Nr. 6. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 8. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechauschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Poſtetat. CB. Die Bostreform, mit der unser heutiger Landwirt. schaftsminister v. Podbielski seine Tätigkeit als Staats setretär des Reichspostamts abschloß, hat sich im allgemei nen sehr bewährt. Das ergiebt sich sowohl aus dem Ge samtergebnis, wie aus den Einnahmen bei der Briefbestellung. Denn trotzdem der Ortsverkehr für Berlin auf 5 Pfennig für den Brief und der Preis für die Ortspostkarte auf 2 Pfennig ermäßigt wurde, und trotzdem die Gewichtsgrenze erhöht wurde, ist die Einnahme bei der Ortsbestellung von 14 650 000 auf 15 200 COO Mark gestiegen. Ebenso haben sich die neuen Telegrammgebühren außerordentlich bewährt, denn die Mehreinnahmen bei dem Telegraphenamt beziffern sich auf rund 15 000 000 Mark. An der Auswärtsbewegung dieses Beni b zueizes. haben vor allem die mittleren und kleinen Geschäfte in den Großstädten und ebenso die mittleren und kleineren Verkehrspläze teilgenommen. Infolgedessen erscheint in dem neuen Posthaushalt auch ein Posten von 22 095 000 Mark sür Herstellung von Telegraphenanlagen. Terartige Ausgaben werden besonders gebucht und verrechnet, weil die Tilgung der Anlagesumme sehr schnell erfolgt. Je rascher und intensiver sich das Verkehrsnez entwickelt, um so größer sind die Aussichten auf weitere Betriebsverbilligungen. Denn wir leiden in Preußen speziell gerade unter der Tatsache, daß auf weite Flächen mitunter, sagen wir nach einem Gute, weil es der Siz des Amtsvorstehers ist, wenig benußte Telegraphenan a en ge ührt werden; diese sind unrentabel, während in dicht bevölkerien Bezirken gerade das Telephon eine glänzende Neutenanlage ist. Die Staffelung der Fernsprechgebühren und die gleichzeitige Vermehrung der Anlagen war je en als eine sehr dankenswerte Neuerung. Daß aber in der Preisfestseyung ohne Gefährdung der Ergebnisse noch mehr geschehen kann, wenn einmal das Telegraphenneß ausgebaut ist, ersehen wir aus den Verhältnissen in Württemberg. Dort lostet im ganzen Ländle" ein Gespräch von 5 Minuten 50 Pfennig, bei kleinereren Entfernungen kostet die gleiche Zeitdaner nur die Hälfte dieses Beträges, mit anderen Worten, die württembergischen Fernsprechgebühren sind um 20 Prozent billiger als im Reichspostgebiet. Wir verlennen nicht, daß infolge der größeren Volksdichtigkeit die Verhältnisse dort günstiger liegen als hier, aber indem die Reichspostverwaltung das Netz rentabler Telephonanlagen vermehrt, giebt sie auch dem Publikum ein Anrecht, weitere Verbilligungen zu fordern. Die Reform der Gebühren und die dadurch bedingte erhöhte Inanspruchnahme des Postbetriebes hat zugleich noch eine andere höchst erfreuliche Wirkung gehabt. Sie hat eine Vermehrung des Beamten- und Unterbeamtenpersonals nötig gemacht. Die Ausgaben hierfür sind ganz beträchtlich gestiegen. Trotzdem aber ergiebt sich aus den Veröffentlichungen folgende Bilanz: Die Mehreinnahmen beziffern sich auf 15 590 970 Mart, die Mehrausgaben abgesehen von den in den Betriebsfond eingerechneten Kosten für Telephonanlagen- betragen an fortdauernden Mehrlasten 11 755 280 Mark und an einmaligen 498 246 Mart, zusammen also 12 253 526 Marf. Es verbleibt sonach ein Ueberschuß von 3337 444 Mart. Die nächsten Betriebsjahre werden durch Vermehrung der werbenden Betriebsanlagen noch bessere Früchte tragen und dann ist die Zeit gekommen, daß auch an eine gründliche Reform der Postbeamtengehälter gedacht wird. Hier liegt für einen energischen und wohlwollenden Leiter der Reichspost noch viel Arbeit vor. Unterbeamtengehälter von 700 Mark passen nach den heutigen Lebensmittelpreisen und gemessen an den Löhnen der Industriearbeiter entschieden nicht mehr in unsere Zeit, zumal schon deshalb nicht, weil an die Energie, Pflichttreue, Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit der Postbeamten aller Klassen die höchsten Anforderungen gestellt werden. Ebenso ist es ein durchaus ungesunder Zustand, daß die Postassistenten erst nach einer unendlich langen Wartezeit mit Tagegeldern eine endgiltige Anstellung finden und sonach relativ spät in die Lage tommen, einen festen Wohnsiz und einen eigenen Hausstand zu begründen. Hier ist in Zukunft der Hebel der Reform anzusetzen. Die Politik. Venezolanisches. Die mit Spannung erwartete Antwort der Mächte auf Caftros Schiedsgerichtsvorschlag ist jetzt erfolgt. Der Wortlaut der deutschen, britischen und italienischen Antwort ist derselbe. Die Mächte nehmen das Schiedsgericht mit der Maßgabe an, Venezuela solle Bürgschaft geben, daß die vom Schiedsgericht festgestellten Entschädigungsbeträge an die Mächte auch wirklich gezahlt würden. Castro hält noch immer mit großer Hartnäckigkeit ran fest, daß seine Truppen in dem Gefecht bei ativa vor den Revolutionären nicht unterlegen seien, ern im Gegenteil die Rebellen aufs Haupt geschla= hätten. Nach seiner Angabe hätte wegen dieser angeblichen Niederlage der Aufständischen deren Füh rer General Matos sich schon genötigt gesehen, mit ihm, Castro, in Friedensverhandlungen zu treten. Na, na! Ein ähnlicher Handel wie zwischen den Blockademächten und Venezuela scheint sich zwischen den Vereinigten Staaten und Haiti entspinnen zu wollen. Der amerikanische Gesandte in San Domingo hat bei der haitianischen Regierung die sofortige Zahlung von 325 000 Doll. verlangt, welche Haiti der ,, Clyde Steamship Line", einer amerikanischen Gesellschaft, schuldet. Eine Krise im Kabinett Combes. = Ter französische Marineminister Pelletan, neben dem Kriegsminister André der Hauptphrasendrescher im Pariser Kabinett, wird wohl seinem Ministersessel Adieu! sagen müssen. Zwischen ihm und dem Finanzminister Rouvier ist es zu einem Konflikt gekommen, weil Belletan einfach im Widerspruch mit der Kammer eine Reihe Beamtenstellen neu geschaffen und mit seinen Anhängern besetzt hat. Rouvier will diesen Beamten kein Gehalt zahlen. Als Nachfolger Pelletans wird der Admiral Fournier genannt. Das Ende des marokkanischen Aufstandes. ▷ Die deutsche Regierung ist nach den letzten Ereignissen in Marokko überzeugt, daß es nur eine Frage der Zeit ist, wann der Sultan Abdul Aziz allein oder mit Hilfe seines zum Generalissimus ernannten älteren Bruders der Aufständischen Herr wird. Die Möglichkeit, daß der Prätendent Bu Hamara die Mehrheit der Sheriffs für sich gewinnen könnte, ist schon jetzt vorüber. Diese Ausfassung wird durch eine Meldung aus Fez bestätigt, wonach die Lage dort besser ist; der Mangel an Vorräten hat aufgehört. Zwei mächtige Stämme, welche sich den Rebellen angeschlossen harten, haben durch eine Abordnung ihre Unterwerfung fundgegeben. Die Burengenerale und Chamberlain. ‣ In weiten Kreisen Deutschlands hat ein Telegramm aus Pretoria