Nr. 182. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Donnerstag, den 6. August 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfc. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Die Ritter tasse wird wegen Vornahme von Analisationsarbeiten von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 6. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird hiermit der Durchgangsverkehr über den Markt-, Kirchenund Lindenplay von der Marktstraße bis zur Wetzsteingasse für Führwerke und Radfahrer gesperrt. Durch die Sperre wird auch der Verkehr durch die Koplanei- und Schloßgasse unterbrochen. Gießen, den 5. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V: Roth. Was man von Pius X. erzählt. Rom, 5. Auguſt. Der neue Papst hat sein Amt erst einen Tag inne, und schon weiß die Welt tausenderlei Dinge über seine Person, seine Familie, seine Ansichten und Absichten. Das heißt, sie weiß eigentlich recht wenig, aber sie glaubt alles zu wissen an der Hand der„ genauen" Angaben, die die Reporter sofort nach Bekanntwerden der Wahl in alle Richtungen aus. posaunten. Dabei liefen die wunderbarsten Quiproquos inter. Der eine dichtete dem Papst sechs Schwestern an, vährend er in Wirklichkeit nur deren vier besigt, ein ande. er ließ die eine durch die Nadel in mühsamer Arbeit den Interhalt ihrer Familie gewinnen und dergleichen mehr. Wahr ist, daß die Geschwister des Papstes sich in beschei dener Lebenslage befinden, aber in keiner Notlage. Zwei Schwestern führten ihm in Venedig die Wirtschaft, eine britte ist an einen Kirchendiener in Salzano verheiratet, we er jetzige Papst früher Pfarrer war, und die letzte an einen Gastwirt in Riese, dem Geburtsort des Papstes. Sein ein ziger Bruder ist jetzt Weinhändler in Mantua und stand früher als Carabiniere in italienischen Diensten. Demnach ind die Phantastereien über die Familie des Papstes aus das richtige Maß zurückgeführt. Ebenso leicht sind die vidersprechenden Nachrichten über seine Person richtig zu tellen. Entgegen anders lautenden Ausstreuungen sei beont, daß der Papst sich vorzüglicher Gesundheit erfreut und jeine hohen Jahre noch in keiner Weise zeigt. Er sieht aus vie ein rüſtiger Fünfziger. Schwieriger ist es schon, sich in dem Wirrwarr von Meldungen über die Vorgänge, die zur Wahl des Papstes führten, und seine Ansichten und Ab. ichten zurechtzufinden. Konklavisten sollen geäußert haben, daß nach heftigem Wahlkampf zwischen Rampolla, Vann telli und Gotti die Kandidaturen Sartos und di Pietros an Boden gewonnen hätten. Schließlich habe di Pietro er flärt, daß er aus Gesundheitsrücksichten eine Wahl doch nicht annehmen würde( dasselbe habe schon vorher Capecelatro er klärt), und so sei denn endlich die Wahl mit über 50 Stimmen auf Sarto gefallen. Dieser habe sich nur auf dringende Bitten seiner Freunde entschlossen, die Wahl anzunehmen. Dann wird mit Beſtimmtheit von einem Vetc der österreichischen Regierung gesprochen, ohne das Rampolla sicher gewählt worden wäre. Sartos Wahl sei die Reaktion dagegen, da dieser als Venezianer Irredent sei! Diese ganzen Nachrichten aus dem Konklave, die mit Windescile den Weg in die Spalten der Blätter nehmen, sind wohl eben so unzuverlässig, wie die Meldung vom ersten Regierungsaft des Papstes, der, als ihm sofort nach der Wahl das bekannte weiße Käppchen ausgesetzt wurde, sein rotes Kordinalsfäppchen dem Konklavesekretär Merry del Val aufgesezt und diesen damit zum Kardinal erhoben habe. Die Szene wurde in den Blättern ganz genau be schrieben. Heute wird die Errennung Merry del Vals schon widerrufen. Der Papst sol em Beispiel seines Vorgän gers Leo XIII. gefolgt sein und entgegen dem früheren Usus das rote Käppche einfach in die Tasche seiner Soutane gesteckt haben. Denselben fragwürdigen Wert haben natürlich auch alle die Anekdoten, die über Aeußerungen des Papstes bei seiner Abreise in Venedig und beim Konflave berichten. Bei seiner Abreise soll er sich ein Retourbillet genommen und zum Domkapitel gesagt haben: Ihr sollt mich wiedersehen, lebend oder tot." Damit soll Kardinal Sarto angedeutet haben, daß er sich dereinst in Venedig beisetzen lassen werde. Noch deutlicher trägt den Stembel der Erfindung folgende Erzählung an der Stirn. Als jüngst vor dem Stonklave so heißt es einige Kardinale zusammensaßen, fragte einer:„ Wer von uns mag wohl den schönsten Papstkopf haben?"" Ich", erwiderte Sarto scherzend. Um den durchsichtigen Ursprung dieser hübschen Geschichtchen klarzulegen, bedarf es nur der einfachen Frage: Warum wurden sie nicht vor der Papstwahl erzählt? Unsicher ist auch die Erklärung, weshalb der neue Papst den Namen Vius X. aewählt hat. In„ kirchlichen Kreisen" an soll verlauten, daß er den Namen zur Erinnerung Pius VII. angenommen habe, der am 14. März 1800 in Venedig zum Papst gewählt wurde. Seine Antwort auf die Frage, welchen Namen er tragen wolle, habe gelautet: Im Vertrauen auf die Verdienste der Heiligen, welche die Kirche verteidigt haben, nehme ich den Namen Pius X. an." Andere wieder behaupten, er habe es getan, um damit anzudeuten, daß er die Politik Pius IX. fortseven wolle. Damit kommen wir auf das widerspruchsvollste Gebiet dessen, was man von dem neuen Papst erzählt. Die Liberalen wollen aus der Tatsache, daß Kardinal Sarto 1898 in Venedig den König Humbert offiziell begrüßte, den Schluß ziehen, daß eine Versöhnung zwischen dem päpstlichen Stuhl und der italienischen Regierung sich nunmehr anbahnen würde. Dem wird entgegengehalten, daß er durch die Segenserteilung von der inneren Loggia der Peterskirche aus deutlich dokumentiert habe, daß er sich ebenso wie seine Vorgänger als„ Gefangener" im Vatikan betrachte. Von der einen Seite wird betont, daß sich Sarto im ſtrikten Gegensatz zu Rampolla befinde und daß er dies durch die Wahl des Kardinals Ferrata zum Staatssekretär zum Ausdruck bringen werde. Dem wird wieder entgegengehalten, daß Ferrata gar nicht feindlich zu Rampolla ſtehe, im Gegenteil. Kurz und gut, es ist ein wahres Tohuwabohu von sich widersprechenden Urteilen und Nachrichten, aus dem deren Verbreiter sich selbst nächstens nicht mehr herausfinden werden. Alle diese politischen Zeichendenter übersehen die einfache Tatsache, daß der Papst noch gar nicht die Reit gehabt hat, sich ein bestimmtes Programm zu setzen. Daß er in der Machtfrage der Kirche nicht zurückweichen wird, ist zwar von vornherein anzunehmen, ebenso gewiß ist aber, daß er in versöhnlichem Geiste wirken wird, wie es seine Wahl als Kompromißpapst schon andeutet. Er wird mit den jetzigen Zeitläuften rechnen, ohne seiner Würde und dem Interesse der Kirche etwas zu vergeben. Eine weitere