Nr. 157. Mognomentopreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs.. n's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Grattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffiſche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Uaveeubak, sowie die Gießener Getfenblasen( wöchentlich). Das Blett erfcheint an allen Borttagen nagmitage. Mittwoch, den 8. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei 8: Die einfaltige Betielle e Cieben wole ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Barburg 10 Bfe. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 g. Postzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Expedition: Gießen Nennw Fernsprechanting e, 58. 28. Neuelle Nachrichten ( defener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Zur Lage auf dem Balkan. wird neuerdings gemeldet: Die Pforte bestreitet nach wi vor, daß die Verstärkung der Grenztruppen sich gegen Bul garien richte. Sie diene lediglich dazu, den Uebertritt bul garischer Banden nach Mazedonien zu hindern, da die bul garischen Grenzposten zu weit voneinander entfernt wären, um das Durchschlüpfen der Banden unmöglich zu machen. Die bulgarische Regierung erklärt dagegen, eine Verstärkung der türkischen Grenzbewachung wäre unnötig, wenn die türkischen Grenzposten Nachtdienst täten, was nicht geschähe. Außerdem aber ließen sich die türkischen Postenkommandanten infolge der unregelmäßigen Soldzahlung von den Banden betechen und gestatteten ihnen den Uebergang über die Grenze. Das Sofiater Kabinett hat den Mächten weiter mitgeteilt, daß die Zahl der von den türkischen Behörden verhafteten Bulgaren über 3000 beträgt. Die Pforte behauptet, es seien höchstens 300. Aus 19 Ortschaften des türkischen Bezirks Kirklissi haben in 22 Ortschaften der bulgarischen Bezirke Burgas und Kazylagatsch Zuflucht gefunden: 981 Männer, 826 Weiber, 1143 Kinder, im ganzen also 2950 Flüchtlinge mit 202 Stüd Groß- und über 20 000 Stück Kleinvieh. Bulgarien hat inzwischen in Westeuropa große Bestellungen auf Ronserven, Munition, Uniformtuch und Stiefel gemacht. Der 28. Juli ist der Lieferungstermin. In Saloniki fand vor etwa einer Woche, wie ersi jetzt bekannt wird, nächtlicher Weile unter dem Vorsiz Boris Sarawows und eines Bruders des vor einiger Zeit gefallenen Deltschow eine Versammlung statt, an der 144 Personen teilnahmen. Sarawow beschwor die Anwesenden in einer langen Rede zum Eifer und zur Ausdauer. Er schloß mit den Worten: Saloniki ist die Braut Bulgariens. Am 29. April haben sich die Liebenden zum erstenmal getroffen.( Es ist dies das Datum des Dynamitattentats in Saloniki.) Am 25. Juni ist der Tag der Verlobung, und einen Monat später wird die Hochzeit sein. Vier unserer Brüder werden heute oder morgen in Saloniki eintreffen und euch mitteilen, welche Rolle ihr zu spielen habt." Das Datum des 25. Juni ist nach dem alten Kalender angegeben. Man schließt aus dieser etwas rätselhaften Erflärung Sarawows, daß neue Attentate in Saloniki bevor stehen. Die Politik. Neubewaffuung der deutschen Feldartillerie. Aus militärischen Kreisen erfährt unser Berliner CB. Mitarbeiter, daß die Reichsmilitärverwaltung eine größer Anzahl Feldhaubigen mit Rohrrücklauf bei Krupp in Essen bestellt hat. Wie verlautet, sollen sämtliche Feldhaubisbatterien der preußischen Armee mit solchen Rohr rücklaufgeschüßen ausgerüstet werden. Bei den Versuchen mit diesen Geschützen hat sich eine bisher nicht erreichte Feuer wirkung im Felde ergeben. Es gilt als sicher, daß auch Württemberg und Bayern diese Geschütze einführen. Ausgewiesene Drückeberger". In einigen Blättern wurde jüngst ein Langes und Breites über eine angeblich rigorose Ausweisungspraxis der preußischen Behörden geklagt. Eine Anzahl geborener Deutscher, die die holländische Staatsangehörigkeit erworben haben, sind nämlich aus Preußen ausgewiesen worden. Wie sich jetzt herausstellt, handelt es sich in allen diesen Fällen um Leute, die sich in Holland naturalisieren ließen, um sich der deutschen Militärpflicht zu entziehen. Die Anwendung der Ausweisung wird speziell in den Grenzprovinzen strengstens durchgeführt, weil hier ein größerer Hang und eine größere Gefahr zur Militärpflichtentziehung und Auswanderung ge= geben ist. Gegen die Ausweisung solcher Drückeberger" wird wohl kein verſtändiger Mensch etwas einzuwenden haben. Der sozialdemokratische Reichstags- Vizepräsident. A Der sozialdemokratische Abg. Singer hat sich jetzt auch dahin ausgesprochen, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion die Forderung einen Nizenräsidenten für den Reichslag zu stellen, erheben und mit entschiedenheit vertreten werde. Die Fraktion werde diesmal wie schon 1898 darauf bestehen, daß dem aus der Sozialdemokratie hervorgegangenen Vizepräsidenten nicht auch gesellschaftliche Verpflichtungen aufgezwungen würden, die in der Geschäftsordnung nicht be gründet sind." 1898 lehnten die Sozialdemokraten es ab, für ihren Präsidentschaftskandidaten die Verpflichtung zu übernehmen, daß er an Hoffesten teilnehme. Infolgedessen wurde schon damals die Forderung von der Reichstagsmehrheit abgelehnt. So wird es wohl auch diesmal der Fall sein. Loubet in London. Präsident Loubet ist in der britischen Hauptstadt mit einem Aufwand äußerer Ehrungen empfangen worden, wie er selbst gefrönten Häuptern auch dem deutschen Kaiser, dem Neffen des Königs nie zuvor zu teil geworden ist. Die gesamte fönigliche Familie und die Minister holten ihn bom Bahnhof ab, die Fahrt durch die mit britischen und franBösischen Zahnen geschmückten Straßen glich einem Triumphzuge. Am zweiten Tage seiner Anwesenheit in London fand zu Ehren des Präsidenten ein Brunfmahl im BuckinghamBalace statt, bei dem König Eduard einen Trinkspruch auf den Präsidenten ausbrachte, 11. a. sagte der König: Der Empfang, der Loubet von alien Klassen der Bevölkerung bereitet worden sei, beweise ihre wahrhaft freundschaftliche Gesinnung gegenüber Frankreich, dem Lande, welches England am nächsten liege, und infolgedessen auch sein bester Nach bar sein sollte. Loubet erwiderte u. a.: Er sei um so dankbarer für den Empfang, als dieser sich an die ge= samte französische Nation richte. Vor dem Mahle besuchte Loubet den Prinzen von Wales, dem er das Großkreuz der Ehrenlegion verlieh, ferner den Herzog von Connought und die französische Botschaft, wo er eine Abordnung der französischen Kolonie empfing. Obstruktion oder nicht? Mit 26 gegen 20 Stimmen hat die ungarische Unabhängigkeitspartei nach sechsstündiger Debatte beschlossen, die Obstruktion einzustellen. Man glaubt jedoch, daß die 20 Mitglieder, die die Einstellung der Obstruktion ablehnten, vereint mit einigen Wilden versuchen werden, die Obstruktion fortzusetzen. Doch dürften sie keinesfalls imstande sein, sie mehr als höchstens 2 bis 3 Wochen aufrecht zu erhalten. Gewitterwolken in Ostasien? Zu den beunruhigenden Meldungen über neue fremdenfeindliche Bewegungen unter den Chinesen kommt noch die allerdings von englischer, also unzuverlässiger Seite verbreitete Meldung, kriegerische Verwickelungen zwischen Rußland und Japan, an dessen Seite wahrscheinlich auch England treten werde, ständen bevor. Japan macht nach einer Meldung des Londoner" Standard" mobil. Und schließlich wird berichtet, Japan und England hätten