Mr. 234, Ausgabe für den Amtsgerichtsbezirk Hungen. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen biertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Dienstag, den 6. Oktober 1903. Gießener 12. Jabrgang. Jnsertionsprei 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechäufchluk Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) 196 für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eine fürftenbochzeit. * Darmstadt, 5. Oktober. Unsere sonst so stille Residenz ist zur Zeit der Schauplatz geschäftigen Treibens und Lebens. Die Hochzeit der Prinzessin Alice von Battenberg mit dem Prinzen Andreas von Griechenland, deren glanzvolle Feier morgen stattfindet, drückt der ganzen Stadt die Signatur festlicher Unruhe auf. Ein wahrer internationaler Fürstenkongreß wird in unseren Mauern weilen. Das russische Kaiserpaar und mehrere Großfürsten, die Königin von England mit der Prinzessin Viktoria, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland, Prinz Nikolaus von Griechenland, Prinzessin Heinrich von Battenberg, sowie Großfürst und Großfürstin Sergius von Rußland sind bereits eingetroffen. Als Vertreter des deutschen Kaisers ist Prinz Heinrich von Preußen mit seiner Gemahlin erschienen, Prinz Waldemar und Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen werden morgen erwartet, und außer ihnen ist noch eine ganze Schar von Fürstlichkeiten bersammelt, um dem Ehrentage der jungen Battenbergerin die äußere Weihe zu geben. Die 18jährige Prinzessin ist das älteste der vier Kinder des Prinzen Ludwig, der seit seiner 1884 ebenfalls in Darmstadt vollzogenen Vermählung in London lebt. Die Braut ist durch ihren Vater, den Sohn des verstorbenen Prinzen Alexander von Hessen und bei Rhein, eine Kousine der russischen Kaiserin, außerdem durch ihre Mutter die die älteste Schwester des Großherzogs von Hessen und der Zariza iſt, deren Nichte, sowie die der Gräfin Gustav zu Erbach- Schönberg, einer Schwester ihres Vaters. Dessen Stellung war in England nicht immer eine angenehme oder gar beneidenswerte. Von verschiedenen Seiten wurden dort jahrelang Versuche gemacht, dem bei der verstorbenen Königin Viktoria in großer Gunst Stehenden, der außerdem noch ein Foreigner", ein Fremder war, Unannehmlichkeiten zu bereiten. Der Bräutigam der Prinzessin Alice von Battenberg, Prinz Andreas von Griechenland, zählt jetzt 21 Jahre, er ist also um drei Jahre älter als seine Braut. Der Prinz ist politisch ein unbeschriebenes Blatt. Man kennt ihn nur als heiteren Gesellschafter. Jedenfalls trägt der griechische Prinz, der Leutnant in einem Reiterregiment ist, dazu bei, die kleineren und größeren Festlichkeiten bei Hofe sowie die engeren Familienzirkel durch seine frohe Laune zu beleben. Die Ballfeste am griechischen Hofe, bei denen trotz allen Pomps und Zeremoniells die Fröhlichkeit und der Tanz auf ihre Kosten kommen, dürften ebenso nach dem Herzen einer 18jährigen Prinzessin sein, wie die großen Maskenbälle im Stadttheater, an denen sich auch der Hof beteiligt, und die karnevalistischen Umzüge, die am Fastnachtssonntag alljährlich stattfinden. Das neue Serbien. Der kleine serbische Raubstaat beansprucht noch fortgesett die Aufmerksamkeit Europas. Es sind da mancherlei Dinge, die gleichmäßig interessieren. Man kann sie schwer unter ein Rubrum bringen, und doch spielt eins ins andere hinüber und ist durch den gleichen morschen Hintergrund unlöslich mit ihm verbunden. Die serbische Kabinettsbildung ist ja nun glücklich vollzogen. Gruitsch ist offiziell zum Ministerpräsidenten ernannt und hat sich seine Kollegen, wie folgt, zusammengestellt: Andra Nikolitsch: Aeußeres; Stojan Protitsch: Inneres; Nikola Nikolitsch: Fustiz; Ljuba Stojanowitsch: Kultus; Militsch Ra= dowanowitsch: Finanzen; Wlada Todorowitsch: Bauten; Todor Petkowitsch: Handel und Oberst An drejewitsch: Krieg.- König Peter hat dabei wieder seine Selbständigkeit bekundet, indem er sich ein für allemal das Recht reservierte, den Kriegsminister selbst zu ernennen. Er motivierte diesen Wunsch damit, daß der Kriegsminister von parteipolitischen Rücksichten unabhängig sein müsse und nicht mit jedem Kabinettswechsel ausscheiden dürfe. Indessen zieht die Spaltung im serbischen Offizierkorps noch immer ihre Kreise. Einer der verurteilten Offiziere richtete an den Kriegsminister ein Schreiben, worin er diesen auffordert, nach dem Militärgesetz auch die Offiziere bom 11. Juni zu verhaften und unter Anflage zu stellen, anderenfalls würden die Offiziere bei der Skupschtina energischen Protest einlegen, denn vor dem Gesetze seien alle Serben gleich. Helfen wird dieser Protest vermutlich nicht sonderlich viel. Eine größere Wirfung wäre vielleicht zu erzielen, wenn sich das Gerücht bewahrheiten sollte, das aus London kommt. Danach würde in den Kreisen der britischen Offiziere, speziell der vornehmsten Regimenter, eine scharfe Protest= note gegen die serbischen Königsmörder geplant. Die marfanteste Stelle des Protestes, der den Offizieren aller europäischen Staaten zur Unterzeichnung zugehen soll, lautet: Offiziere, welche ihren König nachts meuchlings überfallen und abschlachten, sind unter allen Umständen, gleichviel, welches die Motive zu drefer Schandtat gewesen sein mögen, Schurken und für alle Zeit in fam. Solange noch einer der Mitschuldiaen in den Reihen der serbischen Armee steht, so lange bleibt diese mit dem Kainszeichen der schmachvollsten Untreue behaftet und ehrlos. Jeder Gentleman wird den serbischen Offizier aufs tiefste verachten, so lange er sich Kamerad von Meuchelmördern nennt." Der Protest schließt mit einer eklatanten Sympathiefundgebung für die soeben_ver= urteilten Offiziere. Das Schriftstück, das von Offizieren aller Nationen unterstützt werden müßte, soll dann dem König Peter direkt übermittelt werden. Sollte auch in der Tat eine solche Absicht im britischen Offizierkorps be stehen, so bleibt natürlich noch immer abzuwarten, ob sich die Offiziere anderer Nationen diesem Proteste anschließen werden. Mit einiger Regelmäßigkeit taucht in allen Stimmungsbildern über die verschiedenen serbischen Fragen der Name des letzten Obrenowitsch auf, Milan Christic, bekanntlich der illegitime Sohn König Milans und der Ingenieurstochter Christic aus Konstantinopel. Graf Eugen Zichy, bekanntlich ein intimer Freund des verstorbenen König Milan, erschien mit dem hübschen jungen Manne von bräunlicher Gesichtsfarbe sogar im ungarischen Abge. ordnetenhause und stellte ihn seinen Freunden vor. Christic befand sich in Begleitung seines Pariser Advokaten, der von der Mutter des Knaben den Auftrag erhalten hatte, ihn in einer Offizierserziehungsanstalt efterreichs oder Ungarns unterzubringen. Zunächst wurden Verhandlungen behufs Aufnahme des jungen Mannes in das Theresianum gepflogen, die aber angeblich vereitelt worden sind. Die Familie Christic hatte sich auch an den gewesenen Ministerpräsidenten Koloman v. Szell gewendet, um dem jungen Mann die Aufnahme in eine ungarländische militärische Erziehungsanstalt zu ermöglichen. Aber auch diesem Ansuchen wurde keine Folge gegeben. Nun hatte Graf Zichy