arbeiter 262 co- mediat nit 34 Ci qm G Egejdyciebe unferm efeben; 1 ec bezogen fchrift find 8. g, den 1 Dem Gri Univer en. ng. n 2 Uhr a Seltersm Weißzeug, Ben. ing. ärfte. Viehmartt stattfindenden gs um 8 03. teßen. ing. Walltorstro bon Kanali Mts. ab nd Fahrra ießen. ng. angeordnete und Schiller Ben. ing. geordnete Spam d Nordanlage, eßen. ch. und Sc tung ( durch das stophers se. ngskörpe ch. New eider em, Mianten ung, leichter entleerung Probe Wetzlar hinen. 8: Bill berg.. ampfziegele Giesse anschlüsse in Nr. 84 Zweites Blatt. nementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg., inbaus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen biertel fährlich Mr. 1.50. Initi abeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und atenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berliagen nachmitags. Samstag, den 7. November 1903. Gießener 12. Jabrgang. Infectionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfc. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Ernebition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchluk Ar, 362. Neuelle Nachrichten ( Stekener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Kunft und Wissenschaft. DF Schwere erdmagnetische Störungen wurden zu gleicher Zeit im Rheinland, in einem großen Teile Deſterreichs, in ganz Frankreich, in Großbritannien und Nordamerika beobachtet. Die telegraphischen Verbindungen maren streckenweise gänzlich unterbrochen. Zugleich mit den dmagnetischen Strömungen wurde ein Nordlicht beob= htet. Der Astronom Sir Norman Lockyer sagt, die jetzige agnetische Störung sei vor zehn Jahren vorhergesagt woren und werde in den nächsten zwölf Jahren beständig be= erkt werden, da die Zahl der Sonnenflecke sich sehr schnell mehre. 1870 und 1881 habe es ähnliche Störungen geeben. MP Die Vivisektionsfrage in Desterreich hat zu einem fil ammenden Protest des Rektors der Wiener Universität an sien niederösterreichischen Landtag geführt. Der Rektor beStreitet, daß der Landtag das geeignete Forum sei, über issenschaftliche Fragen zu Gericht zu sitzen. Er verzichte femerhin darauf, an den Landtag das Wort zu richten, bis in Desterreich die Universitäten und ihre Interessen wieder ie Würdigung fänden, deren sie sich in allen Kulturländern rfreuen. RP. Die Marskanäle. Herr Millochaur, Astronom am Obfervatorium von Meudon, hat mittels des mächtigen Teleskops dieses Instituts die Marskanäle studiert und behauptet, daß diese sogenannten Kanäle nur unterbrochene, bunttierte Linien sind. Sind es geometrische Zeichen? Sind atmosphärische Erscheinungen? Sind es endlich die leuchendem Krater gradliniger Bergfetten? Der Astronom kommt ja feinem Schluß, aber er bedauert, daß man die Planeten right genug betrachte. LO. Die Gefährlichkeit des Radiums. Wie vorsichtig man bei der Benuzung des Wundermetalls Radium sein muß, zeigt die Erfahrung, die ein Petersburger Arzt mit dem neuen Element machte. Doktor Tusepp hatte mit Radium experimentiert und nachher das kleine Kästchen mit dem Detall etwa sechs Stunden lang in der Westentasche getragen. Sinige Tage darauf zeigte sich an der entsprechenden Stelle des Körpers ein eigentümlicher, in der Mitte weiß ge= färbter Fleck von der Größe eines 25- Kopekenstücks; das Hautgemele starb nach und nach ab und erschien, wie mit leichtem Mehlstaub bedeckt. Bald entstand eine Wunde von 1 Centimeter Länge, die so empfindlich war, daß Kokain- Kombreffen angewendet wurden. Die Wunde will nicht verheilen, obgleich schon mehr als drei Monate seit