Nr. 81. Abonnement& prete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., -in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Boft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitun, täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Montag den 6. April 1903. Gießener 12. Jabrgana. Juterrionsprei 8s Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Pfg fenft 16 Bfg: Steklamen die Petitgeile 30 refp. 40 fe Boftzeitungslifte No. 3869. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg Fernſprechausiak Ar, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Wissenschaft und Religion. Ueber die letzte Sigung des preußischen Herrenhauses vor den Ferien schreibt uns unser parlamentarischer Berichterstatter: Das preußische Herrenhaus konnte bekanntlich erst seine Beratungen beginnen, als die Abgeordneten mit dem Staatshaushalt fertig waren. Und da es ein beschränktes Budgetrecht hat, d. h. den Etat nur als Ganzes annehmen, p'der ablehnen, an den einzelnen Teilen aber nichts ändern kann, so ist es naturgemäß, daß sich die Erörterung mehr auf dem Boden großer allgemeiner Fragen bewegt. Und vor allem waren es zwei Fragen, die das Haus beschäftigten, die Schulerziehung und die Religion. Ein Teil der Professorenwelt kann sich nämlich mit der modernen Gleichberechtigung der höheren Lehranstalten nicht befreunden, weil er die humanistische Geistesbildung für die allein zweckmäßige hält. Für die gelehrten Berufe ist das ja auch richtig. Allein das Zeitalter der Technit macht auch seinen Einfluß auf die Schuldisziplinen geltend, und so abgeschlossen ist schließlich doch auch die erafte Wissenschaft nicht von den gelehrten Berufen, daß zwischen beiden teine Verbindung denkbar wäre. Der moderne Jurist und der moderne Mediziner müssen mit den eratten Wissenschaften weit mehr vertraut sein, als es früher der Fall war, und so scheint uns der Standpunkt der Regierung, der, wie bekannt, auch der persönliche Standpunkt des Kaisers ist, berechtigt, daß man zum Universitätsstudium den Realgymnasiasten ebenso zulassen muß, wie den Gymnasiasten. In dieser Frage stießen übrigens die Meinungen weniger heftig aufeinander, als beim sogenannten Religionsgespräch. Hier offenbarte sich ein augenfälliger Gegensatz zwischen dem erbeingesessenen und dem fluktuierenden Element. Das erstere verlangte, daß die Freiheit der Forschung teine unbeschränkte sei. Vor allem müsse insofern das Dogma geschüßt und anerkannt werden, als die göttliche Natur des Stifters der christlichen Kirchen nicht angezweifelt werde. Die Professoren und Oberbürgermeister aber waren für die weitherzigste Auffassung der evangelischen Freiheit. Und die Regierung nahm ebenfalls einen Standpunkt mehr nach dieser Seite hin ein, insofern, als Kultusminister Dr. Studt jeden äußeren Eingriff des Staates in den Meinungskampf ablehnte. Gleichwohl aber ließ er durchblicken, daß das positive Christentum ihm das genehmere sei, und so wird es wohl in Zufunft so bleiben, wie heute, daß dieses den theologischen Fakultäten der meisten preußischen Universitäten seinen Stempel aufdrückt. Die Politik. Amerika und Deutschland. Diesseits wie jenseits des großen Wassers beschäftigt sich die Oeffentlichkeit mit merkwürdiger Hartnäckigleit immer wieder mit dem Verhältnis zwischen Deutschland und Amerika. Dabei ist es recht interessant zu sehen, wie grundverschieden die Urteile lauten, die in Amerika über Deutschland und seine Stellung zu der Entwickelung der Union laut werden. Dem einen sind wir Deutsche die gefährlichsten Feinde, die sobald als möglich gedemütigt werden müssen, die anderen, kesonneneren, sind Verfechter der Ideen eines dauernden freundschaftlichen Verhältnisses beider Länder. Und so sind denn auch die öffentlichen Kundgebungen, die in Amerika über Deutschland laut wer den, völlig verschieden. Auf dem kürzlich abgehaltenen Bankett des Yachtklubs von Hartford im Staate Connecticut, an der auch der deutsche Bevollmächtigte Freiherr Speck v. Sternburg teilnahm, sang der Klubsprä ident das Lob Deutschlands in hohen Tönen. In so hohen Tönen, daß der deutsche Vertreter das Hoch auf den Kaiser als den edelsten Yachtmann mit einem Hoch auf den Präsidenten Roosevelt als einen der größten Herrscher der Welt" erwidern zu müssen glaubte. Leider ist dec also gefeierte Präsident durchaus nicht, was Deutschland anbe trifft, ein Gesinnungsgenosse des Hartforder Klubpräsi denten. Zwar hütet er sich, gegen Deutschland öffentlich Etimmung zu machen, aber aus all den Wahlreden, die er jetzt vor der Präsidentenwahl hält, läßt sich unschwer entnehmen, daß er eines Sinnes mit den amerikanischen Imperialisten ist, in deren politischem Glaubensbekenntnis die Demütigung Deutschlands einer der Hauptartikel ist. Die jüngste Rede des Präsidenten in Chicago, die sich mit der Frage der Monroe- Dottrin beschäftigte und in die Forderung einer starfen Marine austlang, und manche andere Anzeichen tun dar, daß Roosevelt zu denen gehört, die für das alte Europa, insbesondere für das auch zur See allmählich erstarkende Deutschland wenig übrig haben. Unter diesen Umständen wird es sich empfehlen, dem nationalen Hochmut des Yankees nicht noch zu schmeicheln und ihn so noch zu steigern. Gerade den Amerikanern gegenüber ist selbstbewußte Reserviertheit und Kühle das beste Mittel, ihre Anmaßlichkeit im Zaum zu halten. Ein türkischer Vorstoß gegen Bulgarien. )-( Die