten zur ärztlichen Behandlung nach dem nahegelegenen Sieber, von wo= her der Aufstieg erfolgt war. Eine Lebensgefahr bei Frau Martel und deren Sohn erscheint glücklicherweise ausgeschlossen. () Ein furchtbares Familiendrama, das sich schön am zweiten Pfingsttage abgespielt hat, wurde erst heute in Berlin entdeckt. Der vor kurzem auf Wunsch seiner Frau aus der Irrenanstalt Herzberge entlassene Lackierer Neumann hat in einem erneuten Wahnsinns anfalle seine Ehefrau mit zwei Beilhieben erschlagen und sich dann selbst am Bettpfosten erhängt. Es ist das wieder ein Fall, der zur Vorsicht mit Geistestranten mahnt. Ist der Kranke nicht gänzlich geheilt, so ist es, auch wenn er anscheinend ungefährlich ist, besser, ihn in einer Anstalt zu belassen. [ Deutsche Lehrer in Japan.] Als Lehrer und Projessoren waren nach einer dieser Tage erschienenen Statistik in Japan 1897 13 Deutsche angestellt, 1901 aber 21, außerdem noch 2 Schweizer. An Engländern waren 1901 angestellt 15. Amerikanern 12, Franzosen 5, Russen, Spaniern und Koreanern je 2, Chinesen 3 und Italienern und Belgiern je 1. Da sich unter den ,, Amerikanern" noch mehrere Deutsche befinden, ist die Zahl der deutschen Lehbei weitem die größte. ter )([ Der wunderbare Ortssinn der Brieftaube] offen bart sich wieder in einem Falle, der aus Graudenz mitgeteilt wird. Im August vorigen Jahres ließ sich auf dem Grundstücke des Brieftaubenliebhabers W. Moh eine Brieftaube nieder, die infolge großer Ermattung ihren Flug nicht fortseßen konnte. Herr Moh fütterte und pflegte sie, und die Taube, ein junges, dunkelblaues Weibchen, blieb bei den Tauben ihrer neugewonnenen Heimat. Sie unternahm erst kürzere, dann auch größere Ausflüge, kehrte aber immer wieder zurück. Seit dem 20. Mai dieses Jahres aber blieb sie verschwunden. Einige Tage darauf erhielt nun Herr Moh von einem Herrn Wilh. Luttmann aus Essen a. d. Ruhr die Mitteilung, daß die Taube dort in Essen wieder eingetroffen ist; die Feststellung" erfolgte dadurch, daß Herr M. die Flügel der Taube mit seinem Namensstempel und der Ortsbezeichnung Graudenz versehen hatte. Herr Luttmann- Essen teilte zugleich mit, daß er als Mitglied der Brieftauben- Reisevereinigung für Essen und Umgegend im vergangenen Jahre neun Tauben zum Wettfliegen nach Thorn( 813 Kilometer) eingesezt hatte. Die Tiere wurden am 2. August 1902 losgelassen und kahrten alle bis auf diese junge Taube, die in Graudenz eine Zuflucht fand, zurück. Jezt, nach fast einem Jahre, hat sie den Weg nach ihrer alten Heimat wiedergefunden. Vermischtes. [ Der Stundenchor" vom Frankfurter Sängerwett #reit] mit dessen Einübung in Zeit einer Stunde und Vortrag die engere Konkurrenz um den Kaiserpreis entschieden wurde, hat folgenden Text: Ein wandernder Geselle Zieht munter durch den Wald, Borüber rauscht die Quelle, Das Lied der Vögel schallt. Und was ihn da durchdrungen In tiefster Waldesnachi, Das hat er frisch besungen Und nicht zu lang bedacht. Tralala, tralala. Das Echo nimmt's vɔm Munde Und führt dahin den Klang, Daß es vernimmt zur Stunde Der Hirt am Bergeshang. Der singt es noch gar helle, Wo mancher Junggeselle Des Weges geht geschwind. Hernieder weht's der Wind, Tralala, tralala. Und manchem hats gefallen, Und er behielt's im Einn, Und wo er auch mocht' wallen, Da sang er's vor sich hin. Und wie sich Vöglein bringen Ein Lied von Wald zu Wald, So hörte man es klingen Von Wald zu Walde bald. Tralala, tralala. Die sangliche Weise von W. Dienel zu diesem echten Volks. lied, dessen Dichter unbekannt ist, wird sich voraussichtlich bald in Deutschland heimisch machen. (*)[ Heitere Abenteuer des Königs von Dänemark] während der Kaisertage in Wiesbaden werden von dort berichtet. Zwei Amateurphotographen hatten am Eingang des vom König bewohnten Parkhotels Aufstellung genom men und warteten nun auf den richtigen Moment, um den hohen Herrn auf die Platte zu bringen. Kaumi erblickte aber der König von Dänemark, welcher bekanntlich eine unüberwindliche Abneigung gegen das Photographieren hat, daß die beiden Kasten auf ihn gerichtet waren, als er einen Seitensprung machte und heftig abwinkte. Wähcend die Passanten über die ergößliche Ecene noch lachen, mußten die Amateure unverrichteter Cache abziehen. Auch im tgl. Schloß war der König von Dänemark der Mittelpunkt einer heiteren Scene. Als er zum HaupteinJang kam, verweigerte ihm der Posten den Zutritt, und zwar mit Recht, denn der König, vom Poſten unerkannt, var in Civil und hatte keine Einlaßkarte. Während Militärs passieren dürfen, mußten, strenger Weisung zufolge, edoch Civilperſonen eine Einlaßkarte haben. Der König imüsierte sich köstlich über den reglementsfesten Posten und trat lachend zurück, um am nächsten Eingangstor im Kavalierhaus sein Glück zu versuchen. Hier wäre es hm beinahe nicht besser ergangen, wenn nicht zufällig Der Portier hinzugekommen wäre, welcher den König erannte und alsbald den Eintritt des Monarchen ermögichte. ** Postausweiskarten. Eine postalische Neuerung, die von allen Seiten mit großer Freude begrüßt werden wird, plant die deutsche Reichspost. Sie will Postausweistarten einführen, wie sie zur beiderseitigen Zufriedenheit des Publikums und der Postbehörden im Auslande verschiedentlich schon seit geraumer Zeit beſtehen. Die Vorschrift, daß die Briefträger Postanweisungen, Wertund Einschreibesendungen an in Gasthöfen wohnende, ihnen unbekannte Personen nur dann ausliefern dürfen, wenn der Wirt oder eine dem bestellenden Boten als zuverlässig bekannte Person durch Mitunterschrift der Quittung dafür bürgt, daß der Adressat wirklich die richtige Person, beziehungsweise der rechtmäßige Empfänger sei, jat schon lange den Vertretungen des Gasthausgewerbes (?)[ Die geheimnisvolle Jungfrau.] Ein Mädchen mit geheimnisvollen Körperkräften soll gegenwärtig die Gelehrten der Ver. Staaten in Erstaunen seßen. Die Jungfrau besitzt nämlich die Fähigkeit, ihr wirkliches Körpergewicht so zu verstärken, daß drei starke Männer sie nicht in die Höhe heben können, wenn sie nicht will. Als sie ein kleines Kind war und noch nicht gehen konnte, bemerkte schon ihr Vater, daß man in gewissen Augenblicken die größten Anstrengungen machen mußte, um sie zu heben. Der Vater in seiner Stubenweisheit glaubt, daß von seiner Tochter von Zeit zu Zeit ein ,, elektrischer Strom" ausgehe, der es unmöglich mache, sie von dem Plaze, auf dem sie gerade stehe, zu entfernen. Eine solche Frau dürfte selbst ein Herkules nicht auf Händen tragen fönnen. Die offizielle Wissenschaft aber steht dem Falle ratlos gegenüber, und die Jungfrau, die nach Belieben„ Leicht" öder ,, Schwergewicht" sein kann, dürfte schließlich noch den schon vor langer Zeit angekündigten Bankrott der Wissenschaft herbeiführen. ** Nahrungsmittel und Temperament. Wie oft hör man nicht den Wunsch aussprechen, sein oder anderer Leut Temperament verändern zu können, dann würde viele im Hausstand, im Geschäft, in der Gesellschaft besser sein Aber meistens bleibt dieser Wunsch ein frommer, nie in Erfüllung gehender. Da kommt wie ein Helfer in de größten Not die Entdeckung eines englischen Gelehrten Der behauptet, daß jede Sorte von Lebensmitteln ein Janz bestimmte Wirkung auf den Charakter