Pr. 261. Wonnementöprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfs., Haus gebracht 60 Bfg., durch die Boft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Battabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) bez beffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitage. Freitag, den 6. November 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfg. fonist 16 Bfg.: Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Bfg. Bostzeltungsliste No. 3969. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechenschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Steßener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Mommfens Leichenfeier, † Berlin, 5. November. Die sterbliche Hülle Theodor Mommsens ist heut in dem Erbbegräbnis seiner Familie auf dem Kirchhofe in der Bergrmannstraße zur ewigen Ruhe bestattet worden. Der große Gelehrte war in seinem Tode noch einmal Gegenstand der Thrungen der gesamten zivilisierten Welt. Selten hat man wohl eine so glänzende Trauerversammlung beieinander gesehen, wie sie heute in der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche sich um den blumengeschmückten Sarg scharte, vor dem auf Schwarzen Kissen die Orden des Verstorbenen lagen, darunter die Friedensklasse des Ordens pour le mérite. Als Vertreter des Kaisers wohnte in der Hofloge der Kronprinz der Trauerfeier bei, ihm zur Seite vier weitere preußische Prinzen, Friedrich Leopold, Friedrich Heinrich, Joachim Albrecht und Friedrich Wilhelm. Die hier anwesenden Minister waren vollzählig erschienen. In dichten Reihen saßen die Vertreter der deutschen und ausländischen Universitäten und der städtischen Behörden. In weitem Halbfreise scharen sich, die Banner und Schläger mit düsterem Flor umhüllt, die Abordnungen der Musensöhne aus allen deutschen Gauen. In ergreifenden Worten entwirft Professor Harnack ein Bild von des großen Toten Leben und Wirken als Pionier der Wissenschaft, als Patriot und als Weltbürger. Nach gemeinsamem Gesang wurde der Sarg aus dem Hügel von Kränzen herausgehoben, von denen der eine, von der Kirchengemeinde zu Oldesloe gestiftet, aus Blumen vom Grabe der Eltern Mommsens gewunden ist. Die Studenten senken die Banner und Schläger tief zur Erde, und zwischen ihren Reihen hindurch wird der Sarg zum harrenden Wagen getragen, dem, der Galawagen des Kaisers voran, eine schier unendliche Reihe von Equipagen folgt. Unter dem feierlichen Geläut der Glocken setzt sich der Zug in Bewegung, von dent Tausendeti, die in dichtem Gedränge die Straßen füllen, ehrfürchtig begrüßt. Auf dem Kirchhof fand nur noch eine furze Feier statt, dann wurde der Sarg in der Familiengruft beigesetzt. Kaifertage in Hessen. Darmstadt, 5. November. Seit Wochen birgt unsere Residenz einen kaiserlichen Gast in ihren Mauern, und in den letzten Tagen wurde davon gemunkelt, daß sie sogar zwei Kaiser beherbergen werde. Das hat sich nun allerdings als eine trügerische Erwartung erwiesen: Kaiser Wilhelm ist nicht, wie man geglaubt hatte, nach Darmstadt gekommen, um im großherzoglichen Schlosse die Barenfamilie zu besuchen. Er hat sich an das einmal festgesezte Programm gehalten und den Besuch, den der Zar ihnt gestern in Wiesbaden abstattete, der Verabredung gemäß in dem nahen Jagdschloß Wolfsgarten erwidert. Die Darmtädter haben also nicht, wie ihre Wiesbadener Nachbarn, den Borzug gehabt, die Herrscher der beiden mächtigsten Reiche Europas beisammen zu sehen. Auch in Wolfsgarten nicht. Denn mit wenigen Ausnahmen wurde niemand in die Nähe des Schlosses gelassen, und auch der Bahnhof Egelsbach, wo der Kaiser den Zug bon Wiesbaden heute Mittag gegen 1 Uhr verließ, war nebst Umgebung für das Publikum gesperrt. Selbstverständlich geschah das mit Rücksicht auf den Zaren; Kaiser Wilhelm fann solcher Absperrungsmaßregeln gern entraten. Nur der Bar, Großherzog Ludwig und Prinz Heinrich waren zum Empfange des Kaisers auf dem Bahnhofe zugegen. Vor dem Stationsgebäude harrten die Wagen, von einer DragonerEskorte umringt. Die Begrüßung zwischen dem Kaiser und seinem fürstlichen Verwandten war, wie immer, sehr herzlich; dann ging es in schnellem Tempo, vorauf, zu beiden Seiten und hinter den Wagen Dragoner, nach Wolfsgarten, wo die Frühstückstafel bereits gerüstet war. Aber wenn die Darmstädter auch auf den Besuch zweier Raiser verzichten mußten: einen Abglanz der kaiserlichen Begegnung faben sie auch. Während die drei gekrönten Häupter und Prinz Heinrich in Wolfsgarten weilten, fand im Darmstädter Schloß eine Marschallstafel für das Gefolge der beiden Kaiser statt, an der auch die Grafen Lambsdorff und Bülow teilnahmen. Ein glänzender und ungewöhn= licher Anblick für unsere Bürgerschaft, diese Menge goldgesticfier Uniformen, besternter Waffenröcke und Diplomatenfracks! Der Abend vereinte das Gefolge mit den Fürstlichkeiten im Wolfsgartener Schloß zu einer Hoftafel, die sich bis furz vor der Abreise des Kaisers nach Wiesbaden sie erfolgte gegen 10 Uhr-- hinzog.„ Unbefugten war der Eintritt berboten", und außer denen, die zur Verschwiegenheit von Berufs wegen verpflichtet sind, weiß niemand, was bei den Interredungen der beiden Monarchen, was bei den Unterreoungen ihrer verantwortlichen Ratgeber gesprochen und haratschlagt wurde. Das eine darf man aber zuversichtlich hoffen, daß das Ergebnis dieser Besprechungen beiden Bölkern und dem Weltfrieden zum Heile gereichen werde... Ueber den Verlauf des ersten Tages der Kaiserbegegnung wird aus Wiesbaden noch berichtet: Beim Eintritt in das Softheater, wo abends Galavorstellung stattfand, wurden die boeiden Herrscher mit Fanfaren begrüßt. Als sie mit den übrigen Fürstlichkeiten in der Horloge platz nahmen, timmie das Orchester die russische Hynine an, und das Publikum brach in brausende Hochrufe aus. Nach der Vorstellung begaben sich beide Kaiser, vom Gefolge begleitet, durch die Spalier bildenden Truppen zum Bahnhof. Die Monarchen füßten sich wiederholt, und um 10 Uhr erfolgte unter dreifachem Hurra der Mannschaften des Alexander- Regiments die Abreise des Zaren, den der Großherzog von Hessen und Prinz Heinrich nach Darmstadt begleiteten. Wie zuberlässig verlautet, wird der Großherzog sich dem Zarenpaar bei dessen Abreise anschließen, um in Rußland der Jagd nbzuliegen. Die Revolution in Kolumbien Ein ist in vollem Gange, und eine Einmischung der Vereinigten Staaten ist mit absoluter Sicherheit zu erwarten. folumbisches Kriegsschiff hat die Stadt Panama bombardiert, und zwar unter Außerachtlassung der Völkerrechtsvorschriften. Das will die Union, die ohnehin den Aufständischen ihre moralische Unterstüßung zugesagt hat, zum Anlaß nehmen, gegen Kolumbien ihrerseits vorzugehen: Zum Zeichen des Protests gegen diesen Völkerrechtsbruch hat das auf dem Wege nach Panama befindliche amerikanische Kriegsschiff " Boston" ein kolumbisches Kanonenboot beschlagnahmt. Außerdem hat die Union bereits 1400 Mann in Panama gelandet, weitere Truppenausschiffungen stehen bevor. Die Unabhängigkeitserklärung des Staates Panama ist erfolgt. Eine Regierung, aus drei Konsuln und einem Ministeriunt bestehend, wurde eilends gebildet. Bir selben Zeit wurde die kolumbische Besatzung der Hauptstadt Banania von den Rebellen entwaffnet, soweit