Huldigung der Kardinäle hat der Papst inzwischen entgegengenommen. In Beglei hung der Würdenträger begab er sich unter Vorantragung des silbernen Kreuzes zu Fuß von seiner vorläufigen Woh nung nach der Sirtinischen Kapelle. Nach dem Tedeum erteilte er den Segen. Viele hervorragende Personen, voran der Konklavemarschall Prinz Chigi, wurden zum Fußfuß zugelassen. Die Kardinäle haben ihre Konklave. wohnungen geräumt. Die bisherige päpstliche Wohnung wurde in Gegenwart des Grafen Pecci, des Defans der Protonotare und anderer Zeugen entsiegelt. Am 6. d. M. findet in den römischen Kirchen ein Dankes- Tedeum statt Die Krönung wird für nächsten Sonntag erwartet. Die Politik. Eine deutsch- englische Spannung. Das unerhört aggressive und verlogene Verhalten der englischen Staatsmänner gegenüber Teutschland in der Kanadairage hat offenbar auch auf die Beziehungen zwischen den beiden Dynaftien abgefärbt. Kürzlich erflärte ein offiziöses Organ die Meldung als erfunden, daß Staiser Wilhelm an König Eduard megen eines im Herbst in London abzustattenden Vejuches geschrieben habe. Jezt fommt auch noch ein süddeutsches reichsoffiziöses Organ und fügt diesem immerhin auffälligen Dementi die nch auffälligere Bujaybemerkung an, daß bei Kaiser Wilheim eine Absicht, nach England zu reisen, überhaupt nicht bestanden habe, noch and, bestehe. Ebenso sei fiir cine Begegnung der beider Herrscher auf deutschem Boden bisher weder durch ummittelbarer Briefwechsel, noch auf diplomatischem Wege irgend etwas vereinbart worden, und eine deutsche Initiative, von der in Londoner Meldungen die Rede war, gebe es in dieser Angelegenheit nicht. Das nennt man abgemunken". Vielleicht hat auch Königs Eduards Verhalten während des Besuches Loubets in London zu dieser offenbaren Abfühlung zwischen Berlin und London beigetragen. Ein bayerischer Kardinal. In der bayerischen Centrumspresse taucht jetzt die Forderung auf, die bayerische Regierung solle in Rom darauf hinarbeiten, daß der Vatikan dem bayerischen Staate einen eigenen Kardinal zugestehe. Die Blätter weisen darauf hin, daß Staaten mit zwei und vier Millionen Katholiken eigene Vertreter im Kardinaiskollegium besäßen, während Bayern im Kollegium völlig unvertreten sei. Die an sich durchaus berechtigte Forderung der Bayern dürfte jedoch an dem Umstande scheiteca, daß de Vatikan für seine Kardinäle bei höfischen Festen den Vortritt vor den** niglichen Prinzen fordert, wozu sich die Wittelsbacher kaum verstehen dürften. Weltfriedensträume. Die französischen Weltfriedensill ionisten haben große Rosinen im Kopf. Sie wollen nicht nur ein ständiges Schiedsgericht zwischen Frankreich und England zustande bringen, was an sich schon ein utopisches Beginnen ist, sie wollen noch mehr: auch zwischen Frankreich und anderen Staaten, insbesondere Norwegen, Holland und Italien, wollen fi ein ständiges Schiedsgericht errichten, ebenso zwischen diesen Ländern selbst. Wenn sie erst die Hauptmächte Europas so in ein Schiedsvertragsverhältnis gebracht haben, wollen sie England veranlassen, sich mit Frankreich und Rußland behuss einer gemeinsamen Abrüstung zu verständigen. Ja, wenn! Angeblich hätten die Regierungen Frankreichs und Englands sich schon in diesem Sinne verständigt. Wer's glaubt, zahlt' nen Taler. Ein Komplott gegen König Peter! † Aus Bukarester Regierungskreisen kommt die Kunde von der Entdeckung eines Mordanschlages gegen den neuen Serbenkönig Peter. Acht Subalternoffiziere und ein Oberst in Nisch, dessen Garnison bekanntlich dem König Alexander ergeben war, sollen als Teilnehmer an der Verschwörung verhaftet worden sein. Drei von ihnen sind aus der Haft nach Budapest entflohen. In Serbien wird die Sache begreiflicherweise totgeschwiegen. Krisenriecherci. Von einer gegenseitigen Befehdung der preußischen Minister angeblich schöben sie einander die Schuld an der Verzögerung de staatlichen Hochwasserhilfe zu wissen einige Blätter ein großes Lied zu singen. In Wirklichkeit liegt, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter erfährt, die Sache. einfach so, daß in der offiziösen Presse Angriffe, die den Grafen Bülow für die Verzögerung verantwortlich machen wollten, mit dem Hinweis zurückgewiesen worden sind, daß die Hochwasserangelegenheiten zunächst vor das Forum der beteiligten Ressortminister gehörten. Daß zwei Minister amtsmäde sind, hat mit dieser Sache nichts zu tun. Das ist alles.- Uebrigens wird Gras Bülow dem Kaiser gleich nach dessen Rückkehr von der Nordiandreise über die Hochwasser. frage mündlich Vortrag halten. Kurze politische Nachrichten. * Mit dem veränderten deutschen Infan teriegemehr wird zum Herbst ein Bataillon des Garde Grenadier- Regiments in Spandau ausgerüstet. Gleichzeitig soll es auch die neue, in der Form und Schießwirkung von der alten abweichende Patrone auf ihre Brauch barkeit erproben. An dem Probegewehr ist unter anderem das Visir anders, als an dem bisherigen Modell. * Die Reichstagsnachwahl in Dessau- 3erbst ist auf den 3. September anberaumt worden. * Die höheren Preise für die sächsischen Rückfahrfarten sollen erst vom 1. Oktober d. I. ab erhoben werden. * In London verlautet, falls Chamberlain nicht den Präsidenten des Geheimen Rats, Herzog von Devonshire, für seine Anschauungen gewinne, werde der Premierminister Balfour dem Könige das Entlassungsgesuch des Kabitetts unterbreiten. Wahrscheinlich werden dann Neuwahlen usgeschrieben werden. * In Madrid war am Mittwoch das Gerücht von einem Mordanschlag auf den König verbreitet. Es wird vor er Regierung für unbegründet erklärt. Ebenso wird amt ich bestritten, daß der König erkrankt sei. Hof und Gesellschaft. *** Die Kaiserin unternimmt heute( Donnerstag) on Cadinen aus einen Dampferausflug nach der Nogat, un das dortige Gebiet zu besuchen und bei dieser Gelegen. jeit die durch das Hochwasser der Weichsel und Nogat herjorgerufenen Schäden eingehend zu besichtigen. *** Am gestrigen Todestage der Kaiserin Friedrich erschien im Potsdamer Mausoleum der Kronoring, der vom Uebungsplatz Döberiz gekommen war, und egte im Auftrag des Kaiserpaares einen Kranz am Sarkoohage nieder. Hus dem Gerichtsfaal. § Die Mitschuldigen des Gerichtssekretärs Baganz, der sich, wie erinnerlich, in Berlin wegen schwerer Vergehunger im Amte zu verantworten haben wird( er hatte Angeklagter gegen hohes Entgelt Einsicht in die Untersuchungsakten verschafft), werden jetzt mit Namen bekannt. Es sind der frühere Justizrat Raebel, ein Direktor Polzin und der Ju welier Aufrecht. § Spionageprozeß. In Wien begann gestern unter Ausschluß der Deffentlichkeit die Verhandlung gegen den frühe ren Lemberger Finanzkommissar