Nr. 131. Mbonuementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., in's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Grattobeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, bft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Montag, den 8. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jusertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, bte Kreise Weblar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Bfg.; Reklamen die Betttzelle 80 refp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Ar, 862. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Stekener Beitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Vorlicht mit Explosivstoffen! RK. Bei einer Benzin- Explosion in Berken sind 7 Personen verlegt worden. Dieses Unglück ist deshalb besonders bemerkenswert, weil es lediglich durch die Nichtbeachtung der polizeilichen Vorschriften entstanben ist. Der Vorfall trug sich nämlich folgendermaßen u: Die Arbeiterin Majewski war damit beschäftigt, aus einem Ballon Benzin in eine Flasche zu ſfüllen. Unvorsichtigerweise wurde in dem Zimmer auf einem Baskocher gekocht. Der Benzin- Ballon_war für die Kräfte des jungen Mädchens zu schwer, denn er wog 30 kilo; er entglitt ihren Händen, die Flüssigkeit ergaß sich durch das ganze Zimmer und die entwickelten Gase führten, da sie sich an der Flamme des Gaskochers entzündeten, eine Explosion herbei von solcher Etärke, daß sämtliche Fenster hinausgeschleudert wurden, und daß selbst zwei Arbeiterinnen, die in der Nähe des Fensters ihren Aufenthalt hatten, durch den Luftdruck mit auf den Hof geworfen wurden. 7 Personen haben burch dieses Unglück mehr oder minder große Brandberlegungen erlitten. Bei diesem Vorgang sind zwei trenge polizeiliche Weisungen außer Acht gelassen worben. Zunächst wog_der_Benzin- Ballen 30 Kils, wäh rend das Höchstgewicht zulässigerweise und zwar dicht berschlossen in einem Raume aufbewahrt, nur 15 Kil betragen darf. Sodann war in jenem Raume eine of fene Flamme, was ebenfalls unzulässig ist. Fast an gleichem Tage, an dem sich dieses Unglüd zugetragen hat, hat der Chemikerkongreß einen warmen Appell an die Deffentlichkeit gerichtet, bei Explosivſtɔf= fen die größte Vorsicht anzuwenden, und es scheint deshalb, als ob die Vorsehung dieser Mahnung besonderen Nachdruck verleihen wollte. Für die Stoffe, die hier in Betracht kommen, gilt in weit höherem Maße als für das Feuer das Wort Schillers: Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, doch furchtbar wird die Himmelskraft, wenn sie der Fesseln sich entrafft, einhertritt auf der eignen Epur, die freie Tochter der Natur." Gerade darin liegt ja die weise Fürsorge der Natur, daß sie von einem sorgfältigen Maßstabe der denkenden Menschheit die Wirfung dieser Kräfte abhängig macht, daß sie dem Dynamit ſonach die Aufgabe verleiht, die Menschen_und Völker einander näher zu bringen, es aber auch zugleich zum Vernichter des Lebens macht. Es möge niemand, der mit Explosionsgegenständen sich zu schaffen macht, vergessen, was er seinen Nebenmenschen schuldig ist, und daß er in dieser Kraft vielleicht das Schicksal vieler Mitmenschen in seiner Hand hat. Wir möchten deshalb wünschen, daß der traurige Berliner Fall we nigstens insofern noch eine gute Wirkung hat, als er bie Deffentlichkeit zur pflichtmäßigen Beobachtung der polizeilichen Vorschriften bei dem Umgang mit Explo sivstoffen ermahnt. Die Politik. Die Schulreform in Württemberg. 22 Auf eine Interpellation in der württembergischen Kammer hat der Ministerpräsident jetzt die Zulassung von Abiturienten eines württembergischen Realgymna siums zum Rechtsstudium sowie zu den höheren Prüfun gen im Departement der Justiz gestattet. Die Zulassung von Abiturienten der übrigen deutschen Realgymnasien die in einem vom Hause angenommenen Antrag verlangi wird, machte der Ministerpräsident von einer Einigung mit den anderen deutschen Staaten auf Grund des Reziprozi tätsverhältnisses abhängig. Hoffentlich erfolgt diese Einigung bald, sie liegt im Interesse der Heranwachsenden Jugend aller deutschen Staaten. Ein Kammerskandal in Rom. )-( zu stürmischen Auftritten führte in der italienischen Deputiertenkammer eine Debatte über den bevorstehenden Besuch des Zaren in Rom, die von den Soziali ſten inszeniert worden waren. Der Sozialiſt Morgari erging sich in nicht wiederzugebenden Schmähungen ge= gen den zaren, dem er die Verantwortung für die unerhörten inneren Zustände Rußlands aufbürdete, wie sie die Vorgänge in Finland und Kischinew neuerdings wieder offenbarten. Einen solchen Tyrannen dürfe das freiheitlich und human gesinnte Italien nicht so gastfreundlich aufnehmen, wie etwa Kaiser Wilhelm oder König Eduard. somme der Zar nach Rom, so würden die Sozialisten Kundgebungen gegen ihn veranstalten. Diese Ankündigung erregte auf den Ministerbänken und bei den anderen Parteien stürmischen Widerspruch und es kam zu argen Lärmszenen. Die Presse tadelt Morgari zwar wegen der Form seiner Angriffe auf den Zaren, die sie unpolitisch und unflug nennt. Aber sie läßt auch durchblicken, daß der Standpunkt Morgaris ihr prinzipiell der rechte erscheint. Zar Nikolaus kann sich also darauf gefaßt machen, daß ihm bei seinem Besuch in der ewigen Stadt die Evvivaruse nicht allzu reichlich entgegenſchallen werden. Den Besuch aufgeben kann er nicht, weil das eine schwere Kränkung Italiens bedeuten würde. Für und wider Chamberlain. ) Endlich hat auch der Führer der britischen Liberalen, Campbell- Bannerman, zu Chamberlains Zollplänen Stellung genommen. In Perth hat er eine Rede gehalten, die eine entschiedene Absage an Chamberlain darstellt. U. a. sagte er nach einer warmen Verteidigung des Freihandels: Das Ziel Chamberlains sei, das Reich durch die Bande des Eigennußes zusammenzukitten. Er- Campbell- Bannerman glaube nicht, daß solche schmutzigen Bande nötig seien, um das Reich zu erhalten. Der Zolltarif würde Trusts im Gefolge haben, und das Ende werde ber nationale Verfall sein. Ob alle britischen Liberalen mit ihrem Führer eines Sinnes sein werden, ist noch sehr fraglich; der britische Liberalismus, dem es an einer energischen Leitung fehlt, ist seit Gladstones Tagen immer mehr in sich uneins geworden. Ebenso falsch wie eine Ueberschätzung der praktischen Bedeutung dieser Absage Campbell Bannermans an Chamberlain wäre aber auch eine Unterschätzung der Reden, die von australischen Mi nistern zu Gunsten der Chamberlainschen Pläne gehalter werden. Eine solche Rede hat jezt wieder der Premier minister von Neu- Seeland, Seddon, gehalten. Er hat sich aber nicht damit begnügt, für Chamberlains Pläne Stim mung zu machen, sondern er hat auch die englischen Gegner der Zollreform einzuschüchtern