Nr. 184. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Samstag, den 8. August 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jnsertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfc. sonst 15 Bfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Kreisstraßenwarts mit dem Sit in Leihgestern ist demnächst wieder zu besetzen. Bewerber wollen ihre Meldungen unter Angabe von Alter und seitheriger Beschäftigung, sowie unter Beischluß von Zeugnissen hierüber bei dem Kreisstraßenmeister Rohrer in Gießen bis zum 20. August d. Is. einreichen. Der Kreis- Ausschuß des Kreises Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Die unterm 7. Juli d. J. angeordnete Sperre der Kreisstraße von Lollar nach Daubringen wird hiermit aufgehoben Gießen, den 5. August 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Betr. Die allgemeine Fasselschau in 1903. Wir bringen hiermit den Beteiligten zur vorläufigen Kenntnis, daß die Hauptförungen für das Jahr 1903 in den Monaten September und Oktober stattfinden werden. Die Viehbesitzer, die Fasseltiere zur Körung zu bringen beabsichtigen, haben innerhalb einer Woche nach dem Erscheinen dieser Bekanntmachung ihr Vorhaben für die Bezirke Gießen und Hungen- Lich dem Großh. Kreisveterinäramt Gießen, für den Bezirk Grünberg dem Großh. Kreisveterinäramt Grünberg, anzuzeigen. Gießen, den 5. August 1903. Großherzogl. Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Heinrichs. Bekanntma@ ung. Die Wolkengasse wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 10. I. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 6. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Die Hemmstraße, zwischen der Unterführung an der Weftanlage und der Neustadt, wird wegen Vornahme bon Walzarbeiten von Montag, den 10. I. Wits. ab bis auf weiteres für den Fuhrwerfs- und Fahrradverkehr gesperrt Gießen den 8. August 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gieißen. J. V. Roth. Bekanntmachung. In der Zeit vom 1. bis 8. August 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldene Damenuhr, 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 Regenschirm; berloren: 1 Portemonnaie, 35 Mt. und 1 Brosche enthaltend, 1 god. Ring mit rotem Stein, 1 gold. Manschettenknopf, 1 gold. Brosche und 1 silb. Damenuhr. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Die Jubelfeier der Ruperto- Carola. * Heidelberg, 7. August. Wie würde sich der selige Zwerg Perkeo freuen, wenn es ihm gestattet wäre, aus jenen Höhen, wo er jetzt sicherlich Nektar und Ambrosia kneipt, in dieses Jammertal zurüdzukehren. Er würde sicher nicht zum Keller hinabsteigen, um am großen Faß sein inneres Licht leuchten zu lassen und mit dem Riesen Durst dort unten zu kämpfen, weil oben der Streit um lederne Ideen" zu heftig entbrannt ist. Nein, den Turst könnte er in gutem Stoff in diesen Festtagen und auch sonst zu jeder Zeit im alten und doch ewig jungen Heidelberg in fröhlicher Gesellschaft im hellen Licht der Gottessonne löschen und mit fecken Tönen seine eigenen Heldentaten besingen helfen. Und lederne Ideen! Wenn er die Reden des Großherzogs von Baden gehört hätte, die dieser beim Festakt in der Aula und beim Mahl in der Stadthalle hielt, da würde ihm sein mannhaftes Herz in der kleinen verkrüppelten Zwergenbrust weit geworden sein und in hohem Schwunae an die Rivven aevocht haben. Der Rektor Magnificentissimus der Ruperto- Carola pries in beiden das, was jedem deutschen Jüngling als Ideal borschwebt, wenn sich ihm die Pforten des Allerheiligsten der Wissenschaft beim Bezug der Universität eröffnen: Nicht trockenes, totes Bücherwissen zu erwerben, sondern am lebendigen Borne sich sattzutrinken, um dem Vaterland dienen zu fönnen in trener Hingebung. In den hundert Jahren, auf die wir bei der heutigen Jubelfeier zurückblicken, sei das be. deutungsvollste Ereignis, das die Ruperto- Carola feiern fonnte, der 18. Januar 1871. Möge dieser Gedächnistag auch fünftigen Generationen ein leuchtendes Vorbild inniger, fester nationaler Einigung bleiben. Der Großherzog gedachte des Gründers des neuen Reiches, Kaiser Wilhelms, und seines zu früh dahingegangenen Sohnes, Kaiser Friedrichs III., die er als leuchtendes Muster der Vaterlandsliebe aufstellte. Auch unser jetziger Kaiser fühle die große Bedeutung, die in den Hochschulen steckt, und werde alles aufbicten, sie und damit die nationale Kraft auf ihrer Höhe zu halten. Denn sie seien die Träger des Geistes gewesen, der zur nationalen Einheit geführt habe, des Geistes, dessen erstes Flügelrauschen man schon 1806 in der glühenden Beredsamfeit eines Friedrich v. Genz, 20 Jahre später bei Johannes Müller gespürt habe. Die alten und jungen Studenten zeigten dem Redner, als er das Kaiserhoch ausbrachte, daß sie sich eins fühlten mit den Trägern des nationalen Geistes, den er gefeiert hatte. Reine ,, ledernen Ideen" sind es, die sie von der Alma mater mit nach Haus nehmen, das wissen sie, und deshalb faßt die Hand des jungen Burschen im flotten Wichs mit Wucht an den Griff der blanken Wehre und schlägt dem alten Herrr der aus dem Philisterlande zu seiner trauten Musenstadt sich aufgemacht hat, das Herz noch einmal so warm: Alles für das Vaterland und die nationale Einheit! In den Straßen wogt und wimmelt es von einem Meer von Farben. Ist doch Heidelberg eine der festesten Burgen des deutschen Couleurstudententums, das in großen Universitäten, wie Berlin, Breslau und Leipzig, immer mehr von den farbenlosen Vereinigungen, der sogenannten Finkenschaft, numerisch überwuchert und verdeckt wird. Hier aber blüht noch die ganze Poesie des Studentenlebens. Der Festzug bot ein Bild, wie es prächtiger nicht gedacht werden fann. Alle die jugendfrischen Gestalten in schmucker Burschentracht, hoch zu Roß voran der Vorsitzende des Ausschusses und ein Vertreter des Korps Suevia, die wehenden Banner, die Professoren in altehrwürdigem Ornat, die Pedelle mit dem Szepter voran die Zuschauer können nicht genug sehen und bewundern. Und dann das Schloßfest! Wie traulich nehmen sich die alten Ruinen aus im frohen Lichterglanz und wie gespenstisch- zauberisch zugleich. Und durch ihre Räume hallt es wieder von Becherklang, holdem Mädchenlachen, Schläger- und Sporenflirren. Gott