Nr. 236. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhefftsche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmitags. Donnerstag, den 8. Oktober 1903. Gießener 12. Jabrgang. Jusertionsprei 8: Die einfpaltige Betitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das Geschlecht der Handfchrift. Haben die Handschriften ein Geschlecht? Schreibt der Mann wie die Frau oder kann man die Handschrift einer Frau von der eines Mannes unterscheiden? Die zünftigen Graphologen sagen energisch: Ja! Man kann sie unterscheiden!" Alfred Binet, der Leiter des psycho- phyſiologiſchen Laboratoriums an der Sarbonne, hat untersuchen wollen, ob die Behauptungen der Graphologen sich beweisen lassen. Er hat, wie er mitteilt, zunächst alle Schriftproben entfernt, die bei der Untersuchung, ob eine bestimmte Handschrift von einem Manne oder von einer Frau herrührt, als Wegweiser hätten dienen können. Ganze Briefe oder auch nur Bruchstücke aus Briefen konnten also nicht in Betracht tommen, sondern nur Adressen. Auch hierbei ging Binet mit der größten Vorsicht zu Werke. Briefkouverts mit vorgedruckten Aufschriften, mit bestimmten Siegeln und Parfüms, wurden nicht zugelassen, da sie leicht auf Geschlecht und Charakter des Briefschreibenden hätten schließen lassen tönnen. Kurz, es wurde alles so gewissenhaft, wie nur irgend möglich vorbereitet. Es wurden zuerst den professionellen Graphologen und dann solchen Leuten, die von den Geheimnissen der Graphologie keine Ahnung haben, 180 Adressen( 8 bis 20 Worte enthielt jede Adresse) zur Prüfung vorgelegt. Es muß zunächst bemerkt werden, daß, da die Wahl nur zwischen zwei Lösungen stand, durch bloßen Zufall 50 Prozent genaue und richtige Angaben gemacht werden konnten. Um also von einem„ Geschlecht der Handschrift" sprechen zu können, mußte man bedeutend mehr richtige Antworten erzielen. Giner der bekanntesten Graphologen stellte unter 46,, Diagnofen" 41 richtige, also 89 Prozent. Eine Diagnose war bon Binet für falsch erklärt worden; der Graphologe ertlärte jedoch entschieden, daß sie richtig sei und er hatte recht: Binet hatte sich täuschen lassen. Ein anderer Graphologe gab 75 Prozent richtige Antworten. Aber auch von den Leuten, die von der Graphologie als Wissenschaft nichts berstehen, trafen viele in vielen Fällen das Richtige; die richfigen Antworten betrugen hier 65 bis 73 Prozent. Am sichersten urteilten Leute, die viel mit Handschriften zu tun haben, vor allem Lehrer und Lehrerinnen. Die zahlreichen richtigen Antworten lassen sich nicht mehr als„ Zufall" bezeichnen. Man wird also wohl zugeben müssen, daß es ein Geschlecht der Handschrift gibt. Zwischen der Männer- und der Frauenschrift gibt es aber Abarten, bei welchen die als Unterscheidungsmerkmale dienenden Schriftzeichen sich so abschwächen, daß sie schließlich ganz verschwinden und selbst die flügsten Graphologen zu rrtümern verleiten. So wurde eine Handschrift von 15 Graphologen und unter ihnen befand sich der berühmteste Graphologe Frankreichs fir die Schrift einer Frau erklärt, und nur einer bezeichnete sie als die Handschrift eines Mannes. Die Adresse war in der Tat von einent alien, robusten, ungebildeten Kutscher geschrieben! Die Handschrift alter Leute ist überhaupt geeignet, den Graphologen Fallen zu stellen. Ob die Meihode" der Graphologen sicherer ist, als das bloße Ahnen der Unbefangenen, muß dahingestellt bleiben. Betrug doch der Unterschied zwischen den richtigen Antworten der Graphologen und der Unbefangenen nur 2 Prozent( 75 Prozent und 73 Prozent)! Was geht in Ungarn vor? Drohende Botschaft kommt aus Ungarn. Das Gespenst der Revolution steht mahnend vor den Toren. Gleichzeitig tegt es sich im Volk, für das die Kommunalbehörden Partei nehmen, und in einem großen Teil des Militärs. Die Fragen, um die es sich handelt, sind altbekannt. Die Art, wie man sie erörtert, wird immer fanatischer. Schon gibt es Zusammenrottungen, Fenster werden eingeworfen und Revolten verübt. Man schreckt nicht mehr zurück vor den blinkenden Bajonetten der Soldaten. Man stürmt in ungeheuren Haufen gegen die Kasernen, und nur entschlossene. Gewalt hält noch mühsam die Ordnung aufrecht. Zu der immer ernster werdenden Lage geht uns die folgende Schilderung unseres O- Mitarbeiters zu: Was jezt werden soll, ist die brennende Frage. Szell, der vielleicht instande wäre, seine Volksgenossen noch vom Aeußersten zurückzuhalten, weigert sich beharrlich, in solchen Zeitläuften das Ministerpräsidium wieder anzunehmen. Khuen ist so berhaßt, daß sein abermaliges Verbleiben im Amte ein schwerer taktischer Fehler wäre. Ob Julius Andrassy aber der Mann ist, einer Situation gegenüberzutreten, wie fie augenblicklich vorhanden ist, scheint mehr als zweifelhaft. Der Kranz am Kossuth- Denkmal. Am bedenklichsten sieht es in Szegedin aus. Dort hatten Soldaten am Sockel des Kossuth- Denkmals einen mächtigen Kranz niedergelegt, der die Aufschrift trug: Die zurückbehaltenen Soldaten deinem heiligen Andenken." Als eine Militärabteilung erschien, um diesen Kranz zu entfernen, protestierten die Schuyleute dagegen. Trotzdem brachten die Soldaten den Kranz aufs Stadthaus zum Vize- Stadthauptmann. Als das bekannt geworden war, zog eine vieltausendföpfige Menschenmenge vor das Stadthaus, um die Herausgabe des Kranzes zu fordern. Tatsächlich gab der Vize- Stadthauptmann den Kranz heraus, weil das Vorgehen der Soldaten ein unberechtigtes gewesen wäre. Und abends be= festigte die Menge den Kranz am Denkmal. Darauf zog sie - es waren wohl nahezu 15 000 Personen vor die Wohnung des Honvedoberleutnants Horvasch, der den Kranz entfernt hatte, bestürmte sie und warf sämtliche Fenster ein. Eine Kompagnie Honved mußte die Demonstranten erst auseinandertreiben. Am Nachmittag zogen zwei Kompagnien des 46. Infanterieregiments unter Hauptmann Dominik vor das Kossuth- Denkmal und entfernten trotz des Protestes der Polizisten, welche die Säbel zogen, den Kranz abermals. Auf dem Marsch in die Kaserne warf die Menge die Soldaten mit Steinen, so daß diese zweimal einen Bajonettangrifi machen mußten. Die Stadt beschloß, eine Deputation zum Kommandanten zu senden und die Rückgabe des Kranzes zu fordern. An den Honvedminister wurde ein Telegramm ab= gesandt, in dem Verstärkungen gefordert wurden. Als dies bekannt wurde, stürmte die Menge nach dem Bahnhof. Eine schnell requirierte Honvedmannschaft wurde nur durch Einspruch des Stadthauptmanns davon zurückgehalten, zu feuern. Berittene Polizei zerstreute schließlich die dichten Menschenmassen. Eine Version will jetzt wissen, daß der Unheilskranz nicht von Soldaten niedergelegt wurde, sondern von bürgerlichen Aufruhrschürern. Straßenexzesse mißvergnügter Soldaten. Auch aus einer Menge anderer Orte kommen bedrohliche Nachrichten. So verübten in Jaroslau drei drittjährige Husaren arge Straßenerzesse. Sie hieben mit ihren Säbeln um sich, als sie festgenommen werden sollten, und ergriffen dann die Flucht. Dabei erhielten sie von etwa fünfzig Kameraden, die in Hemdsärmeln herbeieilten, Sufturs. Einer Patrouille, welche die Erzedenten verfolgte, gelang es nicht, sie einzufangen. In Prag veranstalteten siebzig Rekruten große Ausschreitungen. Als die Polizei einschreiten wollte, ergriff die Menge die Partei der Soldaten. Schließlich mußte die Wache vom Säbel Gebrauch machen, wobei es zu revolutionären Kundgebungen des Volkes kam. Rufe wie: Schlagt die Wache tot!" wurden laut und zahlreiche Verhaftungen mußten vorgenommen werden. In Leutschau demonstrierten junge Beamte zu Gunsten der zurückbehaltenen drittjährigen