an China ein Ultimatum gerichtet, das von der Pefinger Regierung die Abweisung aller russischen Ansprüche auf die Mandschurei fordert. Falls China Rußland nicht zu sofortiger Räumung der Mandschurei bewege, würden Japan und England militärische Maßregeln zum Schuße ihrer Interessen treffen. Die Frist zur Beantwortung dieses Ultimatums ist auf nur fünf Tage bemessen. Wenn dieses Ultimatum wirklich eine Tatsache ist, so werden Japaner und Briten doch wohl noch eine Weile auf eine zufriedenstellende Antwort Chinas warten müssen. Der Chinamann liebt die Gemächlichkeit, und er weiß, daß die Japaner und Engländer sichs erst noch eine Weile überlegen werden, ob sie mit dem russischen Bären ernsthaft anbinden sollen. Den Russen entsteht übrigens schon ein Bundesgenosse: die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Washingtoner Regierung läßt erklären, daß sie mit dem Vorgehen Japans und Englands, wenn es wirklich Tatsache sein sollte, nichts zu tun habe. Ein solches Vorgehen werde in Wirklichkeit auch nur Rußlands Plänen günstig sein, indem es der russischen Regierung Gelegenheit bieten werde, zu behaupten, es könne jetzt die Mandschurei nicht räumen, weil sonst der Schein erweckt werde, als habe es sich dazu zwingen lassen. In Amerifa ist man der Ansicht, daß Rußland und China beide ihre Versprechungen den Vereinigten Staaten gegenüber erfüllen würden. Vom tollen Mullah". Von einem Kampfe des abessynischen Generals Abanabro mit einem Somalistamm wird berichtet. Der Kampf soll sehr blutig gewesen sein. Der General forderte nachher die Somalis auf, sich darüber zu entscheiden, ob sie sich der Herrschaft der Abessynier beugen wollten. Für den Fall, daß sie sich weigern sollten, die abessynische Herrschaft anzuerkennen, drohte der General mit weiterer Strafe. Die Verteilung der englisch- abessynischen Streitkräfte schneidet dem Mullah drei der ihm zur Verfügung stehenden Rückzugslinien ab. Der Mullah steht bei Halin und ist be müht, Munitionsfarawanen von der Küste heranzuziehen. Die Aussichten auf dem Kriegsschauplatz sollen für ihn bedeutend ungünstiger sein. Kurze politische Nachrichten. * Die Vorstände der preußischen Landwirtschaftskammern sind gestern in Danzig zur Jahresversammlung zusammengetreten. * Bei der Berliner Kriminalpolizei wurde eine Centralstelle zur Bekämpfung des internationalen Mädchenhandels errichtet. * Der„ Times"-Korrespondent Harris, der von marokkanischen Gebirgsbewohnern gefangen genommen worden war, ist gegen Austausch von Gefangenen wieder freigelassen worden. * In Neusaz( Ungarn) fam es zwischen berittenen Schutzleuten und Handelsangestellten, die für den Siebenuhrschluß der Geschäfte demonstrierten, zu Zusammenstößen, bei denen 40 Personen verwundet wurden. * In einer Volksversammlung in Pyrgos( Griechenland), die einen sehr erregten Verlauf nahm, mußte Militär einschreiten, um die Menge zu zerstreuen. Es entwickelte sich eine Schlägerei, bei der mehrere Soldaten durch Steinwürfe verletzt wurden. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat an Bord des„ Meteor" Warnemünd in der Richtung auf Rügen verlassen. Die„ Hohenzollern', Nymphe" und Sleipner" folgten, das Panzerschiff„ Mecklenburg" feuerte Salut. Vor seiner Abreise stattete der Kaiser seiner Gemahlin an Bord der„ duna" einen Besuch ab und begab sich sodann auf die Jacht„ Meteor". Dié Prinzen August Wilhelm und Oskar sind in Warnemünde eingetroffen und haben sich an Bord der„ Iduna" begeben. Die kaiserliche Familie wird auch in diesem Sommer im Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel einen längeren Aufenthalt nehmen. Nach den bis jetzt getroffenen Dispositionen trifft die Kaiserin in Begleitung der jüngsten kaiserlichen Kinder, von Cadinen aus, am 15. August auf Wilhelmshöhe ein und wird daselbst 14 Tage bis drei Wochen verweilen. Der Kaiser begibt sich nach Nückkehr von der Nordlandreise und einem furzen Aufenthalte in Berlin bezw. Potsdam in Begleitung des Kronprinzen ebenfalls nach Schloß Wilhelmshöhe. Am 28. und 29. August wird der Kaiser in Kassel weilen zur Teilnahme an großen Galadiners, welche für die Stände und Provinzialbeamten des Regierungsbezirkes Kassel resp. für die Stabsoffiziere und die Generalität des 11. Armeekorps daselbst arrangiert werden. Für die Avreise der kaiserlichen Familie von Schloß Wilhelmshöhe sind noch keine Bestimmungen getroffen worden; der Kaiser wird sich wahrscheinlich von Wilhelmshöhe aus direkt in das Kaisermanövergelände begeben. Die Fürst in Bismarck hat in Friedrichsruh einem Sohne das Leben gegeben. Es ist dies das fünfte Kind und der dritte Sohn, der aus der 1892 geschlossenen Ehe des Fürsten Herbert mit der Gräfin Hoyos hervorgegangen ist. Der Papit in Agonic. Rom, 7. Juli. Vor den hohen Bronzetoren des Va..cans harren in banger Erwartung hunderte und aberhunderte des Augenblicks, wo der Oberhirt der katholischen Christenheit eingehen wird zur Ewigkeit, wie er selbst es den Kardinälen vorausgesagt hat. Unabwendbar ist der herbe Schluß des harten Ringens mit dem Tode, den die kräftige Natur des Papstes so lange durchgehalten hat: Die furchtbare Schwäche, die Leo XIII. bald nach der letzten Delung befiel, hat sich in Agonie, den letzten Todeskampf, verlängert. Wie lange dieser Kampf dauern wird, darüber sind die Aerzte nicht einig, zu sagen ist nur, daß er zum Tode führen muß. Die Kräfte des Papstes schienen sich nach dem Empfang der letzten Delung allerdings neu zu beleben. Er richtete sich in den Kissen auf und segnete die Anwesenden mit den Worten:„ Dies ist mein letzter Segen." Aber es war nur ein sekundenlanges Aufflackern. Seither ist der Papst teilnahmslos, und das schwache Lebensstämmchen wird nur durch häufige Einspritzungen von Stimulantien am Verlöschen gehindert. Es geht zu Ende. Vatikan und Quirinal. Die Verbindung zwischen dem Vatikan und der italie. nischen Regierung wird durch den ersten Hofkaplan Monsignor Lanza aufrecht erhalten, der auf ein Telegramm des Königs hin in Rom zurückgeblieben ist. Gegenüber einer Meldung des Pariser„ Gaulois" erklärt die„ Tribuna“, die italienischen Minister hätten keine Veranlassung gehabt, sich im Hinblick auf die Erkrankung des Papstes mit der Reise des Königs nach Paris zu beschäftigen. Hinsichtlich des Zeitpunktes der Abreise des Königs von Racconigi nach Paris sei durchaus nichts geändert worden. Ferner erklärt die „ Tribuna" es auf das bestimmteste für falsch, daß Ministerpräsident Zanardelli mit den Ministern seines Kabinetts über irgend welches Vorgehen beraten habe, das bezwecke, die dem Papste durch die Gesetze verbürgte Unabhängigkeit einzuschränken. Ministerpräsident Zanardelli werde sich darauf beschränken, die Achtung der Gesetze und der Freiheit zu sichern. Das Sterbezimmer des Papstes wird uns von ci trefflichen Kenner des Vatikans und seinen Gemächern wie folgt geschildert: Leo XIII. liegt in seinem kleinen Bette, und das fast durchsichtige Antliy ruht friedlich auf den Kissen zwischen den schmalen Vorhängen, welche vom Baldachin wie eine weiße Wolke her= niederhängen. Das Bett, das in einem rückwärts eingebauten Alkoven steht, ist gegen das Fenster gewandt, dessen Jalousien und reichgestickte Portieren dicht geschlossen sind, damit nur ein gedämpftes Licht auf den mit dem Tode Ningenden