Amor aber schärft seine Waffen. Er allein ist es, der in diesen Tagen in Heidelberg seine Schlachten liefert. In der HirschJasse, dent alten Pauklokal, ist es während dieser Tage still ind rubig, alle Mensuren sind bis nach den Feierlichkeiten verschoben worden. Die Politik. Für die Ueberschwemmten. Im Oberpräsidium zu Breslau trat gestern( Freitag) unter dem Vorsitz des Landwirtschaftsministers v. Podbielsfi eine Konferenz zusammen, die sich hauptsächlich mit wasserbautechnischen Fragen befaßt. Die Konferenz beriet vornehmlich die Regulierung des Schwarzwassers, des fleinen Nebenflusses der Oder, das bei der letzten Kataſtrophe ungeheuren Schaden anrichtete. Auch die Mildtätigkeit rührt sich weiter. Die Vorstände des deutschen Kriegerbundes und des preußischen Landes- Kriegerverbandes haben aus ihren Notstandsfonds weitere 12 500 Mark an ihre durch die Ueberschwemmungen geschädigten Kameraden abgehen lassen, und zwar 10 000 Mark nach der Provinz Posen und 2500 Mark nach dem Regierungsbezirk Frank furt a. O. Weitere Summen werden demnächst nach Westpreußen abgehen. Die freiwilligen Sammlungen inner halb der Kriegervereine für Schlesien nehmen einen erfreu liechn Fortgang; bereits sind mehr als 10 000 Mark aus freiwilligen Sammlungen der Kriegervereine an den schle= sischen Provinzial- Kriegerverband abgegangen. Uebrigens wird im Anschluß an den persönlichen Vortrag, den der Reichskanzler nach der Rückkehr des Kaisers diesem über die Hochwasserschäden halten soll, ein Kronrat, d. H. eine Sigung des Staatsministeriums unter dem Vorsitz des Königs, stattfinden. Ein englisch- deutscher Zollkrieg? Die bereits seit längerer Zeit begonnenen englisch- deutschen Handelsvertragsverhandlungen sind ins Stocken_geraten, und zwar hat die deutsche Regierung, nach englischen Versicherungen, die Fortsetzung der Verhandlungen als zweckos abgelehnt, solange nicht das Schicksal der Chamberlainchen Schutzzollpläne entschieden seien. Englische Blätter fün digen als Folge dieses Verhaltens der deutschen Regierung bereits einen Zoukrieg an. Nun, die Zollkriegsuppe wird von den beiderseitigen Staatsmännern wohl nicht so bein gegessen werden, wie sie von der deutschseindlichen Presse jenseits des Kanals gekocht wird. England und der Schiffahrtstrust. Der Morgantrust hat einen Erfolg erzielt: Zwischen der britischen Admiralität und dem Handelsamt einerseits und dem Morgantrust ist ein Abkommen auf 20 Jahre mit fünfjähriger Kündigungsfrist abgeschlossen worden, wonach die zu dem Trust gehörigen britischen Schiffahrtsgesellschaften ebenso wie die übrigen englischen Gesellschaften in Bezug auf die militärischen, Warine- und postalischen Leiſtungen behandelt werden, welche von der englischen Regierung gefordert werden können. Die englische Regierung kann den Vertrag zu jeder Zeit aufheben, wenn der Trust die Interessen des englischen Handels verletzt. Das bedeutet einerseits die Anerkennung des Trusts seitens der englischen Regierung als eines berechtigten Wirtschaftsgebildes, und es wird zum anderen die Folge haben, daß auch die dem Trust noch nicht angehörigen Schiffahrtsgesellschaften sich ihm anschließen, um nicht von ihm erdrückt zu werden. Der Papst und Italien. Die Stellung, die der neue Papst der italienischen Regierung gegenüber einnehmen wird, bildet weiter den Gegenstand eifriger Erörterung in der römischen Presse.„ Messagero" veröffentlicht eine Unterredung des Papstes mit einigen Freunden, in welcher dieser sich beklagte, daß unter den vielen Telegrammen, die er erhalten habe, eines, näm lich das des Königs, fehle. Das Blatt meint, die Verfassung binde dem Könige die Hände, das Volk werde aber vielleicht einen energischen und selbständigen Schritt des Königs gutheißen, der den Frieden zwischen Kirche und Staat anbahne. Worin dieser Schritt bestehen soll, verrät das Blatt nicht.„ Popolo Romano" zitiert einen Erlaß des Patriarchen Sarto nach der Ermordung des Königs Humbert, in welchem er den Ermordeten unseren erhabenen König" nannte. Pius X. werde Rom nicht als Hauptstadt Italiens anerkennen, aber auch feinen Kampf gegen den italienischen Staat unternehmen.„ Giornale d'Italia" erfennt bereits an, daß eine Versöhnung, so lange die Romfrage existiere, eine Utopie sei. Wie weiter aus Rom gemeldet wird, hat der Papst beschlossen, nächsten Montag ein geheimes Konsistorium behufs Ernennung einiger Kardinäle abzuhalten, sodann am Donnerstag ein öffentliches Konsistorium, in dem der Kardinalshut den von Leo XIII. crnannten Kardinälen, die ihn noch nicht erhalten haben, aufgesetzt werden soll. Die beiden Schwestern des Papstes, welche mit ihm zusammen in Venedig wohnten, sollen nach der Italie" nach Rom kommen und in ein Kloster treten(??). Der Papst empfing auf Anregung des Kardinals Gibbons in dem vatikanischen Garten 50 amerikanische Touristen. Unter anderem soll er ihnen den Bischofsring gezeigt haben, welchen er als Patriarch von Venedig öfter versehen mußte, um die Armenfasse wieder zu füllen. Neuausbruch der macedonischen Revolution! * Alle Vertuschungsversuche der Pforte nüßen nichts. Die Tatsache, daß die Rebellion in Macedonien wieder ihr gefahrdrohendes Haupt erhoben hat, läßt sich nicht mehr wegleugnen. Allerdings machen die macedonischen Komitatschis die Sache jetzt anders: Sie wollen statt der Dynamitattentate, mit denen sie sich die Sympathien Europas verscherzt haben, jezt einen Guerillafrieg führen, Handel und Wandel stören und, da das auch die Interessen der Mächte trifft, diese zur Einmischung zwingen. Herr Boris Sarafow, das Haupt der macedonischen Bewegung, hat in aller Seelenruhe der Direktion der Orientalischen Bahnen den Rat gegeben, sie möchte doch auf ihren Bahnen keine Passagiere mehr befördern; es täte ihm leid, wenn er harmlose Reisende in Gefahr bringen müßte. Er sei entschlossen, den ganzen Bahnverkehr ins Stocken zu bringen. Den Anfang damit hat er bereits gemacht: Die Bahnlinien Monastir- Saloniki und Saloniki- Konstantinopel sind von ihm an mehreren Punkten zerstört worden, und zwar so, daß ihre Herstellung geraume Zeit in Anspruch nehmen muß. Alle TelegraphenBrähte werden von den Komitatschts durchschnitten, die Ernte, soweit sie Türken gehört, vernichtet, Brücken