sie sich ihnen nicht anschloß, und die Offiziere wurden hinter Schloß und Riegel gesetzt. Die Sache vollzog sich ganz glatt und ohne Blutvergießen. Die ganze Aktion erfolgte mit mindestens geheimer Unterstützung der Amerikaner. Die Aufständischen sind z. B. im Besize vieler tausend Mausergewehre, die s. 3t. den Spaniern auf Ruba abgenommen wurden und den Panamaleuten nur von den Amerikanern geliefert sein können. Es steht auch fest, daß zwei amerikanische Generalstabsoffiziere diesen Sommer die ganze Gegend genau inspiziert haben. Die folumibische Regierung war auf. die Revolution nicht vorbereitet, ihre Armee ist schlecht bewaffnet, und wahrscheinlich wird ein Teil des Heeres, wie es schon ein Bataillon der Besazung von Panama getan hat, sich den Aufständischen anschließen. Einsiweilen hat die kolumbische Regierung den Aufständischen 6000 Mann auf den Hals geschickt. Und nun hat die kolumbische Regierung auch noch ein tätiges Eingreifen der Amerikaner zu Gunster der Aufständischen provoziert, indem sie, ohne des Völkerrechts zu achten, die Stadt Panama beschießen ließ! Auf die Kunde von der Einsegung einer neuen Regierung sandte das kolumbische Kriegsschiff Bogota" ein Ultimatum an die Aufständischen, in dem ihnen eine Frist von drei Stunden zur Wiedereinsetzung der folumbischen Regierung gegeben wurde. Anderenfalls sollte die Stadt Panama bombardiert werden. Aber noch vor Ablauf dieser Frist begann die Bogota" die Beschießung. Die Forts der Stadt und das Kanonenboot Padilla erwiderten das Feuer. Nach einiger Zeit ging die Bogota" wieder in See. Von amerikanischer Seite wurde gegen diese Beschießung als einen Bruch des Völkerrechts protestiert, und es erfolgten die eingangs erwähnten Gegenmaßregeln: Wegnahme eines kolumbischen Kanonenboots und Landung von Truppen. Der Truppenlandung wollen die Amerikaner jedoch nicht den Charakter einer Drohung gegen die kolumbische Regierung geben. Sie haben nicht nur in Panama, dem Ausgangspunkte der Panamabahn, sondern auch in Colon, dem Endpunkte dieser Bahn, Truppen gelandet, um den Anschein zu erwecken, als sei die ganze Truppenlandung lediglich eine Maßregel zum militärischen Schutz der Eisenbahn, der ihnen nach früheren Verträgen zusteht. Die Aussichten des Aufstandes. Es unterliegt, wie gesagt, kaum noch einem Zweifel, daß die Aufständischen siegreich bleiben werden. Es ist ihnen bereits gelungen, die an ihrer Westküste kreuzenden kolumbischen Kriegsschiffe samt und sonders wegzunehmen, so daß sie der Unterstützung des ebenfalls nach Colon entsandten amerikanischen Pacificgeschwaders nicht bedürfen. Aller Voraussicht nach wird die Republik Panama" bald eine anerkannte Tatsache sein, wenn bisher auch das in Washington schon eingereichte Anerkennungsgesuch der neuen Regierung aus formalen Völkerrechtsgründen unberücksichtigt bleiben mußte. Die Politik. Die seit dem Tode der Königin Luise, der Schwiegermutter von Europa" erfolgte versöhnliche Politik des dänischen Hofes treibt weitere schöne Blüten. Der Kronbrinz wird bald nach dem Regierungsjubiläum des Königs eine längere Auslandsreise unternehmen, die ihn vermutlich nach Wien, Dedenburg, Berlin und Paris führen wird. Deutscherseits wird die neue Haltung Dänemarks, die ja von Dauer zu sein scheint, nur aufrichtiger Freude begegnen. * In England ist man über die ungünstige Antwort der Pforte auf die Reformnote nicht sonderlich überrascht. Man glaubt, die Pforte, wolle nur Zeit gewinnen, und deutet an, daß England selber eingreifen werde, wenn die beiden Mandatare Europas keinen Erfolg hätten. Indessen arbeiten die guten Leute da unten noch immer mit Bomben. Neuerdings haben sie wieder auf den Konventionalzug zwischen Gergheli und Mirvo ein kleines Attentat verübt, das Menschenleben gottseidank nicht gekostet hat. Der wackere Sarafom lebt übrigens fidel weiter. Auch die letzte Nachricht von seinem Tode war falsch. Er hat die Türken wiederum bitter getäuscht. Wie es heißt, rief Sarafow die lokalen Führer zusammen und forderte sie auf, in ihre Heimstätten zurückzukehren, da die Türkei die Reformen durchführen werde und die Bulgaren sich vorläufig mit diesen Reformen zufrieden geben müßten. Dem armen Sultan von Marokko geht doch wirklich alles schief. Jetzt hat man auf dem Zollamte in Tanger eine große Summe aus England eingetroffenen neu geprägten maurischen Geldes angehalten, weil die maurische Regierung es versäumte, die fälligen Abschlagszahlungen an die englische Münze zu entrichten, die das Geld geprägt hat. Und der arme Sultan hat doch das Geld so nötig! * Hof und Gesellschaft. Der Bischof von Mainz, Dr. Brück, ist infolge eines Schlaganfalls gestorben. ** Um eine Parade über ihr Husaren- Regiment Königin Wilhelmina der Niederlande( Hannoversches) Nr. 15 abzunehmen, traf geſtern Königin Wilhelmina mit dem Prinzen Heinrich der Niederlande in Wandsbeck ein und wurde am Bahnhof von den Spitzen der Behörden empfangen. Vom Bahnhof begaben die Königin und Prinz Heinrich sich unverzüglich zu Wagen unter Eskorte einer Eskadron Husaren durch die festlich geschmückten Straßen nach dem Paradefelde. Die Königin fuhr im Wagen die Front des Regiments ab und nahm dann in der Mitte des Paradefeldes Aufstellung, worauf das Regiment zunächst in Zügen im Schritt und dann eskadronsweise im Trab defilierte. Nach einem Frühstück im Offizierskasino, an welchem außer dem gesamten Offizierskorps der Kommandierende General, der Niederländische Gesandte in Berlin, das Gefolge der Königin und die Spitzen der Behörden teilnahmen, reiste die Königin und Prinz Heinrich um 3 Uhr nachmittags nach Arolsen weiter. Feer und flotte. Die Entfestigung von Mainz hat begonnen. Der Kaiser hat genehmigt, daß die Lünette Wiesbaden sowie die Bastionen Herzog Ferdinand, Prinz Wilhelm und Schwarzenberg der Kasteller Umwallung sofort eingeebnet werden. Die lothringischen Rekruten, die, wie gemeldet, ebenso wie die elsässischen dieses Jahr zum erstenmal in dort liegende Regimenter eingestellt wurden, sprechen meistens neben dem Französischen ein geläufiges Deutsch, nur sehr vereinzelte sind des bloßen Französischen mächtig. Die Väter der jungen Leute sind meistens alte französische Militärinvaliden aus dem letten Kriege, die noch von der französischen Regierung ihre Militärpension ausgezahlt erhalten. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 9. Verhandlungstag.) RK Berlin, 5. November. Die Einleitung der heutigen Verhandlung dreht sich um die Frage der Aehnlichkeit zwischen dem angeblichen Majoratserben und der Familie Kwilecki. Das Gericht beschließt, einen Porträtmaler als Sachverständigen zu laden. Ein Geschworener meint, die Gräfin habe doch noch einen Sohn gehabt. Den Geschworenen würde es angenehm sein. wenn ihnen eine Photographie dieses verstorbenen Knaben zugänglich gemacht würde. Die Verteidigung wird sich_bemühen, eine solche Photographie herbeizuschaffen. Nachdem dann noch Justizrat Wronker ein Telegramm vorgelegt hat, das in Berlin um 7 Uhr 46 Min. abends aufgegeben und erst am nächsten Morgen 3 Uhr 45 min. in Wronke aufgenommen worden ist, womit er beweisen will, daß die Telegramme der Gräfin an ihren Hausarzt sich sehr wohl über Erwarten hätten verspäten können, wird in der Zeugenvernehmung fortgefahren und zuerst der Leumund des Zeugen Hechelski von der Verteidigung einer kritischen Beleuchtung unterzogen. Sie bemüht sich, diesen wichtigen Zeugen der Anklage als Intriganten hinzustellen, der gewohnheitsmäßig die Leute aufeinanderheẞe. Die ersten Zeugen, zumeist aus Schrimm und Kosten, in welchem Orte Hechelski von 1881 bis 1896 gewohnt hat, vermögen zumeist nichts von Belang auszusagen. Erster Staatsanw. Steinbrecht scheint, wie aus seinen nodreidjen." от Диngen Crfe Redwar Thre Damen der Sammelt bemeilen das baleich fie in der Tat es meisterhaft, sich in äußere Formen zu fügen, selbst die darauf zu achten, fort, sehr schön; die Frauen verstehen Das Mädchen ist schön," fuhr der Gouverneur, ohne Sandhibald antwortete nur durch ein helles Hohnlachen. Archibald, warum hat sie sich den Hof Warum hat sie meine Schmeicheleien angehört," Denn mehr bei Gott ist amischen nicht geschehen lich nicht leichtfinnia ben, und wenn sie leichten Sinnes ist, so ist sie darum wahrernst, an die Wahrheit des gesprochenen Wortes zu glaufie gewöhnt war," erwiderte der Gouverneur Sie ist ihrem Herzen gefolat ohne machen lassen Assessors fie hat Geld!" unter folchen des fährt mit Obersts in einem Schlitten forglich in die verschiedenen Hüllen gewickelt hat fett ſicher Schlitten in Bewegung. Elfriede Stöger, die erst als gute Tochter ihre Mama Töblichen Gedanken die die Garderobe verlassen. Am anderen Mittag steht Hans b. Studrad bor seiner Tochter. dem Kommerzienrat Stöber reden seiner Gattin, hält es doch für richtig, den fedfen stimmt durch Elfriedes Bitten und Flehen, durch gutes ZuDer Kommerzienrat, zwar bereits mild geund bittet ihn um die Hand Nun sieht sie sich vergeblich ist eine der Letzten, Mama noch ein menin Fragen an verschiedene Zeugen hervorgeht, den War Andruczewski im Verdacht zu haben, daß er diese Zeugen ausgefundschaftet. Von den Geschworenen werden wiederholt Fragen an die Zeugen gerichtet, wie überhaupt die Geschworenen mit großer Aufmerksamkeit ihrer schwierigen Aufgabe gerecht zu werden suchen und häufig in die Verhandlungen eingreifen. Eine längere Auseinandersetzung entspinnt sich darüber, wie das volnische Wort Chachuta am richtigsten ins Deutsche zu übersetzen sei. Hechelski hat nach Angabe eines Zeugen in Kosten und auch in Poſen diesen Beinamen geführt. Es ergibt sich, daß Chachuta ein Mittelding zwischen Schwindler und Aufschneider bezeichnen soll. Der Spion. Zeuge Fuhrmann Kaiser Kosten sagt aus, daß er den Agenten Hechelski einmal nach Wroblewo gefahren und dieser bei der Gastwirtin Kaskowiak abgestiegen sei. Nach etwa 20 Minuten sei Hechelski aus dem Hause gekommen, gefolgt von der keifenden Wirtin, die ihm zurief: Sie Lump, Sie Schwindler, Sie Spion, machen Sie daß Sie' rauskommen, unsere Gräfin hat ehrlich ein Kind geboren." Zeugin Fran Kaskowiak- Wroblewo bekundet, daß eines Tages Hechelski zu ihr nach Wroblewo gekommen und ein Gespräch wegen des kleinen Grafen mit ihr angefangen habe. Sie habe das Gefühl gehabt, daß sie zu einer Schlechtigkeit überredet werden sollte und habe nach ihrer Magd gerufen, daß sie mit dem Besen kommen und ihr helfen solle, den Mann hinauszuwerfen. Hechelski sei ein Schwindler und Betrüger, der ihr Geld versprochen habe, damit sie gegen die Gräfin zur Lügnerin werden solle. Sie habe ihm das vorgehalten und da habe er nichts gesagt, sondern nur die Achseln gezuckt. Hechelskis Verteidigung. tuend eingewirkt. Sie soll zur Zeit nicht das geringste Anzeichen irgend welcher geistigen Störung zur Schau tragen. Eine furchtbare Dynamitkatastrophe hat sich in den amerikanischen Regierungsmagazinen auf der Hudson- Insel Jona ereignet. Nach den bisherigen Ermittelungen sind 16 Personen getötet, mehrere andere verletzt worden. Es ist aber wahrscheinlich, daß die Zahl der Opfer weit größer ist, da man die Unglücksstätte noch immer nicht betreten konnte. In den Magazinen befanden sich einige hundert Tonnen Dynamit, die mit unheimlichem Krachen in die Luft flogen. Ein Hagel explodierender Geschosse richtete in der Umgegend meilenweit Verwüstungen an. Mehr als eine Stunde lang stiegen auf der Insel Flammen und Rauch empor; die durch die Explosion verursachten Erschütterungen wurden meilenweit verspürt. Die Einwohner ergriffen, von Schrecken_erfaßt, die Flucht. Die Zahl der bei der Explosion ums Leben gekommenen Personen läßt sich noch nicht feststellen; man kann sich der Unglücksstätte nur bis auf eine Entfernung von zwei Meilen nähern, da noch fortdauernd nach allen Richtungen hin Geschosse fliegen. Zeuge Hechelski verwahrt sich dagegen, daß er die Kaskowiak irgendwie veranlassen wollte, etwas unrechtes zu tun. Natürlich habe er bei seiner Reise nach Wroblewo den Zweck verfolgt, möglichst viel über die Gräfin und das Kind zu erfahren. Er sei deshalb auch zur Hebamme Ossowska ge= gangen, weil ihm zu Ohren gekommen sei, daß diese manche Neuanschaffungen in ihrem Geschäft gemacht; er habe erfahren wollen, ob ihr das Geld infolge des Meineids zugeflossen sei. Er habe sich ihr als Nähmaschinenreisender, was er ja auch sei, vorgestellt und habe damals das Gespräch auf das gräfliche Kind zu bringen gesucht, die Ossowska habe aber jede Auskunft verweigert. Schließlich habe er ihr auf den Kopf zugesagt, daß sie in Posen einen Meineid geleistet habe. Er habe auch die Gastwirtin Kaskowiak aufgesucht, weil er glaubte, daß diese ihm werde mitteilen können, woher die Ossowska zu größeren Einnahmen gekommen sei. Diese habe gesagt, die Ossowska habe in letzter Zeit mit Massieren viel Geld verdient. Daran habe sich eine Unterhaltung über die Gräfin und das Kind geknüpft, er hätte natürlich gern viel erfahren, es sei ihm aber nicht eingefallen, irgend jemand zu beeinflussen. Er schildert eingehend sein Gespräch mit der Gastwirtin und tritt dabei, lebhaft geſtikulierend, auf sie zu, die Zeugin aber tritt ängstlich zurück. Der Zeuge Mar Andruszewski, der Stiefsohn der alten Dienerin, sagt aus, daß diese stets geleugnet habe, daß das Kind unterschoben ſei. Verhaftung im Gerichtssaal. Die Verhaftung eines Anarchisten wird aus Mailand gemeldet. Bei einer bei ihm vorgenommenen Haussuchung wurde jedoch kein wichtiges Schriftstück vorgefunden. Bei seinem Verhör erklärte der Verhaftete, er habe sich früher auch in Gibraltar aufgehalten, sei dort einen Monat im Gefängnis gewesen und dann ausgewiesen worden. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete, Zigarrenfabrikant Franz Hofmann ist gestorben. Damit wird der 22. sächsische Wahlkreis frei, der zum sicheren Besitzstande der Sozialdemokratie gehört. einige Stunden aus, ißt und trinkt mit ihr und ermahn sie beim Abschied stets, den neuen Gebieter ihres Herzen nicht durch Ungehorsam zu erzürnen. Ein wahres Idyll! Die serbische Regierung hat alle Hände voll zu tun, um die tendenziösen Nachrichten zu dementieren, die allerorten und mit konsequenter Bosheit aufflattern. Hieß es doch wieder einmal, König Peter wolle abdanken. Natürlich denkt er nicht daran. Und weiter war berichtet worden, die Regierung wolle eine neue Anleihe aufnehmen. Gleichfalls Unsinn, sagen die serbischen Offiziösen. Man sieht: der Dementierapparat in Belgrad arbeitet flott und präzis; ob aber auch ehrlich? Die nächste Zeugin, Frau Wieckowski aus Wroblewo, macht eine der von ihr von dem Untersuchungsrichter eidlich abgegebenen völlig entgegengesetzte Aussage. Sie erklärt, daß nach ihrem bestimmten Wissen an dem Tage, an dem die Nachricht von der Entbindung der Gräfin nach Wroblewo kam, die alte Andruszewski nicht verreist gewesen sei. Auch am Tage vorher sei die Alte zu Hause gewesen. Vor dem Untersuchungsrichter hatte sie das Gegenteil ausgesagt. Ihr wird in eindringlichster Weise vorgehalten, daß sie sich des wissentlichen Meineids bezichte und eingesperrt werden würde. Die Zeugin behauptet, daß sie beim Untersuchungsrichter nur habe sagen wollen, die alte Andruszewska sei nach der Entbindung der Gräfin einmal verreist gewesen.