Nr. 106. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Saus gebracht 60 Bfg., durch die Beft bezogen viertels fährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheifische Familienzeitung( täglich) Oberbeffiiche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie bie Gießener Setfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berktagen nagmistuge Donnerstag den 7. Mai 1903. Gießener 12. Jabraang Jasertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wk gang Oberbeffen, die Kreise Weklar und Marburg 10 fg fenfi 15 Bfg.: Reklamen die Bettigeile 30 refp. 40 Postzeitungolifte Ste. 2000. Redaktion und Expedition: Gichen Rexenweg Fernsprechenfin Mr, 30%. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Kaifertag am Tiberftrand. ( Sonderbericht.) HP. Rom, 5. Mai nachts. Troßdem die Abwesenheit des Kaisers von Rom durch feinen Ausflug nach Monte Cassino nur knapp 10 Stun ben gedauert hatte, schien es den Römern doch eine Ewig. teit, bis sie den lieben Gast wieder in ihren Mauern be grüßen fonnten. Und nicht den Römern allein. Unter Der gewaltigen Mge, die am Bahnhof Ausstellung ge nommen hatte, waren mehr als 1500 deutsche Pilger aus Baden und der Rheinprovinz, die beim Erblicken des Kai jers in jubelnde Hurrahruse ausbrachen und die deutsche Nationalhymne sangen. Der Kaiser zeichnete sie durch lebhaftes Händewinlen aus. Abends kam dann noch ein ,, Lichtpunkt" in des Wortes wahrster Bedeutung für die Römer: die große Illu mination, die die römische Stadtverwaltung dem Kaiser zu Ehren veranstaltete, nachdem sie ihn auf dem Kapitol jeftlich empfangen. Echon lange vor Eintreffen der Fürstlichkeiten ſtanden ungeheure Mensch massen und chauten mit lebhaften Gesten des Beifalls zu dem hohen Turme des Kapitols empor, auf dem der symbolische italienische Etern in gewaltigen Größenverhältnissen Flammengarben spie. Der ganze große Kapitolplaz und feine Zugangsstraßen schienen in ein wallendes Meer bon Licht und Farben getaucht. Ueberall hingen prachtbolle Gobelins und seidene Decken aus den Fenstern der Baläste. Als dann kurz nach 10 Uhr, von einer Kürassierestorte begleitet, die Monarchen und die Prinzen auf bem festlichen Hügel angelangt waren, begann erst der eigentliche Glanz" des Abends: Die Ruinen des Pala tins, das Forum und das Kolosseum wurden durch Scheinwerfer und später durch bengalische Feuer in verschiedenen Farben beleuchtet. Ein bezaubernder unvergeßlicher Anblick, der denn auch ein entzücktes Ah! der Bewunderung aus der Brust der Zuschauerschar löſte. Die hohen Herrschaften zeigten sich auf dem Balkon, von ber Menge stürmisch begrüßt. Von der intimeren Seite der Feier, die sich hinter ben mächtigen Mauern der alten Römerburg vollzog, ist folgendes hervorzuheben: Im Saal der Horiatier und Kuriatier wurde Cercle abgehalten. Später besichtigte der Kaiser mit großem Interesse den im Senatorenpalast aufgebauten Stadtplan des antiken Rom. Nachdem die hoher Herrschaften dann sich sattsam an dem herrlichen Schauspiel der Illumination gelabt, emp ingen sie im großen Caal des Gemeinderats die Minister, das dipl matische Korps und die Abgeordneten beider Häuser. Um 11 Uhr schloß das glänzende Fest. * HP. Rom, 6. Mai. Der Kaiser benutzte den heutigen Vormittag zu einer Ausfahrt nach der Kirche der heiligen Agnes vor der Porta Pia. Er besichtigte dort u. a. die weltbekannten Katakomben, in denen viele Grabmäler aus der ersten Zeit der Christenheit enthalten sind. Epäter begab er sich in Begleitung des Generals Roger und eines Adjutanten nach dem Monte Pincio und nahm den Platz in genauen Augenschein, wo das von ihm der Stadt Rom gestiftete Goethedenkmal Ausstellung finden soll. Während dieser Zeit besuchten der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich das Forum Romanum, das Forum Trajanum und das Kolosseum. Um 12 lihr fand bei der Königin- Witwe Margherita ein Familienfrühstück statt, an dem Kaiser Wilhelm mit seinen Söhnen und König Viktor Emanuel mit seinen Vettern teilnahm. Der Kaiser stiftete den römischen Armen die Summe von 10000 Lire. Gewitterwolken über dem Balkan. Höchst beunruhigende Nachrichten kommen neuerdings aus Konstantinopel. Danach wäre es eine schwere Selbsttäuschung der türkischen Machthaber, wenn sie annehmen, die Dynamitattentate in Saloniki würden sich nicht wiederholen. Nicht nur sprechen alle Anzeichen dafür, daß Saloniki selbst noch weiterhin der Schauplatz solcher fluchwürdigen Verbrechen sein wird: Auch in der Hauptstadt des osmanischen Reiches selbst stehen derartige Massenmordanschläge zu befürchten. Auch hier richten sie sich vor allem gegen die Europäer: Verschiedene Botschaften erhielten Drohbriefe, alle Europäer sollten massatriert, alle europäischen Gebäude in die Luft gesprengt werden. Die Bestürzung unter den Europäern ist sehr groß: Die meisten rüsten sich bereits zur Abreise. In Konstanti nopel hieß es sogar, der deutsche Stationär ,, Loreley", der z. St. vor Saloniki liegt, werde unverzüglich nach Konstantinopel abgehen, um die deutschen Reichsangehöri gen an Bord zu nehmen. Diese Meldung eilt, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter hört, den Tatsachen voraus. Tatsache aber ist jedenfalls, daß die augenblickliche Lage in der Türkei äußerst gespannt ist. Die Pforte, bei der die Mächte täglich erneute dringliche Vorstellungen erheben, verhält sich nach wie vor passiv, nur zu einer Maßnahme scheint sie Neigung zu haben, zum Kriege mit Bulgarien. Offenbar bofft sie durch eine solche äußere Berwickeluna die Aufmerksamkeit Europas von den inneren Wirren in der Türkei abzulenken. Das einzige, was sie zur Befämpfung der mazedonischen Wirren tut, ist, daß sie täglich in allen Gegenden Mazedoniens Dußende von Bul garen verhaften läßt und, offenbar um Verwickelungen mit Bulgarien zu erzivingen, in Sofia die Abberufung der in Mazedonien tätigen Konsulu Bulgariens verlangt. Die europäischen Kabinette sind angesichts des Ernstes der Lage in großer Besorgnis: Sie bemühen sich nach Kräften, wenigstens ihrerseits den Mazedoniern feinen Vorwand zu weiterem Vorgehen zu geben. So haben Italien, Rußland, Frankreich und England beschlossen, teine weiteren Striegsschiffe nach Saloniti zu entsenden, damit die bulgarischen Komitees das Erscheinen der Kriegsschiffe bei der unwissenden Bevölkerung nicht als eine europäische Intervention darstellen, und damit die mohamedanische Bevölkerung nicht unnötigerweise aufgeregt werde. Aus denselben Erwägungen