abgerissen und was dergleichen schöne Sachen mehr sind. Der allgemeine Aufstand ist für Saloniti und Monastir proklamiert worden. Selbstverständlich wird Sarasow mit dieser veränderten Tattik nicht mehr erreichen, wie mit der früheren: Eine Einmischung der Mächte wird höchstens in der Form stattfinden, daß sie die Pforte auffordern, mit rücksichtsloser Gewalt die Revolution zu unterdrücken. Französische Flottenrüstungen. Frankreich macht gewaltige Anstrengungen, seine Flotte schleunigst zu vermehren. Im nächsten Jahre wird die Republif nicht weniger als 6 Panzerschiffe, 8 Panzerfreuzer, 15 Torpedojäger, 97 Torpedoboote, 56 Unterseeboote, insgesamt 182 Schiffe auf Stapel liegen haben. Nicht weniger als 70 Schiffe werden neu in Angriff genommen werden. Auch in Frankreich bekennt man sich eben zu dem für uns Deutsche noch viel zutreffenderen Worte:„ Bitter not tut uns eine starke Flotte." Der schwarze Peter in Röten. Im serbischen Offizierforbs aärt's wieder einmal. Die Jagte die Gräfin; ich werde es nicht durchführen, ich werde D, mein Gott, mein Gott, es wird entfeßlich werden!" mich verraten." das Bild wieder einschloß, denn dann würde Das wirst du nicht", sagte die Prinzessin, indem sie Aar dir mein gehenderen Gespräch auszuweichen. der Prinzessin geschickt, um jeder Annäherung und jedem einherr mit einem leichten Nasenton in feiner Stimme ,,, id ,, Ah, mein hochberehrter Gönner", sagte der Kammer feit und benüßte ihre Stellung als diensttuende Hofdame Nach einer wahren Begebenheit von Mara v. Lettkow. ( Nachdruck verboten.) Die Goldmünze von Venedig. ( Schluß.) Ditentatin t Und wiederum steht alles sprachlos. dakteur Bomba Endlich holt Rebesprengt den handen der Schuldirektor Taubenheim reibt ihm die eiskalten Hände, und alle Welt ist nun eine Flasche mit frischem Wasser und hemiibt, ibm bil fr an der Ermordung des Königspaares beteiligten Offiziere fühlen sich vom König Peter nicht genügend bevorzugt, die Nichtbeteiligten dagegen erklären, die Königsmörder würden viel zu ſehr bevorzugt. In den Zeitungen kommt der Kampf dieser beiden Anschauungen zu rücksichtslosem Ausdruck, und der gemeinsame Prügelknabe für beide streitenden Parteien ist natürlich der König Peter, der's weder dem einen noch dem anderen recht machen kann. Armer Peter! Kurze politische Nachrichten. Das bayerische Ministerium hat Erhebungen darüber angeordnet, ob die in manchen bayerischen Wahlkreisen be. haupteten Reichstagswahlfälschungen vorgekommen sind. * Der Arbeiter- Ausstand in Kiew dauert fort. Arbeiter hausen durchzogen die Straßen, drangen in Privatwerk stätten ein und zwangen sie zur Einstellung der Arbeit. * Die portugiesische Regierung hat die Dampfjacht des neuen Kaisers der Sahara", Lebandy 1., beschlagnahmt, weil die Jacht widerrechtlich die portugiesische Flagge ge tragen hätte. Da wird wohl Lebaudy 1. nichts weiter übrig bleiben, als Portugal den Krieg zu erflären. Uebrigens hai der französische Minister des Auswärtigen die„ Akten" über die Expedition Lebaudys vom Marineminister eingefordert. Hof und Gesellschaft. * Der Kaiser besichtigte in Bergen das dort einge troffene Schulschiff„ Stosch". Abends stattete er der Kö nigin- Witwe von Italien, die auf der Jacht Jolanthe" einen Ausflug in die nordischen Gewässer macht und in Bergen eintraf, einen halbstündigen Besuch ab und überreichte ihr sin prachtvolles Rosenbouquett. Später folgte die Königin einer Einladung zur Abendtafel. Der Kaiser holte die Kö nigin selbst in dem Standartenboot der Hohenzollern" ab. Das Boot hatte bei der Rückfahrt die Standarte der Königin Witwe gesetzt. Auf der Hohenzollern" war zum Empfange eine Ehrenfompagnie aufgestellt, und unter den Klängen der talienischen Nationalhymne bestieg die Königin das Schiff. Begen 10% Uhr geleitete der Kaiser die Königin Margherita rieder zu ihrer Jacht. Die im Hafen liegenden deutschen Schiffe führten zu Ehren der Königin die italienische Flagge im Top. Wie aus Bergen noch gemeldet wird, soll die Nordlandsreise am 11. August beendet werden. An diesem Tage wird der Kaiser an Bord der„ Hohenzollern" in Swinemünde eintreffen. Bunte Chronik. Der Kaiser hat dem Marienburger Bürgermeister eigenhändige Zeichnungen für den Aufbau der am 6. Dezember v. J. abgebrannten Laubenhäuser zu gehen lassen. Für die Neubauten sind fünf Zuschüsse von 1000 bis 15000 Mark aus dem kaiserlichen Dispositions fonds angewiesen. Zum Kaiserbesuche in Dresden ist nun. mehr das folgende offizielle Programm aufgestellt worden. Der Kaiser trifft am Vormittag des 1. September in Dresden ein und wird im dortigen kgl. Residenzschlosse Wohnung nehmen. Am Nachmittag begibt sich der Monarch zu einem Besuche der deutschen Städteausstellung nach dem Ausstellungspalast, wo ein Aufenthalt von etwa zwei Stunden in Aussicht genommen ist. In der Kuppelhalle des Ausstellungsgebäudes wird der Kaiser von den anläßlich des deutschen Städtetages in Dresden anwesenden Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der deutschen Städte festlich empfangen und begrüßt werden. Abends findet zu Ehren des Kaisers eine Galavorstellung im fgl. Opernhause statt, an die sich ein großer Zapfenstreich auf dem Theaterplate anschließt. Von Dresden aus gedenkt der Kaiser nach) Merseburg weiter zu reisen, wo die Ankunft am 2. September gegen 11 Uhr abends erfolgt, nachdem der Monarch auf der Fahrt nach dorthin mit seiner hohen Gemahlin zusammen getroffen sein wird. Sofort nach dem Eintreffen in Merseburg begibt sich das Kaiserpaar vom Bahnhofe durch die festlig illuminierten Straßen der Stadt nach dem dortigen öniglichen Schlosse. Nab und fern. -Aus Preußisch- Stargard ist der 30jährige Vollziehungs beamte Johann Rosener mit 10 000 Mark flüchtig geworden, die er bei der Reichsbank erhoben hatte. Einige Aufschlüsse über die Bedingungen der hessischen Landeshypothefenbant hinsichtlich der Einrichtung der Bant. 4 biefer Magr Biebfeudhenü fpricht fich d Zu dem bo adhtung bor ftaatlichen wirtschaftsr allgemeinen mäßig und also rund 60 pct. des Besiz um3. Es werden sonach die ländlichen Grundbesizer mindestens ebenso günstig behandelt wie die Hausbesißer in den Städten. Der Beleihungssat für die ländlichen Hofreiten ist deshalb verhältnismäßig gering