versucht mit der Bemerfung: Wenn Chamberlains Vorschläge vom Mutterlande zurückgewiesen würden, würde ein Reziprozitätsverhält nis zwischen den Kolonien und den fremden Ländern folgen. Diese Drohung wird nicht verfehlen, in England Eindruck zu machen. Wenn auch die britische Zollreform nicht von heute auf morgen eingeführt werden wird, an der Tatsache, daß sie kommt, ist nicht zu zweifeln. Bulgarisch- türkische Aussöhnung? Die Spannung zwischen der Türkei und Bulgarien on der man längere Zeit den Ausbruch eines Balkanrieges besorgte, ist anscheinend beseitigt. Das VerDienst, dies bewirkt zu haben, dürfte dem früheren julgarischen Minister Natschewitsch zuzuschreiben sein, der eit einigen Tagen im Auftrage des Kabinetts Petrom n Konstantinopel mit der Pforte verhandelt. Natsche vitsch hat der türkischen Regierung namens Bulgariens ür die Einstellung der mazedonischen Agitation und ür die Annäherung Bulgariens an die Türkei folgende Bedingungen gestellt: Freilassung und Begnadigung alfer in Mazedonien verhafteten Bulgaren, Durchführung der von Rußland und Desterreich- Ungarn vorgeschlagenen Reformen, Zulassung zweier bulgarischer Delegierten in die Reformbommission und Gemeindeautonomie für sämtliche bulgarische Gemeinden Mazedoniens. Die beiden legten Bedingungen hat die Pforte rundweg abgelehnt, die anderen scheint sie dagegen angenommen zu haben, und auch die bulgarische Regierung dürfte sich damit zufrieden gegeben haben. Natschewitsch selbst erklärt nämlich, es sei ihm gelungen, die Spannung zwischen Türfei und Bulgarien zu beseitigen, und er könne seine Mission als erfüllt ansehen. Hoffentlich urteilt Natschewitsch nicht zu optimistisch, und hoffentlich befleißigt sich die bulgarische Regierung auch, falls eine Einigung zwischen beiden Staaten zu stande kommt, die Bedingungen für diese Einigung treulich zu erfüllen. Dann wird es der Türkei ein leichtes sein, der Mazedonier Herr zu werden. Der Venezuelavertrag. (:) Nach einer Meldung aus dem Haag bestimmen di Protokolle zwischen Venezuela und England, Deutschland, Italien: Der Zar wird aus den Mitgliedern des Schieds. gerichtshofes drei Schiedsrichter ernennen, die über die Frage der Bevorzugung dieser Mächte in der Bezahlung ihrer Schuldforderungen zu entscheiden haben. The Schiedsrichter werden nicht Untertanen der Gläubiger. mächte sein dürfen. Sie werden am 1. September im paag zusammentreten. Der Urteilsspruch wird binnen sechs Monaten erfolgen. Die Mächte, die sich einer Bevor. zugung widersetzen, sollen in die Verhandlung eingreifen önnen. Die letzte Bestimmung ist nicht gerade erfreulich; zweifellos wird sie die Erledigung des Geschäfts nur er. schweren. Ein Togmenjubiläum in Rom. () Papst Leo XIII. hat ein Dekrei erlassen, das für 1904 eine Fünfzigjahrseier der Verkündung des Doginas_vor der unbefleckten Empfängnis auf dem ganzen Erdkreis anordnet. Das Festprogramm ist bereits entworfen; u. a sind große kirchliche Feiern im Petersdom und in Santa Maria Maggiore, ein marianischer Weltkongreß in Rom und besondere kirchliche Veranstaltungen der Mitglieder katholischer Vereine geplant. Amerikanische Besorgnisse wegen China. ::: In Washington ist ein Bericht des Admirals der amerikanischen Flotte in Asien eingegangen, der die innere Lage in China als sehr ernst schildert. Unmittelbar nach dem Eintreffen dieses Berichts hat das Wafhingtoner Auswärtige Amt dem Admiral befohlen, alle in den asiatischen Gewässern verteilten Schiffe zuſammenzuziehen. Man erblickt in Washington in dieser Maßregel ein Zeichen dafür, daß Amerifa mit neuen Wirren in China rechnet. Ob dieſe Rechnung nun als rich. tig oder falsch sich erweist, jedenfalls ist Vorsicht ni vom Uebel. Und gerade in China hat sich der Mangal an Vorsicht, der bei den lezten Birren zu Tage trat, vie man weiß, hitter gerächt. Kurze politische Nachrichten. * Auf der Werft des Stettiner„ Bullan" ist das neueste deutsche Kanonenboot„ B“ vom Stavel gelaufen, s erhielt den Namen ,, Eber". Den Tanjakt vollzog Kontreadmira! Friße. * Der päpstliche Leibarzt Dr. Tapponi crklärt die Gerüchte von einem Nnwohlsein des Papstes für unbegründet. Tatsache ist jedoch, daß das Konsistorium nit Rücksicht auf den Gesundheitszustand des Papstes im eine Woche verschoben worden ist. * Präsident Roosevelt ist von seiner Wahlradeour wieder in Washington eingetroffen. Hof und Gesellschaft. *** Der Kronprinz von Sachsen weilt zur Zet in Eisenach und besuchte die Wartburg. *** Prinz Rupprecht von Bayern, dessen Ur laub Mitte Juni ablaufen sollte, hat von Tokio aus eine Verlängerung nachgesucht. Er wird mit seiner Gemahlin erst Ende Juli wieder in Deutschland eintreffen. *** Erzherzog Ferdinand Karl von Oesterreich wird anfangs nächsten Monats zu einem zweitägigen Besuche in Hirschberg in Schlesien eintreffen. Der Besuch des Erzherzogs bezweckt lediglich, als Chef des Hirschberger Jägerbataillons eine Besichtigung desselben mit anschließenber Parade vorzunehmen, Bei gutem Wetter gedenkt der Erzherzog einen Ausflug in das Riesengebirge zu machen. Die Entscheidung im Sängerwettstreit ( Sonderbericht.) Frankfurt a. M., 6. Juni. Die Würfel sind gefallen: Aus dem großen Ringen um den Kaiserpreis ist der Berliner Lehrergesangverein" siegreich hervorgegangen, nachdem es anfangs schien, als sollte das Wanderschild bei seinem bisherigen Hüter, dem Kölner Männergesangverein, verbleiben. Doch wurden schon gestern Stimmen laut, die dem tüchtigen Können der Berliner den endlichen Erfolg prophezeiten. Es war ein harter Kampf, den die Sieger zu bestehen hatten, und je näher er sich dem Ende zuneigt, um so höher wächst die allgemeine Spannung. Der Festplatz bietet ein belebtes Bild, tausende von Zuhörern und die 5700 Sänger wanken und weichen nicht, ehe sie nicht das Urteil der Jurh erfahren ha= ben. Gegen fünf Uhr hat sich diese zurückgezogen, nachdem sie noch einige von den Vereinen der dritten Gruppe als würdig befunden hat, in den engeren Wettstreit einzutreten. Im ganzen sind es zehn Vereine, bie zum engeren Wettbewerb zugelassen worden sind: Der Aachener Verein Concordia, der Kölner Männergesangverein, die München- Gladbacher Liedertafel, der Berliner Lehrergesangverein, die Berliner Liedertafel, der Potsdamer Männergesangverein, der Essener Ver= ein Sanssouci, der Essener Männergesangverein und der Essener Verein Concordia. Um halb vier Uhr begann der Endkampf zwischen ihnen mit dem sogenannten Stundenchor", d. H. einem von den ausführenden Vereinen in einer Stunde eingeübten, ihnen bisher unbekannten einstimmigen Chor. Dazu war das Lied ,, Das Volkslied" von unbekanntem Dichter, komponiert von Kienzl, dem Komponisten des Evangelimanns", gewählt worden. Wem wird die Palme