Nr. 130. Erstes Blatt. Samstag, den 6. Juni 1903. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmitags. Gießener 12. Jahrgang. Jusertionspret 8: Die einfpaltige Betitzelle für Gießen tole ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Betttzelle 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Steßener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Irredentismus. [ Politische Wochenschau. RK. Zu Anfang der 60er Jahre, als unter den Völkerr zugleich mit dem Drang nach der bürgerlichen Gleichberechtigung und der konstitutionellen Verfassung der Nationalitätsgedanke einen neuen Impuls empfing, wurde in Italien unter dem Namen ,, Italia Irredenta", zu deutsch: das unerlöste Italien, ein Verein gegründet, der sich die Einberleibung österreichischer Italiener in das gecinte Italien zur Aufgabe setzte. Die Wirksamkeit dieses Vereins ist seitdem nicht erloschen, wenn sie auch manchmal nur unter der Asche glimmt und lange zu schlummern scheint. Aehnlich wie augenblicklich in der italienischen Nationalität ein über die Grenzen schweifender Einheitsdrang sich zeigt, so haben wir bereits vor genau 25 Jahren eine mächtig auflodernde Volksbewegung erlebt. Es war dies im Jahre 1878, als, geschürt von Garibaldi, eine Agitation in der Gegend von Trient und Triest entstand, die auf eine Loslösung dieses Gebietes der habsburgischen Monarchie hinzielte. Es fanden unter dem Vorsiz von Menotti Garibaldi große Volksversammlungen statt, in denen von der italienischen Regierung die sofortige Besetzung bon Trient, Triest und Görz verlangt wurde. Der damalige italienische Minister Cairoli, ein Gesinnungsgenosse Garibaldis, ließ der Bewegung freie Hand, und dadurch zeigte sich, daß sie eigentlich trotz des aufgewirbelten Staubes und des großen Lärms nur wenig Boden im Volke hatte. Die alsbald erfolgende Besetzung von Tunis lenkte zudem das allgemeine Vol sinteresse auf ein neues Gebiet, so daß die irredentistische Bewegung wie ein verglimmendes Licht allmählich erlosch. Neuerdings aber hat sie frische Nahrung erhalten durch die Hochschulenfrage. Die Italiener verlangen näm lich in einer der drei obengenannten Städte eine eigene Universität, da sie ja tatsächlich einen Anspruch darauf haben, daß ihnen die Wissenschaft in eigener Sprache gelehrt wird. Die österreichische Regierung aber hat Bedenken, gerade im Herzen des italienischen Volksteils zugleich mit dem wissenschaftlichen Zentrum einen Brennpunkt für die politischen Bestrebungen zu schaffen, und hat deshalb in Innsbruck die italienischen Lehrstühle domiliziert. In bemselben Verhältnis, in dem infolgedessen die italienischen Studenten die Frequenzziffer der Innsbrucker Hörerschaft verstärken, in demselben Maße wuchs auch die Zahl der italienischen Professoren, so daß dadurch die deutschen Studenten in die Besorgnis v rest wurden, Innsbrud könne mit der Zeit für das Deutschtum völlig verloren gehen. Sie inszenierten deshalb eine Gegenbewegung, als deren Rückschlag die heftigen österreichseindlichen Kundgebungen in Italien zu betrachten sind. Es spielen ja allerdings in diese ganzen Fragen auch noch andere Interessen hinein, namentlich die Wirren in Ungarn, und bekanntlich sitzt tief im Herzen des italienischen Volkes eine gewisse Erbitterung gegen Desterreich, weil es nach Beendigung des russisch- türkischen Feldzuges Gebietserweiterungen im Ballan erlangt hat, während Italien bei dem Berliner Vertrag vollständig leer ausging. Pessimistische Gemüter haben deshalb die Bedenken ausgesprochen, ob bie herrschende Volksstimmung nicht allmählich auch den Stand des Dreibundes gefährden könne, und als es gar bekannt wurde, daß der König von Italien demnächst in Frankreich seine Aufwartung machen und persönlicher Gast des Präsidenten Loubet sein werde, da schien ihnen der Tag gekommen, an dem das ſtolze Ilion