einliches Befremden erregt, wonach die Burengenerale Botha, Delarey und Cronje sich an den lärmenden Feiern beiciligt haben, die die Briten in Pretoria für Chamberlain veranstalteten. Jetzt stellt sich heraus, daß die Generale dies nicht zu ihrem Privatvergnügen getan haben, sondern daß sie, wie zu so vielen anderen schweren Dingen, sich auch hierzu bequemt haben, um des Wohles ihrer Landsleute willen. Sie zeigen sich versöhnlich, um auch die Briten zur Versöhnlichkeit zu stimmen. Am Dienstag, einen Tag nach dem Festmahl für Chamberlain, an dem die drei Generale teilnahmen, fand in Pretoria unter dem Vorsiße Schalk Burgers eine Versammlung von Burenführern und anderen hervorragenden Burghers, darunter Botha, Delarey, Cronje und Smuts, statt, um eine Adresse an Chamberlain aufzusehen. In dem Entwurf wird um allgemeine Amnestie und um die Erlaubnis für alle früheren Buren gebeten, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen. Disse Bitte wird vielleicht dadurch unterstützt werden, daß in Südafrika ein großer Arbeitermangel herrscht. Die Regierung von Kapstadt fordert gegenwärtig in einer Beanntmachung zur Anstellung von landwirtschaftlichen Arbeitern aus Nord- Italien auf für die Wein- und Obstgebiete im Westen der Kapkolonie. Die Arbeiter sollen mit ihren Familien auf Kosten der Regierung nach dem Kap gebracht werden. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 7. Januar.( Hofbericht.) Der Kaiser reist am Donnerstag nach Hannover, von wo er am Freite ju. Sau- und Samoanach Springe weiter fährt. Sonnabend kehrt der Kaiser nach Berlin zurück. Anläßlich des heutigen Todestages der Kaiserin Augusta wurde mittags auf Anordnung der Kaiserin die Glocke der Gnadenkirche geläutet. Der Kaiser fuhr vormittags bei dem Mausoleum vor und legte am Sarkophage der Kaiserin Auguſta einen Kranz aus weißen Rosen und anderen weißen Blumen nieder. * Jm Befinden des Königs von Sachsen ist eine weitere Besserung eingetreten. * In einem Telegramm an den Kaiser protestieren 1600 Arbeiter des Stettiner ,, Vulkan" gegen die von den Werkmeistern der Werft vorgenommene Unterschriftensammlung für eine Zustimmungsadresse an den Kaiser in Sachen Krupp. Sie seien anderer Meinung und zur Unterschrift nur durch die Besorgnis vor wirtschaftlicher Schädigung bewogen worden. Das Direktorium des Vulkan wird eine Gegenerklärung wohl nicht schuldig bleiben. * Der Führer der Reichspartei, Abg. Wilhelm v. Kardorff, vollendet am Donnerstag sein 75. Lebensjahr. Er ist einer unserer ältesten Parlamentarier, da er dem Reichstage seit 1868 ununterbrochen angehört hat. Er ist besonders bekannt als eifriger Vertreter der Silberwährung. * Der badische Staatsminister v. Brauer ist an Influenza ertrantt. * Gemäß dem s. 3t. in der Generalversammlung im Zirkus Busch gefaßten Beschluß erhebt der Bund der Bandwirte in diesem Jahre den doppelten JahresBeitrag zu Agitationszwecken. * Für die Unteroffiziere und Mannschaften der Armee ist eine ständige zahnärztliche Behandlung eingeführt worden. Verstofsung der Königin Draga. Die Dragakomödie in Serbien ist so wird wenigstens von Leuten behauptet, die es wissen können ausgespielt. König Sascha läßt sich von seiner vielgeliebten Trauten scheiden, weil der Zar es so will. Nikolai II. hat zwei Gründe, Frau Draga ins Privatleben zurücktreten zu sehen: Einmal liegt ihm daran, für Serbien eine bestimmte Thronfolge festgestellt zu wissen, zum andern wird dann sein Versprechen, Draga am russischen Hofe zu empfangen, gegenstandslos. Die Trenmung zwischen Alexander und Draga herbeizuführen war eine der wichtigsten Aufgaben, die Graf Lambsdorff bei seinem Besuch in Belgrad zu lösen hatte. Der russische Minister erklärte dem Serbentönig: Rußland müsse, falls man seine moralische Unterstüßung in Belgrad wünsche, den König vor die Wahl stellen, sich entweder für die geseßliche Festlegung der Thronfolge eines der drei in Petersburg sowohl wie in Wien genehmen Kandidaten zu entscheiden, oder die Scheidung von der Königin Draga einzuleiten. Die drei Kandidaten sind Prinz Mirko von Montenegro, der junge Herzog von Leuchtenberg, ein Berwandter des Zarenhauses, der derzeit noch in der Militärakademie in Petersburg erzogen wird, und Prinz Battenberg. Graf Lambsdorff gab dem bestürzten Alexander eine Bedenkzeit von 24 Stunden. Nach Ablauf der Frist erklärte der König dem russischen Minister, er habe sich entschlossen, sich von Praga scheiden zu lassen und eine neue Ehe einzugehen, über die er sich mit Rußland und dem Wiener Hofe verständigen werde. Draga, die angeblich sich mit diesem Entschluß ihres Gatten abgefunden hat, soll als Entschädigung für die Serbentrone von Rußland eine angemessene Apanage erhalten. Sie soll bereits jetzt wegen Ankaufs einer Villa in Dresden Verhandlungen führen. Nichtsdestoweniger dürfte die Scheidung nicht sofort erfolgen, da dem König noch eine Frist von einem Jahre offen gelassen ist. Wird ihm in dieser Zeit ein Sohn geboren, so braucht er sich von seiner Draga nicht zu trennen. Aber darauf ist keine Aussicht... Fraglich ist nur, wie sich Desterreich zu dieser russischen Taktik hinter den Koulissen stellen wird. Die Scheidungsgeschichte ist in Belgrad höchst geheim betrizben worden; in Wien sollte man offenbar nichts davon erfahren. Man hat es nun doch erfahren, und damit hängt auch der Rücktritt des eben ernannten serbischen Ministers des Aeußern Antonitsch zusammen. Wir meldeten schon, daß dieser Herr, obwohl er erst wenige Tage im Amte war, plößlich aus Gesundheitsrücksichten" zurückgetreten ist. Dieser Rücktritt ist eine Folge davon, daß von dem Arbeitstische des Königs Alexander in Nisch Papiere, auf denen er sich Notizen über den Besuch des Grafen Lambsdorff gemacht hatte, plötzlich spurlos verschwunden sind. Man wird kaum fehlgehen in der Vermutung, das diese Notizen die Scheidung betrafen, und daß sie von Antonitsch, der Dragas Freund ist, nach Wien spediert sind, um dort den ganzen Handel ruchbar zu machen. Desterreich bekämpft natürlich die Verstärkung des russischen Einflusses in Serbien, und es ist leicht möglich, daß die Wiener Politik Frau Dragas Bundesgenossin wird, wenn diese vom Thron nicht herabsteigen will. Ob die Ernennung eines der drei genannten Kandidaten zum Thronfolger in Desterreich willkommen wäre, steht trop Lambsdorffs Andeutung, diese Kandidaten seien auch in Wien genehm, sehr in Frage. Vollends unwillkommen wäre Oesterreich zweifellos ein Arrangement, das die Scheidung des Königspaares in der von Lambsdorff angebahnten Weise in sich schlösse. Dadurch, daß Rußland die Apanage für Frau Draga zahlt, würde doch Rußlands Einfluß in Serbien ganz offenkundig gestärkt werden. Vielleicht hat aber Frau Draga selbst ihre Che mit Alexander schon satt und zieht den Demütigungen auf dem Thron ein behagliches Leben im schönen Dresden vor. Nab und fern. * Eisenbahnungläd infolge von Hochwasser. Eine Gleisunterspülung durch Hochwasser hatte auf der Walbahnstrecke Bassau- Freyung bei Station Salteneck die Entgleisung eines Personenzuges zur Folge. 