und das We sen der Person, die sie genießt, habe. So würde zum Bei spiel jemand, der monatelang ausschließlich von Rindfleisch lebt, außerordentlich energisch und mutig werden. Ein Schweinefleischdiät hätte zur Folge, daß der Betreffend zunächst zum Pessimismus neigen und dann in tiefe Me lancholie verfallen würde. Todunglücklich dürften sich seh bald die Personen fühlen, deren einzige Nahrung in Lamm fleisch bestände. Ebenso wenig wünschenswert wären di bie Folgen eines unausgesezten Kalbfleisch genusses. Di Muskeln der Liebhaber dieses zarten Fleisches werden auf fallend schlaff und widerstandslos, jede Energie geht ver loren und von Charakter ist bald keine Rede mehr. Ge wird oft zu beobachten sein, daß sogenannte Pantoffelhelden große Verehrer eines schönen Kalbsbratens sind. Kein Wunder also, daß es ihnen in kritischen Augenblicken gewöhnlich an der Courage mangelt, den Herrn im Hause herauszukehren. Den häufigen Genuß von Milch und Eiern empfiehlt dieser moderne Physiologe allen jungen Damen, denen daran gelegen ist, mit sanftem, echt weiblichem We sen, im Vereine mit Geist und mit einem weichen, zar ten Teint das stärkere Geschlecht zu bestricken. Unverfälschte Kuhmilch soll niemals eine schlechte Wirkung, we der auf den Körper, noch auf den Charakter des Menschen ausüben. Es gibt Leute, die mit Hochgenuß Butter in großen Quantitäten vertilgen. Diese werden in den mei ten Fällen ungemein phlegmatische Naturen besitzen, einer Abscheu vor jeder körperlichen Bewegung oder gar Anstrengung empfinden und schließlich in eine Apathie versin. fen, aus der sie sich nur schwer aufraffen können. Wünscht man gleichzeitig seinen Verstand und seine Muskeln zu stärken, so kann der Konsum von mehreren Eiern täglich, ganz gleich in welcher Zubereitung, nicht dringend genug empfohlen werden. Für geistig arbeitende Personen sind Nepfel, in reichem Maße genossen, von bestem Erfolge Schiller aß bekanntlich sehr viel und leidenschaftlich gern Aepfel. Das Gedächtnis zu schärfen und es bis ins höchste Alter ungeschwächt zu erhalten, dürfte es kaum ein wirk sameres Mittel geben als starken Senf, den man zu je der Mahlzeit mit allen nicht gefüßten Speisen genießen soll. Eine beständige Fischdiät würde den lebenslustig sten, intelligentesten Menschen traurig und stumpfsinnig machen. Kartoffeln, in großer Menge verzehrt, sollen ein Gefühl grenzenloser Langeweile nebst physischer und geistiger Trägheit hervorrufen. Dasselbe gilt von allen Ge müsesorten, vorausgesezt, daß sie als ausschließliche Kost dienen. Nur in Verbindung mit reichlicher Fleischnahrung und bei häufiger Abwechselung wirken sie auf Charakter, Intellekt und Körper vorteilhaft. Der Einfluß roher und gekochter Früchte dagegen soll stets gut sein. Ob der englische Gelehrte recht hat? Wer es wissen will- der versuche es. ** Frische Milch. Der Juni- Anfang hat sich mit einer Glühhiße eingestellt, um die ihn der schönste Juli beneiden könnte. Die Temperatur ist ganz hundstagsmäßig, wobei nur zu bemerken ist, daß die Hunde von jeher über diese Bezeichnung eines Wetters sich wundern, welches bei ihnen ebenso unbeliebt ist, als bei den Menschen. Den letteren geht es übrigens noch schlechter als ihren Pudeln und Affenpintschern. Diese läßt ber auf ihr Wohl bedachte Eigentümer gewöhnlich beim Nahen der warmen Jahreszeit bis auf die Haut scheeren, und sie dürfen dann nackt auf der Straße herumlaufen, ein Luxus, den sich der Kulturmensch nicht zu gönnen vermag. Er sucht seine Abkühlung im Genusse bon allerhand Gefrorenen, in kalten Bädern, unter der Douche und wohl auch bei einem