Nr. 105. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeheit monatli 50 Big., in's Haus gebracht 60 Bfg., burd die Boft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Ob- unb Gartenban, sowie die Giekener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nagmittage Mittwoch den 6. Mai 1903. Gießener 12. Jabraang Insertionsprei ds Die einspaltige Petitzelle für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pig fenft 16 Big.; Reklamen die Betttelle 30 refp. 40 is Boftzeitungsliste Ste. 2000. Redaktion und Expedition: Giesen Revenweg Feruspreshaushik As, 30%. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Kaifertage am Tiberstrand. ( Sonderbericht.) HP. Rom, 4. Mai. ,, uff der Staub, uff die Hize!" flagten die Stammgäste der Cafés an der Piazza Colonna, als sie von der großen Heerschau zurückgekehrt sich an den Mar mortischen zur Colazione niederließen. ,, Aber schön war's boch! Haben Sie denn gut sehen können?" Ja, ich habe ihn ganz in der Näh: gesehen!" ,, Und ich auch, ich auch!" Alle haben ihn gesehen damit be gnügen sie sich und trösten sich über das stundenlange Harren in Glut und Staub. Und wer ihn nicht gesehen hat, wie er ſtattlich einherschritt in seiner glänzenden Lohengrin"-Rüstung, der stellt sich doch wenigstens lebhaft vor, wie er ausgesehen haben könnte, wenn nicht so viele Leute sich unverschämt dazwischen geschoben hätten. Und das Bild wird allmählich so deutlich in der süblich entflammten Phantasie, daß deren Besitzer bald pirklich glaubt, ihn gesehen zu haben, und die wunderbarsten Einzelheiten seines Gesichts und seiner Gewanbung beschreibt. Denn gesehen muß man ihn haben, sonst zählt man einfach in Rom nicht mehr mit. Und jeder weiß etwas neues vom Kaiser zu berichten. Wie er dem Grafen Lanza und dem ehrwürdigen General de Connaz aus dem Kranze, den er im Pantheon an Humberts Grab niederlegte, zwei Rosen brach und zum Gedächtnis überreichte. Wie er bei der Rückkehr vom Batitan den Gendarmen mit lachender Miene wehrte, als sie die allzu vorwißigen Bewunderer auf der Piazza Venezia zerstreuen wollten. Dort hatte die Menge nämlich direkt den kleinen Belagerungszustand über ihn verhängt. Die Tramways standen in langer Reihe, zwischen ihnen Wagen auf Wagen, die Echußleute waren kaum imstande, die nötige Fahrbahn für den kaiserlichen Zug frei zu halten. Und auf und neben dieser Wagenburg eine schier unglaubliche schwarz wimmelnde Menschenmenge, von der sich die Tollkühnsten bis unmittelbar unter die Hufe der kaiserlichen Equipage drängten. ,, Und der Kaiser lächelte nur, so sympathisch! Er ist überhaupt ein Eimpaticone, ein wahrer Ausbund von reizendem Menschen!" Ein anderer will wieder gesehen haben, wie der Kaiser nach dem Verlassen des Vatikan zu einem Fenster der pästlichen Gemächer hinaufgewinkt habe, an dessen blizenden Krystallscheiben sich ein ehrwürdiges Greisenantlig gedrückt habe, um dem kaiserlichen Zuge nachzusehen. Der Erzähler will Leos XIII. scharf markierte Züge ganz deutlich erkannt haben. Und dann, welchen warmen Anteil der Kaiser genommen habe an dem Schicksal des einen Offiziers der Luftschifferabteilung, der das Unglück hatte, bei einem Ballonmanöver statt, wie beabsichtigt, zu landen, wieder in die Lüfte gerissen zu werden. Wie er sich gefreut habe, als endlich die Nachricht eintraf, daß es dem Wackeren gelungen sei, schließlich doch glücklich bei Aquila den Erdboden zu erreichen! Und weiter ,, Sahen Sie, wie herzlich er lachte, als der beleibte Abate, der, um besser sehen zu können, auf den Rand der Fontana Trevi geklettert war, das Gleichgewicht verlor und in das kühle Naß hineinpurzelte? Er hat sicherlich Einn für Humor und ist nicht blasiert." Und so trägt jeder ein buntes Eteinchen zu einem glänzenden Mosaikbilde zusammen, das in der Erinnerung ber Römer an diese schönen Tage ständig sortleben wird. Aber über all der Plauderei darf man nicht vergessen, daß auch heute nachmittag Gelegenheit ist, den Kaiser zu Gesicht zu bekommen. Man versäumt sie nicht. Man begrüßt ihn auf der Fahrt zum Forum, wo er die Ausgrabungen besichtigt. Man erwartet ihn dann wieder bei dem wuchtig emporstrebenden Riesenbau des fast vollendeten Viktor Emanuel- Denkmals, von dessen Plattform er den Rundblick über die ewige Stadt genießt. Man versäumt aber auch, wenn irgend angängig, nicht, die kaiserlichen Prinzen sich noch einmal ordentlich in der Nähe anzusehen, als sie langsam zum Petersdom fahren, um von dessen hochragender Kuppel aus das bezaubernde Panorama der Eiebelhügelstadt in sich aufzunehmen. Triumphierend erzählt man sich, daß die jungen Herren von dem Anblick so entzückt gewesen sind, daß sie ihren kaiserlichen Vater bestimmt haben, noch länger in Rom verweilen zu dürfen, auch wenn er abreist. Und er, der Simpaticone, hat der Bitte gütig gewillfahrt. Die Prinzen nehmen in der deutschen Gesandtschaft im Palazzo Caffarelli Wohnung. Daß der große Ordensregen, der sich über die hervorragenden Persönlichkeiten des Hoses, der politischen Welt und der Stadt Rom ergoß, mit befriedigter Eitelkeit besprochen wird, bedarf laum besonderer Erwähnung. Besuch im Kloster Cassino. HP. Nom, 5. Mai. Bittor Emanuel und seine herzoglichen Vettern von Aosta, Genua, den Abruzzen, sowie der Graf von Turin begleiteten heate den deutschen Kaiser und seine Söhne nach dem altberühmten Kloster Monte Cassino in der Provinz Caserta. Um 9 Uhr ging der Hofzug von Rom ab und langte gegen 12 Uhr in der alten Voiskerstadt Cassino an, über der festungsartig auf schroffem Felsen die 529 von Benedikt von Nursia begründete Abtei thront. In der sonst stillen Stadt herrschte reges Leben. Fremde waren von allen Seiten hinzugeströmt, um Kaiser und Kö nig zu sehen, zahlreiche Truppenaufgebote waren hinbeorbert, um vom Bahnhof zur Abtei Spalier zu bilden. Station und Stadt prangte in herrlichem Blumen und Fahnenschmuck. Die Begeisterung der Bevölkerung übertraf fast noch die der Römer. Im Kloster wurden die Monarchen von dem Erzabt Pater Krug und dem ganzen Kapitel am Fuß der großen Treppe empfangen, auf deren Stufe Alumnen des im Kloster befindlichen Priesterseminars in Doppelreihe Spalier bildeten. Der Zug begab sich dann, den ersten und zweiten Klosterhof durchschreitend, direkt in die altersgraue Kirche. Des Kaisers bewundernder Blick weilte hier vor allem auf dem herrlichen bronzenen Hauptportal, das im 11. Jahrhundert zu Konſtantinopel gegossen worden ist, und den reichen Wandmalereien und Schnißereien der Chöre. Von hier ging es in Den prächtig geschmückten Kapitelsaal. Dann wurde die Kammer des H. Benedikt besichtigt, das astronomische Objervatorium und die Pinakothek. Im großen Archivjaal überreichte der Erzabt dem Kaiser Wilhelm eine in Monte Cassino gedruckte Geschichte der Hohenzollern. Bald nach vier Uhr nachmittags begaben sich die Monarchen zum Bahn of zurück und langten in Rom um 7 Uhr wieder an Vereitelter Maffenmord in Saloniki. Die ungeheuerliche Ruchlosigkeit der mazedonischen Freiheitskämpfer und zugleich die Wahrheit des alten Spruches, daß bei allem Unglück immer noch ein Glück ist, erweisen die letzten Nachrichten aus Saloniki. Bei den Aufräumungsarbeiten in dem von den Dynamitbolden zerstörten