werden auch die bereits anwesenden und in den nächsten Tagen ankommenden Kriegs. schiffe nicht lange in Saloniki verbleiben. Alle diese Vorsichtsmaßregeln werden nicht viel helfen, wenn es nicht gelingt, die Pforte zu einem energischen Einschreiten ge gen die Mazedonier zu veranlassen. Staatliche oder private Mädchenschulen? Von einem Pädagogen wird uns geschrieben: Augenblicklich wird anläßlich des Trierer Schulstreites in der Presse und insbesondere in der Fachpresse lebhaft die Frage erörtert, ob die höheren Mädchenschulen in größerem Umfange als seither staatliche Anstalten werden sollen, oder ob es bei dem Uebertragen des privaten Schulwesens sein Bewenden haben soll. Bei der Beantwortung dieser Frage können zunächst nur grundsätzliche Erwägungen in Betracht kommen. Die Kulturstaaten Europas stehen bekanntlich auf dem Standpunkt, daß das Volk ein soziales Recht auf Bildung habe. Demgemäß sind die staatlichen Volksschulen mit dem Schulzwang eingeführt. Die höheren Anstalten für die Ausbildung von Knaben dienen ausgesprochenermaßen dem Zwecke, dem Staate die künftigen Beamten heranzubilden. Derartige Zwecke aber können mit höheren Mädchenanstalten in einem Männerstaate nicht verfolgt werden. Die höhere und über das schulpflichtige Lebensalter sich hinaus erstrebende Mädchenausbildung ist sonach eine freiwillige Mitgist der Eltern für das Leben und kann auch nur von den wohlhabenden Klassen in Aussicht genommen werden. Wenn der Staat hierfür auf Kosten der Steuerzahler erhebliche Opfer bringen wollte, so wäre das ein Tribut der Steuerzahler an die wohlhabenden Klassen. Wir sind sonach entschieden der Meinung, daß der Staat bei den Mädchenschulen an dem System der reinen Schulaufsicht festhält, mit der Verstaatlichung aber eine gebotene Zurückhaltung zu beobachten hat. Ueberdies hat das private Schulwesen auch den Vorzug, daß wenigstens in den größeren Städten durch den unverlöschlichen Wettbewerb alter und neu entstehender Anstalten Klassenüberfüllungen verhütet werden und der Unterricht demgemäß intensiver wird. Zum Ausgleich aber sollte der Staat den Fortbildungsunterricht für Mädchen enger an die Volksschule angliedern und in dessen Bereich die Erziehung zu weiblichen Berufen und die Vorbereitung für die Führung eines Haushaltes einbegreifen. Für die Fortbildung junger Mädchen geschieht in den westlichen Provinzen mehr als im Osten, aber immerhin noch nicht genug. Auf diesem Gebiete könnte der Staat ersprießlicheres im Interesse der Gesamtheit leisten, als wenn er etwa die Mädchenschulen übernehmen wollte. Die Politik. Reform des bairischen Wahlrechts. Das Münchener Kabinett scheint ernstlich an die angekündigte Reform des bairischen Wahlrechts gehen zu wollen. Im bairischen Ministerium des Innern finden gegenwärtig Beratungen über die Feststellung des neuen Landtagswahl- Geseßentwurfes statt, der den Kammern bei ihrem Zusammentritt im Herbst vorgelegt werden soll. Es handelt sich im wesentlichen um die Einführung des gleichen und direkten Wahlrechts. Eine ähnliche Wahlrechtsänderung ist bekanntlich auch in Württemberg, Baden und Hessen im Werke. - Zweijährige Dienstzeit und soldatische Vecgehungen. (!) Die zweijährige Dienstzeit im deutschen Heere iſt ob mit Recht oder Unrecht, soll hier nicht untersucht werden nicht bei allen Deutschen, namentlich nicht bei den Offizieren besonders beliebt. Eins aber muß auch der Gegner ihr lassen: sie übt einen günstigen Einfluß auf die Kriminalität im Heere aus. Diese Erscheinung, die gleich nach der Einführung der zweijährigen Dienstzeit zu Tage trat, hat sich weiterhin noch verstärkt. Erfahrungsgemäß kamen die meisten Vergehen der Mannschaften in ihrem dritten Dienstjahre vor. Unter der zweijährigen Dienstzeit sind nun die Bestrafungen bei der Armee um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Von französischen Kulturkampf. () Einige geistliche Orden in Frankreich haben an die Regierung das Gesuch gerichtet, sie möchte wenigstens die Niederlassungen und Missionsanstalten dieser Orden im Auslande, also namentlich in den französischen Kolonien, genehmigen. Außer den Franziskanern und Do minitanern haben auch die Kapuziner ein derartiges Gesuch der Regierung unterbreitet. Der Bescheid des Na binetts steht noch aus. Die Grande Chartreuse, das Hauptkloster der Karthäuser, das von den Mönchen geräumt worden ist, wird gegenwärtig von Soldaten bewacht, die dort so lange belassen werden sollen, bis der gerichtliche Liquidator an den Toren neue Schlösser hat anbringen lassen. Die Revolution in Venezuela scheint mißglückt zu sein. Der Führer der Aufständischen General Matos ist in Barquisimetɔ angekommen, wo sich 2000 Aufständische zusammengezogen haben. Die Regierung hat 7500 Mann entsandt, um die Stadt einzuschließen. Matos' Lage wird als hoffnungslos angesehen. Wie aus Washington gemeldet wird, haben der deutsche Gesandte, der britische und der italienische Botschafter das Protokoll unterzeichnet, wonach die Frage der Vorzugsbehandlung der Staaten dieser Dipl.maten seitens Venezuelas dem Haager Schiedsgerichte unterbreitet werden soll. Kurze politische Nachrichten. * Die ausständigen Dockarbeiter in Marseille haben die Arbeit wieder aufgenommen. * In Melilla ist das Gerücht im Umlauf, Bu hamara sei, in seinem Lager bei Seluan ermordet worden. Hof und Gesellschaft. *** Die Kaiserin wird sich mit ihren beiden jüngſten Kindern, dem Prinzen Joachim und der Prinzessin Viktoria Luise, am 13. d. Mts. nach Schloß Urville bei Mezz begeben, wo auch der Kaiser am 14. eintreffen wird. Die kaiserliche Familie wird bis zum 19. in Urville weilen. *** König Christian IX. von Dänemark wird dem Vernehmen nach auf der Rückreise von Wiesbaden, wo er sich zur Kur aufhält, dem Kaiser einen Besuch abſtatten. Nab und Fern. Jungdeutschland zur See. Auf der Elbe bei Hamburg fand die Schlußbesichtigung der Zöglinge des Schulschiffes, Großherzogin Elisabeth" vor dem Protektor des Deutschen Echulschiffvereins, dem Großherzog von Oldenburg, sowie Vertretern der Reichsämter, der Senate und Handelskammern der Hansastädte, sowie zahlreichen Mitgliedern des Vereins statt. Die Besichtigung ergab, daß die Zöglinge praktisch und theoretisch vorzüglich ausgebildet und sämtlich zur Verwendung als Leichtmatrosen geeignet sind. Im Auftrage des Großherzogs gaben Kapitän Bramsloew- Hamburg und Admiral Thomson eine Kritik der vorgeführten Leistungen. Der Großherzog richtete eine eindrucksvolle Ansprache