Soldaten. Gendarmerie mußte einschreiten. In Arad schließlich gab ein ansehnlicher Teil der städtischen Beamten seiner Gesinnung Ausdruck, indem er auf die Gehaltsquittung den Vermerk schrieb:„ Wir protestieren dagegen, daß uns die staatlichen Steuern in Abzug gebracht werden." Daraufhin verweigerte der städtische Oberbuchhalter die Liquidierung der Quittungen. Der Bürgermeister, bei dem sich die Beamten beschwerten, entschied, daß die städtischen Beamten das Recht hätten, derzeit die Steuern zu verweigern. Auch ein Zeichen, wie sehr selbst unter den städtischen Behörden der Geiſt der Auflehnung Bloh ergriffen hat. Ein zweifchneidig Schwert. Man schreibt uns: Als Caesar in Gallien stand, kam ea mehrmals vor, daß seine Soldaten damit drohten, ihm den Gehorsam zu verweigern und den Dienst aufzusagen. Er wandte sich in solchen Fällen an seine erprobte zehnte Legion, die ihn denn auch immer wieder aus der Patsche riß. Das Bild des Streiks, wie es moderner nicht sein kann. Erst die Bewilligung ihrer Forderungen, oder die eiserne Daseins. notwendigkeit trieb damals die Abtrünnigen zu ihrer Pflicht zurück. Die Soldaten der Elite- Legion aber glichen den Arbeitswilligen, welche man heute die Streifbrecher nennt. Ben Akiba hat recht: es ist alles schon dagewesen. Ohne dringende Not und in denkbar ungeeignetster Zeit sind die Kutscher der Berliner Omnibus- Gesellschaft in den Ausstand getreten. Sie überreichten ein ganzes Bukett von Forderungen, deren Erfüllung nicht in den Kräften der Unternehmung lag, die selbst gerade keine glänzenden Geschäfte macht. Jeder Einsichtige mußte den Ausgang im voraus sehen. Und es ist genau so gekommen, wie es zu erwarten war: Massen von Arbeitswilligen sind eingesprungen und in wenig Tagen war der Streif beendet. Es war für die Gesellschaft ein geradezu spielender Sieg. Natürlich ist die größte Mehrheit der ausständigen Kutscher nun brotlos geworden. Grollend stehen sie am Wege, und ihre darbenden Familien klagen sie finster an. Unbeteiligte Agitatoren waren schuld an dem Streif. Welcher von ihnen springt nun helfend bei, seine Tat wieder gul zu machen? Es ist immer das gleiche, wenig erquickliche Bild: ob im Ruhrrevier die Bergleute streifen oder in Hamburg die Dockarbeiter, in Budapest die Straßenbahn- Ange stellten oder in Mailand die Eisenbahner. Die Lehre, die allerwärts am Ende herauskommt, wird zu wenig beachtet. Immer ist es das ehrliche Streben, das fanatischem Werbedrange zum Opfer fällt. Manchmal sind die Forderungen, deren Nichtbewilligung schließlich zum Streit führt, durchaus berechtigte. Auch dann ist der Ausstand ein zweischneidiges Schwert. Im besten Falle wird eine Einigung erzielt, und die Arbeit bald wieder aufgenommen. Aber das Vertrauen des Arbeitgebers zu den Arbeitern, die willkürlich ihm den Dienst aufgesagt, 196 ohne zu bedenken, wie großer Schaden ihm daraus ent. springen könnte, ist natürlich dahin. Meistens endet die Sache absolut zu Ungunsten der Ausständigen. Brotlosigkeit und bitteres Elend ist dann immer die Folge. Und es sind nicht nur die Chancen, die meistens bei Streits auf Seiten der Unternehmer sind, es ist vielfach auch das Recht. Mit dem schönen Schlagwort der Beteiligung der Arbeiter am Reingewinn ist gar nichts getan. Daß die Arbeiter dann auch billigerweise mit am Risiko tragen müßten und an etwaigen Verlusten, davon erwähnen die ,, chrlichen Makler" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sicherlich nichts. Glaubt man im Ernst, die Arbeitgeber lassen es aus purer Wollust bis zum Streif fommen? Ihr Scha den ist selbst im Falle des Sieges petuniär sicher der größere. In ihrem Interesse liegt es also, wenn nur irgend möglich, die billigen Forderungen ihrer Arbeiterschaft zu erfüllen. Wenn sie es trotzdem nicht tun, dann können sie es eben wirk. lich nicht. Wer anderes lehrt, verbreitet bedauerlichen Frrtum. Zahlen trügen selten, und sie haben fast immer bestätigt, daß die Dinge so liegen und nicht anders. Kann man es aber unter solchen Umständen den Unternehmern berübeln, daß sie so schnell wie möglich Ersatz schaffen für die Streifenden? Jeder Tag des Stillstandes bringt ihnen neue Verluste. Das ganze Unternehmen kann in Frage ge stellt werden, wenn der Ausstand sich in die Länge zieht. Es ist also einfach Notwehr, wenn sie sich zu helfen suchen, so gut sie können. Und sollen sie dann, wenn die Streifenden zu Vernunft gekommen, die Armen wieder aus der Arbeit jagen, die ihnen ihre Kräfte zur Verfügung stellten, als Not am Mann war, nur um denen, die ihnen den Stuhl vor die Türe gesetzt, wieder ein warmes Nest zu bieten? Sind diese Arbeitswilligen wirklich die Schurken, als welche sie ausgegeben werden, weil sie hungerte und fror, und sie die Gelegenheit ergriffen, sich und die Ihren von trostloser Not zu erretten? Wer hat ein menschliches Empfinden und will den ersten Stein aufheben?... Streit ist ein zweischneidig Schwert. Und bei jeglichem Dinge, das man tut, erwäge man reiflich das Ende. Die Politik. Mit der Feuersicherheit der Warenhäuser ist es im allgemeinen nicht so bestellt, wie es im Interesse des Publikums zu wünschen wäre. Es ist erklärlich, daß auch unsere Volksbertretungen anfangen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Bayern voran. Die Kammer der Abgeordneten berät nämlich heute( Donnerstag) eine Interpellation betr. die Feuersicherheit in Warenhäusern, die wissen will, inwieweit die Regierung nach dieser Richtung hin Vorsorge getroffen habe. Der Besuch des Königs Leopold der Belgier in Wien trägt vor allen Dingen politischen Charakter. Der König braucht diplomatische Unterstützung in der Kongofrage gegen England und will sich deshalb sowohl an Kaiser Franz Josef, wie auch an den Deutschen Kaiser wenden. Er wird also dieser Tage vermutlich auch nach Berlin kommen. † Der russische Bär will nun durchaus auch Korea in seine Gewalt bekommen, und geht auf sein Ziel los, ohne Rücksicht auf die Proteste der mehr oder minder beteiligten Regierungen. So ist in London das anscheinend begründete Gerücht verbreitet, die Russen hätten in Yengampho Forts errichtet und mit Geschützen versehen, obgleich die koreanische Regierung bei ihrer Weigerung beharrt, ihnen Land zu verpachten. Im Zusammenhang mit dieser Tatsache steht wohl die Meldung aus Yokohama, wonach eine japanische Flotte mit mehreren Regimentern verschiedener Waffengattungen an Bord an der Küste von Korea auf der Höhe von Fusau liege. Will Japan dem bedrängten Korea zu Hilfe fommen? Eine mit stürmischem Jubel aufgenommene Rede hielt Chamberlain in Glasgow. Er vertrat seine volkswirtschaftlichen Ideen in alter Weise und nahm Balfour in Schutz, der wärmste Anerkennung verdiene. Er verteidigte den Schutzzoll auf Nahrungsmittel mit Kraft und Wärme. Die Aeuße rungen der englischen Presse sind so auseinandergehend wie möglich. Aus allen aber spricht die hohe Achtung vor dem staatsmännischem Genie Chamberlains. A Der Ausstand in Lille dauert fort und die Erzesse haben sich bereits bis zu Gewalttätigkeiten gesteigert. In Lille selbst wurde eine Anzahl Häuser demoliert und mehrere Barrikaden aufgeführt, die von der Gendarmerie wieder zerstört werden mußten. In den Bäcker- und Fleischerläden, Wirtschaften und sonstigen Geschäften erzwangen die Ruhestörer die Herausgabe von Lebensmitteln. An mehreren Orten mußten Dragoner und Gendarmen gegen die Menge vorgehen und Fabriken und Geschäftshäuser beschützen. Eine Kapelle wurde geplündert, Telegraphenlinien zerstört. Der sozialistische Bürgermeister von Lille, Deputierter Delory, weigerte sich, die Truppen in den