Dr. Borislaw Ossolinsfi wegen versuchter Verleitung zur Spionage. Ossolinski soll sich an die Verwandten seiner Frau mit der Aufforderung gewendet haben, wegen Verkaufes einer Instruktion, welche den Eisenbahnbetrieb im Mobilisierungsfalle regelt, mit der Wiener Vertretung einer ausländischen Macht zu verhandeln. geboren; Fürstin die Patenstelle einnahm, denselben Namen erhalsie hatte in der Taufe, bei welcher die regierende Die Gräfin war mit der Prinzessin fast zu gleicher Zeit heim, die Tochter des Oberhofmarschalls. burett ihre Hofdame, die Gräfin Margarethe von Waldaber freiIch glaube, es gehört nicht zu den besuchtesten Bädern." lich was gibt es denn in Bergenau? bringt mir eine Badereise eher Berstreuung ,, um die Kur zur vollen Wirkung fommen zu lassen. ,, Das ist es ja gerade, was ich wünsche", sagte der Doftor, frisierte." ,, Aber, Durchlaucht Die Probe machen?" rief die Gräfin erschrocken; um Du wirst begreifen, denn wir werden die Probe machen." ich begreife nicht" mehr aber, wenn ich umgekehrt mich nach deinem Muster min. ſeiner Seward bom gewandien jeine Part gewonnen. Herzog glücklich für alte im Amte gestorben 30beauten seinem Schwiegersohne zu geben, sobald der Landmann au ſein Begehren versprochen, die Stelle eines Mamentlich wurde dem ehrlichen Nab und fern. Die Kaisermanöver. Der Kaiser hat auch in diesem Jahre wieder den Prinzen Leopold von Bayern, General. Inspekteur der IV. Armee- Inspektion, zu den in der Zei vom 4. bis 11. d. M. zwischen Leipzig und Merseburg statt. findenden Kaisermanövern eingeladen. Tas an dem Manö ver beteiligte IV. Armeekorps gehört zu der erwähnten Inspektion. Während der Manöver wird der Kaiser im könig lichen Residenzschlosse zu Dresden Wohnung nehmen und wahrscheinlich die Gemächer des verstorbenen önigs Albert beziehen. Die kaiserliche Suite nimmt zum Teil im Residenz schlosse, zum Teil im Taschenbergpalais Wohnung. Der für den Kaiser und sein Gefolge bereit zu haltende Manöver Sonderzug wird ständig in der Nähe des Monarchen weilen, um nach Schluß der jeweiligen Uebung dem Kaiser sofort zu Rückfahrt nach Dresden zur Verfügung zu stehen. Vermischtes. [ Herr Budde und die Bahnhofswirte.] Ein Erlak des preußischen Eisenbahnministers, in welchem den Bahn hofswirten die Feilhaltung von Obst und alkoholfreien Ge tränken anempfohlen und worin zugleich der Wunsch aus gesprochen wird, das verabreichte Bier solle nicht zu kali sein( nicht unter 10 Grad Celsius), dann die Preise der Waren seien durch Preistäfelchen, am besten aus Porzellan zu bezeichnen dieser Erlaß hat in Wirtskreisen viel Miß vergnügen hervorgerufen. Ein Wirtsfachblatt äußert seinen Broll in allerlei boshaften„ Verbesserungs"-Vorschlägen, die es dem Minister zur Beachtung empfiehlt. Er solle dafür sorgen, daß wegen der Wirkungen, die beim Genuß von Obst und Selterswasser nur zu leicht entstehen, Aerzte am Büffet Dienst tun; die Prüfung der Qualität des Obstes u. s. w. muß der Bahnhofswirt auf seine Kosten alle füns Minuten durch die Stationsbeamten vornehmen lassen; das Bier muß auf Verlangen auch warm serviert werden, und vor allem müssen die Preistäfelchen gegen das billige Ent gelt von 6 Mart aus der königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin bezogen werden. Das Defizit so schließt das Blatt, das bei diesem Geschäftsbetrieb entstehen muß, wird vom Eisenbahnminister aus seiner eigenen Tasche gedeckt. Das Mitleid für die durch das Hochwasser Betroffenen hat der deutschen Bevölkerung zur größten Opferwilligkeit Anlaß gegeben. Aus allen Ständen werden den Hilfskomi tees und Sammelstellen Gaben zugeführt: Geldspenden, Ve kleidungsstücke, Hausgerät, Lebensmittel, Brotmehl u. s. w. Von zahlreichen Großgrundbesizern ist bereits die schriftliche Verpflichtung abgegeben worden, den durch das Hochwasser arg geschädigten Landwirten Saatgetreide und sonstige zum Bestellen der Felder erforderliche Sämereien und Pflänzlinge zur Verfügung zu stellen, desgleichen Heu und Stroh zur Versorgung des Viehes. Auch in anderer Weise hat die Hilfs tätigkeit Ausdruck erhalten. Von verschiedenen Brennereien wurden zum Aufbau zerstörter oder zur Renovierung be schädigter Bauwerke Mauersteine, Kalt, Cement u. s. w. über wiesen. Der Berliner Königliche Domchor wird eine Konzert tour durch Schlesien unternehmen und den Hauptteil des Erlöses zum Besten der Ueberschwemmten zur Verfügung stellen. Wie aus Breslau gemeldet wird, ist im Oberlaus der Oder eine neue bedenkliche Steigung des Wassers zu verzeichnen. Kultusminister Dr. Studt bereiste auf einem Dampfer das Ueberschwemmungsgebiet der Kreise Wohlau und Trebnik und weilt zur Zeit in Glazz. Das sind kleine Nadelstiche, die sich der Minister ruhig gefallen lassen wird in dem Bewußtsein, dem reisenden Bublikum und für dieses, nicht zur Bereicherung des Wirtes, sind die Bahnhofsrestaurants da einen Dienst erwiesen zu haben. Alt- Heidelberg, du feine..." Aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes, ja, man kann ohne Uebertreibung jagen, aus der ganzen Welt strömen in diesen Tagen die alten Heidelberger Studenten zusammen, um vereint mit dem jungen Nachwuchs die Hundertjahrfeier der Reorgani fation ihrer geliebten Alma mater festlich zu begehen. Nach langem Verfall wurde durch das Organisationsedikt des Großherzogs Karl Friedrich von Baden im Jahre 1803 die alte Ruperta in frischem Glanze als hohe Landesschule bestätigt und als Ruperto- Carola" neu dotiert. Durch Heidelbergs Gassen klingt während der nächsten Tage der subelsang der alten und jungen Musensöhne, und Fest folgt auf Fest. Als Vorboten der Feier veröffentlicht die„ Karlsruher Zeitung" eine Anzahl Ordensverleihungen an Professoren der Universität, sowie eine Anzahl Ernennungen. Unter anderen erhielt der Professor Geh. Rat erster Klasse Dr. Fischer die Kette zum Großkreuz des Ordens Berthold I., und der Protektor Geh. Rat zweiter Klasse Dr. Czerny wurde zum Geheimen Rat erster Klasse ernannt. gezwungen sind, thren untervait oura) vortrage uno oergleichen, wie anfangs gemeldet wurde, zu erwerben. Alexanders Vermögen wird von der Erkönigin Natalie rechtlich in Anspruch genommen. Der berittenen a. d. L zum ** Di liteit O Neuen Saal Beiftlichen b theologifchen Gäften. Rad Befet begrü Peter fen, die Referat des Thema: Di besonderer 2 Frömmigkeit eine anregen [ Eine gelungene Verspottung der Konklave- Interviews], mit denen sensationslüsterne Reporter die Spalten ihrer Zeitungen füllen, ohne daß sie etwas wesentliches in Erfahrung bringen, bringt ein Mailänder Blatt. Sein Korrespondent begibt sich, wie er sagt klopfenden Herzens nach der Wohnung des Kardinals Francica- Nava( dessen Namen noch nie in der Oeffentlichkeit genannt wurde) und es entſpinnt sich folgendes Gespräch:„ Meine Zeitung zählt Eure Eminenz unter die Papabili" und wir sind überzeugt, Eure Eminenz würden der wahre gute Hirte sein." Troß dieser diplomatischen captatio benevolentiae antwortet die Eminenz ziemlich furz:„ Alle Kardinäle sind Papabili, und ich bin nur ein Diener Gottes."