ihrer Entstehung berflossen sind. Der Landwirt. p. Wie soll Stoppelklee in den Winter kommen? Es ist befannt, daß der Stoppelklee im Herbst bei warmer Witterung noch recht stark sich entwickeln kann. In den meisten Fällen wird derselbe dann durch Auftrieb von Vieh abgeheidet. An von den Wirtschaftsgebäuden weiter entfernten Drten, oder auch bei stark abschüssiger Terrainbeschaffenheit it das aber nicht immer möglich. Man soll dann aber diesen ppigen Aufwuchs nicht stehen und in den Winter kommen Jassen. Ein solches Verfahren hat den großen Nachteil, aß der Klee fault und daß die Mäuse sich in großen Mengen in solchen Schlägen einfinden. Unter allen Umständen ist es besser, den Klee abzumähen, doch muß das so früh geschehen, daß vor dem starken Frost noch ein so starker Aus. shlag erfolgen kann, der den Boden bedeckt. Kahl dürfen die Kleefelder nicht in den Winter kommen, da sonst die Gefahr des Auswinterns besteht und auch die Bestockung im nächsten Frühjahre empfindlich leidet. pd. Deutschestafrikanische Ernteerträgniffe. Bereits vor einiger Zeit war die Rede davon, daß in Mrogoro das tama( Negerkorn, ein hirsenartiges Gewächs) außerordent lich gut stehe, und daß besonders die Aehren sehr reich an Körnern seien. Nunmehr hat jemand von jeder der beiden Mtamasorten die Körner je einer Aehre, die also einem ein sigen Korn entsprossen find, genau gezählt und ihr Gewicht festgestellt. Dabei ergab sich, daß bei der einen Sorte( Karathi) die Aehre 8733 Körner enthielt, die 211% Gramm wogen. Eine Aehre der zweiten Sorte( bere) hatte 6558 Körner, die 226 Gramm wogen. Das bedeutet also 6. bis 9000fältige Frucht. Vermischtes. A[ Sollege König.] Vom Aufenthalte des Kaiserpaares in Stettin anläßlich des Stapellaufes des Linienschiffes Preußen" wird ein hübscher Zug von der persönlichen Liebenswürdigkeit des Kaisers gemeldet. Der Stettiner Restaurateur Appmann hatte beim jüngsten Königsschießen des Schützenvereins der Bürger" den besten Schuß für den Raiser abgegeben, worauf sich der Kaiser bereit erklärte, die hrn von dem Verein angetragene Würde eines Schüßen förigs unter Verleihung der üblichen Medaille anzunehmen. Bei der Ankunft des Kaiserpaares in Stettin hatte nun der genannte Verein mit seiner Fahne vor dem Empfangsgebäude Aufstellung genommen, um dem Kaiser wegen der hmm widerfabrenen Ehre Dank und Huldigung darzubringen. An der Spize des Zuges stand der Restaurateur Appmann. Der Kaiser ließ sich Appmann vorstellen und reichte ihm die Hand, indem er leutselig hinzufügte:„ Guten Morgen, KolIcge! Das haben Sie gut gemacht!" [ Vom Oberleutnant zum Kunstschlosser.] Der frühere Oberleutnant Rüger, dessen Zuchthausstrafe, wie kürzlich gemeldet, durch einen Gnadenakt des Kaisers in GefängnisStrafe umgewandelt wurde, ist zur Verbüßung des Restes dieser Strafe aus dem Zuchthause Esisheim in das Bezirksgefängnis zu Straßburg i. Els. übergeführt worden. Rüger hat in der vorgenannten Strafanstalt die Kunstschlosserei erlernt und bei dieser Gelegenheit Arbeiten geliefert, die nahezu als Erfindung auf diesem Gebiete gelten können. Diese Arbeiten, sowie seine vorzügliche Führung während der Haft sollen die Begnadigung veranlaßt haben. Millionärin und Bahnwärter.] In Verona fand cine Aufsehen erregende Eheschließung statt. Vor drei Jahren starb dort der Stadtrat Giacomo Cölo und hinterließ seiner einzigen Tochter ein Vermögen von zwei Millionen. Die Tochter, die jetzt 35 Jahre alt ist. führte nach dem Tode des Vaters ein bescheidenes Leben. Ihr früheres