Häusern der Gemeinde unterzubringen. Es ist noch nicht zu übersehen, welche Dimensionen diese Ausschreitungen nehmen werden. Wie es scheint, sind Rußland und Desterreich- Ungarn fest entschlossen, ihrer Balkannote Respekt zu verschaffen. Sie protestierten energisch bei der Pforte gegen die Einsetzung einer mazedonischen Kommission unter Hilmi Bascha und вит midh. Rampee6i3a fagte bir pasid mei mir das Recht Und ich verstehe das nicht. Grund ist. fchon. Das Recht ist da, wo der Aber einem Rechte läßt sich entsagen. getan, zweimal." Ich habe das Man hat dich dazu gezwungen!" brauſte er auf. Rebenraume, gente Tropfen Tiefen über ihr blaffes Besicht durch Flucht rettete, um nicht die Herrschaft über sich selbst nunft war plötzlich wieder so rasend geworden, daß er sich gegangen. Der Kampf zwischen seiner Leidenschaft und Verhohen Gestalt, ohne Gruß, ohne ein weiteres Wort war er und ihre Augen waren eine einzige, große, flehende Bitte. In der nächsten Sekunde schloß sich die Türe hinter seiner fich straubenden zurück. nicht allzu lange dauern, denn faum waren reichte; Leefte bergnügt Theodors Hand, als dieser ihn Helene wort als: An deinem Geburtstag Senchen bu mirit ishon Minuten bergangen, da kehrte er auch schon freudeſtrahlend Auch Daisy schien froher Laune zu sein, denn er er Selene gebeten, eine Weile zu warten. Es follte auf ihr Fragen gab letterer feine andere Ant3wanzia hin fichtigteit sehen war gewesen. und metn Berbrechen nur ein Berbaftes Erscheinen. Gerührt schloß ihn Frau Cäcilie mit dem Ein allgemeiner Schrei der Freude begleitete Daisys sprungweißen Seidenhaar, gerade in den Schooß Frau Langes. sprang mit einem fühnen Say Daisy, mit langem schneeMit diesen Worten öffnete er den Korb, und heraus berbaten sich) alle Aenderungen des von ihnen aufgestellten Reformprogramms. Wie wenig übrigens Bulgarien an Abriistung denkt, zeigt sich wieder darin, daß die zu dreiwöchigen Uebungen einberufenen sechs Reserveklassen des slidbulgarischen Regiments noch fernerhin unter den Fahnen behalten werden. O Die Uebersiedelung des ehemaligen serbischen Ministerpräsidenten Dr. Vladan Georgevitsch nach Belgrad wird als politisches Ereignis betrachtet. Georgewitsch lebte bekanntlich seit der Heirat des Königs Alerander im freiwilligen Erile in Wien. * Der junge König Alfons von Spanien wird voraus. sichtlich im November dem König von Portugal seinen Gegenbesuch machen. Im nächsten Jahre konunt König Alfons bekanntlich nach Verlin. Zur Beseitigung des Arbeitermangels in den Bergwerken von Transvaal wollen die Engländer jetzt asiatische, speziell chinesische Arbeiter einführen. Der erste Transport wird wahrscheinlich schon im Januar nächsten Jahres landen, und von dann an werden 3000 Arbeiter in jedem Monat eintreffen. Die Hochstapelei gedeiht auch in China schon. Die deutsche Gesandtschaft in Peting veranlaßte bei der chinesischen Regierung Ermittelungen über einen angeblichen ehemaligen Kapitän der deutschen Marine, namens Bode, der von der Provinzialregierung unter der Drohung Geld erpreßt hat, er werde sich sonst bei der Gesandtschaft beschweren. Heer und flotte. Zum Militär- Reitinstitut in Hannover sind vom 1. Of. tober d. Js. ab zu einem zweijährigen Kursus im ganzen 59 Offiziere kommandiert worden, nämlich 5 Oberleutnants. 81 Leutnants der Kavallerie, 3 Oberleutnants, 19 Leutnants der Feldartillerie und ein Oberleutnant der schwedischen Leibgarde zu Pferde. Unter den Kommandierten befindet sich fein der Gardekavallerie angehöriger Offizier, nur das sächsi sche Garde- Reiterregiment ist an dem Kommando beteiligt. frei zutage trat. Der Förster war eben in Graz, die Geschwister waren in der Schule und die Dienstmagd hatte sich einer Besorgung wegen außer Hause begeben. Der Gendarm, dem die Anzeige des Burschen von Anfang an nicht glaub. würdig vorfam, nahm ihn vor der Leiche in ein scharfes Verhör und brachte ihn zum Geständnis, daß er das Mädchen erschossen habe. Er will das Mädchen besucht und bei dieser Gelegenheit einem Schrank ein Gewehr entnommen und ohne zu wissen, daß es geladen war, damit gespielt haben, bis der Schuß losging und das mit dem Fegen der Stube beschäftigte Mädchen traf. Die gerichtliche Untersuchung der Reiche ergab, daß dem Mädchen Gewalt angetan war. Schiffsarmierungen. Für die z. 3t. noch auf den Werften im Bau begriffenen Linienschiffe Braunschweig"," Elsaßẞ" und„ Hessen" werden gegenwärtig auf den Kruppschen Werken in Essen Geschüße hergestellt, die sich sowohl ihrer Konstruktion als auch ihrer Größe nach bisher noch nicht in der Marineartillerie oder an Bord der Schiffe der deutschen Flotte befinden. Es sind dies 28 3tm. und 17 3tm.- Schnellfeuergeschüße von 40 Kaliber Rohrlänge, welche für die Haupt- und Mittelarmierungen der neuen Linienschiffe bestimmt sind. Die Anschaffungskosten für jedes Schiff betragen 7% Millionen Mark, während die Armierung des neuesten im Dienste befindlichen Linienschiffes Mecklenburg", das in den letzten Wochen seine Probefahrten beendete, nur gegen 5 Millionen Mark betrug. Hus dem Gerichtsfaal. Der„ Stahlkönig" Charles Schwab wird jetzt von dem Massenverwalter des amerikanischen Schiffsbautrusts betrüge rischer Praktiken beschuldigt, die aus einer Transaktion wegen der Bethlehemeisenwerte berstammen. Schon vor längerer Beit tauchten, wie erinnerlich, Gerüchte auf, die ungünstiges über den Vertrauensmann der amerikanischen Stahlindustriellen zu erzählen wußten und damals seinen Rücktritt vom Präsidentenposten zur Folge hatten. A Das Verbrechen türkischer Soldaten an einer deutschen Köchin im Konstantinopeler Hospital Guelhane, das wir fürz lich meldeten, wird jetzt doch seine Sühne finden. Während der Untersuchungsrichter zuerst erklärt hatte, daß das Mädchen den Soldaten durch ihren leichtsinnigen Lebenswandel Anlaß zum Sittlichkeitsattentat und Beraubung gegeben habe, sollen jetzt die drei Schuldigen, ebenso wie ihre vor gesetzten Offiziere strengstens bestraft, der militärische Direktor des Hospitals abgesetzt werden. Die Köchin erhält 250 Pfund Türkisch( etwa 4500 Mark) als Entschädigung für die erlittene Mißhandlung. die Prinzessin und hatte ihren Borjazz ausgeführt, ehe der Prinz sich von seinem Staunen erholen konnte. hat werden hör brt? Da fdjein irbahn gezählt [ Der lette Dr. Josef Hoff ettendiva Mari Briefe der Verf Briefe bom 29. bleiben. 3d är ungen. Es ist body warum Fs fommt ja, n He drei Jahre jon 70 fein? ift. Gin Leri 1833" angegeb jeits gelassen. lle nach." [ Das neueste Ballspiel,] das jetzt in England großen Anflang findet, nennt sich" Tamburello", nach denr Spielgerät, das in Tamburins besteht, die die Stelle des Rackets beim Lawntennis vertreten. Im übrigen gelten die selben Regeln wie bei Tennis. Das Tamburello verlangt eine bedeutende körperliche Bewegung; es gehört ein sehr träftiges Handgelenk dazu, den Ball mit einem so seltsamen Instrument zu treffen. Das Tamburin kann mit den gewöhnlichen Glöckchen ausgestattet sein, wodurch das Spiel dann musikalische Begleitung bekommt. Wenn vier Spieler gut abgestimmte Tamburins haben, so wird der Reiz natür lich erhöht und das Spiel besonders reizvoll für Damen werden. Aber auch Männer werden das Spiel gern als Zeitvertreib betrachten, denn es ist keineswegs leicht, es gut zu spielen. Anfängern wird es sehr schwer, überhaupt einen Ball über das Netz zurückzuschlagen. ** Die Bahnbeförderung der Rekruten behufs Stellung bei ihren Truppenteilen erfolgt auch in diesem Jahre ohne eine Zusammenstellung von größeren Transporten. Wie in den letzten beiden Jahren haben sich die angehenden Vaterlandsverteidiger von ihrer Heimat aus direkt zu dem Truppenteil zu begeben, für welchen sie ausgehoben worden sind. Der Gestellungsbefehl enthält Angaben darüber, von welchem Bahnhofe aus und zu welcher Zeit die Abfahrt zur Truppe zu geschehen hat. Gegen Vorzeigung des Befehls erhalten die Beorderten an den Schaltern die Fahrkarten ausgehändigt. Sie sind verpflichtet, möglichst eine Stunde, wenigstens aber eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges die Militärfahrkarte zu lösen. 