Nr. 209. Abonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mt. 1.50. 5092 1100 Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Bettschrift für Landwirtschaft, Obst- nud Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitage. Montag, den 7. September 1903. Gießener Tom sid 12. Jahrgang. Jusertionspret 8: Die einspaltige Betitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonist 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Abänderung meiner Bekanntmachung vom 24. v. Mts. der nächste Viehmarkt nicht am 14. und 15. Septbr.. sondern am 29. und 30. September und zwar auf dem Vichmarktplatz an der Rodheimerstraße stattfindet. Gießen, den 5. September 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Die Wetterzeichen des Weltkriegs. Das Gewitter, das sich seit Monaten über dem Balkan zusammengebraut hat, droht sich nun doch allen Friedenshoffnungen zum Trotz mit voller Gewalt entladen zu sollen: Ein Balkankrieg- zunächst zwischen der Türkei und Bulgarien ist in Sicht! Und leider kann es kaum einem Zweifel unterliegen, daß der Ausbruch dieses Krieges einen europäischen Krieg, vielleicht einen Weltkrieg nach sich ziehen mürde. Darauf deuten die jüngsten Ereignisse auf dem Balkan hin, und auch die internationale Diplomatie rechnet bereits mit dieser Wahrscheinlichkeit. Unser Berliner CB,- Mitarbeiter hatte Gelegenheit, die Ansicht eines hervor= ragenden Staatsmannes über die gegenwärtige Situation zu hören. Nachstehend die bedeutsamen und in mancher Hinsicht überraschenden Darlegungen des Diplomaten: Das Signal zur Entfesselung eines Krieges auf dem Balkan ist gegeben: Herrn Wittes Ende als russischer Finanzminister bedeutet nach der allgemeinen Ueberzeugung der Konstantinopeler internationalen Diplomatie den Beginn des türkisch- bulgarischen, es bedeutet vielleicht den Beginn des europäischen und des Weltkrieges. Herr v. Plehwe hat Herrn Witte gestürzt. Aber das gelang ihm nur, weil er mächtige Bundesgenossen besaß: Der russischen Adelspartei und den Panslavisten, die miteinander unter die Bezeichnung der russischen Kriegspartei passen, war Herr Witte das Haupthindernis ihrer friegerischen Gelüste, längst ein Dorn im Auge. Im Interesse seiner Finanzpolitik war er stets der Fürsprech einer friedfertigen Haltung Rußlands an allen Punkten der Welt, wo russische Interessen denen anderer Völker gegenüberstanden. Ihn galt es zu beseitigen, wenn die Kriegspartei zu Worte kommen sollte, und Herr von Blehwe war ein willkommenes Werkzeug für diesen Zweck. Nun ist Herr Witte ein politisch toter Mann, und es kann feinem Zweifel unterliegen, daß Rußland binnen ganz kurzer Frist zunächst auf dem Balkan zu kriegerischen Maßnahmen greist. Darauf deutet schon der plötzliche Umschwung in der französischen Balkanpolitik, die neuerdings von Rußland aus bestimmt wird. In Paris hat Herr Delcassé, der Minister des Aeußeren, einer sofortigen bewaffneten Einmischung Frankreichs in die mazedonischen Wirren das Wort geredet, und nur mit Mühe gelang es seinen Kollegen und dem Präsidenten Loubet, solche Maßnahmen hintanzuhalten. Sie wollen„ noch einige Tage abwarten"... Das sagt genug. Und auch die Haltung der Türkei beweist, daß man dort den Krieg infolge des insgeheim bereits vollzogenen Umschwungs der russischen Balkanpolitik vor der Tür steht. Im Sultanspalast hat in der Nacht zum Samstag eine zehnstündige Sitzung der Obermilitärkommission stattgefunden. Edhem Pascha wurde plötzlich zum Oberbefehlshaber der fürfischen Armee ernannt, und die Kommission empfahl dem Sultan, sofort ein Ultimatum an Bulgarien zu richten. In Stambul weiß man eben genau, wie an der Neva der Wind weht. Abdul Hamid zögert noch, das Ultimatum zu stellen, auch er will ,, noch einige Tage warten".... Auch das spricht deutlich genug. Desterreich- Ungarn hat auf die Nachricht von Wittes Sturz drei Armeekorps an der ungarischen Grenze mobilisiert. Die bulgarische Armee ist marschfertig an der Grenze verteilt, Rumänien steht ebenfalls Gewehr bei Fuß - überall hat man die Empfindung, daß es losgeht". Und zu alledem treibt England sowohl die Türken zum Kriege mit Bulgarien, wie die Desterreicher zur Trennung von Rußland. Denn Englands Weizen blüht, wenn Rußland in einen Balkankrieg verwickelt wird. Wird man an der Neva die Gefahr, die ein Sieg der Kriegspartei über die bisherige Friedenspolitik des Zaren für Rußland birgt, noch in zwölfter Stunde einsehen? Im Interesse des seit langen Jahren nicht so stark wie jetzt ge= fährdeten europäischen Friedens wäre es zu wünschen. Aher die Hoffnung ist nur gering Ausbruch der Feindseligkeit? Diese Auffassung des Diplomaten, die man geneigt sein möchte, als zu pessimistisch anzusehen, findet leider ihre Bestätigung durch verschiedene Nachrichten, die aus der türischen Hauptstadt kommen. So spricht man in Konstantinopel ganz ohne Umschweise von dem unmittelbar bevorstehenden Kriege mit Bulgarien als von einer unwiderruflichen Tatsache. Ein sehr bestimmt auftretendes Gerücht will wissen, türkische Truppen hätten bereits die bulgarische Grenze überschritten. Eine Kriegserklärung sei nicht erfolgt, weil Bulgarien ja Vasallenstaat der Türkei sei und solchen Staaten gegenüber es einer Kriegsansage nicht bedürfe. Ob dieses Gerücht den Tatsachen nicht vorauseilt, läßt sich nicht feststellen; möglich wäre die Ueberschreitung der Grenze durch die Türken schon. Bezeichnend ist auch, daß die türkische Presse, die ohne Genehmigung der Pforte keine Zeile bringen darf, wilde Heyartikel gegen Bulgarien veröffentlicht. Der Sultan an sein Volk. Sultan Abdul Hamid ist ein gar kluger Mann. Um die türkische Armee während des Winters zu befleiden, greift er nicht etwa in die Staatskasse, sondern er wendet sich einfach an seine Untertanen mit der Bitte", freiwillig den Truppen Kleidungsstücke, namentlich Flanellunterkleider, zu liefern. Wie es mit der Freiwilligkeit" dieser Beiträge aussehen wird, kann man sich denken. Aber zur Ehre des Sultans muß es gesagt sein: Er selbst hat auch 50 000 Flanellunterhosen für seine Baschibozuko und Redifs gestiftet!- In einem zweiten Erlaß fordert der Beherrscher der Gläubigen seine Untertanen auf, eingedenk der vielen Wohltaten, die sie seitens des Staates genössen, den mazedonischen Aufwieglern nicht ihr Ohr zu leihen, und droht Zuwiderhandelnden strenge Strafen an. Dynamitanschlag auf einen deutschen Dampfer. Von einem neuen Dynamitanschlag auf einen Dampfer, diesmal auf den deutschen Dampfer Pyrgos" aus Hamburg, wird aus Konstantinopel berichtet. Der Dampfer soll auf hoher See explodiert sein. Näheres war noch nicht zu ermitteln. Bestätigt sich die Meldung, so steht es außer Zweifel, daß es sich um eine neue mazedonische Schandtat handelt. Städtische Sozialpolitik. Von einem Kommunalpolitiker wird uns geschrieben: Langsam, aber sicher machen große Ideen ihren Weg. Vor wenigen Jahrzehnten noch ein Spott der Neunmalflugen, ist der soziale Gedanke jetzt in alle Schichten unseres Volkes gedrungen und zu einer Macht geworden, mit der man rechnen muß. Auch in Kreise, die sich früher diesem großen Gedanken verschlossen, hat er sich Eingang verschafft, und es gibt in Deutschland kaum eine neuere Inſtitution, bei der nicht ein soziales Moment richtunggebend wäre. Mit