Pforte macht jetzt endlich Ernst mit der Befämpfung der mazedonischen Friedensbrecher. Und sie fängt die Sache nicht beim unrechten Ende an. Sie hat nämlich eine scharfe Noie an den bulgarischen Gesandten wegen der fortgesetzten Grenzverlegungen durch die Banden, die von attiven bulgarischen Offizieren geführt wären, gerichtet, und droht mit einem Ultimatum, wenn die bulgarische Regierung nicht dem Unwesen steuere. Wie begründet dieses Vorgehen ist, erweist nicht nur die Tatsache, daß neuerdings wieder heftige Stämpfe zwischen neu aufgetretenen bulgarischen Banden und türkischem Militär stattgefunden haben, sondern auch die eben erfolgte Entdeckung mehrerer geheimer Waffendepots in Sofia. Zweifellos erfolgte die türkische Warnung an Bulgarien im Einverständnis mit Rußland, dessen Botschafter kurz vorher der Pforte wegen des Mitrowißaer Krawalls eindringliche Vorstellungen gemacht und sie aufgefordert hatte, endlich kräftig zuzufassen. Zugleich mit der Warnung an Bulgarien hat die Pforte auch eine bedeutende Truppenmacht, hauptsächlich fleinasiatische Truppen, nach den Aufruhrbezirken abgesandt. Wie frech die Mazedonier zu Werke gehen, erhellt aus der Tatsache, daß sie mit Dynamitattentaten auf die Ottomanbank und einige Botschaftsgebäude in Konstantinopel gedroht haben! Auch ist festgestellt worden, daß das zur Sprengung der Brücke bei Mustafa Pascha verwendete Dynamit über Bulgarien nach Mazedonien geschafft worden ist. Zum rumänischen Lotterieskandal. £ Ueber die skandalösen Vorkommnisse bei den Ziehun gen der rumänischen Staatsrentenlose werden neuerdings ganz unglaubliche Einzelheiten mitgeteilt. Bekanntlich sind einige Beamte des Bukarester Finanzministeriums, die bei den Ziehungen der Rente das Glück recht ausgiebig korrigiert und für die Ziehung bestimmter Lose gesorgt hatten, in Untersuchungshaft genommen worden. Einer dieser Beamten hat jetzt erklärt, daß die Betrügereien auf Befehl der Regierung erfolgt seien. Im Jahre 1888 habe die religiöse Anstalt ,, Nifon" Geld gebraucht, um ein Seminar zu bauen. Da das noch fehlende Geld nicht aufzutreiben war, habe der jetzige Ministerpräsident Sturdza, der damals im Unterrichtsministerium war, angeordnet, daß bei der nächsten Ziehung der Rentenlotterie die Num mern der Anstalt Nifon" herauskommen sollen. Das sei denn auch geschehen. Auch später, 1901, habe ein anderer Minister, Pallade, für eine Korrektur des Glücks gesorgt. Auch gegen die Berliner Diskontogesellschaft wird der Vorwurf unlauterer Machenschaften bei den Ziehungen erhoben. Was an diesen Behauptungen wahr ist, wird sich bald herausstellen. Daß eine deutsche Bank sich an solchen dunklen Geschäften beteiligt haben sollte, halten wir für ausgeschlossen. Aber von den rumänischen Ministern gilt sicherlich das warnende Wort: Trau, schau, wem! Burenpläne. ::: Die ehemaligen Burenführer arbeiten weiter an der Erhaltung des burischen Nationalitätsgefühls unter ihren Landsleuten. Neben der schon erwähnten Grünbung einer Burenzeitung planen sie jetzt auch die Errichtung einer holländischen Universität in Stellenbosch im Kaplande. Die nötigen Mittel werden, wie diejenigen für die Zeitung, von wohlhabenden Buren aufgebracht. Zweifellos wird dies neue Mittel ebenfalls dazu beitragen, in der Burenbevölkerung das Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit gegenüber den Engländern wach zu halten. Uebrigens wird aus dem Haag gemeldet, daß Präsident Steijn so weit hergestellt ist, daß er die Rückreise nach Südafrika antreten kann. Er wird seine Farm im Oranjefreistaat beziehen und dort ein zurückgezogenes Leben, fern von jeder Politik, führen. Krüger begibt sich im Herbst von Mentone nach dem Haag. Daß auch er seinen Frieden mit der britischen Regierung machen werde, ist nicht wahrscheinlich. Nach einer Meldung aus Johannesburg suchen jetzt die von den Russen geknechteten Finnländer Unterschlupf in Südafrita. 30 000 Einwanderungsgesuche von Finnländern sollen bereits vorliegen. Kurze volitische Nachrichten. * Die Kaiserparade über das 11. Armeekorps wird am 2. September in unmittelbarer Nähe Erfurts abgehalten werden. * Die Nachricht mehrerer Blätter, daß der Rücktritt des preußischen, Kriegsministers v. Goßler bevorstehe, wird jezt offiziös bestritten. * Der Plan der Stadt Berlin, zur Durchführung der weitausgreifenden Bauprojekte eine Anleihe von 228 Millionen Mark aufzunehmen, ist von der Regierung teilweise beanstandet worden. * Im ungarischen Abgeordnetenhause hat die Kossuthpartei beschlossen, die Genehmigung des Budgets burch schärfste Obstruktion zu verhindern, falls die Regierung auf der Weiterberatung der Wehrvorlage beſtehe. * In Wien wird gegenwärtig ein aussehenerregender Prozeß gegen den ehemaligen österreichischen Oberleutnant Paul Bartmann verhandelt. Ter wegen Spionage bereits bestrafte Angeklagte hatte von der österreichischen Heeresverwaltung den Ablauf einer von ibm verfaßten Dentschrift über die österreichische Wehrmacht verlangt, widri genfalls er die Schrift einer anderen Macht zur Ver ügung stelle und sich dieser als Sption anbieten werde. Er hat auch jedenfalls die Spionage vorbereitet. In der Verhandlung trat zutage, daß Bartmann Zutritt zu den höchsten Persönlichkeiten des russischen Staates hat.e. * Zum Bürgermeister von Wien wurde der bisherige Bürgermeister, Dr. Karl Lueger, wiedergewählt. Gegenüber Meldungen über einen angeblich un günstigen Gesundheitszustand des Papstes erMärt der Leibarzt des Papstes, Dr. Lapponi, der Papst sei bei vollständiger Gesundheit, erteile täglich Audienzen und gehe seinen gewohnten Beschäftigungen nach. Indessen habe er dem Papst wegen dessen hohen Alters gecaten, die Empfänge einzuschränken. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser hat seinen Besuch in Kopenhagen um 24 Stunden verlängert, sodaß die Rückreise vom 4. d. M., wie sie ursprünglich im Programm vorgesehen war, au Sonntag Nacht verschoben wurde. Der Kaiser hat seinen Aufenthalt weiter ausgenügt, um alle Sehenswürdigkei en Kopenhagens zu besichtigen. U. a. verweilte er längere Zeit in dem herrlichen neuen Rathaus. Von dort begab er sich, begleitet vom Kronprinzen und vom Prinzen. Wal demar in das Lichtkurhospital des Professors Finsen, wo dieser dem hohen Besuch die Behandlung der Patienten zeigte. Unter den Patienten waren mehrere Deu sche, mit benen der Kaiser sich unterhielt. Daran schloß sich ein Ausslug nach dem Schloß Rosenborg. *** Der Herzog von Sachsen- Altenburg, der sich bekanntlich vor einiger Zeit in Mentone einen Schenfelhalsbruch zugezogen hat, befindet sich auf dem Wege der Besserung, sodaß seine Rückkehr nach Altenburg schon zu Ostern erwartet wird. Visiten. ( Von unserem ständigen CB.- Mitarbeiter.) In früheren Jahren, als die Verkehrsmittel noch nicht auf der Höhe der heutigen Entwicklung standen, war es den Königen untersagt, außer Landes zu gehen. Und wenn es ihnen auch nicht verboten gewesen wäre, dann hätten sie aus eigenem Antriebe die Fährlichkeiten einer Auslandsreise vermeiden müssen. Denn inzwischen konnten sich ja in der Heimat die größten politischen Umwälzungen vollziehen, wie dies König Richard Löwenherz von England erfahren mußte. Er hatte als Streuzfahrer die Fahrt nach dem gelobten Lande unternommen und war auf der Heimreise in Wien gefangen gesetzt worden. Inzwischen suchte sich sein Bruder Johann, der im Gegensatze zu dem tapferen und ritterlichen Träger der Krone, den uns Walter Scott in seinem unvergänglichen Roman Ivanhoe" in einer so sympathischen Weise schildert, ein tücfischer Schleicher war, der Krone zu bemächtigen. Unerkannt, wie ein fahrender Abenteurer, kam der König ins Land zurück und er ist bekanntlich seiner Heimkehr nicht mehr recht froh geworden. Heute haben sich hierin die Zeiten vollständig verändert. Die Könige können außer Landes ziehen und bleiben doch dant unserer Verkehrsmittel, mit der Heimat in Verbindung. So erleben wir denn, daß augenblicklich zwei Staatsoberhäupter, unser Kaiser und König Eduard von England, im Ausland ihre Visiten abstatten, um lose angefnüpfte gute Beziehungen zu befestigen. Der Empfang in Kopenhagen muß ein großartiger gewesen sein. Und das hat um so mehr bedeuten, als bis vor furzem die Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark nicht die besten waren. Das nordische Germanenvolk hat den Verlust unserer Nordmark, Schleswig Holstein meerumschlungen, nicht vergessen fönnen. Lange Zeit hat man alle ungünstigen Einflüsse, die sich an irgend einem Hofe gegen Deutschland geltend machten, dem König von Dänemark und jeiner Familie zugeschrieben, denn, wie die verstorbene Königin von England die Großmutter von Europa war, so ist König Christian Europens Schwiegervater. Als er im Vorjahre jeinen Sohn nach Deutschland schickte, da beeilten sich die politischen Wetterpropheten anzufündigen, der Nordmarkstonflikt werde auch in der fünftigen Herrschergeneration durch einen fürstlichen Liebesbund aus der Welt geschafft. Wie die Augustenburger Familie durch den Eintritt der Kaiserin in das Hohenzollernhaus versöhnt wurde, so werde auch das dänisch- Holsteinische Haus durch die Heirat unseres Kronprinzen mit dem Stand der Dinge ausgesöhnt. Unmöglich ist das ja allerdings nicht, aber der Verlauf des Besuchs hat denn doch gezeigt, daß nicht Familien- Interessen das entscheidende Merkmal dieser Visite sind, sondern politische Interessen. Man spürt hier, möchte man sagen, den Einfluß des Zaren Nikolaus, der durch seine Mutter wohl den meisten Einfluß auf den dänischen Hof hat. Seit dem legten, in herzlicher Intimität verbrachten Besuch unseres Staisers am Barenhofe datiert auch die Besserung der Beziehungen zwischen Berlin und Kopenhagen. Das Friedensprogramm des Zaren hat die Russen für das Verständnis der Bismarckichen Volitik erst reif gemacht. Der verstorbene Gebot zu folgen, sonst werde ich aus der Ferne. Merfe Jah gebe dir den guten Rat, freiwillig meinem Teicht noch einmal ein achtungswerter Mensch aus dir dir das, an Ulrich auffuchte, fand die Kleine Brigitte, die nach einer langen Weile das Gemach der Hand fassend, verließ er mit ihr das Zimmer. Damit ließ er fie stehen, und Ellen fre auf demſelben Fleck, wo sie die Brust dich zu zwingen wisberlassen hatte, den Kopf auf diefelbe bald genug, fie aufzustellen, schleppte sie doch konnte das Benefungen zeigten. arge nichts fühlen, noch vorgedrungen, geschmeidig wie Sirta nicht Töne von heran, und gelang ob auch die fleinen Hände wünschen, als ihnen so nahe Minuten später stand sie Die Leiter war schwer abschrecken. bis sie endlich da drüben ließen ein Stäbchen war sie durch das Gezweig es ihr als möglich zu sein. wirklich oben. Leise und schmalen Mauerrand Ein Verbrechen. Die Kommode Aber das imme zu Hause. Der Kleiderschrani, der da steht, Nach dem