des Dreibundes zusammenſinke. Indes, Fürstenbesuche haben nicht mehr die Bedeutung von ehedem, sie sind Höflichkeitsaustausche unter den Völ kern, und wenn man will, in noch höherem Grade Symp= tome für die wachsende Friedensliebe der Nationen. Wenn Italien und Frankreich augenblicklich sich einander nähern, so geschieht dies mit einem abseits von Europa liegenden Endziel. Die Mittelmeerfrage drängt von Stunde zu Stunde immer mehr nach einer endgiltigen Erledigung. Die Wirren in Nordafrika und insbesonders der marokkanische Aufſtand ſind Anlaß genug, daß die Regierungen der an dem Mittelmeer interessierten Staaten Fühlung miteinander nehmen. So haben wir denn gesehen, daß der König von England in Italien und Frankreich seine Aufwartung gemacht hat, und nun tritt der König von Italien seine Rundreise nach den Mittelmeerstaaten an Taß darin keine dreibundfeindliche Politik liegen kann, ergibt sich aus der Tatsache, daß der junge Monarch vorher den beiden verbündeten Kaisern bereits seinen Besuch abgestattet hat. Man kann es in der augenblicklichen Situation getrost aussprechen, daß das Friedensbedürfnis unter den Völkern größer ist, als bisher, denn man sieht allenthalben, wie sich die Staaten vor allem um die Stärkung ihrer wirtschaftlichen Kräfte bemühen. Diesem Ziel dient vor allen Dingen auch der Chamberlainsche Plan einer besseren Verschmelzung des britischen Weltreiches. Ein kriegerischer Wettstreit unter den Nationen aber würde die wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte zersplittern, und bemgemäß der eigentlichen Tendenz der jetzigen Regie rungen vollständig entgegenarbeiten. Immerhin läßt sich nicht verkennen, daß das neu erwachende und täglich sich berſtärkende Nationalitätenbewußtsein auf einen Konflikts. gang für die Mächte, und mit der Zeit zu einer neuen Grenzregulierung hindrängt, wenn es der mächtigeren und fulturell überlegeneren Nationalität eines Staates nicht gelingt, die Minderheiten aufzuzehren. Pulver und Blei ceichen hierbei, wie man an der Entwicklung des mazedo nischen Aufstandes sehen kann, nicht immer aus, wie dies auch bei den Wirren in Ungarn der Fall ist. Vorübergehend mögen dadurch die Unruhen unterdrückt werden, aber schließlich bleibt doch ein Bruchteil zurück, der sich als irredent, als unerlöst fühlt. Die Politik. Ein sozialpolitisches Vorbild. Der preußische Eisenbahnminister hat schon mehr. fach gezeigt, daß ihm ein wohlentwickeltes soziales Verständnis eigen ist. In einem neuen sehr dankenswerten Erlaß offenbart er das aufs neue. Dieser an die Eisenbahndirektionen und den Vorstand der Arbeiterpensionstasse gerichtete Erlaß bestimmt folgendes: Die Vorstände der Betriebskrankenkassen sind anzuweisen, Mitglieder, deren Erkrankung voraussichtlich länger andauern wird, vier Wochen vor Ablauf der 26. Woche auf den bevorstehenden Wegfall des Krankengeldes aufmerksam zu machen. Dabei ist darauf hinzuweisen, daß nunmehr Antrag auf Gewährung von Invalidenrente zu stellen sei, damit diese rechtzeitig( unmittelbar mit Beendigung der Kassenleistungen) einseße. In diesem Schreiben ist der Kranke darüber zu belehren, daß durch den Antrag das Arbeitsverhaltnis nicht berührt werde, sofern Sauernde Erwerbsunfähigkeit nicht vorliege. Sofern die Festsetzung der Rente wegen erforderlicher Erhebungen oder aus sonstigen Gründen nicht rechtzeitig erfolgen kann, haben die Bezirksausschüsse auf die Rente angemessene Vorschüsse zu leisten. Um in jedem Falle beim Aufhören des Krankengeldbezuges rechtzeitig durch Gewährung von Unterſtüßun gen eingreifen zu können, sind die Dienſtvorsteher anzu weisen, auf die infolge längerer Krankheit eintretende Not lage besonders zu achten und gegebenenfalls die Bewilli gung einer unterstüßung rechtzeitig anzuregen. Es wäre zu wünschen, daß ein gleiches Vorgehen auc seitens der anderen