Nr. 82. Abonnementspreis: in Siegen, abgeholt monatlich 50 Big., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.60. Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitun( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener elfenblasen( wöchentli). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Dienstag, den 7. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 81 Die einbaltige Vetitzeile für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Bfg fenf 15 Vfg.; Reklamen die Petitjeile 30 resp. 40 is Boffzeitungslifte No. 3869. Redaktion und Expedition: Gießen Nexenweg 30 Fernsprechensing Mr. 868. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Giezen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Kaifertage von Kopenhagen. Die Kaisertage von Kopenhagen sind vorüber: Am Sonntag Abend hat sich der Kaiser von seinem föniglichen Gastfreunde verabschiedet, am Montag früh stach die deutsche Flottille unter dem Donner der däniichen Geschüße in Tee.. Der Abschied des Kaisers trug avieder einen sehr herzlichen Charakter. Im Schlosse Amalienborg fand am Sonntag Abend eine Abschiedsiafel ſtatt; dann fuhr der Kaiser, begleitet von dem 5.önig, von sämtlichen Prinzen und Hofwürdenträgern und Vertretern der Marine furz nach 9 Uhr abends zum Zollamtsplaz. Bei der Abfahrt vom Schlosse und bei Ankunft auf dem Zollamtsplatz wurde der Kaiser von der Menge mit Hurrarufen begrüßt. Nachdem die beiden Herrscher sich herzlich umarmt hatten, begab sich der Raiser um 9,50 Uhr unter dem Salut der Forts und ber Kriegsschiffe an Bord der Hohenzollern", wohin thn der deutsche Gesandte von Schoen begleitete. Der Leßte Tag der Anwesenheit des deutschen Monarchen in Dänemark frischte den Dänen noch eine Erinnerung an eine Aufmerksamkeit des Kaisers gegenüber dem Nopenhagener Königshause auf: Am Sonntag Nachmittag weilte Kaiser Wilhelm in Begleitung des dänischen Kronprinzen, sowie des Prinzen Waldemar und des Prinzen Albert von Glücksburg im Frederiksborger Echlosse. Die Stadt Frederiksborg hatte sich aus diesem Anlaß festlich geschmückt, von den Behörden wurde der Kaiser offiziell begrüßt, und auf den Straßen bewillkommnete ihn eine tausendköpfige Menge. Unter Führung des Mammerherrn Meldahl wurde die vom Kaiser dem König Christian geschenkte Kopie des Grabdenkmals Friedrichs bes Ersten, das sich in der Domkirche zu Schleswig befindet, besichtigt. Der Kaiser sprach seine Befriedigung liber die Aufstellung des Geschenks aus. Am Montag Rachmittag traf der Kaiser wieder in Kiel ein. Wie ihm ber warme und herzliche Empfang, der ihm nicht nur seitens des dänischen Hoses, sondern auch seitens des Wolfes zuteil geworden, eine liebe Erinnerung bleiben wird, so dürften andererseits auch die Dänen vermöge bieses neuen Kaiserbesuches manchen alten Groll und manches Vorurteil begraben, das sie dem südlichen Nachbarvolke gegenüber bisher hegten. In Dänemark, dem ausgeprägt demokratischen Lande, ist das Volk ganz begeistert von der gewinnenden Freundlichkeit und Leutfeligkeit des Kaisers. Wie ungezwungen sich der Kaiser in der Deffentlichkeit bewegte, dafür hier eine kleine Probe: Bei der Besichtigung des neuen Kopenhagener Rathauses, dessen imposantes Aeußere dem Kaiser Worte lebhafter Bewunderung entlockte, schlug der Kaiser im Sigungssaale der Stadtvertreter mit geballter Faust auf den Tisch und rief scherzend: Wie herrlich, daß die Tische hier so solid sind, daß man auf sie losschlagen kann, ohne sie zu zerbrechen!" Hat diese Jovialität des Kaisers den aller Förmlichkeit abholden Dänen sehr zugesagt, so hat sein ehrerbietiges Auftreten gegenüber dem Nestor der europäischen Herrscher ihm vollends die Herzen der Dänen, die bei allen demokratischen Anschauungen doch ihrem Königshause mit außerordentlicher Liebe zugetan sind, gewonnen. Und so ist benn mit Eicherheit zu hoffen, daß der Besuch des Raisers, welche Bedeutung er auch für die Beziehungen ber beiden Dynastien haben möge, auf das gegenseitige Berhältnis der beiden Brudervölker deutscher und dä nischer Zunge von segensreichem Einfluß sein wird. Kaiser Wilhelm ist von seinem Kopenhagener Besuch so befriedigt, daß er vor seiner Abreise die Hoffnung äußerte, Dänemark im Sommer ein zweitesmal aufsuchen zu können. Den Armen Kopenhagens überwies der Kaifer 5000 Kronen. Das Hofpersonal erhielt zahlreiche, sehr wertvolle Geschenke. Soldaten- Misshandlungen. ( Von unserem ständigen CB. Mitarbeiter) Der Erbprinz von Sachsen- Meiningen, bekanntlid) ale Gemahl der Prinzessin Charlotte von Preußen ein Schwager unseres Kaisers, hat in seiner Eigenschaft als Komunandeur des 6. Armeekorps an die Mannschaften einen Erlaß gerichtet, worin er sie darauf hinweist, daß ihnen Mißhandlungen und Ehrverlegungen nicht zugefügt werden dürfen, und worin er sie dementsprechend auffordert, alle Auschreitungen von Vorgesezten zur Anzeige zu bringen. Dieser Erlaß wird auch auf andere Armeekorps wirken, denn es ist anzunehmen, daß der Prinz nicht ohne die Einwilligung, oenigstens nicht ohne ein sachliches Einverständnis mit der Meinung des obersten Kriegsherrn gehandelt hat. Und cin derartiger Appell an das persönliche Ehrgefühl des Soldaten ist eine erfreuliche logische Folgerung des modernen Kriegstoefens. Denn der Waffenrod ist das Ehrenkleid des Bürgers, der Kriegsdienst die idealste Form der Pflichten des Einzelnen gegen die Gesamtheit. Nicht wie der Söldner der früheren Jahrhunderte, dem der Waffendienst ein Handperk war der für Geld leinen Körber verkaufte, greift der heutige Soldat zum Schwerte; er