besonderer Befriedigung begrüßt der Vaterlandsfreund die Tatsache, daß sich auch auf dem Deutschen Städtetage in Dresden ein außerordentlich reges soziales Empfinden kundgab, eine zielbewußte Entschlossenheit, auch seitens der deutschen Städte dazu beizutragen, daß das soziale Vermächtnis unseres ersten Kaisers in immer weiterem Umfange sich erfülle, zum Wohle aller Stände. Die interessantesten Darlegungen sozialpolitischer Natur auf dem Städtetage brachte ein Vortrag des Oberbürgermeisters A dickes- Frankfurt a. M. Er sprach über die sozialen Aufgaben der Städte. Manches in seinen Ausführungen mag unter den heute gegebenen Verhältnissen etwas utopisch klingen, manches zu einseitig das Interesse der Arbeiterbevölkerung im Auge haben. Aber in der Hauptsache zeigte der Vortrag, daß man über Zukunftsgedanken aud) die Aufgaben der Gegenwart nicht vergißt. Der Frankfurter Oberbürgermeister bezeichnete, um nur einiges zu erwähnen, als neue Aufgabe der Städte die städtische Kreditorganisation, besonders für das Wohnungswesen, die Einführung einer städtischen Witwen- und Waisenversorgung und die Verstadtlichung des Gastwirtsgewerbes. Gegen letzteren Plan wird sich lebhafter Einspruch erheben, in der Tat scheint er über das Ziel hinauszuschießen. Desto gerechtfertigter war der Hinweis des Redners auf die Notwendigfeit einer gerechteren Besteuerung der Grundbesitzer: Nicht nach dem Nutzungswerte, sondern nach dem gemeinen Wert sollte die Grundsteuer erhoben werden, um so der ungeſunden Bodenspekulation ein Ziel zu ſeßen. Am intereſſanteſten waren die Auslassungen des Redners über die Frage, wie die Stadtverwaltungen mildernd auf den Konkurrenzkampf einwirken können. Auf den ersten Blick scheint das nicht zur Zuständigkeit der Kommunen zu gehören. Vergegenwärtigt man sich aber, wie sehr die Stadtverwaltungen durch die Vergebung städtischer Arbeiten auf die allgemeine Preisbildung für gewisse Handwerkszweige einwirken, so wird sehr bald klar, daß hier eine richtige Aufgabe für die Städte erwächst. Zweifelsohne muß mit dem leider in vielen Städten noch üblichen Verfahren gebrochen werden, bei Verdingungen den Zuschlag dem Mindestfordernden, bei Verkäufen ſtädtischen Besitztums den Zuschlag dem Meistbietenden zu gewähren. Das führt, wie die Erfahrung gelehrt hat, überall zu einer ungesunden Preisbildung, unter der weite Kreise des Handwerks zu leiden haben. Das einzig richtige ist auch hier die goldene Mittelstraße; demjenigen muß der Zuschlag erteilt werden, dessen Gebot etwa die Mitte zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Gebot hält. In manden von sozialpolitisch verständigen Männern geleiteten Städten ist dieses Verfahren schon üblich und hat sich durchaus bewährt. Erwähnt sei noch, was Herr Adickes über die Arbeitslosenversicherung sagte, die viele Sozialpolitiker den Städten zuweisen möchten. Er lehnte sie unbedingt ab, und mit Recht. Diese Versicherung ist Sache des Reichs und des Staates, nicht der Kommunen. Weitere Vorschläge, wohl 20 bis 30 an der Zahl, bezogen sich auf die Leistungen der Städte für die geistige und körperliche Ausbildung der schulentlassenen Jugend, auf die kaufmännische und gewerbliche Ausbildung der Erwachsenen, die Förderung der Kunst und künstlerischen Verständnisses 2c. Es würde zu weit führen, auf alle Einzelheiten des Vortrages einzugehen. Jedenfalls beweist er, wie seine Aufnahme durch den Städtetag, daß durch unsere Kommunalvervaltungen eine starke und gesunde soziale Strömung geht, die zu den besten Hoffnungen berechtigt. Die Politik. Neben ihren vielen anderen verderblichen Wirkungen jat die Wurmfrankheit der Bergleute im rheinisch- westfälischen Rohlenrevier auch noch eine eigentlich recht wohl vermeidbare Unerfreulichkeit gezeitigt: In Bochum hat der Beschluß des Knappschaftsvorstandes, den Krankenhäusern die besondere Vergütigung für die Behandlung der Wurmtranfen zu entziehen, einen Aerztestreif verursacht. Die Aerzte verweigern die Vornahme von Untersuchungen ohne Vergütigung. Da die Zechen feine Bergleute einstellen dürfen, ohne auf die ärztliche Bescheinigung hin, daß sie wurmfrei sind, und die Aerzte solche Bescheinigung nicht ausstellen, so werden viele Bergleute arbeitslos. Es wäre zu wünschen, daß die Behörden vermittelnd eingriffen. Die österreichische Armee ist schon wieder von einem Manöverunglück, ähnlich dem bei Bilek, betroffen worden: Auf dem Marsche des 9. böhmischen Landwehrregiments von Semil nach Hohenelbe stürzten infolge der großen Hite 43 Mann ohnmächtig nieder. 13 sind schwer erkrankt, einer starb. A Mit ziemlicher Sicherheit hatte man in Ungarn darauf gerechnet, eine Lösung der ungarischen Krise werde noch in der verflossenen Woche erfolgen. Aber man sah sich getäuscht: Herr Lukacs, der Finanzminister im gegenwärtigen Ministerium Khuen- Hedervary, hat den Auftrag des Kaisers, das neue Kabinett zu bilden, abgelehnt. Offenbar hält auch er es für unmöglich, den parlamentarischen Kampf zu beenden und die Obstruktion zu entwaffnen, wenn der Kaiser nicht sämtliche nationalen Forderungen der Ungarn, vor allem die ungarische Kommandosprache im Heere, bewilligt. Dazu fann sich Kaiser Franz Josef im Interesse der Einheitlichkeit der Heeresorganisation nicht verstehen. Mit Lukacs Ablehnung der Kabinettsbildung ist die Lösung der Krise wieder in unabsehbare Ferne gerückt. * Die Jungtschechen, die Hauptschreier unter den Tschechen, haben der Wiener Regierung den Krieg bis aufs Messer angekündigt. Der in Prag tagende Jungtschechenklub nahm einstimmig eine Resolution an, die es als erste Pflicht der: tschechischen Abgeordneten bezeichnet, auf den Sturz der gegenwärtigen Regierung hinzuarbeiten. Das ist wenigstens deutlich, und Herr v. Koerber weiß jezt, woran er mit den ., böhmischen Brüdern" ist. A Der bulgarische Finanzminister Manuschew ist beim Baden im Schwarzen Meere ertrunten. König Alexanders Rächer. Belgrad, 4. September. Auch der Serbe hat ein Gewissen. Ja, noch mehr, aud der Serbe hat Ehrgefühl. Freilich, es bedarf geraumer Zeit, ehe diese Regungen in ihm wach werden. Und leider tut man in Serbien, wie unter Milan und Alexander, sc auch unter Peter alles, um solche sympathischen Regungen der Volksseele im Entstehen zu unterdrücken. Man mag über den halbblöden Alexander und sein be rüchtigtes Ehegespons denken, wie man will, man mag in der Günstlingswirtſchaft und in der selbst vor Verbrechen und Justizmorden nicht zurückschreckenden neronischen Schreckensherrschaft dieses unwürdigen Paares eine Schande für Serbien erblicken, eine Schande, die sich kein ehrliebendes Volk ungestraft auferlegen lassen darf, das eine bleibt dock immer bestehen: Nie wird eines Ehrenmannes Sinn es verſtehen, wie serbische Offiziere, die ihrem Könige den Treu eid gelobt haben, wie die nächsten Vertrauten des irregelei teten unzurechnungsfähigen Königs nächtlicherweile ihren obersten Kriegsherrn meuchlings morden, wie sie ein wehrloses Weib abschlachten konnten. Nie wird man es begreifen, wie Männer, die ängstlicher noch denn alle anderen als Träger des Offiziersrockes auf die Wahrung ihrer Ehre bedacht sein mußten, dem Meuchelmord noch widerwärtige Mißhandlung ihrer Opfer hinzufügen konnten. Nun haben sich in demselben Lande, dessen Bewohner, ohne