„ Ich las, Eminenz, daß Sie jüngst schon einmal interviewt worden sind."" Ich? Aber ich habe außer Ihnen keinen Journalisten gesehen. Ein Interview in diesem Augenblicke wäre auch eine Unschicklichkeit!" Ungeachtet dieses Winfes kann sich der Berichterstatter nicht enthalten, zu bemerken: Wenn es nicht indiskret ist... Eminenz, glauben Sie, daß das Konklave furz sein wird?"„ Kurz? Aber wer kann das missen?" Allgemein glaubt man, daß es furz sein wird."" Hoffen wir es. Das wäre unser Wunsch und läge in unserem Interesse. Uebrigens waren auch die beiden letzten Konlave kurz!" Rührend ist der Schluß des Interviews, über den der Korrespondent also berichtet:„ Als ich sah, daß Seine Eminenz ebenso gnädig und freundlich wie diplomatischreserviert waren, hielt ich den Moment für gekommen, mich zu verabschieden. Seine Eminenz begleiteten mich bis an die Tür, gaben mir freundlich die Hand und sagten:„ Aui Wiedersehen, Herr Soundso!"" Auf Wiedersehen, Eminenz!"„ Der Kardinal Francica- Nava", so schließt der Norrespondent sein interessantes Interview, hatte mir zwar nichts gesagt, trotzdem aber war ich mit dem Besuch zufrieden, meil ich bei mir dachte:„ Vielleicht habe ich dem zukünftigen Papst die Hand gedrückt!" Der Mailänder Journalist kann mit dem Erfolg seines erdichteten Interviews noch immer zufrieden sein. Weiter haben es seine Kollegen im Ernst auch nicht gebracht als er im Scherz. [ Die höchste Poststelle der Welt.] Bei dem Vorjizenden der Sektion Halle( Saale) des deutschen und öster reichischen Alpenvereins ist eine Postkarte eingetroffen, die durch ihren Aufgabestempel zeigt, daß jetzt auf der Halleschen Hütte am Eisseepaß im Ortler- Gebiet, welche von der Seftion errichtet ist, eine k. k. Post- Ablagestelle in Betrieb genommen ist. Es ist diese nicht bloß die höchste Poststelle in Europa, sondern der ganzen Welt. Ein gefährliches Badeabentener der Prinzessin Luis von Schaumburg- Lippe wird aus Kopenhagen gemeldet. Die Prinzessin, bekanntlich die älteste Tochter des dänischen Kron prinzen Friedrich, ließ sich durch ihre Liebe zum Schwimm sport zu weit hinaus in den Sund locken. Beim Rückweg, der durch starken Strom und heftigen Wind erschwert wurde, verließen sie die Kräfte. Glücklicherweise hatte ein Lakai die gefährliche Lage der Schwimmerin bemerkt, er stürzte sich ins Wasser und half ihr ans Land. A[ Einen humoristischen Stoßfenfzer aus der Sommer frische] im gemütlichen Frankforter Dialekt, der das bekannte Gedicht„ Wie einst im Mai" parodiert, bringt de Frankfurter General- Anzeiger". Der bedauernswerte Som mergast findet für seine trüben Erfahrungen in Regen, Schnee und Kälte folgenden poetischen Erguß: Eine ganze Stadt in Acht und Bann erklärt hat die Kommandantur des Truppenübungsplates Arys. Das Verbot betrifft die Stadt Arys selbst und wurde dadurch veranlaßt, daß betrunkene Soldaten den Wagen des von der Jagd heimkehrenden General- Leutnants von Monstenberg in einer Straße der Stadt anhielten. Da es nicht gelang, die Täter zu ermitteln, so erfolgte furzerhand ein Kommandanturbefehl, durch welchen den Mannschaften des Lagers der Besuch der Stadt bei Arreststrafe im Falle des Zuwiderhandelns verboten wurde. Ein gewissenloser Gründer ist der in Dresden verhaftete Direktor der Rithonlichtgesellschaft Wauer. Seine Ver haftung erfolgte, wie man jeßt erfährt, weil er, trotzdem das Aktienkapital nicht vorhanden und die Gesellschaft infolge dessen gar nicht ins Handelsregister eingetragen war, doch schon Aktien zum Kurse von 120 verkaufte. Wauer hat vorher die Puldatriumphdecken- Gesellschaft gegründet, die schmählichen Konkurs machte. Ebenso versuchte er in Dresden eine Tageszeitung zu gründen, fand aber niemand, der sich hineinlegen ließ. Zweiter Sieg der Kaiserjacht„ Meteor" in Cowes. In 4 Stunden und 17 Minuten holte sich die Jacht des Kaisers Meteor" nun auch den Pokal des Königs Eduard in der Regatta zu Cowes und bestätigte damit unsere Voraussage. König Eduard sandte seinem kaiserlichen Neffen einen herzlichen Glückwunsch. Legt mir ins Bett en große, warme Deckel, Und macht mer aach die Wärmflasch noch parat, Genau wie ich friert mancher alte Seckel Bei fiwwe Grad! Da hock ich jetzt schon in der fünfte Woche. Grad wie Diogenes in seinem Faß, Und friech' ich wirklich mal aus meinem Loche, Da werd' ich naß! Dabei fällt Schnee in endlos großen Massen, Lawinen sind fast täg ich hier zu seh'n, Dadrunter kann man sich begrawe lassen Ist das nicht schön? Hat sich denn Petrus gegen uns verschworen? Ist denn der Himmel gänzlich liebeleer? Die vor'ge Woche sind hier zwei erfroren- Erst sie, dann er! ' 3 fällt mer net ei', noch länger hier zu hocke; Ich hab'' n satt, den feuchte, kalte Kram; Ich schnür' mei Bündel, mach mich uff die Socke Und reise haam! effen bereinig es war b * In weihe ist, von dem Sy den Präfider folgende an Interpellation hierdurch an 1. Sind ho Vorgänge be daß dem er bes Oberbür tes neuen fagt wurde? behörde zu e Bieberholung [ Wozu Jodtinktur gut ist.] Der Forschungsreisende und Romandichter Jean Ajalbert ist von einer längeren Ervedition, die er im Auftrage der französischen Regierung im äußersten Orient unternommen hatte, nach Paris zurückjefehrt. Einem Mitarbeiter des Matin" berichtere er allerlei Interessantes von seinen Streifzügen durch das geheimnisvolle Land Laos. Unter anderem erzählte er von der seltsamen Vorliebe der Eingeborenen für Jodtinktur. Der Arzt der Expedition hat Jodtinktur in geradezu phantastischen Mengen verbraucht. Die Träger verwundeten sich absichtlich die Füße, um sie sich mit Jod bestreichen zu lassen. Das hielten sie für außerordentlich hübsch, und nach einigen. Wochen sah es so aus, als wenn sie alle moderne gelbe Schuhe trügen. Ihre Manie nahm schließlich seltsame Formen an: sie brachten die Elefanten zum Doftor, erklärten, daß sie leidend wären, und baten dringend, den Dickhäutern bie plumpen Füße mit Jod zu beschmieren. Als man ihnen sagte, daß dieser Wunsch nicht erfüllt werden könne, zogen sie betrübt von dannen. [ Den Nugen der Musik] hat ein Restaurateur in dem böhmischen Orte Hammer auf eigenartige Weise kennen ge lernt. Diebe waren nachts bei ihm eingebrochen und hatter die beiden Orchestrionautomaten erbrochen, um die Nickel münzen