Gebäude der Ottomanbant stieß man auf eine große Mine, die sich nicht nur unter das ganze Bankgebäude und das benachbarte europäische Klubhaus, sonbern unter das gesamte Europäerviertel erstreckte: die ganze europäische Niederlassung sollte also in die Luft fliegen. Uns wird darüber berichtet: Der ausgedehnte Minenstollen war etwa zwei Meter hoch und 1 Meter breit und mit Holzstreben und Balken oben und an den Seiten verspundet. An verschiedenen Stellen fand man große Dynamitlager, die durch eine Kupferdrahtleitung miteinander und mit einer starken elektrischen Batterie verbunden waren und von dieser aus zur Explosion gebracht werden sollten. Nur ein glücklicher Zufall verhinderte das Gelingen des ungeheuren Verbre chens: Durch die erste Bombe, die in die Bank geschleudert vurde, wurde eine Mauer umgerissen, die Erschütterung bei dem Zusammensturz hatte zur Folge, daß der Minen stollen verschüttet und die Drahtleitung nach der Batterie babei unterbrochen wurde. So versagte denn die Leitung. Man male sich die unabsehbaren Folgen aus, die eingetreten wären, wenn dieser Massenmordanschlag gelungen wäre! Troß solcher Ertdeckungen, die doch wohl die Befürch tung rechtfertigen, daß die bulgarischen Mazedonier ihr ruchloses Vorhaben weiter fortseßen werden, ist die Pforte dem türkischen Fatalismus entsprechend ziemlich jorglos. Nachdem sich herausgestellt hat, daß wenigstens in Konstantinopel die Häuser einstweilen noch vor dem Indieluftsliegen sicher sind, ist man am Goldenen Horn wieder ganz guter Dinge und denkt nicht daran, energische Vorkehrungen gegen eine Wiederholung solcher Anschläge zu treffen. Ein papierner Protest bei der bulgarischen Regierung gegen das Treiben ihrer Staatsangehörigen und deren Unterſtüßung durch das Sofioter Kabinett, ein Protest, den der bulgarische Ministerpräsident Danew natürlich prompt mit gekränkter Unschuldsmiene zurückgewiesen hat, das war alles, wenn man von einer kleinen Verschärfung der Ueberwachung der bulgarischen Elemente in den Städten Mazedoniens absieht. Nicht die bulgarischen Mordbrenner und Dynamitbolde machen der Türkei und dem Sultan Sorge, sondern das einstweilen noch ganz harmlose Erscheinen der Kriegsschiffe der Mächte vor Caloniti. Vielleicht wird er durch die Versicherungen der Mächte, sie beabsichtigten lein bewaffnetes Eingreifen, sich auch hierüber beruhigen lassen. Denn in der Tat haben die Mächte einstweilen feine Lust, sich in die Sache af.io einzumischen, um so weniger, als die mazedonisch Europäer nichts sehnlicher wünschen, als eine bewaj nete Intervention Europas, bei der sie im Trüben zu fischen hoffen. Aber schließ= lich wird ihnen, wenn der Sultan weiterhin den mazedonischen Zuständen untätig zusieht, nich s übrig bleiben, als doch einzugreifen, und wenn sie heute auch versichern, sie dächten nicht an einen Einmarsch oder eine Truppenlandung in Mazedonien, so rüsten sie sich doch chon für den Fall, daß ein Eingreifen unvermeidlich werden sollte. In Südungarn z. B. werden neuerdings 300 Eisenbahnwagen für etwaige Trppentransporte nach Mazedonien bereitgehalten. Und aus Rußland und Italien kommen ähnliche Nachrichten. Man weiß nicht, was noch werden mag. Bei einem Zusammenstoß bulgarischer Banden mit türkischem Militär bei Gabrovo soll ein deutscher Of. jizier, der die türkischen Truppen befehligte, getötet wor den sein.- Ja Saloniki sind alle Professoren des julgarischen Gymnasiums, welche im Verdachte stehen, cevolutionäre Bewegung zu leiten, verhaftet worden. Die Politik. Neue Monarchenbegegnungen. ::: König Eduard von England wird noch in diesem Sommer eine ganze Anzahl weiterer Besuche an europäischen Höfen abstatten. Mitte Juli fährt er nach Kopenhagen zum Besuche seines Echwiegervaters, des Königs Christian von Dänemark, dann Ende Juli nach St. Petersburg und von dort aus Anfang August nach Berlin, wo er sich wie in Petersburg drei Tage lang aufhalten wird. Vor seiner Abreise nach Kopenhagen wird er Anfang Juli noch den Besuch König Viktor Emanuels empfangen, der unterwegs auch Gast des Prä sidenten Loubet in Paris sein wird. Für König Eduard wird der Sommer danach ziemlich strapaziös werden, zumal da er im August noch eine Fahrt nach Irland unternehmen soll. Neuer Militärskandal in der Schweiz. ) Mit ihrem Milizwesen haben die Schweizer auch im Frieden wenig Glück. Vor einigen Tagen erst gab es ein großes Aergernis, als sich herausstellte, daß der Oberst Markwalder, dem das Remontewesen unterstellt war, sich grobe Unregelmäßigkeiten hatte zu Schulden kommen las sen. Jetzt wird schon wieder ein ähnlicher Fall gemeldet: Der Direktor der Kriegspulverfabrik Worblaufen bei Bern, Stämpfli, hat sich grober Unterschlagungen schuldig ge macht. Er ist seines Amtes entseßt und in Haft genommen worden. Vorher versuchte er, sich durch Deffnen der Puls. adern das Leben zu nehmen. Er wird demnächst vor Gericht gestellt werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß noch andere Militärs in die Affaire verwickelt sind. Die blutigen Exzesse in Kischinew. (-) Nähere Einzelheiten über die während des russischen Osterfestes in Nischinew, Gouvernement Bessarabien, vorgekommenen Megeleien unter der jüdischen Becölkerung werden jetzt bekannt. Nach Berichten von Augenzeugen sieht die Stadt jeßt aus, als sei sie von einem Erdbeben oder einer großen Feuersbrunst betrofjen worden. Etwa 50 Menschen wurden getötet, 100 schwer und 500 leichter verwundet. Von den Verletzten, die zum Teil barbarisch verstümmelt sind, sterben täglich noch mehrere. Etwa 10000 Menschen irren obdachlos und ohne Nahrungsmittel umher. Viele Frauen wurden geschändet; auf einem Friedhof sah ein Augenzeuge des Gemezels die Leichen dreier Frauen: der einen war der Bauch freuzförmig aufgeschlißt, der anderen waren eiserne Nägel in die Nase geschlagen, der dritten hatte der entmenschte Pöbel die Brüste ausgeschnitten. Einem Gymnasiasien wurde die Zunge herausgeschnitten und er dann niedergemacht. Von vielen Seiten wird berichtet, daß der fanatische Böbel die kleinen Kinder der jüdischen Familien aus den oberen Stockwerken der Häuser auf die Straße geschmettert hat. Die Veranlassung zu dem Blutbade war ein Artikel des in Kischinew erscheinenden Blattes, in dem die israelitische Bevölkerung eines Ritualmordes bezichtigt wurde. Geradezu unerhört war die Haltung der russischen Behörden, die jetzt ihre Hände in Unschuld waschen und sogar Eammlungen für die überlebenden Opfer des Massacre veranstalten lassen. Obwohl in Kischinet 5000 Mann Militär und eine starke Polizeimannschaft stehen, griffen die Behörden doch nicht ein. Zwei Tage lang fonnte der Böbel ungehindert sei ner Mordlust fröhnen, Polizei und Militär rührten keinen Finger, außer um sich selbst an den Plünde rungen, die das Gemezzel begleiteten, zu beteiligen! Wahrlich, ein Jdealstaat, dieses heilige Rußland! Kurze politische Nachrichten. * Jm britischen Oberhause kam die bekannte Skandalgeschichte der Prügelung britischer Leutnants durch ihre Kameraden zur Sprache. Feldmarschall Roberts erflärte, er sei fest entschlossen, solche geschmacklose und entwürdigende Gepflogenheiten abzustellen. * In San Domingo hat die Rebellion endgiltig gesiegt. Die