an die Zöglinge, die mit einem Hoch auf den Kaiser endete. An Bord des Reichspostdampfers Prinzregent" der Deutschen Ostafrikalinie fand später ein Diner statt. + Die Tochter der Prinzessin Luise von Toskana wurde in der Hauskapelle der Villa Toskana zu Lindau getauft und erhielt die Namen Anna, Monika, Pia. Die Großherzogin von Toskana hob selbst die kleine Prinzessin aus der Taufe. Nach einem Gerücht, das in Dresden kursiert, soll nun doch entgegen der ersten Nachricht das Kind am sächsischen Hofe erzogen werden. Die Frage der Aus. lieferung sei durch ein privates Uebereinkommen zwischen König Georg und der Prinzessin geregelt worden. Prinzessin Luise werde nach ihrer Genesung eine Heilanstalt oder ein geistliches Institut, jedoch kein Kloster aussuchen und später das toskanische Schloß Schlackenwörth beziehen. (:) ,, Messing"-Goldstaubschwindel. Unter der Anklage, einem dortigen Juwelier 14,000 Mark Juwelen abge. schwindelt zu haben, wurde in Berlin ein gewisser Sa muel Kaufmann verhaftet. Er hat aber bedeutend mehr auf dem Kerbholz. Kaufmann tauchte vor Jahresfrist auch in Odessa auf, wo er sich für den Neffen und einzigen Erben des reichen Besizers von Goldbergwerken Feinberg in Irkutsk ausgab; er erflärte hierbei, daß ihm von seinem Ontel 85 Pfund Goldsand zugeschickt worden seien, und daß er das Gold in Geld umseßen wolle. Da der berlangte Preis ein geringer war, meldeten sich zahlreiche Käufer. Hinterher stellte es sich heraus, daß man einem geriebenen Schwindler in die Hände gefallen sei; denn Bas erworbene Gold war eitel Messing, und nur die oberste Schicht bestand aus Edelmetall. = Eine furchtbare Schiffstatastrophe wird von der virginischen Küste gemeldet. Nahe der Insel Hog rannte der Dampfer ,, Hamilton" den Dampfer Saginaw" im Morgennebel mitschiffs an und schnitt ibn förmlich in Noch eye er etwas erwidern fonnte, hörte man das Geräufd) eines " bon außen geöffneten Echlosses und ertönten auf dem Sorridor laute, schnelle betrat den Raum. die Küchentür aufgeAnblick, welcher fich ihr hot macht, und Frau Rosalinde Konfterniert, erschroden In demselben Moment ward blieb sie stehen, vor dem einige Besorgungen, fehre. wieder abzuschweifen, lindens ward bestätigt, gra Bruno schwieg hierauf und und diese gleichen zu machen habe, ehe er nach Hause zurüdals Tee, Kaffee, Buder und derAhnung Frau nlößlich und unvermechanisch an den RosaQuasten seines Sessels. Seine Gedanken schienen bereits Die Amulete. Stizze von Arnold Hellmann. ( Nachdruck verboten schien. Moses unterzog gestattete sich auch dieser Aufgabe, verdaß die dern aus dem Geseze geschrieben waren, bei sich 3sraeliten Bergamentstreifen, waren dhe bot jedoch das Tragen dieser Amulete nicht völlig, fones unter der Modifikation, fihren follten, denen man ebensowohl die Kraft, Krankheiten, fa zwei Stücke, sodaß das Schiff sant. Dreizehn Bassagiere und sieben Mann von der Besagung des ,, Saginaw" ertranten. Die Mehrzahl der Extrunkenen hatte sich in ein Boot gerettet, das sich aber nicht rechtzeitig von der Unglücksstelle entfernte, in den Strudel des sinkenden Schiffes geriet und so mit in die Tiefe gerissen wurde. Der ,, Hamilton", der das Unglück angerichtet hatte, fam ohne Beschädigung davon.- Glimpflicher lief ein Zusammenstoß des Norddeutschen Lloyddampfers ,, Preußen" mit bem französischen Transportdampfer, Marquette" im Kanal ab. Der Preußen" wurde allerdings der Bug und der ,, Marquette" das Hinterteil eingedrückt, aber Menschen kamen nicht zu Echaden. Die beiden Schiffe liefen zur Ausbesserung der verhältnismäßig unbedeutenden Havarien Southampton an. )-( Einen boshaften Scherz haben sich Münchener Witbolde mit dortigen Hundebesitern geleistet. Sie verschickten an diese Vorladungsformulare, die, ganz korrekt im Reichsformat gedruckt und mit Journalnummer versehen, aufforderten: ,, sich an der städtischen Fleischbeschauhalle um 3 Uhr nachmittags mit ihren Hunden einzufinden zwecks Untersuchung wegen einer epidemisch auftre tenden Hundekrankheit". Zirka 200 Personen hatten sich mit ihren vierbeinigen Lieblingen eingefunden, doch kam die ,, ommission" nicht, und man sah ein, daß man gefoppt worden war. Die meisten machten gute Miene zum bösen Spiel. Jeder noch Neuankommende wurde mit einem allgemeinen Hallo begrüßt. Große Heiterkeit erregte es, als ein Hundezüchter von Schwabing mit einem großen Wagen voller Hundefäfige mit etwa 25 Hunden am Plaze antam und schließlich auch noch einige Soldaten mit der Hundemeute der fgl. Reitschule, etwa 30 Stück, am Blaze erschienen. 2 Eine erschütternde Familientragödie wird aus Wien gemeldet. Die eheverlassene Handarbeiterin Josefa Martinek lebte mit ihren drei kleinen Mädchen, die 11, 8 und 3 Jahre alt sind, in den ärmlichsten Verhältnissen. Sie fonnte die Miete nicht zahlen und sollte aus ihrer Wohnung entfernt werden. Da faufte sie von ihrem lezten Gelde einen Revolver und gab den Kindern gekochten Wein, bamit sie fester schliefen. In der Nacht erhob sie sich, um die Kinder und dann sich selbst zu erschießen. Das älteste Mädchen erwachte indes, sah den Revolver in der Hand der Mutter, ahnte das Vorhaben und bat so rührend um ihr Leben, daß die Mutter sich nicht entschließen konnte, sie zu töten. Auch das zweite Töchterchen tröstete die Mutter, die dann allein zu sterben und die Kinder zu schonen beschloß. Die älteste Tochter war indes zur Großmutter geeilt, welche die Polizei mobil machte. Der in einer nahen Stadt arbeitende Vater wurde herbeigeholt und nahm sich der Kleinen an, während die Mutter dem Gerichtskrankenhaus eingeliefert wurde. ( 222) Ein blutiges Dantopfer. Russische Zeitungen berichten von folgendem ungewöhnlichen Falle, der sich im Dorfe Bajandur, im Kreise Alexandropol, ercignet hat. Am russischen Charfreitag erstach der Bauer Aslamasow an der Türschwelle seinen eigenen sieben Monate alten Sohn, um ihn Gott zum Opfer zu bringen. Im Verhör vor dem Untersuchungsrichter sagte Aslamasom folgendes aus: Vor zwei Jahren erkrankte ich schwer. Alle von mir angewandten Mittel halfen nichts, so daß ich bereits meinen Tod erwartete, als ich einen Traum hatte. Mir erschien Johannes der Täufer und führte mich durch eine riesige Stadt in ein paradiesisches Tal. Dort sah ich hinter Woltenschleiern Gott auf einem goldenen Throne ſizen. ,, Jwan," sprach er zu mir ,,, ich will dir die Gesundheit wiedergeben; dafür aber sollst du mir deinen Sohn, der dir geboren wird, im siebenten Monat seines Lebens zum