gegriffen, weil die Umsaßfähigkeit, die Verkäuflichkeit und Vermietbarkeit infolge geringerer Nachfrage auf dem Lande eine beschränkte bleibt, zumal wenn der zugehörige sonstige Grundbesiß unbedeutend ist. Ist das Haus ohne Verbindung mit landwirtschaftlichem Betriebe zu verwerten, z. B. als Wohn- oder Geschäftshaus, so fann eine Beleihung unter günstigen Gemeindeverhältnissen bis zu 50 pCt. eintreten. Für Weinberge und Wälder beträgt die Grenze 40 pCt. Ausgeschlossen von der Beleihung sind Grundstücke, die als Baupläße eine, zu ihrem Ertrag in Mißverhältnis stehende höhere Bewertung gefunden haben, noch nicht fertige Neubauten, Grundstücke, die feinen oder feinen ficheren Ertrag bringen, industrielle Anlagen, Theater, Hotels und Mühlen. Auch jene Grundbesizer, welche ihr Anwesen bereits belafiet haben, können der Vorteile des Landes- Justituts teilhaftig werden, da bestehende Hypotheken auf dem C ssionswege übernommen werden, der Cessionsstempel ermäßigt sich hierbei auf die Hälfte. Die Bank ist bereit, die nötigen Verhandlungen mit den Hypothekgläubigern zu übernehmen und die Ablösungen zu besorgen gegebenenfalls nach Ab. lauf der von den einzelnen Hypothefgläubigern vorbehaltenen Kündigungsfristen. Die Zinsen werden immer nur vom Tage der Auszahlung der einzelnen Darlehensraten an gerechnet. Die Landes Hypothekenbant ist bekanntlich als rein ge meinnügiges Institut durch den Staat unter Beteiligung von Gemeinden und öffentlichen Sparkassen ins Leben gerufen worden. Ihre Aufgabe besteht darin, dem Grundbesig in Stadt und Land zu billigem Binsfuß Gelder zur Verfügung zu stellen und die allmähliche Entschuldung dadurch zu fördern, daß sie eine b. queme Gelegenheit zu fortlaufenden Abzahlungen bis zur gänzlichen Tilgung der Schuld bietet Der Zinsfuß beträgt 3% pCt. Hierbei genießt der Schuldner noch einen besonderen Voreeil in der Weise, daß die Bank ihrerseits auf jede Kündigung verzichtet, also auch den 33 prozentigen Binsfuß niemals erhöhen tann und den Schuldner sonach für alle Zeiten gegen bie Sorgen einer Geldverteuerung schüßt. Voraussetzung ist dabet, daß sich der Anleiher zu einem sogenannten Tilgungsdarlehen entschließt, also nicht nur für die Hypothekenzinsen sorgt, sondern auch zur allmählichen Abtragung des Kapitals alljährlich einen Tilgungsbeitrag leistet, der im allgemeinen 1/2 pCt. betragen soll. Insgesamt wären also fürs Jahr 33 pet. Binsen und Tilgungsbeitrag zu bezahlen. Bei 1/2 pet. Tilgungszuschlag beträgt also die Jahresleistung pCt. Mit anderen Worten: wenn der Anleiher jährlich insgesamt 4 pCt. an die Bank bezahlt, erreicht er die allmähliche Tilgung seiner Schuld, und zwar vollzieht sich diese Abtragung in 58 Jahren. Will man rascher zum Ziel tommen, so hat man einen entsprechend höheren Tilgungsbeitrag zu wählen. Mit 34 pCt. Jahreszuschlag tilgt sich berspielsweise das Kapital in 48, mit 1 pCt. in 42, 2 pet, in 28 Jahren. Selbstverständlich berechnet die Bant immer nur Zinsen aus dem vom Vorjahre übrig gebliebenen Kapitalsrest. Da aber die Jahresleistung des Schuldners für die ganze Darlehensdauer unverändert bleibt, so wird mit jedem Jahr für die Abschreibung vom Kapital ein entsprechend größerer Betrag verfügbar. So entfallen beispielsweise im 30. Jahr nur noch 23/4 pCt auf die Verzinsung und bie andern 1/2 pCt.( 4 pCt. Gesamt- Jahresleistung abzüglich der eben erwähnten 24 pCt.) auf die Tilgung, die so rasche Fortschritte macht, daß mit dem 58. Jahre das Kapital vollständig abgetragen ist. Wenn man allenfalls jedes Jahr/ pCt. tilgen, die Zinsen aber immer nur aus dem Kapitalrest bezahlen wollte, statt daß man die Ersparnis an Zinsen mit zur Tilgung verwendet, so würden natürlich 200 Jahre bis zur Abtragung erforderlich sein. Darauf beruht eben ein wesentlicher Vorteil, den die Hypothekenbank ihren Schuldnern vermittelt, daß sie ihnen binnen 58 Jahren zur Befreiung von der Schuld verhilft, also in einer Zeit, innerhalb deren doch nur 29 pCt.( 58X2 pt.) vom Schuldner aufgebracht worden sind. Alle übrigen 71 pet. sind aus den ersparten Zinsen zu Gunsten des Anleihers in Anrechnung gekommen. Geht das mit einer Tilgungshypothek belastete Anwesen etwa durch Kauf an einen Anderen über, so fommt auf den Kaufpreis selbstverständlich nur das noch stehende Resttapital in Anschlag, weil der Verkäufer durch die alljährlichen Tilgungsbeiträge und die Ersparnisse an 8insen, die gleichfalls am Kapital abgeschrieben wurden, je nach der Länge der Zeit einen größeren oder kleineren Teil des Schuldkapitals gut gemacht hat. Vom Leben des deutschen Kronprinzen in Döberitz, dem Barackenlager des Gardekorps bei Spandau, wird berichtet, daß er seinem Dienst mit eiserner Strenge obliegt, wegen seiner Leutseligkeit aber, die sich besonders in den Instruktionsstunden äußert, sehr beliebt ist. In den Lagerställen befindet sich ein junges Füllen, das der besondere Liebling des Kronprinzen ist und von diesem selbst auf offener Landstraße von einem Händler, der sich auf dem Wege zum Pferdemarkt befand, für 300 Mark erworben wurde. Der Kronprinz überzeugt sich täglich mehrmals, ob das Tierchen auch gut gedeiht. A Therese Humberts schweres Geschütz. Die Millionenschwindlerin Therese Humbert, deren Prozeß heut in Paris beginnt, hat bekanntlich mit skandalösen Enthüllungen gedroht. Wie jetzt verlautet, denkt Therese namentlich den nationalistischen Deputierten und ehemaligen Miniſter Flourens durch einen Brief bloßzustellen, in dem jener in demütigstem Tone darum bittet, für Rechnung der Humberts nach dem Ural reisen und ein Bergwerk inspizieren zu dürfen, das Frau Humbert anzukaufen beabsichtigte. † Ein großer Postdiebstahl ist auf dem zwischen Algier und Marseille verkehrenden französischen Postdampfer Rhone" verübt worden. Es wurden zwei Pafete mit Brief sachen und sonstigen Wertstücken im Betrage von 100 000 Francs entwendet. Ein Wettrennen mit dem Tode unternahm, um ihr sieber Monate altes Kind zu retten, eine reiche Amerikanerin, die auf ihrer Besizung in den abgelegenen Adirondocks zur Som merfrische weilte. Das kleine Mädchen hatte eine Sicherheits. nadel verschluckt und jeder Versuch, sie zu entfernen, erwies sich für die geängstigte Mutter unmöglich. Schnell ent schlossen läuft sie