des Sieges zufallen? Die Zeit der spannenden Erwartung kürzt man sich mit lebhaften Erörterungen über das Ausscheiden des Prof. Zöllner aus Leipzig vom Preisrichterkollegium, das auf einen Zwist mit dem Grafen Hochberg zurückgeführt wird, und vor allem über die Ansprache, des Kaisers, die dieser nach Schluß des heutigen Bettgesanges im Fürstenzimmer der Festhalle an die Dirigenten der sämtlichen konkurrierenden Gesangvereine hielt. Die Worte des Kaisers enthielten warmes Lob für die großartigen Leistungen, die er hier vernommen. Nur mit Bewunderung könne man anerkennen, was Vereine, deren Mitglieder zum guten Teil den arbeiden Klassen angehören, an technischem Können hier zu Tage gefördert hätten. Tarin liege aber zugleich eine große Gefahr für derartige Vereine. Diese dürften sich nicht auf dem Standpunkt stellen, formvollendete große künstlerische Tonwerke aufzuführen, wie etwa der PhilHarmonische Chor in Berlin. Das eigentliche Feld des volkstümlichen Männergesangs wird, so meint er, natur. gemäß immer im Volksliede liegen, und daß dieses bei den jezigen Darbietungen so gänzlich vernachlässigt vorden sei, habe er persönlich tief bedauert. Er würd Die altvertrauten Klänge eines Rheinliedes oder von fürchten Sie nicht auch, daß dieses furchtbare Gefchickt Ihren den Menschen zerfallen fein? Bater verbittert haben wird? Ich denke es mir entfeßlich, Muß er nicht mit Gott und Jahre im angewiesen!" Gefängnis! Nur auf den Umgang mit rohen Verbrechern fchuldlos fo schweres erdulden zu müssen! Sechs frechen Burschen meinem Großvater bekannt zu machen, damit auch sie Ihnen nachzuforschen, und das werden Sie nicht wollen." wird sich bald eine Gelegenheit finden, Sie mit Papa un bringen, um auf dem Bahnhofe nach dem " Nein, Sie haben recht", sagte Martha; ich hoffe, es banten fönnen." mehr für die Erlebnisse Marthas bei den Verwandten in Breslau interessierte. Tante Thereie die Familie am Frühstückstisch versammelt war. Erst am nächsten Morgen kam man darauf zurück, eine mohlbeleibts Same als +8 ere hielt eine dunkle, saftige Traube in seiner Hand. nen leichten, breitkrämpigen ut. Er haschte danach gleichzeitig flang Oily's metallische Stimme an sin Ch blick flog ein schwerer, doch weicher Gegenstand an seioben, ohne etwas zu bemerken. Aber im gleichen AugenUnd und Wer hat bich, Du schöner wald" als eine wahre Fr. lösung nach all dem überfeinerten komplizierten Kunstgenuß betrachtet haben. Ich will Ihnen wieder auf ben rechten Weg helfen, meine Herren," schloß der Monarch ,,, indem ich eine billige und gute VolksliederJammlung veranstalten lasse. Wenn Sie die studiert haben, wollen wir uns wiedertreffen, und Sie werden Bann zeigen, welch ein reicher Schatz von Poesie in Den einfachen, aber tief zu Herzen gehenden deutschen Bolksweisen steckt! Die Zeit, bis die Jury ihren Wahrspruch verkündet, währt lange. Da endlich Fanfarenstöße! Wie ein Lauffeuer durchfliegt es die dichten Reihen: Der Berliner Behvergesangverein hat den Preis errungen. Allgemeiner Jubel! Zum Lob der deutschen Sänger sei's gesagt, daß den Bestegten des blassen Neides bohrendes Gefühl die Festesfreude nicht störte. Man gönnte den waderen Lehrern den wohlverdienten Erfolg und leerte manchen vollen Echoppen auf ihr Wohl und das der gaftlichen Stadt Frankfurt. Aus dem Gerichtssaal. § Bergiftung ohne Gift. Vom Reichsgericht wurde die Revision eines Lübecker Dienstmädchens verworfen, das wegen versuchter Beibringung von Gift vom Lübecker Landgericht zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, frotzdem die von ihr verwendete Substanz in Wirklichkeit fein Gift war. Die Angeklagte war bei dem Zollaſſiſtenten H. in Lübeck in Stellung und sollte am 1. November vorigen Jahres den Dienst verlassen. Am 19. Oktober hatte ihr Frau H. wegen zu späten Aufstehens eine Rüge erteilt und ihr das Ausgehen untersagt. Um sich zu rächen, beschloß die Angeklagte, dem 2 Jahre alten Kinde der Dienstherrschaft Schaden an der Gesundheit zuzufügen. In der Küche stand gerade ein Teller Suppe, welche die Mutter für das Kind gekocht hatte. Die Angeklagte bröckelte den Kopf eines Zündholzes in die Suppe, in dem Glauben, es sei Phosphor. Das Kind bekam jedoch diese Suppe nicht zu essen, da Frau H. die fremden Bestandteile rechtzeitig entdeckte. Festgestellt ist, daß die Zündmasse kein Phosphor enthielt, sondern nur chlorsäures Kali, welches in einer so geringen Menge dem Kinde keinen Schaden hätte bringen können. Das Gericht hat aber die Angeklagte doch verurteilt, weil sie die Absicht hatte, dem Kinde Phosphor, also Gift, beizubringen. Das Reichsgericht hat damit von neuem die Theorie des Verfuchs mit untauglichen Mitteln in die Rechtspraxis eingeführt. § Die gesetzliche Definition des Leiermannes. Ist der Leiermann ein Kaufmann? Können bei Zivilprozessen, die er mit wirklichen Kaufleuten hat, die Handelsgesetze zur Anwendung gelangen? Mit diesen wichtigen Fragen hatte sich jüngst das Brüsseler Handelsgericht zu beschäftigen anläßlich einer Streitsache zwischen einem Seiermanne und einem Vermieter von Musikinstrumenten. Die Richter erkannten nach reiflicher Ueberlegung, daß der Leiermann kein Kaufmann sei; er sei vielmehr„ halh Künstler und halb Bettler". Das ,, halb Künstler" macht sich besonders gut, und die Leiermänner der ganzen Welt kön= nen jetzt stolz sein auf ihren hehren Beruf. Nab und fern. Ein Opfer der ärztlichen Wissenschaf ist der Dr. med. Milan Sachs aus Zagreb in Dester reich geworden, der ein Berliner Institut für Infektions Frankheiten und Pestforschungen betrieb. Er hatte das Un glück, sich bei bakteriologischen Arbeiten an der oberer Handfläche zu rißen, beachtete die kleine Verwundung abei nicht, bis sich plößlich bei ihm die Anzeichen der schrecklichen Seuche einstellten. Er mußte das städt. Krankenhaus In Charlottenburg aufsuchen und starb dort nach kurzer Beit. Gegen eine Verbreitung der Pest sind alle erforderlichen Maßnahmen getroffen worden, so daß jede Anteckungsgefahr ausgeschlossen erscheint. (") Treibeis in der Ostsee. Aus Finnland tommend Schiffe begegnen im Bottnischen Busen und im nördli then Teil der Ostsee schwimmendem Eis. Vor einigen Ta gen wurde der norwegische Handelsdampfer ,, Altair“ durch eine Eisscholle beschädigt, so daß er in den russischen Hafen zurückkehrte, aus dem er ausgelaufen war. Auch auf dem Ladogasee erschweren noch Eismassen den Ver tehr. Furchtsamen Gemütern könnte dabei wieder die neuliche Prophezeiuneg eines norwegischen Gelehrten gespen stisch vor die Augen treten, der eine neue Eisperiode für Nordeuropa in Aussicht stellt. ) Russische Maßregeln gegen die Cholera. In Erwartung des Ausbruches einer Choleraepidemie hat der Rektor der Universität Tomsk die