ist ein Teil der Bolks. persönlichkeit und der nationalen Kraft. Mit dem Charakter des Militärwesens aber mußte sich auch die zünftige Behandlung ändern. Der vaterlandslose, fäufliche Kriegsfnecht konnte nur durch eine straffe Disziplin gebändigt werden; in dem heutigen Soldaten aber muß im Gegensay zu früher das Ehrgefühl erst recht geweckt werden, so daß der Heeresdienst auch ein Mittel zur Volkserziehung iſt. Hier lernt der zum Staatsbürger heranwachsende junge Mann in dem an Eindrücken so reichen Verkehr mit Altersgenossen und Kameraden schon den moralischen Einfluß des gemeinsamen Zieles fennen; die Pflicht, der Sinn für Ordnung und Disziplin und die Entschlossenheit des Augenblids werden ihm im föniglichen Dienst systematisch anerzogen. Wenn aber auf der anderen Seite durch eine unangemessene Behandlung das Ehrgefühl unterdrückt, das Selbstgefühl erstickt und aus dem seiner Dienst- und Gehorsamspflicht gegen die Staatsautorität bewußten Soldaten eine tote Maschine gemacht wird, so ist das geradezu eine Versündigung an dem Volkstum. Denn ein in der Schule des Heeres gewesener Bürger soll mit einem freundlichen Behagen an die Zeit seines Waffendienstes zurückdenken und in diesem Sinne seine Kinder erziehen. Wenn ihm die Erinnerung an diese Zeit jedoch nur Verbitterung schafft, dann beeinflußt das seine Stellung zum Staate und die Kindererziehung in einer wirklich ungesunden Weise. Erbprinz Bernhard von Meiningen, der funstsinnige und als Meister auf dem Klavier gefeierte Schwager unseres Kaisers, hat sich den Dank der Nation verdient, indem er die Mannschaften direkt zur Anrufung des höheren Schuzes auffordert, und die Eltern, deren Söhne unter den Waffen stehen, werden, wenn sie seinen Storpsbefehl zur Kenntnis erhalten, mit einem Gefühl der Erleichterung aufatmen. Verkehrsfeindliche Gewalten. - Zur internationalen Transportarbeiter- Bewegung. - Was lange gefürchtet wurde und nach den Ereig nissen der letzten Tage nicht anders zu erwarten war, ist eingetroffen: Für ganz Holland ist der Generalstreit sämtlicher bei der Beförderung von Waren und Personen beschäftigten Arbeiter einschließlich der Eisenbahnangestellten von den Führern der Arbeiter verkündet worden. Gleich nach diesem Beschlusse, der in der Nacht zum Sonntag erfolgte, begann der Ausstand. Die Folgen dieses Streiks für Handel und Verkehr nicht nur in Holland, sondern auch für die übrigen mit Holland in wirtschaftlichen Beziehungen stehenden Länder sind noch gar nicht abzusehen. Einstweilen behaupten die niederländischen Eisenbahngesell schaften ja, sie verfügten über ausreichendes Personal, um während des Ausstandes den Personenverkehr wenigstens in beschränktem Maße aufrecht zu erhalten. Aber die Amsterdamer Züge nach Belgien und Deutschland sind schon mit Verspätung abgegangen, der Betrieb auf den Quais der Stadt ruht vollständig, und die im Hafen eingelaufenen Postdampfer können ihre Ladung nicht löschen. Alle Eisenbahnlinien und Bahnhöfe in Amsterdam werden militärisch) bewacht, ebenso die Uferstraßen, an denen Handelsschiffe anlegen. Die Züge, die dem Postverkehr mit dem Auslande dienen, werden von Soldaten begleitet. Aber selbst wenn es gelingt, den Zugverkehr wenigstens einigermaßen aufrecht zu erhalten: die Stockung in Handel und Wandel wird sich bald so fühlbar machen, daß der Regierung nichts übrig bleiben wird, als den Ausständigen gegenüber sich nachgiebig zu zeigen. Der Ausstand hat nämlich nicht die Lohnfrage zum Ursprung; er richtet sich vielmehr tatsächlich gegen die Gesetze, welche gegen die Ausstände vorgeschlagen sind. Man verlangt, diese sollen zurüdgezogen werden. Schließlich wird der Regierung, will sie ergernis vermeiden, nichts übrig bleiben, als den Arbeitern zu willfahren, und das um so mehr, als ihr Verlangen in der Tat nicht umgerechtfertigt ist. Die fraglichen Geseze wollen nämlich den Arbeitern jeden Streit, und sei er noch so berechtigt, unmöglich machen. Aber selbst wenn das Verlangen der Arbeiter ungerechtfertigt wäre, bei der Ausdehnung des Streifs ist, wenn die Streifenden eine Weile aushalten, ein Nachgeben der Regierung unvermeidlich. Greift doch der Ausstand bereits über die niederländischen Grenzen hinüber: Auch das Personal der Schifffahrtsgesellschaften in London und Hull legte die Arbeit nieder und erflärte sich mit den holländischen Ausständigen solidarisch. Es wäre dringend zu wünschen, daß die Haager Regierung dem Verlangen der Arbeiter- das um so gerechtfertigter ist, als das Elend der holländischen Arbeiter in der Tat stellenweise unerträglich ist- bald willfahrte, statt durch unangebrachte Hartnäckigkeit der Volkswirtschaft des eigenen und der Nachbarländer schwere Wunden zu schlagen. Uebrigens ist infolge des Streifs, an dem fich, wie gesagt, alle Verfehrsarbeiterorganisationen Hollands beteiligen, auch schon Blut geflossen. Nach einer Meldung aus Amsterdam wurde ein Arbeiter, der nicht mußte, daß der Ausstand erflärt war, von einem Soldaten durch einen Revolverschuß verwundet, als er auf dessen Anruf nicht stillstand. Die Politik. Etwas von den Wahlkuverts. 