mit dem Kinde an den See, macht ein Benzinboot los und fährt 6 Meilen weit nach dem Ort Paul Smiths zum nächsten Arzt. Dieser muß nach vielen Be mühungen einsehen, daß er mit seinen Gerätschaften die Nadel die in der Speiseröhre steden geblieben und mit der Spize ir den Hals gedrungen ist, auch nicht zu entfernen imstande ist. Hierbei kann nur eins geschehen," sagte der Arzt,„ und das ist, das Kind zu einem Halsarzt in Newyork zu bringen. Mit dem geeigneten Gerät kann er die Nadel in einer Minute entfernen." Newyork war 400 Meilen entfernt, und der einzige Zug dieses Tages war schon abgegangen. Da bestellte Frau Thompson unverzüglich einen Sonderzug und sagte dem Bahnhofsvorsteher, daß ihres Kindes Leben von der Schnellig feit des Zuges abhinge. In einer Viertelstunde war der Zug fahrbereit und Frau Thompson mit dem Kinde darin. Der Arzt begleitete sie und wandte beständig Kokain an, um die Reizung im Halse zu unterdrücken. Es war eine schreck. liche Fahrt für die Mutter; kaum ein Wort wurde gesprochen. Endlich war Newyork erreicht und das Kind in das Roosevelt- Krankenhaus gebracht, wo alles schon zum erforderlichen Eingriff bereit war. Die Operation nahm nui 5 Minuten Zeit in Anspruch. Das Kind war gerettet. - herzogliche Lage und Vorlage ein fefthalten n wenigftens d borschläge, Beitragsleifi eines Celles nach dem Ausschließu ficherungsa Auch der Uebernahme der Kaufschillingsreste steht innerhalb der Beleihungsgrenze der Bant nichts entgegen, nur ist in diesem Falle Hypothekerrichtung nötig. Die Regel bildet erststellige Beleihung. Doch fönnen Forderungen der Großh. Landeskreditkasse vorgehen. Sollen bestehende Hypotheken auf die Bank übertragen werden, so können sie einzeln in ihrem bisherigen Rang von der Bank übernommen werden. Auch in jenen Fällen, in denen etwa der nachgesuchte Darlehensbetrag nicht voll bewilligt werden fann, wird mit Vorteil von den Einrichtungen der Banl Gebrauch zu machen sein, weil dann angesichts der Billigteit der ersten Hypothek der etwas höhere Binsfuß für eine anderweitig aufzunehmende zweite Hypothet leichter getragen werden fann. Erweist sich innerhalb der Darlehens- und Tilgungsdauer etwa der besseren Verkäuflichkeit wegen oder aus andern Gründen eine höhere Hypothekbelastung( z. B. in der ursprünglichen Höhe) als wünschenswert, so fann die Bant die Differenz zwischen dem jeweils stehenden Kapitalrest und dem zulässigen Beleihungs- Höchstbetrag als Darlehen wieder herauszahlen. Dann braucht der Verkäufer gewiß nicht zu befürchten, daß ihm die getilgten Beträge verloren gehen könnten. Auch dem Käufer bleibt es unbenommen, bei der Bank ein Zusazdarlehen zu den vom Vorbesitzer übernommenen Restfapital zu beantragen oder die Hypothek zu fündigen. Lokales. Gießen, 8. August 1903: ** Gestern abend 6 Uhr passierte der Großherzog den Gießener Bahnhof, um sich nach dem Jagdschloß Wolfsgarten zu begeben. Da die Bank zur Entschuldung des Grundbefizes ins Leben gerufen ist, wird sie bei Rapitalridzahlungen über bie planmäßig festgesetzten Tilgungen hinaus leine besonderen Schwierigtetten machen, sie läßt also dem Schuldner das Kündigungs- und Rückzahlungs, das üb. gens auch die Möglichkeit gewährt, bei der Bant Herabsehung des Zins. fußes zu beantragen, n sich e allgemeinen Geldverhältnisse des offenen Marktes günstiger gestalten sollten. ** An der Spar- und Leihkasse Gießen ist bis Mitte Oftober die Stelle des 1. Gehilfen neu zu besetzen. Das Anfangsgehalt beträgt 1200 Mt., steig nd alle drei Jahre um 200 Mt. bis 2200 Mt.. und Aussicht auf defi: nitive Anstellung. Bewerber sollen sich bis zum 15. August schriftlich melden. Was nun die Beleihungsgrenzen anlangt, so werden städtische Huasgrundstücke bis zu 60 pCt. des von der Bant ermittelten Wertes beliehen, doch dürfen Darlehen über 100 000 Mark die Hälfte des Wertes nicht übersteigen. Auf ländlichen Hofreiten, welche mit landwirtschaftlichem Betriebe in Verbindung stehen, fann in der Regel nur eine Beleihung von 40 pCt. gewährt werden. gefehene Au zwanges au ber Landwi famen Besch im Jahre 1 ftellung in * Die hiesige Großh. Handelskammer hat auf ihre Eingabe vom 25. v. Mts. betr. Einführung direkter Personen- und Gepäckabfertigung zwischen Gießen und Bad Kissingen von der Kgl. Eisenbahn- Direktion Frankfurt a. M. nachstehende Antwort erhalten:„ Vom 10. d. Mts. wird die von uns erbetere Zustimmung der Generaldirektion München vorausgeseßt die direkte Personen- und Gepäckabfertigung von Gießen nach Bad Kissingen über Frankfurt a. M.( oder Windecken), Hanau, Aschaffenburg, Würzburg ( oder Arnstein) aufgenommen werden. Behufs Einführung der direkten Abfertigung von Bad Kissingen nach Gießen ist der Generaldirektion der Königl. Bayer. Staatseisenbahnen in München von ihrem Wunsche Kenntnis gegeben worden." Es mag auf den ersten Augenblick befremdlich erscheinen, daß für landwirtschaftlich benutzte Hofreiten nur eine Beleihung bis zu 40 pCt. als Regel gilt. Man darf dabei aber nicht vergessen, daß zu dem Haus üblicherweise ein Besiz an Liegenschaften( Aecker und Wiesen) gehört, der von der Bank bis zu 2/ s des Wertes( also bis zu 662/ pCt.) beliehen werden fann. Nehmen wir unter ländlichen Verhältnissen ene Hofreite im Werte von 5000 Mart und den sonstigen Grundbesitz( Wecker nnd Wiesen) etwa mit 12 000 Mark an, so fönnen darauf als Beleihung gewährt werden: 2000, Mt. 40 pCt. der Hofreite, 8 000,- 662/3 pCt. der Aecker und Wiesen, 10 000." Wat.. ** Her Thomé J beurlaubt un Dr. Meyer Geheimer B ** D Texas Te Frankfurt a dem Gießene Mal doch e Texas- Tex Sonntag fta im Publikum Redaktion un beißes werde Bei gutem 2 Vorstellung die am legte ** Aus den Verhandlungen des Hessischen Landwirtschaftsrats am 30. und 31. Juli in Darmstadt seien besonders folgende Beschlüsse hervor gehoben: Der Voranschlag des Hessischen Landwirtschaftsrats pro 1904/5 wird genehmigt. Mit Rücksicht auf die geringen zur Verfügung stehenden Mittel wird beschlossen, die Beschickung der Berliner Gersten- und Hopfen- Ausstellung und der landwirtschaftlichen Maschinenprüfungen im laufenden Jahre ausfallen zu lassen. Betreffs einer definitiven Beschlußfassung über das Referat des Herrn Ministerialrat Braun( Errichtung ciner Landwirtschaftskammer) wurde