Dienstmädchen eine gewisse Peretti, hat einen 25 Jahre alten Bruder, der früher Arbeiter in den Eiswerken von Verona und zuletzt Bahnwärter war. Er besuchte oft seine Schwester, und bei dieser Gelegenheit entspann sich zwischen ihm und der Millionärin ein Liebesverhältnis, das jetzt mit der Heirat endigte. Die Hochzeit wurde mit großem Pomp gefeiert. [ Die tapfere Alice Roosevelt.] Aus dem Munde Abergläubischer kann man oft die Redensart hören:„ Dreimal Brautjungfer, niemals Braut." Für Fräulein Alice Roosevelt, die Tochter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, hat die Redensart offenbar nichts Abschreckendes, denn sie nahm dieser Tage in Washington die Einladung an, bei der Vermählung ihrer Freundin Fräulein Lilia Mc. Cauley mit Herrn Wolcott Tuckerman als Brautjungfer zu fungieren. Zwei anderen Freundinnen erwies sie diesen Liebesdienst bereits. Fräulein Alice Roosevelt scheint nicht aber gläubisch zu sein. Der kürzeste Weg.] In das Bureau eines reichen, nur mit einer einzigen Tochter gesegneten Amerikaners fam fürzlich ein hoffnungsvoller junger Mann, der ihn folgendermaßen anredete:„ Mein Herr, Sie lieben doch Kürze und Aufrichtigkeit?"„ Allerdings."" Ich wünsche Ihre Tochter zu heiraten." Diese Kürze und Aufrichtigkeit kam dem Alten etwas zu überraschend, aber er faßte sich schnell und antwortete: Ihr Unternehmungsgeist gefällt mir. Aber sind Sie denn sicher, daß meine Tochter Sie will? Wenn ein anderer nicht einen noch fürzeren Weg eingeschlagen hat. dann habe ich nichts einzuwenden." Der junge Mann versuchte sein Glück, aber ohne Erfolg, denn wenige Tage nach dieser Unterredung kam ein anderer junger Mann in das Bureau des alten Yankee, um ihn mit der Nachricht zu überraschen: Ich habe soeben Ihre Tochter geheiratet." Er hatte den allerdings kürzesten Weg gewählt. Der frühere Direktor der Treber- Gesellschaft, Adolf Schmidt, hat ein Gnadengeſuch an den Kaiser gerichtet, worin er um Umwandlung der gegen ihn erkannten Zuchthausstrafe in entsprechende Gefängnisstrafe bittet. Kommerzienrat Schmidt befindet sich nach wie vor im Kasseler Untersuchungsgefängnis. Seine Ueberführung in eine Strafanstalt wird vermutlich erst von der kaiserlichen Entschließung abhängen. Ein entschwundener Prinz. Der Prinz Robert de Broglie ist seit einiger Zeit aus Paris verschwunden und soll sich nach einer bei der Wiener Polizeidirektion eingegangenen Nachricht anscheinend nach der österreichischen Hauptstadt gewandt haben. Infolge dessen hat die Wiener Polizei umfangreiche Nachforschungen nach dem Verschwun denen angestellt, doch sind diese völlig resultatlos verlaufen. Prinz Robert de Broglie, der angeblich wegen einer„ Privataffaire" geflüchtet sein soll, steht gegenwärtig im 22. Lebensjahre. Königliche Reliquien. In London gibt es eine Trödlerin, deren Spezialität der Handel mit alten Sachen ist, die einst Königinnen und Kaiserinnen gehörten; das Geschäft scheint sehr gewinnbringend zu sein, denn die Preise sind sehr hoch. Lezthin erst zahlte eine Amerikanerin für ein Paar Strümpfe 100 Mart, für ein Paar Handschuhe 60 Mark, für einen Unterrod 1600 Mart, für ein Korsett 200 Mark. Die beste Kundin der Trödlerin ist eine alte Dame, die eine ganze Miedersammlung besißt: ein Mieder der Kaiserin Elisabeth von Desterreich, ein Mieder der Königin Wilhelmine von Holland, zwei Mieder der Kaiserin ben Rußland u. s. w. Gin rührendes Beispiel von Tierfreundschaft] wird bon einem Schweizer Fachblatt mitgeteilt. In einem Pfarrhause des bernischen Mittellandes