frisch schäumenden Glase Bier. Das heißt die Erwachsenen, für Kinder ist stets ein Glas frischer Milch vorzuziehen, und auch dia Großen täten gut, sich nicht von diesem bekömmlichen Getränk verächtlich abzuwenden. Schade nur, daß di: Milch in diesen heißen Tagen so schwer frisch zu erhalten ist. Gewöhnlich werden allerlei Chemikalien zu diesem Zweck angepriesen, vielfach legt man sogar, einem alten Aberglauben folgend, Brennesseln hinein, um sie zu konservieren. Ganz abgesehen von der Unreinlichkeit, bcfördert man damit erst das Gerinnen. Das empfehlenswerteste Verfahren, um im Haushalte die Milch vor dem Sauerwerden möglichst lange zu schüßen, ist, die Milch so frisch wie möglich zu kaufen, sofort nach dem Ankauf sie tüchtig aufzukochen und sie alsdann schnell abgekühlt an fühlem Orte in einem Gefäße mit überfassendem Deckel, und zwar am besten ohne Umgießen in dem Gefäße, das zum Abkochen diente, aufzubewahren. Milch, die kleinen Kindern gegeben wird, sollte vor Verabfolgung an sie jedesmal erst von einem Erwachsenen gekostet werden, um festzustellen, ob sie nicht fauer oder bitter schmeckt. ** Fleißig begießen! Die anhaltende Trockenheit der letzten Woche äußert bereits ihren nachteiligen Einfluß auf die Vegetation und besonders auf die Gärten und Bemüseländereien. Das Gras beginnt stellenweise zu verorren und die jungen Pflanzen bleiben in der Entvickelung zurück. Rasen und Blumenbeete, sowie Genüsegärten müssen daher fleißig begossen werden. Angenehm. Dame( zum Schlächter, dessen Hund ich gerade an den Fleischvorräten zu schaffen macht): Frißt der Hund Ihnen auch manchmal Fleisch auf?- Schlächter: Nein, er leckt höchstens ein bißchen daran, iber fressen tut er's nie! - Hochfinanz. Kommerzienrat Feingold: Was chreibt mir der Buchhändler da für e Rechnung? Hendchels Telegraph- Große Ausgabe, 2 Mk. Wieso große Ausgabe? Schnorrer! Für was hält mich der Mann? Belastungsmoment. Richter: Es unterliegt gar einem Zweifel, daß der Angeklagte mit dem Automobildieb dentisch ist- er riecht ja heute noch nach Benzin! - Stammtischkalauer Gast: Haben Sie schon von dem neuesten Erlaß Budde's gehört, daß die Bahnjofsrestaurateure einen anderen Titel bekommen sollen? Kellner: Etwa Bahnhofswirte?- Gast: Nein- Bud( L. Bl.) > ecker! ** Brind folgten 1. Biebung 20 00 lotterie wurden fo 1000 500 200 je 100 ** Im Gotten ift Dr. Wallou mfi Versammlungen Brauerschw * An un laufenden Som bentinnen Vorl Winter. Von find Hospitantin might immatrilulie Den einzelnen Le Jura 198, Mebi 8. Philofophie 3 Chemie 73, Bha biffenfchaft 58, Bhilologie 93. ** Bekann bersammlung de tum Heffen die ehnerfommiffion mgeren Bufamm Hirchen abgelehn hält,„ daß von abgesehen ist" Bräsident des Huge gefaßt ift" Juni fefte Beschl Eisenacher Ronfer bes Evang. Pf Eingabe an das Bitte, das Obe Eisenacher Airch fine Beschlußfas Widerspruch anz für die gesamte pesens unverme ratung der einzel ** Für die die Donnerstag, findet. ift folgen Berpflichtung des von Schuldverschr 3. Baugefuch des die Straße Gie des Drtsbauftaty Marburgerstraße Rechnungen; 6 ftand der Einfa 7. Reparatur teigen; 8. An Miller'schen Bat ilteren Gießfäffe Institute, hier: Bauplages; 10. frage; 11. Gele bon städtischem G 13. Desgl. an wirts Ferdinand mugung des Bü traße; 15. let nisses der Karl hofs und Begr grabens von der anlage, desgl. Ditanlage, Süd Lahn; 19. Gefu größerung feines 1. ausgeführt vo Seff.) Nr. 11 Anfang b Die Li Unserer Stan Wilh. Amend Grem heutigen Herzlichsten Glückn Mehrere em Bauführer Heinric gratulieren zu s Biegenfefte alle Kollegen 2 große Beckf faufen. Näh. K ofthod