Dänischen von Ernst Clausen. > bin ich? Einzelne Gegenstände sagen mir, ich sei ( Nachdruck verboten serit? Mein das ist und der Schreibtisch gehören gehört mir. min auch. nur gangen? Gefängnis Soft mich 1 weshalb sind meine eigenen Möbel hier, wenn das ein Fenster sagen mir, daß meine Vermutung richtig ist. Aber chen in der Tür. Ein solches Fenster ist aber gewöhnlich in einem Gefängnis oder in einem Irrenhause. Ist das ein Gefängnis? Die Eisenstangen an dem ist? Und welches Verbrechen habe ich Ich sehe, sie be= beobachtet mich durch das fleine Fensteron mos dos arre Reichskanzler hat stets I ont, daß Deutschland und Ruß land, wenn sie dem natürlichen Zuge der Interessen folgen weit mehr Grund zur Annäherung als zur Trennung haben. Unter dem Einfluß dieser Erkenntnis hat auch der Zweibunt und infolge davon der Dreibund eine Veränderung erfahren. Der Zweibund ist nichts anderes als das Zusammenarbeiten zu einem gemeinsamen außereuropäischen Ziele. Rußland will sich in seiner ostasiatischen Politik einen WaffenGenossen sichern, auf innereuropäischem Gebiete aber vermeidet es jede Gelegenheit zu Konflikten. Das hat Frankreich sehr unsanft erfahren müssen, als seine Minister und Publizisten in so großsprecherischer Weise die Interessen der Balkanvölker wahrnehmen wollten. Ein Lot Gefühlspolitik ist ja allerdings auch dabei, denn der Sultan gilt, ob mit Recht oder mit Unrecht, als Deutschlands guter Freund. Das ist für Frankreich Grund genug, um sich der angeblich unterdrückten Balkanslaven anzunehmen. Die Verhältnisse dort lassen sich bei den widersprechenden Nachrichten gar nicht genau aus der Ferne beurteilen. Die einen sagen, die Türken seien in ihrer Verwaltungspraxis grausam, die anderen betonen wieder, daß die ganze Unruhe durch das Ränkespiel der vom Großmannsdünkel gepeitschten bulgarischen Regierung angezettelt sei. Sei dem, wie ihm wolle, Rußland will feinen Orientfrieg, das ist das entscheidende und für Westeuropa auch beruhigende Moment in der gegenwärtigen Lage. Die Stimmung in Europa ist eine durchaus friedliche und ein Symptom davon ist die Visite in Kopenhagen. Inzwischen aber spielt sich im äußersten Westen von Europa in Lissabon das Schauspiel eines glanzvollen Fürstenbesuches ab, der ebenfalls als das Symbol einer politischen Zukunftsgruppierung gelten kann. König Eduard von England weilt bei dem König von Portugal zu Besuch und das portugiesische Volk begeht dieses Ereignis als ein Nationalfest. In ganz Europa aber weiß man, was das bedeutet. England hat geheime Absichten auf die Delogoabai, ohne die der Gedanke eines britischen Weltimperiums nicht auszudenken ist. Dieses aber und Rußlands ostasiatische Politik sind die beiden Pole, zwischen denen die europäische Politik pendelt. Wer wird angesichts dieser Tatsache wohl behaupten wollen, die beiden Visiten seien ein höfischer Akt obne politische Bedeutung? Nab und Fern. * Einen eigenartigen Beitrag zum Mädchenhandel hat eine Warschauer Stellenvermittlerin geliefert. Sie hat sich in das deutsche Nationalkomitee, das sich zur Bekämpfung dieses Krebsschadens der modernen Gesellschaft gebildet hat, mit der naiven Bitte gewandt ,,, doch der Durchfuhr von französischer ,, Ware" keinen Widerstand entgegenzusetzen, da es doch einen anderen Weg als über Berlin nicht gebe und die Warschauer Stellenvermittler durch die Störung der Zufuhr schwer geschädigt würden." Die Bitte hat ihre gebührende Zurückweisung gefunden. - Zu dem Gattenmordversuch in Schöneberg wird von dem Arzte des verhafteten Kartographen Fi scher mitgeteilt, daß er diesen in der Tat seit Jahren an einer geheimen Krankheit behandelt und ihm Jodkalium verschrieben habe. Zu Fischers Beruhigung habe er ihm bei seiner Verheiratung auch für die Ehefrau Jodkali verschrieben, um auf alle Fälle eine Insettion zu verhindern. Diese Aussage verbessert Fischers Position erheblich. Ein reuiger Deserteur fand sich dieser Tage bei seinem alten Regiment in München ein. Auf der Kasernenwache erschien ein feingekleideter, Ende der 20er stehender Mann, mit Zwicker, Lackschuhen, Zylinder und Gummimantel. Er gab an, daß er vor fünf Jahren einem Vorgesetzten beim Reinigen seiner Kleider 2 Mark aus der Tasche entwendet habe. Er wurde des Diebstahls überführt und flüchtete aus Furcht vor der Strafe. Seit dieser Zeit war er ununterbrochen auf der Reise in aller Herren Länder. Schließlich kam er nach Paris und erwarb sich dort eine gute Position. Da seine Eltern in der Rheinpfalz ein großes Gut besigen und schon lange die Rückkehr ihres einzigen Sohnes wünschen, weil er ferner beabsichtige, eine Pariserin zu heiraten, habe er sich, so erklärte er, nun freiwillig dem Regiment gestellt. Er wurde sofort verhaftet und ins Garnisongefängnis gebracht. Während seiner ganzen Wanderzeit war er niemals von der Polizei kontrolliert worden. Er hatte als einzige Legitimation nur seine Schulzeugnisse mit sich geführt. = Ein neuer Lustmord in Altona. Am Winklerplaz in Altona wurde die 24jährige Prostituierte Anna Schmidt ermordet aufgefunden. Es wurde ein Lustmord festgestellt. Als Täter wurde der aus Hamburg stammende Schlächtergeselle Mailau verhaftet, und man bermutet auch, daß dieser in den letzten Monaten auch die anderen, bisher ungefühnten Frauenmorde in Hamburg und Altona verübt hat. (:) Das historische Wettrudern zwischen Oxford und Cambridge hat bei strömendem Regen am 1. April