aus den Sammelkästchen zu stehlen. Als sie aber beint zweiten Automaten das Kästchen nach dem Ausleeren nachlässig in den Automaten hineinschoben, kam dasselbe schief auf den für den Einwurf bestimmten Hebel zu stehen und plötzlich fing der große Musikautomat an, einen Czar das mit Trommel und Schlagwert aufzuspielen. So dröhnt es mit„ Bums!" und„ Trara!" in die stille Nacht hinein Und da das Kästchen auf dem Hebel liegen blieb, so spielte der Automat unaufhörlich weiter und spielte das Stück drei mal durch, bis die Feder endlich abgelaufen war. In zwischen wurden selbstverständlich alle Bewohner des Hauses beim nächtlichen Konzert munter. Der Wirt ward au diese Weise vor weiterem Schaden bewahrt, denn den Dieben blieb schließlich nichts übrig, als durch das offene Fenster ins Freie zu springen und ihr Heil in der Flucht zu suchen. Maßregelungen russischer Telegraphenbeamten sind in großem Umfange angeordnet worden, weil ein Privattele gramm für den Baren verspätet und verstümmelt eintraf. Tas 1600 Worte umfassende, in Japan aufgegebene Telegramm langte erst nach drei Tagen an und war gänzlich unverständlich. Der Zar ordnete sofort an, daß die Chefs der Post- und Telegraphenverwaltungen in Jrfutsk, Blagoweschtschenst, Wladiwostok und Ssamara ihres Amtes enthoben werden sollten. Weitere Maßregelungen stehen bebor: man spricht davon, daß auf der ganzen Strecke des sibirischen Telegraphen bis nach Kasan herunter die Chefs der Telegraphenämter entlassen werden sollen. Eine Luftballonfahrt mit Löwen hat ein französischer Tierbändiger, der unter dem Namen„ Kapitän Henri" befannt ist, dieser Tage von der Arena in Roubair unternommen. In der vergitterten Gondel führte er zwei Löwen mit. In einem über dem Käfig befindlichen Raume saßen die Luftschiffer Weillart und Duchateau. Der Luftballon flog nach Belgien hinüber und landete bei Estaimbourg im Bezirk Tournay. Die Löwen benahmen sich während der Fahrt höchst gesittet und schienen die Sache als etwas selbstverständliches hinzunehmen. [ Die Sartophage für Kaiser Alexander II. von Rußland und seine Gemahlin], Kaiserin Maria Alexandrowna, gehen, wie russische Blätter berichten, in der Steinschlei ferei zu Alt- Peterhof ihrer Vollendung entgegen. Der Sarkophag des Zar- Befreiers ist aus grünem Jaspis, der der Kaiserin aus rosafarbenem Rhodonit. Das ursprüng liche Gewicht des aus Sibirien herbeigeschafften Jaspis. blockes betrug 800 Bud( 1 Pud gleich 16,375 Kilogramm), während der aus dem Ural stammende Rhodonitblock 1200 Bud schwer war. An den beiden Sarkophagen wird bereits feit zwölf Jahren acerbeitet. Eine furchtbare Hochwasserkatastrophe wird aus China gemeldet. Bei Tschifu schwollen durch einen Plazregen mehrere Bergbäche derart an, daß sie gewaltige Wassermengen in die Stadt ergossen. Die Fluten zerstörten viele Häuser und schwemmten Menschen und Brücken fort. Ueber 700 Perjonen sind ungekommen, über 2000 ohne Existenzmittel. Heiteres. Bunte Reihe. Dame: Aber, ich bitte Sie, Herr Baron, erzählen Sie mir diese pikante Geschichte etwas leiser! Ihre Nachbarin ist ein junges Mädchen und tönnte uns belauschen Herr: O, das macht nichts, gnädige Frau, von der habe ich ja die Geschichte erzähli bekommen...! [ Ein hohes ärztliches Honorar] ist dem bekannter Wiener Chirurgen Professor Adolf Lorenz angeboten wor den. 160 000 Mart soll er erhalten, wenn er den neun zehnjährigen Sohn von Mr. Adolphus Busch, einem reicher amerikanischen Brauer, von einem angeborenen Hüftschader heilt. Der junge Busch ist nie imstande gewesen, zu gehen Dr. Lorenz hat, wie erinnerlich, schon vor einiger Zeit an der Tochter des reichen Chicagoer Schweineschlächters Armour eine ähnliche Operation mit gutem Erfolg und an nähernd gleicher Bezahlung ausgeführt. So etwas kommt vor. Kommis: Da ist ein Bauer, der möchte gern den schwarzen Rock, der mit 30 Mart ausgezeichnet ist, für 18 Marf 50 Pf. haben. Prinzipal: Unverschämter, frecher Kerl!- Geben Sie' n ihm! Beseitigte Gefahr. Meyer: Denfe dir, Laura, die Regierung spendet 10 Millionen für Schlesien, einer schönen Schreck hab' ich bekommen! Frau: Wieso Schreck? Meyer: Na, ich hätte doch selber um ein Haar zwanzig Mark hingeschickt! - - Finale. Haben schon gehört? Kamerad Prittwit hat endlich seinent wechselvollen Dasein ein Ende gemacht Um Gottes willen, was sagen Sie da? Tochter seines Hauptgläubigers geheiratet. [ Was ein Klaviervirtuose leisten muß.] Daß bei einem tüchtigen Pianisten nicht bloß die Hand, sondern auc der Blick außerordentliche Geläufigkeit" erlangt, lehrt fol gende kleine musikalische Statistik: Um das„ Moto Perpetuo" von Weber gehörig wiederzugeben, muß der Maestro" die Kleinigkeit von 4541 Noten in weniger als vier Minuten, das sind 19 Noten pro Sekunde, bewältigen. Im zweiten Teil der E- moll Etude von Chopin gibt es 3950 Noter in zweiundeinhalb Minuten( also 36 Noten pro Sekunde) zu entziffern. Sphäre evang Tagung der * Stu zu Anfang der Fachprüf spätestens zug talistischen einzureiden. der Prüfungs lege beizufüge 19. Oftober. * Im wird ein errichte, da Schöne Ge Türmchen Es soll im ( Die Diff. Dipifion forps werden Westerwald f Bochen lang Münchholzha ererzieren und 118 wird in bie 117er un werden. Die Die 116er ne Maing teil u Ererzier- und Von dort aus Die Gegens b ebenfalls nach Hessen wird Braunfels Rommando Na ja-ha ( Lust. Bl.) des Kreisar Höchst, eine Kunft und Wissenschaft. F.D. Gegen die Vivisektion. Die Vorträge und Besprech ungen, die auf dem Kongreß zum Schuße der Tiere und gegen die Vivisektion in Frankfurt gehalten werden, gipfeln in dem Verlangen des Professors Quidde- München nach abso. luter Abschaffung jedes tierquälerischen Experimentes und Bestrafung auch des Versuches zur Tierquälerei. Quidde bestreitet die Nützlichkeit der Tierversuche für die Medizin. Eine direkte Gefahr als Folge der Versuche liege aber vor allem in der Verrohung der Aerzte, die schließlich an Menschen dieselben Experimente vornehmen wie an Tieren. Ihre Opfer sind meist arme Leute in den Krankenhäusern. Dari;:: müsse gerade auch die ärmere Bevölkerung gegen die Viviseftion anfämpfen, da diese zu einer Operationsjucht mancher gewissenloser Aerzte führen, und es gerade die ärmeren Lente feien, die als Versuchsobjekte behandelt würden. Einen menschenfreundlichen Vorschlag machte der Oberst a. D. Spohr- Gießen, der den Aerzten rät, die Vivisektion wechsel seitig an sich selbst vorzunehmen. [ Der Nachlaß des ermordeten serbischen Königspaares] ist jetzt genau festgestellt worden. An Barmitteln hat König Alexander 400 000 Francs hinterlassen; ferner das Mobiliar des Stonaks und den wertvollen Silberschat. Demgegenüber