28 Millionen Wahlkuverts im Gewicht von etwa 1400 Zentnern werden, wenn das Wahlgesetz nach der Vorlage Der Regierung geändert wird, für die diesjährigen Hauptund Stichwahlen zu beschaffen sein. Für die Herstellung dieser Wahlkunerts gibt es zwei Sorten von Kuvertmaschinen; die Durchschnittmaschine liefert 5000 Suverts pro Tag; zur Deckung des Bedarfs würden also etwa 190 Maschinen einen Monat lang arbeiten müssen. Größere Maschinen, von denen nur 10 bis 12 in Deutschland vorhanden sind, liefern 50 000 Stück pro Tag; diese zwölf Maschinen würden rund fünfzig Tage ununterbrochen beschäftigt sein. Deutsche Lohnkämpfe. Auch in Deutschland macht die Streitbewegung Fortschritte. Aus Pirmasens wird berichtet: Da die Arbeiter der Paqueschen Fabrik, die in den Ausstand getreten waren, der Aufforderung, die Arbeit bis zum Sonnabend Abend wieder aufzunehmen, nicht Folge gaben, hat der Fabrikantenverein sämtlichen 6000 Arbeitern und Arbeiterinnen der Birmasenser Schuhfabriken gefündigt. Sonntag Abend entstand in der Schuhfabrik von Dehmer& Hoereth, die Mitglieder des Fabrikantenvereins sind, Feuer, welches die ganze Fabrit einäscherte. Man vermutet Brandstiftung. Druck auf Bulgarien. ) Den Kabinetten an der Newa und der Donau ist gegenüber den bulgarisch mazedonisch Umtrieben der GeSuldfaden endlich gerissen. Die Pforte hat die Nachricht erhalten, daß Oesterreich Ungarn gleichzeitig mit Rußland in Sofia ernste Schritte bezüglich der mazedonischen Komitees unternommen hat. Nach den jüngsten drohenden Artikeln der russischen Blätter gegen Bulgarien war ein derartiger Schritt der beiden Mächte zu erwarten. Ohne Erfolg wird er insofern nicht bleiben, als das Sofianer Kabinett angesichts einer ernsten Haltung der beiden Mächte sich hüten dürfte, auch weiterhin die bulgarisch- mazedonische Agitation insgeheim zu unterſtüßen. Das Vorgehen Rußlands und Desterreichs gegen Bulgarien wirkt erfreulicherweise auch auf andere unruhige Balkanstaaten: Serbien hat beschlossen, von der Verstärkung der Grenzgarnisonen und der Einberufung der Reserven bis auf weiteres Abstand zu nehmen. Blutige Krawalle in Serbien. £ In der Stadt und Festung Belgerad", wie es im Eugeniusliede heißt, ist immer irgend etwas ungewöhnliches los. Das neueste auf diesem Gebiet ist ein großer Krawall, bei dem es natürlich blutige Köpfe gab. Am Sonntag wurde in Belgrad eine Versammlung von Handlungsgehilfen polizeilich aufgelöst, in der gegen eine Versügung der Polizeibehörde, daß die Handlungsgehilfen, wie alle anderen Bediensteten, Dienstbücher bei sich zu führen haben, Einspruch erhoben werden sollte. Nach der Auflösung der Versammlung wollten die Handlungsgehilsen vor dem Ministerium des Innern eine Kundgebung veranstalten, wurden aber von einer Abteilung Gendarmerie daran gehindert. Es kam zu einem Zusammenstoß mit den Gendarmen, die von der Waffe Gebrauch machten und die einige hundert Köpfe zählende Menge, der sich auch etwa fünfzig Hochschüler angeschlossen hatten, auseinandertrieben. Mehrere Personen wurden verwundet. Abends wiederholten sich die Kundgebungen der Handlungsgehilfen und Studenten. Zwei Eskadrons Kavallerie gingen gegen die Ruhestörer vor und gaben angesichts der herausfordernden Haltung der Studenten mehrere Salven ab. Die Zahl der Verwundeten ist noch nicht festgestellt. Roosevelt der Schneidige. |: Die Unverfrorenheit der amerikanischen Politif, die schon gegenüber Epanien in der Kubafrage so unzweideutig zum Ausdruck kam, zeigt sich jetzt wieder gegenüber der Türkei. An stärkere Mächte wagen sich die Yankees einstweilen noch nicht heran. Derselbe Präsident Roosevelt, der bei den geehrten Herrn Wählern in den Vereinigten Staaten um das Präsidentschaftsmandat mit geschwollenen Reden buhlt, derselbe Herr, der die Monroedoktrin, die Lehre von der Unzulässigkeit der Einmischung nicht amerikanischer Mächte in amerikanische Angelegenheiten, in schwülstigen Worten vertritt, dieser selbe Herr hat die Stirn, dem durch die mazedonischen Wirren ohnehin fast schachmatten Badischah Vorschriften über die Erschließung seines Landes für amerikanische Wanderprediger machen zu wollen! Nach einer Meldung aus Konstantinopel überreichte der amerikanische Gesandte dem Sultan am Sonntag eine Botschaft Roosevelts, worin schnelle Erledigung der ame rikanischen Forderungen betr. die Schulen und die Missionsstationen, sowie der archäologischen Wünsche in Kleinasien gefordert wird. Hoffentlich sezt der Sultan der amerikanischen Dreistigkeit dieselbe Nichtachtung entgegen, wie vor kurzem König Karol von Rumänien einem ähnlich unbefugten Ansinnen des betriebsamen Herrn im Weißen Hause zu Washington. teten Brauen. Bundeschnauze, wie Die Da war zuerst Herr Gottfried, der sich geduldig und ängstigte Domina geschenkt, hielt er mit harter Faust. drei Kinder, die ihm die stille, ber der," meinte fie mit finster geraf ließ, die jungen Gottfried wohl versorgt schien. Etudierter werden, weil das endlich, als jüngste, Jungfer Kordula. Der Balduin sollte dem Herrn Vater paßte. Dann kam Herr ängstlich wie die Mutter in die Form Balduin und Geschäft ja mit dem Doch mein ein ob ihm das Verze schlug, tan!" oder ob eine er glich ja dem meinte mit zitterte das Herz. In dieser Stunde begann sie zu ah Bruſt hob und fenfte sich in schnellen Atemzügen. Thr Benedikta faß ſtill und bewegungslos, nur die Ephraim Brentmann aufs , der fatalen Aehnlichkeit sie ihm unrecht ge was Ulrich пеп, ja, hig! die zuletzt ich es entbedte? zu einem Verbrachen führte Ich will ruhig darüber nachdenten. Ruminalfall plöblich nach Christiana rief. Ist das hier vielleicht d ch ein Gefängnis? glaubt, 14 Tage fortzubleiben, doch schon ich mich irgend eines Verkrechens schuldig erklärt? Wir waren zwei Jahre verheiratet, als mich ein KriEinem Verbrechen! Wer spricht von Verbrechen? Habe Wie kann ich ruhig über eine Sache nachdenken, Ich hatte ge= arzt war, und meine Frau Yax zu biefer Beit hatte. Ich begegnete ihm höflich seiner Ansicht nach nur eine