Verständnis für die Besudelung ihrer Armee durch die Mordtat im Belgrader Konak, angesichts der Leichen des des Bebauerne, baß man sich trennte. Dampfer in Raftmoff anlegte, war es anregen Bemerkung, daß er der sicherste Beweis dafür sei, daß weite Reifen den Menschen und erfrischen. mit dem Ausdruck Als der einige herzlichsten Ausdrücken willkommen. ihre Freude über seine Heimkehr und hießen ihn mit dess mit leichten Schritt silte er begrüßend durch die befann Ein warmes Gefühl wallte in Murenin auf. Der Zauber des eigenen Herdes strömte über sein erz. nähernd, die Augenbrauen hodhaichend und seine unser gefällt mir gar nicht halten zu Gnaden, Väterchen!" Und womit hat er dein Wohlwollen verscherzt?" tiefe Stimme zu einem halben Brummton danipiend, Ich das ist eine lange Geichichte Er hat beständig in Verwalter, Stonstantin Konstantinonitid), Schritte Damals mar ihr Angemeint, Ausgaben. der offene Brief deurlich bemies. teil ſehr hoch bemeſſen worden. Bis zur Stunde hatte er bei der Erbichatteregulerung, Das war ein schwerer Irrtum gewesen, wie Zinsen ihrer Petersburger Häuser dedien ihre ( Fortsetzung folgt.) Herrscherpaares in schamlose Jubelhymnen ausbrechen konn ten, in demselben Lande haben sich endlich ein paar Dußend ehrliebende Männer aufgerafft zu einem Protest gegen die unglaubliche Erscheinung, daß die Königsmörder mit ihrer Tat sich noch heute öffentlich brüsten dürfen, daß sie nicht nur nicht bestraft, sondern von dem neuen Herrscher-- vielleicht gegen dessen Willen bevorzugt werden. Eine An zahl Offiziere des Nischer Infanterieregiments wurden der Schmach, die die Tat der Mörder und ihr jetziges keckes Auftreten auf Serbiens Armee häuft, endlich inne, und sie marben insgeheim ihre Kameraden in der gesamten Armee für einen vernichtenden Schlag gegen die Meuchelmörder. Ein Aufruf wurde vorbereitet, der, mit den Unterschriften der ehrenhaften Offiziere bedeckt, öffentlich verbreitet werden sollte. Es hieß darin, die Männer, die in vollem Uniformschmuck ihrem Könige als Mörder gegenübergetreten, die den Wehrlosen schändlich mißhandelt und seine Leiche zuni Fenster hinaus in den Kot geworfen hatten, hätten Serbiens Offizierkorps aufs tiefste geschändet. Sie hätten ihre Offiziersehre preisgegeben, und mit solchen Männern könnten Ehrenmänner die Uniform nicht teilen. Der König wurde in dem Aufruf aufgefordert, die Schuldigen, wenn nicht zu bestrafen, so doch aus der Armee zu stoßen. Im anderer Falle drohten die Unterzeichner des Aufrufswie gesagt. fast sämtliche Offiziere des Serbenheeres sofort ihrerseits den Dienst zu quittieren, da ihre Ehre ihnen jede Gemein samkeit mit Ehrlosen verbiete. Mag diese Kundgebung auch reichlich spät erfolgt sein, jedenfalls war sie geeignet, das von den Maschin und Mi schitsch geschändete serbische Offizierkorps vor der Welt zu rehabilitieren. Es war ein patriotisches und loyales Werk, was die Offiziere vorhatten, wenn es auch vielleicht gegen die Dis. ziplin etwas verstoßen mochte. Man hätte glauben sollen, König Peter würde freudig und dankbar die ihm gebotene Gelegenheit ergriffen haben, den Schandflecken aus seiner Armee zu tilgen. Weit gefehlt. Selbstverständlich wurde die Absicht der Nischer Offiziere, ehe sie zur Ausführung fam, ruchbar, und der König, statt beide Augen zuzudrücken, ließ die Urheber des Aufrufs kurzerhand verhaften. Der König von Sachsen sein Infanterieregiment Nr. 106, Prinz Eitel Friedrich in der Uniform eines Oberleutnants dieses Regiments, ritt hinter dem König. Prinz Johann Georg von Sachsen führte das Infanterieregiment Nr. 107 und der Kronprinz von Sachsen das Infanterieregiment Nr. 104. Bei dem zweiten Vorbeimarsch kam die Infanterie in Regimentskolonne, die Kavallerie im Trabe vorbei. Die Fürstlichkeiten kehrten sodann mittels Sonderzuges nach Leipzig zurück, wo sie kurz nach 1 Uhr eintrafen. Auf der Fahrt zum königlichen Palais, die unter Eskorte einer Schwadron Jäger zu Pferde erfolgte, wurden die Majestäten von der herbeigeströmten Menschenmenge mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Um 1 Uhr 15 Minuten wurde im Palais fleine Familientafel abgehalten, während gleichzeitig für das Gefolge Frühstückstafel im Kaiserhof stattfand, an welcher auch die Spitzen der Leipziger Behörden teilnahmen. Die Abfahrt der Majestäten vom Palais zur großen Paradetafel im Palmengarten erfolgte um 3/6 Uhr, worauf dort um 28 Uhr Zapfenstreich und dann um 29 Uhr die Abfahrt des Kaisers nach Leuzsch erfolgte. König Georg hat dem Kaiser bis zum Bahnhof das Geleit gegeben. König Peter schützt also den Meuchelmord und bekämpfi das Ehrgefühl unter den Offizieren seiner Armee! Auch eine Königs- und Feldherrnpolitik! Bisher hat der König noch den Anschein zu erwecken gewußt, als dulde er die Maschin, Mischitsch und Konsorten nur gezwungenermaßen im Heere. Jetzt weiß man, daß er, der sie gegen ihre ehrenwerten Ka meraden schützt, ihr Tun billigt. Er wird die Folgen solchen Tuns ernten: Schon droht wegen der Verhaftung der Nischer Offiziere eine Ministerkrise, und im Volke gährt es nicht unbedenklich, von der Armee zu geschweigen. Die Männer, von denen der Aufruf ausgeht, werden den König zwar als ehrliebende Offiziere nicht hinschlachten. Aber bielleicht kommt noch der Tag, wo sie sich seiner auf unblutige Weise entledigen, wie sie sich seiner Schüßlinge, der Meuchelmörder, zu entledigen gedachten. * Berlin hat ein Defizit! Der Stadthaushaltetat der Reichshauptstadt für 1902/3 meist einen Fehlbetrag von weit mehr als 2 Millionen Mark auf. Dieser Fehlbetrag ist in der Hauptsache entstanden durch den geringeren Ertrag der Gemeindesteuern, sowie durch Mehrausgaben bei der Armenberwaltung, für die Kranken- und Gesundheitspflege. Nach Meldungen aus Belgrad sind seit einigen Tagen in ganz Serbien die Truppen fonfigniert. König Peter bemüht sich, den schweren Konflikt in der Armee gütlich beizulegen. In allen Garnisonen geht es lärmend zu. Die verhafteten Offiziere werden rücksichtsvoll behandelt, strenge Bestrafung bleibt ausgeschlossen. Man befürchtet noch immer einen blutigen Zusammenstoß zwischen den Königsmördern und ihrem Anhang einerseits und den übrigen Offizieren andererseits. Prinz Arsen, der Bruder des Königs, soll es übernommen haben, die Offiziere zu versöhnen. Das wird ihm kaum gelingen, es sei denn, daß die Urheber und Unterzeichner des Nischer Aufrufs alberne Phrasendrescher sind, was man einstweilen anzunehmen kein Recht hat. Hof und Gesellschaft. Vereitelter Anschlag auf einen Eisenbahnzug. Auf den Frankfurt- Berliner D- Zug, der von Frankfurt um 9 Uhr 35 Minuten abgeht, wurde bei Mühlheim a. M. ein Anschlag verübt, indem eine etwa 12 Meter lange, 10 Centner schwere Boliatschiene quer über das Geleise gelegt wurde. Ein Bahnwärter stellte den Zug rechtzeitig, der 70 Kilometer in der Stunde fuhr, und verhütete so ein großes Unglück. Man vermutet, daß entlassene Streckenarbeiter die Täter sind. berhetrateten, zumeist in kleineren Ortschaften stationierten Unterbeamten Eisenbahn- Freifahrscheine angewiesen worden, mittels deren sie oder die Frau einigemal im Monat Freifahrten in die nächstgelegenen größeren Ortschaften zum Ein. tauf von Lebensmitteln unternehmen konnten. Jetzt sind diese Scheine zum größten Teil