Minister nicht nur in Preußen, son dern auch in den übrigen Bundesstaaten erfolgte. Aenderung der Krankenkassenstatuten. Durch die inzwischen Gesetz gewordene Novelle zum Krankenversicherungsgesetz wird wieder wie beim Erlaß des Krankenversicherungsgesetzes im Jahre 1883 und bei der Novelle von 1892- eine Umarbeitung der Statuten der neuesten Orts- und Betriebskrankenkassen notwendig werden. Wie 1883 und 1893, so wird auch diesmal der Bundesrat eine Anleitung zur Anpassung der bestehenden Kassenstatuten an die Novelle veröffentlichen. Die Veröffentlichung dieses ,, Normalstatuts" wird binnen kurzem erfolgen. Wenn auch das neue Gesetz seinem vollen Inhalte nach erst mit dem 1. Januar 1904 in Kraft tritt, so werden die Krankenkassen doch gut daran tun, die Aenderungen ihrer Statuten möglichst frühzeitig vorzunehmen, damit sich nicht die Ge nehmigungsanträge bei den höheren Verwaltungsbehörden zu sehr auf den Schluß des Jahres zusammendrängen und dann infolge Ueberlastung dieser Behörden unliebsame Verzögerungen entstehen. Statuten einer Krankenkasse, die die nach der Novelle erforderlichen Abänderungen nicht rechtzeitig erfahren haben, werden gemäß dem Gesetze durch die Aufsichtsbehörde geändert. Auch für die eingeschriebenen Hilfskassen empfiehlt es sich, die nötigen Sazungsänderungen nicht zu lange jinauszuschieben. Kabinettswechsel in England? () Chamberlains Feldzug für den Schußzoll wird, wenn die Londoner Taily News recht berichtet sind, eine unvermutete Folge haben. Nach dent Londoner Blatte steht der Sturz des kabinetts Balfour unmittelbar bevor. Noch vor Ende der nächsten Woche werde der Ministerpräſident und mit ihm das ganze Kabinett sich zum Rücktritt genötigt sehen, denn in der am Montag beginnenden Parlamentsdebatte über Chamberlains Schutzzollpolitik verde sich zeigen, daß gegen diese Pläne die denkbar schärfste Opposition nicht nur bei den Liberalen, sondern auch bei den Konservativen beſtehe. Nach dem Rücktritt des Kabinetts Balfour würden die Führer der Liberalen, Sir Campbell Bannerman und Lord Spencer, mit der Bildung des neuen Ministeriums betraut verden. Wir möchten hinter diese Meldung der in der Regel zwar gut unterrichteten, aber politisch urteilsunfähigen Daily News einstweilen ein großes Fragezeichen machen. Eher scheint eine andere Meldung glaubich, wonach sich in der liberalen Partei Englands ein Kommandowechsel vollziehen werde: Campbell- Bannerman werde die Führung der Liberalen des UnterHauses an den sehr energischen Eir Edward Grey abgeben. Im Oberhause werde die liberale Partei weiterhin son Lord Spencer geführt werden. Es ist leicht möglich, daß eine solche Veränderung dem britischen Libecalismus wieder zur parlamentarischen Macht verhelfen vürde. Hungersnot und Pestgefahr in Mazedonien. Die Wirren in Mazedonien drohen eine recht schlimme Folge für die Bevölkerung des Aufstandsgebiets zu haben. In den Vilajets Saloniki, Uesküb, Monastir und Adrian spel beginnt sich infolge der viel? Monate langen Störung der Erwerbstätigkeit ein gro Ber Notstand zu zeigen; eine Verschlimmerung dieses Zustandes und teilweise sogar eine Hungersnot ſteht zu befürchten. In manchen Gebieten ist die Winterund Frühjahrsaussaat unterblieben, in anderen wurde die Saat durch den Durchmarsch oder das Lagern der Truppen vernichtet oder durch Bewohner anderer Dörfer abgemäht; in vielen ist auch das Arbeitsvich verloren gegangen. Die in die Heimat abgeschobenen und dort jetzt erwerbslosen bulgarischen Handwerker werden gleichfalls den Notstand erhöhen. Und zu dieser Kalamität, die allein schon besorgniserregend genug ist, kommt nun auch noch eine ungeheuerliche Drohung der mazedonischen Aufständischen. Sie wollen, nachdem alle Versuche, die Großmächte zu einer Intervention zu gunsten Mazedoniens zu bewegen, fehlgeschlagen sind, zu einem anderen