7 Bersonen wurden leicht verlegt. Weiter stieß bei dichtem Nebel eine von der Unfallstelle auf falschem Geleise nach Passau mit 4 Bahmarbeitern zurückfahrende Draisine mit einer Rangiermaschine zusammen, wobei 2 Arbeiter getötet jourwieder gesehen haben. wieder gefrenzt und ohne diesen Unfall Sie auch nicht Es tut mir leid, obgleich ich mich gedacht und Ihrem Sie das beste war. 3h würde freiwillig Thren Pfad nicht Er legte ihr sacht die Hand auf die Lippen. Ist gar gewagt." nicht des Erwähnens wert," erklärte er. ,, Nicht des Erwähnens wert! Sie haben Ihr Leben Bert Barbara. Wenn in ihrem Leben gespielt. mit zittern, die leisen Zweifel ihrem weichen Zauber ist wie geschaffen zur Beichte, und auf Diese Dämmerstunde an mich, die durch deine Mimmerwiedersehen verich Worte scheuchen." sie nird τάσας die nug, um wendig sei, Ich hatte sei sie doch als Tochter des Barons genug gehört. sänger, der Komödiant, versezen würde. andere Sphäre gewöhnt, als die, in die sie der Opernden Reichtum und den Luxus, und di Die fleine Reitpeitsche, die Barsedow an eine entbehren zu lernen, was ihr zum Lebe behandschuh Ben. Das Wasser ber Fulda bei Kaffel ist starf geStiegen und teilweise über die Ufer getreten. Auch vom Main und Rhein wird Ueberschwemmungsgefahr gemeldet. :) Ein humanes Gerichtsurteil. In Not und Verzweiflung hatte die 19jährige underehelichte Berta Scharz in Berlin ihr etwa ein Jahr altes Söhnchen ausgesezt. Sie hatte den Knaben, den sie nicht ernähren konnte, vor die korridortür ihrer früheren Herrschaft gelegt. Bon dort wurde das Kind ins Waisenhaus geschafft. Die Mutter wurde ermittelt und hatte sich jetzt wegen Kindesaussegung vor dem Berliner Gericht zu verantworten. Sie erklärte, daß sie in ihrer Verzweiflung taum gewußt habe, was sie getan. Der Staatsanwalt beantragte gegen sie 6 Monate Gefängnis, der Gerichtshof tam aber zu einem freisprechenden Urteil, da angenommen wurde, daß bas kind sich auf dem verkehrsreichen Flure nicht in einer hilflosen Lage befunden habe. Ueber die Lissaboner Wasserkatastrophe liegen widersprechende Nachrichten vor. Eine Meldung des Reuterschen Bureaus von dort sucht jetzt den ganzen Vorgang, entgegen den furchtbaren ersten Schilderungen, als völlig harmlos hinzustellen. Es handle sich nur um das Schabhaftwerden eines Rohres eines Wasserreservoirs, wodurch die Werkstatt eines Schuhmachers überschwemmt wurde; der Schaden beläuft sich auf etwa 30 Pfund Sterling. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Der Vorgang spielte sich ab, ohne daß die Bewohner des Stadtviertels etwas merkten. Bon anderer Seite wird dagegen die unglücksnachricht in vollem Umfange aufrecht erhalten. Die Ueberschwemmung wurde danach durch den Bruch des Hauptreservoirs der alten, vom König Johann in der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegten Wasserleitung herbeigeführt, das schon seit langem Risse gezeigt hatte. Vermischtes. *[ Ueber die Stellung unserer Kaiserin zur Reform. tracht] weiß ein ,, gutinformiertes" amerikanisches Blatt zu berichten. Eine Abordnung der Liga, welche eine ,, bernünftige Kleidung für Frauen" anstrebt, habe im Schlosse eine Audienz gehabt, um die Landesmutter für ihre Reformbestrebungen zu gewinnen. Die Kaiserin habe den Vortrag angehört und die Damen ersucht, an einem späteren Tage in ihrer Reformtracht zu erscheinen. Dies sei geschehen: Die Modefeindinnen stellten sich in ihren mit beängstigender Einfachheit gearbeiteten, fußfreien Kleidern vor. Sie fanden sich aber plöblich" von den ,, schönsten Damen des Hofes umringt", die sämtlich nach gewöhnlicher Mode, aber mit ausgesuch em Geschmat, geKleidet waren. Der Kontrast soll ,, wahrhaft überwältigend" gewesen sein. ,, Meine Damen," soll die Kaiserin gesagt haben, soll ich wirklich den jungen Damen am Hose zumuten, in Kleidern zu erscheinen, wie Sie sie tragen? Die junge Welt würde ja allen Lebensnuut verlieren!" Wenn es nicht wahr ist, so doch gut erfunden. ▲ Ein neuer Liebesroman im Hause Toscana. Wie Erzherzog Leopold Ferdinand ist nun auch noch ein anderer Bruder der Kronprinzessin von Sachsen, Erzherzog Heinrich, in einen Liebesroman mit einer Dame nichtfürstlichen Geblüts verstrickt. Um ihn von ähnlichen Schritten, wie sie sein Bruder getan, zurückzuhalten, hat Raiser Franz Josef den Erzherzog zu einer Audienz befohlen und ihn zur Korps- Offizierschule nach Innsbruck mit dem Befehl kommandiert, sich von der Dame zu trennen, mit der er seit langem ein Verhältnis unterhält. Erzherzog Heinrich, der kein Hehl daraus gemacht hat, daß er seines Bruders Leopold Verhalten billigt, wird dessen Beispiel vielleicht folgen. Von der sächsischen Kronprinzessin verlautet, sie wolle sich fortan über die Legitimität oder llegitimität des zu erwartenden Kindes in keiner Weise äußern. Das Prozeßverfahren und die Zukunft würden über sie und die Gründe ihres Entschlusses völlige Klarheit bringen. (§) Zeitungsbetrieb auf einem Dampfer. Die MarconiGesellschaft teilt den Abschluß eines Vertrages mit, wonach sie von Ende Januar ab einem von Liverpool nach Newyork gehenden britischen Dampfer einen täglichen Nachrichtendienst mittels drahtloser Telegraphie zu liefern hat. Der Dampfer wird einen RedaktionsEtab und alle Einrichtungen zur Herstellung einer täglichen Zeitung an Bord führen. [ die bösen Freitage.] Das Jahr, in welchem wir seit einigen Tagen leben, zeichnet sich durch etwas ganz besonderes aus, durch eine Merkwürdigkeit, die abergläubische Gemüter mit Furcht und Schrecken erfüllen könnte. Es hat nicht weniger als drei Freitage, die mit dem 13. eines Monats zusammenfallen, und zwei dieser Freitage fehren sogar in zwei aufeinander folgenden Monaten, im Februar und im März, wieder. Der dritte ,, Freitag der 13." des Jahres 1903 wird im November sein. Im verflossenen Jahre hatten wir nur einen bösen Freitag, den uns der Juni brachte. Französische Journalisten sind bereits dabei, eine der berühmten Pariser Wahrsagerinnen zu befragen, ob wir von der ungewöhnlichen Häufung der bösen Freitage im Jahre 1903 besonderes Unglück zu erwarten haben. Kluge Leute werden jedenfalls gut daran tun, vorzubeugen und sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. ) Ein frecher Gaunerstreich wird aus Paris gemeldet. Zwei Brüder, beide Kaufleute und wohlhabend, hatten beschlossen, ihrer verehrten alten Mutter gemeinsam einen wertvollen Brillantschmuck zu kaufen. Der jüngste hatte ihn bei einem Juwelier zum Preise von 1000 Francs ausgesucht und traf des Abends den älteren Bruder wie gewöhnlich im Café, wo er ihm von seiner Wahl Mitteilung machte. Er habe dem Juwelier Weisung gegeben, den Schmuck gegen 10 Uhr am nächsten Morgen in die Wohnung des Aelteren zu senden, und dieser möge die 1000 Francs erlegen. Morgens um 912 Uhr läutet es denn auch bei diesem, und ein junger Mann präsentiert ihm ein sorgfältig verschnürtes und besiegeltes Baket nebst quittierter Rechnung über 1000 Francs, die ihm sofort ausgehändigt werden. Der Kaufmann, sehr beschäftigt, legt das Päckchen auf seinen Schreibtisch und vollendet einige eilige Briefe, als es von neuem läutet. Wer ist's? Wieder ein junger Mann mit einem Päckchen und einer Note des Juweliers über 1000 Francs. Bei Deffnung des ersten Pakets findet sich nur ein schwerer Stein, der sorgfältig in Papier gehüllt ist. Man sieht, es ist nicht gut, in öffentlichen Lokalen zu laut über seine Privatangelegenheiten zu sprechen. 