der Familie Christic, respektive deren Anwalt, den Rat erteilt, sich nach Preußen zu wenden, um die Unterbringung des jungen Christic in einer dortigen Militärerziehungsanstalt zu versuchen. Es wurde diesbezüg lich sogar ein direkter Schritt bei Kaiser Wilhelm unternommen, der aber auch resultatlos blieb. Nunmehr wird der junge Milan nach Paris in dasselbe Institut gebracht werden, in dem sein Vater bis zu seiner Thronbesteigung weilte. Daß der Name des jungen Mannes wieder und wieder genannt wird, spricht jedenfalls dafür. daß man in manchen Kreisen es auch heute noch nicht für ausgeschlossen hält, daß Milans Sproß dermaleinst noch eine Rolle spielen könnte. Der Kampf der Herzte. Seit Jahr und Tag tobt der Kampf zwischen den Aerzten und den Krankenkassen. War es bis vor kurzem ein latenter, so stellten sich in lezter Zeit auch in dieser Sphäre Erscheinungen ein, die aufs Haar dem Koalitionsringen der Ar beiterschaft glichen. Unseres Wissens war es zuerst in Leipzig, wo ein wirklicher Aerztestreit ausbrach, und der Streit zwischen den Arbeitgebern" in diesem Falle: der Leipziger Ortsfrankenkasse und den Arbeitnehmern" also: den Aerzten bis zur letzten Instanz durchgefochten wurde. Man vermißte dabei kein einziges Symptom des organisierten Klassenkampfes. Aussperrungen gingen mit dent Zuzug aus fremden Städten Hand in Hand, und auch sonst zeigte sich überall das gleiche Bild. Fast zur selben Zeit begann es auch an anderen Orten des Reiches zu kriseln. Das ärztliche Standesbewußtsein war erwacht, und man rüstete sich mit Macht, den dringend notwendig gewordenen Kampf um bessere Bezahlung und freiere Betätigung endlich durchzusetzen. Zu Hilfe kam diesen Arbeitnehmern" ihre höhere Bildung, das feinere Gefühl für die Solidarität der praktizierenden Mediziner untereinander und nicht zum wenigsten die Sehnsucht nach einer allgemeinen Hebung des Standes. So konnte es nicht fehlen, daß vieles auf Anhieb erreicht wurde. Manche Forderung war nicht sofort durchzusetzen, erwies sich aber immerhin als praktisch möglich und wurde daher bis heute noch nicht von der Tagesordnung abgesetzt. Jedenfalls war von vornherein zu konstatieren, daß die Erhebung der Aerzteschaft einen Erfolg der Aerzteschaft bedeutete, der den Schluß zuließ, daß durch einen immer engeren Anschluß aneinander gar wohl die Möglichkeit 311 schaffen wäre, den„ Arbeitgebern" selbst die Bedingungen zu diftieren und sich nicht mehr, wie bisher, von ihnen vorschreiben zu lassen. Die letzten Tage brachten Meldungen aus Köln, aus denen hervorging, daß es auch dort zum offenen Ausbruch " des Kampfes gekommen ist. Die Forderungen sind die gleichen, wie seinerzeit in Leipzig, und es steht zu erwarten, daß auch der Ausgang des Streites ein ähnlicher sein wird. Wie die Lage der Aerzteschaft im Reiche fast überall dieselbe ist. so ist auch ihr Verhältnis zu den Krankenkassen annähernd auf gleicher Basis gegründet. Im Vordergrunde aller Forderungen steht allerwärts die freie Aerztewahl der Patienten. Daß sie sehr wohl durchführbar ist, zeigt erst jetzt wieder der Beschluß sämtlicher Krankenkassen in München, sie einzuführen. Dabei will die Einschränkung, daß frisch etablierte Aerzte erst nach zweijähriger Praris von den Kassenpatienten gewählt werden dürfen, nicht viel besagen. Es braucht wohl nicht erst lange bewiesen zu werden, welche Vorteile aus dieser freien Aerztewahl sowohl für die Mediziner, wie für die Kranken entspringen. Die allzu starke Belastung der bisherigen Kassenärzte, die zu deren Bezahlung in gar keinem Verhältnis stand, spricht allein schon genugsam für sich. Außerdem liegt es auf der Hand, daß es dem Kranken lieber sein muß, er darf sich den Arzt seines Vertrauens selber wählen, als wenn er gezwungen ist, sich seinen Arzt von der Krankenkasse vorschreiben zu lassen. Mit dem Zeitgewinn der Aerzte wird aber gleichzeitig eine sorgfältigere Behandlung des einzelnen verbürgt, die nicht zum wenigsten auch im Interesse der Kassen liegt. Natürlich wird es auch nach Einführung der freien Aerztewahl den einzelnen Medizinern vorbehalten bleiben, zu erklären, ob sie zu den feststehenden Tarifpreisen die Mitglieder der Kasse behandeln wollen oder nicht. So wird sich z. B. eine stark überlaufene Kapazität wohl faum bereit finden lassen, für die minimalen Säße der Kassen zu arbeiten. Immerhin aber wird wenigstens eine annehmbare Basis geschaffen, ein weiterer Spielraum, sowohl für die Betätigung der Praris des einzelnen Arztes im allgemeinen, wie auch für die Aerzteauswahl des Patienten. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, leuchtet der in München erzielte Fortschritt ohne weiteres ein. Bewährt sich aber in der bayerischen Hauptstadt die neue Praxis, so ist wohl anzunehmen, daß sie bald an allen möglichen Orten Nachahmung findet. Jedenfalls lehrt schon heute das Ergebnis des lang andauernden Münchener Kampfes, wieviel die Aerzteschaft als solche erreichen kann, wenn sie einig ist. Die Politik. Die deutschen Inhaber von Forderungen an Venc zuela, deren Ansprüche sich auf 5 699 000 Mark belaufen, sollen nach einer Entscheidung des gemischten Tribunals in Caracas nur 1 673 000 Mark erhalten. Es fragt sich, ob sie sich damit zuftden geben werden. Die Spanier beschäftigen sich in neuerer Zeit viel mit Deutschland. Bekanntlich hatten sie erst dieser Tage entdeckt, daß Kaiser Wilhelm mit einem Geschwader nach Barcelona kommen werde. Indessen hat Villaverde ihren schönen Traum durch ein ebenso unzartes, wie kategorisches Dementi zerstört. Dafür sonnt man sich im Augenblicke an dem beborstehenden Eintritt in die deutsch- spanischen Handelsvertrags- Verhandlungen, von denen man neben anderen schönen Dingen hofft, daß sie in Madrid stattfinden werden. Hoffentlich wird den guten Spaniern nicht auch diese Freude verdorben. Der demissionierte ungarische Ministerpräsident Gra Khuen- Hedervary ist in Wien eingetroffen und in längerer Audienz vom Kaiser Franz Josef empfangen worden. Eins Entscheidung ist bisher noch nicht erfolgt. Man schreibt uns: Papst Pius X. hat seine erste Encyklika erlassen. Die Kundgebung hat vermöge ihres überaus friedlichen Inhalts, der tiefen Ernst mit christlicher Milde paart, in politischen Kreisen den besten Eindruck gemacht. Die besondere Betonung, daß es für sein Pontifikat kein anderes Programm gebe, als das Ziel, alles auf Chriſtus zurückzuleiten, befriedigt ebenso, wie die Erklärung, daß der Papst vor der menschlichen Gesellschaft nur Diener Gottes sein wolle. Wenn dazu noch besonders hinzugefügt wird, daß jeder nichtigen Erflärung mit diesem Saße vorgebeugt werden solle, so erhellt daraus aufs klarste, wie sich Papst Pius seine Mission denkt. Die Antwort der Pforte auf die Note Rußlands und Desterreich- Ungarns ist ergangen. Sie ist im selben Ton gehalten wie alle früheren türkischen Erklärungen und verspricht die energischsten Reformen. Gleichzeitig wird die dringende Bitte ausgesprochen, die Mächte möchten in Sofia borstellig werden und die bulgarischen Rüstungen inhibieren, die den Banden das Rückgrat stärken. Es wäre in der Tat wünschenswert, wenn