Opfer bringen." Als ich am folgenden Morgen erwachte, fühlte ich mich bereits bedeutend wohler. Bald daraus gebar meine Frau einen Sohn, der dieser Tage sieben Monate alt wurde. Am 16. April erinnerte mich Gott wieder in einem Traume an mein Versprechen. In aller Frühs machte ich mich am Charfreitag zur Stadt auf und kaufte ein Messer, mit dem ich das Opfer töten wollte. Dann ging ich nach Hause, weckte meine Frau auf, nahm von ihr das Kind und trug es in die Kirche; nachdem der Gottesdienst beendet war, brachte ich das Opfer und tötete bas Kind." Wie es heißt, sind die übrigen Dorfbewohner sehr aufgebracht darüber, daß ein so ,, heiliger" Mensch wie Aslamasow ins Gefängnis wandern mußte. Bunte Chronik. Ein deutscher Veteran aus den Befreiungskriegen Namens Louis Riep ist in Bay City im Staate Michigan gestorben. Riep hat in der Armee Blüchers die Schlacht bei Waterloo mitgemacht. - In Konizz traf der Oberstaatsanwalt Peterson aus Marienwerder ein und besichtigte in Begleitung des Konizer Ersten Staatsanwalts Schweiger die Stelle auf dem Grundstück der städtischen Volksschule, wɔ kürzlich Teile der Leiche des ermordeten Ernst Winter aufgefunden worden waren. - Die Berliner Kriminalpolizei verhaftete drei Falschmünzer, die sich hauptsächlich mit der Herstellung von falschen Zwei- und Fünfmarkstücken und von deutschen und preußischen Zinsscheinen befaßten. - Der Orgeldreher Johann Genson in Diedenhofen ( Elsaß) hat seine Geliebte zu Tode geprügelt. Er wurde an der französischen Grenze verhaftet. Der Millionär und Armeelieferant Bani Papadati in Philippopel wurde von Tschako Plutschow, einem Bäcker meister, getötet. Plutschow führte einen Prozeß mit Pa padato, den er verlor, wodurch er um sein Vermögen kam. Seitdem die Engländer im Somalilande Krieg füh. ren, waren in den Markenhandlungen Briefmarken vom Somaliland zu kaufen, die einen auf einem Kameel reitenden Soldaten darstellten. Auf Anfragen hat jetzt die englische Postbehörde erklärt, daß diese sämtlichen Marten nichts weiter als Phantasiemarken gewesen seien, da man niemals Somalimarten ausgegeben habe. Der amerikanische vielfache Millionär Martin Mar tin Ericson wurde in Mexiko von Yaqui- Indianern gefangen, die zwei Millionen Mark Lösegeld von ihm verlan gen. Ericson weigert sich, die Summe zu bezahlen. Die Duchoborzen, jene bekannte russische religiöse Sefte, machen, wie schon öfters, der Regierung von Kanada, wo sie sich in großen Scharen angesiedelt ha ben, schwer zu schaffen. Sie ziehen halb nackt unter Absingung von geistlichen Hymnen durch das Land, um ,, Christus zu suchen". Vermischtes. (!)[ Berkannte Genies.] Gelegentlich des 100. Geburtstages des großen Chemikers Justus Liebig( 12. Mai) wird folgende hübsche Anekdote erzählt, die beweist, wie das Genie oft verkannt wird. Auf der untersten Bank der Klasse des gefürchteten Schulmonarchen Konrettor Stord am Darmstädter Gymnasium saßen einträchtig lich Liebig, Georg Gervinus und Jakob Kaup. Eines Tages entlud sich wieder einmal ein Gewitter über den Häuptern dieser drei schlechtesten" Echüler. ,, Was willst du werden?" fragte schließlich der gestrenge Lehrer den jungen Liebig.- ,, Chemiker!" Dummkopf, was ist denn das?" entgegnete Herr Stord mit verächtlichem Achselzucken. ,, Seht Ihr," fuhr er fort, Ihr drei seid unwürdig, in die Hallen der Wissenschaft einzutreten. Köpfe habt Ihr zwar größer und dicker, wie alle anderen, aber der Spiritus fehlt darin. Spart Euch die Mühe und Euren Eltern das schöne Geld! Liebig, dein Latein reicht gerade aus zum Apotheker; du, Gervinus, fannst weder Latein noch Deutsch, und du, Kaup, kannst überhaupt gar nichts!"- Liebig kam, so erzählt Dieffenbach, in der Tat bald zu einem Apotheker in die Lehre, Gervinus wurde Lehrling in einem Manufaktur. warengeschäft, Kaup blieb etwas länger auf dem Gymnasium. Liebig wurde der berühmte Bahnbrecher auf dem Gebiete der Chemie, Gervinus wurde dem Kaufmannsstande untreu und ein berühmter Geschichtsprofessor, Kaup Naturforscher, der sich durch seinen Versuch, den ,, Darwinismus zu widerlegen", bekannt machte. |:[ ,, Ueber unsere Kraft".] Viel Heiterfeit erweckt ein amüsantes Histörchen, das jüngst in Holeschowitz( DeutschBöhmen) passiert ist. Dort hat in der Jute- und Brumwollweiberei Wolf Pick Söhne ein Langfinger sein mißglücktes Experiment mit einer Wendung entschuldigt, die einige Vertrautheit mit Björnsons Werken verriet. Als nämlich die einbruchsichere Kasse troß der angeſtrengte. sten Bemühungen nicht nachgeben wollte, schrieb der Einbrecher mit rotem Stift auf die kasse: ,, Ueber unsere Kraft." Dann trat er, vermutlich wenig vergnügt, den Rückweg an. [ Deutsche Automatenrestaurants in St. Louis.] Zehn automatische Restaurants werden auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 zu finden sein. Vor kurzem hat der deutsche Erfinder der Automatenapparate derartige Restaurants in Newyork und Philadelphia eingerichtet, wobei alles Zubehör, selbst die Möbel für die Speisezimmer, aus Berlin bezogen wurde. Diese automatischen Restaurants sind von den Amerikanern geradezu mit Enthusiasmus aufgenommen worden. Im Newyorker Automat- Café am Broodway verkehren täglich mehr als 3000 Personen. :::[ Ein originelles Bittgesuch.] Unter den vielen Bric fen, die König Eduard von England während seines Aufenthaltes in Paris erhielt, soll sich dem ,, Ech de Paris" zufolge, einer befunden haben, der folgenden Wortlaut hatte: Eire! Da ich die große Ehre hatte, am Blinddarm eine ähnliche Operation durchmachen zu müssen, wie Ew. Majestät, wäre ich sehr glücklich, wenn ich zur Erinnerung an Ihren Aufenthalt in Paris ein kleines Geschenk erhielte." Folgt eine Bitte um Unterstützung. Wenn's nicht wahr ist, ist's gut erfunden! =[ Der Kaffeeberciter des Königs.] Unter den Dienern, die sich im Gefolge des Königs von England in Paris befanden, konnte man einen großen Burschen mit ebenholzfarbener Haut und von sehr stattlichem Aussehen bemerken. Es ist der erotische Diener des Königs; sein Amt ist einfach, aber sehr wichtig. Er muß für den König den Kaffee bereiten. Er tut das mit unnachahmlicher Meisterschaft, und zwar bereitet er den Kaffee nach türkischer Art, weil der König den türkischen Kaffee jeder anderen Kaffeekocherei vorzieht. Der Kaffeebereiter verläßt seinen Herrn niemals und gibt überall, wo der König auch weilen mag, Proben seines Talents. Man sagt sogar, daß der treue Kaffeebereiter auch bei dem großen Essen, das Loubet dem Könige