falle. Das Fenster geht auf den weiten Platz von Sankt Peter hinaus. Alkoven und Zimmer sind mit reichen grünen Damasttapeten geschmückt. Rechts vom Fenster ſteht ein hoher Schrein aus dem 18. Jahrhundert, reich geschnitzt und mit vielen Schiebkästen. Zur Linfen steht ein breiter Schreibtisch, auf dem sich ein mächtiges silbernes Tintenfaß mit der traditionellen Gänsefeder, ein elfenbeinernes Kruzifiy und wenige Bücher befinden, unter ihnen Dante, Virgil, Horaz und die Bibel. Neben dem Schreib tisch steht ein Sessel aus rotem Damast mit goldener Lehne In dem Zimmer sind zwei Türen, von denen die eine nac der kleinen Privatkapelle des Papstes, die andere in den Thronsaal führt. Rings umber stehen zerstreut acht Stühle und einige niedrige Sessel, ebenfalls mit Kissen aus rotem Damast belegt. An den Wänden kein Vild: nur zu Häupten des Bettes hängt eine Madonna im breiten, reich vergoldeten Rahmen. Dicht neben dem Bett steht ein bequemer Armstuhl und der Betstuhl des Papstes. Augenblick flog die Tür hinter dem Buchhalter dröhnend Roggendorf griff nach dem Glockenzuge, in demselben ins Schloßin furchtbarer Aufregung auf und nieder; er konnte es Reimann legte die Hände auf den Rücken und ging fehr infem sein schielender sinnend den Rauchwöltchen, die Blick folgte über die Berge gemacht!" er aus seiner Cigarre vor sich hinblies. denklichem Tone. Ich an Eurer Etelle hätte mich längst Morgen erst wollt Ihr fort?" fragte der Wirt in beSia Polizei fofort hinter mir gema Dann mär fluch beladener Bube ich wüpre nicht, wofür ich ihr Dank schuldig wäre." längst auf dem Zug, du gottvergessener, mit dem VaterDer Schulmeister, den der Zorn übermannte. Ich hab dich ist mein Sigentum, Und ich buld's nicht, du elender Wicht!" knirschte mein Vater hat es ihr gegeben, und auf. Es belommen die Coldnerbeere eigene Farben, alf der Verwerden diese geldzeichen, doch noch nicht in Wappenform des Banners den Vorrang behält. breitung und Form, wie es jetzt der Fall ist, indem die Ende des 16. Jahrhunderts nehmen die Flaggen mehr orm an; die deutschen Trappen mehr die ftreisi Vom Sterbelager werden noch folgende interessante Einzelheiten gemeldet: Der Papst äußerte heute früh plötzlich den Wunsch, den Osservatore Romano" und die Voce della verita" zu lesen, um zu sehen, was diese über seine Krankheit schreiben. Es wurden hierauf besondere Ausgaben beider Blätter veranstaltet und dem Papst überbracht. Als man während der letzten Delung dem Papste die Hände salbte, drehte dieser die Hände um und bemerkte, die Salbung müsse auf dem Rücken der Hände und nicht auf den Handflächen erfolgen, da diese bereits zweimal, als er Priester und Bischof wurde, geweiht worden seien. Wie der Messagero" meldet, sagte der Papst gegen Mitternacht in heiterer Weise zu Lapponi:„ Sie müssen mir sagen, wenn der letzte Augenblick gekommen ist!" Lapponi erwiderte:„ Seien Sie ruhig, es ist keine unmittelbare Gefahr vorhanden." Der„ Messagero" meint, der Papst sterbe langsam in seinem Zimmer dahin. Während der ganzen Nacht blieben Lapponi und der Leibdiener Centra mit den Senatoren Angeli und Mazzolini, sowie den Neffen des Papstes und vier Kämmerern in dem Vorzimmer. Der Krankheitsbefund. Gegen Mittag wurde heute mittels einer Sprize ein Stich in das Brustfell des Kranken gemacht. Es zeigte sich), daß Flüssigkeit darin angesammelt war. Nach dem letzten Krankheitsbericht ist die Herztätigkeit so herabgesetzt, daß die Nierenfunktion unzureichend ist und die Fingerspizen blau gefärbt sind. Während der Nacht nahm der Papst einmal Nahrung zu sich. Morgens um 7 Uhr saß er für kurze Beit auf dem Lehnstuhl. Das Allgemeinbefinden hat sich nach dem letzten Bericht nicht verschlechtert, doch ist daraus zu ersehen, daß der Papst den Tastsinn verloren hat. Leo XIII. als Politiker. Zweite Hessische Ständekammer. Darmstadt, 8. Juli. SeGewinnung erfolat vorwiegend im Tagebau. Im Jahre 1901 wurden 87 601 t., im Jahre 1902 87.976 t. Erz und Braunstein gefördert. Während früher der Betrieb mehr in extensiver Weise erfolgte, indem besonders die reichhaltigen und leicht zu gewinnenden Erze abgebaut wurden, so ist man seit neuerer Zeit zu einer durchaus rationellen Betriebsweise übergegangen. Jetzt werden die Erze an jeder Fundstelle bis tief hinab auf die Sohle gefördert und erst dann diese Mulden wieder ausgefüllt. Die Fortschaffung der Erze geschieht bekanntlich durch die zur Main- Weser- Bahn führende Drahtseilbahn. Um den Transport zu verbilligen - namentlich mit Rücksicht auf die im südwestlichen Teile des Grubenbezirkes zu fördernden Erze die praktische Neuerung beabsichtigt, durch seitliche Verlängerung des " Hauptstollens" die öftliche Höhe zu durchschneiden, um alsdann mit elektrischem Betrieb Erztransporte nach der nahe gelegenen Gelnhauser Bahnlinie zu verbringen. Interessant ist es, daß die Erze, die früher als nicht verwertbar, zur Aufschüttung der Mulden verwendet wurden, jetzt wieder abbauwürdig sind und daß die Schlammablagerungen ehemaliger Teiche des Braunsteinbergwerkes jetzt ein wertvolles Material für die Tonwarenfabriken geben. Gestern trat die Kammer zu einer kurzen Tagung zusammen. Es wurde der Antrag Hänsel, die Regelung der Mietentschädigungen für Dienstwohnungen der Staatsbeamten, einstimmig zur geschäftlichen Beratung an den Ausschuß verwiesen. Ebenso der Antrag des Abg. HaasDarmstadt, das Reichsgesetz über die Phosphorzündwaren betreffend, der Antrag des Abg. Schmitt und 44 Genossen, die Ausbildung der Verwaltungsbeamten, der Antrag des Abg. Frenay, Aufhebung der Beiträge zur Großh. Offiziers- ift Wittwen- und Waisenkasse, der Antrag des Abg. Schönberger, die gesetzliche Regelung des Milchverkaufs betreffend, der Antrag Schönberger und 22 Genossen, die Uebernahme der sämtlichen Volksschullaften auf den Staat, der Antrag des Abg. Wolf, die meßbriefliche Wahrung der zeitlichen landwirtschaftlichen Kulturveränderungen in den Grundbüchern betreffend. An den Ausschuß werden noch weiter verwiesen eine Anzahl Petitionen und Vorstellungen. nehmigt werden die Regierungsvorlage, die Großh. Offiziers: witwen- und Waisenkasse, sowie die Unteroffizterswitwenkasse betreffend, die Regierungsvorlage den Ankauf des Steuerfommissariatsgebäudes und Errichtung eines Steuerberund Errichtung eines Steuerverwaltungsgebäudes betreffend, ferner die Regierungsvorlage, betreffend einen Betrag von 4000 Mt. für Tiefbohrungen nach Sool- und Thermalwasser in Bad Salzhausen, und die Regierungsvorlage wegen Veräußerung von Grundstücken. Hierauf fanden die Ersazwahlen zum Petitions- und Gesetzgebungsausschuß statt. Die Abgg. Bitthan und Stöppler werden hierzu gewählt. Als Mitglied des Sonderausschusses für die Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Errichtung einer Landwirtschaftsfammer werden die Abgg. Schönberger, Ert, Köhler= Langsdorf, Bähr, David, Haas- Darmstadt, v. Brentano, Frenay und Heidenreich gewählt. Hierauf vertagte sich die Kammer bis Anfangs Oktober. Heute und morgen findet in Gemeinschaft mit den Mitgliedern der großh. Regierung ein Ausflug nach dem vorderen Vogelsberg statt. Ueber dieses Thema schreibt uns unser ständiger polittscher Mitarbeiter: Als im Jahre 1878 der Kardinal Joachim Pecci, von Haus aus Graf Pecci, die päpstliche Würde erhiclt, war es sein erstes