wurde fürzlich die Hausfate, deren Dasein überflüssig war, zum Tode verurteilt. Die mit der Vollziehung betrauten Knaben hüllten das Tier in einen Sad und warfen es in die Aare. Der Haushund sah dem Vorgang betrübten Herzens zu. Bald darauf stellten sich Hund und Kaze, in trautem Verein, beide pudelnaz, wieder im Pfarrhaus ein. Der erstere, ein Spitz, hatte den schwimmenden Sack aus dem Wasser geholt und aufgebissen, und der Kabe so Freiheit und Leben zugleich geschenkt. Es versteht sich von selbst, daß die Kaze hierauf begnadigt wurde. [ Theaterschwärmer.] Von der soeben erfolgten Gröffnung des neuen Londoner Gaiety- Theaters wissen die englischen Zeitungen allerlei Interessantes zu erzählen. Der erste Zuschauer, ein Herr Green, der sich rühmt, seit fünfzig Jahren keine Londoner Erstaufführung versäumt zu haben, traf genau um 5 Uhr morgens vor der Tür des neuen Theaters ein, um nur ja nicht den Beginn der Vorstellung zu verpassen. Um 8 Uhr erhielt er Gesellschaft: drei Damen kamen, nahmen auf Feldstühlen Platz und packten eine ungeheure Menge Proviant aus, als wenn sie sich für eine längere Belagerung vorbereiteten. Um 11 Uhr warteten bereits etwa zwanzig Personen auf die um 6 Uhr stattfindende Kasseneröffnung, und in den nächsten zipei Stunden wuchs trotz Regen und Sturm die Zahl der Theaterschwärmer zu einer gewaltigen Lawine an. +[ Ein Wahl- Damenkrieg.] Es wurde bereits über das energische Auftreten der Frau Lyttelton, der Gattin des englischen Ministers der Kolonien, berichtet: Als tapfere Genossin ihres Mannes hielt sie an Stelle ihres an der Celbsucht erkrankten Gatten in den öffentlichen Versammlungen fulminante Wahlreden. Herr Lyttelton ist denn auch, wie man weiß, als Sieger aus dem Kampf hervorgegangen. Der politische Gegner des Herrn Lyttelton hatte übrigens die Gefahr einer solchen Intervention so rasch erfannt, daß, auf seine Veranlassung, die liberale Partei gegen die einzige Frau Lyttelton ein ganzes Frauen- Bataillon mobil machte. Es zogen zum Kampfe aus: Frau Berridge, die Gattin des Kandidaten der Opposition, ihre Schwester, dann die Gräfin v. Warwick, ferner Miß Mac Laren Ramsay, Sekretärin des liberalen Frauenbundes, und Frau A. Marjoribanks, Vizepräsidentin dieses Bundes, schließlich sogar eine Sängerin, Miß Oliver, die in den öffentlichen Versammlungen das Lob des Freihandels sang, wobei zu bemerken ist, daß singen" hier im buchstäblichen Sinne des Wortes genommen werden muß! Aber es nützte alles nichts: Frau Lyttelton war mächtiger, und gegen die Stimmen, die sie für ihren Gatten sammelte, konnte auch die schöne Stimme der Miß Oliver nicht aufkommen! Die Eröffnung der Posener Akademie fand im Lichthof des Friedrich Wilhelm- Museums statt. Zur Feier waren eingetroffen der Kultusminister Dr. Studt, Wirfl. Geh. OberRegierungsrat Conrad, als Vertreter des Reichskanzlers, die Rektoren der Universitäten Berlin und Breslau, Freiherr c. Richthofen und Rosanes, sowie der Oberpräsident von Schlesien, Graf v. Zedliz- Trüßschler. Anwesend waren ferner der Oberpräsident von Posen, v. Waldow, sowie sämtliche Spigen der Zivil-, Militär- und Kommunalbehörden und Vertreter der evangelischen und katholischen Geistlichkeit. Die Jestrede des Rektors der Akademie Kühne knüpfte daran an, daß Herder und Kant aus dem Osten hervorgegangen sind, und wies nach, daß gerade Herder die universelle Wissenschaft nicht aus der deutschen Vorliebe für das Fremde, sondern aus dem Geiste vorurteilsfreier, gerechter deutscher Wissenschaftlichkeit