bisherige Regierung ist gestürzt, und die Aufständischen sind Herren des Landes. Da nun die Republik sich um ihre Verpflichtungen aus der aus. wärtigen Schuld nicht fümmert, dürften die Gläubiger San Domingos, Deutschland, Amerika, Frankreich, England u. a., unter Umständen ähnlich gegen die säumigen Schuldner vorgehen, wie es jüngst Venezuela gegenüber geschah. * In Nicaragua dauert die Revolution fort. Der Dampfer der Aufständischen ,, Biftoria" hat den Regie rungsdampfer, Once de Julio" mit der gesamten Minn chaft in Grund gebohrt. ia ber Glildfeligreit wiedererkannt. ihr Herz durchfluten, er hatte sie. mit nen unterhalten fo außerordentlich timmung, aber sie genügt mir nicht. Eie wiederzusehen, daß ich mich gern Eie haben geniet, allerdings, das ist ja auch eine Zugem Schweigen ,,, warum antworten Sie mir denn nicht! un, mein liebes Fräulein," banner nach furIch freue mich Kaalrings Samstag. ( Nachdruck verboten.) Städtchen Plußberg führen Lieber Leser, sollte Dich der Zufall einmal in das Seinen Wagen ge Der Grimmige germeister rieb sich die Hände brille von der Nase fuhr.,. staaljing, es nieſet wer die übrigen mir grimmige Blicke zuwarfen. Nur der Bür ver Zeitungslejer reckte den Hals, er fnurrte, während mit einer flaren, nur etwas und sah recht vergnügt fuhr auf, daß ihm die Meising er brein. Prosit!" rief fetten Stimme durch das Murren hindurch chen Und so ist schon allemal der Spaß mit geweben bem Kaalsing fertig." Eben abzuschlagen. mit den toget indem er sich Бе ,, e?" machte fam der Wirt, enttortte eine überzogene Flasche und goß Rotwein in die feinen, leise erklingenden Gläschen. baglich mein kumpan, Nab und fern. (") Prinzessin Luise von Toskana hat einer Tochter das Leben gegeben. Das Kind ist von einem sächsischen Hofrat in das Standesregister eingetragen worden und soll dem Vernehmen nach vorläufig in der Obhut der Mutter berbleiben. Vielleicht läßt man in Dresden auch alle direkten Ansprüche fallen und es bleibt ständig bei der Mutter. Gewisse Beschränkungen in der Erziehung des Kindes wird sich Prinzessin Luise allerdings gefallen lassen müssen, da ihre Tochter unbestritten als sächsische Prinzessin gilt. König Leopold von Gräfin Lonyay verklagt. Die Gräfin Lonhay hat, wie bereits gerüchtweise gemeldet, nun wirklich ihren Vater, König Leopold von Belgien, auf Herausgabe von 17 Millionen Francs verklagt, die ihr aus ber Hinterlassenschaft ihrer Mutter zustanden. König Leopold wendet ein, daß zwischen ihm und seiner verstorbenen Gemahlin keine Gütergemeinschaft bestand. (!) Ein Musterschuhmann. Einer armen Berline Witwe war eine Geldstrafe von 3 Mt. auferlegt wor den, weil sie es verabsäumt hatte, ihr Kind impfen zu lassen. Da die Frau das Geld nicht bezahlen konnte, sollte sie in Haft genommen werden. Der mit der Abho lung beauftragte Echußmann G. fand bei der Mutter noch fünf Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren vor. Dies: flammerten sich jammernd an die Mutter, als sie hörten, baß sie abgeführt werden sollte. Der Frau fehlte noch eine Mark, um die Strafe entrichten zu können. Ge rührt durch die Klagen der Kinder, legte der Schub mann die fehlende Mark zu. Wer im harten Dienst sich ein so weiches Herz bewahrt, daß er von dem knappen Solde noch ein Scherflein für die Armen und Elenden hat, der bietet die Gewähr, daß er stets sein schweres Amt zum Wohle der Allgemeinheit ausüben wird. $ Eine Herzenstragödie. In Etegliz hat, wie gemeldet, eine Frau Burschke ihr zweijähriges Töchterchen er mürgt und dann ihren dreijährigen Sohn und sich selbst ertränkt. Der Grund zu dieser unseligen Tat wirft einen Schimmer romantischer Tragik auf die unscheinbare Person der Frau aus dem Volke. Sie war von dem Vater ihrer Kinder nach kurzer Ehe um ihre Ersparnisse gebracht und verlassen worden. Verbittert und scheu zɔg sich die Arme von der schlechten Welt zurück, bis sie vor furzem einen Bäcker Bartlich kennen und schäßen lernte, der ihr die Ehe versprach, wenn ihre erste geschieden würde. Die betreffenden Schritte waren bereits getan, ba tauchte der unwürdige Ehemann wieder auf. Es bestand Gefahr ernster Konflikte und um den Geliebten nicht darin unschuldig mitzuverwickeln, beschloß die Frau in ihrer Verzweiflung, aus dem Leben zu scheiden und ihre Kinder mit in den Tod zu nehmen. * Eine Arbeiterschar vom Blik getroffen. In Allagen( Westfalen) fuhr ein Blizz mitten in eine Arbeiterkolonne von 12 Bersonen hinein, die damit beschäf= tigt waren, an der Chaussee Bäume zu pflanzen. Wäh rend sich die meisten von den Wirkungen des Schlages mehr oder weniger schnell an Ort und Stelle erholten, liegen drei der Getroffenen unter schweren Lähmungserscheinungen darnieder. Man zweifelt an ihrer völligen Herstellung. () Sein Leben für sein Weib gab der Arbeiter Wiezig aus Bempelburg. Er setzte, um zu einem ihm gehörigen Stück Kartoffelacker zu gelangen, mit seiner Frau über den ziemlich breiten Zempelburger See. Der Kahn, der zur Fahrt benutzt wurde, war aber leck, füllte sich bald mit Wasser und versant. Da nahm W. seine Frau auf den Rücken und versuchte schwimmend das Ufer zu er= reichen. Doch bald waren seine Kräfte erschöpft. As dann das Ehepaar um Hilfe rief, eilte der Fischer Seidak, der gerade im See fischte, zur Rettung herbei. Leider konnte er nur die Frau retten, während der Mann vor seinen Augen versant. Erst nach längerem Suchen wurde die Leiche gefunden. )-( Ein furchtbarer Akt jugendlicher Roheit erregte in Borbeck bei Essen allgemeine Entrüstung. Vier Schulknaben im Alter von 10 bis 13 Jahren überfielen gemeinsam einen sechsjährigen Knaben, der ihnen mißliebig war, und mißhandelten das arme wehrlose Kind durch Fußtritte derart, daß es auf der Stelle seinen Geist aufgab. Die jugendlichen Bösewichte zeigten nach der Untat nicht die geringste Reue. |: Von einem Wachtposten erschossen wurde beim Pultermagazin unweit Bögendorf in Schlesien der Arbeiter Krieger. Der Posten hörte gegen 10 Úhr abends ein verdächtiges Geräusch. Bei genauerer Beobachtung bemerkte er im Strauchwerk einen Mann, den er, seiner Instruttion gemäß viermal anrief. As die Anrufe keinen Erfolg hatte, gab der Posten Feuer und der Unbekannte brach, von der Kugel zu Tode getroffen, zusammen. In dem Augenblicke, als der Mann hinsank, konnte er noch die Worte von sich geben: Friß komm doch!" Man glaubt hieraus zu schließen, daß ein regelrechter Ueberfall auf den Posten geplant war. = Eine dramatische Rettungsszene wird von der italienischen Eisenbahnstation Castiglione berichtet. Dort stand an einem einsamen Bahnübergang die Frau des Bahnwärters in Vertretung des schwer erkrankten Mannes Posten, um den Schnellzug von Mailand durchpassieren zu lassen. Ihr dreijähriges Töchterlein spielte nicht weit von ihr am tiefen Brunnen ein Schrei, das Kind war kopfüber hineingestürzt. Kein Mittel, es zu retten! Doch, da naht der Zug, und mit ihm hilfreiche Hände! Die verzweifelte Mutter schwingt wie rasend das rote Haltesignal, der Zug hält, Zugführer und Fahrgäste springen aufgeregt hinunter. Zwischen den letzteren ist ein wacke rer Turner, der sich in den tiefen Brunnen hinabläßt, und nach wenigen Minuten wieder emporgezogen wird, das Kind im Arm. Es