1'bsolut nicht Redner bei e ¡ ic, ihn mit Ohnmacht. ** Gebt a hvarte Roffitte Fischen Verfuc werte Aufschli Die Nichtung In jeder Zug Aurischen Nel von Krähen diesen Vögeln Finen Fuß ge jehenen Met Freiheit gefe Tiere wird Much soll me [ Der bedrängte Saharakaiser.] Jaques Lebaudy, der Pariser Milliardär und Kaiser der Sahara in spe, hat in London, wo er sich zur Zeit inkognito" ganz wie ein ge wöhnlicher Vergnügungsreisender aufhält, unter den Ver folgungen abenteuerlustiger Leute, die ihn in sein Kaiser reich begleiten wollen, viel zu leiden. Das Dienstpersonal des Savoy- Hotels, in dem er logiert, ist entsetzt über die wilden Männer, die den Vorhof des aristokratischen Gast hofs belagern. Korsen, Albanier, Griechen, Malteser, Ar menier, alles Stämme, die der Levante einen schlimmen Namen geben, lungern, Zigaretten rauchend, dort umher, neben ihnen kühn und gefährlich dreinblickende Abenteurer, Deserteure von der Fremdenlegion, Gesellen, die allen mög lichen Herren gedient, für Don Carlos gestritten und in Zentralamerika gewerbsmäßig Regierungen gestürzt und Bürgerkrieg geführt haben. Sie möchten die Heerscharen Sr. Majestät zum Siege führen, in seinem Staate dienen oder seine Leibwache kommandieren und senden zum Teil Briefe oder Karten mit arabischen Adressen, um den Nach weis zu bringen, daß sie der Landessprache der Sahara mächtig sind. Doch keiner wurde empfangen. Die Besucher kamen zu Hunderten, besonders seit ein Schalk die Bosheit hatte, eine Unmasse Leute, Agenten und Lieferanten durch ein autographiertes Schreiben aufzufordern, ihre Waren zur Prüfung vorzulegen. Sie strömen von allen Seiten zusam men mit Katalogen, Modellen und Mustern von Ackergeräten, Kanonen, Handfeuerwaffen, Sätteln und Packzeug und allen mur erdenkbaren Dingen, so daß die Hotelsekretäre, die alles abweisen müssen, fast dem Wahnsinn nahe sind. Ein unter nehmender Agent fam sogar mit einem vierspännigen Wagen an, um Muster zerlegbarer Häuser zu zeigen. Es wurde ihm natürlich schleunigst abgewinkt. Unter Bezugnahme auf die mancherlei Grörterungen über die Kanalvorlage, die neuerdings durch die Presse gehen, schreibt uns unser CB.- Mitarbeiter auf Grund guter Informationen: Es ist außer allem Zweifel, daß die Regierung, die sich seiner Zeit so fest auf die wasserwirtschaftliche Vorlage festgelegt hat, ihren Plan nicht fallen lassen kann. Die Ueberschwemmungen in Schlesien bieten die beste Handhabe für eine Neubelebung des Projektes. Man wird Regulierungen für Schlesien und die Oder heutigentags mühelos durchsetzen können. Daraus erwächst ganz von selbst die Verpflichtung, auch anderen Gegenden gleiches Recht widerfahren zu lassen. Wenn man nach allem Vorhergegangenen natürlicherweise auch nicht annehmen kann, daß der ganze ursprüngliche Plan auf allen Strecken gleichzeitig mit dem gleichen Nachdruck in Angriff genommen wird, so ist doch vorauszusehen, daß bei dieser Gelegenheit der Bau des ganzen Mittelandkanals wenigstens im Prinzip gesetzlich festgelegt wird. Damit wäre zwar nicht viel, aber immerhin etwas gewonnen. Zumal, wenn die Vermutung zutrifft, daß man gleichzeitig mit dem Ausbau einer Teilstrecke einen praktischen Anfang macht. § Der Prügelpädagoge Dippold hat sich zur Zeit vor dem Schwurgericht zu Bayreuth wegen tödlicher Mißhandlung des Berliner Schülers Heinz Koch, und wegen schwerer Körperverletzung, begangen an dessen Bruder, Joachim Koch, zu verantworten. Die Vorgeschichte des Dramas, dem der junge Heinz Koch, ein Sohn des Direktors der Deutschen Bant, zum Opfer fiel, haben wir bereits früher ausführlich erzählt. Die Anklage bringt jedoch noch einige bisher unbekannte Grausamkeiten ans Licht, die der entmenschte Lehrer an seinen Böglingen beging. Er schnallte sie zur Nachtzeit auf einen Tisch, schlug auf sie los, bis der Stock in Trümmer ging, traftierte sie mit Fußstößen und Fußtritten. Den Joachim Koch würgte er dreimal derart am Halse, daß Bewußtlosigkeit eintrat. Fast jede Nacht raubte er den Jungen den Schlaf, indem er sie mit den Händen an das Kopfende, mit den Füßen an das untere Ende des Bettes band oder sie in Hemd stundenlang vor ihrem Vette stehen ließ. Oft weďte er sie nachts aus dem Schlafe, um sie zu prügeln und mit Prügeln zu bedrohen. Auch mußten sie barfuß im Schnee herumlaufen. Am 8. März mußte Heinz Koch nach einer furchtbaren Mißhandlung mit dem Stocke nachts gefesselt( in den Bock gespannt) auf dem Boden schlafen, so daß er sich nicht bewegen konnte. Am anderen Tage konnte sich das bedauernswerte Kind kaum aufrecht erhalten und verweigerte die Nahrungsaufnahme. Trotzdem trieb ihn Dippold auf und Heinz Koch mußte turnen. Als er die lebung vor Schwäche nicht machen konnte, mußte ihn sein eigener Bruder Joachim schlagen. Am 10. März brach Heinz Koch vor Schwäche mehrmals zusammen. Dippold trat mit Füßen auf ihm herum, während der Junge am Boden lag, riß ihn mehrmals auf und hielt ihn zur Arbeit an. Dippold sucht sich zu verteidigen, indem er sagt, daß Heinz Koch öfters Ohnmacht simuliert hätte. Nab und Fern. A Die deutsche Fischdampferflotte bildete den Gegenstand eingehender Untersuchungen des Bremerhavener Seeamts. Wie f. 3t. gemeldet, waren den Stürmen des letzten Winters nicht weniger als sechs Geestemünder und Bremerhavener Fangdampfer zum Opfer gefallen. 70 Menschenlehen sind dabei zu Grunde gegangen. Es wurde nun vom" Seeamt untersucht, ob diese vielen Katastrophen, denen sich noch eine größere Anzahl ähnlicher in früheren Jahren anreiht, etwa auf Mangel an Seetüchtigkeit bei unseren deutschen Fisch dampfern, auf fehlerhafte Ausrüstung in Maschinen, Resser, Kohlen u. s. w., oder vielleicht auf Mängel in der Ausbildung und Qualität der Besatzung zurückzuführen seien. Das Urteil der Sachverständigen lautete dahin, daß an der vollen Seetüchtigkeit unserer deutschen Fischdampfer nicht zu zweifeln ist. Die Maschinen- und Sesselanlagen entsprachen allen modernen Anforderungen; ebenso ist die Ausrüstung mit Sohlen eine mehr als ausreichende gewesen. Der Reichs kommissar hielt noch bessere Ausbildung der Kapitäne für erforderlich und glaubt durch Einstellung von Schiffsjungen ein besseres Material an Matrosen zu erhalten. Schwere Stürme richteten in zahlreichen Orten des westlichen und nördlichen Deutschland großen Schaden an. In Berlin, Dresden, Frankfurt a. M., Bremen, Kiel, Emden u. s. w. wütete der Orkan. In Dresden fegte er das vier Stockwerk hohe Gerüst des Neubaues des städtischen Volksbades um, auf dem sich 12 Mann befanden. Hierbei wurden 3 Mann getötet und 4 schwer verletzt. Auch in Berlin kamen verschiedene schwere Unglücksfälle vor. Die 56. Hauptversammlung des Gustav Adolf- Vereins fagte in Hamburg. Die Beteiligung aus allen deutschen Ländern und aus Desterreich ist überaus zahlreich. Vom Ausland sind Italien, Belgien, Frankreich und Brasilien durch Abgeordnete vertreten. Nach einer nicht öffentlichen Sigung der Delegierten des Hauptvereins fanden abends in sechs, den verschiedenen Stadtteilen angehörenden Hauptfirchen Festgottesdienste statt, die sämtlich stark