Folge sich für diese leichten Krankheiten und unbeschäftigten Lebens waren. Was war sandte, gegen den meine Frau gewiß nichts einzuwenden licher, als daß er als Vertreter seinen jungen Assistenten trant. Unser Hausarzt, ein älterer Mann, interessierte fast herzlich, und mit eines zu luxuriösen nicht besonders, die da natür Revolutionare Umtriebe in Spanien. ::: Das höchst ungeschickte und blindtäppische Vorgehen der spanischen Behörden gegen die Studenten in Salamanca scheint Folgen von größerer Tragweite herbeiführen zu sollen, als man zuerst angenommen hatte. Nicht nur in Madrid und Salamanca, auch in den übrigen großen Universitätsstädten Spaniens wird die Lage immer schlimmer. Die Proteste gegen das Vorgehen der Polizisten gegen die Studenten in Salamanca nehmen den Charakter einer Bewegung der öffentlichen Meinung gegen die Regierung an. In Madrid wurden während der Kundgebungen Hochrufe auf die Republit ausgebracht, sowie Rufe, die sich gegen die Regierung und gegen das Königshaus richteten. Die Bewegung in der Stadt dehnt sich immer weiter aus. Die Arbeiter der Tabaffabriken schließen sich den Ruhestörern an. Die Polizei der spanischen Hauptstadt geht gegen die Teilnehmer an den Rundgebungen mit einer Echärfe vor, die viel böses Blut macht und die Lage nur noch verschlimmert. Dem jungen König Alfons wird, will nicht er selbst und sein Haus Gefahr laufen, kaum etwas anderes übrig bleiben, als das kabinett oder etnen oder mehrere Minister der Boltsemparung zu Kurze politische Nachrichten. * Kaiser Wilhelm wird bei seinem Besuche in Rom u. a. auch vom Grafen Waldersee begleitet sein. * König Georg von Sachsen hat vor seiner Abreise nach dem Süden dem Papste eine sehr namhafte Eumme zu dessen freier Verfügung überreichen lassen. * In Rußland sind neue Verschwörungen entdeckt worden, die sich gegen das Leben zweier Minister richteten. Fast alle Verschworenen fielen in die Hände deer Polizei. * Aus Rom verlautet, der zur Zeit erkrankte italienische Minister des Auswärtigen Brinetti werde, falls ihm sein Gesundheitszustand die Wiederaufnahme seiner Amtsgeschäfte nach Östern nicht gestatte, zurücktreten und an seiner Stelle der jezige Marineminister Morin das Portefeuille des Auswärtigen übernehmen. * In Santo Domingo hat General Vasquez dte Aufständischen geschlagen und steht jetzt vor der Hauptstadt. Er hat die Aufständischen aufgefordert, sich zu ergeben, widrigenfalls er mit Gewalt in die Stadt brinaen murde. Hof und Gesellschaft. *** Die Kaiserin wird nach erfolgter Heilung des berletzten Armes und nach Eintritt warmer Witterung in Begleitung der beiden jüngsten kaiserlichen Kinder für einige Zeit nach Kadinen kommen, um dort ihre völlige Wiederherstellung abzuwarten. *** Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friß trafen gestern in Konstantinopel ein. Der deutsche Geschäftsträger Frhr. v. Wangenheim und zwei Attachés ber Botschaft hatten sich, wie angekündigt, auf dem Stationsschiffe Loreley" nach den Dardanellen zur BegrüBung der Prinzen begeben. Die Delegierten des Sultans, ber Chef des Militärkabinetts Marschall Schatir Pascha, ber frühere Minister des Aeußern Staatsrat Turkhan Bascha und der Divisions general Ahmet Ali Pascha waren ben Prinzen ebenfalls an Bord der kaiserlichen Yacht " Tuad" nach den Dardanellen entgegengegangen. Nach ihrer Ankunft begaben sich die Prinzen direkt nach dem Dildiz, wo sie der Sultan empfing. *** Zu Ehren König Eduards von England fand in Lissabon eine Galasper statt. Der König empfing auf der englischen Gesandtschaft Ergebenheitsadressen von Abordnungen der in Lissabon und Oporto ansässigen Engländer und fuhr dann mit König Carlos nach Cascaes. Die Erbprinzessin Ernst von Sachsen- Altenburg hst in Potsdam von einer Prinzessin entbunden worden. Nab und fern. ::: Ein vermistes deutsches Schulschiff. Die ,, Großher gogin Elisabeth, das Schiffsjungenschiff des deutschen Echulschiffsvereins, ist seit dem 28. vorigen Monats Aberfällig. Doch hofft man immer noch, daß es nur schweres Wetter zurückgehalten ist. Alle in den Kanalhäfen eingetroffenen Schiffe flagen über ungemein stürmische See. Hoffentlich kommt bald die Nachricht vom Eintreffen der ,, Großherzogin Elisabeth" und befreit viele deutsche Elternherzen von der bangen Sorge um das Schicksal ihrer Lieblinge. ) Ein föniglicher Erbschaftsstreit. Um die Hinterlassenschaft der verstorbenen Königin Henriette von Belgien wird es nach einer amtlichen Mitteilung nun wirklich zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen dem Könige Leopold und seiner Tochter Stefanie, der früheren Kronprinzessin von Desterreich, jeßigen Gräfin Lonyay, kommen. Wie erinnerlich, hieß es bereits seit geraumer Zeit, daß der Gemahl der Gräfin gegen die geplante Berteilung der Hinterlassenschaft Protest erhoben habe. Einen Brudermord um eine Mark beging in Spandau ein Steinträger Hermann Gutta. Er glaubte bei der Lohnzahlung von seinem Bruder um diese Summe benachteiligt zu sein und stieß ihm nach kurzem Wortwechsel sein Brotmesser in den Unterleib. Troß sofortiger ärztlicher Hilfe verstarb der Getroffene im Epital. Der Brudermörder wurde verhaftet. Bunte Chronik. In Kiel brach an Bord S. M. S. Moltke" in der Offiziermesse Feuer aus. Diese und die herumliegenden Kammern sind vollkommen ausgebrannt. Das Feuer war nach 1 Stunden mit Hülfe der Werft gelöscht. Beim Spielen mit Feuer verbrannte in Berlin die sieben Jahre alte Tochter des Vorarbeiters Zickelbein. In Hamburg versuchte der 43jährige Gastwirt Ladewig seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in einer Wirtschaft zu erschießen. Als der gleichfalls in der Reſtauration anwesende Schiffsschreiber Alfons Schulz dies verhindern wollte, tötete ihn Ladewig mit zwei Schüssen. Ladewig wurde festgenommen. - In Lehrte wurde die 72jährige Witwe Boedeker ermordet aufgefunden. Der Mörder, dem gegen 30 000 Mark in Wertpapieren in die Hände fielen, hat sich wahrscheinlich nach Berlin gewandt. - Im ,, Grand Theatre" zu Lille brach eine halbe Stunde nach der Vorstellung Feuer aus. Das Theater wurde vollständig zerstört. Menschen sind nicht umgekommen. ** Giessener Cagesneuigkeiten. Prinz Heinrich von Preußen und Familie wird morgen M ttwoch, den 8. April zum Besuche am Groß herzoglichen Hof erwartet, um die Osterfeiertage hier zu verbringen. *** Ernannt wurde der Oberlehrer an der Volksschule zu Darmstadt Otto Höcker zum Lehrer an dem Lhrerseminar zu Alzey. *** Verlieben wurde dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeomten Ludwig Volf XIII. zu Allendorf a. d. Lahn das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für langjährige treue Dienste" am Bande des Philippsordens. *** Zur Reichstagswahlbewegung. Der konservative Wahlverein im Wahlkreise Kassel- Melsungen beschloß, bei der Reichstagswahl aus taktischen Gründen für den Kandidaten der Nationalliberalen Beinhauer, einzutreten. Eine starte Minderheit, darunter der Vereinsvorsißende Herr von Löbbecke, sprach sich für ein Zusammengehen mit den Deutsch sozialen aus. Herr v. Löebecke legte nach der Beschlußfassung sein Amt als Vereinsvorsitzender nieder. Eine Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte, die dann gestern in Guntershausen flattfand, erhob den Kandidaten der Deutsch- sozialen, Amtsrichter Lattmann, auf den Schild. Im 3. nassauischen Reichstagswahltretse wurde vom Bund der Landwirte der Gutsbesitzer Wilhelm Brand- Nezbach als Kandidat aufgestellt. ** Für den 4. nass. Wahlkreis( Weilburg- LimburgDiez) ist Herr Gustav Münch von Diez als Reichstags- andidat aufgestellt. ** 8weite Kammer. Ein bei der Kammer eingegangener Antrag der Abgeordneten Dr. Frenay und Genoffen( unterzeichnet sind 22 Abgeordnete) geht dahin, die Rammer wolle die Großh Regierung ersuchen, im Anschluß an die bei den Ständen eingebrachte Regierung vorlage, betreffend die Großh. Offizier- Witwen- und Waisentasse, sowie die Unteroffizier Witwenkasse, den Ständen einen Gesezentwurf vorzulegen, nach welchem die Beiträge zu diesen Kassen mit Wirkung vom 1. April 1903 an in Wegfall kommen, bezw. auf die Staatskasse übernommen werden. ** Der zweiten Rammer gingen, wie bereits gestern schon berichtet, drei Regierungsvorlagen zu: Forst strafgeset sowie ein Gesez zur Abänderung des Gesezes über das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen. Den Gesezentwürfen sind Seitens des Juſtizministeriums umfangreiche Begründungen beigegeben. Das noch beute zu Recht bestehende Forststrafgesetz vom 4. Februar 1837 bat sich vollauf bewährt, sodaß selbst im Jahre 1879, als für die meisten Bundesstaaten die Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Reichsprozeßqef ge Anlaß zur Revision des Forststrafgefeßes bot, in Hessen man davon abzuseben in der Lage war. Gleichwohl haben damals die Landstände den Wunsch nach einer Revision des Forststrafgesezes und Feldstrafgeseßes ausgefprochen. Neuerdings haben sich gegen das System der absolut bestimmten Strafen, welches der derzeitigen Geseßgebung zu Grunde liegt. wichtige Bedenken geltend gemacht. In nicht seltenen Fällen erreichen die Forststrafen zuzüglich des Schadenersatzes, der Kosten und Pfandgebühren, Beträge, die zu der Straftat außer Verhältniß stehen und vielfach mnkte eine entsprechende Handhabung des Begnadiqungsrechtes seitens des Landesfürsten eintreten. Auch die strafrechtliche Ahndung von absichtlicher oder fahrlässiger Verlegung vertragsmäßiger Pflichten seitens der Holzhauer entspricht nicht mehr unseren Anschauungen, und ist auch tatsächlich bereits aus den neueren Forststrafgesezen verschwunden. Das Gesez soll weiter nach der Seite eine Aenderung erfahren, daß eine so weitgehende Mitwirkung der Forstbeamten wie bisher, fraft welcher lettere in erster Instanz die Obliegenheiten des Auntsanwalts wahrzunehmen haben, für die Folge vermieden wird. Bezüglich des Feldstrafwesens besteht bisher in Hessen keine einheitliche Gesetzgebung. Für einzelne Teile des Landes Festanden unvollständige und veraltete Partikularverordnungen, für Rheinhessen famen hauptsächlich die Vorschriften des code rural vom Jahre 1791 zur Anwendung. Ausschlaggebend für die vorgeschlagene Aenderung iſt die Erwägung, daß das Feldstrafgesetz durch die neue Reichs- und Landesgesetzgebung vielfach geändert wurde, was den mit der Ausübung der Feldpolizei betrauten Ortspolizeibeamten die Handhabung des Gesetzes sehr erschwerte. Das hessische Feldstrafrecht ist zudem in seiner Entwickelung hinter den FeldStrafgesetzgebungen der benachbarten Staaten zurückgeblieben. Die Aenderung des Verfahrens in Forst- und Feldrügesachen ist eine naturgemäße Folge der Regelung obiger beiden Gesetzesmaterien. ** Die Wählerlisten für die bevorstehende Reichstagswahlen werden jezt allerorten verbreitet und aufgestellt, damit dieselben dann rechtzeitig und nach Vorschrift aufgelegt werden fönnen. *** Sängertag. Am Sonntag hat im Postkeller dahier der Sängertag des Lahntal- Sängerbundes, dem auch hiesige Gefangvereine angehören, stattgefunden. sämmtliche 13 Bundesvereine hatten Vertreter gesandt. Es fand zunächst die Vorlage der