lebt! Mit einem Dantesruf bricht die Mutter ohnmächtig zusammen. ‡ Seit vier Monaten schlafend liegt in Athen ein junges Mädchen Maria Daskalaki. Sie hatte in einem Krankenhause, in das sie wegen eines geringfügigen Leidens gebracht worden war, so furchtbare Szenen menschlichen Leides und Jammers mitansehen müssen, daß sie bald nach ihrer Entlassung völlig zusammenbrach und in tiefen Schlaf verfiel, der seit vier Monaten andauert. Die Kranke schläft mit offenen Augen und singt manchmal im Traum geistliche Lieder. Die Aerzte stehen ratos vor diesem medizinischen Rätsel. Bunte Chronit. In einem Zimmer des Bahnhofsbe amtengebäudes zu Mlawa an der westpreußischen Grenze wurden sechs Kinder des Stationseinnehmers im Alter von fünf bis sechzehn Jahren an Kohlendunst erstickt in ihren Betten vorgefunden. Nur die beiden kleinsten Kinder der Familie, welche sich im Schlafzimmer der Mutter befanden, sind am Leben geblieben. Aus Berlin verschwand nach Verübung zahlreicher Schwindeleten und Wechselfälschungen der Kaufmann und Restaurateur Albert Moriz. Der Entslohene hat in wenigen Tagen durch betrügerische Manipulationen rund 100 000 Mark flüssig gemacht. Seine Frau begleitet ihn. Auf dem Truppenübungsplaz Neuhammer, dessen Terrainkosten, wie erinnerlich, in der legten Session des Reichstags zu heftigen Debatten Anlaß gaben, wütet ein großer Waldbrand. Vernichtet sind bis jetzt 200 Morgen älterer Bestand von fiskalischem Terrain. In einem Seitengraben der Kasseler Chaussee bei Nordhausen wurde der 70jährige Kommissionär Eisenach tot aufgefunden. Die Leiche weist schwere Kopfwunden Iuf und ist zweifellos beraubt worden. In Dortmund verhaftete die Polizei eine aus drei Personen bestehende Falschmünzerbande. Bei der Hausjuchung wurde eine Menge falscher Zweimarkstücke, sowie Pressen, Schmelztigel u. s. w. gefunden. Der geistestrante Arbeiter Broscheid in Göttingen spaltete seiner Frau mittelst eines Beils den Schädel. Der Täter wurde verhaftet. 2000 Ausflügler in Detroit im Staate Ohis dringen troß gesperrter Barriere auf das Bahngeleis. Ein heranbrausender Blizzug tötete 75 und verlegte 30 Personen. Aus dem Gerichtssaal. § Der Pommernbankprozeß zu Berlin verläuft bisher sehr eintönig: Börsen- und banktechnische Auseinandersetzungen, die für das große Publikum fein Interesse haben. Im allgemeinen wird nichts beigebracht, was man aus dem Vorbericht nicht schon wüßte. Aufmerksamkeit im Auditorium erregte nur eine Erörterung über die sogenannten geheimen Ausgaben" bes Bankdirektoriums, die in einem Jahre, 1896, allein 121,704 Mark betrugen; der größte Teil dieser geheimen Ausgaben läßt sich aus den Büchern nicht ziffernmäßig nachweisen. § Die Eifersucht spielte eine verhängnisvolle Rolle in einem Prozesse wegen Mordversuchs an der eigenen Tochter gegen die Arbeiterehefrau Auguste Schwerdtfeger in Spandau. Der Ehemann quälte die Frau seit langem mit eifersüchtigem Verdacht, der sich noch verstärkte, als ein Bäckergeselle Rabeczinski zu dem Paare als Schlafbursche" zog. Es kam zu heftigen Szenen, und Schwerdtfeger wies dem Rabeczinski die Tür. Am anderen Tage tam der Fortgewiesene in Schwerdtfegers Abwesenheit zurück, um seine Sachen zu holen; zufälligerweise kam dieser aber gerade unerwartet nach Hause, um seiner Ansicht nach das unerlaubte Zusammensein seiner Frau mit ihrem vermeintlichen Liebhaber zu stören. Rabeczinski zog es vor, sich durch die Flucht vor dem Wütenden zu retten. Schwerdtfeger wollte nun seine Frau troß ihrer Unschuldsbeteuerungen verstoßen, und diese machte in ihrer Verzweiflung den Versuch, sich und ihr Töchterchen zu erschießen, weshalb sie sich jetzt zu verantworten hatte. In der Verhandlung beschwor der Zeuge Rabeczinski, mit der Angeklagten niemals in unlauterem Verkehr gestanden zu haben. Die Entscheidung wurde vertagt, um die Angeflagte auf ihren Geisteszustand zu untersuchen. § Ein häßliches Sittenbild entrollte eine Verhandlung vor dem Kölner Schwurgericht gegen den Schuhmacher Fischer. Der Angeklagte, der das uneheliche Kind seiner in Antwerpen wohnenden Tochter durch Eingeben einer größeren Menge Scheidewasser tötete, wurde zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt hatte Todesstrafe beantragt. Die Frau des Angeklagten wurde, als sie ihre Zeugenaussagen gemacht hatte, verhaftet, nachdem erwiesen war, daß sie ihre drei Töchter an reiche Lebemänner in Antwerpen verkuppelt hatte. Kleine Gerichts- Chronik. Der Prozeß gegen den Ersten Bürgermeister von Eisenach, Dr. v. Jewson, wegen Verbrechens im Amte begann vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts in Eisenach. Dr. v. Fewson soll bekanntlich einen jungen Mann, mit dessen Familie er befreundet war, rechtswidrig einer Strafe entzogen haben, die jener, der sich fälschlich jungen Mädchen gegenüber als Kriminalbeamter ausgab, zu gewärtigen hatte. - Wegen fahrlässiger Inbrandsetzung der Schulfregatte ,, Moltke" wurde in Kiel der Wachoffizier des Schiffes, Leutnant Gleiß, zu einem Monat Festungshaft verurteilt. Der durch seine Nachlässigkeit angerichtete Schaden beträgt 38 000 Mark. Kunft und Wissenschaft. F. C. Das 75 jährige Jubiläum der Gesell. schaft für Erdkunde wurde in Berlin im großen Saale des Zoologischen Gartens durch eine Festsizung feierlich begangen. Von den bei dieser Gelegenheit gehaltenen wissenschaftlichen Vorträgen erregte besonders der des standinavischen Forschers Sven Hedin über die tibetanischen Hochgebirgsseen allgemeines Interesse. Eine besondere Weihe erhielt das Fest durch die Ueberreichung der Atten einer Richthofenstiftung mit einem Kapital von 26,000 Mark an unseren berühmten Geographen und Geologen Ferdinand von Richthofen, der seinen siebzigsten Geburtstag begeht. Richthofen war lange Jahre hindurch Präsident der Gesellschaft. RK. Der Entdecker des Gorillas gestorben. Der bekannte Afrikasorscher Paul Belloni du Chaillu ist in Petersburg gestorben. Seinen Ruhm begründete er in den sechziger Jahren durch die Entdeckung des Gorilla. Gerüchte von der Existenz dieses, wie die Eingeborenen behaupteten, den Menschen am meisten ähnlichen Affen waren zwar schon nach Europa gedrungen; die Gelehrten vermuteten jedoch, daß es sich um eine Spielart des Schimpanse oder Orang- Utang handeln dürfte. Du Chaillus Berichte nun über seine Begegnung mit dem Gorilla riefen die größte Sensation und eine lebhafte Diskussion in der wissenschaftlichen Welt hervor, in der man erst den Berichten du Chaillus keinen Glauben schenken wollte, Giessener Cagesnenigkeiten. *** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 12, ausgegeben am 4. Mai enthält u. A.: Ueberfi der von Großh. Ministerium des Innern für das Etatsja 1903/04 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kon munalbedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden de Kreises Gießen. ** Durch Entschließung Großh. Ministerium de Innern wurde Regierungsaffessor Rudolf Lauteschläge: in Büdingen mit den Dienstverrichtungen eines Kreisamts mannes bei dem Großherzoglichen Kreisamt Büdinger beauftragt. ** In Homburg Höchft ist die freisinnige Kandidat Helff zu Gunsten des Nationalliberalen Abgeordneter Dr Lotichius St. Goar zurückgezogen worden. Man hofft, ih