stehen Schulden im Betrage von 500 000 Francs. Königin Draga hinterließ ohne ihren Schmuck, der 150 000 Francs wert sein soll, 270 000 Francs, die ihre Schwestern erben, die also, danach zu schließen, wohl kaum RO., Pommersche Pfahlbanten sind in der Feldmark Neflag bei Greifenberg aufgedeckt worden. Der aus mehr als 100 einzelnen Stücken bestehende Fund, der in Pommern einzig dasteht, hat vorläufig im Saale des Kreishauses zu Greifenberg Aufstellung gefunden. Die Steilufer des Secs, in welchem diese Pfahlbauten standen, sind noch gut erhalten. Der Bewohner Pommerns der Steinzeit siedelte sich int See an, in den er senkrechte Pfähle schlug, diese mit horizontalen Balken verband und darauf seine Hütte baute. Mehrere gut zugespitzte Pfähle und Teile der horizontalen Balfen sind gefunden worden, außerdem roh bearbeitete Steinwerkzeuge, die der älteren Steinzeit angehören. Der Fund zeigt ferner Schlagwerkzeuge aus Hirschgeweihenden, ebenso die gut erhaltene Hälfte eines Unterfiefers vom Eber. Eine Menge Knochen erbeuteter Tiere und die Schädel eines Ur und eines Bären wurden neben dem Pfahlbau bloßgelegt. Eine bemerkenswerte Erscheinung ist auch noch die, daß die Waffen und Gebrauchsgegenstände ausschließlich aus dem Geweih vom Hirsch angefertigt sind. des Kreises Genuß schlech RB. 23 bem 1. Septe von der Reid banfft De in ** Bu bierung des einem Ungen lichen Beding Name ist n und der Gef gezogen. Stadt, wer + Die land& geft folgendermaße Ratholische 20 find die Beter preußen 85,1 Bommern 96 Bolftein 97,2 98,3, Streli 97,6, Sad Braunweig burg Sonder Reuß ältere burg- Lippe 9 Damburg 92 teilen der Ka Sohenzollern fie wenigften jagaft in 2 Westfalen 50 Elfaß Lothrin niffen ift bas age uno oer zu erwerben. Natalie recht outlave- Interr die Spalten Defentliches in Blatt. Sein iden Herzens Nava( dessen nt wurde) und Zeitung zählt bir sind über e Hirte sein." iae antwortet ind Papabili, las, Eminenz, n sind." 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Das Referat des Herrn Pfarrers Schulte- Beuern behandelte das Thema: Die religiofe Volfslunde und die Seelsorge mit besonderer Berücksichtigung der oberhessischen altbauerlichen Frömmigkeit an die interessante Darlegung schloß sich Besprechung an. Ein gemeinsames Mittag | Erdbeeren 30-35 Mart, Johannisbeeren 11-13 Mart, Stachelbeeren 10-12 Mart, Heidelbeeren 9-10 Mart, Himbeeren 18-25 Mt. Aprifoien 28-35 Mk., Pfirsiche 45 Mark, Reineflauden 18-20 mt., große Pflaumen 15-18 Mt., Frühbirnen 12-18 Mt., Frühäpfel 12 bis 18 Mt. ** Die Arbeitsruhe am Samstag nach mittag, die in England bereits seit längerer Zeit einge führt ist, ist jetzt auch in Frankreich und in der Schweiz ins Auge gefaßt. Bisher war der Samstag nachmittag nur in wenigen französischen Fabriken( 294) freigegeben. In Deutschland setzt die Gewerbeordnung in§ 137 den Schluß der Fabrifarbeit für Arbeiterinnen am Samstag befanntlich auf spätestens 52 Uhr fest. Eine Umfrage des Reichskanzlers rechnet aber bereits mit der Möglichkeit eines früheren Arbeitsschlusses. Vor allem in Großgeschäften wäre ein solcher nur empfehlenswert. Chef wie Gehilfen hätten dadurch die Möglichkeit einer wirklich nußbringenden Sonntagsruhe und Erholung, wenn sie etwaige den Sonntag störende Privatbesorgungen am Samstag nachmittag noch ausführen fönnten. In einer Reihe deutscher Städte findet in verschiedenen Betrieben bereits ein früherer Geschäftsschluß am Samstag statt, so in Aachen, Berlin, Bielefeld, Chemnitz, Dresden, Einbeck, Gera, Halberstadt, Koblenz, Magdeburg, Eisenach, Frankfurt a. M., Freiburg und Heidelberg. Eine effen bereinigte noch eine größere Anzahl der Erschienenen allgemeine Einführung dieser Einrichtung wäre sehr zu be- verlangt und bezahlt wurden, wurde der Vorrat glatt und es war durch mancherlei Toaste belebt. grüßen. eine ** In Sachen der Gießener Friedhofs= weihe ist, wie den„ N. Hess. Volksbl." mitgeteilt wird, von dem Synodalabgeordneten Pfarrer Wahl in Langen an den Präsidenten der Evangelischen Landessynode die nach folgende an Großherzogliches Oberkonsistorium gerichtete Interpellation eingereicht worden:„ Unterzeichneter richtet hierdurch an hohe Kirchenbehörde die ergebenste Anfrage: 1. Sind hoher Kirchenbehörde Ursache und Verlauf der Vorgänge befannt, die neuerdings in Gießen dazu führten, daß dem ersten evang. Pfarrer Dr. Naumann von Seiten bes Oberbürgermeisters Mecum die Vornahme einer Weihe des neuen Friedhofs unter Androhung von Gewalt unter sagt wurde? 2. Welche Maßregeln gedenkt hohe Archenbehörde zu ergreifen, um für die Zukunft einer etwaigen Wiederholung solch völlig rechtswidrigen Eingreifens in die Sphäre evangelisch- kirchlichen Lebens vorzubeugen?- Die Tagung der Landessynode findet im Monat September statt. ** Studierende des Forst fa ch 8, welche sich zu Anfang des nächsten Semesters der Vorprüfung oder der Fachprüfung zu unterzieh n beabsichtigen, haben bis spätestens zum 12. Oftober bei dem Vorsißenden der fameralistischen Prüfungsfommission ein Gesuch um Zulassung einzureichen. Demselben sind die in§ 5 bezw.§ 6 der Prüfungsordnung vom 13. Juni 1900 angegebenen Belege beizufügen. Die schriftliche Vorprüfung beginnt am 19. Oftober. ** Im botanischen Garten der Landesuniversität ebäude wird ein neues lleberwinterungsge errichte, das nunmehr im Rohbau vollendet ist Das schöne Gebäude mit seinen schmucken Formen und Türmchen bildet fchon jezt eine Zierde des Gartens. Um irrigen Annahmen vorzubeugen wird konstatiert, daß das vom Reichstag beschlossene Verbot der Weiß Phosphor- Zündhölzer für die Fabrikation ab 1. Januar 1907, dagegen für Kaufleute und Konsumenten erst ab 1. Januar 1908 in Wirksamkeit tritt. Big 31. Dezember 1907 inkl. dürfen also die gewöhnlichen SchwefelBündhölzer im ganzen Deutschen Reich unbeanstandet verkauft werden, so daß die zahlreichen Freunde dieser Hölzer gattung noch volle 41/2 Jahre lang unbehindert ihr gewohntes, altbewährtes Feuerzeug faufen können. * * Wissenschaftliche Ballonfahrten. Es stiegen bemannte und unbemannte Ballons sowie Drachen auf in Trapper, Paris, Straßburg i. E., Petersburg, Rom, Madrid und Bluc Hill u. S. A. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der i dem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt, und an die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine vorsichtige Behandlung der Ballons und Instrumente wird besonders aufmerksam gemacht. Um Irrtümer zu vermeiden, wird darauf hingewiesen, daß für Hilfeleistungen beim Landen eines bewannten Ballons besondere Vergütungen gezahlt werden, deren Höhe jedesmal von dem Ballonführer fest gestellt wird. ** Eine interessante Berechnung, die auf Tatsachen beruht, fand dieser Tage an einem Biertisch statt. Einem Brauereivertreter wurde nämlich vorgerechnet, daß er in seiner 30jährigen Geschäftstätigke t so viel Bier getrunken habe, wie ein Eisenbahnzui' gerade aufnehmen könne. Das Erempel ist sehr einfach; zieht ma in Betracht, daß der Brauereivertreter gering genommen täglich nur 20 Glas Bier durchs vnittlich getrunken hat, so ergiebt dies pro (!) Die diesjährigen Herbst- Manöver der Großh. Jahr 365X0,3 × 20= 2190 I. oder pro 30 Jahre rund Heff. Division mit anschließendem Es soll im Spätherbst in Benugung genommen werden. ** Viehmarktbericht. Der dieswöchentliche Viehmarkt hatte einen Vorrat von 1000-1100 Stück Milchund Fettvieh, 150 Fahrochsen und etwa 400 Kälber. Für Milchtiere war die alte Kundschaft gekommen, welche zu den Preisen des letzten Marktes flott faufte. Fettvich zog im Preise etwas an, wurde da der Vorrat nicht groß und die Ware in Qualität außergewöhnlich gut war, für Frankfurt und die Badeorte willig gekauft. Auch der Handel in Kälbern war dies Mal sehr gut, troßdem eine Preissteigerung gegen den letzten Markt zu verzeichnen war. Besonders bessere Ware war sehr gesucht. Der Ochsenhandel am zweiten Markttage war ganz ausgezeichnet, troßdem da sehr hohe Preise( bis zu 20 Mt. pro Paar mehr als sonst üblich) schnell geräumt. Die Nachfrage in schwerem und mittleren Fettvieh deckte lange nicht die Nachfrage, die besonders durch einige norddeutschen Reflektanten die an den Markt gekommen waren, hervorgerufen wurde. Für ältere Abmeltfühe war wieder kein Bedarf da.- Gehandelt wurden pro Stück Milchfühe 1. Sorte Mt. 400-500, 2. Sorte Mark 325-375, 3 Sorte Mt. 260-300. Abmeltfühe Mark 190-210. Für den Ctr. Schlachtvieh wurde gezahlt: Fette Rinder 1. Qualität Mt. 66-68, 2. Qualität Mark 62-64. Kälber gingen ab 1. Qualität( über 50 Pfund schwer) Mt. 66-70, 2. Qualität( zwischen 40-50 Pfd. sch ver) Mt. 58-63, 3. Qualität( leichtere Tiere) Mark 53-56, Fahrochsen kosteten das Paar 1. Sorte Mark 825-900, 2. Sorte Wit. 750-800, 3.1 Sorte Mt. 650 bis 725 Der Markt wurde in allen Viehgattungen geräumt. Nächster Markt am 18. und 19. August d. Is., am 2. Markttage auch Krämermarkt. geneboten re Ban Azenhain Bum Deigeordneten wurde Karl Erb I. gewählt und bestätigt. XFrankfurt. Der Zoologische Garten feiert am 8. August seinen 45. Geburtstag mit einem Abendfest, für daß das Programm nun ganz festgestellt ist. Die Musik des 81. Infanterie- Regiments und die Gartenkapelle werden Doppel- Konzert geben, dabei wird die Kalkbrenner'sche Kapelle im Weihertempel und die Gartenkapelle auf der Terrasse spielen. Für den Tanzboden im sogen. Wäldchen wird eine besondere Kapelle aufspielen, und eine vierte wird am Bärenzwinger musizieren, wo eine fidele Bierschänke mit Würstelbraterei sich auftun wird. Vom Eingang des Gartens werden durch Lampions beleuchtete Gänge zu den eigentlichen Festpläßen führen und diese selbst werden durch Lampionsschmuck und anderen Beleuchtungsförpern geziert sein. Zu geeigneter Zeit wird es eine bengalische Beleuchauf dem Weiher aus beleuchtetem Nachen ein Bläserchor im Kreise Weblades 660 hl. Da nun erfahrungsgemäß ein Waggon 33 hl. tung der Burg und der Baumgruppen geben, während deren forps werortseßen. Der Kreis Weglar Westerwald In Wochen lang Einquartierung erhalten. Münchholzhausen, Lüzellinden und Rechtenbach ererzieren und-Mannover stattfind e von Bier aufnimmt, so ergiebt der Gesamtbierkonsum während En ganz hübscher Güterzug! die 117se und 168er in klar und Satwa drei der 30jährigen Tätigkeit hat Bravecto de 20 Decays 118 wird in der Kaserne zu Gießen Brigade= Regim nt Nr. beehen, eing artiert werden. Die Einquartierung beg nut u um den 22. August. Die 116er nehmen am 10 August an der Kaiserparade bei Mainz teil und begeben sich am 18 Augustu größeren Exerzier- und Schießübungen nad Griesher be Darmstadt. Von dort aus rücken sie mit dem Regiment No 115 durch die Gegend von Friedberg, Bad Nauheim Usigen, Braunfels ebenfalls nach dem Westerwald zu. Der Großherzog von Hessen wird den Manövern beiwohnen und Friedberg und Braunfels Wohnung nehmen. Auf assung des Kommandos de 18. Armeekorps wurde vorige Woche seitens des Kreisarztes für den Kreis Wezlar, Sanitätsrat Dr. Höchst, eine genaue Inspizierung sämtlicher Gemeindebrunnen des Kreises vorgenommen, um die Mannschaften vor dem Genuß schlechten Trinkwassers zu schüßen. RB. Wechsel auf Wolfenbüttel, welche nach dem 1. September d. I. fällig werd n, werden von jetzt ab von der Reichsbant angekauft. Dieselben sind an die Reichsbankstelle in Braunschweig zu girieren. ** 8urückgezogene Schentung. Für Renovierung des alten Gießener Schlosses wurden s. 8. von einem Ungenannten 30 000 Mt. geschenkt mit der aubdrücklichen Bedingung, daß sein Name nie bekannt werde. Der Name ist nun aber doch an die Oeffentlichkeit gedrungen und der Geschenkgeber hat darum jetzt die Summe zurückgezogen. Jetzt zerbricht man sich nun den Kopf in der Stadt, wer den Namen genannt hat. + Die Konfessionsverhältnisse Deutschlands gestalten sich nach der Volkszählung bon 1900 folgendermaßen Evangelische 35 231 104, also 62,5 Prozent, Ratholische 20 321 431, also 36,1 Prozent. Besonders start find die Betenner der evangelischen Kirche vertreten in Ostpreußen 85,1 Prozent, Berlin 84,2 Brandenburg 93,5 Pommern 96,6, Sachsen 92,1, Hannover 86, SchleswigHolstein 97,2, Königreich Sachsen 945, Mecklenburg- Schwerin 98,3, Strelig 98, Sachsen Weimar 95,7, Sachsen- Meiningen 97,6, Sachsen- Altenburg 978 Sachsen- oburg- Gotha 98, Braunstweig 94,1 nbalt 95,5, Waldet 95,5, Schwarzburg Sondershausen 98, Schwarzburg- Rudolstadt 99,2, Reuß ältere Linie 97,8 Ru jünger Linie 97,7, Schaumburg- Lippe 97,2, Lippe 95 Lübed$ 6,8, Bremen 92,9, Lübed$ 6,8, Bremen 92,9, Hamburg 92,7 Prozent. Gebiete mit derartig hohen Anteilen der Katholiten an der Bevölkerung sind, abgesehen von Hohenzollern mit 94,9 Proz, nicht vorhanden, doch bilden sie wenigsten die Hälfte, zumteil zwei Drittel der Einwohnerschaft in Westpreußen 51,2, Bosen 678. Schlesien 55, Westfalen 50,7, Rheinland 69,8, Bayern 70,7, Baden 60,6, Elsaß Lothringen 76,2. Und bei diesen Konfessionsverhält nissen ist das Bentrum die ausschlaggebende Partei. trägt wie immer 1 Mf.