Studenten der medizinischen Fakultät aufgefordert, gegen bestimmte Zahlungen im Kampfe gegen die Epidemie tätig zu sein. In Chabarowsk, Nikolajewsk und in anderen Orten trifft man umfassende Vorbereitungen, um gegen den unheimlichen Gast gerüstet zu sein. V Drahtlose Telegraphie zwischen Island und Europa. Die Marconische Telegraphenkompagnie in London teilt mit, daß sie mit Kopenhagener Finanzleuten einen Kontraft abgeschlossen hat, um eine drahtlose Telegraphenverbindung zwischen Island und dem europäischen Kontinent einzurichten. Die Kompagnie erhält für diese Linie von der dänischen Regierung eine hohe Subvention. XX Die elementaren Katastrophen in Amerika. Die furchtbaren Waldbrände und die Ueberschwemmingen in Amerika dauern noch immer an. Jeden Tag treffen in Newyork neue Trauerbotschaften von niedergebrannten Farmen und Dörfern ein. Newyork selbst ist in einen übelriechenden, beißenden Rauch gehüllt, der nach Ansicht medizinischer Autoritäten dem Gasundheitszustand der Bewohner schweren Schaden zufügen wird. Wie erinnerlich, hatte dieser Rauch einen Unfall des deutschen Dampfers Deutschland" verirsacht, der infolge der undurchsichtigen Laft im Gadneh- Kanal aus dem Fahrwasser und auf Land geriet. Doch wurde er nach etwa 24 Stunden wieder flott. Die Fahrgäste verbrachten die Nacht auf dem Schiffe in bester Stimmung. Die Schiffskapelle spielte flotte Weisen, und die Reisenden stimmten dazu lustige Lieber an. In Newyork wird infolge der anhaltenden Trockenheit das Trinkwasser knapp. Ueberall wird in den Kirchen um Regen gebetet. Was in Newyork zu wenig, das ist in St. Louis u piel. Der Mississippi bat an drei Stellen nördlich von Quinch, int Staate Illinois, den Damm burch brochen und überschwemmt weite Strecken Landes. 200 Samilien gelang es, sich auf Echiffe zu retten. Man erwartet, daß der Mississippi am Sonntag seinen höch ſten Wasserstand erreichen wird. Augenblicklich hat das Wosser die Wersten und Eisenbahnen von St. Louis aberschwemmt und die Straßen, die an den Fluß angrenzen, erreicht. Etwas unterhalb der Stadt ist der Flußerlen breit. In Kansas City fällt das Was= ser schnell. Die Regierung hat Lebensmittel und Zelte Sort geschickt und gleichzeitig Kavallerie zur Underſtügung der Polizei beordert. Ingenieure erklären, daß jäintliche Eisenbahnen und Brücken in der Nähe ten Kansas Cist) neu gebaut werden müßten. Die Kosten des Neubaus werden zwischen 1 bis 2 Millionen Dol' ars betragen. ( Attentate gegen Radfahrer und Automobilisten in Belgien. Einen überaus erbitterten Kampf gegen die Radfahrer und Automobilisten führen die belgischen Bauern, seitdem die Radler und die Autler immer mehr vom Schnelligkeitswahnsinn gepackt wurden und jedes lebende Wesen, das ihren Weg kreuzt, überra deln und überauteln. Dieser Tage veranstaltete ein Brüsseler Radler- Verein eine Wettfahrt von Brüssel nach Lüttich. Es hatten sich 90 Fahrer eingefunden, um den belgischen 100 Kilometer- Rekord zu drücken". Sie kamen aber nicht sehr weit, denn dicht hinter Brüssel platte auf der Landstraße ein Pneu" nach dem anberen mit lautem Knall, weil die Bauern die Straße mit gut versteckten Nägeln förmlich besät hatten. Mehcere Radler erlitten beim Sturz von ihren Rädern nicht unbedeutende Verletzungen. An demselben Tage hatte zwischen Namur und Dinant eine Automobilistengesellschaft einen schweren Kampf zu bestehen. Die Autler wurden von den Bauern mit Eteinwürfen und mit Revolverschüssen empfangen; einige wurden verwundet. Die Bauern behaupten, daß die Automobilisten nicht nur Tiere und Menschen ins Jenseits befördern, sondern, was fast noch schlimmer sei, auch die Villen an der Landstraße unvermietbar machen, da es keinem Menschen einfallen werde, eine Villa zu mieten, die man wegen des durch die Kraftwagen" verursachten Staubes und Benzingeruchs kaum bewohnen könne. () Das tragische Schicksal eines Arztes ruft in Desterreich lebhafte Teilnahme hervor. Ein Bäckergeselle in Etrebersdorf wurde plötzlich wahnsinnig. Man rief den praktischen Arzt Dr. Leopold Nekowitsch zur Hilfe. Als der Frre des Arztes ansichtig wurde, ergriff er einen schweren Hammer und versezte damit dem Arzt einen so furchtbaren Hieb auf den Kopf, daß der Arzt lebensgefährlich verletzt zusammenstürzte. In sterbendem Zustand brachte man den unglücklichen Arzt in seine Wohnung. Ein folgenschweres Attentat auf einen Offizier wurde in der Nähe des Truppenübungsplages Biedrusko ( Provinz Posen) verübt. Der Hauptmann Maschke vom 37. Infanterieregiment aus Krotoschin fuhr mit anderen Offizieren in einer Kutsche auf der Chaussee nach Goslin, als plößlich ein Soldat mit blankem Seitengewehr an die Kutsche dicht herantrat und dem Hauptmann, der auf dem hinteren Siz saß, einen Schlag mit der scharfen Seite des Säbels gegen das Gesicht versezte. Der Hauptmann erhielt eine recht gefährliche längliche Wunde an ber Stirn und sank blutüberströmt auf die Wagenpolſter. Er liegt im Posener Garnisonlazarett schwer darnieder. Der Täter soll ein Kanonier vom 56. Feld artillerieregiment sein. $ Die ungeheuren Waldbrände in den Vereinigten Staaten, die seit einigen Tagen an verschiedenen Orten wüten, nehmen nach den neuesten Berichten noch immer weiter an Ausdehnung zu. Namentlich in Kansas sind die Verluste sehr schwer. Die kanadische Pacificbahn hat den Verkehr auf einem Teil ihrer Strecken einstellen müssen, da die Brücken von den Flammen zerstört sind. Die Interkolonialbahn hat den Zugverkehr zwischen Quebec und Montreal ebenfalls aufgeben müssen. Ueber Neuengland sowie die Staaten Newyork und Newjersey ziehen beständig Wolken von Aschenstaub. Die kleine Stadt Musquash in Neu- Braunschweig wurde durch einen Waldbrand zerstört. 200 Personen sind obdachlos. Zur Bekämpfung des Feuers ist Hilfe nach dort entsandt worden. Mit den Waldbränden hängt dem Anschein nach auch der Unfall eines deutschen Ozeandampfers zusammen. Der Dampfer der Hamburg- Amerikalinie ,, Deutschland" ist infolge dichten Nebels im Gedney- Channel auf Grund geraten. Man erwartet jedoch, daß der Dampfer mit der nächsten Flutzeit wieder flott wird. Der Nebel soll nichts anderes als Rauch von den Waldbränden sein. Bunte Chronif. Die Hamburger Kriminalpolizei glaubt einer internationalen Bankdiebesbande auf der Spur zu sein. Ein in der dortigen Filiale der Dresbener Bank beim Wechsel eines gestohlenen Papiers verhafteter angeblicher Franzose Beaumont soll deren Haupt sein. - Bei Gelegenheit der Anwesenheit des amerikaniſchen Geschwaders im Kieler Hafen wird die deutsche Marine den amerikanischen Mannschaften ein Gartenfest geben. Außerdem wird für die Mannschaften im Erholungspark der kaiserlichen Werft eine Theatervorstellung stattfinden. · Im Dorf Coton bei Bromberg sind 30 Besitzungen niedergebrannt. Das Feuer brach in einem Wirtshause aus und verbreitete sich infolge des starken Windes innerhalb einer Stunde über das ganze Dorf. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. -Zum Kampf gegen die Schwindsucht hat ein Mitglied der fürstlichen Familie Hohenlohe der portugiesischen Regierung eine Summe von 400,000 Mark zum Geschenk angeboten, unter der Bedingung, daß sie auf Madeira zwei Hospitäler für ausländische Schwindsuchtskranke errichtet. Vermischtes. (?)[ Bismards Schlagfertigkeit] wird durch eine neue Anekdote treffend beleuchtet, die Heinrich v. Poschinger soeben veröffentlicht. Eine Dame von kleiner Statur hatte bei zwei aufeinanderfolgenden Hamburger Diners die Ehre, neben dem Fürsten zu ſizen. Als der Altreichskanzler seiner Freude über die ihm äußerst sympathische Tischnachbarin Ausdruck gab, meinte dieselba Scherzend: Sie denken sich wohl ,, Toujours perdrix", worauf der Fürst schlagfertig erwiderte:„ Aber Sie wissen doch, meine Gnädigste, daß die kleinsten Rebhühner die besten sind." ** Schulversäumnis bei Schulfesten. In einer Echulversäumnisstrafsache, bei der es sich um die Ver fäumung eines Schulfestes handelte, hat der Straffe nat des Kammergerichts die gegen das freisprechende teil eingelegte Revision zurüdgewiesen, weil nach der betreffenden Regierungsverordnung die Versäumung d Echulunterrichtes mit Strafe bedroht sei, ein Sch fest aber nicht zu dem Schulunterrichte gerechnet wete ben könne. Der Straffenat des Kammergerichts hat daz angeführt, daß diese Entscheidung nicht im Widerspru stände mit dem Urteil des Kammergerichts vom 28. März 1892, denn die dort in Rede stehende Verordnung brohe nicht Versäumnis des Schulunterrichtes, sonder allgemein die Versäumung der Schule mit Strafe. S weit die Verordnungen über den Schulbesuch nur die Bersäumung des Schulunterrichtes und nicht allgemein diejenige der Schule mit Strafe bedrohen, werden die felben daher entsprechend abzuändern sein. Oberfl Wilhelm Schau b Flath b ** Saupift Richar das H Auguf affifter Φται Swing und Jacob * fam felbft Partei fammlu Arbeite Herr L zu ein tagsw Rede Reich die p wies großer :::[ Das verkannte Postskriptum.] Eine amüsante An zeigen- Geschichte, die in Deutschland ungetrübte Heiter keit erwecken dürfte, wird uns aus Paris berichtet Die Berwaltung eines deutschen Badeortes hatte meh reren französischen Blättern eine Anzeige übersandt, in welcher die Vorzüge des Bades gar herrlich geschilder wurde. Der Anzeige war eine Liste der besten Hotel des Badeortes beigefügt, und in einem Begleitschreiber der anzeigenden Badeverwaltung hieß es: ,, Diese Hotel Adressen müssen unbedingt in gleicher Reihenfolge ge druckt werden, wie Vorlage, andernfalls wird Anzeig nicht bezahlt." Dieses Poststriptum" hielten alle Blät ter für einen wesentlichen Bestandteil der Anzeige, und am nächsten Morgen konnte man es allüberall gedrud sehen. Die Herren von der Badeverwaltung mögen nicht schlecht geschimpft haben, als sie ihr Elaborat so verun staltet sahen; in den Redaktionen der großen Pariser Zeitungen soll man aber jezt mit dem Plane umgehen, sich eigens für die deutschen Anzeigen einen deutschen Mitarbeiter zuzulegen", um sich nicht vor ganz Europa zu blamieren. mil ()[ Jockey- Aberglauben.] Einer der Hauptbewerber um den Preis des leßten großen Hindernisrennens in Au teuil, das dem indischen Prinzen The Kour Sahib Patiala gehörende Rennpferd ,, Record Reign II", stand seit seiner Ankunft in Frankreich unter dem besonderen Schuße eines Zauberers, der das Tier nicht einmal bei Nacht verließ; er legte ihm unter seltsamen Beschwö rungsformeln Amulette um den Hals, wusch es Parfum und gab ihm Zaubertränke ein. Außerdem hatte er ihm vor seiner Abreise aus Indien von Fakiren, im Namen Wischnu's und Brahma's, den Sieg prophezeim lassen. Natürlich wurde das Pferd von allen Fetischisten und Fatalisten auf der Rennbahn stark gewettet, acer e machte durch einen Sturz alle Zauberei zuschanden, und Wischnu und Brahma hatten sich gründlich blamiert. Daß fast jeder Jockey, besonders aber der für Hindernis rennen engagierte, abergläubisch ist, weiß man längst Der berühmte Fred Archer steckte jedes Mal, wenn er zu Pferde stieg, ein Stück Steinkohle in die Tasche; dasselbe tat auch Hart. Boon, der im vorigen Jahre in Auteuil sein Leben lassen mußte, hielt während des Rittes einen weißen Kieselstein im Munde. Collier trägt ein blaues Bändchen als Armband. So hat jeder Jocka seinen besonderen Aberglauben und seinen besonderen Talisman, und wenn es auch nichts nüßt, so schadet's doch auch nicht! *[ In welcher Zeit russische Dörfer niederbrennen, ist durch eine vom russischen Minister des Innern ver anlaßte Statistik der Brände, die das Land in den leh ten dreißig Jahren heimsuchten, annähernd festgestell worden. Die Bauernhöfe in den Semstwo- Gouvernement brauchen im allgemeinen durchschnittlich 82 Jahre Jahre, um auszubrennen. Am häufigsten brennen nieder die Gouvernements Pensa( in 30 Jahren), Tambow( in 42), Nishny- Nowgorod( in 47), Rjasan und Ssaratow( in 48 Jahren). Die nördlichen Gouvernements sind nicht s feuergefährlich. Das Gouvernement Chersson oder viel mehr die Bauernhöfe in diesem Gouvernement, brennen erst im Laufe von 445 Jahren nieder, während in den Gouvernements Taurien, Jekaterinoßlaw und Beſſara bien die Höfe gar erst in 450 bezw. 470 bezw. 664 Jahren ein Raub der Flammen werden. Von den nörd lichen Gouvernements sind Wologda( in 239 Jahren) und Olonez( in 320 Jahren) die feuersichersten. Das Beste aus den Witblättern. Deutliches Zei then. ,, Sagen Sie, Kellner, hatte der Fremde es be merkt, daß ich mich eben auf seinen Hut gesezt?"- ,, Natürlich hat er's gemerkt er hat sich ja den Ihri gen genommen." - Der angehende Dramatiker. Studiosus( zum Leibfuchs): Du, ich habe eine sehr gute Idee für ein Drama! Im ersten Akt ſizen alle im Wirtshaus. Plöz lich ruft der Held meines Dramas aus: ,, Kellner, zahlen!" Sofort fällt der Vorhang der erste Aft ist zu Ende. Nun denk' dir mal die riesige Spannung des Publikums: wird er im folgenden Akt zahlen oder nicht?" -3eitgemäß. Ich möchte wirklich wissen, Ania, vie du es machst, daß du deinen Lohn immer so pünkt lich erhältst!" ,, Sehr einfach! Ich bewillige jeder Herr schaft fünf Prozent Skonto für pünktliche Barzahlung." Der Ueberbettler. ,, Bitt' schön um eine klein Unterſtüßung— ich habe neun Kinder!" ,, Können die denn nichts verdienen?", wo, die studieren ja ( Fl. Br.) Boshafte Variante. Förster: ,, Allem, was det Maier gesagt, muß ich zustimmen." Herr: ,, Gelt, Han Förster, das war Ihnen ganz aus der Seele gelogen – Aha! Kunde:„ Mein Freund hat aber sofort her ausgefunden, daß der Wein mit Wasser vermischt war."