rer Leut de viele ffer fein r in de r, nie in Belehrten teln ein das We zum Bei indfleifd en. Gin etreffend tiefe Me fich feh Lamm vären di ſſes. Di rden auj geht ver mehr. Ge antoffel ns find. enbliden im Hause nd Giern Damen, Jem We en, zar Unver tung, we Menscher Butter in den mei Ben, einer Anstren ie verjin Wünscht uskeln zu n täglich nd genug nen sind Erfolge lich gern S höchste ein wirk an zu je genießen ensluftig mpfsinnig ſollen ein und gei allen liche fol hnahrung Sharafter, roher und Ob der ll- der fich mil iste Juli ndstags unde von wundern, bei den ch schlech Diese läßt lich beim Daut schee Be herum nich nicht n Genusse unter de äumenden Kinder if auch di ömmlichen c, daß di zu erhalten zu diejem inem alten Sie zu kom ichkeit, be mpfehlens Milch vor n, ist, die nach dem nn schnell mit über Umgießen zubewah follte vor Erpad nicht ficuer Tenheit der en Ginfluß Bärten und eise zu ver n der Ent sobie G erden. essen Hunt en macht) ch auf? hen daran gold: Wai ng? Hend Biejo große Der Mann? terliegt gar tomobilbieb ch Benzin! Sie schon die Bahn en follen? in- Bud ( 2. Bl.) Lokales. Gießen, 9. Juni 1903. ***[ Privattelegramm.] Bei der heute erfolgten 1. Biehung der 2. Klasse der 2. Hess- Thür. Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 20 000 auf Nr. 60859 10000" 5000 2000 11 Nr. 9978 Nr. 8495 Nr. 6161( nach Alsfeld) und je 1000, Nr. 8944 und 61393 P ( Ohne Gewähr). *** Im_Wahlkreise Alsfeld= Lauterbach Schotten ist der Kandidat der Liberalen Herr Kreisrat Dr. Wallau( msig bei der Arbeit. Am Samstag hielt er zwei Versammlungen ab, eine in Alsfeld und die andere in Brauerschwend. *** An unserer Landes universität werden im laufenden Sommersemester 1148 Studenten resp. Studentinnen Vorlesungen anbören. gegen 1082 im letzten Winter. Von diesen 1149 haben 1092 immatrikuliert, 4 sind Hospitantinnen, 40 nicht immatrikulierte Hörer und 13 nicht immatrikulierte Hörerinnnen. 685 stammen aus Hessen. Den einzelnen Lehrfächern nach studieren: Theologie 74, Jura 198, Medizin 158, Thierheiffunde 169, Rahnheilkunde 8. Philosophie 36, Mathematik 93, Naturwissenschaft 64, Chemie 73, Pharmazie 18, Kammeralwissenschaft 1, Forstwissenschaft 58, Geschichte 7, flassische Philologie 42, neue Philologie 93. 11 *** Bekanntlich hat die in Friedberg abgehaltene Hauptversammlung des Evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtum Hessen die in der Presse erörterten Vorschläge der Dreizehnerkommission der Eisenacher Konferenz, betreffend den engeren Zusammenschluß der deutschen evangelischen Landesfirchen abgelehnt, weil es der Pfarrverein für untunlich" hält,„ daß von einer Mitwirkung synodaler Vertreter ganz abgesehen ist" und„ daß Berlin als fester Sitz und der Präsident des Oberkirchenrats als fester Vorsitzender in's Auge gefaßt ift". Mit Rücksicht darauf nun, daß am 11. Juni feste Beschlußfassung über die Vorschläge seitens der Eisenacher Konferenz beabsichtigt ist. hat jetzt der Vorstand des Evang. Pfarrbvereins im Großherzogtum Hessen eine Eingabe an das Großh. Oberkonsistorium gerichtet mit der Bitte, das Oberkonsistorium wolle seinen Vertreter auf der Eisenacher Kirchenkonferenz beauftragen, gegen eine definitive Beschlußsassung über die Vorschläge" nachdrücklichst Widerspruch anzulegen und darauf hinzuwirken, daß„ diese für die gesamte Entwickelung unseres evangelischen Kirchenwesens unvermeßlich wichtige Angelegenheit zuvor der Beratung der einzelnen Landessynoden unterbreitet werde". * " Für die nächste Stadtverordneten- Sißung, die Donnerstag, den 11. Juni, nachmittags 4 Uhr stattfindet. ist folgende