trop Wettbewerbs des Zentrums und der Bündler in di Stichwahl mit dem Sozialdemokraten zu bringen. Musfellern no richteten Gad welche auf Haume, wie wurden, fonner Hellung diefer in der gemein werden. Die niffe baber in Ausstellungsob Laften und B. Milchw für die Aus ftiftete Ehr Sweden geei ** Ans die Herrschaft Winterfaifon fchäden in B faffen. Am ebenfo April forten, foweit den übrigen i ** In Limburg- Diez Hadamar hat der freifinnige Kan didat Münch die Agitation begonnen. Der Wahlkreis wa von 1871 bis 1893 freisinnig vertreten, doch fant di Stimmenzahl allmählich von 11,000 bis 1800. Bulegt ve trat der 8entrumsabgeordnete Cahensly den Kreis. Die Nationalliberalen stellen den Fürstlich Wiedschen Rentami mann Buchsieb, die Bündler den Futebefizer Hagmann auf Ersterer dürfte in den Städten, lezterer im Amt Diez die meisten Stimmen erhalten. ** * In Sprendlingen fand am Sonntag eine Ver trauensmännerversammlung statt, in welcher Dr. Becker, praktischer Arzt daselbst, als Kandidat für die nächste Wahl an Stelle des Herrn Fabrikanten Böhm Offenbach a. M. proflamiert wurde. ** In Würzburg haben Lieberale, Freifinnige, Demo fraten und Bündler den Lehrer Jakob Beyhl, der sich den National Sozialen zurechnet, als Kandidaten gegen den dem Zentrum angehörenden Vertreter erwählt. * Von den vereinigten Liberalen im 9. sächsischen Reichstagswahlkreise( Freiberg) wurde Professor Dr. Bier mer die Kandidatur angetragen. Biermer hat abgelehnt, er will feine politische Rolle spielen und würde sich im Falle einer Wahl nicht entschließen fönnen, der nat. lib. Fraktion beizutreten. Er steht weiter links als diese Partei. ** Die hessische Infanterie begeht am 1. Juni dieses Jahres einen Gedenktag. Vor 100 Jahren wurde sie in drei Feldbrigaden zu drei Bataillonen und drei Reservebrigaden zu zwei Bataillonen eingeteilt. Ferner wurde aus den Stämmen des aufgelösten Leibgrenadier bataillons das jige zweite Bataillon als Füfilierbataillon der Brigade vom Lan graf errichtet. Zu dieser Brigade ges hörte auch das Regiment Landgraf( jezt Nr. 116) mit der Garnison Gießen. Archäologischer Anschauungsfurs. Das Großh. Ministerium des Innern hat mit dem Königlichen Bayerischen Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Edulangelegenheiten die Vereinbarung getroffen, zu Pfingsten 1903 in ähnlicher Weise, wie dies in früheren Jahren ge schehen ist, in dem beiderseitigen Staatsgebiete einen gemein fomen archäologischen Anschauungsfurs für Lehrer höherer Unterrichte anstalten unter Einbeziehung von Würzburg, Aschaffenburg, des hess schen Limes( bei Bußbach), von Fried berg, der Saalburg und Mainz abzuhalten. Der Kurs be ginnt am Dienstag, 2. Juni 1. J8. in Würzburg und dauert bis einschließlich Mittwoch, 10. Junt. Von hessischer Seite wird als Leiter und Dozent zu dem Kurse der Ministerial rat i. P. Soldan in Darmstadt beigezogen, ferner als Dozenten Universitätsprofessor Dr. Sauer von Gießen, Bau rat Jacobi von Homburg, Museumsdirektor Prof. Dr. Schu macher, Oberlehrer Prof. Neeb, Museumsdirektor Linden schmit und Oberbibliothekar Prof. Dr. Velke, diese in Mainz, dann Oberlehrer Helmcke von Friedberg. Aus dem Pro gramm ist hervorzuheben: am 2. und 3. Juni finden in Würzburg im Hörsale des kunstgeschichtlichen Museums der Universität folgende Vorträge statt: Dr. Wolters ( über Troja), Dr. Bulle( über Polychromie der an tifen Plastif), Prof. Dr. Sauer( über die Kunst geschichteschreibung und die erhaltenen Monumente), Dr. Bulle( über das antike Wohnhaus) An beiden Tagen findet Führung durch das funstgeschichtliche Museum( Dr. Wolters) statt, ferner zu gelegener Zeit eine solche durch die Handschriften und Intunabeln der Universitäte bibliotek( Dr. Wolters). Am Donnerstag( 4. Juni): Fahrt nach Aschaffen burg( Pompejanum, Schloß, Museum, Stiftskirche). Abends Fahrt nach Bußbach, wo am Freitag besichtigt werden: Römische Limesanlagen, Straßen- und Wachttürme, Straßenfastelle, Hallstattgehöfte und Hallstattgräber. Am Samstag ( 6. Juni) frühmorgens: Friedberg( Besichtigung des Mithrasheiligtums), vormittags weiter, nach Homburg und zur Saalburg. Nachmittags: Saalburg- Museum in Hom burg. Sonntag und Montag bis Mittwoch 10. Juni: Mainz. Von hessischen Oberlehrern werden zehn an dem Kurse teilnehmen. Ferner sind von hessischer Seite aus Ein ladungen an die zuständige württembergische und badische oberste Schulbehörde um Entsendung je eines Oberlehrers ergangen. männischer Se richtet: Stein in Blüte und noch eine reid beften, die fr gelitten. A teilen, eine haben burd während de gegen das W herbst in ihr eintretende nicht ohne n Frühjahr größere Anza doch das Ert wärmeren, na den erften ** Auf der im Juni dieses Jahres in Hannover statt findenden Wander- Ausstellung der Deutschen Land wirtschafts- Gesellschaft wird die Verwendung des Spiritus zu technischen Zwecken, ähnlich, wie dies auf den vorher gehenden Ausstellungen in Bosen( 1900) und in Halle( 1901) der Fall gewesen ist, in einer besonderen Veranstaltung vor geführt werden. Echon ein Vergleich der räumlichen Aus tehnung dieser Ausst lung mit den beiden vorhergehenden wird einen Beweis dafür liefern, in welchem Umfange der Verbrauch des Spiritus in Haushaltung und Technik in den Izten Jahren angenommen hat. Allein für die Ausstellung der Koch, Heiz, Plätt und Leucht Apparate wird ein großes, aus drei Abteilungen bestehendes Ausstellungszelt von etwa 1000 Quadratmeter errichtet w.rben. Fast alle auf diesem Gebiete tätigen Fabrifen, deren Anzahl fortwäh rend zunimmt, werden auf der Ausstellung vertreten sein. Die Spiritus- Beleuchtung wird außer von den einzelnen weiterer günf rechnen. Blüte entfal ungünstigen ΔΟ Generalverfa bartei ftat standsmitglie Er berichte Reichsta feit bezüglid Bedauern A Herrn Jufti geblieben. G diefer Here auch die no angetragen Aussicht erö wieder in m Umihau no dazu gefüh Sandelslam Behandlung sei und sich der Handels Von beiden batur gebeten er als ger die Hand Chemis Schäftsfü ertennen Berfammlun Borstandes Schloßmache geidhab. D definitive 8 fländniß mit fonne, im Ar Der Benefiz für blieb der dem Benefizi fonnen. Da auch besond Delorationer Hauptrolle richter und in eine Jap des Mikado fifant verkleid Mitabo spielt lich. Außer de Stöger), ernte Ganzert), Seiterfeit des fall. Im A Regie fowie bie Strauß'f Borstellung ** In in unfittlige Frau eines b zufällig eine enispann fid Mann arg& ** Gieße geftrige Viehm Großvieh und wigkeiten. Ausstellern noch in einem großen, hierfür besonders eingesehr stark unter dem am gleichen Tage in der badischen ungsblatt, Bei richteten Saale vorgeführt werden. Die Spiritus- Motore, Handelsmetropole Mannheim, wohin auch die Käufer vom über. hält u. X. Ueber welche auf den früheren Ausstellungen in dem gleichen Rhein, von der Sieg und teilweise vom Main gezogen waren. Bestreitung der wurden, fönnen bei dem großen Umfange, welchen die Ausnern für das Etats Raume, wie die Leucht- und Koch- Apparate vorgeführt Nur die Frankfurter Auffäufer waren am Markt, der ihnen errichten die Gruppen freier Studenten, dem Beispiel der 6. Minifterium olf Lauteschläge stellung dieser Apparate in diesem Jahre erreichen dürfte, in der gemeinschaftlichen Ausstellung