gab, die Tasse Kaffee, die König Eduard nach der Mahlzeit trank, höchsteigenhändig zubereitet habe. Der Kaffeekoch hat natürlich nicht viel zu tun, denn man braucht sich nicht allzusehr anzustrengen, um zwei- oder dreimal täglich Kaffee zu kochen. Nichts fehlt ihm zu seinem Glücke, zumal da er fast ebenso viele Orden hat wie ein Hofmarschall. $[ Eine Galavorstellung mit Hindernissen.] In verschiedenen Hauptstädten Europas wurden in diesen Tagen zu Ehren reisender Könige Galavorstellungen veranstaltet. Die Veranstaltung einer solchen Galaaufführung im Theater ist durchaus nicht leicht, und ein anscheinend unbedeutender Zwischenfall kann oft die sonderbarsten Folgen haben. Zum Beweise dafür erzählt ein belgisches Blatt folgende Anekdote: Während der berühmten Reise, die Alfonso von Spanien durch die Hauptstädte Europas machte, sollte in Brüssel zu Ehren des königlichen Gastes eine Festvorstellung veranstaltet werden, und kein Stück schien für diesen Zweck geeigneter zu sein als Donizettis Favoritin". Bei der Generalprobe, zu der man auch mehrere Herren und Damen der Hofgesellschaft geladen hatte, ging alles gut bis zu dem großen Duett, wɔ Leɔnore in übergroßem Schmerz das Wort hinausschleudert: ,, Alfonso, du hast mich getäuscht!" Einen Augenblic lang waren die Zuschauer ganz verblüfft, dann aber stimmten Publikum, Orchester und Darsteller ein homerisches Gelächter an. Als Festoper war die ,, Favoritin" natürlich unmöglich geworden, und man holte rasch Gounods Faust" hervor, der in der höchsten Nɔt sich immer als Lückenbüßer verwenden läßt. ()[ ,, Nur sechshundert Jahre".] In der Zeit der Kunstausstellungen erinnert ein französisches Blatt an ein Wort Napoleons. Als Gros das berühmte Porträt des Kaisers vollendet hatte, fragte dieser den Maler: ,, Und wie lange wird dies schöne Bild dauern, Monsieur Gros?" ,, Sechshundert Jahre, Sire," sagte der Maler stolz. Das war nicht der Mühe wert, mich für sɔ wenig stören zu lassen." " 8 Dic Dampfsprite als Brandstifterin. Als eine in Baußen gebaute Dampfsprize unter eigenem Dampfe auf der Fahrt nach ihrem Bestimmungsorte Dresden begriffen war, entstand durch fliegende Funken aus der Feuerung kurz vor Fischbach ein Waldbrand, der erst nach Vernichtung von 4000 Quadratmeter fünfjäh rigem Bestande gelöscht werden konnte. Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, den 7. Mai 1903. ** Der Großherzog empfing am 6. Mai u. A den Hauptmann v. Roques, Bezirks- Offizier beim Bezirksfommando Gießen, den Oberamtsrichter Gebhardt von Gießen, den Kreisamtmann Wallau von Lauterbach, der Geh. Justizrat Jöckel von Friedberg, den Kreisassistenzarz Dr. Curschmann vom Hygienischen Inftitut zu Gießen Um 11 Uhr empfing der Großherzog den Grafen zu Solms- Laubach. Der Verkehr bei den Reichetelegraphen in der Provinz Oberhessen( Wir führen nur die Orte unseres Verbreitungsbezirkes an. D. R.) hatte in den Jahren 1901 bis 1902 folgenden Umfang: TelegraphenAlsfeld Alten- Bused Beltershain Beuern Bobenhausen II. Butzbach Eberstadt Ehringshausen Gettenau Grebenau Grebenhain Homberg Hungen Airtorf Aufgegebene Telegramme. 1901. 1902. Stud. 42 310 635 8-9 jährige Staatsprüfu torateprilfun An allen Balle) Behr Debungsfchul audi weiter abgeholten Der Boll Giebt man ih * fo tommt dief Fran bis 5. Juni einlaufen un nover, Hamb fcheinlich auf vor einigen ausftellung farten begin bie schon d Auf dem Fe іш Корбан Mus ftattung Größe fich burchaus gefa verfchiebenen und die Her Fahrstraßen, Fortschritte ** De ein bält b liche Haupt 1. Verwaltu Schlag für flanbes; 5 paganda. 2. 3m leiber schwa Wiener bereits über jeder Spieler berfelben im übrig. Da Rongreffes waren die Eingegangene Telegramme. 1902. 1901. anstalten. Gießen I. Stüd. Stüd. Stüd 31 548 29 747 40 123 II. 14 097 14506 4029 " Allendorf a. Lda. 350 266 521 402 5346 4516 4852 4805 77 101 104 83 35 45 19 29 194 152 104 89 229 223 286 286 3 804 3822 3 269 2999 63 63 70 126 469 409 293 233 Engelrod 213 188 233 183 Ermenrod 100 105 199 211 Freien- Seen 117 177 110 220 Gambach 236 220 362 375 Garbenteich 48 52 47 102 19 24 39 37 294 270 367 312 344 422 313 316 Großen- Buseck 212 197 320 296 Großen- Linden 242 203 353 237 bat überall Groß- Felda 416 428 574 634 Heuchelheim b.Gieß. 270 264 880 382 Hof- Güll 64 87 103 108 Holzheim 103 97 147 172 737 664 881 727 1381 1371 1807 1 650 478 555 625 696 Opah- im- Gi Der Gefand Klein- Linden Lang- Göns 18 41 53 66 welcher auße 125 157 235 279 andere Liebfo 199 188 214 171 ( Serr Nol 1764 1.901 1 608 3 433 3 083 2.983 1 630 2760 13 18 1220 1208 1261 1 233 durch fein Lollar 1651 1381 1750 1550 brachte, wur Londorf 562 539 549 520 Lumda 52 63 41 49 Bartl wi 82 86 84 74 Es wäre f 69 125 137 193 diefe Borstel 1 040 1217 742 857 De Nieder- Gemünden 383 396 493 425 Stiftet vom 238 213 480 444 gatte, ift b 12 16 Gießener Ru Ddenhausen 51 46 49 31 abhält, bei d Reiskirchen 253 285 293 261 geftartet wer 217 247 291 322 Besellschaft, 319 372 367 414 1 907 2242 2021 2156 Schotten 1279 1 196 1 382 1318 Staufenberg 66 45 45 30 Steinbach b. Gießen 123 109 184 132 Stockhausen b. Ltbch. 297 Trais- Horloff Treis a. d. Lda. werden muß 259 286 221 Vereins und 30 34 ftimmen, ob 153 138 175 138 Ulrichstein 730 620 898 829 ner Bootsha Vadenrod 58 127 58 65 rubert werde Wieseck Bell 492 476 485 215 269 214 445 164 V Fu ner Fußball als Mitgliede Fußballklub in übrigens gepl Langsdorf Laubach Lauterbach Leihgestern Lich Mainzlar Muschenheim Mücke Nieder- Ohmen Ober- Gleen Romrod Ruppertenrod Schlitz Universität nnd Boltsschullehrer. Hierüber entnehmen wir einem Blatte der Provinz Sachsen einen Artikel, der auch unsere Lehrer interessieren dürfte. Es heißt darin: Es gibt wohl faum einen zweiten Stand, der mit solcher Energie vorwärts strebt wie der der Volksschullehrer. Neben Besserung seiner sozialen Lage sucht er vor allem auch eine der Bedeutung der Volksschule entsprechende wissenschaftliche Ausbildung. Der neue Siminarlehrplan weist gegenüber den allgemeinen Bestimmungen vom Jahre 1872 wesentliche Verbesserungen auf. Die von den verschiedensten Lehrervereinen veranstalteten wissenschaftlichen Borlesungen feitens berühmter Universitätsprofessoren genügen der Lhrerschaft noch nicht; man will freien Zugang haben zur Universität. Diese Frage wird im laufenden Jahre in der Lehrerschaft eifrigst debattiert und auf der Hauptversammlung dann zur endgültigen Beratung geftellt werden. Ueber die Stellung nahme der Lehrerschaft liegen