heraus gepflegt habe. Die Aufgabe der Akademie solle sein, im Sinne Herders deutsche Wissenschaft zu fördern und zu pflegen, und es solle diese Akademie eine Schule für das Leben sein. Die Akademie wolle jedem ernsten Mann, der aus seiner Berufstätigkeit heraus nach Vervollkommnung seines Wissens strebe, Gelegenheit dazu geben. Standesunterschiede könne es dabei nicht geben. Aufgabe der Akademie müsse es sein, im Sinne der großen preußischen Unterrichtspolitik zu wirken und das vaterländische Bewußtsein zu erhalten. Der Dessauer Kammersänger Kienlechner, der nach einem Attentat auf den herzoglichen Hofkapellmeister Mikorey berhaftet wurde, wurde jetzt nach Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 10 000 Mart einstweilen aus der Untersuchungshaft entlassen. Gleichzeitig wurde Kienlechner für die Folge der Aufenthalt im herzoglichen Hoftheater und in dessen Nebenräumen bei Vermeidung der geseglichen Strafen streng untersagt. Das gerichtliche Verfahren gegen ihn nimmt feinen Fortgang. Die Untersuchungshaft wurde übrigens gegen K. um deswillen verhängt, weil er in Bozen( Desterreich) geboren ist und, da er die deutsche Staatsangehörigfeit nicht besitzt, als Ausländer gilt. Gegen Ausländer bedarf nach der Strafprozeßordnung, sobald wegen Fluchtberdachts Haftbefehl erlassen ist, dieser keine besondere Begründung. Ein Fluchtverdacht wurde aber bei St. als vorliegend erachtet. † Aufruhr im Indianerterritorium. Aus Newcastle im amerikanischen Staat Wyoming kommt die Nachricht von einem blutigen Scharmützel, das ein Trupp Sicherheitsſheriffs mit 75 Indianern aus Süddekota hatte, die die Jagdgesetze übertraten. Ein Sheriff, ein Unterbeamter und sechs Indianer wurden getötet. Es wurde dann eine größere Sheriffsabteilung gebildet, welche zehn Indianer tötete und zwölf gefangen nahm. Man wird den Rothäuten eine gewisse Sympathie nicht versagen können. Es ist begreiflich, Saf; fie sich schwer daran gewöhnen können, dort, wo ihre Väter noch den Büffel und den Hirsch jagten, jezt gewissermaßen als Gefangene des amerikanischen Staates hinter dem Ofen Hocken zu müssen. +[ Mommsens Zerstreutheit.] Aus der Fülle von Anekdoten, die nach des großen Historikers Tode naturgemäß auftauchen, seien hier in aller Kürze noch einige charakteristische Züge von der starken zerstreutheit wiedergegeben, an der Mommsen, wie so viele andere große Gelehrte, litt. Es passierte ihm oft, daß er Briefe, die er bei seinen Ausgängen mit sich nahm, um sie bei der Post aufzugeben, am Abend in seinem eigenen Briefkasten an der Wohnungstür, in den er sie geworfen, wiederfand. So kam er auch einmal zu einem Friseur, um sich das Haar schneiden zu lassen. Als der Friseur die Operation für beendigt erklärte, betrachtete sich Mommsen im Spiegel und setzte sich wieder nieder mit den Worten: Sie haben mir die Haare zu kurz geschnitten, ich wünsche sie länger." *[ Ein Riesen- Fischzug] fand in dem zur fürstlich) Schwarzenbergschen Herrschaft Wittingau bei Budweis gehörigen Rosenberger Teiche statt. Die Abfischung des seit drei Jahren geschonten, 1200 Joch Flächenraum umfassenden Teiches ergab innerhalb 4 Tagen ein Ergebnis von 900 Meterzentner Schuppen-, Spiegel- und Lederkarpfen, 40 Meterzentner Schille, 15 Meterzentner Hechte und viele Meterzentner französische Muränen, Aale, Schille, Barsche, Welse und sonstige Arten Fische, also ungefähr 1000 Meterzentner Fische im Gesamtwerte von 160 000 kronen. Das Gros der Fische wurde an Händler verkauft, der übrige Teil wurde in die Einsätze