vom Bundesvorsitzenden Hauptlehrer Schneider Marburg ausgearbeiteten und von einer Kommission durchgesprochenen neuen Bundes- Sozungen statt. Diese wurden vorgelesen, dann abschnittweise durch beraten und am Schluß unverändert genehmigt. Dann fand die Wahl des Bundesvorstandes statt( ein solcher bestand seither nämlich nicht). Gewählt wurde als Vorsitzender Hauptlehrer Schneider- Marburg als Stellvertreter Oberlehrer Storch- Buzbach, Petri- Marburg als Schriftführer, Havermann- Butzbach als Rassierer. Es wurde bestimmt, die Statuten zu drucken und jedem Mitglied ein Exemplar zuzustellen. An den Sängertag schloß sich ein Dirigententog, auf dem für das Jahr 1904 in Grünberg abzuhaltende Bundesfest folgende Chöre ausges wählt wurden: Das deutsche Lied" von Friedrich Schneider, mit Orchesterbegleitung, sowie ohne Orchesterbegleitung: H Wer hat dich du schöner Wald" von Mendelssohn und " O Frühlingszeit, o Lieb und Leid" von Paul Polster. Ein zweiter Chor mit Orchesterbegleitung soll noch auf dem im nächsten Herbst hier in Marburg stattfindenden Sängertag bestimmt werden. Da der geplante Ausflug nach Trtor's Hardt nicht stattfinden konnte, so vereinigten sich die Sänger im Lokal der Heiterkeit", im Schiptapaß, wo der Bauer'sche Gesangverein und die Heiterkeit", mit Beifall aufgenommene Gesangvorträge zum Besten gaben. - 11 toftet. 1 Ja 51 500 m. fo anders übrig b ftellen. Beute w Die Dirne erhiel ** Ein m in Bechtheim nac Landwirt Chr. bon 1866 und 1 bei Laufach im Brivat fidh ausg 18. Auguft ftan bei Gravelotte. geftoffen. An geblieben. Jm fein Geschüz i unbemerkt und Ram man bar ja nights a A -11. Urteil: Enteignung Kliniken. Das in weiten Kreisen mit großem Interesse erwartete Urteil des Provinzial- Ausschusses wegen der Enteignung des Geländes zwischen Wilhelm- und Klinikstraße zur Erbauung einer chirurgischen- und Augenklinik dürfte, wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, erst anfangs Mui, frühestens aber Ende dieses Monats zu erwarten sein. Die gärtnerische Anlage des Wieseckufers entlang der Aliceftraße zwischen Frankfurter und Bahnhofftraße ist am Samstag voriger Woche vom Stadtgärtner Balser durch Einsetzung von 18 Pflanzengruppen hergestellt, doch läßt sich deren Wirkung vorerst nicht beurteilen, man muß um dies zu fönnen, erst die Entwickelung der Gruppen abwarten. Der Stadtgärtner, welcher aber durch die gänz liche Umwandlung der Südanlage, die er im vergangenen Jabre beendete, bewiesen hat, daß er für die Landschaftsgärtnerei, einen sehr feinen Beschmack befißt, wird wohl auch am Ufer der Wieseck das Rechte getroffen haben. H. Die Weiterführung des im vergangenen Jahre hergestellten Promenadenweges vor dem Neustädter Thor und zwar von der Bichler'schen Privatstraße bis an die Gießener Gemartungsgrenze( also beinahe bis zur Straße, welche von der Rodheimer Chaussee nach Heuchelheim abzweigt) wird demnächst in Angriff genommen, nach dem durch die Feldbereinigung das zu dieser Verbreiterung erforderliche Ges lände zur Verfügung gestellt worden ist. -0. Ohne jede sportliche Veranstaltung werden wir uns in Gießen in diesem Jahre behelfen müssen. Nach einem früher schon gefaßten Beschluß der Gießener Ruder Gesellschaft, der dahingeht, bis auf Weiteres Ruder- Regatten nur alle 2 Jahre abzuhalten, fällt die diesDem Vernehmen nach soll jährige Regatta also aus.- auch bisher keine Geneigtheit bestehen, auf unserem Sportplatz an der Haardt in der kommenden Saison Radwettfahrten zu veranstalten. - Der Bauer'sche Gesangverein unternimmt am Karfreitag einen Ausflug nach Lich. Dort werden die Licher Sänger sich zum Empfang bereit halten, und alle zusammen begeben sich dann nach dem Kloster Arnsburg, wo einige Stunden bei Gesang und Bier verlebt werden. - ** Vor wenigen Tagen berichteten wir, daß die 4 hiesigen Wohlthätigkeitsvereine ihre Vereinsfestlichkeiten jeder an einem besonderen Sonntag abhalten werden und vom Bolizeiamt die Zusage erhalten, daß an einem solchen Sonntag tein anderer Verein oder Wirt die Erlaubniß zu einer Festlichkeit erhält. Man will damit dem Zwecke dieser Vereine zu Hilfe kommen. Gestern Abend hatten die 3 Vereinsvorstände im Schipkapaß" darüber Sigung und einigte man sich dahin, daß ein Verein den andern auch durch Agitation und Besuch bei den Festlichkeiten unterstützen soll. Eine Kommiffion bestehend aus den 4 Vorsitzenden und je 2 weiteren Mitgliedern wurden gewählt zur Durchführung dieser Abmachung. Die Contentia wird mit den Festen im Mai den Anfang machen. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Ein Urteil des Oberkriegsgericht des 18. Armeekorps Am 7. Februar d. Js. arbeitete eine aus den Regimentern 87, 88 und 117 in Mainz zusammengestellte Abteilung von 51 Mann unter 3 Unteroffizieren auf dem Großen Sand. Der Musketier Otto Scherer von der 8. Romp. 87. Inf.