wieder eingezogen worden, mit der Motivierung, daß auch in kleineren Ortschaften die Gelegenheit zu billigem Einkauf von Waren aller Art vorhanden sei. Die Maßnahme hat bei den Beamten wenig Anflang gefunden. Der Selbstmord eines Militärpostens erregt gegenwärtig in Rottbus großes Aufsehen. Vor dem dortigen Zentralgefängnis ist ein ständiger Militärposten stationiert, welcher in der letzten Nacht von dem Musketier B. der 11. Kompagnie des in Kottbus garnisonierenden Infanterieregiments Nr. 52 besetzt war. Dieser schoß sich um Mitternacht mit seinem Dienstgewehr eine Kugel in die Brust, die zum Rücken wieder heraustrat. Der Schwerverletzte wurde auf Veranlassung des Gefängnisdirektors sofort mittels Krankenwagens nach dem Garnisonlazarett gebracht, wo er bald darauf verstorben ist. Der Unglückliche soll die Tat aus Furcht vor Strafe wegen eines ihm zur Last gelegten Diebstahls verübt haben. * Die Kaiserin traf heute( Montag) früh von Merseburg in Mag de burg ein und hat bei Frau Oberpräsident bon Bötticher Wohnung genommen. Nach dem Besuche in einigen Wohltätigkeitsanstalten der Stadt begibt sich die Kaiserin mit ihrem Gefolge nach Gommern, um die dort in der Nähe gelegene, fürzlich eröffnete Frauen- Lungenheilanstalt einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Von dort erfolgt die Rückkehr der Kaiserin nach Merseburg. *** Die Leiche des Oberkirchenratspräsidenten D. Barkhausen ist auf dem Klosterkirchhof in Loccum beigesetzt worden. Vorher fand eine ergreifende Trauerfeier in der Klosterkirche statt, wo der Sarg unter prachtvollen Kränzen aufgebahrt war. Als Vertreter der Kaiserin war Kammerherr b. Veltheim, ferner Minister Studt, sämtliche Mitglieder des Oberkirchenrats und Oberhofprediger Dryander anwesend. Der Abt von Loccum, Dr. Hartwig, der Vizepräsident des Oberkirchenrats, v. d. Goltz, und der Generalsuperintendent Köhler hielten Ansprachen und widmeten dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Heer und flotte. Kunft und Wissenschaft. * Der Gr Lind von Niede und den Steuer Friedberg. * Der Gr nat Buffar Ditt Mubeftand das F Bhilippe des Ludwig Frey aus bos Komturkreuz b Großmütiger Friedberg Obe Friedberg ous freuz des Verd DG. Das„ Biophon", so wird ein Wiedergabe- Apparat für lebende Photographie, verbunden mit einer Sprechmaschine, genannt. Es ist gelungen, eine Verbindung des Kosmographen mit dem Grammophon herzustellen und tadellos sprechende Photographien hervorzubringen. Die beiden Apparate sind durch Motore derartig in Uebereinstimmung gebracht, daß jeder Laut zu der entsprechenden Bewegung paßt. Jetzt wird es möglich sein, nicht nur einzelne Szenen, sondern ganze Theaterstücke szenisch und sprachlich darzustellen, geschichtliche Augenblicke in Wort und Geberde festzuhalten und der Nachwelt zu überliefern. * Ein Opfer des„ kleinen Cohn". In Berlin hat ein junger Handlungsgehilfe einen Selbstmordversuch unternommen, weil man ihn wegen seiner kleinen Statur den„ kleinen Cohn" nannte. Wegen dieser fortgesetten Hänseleien gab ihm schließlich auch seine Geliebte den Laufpaß. Aus Kummer darüber versuchte er, sich mit seinem Taschenmesser zu töten, doch sind die Verlegungen glücklicherweise nicht tötlich. Verzweiflungstat eines betrogenen Ehemannes. Die 21jährige Ehefrau des Schlossers Hermann Fischer in Mainz unterhielt seit längerer Zeit mit zwei Fuhrleuten ein unerlaubtes Verhältnis, das ihren Ehemann zur Verzweiflung trieb. Als er nach Hause kam, ergriff er seine beiden Knaben im Alter von 3 Jahren und 3 Monaten, eilte mit ihnen an den Rhein, warf die Kinder in den Strom und sprang nach. Von Schiffern eines Bootes wurden der Mann und das ältere kind gerettet. Das jüngere Kind ertrank. Fischer, seine Frau und die beiden Führleute wurden verhaftet. NJ. Ein Riesenhonorar. 900 000 Mark für 100 Vorlesungen aus Shakespeare und anderen Dichtern in einer amerikanischen Tournee hat Maurice Grau Mme. de Na varro( Mary Anderson) geboten, wie er selbst bei seiner Rück fehr aus England in New- York mitteilte. Die Künstlerin hat das Anerbieten noch nicht definitiv angenommen; aber Grau hofft zuversichtlich, daß sie es annehmen wird. Vermischtes. liehen. * Der G Soffmann a Doftober 1903 zu * Die Tr Battenberg m fin det fowohl na Ritus statt. Gi fatholischen Kirch Für die Quartal 1903 m mirt Joh. Gre Sehrt in Grün Kaufmann Wi Friedr Hbaidh Sibel in Herbft Fabrifant Will Philipp Jacobi Dahmer in Hop in Gruchelheim, Friedberg, Gen Dornaffenheim, feld, Brauereib Beigeordneter meister Heinr. mann Phil. Le Bernhard Hofm in Bell, Kauf Weisel, Landwi Karl Schlörb V in Gießen, La rode, Beigeor Landwirt Frie [ Von der Spielbank in Altenberg] wird berichtet, da die Direktoren dieses verbotenen Unternehmens gerichtlichen Einspruch gegen die Schließung der Bank erhoben haben. Die furzlebige Gründung in Neutral- Moresnet erinneri übrigens daran, daß nicht nur der gleiche Versuch schon früher wiederholt gemacht wurde, sondern daß vor einer Reihe von Jahren das seltsame Staatsgebilde" sich auch einmal das Postregal beigelegt und eigene Briefmarken ausgegeben hat. Auch damals schritten die drei Nachbarstaaten, welche die Wertzeichen natürlich nicht gelten ließen, gegen diese Anmaßung von Hoheitsrechten unverzüglich ein. Ein diebischer Schüler wird gegenwärtig von der Polizei zur Verhaftung gesucht. Es handelt sich um den in FerrolBorneo geborenen 17jährigen Franzisko Rodriguez, welcher aus Leipzig flüchtig geworden ist, nachdem er seine dort in der Schenkendorfstraße wohnenden Verwandten arg bestohlen hatte. Dem hoffnungsvollen jungen Manne fielen in die Hände: 1500 Mark Bargeld, ein Paar Ohrringe mit Brillanten und Smaragden besetzt und zwei wertvolle goldene Busennadeln. Eine der letzteren, die die Form einer Lyra hat, ist ein Geschenk Kaiser Wilhelms. Die Lyra ist mit Brillanten und Edelsteinen reich durchbrochen und trägt ein goldenes W, das nach oben hin durch die Kaiserkrone abgeschlossen ist. Militär und ansteckende Krankheiten. Eine schleunige Verfügung der obersten Militärbehörde erging an die einzelnen Korpskommandos. In der Kundgebung wird auf die großen Gefahren hingewiesen, welche dem Militär gelegentlich der Herbstmanöver durch Einquartierung in verseuchten Ortschaften erwachsen. Zum Schluß werden die Korpstommandeure aufgefordert, strengstens dafür Sorge tragen zu wollen, daß in Ortschaften, in welchen der Typhus ausgebrochen ist oder sonstige seuchenähnliche Krankheiten herrschen, wie z. B. Ruhr, Scharlach, Rachenbräune u. s. w., Mannschaften nicht einquartiert werden. Die Dislokation der Truppen ist noch im letzten Moment abzuändern. Wenn feine regelrechten Quartiere mehr beschafft werden können, sind die Mannschaften in Notquartieren unterzubringen. Französischer Besuch. Eine Abordnung des französischen Gesundheits- Ausschusses wird Deutschland bereisen, um die seinen Zwecken entsprechenden deutschen Heereseinrichtungen kennen zu lernen. Nab und fern. A Ein Justizmord. Die Polizei in Palermo veranlaßte die Freilassung eines gewissen Drago, der 1874 in Gemeinschaft mit seinem Bruder wegen angeblichen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Der Bruder wurde geköpft, der jetzt Freigelassene zu lebenslänglichem Kerker begnadigt. Nunmehr stellte sich die Unschuld beider heraus. * Abschluß der großen Paraden. Bei Lindenthal fand die Parade des XIX.