bereits Beschlüsse vor, die wir etwa folgendermaßen formulieren fönnen: In Rücksicht auf die gesteigerte Volksbildung und auf die Bedeutung des Lehrerberufs ist dem Volksschullehrer die Universität zu öffnen. Jedem Seminarabiturienten ist auf Grund seiner mit Abiturienten anderer höherer Lehranstalten einigermaßen gleichwertigen Vor bildung die Berechtigung zum Universitätsstudium zu er teilen, nidt eingeschränkt durch besondere Zensurengrabe, wie es in Sachsen und Weimar noch der Fall ist. Aus praktischen Gründen( Lehrermangel) muß vorläufig von einem obligatorischen Besuch der Universität abgesehen werden. Dagegen ist zu fordern, daß alle neu anzustellenden Lehrerbildner( Bräparandin- und Seminarlehrer), alle Leiter mehrklassiger Schulen( Reftoren) und Schulaufsichtsbeamten( Kreisschulinspektoren) schon jezt sich einem Auch Frl. lich ſpielte, ber Rarouffe falls gut. die Veranstal laffen, weige da bei Stift geftellt word ben beiden U = Rei martungsgren G₁ W ge ein Freita in meinem 8 b Denkmäler Banz be aufmertiam. Intereffen mal zu erwerben und auch aus fr NB. Die erit igkeiten. 7. Mai 1903. am 6. Mat fizier beim B hter Gebhardt on Lauterbac en Areisaffiften Hitut zu Gie herzog den telegraphen in ur die Orte un n den Jahren 14 Gingegangen Telegramme 1901. Stüd 40 123 4029 521 4852 104 19 104 286 3 269 1900 70 293 233 199 211 110 362 47 39 367 813 320 353 574 880 103 147 881 807 1680 123 520 625 53 235 214 608 983 276 61 50 155 549 41 84 137 742 493 480 49 293 291 367 021 215 382 45 184 286 175 398 58 85 14 Sierüber einen Artike heißt barin er mit solche Lehrer. Nebr allem auch eine wiffenfchaftli weift gegenüber 872 wefentliche ften Lehrver efungen feitend Der hreiff zur Univerfil der Lehrerf lung dann die r die Stellung ffe vor, fabilbung Dem Boltsful dem Seminar rienten anderer wertigen Bor Hudium zu Benfurengrabe Fall ift. Aus borläufig bon ität abgefeben de neu anju Seminarlehrer), 1) und Gaul jept fi einem 2-9 jährigen Universitätsstudium und einer entsprechenden Staatsprüfung unterwerfen. Die Mittelschul- und Ret toratsprüfung würde damit allmählich in Wegfall tommen. An allen Universitäten find( wie in Jena, Leipzig und Halle) Lehrstühle für Pädagogik, daneben auch pädag. Uebungsschulen einzurichten. An den Universitäten mögen auch weiter wissenschaftliche Fortbildungskurse für Lehrer abgehalten werden. * Der Bolleschullehrer ist der Pionier der Volksbildung. Siebt man ihm eine noch bessere wissenschaftliche Ausbildung, so tommt diese dadurch unserm ganzen Bolte zu gute. Frankfurter Sängerwettstreit. In der Zeit vom 3. bis 5. Juni werden etwa zwölf Sonderzüge mit Sängern einlaufen und zwar von Berlin, Köln, Essen, Bremen, Hannover, Hamburg 2c. Das Hauptwohnungsbureau wird wahrscheinlich auf dem Hauptbahnhofe errichtet werden, wie dies vor einigen Jahren aus Unlaß der großen Landwirtschaftsausstellung auch der Fall war. Der Verkauf der Einzelfarten beginnt am 7. Mai, uud zwar nur bei den Stellen, die schon den Verkauf der Dauerkarten besorgt haben. Auf dem Festplage wird eifrig gearbeitet. Die Festhalle ist im Rohbau fertig und im Innern hat man bereits mit der Ausstattung und Ausschmückung begonnen. Die Halle, deren Größe sich in eine reiche Gliederung auflöst, macht einen durchaus gefälligen und zugleich soliden Eindruck. Auch die verschiebenen Restaurationshallen sind im Entstehen begriffen und die Herrichtung des Festplaßes durch Anlegung von Fahrstraßen, Promenaden, Beeten u. dgl. hat schon große Fortschritte gemacht. erbaut Herr Dorfeld ein Haus, in welchem er Wirtschaft betreiben will. Bekanntlich war es die Absicht Dorfeld's am sogenannten Diebesweg auf Gießens Gebiet zu bauen, doch wurde ihm die Erlaubniß dazu von der Stadtverordneten nicht erteilt. B., Lollar. Man muß eben abwarten, es ist Ihre Gemeinderatswahl ein Bild unserer Reichstagswahl im Kleinen. Darum gilt es hier wie dort alle Bürger an die Wahlurne zu bringen und diejenige Partet hat den Sieg, die dies vermag. Besten Dank für Ihren weiteren Wink. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es können eingestellt werden: 14 Dienstmädchen für sofort und später ( hier und ausw.) bei hohen Lohn, 2 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Köchin, 1 Küchenmädchen, 2 Lauf frauen, 2 Steinhauer( ausw.), 2 Sattler( 1 hier, I ausw.), 1 Rüfer, 2 Glaser( darunter ein Bilderrahmemacher, 1 Dachdecker, 1 Maler und Anstreicher, 1 Schneider( ausw.), 1 Hilfsbadewärter, 2 landw. Pferdeknechte( ausw.), 1 landw. Arbeiter( ausw.), 1 zweiter Hausdiener, 1 Hausbursche. Lehrlinge: 1 Landwirt, 5 Schlosser, 1 Maler und Lackierer. 3 Schmiede( 1 hier, 2 auswärts), 1 Spengler, 2 Schreiner,( 1 hier, 1 ausw.,) 2 Bäcker, 1 Schreiber. Es suchen Arbeit: w. Bichmarkt. Auf dem Fahrviehmarkt waren gestern nur etwa 40 Dchsen aufgefahren. Zahlreiche Käufer aus dem Westerwald machten den Markt, mußten aber, da Reflektanten aus Oberheffen mit ihnen in Ronkurrenz traten, sehr hohe Breise anlegen. Hierzu tam noch, daß der Vorrat den Bedarf nicht bedte. In vielen Fällen wechselten einzelne Baare Ochsen 3-4 Mal ihren Besizer. Jeder verkaufte die Tiere auf dem Markt gleich mit einem kleinen Nugen weiter. Vereinzelt schwere Baare wurden mit 925-950 Mart bezahlt, gute Mittelochsen gingen zu 850-900 Mart, leichteres Gangvieh zu 650-750 Mart pro Paar fort. Junge 2jährige Fahrstiere waren stark gesucht, aber nicht genügend am Markt, dieselben wurde das Paar mit 660 bis 720 Mart verkauft- Der Schweinemarkt hatte einen Vorrat von etwa 1380 Stüd. Der Handel war durch das schöne Wetter gestern besonders begünstigt, weil die Landleute dadurch veranlaßt in hellen Schaaren den Markt Sesuchten und trotz der hohen Preise ihren Bedarf deckten. Das Geschäft ging sehr flott und wickelte sich im Allge- decker, 1Anstreicher, 1 Kellner, 1 Bureaudiener, 1 Diener, meinen schnell ab. Bezahlt wurden für Ferkel 6-8 Wochen Mark, Einlegthiere 120-140 Mart das Paar. Der Markt alt 35-56 Mart, Springer 15-20 Wochen alt, 75-100 Markttage 19. und 20. Mai d. Js. Am 2. Marttage auch war nach 12 Uhr beendet; Ueberstand nicht erheblich. Nächste Krämermarkt. = 2 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 1 Spengler, 1 Tapezierer, 7 Schreiner, 1 Bimmermann, 1 Bäcker, 1 Dach1 Erdarbeiter, 9 Hausburschen, 5 landw. Knechte, 3 Fuhrknechte, 1 Kutscher, 2 Taglöhner, 3 Dienstmädchen, 1 Zimmermädchen, 1 Kindermädchen, 9 Lauf- bezw. Buzzfrauen, 1 Waschfrau, 2 Weißzeugnäherinnen, 1 Flickerin. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Schreiber. Marktbericht. Der Gabelsberger Stenographenverein hält heute Abend 9 Uhr im Cafe Ebel seine ordent Aus Hessen und Nachbargebieten. liche Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: Aus Grünberg wird uns geschrieben, daß die neu 1. Verwaltungsbericht; 2. Rechnungs- Ablage; 3. Voran- eingetretenen Schüler der Grünberger Handwerkerschlag für das neue Rechnungsjahr; 4. Neuwahl des Vorschule, 32 an der Bahl, zum größten Teil von auswärts ftandes; 5. Antrag betr. Praftifer- Prüfung und 6. Pro- ftammen. Sogar von weit her hatten sich junge Leute gepaganda. meldet, z. B. aus Ruppertenrod. Es sind mit den neu eingetretenen jegt 72 Schüler, seit Bestehen der Schule die höchste Bahl.- Der Ortsgewerbeverein zählt jept fleisch gefalzen per fund 0.80 Bfa., Kalbfleisch ver Pfb. 68-74 92 Mitglieder. z. Im Stadttheater gelangte gestern bei einem leiber schwach besetzten Haus die Strauß'sche Operette Biener Blut" zur Aufführung. Das Stück nurde bereits über 200 Mal auf Berliner Bühnen gespielt und hat überall einen sensationellen Erfolg erzielt. Trotzdem jeder Spieler seiner Rolle angemessen war, ließ das Auftreten derselben im 8usammenhange doch einiges zu wünschen übrig. Das ganze Stück spielt sich in Wien zur Zeit des Rongresses im Laufe eines Tages ab. Schon im ersten Akt waren die besten Kräfte vertreten: den Premierminister Fürst Ypshrim- Gindelbach vertrat Herr Bruck mit voller Würde. Der Gesandte von Reuß- Schleiz Greiz in Wien Graf Zedlau, welcher außer seine Frau Gabriele( Frl. Stöger) noch andere Liebschaften hatte, und dazu von seinem Kammerdiener ( Herr Nolte) unterstützt wurde, war Herr Sommer. Auch Frl. Bartl, die die Wiener Proptermamsell vorzüg lich spielte, sowie Graf Bitowsky( Herr Gehring) und der Karoussellbesiger Kagler( Herr Ganzert), der schon durch sein wißiges Aufireten das Publikum zum Lachen brachte, wurde reicher Beifall gezoll. Die Musit war eben falls gut. Als Benefiz für die 1. Soubrette Fräulein Bartl wird heute Abend„ Der luftige Strieg" gegeben. Es wäre sehr zu wünschen, wenn ein besserer Besuch für diese Vorstellung zu fonstatiren wäre. = - = Der Lahn- Potal, Wanderpreis für Einer, gestiftet vom Deutschen Ruderverband für die Gießener Regatte, ist vom Etifter zurückgefordert, für den Fall, die Gießener Ruder Gsellschaft nicht alljährlich eine Regatte abhält, bei der um den Lahn- Pokal falls Koukurenz vorhanden, gestartet werden kann. Der Vorstand der Gießener RuderGesellschaft, der übrigens beschlossen hat, in diesem Jahre die Veranstaltung auf dem Gießener Wasser ausfallen zu laffen, weigert sich mit Recht, den Pokal heraus zu geben, da bei Stiftung des Wanderpreises nicht die Bedingung ge gestellt worden sei, daß um denselben alljährlich gefahren werden muß und weil es eine interne Angelegenheit des Vereins und dessen Regatten- Ausschuß ist, darüber zu bestimmen, ob alle Jahre oder nur alle zwei Jahre am Gießener Bootshause auf der Lahn im fröhlichen Wettkampfe ge. rudert werden soll. V Fußball- Sport. Am Sonntag wird der Gieße ner Fußball- Klub 1902, dem meistens nur junge Kaufleute als Mitglieder angehören, gegen den Marburger akademischen Fußballklub in Marburg einen Matsch ausfechten. Es ist übrigens geplant, diese Fußball- Wettkämpfe abwechselnd in den beiden Universitätsstädten auszufechten. = Reine drei Schritte von Gießens Gemarkungsgrenze auf Wiesecker Gebiet an der Marburgerstraße Grünberg. Am legten Dienstag hatte unsere Freiwillige Feuerwehr Uebung mit der großen freistehenden Leiter, wobei auch der Druck unserer Wasserleitung mit erprobt wurde. Vor dem Wegtreten der Whr erhielten noch 7 Mann aus dem Korps Ehrenabzeichen für 10-, 15 und 20jährige Mitgliedschaft.- Ein gemüt liches Beisammensein im Wilden Mann" beschloß den Ubungstag. - ck. Groß Felda, 5. Mai. Nächsten Sonntag, den 10. Mai, Mittags 2 Uhr findet im Saale des Gastwirts Figge die Generalversammlung des Ortsgewerbevereins Groß Felda statt, dieselbe ist mit einer Ausstellung der Sonntags- Zeichenschularbeiten verbunden. Der hiesige Gewerbeverein setzt alle Mittel in Bewegung, um eine allgemein wirkende und andauernde Inter ssenweckung des Handwerkerstandes zu er= reichen und zwar um ihn den Fortschritten der Groß- Industrie näher zu bringen. ** Am Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 22 Uhr findet zu Limburg, im Gasthof zur alten Post, eine allgemeine Interessentenversammlung für die Lahntanali, sation statt. Nachdem die Vorarbeiten soweit gefördert sind, daß die Entwürfe für die auszuführenden Arbeiten Ministerium der öffentlichen Arbeiten nunmehr vorliegen, nebst dem Nachweis ihrer wirtschaftlichen Notwendigkeit dem erscheint der Zeitpunft gekommen, in breiterer Deffentlichkeit nunmehr die Ziele mit größerem Nachdruck zu verfolgen. Kettenhofwege fiel ein Eimer mit flüssigem heißen Asphalt ** Franfurt a. M., 6. Mai. Bei Kanalarbeiten im um und ergoß seinen Inhalt über Kopf und Hals des Arbeiters Heinrich Lehmann. Mit schrecklicher Brandwunden bedeckt wurde der Mann in das Bürgerhospital gebracht. fein Ende. Hier wurden neuerdings einem Landwirt 30 ** Ober- Ramstadt, 6. Mai. Die Baumfrevel nehmen starte Bäume durch Abbrechen der Krone vernichtet. alte Arbeiter Ernst Binnefeld von einem andern überfallen *** Mainz, 6. Mai. In Finthen wurde der 18 Jahre und durch einen Messerstich in die Brust lebensgefährlich verlegt. Das Tragische dabei ist, daß der Täter dem Bruder aufgelauert und irrtümlich den Falschen überfallen hatte. Brietkasten der Redaktion. Nach Grünberg. Das glauben wir Ihnen; auch in unseren anderen Bezirken wird das Unterhaltungsblatt mit einer wahren Ungeduld erwartet. Unter ihren Freunden fönnen Sie am allerbesten schon damit unser Unternehmen bekannt geben und empfehlen. Frd. Gruß. Versteigerung bon Grab Denkmälern. = W gen Geschäfts- Aufgabe bringe meinen Restbestand von den einfachsten bis zu den erstklassigsten Denkmälern Freitag den 15. Mai, nachmittags 2 Uhr in meinem Hause Marburgerstrasse 27 aur öffentlihen Bersteigerung. Emil Kalbfleisch. Es befinden sich darunter Denkmäler aus Sandstein, Marmor, Syenit und schwarzem schwedischen Granit. Ganz besonders mache ich auf ein sehr wertvolles Denkmal aufmerksam. Trauer- Genius Interessenten bietet fich hierdurch die feltene Gelegenheit, ein wirklich gutes und gediegenes Dentmal zu erwerben.