folgender einstimmige Beschluß gefaßt:„ Der Hessische Landwirtschaftsrat wolle Großherzogliche Regierung um möglichst baldige Vorlage eines Gesezentwurfes, betreffend Errichtung einer Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Heffen, ersuchen und die Wünsche des Landwirtschaftsrats und der Provinzialvereine als Material zur Prüfung überweisen." Als Sachverständiger in Veterinärangelegenheiten wird Herr Kreisveterinärarzt Schmidt- Gießen in das Kollegium des Landwirtschaftsrats gewählt. Eine Petition der süddeutschen Zuckerfabriken, gegen eine Reichstagsresolution vom 10. Juni 1902, betr. Detarisierung von Roh- und Krystallzucker, wird dahin erledigt, daß sich der Landwirtschaftsrat gegen Detarisierung von Zucker, jedoch für Ermäßigung der Frachtsäge im Sinne der Reichstagsresolution für Zuckerrüben, Schnitzel und Melasse zu Futterzwecken ausspricht. Eine Anfrage der Eisenbahndirektion Mainz betr. Aufnahme von Torferde, Torfmull und Moorerde in den Ausnahmetarif für Düngemittel wird im Sinne der Frachtermäßigung für jene Artikel beantwortet. Der von Großherzoglicher Regierung zur Begutachtung vorgelegte Entwurf einer Novelle zum ReichsViehseuchengesetz findet im Allgemeinen mit Abänderungs- und Zusaganträgen Zustimmung. Ferner werden die Maßregeln zur Bekämpfung der Schweinepest und des ansteckenden Scheidefatarrhs zum Beschluß erhoben und Großherzogliche Regierung um Berücksichtigung * Die * det auf der 1. Duvertur würmchen! Feuerzauber ** jährige So Uhr ab im Hich hält da zu einem w ** 2 Gießen unter an dem aud * * Im Bahn am B ein Motor find von M gezeichnet, f von Vergnü gelecenen B wide benut ** D für Oberhe in den einze durchzunehm Großen für die nä Oftheim und Gro dem Schl junge Har den Meister Der Samburg f im mittl Berjammlun * Die der Zeit b gemeine Ve * Ad Beschluß de aufgerufener einfacher S der Frankfu des Jahres Löfung gela verfallen. ** ober nich Reifeiprefen, unterwegs b Berechnung berficherung hier im In trag gebra Gründen f pro Woche Drtstrante Steuerbehö bon über 2 hobene Ret Serjenige feinen Leben als Einfom Dagegen 6 en fonach die ftig behandelt Beleibungsfag rhältnismäßig Verkäuflicht it cage auf dem mer zugehörige Haus ohne zu verwerten, ine Beleihung 50 pt. ein die Grenze rundstüde, bie Mißverhältnis noch nicht ober feinen Cheater, Hotels wefen bereits ndes- Justituts bem& ffions ermäßigt sich die nötigen u übernehmen falls nach Ab. vorbehaltenen den immer einzelnen ste steht innerentgegen, nur 9. Die Regel Orderungen der en beftehende so fönnen sie Bant übern denen etwa ewilligt werden ngen der Bank Sis der Billig nsfuß für eine eichter getragen guft 1903 roßherzog dschloß WolfsGießen ist bis neu zu beseßen. nd alle drei ssicht auf defi m 15. August mer hat auf ihrung direkter eßen und Bad Frankfurt a. M. d. Mts. wird Beneraldirektion n- und Gepäc über Frankfurt urg, Würzburg ifs Einführung nach Gießen Staatseifen mntnis gegeben Hessischen 31. Juli in chlüsse hervor ndwirtschafts Rücksicht auf ittel wird be Gersten- und aftlichen Ma allen zu laffen. ng über das in( Errichtung folgender einandwirtschafts um möglichst ir das Großbetreffend Erche des Land als Material Derständiger in eisveterinärarzt Candwirtschaftseutfchen Buder bom 10. 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Für den Fall, daß Großherzogliche Regierung mit Rücksicht auf die finanzielle Lage und die Wünsche der Zweiten Kammer an der Vorlage eines Schlachtviehversicherungsgesehentwurfes festhalten wolle, beantragt der Landwirtschaftsrat wenigstens die Berücksichtigung wesentlicher Abänderungsvorschläge, so namentlich die Festsetzung gleicher fefter Beitragsleistung für alle Versicherten, die lebernahme eines Teiles der Entschädigungskosten durch den Staat nach dem Vorbilde aller anderen Bundesstaaten, die Ausschließung der Hausschlachtungen aus dem Versicherungsgesete, um die in dem Gesezentwurfe borgesehene Ausdehnung des Schlacht- und Fleischbeschau zwanges auf diese zu verhindern. Endlich beschlicßt der Landwirtschaftsrat die Veranstaltung einer gemein samen Beschickung aus dem Großherzogtum Hessen der im Jahre 1904 stattfindenden großen Gartenbauaus stellung in Düsseldorf vorzusehen. * ** Herr Eisenbahndirektions- Präsident Thomé Frankfurt ist vom 7. August ab auf 6 Wochen beurlaubt und mit seiner Vertretung Herr Oberregierungsrat Dr. Meyer und in dessen Behinderung Herr Ober- und Geheimer Baurat C'ausniger betraut worden. ** Das Wettrennen zwischen dem Mexikaner Texas- Tex und dem bekannten Rennfahrer Gräf aus Frankfurt a. M. welches morgen, Sonntag nachmittag, auf dem Gießener Sportplay vor sich gehen wird, scheint dieses Mal doch ein sehr ernstes und sehr gespanntes zu werden. Texas- Tex war selbst, nachdem wir das am vergangenen Sonntag stattgefundene Rennen ganz nach der Stimmung im Publikum in unserer Zeitung fritisiert hatten, auf unserer Redaktion und versicherte, daß das bevo stehende Rennen ein beißes werde, selbst auf die Gefahr hin, daß er verliere. Bei gutem Wetter mag das interessierte Puklifum sich diese Vorstellung mit ansehen, besonders ist sie denen zu empfehlen, die am letzten Sonntag nicht Zuschauer waren. * Die Anlagenmusik für nächsten Sonntag fin det auf der Süd- Anlage mit folgendem Programm ftatt: 1. Duverture aus der Oper Martha" von Flotom, 2. Glüh würmchen! Idyll von Lincke und 3. Wotans Abschied und Feuerzauber aus der Walküre von Wagner. ** Männer- Turnverein Gießen. Das diesjährige Sommerfest des Turnvereins findet morgen von 41/2 Uhr ab im Neuen Saalbau( Steins Garten) statt. Hoffent lich hält das schöne Wetter an und verhilft dem Turnverein zu einem wirklichen Sommerfest. Tam *** Der Maschinenbauer Gesangverein Gießen unternimmt morgen einen Ausflug nach Klein- Linden, an dem auch Freunde des Vereins teilnehmen können. ** Im kommenden Frühjahr wird auf dem Wasser der Bahn am Bootplatz der Gießener Rubergesellschaft ein Motor- oder Dampfboot schwimmen. Für diesen Zwed sind von Mitgliedern der Gesellschaft bereits reichliche Mittel gezeichnet, sodaß eine Beschaffung gesichert ist. Abgesehen von Vergnügungsfahrten zwischen Gießen und der malerisch gelecenen Badeburg wird das Dampfboot auch für Trainingzwice benutt; fo berichtet der„ Frff. G.