unerhörten Mittel greifen, um die Türken zu vernichten: Ihre Führer besitzen eine ganze Anzahl Retorten mit Reinkulturen des Bubonenpestbazillus. Mit diesen wollen sie Brunnen und Lebensmittel vergiften. Sie erwarten davon den Ausbruch der Beſt im Lande und ihre allgemeine Verbreitung, was die türkischen Truppen und Behörden zwingen würde, das Feld zu räumen. Sie selbst wollen sich während der Best in ihre Berge flüchten, wohin die Seuche kaum vordringen werde. Später wollen sie über die etwa noch übrigen Türken mit Feuer und Schwert herfallen. Hoffentlich kommt's nicht zu diesem ruchlosen Attentat auf die Sicherheit ganz Europas. Aber zuzutrauen ist den mazedonischen Fanatikern ein solches Schandbubenstück schon. Der französische Kulturkampf geht munter weiter. In der französischen Deputiertenkammer brachte der Ministerpräsident Combes den Antrag ein, sämtliche 81 Gesuche weiblicher Unterrichtskongregationen um Genehmigung der Niederlaffung in Frankreich debattelos abzulehnen. Die Regierung macht daraus eine Kabinettsfrage. Auch gegen sieben Bischöfe, die sich an der am letzten Sonntag in Dünkirchen troß Verbots des Präfekten abgehaltenen Prozession beteiligt haben, will die Regierung energisch vorgehen. Es verlautet, sie wolle sie vor den Staatsrat laden. Von anderer Seite wird berichtet, die Regierung werde sich damit begnügen, die Gehaltssperre über die erwähnten Bischöfe zu verhängen. Ter französisch- marokkanische Konflikt. Der Aufstand in Marokko, von dem man längere Zeit nichts gehört hat, soll fast vollständig erloschen jein. So hat wenigstens der spanische Ministerpräsident Silvela nach Mitteilungen der spanischen Konsuln in Tanger erklärt. Ob diese Beendigung der Aufstandsbewegung in irgend einem Zusammenhang mit den an der algerisch- marokkanischen Grenze ausgebrochenen Streitigkeiten steht, läßt sich einstweilen nicht beurteilen. Jedenfalls aber werden die bevorstehenden Kämpfe zwischen Franzosen und marɔkkanischen Horden noch für längere Zeit Marokko zum Gegenstand der allgemeinen Aufmerksamkeit machen. Nach einer Meldung der ,, Agence Havas" hat Frankreich in Beni Unif bereits Truppen zusammengezogen. Die Marokkaner in Figig prahlen da mit, sie hätten eine Schlacht gewonnen, und rüſten ſich zum Kampfe mit den Franzosen. Sie erwarten bedeutende Verstärkungen aus dem Innern des Landes. Es wird nicht lange dauern, bis auch England und wahrscheinlich auch Jialien und Spanien sich in diese französisch- marokkanischen Auseinandersetzungen einmischen werden. Denn weder in London noch in Rom oder Madrid traut man den Versicherungen der Franzosen, daß sie die Marokkaner nur bestrafen und nicht auf Gebietseroberungen ausgehen wollen. Kurze politische Nachrichten. * Das Reichspostamt beabsichtigt, vom 1. April 1904 ab keine neuen Telegrammadressen( Kennwort statt vol ler Adresse) mehr zuzulassen. Die alten Telegrammadreſſen sollen jedoch bestehen bleiben. * Der Senior der Innsbrucker katholischen Studenten verbindung ,, Austria", Weber, wurde seiner Charge als Reservekadett verlustig erklärt und als Infanterist in ein anderes Regiment versetzt, weil er die Duellforderung eines Reserveoffiziers nicht angenommen hatte. * Der frühere britische Premierminister Salisbury ist in Hatfield schwer erkrankt, sein Zustand erregt ernste Be fürchtungen. ⚫ Hof und Gesellschaft. *** Die Prinzen August Wilhelm und D3kar von Preußen statteten dem Reichskanzler Grafen Dia von Bülow in Lehmkuhlen einen Besuch ab. Eine Viertelftunde später trat ins Routor, er war in schlüssel hatte er in der Hand; ohne eine Frage abzuwarten furchtbarer Agung, den KellerFunte wieder Am anderen Morgen ging Funke mit ioiederfommen, da er morgen abreifen wolle. fagte er, Koning fei fortgegangen und werde auch nicht feinem wieder in den Keller, angeblich, um die Saffer zu berüifer am