( zweiten Sächsischen) Armeekorps, als lette der großen Paraden, statt, die der Kommandierende General v. Treitschke leitete. Der Kaiser und König Georg sowie die übrigen an dem Manöver teilnehmenden Fürstlichfeiten wohnten der Parade bei. Nach dem Abreiten der Ironten folate zweimaliger Vorbeimarsch. Hierbei führte [ Eine Negerzeitung.] Die Norddeutsche Missionsgesellschaft in Bremen verbreitet unter den Evhenegern Logos ein Blatt unter dem Titel„ Nutisasa na mi", auf deutsch Friedensbote". Diese zum ersten Male soeben ausgegebene Zeitung wird in Stuttgart gedruckt. Sie erscheint zunächſt viertel jährlich und beschränkt sich in ihrem Inhalt auf das christliche, gemeinnützige und vaterländische Gebiet. [ Ein Hundertdreißigjähriger] ist dieser Tage gestorben. Es ist dies der in einer Vorstadt Kiews wohnhaft gewesene Nachum Falkowitsch. Er wurde 1772 in Minsk geboren und hat bis zu seinem hundertzehnten Jahre Landwirtschaft betrieben. Während der letzten zwanzig Jahre mußte er von Unterstügungen leben. Er war bis zuletzt rüstig und konnte den langen Weg von seinem Wohnsiz bis zur Stadt zu Fuß zurücklegen. Die Mannesleiche als Reisegepäck. Auf der Station Moskau der Moskau- Brester Eisenbahn traf dieser Tage aus Minsk als Gepäck ein großer Reisekorb ein, dem ein intensiver Leichengeruch entströmte. Nachdem der Korb auf Veranlassung der Gendarmerie geöffnet worden war, bot sich den Anwesenden ein grausiger Anblick dar: Im Korbe lag die Leiche eines etwa 35jährigen, elegant gekleideten Mannes, der anscheinend erwürgt worden war. Die Persönlichkeit des Ermordeten konnte bisher nicht festgestellt werden, auch hat man noch keinerlei Anhalt, das Dunkel in der rätselhaften Affäre zu lichten. Da sich bei der Leiche die Wertsachen vorfanden, so scheint ein Raubmord ausgeschlossen. [ Der letzte der Mohikaner.] Red- Cloud( Note Wolfe), einst der gefürchtetste Häuptling der Rothäute, der Mann, der im Jahre 1876 an der Spike des großen Indianer- Aufstandes stand, ist einer Meldung aus Newyork zufolge, dem Tode nahe und dürfte im größten Elend sterben. Vor vier Monaten, als er fühlte, daß sein letztes Stündlein nahe sei, hatte er seinen Kindern all sein Eigentum geschenkt: Zehn Morgen Land und 600 Dollars, die er als Entschädigung erhalten hatte, als er mit dem„ weißen Vater" in Washington seinen Frieden schloß. Der Tod kam aber nicht, und die Kinder der„ Roten Wolfe" überließen, als sie erst im Besize ihrer Erbschaft waren, ihren alten Vater seinem Schicksal. Die arme Rothaut lebt nun mit der treuen Gattin von den milden Gaben einiger Getreuen. Red- Cloud ist völlig blind und gelähmt geworden, erträgt aber sein hartes Los mit einem bewundernsweten Stoicismus. Der Agent des Indianer- Territoriums hat ihm mehrere weiße Medizinmänner geschickt, die jedoch kopfschüttelnd erklärten, daß die menschliche Wissenschaft dem Falle des alten Häuptlings machtlos gegenüberstehe! Große Zauberer vom Stamine der Sioux kurieren gleichfalls an ihm herum, aber sie machen den Kranken noch fränker, als er schon ist. Mit Ned- Cloud wird der letzte Indianer- Häuptling alten Stils verschwinden, einer jener Männer, die den amerikanischen Truppen die Hölle heiß machten. Neue Experimente mit Luftschiffen. Trotz oder vielleicht infolge der bisherigen Mißerfolge auf dem Gebiete der Luftschiffahrt, werden immer neue Versuche unternommen, die Luft zu erobern. Professor Langley in Newyork hat zum zweitenmal eine Fahrt mit seinem lenkbaren Luftschiff unternommen, und zum zweitenmal ist dieser Versuch mißlungen. Sein Motor hat im gegebenen Moment versagt. Und der Luftschiffer Kapitän Spelterini beabsichtigt in den nächsten Tagen von Zermatt aus eine große Alpenüberfahrt gegen Norden zu unternehmen. Er hat hierzu einen neuen Ballon von 1600 Kubikmeter herstellen lassen, der mit Wasserstoffgas gefüllt wird. Hoffentlich ist er glücklicher, als sein amerikanischer Mitbewerber. ** Schutz der Heilsarmee. Von den Polizeibehörden wird, jedenfalls im Auftrage des Ministers des Innern, auf den Schutz der Heilsarmee hingewiesen. Nach der Auslassung ist die Heilsarmee eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft. Da ihre Versammlungen demgemäß einen Charakter gottesdienstlicher Handlungen tragen, so wird, wer diese Versammlungen in böswilliger Weise stört, mit einer Gefängnisstrafe bis zu drei Jahren belegt. ** Einziehung von Eisenbahn- Freifahrscheinen. Von verschiedenen Eisenbahn- Betriebs- Inspektionen waren mit Genehmigung des Eisenbahnminiſters ſeit Jahren zahlreichen Bernhard Grü Fendt in Hun in Heldenberg Wie wi der Eisenba der Schwebe. haben nunmehr Antrag eingereid antragen, Hohe terzogliche Regi Vorlage zu m von Grünbe Begründung w etfannten Bedür gereichten Anträg heit 3. des von Landtage( 1897 heitsbericht über betreffend den B nach Bußbach. Antrages habe Lusgehend von achsen- Nieder Berücksichtigung hausen, Harba nach Duedborn Stelle an der C Gaafen und Gr Vom ungen finder dierenden Divisionst bat die 49. J [ Die 33 schönen Heren.] Aus Rom wird uns geschrieben: Sizilien ist von altersher reich an geheimen Gesellschaften. Blüht doch auf dieser Insel trotz aller Maßregeln der Behörden die große und furchtbare Vereinigung, die man die Maffia nennt und die besonders in den letzten Jahren so viel von sich reden machte. Weniger bekannt als die Maffia ist der Bund der 33 schönen Damen", der in Messina dant der abergläubischen Furcht der Bevölkerung einen großen Einfluß ausübt. Man erzählt sich, daß die 33 dreimal wöchentlich um Mitternacht-- aber nur bei schönem Wetter I ihren Sabbat" halten. Einige Stunden vorher kündigt jede Dame der geheimnisvollen Gesellschaft ihrem Gatten an, daß ihre Seele" gegen Mitternacht davonfliegen" werde. Die Seele nimmt aber auch den Leib mit, und der Gatte muß sich ruhig verhalten und zu Hause bleiben, bis die„ bella signora" wiederkommt, sonst passiert ein großes Unglück. Die Ehemänner, die abergläubisch sind, wie alle Welt auf der Insel, gehorchen wie die Hunde. Dafür werden sie durch Geschenke belohnt, die ungenannte Spender ihnen von Zeit zu Zeit zuschicken! Sehr seltsame Geschichten werden über die guten und die bösen Taten der schönen Damen" erzählt. So glaubt man, daß sie die schrecklichsten Krankheiten heilen können. Wenn eine der 33 stirbt, wird sie sofort ersetzt. Die Aufnahme des neuen Mitgliedes geschieht unter geheimnisvollen Ceremonien: Die Genossin verspricht durch einen furchtbaren Eid blinden Gehorsam und Verschwiegenheit bis zum Tode. Das Volk glaubt, daß eine„ bella signora", die ihren Eid bricht, nach dem Tode in eine Kröte verwandelt wird; deshalb tun auch die Sizilier einer Kröte nie ein Leid. Priester, Aerzte, Richter haben versucht, das unwissende Volk über den wahren Charakter der geheimen Gesellschaft aufzuklären vergeblich! Die Behörden können nichts tun, um dem Skandal ein Ende zu machen, denn die 33 haben vornehme Beziehungen und hohe Gönner. Ueber ihr Tun und Treiben wurde jüngst dem Minister des Innern Bericht erstattet, aber es dürfte trotzdem faum etwas gegen fie unternommen werden. Besichtigung a Darmstadt- Grie 118er) am 9. und 25, Artille haufen. Die 4 10. September