- Anz."—?— de = ** Die Mitglieder der Meister- Prüfungskommission für Oberhessen sind immer noch eifrig in Aktion, um in den einzelnen Zentralorten die praktischen Prüfungen durchzunehmen, u. a. geschah dies in Lollar, Großen Buseck, Gießen, Herbsteinu. Nidda; für die nächsten Tage ist Bußbach, Friedberg, Ostheim, Schotten, Schlitz, Reichensteinau und Groß- Karben vorgesehen.- Bis zum 31. Jult, dem Schlußmeldetermin, haben sich im Ganzen 88 junge Handwerker gemeldet, die sich in diesem Jahre den Meistertitel erwerben wollen. ** Der in der Zeit vom 2. bis 4. August d. Is. in Hamburg stattgehabte Verbandstag der Gehilfen im mittleren Eisenbahndienst wählte Kassel als Versammlungsort für 1904. * Die antropologische Gesellschaft hält in der Zeit vom 10. bis 13. August in Worms ihre 34. allgemeine Versammlung ab. * Achtung Frankfurter Bantnoten! Laut Beschluß des Bundesrates behalten die s. 3. zur Einlösung aufgerufenen Gulden- und Marknoten der Bank die Kraft einfacher Schuldscheine und werden als solche bei der Kasse der Frankfurter Bank in Frankfurt a. M. bis zum Ablauf des Jahres 1903 eingelöst. Die bis dahin nicht zur Einlösung gelangten Banknoten sind als einfache Schuldscheine verfallen. *** Krantenfassen- Versicherungspflicht, oder nicht? Die prinzipiell wichtige Frage, ob diejenigen Reisespresen, welche ein Reisender für seinen Lebensunterhalt unterwegs verwendet, in Anrechnung zu kommen haben, bei Berechnung des Einkommens in Ansehung der Krankenversicherungspflicht des betreffenden jungen Kaufmanns, wird hier im Instanzenzug gegen einen Gießener Chef zum Austrag gebracht werden. Derselbe weigert sich aus prinzipiellen Gründen seinen Reifenden, der 1500 Mart Jahresgehalt und pro Woche etwa 40-50 Mart Vertrauensspeesen hat, zur Ortstrantentasse anzumelden, mit der Begründung, daß die Steuerbehörde seinen jungen Mann mit einem Einkommen von über 2000 Mart zur Steuer veranlagt hat. Auf erhobene Reklamation aber erklärt hat, daß als Einkommen derjenige Speesenbetrag, den der Reisende unterwegs für feinen Lebensunterhalt verbraucht, zu dessen festen Gehalt als Einkommensteuerpflichtig hinzugerechnet werden muß. Dagegen hat die Bürgermeisteret entschieden, daß in Ansehung der Meldepflicht zur Krankenkasse nur als Einkommen das feste Gehalt anzusehen sei. Das Schöffengericht, vor dem der Fall verhandelt wurde, rertagte die Sache um erst das Steuer- Kommissariat zu hören. Der angeklagte Chef, sowohl wie der Amtsanwalt erklärten die Angelegenheit wegen ihrer prinzipiellen Seite bis zur höchsten Instanz zum Austrag bringen zu wollen. Kirchliche Nachrichten. Batholische Gemeinde. Auf Anordnung des hochwürdigsten Herrn Bischofs soll aus Anlaß der erfolgten Wahl des hl. Vaters Papst Pius X. am Sonntag, den 9. August, in allen Pfarr- und Filialfirchen ein feierliches Hochamt( Missa solemnis de Trinitate) bor ausgeseztem Allerheiligsten abgehalten, und nach dem felben das Te Deum nebst den betreffenden Orationen gesungen werden. Das vorgeschriebene feierliche Amt wird in hiesiger Kirche um 9 Uhr stattfinden. □ Weitershain. Eines immer größer werdenden Nenomees erfreut sich als Kunstschlosser unser Bürgermeister. Wie wir hören arbeitet er augenblicklich an einem schönen im Barockstil gehaltenen Tor, das für einen Herrn in Chile, Südamerika, bestimmt sein soll. • Lehnheim. Eidlich verpflichtet wurde Lina Groß als Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Hebamme für unsere Gemeinde. × Storndorf. Am 2. August fand hier das Missionsfeſt des evangel. Dekanates Alsfeld statt. Die Fſtpredigt hatte Herr Pfarrer Wagner- Billertshausen übernommen. Eine Nachfeier fand im Waldbezirk Stollberg statt, wo Missionar Flad über die Mission in China sprach. Ein aufziehendes Gewitter mahnte zur früheren Heimkehr, doch die meisten hielten aus. Eine Festtollefte ergab 73 Mt. die Herrn Flad für die Basler Mission mitgegeben wurden. * Aus der Rhön, 4. August. Die Landwirte, Viehzüchter und Meßger dürfte die Mitteilung interessieren, daß die in ganz Deutschland berühmten großen Bartholomäusviehmärkte zu Neustadt a. S. dieses Jahr an folgenden Tagen abgehalten werden: Am Dienstag, 25. August, großer Buchtbullenmarkt mit Prämiirung der Bullen, Kalbinnen und Zuchteber, Mittwoch, 26. Auguft, Bartholomäusvieh markt. * Homberg, 3. August. Wie nach dem„ Krbl" bestimmt verlautet, besteht die Absicht, am hiesigen Dite ein neues Amtsgerichtsgebäude zu erbauen. Das alte Gebäude soll abgerissen und auf derselben Stelle der Neubau aufgerichtet werden. * Ederkreis. In der„ Wald. Ztg" zu Wildungen steht die nachfolgende Anzeige zu lesen: Deutsch- sozial gesinnte Musiter für Ende September zur Prämiirungsschau nach Albertshausen gesucht. Offerten erbitten bis zum 10. September an Gastwirt Horn, Albertshansen, die Mitglieder und Freunde des Bundes der Landwirte in Albertshausen." Ob die Musiker in Bezug auf ihre Gesinnung oder in Bzug auf ihr Spiel prämiirt werden sollen, das verraten die Erlasser der tiefsinnigen Anzeige leider nicht. Im ersteren Falle sollten sie längst wiss n, daß die Musiker stets an der Epiße marschieren und deshalb zur Fortschrittspartei halten. * Frankfurt, 7. August. Erschossen hat ein Bäckerbursche wegen Untreue seine Geliebte und hat sich dann selber zwei Schüsse beigebracht. Sein Zustand ist nicht unbedingt lebensgefährlich. * Mainz, 7. Auguft. In einer hiesigen Fabrik wurde heute von einer Maschine einem verheirateten Fraiser ein Stück Holz mit solcher Wucht gegen den Leib geschleudert, daß eine schwere Darmzerreißung entstand. Im Spital mußte s fort eine Operation vorgenommen werden. Es iſt wenig wahrscheinlich, daß der Verunglückte mit dem Leben davonfommt. * Darmstadt, 7. August. Im städtischen Krankenhause starb an Arsenikvergiftung der 22 Jahre alt stud. Chem. Walter Meisenburg aus Schmallenberg, Kreis Meschede. Ob eine absichtliche Vergiftung vorliegt, oder ob sie auf die Arbeiten im Laboratorium zurückzuführen ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 7. August. Der s. 8. wegen in hiesiger Stadt begangener Brandstiftung vom Schwurgericht zu 22 Jahren Zuchthaus verurteilte Schuhmacher Johann Debus aus Damm 6. Marburg, hat sich heute wegen Beleidigung des damals die