Abend digiai ages fuhr wilden Ehe entsprossen war und das etiz funden, das noch Bapier de das umfassendes Geständnis agte in seiner Wohnung zwischen durch Selbstmord ihren Mann als den Mörder Konings an, wobei fie mißhandelt hatte, und nun zeigte die Müller aus Rachsucht er seit Jahren schon Schlesinger hat sich Richter ZILirtefeuille Konin Boge r damaligen Beit enthielt An jenem Abend waren gönnte Die Nacht hindurch wie im Rausche und hätten mit feinem König ten sich wenig daraus. In den ersten Tag: Besitz. thren Zaubsrentenner and hip heidetſten a muchschliefen sie faum, Beppo ſie die angesehensten unter bung hr ichme trotz der Ermügetauscht. debten sie schenkte zum ersten Mal den neuen Wein aus den man mit Musik und Tanz gefeiert. Da und eine derselben, des verstorbenen insers im Ochsen die schmuden Dirnen zu fröhlichem Reigen, vorläufig noch aus südlicheren Gegenden bezogen hatte. Ueberall war der Einzug des segenge erbstes sich auch 00000000000000000000000000000 Rückkehr des Reichskanzlers Grafen vinow nach Berlin ist endgiltig auf kommenden Montag angesezt. Heute hat sich der Reichskanzler nach Heiligendamm begeben, um an dem daselbst stattfindenden von Bülow- Tage beilzunehmen. *** Prinzessin Heinrich von Preußen ist in Begleitung ihrer Kinder wieder in Kiel eingetroffen. Die Richtfeier des neuen Herrenhauses auf dem prinzlichen Gute Hemmelmark wird, da die Arbeiten schnell vorwärtsschreiten, in Gegenwart des Kaisers bestimmt während der ,, Kieler Woche" stattfinden. *** Fürst Ferdinand Maximilian zu senburg und Büdingen ist infolge eines Unfalls, den er sich bei einem Zimmerbrande zugezogen hatte, in Wächtersbach gestorben. Sängerfelt und festspiele. ( Sonderbericht.) Frankfurt a. M., 5. Juni. Heute ringt um die Palme die dritte Gruppe, und unter ihr die heißen, Favorits", denen nach allgemeinem Urteil wohl am ersten der Siegespreis winkt: der Kölner die beiden großen Berliner und der Bremer Verein. Nac allem, was man hört, ist es nicht unmöglich, daß der Wanderpreis nicht wandert, sondern in den Händen des Kölner Vereins bleibt, der ihn vor vier Jahren in Kassel errungen und nun mit Ehren verteidigt. Doch ein fe stes Urteil läßt sich, wie gesagt, nicht im voraus abgeben, auch die anderen Vereine leisteten Vorzügliches, und mor gen ist auch noch ein Tag. Der Kaiser wohnte wieder mit seinen Angehörigen den Gesangsaufführungen bei und nahm dann das Frühstück bei dem General von Lindequist ein. Die Kaiserin kehrte schon frühzeitig allein nach Wies: baden zurück, wohin der Kaiser ihr erst später nachfolgte. In Wiesbaden teilen die kaiserlichen Gäste ihre Zeit zwischen Ausflügen und den Festspielen im Hoftheaetr. Die erste Vorstellung, zu der Webers ,, Oberon" nach der Neubearbeitung des Dreigestirns Georg v. Hülsen, Laufs und Josef Schlar ausersehen war, verlief glänzend, wenn es auch nicht zu leugnen ist, daß mehr als die Aufführung auf der Bühne die prächtige Ausschmückung des Theaters die Zuschauer beschäftigte. Von der Einfahrt bis zur kaiserlichen Loge erstreckt sich ein wahrer Blumenhain, überall Flieder und Rosen. Den Eintritt des Hofes begrüßten schmetternde Fanfaren eines in friede. cicianische Tracht gekleideten Trompeterkorps. Rings funtelnde Uniformen und brillante Toiletten. Die Kaiserin erschien in einem goldfarbigen Brokatkleid mit Spitzenärmeln, die Schwester des Kaisers, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, fiel durch die Pracht des Diamantendiadems auf, das ihr Haar schmückte. Die Kaiserin saß zwischen dem Kaiser und dem Großherzog von Hessen. Der Intendant Kammerherr v. Hülſen, der die Herrschaften zu ihrer Loge geleitet hatte, erhielt für die vorzügliche Inszenierung als Zeichen kaiserlicher Huld seine definitive Ernennung zum Generalintendanten der tgl. Schauspiele in Berlin mit dem Range einer Oberhofcharge