besucht waren. In der St. Petri- und St. Nikolai- Kirche wurde nach beendigtem Gottesdienste eine Anzahl reicher Festgaben an Taufund Abendmahlsgeräten für Gemeinden in der Diaspora übergeben. Gin jugendlicher Lustmörder wurde in Kalsdorf bei Graz verhaftet. In der Gendarmeriekaserne erschien der 16jäh rige Bursche Frankl und zeigte an, daß Wilderer die 14jährige Tochter des Försters Herunter erschossen hätten. Er habe den Schuß gehört, dann einige Männer hinter dem Förster hause weglaufen gesehen und endlich das Mädchen im Haus flur mit zerschmettertem Kopf tot aufgefunden. Ein Gen darmerie Posten führer begab sich mit dem Burschen in das Forsthaus und fand das Mädchen in einer Blutlache liegen. Ein aus unmittelbarer Nähe abgegebener Schrotschuß hatte dem Mädchen die Schädeldecke abgerissen, daß das Gehirn Bunte Chronik. In Düsseldorf wurde unter dem Verdacht, Mädchenhandel zu treiben, ein angeblicher KunstHändler Hermann Dallmer aus Spandau verhaftet. größten Maß Hunderte, ja kaufende von angrenzenden eue Gefichts eröffnen und Alter der Vög weitesten Stre an alle säg Gärtner, übe von Krähen mit einem 9 thrennen und Bogelwarte Fidjiden. Au wenn mögli Alle Auslage wie Krähe be [ Eine eigenartige Huldigung] erweisen die Pariser schon jetzt der Königin von Italien, die in nächster Zeit an der Seite ihres Gemahls in die französische Hauptstadt ein ziehen wird. Ueberall singt man ihr zu Ehren: Viens, Hélène, viens, Hélène, viens, nach dem bekannten Viens, poupoule, der französischen Nachdichtung des Gassenhauers: „ Komm', Karlineken!" Sehr geschmackvoll ist eine solche volkstümliche Huldigung gerade nicht. Wie aus Nom gemeldet wird, hat sich übrigens die Königin von ihrem Autonobil- Unfall in Racconigi wieder vollständig erholt; derselbe var übrigens, wie man jetzt erfährt, bedeutsamer, als man mfänglich glaubte, da er vorzeitig und vorläufig die Aussicht auf einen Thronerben zerstört hat. -- In Kratz bei Essen wurde ein verheirateter Arbeiter von dem Liebhaber seiner Frau im Streit erschlagen. -In Kiel ermordete der Schlosser Behrens die geschiedene Frau Jöhnk, mit der er zusammenlebte. Darauf erstach er sich selbst. -In dem österreichischen Grenzort Oderberg raubten Diebe aus der Stadtkirche zahlreiche Wertgegenstände und zerbackten den Altar. Der Schaden beträgt 40 000 Mark. Vermischtes. [ Gerichtliche Kuriosa,] die er in langjähriger Prayis mfgelesen hat, veröffentlicht ein Breslauer Oberlandes gerichtsrat. In dem Büchelchen findet sich aus der ersten Zeit nach der Annerion von Hannover an Preußen 1866 olgende Anzeige an die Kronanwaltschaft zu Celle unter der Ueberschrift„ Vorsätzliche Anklage und Staatsbeleidi Jung". Die Denunziation lautet unter Beseitigung der innstörenden orthographischen Fehler:" Fünf Minuten vor 5 Uhr ging der Schuhmacher Biermann hier vor der Stadtlirche vorbei und der Apotheke zu, so rief er laut dreimal: Bismarck! Wie er wieder zurückkam, da hatte er ein großes Wort, sagte wieder, Bismarck würde aufgehenkt, und Hannöerisch würden wir doch. Majestätsbeleidigung! Die Frau Brünhöfer Beplat hat es auch angehört. Ich bitte dem Kriminalgericht um Bestrafung, er hat schon mehrmale gerufen: Hannöverisch werden wir doch! auf öffentlicher Straße. Ich fämpfe und mein Blut vergieße ich für meinen jetzigen König and für Gouverneur Bismard und für den Preußischen Staats. Dorette Knöfeldt." In einem Steckbrief, den das Amtsgericht Elze am 5. Mai 1868 gegen den Kalkfabrikan ten Moses Stern erließ, heißt es unter der Rubrik„ Besondere Kennzeichen": Das Aeußere desselben macht den Eindruck eines arabischen Häuptlings mit Ausnahme seiner Beleibtheit, wonach er zur äußern Erscheinung eines Pascha hinneigt". [ Die italienische Königin auf der Hintertreppe.] Eine hübsche Episode aus dem Leben des italienischen Königspaares erzählen angesichts von dessen bevorstehendem Besuch in Paris dortige Blätter. Die Königin ist eine eifrige Freundin aller Sports. Rudern, Radeln, Automobilfahren, Reiten nichts ist ihr fremd. Als sie noch als Kronprin zessin mit ihrem Gatten im Königlichen Schlosse Capo di Monte bei Neapel wohnte, hatte die fünftige Königin die Gewohnheit, jeden Morgen„ Hoch zu Rad" einen Ausflug in die Umgegend zu unternehmen. Eines Tages radelte die Prinzessin allein aus, ohne ihren Gemahl zu benachrichtigen. Bei der Rückkehr wollte sie ihrem vor der Villa wartenden Gatten durch eine elegante Wendung imponieren, verlor aber das Gleichgewicht und fiel auf den durch den Regen aufgeweichten Sand einer Allee. Diener eilten rasch herbei, aber die Prinzessin war schon aufgesprungen und betrachtete wehmütig ihre beschmutzte und zerrissene Toilette. Der Prinz von Neapel, der Augenzeuge dieses herrlichen Falles" gewesen war, tat sehr zornig, weil die Prinzessin ohne seine Erlaubnis und ohne seine Begleitung ausgefahren war. Siehst du," sagte er, das ist die Strafe für deinen Leichtsinn. Jetzt bist du so mit Straßenschmutz bedeckt, daß du kaum den„ Aufgang für Herrschaften" benußen kannst." ..Dann benube ich eben die Sintertrevbe." erwiderte einfach die auf ihre von Krähen geringen M untersuchen berichtet we lich Nebeltr Humor schrieb einst teilt hierdurd gerufen wurd daß ein Stud Ererbtes sind in der A[ Der entgleiste Premierminister.] Seddon, der wohljeleibte Herrscher und patriotische Premierminister von Neuceland, erregt im Mutterlande recht häufig unbeabsichtigte Heiterfeit. Es steht fest, daß König" Seddon, wie er spottend jenannt wird, gern redet und daß er ein glühender Verehrer des Herrn Chamberlain ist. Neuerdings hat sich nun der Jute Premierminister dazu verleiten lassen, seine Rede mit ranzösischen Worten zu verschönern, wahrscheinlich weil man hm den allerdings unangenehmen Vorwurf gemacht hatte, : r sei der ungebildetste hohe Beamte im englischen Weltreich. Der Versuch, seine Bildung in den Augen der Welt zu rehapifitieren, muß nach der Zeit" nun leider als durchaus geicheitert angesehen werden, wie die beiden nachstehenden Säße beweisen, die der böse demokratische„ Reynolds" der Rede Seddons entnimmt:„ Er tommt mir vor wie ein Mann, der ich einbildet, er ritte auf einem„ hors de combat", während r auf einem ganz gewöhnlichen Klepper sitt." Da das Wort , horse" im Englischen Pferd heißt, hatte King Seddon flugerpeise angenommen, daß das französische hors de combat" ( außer Kampf gesetzt) ein Schlachtpferd wäre. Der andere Sak lautet:„ Das Mutterland wird stets finden, daß Neuceland sein vis- à- vis ist, das dicht hinter ihm folgt." Hoffentich folgt Mr. Seddon nicht als vis- à- vis dicht hinter Mr. hamberlain in die politische Verbannung, sondern bleibt noch inige Zeit in feiner Herricherstellung zur Freude seiner Freunde und Gegner. Kein Wun der Jahrhu [ Immer langsam voran!] Der unglaubliche Fall, daß iner Sekundärbahn zu schnelles Fahren vorgeworfen wird, at sich in Eichelstedt zugetragen, dessen Gemeindevertretung inscheinend nur immer langsam voran" will. Sie hat nämlich den Beschluß gefaßt, sich beschwerdeführend an den Sisenbahnminister zu wenden, weil die Kaltenkirchener Sekundärbahn zu schnell fährt. In der Begründung wird ausgeführt, durch das schnelle Fahren kämen häufig Beriebsunfälle vor. Sat man schon jemals Klagen darüber D Kirchendien meine Ehre Dienste" b * Andreas bon Batte faal des überaus Pflanzen An dersell Fürftlid fe 1. Großh * morgige thal- Rabel gewiesen, Abonneme ben 13. Minna t Geiten no Direttion winfcht w läufig nod Vorstellun liebige and wertet wer find noch diefem gefchriebe regen erfreun Gießen i höhe bel modernen Veranstal empfohlen ung der Breisrichte Frankfurt gangenen Abenditur Vormitta geführt, ehet onnte. 