„ Sie können mir das Leben nehmen, Sie können mit mir machen, was Sie wollen, ich kann nichts anderes sagen." Sie habe allerdings beim Untersuchungsrichter geweint, aber nur, weil man sie so angeschrieen und ihr gedroht habe, man werde fie vom Fleck wea verhaften. Nach längeren Verhandlunaen ivird die Zeugin auf Beschluß des Gerichtshofs unter dem Verdacht des wissentlichen Meineids verhaftet. idings nur ung In den letzten tbon dem mi Fischereiauffe Strafen nur diefer Art des [ Bofene bauern. In C große Flädje m brendete Ernte lich gilt dies b Gelbfchönedel e ben auf jedem 116 Bentner ben borgenom Trauben wur gwar zum B [ Die Polizeihunde] haben sich nach einem Bericht au Gent, wo bereits einundzwanzig Wachhunde im Dienst der öffentlichen Sicherheit stehen, vorzüglich bewährt. Die Gine brüche, Ueberfälle u. s. w. haben sich nach der Einführung der Hunde merklich verringert und das Gefühl der Sicher heit hat einen in Gent früher unbekannt geweſenen Grad erreicht. Bekanntlich haben auch viele deutsche Städte Hunde probeweise in den Dienst der Polizei gestellt. In Gent bleibt jeder Hund ständig in seinem Bezirke und lernt alle Be amten der Reihe nach kennen. Im Dienste trägt er einen Maulforb, so daß friedliche Passanten nichts zu besorgen haben. Bemerkt der Hund etwas verdächtiges, so streift der Polizeibeamte rasch dessen Maulkorb ab, der frei am Sale bande hängt. Gegen schlechtes Wetter wird der Hund dur eine wasserdichte Decke geschützt. Wenn die Tiere richtin erzogen werden, so legen sie Ruhe und Ueberlegung an der Tag. Ihren Führern sind sie mit unbedingter Treue et geben und setzen ohne Zögern ihr Leben für sie ein. Gin nicht rassenreiner Hund wird, wenn er sich als diensttau lich erweist, ungefähr hundert Mark kosten. Seine Erhalt ung erfordert nicht viel: zwei Mahlzeiten aus Fleisch, Bro und Reis. Während des Dienstes erhält er ein Stück Hunde kuchen. Das Venezuela- Schiedsgerichtsverfahren zeitigte einen Antrag des französischen Vertreters Clunet, der eine Vorzugsbehandlung von England, Deutschland und Italien nicht gelten lassen und die Verteilung der Einnahmen im Verhältnis der Beträge der von den Mächten anerkannten strittigen Forderungen verteilen will. Außerdem sollen die Blockademächte, die auf eigene Gefahr und ohne Auftrag von den anderen Mächten gehandelt hätten, die Kosten des Schiedsgerichtsverfahrens tragen. Man darf sich wohl der Hoffnung hingeben, daß der Schiedsgerichtshof diesem wenig wohlwollenden Antrag nicht stattgeben wird. Auch der nächste Zeuge, Vogt Johann Biskup, verwickelt sich in derselben Angelegenheit in Widersprüche. Auch er will sich jetzt nicht mehr entsinnen, daß die alte Andruszewska am 27. Januar verreist war. Aehnlich unbestimmt sagen die folgenden Zeugen aus Wroblewo über diesen Punkt aus. Aus dem Schluß des Zeugenverhörs ist nur noch die Aussage des Zeugen Miechalsky von Interesse, der von zuverlässiger Seite gehört haben will, daß Hechelski vom Grafen Hektor Kwilecki 30 000 Mark erhalten habe, um Reisen nach Krakau, Warschau, Paris u. s. w. zu machen und Zeugen, die in dieser Sache aufzutreten haben ,,, umzudrehen". Hus dem Gerichtsfaal. berkauft. Sm Schlechten Wit [ Die ! Ludwig Barne lichen. Am G Statiftit mit: Albenden in 31 caufgetreten. Gestorben bin stochen 61mal [ Das Grabdenkmal des Lebenden.] Mit einem Kosten aufwande von 5000 Dollars errichtete Oberst James Smith der größte Baumwollpflanzer des Staates Georgia, an der Stätte, wo er dereinst begraben zu werden wünscht, ein statt liches Monument, das in einer Höhe von 22 Fuß eine Statu Smiths zeigt. Die Nachbarn Smiths fanden das Denkmal in dessen Inschrift nur noch der Todestag Smiths ausz füllen ist, zu proßig und richteten dasselbe übel zu, inden sie hunderte von Schüsse auf das Monument abgaben. Ober Smith ließ dann am Fuße des Denkmals eine Marmo tafel mit der Inschrift anbringen, daß er für die Abfassun der Beschädiger des Monumentes 500 Dollars Belohnun zahle. Nun begruben die wütenden Nachbarn den Ober Smith in effigie und rollten ein Felsstück auf das Grab Ein roh gemaltes Schild verspricht 1000 Dollars demjenigen der die Beschädiger dieses Denkmals( des Felsstücks) abfab Auf dem Festmahl, das zu Ehren des Reichsbankpräsi denten Dr. Koch aus Anlaß seines 50 jährigen Amts. jubiläums veranstaltet wurde, brachte Graf Bülow den Kaisertoast aus, der zwei bedeutsame Aussprüche enthielt. Einmal konnte der Reichskanzler feststellen, daß zum Hohn auf alle Verelendigungstheorien sich unser Volt als Ganzes bis in immer breitere Schichten hinein einer Lebenshaltung erfreut, wie sie ihm in seiner Vergangenheit für die große Masse der Nation niemals beschieden war". Sodann war er in der Lage, die in Ungarn verbreitete Mär zu zerstören, die wissen will, daß man für den Prinzen Eitel Friedrich nach dem magyarischen Throne strebe. Graf Bülow erklärte rund und nett, daß aus Anlaß dieser abenteuerlichen Gerüchte der Kaiser ihm geschrieben habe: ch und meine Söhne gehören dem deutschen Volke." Diese Mitteilung wird den ungarischen Phantastereien den erwünschten Dämpfer auffeßen. § Der Prozeß gegen die Direktoren der Mannheimer Aktiengesellschaft für chemische Industrie hat vor der dortigen Straffammer begonnen. Die Hauptangeklagten sind die beiden kaufmännischen Direktoren Josef Böhm und Hermann Heninger. Die Anklage lautet gegen Böhm auf betrügerischen Bankerott, Fälschung der Bücher, Untreue und Verschleierung, gegen Heninger auf Beihilfe. Ferner sind angeklagt die beiden jetzt noch an der Spize des inzwischen von der Konkursverwaltung verkauften Unternehmens stehenden technischen Direktoren Friedrich Holland und Dr. Hans Kohlstock wegen Verlegung ihrer Pflichten als Vorstandsmitglieder. Ein besonderes Kapitel nehmen die Fälschungen von Krediten auf ein amerikanisches Bankhaus und die Unterschlagung bon 200 000 Mark aus dem Nachlasse der Gräfin de la Rosée ein, zu deren Testamentsvollstrecker Böhm ernannt war. Nab und fern. Neue Schreckenstaten der Armenier in London. Die armenische politische Sekte, die durch einen Emissär den Vorsitzenden der Londoner Gesellschaft armenischer Flüchtlinge, Sagouni, hatte erschießen lassen, hat zu der ersten Schreckenstat weitere hinzugefügt. In dem Londoner Vorort Peckham, wo die Gesellschaft armenischer Flüchtlinge ihr Bureau hat, wurden auf offener Straße zwei Mitglieder des Komitees, Grigorien und Szimicien, von einem Unbekannten erschossen, ein drittes Mitglied Karapetian