- Die Denkmäler können schon vor dem Versteigerungstermin bei mir angesehen und auch aus freier Hand verkauft werden. NB. Die erstandenen Denkmäler können auch von mir mit Schrift versehen und aufgestellt werden. Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt tofteten Butter per Bfb. 1.00-1.05 Mt. Hübnereier 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., Enteneier St. 6-7 Bfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Räsematte 2 St. 5-6 fg., Erbien per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg Tauben per Paar T. 0.80-1.20, Hühner per Stid Mt 130-2 40, Hahnen, per, Stud Mr. 110-2.30, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Bfo 66-76 Bia SchweineBfa., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.50-7.50 m., Zwiebeln per St. Mr. 7.00-800, Milch per Liter 18 Vfa. Ein uns zugekommener Brief lautet wörtlich: Herrn Franz Wilhelm. Apotheker, f. u. f. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich. Piesting. Ich ersuche Sie freundlichst, mir zwei Packete Wilhelm's antiarthritischen antirheumatischen Blutreinigungs- Thee mit Postnachnahme zu schicken. Jeder von den Bielen, welche zu mir fommen, sagt, ich solle ihm einen solchen Thee besorgen. Ich danke Ihnen daher für dieses Wundermittel, Gott möge es Ihnen vergelten. Ih weiß es, daß es für mich das beste Mittel ift. Ich danke Ihnen nochmals für Ihr gutes Mittel, denn ich weiß es schon, ich bin diesen Winter drei Monate frank gelegen. Ihr Wunder- Thee hat mich gesund gemacht. Ich wollte es, es möge jeder kranke Mensch diesen Wunder- Thee einnehmen. Mit aller Achtung Mathias Steiner. Bestandteile: Innere Rußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Drangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemnsblätter 75, Bimmstein 1-50, rotes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carugwurz I 3.50, Radic. Cariophyll. 8 50, Chinarinde 8-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sasaparillwurzel 35, Fenchel, rom. 3.50, weiß Senf 3 50, Nachtschattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Schlachthaus Gießen. Ochsenfleisch 50 Pfg. Rindfleisch 50 Pfg. Schweinefleisch 50 Pfg. gesalzenes Ochsenfleisch 40 Pfg. Heute u. Morgen. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Wegen Umzug verkaufe ich sämtliche Waren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Günstige Gelegenheit zum Ankauf von Konfirmanden- Geschenken. D. Kaminka, Uhrmacher Privat- Tanzunterricht erteilt F. Schmidt. Wenfteingaffe 31. Gießen. Marktplatz 18. - Uhren, Gold- und Silberwarenhandlung. Tiefenweg 13, bei der früher Lindenstruth'schen Hofratte ist eine geräumige Werkstätte alsbald zu bermieten. Näheres bei der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 15. - Contentia.= ( Wohlthätigkeits- Vercin.) Herren, welche einen eleganten Anzug u. Paletot Sonntag, den 10. Mai, von Nachmittags 3 Uhr an wünschen, und nebenbei Erstes großes Sommerfest auf der ,, Schönen Aussicht". Alles Nähere durch die Plakate. Samstag, Sonntag und Montag Großes Preisschießen. Montag Abend 9 Uhr: Breisverteilung. Die Preise sind im Vereinslokal ,, Schöne Aussicht" ausgestellt. Der Vorstand. Einladung zur Jahres- Generalversammlung und Ausstellung der Schüler- Arbeiten des Ortsgewerbevereins Groß- Felda, Sonntag, den 10. Mai 1903. 1. Rechenschaftsbericht. Tagesordnung. 2. Wahl eines Rechners für d. Zeichenschule. 3. Wahl eines Gewerbevereins- Sekretärs. 4. Verschiedene Vereinsangelegenheiten 5. Besichtigung der Schülerarbeiten. 6. Vortrag des Herrn Architekten Hockerbeck über„ Handwerker- Erziehung." Beginn der Generalversammlung Mittags 2 Uhr im Saale des Gastwirts Herrn Figge. Beginn der Schülerarbeiten- Ausstellung Mittags 4 Uhr im Saale der Sonntags: Zeichnenschule, worauf wir unsere Mitg'ieder, Eltern und Freunde des Handwerks ganz besonders aufmerksam machen. GOGO Der Vorstand. Darmstädter Giessener Stadttheater. Pferde- Lose Freitag, den 8. Mai 1903. Benefiz für Frl. Amelie Stöger. Nanon, à 1 Mk. 11 Stüd 10 Mark Listen u. Porto 20 Pig. mehr. die Wirtin vom goldn. 3ichung 13 Mai Lamm. Operette in 3 Aften von Richard Genée DGOG Echlings- Ausstattung. Erstlinge hemdchen 10, 15, 20, 25, 30 Pfg. Jäckten 18, 25, 30, 40 Bfg Wickelbänder 30, 40, 50, 60, 80, 90 Pig. Kl. Bändchen 15, 20, 25 Pf. Tücher und Lyen 48, 50, 60, 70 Taufkleidchen 2.-, 2.50, g. 3. Mt. Gummiunterlagen 50 Pfg. empfiehlt in großer und schönster Auswahl Fr. Teipel. empfiehlt die Haupt- Agen'ur Rich. Buchacker Giessen, Neue- Bäue II Kartoffeln grükte Auswahl in nur prime Speise und Salatfartoffeln, mpfielt die Kartoffel und Gez üsehandling 3. Hankel, Schloßgaffe Richard Buchacker. II. WohlthätigkeitsGeld- Lotterie d.Strassb.- Neud.Arbeiterheims Ziehung sicher am 20. Juni 2490Geldgew 41 000 zus.: M. Hauptgw.M. 15000 1 Gew. M. 15 000 á 6000 3 á 1000 M. 6000 " 1 23 Gew. zus. 3000 4500 " 1 5000 " " 1 " 7500 " " 400 2060 Baar ohne Abzug auszahlbar. LIM., 11L.IOM.Port. u. List.25Pf. Nachnahme teurer, empfiehlt: J.Stürmer, Strassbg. E. General- DebitLangestr. 107. 6. Ph Weiler. W. Semmler, Heinrich Schönhals, Grünberg Spaten, Marktstraße. empfiehlt: Marktstraße. einzelne Möbel als: Schränke u. Stühle, alle Arten Sessel, Koffer, Taschen, Hosenträger, Kinderwagen in größter Auswahl. Uebernehme auch Lieferung ganzer Ausstattungen in sauberer Ausführung bei mäßigen Preisen. Stets neueste Tapeten- Muster am Lager. Musterbuch auf Verlangen. 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Die Zahlungen können an der Kasse des Ties spitals sogleich oder vierteljährlich oder nach besonderet Vereinbarung geleistet werden. Direktion des Tiripitals. Bekanntmachung. Dienstag, den 12. d. Mts., nachmittage 2 Uhr. wird im Hospital Seltersweg 10 dahier, der Nachlek der Frau Heinrich Sieh', bestehend in einem Bett Tisch, Stühlen, Kleider und sonstigem Haus- und Küchen gerät versteigert. Hieran anschließend um 3 Uhr: Verschiedenes noch gut erhaltenes Weißzeug, welches Louis Moll Nachf. einer in das Siechenhaus eingetretenen Frau gehört. Gießen, den 6. Mai 1903. Louis Hafner. gesucht. Grünberg. Ein Heizer Jäger& Rumpf. Kanalbauten, Gießen. Kochlehrfräulein Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdingung. Die zur Herrichtung eines Dachzimmers im Turm haus am Brand erforderlichen sollen Schreiner- und Weißbinderarbeiten Dienstag, den 12. Mai d. Js. Vorm. halb 12 Uhr. per sofort gesucht. Ange- öffentlich vergeben werden. bote unter Chiffre 1500 an die Erp. d. Bl. erbeten. 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