Bestreben, mit den Nationen ein friedliches Verhältnis herzustellen. Er teilte deshalb dem preußischen Staate seine Thronbesteigung unter dem Ausdruck der Verehrung für die Persönlichkeit des Kaisers mit und sprach sein Bedauern darüber aus, daß er nicht mehr die guten Beziehungen vorfinde, wie sie früher zwischen dem Batikan und Preußen bestanden hätten. Der Kaiser antwortete darauf in einem sehr reservierten Tone, weil man noch nicht beurteilen konnte, ob die Absichten des neuen Papstes tatsächlich so friedlich waren, wie es den Anschein hatte. Auch dieses Schreiben beantwortete der Papst mit einem formulierten Friedensangebot, in welchem furz und bündig die Aufhebung der Maigeseẞe gefordert wurde. Nach langem Schweigen antwortete der Kronprinz zugleich auf einen weiteren Brief, worin der Papst seiner Entrüstung über das gegen den Kaiser verübte Attentat ausgesprochen hatte. Der Kronprinz betonte hierbei grundsätzlich die Unmöglichkeit, die preußische Gesetzgebung durch eine außerhalb des Landes bestehende Gewalt beeinflussen zu lassen, und sprach sich auch im besonderen gegen den Vorschlag des Papstes aus. Als aber die Reichspolitik durch den langsamen Uebergang zum Schutzzoll immer mehr auf das Centrum angewiesen war, ließ sich die preußische Regierung die diskretionären Vollmachten erteilen, mit deren Hilfe schließlich die ganze Kulturkampfgesetzgebung abgebrochen wurde. Seitdem haben sich die Beziehungen zwischen Preußen und dem päpſtlichen Stuhl derart gebessert, daß der Papst schon für deutsche Gesetzesvorlagen das Wort ergriffen hat. Ebenso hat der Verstorbene die Beziehungen zu Italien gemildert, ohne aber bon seinen Forderungen der Wiederherstellung des Kirchenstaates auch nur ein Jota abzulassen. Die offiziellen Beziehungen hat er nicht aufgenommen, aber er hat seine zeitweiligen Proteste in wesentlich mildere und weniger verlegende Formen gefleidet, als sein Vorgänger. Es steckte in ihm ein durchaus opportunistischer Zug, der ihm verbot, etwas an sich Zweckloses um des Prinzips willen zu tun oder zu unterlassen. Aus diesem Grunde empfahl er auch dem französischen Klerus, die Republik als die von Gott gewollte Obrigkeit anzuerkennen, und als er trotzdem mit seiner vatikanischen Politik bei der Seineregierung feine Gegenliebe fand, machte er ohne Leidenschaft einen Frontwechsel nach der deutschen Seite hin, freilich ohne auch hier etwas zu gewähren und zu opfern. Papst Leo war in seiner ganzen päpstlichen Politik die personifizierte Vorsicht und der Typus der zähen Konsequenz, die sich durch keinen Widerstand entmutigen oder beirren läßt. Dabei faßte er sein Amt tatsächlich als ein vorwiegend politisches auf, was sich namentlich deutlich bemerkbar machte, als er seine Encyklika über die Demofratie erscheinen ließ, die einen völlig opportunistischen Grundcharakter hat. Aber immerhin, der Papst war, weil er sich mit seiner Persönlichkeit und mit seinen Privatanschauungen nicht in den Vordergrund stellte, tatsächlich ein Mehrer der päpstlichen Autorität, und das Kardinalkollegium wird es nicht leicht haben, Ersatz für ihn zu finden. Er war mil seiner ruhigen Zurückhaltung und der eisernen Energie in der Verfolgung seiner Ziele eine der glanzvollsten Erschei nungen auf dem päpstlichen Stuhl. Aus dem Gerichtsfaal. fiskalischen 5. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld u. Lauterbach. Protokoll Auszug. § Das Urteil im Revisionsprozeß Hüffener lautete auf 2 Jahre und 1 Woche Festung. Wie erinnerlich, lautete das erste Urteil auf 4 Jahre Gefängnis und Degradation. Da die Festung keine entehrende Strafe ist, so muß das Gericht sich überzeugt haben, daß Hüssener bei seiner Tat wirklich nur den von ihm seinerzeit angegebenen Beweggründen ge folgt ist. Gießen, 30. Juni 1903. ( Schluß.) 5. Die von der Handelskammer befragten Detaillisten haben sich fast sämtlich für eine Sonderbesteuerung der Warenhäuser ausgesprochen, um die Errichtung solcher Geschäfte im Großherzogtum zu erschweren. Die Mehrzahl der Kammermitglieder hält jedoch, abgesehen von sonstigen Bedenken, die Einführung einer Warenhaussteuer in Hessen nicht für ein geeignetes Mittel, um die Konkurrenz dieser Geschäfte gegenüber den kleineren und mittleren Detailgeschäften zu beschränken. Die Handelskammer wird sich daher in ihrem Gutachten an die Großh. Regierung gegen eine Sonderbesteuerung der Warenhäuser aussprechen, jedoch der Regierung zugleich von den Wünschen der Detaillisten Kenntnis geben. Ferner wird die Kammer beantragen, daß die hessische Gewerbesteuergesetzgebung nach der Richtung hin abgeändert werde, daß die großen Betriebe entsprechend ihrer größeren Leistungsfähigkeit start progressiv nach oben besteuert werden, um die fleineren Betriebe zu entlasten. § Aufreizung zum Ungehorsam gegen die Obrigkeit hat dem Redakteur und Verleger des polnischen Blattes„ Glos Slasti" eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis zugezogen. Das Vergehen wurde in einem Artikel gefunden, der in der Beilage zum Glos Slasti", dem„ Kinderfreund", enthalten war und Kinder zum Ungehorsam aufreizte. § Der Prozeß Humbert wird um mehrere Tage verschoben werden müssen, er wird wahrscheinlich erst am 10. August stattfinden. Die Familie Humbert wird von dem aus den Dreyfusprozeß befannten Anwalt Labori verteidigt werden, da Louis Robert, ihr bisheriger Rechtsbeistand, infolge des Todes seiner jungen Gattin vorläufig nicht imstande ist, den Brozeß wahrzunehmen. 6. Eingänge: a) Bericht über die Tätigkeit der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrts- Einrichtungen bis zum Schluß ihres 12. Geschäftsjahres. 216., 18., 33. Br 23, 34. Preis, H. Bimmer Grünberg 5 Preis, J. Enders 9. Preis, Sch. Sh R. Dreyling- Grünber Breis, K. Möller- Gri Preis, Fr. Jödel- Gri Grünberg 21. Preis, Breis, Schlörb- Lauter Diehl Laubach 31. B Emmelius- Laubach 40 ** Ganderb Ganberbund mit ca Marburg unternehme ** Der Ra Montag Nacht gegen Bürger unferer Stadt play mit Erfolg ben fonnte es doch nicht Worten auf das Ve machen. Leider zeigt fie schienen vielmehr nur unserer wohllöblic das andere furzum aung zu erzielen, und Stätte ein wilder St Rampe und focht im aber was hilft das g und als er fich gar rief er mit so mächtig Wiederfacher in jähe Da erschien auch so längeren Schritten ein und bald erglänzte Lichte in deffen Strahl Buhörern dann den F Alle Teilnehmer gewannen bei der Besichtigung die Ueberzeugung, daß unter der Leitung des Herrn Direktors Dr. Esch das Werk auch für die Zukunft eine glückliche Entwickelung erwarten läßt und daß der hiesige Bergbau auch weiterhin eine Quelle wachsenden Wohlstandes für die Umgebung bilden wird. An die Besichtigung des Vergwerkes schloß sich, dank der liebenswürdigen Einladung des Herrn Direktors, noch ein gemütliches Beisammensein der Teilnehmer im neuerbauten Direktorialgebäude an. b) Zur Geschichte und Entwickelung des Kohlenhandels, Denkschrift, herausgegeben von D. Polster. c) Mitteilungen des Mittelrheinischen Zweigverbandes deutscher Müller, Mai 1903. d) Mitteilungen des Berg- und Hüttenmännischen Vereins zu Weglar. e) 42. Bericht des Vereins Merkur, Kaufm. Verein in Nürnberg. Lokales. Gießen, ben 7. Juli 1908. Andreas von Griechenland mit der Prinzessin Alice von Vom Großh. Hof. Die Hochzeit des Prinzen Battenberg