leicht verwundet. Darauf jagte sich der Attentäter selber eine Kugel durch den Kopf. An der Kopfbedeckung will man denselben Mann erkennen, der auch das Todesurteil an Sagouni vollzog. Prinzessin Luise von Koburg hat von der Nervenheilanstalt Lindenhof bei Dresden, wo sie sich bekanntlich seit der Trennung von ihrem Gatten aufhält, unter dem Namen einer Prinzessin Kohary einen längeren Ausflug nach Oberitalien gemacht. Man hat die Prinzessin in Mailand erkannt. Begleitet war sie von dem Arzt Dr. Pierson, einem Kammerdiener und einer Hofdame. Die Reise hatte sich als notwendig herausgestellt, weil das nervöse Leiden der Prinzessin sich in letter Beit stark verschlimmert hatte. Die Luftveränderung bat auf die Gefundheit der Brinzessin denn auch sehr wohl22mal, bergif 1192mal, erm mord 314ma A[ Brilla Juwelengesch mer spurlos Wert von 20 forschungen f Schoßhund, d Tisch geholt u auf den erste Vermutung re in feinem Ma Edelsteine und [ Auf seinen Lorbeern] ruht, ganz buchstäblich genom men, Gustav v. Moser, dessen sterbliche Ueberreste je im Krematorium zu Gotha verbrannt wurden. Er hat bereits während seiner Lebenszeit sich einen kleinen Sar von Kristallglas anfertigen lassen, der dereinst zur Au nahme seiner Asche dienen sollte und den er nur vertrau ten Freunden zeigte. Von jedem Lorbeerkranz, der ihm während seines langen Lebens gewidmet worden war- und es waren deren unzählig viele, hatte er imme ein Blatt herausgenommen, es zu Asche verbrannt und diese in den kleinen Sarg gelegt, der dazu bestimmt war die Asche seines Körpers aufzunehmen. Und so werde id einst wirklich auf meinen Lorbeeren ausruhen," pflegte e bei Betrachtung seines Sarges heiter lächelnd zu sagen.- Und so ist es nun auch geschehen. Bunte Chronik. Bei Ausschachtungsarbeiten in Bairak ( russisches Gouvernement Jekaterinoslaw) wurden mehrere Arbeiter verschüttet. Es werden eifrige Rettungsversuche gemacht; die Stimmen der Verschütteten sind zu hören. Ein großer Brand zerstörte den oberen Teil der Stadt Jeremié auf Haiti. Der Schaden ist beträchtlich. Vermischtes. ** Falsche Hundertmarkscheine im Umlauf. Wiederum muß vor falschen Scheinen gewarnt werden, die seit kurzen in Umlauf gesetzt sind. Diesmal handelt es sich um Hu dertmarkscheine. Sie unterscheiden sich von echten Scheine dadurch, daß der Strafandrohungsartikel undeutlich gedrud ist, die roten Stempel auf der Vorderseite eine bräunlic Färbung zeigen, der Druck des Bildes der Rückseite un scharf, flecksig ist und die Gesichtszüge sowohl des Germa nia- Kopfes wie der beiden Seitenfiguren gröber sind. Als besonderes Unterscheidungsmerkmal, das auch bei gebrauch ten Scheinen sofort erkennbar ist, diene, daß die Krone über dem Reichsadler auf der Vorderseite bei den Falschscheinen teilweise fehlt. Im übrigen unterscheiden sich die Falsch scheine, die aus dem Jahre 1898 datiert sind und den Buch staben E führen, weder in der Größe noch Färbung von den echten Scheinen. [ Eine hübsche Mommsen- Anekdote,] bei der der große Forscher allerdings nur passiv eine Rolle spielt, wird jetzt aus der Vergessenheit hervorgeholt. Als im Jahre 1877 im Konzertgarten zu Berlin der 60. Geburtstag Theodor Mommsens durch einen Kommers der Studentenschaft begangen wurde, feierte kein Geringerer als der damalige Unibersitätsrektor Professor Helmholt den berühmten Gelehrten. Er gedachte nach der wissenschaftlichen Lebensarbeit auch der parlamentarischen Wirksamkeit des großen Forschers, der damals als Abgeordneter den Kreis Kalau vertrat.„ Darf ich," so schloß Helmholtz unter stürmischer Heiterkeit ,,, darf ich in der Sprechweise seines Wahlkreises von ihm reden, so möchte ich sagen: Mommsen ist weder- kahl noch I a u!" Das Ein Ver berleiher, daß reiter ab ganze Wo Sonntag Nana! Denken Sie, Tausender z gemerkt!" [ Ein preußischer Kultusminister über die Prügelstraf in der Schule.] In den soeben veröffentlichten Erinnerungen des früheren Kultusministers Dr. Robert Bosse Aus de Jugendzeit" erzählt der Verfasser von seinen Quedlinburge Schuljahren:„ Geschlagen wurde auf dem Gymnasium oder wie man es damals in Quedlinburg im Volksmunde nannte auf der großen Schule" nicht. Ich entsinne mich nicht, da auch nur ein einziger Gymnasiast von einem Lehrer einmal eine Ohrfeige bekommen hätte. Verdient hätten wir eine solche oft genug; aber es mag wohl besser gewesen sein, daß das Gymnasium nach der Regel Walters von der Vogel weide ohne Schläge zu erziehen bestrebt war. [ Die verkaufte Frau.] Unter den Bazaraufsehern in Nikolajewsk befand sich so erzählt ein Odessaer Blattein gewisser N. Diesen Mann packte plößlich die Sehnsucht nach seinem Heimatsdorf und er beschloß, seine Stellung in der Stadt aufzugeben. Damit war aber seine Ehehälfte, eine gebildete" Städterin, nicht einverstanden; es zog sic durchaus nicht ins Dorf. Was war zu tun? Der Stadtwächter F., ein Freund des Bazaraufsehers, wußte Rat: er fragte den Freund, ob er ihm die Frau verkaufen wolle! Beide Teile waren bald einig, und mit Einwilligung des Kaufobjekts kam der Handel zustande. Die Frau war durchaus nicht teuer- sie brachte nur 7 Rubel und 50 Kopefen! Durch den Verkauf ist das bisherige gute Verhältnis zwischen den gewesenen Ehegatten durchaus nicht getrübt worden. Wenn der Mann zur Stadt kommt, besucht er regelmäßig die Er- Gattin, borat sie sich von ihrem neuen Herrn für Nimmer wird's gelingen, Zucht mit Ruten zwingen; Wer zu Ehren kommen mag, Dem gilt Wort soviel als Schlag." güteregpeditio bisher in Fri orden 4. Ala Großen- Lind Gießen und Linden wu zeichen verli [ Ein Affe als„ Löwe" des Tages.] In Varis ist zur Zeit der Schimpanse Konsul, der in verblüffendster Treue einer modernen Gentleman zu kopieren versteht, ist, trint raucht, spazieren geht und fährt, ganz wie jeder Pariser Dandy, die Tagesberühmtheit. Die Photographen der Seinestadt drängen sich im Wartesalon des vornehmen Hotels, i dem der intelligente Affe mit seinem„ Impresario" abgestiegen ist, und streiten sich um die Ehre, ihn konterfeien 31 dürsen. Auch wird sein Bildnis von Künstlerhand im nächsten Salon zur Ausstellung gelangen. Konsul hat, sichtlich gerührt, den Besuch hervorragender Persönlichkeiten empfangen und soll demnächst bei einem Staatsmann dejeunieren. Murz dieser Affe ist der Löwe des Tages. Er führt seine Molle mindestens ebenso gut aus, wie mancher von seinen mensch lichen Vettern. * M eines Arei wird vom 1 Reiß in Do * Di Feld- Artille Freiwil fich bis spä Batterie in Vorlage ih bergeben fin * Hauptprüfu Großh Te fid 34 Ran Maschinenba Verfündigun ( Hochbaufad Sabon 1( 5 fach) und ** De Voltsp [ Die Ziegelpreßmaschine.] 