das geschehen würde. Man stützt sich aber anscheinend auch heute noch in Bulgarien auf den morschen Glauben, England und Italien würden im Kriegsfalle zu Gunsten Mazedoniens intervenieren und macht keine ernsten Anstalten, auch seinerseits an der Pacifierung des Balkan mitzuarbeiten. Sb die Nachricht von einem neuerdings an der Grenze des Vilajet Adrianopel ſtattgehabten Kampfe zwischen türkischer Kavallerie und bulgarischen Truppen auf Wahrheit beruht, ist noch nicht erwiesen. Wäre das der Fall, so ließe es seltsame Rückschlüsse zu. Die marokkanische Frage ruft die widersprechendsten Erklärungen hervor. Hatte der französische Miniſter des Aeußern bislang alle Absichten Frankreichs geleugnet, so bequemt man sich jetzt bereits zu dem Zugeständnis, daß die Lösung der marokkanischen Krisis durch Uebereinkommen mit den übrigen Mächten Frankreich überlassen werde, das die Aufrechterhaltung des status quo gewährleisten werde. Allerdings sei keine Rede von einem französischen Protektorat, aber Frankreich werde natürlich einen überwiegenden Einfluß in der marokkanischen Politik gewinnen. In Mittelamerika scheinen sich wieder kriegerische Plänkeleien zu entwickeln. Kolumbien hat seinen besten General mit diktatorischen Vollmachten nach Panama gesandt, und Guatemala und Honduras sollen fich es Aber, Darja," ftieß er gepreßt, mit heiferer Stimme ein Schändlicher, und er soll mir büßen für dieses und alles fönnen was wollen Sie denn von mir berlangen? Er frang auf uno ſtente fich vor sie hin. Mein Mort da Gatte Sie nieder mein Leben verstrickt werden. geschehen, was Gott will. mehr in der Welt passiert; für ihn bleibt alles beim alten, daß Sie noch einmal, noch verhängnisvoller als früher in trafe für das Geichebene. dann ist eine schreiende ungerechtigkeit Aber ich fann es nicht zulassen, Denn entweder schießt mein àmit mir mag daher Das tein Recht, mich dagegen zu empören. liegen mit einer Verbeugung überreichen. Stopfe herum und beißt den zum Tode erschrockenen Kan folche Behandlung nicht gewöhnt ist, fährt wütend mit eine und mill eben bas bierbeine Taschentuch an ama ( der Hund war nicht viel schwerer wie ein Taschentuch chen bei seinen langen Haaren, hebt es schnell in die Höhe Aber Daisy, der mußte, erfaßt beim greint es mutige Tierem Selene! der weiße Hunde in schwarze Farbetonnen schleudert?" lich ihn in die Finger gebissen, vor Schreck fortgeichleudert so schwarzen Anschlagen. Aber wie fam das Unglück nur?" wechselt, wie er ihn aufgehoben und dann, als diefer plögEr erzählte nun, wie er das Tajchentuch mit Daisy verNein, Liebster, ich wußte es, dein Herz weiß nichts von Sieh mich an; sehe ich aus wie ein Mensch, zusammengeschlossen haben, um Salvador zu bekriegen. Allzu bunt werden es die Leutchen nicht treiben können, da die Yankees nur auf die Gelegenheit warten, ein paar Kriegsschiffe gefechtsklar vor die mittelamerikanische Küste zu legen. Auch das europäische Konzert würde kaum ruhig zusehen. 3 * Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat gestern Abend Rominten verlassen und über Cadinen, Elbing- Marienburg die Reise nach Hubertusstock angetreten. An den letzten Jagdtagen war der Kaiser von besonderem Glücke begünstigt. Er brachte im Revier Warnen vier Hirsche zur Strecke, und zwar einen Achtzehnender, ztvei Sechzehnender und einen Vierzehnender, während er am Tage zuvor drei kapitale Hirsche erlegte. Der nach Rominten als Gast geladene Fürst zu EulenburgHartefeld erkrankte dort. Der Kaiser ließ ihn in seinem eigenen Salonwagen nach Löwenberg befördern. Prinz Ruprecht von Bayern hat nunmehr nach erfolgter Verabschiedung von dem 5. Infanterieregiment seine bisherige Residenz Bamberg verlassen und ist von dort nach München zurückgekehrt. Nach kurzem Aufenthalte in der bayerischen Hauptstadt begab sich Prinz Rupprecht, einer Jagdeinladung des Herzogs Karl Theodor in Bayern folgend, nach Bad Kreuth bei Tegernsee. Dort gedenkt der Prinz während der Anwesenheit des deutschen Kronprinzen und des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen 311 verweilen. Der ehemalige Präsident des Oranjestaates, Steijn, traf gestern von Bad Reichenhall aus in München ein. Der Präsident, der noch schwerleidend ist, begibt sich heute zum Präsidenten Krüger in Hilversum. Aus dem Gerichtsfaal. § Terlindens Revision verworfen. Das Reichsgericht verwarf die Revision des früheren Fabrikdirektors Terlinden aus Oberhausen und seines Buchhalters Kosbadt, die vom Schwurgericht in Duisburg am 9. Juli verurteilt worden waren. § Der Fall des Unteroffiziers Breidenbach, der, wie erinnerlich, wegen Soldatenmißhandlungen in 1500 Einzelfällen angeklagt war und vom Berliner Oberkriegsgericht zu 8 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt wurde, wird die Militärgerichte noch weiter beschäftigen. Der Verteidiger Breidenbachs hat für seinen Klienten beim Reichsmilitärgericht Berufung gegen das Urteil des Oberkriegsgerichts eingelegt mit der Begründung, daß die vom Gerichtshofe dieser Instanz angenommenen Einzelfälle nur als die Fortsetzung einer Handlung zu betrachten seien. Schließt sich das Reichsmilitärgericht dieser Anschauung an, so würde die Strafe, welche Breidenbach dann trifft, eine ungleich leichtere sein. Nab und fern. Vermischtes. [ Der neue Melac.] Ein drastischer Heidelberger Studentenscherz, der sich gegen den geplanten Umbau des altberühmten Schlosses durch den Architekten Schäfer richtet. Am kurzen Buckel, der vom Beginn des alten Burgwegs als Treppengang aufs Schloß führt, steht ungefähr am Fuße des alten Theaterturms eine auch vom Stückgarten aus sichtbare Tafel mit den Worten, die an die Zerstörung des Schlosses durch die Franzosen erinnern: T Altenburgische Landesstiftung. Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg hat die Bestimmung getroffen, daß die ihm anläßlich seines 50jährigen Regierungsjubiläums vom Lande geschenkte Summe von 203 000 Mark dazu Ver wendung finden soll, zur Versorgung alter und der Fürsorge bedürftiger Landesangehöriger eine neue Anstalt zu erbauen, welche für eine größere Anzahl von Pfleglingen Unterkunft bieten kann. Du alte Burg fannst ruhig sein, Kein Melac zieht bei dir mehr ein, Ganz Deutschland Coll dein Hüter sein!" Eines Morgens lasen nun die erstaunten Besucher des Schlosses die Worte: ,, Du alte Burg kannst ruhig sein, Kein Schäfer zieht bei dir mehr ein, Ganz Deutschland Soll dein Hüter sein! Der Name Melac war mit Papier überklebt und auf dieses war der Name Schäfer geschrieben worden. Witterungs- und andere Einflüsse beseitigten bald den nicht üblen parodistischen Scherz, der eben nur ein Scherz war, weil dem Anschein nach das Heidelberger Schloß doch umgebaut wird. Ein österreichischer Erzherzog beim Baden ausgeplün dert. Dem Bruder des Kaisers Franz Josef, Erzherzog Ludwig Viktor, der zur Kur in Abbazia weilt, wurden, wäh rend er badete, aus seiner Stabine die sämtlichen Schmucksachen gestohlen. Von den Dieben fand man trotz sofortiger eingehender Recherchen keine Spur. Zwei goldene Uhren, eine goldene Kette, ein Goldbracelet, ein Petschaft und andere fleinere Wertsachen, darunter