Bahn über Fra burg und Biede OLI8. Von hier 57. Brigade( 1) nach der Besicht * Verlo Plusstellung in auch außerhalb owie in den Frankenberg * * Anspri Dummer bezeic buch zugefchrie tum nicht genü Monaten, vom Amtsgericht G Eigentumsurfun Rr. 64: Fif Bindenftrut 188, IV 282, V Bogen werden: und deffen Ehefr Stationierten vielen worden, Monat Frei ften zum Ein n. Jegt find zogen worde Ortschaften d aller Art vor ten wenig An ft. Sprechmaschine, Lokales. Gießen, 7. September 1908. ** Der Großherzog empfing u. a. den Pfarrer Lind von Nieder- Moos, den Werkführer a. D. Baumbach und den Steuerkontrolleur Regierungsassessor Hofmann von Friedberg. ** Der Großherzog hat dem Geheimen Oberforstrat Gustav Dittmar aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; dem Geheimen Oberforsirat Ludwig Frey aus Anlaß seiner Verseßung in den Ruhestand Gemartung Sa afen Flur 1 Nr. 18, 19, 20 und 21: Seipp, Johannes zweiter und Frau geborene Wingenfeld zu Saasen. * Das Gustav Adolfs- Fest des Dekanats Gießen fand am Sonntag in Langgöng statt. Man feierte es auf dem schönen Kirchenplatz, da die Kirche alle Feftgäste nicht hätte fassen können. Die Festpredigt helt Pfarrer Gußmann- Kirchberg, den Jahresbericht erstattete Pfarrer Euler- Gießen, weitere Ansprachen von Pfarrer Schlosser- Gießen, Kandidat Schlosser und Pfarrer KochLüz Winden folgten. Die Gefänge begleitete ein stattlicher Die Kollefte wurde der Gemeinde HerbPosaunenchor. - Zum Vorsitzenden wurde Defan Strack Leihgestern, zu Vorstandsmitgliedern wurden Pfarrer Hepding- Großenlinden und Pfarrer Gombel- Reiskirchen gewählt. Se- Apparat für das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstorders Philipps stein überwiesen. g des Kosmo und tadello Die beiden ereinstimmung den Bewegung 1zelne Szenen, rachlich darzu Geberde fest ir 100 Vor tern in einer Mme. de Na bei seiner Stüd Die Künstlerin nommen; aber n wird. d berichtet, dak ns gerichtlichen oben haben.- ich schon früher snet erinnert iner Reibe vor ich einmal da musgegeben hat. ten, welche die egen diese An 11. sche Missions henegern Logo i", auf deutsc en ausgegebene rscheint zunäch Inhalt auf das Gebiet. Tage gestorben. nhaft gewefene st geboren und ndwirtschaft be e mußte er bon iftig und konnte Stadt zu Fuß ( Note Wolfe), e, der Mann, Indianer- Auf rf zufolge, dem ben. Bor vier ndlein nahe sei, geschenkt: Zehn Entschädigung in Washington nicht, und die e erst im Befite einem Schifal Gattin von den ist völlig blind hartes Los mit er Agent des veiße Medizin klärten, daß die ten Häuptlings bom Stamme herum, aber r schon ist. Mit ling alten Stils amerikanischen uns gefdrieben: en Gesellschaften. Bregeln der Beg, die man die sten Jahren so als die Maffia n Messina dant einen großen Die 33 dreimal schönem Wetter vorher kündigt rem Gatten an fliegen" werde. oder Gatte muß bis die„ bella e alle Welt auf großes Unglüd werden sie durch ihnen von Zeit en werden über en Damen" er des Großmütigen und dem Oberförster der Oberförsteret Friedberg Oberforstmeister Karl Schnittspahn zu Friedberg ous Anlaß seiner Ruhestandsverseßung das Ehrenfreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Der Großherzog hat den Forstassessor Otto Hoffmann aus Stockhausen mit Wirkung vom 1. Oftober 1903 zum Forstassistenten ernannt. ** Die Trauung der Prinzessin Alice von Battenberg m't dem Prinzen Andreas von Griechenland findet sowohl nach protestantischem wie griechisch- katholischem Ritus statt. Ein Uebertritt der Prinzessin zur griechisch fatholischen Kirche soll angeblich nicht stattfinden. ** Für die Schwurgerichtssigungen im 3. Quartal 1903 wurden als Geschworene ausgelost: Landwirt Joh. Greb VII. in Fleschenbach, Rentner Heinrich Sehrt in Grünberg, Landwirt Karl Karl I. in Gedern, Kaufmann Wilhelm Rabenau in Altenbuseck, Kaufmann Friedr Hbaicht II. in Lauterbach, Fabrikant Alfons Kübel in Herbstein, Landwirt Ludw. Schmand in Hausen, Fabrikant Wilhelm Homberger in Gießen, Landwirt Philipp Jacobi in Rodheim v. d. H., Landwirt Karl Dahmer in Hopfmannsfeld, Landwirt Wilhelm Sack IV. in Heuchelheim, Kaufmann Wilh. Ludw. Trapp in Friedberg, Gemeinderechner Joh. Adam Weiß II. in Dornaffenheim, Landwirt Heinrich Keller I. in Wetterfeld, Brauereibesitzer Hermann Duchard in Schotten, Beigcordneter Heinr. Schäfer in Ortenberg, Bürgermeister Heinr. Moscherosch in Burg- Gräfenrode, Kaufmann Phil. Leop. Namspeck in Alsfeld, Oberamtmann Bernhard Hofmann in Ranstadt, Landwirt Karl Gemmer in Bell, Kaufmann Philipp Krausgrill XI. in NiederWeisel, Landwirt Martin Hammel in Staden, Müller Karl Schlörb V. in Schotten, Fabrikant Karl Haubach in Gießen, Landwirt Wilhelm Klein in Burg- Gräfen rode, Beigeordneter Heinrich Weitzel in Münch- Leusel, Landwirt Friedrich Tobias Heimburg in Bönstadt, Gerber Bernhard Grüninger IV. in Bugbach, Kaufmann Julius Fendt in Hungen und Landwirt Theobald Meininger in Heldenbergen. Wie wir bereits fürzlich mitteilten, ist das Projekt der Eisenbahnlinie Grünberg- Lich wiederum in der Schwebe. Die Abgg. Hirschel und Köhler- Langsdorf haben nunmehr dieserhalb der zweiten Kammer einen neuen Antrag eingereicht, der folgenden Wortlaut hat:„ Wir beantragen, Hohe Zweite Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, dem Landtage alsbald Vorlage zu machen wegen Erbauung einer Eisenbahn von Grünberg nach Lich. Von einer eingehenden Begründung wollen wir absehen angesichts 1. des längst erkannten Bedürfnisses, 2. der schon früher dieserhalb eingereichten Anträge und gegebenen Anregungen, und insonder heit 3. des von dem Abgeordneten Köhler- Langsdorf im 30. Landtage( 1897-1900) in Beilage 640 erstatteten Minderheitsbericht über den Antrag des Abgeordneten Schönfeld, betreffend den Bau einer Nebenbahn von Grünberg über Lich nach Butzbach. Bezüglich der praktischen Ausführung unseres Antrages haben wir folgende Linienführung im Sinn: Ausgehend von Lich, längs der Häuser Wiesen her, an Mühlsachsen- Nieder- Bessingen vorbei nach Ober- Bessingen( hier Berücksichtigung von Röthges), weiter über Münster, Ettingshausen, Harbach( unter Berücksichtigung von Hattenrod) nach Dueckborn und zur Einmündung an einer ge eigneten Stelle an der Eisenbahn- Hauptstrecke Gießen- Fulda zwischen Saasen und Grünberg." Vom Manöver. Die Brigadebesichtigungen finden in dieser Woche durch den kommandierenden General von Lindequist und den Divisionskommandeur von Gall statt und zwar hat die 49. Infanterie- Brigade( 115er, 116er, 168er) ihre Besichtigung am 7. September auf dem Exerzierplatz bei Darmstadt- Griesheim, die 50. Infanterte- Brigade( 117er, 118er) am 9. September bei Rechtenbach, die 25. Kavalleriund 25. Artillerie- Brigade in der Gegend Weglar- Ehringshausen. Die 49. Inf.