( Kinder 50 Pf.), für Abonnenten ** In einer auswärtigen Zeitung finden wir nach des Gartens die ihre Karten vorzeigen, aber nur 50 Pfg. stehendes, auf Gießen bezogenes Gedicht: Ein tonfessionsloser Friedhof. In Gießen tobt ein grimmiger Streit Ein leuchtend Merkmal un'srer 3- it, Wie es ein aufgeklärter Mann Nicht deutlicher sich wünschen kann. Der fürsorgliche Stadtv.rstand Gab jüngst dort ab mit weiser Hand Ein Feld an die Gesamtgemein', Worauf sie fönnt begraben sein; Versteht sich, nur so nach und nach, Wie einem fam sein letzter Tag, Sobald er dann gestorben ist, Sei er ein Jude oder Christ, Ein Katholit, ein Protestant, Und wie er sonst wohl war benannt, Sie alle sollen friedlich nun Auf städt'schem Grund beisammen ruh'n, Da stellt jedoch die Frag' sich ein: „ Wer soll den Gottesacker weih'n? Genügt wohl für das Ganze schon Die Weihe einer Konfession? Wenn nicht, wird man sich dann versteh'n Und Hand in Hand zusammen geh'n? Ist graduell ein Unterschied, Wer dann den Weiheaft vollzieht?" Und derlei heikle Dinge mehr, Die Zündstoff in sich bergen schwer. Wie lieblich friedsam lebten doch Die meisten uns'rer Väter noch, Die solche Fragen nie gekannt, Wie sie bei uns find längst entbrannt! Der Gieß'ner Stadtrat hat dann auch, Verlassend einst'gen frommen Brauch, Den Friedhof, wie er gab bekannt, ,, Streng tonfessionslos! jest genannt. Mir selbst erscheint dabei jedoch Das Wörtchen:" Fried'" zu christlich noch; Man schreibe an die Eingangstür': Willkommen, tote Menschen, hier! Vom Obstmarkt. Der Wochenbericht der Zentralstelle für Obstverwertung Frankfurt a. M. vom 27. Juli bis 1. Aug. besagt: Das Geschäft war im Laufe dieser Woche eivas lebhafter, namentlich in Beerenfrüchten, in welchen es zu teilweise gang erheblichen Abschlüssen fam, auch in Sauerkirschen war das Geschäft recht gut während die Lage in den übrigen Obstsorten immer noch eine ruhigere war. Angebote und Nachfragen liefen in zufriedenstellender Weise ein. Die Durchschnittspreise waren Kirschen 14-22 Mt., ( Kinder 25 Pfg.) ** Frankfurt a. M., 5. Aug. Der Unterpächter des Börsen- Restaurants Wennakers aus Düsseldorf ist unter Mitnahme von 20 000 Mt. plößlich aus Frankfurt verschwunden. Sein Bruder, der zuletzt mit ihm das Restaurant betrieb, wurde gestern verhaftet, als er Vorbereitungen zu seiner Abreise traf. Er hatte nur einige Hundert Mark bei sich. Litterarisches. Nr. 31 der Jugend" ist soeben als Fest- Nummer zum 60. Geburtstag Peter Roseggers in verstärktem Umfang von 22 Seiten erschienen mit Titelblatt von Arthur Langhammer. Die Nummer enthält unter anderem etne feinsinnige litterarische Studie über Rosegger. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen & tönnen eingestellt werden: 1 7 Pferdefnechte, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, Bementmüller, 1 Kunstschlosser, 1 Bauschlosser, 1 Tapezierer, 4 Schreiner, Drechsler, 2 Spengler 2 Glaser, 1 Weißbinder, 2 Handlanger, 4 Hausburschen, 2 Kellner, 1 Restaur.Köchin, 18 Dienstmädchen gegen hohen Lohn hier und auswärts, 1 besseres ndermädchen 1 Laufmädchen, 2 Lauffrauen, 1 Weißzeugnäherin Blatten nach ausw., 1 Wachfrau Büglerin oder Flickerin, Lehringe: Bäderz E& suchen Arbeit 12 Pferdefnechte, rbeit 2 tscher 3 Spengler oder Installateure, Schlosser, 2 Schmiede, 1 Maschinist oder Heizer, 3 Bgbinder, 1 Gerber, 7 Schreiner, 1 Bäcker, 1 Lackierer, Weißbinder, 2 Glaser, 1 Küchenchef, 6 Hausburschen, 2 Schreibgehülfen, 6 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 3 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Stüße der Hausfrau, 1 Rinderfräulein, 4 Waschfrauen, 1 Büglerin oder Flickerin, 1 Weißzeugflickerin. Lehrlinge: 1 Schreiner für auswärts. Gießen, 6. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per 3fb. 1.00-1.20 Mt., Hühnereier 7-8 Pfg., Enteneier St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Mt. 0.80-0.90, Hühner per Stid Mt. 1.30-220, Hahnen, per Stüd Mt. C.65-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.00, Gänse p. Psd, 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 9.00-10.00 mf., Zwiebeln per 3t. Mr. 8.00-9.00, Kirschen per Pfund 30-40 Pfg. Milch per Liter 18 Pfg. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Alb in Klein; für das Bokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Prima Zoologischer Garten Kartoffel Frankfurt a. M. Samstag, den 8. August 1903, abends von 8 hr an Stiftungsfest zur Feier des 45jährigen Bestehens des Gartens. Doppel- Konzert der Sler Musik und Gartenkapelle im Weihertempel und auf der Terrasse. Illumination mit mehreren tausend Beleuchtungskörpern. Zas zboden im Freien. Bengalische Beleuchtung mit Musik auf dem Weiher. Eierschänke am Bäre zwinger mit Würstelbraterei und Bockmusik. Das Abonnement ist von 1 Uhr an aufgehoben. Eintrittsgeld 1 Mk. Abonnenten 50 Pfg. Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Preislagen unterhalte. Prof. Dr. Jargers Hormal- Trico wäsche. Heyges zweiseitige Unterzeuge, oben Wolle unten Baumwolle. Außerordentlich haltbar ad besonders empfehlenswert für Heirer, melche auf der Haut keine Wolle vertra, en fönnen. Was die Damen wissen sollten! Das Haar pflegen heißt nicht nur die Gesundheit, sondern auch in hohem Maße die Schönheit pflegen. Reiches Haar wird meist zur Last, weil es sich fest und schwer in seiner erdrückenden Fülle auf den Kopf legt und recht oft Migräne und ähnliche Zustände hervorruft. Dazu kommt noch, daß die meisten Damen versäumen, der Kopfhaut die richtige Pflege zuteil werden zu lassen und mit dem flüchtigen Frisieren des Morgens und Abends genug getan zu haben glauben. Das Javolisierungs- System setzt jede Dame in den Stand, selbst das dichteste und schwerste Haar und die Kopfhaut allein oder mit Hilfe einer Zofe nach den Regeln der Hygiene und Schönheitspflege zu behandeln. Das Haar, nach dem Javolisierungs- System, gewinnt nicht nur an Schönheit, Glanz und Fülle, sondern wird auch außerordentlich leicht und duftig. Das zeitraubende, langweilige Waschen der Damenhaare, das unangenehme Spilen derselben nach dem alten Verfahren nicht zum mindesten aber das teils direkt schädliche, teils überaus lästige Trocknen der nassen Haare ist ein überwundener Standpunkt, seit das Javolisieren der Haare und der Kopfhaut populär geworden ist. Der besondere Vorzug des hervorragenden Haarwassers Javol, sein unvergleichlich wohltätiger, erfrischender und nervenanregender Einfluß auf die Kopfhaut wird im vollsten Maße durch den Erfrischungskamm„ Javoliseur" zum Ausdruck gebracht; Javol in Verbindung mit dem Javoliseur schafft neue Anregung, führt die volle körperliche Frische zurück und gleicht die ermattenden Nachwirkungen körperlicher und geistiger Anstrengungen aus. Javol à M. 2., 3.50, Reiseflasche in praktischem Etui à M.2.25 bei. Javol ist in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Richard Buchacker. Ernte- Tücher, Frucht- Säcke in allen Größen zu billigen Preisen. M. Hartmann Nachs. 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