stattgefunden. Die Universität Cambridge, welche im vorigen Jahre mit fünf Bootslängen gesiegt hatte, errang Diesmal mit sechs Bootslängen einen noch leichteren Eieg. Die diesjährige Fahrt war die 60. Von den 60 Fahrten gewann Orford 32, eine blieb unentschieden, und 27 Fahrten gewannen die Hellblauen, wie die Cambridger im Gegensatz zu den Dunkelblauen von Oxford genannt werden. .) Das neueste lenkbare Luftschiff. In Paris machten die Brüder Lebaudy mit ihrem lenkbaren Ballon ,, Le Jaune" eine Probefahrt, die vorzüglich ausfiel. Das Luftschiff gehorchte vollständig den Manövern der Maschi nisten, beschrieb eine 8 in weitem Umfange, ging bis zur Seine und wurde leicht, ohne die geringste Störung, nach dem Schuppen zurückgebracht. Die nächste Ausfahrt soll von Moisson nach Paris und zurück, in einer Entfer nung von 100 Kilometern, unternommen werden. In Frankfurt a. M. sprang der 42jährige Architekt Richard Tschampel in selbstmörderischer Absicht in den Main; gleichzeitig nahm er das zehnjährige Kind seiner Schwester und das einjährige Kind seiner Braut mit ins Wasser. Me drei ertranken. - Auf einem Münchener Postamt ist ein Postbeutel gestohlen worden, in dem sich unter anderem ein Einschreibebrief mit 19 000 Mart Inhalt befand. - Der Dampfer ,, Vera", von Rosario nach Hamburg unterwegs, ist unweit Punta Indio nach einem Zusam menstoß mit dem englischen Dampfer ,, Heathglen" gesunken. Das Schicksal der Besatzung ist noch unbekannt. Giessener Cagesneuigkeiten. * Der Großherzog ist am Freitag Mittag 3 Uhr 39 Minuten von der Orientreise hierher zurückgekehrt. Der hohe Landesherr, dessen frisches und gesundes Aussehen man allgemein freudig bemerkte, wurde am Bahnhofe vom Prinzen und von der Prinzessin Franz Joseph von Battenberg mit der Prinzessin Xenia von Montenegro, vom Prinzen Albert zu Schleswig- Holstein, vom Grafen und von der Gräfin zu Erbach- Schönberg begrüßt. Ebenda hatten sich eingefunden der preußische Gesandte, der russische Ministerpräsident und der engliche Geschäftsträger, der Staatsminister, der Diviſionskommandeur, der Stadtkommandant, die Oberhof- und Hofchargen, der Oberbürgermeister. Das bei dem nach vielen Regentagen wieder freundlichem Wetter sehr zahlreich in den Straßen versammelte Publikum brachte Seiner Königlichen Hoheit lebhafte Dvationen dar. Die Einzugsstraßen und viele andere Straßen der Stadt zeigten sich in schönstem Flaggenschmuck. ** Der 3 weiten Rammer ist eine Reihe von Regierungsvorlagen zugegangen, betreffend die Entwürfe eines Forst strafgesezes, eines Feldstrafgesetes und eines Ges es über das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen. ** Die Technische Hochschule in Darmstadt hat auf einstimmigen Antrag sämtlicher Abteilungen durch Beschluß von Rettor und Großem Senat dem Herrn Staatsminister Dr. Rothe, sowie dem Herrn Finanzminister Dr. Gnauth die Würde eines Dottor Ingenieurs ehren halber verliehen in Anerkennung der hohen Verdienste, die sich die beiden Herrn durch das erfolgreiche warme Eintreten für die Erweiterung der Hochschule um die Förderung der technischen Wissenschaften erworben haben. Ernannt wurde der Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg Heinrich Geißler zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg Heinrich Geißler zum Oberlehrer an dem Schullehrer- Seminar zu Alzey. * Seit 1. April besteht auf dem alten Zollhofe zu Frankfurt ein Untersuchungsamt für zubereitetes Auslandsfleisch. An der Spize desselben steht der Tierarzt Dr. Alfred Jäger, vordem Assistent am Institut für Veterinärhygiene und Pathologie der Universität Gießen. *** Richtiges Aprilwetter bescheerte uns der gestrige Sonntag. Am frühen Morgen Sonnenschein, dann folgte Regen mit Schnee vermischt und wieder Sonnenschein den ganzen Tag in einem Durcheinander. Im Großen und Ganzen machte der gestrige Sonntag- es war ja auch Balmarum einen äußerst ruhigen und stillen Eindruck, entsprechend dem Ernste und Bedeutung des Tages für diejenige unserer jungen Konfirmanden, welche gestern zum ersten Mal selbst vor dem Altar hintreten konnten und ihr Celöbnis ablegten. So manchen Eltern, manchem armen Mütterchen ist aber auch nun eine Sorge genommen; hegt es doch die Hoffnuäg, daß der Sohn oder die Tochter etwas mit verdienen helfen zum Unterhalt für das Leben. Mögen alle diese Hoffnungen nicht zu schanden werden! *** Für die Situng der nächsten Stadtverord neten versammlung, die übermorgen Mittwoch, den 8. April, nachmittags 4 Uhr stattfindet, stehen folgende Punkte auf der Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Joh. Pfaff für die Ecke Credner- und Hillebrandstraße; hier: Dispens. 3. Desgl. des H. Winn für die Ecke Riegelpfad und Querstraße. 4. Desgl. des A. Rahnefeld für die Schanzenstraße. 5. Desgl. der Gebrüder Zutt für die Steinstraße; hier: Dispens. 6. Desgl. des A. Scheppelmann für den Großen Steinweg; hier: Dispens. 7. Deegl. des Karl Becker für den Schiffenbergerweg; hier: Dispens. 8. Desgl. des Karl Müller für die Plockstraße. 9. Desgl. des Balth. Keil von Heuchelheim für die Straße GießenHeuchelheim. 10. Das Turmhaus am Brand; hier: Herrichtung eines Dachzimmers. 11. Unterhaltung der Anlagen vor dem Universitätsgebäude. 12. Gesuch des Friedhofaufsehers Sier um pachtweise Ueberlassung eines Stück Landes beim neuen Friedhof. 