wird im Herbst d. Js. im Großh. Schloß stattfinden. * : ** Provinzial Ausschuß. Die Ferien des Provinzial- Ausschusses der Provinz Oberhessen beginnen am 15. Juli und dauern bis 1. September 1. J8. * ** Die Gräfin zu Erbach- Schönberg übernahm das Protektorat über den Verein Hessisches Lehrerinnenheim". ** Ernannt wurde der bisherige ordentliche Professor Dr. Friedr. Albert zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Königsberg i. Pr. Der Kreisbauinspektor Trimborn ist von Hersfeld nach Kassel verseẞt. t) Von zuverlässiger Seite sind der Kammer Mitteilungen über folgende Gegenstände zugegangen: Bedarf an Stahlschienen in Canada, Winke für den Export nach Padang( Sumatra), Auswahl und Packung von Waren nach Concepcion( Chile), Mexikanische Exportkommission, Bestrafung von Zollvergehen in Ausstralien, Warnung vor Kreditgewährung an Firmen in Transvaal, die The Manufacturers Commercial Co." New York, Amerikanischer Zündhölzer- Trust, Zweifelhafte Firmen in St. Petersburg, Moskau, Budapest, Sille, London, North Shields. P ** An der Post wurde etatsmäßig angestellt der Postpraktikant Kizing in Gießen. Als Postgehilfe wurde angenommen der Gymnasiast Wilh. SchmidtGießen. ** * Personalien. Der Feldwebel der 8. Komp. des Inf.- Regts. 118 Emil Hohmann in Worms, der im Oktober v. Js. die Gerichtsvollzieher- Prüfung bestand, wurde der Dienstverrichtungen eines Gerichtsvollziehers bei Großh. Amtsgericht Grünberg beauftragt. * Die Hauptversammlung des Verbandes deutscher Gewerbevereine, dessen zeitiger Vorort der Hessische Landesgewerbeverein ist, findet ebenfalls am 7. und 8. September zu Mainz statt. * * Die Gießener Schußmannschaft tann am Bei Gründung der Schußmannschaft wurden 14 Schußleute 1. Oktober d. J. das Fest ihres 25jährigen Bestehens feiern. angestellt, von denen noch heute der Wachtmeister und zwei Schußleute im' Dienſt ſind. Es waren früher, bevor die Schußmannschaft aegründet wurde, nur sechs Bolizeidiener in unserer Universitätsstadt tätig, von denen noch heute einer im städtischen Dienst ist und zwar als Pfandmetster; dieser Lette von ehemals will, wie wir hören, am 1. Oktober in den gewiß verdienten Ruhestand treten. Die Eingänge fönnen während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. 7. Nach Erledigung der Tagesordnung folgten die Mitglieder der Handelskammer einer Einladung des Herrn Direktors Dr. Esch zur Besichtigung des Berg werkes der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke, vorm. Fernte. Dieses Bergwerk ist schon seit den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Betrieb und bildet seitdem eine wichtige Quelle des Erwerbes für einen großen Teil der Bewohner der umliegenden Ortschaften. Früher im Privatbesitz des Herrn Fernie in England ist das Werk seit einigen Jahren in eine Attiengesellschaft und furze Zeit nachher in eine Gewerkschaft umgewandelt worden. Die Besichtigung des Bergwerkes erfolgte unter der fachkundigen Leitung des Herrn Dr. Esch, der, die Lagerungsverhältnisse der Erze erklärte, und ein flares Bild von der Gewinnung und dem Versande der Erze gab. Die Erze finden sich in wechselnder Tiefe auf Kalkstein und Schiefer aufgelagert. In das Erz selbst sind zuweilen Ton und Sand eingebettet. Obwohl das Bergwerk schon lange Jahre im Betriebe ist, so birgt es doch noch viele, einen großen Reichtum wertvoller Erze, der noch der Erschließung harrt. Die wichtigsten Produkte sind Manganeisenstein, der zur Herstellung des Spiegeleisens dient, und der wertvolle Braunstein. Die Plötzlich vom Tode ereilt wurde der Defonom und Ortsgerichtsmann Christian Haubach I. Derselbe befand sich auf der Reise in Trarbach a. Mosel, wo er gestern vormittag, wohl infolge plöglichem Unwohlfeins, aus dem Fenster des Hotels gestürzt, und sofort verstorben ist. * ** * ** * er bez grantentaffenm aufaeworfen worden, denjenigen Mitgliederr anlaffung des Raffenar arzt überwiesen werde - event. welcher Wag - erwidern, daß, wenn bandlung vorlieat und Raffe auch die Reisefo Au vergüten ist, wird hängen. * Die Zahl derer aus dem G aufammen 386, bon Hamburg und 133 ü den Vereinigten Staate 6, nach Australien 4, Afien je 1. Mit Entl bon den Auswanderer fih übrigens die Rab mindert hat, eraiebt 1883, aus Heffen 35 ift eine stetige Vermin treten. * Die Biegen bat, wie schon so o tellung der Deutic Hannover mit besond man in Betracht zie Soläge ausgeftelt diefe gegebenen 40 S in Geld ausgedrüc Hundespo Ehrenzeichen für die der Frankfurter Sunde in die Gießener Umge Lich einen Breis auf e it Lollar einen Bre * Boftanwei Suli ab find Bofta Rolonien in Afrifa Thomas, Brinzibe, trage von 400 mt au ** Internat tegatta in Luze Burn ftattfindenden J beteiligen fich deutsche Ruderverein, Mannhei gesellschaft Undine" un * Gin Stube geftern durch die St bruber war zu Carce das Korps auf feinem Geleite. Auf einem b farb ein riesiges mit dem der Delinquent die Korpsmitglieder, Treppenstufen des Un Der Gedante an bas Ein Landwehrmann der 2. Uebungs- Kompagnie des Gießener Inf. Regts. wurde gestern in seiner Heimat Ruppertsberg bestattet. Der Verblichene wurde Freitag von einem Hißschlag betroffen, dem sich Lungenentzündung hinzugesellte und seinem Leben ein Ziel sezte. An der Beerdigung, die gestern morgen vom Lazaret aus stattfand, beteiligte sich unter anderen auch Oberst v. Grevenit. Bei dem Hauptpreisschießen des Schüßenvereins Grünberg ergaben sich folgende Resultate: Standscheibe 175 Meter( Freihand): 1. Preis Chr. Wagner- Grünberg, 2. Preis Appel- Gießen, 3. Breis Gonter- Gießen, 4. Preis Fr. Jöckel- Grünberg, 5. Preis Bücking- Alsfeld, 6. Preis Heinrich Schmidt II- Grünberg, 7. Preis W. Bock- Grünberg, 8. Preis Seibel- Gießen, Gießen, 11. Preis Dr. Friß- Grünberg, 12. Prets H. K. 9. Preis Hermann Kreuder- Grünberg, 10. Preis BrückZimmer- Grünberg, Standscheibe 100 Meter( Auflage): 1. Preis Herm. 13. Preis Emmelius- Laubach. Kreuder- Grünberg( 54 Ringe), 2. Preis Bücking- Alsfeld ( 54 R.), 3. Preis R. Ritter- Laubach( 53 R.), 4. Preis Weber- Alsfeld( 53 R.), 5 Preis Hch. Schmidt Il- Grünberg( 52 R.), 6. Preis R. Dreyling- Grünberg( 52 R.), 7. Preis Fr. Jöckel- Grünberg( 52 R.), 8. Preis RößnerAlsfeld( 51 R.), 9. Preis Seidel- Gießen( 51 R.), 10. Preis Gießen( 51 R), 12. Preis Linfer- Grünberg( 50 R.), 13. Brück- Gießen( 51 Ringe), 11. Preis AppelPreis Dr. Friß- Grünbera( 50 R.), 14. Preis EmmeliusPreis H. K. Zimmer- Grünberg( 47 R.), 17. Preis Schlörb Laubach( 50 R.), 15. Preis Högy- Laubach( 47 R.), 16. Meter: Büding- Alsfeld 1., 26., 39. Preis, Rößner- Alsfeld Lauter( 46 R.).- Zentrum- Scheibe( Blättchen) 100 - Berurteilten wohl üb helfert. Londori. Ungl ereignete fich hier ein Bigner lief, da es ob Den Laftwagen. Die Bruft, worauf es fofor Belangbercin Seiterfeit Groß- Bujed,& Aum Opfer fiel. Das Im Jahre 76 t. Erz rieb mehr baltigen en, so ift Betriebs Der Fund erst dann fung der efer- Bahn verbilligen westlichen prattische rung des um als: der nahe rtbar, zur Bt wieder ngen ehe wertvolles igung die Direktors = glückliche e Bergbau es für die bes Bergenſein der adung des 2., 16., 18., 33. Preis, Herm. Kreuder- Grünberg 3., 10., 23., 34. Preis, H. Linfer- Grünberg 4., 13. Preis, H. K. Bimmer- Grünberg 5., 17., 25. Preis, W. Joft.Laubach 6., 7. Preis, J. Enders- Laubach 8. Preis, W. Hechler- Laubach 9. Preis, Hch. Schmidt II.