5000 Ziegelsteine täglic bermag eine fürzlich in England erfundene und patentierte Maschine zu legen, die ein einziger Mann bedient. Bisher war das Legen von 500 bis 600 Ziegeln die reichliche Tages arbeit eines Maurers; die Maschine, die den Mörtel selbst tätig aufträgt und die Backsteine an Ort und Stelle drückt vermag also das Acht- bis Zehnfache der Menschenarbeit 3 leisten. Sie ist natürlich nicht für kompliziertere Bouten nur für einfache, gleichlaufende Mauern anwendbar. [ Raubfischerei in der Ostsee.] Die Raubfischerei wir in der Ostsee, speziell im Frischen Haff, arg betrieben. Die selbe besteht darin, daß nachts ein eiserner, ungefähr eine Meter hoher Kamm über den Seegrund geschleist wird. Di Fische, wie Schleien, Karauschen, Rotaugen u. s. w., werden dadurch meist völlig zerfleischt und vernichtet, die Aale bleibe dagegen darin hängen. Ein einziges Fahrzeug fann a diese Weise in einer Nacht an 150 Pfund erbeuten, die aller an die Fre bei der beb Randidaten Randidaten fiel gestern Meter tiefe weife fam wurde die aufgehängte Der Täter gegen denfe * D magt fo Am Mitt Eisenbahn Bürgermei Finanzmin Brojett fel nach dem daß zu der 20 000 * auf zuberla Regierung Joioten- An the und en eter thres in wahres einem Be nde im bewährt. ach der G Gefühl nt gelbe utiche St Lt. In und lern enite trägt nichts dhtiges, fo der frei bird der S n die Zie Ueberlegung bedingter n für fie fich als di ten. Seine n aus Fle er ein Stid Mit einem Oberst James tes Georgia en wünscht, 6 22 Fuß eine anden das Stag Smith elbe übel zu nent abgaben mals eine er für die Dollars Be dachbarn den tüd auf da Dollars dem es Felsstids 3 buchstäblich bliche Ueber wurden. G einen fleine r dereinst zu den er nur beerfranz, met worden -, hatte Asche berb dazu beftim „ Und so th usruhen," pil ächelnd zu fage Umlauf. Wiede rden, die feit tur lt es sich um on echten undeutlich eite eine bra der Rüdjeit sowohl des C n gröber find auch bei geb daß die Krone i den Falich den sich die sind und den ch Färbung b iber die Prügel lichten Grinner Dert Boffe Aus einen Quedlinbury m Gymnasium of Volksmunde na finne mid nid inem Lehrer e nt hätten rgerveien jein Sbon der Jar g." In Vari rblüffendster versteht, ist, wie jeder graphen der nehmen fo Imprejavio ihn fonteri Terhand im ul hat, fid ichkeiten emp dejennieren r Führt seine bun feinen Ziegelsteine ene und pate n bedient. Die reichlide den Mörtel und Stelle Menschenarbe pliziertere B anwendbar. Raubfifdhere rg betrieben. rungefähr ichleift wird 7 u. f. m., t. Die Hale bl hrzeug fam rbeuten, die ngs nur ungefähr mit 40 Pfg. das Pfund bezahlt werden. n den letzten Tagen erst sind eine Reihe solcher Fahrzeuge thon dem mit einem Motorboot die See durchkreuzenden Fischereiaufseher in Jungfer abgefaßt worden. Da aber die Strafen nur gering sind, lassen sich die Fischer dadurch von dieser Art des Aalfangs nur wenig abhalten. [ Posener Rebenblut.] Auch Posen hat seine Weinbauern. In Chwalim bei Unruhstadt ist eine 350 Morgen große Fläche nur mit Wein bepflanzt. Die diesjährige, soeben beendete Ernte soll besonders gut ausgefallen sein, namentlich gilt dies von dem sogenannten Blauschönede!, während Gelb schöne del etwas zurückgeblieben ist. Durchschnittlich wurden auf jedem Morgen 11 Zentner, auf besserem sogar bis 16 Zentner Weintrauben geerntet. Die Qualität ist nach den borgenommenen Mostproben von seltener Güte. Die Trauben wurden zumeist nach Grünberg und Züllichau, und zwar zum Preise von 80 Mart das Viertel( 5 Zentner) berkauft. Im vorigen Jahre waren die Trauben infolge der schlechten Witterung nicht reif geworden. [ Die„ Sterblichkeitsstatistik" eines Schauspielers.] Ludvig Barnay wird dieser Tage seine Memoiren veröffentlichen. Am Schluß des Buches teilt er folgende amüsante Statistik mit: Ich bin in 98 verschiedenen Städten an 3868 Albenden in 371 Stücken und in 455 verschiedenen Rollen aufgetreten. Geheiratet habe ich auf der Bühne 1721mal. Gestorben bin ich auf der Bühne 1120mal, und zwar: Erstochen 61mal, erschossen 51mal, geföpft 31mal, ertränkt 22mal, vergiftet 166mal, erschlagen 86mal, am Herzschlag 192mal, ermordet 109mal, hingerichtet 33mal, an Selbstmord 314mal, eines natürlichen Todes 55mal." A[ Brillanten als Hundefutter.] In einem Budapester Juwelengeschäft verschwanden aus einem verschlossenen Zimmer spurlos vom Arbeitstisch des Chefs zwei Brillanten im Wert von 20 000 Mark. Nach langen vergeblichen Nachforschungen fam man auf die Idee, daß vielleicht der kleine Schoßhund, der sich im Zimmer befand, die Brillanten vom Tisch geholt und verschluckt hätte. So unwahrscheinlich dies auf den ersten Blick erschien- die Tatsachen gaben der Bermutung recht. Der Hund wurde getötet, und man fand in feinem Magen außer den Brillanten auch noch andere Edelsteine und Goldknöpfe vor. Das Neuefte aus den Witzblättern. Ein Vergnügen. Wie kommt es nur, Herr Pferdeberleiher, daß Ihr lammfrommer Marl jeden Sonntagsreiter abwirft?" ,, Gott, wenn der Gaul sich die ganze Woche plagen muß, dann will er doch auch am Sonntag sein Vergnügen haben!" Nana! Junge Frau:„ Mein Arthur ist zu verliebt! Den fen Sie, Papa hat ihm bei Aufzählung der Mitgift einen Tausender zu viel gegeben- und das hat er nicht' mal gem erft!" * Lokales. Gießen, 6. November 1903. Ordensverleihungen. Dem Eisenbahngüterexpeditionsvorsteher a. D. Karl Seiler zu Hannover, bisher in Friedberg, wurde der Königlich Preußische Adlerorden 4. Klasse; dem Bremser i. P. Ludw. Stamm in Großen- Linden, dem Maschinenwärter i. P. Phil. Weber zu Gießen und dem Bahnwärter i. P. Johs. Müller zu KleinLinden wurde das Königl. Preußische Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ** Mit der Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines reis amtmanns beim Kreisamt in Alsfeld wird vom 16. Dezember ab der Reg.- Assessor Dr. Wilh. Reiz in Darmstadt betraut. * Die erste fahrende Batterie des 2. Großh. Hess. Feld- Artillerie- Regiments Nr. 61 nimmt 3 weijährig= Freiwillige für nächsten Herbst an. Bewerber wollen sich bis spätestens Monat März auf der Schreibstube der 1. Batterie in der Kaserne des Regiments zu Darmstadt unter Vorlage ihres Meldescheins melden, da sonst die Stellen vergeben sind. Handwerker erhalten den Vorzug.( Darmst. 8.) ** Staatsprüfungen. Der diesjährigen ersten Sauptprüfung( Regierungs- Bauführer- Prüfung) vor dem Großh Technischen Prüfungsamt in Darmstadt unterzogen fid 34 Kandidaten( Hochbaufach 10, Ingenieurbaufach 18, Maschinenbaufach 6). Nach der am Dienstag abend erfolgten Verkündigung des Ergebnisses bestanden 32 Kandidaten Hochbaufach 10, Ingenieurbaufah 17, Maschinenbaufach 5), dabon 1( Hochbaufach) mit Auszeichnung", 2( Ingenieurbaufach) und 1( Maschinenbaufach) mit„ Gut". " * Der Vorstand des Wahlvereins der Fretsinnigen Boltspartei in Hessen und Waldeck beschloß an die Freisinnigen in Hessen die Aufforderung zu richten, bei der bevorstehenden Landtagswahl überall da, wo eigene Kandidaten nicht aufgestellt werden, für die nationalliberalen Kandidaten einzutreten. * Gestürzt. Auf dem Kirchenplag in Gießen fiel gestern Mittag ein Schulknabe in eine etwa sechs Meter tiefe Ausschachtung der Kanalisation. Glücklicher weise fam er mit dem Schrecken davon. ** Erwischt. Vorgestern Abend gegen 12 Uhr wurde die Glasscheibe an dem in der Schulstraße in Gießen anfgehängten Depeschentasten inutwilliger Weise eingeschlagen. Der Täter wurde auf frischer Tat abgefaßt und Anzeige gegen denselben erhoben. ** Das Bahnbau- Projekt Grünberg- Lich macht Fortschritte, dank dem rührigen Eisenbahnkomitee. Am Mittwoch war in der Angelegenheit der Vorsitzende des Eisenbahn Komitees, Herr Louis Moll- Grünberg, und Bürgermeister Schmidt Queckborn zu einer Audienz bei dem Finanzminister, Erz. Gnauth, in Darmstadt, welcher dem Projekt sehr wohlwollend gegenübersteht. Erz. Gnauth gab mach dem Vortrag des Herrn Moll, diesem die Versicherung, doaß zu den Vorarbeiten die Großh. Regierung pro Kilometer 20 000 Mt. leisten werde. ** Provinzial Idioten- Anstalt. Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, besteht Seitens der Großh. Regterung die Absicht, in Grünberg eine Provinzialdioten- Anstalt zu errichten. Der Grünberger Gendarmerie macht gegenwärtig der in Grünberg nicht unbekannte Ernst Ranft viel zu schaffen. R. war von der Straffammer zu Gießen 1. 8t. wegen Körperverlegung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt; auf sein Nachsuchen wurde er im Sommer beurlaubt und sollte sich zur Abbüßung der Reststrafe jett stellen, da er sich nicht stellte wurde ein Haftbefehl ausge= stellt, seiner Verhaftung sucht sich R. nun durch alle mög lichen Schliche zu entziehen. Kurz, wenn die Gendarmerie sich sehen läßt, ist der Vogel ausgeflogen. Ein welch roher Patron R. ist, erhellt aus der Tatsache, daß er vor einigen Tagen seine Frau derart mishandelt hat, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Ein Flurnachbar, der die Frau in Schuh nehmen wollte, wurde von R. mit einem Holzzuber bearbeitet". Lepterer Fall soll zur Anzeige gebracht sein. R. darf sich jedenfalls der geliebten Freiheit wohl nicht mehr allzulange erfreuen, denn die Gendarmerie ist ihm scharf auf den Fersen. Detaillisten Verein. Vorgestern abend fand im Kaufm. Vereinshause die diesjährige ordentliche GeneralVersammlung des Detaillisten Vereins statt. Der Vorsigende Röhr erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Vorstands im abgelaufenen 7. Vereinsjahr. Die Mitgliederzahl hat durch Eingehen einiger Geschäfte sowie durch Abmeldung etwas abgenommen und beträgt bei Beginn des neuen Jahres 74. Im verflossenen Jahre fanden 14 Vorstandssigungen und 1 Besprechungsabend statt. Der letzt re war so schlecht besucht, daß von der Abhaltung weiterer solcher Abende im Laufe des Jahres abgesehen worden ist. Am 29. September fand eine Sigung statt, zu welcher auch die Vorsitzenden der Böcker- und Mezger- Innung sowie des Uhrmacher- Vereins geladen waren, um Stellung zu nehmen gegen das Verfahren einzelner Geschäfte, die sich verpflichtet hatten, den Mitgliedern eines einzelnen Vereins einen Sonder- Rabatt zu gewähren, ein Abkommen, welches der übrigen Kundschaft gegenüber in feiner Weise gerechtfertigt werden kann. Auf den in Mainz, in Frankfurt a. M. sowie im September in Darmstadt abgehaltenen Konferenzen war der Verein durch Delegierte vertreten. Dem Vorstande kamen neun Fälle unlauteren Wettbewerbs zur Kenntnis. Gerichtliche Hilfe brauchte in feinem Falle in Anspruch genommen zu werden. Die weitere Tätigkeit des Vorstandes bezog sich auf die Feststellung der Versicherungspflicht der Dienstboten, Negelung des Rabattabkommens mit Vereinen und auf verschiedene Gutachten und Eingaben an Behörden. Auf Veranlassung des hiesigen Kreisvereins deutscher Handlungsgehilfen haben die Geschäftsinhaber Stellung zu der Frage des 8 Uhr- Ladenschlusses in Gießen genommen. Die Abstimmung ergab 260 Stimmen vorbehaltlos für den 8 Uhr- Schluß, 21 bedingungsweise dafür und 10 dagegen. Der Vorstand hat auf Grund dieser Willenserklärung beim Großh. Kreisamt den Antrag gest at, den 8 Uhr- Ladenschluß für sämtliche Geschäfte mit Ausnahme der Zigarren- Spezialgeschäfte verfügen zu wollen. Die durch Gesetz festgesetzten Ausnahmetage, der ganze Dezember und sämtliche Samstage sind hiervon ausgenommen. An Mitgliederbeiträgen sind vereinnahmt worden Mt. 554.25; verausgabt sind Mt. 467 66. Der Kassenbestand beträgt einschließlich des vorjährigen Saldos Mt. 814.33. Die Ergänzungswahl des Vorstandes wird nach lebhafter Debatte verschoben. Die Wahl soll om Mittwoch, den 11. d. M., im Kaufm. Vereinshause stattfinden. Jede * Un befugte Führung des Meistertitels. Das Gewerbeblatt für das Großherzogtum macht darauf aufmerksam, daß die Führung des Meistertitels in der Verbindung mit der Bezeichnung eines Handwerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen er we: fs nur demjenigen gestattet ist, der in seinem Geworben und die Meisterprüfung bestanden hat. unbefugte Führung des Meistertitels wird nach§ 148 Ziffer 9c mit Geldstrafe bis zu 150 Mt. und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft. Handwerker, welche am 1. Oktober 1901 ihr Handwerk persönlich und selbstständig bereits ausübten, sind zur Führung des Meistertitels befugt, wenn sie damals schon in ihrem Gewerbe die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen besaßen. Alle Handwerker, die nach dem 1. Oktober 1901 sich selbstständig gemacht haben, müssen die Meisterprüfung abgelegt haben, wenn sie den Meistertitel führen wollen. Wir machen hierauf die Handwerker aufmerksam, damit sie nicht durch unrichtige Angaben sich strafbar machen. *** Fischzucht. Der Marburger Fischerei- Verein ſetzte bei Wehrda einen vom Kasseler Verein bezogenen Zentner Karpfen in die Lahn. Die kleinsten davon hatten eine Länge von mindestens 26 Zentimeter. Es ist anzuere kennen, daß der Verein bestrebt ist, in die Lahn auch edlerFische einzuführen. ** Lollar. Wie uns mitgeteilt wird findet nächsten Sonntag mittage 4 Uhr im Lokale des Herrn Schadek ( Zum Engel) eine Versammlung zwecks Gründung eines Kanarien- und Vogelzuchtvereins statt. Etwa 40 Herren haben ihren Beitritt erklärt. Ein bekannter Züchter aus Gießen wird einen Vortrag über Kanarienzucht halten. § Ober- Widdersheim. Auf Grund des Art. 19 des Feldbereinigungsgeseßes vom 28. September 1887 fordert der Großh. Feldbereinigungskommissär hiermit die beteiligten Grundbesiger auf, die Einträge der Eigentums- und der sonstigen Rechtverhältnisse in den öffentlichen Büchern insoweit dieselben den bestehenden Verhältnissen nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von drei Monaten bei dem zuständigen Großh. Amtsgericht berichtigen oder er gänzen zu lassen, damit die bestehenden Rechtsverhältnisse beim Vereinigungsverfahren berücksichtigt werden können. Die hiesigen Antisemiten Frankfurt, 5. Nov. ( Deutsche R formpartei) beschlossen, sich bei der bevorstehenden Landtagswahl der Abstimmung zu enthalten. () Kassel, 5. Nov. Die hiesigen Sozialdemokraten stellen zur Landtagswahl eigene Wahlmänner, aber keine Landtagstandidaten auf. Kassel, 5. Nov. Im Maschinenraum der Knopfschen Dampfbrauerei geriet ein mit Weißen der Wände beschäftigter Weißbindergeselle aus Niederzwehren mit der Schürze in die Transmissionsanlage. Er wurde durch den Treibriemen mit nach oben gerissen und über die Transmissionsscheibe gezogen, worauf er todt auf die Erde fiel. Aus Franken, 4. Nov. In Schnepfenreuth rerschwand der wohlhabende verheiratete Landwirt Leonhard Pfann mit ihm seine junge Magd. Geschäftliches. Hygienische Strafpredigt. Wenn man die Leute, die über ihre Gesundheit Klage führen, nach ihrer Lebensweise fragt, so fann man in den meisten Fällen feststellen, daß sie ihr Tagewerf gleich mit einer großen Torheit beginnen, indem sie starken Bohnenkaffee zum Frühstück trinken. Bohnenkaffee ist aber nur für durchaus kräftige und kerngesunde Personen und auch für diese nur dann ein unschädliches Getränk, wenn er sehr mit Maß genossen wird. Alle anderen Personen, namentlich Kranke, Frauen und Kinder sollten den Bohnenkaffee gänzlich meiden. Sie mögen sich an dem bewährten, absolut unschädlichen, milden und wohlbefömmlichen Kathreiners Malzkaffee erquicken, der in Bezug auf Gehalt und Wohlgeschmack als ein vollwertiger Ersatz des Bohnenkaffees gelten kann. Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Läders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Nachdem die Oktober- Abladungen von Baumwollsaatmehl er= ledigt sind, ist von Amerika ein sehr dringendes Angebot hervorge treten, daß die Preise von Tag zu Tag weiter herunterdrüdt. Auch andere Futtermittel wurden dadurch teilweise in Mitleidenschaft ge= zogen und Käufer fanden überall williges Entgegenkommen. Tendenz: flau. Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein Mr. 4.10-4.30 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mt. 4.35-4.50 ab Hamburg, ohne G haltsgarantie Mt. 3,50-4,20 ab Hamburg. Reiskleie 1.90-3.50, Weizenkleie, grobe 4.10-4.3e, Roggenkleie 4.00-4 30, Gerſtekleie 4.65-5 25, Erdnußkleie( gemahlene Erdnußschalen) 1.90-2.20, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 5.80-6.30, 53-58 Proz. 6.00-7.25, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.30-6.50, 56-62 Proz. 6.30-7.CO, Cocusnußkuchen und Mehl 28-34 Proz. Fett und Protein 5.25 6.20, Palmternfuchen und Mehl 22-26 Proz. 4.90-5.25, Rapskuchen und-Mehl 38-44 Broz. 4.00-4.50, Leinfuchen und Mehl 38-42 Proz. 6.20 bis 6.50, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Broz. 5,80-6.00, e- trocknete Schlempe 33-45 Proz. 5.20--5.80, Getrocknete Treber 21-30 Proz. 4.60-5.00, Malzkeime Mt. 4 40-5.- alles pro 50 Kilo ab Hamburg. Wetterbericht. Für Samstag ruhiges, trockenes und meist heiteres Wetter in Aussicht. Vielfach Nachtfrost. Wetterdienst zu Gießen. Peppler. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 22. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 8. November. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Einführung des neuernannten Pfarrers der Markusgemeinde durch den Dekanstellvertreter Pfarrer Dr. Naumann. Antrittspredigt: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schloffer. Abends 5 Uhr: Feierliche Aufnahme der Konfirmanden gehörige der Konfirmanden sind hierzu besonders eingeladen. der Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Eltern und AnMontag, den 9. November, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 10. November, abends 6 Uhr: Feftgottesdienst zur Feier des 25jährigen Bestehens des Oberhessischen Vereins für innere Mission. Prof. D. Drews. Donnerstag, den 12. Nov., abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandensaal: Bibelstunde( Psalm 85). Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Lic. Gaul. Vormittags 114 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Sonntag, abends 8 Uhr, Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Montag, den 9. Nov., abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief, Rap. 1, V. 11-24. Pfarrer Dr. Naumann. " Katholische Gemeinde. Samstag, den 7. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 8. November. 23. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 51/2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Methodistengemeinde, Asterweg 16. " Sonntag, 8 November, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 11. November, abends 82 Uhr: Bibelstunde. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 7. November 1903. Freitag abend 4.30 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 5.40 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 4.30 Uhr. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Ibin Klein; får das Bokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann, Vergebung von Bauarbeiten. Stadt- Theater Für den Neubau des medico- mechanischen Instituts bei der medizinischen Klinik zu Gießen. Die Dachdeckerarbeiten 370 qm Schieferdach, werden hiermit nochmals öffentlich ausgeschrieben. Angebotsunterlagen fönnen auf unserm ZweigGießen. Direktion: Steingoetter. Sonntag, 8. Novber. 1903 4 Sonntag- Abonnem.- Vorstellung. bureau, Frankfurterstraße 83, eingesehen; Angebots. Die Bluthochzeit. formulare zum Selbstkostenpreis dorther bezogen werden. Beschichtliches Trauerspiel in 4Atten Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf ge= nanntem Zweigbureau bis Samstag, den 14. No bember 1903, Bormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermin, einzureichen. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 6. November 1903. Großh. Baubehörde für die UniversitätsBetr. Neubauten Gießen. Becker. Befaraimachung. Die Herbst- Kontrollversammlung. Die Herbst- Kontrollversammlung zu Hungen findet nicht, wie in der früheren Bekanntmachung versehentlich gedruckt worden ist, am 16. November, sondern am 10. November, vorm. 9 Uhr 15 Min., statt. Gießen, 4. November 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. von Albert Lindner. Christian Wallenfels Gießen. 17 Marktplatz 17 Telephon 262. Gegründet 1826. empfiehlt vorzügliche stets frische Süßrahm- Tafelbutter sowie diverse Sorten Käse in hochfeinen Qualitäten, insbesondere: Schweizer( Emmenthaler) Edare( Holländer) Fromage de Brie Camembert Roquefort Parmesan Durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Delikateß- Rahm- u. Schloß- Käse bom 29. Oktober ds. Js. wird die Straßenbezeichnung Nenenweg auf den Teil von Kreuzplatz bis Johannes: Romadour straße beschränkt und der jetzige Neuenweg" von Kräuter Johannesstraße bezw. Neuenbäue 43 Neuenbäue" Limburger benannt. Gießen, den 30. Oftober 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Am 9. November, nachm. von 2 Uhr an, werden im schen Pfandlotal, Seltersweg 11, eine Partie Gengeräte, Kleider, Weißzeug, Küchengerätschaften 2c. bersteigert. Gießen, den 2. November 1903. Städt. Armer amt Gießen. Stück- Boks Curschmann. Gaskoks. Gegenwärtige Preise: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: 1,10 Mr. Buk- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Hand- und Stangen Käse Spezialität: Feinste aarnierte Käse- Platten für Gesellschaftsessen. 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Indem wir allem Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unferen bert lichsten Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerianen freundlich annehmen und durch Spendung reichlichen Gaben die gute Sache unserer evangelischen Kirche fördern zu wollen. Gießen, 5. November 1903. Für den Vorstand des Gustav- Adolf- Frauenvereins: Der Schriftführer: Dr. Naumann, Pfarrer. Sammlerinnen und das Wohlwollen der Gebenden zusammengebracht berbeffiche Be Gießen, Kreuzplay 11, III. Schöne möbl. Zimmer zu vermieten. Gießen, Bismard ftrage 17. Möbliertes Zimmer und eine Fleine FamilienWohnung zu vermieten. Neuenwea 31. Afterweg 59 II. B. Nuhn, Lollar. ist ein schön möbliertes Simmer eka fatt; bogegen Scibt bei folgenden biefigen Firmen berat LUI UMa Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Ceniner Koke Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich be den Herren: Badenheim u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Enter, Steinstraße 11. Joh. 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