- Wirt: ,, Da ist er wohl großer Weinkenner?"- Kunda ,, Nein, aber großer Wasserfeind!" Ein guter Bekannter. Hausherr( ärgerlich) ,, Warum haben Sie den Hund nicht festgehalten, Ann ben Gerichtsvollzieher, der eben hier war, hätte er bei nahe ins Bein gebissen!" Dienstmädchen: ,, Na, man sollte meinen, den Gerichtsvollzieher müßte der doch bald kennen, Herr Doktor." Verblümt. Wirt( zum Fremden): ,, Nein, Schlech tes kann man dem Huberbauer nicht nachsagen, m daß' 3 einmal bei ihm gebrannt hat!" ( Megg. H. Bl um g protef Refere tung Schluß 16. J Fraftio дебет. Wo te Refer Samml * fchreib württe höhere drucks bieder hört wähle S erste war le einem einer mit d in 5,5 fahren Dresd Ramin für F Gießer Gießen Hauptf Erster mit 12 überru fiegten furt. Gräf nuten. wenn Majch * Staltete Schö wenig größere Trogde fröhlid Feuer zelnen Fefte eine weiter 4 Uh Komm aus de Ge ich am eröffne ahmadh en. In ein fich um die hat der Stra freisprechende t, weil nach Berfäumung fei, ein S te gerechnet gerichts hat d t im Widersp hts vom 28. Verordnung errichtes, fond Lokales. Gießen, 8. Junt 1903. ** Der Großherzog empfing am 6. Junt den Oberst v. Graevenit, Kommandeur des Inf. Regt. Kaiser Wilhelm( 2. Groß. Hess.) Nr. 116, den Hauptmann Koettschau von demselben Regiment, und den Steuerkommissär Flath von Buzzbach. ** Der Großherzog hat am 6. Juni 1903 den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz Richard Müller zu Mainz in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Darmstadt und den Finanzaspiraranten August Wenzel aus Gießen zum Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz ernannt. * ** Ernannt wurde Regterungs aſſeſſor Friedrich Kraß aus Laubach, zum Steuerfontrolleur. ** Versetzt wurde der Bezirksfassierer der Bezirkskasse 8wingenberg Friedrich Bitsch an die Bezirkskasse Schliß, und der Bezirkskaſſierer der Bezirkskasse Schlitz Philipp Jacob Göbel an die Bezirkskasse Alzey. mit Strafe. ulbefuch nur nicht allgem hen, werden sein. ine amüsante ingetrübte hei Paris berichte ortes hatte m ige überfandt errlich geschilder er bejten o Begleitschrei 3: ,, Diese Ha Reihenfolge 18 wird Anz hielten alle B Der Anzeige, Müberall gedr tung mögen Flaborat so vet r großen Par 1 Plane umge einen deutsen bor ganz Gurp auptbewerber ur Brennens in Kour Eahib Reign II", star dem besondere nicht einmal b tamen Beschwi , wusch es m 1. Außerdem h von Fatiren, in Sieg propheze allen Fetischie gewettet, afere i zuschanden, mi ündlich blamint er für Hindernis weiß man längst des Mal, wan le in die Taste n vorigen Jahre ielt während kg de. Collier trig hat jeder Jock einen besonder nüßt, so schade r niederbrenne des Innern v Land in den l ähernd festgesta 03- Gouvernemen 82 Jahre Jah ennen nieder Tambow( in Esaraton( in! its sind nicht Jerison oder bit ernement, brenne , während in dr law und Bessar .470 bezw. bi n. Von den nor ( in 239 Jahre ersichersten. Deutliges B er Fremde es Hut gesezt?" sich ja den Ihti r. Studiofus ute Idee für Wirtshaus. P ,, Kellner, zahlen. Aft ist zu Ende ng des Publikum r nicht?" flich wiffen, Ana m immer so punt willige jeder Her tliche Barzahlung jön um eine klein ber!"- könn die studieren jo ( F1. 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Redner wies darauf hin, daß es gerade bei der jetzigen Wahl von großer Wichtigkeit set für die Sozialdemokratie zu agitieren, um gegen die Wirtschaft der Agrarier im Reichstage zu protestieren. Auch die Militär- und Flottenvorlage ließ der Referent nicht unberührt, und machte auf die große Bedeutung der Sozialdemokraten im Reichstage aufmerksam. Am Schluß seiner Rede forderte er die Versamm'ung auf, am 16. Juni ihre Stimme für den Kandidat der soz.- dem.Fraktion, Herrn Stadtverordneten Krumm- Gießen abzngeben. Sodann sprach Herr Krumm in furzen und fachlichen Worten über den kommenden Reichstag und ergänzte das Referat seines Vorredners. Gegen 1212 Uhr war die Versammlung zu Ende. ** * Heiteres von der Wahlbewegung. Man schreibt der Franks. 8tg.": Es war in einem Dorf an der württembergischen Grenze. Der Kandidat, ein angesehener höherer Beamter, hatte eben seine Wahlrede mit den eindrucksvollen Worten: ,, Das walte Gott!" beendet, als ein biederes Bäuerlein, das atemlos dem Zentrumsmanne zugehört hatte, seinen Nachbarn anstieß und sagte:„ Du, den wähle mer, der hat noch Religion im Ranze!" S Gestern fand auf dem Sportplatz an der Hardt das erste Radrennen in dieser Sacson statt. Der Besuch war leider ein sehr mäßiger. Das Programm bestand aus einem Erstfahren, 2000 m,( offen für Herrenfahrer die auf einer Rennbahn noch keinen ersten Preis erworben haben) mit den Siegern Jacoby Mainz in 5,5%, Kaminsky- Köln in 5,53/ 5, Wagner- Frankfurt in 5,6 Minuten. Eröffnungsfahren, 2000 m- 5 Runden. Im Entscheidungslauf siegten Drescher Mainz als erster in 3,40, Lurz Frankfurt in 3,405, Kaminsky Cöln in 3,403/ 5 Minuten. Eingeschoben& Rennen für Fahrer aus Gießen und Umgebung. Es siegten: HamelGießen als erster, Reich- Gießen als zweiter und LauerGießen als dritter, Hecker- Gießen erhielt den Führungspreis. Hauptfahren, 10000 m= 25 Runden mit Schrittmacher. Erster Steger Drescher mit 11,44, zweiter Schwarz- Mainz mit 12,9, dritter Lurz- Frankfurt; derselbe wurde 6 Mal überrundet. Mehrsigerfahren, 2400 m= 6 Runden. Ez siegten Drescher- Mainz mit 3,543/ 5, weiter Wagner- Flant. furt. Motorrennen 10000 m 25 Runden. Erster StegerGräf- Frankfurt mit 9,50, Zweiter Drescher mit 10,36 Minuten. Drescher hätte auch dieses Rennen glatt gemacht, wenn er nicht bei der 6. Runde wegen Defectwerden seiner Maschine hätte aussehen müssen. ** Der Fechtverband Gießen- Lahr veranstaltete am gestrigen Sonntag sein Sommerfest auf der ,, Schönen Aussicht". Leider hatte sich hierbei nur wenig Bublifum eingefunden, was wohl auf die anderwärts größeren Veranstaltungen des Tages zurückzuführen ist. Trogdem nahm das Fest in jeder Hinsicht einen allgemein fröhlichen Verlauf. Die Musit, welche von der hiesigen Feuerwehrkapelle ausgeführt wurde, war eine gute. Die ein zelnen Programmnummern wickelten sich glatt und bei bester Festeslaune ab, bis gegen 6 Uhr das Regenwetter auch hier eine kleine Stockung werden ließ, welche aber auf den weiteren Verlauf nicht gar zu großen Einfluß ausübte. *.* Grünberg. Im„ Rappen" fand gestern Nachmittag 4 Uhr eine Wählerversammlung statt, in welcher Herr Kommerzierrat Heyligenstaedt vor den erschienenen Wählern aus dem engeren Bezirk Grünberg sprach. Außerdem sprach noch Herr Rechtsanwalt Grünewald- Gießen und der Rechts-| tonsulent Jöckel Grünberg. Die Versammlung verlief in ruhiger Weise und man war sich einig, daß die Kandidatur Heyligenstaedt unterstützt werden muß. - 3wei weitere Wählerversammlungen fanden ebenfalls gestern Nachmittag in Lich statt. Am Nachmittag 7 Uhr fand die erste seitens der lieberalen Partei statt, in welcher Herr Amtsrichter Fuhr aus Ortenberg und Direktor der hiesigen Präparandenanstalt Herr Wagner sprachen. Die andere zweite Versammlung war um 9 Uhr abends, in welcher der Kandidat der soz.