58] Dr. Rumschs Patient. Roman von Dr. Halifar und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Wegner. ( Nachdruck verboten.) der Absicht umgingen, Geschäfte zu machen, wurden daran gehindert, und Fußbälle, Konfetti und Papierballe flogen in allen Richtungen umher. Gegen 2 Uhr wurden sechs mächtige Tannenbäume in den Saal getragen. Sie waren mit Geschenken für die Börsenmitglieder behängt; unter diesen Geschenken befanden sich Schafe, die noch ungeschoren waren, Blechhörner, Rasseln, Kinderwägelchen und Puppen mit fomischen Inschriften. An der Effektenbörse wurden die Geschäfte zwar nicht suspendiert, doch trieb der Ulk schon den ganzen Nachmittag noch während der Börsenstunden sein Spiel. Eine Militärkapelle marschierte, märschespielend, im Saal umher, und viele der Mitglieder amüsierten sich mit Bocksprüngen u. s. w. In dem nur barch eine niedrige Wand abgetrennten Saale der Produktenbörse ging es am tollsten zu. Die Kapelle faßte dort Posto, und Sacklaufen und Ballspielen mit Kartoffeln waren an der Tagesordnung. Für das Sacklaufen wurden den Siegern wertvolle Preise verliehen. Nachdem man noch an mehreren unglüdlichen Opfern ,, blutlose Operationen" nach Professor Lorenzscher Methode, jedoch ohne Narkose, vorgenommen hatte, fand der ult mit einem großen Umzug sein Ende. An der Baumwollbörse gab es einen Weihnachtsmann, welcher an sämtliche Mitglieder Geschenke verteilte, und die allgemeine Heiterkeit bewies, daß die Geschenke gut gewählt worden waren. Barlam Der Zweiten S Reihe neuer Anträg Abg. Röhler- Lan Einrichtung von la Furfen für Lehr bie bereits früher a thätigt wurde, eingeh langt er die Einricht Furfe für Solda nannten Abg. befcha Sorloff Die tums erfuch n in haltsaufbefferung un ftaatsdiener. Ein fden Unteroff offizier Sterbe- und Der 3 weite eine Eingabe des beitszeit des hof Bießen bet Kurzes Allerlei. Eine Bielefelder Kakes- und Biskuitfabrit hat einen Preis von 1000 Mark für die beste Verdeutschung des nicht nur ausländischen, sondern auch falsch gebrauchten Wortes ,, Kates" ausgesetzt. Die telephonische Verbindung zwischen Belgien und England ist nunmehr so weit fertiggestellt, daß jezt die Versuche zwischen London- Brüssel und London- Antwerpen ein befriedigendes Resultat ergaben. Die Linie soll etwa Mitte März dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. [ der Koffer von Mayerling.] Ein Budapester Journalist hat neulich dem Wiener Kaiserlichen Archiv einen Besuch abgestattet. Dabei zeigte ihm, wie er jetzt in einer Beschreibung seiner Wahrnehmungen erzählt, der Kustos Ritter Alfred Siegenfeld einen einfachen glatten Holztoffer. In diesem," so sprach er, von tiefer Bewegung ergriffen ,,, befinden sich alle jene Schriften und Briefe des verewigten Kronprinzen Rudolf, welche an seinem Sterbetage in Mayerling gefunden wurden. Dieser dunfelgelbe Dienstbotenkoffer wurde in aller Eile in der benachbarten Ortschaft gekauft und alles wurde in denselben hineingeworfen, was man von Schriftsachen daselbst fand, worauf der Koffer sofort versperrt wurde. Erst nach fünfzig Jahren wird derselbe geöffnet werden. Fünfzig Jahre nach dem Todestage des Kronprinzen, wenn bereits alles und jedes der Geschichte angehören wird, wird auch der Inhalt dieses Koffers in das geheime Archiv kommen." Noch sechsunddreißig Jahre muß also die Welt warten, bis sie in das düstere Geheimnis von Mayerling einen Blick wird werfen können. A[ Schuß der Niagarafälle.] As vor Jahren die Umgebung der Niagarafälle immer durch a lerlei prosaische Eingriffe verhunzt wurde, tat man sich in Amerika und in Kanada erfolgreich zur Beseitigung des Mißstandes zusammen. Aber seither sind bekanntlich beim amerikanischen Teil der Nigarafälle elektrische Anlagen errichtet worden. Und jetzt kommt eine der bedeutendſten kanadischen Zeitungen mit der eindringlichen Mahnung an die Regierung der kanadischen Provinz Ontario: sie solle um Gottes willen nicht dem barbarischen Beispiel der amerikanischen Nachbarn folgen, sondern die Hauptfälle des Niagara auf der kanadischen Seite des Stromes vor Verunzierung durch elektrische Anlagen, vor dem traurigen Schicksal, mit ihrem Schweife Turbinen peitschen zu müssen, gründlich bewahren. Es ist Aussicht vorhanden, daß die Mahnung der kanadischen Zeitung befolgt werden wird. Man darf also hoffen, daß wenigstens der eine Teil der Nigarafälle, und schönste, vor Verunstaltung bewahrt bleibt. Das Zimmer machte auf den ersten Blick einen gemütlichen Eindruck mit dem weißgedeckten Tisch, dem traulichen Licht der Lampe und in derent Schein die hübsche junge Frau- ein Bild tiefsten Friedens und reinsten Glüds. " Ich denke, nun hat er aber lange genug geschlafen. Das Abendbrot fönnte falt werden, ich werde ihn wecken." Zu diesem Augenblick vernahm Setty ein heftiges Krazen braußen vor den Fenster, welchem das langgezogene jämmerliche Gebeul eines Hundes folgte. " Das ist Leo!" dachte sie. Was hat er nur? Wenn er doch nicht so heulen wollte! Ich fann es nicht mit anhören, wenn ein Hund heult. Ich lasse ibu lieber herein." Sie lief schnell in die Küche und den langen Gang entlang bis zur Hausthür, welche sie öffnete. Draußen stand der große Hund. Leo fam näher, legte den Kopf in die Hand seiner Herrin und folgte ihr in die Küche. Von hier ging er sofort in die Stube, setzte sich auf die Hinterbeine, ftredte den Kopf in die Höhe und begann von neuem fläglich und markerschütternd zu heulen. Leo, Leo, höre auf, dummer Hund!" rief Hetty und gab thm einen Schlag auf die Schnauze. Einen Moment duckte sich bas Tier, sah seine Herrin mit traurigen Augen an und versuchte, thre Hand zu lecken. Dann schlich er leise beiseite und se zte sich neben die stille, auf dem Sofa ausgestreckte Gestalt. ... Was ist nur mit dem Hunde?" flüsterte Hetty ängstlich. Die Leute fagen, wenn ein Hund heult, stirbt iemand. Dic Sunde sollen mehr sehen, als wir Menschen, fie sollen Geister fehen. Ich glaube, ich werde immer nervöser. Wie