mehrere Andenken an des Erzherzogs Mutter, die Erzherzogin Sophie, und an seinen Bruder, den Kaiser Mar von Merito, im ganzen 12 000 Kronen wert, fielen den Dieben zur Beute. [ Die Regimentstochter.] Aus Petersburg wird berichtet: Jm Sanatorium Halila verstarb am 26. September die„ Tochter" des Ssemenowski- Leib- Garde- Regiments, Jewgenia Pawlowna Redanski. Sie wurde während des russisch- türkischen Krieges( 1878) als Säugling von einem Soldaten des Ssemenowschen Regiments auf dem Balkan im Gebüsch gefunden. Das kleine Türkenmädchen wurde bom Regiment adoptiert und erzogen. Dann heiratete Jewgenia den Offizier Redanski. Das nordische Klima bekam ihr aber wahrscheinlich nicht. Sie wurde brustkrank in Halila" untergebracht. Im verflossenen Sommer, als das 25jährige Jubiläum des russisch- türkischen Krieges gefeiert wurde, entsandte das Regiment durch eine Deputation seiner Tochter einen Blumenstrauß. Jewgenia Pawlowna wurde in Staraja Russa, dem Dienstort ihres Gatten, beerdigt; das Regiment hatte eine Deputation hingeschickt. Der Seelenmesse für die verstorbene Regimentstochter in der Regimentskirche wohnten alle Offiziere mit dem Regimentskommandeur an der Spipe, bei; auch die„ Kriegskameraden" der Regimentstochter, die Obersten Koslow und Min und Feldwebel Jwlew, waren zugegen. Der Fähnrich Hüffener ist von Kiel zur Verbüßung seiner Festungshaft nach Magdeburg übergeführt worden. In Begleitung eines Oberleutnants verließ er, sein Gepäck in einer gelben Handtasche mit sich tragend, ohne Aufseher das Gerichtsgebäude und bestieg eine Droschke, die auf der Fahrt nach dem Bahnhof die verkehrsreichen Straßen mied und die stillen Wege aufsuchte. Der Leutnant, der für sich und seinen Gefangenen die Fahrscheine besaß, stieg unerkannt mit Hüssener in den Personenzug. Jede Demonstration wurde glücklich vermieden. & Diebstahl in der Peterskirche. Aus Rom wird gemeldet: Aus der Peterskirche sind 15 Kelche von großem Wert( auch in fünstlerischer Beziehung) verschwunden, darunter ein Becher, den der Senat von Rom vor 1870 der Kirche gegeschenkt hatte. Von den Dieben fehlt jede Spur. * Die Liebestragödie in Hamburg hat nunmehr ihre AufFlärung gefunden. Der angebliche Student Hans Schlicht aus Triest alias R. Kugelmann- Magdeburg, der sich, wie wir meldeten, in einem dortigen Hotel eine Revolverfugeí durch die Brust jagte und bald darauf an den Verletzungen im Krankenhause verstarb, ist jetzt durch seine Braut als der Geschäftsreisende Otto Teichmann aus Dresden rekognosziert worden. Die junge Dame, welche ihre eigenen Selbstmordpläne schließlich wieder aufgegeben hatte, verweigerte jedoch bezüglich des Motivs jede Auskunft. [ Staatsgefährliches Zeitungspapier.] Wie die rus. fische Knute in Finland herrscht, geht aus folgender Meldung finländischer Blätter hervor: Die Exporteure in Schweden Der G sind von ihren Geschäftsfreunden in Finland ersucht worm Geheimen F den, bei der Versendung von Waren nach Finland keine auf Nachsuchen Mitglied der e Geheimen Kirch Jam Mitglied be malige Dauer er Der Gr Men Lehrer H Fonfiftorialrat u and den Profeff Zeitungen oder anderes Druckpapier als Emballage zu be nußen, da alles Druckpapier in Finland der Censur unter. liege. Es könnte also hinsichtlich der Weiterbeförderung der Waren eine nicht unerhebliche Verzögerung eintreten, da jedes einzelne Stück erst der Zensur vorgelegt werden müßte. [ Den Motorrollschuh] stellt ein englisches Sportblatt in nahe Aussicht. Der großstädtische Geschäftsmann werde fünftighin diese Beförderungsart allen übrigen vorziehen. Man brauche nur zwei Rollschuhe, die mit kleinen Elektromotoren versehen sind, unter die Füße zu schnallen, und dann auf einen kleinen Knopf zu drücken, um mit jeder gewünschten Geschwindigkeit durch die Straßen ſauſen zu können. Ein Tempo von zehn bis fünfzehn Meilen in der Stunde wird versprochen. Natürlich sind auch mancherleit Schwierigkeiten vorhanden, die erst überwunden werden müssen, ehe die neue Erfindung sich vollkommen Bahn brechen kann. Die erste besteht darin, daß sich die notwendigen Accumulatoren nicht leicht werden unterbringen lassen. Eine andere ist, daß es nicht so ganz leicht sein dürfte, zwei Motore zu konstruieren, die genau mit derselben Geschwindigkeit arbeiten. Man muß daher befürchten, daß manchmal das eine Bein sich schneller vorwärts bewegen werde, als das andere. Und drittens wird es notwendig sein, besondere Straßen für solche Rollschuhläufer zu bauen, da sonst die Zahl der Unglücksfälle bedeutend zunehmen dürfte. [ Ein tragikomischer Irrtum des brasilianischen Justizministers] hat zu beunruhigenden Gerüchten über Sklaverei in Amazonas und Entrüstungsschreien der Zeitungen Anlaß gegeben. Dem Justizminister war eine Zeitung in die Hände gefallen, am 15. August dieses Jahres gedruckt, in der die Passagierliste des Dampfers Inca" enthalten war. Darin stand zu lesen, daß auf dem Inca" drei Leute transportiert worden waren, die als Sklaven bezeichnet wurden. Der Minister traute seinen Augen nicht, aber die Tatsache ließ sich nicht ableugnen der unglückliche Sklaventransport stand wirklich in der am 15. August 1903 veröffentlichten Schiffsliste. Sofort veranlaßte der entrüstete Minister die nötigen Schritte, um diesem schrecklichen Hohn auf die moderne Kultur entgegenzutreten. Großer Entrüstungsrummel int ganzen Lande. Es wäre aber besser gewesen, wenn der Minister sich die Zeitung etwas näher angesehen hätte, dann hätte er sich nicht blamiert. Es war eine Jubiläumsausgabe, und die verhängnisvolle Passagierliste war 30 Jahre alt. Einer weitverzweigten Falschmünzerbande ist man in Sizilien auf die Spur gekommen. In Palermo gelang es der Polizei, zwölf Männer zu verhaften, die sich in einem Hause eine vollständige, aufs sorgfältigste ausgestattete Werf statt zur Herstellung falscher Münzen eingerichtet hatten. Es sind Mitglieder einer großen Gesellschaft, die über ganz Sizilien verbreitet ist. Bunte Chronik. Der erste Bürgermeister von Eisenach) Dr. v. Jewson ist auf Beschluß des weimarischen Staatsministeriums wegen Verfehlungen im Amte seines Amtes entsetzt worden. In Sollstädt bei Bleicherode verunglückten infolge eines zu spät losgegangenen Schusses im Schacht 13 Bergleute; einer von ihnen wurde schwer verletzt. Der flüchtige Direktor Brinkmann vom Hannoverschen Hypothekenverein ist in Holland ergriffen und in das Gerichtsgefängnis zu Hannover eingeliefert worden. Das größte Schlachtschiff der österreichischen Flotte wurde in Triest bom Stapel gelassen und erhielt den Namen„ Erzherzog Carl". Die Taufe vollzog die Erzherzogin Marie. tät Gießen. ** Uebe weder zu Ho Sfarrstelle daf * Nach * prüfungsMeistern gefpr 4. Glafer, 19 9 Megger, 3 2 Buchbinder, Weißbinder, 3 Gloffer, 22 Die Namen un Reuning, Otto Beder Unter- S Geißler- Lollar, Sarben, Hrch. Meif- Daubring Monnenroth, Schotten u Das Neuefte aus den Witzblättern. Gelungener Einwurf. Die Fleischerinnung in X. will sich an einem Festzug beteiligen. Vorsitzender: Ich schlage vor, daß vormeg das geschmückte Mastschwein geführt wird, dann komme ich als Präsident, dann das