der fürstlichen Teichwirtschaft nach Wittin gau gebracht. Dem interessanten Schauspiele wohnten zahlreiche Zuschauer aus der Umgebung, aber auch aus weiter Ferne bei. So waren u. a. auch Gäste aus Helsingfors erschienen. [ Amerikanischer Humbug.] Die amerikanischen Blätter erzählen wunderbare Märchen von der bevorstehenden Hochzeit der Miß May Goelet und des Herzogs von Rorburghe. Die Hochzeit soll an Glanz und Pracht alles übertreffen, was man bisher in Amerika auf dem dornenvollen Gebiete der Eheschließungen erlebt hat. Zunächst wird in den Zeitungen konstatiert, daß Miß Goelet die reichste Erbin der Welt ist. Das ist vielleicht wahr! Dann wird erzählt, daß Miß Goelet ihrem Bräutigam eine Mitgift von 560 Millionen Mark in die Ehe bringe. Das ist sicher gelogen! Ferner wird berichtet, daß die Millionäre Vanderbilt und Astor der jungen Braut ie ein Perlen- und Diamantenhalsband als Hochzeitsgeschenk überreichen werden. Das mag schon stimmen! Dann aber wird hinzugefügt, daß besagte Perlen- und Diamantenfetten 8, bezw. 6 Millionen Mark kosten sollen. Das ist sicher ,, Aufschnitt"! Daß zu der Hochzeitsfeier 2000 Gäste geladen sein sollen, das kann möglich sein; daß diese 2000 Gäste aber lauter Millionäre und Millionärinnen sein sollen, das ist unmöglich! Und wenn zuletzt behauptet wird, daß für die Trauung in der Kirche Blumen im Werte von 1 Million Mark bestellt worden seien, so darf man dieser Meldung wohl auch drei große Fragezeichen anfügen. Die amerikanischen Zeitungen sind eben gewöhnt, den Mund recht voll zu nehmen, und der große Barnum hätte für seine Naturwunder- Ausstellung auch keine größere Reklame machen können, als jeẞt in der gelben Presse für die Hochzeit GoeletRorburghe gemacht wird. [ Die größte und kleinste Flasche der Welt] kann man zur Zeit im Schaufenster einer Glasfabrik in New- Jersey sehen. Es ist die größte geblasene Glasflasche in der Welt; sie faßt 65 Gallonen( 1 Gallone gleich 4,54 Liter) Flüssig= feit und ähnelt in der Form einer Saugflasche, da sie in der Mitte ausgebaucht ist und einen engen Hals hat. Diese Riesenflasche ist faſt 5 Fuß hoch und hat an ihrem breitesten Teil einen Umfang von etwa 4 Fuß. Der Mann, der die Flasche blies, ist ebenso groß wie diese. Wenn er sich durch den Hals hindurchdrücken könnte, würde er im Innern der Flasche bequem schlafen können. Am Fuße der Niesenflasche sieht man, auf eine Karte geheftet, die kleinste Flasche der Welt, die gerade vier Tropfen hält und mit einer Sprite gefüllt wird, wie man sie zu Einspritzungen unter die Haut gebraucht. Die Flasche ist so klein, daß sie gegen einen tiefschwarzen Hintergrund befestigt ist, damit die Leute, die das Schaufenster besichtigen, sie auch bemerken können. Die Anfertigung dieser kleinen Flasche erforderte mehr Zeit, als zur Herstellung der Riesenflasche nötig war. ** Der ,, Milchbringer". Für alle jungen Mütter von höch. ster Wichtigkeit ist eine Mitteilung, die der Berliner Hygienifer Dr. Blocisti in einem Vortrage über die Bedeutung und Unterstützung des Stillens machte, den er vorgestern im Konferenzsaale des Kgl. Polizeipräsidiums vor dem Verein Berliner Hebammen hielt. Er wies eindringlichst darauf hin, daß die Muttermilch durch keinerlei Surrogate zu ersetzen sei, weise ja auch die Sterblichkeit der Flaschensäuglinge eine sechsmal so große Quote auf, als die der mit Muttermilch aufgezogenen. Neuere Untersuchungen haben zur Gewißheit gemacht, daß die Zusammensetzung der Milch in einem bestimmten Zusammenhang mit dem Wachstum