- Grünberg 11., 35., 36. Preis, R. Dreyling- Grünberg 12., 30. Preis, Högy- Laubach 14. Preis, K. Möller- Grünberg 15. Preis, Gonter- Gießen 19. Preis, Fr. Jöckel- Grünberg 20., 29. Preis, Chr. KreuderGrünberg 21. Preis, R. Ritter- Laubach 22., 24., 37., 38. Breis, Schlörb- Lauter 27. Preis, Weber- Alsfeld 28. Prets, Diehl Laubach 31. Preis, Tuchardt- Alsfeld 32. Preis und Emmelius Laubach 40. Preis. Anz. ** Sanderbund. Am nächsten Sonntag wird der Sanderbund mit ca. 70 Personen einen Ausflug nach Marburg unternehmen. Der Kampf um die Laterne. In der Intereſſant Montag Nacht gegen 1 Uhr sah ein fried- und ehrsamer Bürger unserer Stadt wie sich drei junge Leute am Lindenplaz mit Erfolg bemühten, eine Laterne auszudrehen und fonnte es doch nicht unterlassen, die Jünglinge mit milden Worten auf das Verwerfliche ihres Tuns aufmerksam zu machen. Leider zeigten die Missetäter nur wenig Laune, sie schienen vielmehr der Ansicht, daß eine derartige Kritik nur unserer wohlöblichen Polizei erlaubt sei, ein Wort_gab das andere furzum es war auf dem Gebiete keine Einigung zu erzielen, und bald tobte an der sonst so friedlichen Stätte ein wilder Streit; unser Bürger war ein tapferer Kämpe und focht im Schatten der Laterne wie ein Löwe, aber was hilft das gegen eine dreifache Uebermacht? und als er sich gar seiner Waffe, eines Stockes beraubt sah, rief er mit so mächtiger Stimme nach der Polizet, daß seine Wiedersacher in jähem Entseßen die Flucht ergriffen. Da erschien auch schon mit einer langen Stange und noch längeren Schritten ein Laternenanzünder auf dem Schauplaze und bald erglänzte das Streitobjekt wieder in mildestem es Brinzen Lichte in dessen Strahlen der Sieger den andächtig lauschenden Alice von Zuhörern dann den Kampf mit den„ Lausbuben" erzählte. h. Schloß *** Wer bezahlt die Eisenbahnfahrt für Krantentassenmitglieder? Es ist oft die Frage aufaeworfen worden, ob die Krankenfossen verpflichtet sind. denjenigen Mitgliedern, welche vom Kassenvorstande auf Veranlassung des Kaffenarztes einem auswärts wohnenden Spezialarzt überwiesen werden, die entstehenden Eisenbahnfahrkosten event. welcher Wagenklosse zu zahlen. Sierauf ist zu erwidern, daß, wenn die Notwendigkeit spezialärztlicher Behandlung vorlieat und von der Kaffe anerkannt wird, die Kasse auch die Reisekosten tragen muß. Welche Wagenklasse zu vergüten ist, wird von der Stellung des Versicherten ab hängen. 1908. Ferien des ginnen am rnahm das nnenheim". e Professor ſſor in der berg i. Pr. Hersfeld ngestellt der Boftgehilfe chmidt, 8. Romp. 18, der im and, wurde bei Großh. ** Die Zahl der überseeischen Auswan= derer aus dem Gr ßherzogtum Hessen betrug in 1902 zusammen 386, von denen 225 über Bremen, 27 über der Fahnenweihe. 17 Vereine haben bereits ihr Erscheinen zugesagt, so daß ein schönes Fest in Aussicht steht. Die Fahne ist von der Bonner Fahnenfabrik. Stangenrod. Am Sonntag fand hier die Kirchweih statt. Das Fest nahm bis gegen Abend einen guten Verlauf, doch dann konnten es einige Burschen guten Verlauf, doch dann konnten es einige Burschen nicht unterlassen eine Schlägerei von Zaun zu brechen, die das schöne verlaufene Fest verstimmte. Bereits gegen 12 Uhr war der Festplatz von allen Teilnehmern berlassen. Stangenrod. Auf der Gewerkschaft Louise verunglückte durch Abrutschen ein junger Arbeiter. Derselbe trug einen Beinbruch davon, sodaß seine Ueberführung nach der Klinit in Gießen erforderlich wurde. *** Grünberg, 8. Jult. Gestern und heute findet im Hotel Zum Hirsch" die Konferenz des Dekanats Grünberg statt. *** Wetterfeld. Unserem Dorfe wird am kommenden Sonntag, den 12. Juli, die große Ehre zu teil, Se. Königl. Hoheit den Großherzog dahier empfangen zu können. Unser verehrtester Landesherr wird an diesem Tage der lezten Aufführung des Lutherfestspieles des hiesigen Gesangvereins beiwohnen. Reges Leben herrscht schon, um Straßen und Häuser festlich zu schmücken. Gilt ja der Besuch unseres Landesherrn dieses Mal speziell einem schlichten und einfachen Bauerndorfe und wird dieses, der hohen Auszeichnung bewußt, alles zu einem würdigen Empfange aufbieten. Die Ankunft des Großherzogs wird am Abend des 11. Juli in Laubach erfolgen. Am Sonntag den 12. Juli wird dann Se. Königl. Hoheit in Begleitung Sr. Erlaucht des Grafen zu Laubach um 3 Uhr nach Wetterfeld fahren. Am Dorfeingang wird die Begrüßnng durch den Ortsvorstand stattfinden, worauf sich die Hohen Herrschaften in das Vereinslokal des Gesangvereins begeben werden, um da der Aufführung des Vereins beizuwohnen, zu der etwa 30 Einladungen ergingen. Nach Schluß der Vorstellung wird die Rückfahrt durch das festlich geschmückte Dorf erfolgen. Da der Besuch des Großherzogs dem Lande gilt, so wird sich hoffentlich ein zahlreiches Publikum der Nachbardörfer in Wetterfeld einfinden. *** Aus Oberheffen. 6. Jult. Am 1. d. Mts. waren 25 Jahre verflossen, seit Herr Müller- Benecke das Gut Neuhof bei Leihgestern käuflich erwarb. Das zu den ältesten landwirtschaftlichen Ansiedelungen ge= hörige Gut hat unter dem Besize des Müller bedeutenPferdezucht. Der Gemeinderat in Leihgestern hat den Aufschwung genommen, namentlich hinsichtlicht der beschlossen, Herrn Müller das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Die Urkunde darüber wurde Herrn Müller heute durch Herrn Bürgermeister Heß im Beisein der übrigen Gemeinderatsmitglieder überreicht. An der heutigen Feier nahmen die Vereine von Leihgestern teil. Unter dem auf dem Gute beschäftigten Personal sind Leute, die seit über einem Menschenalter daselbst dienen. Auch Herr Verwalter Schuchardt war schon auf dem Gute, als Herr Müller- Benecke dasselbe übernahm. Samburg und 133 über Antwerpen gingen, und zwar nach den Vereinigten Staaten von Amerika 365, nach Argentinien 6, nach Australien 4, nach Afrika 3, nach Brasilien und Asien je 1. Mit Entlassungsurkunden und Reisepässen waren von den Auswanderern 280 versehen. Wie außerordentlich sib übrigens die Zahl der Auswanderer aus Hessen verrbandes mindert hat, ergiebt sich hieraus, daß vor 20 Jahren, in iger Vorort 1883, aus Hessen 3589 Personen auswanderten. Seitdem benfalls am ist eine stetige Verminderung in der Auswandererzahl eingeschluß der hiesigen Lokalparteileitung die Wahl v. Gerlachs treten. it tann am * Die Ziegenzucht des Großherzogtums Hessen hens fetern. bat. wie schon so oft, auch auf der diesjährigen AusSchußleute stellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in er und zwei Hannover mit besonderer Auszeichnung bestanden. Wenn bevor die man in Betracht zieht, daß aus Hessen nur Schweizer Bolizeidiener Schläge ausgestellt waren, so entfielen von den für heute einer diese gegebenen 40 Breisen 34 auf das Großherzogtum, fter; dieser in Geld ausgedrückt über 1900 Mark. Oktober in Hundesport. Außer den gestern veröffentlichen Ehrenzeichen für die Gießener Aussteller von Hunden auf wurde der der Frankfurter Hundeausstellung tamen auch noch Preise aubach I. in die Gießener Umgegend, so erhielt Herr H. Lorenz in a. Mosel, Lich einen Preis auf einen Collie und Herr F. Schön III m Unwohl in Lollar einen Preis auf einen langhaarigen Vorstehhund. und fofort ungs- Kom ** Postanweisungen nach Afrika. Vom 1. Suli ab find Postanweisungen nach den portugiesischen