13. Antrag der Arbeitnehmerbeisiger des Gewerbegerichts wegen Teilnahme eines Beisigers an dem, am 11. und 12. September 1903 in Dresden stattfindenden Verbandstag. 14. Revision der Rechnung der Stadt Gießen für 1900/01; hier: Bemerkung 14 und 38. 15. Vergebung von Sielbauarbeiten. 16. Gesuch des Rud. Trescher und Herm. Schrödel von Frankfurt a. M. um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bergstraße 20. 17. Desgl. des Karl Hartmann im Hause An den Bahnhöfen 71. 18. Desgl. des Paul Drexelius aus Dormtmund im Hause Wallthorstraße 24. 19. Desgl. des Wilh. Comes im Hause Sonnenstraße 29. 20. Desgl. des Johs. Seeger im Hause Neuenbäue 5. 21. Desgl. des Georg Kraft für die Frant furterstraße 83. 22. Desgl. des Wilh. Wagner im Hause Bahnhofstraße 31. 23. Desgl. des Gg. Korndörfer im Hause Grünbergerstraße 117. *** Ueber den Zeitpunkt der Wahlberechtigung weist eine in Berliner Blättern mitgeteilte Zuschrist darauf hin, daß schon der am 16. Juni 1878 geborene Deutsche wahlberechtigt ist. Die bisherige Braris hatte allerdings entgegengesetzt entschieden, weil vor Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches zwei Deutsche, die an demselben Tage in verschiedenen Rechtsgebieten geboren waren, als verschieden alt berechnet wurden. Das Bürgerliche Gef gbuch aber hat durch den§ 187, legten Saz, allen Deutschen die Beit ihres Geburtstages geschenkt, die zwischen Mitternacht und dem Moment der Geburt liegt. Man wird 25 Jahre alt mit dem Beginn der Geisterstunde des Tages, an dem man geboren ist. Wer am 16. Juni 1878 geboren ist, wird mit dem Beginn des 16. Juni 1903 wahlfähig. *** Ueber die am Mittwoch eröffnete Provinzial- Siechenanstalt der Provinz Oberhessen schreibt die„ D. Ztg." noch Folgendes: Die von Herrn Geh. Oberbaurat v. Welzien gegebene Erklärung über die Anlage der Anstalt besagt, daß das Gelände, auf dem das Stechenhaus errichtet ist, einen Flächeninhalt von 20 Morgen hat. Das Gelände stellte die Stadt Gießen tostenlos. Die Anlage ist auf einer recht Chrung und reichte ihnen Franffur mord] De Sprang geffern Main Gleid Safwefter, for Waffer; alle Morgen geländ Geiftsgefforth Salefien from wir noch mitte Selbstmord ge Tempel in fidi. 3. ver Jahre alte G Tage, an we der Jahresta Die Leiche d Knaben, zeig daraus, daß gung zu bef Sein rigtiger Der Vater, e hier eingetroff er Bater na G winklig zur Licherstraße von NO nach SW gezogenen Mittellinie errichtet; das Gefälle nach SO veranlaßte die Bauverwaltung, die Gebäude staff lförmig zu stellen. Auf der Mittellinie sind das Verwaltungsgebäude, die Küchenbauten und ein Stallgebäude für Hühner und Schweine, sowie Gartengeräte aufgereiht. Rechts vom Eingang, in da höheren Lage stehen die Gebäude für Männer, links in tieferer Lage die sich im wesentlichen den ersteren gleichenden für Frauen. Von den dreigeschossenen Gebäuden für je 120 bis 140 Pfleglinge sind vorerst nur zwei aufgeführt, die anderen zwei sollen nach Bedarf errichtet werden, so daß die Anstalt dann 568 Pfleglinge aufnehmen kann. Etwal zurückliegend hinter den großen Pflegehäusern sind einge schossige, besonders eingefriedigte Gebäude errichtet für j 20 Pfleglinge, deren Zustand besondere Wartung erforde ( sog. Unreine). Jedes der großen Gebäude enthält im Erdgeschoß 12 Bimmer für je 2 Pfleglinge aus gebildeten Kreisen oder für solche, denen das Treppensteigen scher fällt. Zu dieser Abteilung gehört ein Speise, ein Lese zimmer und ein Bad. Jedes der beiden Obergeschosse um faßt einen großen Tages- und Speiseraum für 48 Pfleglinge, zwei Schlafräume für je 24 Betten. In den Untergeschossen befinden sich je 4 Brausezellen, 2 Wannenbäder, ein Raum für Kleiderreinigung und mehrere Räume für die Handbe schäftigung der Pfleglinge und die Magazine. In den Ge bäuden für Unreine befinden sich Tagesräume, Isolierzellen, Wärterräume und Untersuchungszimmer. Die Krankenzimmer enthalten 8, bezw. 2 Betten, zwischen diesen Zimmern sind Baderäume angeordnet. Im Obergeschoß des Verwaltungs gebäudes werden Pfründner untergebracht, im Erdgeschoß die Verwaltung, die Diensträume des Arztes und ein Pförtner zimmer; das zweite Obergeschoß enthält die Wohnung des Verwalters. Hinter dem Verwaltungsgebäude befindet sich ein Bleichplatz. Der vordere Teil des durch eine bedeckte Ueberfahrt mit dem Kesselhaus verbundenen Küchengebäudes enthält über dem Vorratskeller die Dampffochküche, die Räume für die Speiseausgaben, die Spülküche, Borratsräume, das Speisezimmer für das Personal. Ueber den Nebenräumen der Küche sind die Wohnungen des weiblichen Dienstper sonals. Im hinteren Teil des Küchengebäudes ist die Dampfwaschküche, die Trockenapparate, Mangel-, Bügel- und Flickstube, der Desinfektionsraum. Im Obergeschoß ist eine Wohnung für den Heizer, ein wäschemagazin, während der Dachraum als Trockenboden dient. Im Keller befinden sich 3 Dampftessel und die Lager für das Brennmaterial, das auf Schienengeleisen direkt über die Füllöffnungen befördert wird. Sämtliche Gebäude sind massiv, die Tecken in mit Eisen arniertem Beton, die Räume der Pfleglinge mit fugenlosem Boden; die Beleuchtung ist elektrisch; die Wasserversorgung erfolgt aus der städtischen Wasserleitung; die Abwässer werden nach Fertigstellung der städtischen Kanalisation in diese eingeführt, vorläufig in Gruben gesammelt. Das freibleibende Gelände wird zu Gemüse- und Biergärten her. gerichtet, in denen die arbeitsfähigen Pfleglinge Beschäftigung finden werden. ** Sonderzüge. Für die Osterfeiertage sind wieder verschiedene Sonderzüge eingeschoben worden. Von Station Gießen gehen Sonderzüge nach Frankfurt am 9. und 11., 13. und 14. April. Am 9. und 14. April ab Gießen 1150 Vormittags, am 9 und 11. April ab 454 Nachmittags und am 11., 13 und 14. April ab 808 Abends. *** Wer ist der Eigentümer? Wie aus der Bekannt machung des Polizeiamts ersichtlich ist, ist vergangene Woche, am 31. März ein anscheinend wertvoller Jagdhund in den Anlagen eingefangen worden, dessen Eigentümer 3. 