fann man bem Heulen eines Hundes nur irgendwelche Bedeutung beimessen! Aber der Cacao wird falt, die Eier auch, und Georg ist noch fumer nicht munter." „ Georg, Georg!" rief sie mit lauter Stimme. Wache auf!" Er rührte sich nicht. D.FI.V. Die Schiffe find in dief worden, nämlich Panzerfreuzer Fri lob"," Arcona" un nommen wurden d bewilligten 8 Sd Linienfchiffe, 3 Par boote auf drei faife Vier erfitlaffige L und in Dienst Wittelsbad"," 3 Linienfchiffe Sur burg" und Weiße der Werft in Will Außer dem große auch einige fleinere Giessen ** Heute, Don Hofrat Prof. Tr. einen Vortrag „ Kampf und Sieg ( 1896-1900)" beb ** Großh. M stand des Evangel Achern die Er März d. J. zu Lugus- und Gebrau herzogtums zu ver ** Gintritt [ Ein Bund zur Verfeinerung des Tons auf der Straße] hat sich in England gebildet. Der Gründer dieser eigenartigen Liga ist ein Arzt, Herr Gréville Walpole, der den Gebrauch grober Worte auf der Straße und an öffentlichen Orten bekämpfen will. Um ihre Zwecke zu erreichen, will die Liga folgende Mittel anwenden: Vorträge für Kinder und Erwachsene, periodische Veröffentlichungen, Aufforderungen an die Geistlichkeit aller Kirchen, Predigten im Namen der Liga zu halten, und an Lehrer, ihren ganzen Einfluß anzuwenden, um die Schüler zu einem anständigen Benehmen zu erziehen; ferner will man überall durch besondere Aufseher die Namen aller derjenigen feststellen lassen, welche auf frischer Tat ertappt werden, und sie den Gerichten überliefern, denn es gibt in England ein Gesez, das die Anwendung grober Worte in der Oeffentlichkeit bestraft, ein Gesetz, das allerdings nur selten zur Geltung gebracht wird. Das alles ist sehr schön; die Unterdrückung der groben Worte dürfte aber im Prinzip leichter sein, als iner Wirklichkeit, und es ist zu befürchten, daß man auch in Zukunft sich auf der Straße so beschimpfen wird, wie in der guten alten Zeit". £[ Weihnachten an der Newyorker Börse.] An den sämtlichen Börsen Newyorks so wird von dort geschriebenging es am 24. Dezember hoch her. An der konsolidierten Börse wurden die Geschäfte früh am Nachmittag suspendiert. Einige Mitglieder, welche noch mit Sie trat ganz dicht an ihn beran und rief noch lauter: Komm, Georg, stehe auf. Du hast über drei Stunden gefchlafen!" Wieder begann Leo jämmerlich zu heulen. Leo, sei still, sonst iage ich Dich hinaus!" rief sie dent Hunde zn. Jetzt fniete fie neben dem Schlafenden nieder und rüttelte ihn. Sein Kopf sant dabei ein wenig auf die Seite, und sie glaubte, im nächsten Moment würde er die Augen aufschlagen und sich aufrichten. Als sie jedoch die Hand wieder weggezogen fein Angenaufschlagen- teine Bewegung- nicht der geringste Laut. " Was ist das nur?" fragte sie sich. Zum ersten Mal an diesem Abend beschlich fie eine wirkliche Angst, eine unbeschreibliche Furcht. Sie beugte sich über ihren Mann und horchte auf seinen Atemi. " Er atmet so leise", flüsterte sie bange, ich höre seinen Atem faumfaum?- Ich höre gar feinen Atemzug- ich will doch lieber das Licht holen-" Als sie Vincent vorhin geschüttelt, war die eine Hand zur Seite herabgeglitten und hing starr hernieder. Sie erfaßte die Hand und ließ fie mit einem Schrei des Eutseßens sofort wieder fallen sie war falt- eisfalt! Herrgott im Himmel! Barmherziger Gott im Himmel!" stöhnte sie fassungslos.„ Was ist das nur- o Gott, was ist das nur?" Bunte Chronit. Das Opfer einer Verler dung ist der Düsseldorfer Arzt Jsraelsti geworden, der kürzlich wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet wurde. Er ist jetzt in Freiheit gesezt, sein heimtückischer Feind ist ins Ausland geflohen. Die wirkliche Tragweite des Geschehenen war ihr immer noch nicht zum Bewußtsein gekommen, nur eine maussprechliche Furcht, eine fast wahnsinnige Angst hatte sich ihrer bemächtigt. Sie nahm das Licht und leuchtete den stillen Schläfer in das Geficht in das aschfahle, starre Geficht. Die Lippen waren leicht geöffnet- aber nicht der leiseste Sauch entströmte ihnen. Der Körper war bereits erstarrt in der schauerlich eisigen Ilmarmung des Todes. Hetty hatte den Tod schon vorher gesehen, seine Anzeichen trügten fie nicht! Diese Zeichen des Todes hier waren zu deutlich, um sie zu verkennen. Auf der Zeche ,, Rhein- Elbe" bei Essen wurde durch einen zu spät losgegangenen Schuß ein Bergmann getötet, mehrere andere wurden tötlich verletzt. Mit einem dumpfen Wehlaut fiel sie vorüber, das Licht entfant ihrer fraftlofen Hand und verlöschte, und ihr Gesicht, fo weiß wie das des Toten, fiel auf dessen Brust. So blieb Hetty eine ganze Weile in tiefer Bewußtlofigkeit liegen. Dreiundzwanzigtes Kapitel In Hamburg wurde wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung von Staatsgeldern der Kanzlist Behrmann verhaftet. Sein Komplize, Regiſtrator Leo, ist entflohen. - Der schwedische Dampfer ,, Kattegat", von Riga nach Norrköping unterwegs, ist mit der ganzen Besaßung in der Ostsee untergegangen. Die Schatten der Dämmerung woben sich dichter und dichter und gingen bereits in die Nacht über, und der Baron von Audrey - Bei Randers in Jütland fand man die Leiche eines 18 jährigen Dienstmädchens, an dem ein furchtbarer Luſtmord verübt war. Der Mörder ist bisher nicht ergriffen. - Bei Hohenkrähen in der Schweiz wurde ein Bauer namens Moosbrugger und seine Magd verhaftet, nachdem letztere eingestanden hatte, daß sie sechs Kindern das Leben gegeben habe, welche von dem Bauern sämtlich umgebracht worden seien. Im Gefängnis zu Konstanz hat der Bauer bereits den Mord an zweien der Kinder bekannt. weilte noch immer im Bureau des Wirtschaftsgebäudes. Als es finster geworden, nahm er einen zweiarmigen silbernen Leuchter bon einem Brett, zündete die Kerzen an und stellte ihn auf seinen Schreibtisch. Das Zimmer war sehr groß, die zwei Kerzen machten die in demselben herrschende Dunkelheit erst recht wahr nehmbar. Audrey sezte sich in den großen Lehnstuhl vor dem Schreibtisch, wo vor ihm schon sein Vater und sein Großvater gesessen hatten, und begann, Papiere zu ordnen. Während er damit beschäftigt war, flopfte es an die Thür. Er stand auf, öffnete und erblickte einen seiner Diener vor sich. Die gnädige Frau lassen fragen, ob der Herr Baron nicht zu Tisch fämen." Sagen Sie, ich hätte eine wichtige Arbeit zu vollenden und fönnte nicht zu Tisch kommen. Ich effe später etwas." Der wohlgeschulte Diener mit dem unbeweglichen Gesicht verneigte sich höflich und ging. Wieder verschloß der Baron die Thür. Dann ließ er auch die anderen Jalousien herunter und begann raftlos im 3immer auf- und abzugehen. In seinent Inneren gährte und wühlte es das Gute und Böse kämpften einen harten Kampf um den Befig seiner Seele. Er wußte es. Ein gewaltiger Konflikt tobte in ihm, der sein Leben in zwei Stüde reißen zu wollen schien. Große Schweißtropfen verlten auf Audreys Stirn. Er