Voruntersuchung führenden Richters des Landgerichtsrats Prätorius zu verantworten, nachdem er voriges Jahr wegen Beleidigung des im Schwurgerichtstermin amtierenden Staatsanwalts Renß eine Gefängnisstrafe erhalten hat. Der Angeklagte hat in einer zu Protokoll gegebenen Beschwerde behauptet, der Untersuchungsrichter habe seine Schwerhörigkeit dazu benugt um ein falsches Protokoll aufzunehmen. Bereits vor 2 Monaten hat in dieser Angelegenheit Termin angestanden, die Sache wurde ausgesetzt, da Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten auftauchten die eine Beobachtung in der hiesigen psychiatrischen Klinit als notwendig erscheinen ließen. Nach dem Gutachten der Sachverständigen ist Debus wohl nervös, doch muß er für sein Tun und Treiben Rechenschaft geben können. Indem das Gericht die leichte Erregbarkeit strafmildernd in Betracht zieht, fommt es zu der gelinden Strafe von 6 Wochen Gefängnis, trop des schweren Vorwurfs welcher einem gewissenhaften, peinlich Die Entscheidung genauen Beamten gemacht worden ist. der am letzten Freitag verhandelten Sache gegen Moriz Lilienfeld von Neustadt wegen Gewerbesteuerhinterziehung, wird in Form eines Beschlusses verkündet, wonach der Staatsanwaltschaft anheimgegeben wird, weitere Ermittelungen einzuziehen, worauf anderweitiger HauptverhandDie Dienstmagd lungstermin anberaumt werden soll. Marie Eichhorn von Bartenstein wird wegen zum Nachteil ihrer Kolleginnen in Bad Nauheim verübter Diebstähle, in Lehrer eine Gefängnisstrafe von 5 Monaten genommen. Johann Nikolaus Schmitt aus Worms, seither in der Voltsschule zu Ohmes bei Alsfeld tätig, hat sich wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechts zu verantworten. Der inzwischen nach Groß- Zimmern versezte Angeklagte hat zwar einen ungezogenen Jungen eine derbe Züchtigung zu tei werden lassen, doch hält das Gericht eine strafbare Körperverlegung für ausgeschlossen und spricht ihn von Strafe und Koften frei. - - - Aufgebotene. Am 1. August Georg Umbach, Kutscher dahier mit Margarete Junker, Cigarrenmacherin zu Wieseck Um 4. Aug. Georg Anton Geißner, Konditor dahier mit Marie Emilie Textor geb. Maltomesius dahier. Am 5. Aug. Louis Marfus, Kaufmann dahier mit Johanna Rosenstiel zu Neustadt a. H. Eheschließungen. Am 5. Aug. Karl Friedrich Allendörfer, Gerichtsschreiberaspirant zu Büdingen und Minna Babette Zwesch, Tochter des Kaminfegermeisters Karl Zwesch dahier. Geborene. Am 28. Juli Dem Fabritarbeiter Georg Eisenbrandt eine Tochter Helene Karoline. Am 2. Aug. Dem Universitätsprofessor Dottor Wolfgang Mittermaier ein Sohn Wolfgang Dietrich. Dem Schneider Friedrich Aulenbacher ein Sohn Friedrich. Dem Taglöhner Heinrich Koch IV. ein Sohn Ludwig Georg. Am 3. Aug. Dem Kaufmann Johannes Garthe ein Sohn Kurt. Dem GerichtsDem Lokomotivheizer assessor Gustav Weiß eine Tochter. Ludwig Pfaff ein Sohn Ludwig Wilhelm. Am 4. Aug. Dem Stationsgehilfe Karl Christ eine Tochter Berta Emilie Frieda. Dem Kutscher Heinrich] Friedler ein Sohn Ludwig. Gestorbene. - Am 31. Juli Selma Elisabethe Jalowießty, geborene Glombisch, 49 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. Am 1. Aug. Louise Ferber, 80 Jahre alt, ohne Beruf dahter.- Emma Lönges, gebor. Heil, 76 Jahre alt, witwe des Großh. Schloßverwalters Dönges dahier. Georg Adam Reich, 43 Jahre alt, Müller dahier. Adolf Laudon, 63 Jahre alt, Schreiner dahier. Am 2. Aug. Karl Bellnhöfer, 10 Jahre alt, Sohn des Spenglers Anton Bellnhöfer dahier. Am 3. Aug. Marie Zielte, gebor. Hoppe, 64 Jahre alt, dahier. Heinrich Repp, 1 Monat alt, Sohn des Taglöhners Heinrich Repp dahier. Am 4. Aug. Johannes Friedrich, 42 Jahre alt, Dienstknecht dahier. Heinrich Heyne, Jahr alt, Sohn des Kaufmanns Heinrich Heyne dahier. Am 6. Aug. Bernhard Bahs, 29 Jahre alt, Reisender dah. - Elsa Regina Sophie Häuser, 7 Monate alt, Tochter des Kaufmanns Karl Häuser dahier. Am 7. Aug. August Senſt, 69 Jahre alt, Garnisonverwaltungs- Inspektor i. P. dahier. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es tönnen eingestellt werden: 8 Pferdefnechte, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, Bementmüller, 1 Kunstschlosser, 1 Bauschlosser, 1 Schmied, 1 Tapezierer, 1 Modellschreiner, 3 Bau- und Möbelschreiner, 1 Drechsler, 2 Handlanger, 1 Glaser, 2 Spengler 2 Kellner, 3 Hausburschen, 1 Restaur.- Köchin( ausw.,) 19 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 besseres Kindermädchen, 1 Laufmädchen, 4 Lauffrauen, 1 Weißzeugnäherin, 1 Blätterin nach ausw., 1 Büglerin oder Flickerin. Lehrlinge: 2 Bäcker. Es suchen Arbeit: 6 Pferdefnechte, 2 landwirtsch. Arbeiter, 2 Kutscher, 1 Schmied, 1 Installateur oder Spengler, 1 Spengler, 1 Maschinist oder Heizer, 3 Buchbinder, 1 Packer oder Lagerarbeiter, 3 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Weißbinder, 1 Lackierer, 2 Glaser, 2 Erdarbeiter, 1 Küchenchef, 2 Hausburschen, 1 Schreibgehülfe, 1 Maschinenschreiber, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 2 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Stüße der Hausfrau, 1 Kinderfräulein, 4 Waschfrauen, 1 Büglerin, 1 Flickerin. Lehrlinge: 1 Schreiner für auswärts. Marktbericht. Gießen, 8 August. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter Enteneter per Pfd. 1.00-1.20 m, Hühnereter 7-8 fg., St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfa., Tauben per Paar M. 0.75-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.20-1 80, Hahnen, per Stud Mr. C.65-1.00, Enten per Stüd 1.70-2.00, Gänse p. Pfd, 54-60 Bfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Pfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Pfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 10.00-10.50 Mt., 3wiebeln per 3t. Mt. 8.00-8.50, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Pfg. Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 7. August. ( Amtliche Notierungen.) Heu( altes) per Zentner Mt. 3.40, Heu( neues) Mt. 3.10-3.50, Stroh per Zentner Mt. 2.10-2.30. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das 2okale, ben Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Königl Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Rocke. Jupons, Blusen, halbfert. Roben. 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