prämiierte Rind. vieh, und daran schließt sich die Innung!" Stimme aus der Versammlung:„ Das geht nicht, das ist viel zu wenig Abwechselung!" EN" Der Sturmgeselle Sokrates", Sudermanns neuestes Stück, hat auf der Bühne des Berliner Leſſingtheaters seine erste Aufführung erlebt. Wie die„ Heimat" und Johannisfeuer" spielt der neueſte Sudermann" in der ostpreußischen Heimat des Dichters und wurzelt in Jugenderinnerungen. Die Sturmgesellen" sind alte achtundvierziger Demokraten, die ihr Revolutionspielen und ihren staatsgefährlichen" Geheimbund in die moderne Zeit mit hinübergeschleppt haben. Im Mittelpunkt dieser Gruppe von Freiheitsträumern, denen es nach der Fiktion Sudermanns noch immer nicht aufdämmern will, daß die Ideale der Gegenwart nach dem großen Jahre 1870 anders aussehen und aussehen müssen, als die unklaren Wallungen der 48er Zeit, steht der Zahnarzt Hartmeyer oder mit seinem Geheimnamen als Sturmgeselle: Sokrates. Seine beiden Söhne repräsentieren die Spaltung des modernen Geistes, die deutschtümliche Forschheit und den sozialen Reformdrang. Neben Hartmeyer Stellt sich der Rabbiner Marcuse, der gleichfalls einen Sohn hat, der das gebildete Judentum der Neuzeit verkörpert. Der Ausgleich zwischen den Idealen der alten 48er und dem neuen Wesen wird ebenso gewaltsam wie unwahrscheinlich dadurch herbeigeführt, daß Hartmeyers einer Sohn den Leibhund eines durch das kleine ostpreußische Städtchen reisenden Fürsten furiert und Hartmeyer senior dafür vom Landrat einen Orden bekommt. Das Ganze steht, abgesehen von einigen gut abgeguckten, lebensvollen Szenen aus dem ostpreußischen Kleinstadtleben auf dem Standpunkt einer burlesken Farce. Kindliche Logik. Bei Müllers ist der Tischler im Haus beschäftigt, da fragt Klein Hanna:„ Mutter, warum wird der Mann Tischler genannt?" Mutter:„ Weil er Tische anfertigt." Klein- Hanna:„ Ach so, dann machen wohl die Bettler die Betten?" Fachsprache. Kunde:„ Ein prächtiges Mädel!" Junger Vater( Schlächtermeister, stolz): Will ich meinen; wie die Kleine auf die Welt kam, hatte sie auch schon zehn Pfund Schlachtgewicht!" Sein Horror. Sohn( aus der Schule kommend): ,, Vater, heute hat der Lehrer gesagt, es gibt Menschen, die Feuer essen. Ist das denn möglich?" Vater:„ Gewiß, mein Sohn, es soll ja auch Menschen geben, welche Wasser trinken." ( Lust. Welt.) - Angewandter Fachausdruck.„ Im Sanatorium haben Sie sich ganz des Alkohols enthalten müssen, Herr Kapitän?" Freilich' s war das reinste- Trockendock!" Weit hergeholt. Er: Ich komme eben vom Junggesellenflub, aber da gefällt's mir nicht mehr!"- Sie:„ Soll das vielleicht ein Heiratsantrag sein?" Entschuldigung. Ihr Brief ist aber mit sehr blasser " Ja, er enthält auch eine Schreckens( Dorfbarbier.) Tinte geschrieben!" botschaft!" Kunft und Wissenschaft. Buft. Ringsha Cichott n, W. Cefterling Nibb OR. Herr v. Poffart und die Berliner Wagner- Feier. Der Münchener Hoftheaterintendant v. Possart läßt eine Erflärung veröffentlichen, daß er nicht an den Berliner Wagnerfestlichkeiten teilgenommen habe, wie das Wolffsche Telegraphenbureau verbreitet hat. Das offiziöse Bureau ließ Herrn v. Possart sogar einen Toast auf den Kommerzientat Leichner ausbringen. Herr v. Possart hatte schon vor acht Wochen erklärt, daß er jede Teilnahme an der Feier ablehnte. [ Wie„ Unser Frik" Kaiser wurde.] In den soeben erschienenen Memoiren des bekannten früheren Pariser „ Times"-Korrespondenten v. Blowitz wird auch die Szene geschildert, welche sich in der vom kranken Kronprinzen Friedrich Wilhelm bewohnten Villa in San Remo bei der Ankunft der Nachricht vom Tode Wilhelms I. abgespielt haben soll. Herr v. Blowitz erzählt: Die Mitglieder des Haushaltes hatten sich dort alle versammelt und standen in einem Halbkreise, als sich plötzlich die Tür öffnete und der Kaiser erschien. Er war wieder schön geworden wie in den glänzenden Tagen seiner Jugend. Sein Bart, von einigen wenigen Silberstreifen durchzogen, erglänzte im hellen Lichte des Armleuchters. Schlank und wohlgebaut überragte er die ganze Gesellschaft. Mit festem Schritte ging er direkt auf einen kleinen Tisch in der Mitte des Empfangszimmers und schrieb denn die Kanüle im Halse hinderte ihn am Sprechen einige Zeilen, die er unterzeichnete. Ein Offizier las das Schriftstück laut vor. Es war die Ankündigung des Todes von Kaiser Wilhelm I. und seiner eigenen Thronbesteigung als Friedrich III. Der Kaiser schritt dann auf die Kaiserin zu, machte eine tiefe, ehrfurchtsvolle Verbeugung, womit er auszudrücken wünschte, daß er dem tapferen Verhalten seiner Frau volle Anerkennung zollte, und legte ihr mit einer ernſten und zärtlichen Bewegung das Band des Schwarzen Adlerordens um den Hals. Die Kaiserin, mit Tränen in den Augen, warf sich in die Arme Friedrichs III., und während sie sich umarmten, ließen sie schließlich ihrem Schluchzen, das sie so lange und so heroisch zurückgehalten, freien Lauf. Der Landwirt. Pflasterer: Lin- Kleinlinder Herbstein. Rohrbach- Groß frch. Rullman und G. Spar hil. Sentler Schneider- But feleinlinden.- Ernst Neder Aug. Ert Nid Schotten. Carl Völzing Braun- Bubba sl Gin Apparat zur schnellen Bestimmung gesunder und franker Milch wurde, wie aus Wien gemeldet wird, von dem Assistent an der Wiener landwirtschaftlich- chemischen Versuchsstation, Marimilian Ripper, konstruiert. Das Prinzip, nach dem bei dem neuen Apparat die Bestimmung, vorgenommen wird, ist physikalisch. Durch das Milchserum Molte werden Strahlen geschickt. Je nachdem, wie weit die Strahlen von ihrer ursprünglichen Richtung von dem Milchserum abgelenkt werden, stammt die Milch von einem gefunden oder kranken Tiere. Bei der großen Bedeutung, die die Milchfrage heutzutage in dem sanitären und wirt schaftlichen Leben besitzt, kann diese Erfindung, die es auch dem Laien zu bestimmen ermöglicht, ob die Milch genießbar oder ungenießbar ist, gewiß als eine wichtige bezeichnet werden. Broßenbused, Heinr. Stöpl Brista- Bad S berg, Karl D do. H., Hrch. Bab- Nauheim. Ludw. Dort- L Dheim, Hein Weißbi Butzbach, Ka Georg We Spengler: Mouis Mook Bauterbach. Mug. Boll un Woh. Fehl Fr Schlosser: Dorfeld- M Schön- Gießen rb Agavenhecken als Feuerschutz für Waldungen. Als einzig wirksames Mittel gegen Waldbrände wird neuerdings die Umgebung der einzelnen Waldparzellen mit Hecken gewisser Pflanzenarten empfohlen, die in lebendem Zustand als unverbrennbar gelten fönnen. Vor etwa vier Jahren machte man auf die indische Feige oder Feigendistel aufmerksam, die, in Amerika heimisch, schon früh nach dem nördlichen Afrika und südlichen Europa herübergebracht wurde und jetzt in diesen Gegenden in verwildertem Zustand verbreitet ist. Diese Pflanze ist außerordentlich reich an Wassergehalt und fängt daher nicht Feuer. Eine Hecke dieser Kakteen würde also bei genügender Breite einem Waldbrand Halt zu bieten vermögen. Die Feigendistel hat aber die nachteilige Eigenschaft, nur in heißem Klima fortzukommen und daher über gewisse Zonen hinaus nicht verwendbar zu sein. In der merikanischen Agave hat man eine Pflanze kennen gelernt, die den Anforderungen an einen natürlichen Feuerschutz für Wälder besser entspricht. Sie kommt in allen Breiten fort, widersteht selbst strengen Wintern, wächst rasch, vermehrt sich stark und bildet so in wenigen Jahren eine Hecke, die wegen ihrer Undurchdringlichkeit auch als natürliches Wildgatter zu betrachten wäre. Ein Brand wird von einer solchen Barriere der merikanischen Agave auf der Stelle angehalten. Die Versuche, die in den dürren Waldgegenden Frankreichs, in den Landes und im Esterel, ferner in den Pyrenäen, in Algier und Tunis mit Anpflanzungen der merikanischen Agave gemacht sind, haben alle auf diese Pflanze gesetzten Hoffnungen bestätigt. Ueberdies könnte das Gewächs auch noch industrielle Ausnutzung finden als Gespinstfaser u. dergl. Ludwig Hyb Friedberg. ** Die Gießeng Ratt. Auf 1. Rechnung Schule. 