war sich bewußt, daß, wenn er dies 3immer verließ, entweder Gott oder der Teufel seine Seele errungen hatte. " Ich muß zu einer Entscheidung gelangen", murmelte er dumpf. Ich träume nicht, ich wache und bin mir meiner geistigen Klarheit bewußt, ich finde feine, aber auch nicht die geringfte Entschuldigung für mich. Wenn ich dem Teufel verfalle" er erschrat heftig bei diesen unwillkürlich halblaut gefagten Worten. Audrey hatte das Schlechte im Menschen stets gehaßt, in welcher Form und Gestalt es auch vor ihn hingetreten war. Sein ganzes Wesen war die verkörperte Ehrlichkeit, die Rechtlichkeit. Schon in der Schule war er in dieser Sinficht ein Mustertnabe gewesen, der die geringste Lüge verabscheut hatte, der feiner schlechten Handlung fähig gewesen Wenn ich der Stimme des Bösen nachgebe", Hüfterte er jetzt im 3wiefpalt feiner Seele, während er sich an das Bult lehnte und mit düsteren Augen in die Dunkelheit starrte, dann m ich mich bemühen, jederzeit Recht für Unrecht und Unrecht Recht zu betrachten. Ich fann ein Leben ewigen Befruges bann führen, wenn ich mich selbst betrüge." war. der Laternenwärt lang feinen zwar wichtigen Dienst b in ununterbrochen infolge geltend Anbetracht der Ar oft bei den ung an seinen Inhabe bon seinem Amt Verwaltung diesem ungen, betreffend beiter und Bediens sprochen, trat Her stand, für welchen Auf sein@ Knoche, Mtgled zum 1. Januar 1 ihm vom Kaiser der Klasse verliehen und Weichensteller ihrer Benfionierung gemeine Ehren ** Von unser wetter angehalten arbeiten wieder in Licherstraße, Grün nachdem die Baug beiten wieder begu Weftanlage, Bahn Grundwasserandra mit der aufgestell sein, so will mo der Bahnhofstraß haltenden Hochwa nommen werden Bild der Zerstöru gehen und das w hier die Arbeit folgt dann die Leptere warten, in langit ihrer Berser ** Der Ob bereine, Herr Wi nadbenannten Dr um Vorträge übe bäumen prattijdje Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, tenstag, #tipod), inerstag, den " " 11 " 1 " " " 2 Den baran Gille flogen rden jecha Sie waren gt; unter och unge elchen und ettenbörse doch trieb ihrend der marschierte, Mitglieder πιτ διατά uttenbörse ort Bosto, eln waren burden den man nod erationen" ne Narkose, roßen Um es einen er Geschenke 3, daß die id Biskuit beste Verauch falsch Belgien und daß jezt ndon- Ant Die Linie übergeben ons auf der ünder dieser lle Walpole, aße und an Zwecke zu enden: VorVeröffent it aller Airten, und an , um die Su erziehen; Aufseher die Iche auf fririchten überdas die Ant bestraft, ein ung gebracht drückung der jter sein, als en, daß man beschimpfen dung ist der irzlich wegen ist jetzt in ist ins Auswurde durch ergmann ge egt. fälschung und list Behrmann ist entflohen. 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Köhler- Langsdorf hat eine Interpellation wegen Einrichtung von landwirtschaftlichen Unterrichtskursen für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen, die bereits früher angeregt und in Langsdorf praktisch be thätigt wurde, eingebracht. In einer weiteren Anfrage verlangt er die Einrichtung landwirtschaftlicher Lehrkurse für Soldaten. Eine weitere Anfrage des genannten Abg. beschäftigt sich mit der Wasserpest in der Horloff. Die Steueraufseher des Großherzogtums ersuchen in einer Eingabe an den Landtag um Gehaltsaufbesserung und Verseßung in die 8. Klasse der Zivilstaatsdiener. Eine Eingabe der ehemaligen hessi. schen Unteroffiziere beschäftigt sich mit der Unteroffizier- Sterbe- und Witwenkasse. Der Zweiten Kammer der Stände ist u. A eine Eingabe des Abg. Leun zugegangen, die Arbeitszeit des Rangierpersonals auf Bahnhof Gießen betreffend. Heer und Marine. D.FI.V. Die deutsche Flotte 1902. Fünf 23. " " " 24. " 1 " " 25. " " 1 " 1 Freitag, Grünberg. Samstag, Ettingshausen. Sonntag, Ober- Bessingen. In Alten- Buseck, Staufenberg, Weitershain, Stangenrod und Ober- Bessingen finden Gratis- Verlosungen von einigen Obstbäumen an erschienene Mitglieder statt. ** Am 1. Febr. d. I. findet in Braunfels der Gauturntag des Lahn- Dill- Gaues" statt. ** Von Hessischen Behörden werden steck brieflich verfolgt: Hausbursche Otto Drechsler aus Fürth i. B. wegen Betrugs; Schreiner Heinrich Georg Friedrich aus Gransberg wegen Urfundenfälschung; Schreinergeselle Wilhelm Kämpfe aus Ghringsdorf wegen Betrugs, Heilgymnastifer Ernst Heinrich Klettner aus Altenfließ wegen Betrugs und Arbeiter Theodor Ristau aus Czarnum wegen Diebstahls, sämtlich von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen. Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Bahnbau Butzbach- Lich. Der Großherzog hat auf Grund des Artikels 2 des Gesetzes, die Enteignung von Grundeigentum betreffend, verordnet, daß der Butzbach die Enteignung von Grundeigentum betreffend, zu erwerben. Die Frist zur Stellung des Antrages auf Einleitung des Enteignungsverfahrens wird auf 6 Monate festgesetzt. Schiffe sind in diesem Jahre der Marine neu eingereiht Licher Eisenbahn- Aktien- Gesellschaft das Recht erteilt wird, worden, nämlich das Linienschiff„ Braunschweig", der das zur Erbauung der Nebenbahn erforderliche Gelände nach Banzerfreuzer Friedrich Karl" und die Kreuzer Frauen- oßgabe der Bestimmungen des Gesetz& vom 26. Juli 1884, lob",„ Arcona" und" Undine". Neu in Angriff ge= nommen wurden die durch den Marineetat für 1902 bewilligten 8 Schiffe. Insgesamt befinden sich jetzt 6 Linienschiffe, 3 Panzerfreuzer, 6 Kreuzer und 2 Kanonenboote auf drei kaiserlichen und sechs Privatwerften im Bau. Vier erstklassige Linienschiffe wurden im Bau vollendet und in Dienst gestellt:„ Kaiser Karl der Große", " Wittelsbach"," Zähringen" und Wettin", während die Linienschiffe Sturfürst Friedrich Wilhelm"," Brandenburg" und Weißenburg" die Flagge strichen, um auf der Werft in Wilhelmshaven modernisiert zu werden. Außer dem großen Kreuzer Prinz Heinrich" wurden auch einige fleinere Kriegsfahrzeuge im Bau vollendet. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Heute, Donnerstag den 8. Jan, gedenkt Hrr Geh. Hofrat Prof. Dr. Onden im Schüßengarten zu Blar einen Vortrag zu halten, in welchem er das Thema: Kampf und Sieg der deutschen Arbeit auf dem Weltmarkt ( 1896-1900)" behandeln wird. ** Großh. Ministerium des Innern hat dem Vorstand des Evangelischen Gustav- Adolf Frauenvereins zu Achern die Erlaubnis erteilt, die Lose ciner im März d. I. zu veranstaltenden Verlosung von Lugus- und Gebrauchsgegenständen innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. ** Eintritt in den Ruhestand.