und dem Prädikat Exzellenz. Der Dichter Josef Lauff erhielt den Roten Adlerorden dritter Klasse. Wie verlautet, findet am Sonntag nach dem Hauptgottesdienst in der Marktkirche Parade auf dem Kursaalplatz statt, zu der das 1. und 2. Bataillon möglicherveise auch das Homburger 3. Bataillon – des Füsiliercegiments v. Gersdorff( Kurhess.) Nr. 80, die in Wiesbaden garnisonierende Abteilung des Artillerieregiments( Oranien) Nr. 27 und die Unteroffizierschule Biebrich herangezogen werden. Der Kaiser nimmt die Parade ab, während bie Kaiserin derselben im Wagen beiwohnen wird. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen werden ebenfalls zur Parade in Wiesbaden erwartet. Dem der Pacade voraufgehenden Militärgottesdienst wohnt das Kaiserpaar mit den Prinzen bei." ( 2) Ein Regiment als Wohltäter. Verschiedene Einwohner der Stadt Jauer wurden vor einiger Zeit durch Hochwasser geschädigt. An den freiwilligen Sammlungen zum besten der Geschädigten beteiligte sich auch das in Jauer Jarnisonierende Infanterieregiment Nr. 154, indem es Sem Magistrat der Stadt die Summe von 220 Mart iberwies. ooooooooooooo Giessener Cagesneuigkeiten. Gießen, 6. Junt 1003. *** Die kaiserliche Familie geht nicht nach Homburg v. d. H. Der Kaiser und die Kaiserin kehren vielmehr am Sonntag Abend von Wiesbaden aus nach Potsdam zurück. Ueberhaupt sind die Aufenthalts- und Reisedispositionen verschiedentlich geändert worden. SD findet u. A. auch das beabsichtigt gewesene Diner im Hotel Ja p rial nicht statt. *** Der Großherzog hat am 30. Mai dem Pfarrer Hermann Wörishoffer zu Groß- Felda die evangelische Pfarrstelle zu Pohl- Göns, Defanat Gießen, und dem Pfarrer Wilhelm Türck zu Hofmannsfeld die evangelische Pfarrstelle zu Frischborn, Dekanat Lauterbach übertragen. ** * Grünberg. Morgen Sonntag, den 7. Juni, nachmittags 4 Uhr, wird der Kandidat der vereinigten liberalen Parteien Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt Gießen im Saale des Gasthauses zum Rappen in Grünberg sein politisches Programm entwickeln und Herr Rechtsanwalt Grünewald Gießen zu den Wählern sprechen. Alle Wähler von Grünberg und Umgegend sind hierzu eingeladen. *** Schwurgericht. Das am Montag beginnende Schwurgericht wird 4 Antlagen zu rerhandeln haben. A 1000 Gulden hat der kürzlich in Wien verstorbene K. K. Desterreichische Gesandte Ritter v Scherzer, welcher s. 3. an unserer Landesuniversität promoviert hat, testamentarisch der Universitätskasse für Studienrende der philisophischen Fakultät vermacht. - *** Gestern fand die 2. Hauptversammlung der vereinigten Wohlthätigkeitsvereine Contentia Fecht verband Gießen- Lahr, Gießener Zithert lub und Wohlthätigkeitsverein Waisenschuß ftatt, in der die Festfomitees zur Leitung des am 2. August stattfindenden großen Boltsfestes gewählt wurden. Das Programm dieses im Stile eines Jugendfestes geplanten Vergnügens seßt sich aus einem Kinderzug durch die Straßen der Stadt, Spiele und Preisverteilung der Kleinen auf dem Festplatz, aus Doppelkonzert, Tanz und allerhand Volksbeluftigungen zusammen. Der Reinertrag soll zur Unterstützung bedürftiger Familien unserer Stadt verwandt werden. Die Wohlthätigkeitsbestrebungen der genannten Vereine haben im einzeln schon viel segensreichen Erfolg aufzuweisen und hoffen wir, daß es den vereinigten Kräften der obengenannten Vereine erst recht gelingen möchte, durch günstigen Reinertrag Not und Elend zu steuern. ** Morgen spielt im Neuen Saalbau die Kapelle des 2. Württembergischen Inf. Reg. Kaiser Wilhelm König von Preußen Dr. 120 aus Ulm. Das Nähere besorgt das Inserat in heutiger Nummer. Die Kapelle gilt als sehr gut geschult. *** Die Anlage musit für morgen Sonntag findet 1/212 Uhr in der Südanlage statt. Das Programm ist folgendes: 1. Duverture zur Opperette„ Die Frau Meisterin" von Suppe, 2.