Tagesordnung: 1. Diensteinführung und Verpflichtung des Beigeordneten Curschmann; 2. Auslosung von Schuldverschreibungen von 1890er und 1892er Anlehen; 3. Baugesuch des Jakob Hartmann II. von Heuchelheim für die Straße Gießen- Heuchelheim, hier: Dispens von§ 18 des Ortsbauftatute; 4. Baugesuch des Jakob Azbach für die Marburgerstraße, hier: Dispens; 5. Genehmigung von Rechnungen; 6. Reparatur des städt. Pflasters, hier: Zustand der Einfahrten beim Caswerk und dem Postamt 2; 7. Reparatur von asphaltierten und zementierten Bürgersteigen; 8. Anbringung von eisernen Untergestellen und Miller'schen Patent= Sprengvorrichtungen an den beiden älteren Gießfässern; 9. Neubau der veterinärmedizinischen Institute, hier: Herstellung der Seitenstraße nordöstlich des Bauplages; 10. Der Reitweg in der Licher- und GrünbergerStraße; 11. Geländeaustausch am Riegelpfad; 12. Verkauf bon städtischem Gelände in der Neustadt an Philipp Wagner; 13. Desgl. an Heinrich Arnold II.; 14. Gesuch des Gast wirts Ferdinand Harnickel dahier um Erlaubnis zur Benuzung des Bürgersteigs vor dem„ Kaiserhof" in der Schulstraße; 15. Uebernahme und Unterhaltung des Erbbegräbnisses der Karl Faber Witwe; 16. Inkrafttreten der Friedhofs- und Begräbnisordnung; 17. Verlegung des Stadtringgrabens von der Steinftraße bis zum Walltor in die Nordanlage, desgl. vom Walltor bis zum Ausgerinne in die Oftanlage, Süd- und Westanlage; 18. Kanalisierung der Lahn; 19. Gesuch des G. Stalizky um Erlaubnis zur Vergrößerung seines Wirtschaftsbetriebes, Blockstraße 11; 20. Gesuch des Jakob Best dahier um Erlaubnis zum Gastwirt schaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 34. * ** Die Gießener Postuntenbeamten beteiligten sich letzten Sonntag in sehr großer Zahl an der Fahnenweihe des Postunterbeamtenvereins in Marburg. ** Ecke Wallthorstraße und Braugasse stürzte sich gestern Abend 7 Uhr ein 21- jähriges Mädchen im 3. Stock aus dem Fenster auf die Straße. Ein Bauführer der Kanalarbeiten, welcher nur wenige Schritte entfernt stand, verbrachte das Mädchen nach der Wohnung, von wo es nach der Klinit tam. Motiv: Liebeskummer?- ** Luftkurort Altenburg, 6. Junt. Der hiesige Kurverein entfaltet fortgesetzt eine rege Tätigkeit zwecks Anziehung des Fremdenverkehrs. Besonders rechnet man auch darauf, daß die in Salzschlirf weilenden Es werden Kurgäste zur Nachfur bet uns einkehren. noch immer Verschönerungen im Ort und der Umgegung vorgenommen, so daß Altenburg nach und nach in jeder Hinsicht mit anderen Kurorten in Wettbewerb treten fann. ) s( Ober- Breidenbach. In seiner jüngsten Sißung beschloß der hiesige Gemeinderat einstimmig, die bei Verwirklichung des Bahn projekts Alsfeld Schotten auf die Gemeinde entfallenden Kosten( Geländestellung und Vermessungskosten) zu tragen. -r Groß- Felda, 8. Juni. Die auf gestern abend nach dem Saale des Herrn Völzing von sozialdemokratischer Seite einberufene Wählerversammlug war start besucht. Der Redner Herr Orbig aus Gießen sprach über das Programm_der_soz-dem. Partei. Derselbe verspricht sich laut seinen Ausführungen nicht viel von den von liberaler Seite aufgestellten Zolltarissäßen. × Reinhardshain, 7. Juni. Endlich nach 2 Jahren hat unsere Gemeinde das langersehnte Ortsoberhaupt befommen. Es ist dieses der Landwirt Ludwig Graulich. Troßdem daß die Gegner sich die größte Mühe gaben, ist es denselben mißlungen, was sie mit dem Neugewählten vor hatten. Wir wünschen, daß seine Amtstätigkeit eine recht lange sein möge und daß er das ihm anvertraute Amt zum Segen uud Nugen der Gemeinde lenken möchte. Wir hoffen, daß sich aller Parteihaß