der Körper ſtehe. Seit 400 Jahren sei der Unfug der künstlichen Säuglingsernährung eingerissen. In vielen Fällen wegen der zunehmenden Unfähigkeit der Mütter, zu stillen, die im Alkoholismus der Eltern ihre Ursache hat; oftmals aber leider aus geradezu verbrecherischer Nachlässigkeit. Referent tritt mit Entschiedenheit dafür ein, daß aus rassenhygienischen Gründen die Stillungspflicht wieder in das Bewußtsein der Mütter gebracht werde. Denn auch in den Fällen, wo es scheinbar an„ Nahrung" fehlt, haben wir jetzt in dem Baumwollſamenmehl, das zum menschlichen Genuß unter dem Namen Lactagol( Milchbringer) in den Handel kommt, ein Mittel, das die Sefretion der Milchdrüsen ganz gewaltig steigert. Man hat mit diesem Präparat eine Erfahrung verwertet, die seit langem schon säugende Negerinnen und in Europa eine rationell arbeitende Milchproduktion gemacht hat. Im Anschluß an die Ausführungen des Referenten ermahnte die Vorsitzende ihre Kolleginnen eindringlichst, überall auf das Selbststillen der Mütter zu dringen und sich in Fällen nachlassender Sekretion des neuen empfohlenen Mittels zu bedienen. Seine Schwäch e. Richter( zum Angeklagten): ... Fünf Gästen haben Sie also Maßtrüge an den Kopf geworfen und acht hinausgeworfen?"- Angeklagter:„ Ja ia das ist eben meine Schwäch e!" Großer Unterschied. Junge Frau:„ Männchen, früher als Braut konnte ich so oft das traute„ Endlich allein" von dir hören!" Mann:„ D, das sage ich noch oft - nur hörst du es nicht!" Der schlaue Trinker. A.( in der Kneipe nach Mitternacht):„ Warum gehst denn du immer erst nach 12 Uhr heim?" B.: Ja, weißt du, wenn es eins, zwei oder drei schlägt, kennt sich meine Alte nimmer aus und meint, es ist viertel, halb oder dreiviertel - und da kann ich sagen, was ich mag!" Waidmännischer Vergleich. Förster( von den ungünstigen Ergebnissen des ersten Versuchs mit einem enkbaren Luftschiffe lesend): Hm! Das scheint so was Aehnliches wie ein Dackel zu sein!" ( Fl. Bl.) Aus dem Gerichtsfaal. § Ein großer Spielerprozeß hat in Dresden zu der Verurteilung von fünfzehn gewerbsmäßigen Glücksspielern zu Gefängnisstrafen von fünfviertel Jahren bis 4 Monaten geführt. Die Angeklagten gehörten den verschiedensten Ständen an. Gespielt wurde Meine Tante, deine Tante", Tippen", Siebzehn und Vier"," Poker",„ Mauscheln", ,, Lustige Sieben" und„ Knobeln". Gesetzt wurden 20, 40, aber auch 100 und 200 Mart, und nicht selten lagen 10 000 Mart auf dem Tisch. Die Opfer waren meist Dresdener Geschäftsleute oder Landwirte aus der Umgebung. Ihnen wurden von den geriebenen Spielern, von denen einzelne auf eine 30jährige Praris zurückblicken konnten, auf einen Sitz Summen wie 700, 1000, 1200, 1500, 2000, ja 6500 Mark( 1) abgeknöpft, ein Kaufmann verlor im ganzen 10 000 Mark, ein Bäckermeister ſein ganzes Vermögen von 50 000 Mark.(!) Dabei floß der Seft in Strömen. Die Angeklagten reisten aber auch nach deutschen und ausländischen Rennplätzen, sowie in Bädern umher, um ihre Opfer zu rupsen. § Zum Tode verurteilt wurde vom Oberkriegsgericht des 10. Armeefords abermals der Füsifer Jacubowski vom Feinste Fleischbrübe Man verlange ausdrücklich MAGGI's Bouillon- Kapseln und weise audere Marken zurück. Wollene, halbwollene und baumwollene Unterzeuge sowie Strümpfe, Socken, Fauft- und Fingerhandschuhe, ferner wollene Strickgarne( Marte M.& St.) anerkannt beste Qualität, empfiehlt in großer Auswahl zu billigsten Preisen. Robert Stuhl, Neustadt 23. Gießen. Neustadt 23. Kohlen auzkohlen, Anthract, beften prima rheinische Briketts und eks ju ben binigften Breifen. Prima Tannen- Brennholz pre Centner geschnitten. 