- dem. Partet, Herr Stadtverordnete Krumm, das Haupt- Referat hatte. * ** Die vereinigten Liberalen im Wahlkreis Worm 8- Heppenheim stellen als Kandidaten Herrn Professor Straubinger von Darmstadt auf. Straubinger wird nach Lage der Verhältnisse im dortigen Wahlkreise ein scharfer Gegner des bisherigen Abg. Frhr. von Heil werden. ** Ans Rheinheffen, 2. Juni. Bei Heidesheim im Großh. Domänewald ist am Nachmittag des ersten Fetertags ein Waldbrand ausgebrochen, der sich über ca. 12 Morgen streckte. Der Heidesheimer Feuerwehr gelang es, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. wurden gegen 50 verhaftete Personen ins Polizeigefängnis Frankfurt a. M., 5. Juni. In den letzten Tagen eingeliefert, darunter mehrere, die in der Trunkenheit Majestätsbeleidigungen ausgestoßen hatten, so auch ein Die große Mehrzahl der Verhiesiger Buchbindermeister. hafteten gehört der edlen Zunft der Langfinger an, die das Sängerfest benußen um andern Leuten die Taschen zu leeren und die ihrigen zu füllen. Bei einem dieser Spizbuben wurden nicht weniger als 11 Damenportemonaies gefunden. Unter Anderem wurde auch eine aus 6 Personen bestehende Diebsgesellschaft festgenommen, die aus Essen hierher getommen war, um eine Gastvorstellung hier zu geben. Frankfurt a. M., 5. Juni. Musikdirektor Heinrich Zöllner aus Leipzig trat aus dem Preisrichterkoll- gium aus. fiz des Gauturnwarts Will das Kampfgericht für das am Nach, mittag stattfindende Wetturnen, denn ohne Wetturnen kann nun einmal der jüngere Turner nicht sein. Als Wettübungen waren schon im Voraus bestimmt: Steinstoßen, Freihoch sprung, Freiweitsprung und Hangeln an einem 9 m langen Tau innerhalb 20 Sekunden. Inzwischen war der Mittag vorüber und der Festzug, an dem sich der Ortsvorstand, die Feuerwehr, die beiden Lollarer Gesangvereine und Radfahrer mit beteiligten, marschierte gegen 2 Uhr unter den Klängen der Marburger Stadtkapelle vom Restaurant Germania nach dem an der Straße nach Gießen zu gelegenen Festplate. Dort angekommen war es zuerst Herr Bürgermeister Zimmermann und dann der Vorsitzende des T.-V. Lollar, Herr Schmidt, welche den Turnern das Willkommen im Namen der Gemeinde und des Vereins entgegen brachten. Fräulein Geißler überreichte nachdem dem Berein unter Worten der Anerkennung, daß die Turner Lollars ihren Jungfrauen so manchen frohen Festtag auch bereitet haben, eine recht schöne Fahnenschleife. Die Leitung des Festes übernahm nun der Gau- Ausschuß reſp. der Gauvertreter Helm- Gießen. Derselbe dankte dem Oct und den Turnern für den warmen brüderlichen Empfang und betonte, daß die unter allen anderen wohl aufzuweisen hätte. Die Gauturndiesjährige Gauturnfahrt mit die zahlreichste Beteiligung fahrt sei nur ein Vorturnen für die Gauturnfeste und da Lollar, das zum 2. Mal nun eine Gauturn fahrt hat auf dem besten Wege ist, auch bald ein Gauturn fest zu übernehmen, müsse es sich nur turnerisch noch etwas mehr herausmachen. Es muß vor allen Dingen das ganze Jahr hindurch geturnt werden, dazu ist aber für den Turnverein ein eigenes Heim nötig. Wir alle haben deshalb den Wunsch, daß in Lollar recht bald neben dem Verein ſich Leute finden, die durch Sammlung dies ermöglichen können. Dem ferneren Blühen und Gedeihen des T.-V. Lollar galten die Schlußworte Helms. Es wurden nun die Freiübungen durchgeturnt und dann begann das Wetturnen an dem sich 150 Turner beteiligten. Borgeschrieben waren insgesamt 20 Punkte für die 4 Uebungen. Sonderbarerweise war dieses Mal das Ergebnis allgemein im Verhältnis zu den früheren gleichen Festen ein weniger günſtiges; es erhielten nur folgende 15 Turner Preise: 1. Jünger- Kirchhain( 311/2 Punkte), 2. Albert Münch- Web'ar( 292), 3. August Nikolai- Usingen( 29), 4. Kari Schneider- Lollar( 28), je einen 5. Preis Ernst KochAlsfeld, 2. Peppler T.-V. Gießen und Jean Hof T.-V. Gießen mit je 23 Punkten, 6. Christ. Rösing- Marburg( 22), 7. Karl Richter- Weglar( 2112), 8. Lorenz Schmalz T.-V. Gießen und Karl Möller- Lauterbach( 21), je einen 10. Breis Karl Bender- Alsfeld, Wilh. Schmidt- Launsbach, und Karl Reß- Butzbach mit je 20 Punkten. * * * Wächtersbach, 5. Juni. Fürst Ferdinand Maximilian zu Ysenburg- Büdingen hat heute früh( wie bereits kurz gemeldet) durch einen Unglücksfall sein Leben eingebüßt. Durch Qualm, der aus dem Schlafzimmer des Fürsten drang, auf merksam gemacht, öffneten einige Diener die Thür zu dem selben. Zu ihrem Schrecken schlugen ihnen Flammen entgegen. Nachdem man derselben einigermaßen Herr geworden war, fand man den Fürsten entseelt vor seinem Beit liegen. Er war erstickt. Man nimmt an, daß er ein Licht angezündet hat und daß ihm dieses aus der Hand geglitten ist, wodurch dann die Stoffe Feuer fingen. Der Fürst hatte am 24. Oktober v. J. in förperlicher und geistiger Frische ſein 78. Lebensjahr vollendet. Er war ein hochgebildeter Mann, ein Aristokrat vom Scheitel bis zur Sohle, ein echter Grandseigneur. Nachdem er in Heidelberg studiert hatte, trat er faum 23 jährig nach der Abdotation seines Vaters, des Grafen Adolf, die Verwaltung des Fideikommisses seines Hauses an, die er mit Umsicht und Thatkraft leitete. Im Jahre 1849 vermählte er sich mit Getrude, Prinzessin von Hanau, der ältesten Tochter des letzten Kurfürsten von Hessen. Um die Politit seines Schwiegervaters, dem er der liebste Schwiegersohn" war, hat er sich nie gekümmert und mit Unrecht wurde der Fürst, als er im Oftober 1853 auf denten Hassenpflug etwas unsanft" zur Rede ſtellte, wegen dem Friedrichsplatz in Kassel den hessischen Ministerpräsidieses Recontres als„ hyperliberal" von den Anhängern Hassenpflugs bezeichnet. Der Fürst hatte sich nur durch die Einmischung des Premiers in seine privaten Verhältnisse tofteten: Butter, Pfd. 90-195, Hühnereier, 2 St. 10-11, Käse, per gereizt so weit hinreisen lassen. An seinem letzten Geburtstage, den der Kurfürst im Hessenlande verlebte, also am 20. August 1865, verlieh er seinem Schwiegersohne den Fürſtentitel. Erwähnt verdient noch zu merden, daß der Fürst schon vor 50 Jahren sozialpolitisch wirkte, z. B. durch Errichtung von Arbeiterwohnungen, Erbauung einer Steingutfabrik in Schlierbach und andere Maßnahmen. In den ärmereren Orten am Südabhange des Vogelsberges wird man das Andenken des Fürsten in hohen Ehren halten. Die Turnfahrt des Gaues Hessen. 