nicht untergebracht werden. Die einzelnen Motorfabriken werden ihre Erzeugniffe daher in eigenen Zelten zur Schau bieten. Als neue fast fonkurrenzlos preisgegeben war. Der Handel sezte recht schlecht ein und erst als die Verkäufer überaus billige Angebote machten, ließ sich die Ware abseßen und kamen bis Schluß des Marktes noch größere Umsäge zu Stande. Milchkühe selbst in besserer Ware gingen im Preise bis zu nur noch Geh. Regierungsrat Haas aus Darmstadt gegenH. Darmstadt, 5. Mai. Mit Beginn dieses Semesters Wildenschaften anderer Hochschulen folgend, an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ein studentisches Arbeitsamt. Es verfolgt das Arbeitsamt den Zweck aller Arbeit oder Stellung suchenden Studierenden, zur Erlangung der ernünschten Tätigkeit behülflich zu sein. Bet seiner Organiamtes der Charlottenburger- Wildenschaft zu Grunde gelegt. ngen eines Kreisam Ausstellungsobjekte wurden Spiritus- Automobile für schwere 20 Mart das Stück gegen den letzten Markt zurück. Dieser sation wurden die Erfahrungen des studentischen Arbeitsretsamt Büding freifinnige Randida Lasten und zu landwirtschaftlichen Transportzweden, wie 3. B. Milchwagen, in größerer Anzahl angemeldet, da der für die Ausstellung in Hannnover von dem Kaiser gePreissturz übte auch Einfluß auf den Fettvieh- und Kälberhandel, so daß auch hier ein Weichen der Preise zu fonstatieren ist, obschon Rinder sowohl wie Kälber start nach en Abgeordneten stiftete Ehrenpreis für ein, zu landwirtschaftlichen Frankfurt gekauft wurden und obgleich in dieser Viehgattung den. Man hofft, Bweden geeignetes Spiritus- Automobil bestimmt ist. O der Bündler in zu bringen. at der freifinnige Der Wahltreis treten, doch fant 18 1800. Bulegt ly den Kreis. 1 Wiedschen Renta Sefiger Hagmann a er im Amt Diez m Sonntag eine B welcher Dr. Bid für die nächste Ba hm Offenbach a. I Freifinnige, Dem Beyhl, der fich de baten gegen den be t. nim 9. jadil rofeffor Dr. Bie ner hat abgelehn ürde sich im Fal nat. lib. Fralta fe Bartei. begeht am 1. Jum 100 Jahren wurd ta Qonen und dre eingeteilt. S Siten Leibgrandier 18 Füfilierbataillon diefer Brigade g Nr. 116) mit be ungslurs. D t dem Königligen für Kirchen un ffen, zu Pfingsten heren Jahren ge ete einen gemein Lehrer höhere von Bürburg Bbod), bon Frid n. Der Kurs be irzburg und dat on heffischer Ste e der Ministeria n, ferner als to von Gießen, B or Prof. Dr. nsdirektor Linden Te, diese in Main Aus dem Br 3. Juni finden i tlichen Museum t: Dr. Wolter chromie der an über die Kunst en Monumente), An beiden Tagen he Museum( Dr e solche durch die äte bibliotek( Dr. t nach Aschaffen firche). Abend fichtigt werden: irme, Straßen Am Samstag Befichtigung de Homburg und Tufeum in Hom voch 10. Juni en zehn an d Seite aus Gin e und babifd nes Oberlehrers Hannover ftat Deutschen Lant g des Spirit uf den vorhe in Halle( 190 ranstaltung bo äumlichen Au vorhergehend m Umfange Technik in de die Ausstellu parate wird Ausstellung ben. Faft o Inzahl fortwa vertreten feir den einzelne Aus Hessen und Nachbargebieten. Gießen selbst seinen Bedarf am Markt deckte. Es wurden ** Aussichten für die Obsternte 1903. Nachdem nun gehandelt Kühe frischmelkend und tragend 1 Sorte 425die Herrschaft der 49 Ritter nebst der zum Abschied mitgebrachten Abmeltfühe 180-220 Mt., Schlachtfühe 160-180 Mt. 475 Mt., 2. Sorte 350-400 Mt., 3. Sorte 260-300 Mt., Wintersaison beendet, läßt sich über die entstandenen Frostschäden in Bezug auf die diesjährige Obsternte ein Urteil pro Stüd. Der Zentner Schlachtgewicht wurde abgeseßt: faffen. Am meisten haben Frühlirschen und Frühbirnen, Fette Rinder 62-64 Mt.. Kälber 1. Dualität( über 50 ebenso Aprikosen und Pfirsiche gelitten, auch andere Obst- fd. schwere Tiere) 66-70 Mt., 2. Qualität( zwischen 40-50 Pfd. wiegend) 60-64 Mt., 3 Qualität leichtere sorten, soweit solche vereinzelt an bevorzugten wärmeren Lagen Ware 54-58 M. In Milchfühen blieb der Markt überben übrigen in ihrer Entwicklung voraus waren. Von fachmännischer Seite wird uns darüber aus dem Taunus be= ständig. richtet: Steinobft wie Kirschen, Pflaumen, Mirabellen stehen in Blüte und versprechen bei weiterem guten Verlauf immer noch eine reichliche Ernte. Von Kernobst stehen Birnen am besten, die frühesten haben wohl teilweise schwer durch Frost gelitten. Acpfel versprechen, nach dem Blütenansatz zu urteilen, eine Mittelernte abzugeben. Aprikosen und Pfirsiche haben durch Frost und ungünstige Witterungsverhältnisse während der Blütezeit viel gelitten. Die Erdbeeren blieben gegen das Vorjahr durch sehr ungünstige Witterung im Spät herbst in ihrer Entwicklung zurück; die darauffolgende, plöglich eintretende Rälte ohne schüßende Schneedede war ebenfalls nicht ohne nachteiligen Einfluß auf die Weiterentwicklung im Frühjahr. Die Pflanz'n sind sowit nicht in der Lage, eine größere Anzahl Blütenstengel erzeugen zu fönnen, von denen doch das Erträgnis abhängig ist. Der lezte Frost hat an wärmeren, nach Süden gelegenen Lagen einigen Schaden an ben ersten Blüten gebracht, doch läßt sich bei andauernd weiterer günstiger Witterung auf eine annähernde Mittelernte rechnen. as übrige Beerenobst hatte sich sehr schön zur Blüte entfaltet, hat jedoch je nach Lage größtenteils viel nter ungünstigen Witterung gelitten. A Gestern Abend fand im Restaurant Bavaria die Generalversammlung des Vereins der deutschen Volksbartei statt. Den Vorsitz hatte in Verhinderung der Vorstandsmitglieder Herr Kommerzienrat Georgi übernommen. Er berichtete über die hinsichtlich der bevorstehenden Reichstagswahl von dem Vorstand entwickelte Tätigfeit bezüglich der Aufstellung eines Kandidaten und gob dem Bedauern Ausdruck, daß die vielfachen Bemühungen, hierfür Herrn Justizrat Dr. Gutfleisch zu gewinnen, erfolglos geblieben. Es müsse dies umsomehr beklagt werden, als dieser Herr vom allgemeinen Vertrauen getragen sei, ihm auch die nationalliberale Partei das Mandat wiederholt angetragen habe und eine Kandidatur Gutfleisch die beste Aussicht eröffnet haben würde, unsern Wahlkreis demnächst wieder in würdiger Weise vertreten zu sehen. Die gebotene Umschau nach einer anderen geeigneten Persönlichkeit haben dazu geführt, Herrn Schloß macher, Syndikus der Handelskammer Offenbach, in Aussicht zu nehmen, der durch Behandlung wirtschaftlicher Fragen vielfach hervorgetreten sei und si in weiteren Kreisen als entschiedener Vorfechter der Handelsvertragspolitif eines großen Ansehens erfreue. Von beiden Vereinsvorständen um die Annahme der Kandibatur gebeten, habe Schloßmacher sich bereit erklärt, falls er als gemeinsamer Kandidat erscheine und die Handelskammer Offenbach sowie die Chemische Berufsgenossenschaft, deren Ge schäftsführer er sei, ihm ihre Zustimmung zu ertennen geben. Herr Georgi richtete an die GeneralVersammlung das Ersuchen, den geschilderten Schritten des Borstandes bezüglich der gemeinsamen Aufstellung des Herrn Schloßmacher ihre Genehmigung zu erteilen, was einstimmig geschah. Der Vorsitzende hob ausdrücklich hervor, daß die definitive Busage des Herrn Schloßmacher nur im Einverständniß mit den erwähnten Körperschaften gegeben werden fönne, im Anschuß hieran die Proklamation erfolgen werde. Der Mikado wurde