2. für 1902/03 4. Abführun Anlage einer Bidler unter eines Bürger bor den A Errichtung 8. Vertrag verforgung. Rabelberlegun Abgabe elekt 12. Die Bol dem Auftrieb für den Sch Geffert um Beichstraße Erlaubnis zu Sta auf vielseitige ment wieder eine litterari 8. Mts. D als Theater 13. M nnd tag den 16. Georg Enge HD Gaues Heffe finden sollte, u Grünberg Ein Sochzeitsgäfte Sodzeitsgaft und Binzelf Er fchentte Wie Sie ru gender Meldung re in Schwede and ersucht tor Emballage be Lokales. einigen Rleinigkeiten, die er bei Darmstädter Juwelieren| Notwehr; auch will er vorher gereizt worden sein. Indem für 250 000 Mt. bestellt hat, ganz zu schweigen. Gießen, 6. Oktober 1003. Die das Gericht das letztere als feststehend, aber das erstere als Der Großherzog hat am 30. September b. 3. offizielle Quartierliſte weist bereits 31 Mitglieder regierender nicht erwiesen annimmt, fommt es zu einer Gefängnisstrafe den Geheimen Kirchenrat Professor Dr. Stade zu Gießen von 6 Monaten, worauf 1 Monat Untersuchunge haft aufgerechnet wird. Fürstenhäuser auf. Finland fein auf Nachsuchen von seiner Stellung als Allerhöhst ernanntes sind bedeutende Basalt quader abgestürzt. Da weitere Abstürze er Genfur rbeförderung ng eintreten t werden m iches Sport aftsmann origen borzie fleinen Gle schnallen, um mit jeder aßen faujen n Meilen in& auch mancherle wunden werde Mitglied der evangelischen Landessynode entbunden und den Geheimen Kirchenrat Professor Dr. Kattenbusch zu Gießen jum Mitglied der evangelischen Landessynode für deren damalige Dauer ernannt. ** Der Großherzog empfing u. a. am 3. Oftober den Lehrer Hünergarth von Ehringshausen, den Oberfonfisterialrat und Superintendenten Petersen von Gießen und den Profeffor Dr. Brauns, Rektor der Landes- Universität Gießen. ** Uebertragen wurde dem Pfarrverwalter Georg Becker zu Hopfgarten, Dekanat Alsfeld, die evangelische Pfarrstelle daselbst. Nach den Gewerben vertellen sich die 89 Meister* nen Bahn brede prüfungs- Kandidaten, welche am Sonntag zu de notwendig Meiſtern gesprochen worden find, wie folgt: 17 Schreiner, 4 Glaser, 1 Drechsler, 1 Imter, 1 Pflasterer, 3 Bäcker, Geschwindigte 2 Buchbinder, 15 Maurer, 7 Zimmerer, 6 Wagner, 7 9 Metzger, 3 Schuhmacher, 1 Schneider, 4 Schornsteinfeger, gen lassen. Gi fte, zwei Motor manchmal de werde, als de sein, besonder en, da jonit& n dürfte. ättern. Weißbinder, 3 Spengler, 1 Kupferschmid, 2 Sattler, 6 Schlosser, 2 Dachdecker, 3 Steinmegen, 1 Mechaniker. - Die Namen und Wohnorte sind: Schreiner: Friedrich Reuning, Otto Eckhardt, Herm Drth zu Nidda, Wilhelm Becker Ünter- Schmitten, Wilh. Jost- Stumpertenrod, Hetnr. nung in. Karben, Hrch. Kümmel und Gust. Ziegler- Wieseck, Jakob Reif- Doubringen, Hrch. Pinther- Lauterbach, Georg NagelNonnenroth, Hrch. Grandhomme, Otto Stang, Ernst Fischer zu Schotten und Wilhelm Schmidt- Lauterbach. Glaser: der:„ Ich schla ein geführt wir prämiierte Rin -Stimme al fiſt viel zu wem Tischler im Ha er, warum wir Weil er Til machen wohl es Mädel!" & Will ich meinen e auch schon zeh hule kommend ibt Menschen, di Vater:„ Gemi en, welche Waffer ( Luſt. Welt.) natorium haben Herr Kapitän? fendod!" om Junggesellen - Sie:„ Soll das eine Schreden ( Dorfbarbier) Dift. Guſt. Ringshausen- Nidda, Karl Leuning und Hrch. Leuning- Schott n, W. Schmitt- Gießen.- Drechsler: Johannes Desterling- Nidda. Imker: Rudolf Keck- Nidda. flasterer: Ludwig Ott- Glashütte. Bäcker: Wilh. Lein- Kleinlinden, Karl Schrimpf und L. V. SchneiderHerbstein.- Schuhmacher: Aug. Lampas- Niddu, Wilh. Rohrbach- Großen buseck, Hrch. Opper- Friedberg. Mezger: Hrch. Rullmann- Nidda, Ludw. Heller- Lich, Heinr. Bröscher und G. Spamer- Schotten, Phil. Braun, August Hilgardt, Phil. Sentler und Konr. Nürnberger- Gießen, W. Auguſt Schneider- Buzzbach. Schneider: Ludwig SommerKleinlinden.- Buchbinder: Hrch. Steinhäuſer- Gießen, Ernst Niederhoff Friedberg. Schornsteinfeger: Aug. Ert- Nidda, Hugo Graubner- Bußbach, Philipp HaasSchotten. Maurer: Hrch. Bernhardt- Kleinlinden, C. Rarl Völzing- Groß- Felda, Otto Olm- Friedberg, Julius Braun- Buzzbach, Friedr. Seim Kestrich, Wilhelm HarbachGroßenbuseck, Fr. Schaub- Lanzenhain, Karl Rau- Eichelsachsen, Heinr. Stöpler- Lauterbach, Karl Stumpf- Garbenteich, Emil Grista- Bad Nauhe'm. Bimmerer: Otto Olm Friedberg, Karl Diehl- Groß- Felda, Val. Schröder- Holzhausen v. mit ſehr blaffed. H., Hrch. Rausch, Wilh. Henkel- Lauterbach, Emil GriskaBab- Nauheim. Wagner: Johs. Deuchert- Altenschlirf, Ludw. Dort- Daubringen, Fr. Zither- Bußbach, Wilh. Ruß Ostheim, Heinr. Rumpf- Langenhain, Wilh. Becker- Dorheim. Weißbinder: Karl Walther- Nidda, Julius BraunButzbach, Karl Reuling, Karl Löwer- Gießen, Phil. Haas, Georg Weßler- Schotten, Grorg Billasch- Fauerbach. Spengler: Herm. Paul- Nidda, Hrch. Süßel- Schotten, Louis Moog- Gießen. Kupferschmied: Georg HardtLauterbach. Steinmeße: Martin Fisch- Buzbach, Aug. Boll und Karl Eugen Boll- Friedberg. Sattler: Joh. Fehl Freiensteinau, Herm. Kümmelbein- Lauterbach. Schlösser: Fr. Thöt- Schliß, Gg. Otterbein- Lauterbach, k. Dorfeld- Wies ck, D. Kutscher- Lollar, A. Graefe und H. Schön- Gießen. Dachdecker: Martin Meurer- Schotten, Ludwig Heyd, Butzbach. Mechaniker: Karl ReußFriedberg. agner- Feier. Der t läßt eine Er Berliner Wagner Wolfffche Tele Sie Bureau lie Kommerzientat schon vor ad reier ablehite g gesunder und et wird, von dem chemischen Ver t. Das Prinzip stimmung, vorge Milchserum achdem, wie meil chtung von dem Milch von eine ßen Bedeutung fären und wir ing, die es au Milch genieß ichtige Bezeid Baldungen. M wird neuerdings mit Geden geendem Zustand a vier Jahren igendistel auf nach dem nörd gebracht wurde 1 Zustand ver lich reid an Fine Sede diefer nem Waldbrand at aber die nadj fortzukommen verwendbar zu an eine Pflanze inen natürlid Sie fommt i Wintern, wäd venigen Jahren iditeit audy als Ein Brand * - Wezlar, 4. Oft. Von dem sogenannten„ Heidenturm" drohen, so ist der Platz gesperrt. Litterarisches. = [:] Ruppertenrod, 3. Oft. Heute Nacht um 3 Uhr Meyers Großes Konversations- Lexikon. Ein Nachwurden die Bewohner unseres Ortes durch Feuerlärm aus dem Schlafe geschreckt. Es brannte in der Brückenschlagewerk des Allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. 20 Bände in Halbleder mühle. In einem unmittelbar an dem Hauptbau befindgebunden zu je 10 Mart.