- Nachdem der Laternenwärter Herr& mil Ohr über 33 Jahre lang seinen zwar einfach scheinenden, aber nicht unwichtigen Dienst bei der städtischen Straßenbeleuchtung in ununterbrochener Pflichttreue versehen, fühlte er sich infolge geltend machender förperlicher Beschwerden in Anbetracht der Anforderungen, welche dieser Dienst oft bei den ungünstigsten Witterungsverhältnissen- an seinen Inhaber stellt, veranlaßt, um Enthebung von seinem Amt zu ersuchen. Indem die städtische Verwaltung diesem Ersuchen auf Grund der Bestimm= ungen, betreffend die Fürsorge für die städtischen Arbeiter und Bediensteten" in wohlwollender Weise entsprochen, trat Herr Ohr vor Kurzem in den Ruhe stand, für welchen ihn unsere besten Wünsche begleiten! Auf sein such hin ist d r fönig. Oberbaurat Knoche, M tgl cd dr Eisenbahn- Direktion Frankfurt a. M. zum 1. Januar 1903 in den Ruhestand veisetzt und ihm vom Kaiser der Königl. Kronenorden zweiter Klasse verliehen worden. Dem Lokomotivführer Kinkel und Weichensteller Bandel von hier wurden aus Anlaß ihrer Pensionierung zum 1. Januar vom Kaiser das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. *** Von unseren Sielbauten. Nachdem das Thauwetter angehalten hat, sind teilweise die Sielbauarbeiten wieder in Angriff genommen worden. In der Licherstraße, Grünbergerstraßeund Wegsteingasse haben, nachdem die Baugruben leer gepumpt waren, die Arbeiten wieder begonnen. In der Baugrube an der Westanlage, Bahnhofstraße versucht man des starfen Grundwasserandranges Herr zu werden. Soll dasselbe mit der aufgestellten Dampfpumpe nicht zu bewältigen sein, so will man hier die Arbeit ruhen lassen. In der Bahnhofstraße und an der Wieseck kann des an haltenden Hochwassers halber die Arbeit nicht aufgenommen werden und zeigt die letzte Baustrecke ein Bild der Zerstörung Sollte das Hochwasser zurückgehen und das warme Wetter anhalten, so werde auch hier die Arbeit nach Möglichkeit aufgenommen und folgt dann die äußerst interessante Duckerohrlegung. Lettere warten, in der Bahnhofstraße aufgelagert, schon längst ihrer Versenkung unter die Wieseck. ** ** Homberg a. d. Ohm, 7. Jan. Der aus dem vor einigen Tagen gemeldeten Refontre mit einem hiesigen Forst Mordes, bezw. Totschlagsversuchs steckbrieflich verfolgt wurde, wart bekannte jugendliche Wilderer Pfeil, der auch weg n fißt bereits hinter schwedischen Gardinen. ** Ober- Ofleiden. Peter Nispel von hier wurde als Feldgeschworener für diese Gemeinde eidlich verpflichtet. ** Hainbach, 8. Jan. Zwecks Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft in Hainbach findet am Donnerstag den 22. 1. M. vorm. 11 Uhr im Saale des Gastwirts Karl Dreher hier selbst die erste Generalversammlung der Wassergenossenschaft Thalgrund- Hainba h statt. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Genossenschaftsvorstand S. ** Das Amtsorgan und Kreisblatt von Alsfeld, die„ Alsfelder Oberhessische Zeitung" bringt in ihrer Nummer vom 5. Januar folgende sonderbare Notiz: ** Ober- Gleen, 5. Januar. Gestern Abend hielt Herr Lehrer Dollinger im hiesigen Striegerverein einen Vortrag über Ludwig I von Hessen.- In legter Zeit hat das Vorträge- Halten in den Kriegervereinen von auswärtigen(!) Rednern ſtark zugenommen. In der Regel haben diese Vortragenden etliche Themen ausgewählt, über welche sie ein ganzes Jahr hindurch ihre Vorträge halten, die von der" Hassia" bezahlt werden. Es dürfte sich daher empfehlen, in jedem Bezirk einen großen Phonographen anzuschaffen, in welchen ein solcher Vortrag einmal gesprochen würde. Dieser Phonograph fönnte dann von Verein zu Verein wandern. Durch wäre erreicht, daß sämtliche Vereine den Genuß hätten, daß keiner um eine Silbe zu kurz käme und daß endlich der interessante Phonograph in weiten Kreisen des Volkes bekannt würde. ( Wenn man erwähnte, bezahlte" Vorträge vielleicht in der Oberh. 3tg." gleich drucken ließe und jedem Verein einige Exemplare zur Verfügung stellte, wäre obige Unverschämtheit, die jeden anständigen Menschen er röten lassen muß, jedenfalls nicht zu Papier gekommen. Was auswärtige" Redner betrifft, so möchten wir den Vorschlag machen, die betr. Alsfelder Redaktion solle doch dann lieber selbst die Vorträge übernehmen. Ob fic es fertig bringt!? D. Red.) ** In Berleburg ist der Gemeindekassenzendant Hommrichhausen durchgebrannt. In der Kasse und den dazu ge= hörigen Büchern herrscht eine große" Unordnung", die immerhin schon ein Manto von ca. 6000 Mt. erkennen läßt. ** Staffel, 6. Jan. Elb und Lahnthal gleichen einem großen See. Der Elbbach trat gestern morgen plößlich aus den Ufern, und zwar in einer Weise, daß die hiesige Thonund Steingutwarenfabrik vollständig unter Wasser ges bt wurde und die Arbeiter in Kähnen auf's Trockene geschifft werten mußten. ** Der liese Aberglaube. Die langen Winterabende, an denen die Jugend auf dem Lande in den Spinnstuben manch zartes Liebesverhältnis anbahnt, erinnern Einsender dieses an nachstehende, interessante Geschichte, die in der Gegend des südöstlichen Vogelsberges unlängst in Scene ging: Einige Burschen aus X. besuchten wiederholt die Spinnstuben in Y, da ihre Herzen durch den bezaubernden Blick einiger Dorf schönen vermutlich Feuer gefangen hatten. Die Amazonen hatten wohl im eignen Heimatsdorf bereits ihre Anbeter gefunden und letztere begannen nun die wiederholten Besuche der Nachbursche mit Eifersucht zu verfolgen. Als verschiedene zur Fernhaltung der Nebenbuhler angewandte Mittel den erwünschten Erfolg verfehlten, verschaffte ihnen der Aberglaube ein originelles Radikalmittel. Sie höhlten eine etwa fopfdicke Nebe( Dickwurzel) aus und schnitzten auf der Vorderseite menschliche Gesichtsformen ein. Dieses Unifum trugen sie in der Nacht nach dem nahen Wald, durch welchen ein Pfad führt, den jene Burschen abends passieren mußten. In der Höhle der Rübe befestigten die Abenteurer eine brennende Kerze und pflanzten dann das Schreckgespenst in einer Hecke auf. Nimmt man noch hinzu, daß an jener Stelle vor Jahren ein Selbstmord stattgefunden haben soll, so wird man bekennen müssen:„ Wahrlich Stangenrod. Verlosung. ein gruseliger Anblick in einsamer, finsterer MitterGöbelnrod. nacht". Nichts ahnend und eingedenk der Liederworte ,, Wenn ich zu meinem Schatz geh', ist mir fein Weg Der Obstbautechniker des Oberh. Obstbauvereins, Herr Wiesner aus Friedberg, beabsichtigt, die nachbenannten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, um Vorträge über Obstbau zu halten, und an Obst bäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Montag, den 12. Jan. in Alten- Buseck. Verlosung. Dienstag, Staufenberg. Mittwoch, Donnerstag, 15. Freitag, Samstag, " 1 Allendorf a. d. L. Weitershain. Verlosung. " 13. 14. " 1 " " " " Lollar. " " 1 1 16. 11 " 1 " 17. Lumda. " " " 18. " 11 19. " 1 " Beltershain. 20. " " " 21. " 1 inerstag, 22. 