gestern im Stadttheater als Benefiz für Herrn Oberregisseur Brud gegeben. Leider blieb der gewünschte Besuch aus, und es hätte dem Benefizianten ein besser besetztes Haus bescheert werden fönnen. Das Stück selbst spielt sich in Japan ab, wobei auch besonderen Wert auf die glänzende Ausstattung_an Deforationen, Kostümen und Requisiten gelegt wurde. Die Hauptrolle hatte natürlich Herr Bruck, der den Oberscha f richter und ehemaligen Schneidermeister Koko, welcher sich in eine Japanerin verliebte, und sich später von dem Sohn des Mikado( Herr Sommer), der sich als fahrender Mufifant verkleidet hatte, überlisten ließ, in Händen. Auch den Mikado spielte Herrr Nolte in jeder Hinsicht vortreff lich. Außer der vielumworbenen Javanerin Yum Yum( Fri. Stöger), erntete ferner der Fahnenträger des Mikado( Herr Ganzert), der durch seine verdrehten Antworten die Heiterkeit des Publikums hervorzurufen wußte, reichen Beifall. Im Allgemeinen wurde das Stück eraft gespielt, die Regie sowie die Musit war eine gute. Heute Abend geht die Strauß'she Operette wiener Blut" als volkstümliche Vorstellung in Szene. Π In der Nacht auf Montag wurde am Markt die Frau eines hiesigen Schreinermeisters von drei jungen Leuten in unsittlicher Weise beläft gt. Der Ehemann befand sich zufällig eine kleine Strecke zurück. Bei seinem Herankommen enispann sich eine Schlägerei, wobei die Flegel noch den Mann arg zugerichtet haben. Anzeige ist erfolgt. ** Gießen, 6. Mai.[ Viehmarktbericht.] Der gestrige Viehmarkt hatte einen Auftrieb von 11-1200 Stüc Großvieh und etwa 250 Stück Kälber. Der Markt litt die Erdarbeiten zur Butzbach- Licher- Bahn bei dem benach * Muschenheim.( Eingesandt.) Vor einigen Tagen haben barten Trais- Münzenberg begonnen und auch die beiden Pfeiler zur Ueberbrückung der Wetter vor Kolhausen sollen bereits soweit fertig sein. Bei solchen Fortschritten, den langen Sommertagen die bevorstehen zur Weiterarbeit und der em= figen Bauleitung ist zu hoffen, daß, wie allseits gewünscht, die Bahn bis zum 1. Oftober vollendet sein wird. Für uns Landwirte ist die Fertigstellung zu benanntem Tag auch von großem Wert, denn Tausende von Mark werden erspart, oder verdient, wenn wir unsere Erdprodukte nicht mehr nach den entfernten Bahnhöfen Buzbach und Lich bringen müssen, sondern bei naheliegenden Bahnhöfen Bahn Buzzbach- Lich zu verladen vermögen. In dieser Erkenntnis haben auch die Besizer von Grundstücken, die in die Bahntrace entfallen, in sämtlichen Landgemeinden und auch in der Stadt Buzzbach sellschaft sofort zur Verfügung zu stellen und nicht erst die freiwillig sich bereit erklärt, ihr Eigentum der Bahnbaugelangwierigen Kaufverhandlungen abzuwarten, wodurch dann die Bahn bis zum Herbst nicht mehr fertiggestellt werden fönnte. Nur die betreffenden Einwohner der Stadt Lich, mit Ausschluß des Fürsten zu Lich, der eine rühmliche Ausnahme macht, sollen sich weigern das Entgegenkommen für uns Landwirte zu zeigen und sollen die Grundstücken erst zur Verfügung stellen wollen, wenn der Preis für dieselben vereinbart ist. Man sagt, sie glaubten dadurch einen höheren Preis erzielen zu können. Nun wir, die wir viel in Lich verkehren und bei den dortigen Geschäftsleuten seither unsere Einfäufe machten, werden uns diese freundliche Stellung. nahme der Licher merken und zukünftig zu denjenigen halten, die in dieser wichtigen Eisenbahnfrage zu uns gehalten haben. Wir haben ohnedies noch nicht vergessen, daß der Gemeinderat von Lich von vornherein nicht für die Bahn war. Fährt man in Lich so fort gegen uns zu arbeiten, dann wird das eintreten, was man befürchtet, daß nämlich diese Bahn feinen Nußen für Lich bringe. fanterieregiments wird, die Genehmigung des Kaisers vorausHanau, 5. Mai. Die Kapelle unseres( 166.) Ingesetzt, im nächsten Jahre auf der Weltausstellung in St. Louis konzertieren. Der Regimentskommandeur hat seine Bustimmung bereits gegeben. ** Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer sitzung. Gießen, 1. Mai 1903. In der Nacht vom 6. auf den 7. März wurden aus dem Magazin der Fellhändler Gebrüder Aron zu Friedberg mittels Einbruch eine Anzahl Schaffelle im Werte von 65 Mart gestohlen. Der Tat verdächtig wurden Gustav Adolf L. von Beckenheim, Viktor D. von Offenbach und Karl P. sämtlich in Bad Nauheim beschäftigt, alsbald in Haft genommen. Nachdem die wegen Vergehen gegen das Eigentum vorbestraften Angeklagten in der Untersuchung teilweise geständig waren und anscheinend die Wahrheit angaben versucht heute jeder die Hauptschuld von sich auf die anderen noch vor dem Buchthaus retten kann, bleiben sie bei ihren wird, daß nur die Angabe der einen Wahrheit sie diesmal zu wälzen. Trotzdem ihnen vom Vorsigenden flar gemacht Angaben. Das Gericht erkennt gegen L. auf eine Buchthausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, gegen D. auf eine solche von 1 Jahr und 7 Monaten und erkennt ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ab. P. welcher als der Verführte betrachtet wird, fommt mit einem Jahr Gefängnis davon.- Dem Abraham S. von Schlitz welcher in Fran- Rombach das Fleis u eines Stieres ohne vorherige Besichtigung durch einen Fleischbeschauer, verkaufte, ging vom Amtsgericht Schlitz ein Strafbefeh in Höhe von 20 M. zu Der eingelegte Widerspruch wurde vom dortigen Schöffen gericht zurückgewiesen, woranf er Berufung verfolgte, welcher heute in der Weise stattgegeben wird, daß die Strafe auf 12 M. herabgesetzt wird. Die Sache gegen Ludwig G von Frankfurt a. M. welcher sich in der hiesigen Stadt der Kuppelei schuldig gemacht haben soll, muß wegen Ausbleibens des Hauptbelastungszeugen vertagt werden. 8um Schlusse tommt eine Privatflagesache zur Verhandlung welche durch Verwerfung der vom Angeklagten eingelegten Berufung erledigt wird. Johann Georg R. von Lindheim hat sich heute wieder wegen Der wegen Mietgeldschwindeleien vielfach vorbestrafte gleichen Vergehens zu verantworten. Er vermietete sich als Knecht zu dem Landwirt F. in Ilberstadt wobei er sich daz Mietgeld mit 3 Mt. aushändigen ließ. Da er seinen Dienst nicht antrat wurde Anzeige wegen Betruges erhoben, was Otto F. von Grünberg wurden wegen Körperverlegung vom ibm hute 5 Monate Gefängniß einträgt.