( Verlag des Bibliographischen lichen bewohnten Nebenbau war das Feuer ausgebrochen, und dieser stand bereits in vollen Flammen als die Feuer- speben erschienenen IV. Bandes der die Wörter Chemnitzer Instituts in Leipzig und Wien.) Beim Durchblättern des wehr erschien. In dem im Neubau lagernden Holzvorräten bis Differenz umfaßt, fallen sofort eine Anzahl Artikel auf, fand das Feuer reichlich Nahrung. Einige Hühner, Wäsche, die uns Deutsche besonders interessieren, da sie alles behandeln, Himmel gießende Regen half den Löscharbeiten, so daß das Schlitten und andere Gegenstände verbrannten. Der vom was sich auf Deutschland bezieht. Der Artikel„ Deutschland" gibt mit seinen zahlreichen prächtigen Karten und Tafeln Wohnhaus mit der Mühle gerettet werden konnten. ein ganz treffliches Bild von den geographischen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen unseres Vaterlandes. In † Friedberg, 4. Oft. Der hiesige Bahnhofswartesaal äußert felt omation wiſchenfalles. Weit be sine 3-4. klasse war gestern Mittag der Schauplatz eines burger Buge tam aus Merzhausen bei Usingen eine Dame hier an, welche um 2 Uhr mit dem Zuge weiterreisen wollte, um in Marburg in der Entbindungsanstalt Aufnahme zu suchen. Kurz nach ihrer Ankunft im hiesigen Bahnhofe aber ſtellten sich Geburtswehen ein und die Dame wurde durch einige Leute nach dem städtischen Hoſpital gebracht. Hier abr geschah das schier Unbegreifliche: mangels einer Aufnahmeb scheinigung wurde die Dame nicht aufgenommen. In ihrer Hilflosigkeit kam die Dame allein wieder nach dem Bahnhof zurück, woselbst sie bald darauf niederfam. Durch den dienstthuenden Bahnhofsportier und andere Bahnbeamte wurde die Stationsverwaltung und die Polizei benachrichtigt. Bufällig kam gerade der Kreisarzt und leistete die erste Hilfe. Nachdem eine in der Nachbarschaft wohnende Wirtsfrau Kleidungsstücke herbeigebracht hatte, wurde die Mutter mit dem Kinde mittelst Droschte nach dem Hospital gefahren, woselbst jetzt die Aufnahme gestattet wurde. dau- Mosbach ist begonnen worden. Von Odenwald, 4. Ott. Mit dem Bahnbau Mu+ Frankfurt a. M. Das hier verbreitete Gerücht die fervenfabrik, Heinrich im In- und Ausland rühmlichst bekannte Wurft- und Kon( Inhaber Karl Ohl gebürtig aus Hanau), sei in ZahlungsBauer dahier, Weißadlergasse, schwierigkeiten geraten und habe den Gläubigern 45 Prozent geboten, ist völlig baltlos und entbehrt jeder Begründung. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 3. Oftober 1903. Die Verhandlungen des Schwurgerichts für das III. sache betraf den Landwirt, früheren Gemeinderechner ValenQuartal gingen hute zu Ende. Die heute verhandelte Straftin Schäfer von Bernshausen wegen Verbrechens im Amt. Es handelt sich im vorliegenden Fall um unterschlagene Gelder in beträchtlicher Höhe, die sich wie folgt zusammenſetzt: Kassendefizit 685,24 Met., Darlehen von 600 Mt. aufgenommen von dem Vorschußverein Schlip; Darlehen von 1000 Mt., aufgenommen von Jungblut in Schlitz; Jagdpacht in Höhe von 120 Mt., zusammen 2405 Mt. Ueber die Art der Verwendung des Geldes weiß der Angeklagte einen genügenden Aufschluß nicht zu geben. Er behauptet, er habe in den letzten Monaten stets erhebliche Ueberzahl ungen für die Gemeinde gemacht und diese aus seinen eigenen Mitteln bestritten, er ist je och nicht in der Lage, diese Behauptung durch einen Beleg oder Aufzeichnung zu beweisen. Anzunehmen ist, daß das Geld in dem Haushalt seiner großen Familie Verwendung gefunden hat. Die Geschworenen bejahten unter Annahme mildernder Umstände die Schuldfrage, indem sie als unterschlagene Summe den Betrag von 2405 Mt. annahmen. Das Gericht erkannte auf 1 Jahr Gefängnis, unter Aufrechnung von 2 Mon. Untersuchungshaft. Straffammer. Gießen, 2. Oktober 1903. Die nächste Sigung der Stadtverordneten Gießens findet Donnerstag, 8. Oftober, nachm. 4 Uhr ftatt. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Rechnungsabschluß des Realgymnasiums und der Realschule. 2. Rechnungsabschluß des Gas- und Wasserwerks Das Urteil in der vor 8 Tagen verhandelten Sache für 1902/03. 3. Rechnungsabschluß des Elektrizitätswerks. gegen Moritz Lilienfeld von Neustadt wegen Steuerhinter4. Abführung der Abwässer des Stechenhauses. 5. Die ziehung lautet auf Bestätigung des untergerichtlichen ErkenntUnter Anlage einer Wasserleitung seitens des Brauereibesizers Georg niss 8. Es bleibt somit bei der Freisprechung. Bichler unter Benutzung städtischer Feldwege. 6. Herstellung verschlossenen Türen wird geger den Taglöhner Karl Fuchs eines Bürgersteiges auf der Südseite der Rodheimerstraße von Lollar verhandelt, welcher sich an einem 3jährigen bor den Kröckschen Neubauten. 7. Dispensgesuch wegen Kinde unsittlich vergangen hat. Unter Berücksichtigung der Errichtung eines Gebäudes auf dem Gail'schen Tonwerk. Angetrunkenheit bei Begehung der Tat und der geistigen 8. Vertrag mit der Gemeinde Duckborn wegen Wasser- Beschränktheit des Angeklagten wird trotz der Schwere des versorgung. 9. Verbesserung der Straßenbeleuchtung. 10. Verbrechens, auf die Minimalstrafe von 6 Monaten GeRabelverlegung im Burggraben. 11. Bedingungen für die fängnis erkannt, worauf 1 Monat der erlittenen UntersuchungsAbgabe elektrischer Energie; hier: Aenderung des§ 5. haft in Aufrechnung kommt. Der Knecht Johann Enders 12. Die Polizeiv rordnung, das Ausmelten von Kühen vor von Densberg entwendete mittels Einsteigen dem Ardem Auftrieb auf den Viehmarkt betr. 13. Droschfentarifbeiter Johannes Müller zu Wenings einige Kleidungsstücke. für den Schliefplatz am Mittelweg. 14. Gesuch des Karl Er wird dieserhalb in eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr Gessert um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause genommen. Der zu Gießen geborene Andreas Falt Beichstraße 31. 15. Gesuch des Albert Edmund Wild um hat zu Friedberg ein 5jähriges Mädchen zu unsittlichen Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Walltorstr. 46. Handlungen angehalten. Wegen Sittlichkeitsverbrechen_be** Stadttheater Gießen. Nächsten Freitag wird fommt er 1 Jahr und 6 Monate Zuchthaus, auch werden auf vielseitiges Verlangen„ Der blinde Passagier" im Abonne- ihm auf 5 Jahre die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt. ment wiederholt. Die tommende Woche fann geradezu als Wegen ähnlichen Verbrechens begangen an einem 10jährigen eine litterarische bezeichnet werden, indem Montag den 12. Mädchen zu Daubringen, erhält der Weißbindergeselle d. Mts.„ Die versunkene Glocke" mit Frau Agnes Sorma Heinrich Rudolf 2 Jahre Gefängnis. Der Hausierer als Theatervereinsvorstellung in Szene geht, Dienstag den Heinrich Käuper von Wolf hat dem furzsichtigen Wirt 13. M nna von Barnhelm" als Volksvorstellung und Frei- Christian Funk zu Selters ein außer Kurs gefeßtes tag den 16. d. Mis.„ Ueber den Wassern", Drama von großes 20pfennigftück an Stelle einer Mark behändigt. Er Georg Engel. erhielt dieserhalb vom Ortenberger Schöffengericht 4 Tage Gefängnis wegen Betrugs. Der von ihm verfolgten Berufung sagt und das erstinstanzliche Urteil bestätigt.