8. noch unbekannt ist. Vielleicht tragen diese Zeilen zur Ermittelung desselben bei. *** Das Gelände, welches vergangene Woche Herr Stadtverordnete Hanau zum Preise von 8 Mt. pro m an Herru Steinhauermeister Azbach verkauft hat, war im Jahre 1888 durch Kauf in dessen Besitz übergegangen. Aus Hessen und nachbargebieten. Oberförsterci Schiffenberg Morgen Dienstag findet eine Holzversteigerung statt. Es werden ver steigert: 6 Eichenstämme mit 1,75 fm, 132 Fichtenstämme mit 59,63 fm, 5 Kiefernstämme mit 3,00 fm, 2 Lärchenstämme mit 1,75 fm, 86 Fichten- Derbstangen mit 7,20 fm, 49 Fichten- Reisstangen mit 1,2 fm, 14 rm Eichen Wert scheitholz für Küfer, Glaser pp; Buchen: 4 rm Scheiter, 10,6 rm Knüppel, 350 Wellen, 2 rm Stöcke; Eichen: 79,7 rm Scheiter, 26,6 rm Knüppel, 26 60 Wellen, 97,5 rm Stocke; Kiefern: 191,6 rm Scheiter, 74,4 rm Knüppel, 1760 Wellen, 56,2 rm Stöde; Fichten: 2 rm Scheiter, 3 rm Rnüppel, 1590 Wellen, 33,2 rm Stöcke; Weichholz: 1850 Wellen. Zusammenfunft morgens 9 Uhr auf der Kreisstraße Gießen. Steinberg am Uebergang über bie Eisenbahn. Krofdorf. Gestern, am Sonntag Palmarum hat aud hier die Konfirmation der vereinigten Kirchengemeinde Krof dorf Gleiberg- Kinzenbach stattgefunden. Bisher fand di Konfirmation bekanntlich erst am Sonntag nach Ostern statt : r. Aus dem Bieberthal. In diesen Tagen waren es 25 Jahre daß Herr Lehrer Höhn, und 31 Jahre das Herr Lehrer Heymann an der Schule zu Rodhein tätig sind. Im Laufe dieses Zeitraums siud in den hiesiger Schulverhältnissen mancherlei Veränderungen vor sich ge gangen. So wurde zunächst Bieber von Rodheim mit welchem es eine Gemeinde bildet, bezüglich der Schul abgezweigt. Ja das stete Anwachsen der Schülerzahl zu Bieber erforderte sogar im vorigen Herbst die Errichtung einer II. Schulklasse. Sodann wurde im Jahre 1897 aud Vezberg, welches durch Kirche und Schule mit Rod heim verbunden, sonst aber in politischer Beziehung zum Kreise Weglar gehört, von Rodheim abgezweigt, und erhielt feine eigene Schule. Aber troß dieser Abzweigungen if die Schule zu Rodheim z. 3. wieder vierklassig. Herr Kreis schulinspektor richtete an beide Herren warme Worte der ONC biefigen ka errichtet hab lichen Stem Wappenste teilung f OOGO M. GOOD Sanftreiti einem ei Mitteilu Druderei Gi J. Rheins, W Gamos ad SW gezogen SO veranlaßte tie mig zu stellen. Auf Ehrung und Anerkennung und Herr Bürgermeister überreichte ihnen im Namen der Gemeinde Geschenke. ebäude, die Küchen ner und Schweine om Eingang, in der Männer, fints in erfteren gleichenden Bebäuden für je 120 wet aufgeführt, di htet werden, so daf ehmen tann. Etwa ehäusern sind einge ude errichtet für j re Wartung erforde ude enthält im Ed linge aus gebildelen Treppenfteigen f Speise, ein L n Obergeschosse um m für 48 Pflegling, den Untergeschos enbäder, ein Ra e für die Handy zine. In den äume, Jolierzellen, Die Krantenzimmer diesen Bimmern find ß des Verwaltung acht, im Edgei es und ein Björtner It die Wohnung be gebäude befindet f durch eine bebedie enen Rüchengebäude Dan pitodtüche, die ( füche, Borratsräume Ser den Nebenräumen veiblichen Dienstpe Sengebäudes ist di angel, Bügel und Obergeschoß ist eine agazin, während der Keller befinden f Brennmaterial, d löffnungen befördet die Tecken in mit Bfleglinge mit fuge isch; die Wasserver ferleitung; die dtischen Kanalisation en gesammelt. Da und Biergärten her glinge Beschäftigung tertage sind wieder den. Von Station urt am 9. und 11, pril ab Gießen 11 Nachmittags un ends. ie aus der Bekannt ft vergangene Woche, er Jagdhund in de Eigentümer 3. 8t diese Zeilen zur Er ngene Woche Her on 8 Mt. pro On erfauft hat, war in übergegangen. argebieten. Morgen Dieng att. Es werden b 132 Fichtenftämme 00 fm, 2 Lärdh angen mit 7,20 fm 4rm Eichen Wert 1: 4 rm Scheiter Stöcke; Eichen 6 60 Wellen, 97, , 74,4 rm Rnüppe en: 2 rm Scheite Stöcke; Weichhol Uebergang über 18 9 Uhr auf d Palmarum hat and irchengemeinde R . Bisher fand ng nach Ostern en Tagen waren und 31 Jahre d Frankfurt.[ Aufsehen erregender Selbstmord.] Der 42 Jahre alte Architekt Richard Tschampel sprang gestern Abend in selbstmörderischer Absicht in den Main. Gleichzeitig nahm er das 10jährige Kind seiner Schwester, sowie ein einjähriges Kind seiner Braut mit ins Wasser; alle drei ertranten. Die Leichen wurden heute Morgen geländet. Er hat die Tat in einem Anfall von Geistesgestörthe't begangen. Zu der Mordtat des( aus Schlesien stammenden) Architekten Richard Tschampel können wir noch mitteilen, daß auch 2 Schwestern desselben durch Selbstmord geendet haben. Die eine, die Mutter des von Tsempel in den Tod mitgenommenen Kurt Günther, hat sich i. 8. vergiftet, während eine jüngere, roch nicht 20 Jahre alte Schwester sich ertränkt hat. Am Freitag, dem Tage, an welchem Tshampel seine graufige Tat beging, war der Jahrestags des Selbstmords der jüngeren Schwefter. Die Leiche des Kurt Günther, eines