11 11 Sonntag, Montag, ienstag, ttwoch, == Geilshausen. Lauter. zu weit", treten die Burschen des Nachbarortez wieder den Weg zum Liebchen in der Ferne" an. Als sie den einsamen Waldpfad erreicht, begrüßt sie der Lichtschimmer. Neugierig, obwohl schon etwas erschreckt, nähern sie fich noch einige Schritte. Als sie aber den blutlos leuchtenden vermutlichen Totenkopf erblicken, packt grausiges Entsetzen die Beherzten. Mit durch Angst geflügelten Schritten stürmen sie zurück und erEin stattlicher zählen ihre schreckliche Entdeckung. Succurs gesellt sich ihnen zu und mit Prügeln, Mistgabeln und Dreschflegeln reichlich bewaffnet, rücken sie zum Angriff gegen das Gespenst aus. Unter wuchtigen Schlägen der nun fühnen Avantgarde erlischt die Kerze und haucht das Unikum seinen Geist aus. Trotz dieses Sieges aber sollen die liebetrunkenen Odysseuse von ihren nach Y. zielenden Liebesausflügen geheilt sein, somit kann das Mittel der Gegner als ,, radikal" empfohlen werden. ** Höchst a. M., 6. Jan. Der Schurke, der das 12jährige Mädchen Niersberger in so bestialischer Weise bearbeitet hat, ist in der Person des 29 Jahre alten Gerbers Johann Niegemann aus unterliederbach dingfest gemacht werden Niegemann ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. der Witwe Thaddäus Großbach fiel, während er sich mit ** Neustadt i. O., 7. Jun. Der 5 Jahre alte Sohn andern Kindern an der Mümling herumtrieb, in den Bach und ertrant. ** Kassel, 7. Jan. Die Mitteilung der„ Köln. 8tg." betr. die diesjährigen Staiſermar över ist dahin zu ergänzen, daß außer dem 11. Armeeforps noch das 4. Armeekorps ( Provinz Sachfen) Kaisermanöver hat. Die Kaiserparaden finden bei Kassel und Merseburg statt. Die Kaisermanöver Kassel und Merseburg abgehalten. werden zwischen den beiden Korps in dem Gelände zwischen Aus dem Gerichtssaal. Straftammerfihung. Gießen, 6. Januar 1903. Ferdinand Heinrich W. von Offenheim ist geständig, seinem Stiefvater eine Weckeruhr in der Wirtschaft Kölsch zu Friedberg einem Gaste ein Paar Schuhe, sowie seinem Schlafkollegen die Legitimationspapiere entwendet zu haben. Das Gericht verurteilt ihn dieserhalb zu 10 Monaten Gefängnis.- Adam W. von Obersin, welcher einen Zettel fälschte, um sich in Besitz von Geld und Gßwaren zu setzen, wird in eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten genommen. Franz G. von Utyphe wurde vom Schöffengericht Hungen wegen Hausfriedensbruchs zu 10 Mt. Geldstrafe verurteilt. Die Kammer kann sich von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und giebt der von dem selben verfolgten Berufung statt, indem es zur Freisprechung gelangt. Jagdpächter Konrad B. von Bellersheim hat Gelegentlich der Jagdausübung den Heinrich W. und dessen Tochter durch einen Schuß verlegt. Mit Rücksicht auf die grobe Fahrlässigkeit, erkennt das Gericht auf eine Geldstrafe von 300 Mark. Neueste Nachrichten. Berlin, 8. Jan. Gegenüber anderslautenden Meldungen wird officiös versichert, daß an eine Zurückz ehung der Novelle zum Militärpensionsgesetz von der Regierung nicht gedacht wird. Der Wien, 8. Januar.( Tel.) Die auswärts verbreiteten ungünstigen Gerüchte über den Gesund heitszustand des Kaisers Franz Josef werden amtlich als unglaubwürdig bezeichnet. Kaiser nahm gestern Abend an dem Hofball teil.- In Hoffreisen wird die in Dresden verbreitete Nachricht bestritten, der Kronprinz von Sachsen wird demnächst eine persönliche Unterredung mit dem Kaiser Franz Joseph haben. Belgrad, 8. Januar.( Tel.) Die Enthüllung des Planes einer Scheidung des serbischen Königspa ares wird in hiesigen Hofkreisen sehr unangenehm empfunden. Selbstverständlich bemüht man sich, die NichtsdestoNachricht als unzutreffend hinzustellen. weniger ist man in politischen Kreisen davon überzeugt, daß die Enthüllung den Sachverhalt im wesentlichen richtig wiedergiebt.( Vergl. den Artikel.) Washington, 8. Jan. Die norwegische Bark ,, Princ Arthur" ist am 2. Jan. bei Kap Flattery" gestrandet. Von der Beseßung sind 18 Mann ertrunten Marktbericht. Gießen 8. Jan. Auf dem heutigen Wochenmartt fofteten Butter per Bib. 0.80-0.90 Mr. Sühnereier 1 St. 8-10 Pig., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbien ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bia., Tauben per Paar 1. 0.70-95., Hübner per Stüf Mt 1.00-1 2), Hahnen, per Stud Mt. 0,80-1.40, Enten per Stid 2.00-2.60, Gänse p. Bfd. 58-70 Pfg, Ochsenfleisch per Vfd. 66-76 Big, Rindfleisch per fd. 60-64 Pig. Schweinefleisch ver Bf 70-80 fa. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.84 Bfg., Kalbfleish per Pfd. 68-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Bfa., Rartoffeln per 100 kilo 6.00-6.00 m., Zwiebeln per 3t. mf. 3.50-4.5), Milch per Piter 18 fa Holzversteigerungen und Holzverkäufe finden u. A. statt: Montag, 12. Jaunar 1903, vormittags 1/2 10 Uhr. Sammlungsplatz: Eisenbahn- Haltestelle in Langsdorf.( S. Inserat.) Druck und Verlag der Gießener Berlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1788) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Holzversteigerung. Dienstag, den 13. Januar 1903 sollen in den Waldungen der Stadt Staufenberg in den Distr. Birken, Eichwald und Maistrauch versteigert werden: 6 Eichenstämme( Wagnerholz), 2 Kiefernstämme 2:11 m.( Schnittholz) 94 Nadelstämme, 10 Eichen Derbstangen, 3038 Nadel 321 " Neistangen. Steins Garten. Saalbau. Sonntag, den 11. Januar 1903 Nächste Tage Biehung sicher 17. Januar der 1. WohlthätigkeitsGeld- Lotterie d. Strassburg- Neud. Arbeiterheims 2 Grosse Konzerte, 2490 Geldgew. M. 41000 Im Ofenpuzen und kleineren Maurerarbeiten halte mich beftens empfohlen. Adam Menz, Grünbergerstr. 88, 5. Hauptgewinn ,, 15000 gesucht. ausgeführt von der Kapelle des Inf.- Regts. Kaiser Der Anfang ist vormittags 9 Uhr auf der Kreis- Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des 1 à 15000 straße diesseits der Tiefenbach und gegen 11 Uhr auf Großh. Musikdirektors Krauße. der Hachbornerstraße an der Hoheitsgrenze. Anfang 4 und 8 Uhr. Staufenberg, am 5. Januar 1903. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. Bau- und 17 Lehrling L. 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Durch Versehung des Herrn Hauptmann Beder ist dessen seit 7 Jahren innegehabte Wohnung in meinem Hause Afterweg 29 II. für sofort oder später zu vermieten. Sanitätsrat Dr. Haupt. Stadttheater Gießen. Freitag. den 9. Januar 1903: Zum Benefiz für Heinrich Gerlach Das Kithchen von Heilbronn. Orpheum Varieté. Täglich Gr. Vorstellung. Richard Buchacker, Giessen. Neuen Bäue 11, staatl. kouz. Kollekteur der Hessisch- Thüringischen( Mitteldeutschen) Staats- Lotterie. Cigarren- Geschäft. man solchen Der Ueber= Kräfte, die ühnen, Herzogs von Burgund, der nach damaliger Gitte gewöhnt war, alle seine Schäße mit auf das Schlachtfeld zu nehmen, erstens um sie stets vor Augen zu haben, dann aber auch wegen der geheimearl verfor den Diamanten lieferung nach wurde derselbe von einem Bauer gefunden tostbaren Steinen zuschrieb. 22. Juni 1476. in der Schlacht von Morat am und aufgehober WITZ HUMOR Nr. 6. Donnerstag, den 8. Januar sische Familie 1903.