- Brigade( 115, 116, 168) verläßt am 10. September früh Darmstadt- Griesheim und wird per Bahn über Frankfurt und Gießen nach den Kreisen Marburg und Biedenkopf verbracht, die 116er steigen in Sarnau aus. Von hier aus rückt die Brigade südwärts gegen die 50. Brigade( 117, 118) Die 118er verlassen am 9. Sept. nach der Besichtigung die Kaserne in Gießen. ** Verlosung. Die bei der LandwirtschaftlichenAusstellung in Gießen zur Verteilung kommenden Lose dürfen * * - Der Ausschuß des Landesgewerbevereins besteht zur Zeit aus 22 Mitgliedern. Die zur Zeit bestehenden Bezirksverbände sind folgende: Alsfeld- Lauterbach, Alzey, Bensheim- Heppenheim, BüdingenSchotten, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Friedberg, Gießen, Groß- Gerau, Offenbach a. M., Mainz- Bingen und WormsOppenheim. Die Tätigkeit der Bezirksverbände war in diesem Jahre sehr rege und hat sich mehr und mehr gesteigert. Von der Verwaltung der Sterbefasse wird u. a. berichtet: Der Mitgliederbestand ist gegen das Vorjahr wenig verändert. Im Laufe des Berichtsjahres sind pro Mitglied 14,40 Mt. zu zahlen gewesen für insgesamt 18 Sterbefälle. Das Alter der Verstorbenen bewegte sich zwischen 41 und 62 Jahren. * * Die Generalversammlung des Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtvereins, welche Sonntag in Grünberg stattfand, hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen, von allen Ortschaften des Vogelsberges, wie Bell, Romrod, Ulrichstein, Ehringshausen, Lehnheim, Beltershain usw. waren die Mitglieder erschienen, um an den Verhandlungen teil zu nehmen. Der Geschäftsführer des weitverzweigten Vereins, Herr Söbler, gab einige beachtenswerte Winte in Bezug auf die landwirtschaftliche Ausstellung in Gießen; besonders wurde darauf hingewiesen, für die Beibringung von Gesundheitsattesten für auszustellende Tiere Sorge zu tragen. Empfohlen wurde, jeden Stamm einzeln mit Preis auszuzeichnen. Die Resultate der Zuchtstationen lagen noch nicht vollständig vor, doch war die Abgabe von Bruteiern von Hühnern gut, die von Enten und Gänsen schlecht. Es wurde bedauert, daß die Gänsezucht in Oberbessen gegen früher so sehr zurückgegangen sei. Der Rückgang dürfe aber wohl in den j- zigen örtlichen Verhältnissen der Gemeinden zu suchen sein. Die Gäns zucht wurde als sehr Rentabel bezeichnet und wird der Verein diese Zucht nicht aus dem Auge lassen. Neue Zuchtstationen werden errichtet in Ulrichstein zwei und in Beltershain, Oberbreitenbach, Rödingshausen, Lehnheim je eine. Beschlossen wurde noch, ein Rassebuch, das den Mitgliedern zur Verfügung stehen soll, anzuschaffen. Bemerkenswert und von großem Interesse ist, daß, wie verlautet, der Verein Gießen beabsichtigt, sich dem Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtberein als Seftion Gießen anzuschließen. ** Abgeordneten- Jubiläum. Am 24. August blickte Herr N. A. Reinhart in Worms auf eine 25jährige parlamentarische Tätigkeit als Vertreter der Stadt Worms in der Hessischen zweiten Kommer der Stände zurück. Die nationalliberalen Vereine in Worms beabsichtigen zu Ehren des Herrn Reinhart die Veranstaltung eines Kommerses sowie die Ueberreichung einer Adresse. * Einkauf des Bedarfs der Heeresverwaltung von Landwirten. Nach einer Mitteilung der Militär- Intendantur des XVIII. Armeekorps ist von dem Königl. Kriegsministerium die Fortsetzung und weitern Ausdehnung des Versuchs der Entsendung von ProviantamtsBeamten in die Bezugsgebiete zur Abnahme der Erzeugnisse von Landwirten angeordnet worden. Künstig soll, wenn es sich um Mengen von mindestens 10 Tonnen(= 10 000 Kilogramm oder 200 Zentner) handelt, die bereits an einer geeigneten Abnahmeräumen versehenen Eisenbahnstation lagern, ein Proviantamts- Beamter entfendet werden, welcher die Abnahme der Erzeugnisse am Orte bewirkt. Vorher muß jedoch der Kaufpreis„ frei Bahnhof Waggon" mit dem Proviantamte vereinbart und eine Warenprobe von letterem geprüft sein. Nach der Abnahme am Stationsorte erfolgt alsdann der Transport der Erzeugnisse für Rechnung der Militärverwaltung, ohne daß dem liefernden Landwirt hiraus noch Arbeiten oder Unkosten erwachsen. Die Vorteile dieser Neuerung für den Landwirt liegen auf der Hand. Nachdem die veränderte Anfaufsweise den Aemtern aufgegeben ist, steht zu erwarten, daß der Ankauf aus erster Hand zum Vorteil der Landwirt. schaft und der Militärverwaltung sich wesentlich heben wird, zumal selbst die Besitzer kleinerer Bestände an den Lieferungen sich beteiligen können, wenn sich mehrere von ihnen unter Wahl eines mit Vollmacht zu versehenden Vertrauensmannes vereinigen, um die Mindestmenge von 10 Tonnen in brauchbarer Beschaffenheit zusammen zu bringen. Weitere Auskünfte werden durch die Proviantämter Darmstadt, Frankfurt a. M., Hanau und Mainz erteilt. †† Der 3ug der Gewitter. Alle Völker des Erde, ohne Ausnahme, glauben an einen Schöpfer unseres ſten Krankheiten auch außerhalb des Großherzogtums Hessen, also im Dillkreis, Weltalls, sogar die versumpften Neger. Nur den christlichen ird sie sofort er 1 verspricht durd ind Verschwiegen aß eine„ bella S geschieht unter sowie in den Kreisen Biedenkopf, Kirchhain, Marburg, Frankenberg und Wetzlar verkauft werden. * Ansprüche an die nachbenannten, nach Flur und Nummer bezeichneten, den beigefügten Personen im Grundtum nicht genügend nachgewiesen kann, sind innerhalb dret Kulturvölkern ist es möglich geworden, in die weise Ordnung des Schöpfers in der Natur einzudringen. Nicht nur die Gelehrten, sondern jeder Landwirt kann, wenn er will, zum wenigsten die Züge der Gewitter für das ganze Jahr heerender Gewalt gezogene Wetter konnte schon am abend | ersten Gewitters. Es fommt nun bei Kranichen ein „ Irrewenden" vor, ebenso bei den Gewittern In den oben genannten Gewittern, welches erste von West nach Osten zog, setzte ein starker Südwind ein, welcher dann die Ursache war, daß etwa vor und nach sechs Uhr morgens das Weiter sich an verschiedenen Orten entladen hat. Dann sprang gegen Nordwest ein Nordost ein, derselbe trieb sehr rasch das erste Wetter nach Süden, wo es sich dann in der Wetterau entladen hat. Die drei folgenden Wetter mußten kommen, es waren abgesprengte Teile des Ersteren. Lüzellinden, 5. Aug. Einem Metzgerburschen des Wirt Hinterlang Kleinlinden ging auf der hiesigen Ortsstraße das Pferd durch und rannte mit dem Wagen in eine Kontpagnie Soldaten, welche jenseits der Straße Gewehr abgesetzt hatten. Es wurden 30-40 Gewehre beschädigt. Das Pferd wurde von den Soldaten ergriffen. Es ist Strafanzeige erfolgt. + Kassel, 6. Sept. In Wolfsange gertet ein 32jähriger Arbeiter beim Einlegen in die Trommel der Dreschmaschine. Er wurde vollständig zermalmt. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 4. September. Der Taglöhner Karl St. zu Gießen erhält wegen Unterschlagung, weil vielfach vorbestraft, eine Gefängnisstrafe von 4 Wochen. Nunmehr erscheint auf der Antlagebant der Taglöhner Andreas D. zu Gießen, welcher, wie die Verhandlung ergiebt, die Rollmöpfe gern ißt Er hatte einem Kaufmann vorgespiegelt, er sei beauftragt, für die Wirtin W. auf der Wellersburg einen Topf voll Rollmöpse mitzubringen. Das Gericht erblickte in der Handlungsweise des Angeklagten einen Betrug, da ihm der angebliche Auftrag nicht geworden war. Bei der Verhandlung ergiebt sich weiter, daß er auch für Eier, Kognat u. s. w. schwärmt, denn er hat es verstanden, demselben Kaufmann ebenfalls unter falschen Vorspiegelungen die zuletzt erwähnten Sachen abzuhängen. Das Urteil gibt ihm Gelegenheit, zwei Wochen lang im Gefängnis sich vergangener Zeiten zu erinnern. Auch bei ihm fanden Vorstrafen gebührende Berücksichtigung. Von den weiteren zur Verhandlung kommenden Strafsachen verdient noch eine der besonderen Erwähnung. Der Handelsmann Louis B. von Leihgestern und der Mezger Johannes H. von