- Regts. unterstand dabei der Aufsicht des Unteroffiziers Braunschweig von den 88ern. Einem 3maligen Befehle dieses Unteroffiziers, im Laufschritt herzutommen, hat Scherer nicht befolgt. Er ist vielmehr in ge wöhnlichem Schritt herangekommen und hat sich dadurch des Beharrens im Ungehorsam vor versammelter Mannschaft schuldig gemacht. Darauf stehen als niedrigste Strafe 43 Tage Gefängnis, auf die des Gouvernementsfriegsgericht in Mainz denn auch erkannte, obwohl der Soldat nachwies, daß er an dem Tage wunde Füße hatte und nicht gut laufen konnte. Im Urteil heißt es, er hätte wenigstens den Versuch machen müssen, zu laufen. Dem Gerichtsherrn war die Strafe noch zu niedrig. Seine Berufung wurde jedoch verworfen. Der Soldat hatte keine Berufung eingeleat. " r. Aus Hessen. Unter der Spißmarte„ Es wird immer schöner" schreibt der„ Schulbote für Hessen" vom 1. April: Im vorderen Odenwalde suchte unlängst ein Gemeinde- Forstwart in einem benachbarten Dorfe nach Holz, das im Walde abhanden gekommen war. Dabei betrat dieser gestrenge Herr auch die Hofraite des in der ganzen Umgegend so be fannten, hochachtbaren Lehrers X Y. Der ihn begleitende Polizeidiener äußerte darüber sein Befremden und wollte den Hof des Lehrers nicht betreten. Aber der Mann der Gerechtigkeit sprach:„ Im trane keinem Parre, noch viel weniger einem Schullehrer." ** Mainz. Da der Kassierer Herrmann von der hiesigen Volksbank über die von ihm verübten Unter schlagungen ein unumwundenes Geständnis abgelegt hat, fonnte die Voruntersuchung rasch beenbigt werden, so daß die gerichtlichen Verhandlungen schon in Rürze statt finden fönnen. Das Schweinefleisch hat an 10 Pfennige das Bfund abgeschlagen. m. Ein Durchbrenner zurückgekehrt. Am 31. August 1901 brannte von Frankfurt der damals 28jährige, berheiratete Buchhalter der Baufirma Beck u. Grünewald, Karl Wendland, nach Unterschlagung von 51 500 Mt. die der genannten Firma gehörten, mit seiner„ Geliebten", einer Prostituirtea, durch. Das Pärchen machte eine Ver gnügungsreise durch Europa, was bekanntlich viel Gelb Dem Dien Amtsgericht we Höhe von 2 W wurde vom G rufung verfolg feine Vergütur diefer Berechn liegen, wesha F. von Alsfel polizeilicher U Tas Feldgeri rid, worauf wurden zu f heutigen Berb que, der Ange für überführt Belaftung mi folletteur Bri von Dauernh an. Auf e Für außerorden in jedem heiten in Lind Borjäh billigen Telephon Einne Jede Ridfitten W ju machen anderen K Gefundhe Gerften u biele if weidlichen fanntlic empfohlen taffee ich 10 Bib. Banne Alleinbe Bin bereit auf B anwefe Senbelajohn unb von Baul Bolster. foll noch auf dem tfindenden Sänger ante Ausflug na fo bereinigten fich bfet. 1½ Jahre dauerte die Freude da waren die 1500 Mt. so gründlich abgetan, daß Wendland nichts ribers übrig blieb, als sich„ reumütig" der Polizei zu tellen. Heute wurde er zu 6 Jahren Gefängniß verurteilt. Die Dirne erhielt 3 Monate. m Schiplapaß, wo terfeit", mit Beifall gaben. initen. Das in wartete Urteil des ** Ein waderer Mann ist vor einigen Tagen in Bechtheim nach längerem Leiden mit dem Kriegsveteran Landwirt Chr. Brenner II gestorben. Er hatte die Feldzüge on 1866 und 1870/71 als hessischer Artillerist mitgemacht, bei Laufach im Feuer gestanden und bei Gravelotte- St. nung des Geländes Brivat sich ausgezeichnet. In dieser heißen Schlacht am r Erbauung einer 18. August stand die Batterie Brenners am Lois de Cacuffe | Unter Be - Amtsgerichts Nidda erfolgte Freisprechung. Gegen dieses Erkenntnis verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. In der heutigen Verhandlung wird feftgestellt, daß die Loose irrtümlich nach Dauernheim gesandt wurden, da man annahm, diese Ortschaft liege in Elsaß- Lothringen, welchen Vermert auch der betreffende Briefumschlag trug. laftung der Staatskaffe mit den sämmtlichen Kosten wird die Die Berufung der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Berufung in der Privatflage R. gegen H. von Schlitz wird vor Eintritt in die Hauptverhandlung zurüdgenommen. Landwirt Heinrich Sch. hat gelegentlich einer Bergleichsverhandlung auf der Bürgermeisterei zu Eicheldorf bezüglich gemacht, weshalb ihn das Schöffengericht Nidda zu 3 Mt. Geldstrafe verurteilte. Der Vorsitzende des Berufungsgerichts an dem hartnäckigen Sträuben gegen Abgab einer Ehren- uns von zuständiger bei Gravelotte. Sie war bis auf wenige Mann zusammen des Landwirts Würz Bemerkungen beleidigenden Inhalts Tai, frühestens aber geschossen. An jeinem Geschüß war Brenner allein übrig blieben. Im stärksten Rugelregen hielt er aus, bediente ge des Wiesecufers in Geschüß und feuerte, bis Hilfe fam. Seine Tat blieb verursacht heute einen Vergleich zustande zu bringen, welcher rter und Bahnhof unbemerkt und unbelohnt. Böse darüber war Brenner nicht. bom Stadtgärtner om man darauf zu sprechen, so meinte er:„ Ich habe erklärung seitens des Angeklagten, scheitert. Nach erfolgter gruppen hergestellt, ja nichts als meine Pflicht getan." ht beurteilen, man lung der Gruppen er durch die gänz cim vergangen die Landschaft Aus dem Gerichtssaal. Straffammer fitung. t, wird wohl auch Artegericht wegen Tarifüberschreitung einen Strafbefehl in Gießen, den 4. April 1903. Dem Dienstmann Kaspar E. dahier, ging vom hiesigen haben. bergangenen Jahre Neustädter Thor ſtraße bis an die e bis zur Straße, euchelheim abzweigt Höhe von 2 Mt. zu. Der von ihm eingelegte Widerspruch wurde vom Schöffengericht zurückgewiesen, worauf er Berufung verfolgte. In der heutigen Verhandlung giebt er an, Seime Vergütung stundenweise berechnet zu haben. Nach bieler Berechnung kann eine Tarifüberschreitung nicht vorLandwirt Eckhard nach dem durch die liegen, weshalb Freisprechung erfolgt. ng erforderliche Ge Veranstaltung m Jahre behelfen ßten Beschluß der , bis auf Weiteres - G. von Alsfeld erhielt vom dortigen Amtsgericht wegen feldpolizeilicher Uebertretung einen Strafbefehl auf 6 Mt. lautend. Das Feldgericht wies den von ihm eingelegten Einspruch zurict, worauf er Berufung verfolgte. Auf seinen Antrag wurden zu siner Entlastung eine große Anzahl Zeugen zur heutigen Verhandlung geladen. Der gewünschte Erfolg blieb aus, der Angefla te wird troß seines hartnäckigen Leugneng ( ten, fällt die dies, für überführt erachtet und Strafe auf 10 Mr. erhöht, unter