7. Juni. Bei heiterem sonnigwarmem Wetter zogen gestern Vormittag gegen 1/2 9 Uhr die Turner des Gaues Hessen zur fröhlichen Frühjahrsturnfahrt aus. Die Turner des 1. ( Marburger) Bezirkes waren bis Fronhausen pec Bahn gefahren, diejenigen der anderen Bezirke hatten sich in der Turnballe des T.-V. Gießen gesammelt. Beide Parteien marschierten dann jeder auf if rem Wege dem gemeinsamen Ziele Lollar zu. Recht turnerisch, mit Sang und Klang bei gefaßtem Tritt legten die Turner die vorgeschriebene Fußtour zurüc und wir müssen bekennen, es hat solch eine Tour in corpore bei solchem Marsch, wie's geschehen, doch auch seinen besonderen Reiz. Nach 1stündigem Marsch erreichte man den Festort Lollar, der zu Ehren der auswärtigen Turner sich auerfennenswert geschmückt hatte. Von den Lollarer Turnern brüderlich und mit Mufit empfangen, zerstreuten sich dann die einzelnen Turner, um sich zu stärken und dann am Nachmittag um 1/22 Uhr wieder frisch und munter am Feftzug Teil zu nehmen. In der Zwischenzeit tagte unter VorGeschäftseröffnung Empfehlung. KhauserTechnikum U. Mache hiermit einem verehrten Publikum und meiner werten Nachbarschaft bekannt, daß ich am 28. v. Mts. eröffne. 61 Seltersweg 61 eine Bäckerei Frankenhausen Maschinenbau Elektrotechn. Laboratorium Höhere Lehranstalt Elektrotechnik Bach.& Tiefbau. Direktor Huppert Programe kostenlos. und Spareinlagen werden je nach Kündigung bis 42% verzinzt beim VorschussEs wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine werten Kunden stets mit frischer und Verein Jüchen, eing. Gen. m. unchmackhafter Ware zu bedienen. Indem ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens bitte, empfehle ich mich Hochachtend Karl Link. beschr. Haftpflicht zu Jüchen. GeDas gegen 26 Uhr hereingebrochene Sturm- und Regenwetter hat dem Feste und vor allen Dingen den Festwirten großen Abbruch getan; infolge des Sturmes stürzte plößlich das eine Bterzelt in sich zusammen, alles zudeckend was darunter war. Als Glück kann man es bezeichnen, daß bei dem Zusammensturz keine Verlegungen vorgekommen sind. Die meisten auswärt gen Turner und Gäste verließen gegen 8 Uhr Lollar wieder mit dem Wunsche auf besseren Erfolg und Wiedersehen zum Gauturnfest in Wetzlar. Marktbericht. * Marburg, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt St. 11, Käschen, pr. S 4, Kochkäse, pr. Pfd. 40, Käsematte, per St. 5, Kartoffeln, Pfd. 5 Pfg. 100 Pfund 3.50-4.00 mt., Kohl 1 St. 5, Blumenkobl, 1 St. 40-60, Spinat, Pfd. 15, Salat pr. Kopf 10-00, Möhren, pr. Pfd. 15, Sellerie St. 15-25 Std. 0.00-1.80, Tauben, pr. St. 40, Neh pr, Pfd. 60 Pfg, Ra= diefe, pr. Pad. 10, Merrettich, pr. Bad 15-25, 3wiebeln, Pfd. 10 Knoblauch, pr. Knolle 5, Weißtraut, pr. K. 20-40, Rotfraut Porre Stück 5-8, Rüben, rote 8-10, Wirshing, pr. K. 25-30 Aepfel pr. Pfd. 18-25, do, Korb 0-0,00 Mt. Spargel, Pfd. 65-70, ahnen, pr. St. 1.50-200, Hühner, br Jede Unregelmäßigkeit beim Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt uns melden zu wollen. Die Expedition. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Michels& Cle., Berlin SW. 19 43 Leipziger St asse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. Mechanische Seidenstoffweberei in Krefeld Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Restaurant Royal. Hente Montag Abend von 8 Uhr an Konzert 6 schäftsbericht u. Sparbedingungen der beliebten Sänger und Jodler- Gesellschaft M. Hofler. franco zu Diensten. 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Es wird di auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis mit dem Bemerken befan gegeben, daß hierdurch mobengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Durchgangsverkehr von d Orten der Nabenau üb Londorf nach Gießen u umgefehrt unterbrochen und über Getlshausen Beuern Großen- Buseck folgen muß. Gießen, den 5. Juni 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die Verteilung der Zinsen aus der Wulf von Nächster Tage! Todtenwart- Stiftung findet ſtiftungsgemäß Ziehung bestimmt am in der Johanneskirche statt. Mittwoch, den 10. Jnni, morgens um 5 Uhr 20. Juni 1903. Gießen, 4. Juni 1903. für Nieren- Blasen u. Harnleiden. WohlthätigkeitsHerrlichste Gebirgslage, auch für Nichtkranke zur Ausspülung ber Nieren und Blase, sowie zur Abtreibung überschüssigen Harnsäure geeignet. Trintfur, ohne Kurtare, Mineral- u. Sonnenbäder. Wohnungen mit voller Pension. 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Semmler, Geld- Darlehen bon 200 Mr. aufwärts erhalten solvente Personen jeden Stan bes zu 4, 5, 6 Proz. und mäßigen Rückzahlungen durch Am Lörincz& Cie., protof. Handelsgesellschaft und Gelbagentur Budapest, Real schulgaffe 16. Retourmarke erwünscht. Ich lade die hiesigen Einwohner, welche impf pflichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich find. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschluße auf seine Sosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche Bertreter geimpft. im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachfchau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung Städt. Wohnungsnach- wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Impfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt weis Gießen. Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. Angebot: 24 Wohnungen von 2 bis 7 Simmern 2 möbl. Bimmer. Nachfrage: 14 Wohnungen von 1 bis 8 Simmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem fährlichen Mietwert bis 300 mr. einschließlich 0.20 Mr., von mehr als 800 mr. bis 500 mr. einschließlich 0.50 Mr., und von mehr als 500 mr. 1.00 Mr.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1.00 Mr. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung unentgeltlich. Für Züchter empfiehlt das rühmlichst bekannte Marten's Fleischfaser- Geflügel und Kückenfutter zu Original- Fabrikpreisen. Prompter Versand nach auswärts. werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpsinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten Herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 5. Juni 1903. Markt 7 Der Oberbürgermeister Mecum Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Stehlampen Christian Wallenfels, Hängelampen 17 Marktplatz 17. Gießen. Telefon 262. gegründ. 1820 Beste absolute Eismaschinen Buttermaschinen Fleischhackmaschinen Messerpugmaschinen Chaisenlaternen, Brotschneidmaschinen PetroleumHaushaltungswaagen Waschmangeln Wringmaschinen Kaffeemühlen Brotkapseln( rund, oval) Vogelkäfige empfiehlt billigst G. Wilh. Orbig, Haus- u. Küchengerätehandlg. Schulstraße 10. 2 große Seckkäfige zu ver kaufen. Näh. Kirchenplatz 21. Gießen. Eine Anzahl Fässer von 5 bis 6 hektoliter Inhalt, für verkaufen. 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