- Zum Schlusse hat sich der Schlosser Wilhelm Treut von Büdingen wegen Körperverlegung zu verantworten. Er ist geständig, daß er seinen Vetter Ludwig Treut ein Messer in die Brust gestoßen hat. Nach Aussage des Sachverständigen hätte die Verlegung leicht den Tod herbeiführen können; doch sei die Wunde sehr schnell geheilt. Der Angeklagte beruft sich auf | präziser, aber durchaus übersichtlicher Form wird das ganze Rethe statistischer Tafeln nach den neuesten Erhebungen sehr Gebiet nach allen Richtungen hin behandelt, wobei eine viel zum Verständnis beitragen. Die Geschichte unseres Voltes ist in großen Zügen, aber geradezu fesselnder Darſtellung big in unsre Tage bearbeitet, vier sehr gute geschichtliche Karten geben ein übersichtliches Bild der jeweiligen Entwidelung. Die großen Berioden des Befreiungstrieges und des deutsch- französischen Krieges haben besonders aus" führliche ſelbſtändige Artikel erhalten. Der vorzügl. Artikel Deutsche Literatur" fann direkt zum selbständigen Studium aufs beste empfohlen werden. Sehr interessant iſt über die Verbreitung der Deutschen in Mitteleuropa. Wir auch der neue Artikel„ Deutsches Volt" mit einer Karte erkennen aus diesem Aufsatz so recht, wie sich das deutsche Volk aus dem Gemisch der Stämme der Völkerwanderung herauskristallisiert hat, und wie es ihm dank seiner Zähigkeit und Rührigkeit gelungen ist, überall in der Welt seinen Plaz an der Sonne einzunehmen. Der Artikel, Deutscher Drden" gibt einen Zeitraum dieser Expansionstätigkeit genauer wieder, während die zu diesem Band gehörigen Artikel " Deutsch- Ostafrika" und„ Deutsch- Südwestafrika" die koloniale der Beilage" der Dampfschiffreedereien, wie die deutsche Flagge Ausbreitung der leßten Dezennien beleuchten. Dazu zeigen die Artikel Dampfschiffahrt" mit der Weltverkehrsfarte und in der ganzen Welt jest achtunggebietend weht und deutsche Ware allerorts auf deutschem Kiel verfrachtet wird. Daneben gibt der Artikel Deutsche Schulen im Ausland" einen quten Begriff von den Bestrebungen, das Deutschtum im Ausland zu erhalten. Für das Verständnis der Vorgänge unsrer ostasiatischen Politik ist der Artikel" China" mit den beiden Karten, namentlich der zweiten der Provinzen Tschi- lt und Schantung, sowie die Karte vom Unterlauf des Beiho, dem Kriegsschauplatz der letzten Jahre, von größtem Interesse. Aber auch in die Geschichte und die Literatur dieses bis jetzt so geheimnisvollen Landes werden wir genau eingeweiht. Die Errungenschaften der Technik im Dampfmaschinenwesen und im Dampfschiffbau finden in größern Auffäßen eine treffliche Behandlung. Auch hier sind eine Reihe ganz neuer Tafeln dazu gekommen, die auch den Laien mit der sonst schwerverständigen Materie vertraut machen. Die Erwähung dieser aus dem Reichtum des Wissens, der in dem Band aufgestapelt ist, herausgezogenen Artikel wird genügen, um erkennen zu lassen, daß wir es in dem vierten Bande wieder mit einer ganz hervorragenden Acquisition der deutschen Literatur zu tun haben, die inhaltlich und in der Ausstattung ihresgleichen sucht. Marktberichte. Gießen, 6. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmartt lofteten Butter per Bfd. 0.90-1.00 mt, Sührereler 2 Stüd 14-16 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 fg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Ltter 32 Bfg., Tauben per Baar M. 0.70-0.90, Hühner per Stid Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.80-2.40, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per fd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-7.00 mr., Zwiebeln per 3t. Mr. 4.50-5.00, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehre dürfen por Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M. Der diesjährige Markt für Tafelobst findet am Donnerstag den 8. Oktober in der Stadthalle, Klostergaffe 14 statt. Wie in den Vorjah.en läßt die Marktordnung ausschließlich in Deutschland gezogenes Obst usw. zu. Jeder Probe ist ein Begleitschein beizugeben, der folgende Angaben enthält: Name der Sorte, Prets per Kg. bezw. per 100 g. ab nächster Bahnstation, das zur Verfügung stehende Duantum, den Namen des Verkäufers, die ungefähre Lieferzeit. Die Proben sind am Tage vor Abhaltung des Marktes franko Marktlokal( Stadthalle) zu liefern, oder an das Obstmarkt- Komitee, Gneisenaustr. 15, einzusenden. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin leta: fr bas Sotale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermant Drnd und Berlag ber Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Das Getränk der Kinder. anischen Agave Gaues Hessen, die am vergangenen Sonntag in Gießen statt- wodurch er Freisprechung erzielen will, wird der Erfolg ver- schädigt. Für die Kleinen ist Kathreiners Malzkaffee, in den dürren md im Efterel, Tunis mit An ht find, haben tätigt. Ueber lle Ausnutung * Die Bezirksvorturnerturnstunde des finden sollte, findet am nächsten Sonntag in der Turnhalle zu Grünberg statt. Eine gute deutsche Sitte will es, daß die Hochzeitsgäste das Brautpaar beschenken. Einen noblen ochzeitsgast haben sich Prinz Andreas von Griechenland und Brinzessin Alice von Battenberg in dem Zaren geladen. Er schen! te dem Baar eine runde Million Rubel baar, von * Wem die Gesundheit und das blühende Gedeihen seiner Kinder am Herzen liegt, der sehe streng darauf, daß sie keinen Bohnenkaffee zu trinken bekommen, weil dieser nach ärztlicher Ansicht den findlichen Organismus der gerade auf jugendliche und zarte Organismen die wohltätigste Wirkung ausübt, ein überaus bekömmliches Getränk, das von vielen Aerzten empfohlen wird. Die Erfahrung lehrt, daß Kathreiners Malzkaffee mit Milch gefocht schon nach kurzer Gewöhnung das Lieblingsgetränk unserer Kleinen bildet, bet dem sie prächtig gedeihen. Stadt- Theater Giessen. Direktion: Steingoetter. Freitag, den 9. Oktober 1903. 2. Freitag Abonnements Vorstellung. Novität. Zum 2. Male. Novität. Der blinde Passagier. Zur bevorstehenden Saison bringe mein großes Lager von Irischen-, Dauerbrand-, Amerikaner-, Regulierheiz-, Koch- Hopew- und Darmstädter- Defen in diversen Fabrikaten. Ferner: Ofenschirme, Ofenvorseker, Lustspiel in 3 Aften von Oskar Blumenthal und Verdampfschalen, FeuergeG. Kadelburg. Dächste Ziebung am 15. Oktbr. cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. 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Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirücvergütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. K. Grosshaus, empfiehlt sein großes Grünberg, Babnbofstr. 20. Lager in allen Sorten Schuhen und Stiefeln, besonders moche auf eine große Auswahl in hohen Zungenstiefeln, hohe und halbhohe Schaftstiefel, mit und obne Beschlag. rindlederne Arbeitsschuhe, für Männer, Frauen und Kinder, in dauerhafter Ware aufmerksam; unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung. Brandgasse 7. Wohn.| zu berm. Näheres daselbst im 2. Stock. Zimmer, unmöbi., an alleinsteh nde Person zu verm Gießen. Neuenweg 6, part. Möbl. Zimmer zu vermieten. Gießen, Wolfengasse 27. Einfach möbl. Zimmer und ein Mansardenzimmer billig zu vermieten. 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