ernehmen nach soll Belastung mit den sehr erheblichen Kosten. uf unserem Sport Saison Radwett erein unternimmt Dort werden die Salten, und alle zu fter Arnsburg, ier verlebt werden. n wir, daß die 4 nafeftlichkeiten jeber werden und vom inem solchen SonnErlaubniß zu einer Zwecke dieser Ver hatten die 3 VerSigung und einigte rn auch durch Agh n unterſtüßen soll. Vorsitzenden und je zur Durchführung mit den Festen im argebieten. gericht bes 18. Ar beitete eine aus den aufammengestellte roffizieren auf den o Scherer von der bei der Aufsicht des Bern. Einem 3ma Laufschritt herzu Lotterieto lefteur Brüning aus Braunschweig bot einem Einwohner bort Dauernheim Loose einer in Hessen verbotenen Lotterie Auf erfolgten Einspruch gegen einen Strafbefehl des an BeltFedern Beweisaufnahme wird das erstinstanzliche Urteil bestätigt." Den Schluß bildet die Privatklage eines hiesigen Gärtners gegen einen Laternenwärter, welche durch Vergleich ihre Erledigung findet. Marktbericht. Gießen, 7 April Auf dem beutigen Wochenmarkt fofteten Butter ber Bib. 1.10-1.25 Mr. Hübnereier 6 Pfg, 2 St.11 Pfg., Enteneiert. 6-7 Big., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg.. Tauben per Paar 2. 1.00-1.20, Hübner per Stüd Mt 1.00-1 70, Hahnen, per Stud Mt. 0,85-2.00, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bid. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfq., Rindfleisch per Bfb. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bia Schweinefleisch gesalzen ver Bfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 66-72 Bfa., Sammelfleisch ber Pfd. 52-72 Vfq., Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 0.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 6.00-7.00, Milch per Piter 18 Bía. Frankfurter Virhmarkt. Zum Verkauf standen 483 Ochsen, 131 aus Desterreich 50 Bullen, 5 ans Oesterreich, 764 Rühe, Färfen, Stiere und Rinder, 0 aus Desterreib, 266 Kälber, 263 Schafe und Hämmel, 1228 Schweine, 0 Ziegen, 12 Siegen, 46 Schaf lämmer. Bezault wurde für 50 Kilo Schlachtgewicht. Ochsen: 1. Qualität 70-71 Mt. 2. Qual 65-68 Mt., 3. Qual. 60-63 Mf.; Bullen: 1. Qual. 61-63 Mr., 2. Dual.: 58-60 Mt; übe 1. Qual. 61-63 Mt., 2. Qual. 68-60 Mt., 3. Qual. 48-50 mt. 4. Qual. 44-66 Mt., 5. Qual. 00-00 Mt. Kälber: 1. Qua ität 85-86 Ptg., Leben gewicht 51-52 Pf., 2. Qual. 82-84 Pf., Bettfedern u. Daunen, Für Bäcker! Brotpreis- Formulare Barchent, Bettzeug, hält ftets am Lager Bett- Cattune. Damaste, Betttuchleinen u. Halbleinen. bestbewährt. Qualiläten empfehlen billig M. Hartmann Nachfolger. O Grünberg. 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Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 36, Stabiosenblätter 56, Lemnsblätter 75, Bimmstein 1-50, rotes Sanbelholz 75, Bardannawurzel 44, Carug mur I 3.50, Radic. Cariophyll. 3 50 Chinarinde 850 Erbngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßbolzwurzel 75, Sasaparillwurzel 85, Fenchel, röm. 3'60, weiß Senf 3 50, Nachtschattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Reichsgesetzes, die Sch I a cht bieh- und Fleisch beschau betr Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Bestimmungen der Fleischbeschauordnung vom 10. April 1880, insoweit sie nicht durch das Reichsgesetz und die Bundesratsvorschriften ersetzt sind, bis zur Veröffentlichung der demnächst zu erlassenden Ausführungsbestimmungen in Anwendung zu bringen sind. Gießen, den 1. April 1903. Großh. Krisamt Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Die Frankfurterstraße, zwischen Hofmannund Klinikstraße wird wegen Vornahme von Walzarbeiten von Dienstag den 7. 1. Mts. an bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradbermieten. Näheres Wallthor- berkehr gesperrt. straße 8 im Laden. mit Kleine Wohnunggaben al sbald zu vermieten Brandplatz 15. Eine Wohnung im Preis bon cirka 10 Mark pro Monat in der Nähe der „ Schönen Aussicht" gesucht. Off. bitte unter R. 6 an die Exp. d. Bl. zu richten. Geräumiges möblieries Zimmer in einem Neubau mitten der Stadt, billig zu vermieten. Näberes in der Erp. d. Bl. Freundlich möbl Zimmer mit feb. Eingang zu vermieten. Weidengasse 1, II. Gin ſchön möbl. Zimmer zu bermieten. Näb. Brandplatz 14. 3. St Wobl. oder unmöbl. Zimmer fofort zu verm. Steinftr. 63 II., Schön möbl. Frontzimmer mit oder ohne Pension zu verm. Näberes Maftylak Nr. 20. Mooniertes Zimmer mit oder ohne Pension Kirchplay 6. Freundlich möbl. Zimmer zu verm. 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März 1904 sowie die Voranschläge des Stadterweiterungsfonds, des Gas- und Wasserwerks sowie das Eleftrizitätswerks für dieselbe Zeit liegen in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung von heute an während 8 Tagen auf dem Bürgermeisterei- Zimmer Nr. 15 zur Einsicht der Be teiligten offen. gegen Blutstockung Einige schön möblierte Zimmer Erwig, Hamburg, Bartholomäusftr. 57. Wer Stelle fucht, verl. die , Deutsche Vakanzenpost' Eglingen Bismardstraße 17. Möbl. Zimmer. Dammstraße 44 I. Gießen, den 7. April 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Tüchtige jüngere Schuhmacher für dauernde Beschäftigung bei gutem Lohn gesucht. Schuhfabrik ,, Arminia" 8. m. b. 5. Mittelftmühle b. Gozenbus d Wer weise, wählt Sturmvogel, das ist der Name eines modern gebauten, hocheleganten, unverwüstlichen und billigen Rades. Nähmaschinen in vorzüglicher Konstruktion. Unsere Preisliste ist hochinteressant und lesenswert. Deutsche Fahrradwerke„ Sturmvogel" Gebr. Grüttner, Berlin- Halensee 103. 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