Kolonien in Afrika( Kapverdische Inseln, Guinea, St. n in feiner Thomas, Prinzipe, Angola und Mozambique) bis zum Be dhene wurde trage von 400 Mt auf dem Wege über Lissabon zulässig. Lungenentsezte. An aus statt* ** Internationale Vierwaldstätterseeregatta in Luzern.' An der am 19. Juli d. Js. in Luz en stattfindenden Internationalen Vierwaldstätterseeregatta . Grebeniz. beteiligen sich deutsche Rudervereine. Es sind 1. Frankfurter ken bes fich folgende ihand): 1. Ruderverein, Mannheimer Ruderklub, Offenbacher Rudergesellschaft Undine" und der Ruderklub ,, Saar"-Saarbrücken. * * Ein Student auf einem Jauchefaß fuhr Gießen, 3. geftern durch die Straßen in Marburg. Ein Korpsrünberg, 5. bruder war zu Carcer verurteilt worden und so gab ihm idt II- Grün- das Korps auf seinem schweren Gange,.nach Kanossa" das reis Brüd stand ein riesiges mit Eichenlaub bekränztes Jauchefaß, auf Brets H. A. dem der ,, Delinquent" tronte. Auf einem Leiterwagen folgten eibel- Bießen, ubach. Sreis Herm Geleite. Auf einem von zwei Kühen bespannten Wägelchen die Korpsmitglieder, die ihn barhaupt und weinend die Treppenstufen des Universitätsgebäudes hinan begleiteten. Der Gedanke an das Beileid der Kommilitonen wird dem 4. Preis Berurteilten wohl über die schwere Zeit der Haft hinwegding- Alsfelb bt Il- Grün( 52 R.), 7. is Rößner 1 R.), 10. reis Appel50 R.), 13. Emmelius 17 9.), 16.7 reis Schlörb lättchen) 100 ner- lefeld helfen. Londorf. Unglücksfall. Am verfloss enen Freitag ereignete sich hier ein Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Das 19 Monate alte Kind des Landwirts Bißner lief, da es ohne Aufsicht war in einen vorbeipasirenben Lastwagen. Die Räder gingen dem Kind über die Bruft, worauf es sofort st a r b. ** Groß- Bused, 8. Juli. Der vor 7 Jahren gegründete Gesangverein Heiterfeit feiert am nächsten Sonntag das Fest + Marburg. Eine von 80 Genossen besuchte sozialdemokratische Versammlung hat mit allen gegen drei Stimmen ein Tadelsvotum gegen den Vorwärts" beschlossen und den„ Vorwärts" um Abdruck dieser Resolution ersucht. Der Vorwärts" hatte für die Stichwahl entgegen dem Be( nationalsozial) empfohlen.( Frff. 8tg.) -r. Marburg, 7. Juli. Gestern Nachmittag fand bei dem Athletenfest ein Kampf um die Meisterschaft in Hessen im Stemmen und Ningen statt. Sie wurde in folgender Weise zuerkannt: im Stemmen Ernst Seidel, Kassel; im Ringen Peter Reini, Kassel; einen Verdienstpreis im Stemmen erhielt August Köhler, Kassel, im Ringen Georg Riemann, Hersfeld. Marburg a. d. L., 6. Juli. In hiesigen Gärten sind 2 Birnbäume zu sehen, die Früchte tragen und dabei in voller Blüte stehen. Rotenburg a. d. F., 5. Juli. In Neumorschen fam bei dem Brande im Stallgebäude des Weichenstellers Dippel ein 4jähriger Knabe, der auf dem Boden des Stalles gespielt hatte, in den Flammen um. ** Kassel, 7. Juli. Die Kaiserliche Familie wird auch in diesem Jahre wieder einige Zeit auf Wilhelmshöhe refidieren. Die Kaiserin kommt mit der Prinzessin Luise am 25. August, der Kaiser am 26. August hierher. Von hier aus begiebt sich der Kaiser zu den großen Manövern. *** Frankfurt a. M., 7. Juli. Rechtsanwalt Mar Byt hat sich heute auf dem israelitischen Friedhofe erschossen. Byt hat ihm anvertraute Gelder im Gesamtbetrage von 150 000 Mt. unterschlagen und an der Börse verspekuliert. * Mainz, 6. Juli. Geh. Regierunsrat Haas veröffentlich im Mainzer Journal" eine Danksagung an seine Wähler, die insonderheit die von den Wählern der Centrumspartei geleistete Wahlhilfe anerkennt. *** Aus Rheinhessen, 5. Juli. Bei dem herrlichen Wetter haben die Weinreben jezt vollständig verblüht. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, steht ein ganzer Herbst in Aussicht. Oeffentlicher Sprechsaal. Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung. Nach Ansicht vieler, auch nach den Lehren der Physiologie, ist der Schlaf vor Mitternacht der gesündeste. Es giebt auch in Gießen Menschen, welche dieser Lehre gerne folgen und gerne, sagen wir von 11 Uhr an, im Schlummer Echolung suchen möchten von des Tages Lärm und Arbeit. Der Einsender dieser Zeilen gehört zu diesen Menschen und er wohnt in der Gegend der alten Kliniken. Aber, aber! Um 11 etwa, wenn eben der sogenannte beste Schlaf fommt, da kommt auch mit tödtlicher Sicherheit ein entsetzlicher, nervenerschütternder Lärm, ein Gemisch von knarrenden, quitschenden, rasselnden Tönen, das nicht etwa wie die wilde Jagd vorüberzieht- nein, es verweilt, langsam Frankfurter| und Liebigstraße mehrere Male auf und ab sich bewegend, in diesem Quartter, als wenn es sich nicht von ihm trennen fönnte. Was ist es? Eine Straßenkehrmaschine nennt es die Verwaltung, welche es in Betrieb gefeßt hat. Jeder Andere, der eine solche lärmende Maschine in Bewegung setzen wollte, würde sicher wegen ruh störenden Lärms längst in Strafe genommen sein. Man fragt sich nun: warum fommt das Üngetüm gerade zwischen 11 und 12 Uhr, warum nicht zwischen 9 und 10 Uhr oder etwa morgeng zwischen 5 und 6 Uhr, gewissermaßen als Wecker? Nichts wäre geeigneter hierfür. Aber ausgerechnet zwischen 11 und 12 Uhr. Ist nur die Gegend der alten Kliniken von der Erscheinung betroffen oder werden auch die Bewohner anderer Stadtteile fünstlich wach erhalten? Und wie ist's in anderen Städten? Kann der Verkehrsverein glauben, daß Fremde sich hier ansiedeln, wenn eine solche Nachtunruhe von Amtswegen erzeugt wird? Länger als eine Nacht bleibt keiner da. G. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 6. Juli. Gastwirt Wilhelm Busch von Gießen erhielt vom hiesigen Kreisamt wegen unerlaubten Abhaltens einer Tanzbelustigung einen Strafbefehl in Höhe von 40 Mt. Das Schöffengericht verwarf den dagegen erhobenen Widerspruch, worauf Berufung verfolgt wurde. Die Verteidigung bestreitet, daß eine Zuwiderhandlung gegen das Stempelgefeß rorliegt und verlangt Freisprechung. Die Entscheidung soll in der SitzJean Aletter von Bad Nauheim verfolgt gegen ein Erung vom nächsten Freitag verkündet werden. Hotelier fenntnis des dortigen Schöffengerichts, das ihn wegen Beleidigung in eine Geldstrafe von 30 Mt. nahm, Berufung. Die Kammer hebt das Urteil erster Instanz auf und erkennt auf Freisprechung. Die Berufung des Johann Georg Rückel von Bettenhausen, welcher wegen Beleidigung des Heinrich Urias Rückel von dorten, vom Licher Schöffengericht 10 Mt. Geldstrafe erhielt, wird kostenpflichtig zurückgewiesen. Dasselbe Schicksal erfährt der Rentner Ludwig Hofmann von Kohden, welcher wegen Beleidigung des Landwirts Heinrich Zimmer von Michelrau, 10 Mt. Geldstrafe erhielt. Zum Schlusse wird die Berufung des vom Schottener Schöffengericht wegen Beleidigung zu 50 Mt. Geldstrafe verurteilten Maurermeisters Adolf Böß von Schotten toftenfällig zurückgewiesen. Geschäftliches. Eine richtige Diät, geeignete Nahrungsmittel und Getränke bilden die Hauptfaktoren bet jedem Genesungsprozeß. Das Köstritzer Schwarzbier wird von allen ärztlichen Autoritäten als ein vorzügliches diätisches Heilmittel empfohlen, welchem unzählige Sieche und Magentätigkeit und ist selbst ein leicht verdauliches und Krante Stärkung und Heilung verdanken. Es stärkt die in hohem Grade blutbildendes Nahrungsmittel. Im Gegensatz zu den stark alkoholreichen Bieren, welche eine übermäßig stimulierende Wirkung auf die Herztätigkeit ausüben, besitzt das Köstriger Schwarzbier einen sehr hohen Gehalt von Extraftstoffen, wie er nur bei wenigen Gesundheitsbieren zu finden ist. Auf allen großen Ausstellungen der Neuzeit hat das Köstrizer Schwarzbier erste Preise erhalten und ist sein Ruf weit über den Ozean gedrungen. Wegen des Bezuges verweisen wir auf den Inseratenteil dieser Zeitung. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es tönnen eingestellt werden: 1 Küfergesellen, 1 Drechsler, 1 Schneidmüller, 5 Lackierer ( ausw.), 2 jüngere Pferdeknechte, 4 Pferdeknechte, 10 fräft. Arbeiter, 29 Dienstmädchen, 2 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 4 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Waschfrau, 1 Putzfrau, 1 Flickerin, 1 landwirtschaftliche Magd. Lehrlinge: 1 Kellner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 10 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 3 Waschfrauen, 1 Wäscheoder Plättmädchen, 2 Weißnäherinnen, 2 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 5 Pferdeknechte für Landwirtschaft, 1 Gartenarbeiter, 5 Erdarbeiter, 4 Pferdeknechte, 1Kutscher, 10 Hausburschen, 2 Taglöhner, 2 Bureaudiener, 2 Diener, 1 Kinderwärterin, 2 Schlosser, 1 Metalldreher, 1 Installateur, 1 Spengler und Installateur, 2 Schreiner, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 2 Weißbinder, 1 Schuhmacher, 2 Buchbinder. Lehrlinge: 1 Schreiber. Marktbericht. Gießes, 7. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter per fb. 0.80 1.00 Mit, Hühnereter 6-7 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar Mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mr. 1.20-220, Hahnen, per, Stüd Mt. C.70-1.60, Enten per Stüd 2.00-2.20, Gänse p. Bsd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per fd. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 9.50-10.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-40 Bfg. Milch ver Liter 18 Vfa. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Zwiebelkuchen Baumaterialien Dienstag, Donnerstag und Cement, Cementwaren Samstag von morgens 9 Uhr und Tonplatten. an zu haben bei Bäcker Schomber, Heinrich Völzing Walltorstr3ke 51. öbl. Zimmer pr. sofort zu bermieten. Brandgasse 4. Geld Groß- Felda. Darlehne sofort an Jeden, jede Höhe coulant. A. Lölhöffel Berlin W. 64., Rüdpto. Bekanntmachung. Philipp zu Gießen Zum neuen Saalbau lipy Vlam su Sichen ( früber: Steins Garten). Donnerstag, den 9. Juli 5. Abonnements- Konzert " ausgeführt von der Kapelle des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn E. Krauße. Anfang präcis 8 Uhr. Eintritt 50 Pig. Fahnenweihe und Bezirksfest des Hassia- Bezirk Homberg a. d. 0. verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Bezirs, zu Nieder- Gemünden am 11., 12. und 13. Juli 1903. Unter höft. Bezugnahme auf das nachstehende Programm beehren wir uns, die Kameraden des Bezirks und der Nachbarvereine, sowie die gesamte Bevölkerung von Nah und Fern zur Teilnahme an diesem Feste kameradschaftlichst und freundlichst einzuladen. Programm. Samstag, den 11. Juli: Der Vorstand. Abends 9 Uhr: Zapfenstreich. Festkommers auf dem Festplatz. Sonntag, den 12. Juli: Morgens 6 Uhr: Weckruf. " " 91/2 Uhr: Festgottesdienst. 11 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Vereine. Mittags 1 Uhr: Aufstellung des Festzuges. " 1 Uhr: Zug durch den Festort. Auf dem Festplatz angekommen: Begrüßungsansprache, Gesang, Festrede, Weihe der Fahne, Ueberreichung der Fahne, Gesang, Konzert, Tanzmusik und Volksbelustigung. Abends 91/2 Uhr: Feuerwerk. Montag, den 13. Juli: Morgens 7 Uhr: Weckruf. 10 Uhr ab: Frühschoppen und Konzert auf dem Festplatz. Mittags: Zug durch den Ort. Auf dem Festplatz: Tanz, Jugendspiele und Volksbelustigungen. NB. Für eine gute Restauration werde ich besorgt sein. Ph. Södler, Festwirt. Jean Dern& Co., Giessen Gegr. 1988. Inhaber: Oskar Gutmann. Gegr. 1008. Comontwaren- Fabrik und Lager: Frankirtstr. 114, oign. Dahnanschl Bau- und Kanalbau- Artikel. Bureau und Lager: Westanlage 81, Telephen 21. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatton. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel Ich habe mich hier als Rechtsanwalt niedergelassen. Mein Bureau ist mit demjenigen des Rechtsanwalts und Großh. Notars Hermann Kaz dahier vereinigt und befindet sich Bahnhofstraße 76. Gießen, den 3. Juli 1903. Bekanntmachung. Montag, 13. Juli 1903. nachm. 6 Uhr, hat die Konzession als soll die Kornfrucht auf dem Halm von dem städt. Dienstmann mit der Nr. 9 Grundstück Flur 41, Nr. 91-1812 qm Ader vor der erhalten. Warte, auf die Marburgerstraße, früher dem Balthaser Emil Malfomesius gehörig, öffentlich meistGroßh. Polizeiamt Gießen. bietend an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft auf der Marburgerstraße an der„ Stadt Marburg". Gießen, 6. Jult 1903. Hechler. Bekanntmachung. Für die Ebel- Stiftung ist zu vergeben die Lieferung von etta 25 fertigen Anzügen für Knaben( Joppe und Beinkleid ohne Weste). 50 Mtr. Stoff zu Winterkleidern für Mädchen. 35 Mtr. Flanell zu Unterröcken. 80 Mtr. Baumwolflanell bezw. 80 Mtr. Baumwolflanell bezw. Halbleinen zu Hemden. Gießen, den 6. Juli 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Die Lieferung von 4600 Zentner Nußkohlen 2ter Größe für die städtischen Anstalten für das Rechnungsjahr 1903 soll unter den auf dem Zimmer Nr. 15 der Bürgermeisterei zur Einsicht offen liegenden Bedingungen Feiner soll die Anfertigung von vergeben werden. Angebote, in welchem der Preis für etwa 20 Mädchenkleidern und von den Doppelwaggon, frei Bahnhof Gießen anzugeben ist, etwa 45 Knaben- und Mädchen- find bis zum 25. Juli d. J. vormittags 12 Uhr mit der Conservengläser u. Conserven- Büchsen Frucht- u. Saftpressen Bohnenmesser Bohne schneidmaschinen Eismaschinen Buttermalinen Fleischhackmaschinen Messei pazmaschinen Haushaltungswaagen Kaffeemühlen Vogeltäfige empfiehlt billigst Hemden vergeben werden. Angebote auf Lieferung der Aufschrift„ Kohlenlieferung" versehen, im Zimmer Nr. 15 Anzüge und Stoffe sowie An- abzugeben. fertigung der Mädchenkleider, Unterröde und Hemden sind spätestens bis zum 15. d. Mts. auf dem Armenamt, Neuen Bäue 43, einzureichen. Gießen, 3. Juli 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Für die Knabenanzüge find Vergebung von Pflasterarbeiten. Muster in Loden- und Lörracher Tuch vorzulegen. Gießen, den 3. Juli 1903. Die armen- Deputation der Stadt Gießen Curschmann. Bekanntmachung. In der Gemeinde Großen- Bused sollen Pflasterar. beiten veranschlagt zu 2063,13 Mt. im Submissionsweg verüblichen Bureaustunden zur Einsicht bei uns offen, woselbst geben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen in den Offerten bis zum 11. Juli na mittags 1 Uhr abzugeben find. Die Eröffnung der eingegangenen Offerten findet dann Die am 25. Juni angeordnete Sperre der Wetsteingasse wird um 1½½ Uhr statt. hiermit aufgehoben. Curt Kaufmann, Gg. Wilh. Orbig, Man verlange: Rechtsanwalt. GRELONAG Aerztlich empfohlen. Patent- u. Technisches- Bureau Paul Haves, Ingenieur, Halle a. S. Patentanmeldung einschl. Zeichnungen, Beschreibungen und Prüfungsgebühr 65 Mark. Gebrauchsmusteranmeldung einschl. Zeichnungen, schreibungen und dreijähriger Taxe 30 Mark. Btreng reell. 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