in unserer Gemeinde gelegt hat; denn Friede ernährt, aber Unfriede verzehrt. ▼ Frankfurt a. M, 8. Juni. Der 11jährige Sohn Heinrich des Kohlenträgers Berberich, Breitgasse 14, dahier erhängte sich mitttls eines Riemens an der Zimmertür. In einem hinterlassenen Briefe giebt der unglückliche Knabe grobe M ßhandlungen, die er von seiner Stiefmutter zu erdulden gehabt habe, als Grund der Tat an. Schmalkalten, 7. Juni. Wie schon berichtet, wurden in Kühndorf am 2. Juni 2 Personen durch den Blitz getödtet. Bemerkenswert ist nun, daß die eine der getöteten Personen die Frau des Büchsenmachers Ehmann, in dem Moment, als sie der Blitz traf, thr kleines Kind auf dem Schoß hatte, und daß dieses Kind nicht den geringsten Schaden nahm. Aus dem Gerichts[ aal. Schöffengericht. Die Konrad W. Ehefrau von Gießen hat sich wegen Körperverlegung zu verantworten. Die Verhandlung ergiebt, daß sie gern schlägt. Das Urteil lautet auf 40 Mt. Geldstrafe event. 8 Tage Gefängniß. Hermann S. von Gießen war angeklagt, seinen Vater mißhandelt zu haben. Der Vater verweigert heute das Zeugnis und so geht die von ihm angezeigte rohe Tat ungefühnt aus. Dem Arbeiter Georg W. legt die Anklage Diebstahl zur Last. Er ist geständig, eine Schippe entwendet zu haben, nachdem ihm die feinige abhanden gekommen sei. Urteil: 3 Tage Gefängnis. Der Schäfer F. hat dadurch der Vorschrift des§ 328 B. St. G. B. zuwider gehandelt, daß er im vorigen Jahre eine größere Anzahl Schafe von Wieseck wegbrachte, ohne daß dieselben vom Kreistierarzt untersucht worden waren. Mit Rücksicht darauf, daß sich der Angetlagte damals in einer Zwangslage befunden hatte, sieht das Gericht das Vergehen als leicht an und ahnt es mit einer Gefängnisstrafe von 3 Tagen. Auf Geldstrafe kann nach dem Gesetz nicht erkannt werden. Stadtschüler Karl T. und Realschüler Hermann H. von Gießen sind der Sachbeschädigung angeklagt, indem sie einem Weißbindermeister Zum neuen Saalbau ( früber: Steins Garten). Donnerstag, den 11. Juni 1. Abonnements- Konzert ausgeführt von der Kapelle des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Heff.) Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn E. Krauße. Anfang präzis 8 Uhr. Die Liste liegt an der Kasse zum Abonniren offen. Zu Vereins- und Familien- f Eintritt 50 Pfg. Kleine Wohnung an ruh. Leute Näh. Kirchenplay 21, Gießen. 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Mts. bei dem Armenamt, Neuen Bäue 43, Zimmer Nr. 2 vorzubringen. Gießen, 4. Juni 1903. Die armen- Deputation der Stadt Gießen Mecum. Bekanntmachung. Betr. Die Vergebung der Zin= sen des Christian Gerhard Haft'schen Ver= mächtnisses. Aus obigem Vermächtnis sind zehn Gaben zu 19.71 Mt. an zehn bedürftige Familien bezw. Witwer oder Witwen zu vergeben. Anmeldungen zum Bezug fraglicher Zinsen sind bis zum 26. d. Mt. einschl. auf dem Armenamt, Neuen Bäue 43, Zimmer Nr. 2 mündlich oder schriftlich vorzubringen. Gießen, 4. Juni 1903. Die Grmen- Deputation der Stadt Gießen. Mecum. Junger Hausbarsche gesucht. | dadurch Schaben zufügten, daß sie von dessen Ralt in den Alingelbach warfen. Jedenfalls hat das Zischen des angelöschten Kaltes den Jungens Spaß gemacht. In Anbetracht der Jugend und der Unbestraftheit tamen die Angeklagten mit dem gerichtlichen Verweis davon. Auf der Anklagebant erscheint schließlich der Schuhmacher Johann A. von Gießen, um sich wegen Hausfriedensbruch zu verantworten. Da sich die Aussagen der beeideten Zeugen derart widersprechen, daß nicht mit Sicherheit festgestellt werden fann, wer von ihnen die Wahrheit sagt gewiß sehr bedauerlich so tommt das Gericht zum Freispruch. - ** Schwurgericht.