da sind angeklagt, sich des Diebstahls schuldig gemacht zu haben. Die Verhandlung ergiebt, daß beide manchesmal Rindvich gemeinschaftlich schlachten. So wurde am 1. April d. Is. zu Leihgestern in der Scheune des Meggers eine von dem Friedrich L. zu Lüzellinden erworbene Kuh geschlachtet. Nach der Tötung des Tieres schützte der Megger plöglich das Bedürfnis vor, etwas zu sich nehmen zu müssen und lud den Lieferanten der Kuh zu einer Tasse Kaffee ein. Gleichzeitig machte sich der Handelsmann die Ausrede, nicht weiter anw send bleiben zu können. Der Kuhlieferant nichts Gutes ahnender soll bereits gewarnt worden sein, begab sich baldigst wieder in die Scheune stellte das Fehlen eines Quantums Fleisch an den Hinterund unterzog das Fleisch einer näheren Besichtigung. Er vierteln fest, schwieg jedoch vorerst, da ihm der Megger auf dem Fuße folgte. Das vorhandene Fleisch wurde neu gewogen und dem Lieferanten bezahlt. Da er aber nicht im Zweifel war, daß während des Kaffeetrintens ein Teil des Fleisches bei Seite geschafft worden war, so setzte er die Recherchen fort und fand dann in einer Fegmühle unter Stroh versteckt das Fehlende. Der noch Anwesende machte allerlei Ausreden, wog aber doch noch das entdeckte Fleisch und zahlte auch dieses. Später erschien auch der HandelsDer Verkäufer sagte dies zu, da der Handelsmann versprach, mann beim Lieferanten und bat von Anzeige abzustehen. nie wieder abschneiden zu wollen. Die Sache wurde aber doch bekannt und kam zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten spielen heute die Unschuldigen und wollen von Allem, was sie belastet, nichts wissen. Es wird nun darauf hingewiesen, daß die Handlung wohl nicht als Diebstahl wohl aber als Betrug aufzufassen sei. Der Vertr. der Staatsanwaltschaft beleuchtete das Treiben gebührend und beantragte Verurteilung beider Angeklagten in Gefängnisstrafen von je 14 Tage. Das Gericht läßt noch Wilde walten und verurteilt indem es die Angeklagten des Betrugs 16 Tage Gefängnis sowie in die Kosten. überführt hält, beide in Geldstrafen von je 80 Mark event. Markt. *** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmartt, vom 5. Sept. Weizen 15,75-16,00, Rorn 13,50 bis 14,00, Gerste Hafer 12,00-12,50, Erbsen 00,00, Samen 00,00, artoffeln 8,00-00,00 Mart. Ales per Doppelzentner. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; far bas Botale, ben„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drnd und Berlag ber Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilb. Keller), Birhen. In welchem Haushalt ist wohl Pfeiffer& Diller's Kaffee- Essenz nicht zu finden? Ist es doch der beste, sparsamste und reinste Kaffee Zufat! Versteigerung. ode in eine Krötebuch zugeschriebenen Immobilien, bezüglich deren das Eigen- wissen. Das am 4. d. M. über unsere Gegend mit ver- 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier freiwillig ben versucht, das Monaten, vom ersten Erscheinen der Aufforderung bei Großh. vorher von Grünberg nach Gießen gemeldet werden. Die zilier einer Arote Dienstag, den 8. September d. Je, nachmittags gegen Barzahlung: ter der geheimen Amtsgericht Grünberg anzumelden, widrigenfalls die Tiere sind besondere Propheten; so z. B schreit ein Laub- 3 Tische, 4 Stühle, Kleiderschrank, Wäscheschrank, WaschBehörden können machen, denn die Gönner. Ueber mister des Innern um etwas gegen Eigentumsurkunden bestätigt und die Ueberschreibungen vollzogen werden: Gemarfung Ober- Ohmen Flur VII Nr. 64: Fischer, Karl zu Ober- Ohmen. Gemarfung Lindenstruth. Flur I Nr. 528, 7113/10, 7115/10, III 188, IV 282, V 2435/10 2437/10 604: Knöbel, Heinrich und dessen Ehefrau Elisabetha geborene Keil von Lindenstruth. frosch in einer Hacke ziemlich zwölf big achtzehn Stunden vor einem Gewitter, ähnlich ist es mit Schafen und anderen Tieren. Aber ebenso gewiß kann der Zug der Gewitter im voraus bestimmt werden( Ausnahmen giebt es sehr selten). Wie die Kraniche dem Gänserich folgen, so folgt jedes folgende Gewitter der Flug- oder Elektrizitätsbahn des Sofa mit 2 Sesseln, 4 Betten mit und ohne Matraße, kommode, Schreibtisch, Regulator, Spiegel, große Zinkbadewanne, Truhe, Bücher- und andere Regale, diverses Küchengeschirr und andere Sachen. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher. Aufruf! In der Zeit vom 10. bis 14. September d. Js. wird in Gießen die landwirtschaftliche Provinzialausstellung der Provinz Obe: hessen stattfinden, welche ein Bild vom derzeitigen Stande der Landwirtschaft in der Provinz Oberhessen und den benachbarten preußischen Landesteilen geben und dieselbe weiter fördern und heben soll. Die Ausstellung hat ferner den Anlaß gegeben, daß wir zum zweiten Male innerhalb weniger Monate die Freude haben, Se. Königliche Hoheit den Großherzog in unseren Mauern begrüßen zu können. Soweit bis jetzt feststeht, werden Se. Königliche Hoheit am Donnerstag, den 10. Sept., mittags gegen 12 Uhr auf dem hiesigen Bahnhof eintreffen und folgende Straßen berühren: Bahnhofstraße, Alicestraße, Ludwigstraße, Grünbergerstraße bis zur Ausstellung, von dort durch Grünbergerstraße, Moltkestraße, Ostanlage, Marburgerstraße bis zur Steinstraße, von dort durch die Marburgerstraße, Ostanlage, Südanlage, Frankfurterstraße, Alicestraße und Bahnhofstraße zum Bahnhof. Die Bürgermeisterschaft Gießens, welche den Zwecken und Zielen der Ausstellung ihr lebhaftes Interesse entgegenbringt, wird bestrebt sein, den Ausstellern und den zahlreichen Besuchern der Ausstellung von nah und fern eine freundliche Aufnahme, vor allem aber unserem Landesherrn einen herzlichen Empfang zu bereiten. Die Bewohner der Stadt, insbesondere aber die an vorgenannten Straßen bitte ich zum äußeren Zeichen ihrer Gesinnung für die Festtage vom 10. bis 14. d. Mts. eine allgemeine Schmückung der Häuser vorzube retten. Gießen, den 7. September 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers fchleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden M. genübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äzenben, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Bolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, itz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt drede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Auchtung und entfernt durch einen leichten Stuhi alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folge schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Ges ütsverAimmung, fomie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fie hen oft solche Kranfe langsam dahin. Kräute: We'n giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Berdauung und Einährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und be bessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranten neue Gräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Danfschreiben beweisen dies. Bräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mif. 1.25 und Mf 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, klar fro haufen, raunfels, Bukbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuleck, Blendorf, Grünberg, gich, Hungen, Laubam. Bad Nau heim, Marburg u. s. m., sowie in allen grözeren und kleineren Diten ganz Deutschlands in den Apotheken. 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