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[ Der letzte Schmerz der Geiſtinger.] Die Gattin des Dr. Josef Hoffmann, des langjährigen Arztes der Opecettendiva Marie Geiſtinger, hat Wiener Blättern die letzten Briefe der Verstorbenen zur Verfügung gestellt. In einem Briefe vom 29. Juli heißt es: Heute heißt's nun im Zimmer bleiben. Ich ärgerte mich dieser Tage wieder über die Zeimgen. Es ist ja rührend, wie lieb man noch an mich denkt doch warum werde ich um jeden Preis älter gemacht? Es kommt ja, wenn man doch einmal so alt ist, wie ich, auf die drei Jahre nicht an aber warum soll ich durchaus schon 70 sein? Ich bin 1836 geboren, wurde also jetzt 67 ilt. Ein Lerikon hat einmal mein Alter„ Geburtsjahr 1833" angegeben und es dabei trop eines Protestes meinerseits gelassen. Und nun machen es die anderen Zeitungen alle nach." Die Geiſtinger war dafür bekannt, daß sie absolut nicht alt werden wollte. Als einmal ein indiskreter Redner bei einer Feierlichkeit ihr Geburtsjahr nannte, fiel jic, ihn mit einem lauten Schrei übertönend, in künstliche Ohnmacht. ** Gebt acht auf die Krähen! Die ostpreußische Vogelwarte Rossitten wird im Herbst mit einer Reihe von praktischen Versuchen beginnen, die voraussichtlich bemerkenswerte Aufschlüsse über einige noch dunkle Vogelzug fragen, wie Richtung und Schnelligkeit des Zuges, geben können. In jeder Zugzeit, Herbst und Frühjahr, werden auf der Kurischen Nehrung hunderte, unter Umständen, tausende von Krähen zu Speisezwecken mit Neßen gefangen. Von diesen Vögeln soll nun eine große Anzahl durch einen um einen Fuß gelegten und mit Nummer und Jahreszahl versehenen Metallring gezeichnet und dann sofort wieder in Freiheit gesezt werden. Die Erbeutung solcher gezeichneten Tiere wird stets interessante Schlüsse zulassen. Der Versuch soll mehrere Jahre hindurch und, wenn möglich, im größten Maßstabe fortgesetzt werden. Wenn wir dann erst hunderte, ja falls die Mittel der Station es erlauben- tausende von gezeichneten Krähen in Deutschland und den angrenzenden Ländern haben, dann kann der Versuch ganz neue Gesichtspunkte über die Verbreitung einer Vogelart eröffnen und auch über die viel besprochene Frage nach dem Alter der Vögel Aufschluß geben. Ohne Unterstützung der weitesten Streise ist der Versuch hinfällig. Darum ergeht an alle Jäger, Forstbeamte, Landwirte, Vogelliebhaber, Gärtner, überhaupt an jedermann die Bitte, beim Erbeuten von Krähen auf die Füße der Tiere zu achten, den etwa mit einem Ringe versehenen Fuß im Fersengelenk abzutrennen und in einem geschlossenen Briefumschlage an die Vogelwarte Rossitten, Kurische Nehrung, Ostpreußen, zu schicken. Auf einem beiliegenden Bettel ist genau Tag und, wenn möglich, auch Stunde der Erbeutung zu vermerken. Alle Auslagen werden zurückerstattet, auf Wunsch wird auch die Krähe bezahlt. Besonders gilt die Bitte den Landwirten, die auf ihren Gütern durch Gift zuweilen große Mengen von Krähen erbeuten. Sie mögen sich der verhältnismäßig geringen Mühe unterziehen, die umherliegenden Kadaver untersuchen zu lassen. Ueber die Ergebnisse wird seinerzeit berichtet werden. Die gezeichneten Vögel werden namentlich Nebelkräben und auch Saatkrähen sein. Humor des Auslandes. Professor Wilson in Edinburg schrieb einst an die Türe seiner Klinik: Professor Wilson teilt hierdurch den Studenten mit, daß er heute zur Königin gerufen wurde." Als er am Morgen zurückkehrte, fand er, daß ein Student hinzugefügt hatte: ,, God save the queen." Ererbtes Finanztalent. Daß die Amerikaner so firm sind in der Kunst, rasch große Vermögen zu erwerben!" Kein Wunder. Denken Sie, wie viele Kassierer im Laufe der Jahrhunderte nach Amerika durchgebrannt sind!" Lokales. ( Jugend.) Gießen, 8. Oftober 1903. Der Großherzog hat am 15. Auguſt dem Kirchendiener Heinrich Schmidt I in Winnerod das Algemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für 50jährige treue Dienste" verliehen. * Zur Feier der Vermählung des Prinzen Andreas von Griechenland mit der Prinzessin Alice von Battenberg fand am Donnerstag Abend im Kaisersaal des Residenzschlosses Hofta fel statt. An der überaus reich und geschmackvoll mit Blumen und Pflanzen gezierten Tafel waren 98 Gedecke aufgelegt. An derselben nahmen sämtliche in Darmstadt wellende Fürstlichkeiten teil. Die Musik stellte die Kapelle des 1. Großh. Inf.-( Leibgarde-) Regts. Nr. 115. - Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf die morgige Aufführung des so orginell ausgestatteten Blumenthal- Kadelburg'schen Lustspiels„ Der blinde Passagier" hingewiesen, das auf vielseitiges Verlangen als zweite FreitagsAbonnementsvorstellung wiederholt wird. Am Dienstag, den 13. Oktober, geht als erste Vorstellung Lessings Minna von Barnhelm" in Szene. Da von vielen Seiten nach der günstigen Aufnahme der Leistungen der Direktion noch nachträglich feste Wochen- Abonnements gewünscht wurden, so sei darauf hingewiesen, daß solche vorläufig noch ausgegeben wurden und für bereits versäumte Vorstellungen Gutscheine erteilt werden, die für eine beliebige andere Abonnementsvorstellung ohne Aufschlag verwertet werden können. Besonders im Freitags- Abonnement sind noch gute Plätze frei. *** Verein Hundesport Gießen. Die von diesem Verein für nächsten Sonntag, den 11. Oftober, ausgeschriebenen öffentlichen Preisschliffen werden sich einer regen Beteiligung hiesiger und auswärtige Kynologen zu erfreu'n haben. Der neue Sportplag am Mittelwege in Gießen in nächster Nähe von Philosophenwald und Liebigshöhe belegen, ist in tadelloser Ordnung und mit allen modernen Einrichtungen versehen, sodaß der Besuch dieser Veranstaltung am Sonntag auch weiteren Kreisen bestens empfohlen werden kann, zumal da auch für die Restaurierung der Anwesenden alle Vorkehrungen getroffen sind. Als Breisrichter werden die Herren Orth und Proeßler ans Frankfurt a. M. fungieren, und bei den zahlreich eingegangenen Meldungen dürften die Prüfungen sich bis zu den Abendstunden ausdehnen, obwohl der Beginn schon für den Vormittag auf 81 Uhr pünktlich angesezt ist." ** Soirée Fly und Slabe. Die geheimnisvollen Demonstrationen, die das bekannte Künstlerpaar Fly und Slade heute Donnerstag im„ Neuen Saalbau" zu Gießen zur Aufführung bringt, haben in allen Großstädten des In- und Auslandes, in allen gebildeten Kreisen viel Interesse erregt. Es sei noch bemerkt, daß es sich bei dieser Soiree also nicht nur um einen Vortrag, sondern um eine wirklich sensationelle Vorstellung, mit einem zwei Stunden füllenden Programm, handelt. * + Meuselwitz, 3 Dft. Eine teuere Tapete hat ein hiesiger Weichenwärter, der sein Wärterhäuschen mit alten Lotterielosen tapezirte. Der Mann hat seit Jahren mit vielen Kollegen gespielt und hat als„ Oberspieler" die Lose von 3 Jahren gesammelt. Die Tapete hat mehr als 1000 Mt. gekostet. Hungen, 8. Oftbr. Auf der Provinzial- Fohlenweide im Tiergarten sollen infolge eines Beschlusses der Verwaltungskommission nach Beendigung der diesjährigen Sommerweideperiode vom 1. Oktober an bis zum Beginn der nächstjährigen Weideperiode Fohlen in Winterweide und Pflege genommen werden. Der Provinzialverein stellt zu diesem Zweck die Stallungen und, soweit dieselben in Anspruch genommen werden können, die Weideschläge und den Wärter zur Pflege der Fohlen zur Verfügung. Zu den Warendiebstählen in der Firma K. Nowac- Gießen, worüber wir gestern eine kurze Mitteilung brachten, wird der„ Darmst. 