„ Als ich fam", Lied von Nodominski, 3. Maritana, Walzer von Dellinger, und 4. Finale aus der " Loreley" von Mendelssohn. *** In dem großen Radrennen am 7. Juni werden besonders erstklassige Fahrer das Interesse des Publikums erwecken. Es starten im Erstfahren( 2000 m 5 Runden): Hartmann- Rüsselsheim, Wagner- Frankfurt, MeschFrankfurt, Belowsky- Frankfurt, Reich Gießen, Backhaus. Gießen, Jacoby- Mainz, Kaltwasser- Gießen, Wißel- Gießen und Lauer- Gießen; im Eröffnungsfahren( 2000 m, 5 Runden): Kaminsky- Köln, Buckow- Berlin, Gierer- Mainz, Fischer Frankfurt, Wagner Frankfurt, Mesch- Frankfurt, Belowsty- Frankfurt, Hartmann- Rüsselsheim und Lurz- Frankfurt; im Hauptfahren( 10 km, 25 Runden): Buckow- Berlin ( Meisterfahrer), Drescher- Mainz( Meisterfahrer von Europa), Schwarz- Mainz( Meisterfahrer vom Rhein), Lurz- Frankfurt ( Metsterfahrer von Bayern und Sieger der goldenen ArmS P binde von Ludwigshafen), Kaminsky- Köln( mit dem 18 HP Motor von Immy Michael), Gierer- Mainz( bedeutenda süddeutscher Fahrer), Fischer Frankfurt( bester Trainer Frankfurts), Hartmann Rüsselsheim. Bei diesem Renne werden ausgezeichnete 12-18 pferdige Motore sowie Motor tandems die Führung übernehmen. Da die Rennen sehr bedeutend und hochinteressant zu werden scheinen, so wi man schon jetzt vorzeitig darauf aufmerksam gemacht sich für einen Plaz zu sorgen. Aus Hessen und nachbargebieten. Bobenhausen II, 2. Juni. Vor Kurzem wurde ein hiesiger Mann wegen Verleumdung des neugewählten Bürger meisters vom Amtsgericht Ulrichstein zu 3 Wochen Ge fängnis verurteilt. Die treisamtliche Bestätigung des schon am 10. d. J. gewählten Bürgermeisters wird nun in den ersten Tagen erfolgen. Mancher ruhige Bürger sehnt si darnach. Möge endlich Frieden in unserem Orte einziehen und alle Parteilichkeiten und Gehässigkeiten aufhören! Ehringshausen.( Phazelia.) Die von hiesigen Bienen freunden auf einem Grundstück des Herrn Gutspächters Vetter in Rülfenrod ausgestellte Phazelta steht im Blüten flor. Aus Californien stammend und seit 8 Jahren in Deutschland eingeführt, wird diese wichtige Bienennähr- und Futterpflanze zum erstenmal in hiesiger Gemarkung und Interessenten ist Gelegenheit geboten, die Phazelia jederzeit Umgegend gepflanzt. Imkern, Landwirten und sonstigen zu besichtigen. Vom Bahnhof aus ist das Grundstück in Minuten zu erreichen. Egelsbach, 2. Juni. Hier ist vor einiger Zeit eine gemeinnüßige Baugenossenschaft gegründet worden. In einer zahlreich besuchten Versammlung, welcher der Landes wohnungsinspektor beiwohnte, wurden die Wohnungsverhält nisse im Orte besprochen und hierbei allgemein anerkannt, daß dieselben sehr verbesserungsbedürftig seien, sodaß eine Baugenossenschaft sehr Ersprießliches leisten fönne. Dieselbe ist nunmehr zu Stande gekommen, wobei das von dem hessischen Zentralverein für Errichtung billiger Wohnungen empfohlene Musterstatut als Grundlage gedient hat. Die Genossenschaft hofft, von der Gemeinde in der im Wohnungs fürsorgegefeße vorgesehenen Art unterstüßt zu werden. formellen Geländeabtretungen bezw. Ankäufe für die neue ** Buzzbach, 5 Juni. Gestern wurde hier mit den Bahn Bußbach- Lich begonnen. Eine der schwierigsten Stellen der sonst leicht zu bauenden neuen Bahn ist wehl die Unterführung an der Chaussee zwischen Lich und Arn mächtigen Damm zu durchbrechen, was jetzt zur Hälfte ge burg. So wird denn Tag und Nacht gearbeitet, um den schehen ist. Damit der ziemlich rege Verkehr auf dieser Straße nicht unterbrochen wird, ist vorgestern eine Notbrüde darüber gebaut worden, welche allerdings nur von Fuhr werken bis zu 50 3tr. Gewicht benutzt werden darf. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Samstag, den 6. Juni. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen heit zur heil. Beichte. Sonntag, den 7. Juni Treifaltigkeitssonntag. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. " " " um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2½ Uhr: Fest- Andacht mit Segen Bekanntmachung betreffend die Reichstagswahlen. Nachdem der Unterzeid nete für die bevorstehenden Reichstagswahlen zum Wahlkommissär des ersten Wahlkreises des Großherzogtums, bestehend aus: 0000000000000000000000000000 Besonders billiges ngebot Fernsprecher 269. Wasch- weiss und farbig für Knaben Anzüge im Alter von 3 bis 10 Jahren von Mk. Wasch- weiss und farbig für Knaben Blousen im Alter von 3 bis 10 Jahren von Mk. 3.25 an. 1.25 in Baumwolle, Leinen und Wolle. WaschHosen an. weiss und farbig von Mk. 1- Giessen Markus Bauer Giessen Kirchenplatz 11 gegenüber der Stadtkirche Kirchenplatz 11. Herren-, Knaben- u. Kindergarderoben. an. Fernsprecher 269. Anfertigung nach Mass unter Garantie für tadellose Passform, 1. Streis 2. Zu Agenhain, 2 laborf, 6.8 3. 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Reichelsheimer Anteil an Bingenheimer Mark, 10. Bobenhausen I. 11. Borsdorf, 12. Dauernheim, 13. Dauernheimer Hof, 14. Schleifeld, 15. Echzell, 16. Echzeller Martwald, 17. Eckardsborn, 18. Effolderbach, 19. Fauerbach, 20. Geisargebieten Kurzem wurde eugewählten Bi 34 3 Wochen eftätigung des wird nun in Bürger fehnt erem Drte einzi en aufhören! on hiesigen Biene Serrn Gutspächter fteht im Blin eit 8 Jahren H Bienennährs an Gemartung ten und fonfi Bhazelia jeden 8 Grundstück i einiger Beit worden. In Her der Lante Wohnungsver gemein anerton feien, fodaß 1 fönne. Die ei das von der iger Wohnunge bient hat. Di er im Wohnunge zu werden. de hier mit d ufe für die der schwierig Bahn ist b Lich und An arbeitet, um t 3t zur Hälfte rfehr auf di rn eine Notbrite nur von Fu rden darf. 3. 8 Uhr: Glen sjonntag. zur hl. Beid effe, vor und eil. Kommuni Messe. redigt. mit Segen A = bevorstehend rften Wahlfr 000 5 echer 80000000000 Midda, 21/22. Gelnhaar( Isenb. und Doman.), 23. Gettenau, 24. Heuchelheim, 25. Hirzenhain, 26. Kohden, 27. Harbwald, 28. Leidheden, 29. Lißbero, 30. Michelnau, 31. Nidda, 32. Ober- Widdersheim, 33. Ortenberg, 34. Ranstadt, 35. Schwickartshausen, 36. Selters, 37. Conradsdorf, 38. UnterSchmitten, 39. Unter- Widdersheim, 40. Grund- Schwalheim, 41. Usenborn, 42 Wallernhausen, 43. Wippenbach ernannt worden ist, bringt derselbe hiermit zur öffents lichen Kenntnis, daß Samstag, den 20. Juni 1903, vormittags 11 Uhr in dem Sigungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen die Protokolle über die Wahlen in den einzelnen Wahlbezirken durchgesehen und die Resultate der Wahlen zusammengestellt werden sollen. Das Ergebnis wird sodann verkündet werden. Der Zutritt zu dem Lokal steht jedem Wäler frei. Gießen, den 2. Juni 1903. Danksagung. Der Wahlkommissär: Dr. Breidert. Für die uns erwiesene herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner innigstgeliebten Gattin, unserer unvergesslichen Tochter, Schwägerin und Tante sagen innigen Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Grünberg, den 6. Juni 1903. Louis Moll. Emil Horst, Giessen. Zementwaren und Kunststein- Fabrik Baumaterialienhandlung. Liebigstraße - Riegelpfad - und An den Bahnhöfen. Bureau: Liebigstraje 51. Telefon 220. Billigste Bezugsquelle für alle Bauartikel! Brüder Schmidt, Seltersweg 83 Giessen Seltersweg 83. Eisenwaren und Werkzeuge. Klein- und Grosshandlung. Magazin für Haus- und Küchengeräthe, Gartenmöbel, Rollwände, Eisschränke, Jllustrierter Katalog gratis und franko. Versteigere Montag, den 8. Juni a. c. Mittags 12 Uhr wegen Bauveränderung eine Scheuer aus gut eichenem Holz auf Abbruch zu jedem annehmbaren Gebot. Lollar, 5. Juni 1903. Gottlieb Ernst, Gastwirt zur Linde. Fnhoffen's Bären Kaffee Anerkannt beste Marke aus den Dampfkaffeebrennereien OP. H. In hoffen, Restaurant ,, Zum Perkeo". 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