- Ernst N. und dortigen Schöffengericht in Strafe genommen, wobei gegen Mainz, 3. Mai. Heute Vormittag fand die feier liche Einweihung des Krematoriums statt in Gegenwart des Vertreters der Regierung, Ministerialrat von Hauser Darmstadt, Provinzialdirektor von GagernMainz, der städtischen Behörden und der Vertreter zahlreicher auswärtiger Feuerbestattungsvereine, sowie der Vertreter der Presse. Die Feier wurde mit Harmoniumspiel und mit Gesang des Rupp'schen Männerchors Moguntia" eröffnet. Herr Justizrat Wolf hielt als Vorsitzender des Mainzer Feuerbestattungsvereins einen sehr interessanten, freisinnigen und zielbewußten Vortrag, dem einige Reden anderer Herren folgten. Nach der offiziellen Feier fand nochmals eine Be sichtigung aller Innenräume statt, worauf der Zutritt auch dem Publikum freigegeben wurde. Bestern wurden die Aschenrette von auswärts fremierten Mainzern im Beisein der Angehörigen beigesetzt. Morgen finden zwei Verbrennungen statt. Das Krematorium, welches aus einem Obergeschoß und zwei Untergeschossen besteht, ist ein prächtiges monumentales Gebäude. Die Inneneinrichtung ist sehr/ Baugelände ist von der Stadt kostenlos zur Verfügung gegeschmackvoll und macht einen vornehmen Eindruck. Das stellt worden, sodaß es dem Verein möglich war, einen sehr günstigen Tarif für Verbrennung Einheimischer und Aus. wärtiger aufstellen zu können. X Mainz, 5. Mai. Am Samstag Nachmittag wurde im Fabritweg das 2 1/2 jährige Bübchen des Fabritarbeiters Franz von einer Hochzeitsdroschte überfahren. Die Insassen bekümmerten sich um das überfahrene und schwerverletzte Kind nicht im Mindesten. Gestern ist dasselbe seinen Verlegungen erlegen. machermeister und sein 36 jähriger Sohn wurden wegen Sitt▲ Obermörlen, 5. Mai. Ein 60 Jahre alter Schuhlichkeitsvergehen verhaftet und nach Gießen in Untersuchungshaft gebracht. Sie haben sich fortgesezt an minderjährigen Mädchen, die da tamen, um Schuhe zu bringen oder zu holen, vergangen. ist von der ihm seitens vieler Freunde und Parteigenoffen × Erbach i. O., 5. Mai. Fabrikant Scior dahier in Erbach und Umgegend angetragene Reichstagstandidatur für den Wahlkreis Erbach- Bensheim definitiv zurückgetreten. Als alleiniger nationalliberaler und überhaupt bürgerlicher Kandidat steht demjenigen der Sozialdemokraten nunmehr R. welcher noch eine Strafe zu verbüßen hatte, auf eine Gesamtstraße erkannt wurde. Da die Voraussetzungen zur Bildung einer solchen nicht vorlagen, verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung, ebenso die Angeklagten und zwar wegen Strafhöhe. Das Gericht verwirft die von dem Ang flagten eingelegte Berufung indem es derjenigen der Staatsanwaltschaft stattgiebt und gegen R. auf Einzelstrafe erkennt. - Eugen K. aus Heidelberg, Studierender der Gewerbeakademie zu Friedberg, ist angeklagt dem Studenten L. doriselbst den Betrag von etwa 1500 Mart abgeschwindelt zu haben. Da Zeuge L. ein leichtfertiger Mensch ist welcher im Laufe eines Jahres sein gesamtes Vermögen im Betrage von 18 000 Mt. durchgebracht hat, wird von der Verteidigung der Antrag gestellt, nähere Erkundigungen über seine Glaubwürdigkeit einzuziehen. Dem Antrag giebt das Gericht statt und vertagt die Sache. Den Schluß bildete - Geschäftliches. Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospett der Firma Adolf Beermann in Gotha bei. Der Herausgeber eines Blattes in Amerita wendet sich mit den Worten an das Publikum:„ Wenn Sie irgend etwas wissen, was zu wissen interessant ist, und was wir eigentlich wiffen sollten, und von dem Sie wissen, daß wir es nicht wissen bitte, lassen Sie es uns wissen!"- Das gilt auch für unsere geneigten Leser. Marktbericht. - Mai. Heu per Zentner Mt. 3.00-3.60, Stroh per Zentner Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 5. Mt. 2.00-2.20. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, ießen. Schlachthaus Gießen. gesalzenes Ochsenfleisch 40 Pfg. Rindfleisch 50 Bfg. Schweinefleisch 50 Pig. Heute u. Morgen. Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Expedition. Bekanntmachung. Gaskoks. Durch Verfügung des Großh. Ministeriums des In der Stadtverordnet n- Versammlung vom 22. d. Mts. wurInnern ist die Lehrschmiede des Tierspitals am 1. Mai de beschlossen, die am 10 April d. J. festgesetzten Preise bis auf dieses Jahres in staatlichen Betrieb übernommen worden. weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis Der Beschlag wird von dem Großh. Lehrschmied für Nukkofs, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner herabGeorg Lamberth ausgeführt und auf Wunsch veterinär- gelegt wird, ſodaß die Nußloks Nr. 1 und 2 jezt gleichen Preis haben. Die Kofspreise stellen sich hiernach wie folgt: ärztlich fostenfrei beaufsichtigt. Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück- Boks Buk- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Die bisher berechneten Einzel- und Accordpreise bleiben bestehen. Die Zahlungen können an der Kasse des Tierspitals sogleich oder vierteljährlich oder nach besonderer Vereinbarung geleistet werden." Direktion des Zierspitals. Bekanntmachung. Dienstag, den 12. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, In wird im Hospital Seltersweg 10 dahier, der Nachlaß der Frau Heinrich Gieh, bestehend in einem Bett, 1,10 Mr. Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte 1,25 Mr. Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. 1,25 Mr. Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Dukkoks r. 1 Dukkoks Nr. 2 1,05 Mt. 1,20 Mt. 1,20 Mr. Stückkoks Bukkoks Nr. 1 1,00 Mr. Dukkoks Dr. 2 1,15 Mik 1,15 Mr. Tisch, Stühlen, Kleider und sonstigem Haus- und Küchen- Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: gerät versteigert. Hieran anschließend um 3 Uhr: Verschiedenes noch gut erhaltenes Weißzeug, welches einer in das Siechenhaus eingetretenen Frau gehört. Gießen, den 6. Mat 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdingung. Die zur Herrichtung eines Dachzimmers im Turmhaus am Brand erforderlichen sollen Schreiner- und Weißbinderarbeiten Dienstag, den 12. Mai d. Js. Vorm. halb 12 Uhr. öffentlich bergeben werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum obengenannten Zeitpunkt bei uns einzureichen Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Mat. Städt. Hochbauamt Gießen. Gerbel. Verdingung. Für Kofsabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggon 8 bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. berechnet. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner NB. Sofern das Verbringen der Kots- bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall 2c.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Kofe statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Jentner eingerichtet, nämlich bei den Herren Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplatz 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Die für laufende Unterhaltung des vormals Reiber'schen Hauses, Bahnhofstraße Nr. 66 erforderlichen Weiß binder- jamt arbeiten, sowie das Liefern und Verlegen von in Mengen unter 5 Zentnern. Linoleum sollen Dienstag, den 12. Mai d. Js. Borm. 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bet uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum obengenannten Beitpunkt bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Cießen, den 6. Mat. 1903. Städtisches Hochbauamt. J. V.: Gerbel. Verdingung von Schmiede. bezw. Schlosserarbeit. Die für die Anbringung von eisernen Untergestellen und Miller'schen Patent- Sprengvorrichtungen an den beiden älteren Gießfässern erforderliche Schmiede- bezw. Schlosserarbeiten soll Samstag, den 16. Mai d. J., Vorm. 11 Uhr öffentlich verdungen werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserer Amtsstube zur Einsicht offen. Angebot auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 6. Mai 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. 00000000000000000000 Giessener Stadttheater. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch Die Preise unserer Gascots für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktrotrüder: gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 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