8tg." folgendes aus Gießen geschrieben:„ Die Staatsanwaltschaft ist hier großen Diebstählen, die seit Jahren in zwei hiesigen Geschäften verübt wurden, auf die Spur gekommen. Es handelt sich um fortgesezte Seiden- und Leine waren- Diebstähle, welche von Verfäuferinnen begangen sein sollen. Gestern wurden zwei= Schotten. Am Sonntag fand im Lehrerheim VogelsSchwestern vernommen, die älteste wurde in Haft behalten. berg eine außerordentliche Generalversammlung des gleichEin drittes verdächtiges Mädchen hat sich vor vier Wochen namigen Vereins statt, die trotz der ungünstigen Witterung nach außerhalb an einen Tierarzt verheiratet. Ihre Ver- im Vergleich mit früheren derartigen Versammlungen recht haftung ist ebenfalls verfügt. Eine Schneiderin, welche einen gut besucht war. Da es dem stellvertretenden Vorsitzenden Teil des gestohlenen Gutes gekauft hat, ist wegen Hehlerei wegen Arbeitsüberhäufung unmöglich ist, alle Arbeiten zu verhaftet worden. Weitere Personen sind gleichfalls der erledigen, wurde in dem Schriftführer, Herr Ludwig- OberHehleret verdächtig. Die Chefs der bestohlenen Geschäfte| lais, eine Hilfe gegeben, sodaß in Zukunft alle das Lehrerhatten eine Anzeige unterlassen und sich durch die Zusicherung heim betreffenden Buschriften u. s. w. bis auf weiteres direkt einer Entschädigung von mehreren Tausend Mark von den an letzteren Herrn gerichtet werden fönnen. Die nächste Diebinnen schadlos zu halten versucht. Dennoch erhielt die Generalversammlung soll in Verbindung mit der nächstStaatsanwaltschaft einen Wink und ließ sofort die beiden jährigen Delegiertenversammlung des hessischen LandeslehrerChefs unter Eid vernehmen. Die Folge waren die vor- Vereins in Bad- Nauheim stattfinden, während in Zukunft genommenen Verhaftungen, mit denen allerdings der Kreis wieder alle Versammlungen im Herbste in dem Lehrerheim der Mitschuldigen noch nicht erschöpft sein dürfte. abgehalten werden sollen. 1000 Mt. Belohnung. Die seit 18. Auguſt 1901 verschwundene, damals sechsjährige Else Kassel aus Hannover ist noch nicht aufgefunden, und der Herr Regierungspräsident zu Hannover hat eine Belohnung von 1000 Mt. demjenigen zugesichert, welcher Tatsachen bekundet, die zur Ermittelung des Verbleibs des Kindes führen. Signalement ( z. Zt. des Verschwindens): Schlanke Statur, ein Meter groß, hellblondes, lockiges Haar, blonde Augenbrauen, graue Augen, volles, rundes Gesicht, rote Wangen, gesunde Zähne, deutliche Sprache; besonderes Kennzeichen: in der linken Hand eine Warze. + Bierbrauerei und Bierbesteuerung im Großherzogtum Hessen im Rechnungsjahr 1902. Im Jahre 1902 waren im Großherzogtum Hessen 125 Bierbrauereten im Betrieb, gegen 129 im Vorjahr, im ganzen wurden in diesen Brauereien 1567 134( 1901 1 574 087) Hektoliter Bier gebraut. Gegen das vorhergehende Jahr ergibt sich hiernach eine Minderproduktion von 6953 Heftoliter. Sämtliche Brauereien haben nur untergähriges Bier hergestellt; die im Vorjahr noch bestandene einzige Brauerei, welche obergähriges Bier bereitete, ist seitdem eingegangen. An Steuerpflichtigen Braustoffen wurden im Jahre 1902 30697641 Kilogramm geschrotenes Gerstenmalz und 21 652 Kilogramm sonstiges Getreide, an Malzsurrogaten 121 520 Kilogramm Reis und 160 Kilogramm Zucker aller Art verwendet. Gegen das Vorjahr kamen 767 731 kilogramm Gerstenmalz und Sonstiges Getreide und 3899 Kilogramm Malzsurrogate weniger zum Verbrauch. In Hinsicht der Ein- und Ausfuhr von Bier haben sich gegen das Vorjahr feine wesentlichen Veränderungen ergeben. An Brausteuer sind im Großherzog tum im Jahre 1902, nach Abzug von 5151 M. Steuervergütung für ausgeführtes Bier, 1228 521 M. eingegangen, 30 109 m. weniger als im Vorjahre. Die drei höchsten Steuerbeträge wurden mit 200 980 Mt., 84 488 Mt. und 88 070 Mt. entrichtet. + Alles findet Käufer! In Bingen wurde der Nachlaß" des hingerichteten Raubmörders Detrois versteigert. Der Radfahreranzug, indem er seine Tante ermordete, brachte 25 Mt. ein. Das Motorrad, das Detrois in Koblenz mit dem geraubten Gelde gekauft hatte, wurde um 395 Mt. an einen Mainzer Wirt verkauft. Auf diesem Rade fuhr Detrois von Koblenz nach Frankfurt a. M. Auch einige Damenkleider, die von Frankfurter Kellnerinnen stammten, fanden Liebhaber. Im ganzen wurden 895 Mt. gelöst. Modernste Backstein- Architektur. Was für eigenartige Architekturdetails die Moderne zutage fördert, darauf macht die Deutsche Töpfer- u. Ziegler- 8tg. aufmerksam. Vor kurzem ist die neue St. Benno- Kirche in Linden bei Hannover vollendet worden; der Erbauer derselben, Prof. Chr. Hehl in Charlottenburg, giebt eine Beschreibung derselben im Zentralblatt der Bauverwaltung, worin derselbe ausführt, daß im Innern der Kirche die Steine für Kapitelle, Kragsteine usw. nach Zeichnung aus vollen Biegeln mit dem Maurerhammer gehauen worden sind. ,, Was sind doch die alten grichischen Architekten für Stümper gewesen, daß sie die Marmorsäulen und Wände ihrer Tempelbauten abschliffen und prolirten. Wie viel schöner müßten diese Tempelbauten nach dem Sinne unserer modernen Rohbauarchitektur wirken, wenn die Schulen einschließl., die Kap telle und Gesimse mit dem Bossierhammer gehauen worden wären und sie müßten noch schöner wirken, je rauher und ungleichmäßiger alle Lager- und Stoßfugen der Marmorblöcke bearbeitet wurden, es muß allerdings berücksichtigt werden, daß von allen griechischen Tempeln auch nicht eine Säule mehr stehen würde, wenn deren Baumeister auf die technische Vollendung und die Auswahl ihrer Baumaterialien nicht so große Sorgfalt verwendet hätten." § Leihgestern, 7. Oft. Ein Landwirt, welcher in das Feld fahren wollte mit seinem Gespann Ochsen, tam in eine unglückliche Lage mit denselben. Die Ochsen wurden von der Blähung befallen. Durch sofortige Hilfe von Neuhof aus wurden die Ochsen vor dem Verenden gerettet. Ein Oberschweizer von Neuhof nahm an beiden Tieren den Panzerstich vor; die beiden wertvollen Fahrochsen sind heute wieder hergestellt. ]-[ Stockhausen, 8. Okt. In der hiesigen Grube erlitt dieser Tage ein Arbeiter einen bedauerlichen Unglücksfall. Durch herabfallendes Gestein usw. erlitt er derartige Verlegungen, daß er in die Klinit nach Gießen überführt werden mußte. Heldenbergen. Von einer Anzahl im„ Gasthaus zur Gehspiße" bei Groß- Karben versammelten Turnvereinen wurde am 4. Oktober der Turngau Niddatal" gegründet. Dem neuen Gau traten sofort 7 Vereine bei, während eine größere Anzahl Vereine ihren Eintritt in Aussicht gestellt hat. Das im Jahre 1904 abzuhaltende Gauturnfeft wurde dem Turnverein Klein- Karben übertragen. ▲ Griedel, 6. Dft. Gestern mittag verunglückte in der hiesigen Sandkaute Herr Johs. Kimmes von hier; er erlitt schwere Verlegungen an Armen und Beinen. Der Bedauernswerte wurde in die Klinik nach Gießen verbracht. " Bad Nauheim, 7. Oft. Gestern wurde hier in der Villa Saxonia" in der Frankfurterstraße ein Einbruch versucht. Der Täter drang durch ein offenes Fenster in die Parterreräumlichkeiten ein und überfiel zwei schlafende Damen, wobei er die eine derselben nicht unerheblich verlegte. Als auf die Hülferufe der Damen die übrigen Hausbewohner erschienen, war der Eindringling bereits entkommen. > Friedberg, 8. Oft. Wie aus Blaubeuren gemeldet wird, hat der Defan D. Wurster einen Ruf als Professor an das hiesige Predigerseminar erhalten. () Frautfurt, 8. Dft. In der vergangenen Nacht stürzte sich der 55jährige Sensal Joh. Heinr. Maas aus seiner im dritten Stock belegenen Wohnung auf die Straße. Er erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. Das Motiv der Tat soll Schwermut sein. Frankfurt, 8 Dft. Auf dem Hauptpostamt wurde gestern ein als unbestellbar zurückgekommenes Patet geöffnet, um den gleichfalls unauffindbaren Absender zu ermitteln. Als der Beamte die Schnur durchschnitten und das Backpapier abgenommen hatte, tam aus dem Karton ein unangenehmer Geruch hervor, und als man die Pappschachtel öffnete, fand man darin die bereits völlig in Verwesung übergegangene Leiche eines neugeborenen Kindes. Die sofort benachrichtigte Kriminalpolizei beschlagnahmte die Leiche; sie wurde heute vormittag seziert. Die Mutter des Kindes ist noch nicht ermittelt. (*) Frankfurt. Eine der zweckmäßigsten und am Meisten benugten Einrichtungen der sog.