1.20 gehackt " 1.86 jebes Duantum fret ans Saus liefert And. Euler. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. erhält man mit Infanterieregiment 73. Das Reichsmilitärgericht hatte, wis erinnerlich, das erste Urteil kürzlich verworfen und der Fall zur nochmaligen Verhandlung an das Oberkriegs gericht zu Hannover zurückverwiesen. Jacubowski hatta die Wirtschafterin der Lichtermühle bei Hannover überfallen und ermordet. § Das Revisionsgesuch der Humberts verworfen. Der Pariser Kassationshof hat die von dem Ehepaar Humbert eingelegte Revision verworfen. Dieſe ſtützte sich darauf, daß Beamte des Pariser Poſtbureaus das Amtsgeheimnis verlett hatten, daß zweitens der Untersuchungsrichter Leydet sich geweigert habe, vor Gericht Angaben über die Affäre Cattani zu machen, und daß drittens die Verwendung des erfundenem Namens Crawford keinen Betrug darstelle. Da es nach der Ablehnung der Revision der großen Therese" nunmehr möglich gemacht ist, einen politischen Skandal im Gerichtssaal in Szene zu setzen, wollen die Nationalisten in der Kammer dieses Amt auf sich nehmen und durch eine Interpellation die in die Humbert- Affäre verwickelten Politiker an den Pranger stellen. un= § Die Wiederaufnahme des Dreyfus- Prozesses soll nad Pariser Meldungen in naher Aussicht stehen. Dreyfus ha seine der Familie Arconati auf ihrem Schloß in Brabant gemachte Zusage, an den Jagden auf deren Schloß teilzu nehmen, wieder rückgängig gemacht. In dem Absagebrief teilt Dreyfus mit, daß Kriegsminister André ihn ersust habe, Paris nicht zu verlassen, da seine Revision bevorstehe Kriegsminister André hatte sich, wie erinnerlich, infolge der im April von Jaurès in der Deputiertenfammer eingeleiteten Kampagne zur Wiederaufnahme der Dreyfus- Affäre ber pflichtet, eine Enquete einzuleiten, doch hatte die Kammer in damals angenommener Tagesordnung verlangt, daß die Affäre fortan auf das juristische Gebiet beschränkt bleibe. André soll nun im Laufe dieser Untersuchung eine neue bedeutsame Fälschung in den Akten entdeckt haben. Es ist das Schriftstück, in dem der auf Dreyfus gedeutete Anfangs buchstabe D. vorkommt. Das Schriftstück war ſchon mehrere Monate vor der Verhaftung Dreyfus' von Lemercier- Picard auf Befehl seiner Vorgesetzten angefertigt worden. Der Kriegsminister hat seinen Kollegen von dieser neuen Entdeckung Kenntnis gegeben und Alfred Dreyfus darüber ver ständigt. Die französische Regierung wird die Initiative zur Revision nicht ergreifen, um in Uebereinstimmung mit dem letzten auf den Dreyfushandel bezüglichen Willensausdru der Kammer zu bleiben. Dafür wird Dreyfus selbst sich mil der aufgedeckten„ neuen Tatsache" an die Justizbehörde wenden. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Bokale, den„ Gerichts" und„ Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Wo Wahl nicht mehr Qual macht! Keine Hausfrau braucht sich mehr den Kopf darübe zu zerbrechen, was sie, mit Rücksicht auf die Gesundhei der Familie und auf die Wirtschaftskasse, als beste tägliches Getränk auf den Tisch bringen foll Seitdem Kathreiners Malzfaffee existiert, wird es jeder leicht, eine sichere und gute Wahl zu treffen. Den Kathreiners Malzkaffee ist gesund, wohlschmeden und billig. Durch seine Herstellung ist eine de wichtigsten Fragen der gesundheitsgemäßen Volfsernäh und, der Küche und des Haushalts gelöst worden. Königl. Preuss. 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