( 1. Fall.) Einen interessanten Wahrspruch fällten gestern die Geschworenen gegen den Fabritarbeiter Johannes Sauer III. von Altenburg bei Alsfeld. Der bisher noch unbestrafte, 29 Jahre alte verheiratete Angeklagte war geständig, den Versuch gemacht zu haben, bei einer Ehefrau mit Gewalt unzüchtige Handlungen vorzunehmen. Hierbei war ihm der Hut vom Kopfe ge= fallen, er ließ sein Opfer, das er im Keller attagiert hatte, los um den Hut aufzuheben, welcher Moment von der Angegriffenen benutzt wurde, um zu entfliehen. Der Angeklagte erklärte, wenn er gewollt hätte, wäre es ihm ein Leichtes gewesen die Frau zu vergewaltigen. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, die wegen des versuchten Sittlichkeitsverbrechens aus§ 176 Abs. 1 d. Str. G. an sie gerichtet war, bejahten aber auch die Frage aus§ 46 d. Str. G., wonach der Versuch einer Straftat als solche straflos bleibt, wenn der Täter die Ausführung der beabsichtigten Handlung freiwillig aufgegeben hat. Eine weitere Frage ob eventuell fahrlässige Körperverlegung( Gesundheits- Beschädigung) vorliege, wurde von den Geschworenen ebenfalls rerneint, so daß der Angeklagte vom Gericht freigesprochen werden mußte. Neueste Nachrichten. Frankfurt a. M., 8. Juni. Die Baronin von Rothschild stiftete 300000 Mark für das hiesige Siechenhaus. Regensburg, 8. Juni. In Pfatter brach gestern Nachmittag Feuer aus. 27 Häuser wurden davon ergriffen, 13 Wohnhäuser brannten vollständig nieder, viel Vieh ist umgekommen. Gießen, 9. Junt. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter Der Pfd. 0.85-1.00 Mr. Hühnereter 6 Bfg., 2 St.12 Pfg., EnteneterSt. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mr. 1.20-2 40, Hahnen, per, Stüd Mr. 1.00-1.80, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bid. 54-60 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Bfd. 52-72 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 8.00-8.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 9.00-10.00, Milch per Liter 18 fa. Eine anerkennende Buschrist. Herrn Franz Wilhelm, Apothefer, t. und f. Soflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich. Mittersill. Mase Ihnen zu wissen, daß Ihr Wilhelm's antiarthritischer antirheumatischer Blutreinigungs- Thee sicben Personen, die gichtleidend waren, geholfen hat, so daß alle jetzt gesund sind; eine Berson, muß ich be= merken, ist schon ein ganzes Jahr im Bette gelegen, und auf mein Anraten hat sie solchen Thee getrunken und kann jetzt wieder ihren Auch meine Frau Geschäften nagehen. findet diesen Thee im Hause unentbehrlich. Ich sage dem Erfinder dieses Thees tausendmal Dant, indem dieser Thee in jedem Hause und in jeder Familie ist oder vorrätig sin soll. Achtungsvoll Georg Kräll. Bestandteile: Juneve Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemnsblätter 75, Bimmstein 150, votes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carur. wurz I 3-50, Radic. Cariophyll. 350, Chinarinde 8-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samer) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sasaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 350, weiß Senf 350, Nachtschattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechsein mit gewöhnlicher Handelsware. Nächste Ziebung am 30. Juni cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. nur 5 Mk. Jedes Loos ein Treffer! Gewinnlisten n. jeder Ziehung. Monatlicher Beitrag Bei Nichtconvenienz 3 Tage Reklamationsfrist. Umgehende Anmeldungen zu richten an: J. 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