„ Ausführungsstelle" ist diejenige des Eilbriefes. Will Jemand eine eilige Mitteilung an einen Anderen gelangen lassen, so diftiert er der Ausführungsstelle diese Mitteilungen durchs Telephon und von dort werden sie in verschlossenem Kouvert per Radfahrboten an ihre Adresse gesandt. Gegen diese Nachrichtenübermittelung erhebt der Postfiskus Einspruch und hat einen Beamten beauftragt, die Boten der Ausführungsstelle auf derartige Gilbriefe" zu kontrollieren. " Mainz, 7. Oft. Kürzlich ging ein 12 jähriger Schuljunge durch, nachdem er seinen Eltern 70 mt. gestohlen hatte. Auf die Schulbank hatte er damals geschrieben: " Es ist erreicht"! Jezt ist er zurückgekehrt, nachdem er das Geld auf einer Rheinreise" durchgebracht hat. " Brieffaften. L. B., Ettingshausen. Soeben sendet uns Krischdoff Schomber aus Weimar beste Grüße. Eine kleine notwendige Geschäftsreise hat ihn nach dem schönen Thüringen geführt. Mit neuen Anschauungen und Erlebnissen wird er dann nach der Rückkehr seine„ Briefe" veröffentlichen und Ihrem Wunſche volle Rechnung tragen können. Marktberichte. Gießes, 8. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Bfb. 0.90-1.00 Mt., Hühnereter 2 Stüd 14-16 Bfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Mr. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stüd Mr. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.80-2.40, Gänse Þ. Bfb. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-7.00 mt., Zwiebeln per 3t. m. 4.50-5.00, Kirschen per Pfund 00-00 fg. Milch ver Liter 18 Vfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehre dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin lein: Mr bas Sotale, ben„ Gerichts- und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermant Brad und Berlag ber Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Stadt- Theater Giessen. Direktion: Steingoetter. Freitag, den 9. Oftober 1903. 2. Freitag- Abonnements- Vorstellung. Novität. Zum 2. Male. Novität. Mit vollständig neuer Ausstattung. Der blinde Passagier. Lustspiel in 3 Aften von Ostar Blumenthal und G. Kadelburg. Montag, den 12. Oftober 1903. 1. Theater- Vereins- Vorstellung. Gastspiel von Agnes Sorma. ⚫ Die versunkene Glocke. Märchendrama in 5 Aften v. G. Hauptmann. nächste Ziebung am 15. Oktbr. cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. nur 5 Mk. mationsfrist. Jedes Loos ein Treffer! 1 Gewinnlisten n. jeder Ziehung. Monatlicher Beitrag Bei Nichtconvenienz 3 Tage ReklaUmgehende Anmeldungen zu richten an: J. SCHMIDT& Co. in Arnheim a. Rhein. 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Halbjahr fönnen innerhalb 14 Tagen noch ohne Kosten an den Unterzeichneten bezahlt werden. Grünberg, am 6. Oktober 1903. Heinrich Zimmer II. JUGEND Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Herausgeber: Georg Hirth Preis pro Quarta durch den Buchhandel oder di Post bezogen Mk. 3.50 Einzelnummer 30 Pfg. Auflage: 55,000 Jede Nummer mit песет farbigen Titelblatt Die Münchner ,, JUGEND" hat die Frage gelöst, das vornehme Witzblatt mit der modernen Kunstzeitschrift zu verschmelzen. Diese Verknüpfung ermöglicht es, inteessante Tagesfragen in künstlerischer Form, dabei aber n durchaus freier Weise zu behandeln und so in Gebiete hineinzuleuchten, die der Kritik durch die Tagespresse in der Regel verschlossen bleiben. Kein Gebildeter sollte versäumen, die JUGEND zu lesen. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungsverkäufer nehmen Abonnements entgegen, sowie auch der unterzeichnete München, Färbergraben 24 Verlag der Jugend". 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Kreisamt Gießen Großh. an die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Indem wir Ihre Aufmerksamkeit auf die vorstehende Befanntmachung hinlenken, bemerken wir, daß die Bildung der Beschaubezirke erst dann praktisch wird, wenn die entsprechenden Prüfungen und Bestallungen auf Grund der bevorstehenden, noch anberaumten Kurse erfolgt sein werden. Die vielfach von den Gemeinden geäußerten Wünsche, einen eignen Beschaubezirk zu bilden, konnten in weiterem Umfange als geschehen, nicht berücksichtigt werden. Sie sind auch wohl zum größten Teile auf die Ansicht zurückzuführen, als ob die Fleischbeschau in denjenigen Orten, wo der Fleischbeschauer nicht seinen Sig hat, mehr Kosten verursachen werde als in den Wohnorten der Fleischbeschauer. Diese Ansicht ist irrig, da in allen Orten die gleiche Gebühr zu zahlen ist. Außerdem ist in tunlichst aus einem der anderen Orte als dem Hauptort des Aussicht genommen, daß der Stellvertreter des Fleischbeschauers Beschaubezirks genommen wird. Hierüber wird noch be sondere Verfügung erfolgen. Die Fleischbeschaustempel werden demnächst den Großh. Bürgermeistereien der Hauptorte zugehen. J. V.: Dr. Wagner. Betr. Bekanntmachung. Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn, Die nachstehende Bekanntmachung des Großherzoglichen Feldbereinigungs- Stommissärs zu Friedberg bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 6. Oftober 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die durch den Wegzug des w. a. o. Verm. erh. u. Herrn Pfarrer Scheunemann Mitt. ihr. Adr. sof. 600 reiche leer gewordene Wohnung Partien u. Bild. z. Ausw.-U. A. w. Aliceftraße 12 s. z. verh. 1 j Waise m. 150 000 M. V., 1 häusl. er. Dam. m. 200 000 M. unterer Stod, 8 3immer mit allem V. u. 1 Gutsb., Ww., m. ca. 350000 bermieten. Anfragen wolle man Betr.: Wie üben. Zubehör, ist sofort anderweitig zu Mk. V. u. spät. Erbe. All. Näh. richten an Herrn Pfarrer Euler, d. F. Gombert, Berlin S 14. Al cestraße 13, oder an den BeDonnerstag, den 8. Oktober ds. Js. findet die Widelmacher, fizer des Hauses Herrn Adami. Ueberweisung der Ersatzgrundstücke und die Versteigerung sowie eine ältere und jugendliche Gießen. Südanlage 19. der Massegrundstücke von den Fluren 32 und 33, sowie Taglöhnerin gesucht. von Teilen der Fluren 28, 29 und 30 an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft vormittags 8 Uhr an der Lahnbrücke, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen befannt gegeben werden. Gieken Wiefenstraße 1. Zur Erlernung der Siegerländer Brod u. Fein- Bäckerei ein braver Junge in die Lehre gesucht. || Wilh. Reuter, Siegen. Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Breislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Yormal- Tricotwäsche. Seyges zweiseitige Uuterzeuge, oben Wolle unten Baumwolle. 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Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben. Friedberg, 30. Oktober 1903. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. gez. Spamer, Kreisamtmann. Möbliertes Zimmer u Bandeisen berm. Kaplansgasse 21. eine größere Menge, hat sehr billig abzugeben die Expedition. fam ein Billet von ihr, das er bereits dem Feuer fbergeben hatte net von Worte unauslöſchlich in seiner Munde sollen Gie Seele brannten. E3 fautete: Zuerst aus meinem " hat's in aller Mund ſein UNIID Nr. 236 Fami Donnerstag, den 8. Oftober 1903