bildschönen 11jährigen Knaben, zeigte im Gesicht schwere Kraßwunden. Man schließt daraus, daß sich derselbe noch im Wasser aus der Umschlingung zu befreien g sucht hatte, aber von dem Manne, den er Vater nannte, mit Gewalt niedergehalten worden ist. Sein richtiger Vater lebt noch, ebenso wie Tschamgels Eltern. Der Vater, ein 72jähriger Gerichtssekretär a. D. ist bereits hier eingetroffen. *** Frankfurt a. M., 5. April. Die hiefige Gastwirteinnung beschloß in ihrer lezten Sigung fortan alle Firmen welche mit Wirten in geschäftlicher Verbindung stehen und sich ferner an der Eröffnung von Automatenrestaurants mit Kapital beteiligen, zu boykottiren. Kassel, 5. April. Der Gerichtsherr, Generalleutnant v. Heevingen, legte noch im letzten Augenblick gegen die Fulda geworfen haben sollte, von der Anklage des Morddas den Unteroffizier Degen, der bekanntlich seine Braut in versuchs freisprechende friegsgerichtliche Erkenntniß Berufung an das Oberkriegsgericht ein. *** Kassel, 5. April. Hier erschoß sich ein 30 Jihre alter Schmiedegeselle, weil ihm seine Mutter, eine sehr ver= mögende Frau, nicht das zur Gründung eines eigenen Geschäfts erforderliche Kapital von 20 000 Mt. hergeben wollte. Ober- Ingelheim. Zur Warnung bei bevorsteh ender Saat mag folgender Vorfall dienen. Ein Landwirt hatte ein Gemenge von Kunstdünger mit den Händen ausgestreut und dabei eine kleine Handwunde nicht beachtet. Die Hand schwoll an und es mußte vorläufig zur A m putation eines Fingers geschritten werden. An dem Hause des Weinhändlers Stüthe, in einem Teil unsers Fleckens, wo beständiger Verkehr herrscht, wurde ein geschlossener Fensterladen mit Petroleum begoffen und angezündet. Der Laden verbrannte, ohne weiteres Unglück anzurichten. Geschäfts- Eröffnung. Ginem geehrten Bublifum von Gießen und Umgegend hierdurch die höfliche Mitteilung, daß wir am hiesigen Plate, Bleichstraße 13, eine Fabrik zur Herstellung von Kautschuk-, Signir- und Metallstempeln errichtet haben. Außer in vorerwähnten Spezial- Artikeln halten wir uns in der Anfertigung von allen möglichen Stempelutensilien, Stempelfarben, Stempelkissen, Emaille und Metallschildern, Amts- und Wappenstempeln in fünstlericher Ausfüh un, sowie Accidenz- Druckarbeiten bestens empfohlen. Indem wir im Voraus prompte Bedienung bei billigst gestellten Preisen zusichern, bitten wir um Ecteilung schäzbarer Aufträge und zeichne Hochachtungsvoll Giessener Stempelfabrik Kreuter& Co. Wiederverkäufer gegen hohe Provision gesucht. Gesetzlich vorgeschriebene Fleischbeschauer- Stempel in Kautschuk und Metall. Herren- Anzüge. Knaben- Anzüge, © ferner: Lodenjoppen, Arbeitshosen, blaue Jacken, weiße und farbige Hemden, Kragen, Serviteurs und Kravatten billigst. Eine Partie Knaben Konfektion P bedeutend unterm Preis. M. Hartmann Nchf. Grünberg. Rat in Bausachen! Baurechnungen werden revidert. Baustreitigkeiten, auch in den verwickeltsten Fällen, zu einem außergerichtlichen Vergleich gebracht von einem erfahrenen Sachverständigen. Druckerei Gießen erbeten. Schule zu Robheir fiud in den hiesige ungen vor sich r von Rodheir bezüglig ber G der Schülerzahl Herbst die Errichtu Schule mit Rod ifcher Beziehung zu gezweigt, und erfi im Jahre 1897 and Abzweigungen erflaffig. Herr Kreis warme Worte de Ia. Referenzen. Zu Ehren der aus Gießen scheidenden Herren Baurat Stahl und Prof. Dr. Lucius wird eine gesellige Zusammenkunft in Steins Garten zu Giessen Montag, den 20. April 1903, nachm. 3%, nhr. stattfinden. Im Namen und Auftrage der zahlreichen Freunde der beiden Herren, sowie der Behörden und Körperschaften, welchen sie angehört haben, beehre ich mich, eine allgemeine Aufforderung zur Beteiligung an der geplanten Festlichkeit ergehen zu lassen. Anmeldungen zur Teilnahme werden bis zum 17. laufenden Monats in Steins Garten entgegengenommen. Gießen, den 2. April 1903. Dr. Breiderf Provinzial Direktor. Achtung! Marktbericht. Weslar, 4. April. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Butter 1.20 Mt., Eier 2 Stück 12 Pfg. * Buzbach, 4. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete Butter per Pfd. 1.10-0.00 Mt., äse per Pfd. 42-45 Pfg., Eier 1 Stück 6 Pfg. Soeben beginnt su erscheinen:= Meyers 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Grosses KonversationsEin Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Verweisungen. 148,000 Artikel u. Lexikon. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr.1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin lein, Gießen. Bekanntmachuna. Betr.: Die Ausführung des Reichsgesetzes, die Schlacht15 vieh- und Fleisch beschau betr. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Bestimmungen der Fleischbeschauordnung bom 10. April 1880, insoweit sie nicht durch das Reichsgesetz und die Bundesratsvorschriften ersetzt sind, bis zur Veröffentlichung der demnächst zu erlassenden Ausführungsbestimmungen in Anwendung zu bringen find. Gießen, den 1. April 1903. Großh. Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Bekanntmachung. Am 31. März 1. Js. wurde ein braun- graugefleckter, anscheinend wertvoller Jagdhund in den hiesigen Anlagen eingefangen. Der Eigentümer desselben beliebe seine Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 6. April 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Versteigerung. Dienstag, den 7. April, nachmittage 2 Uhr versteigere ich im Biefer'schen Saale eustadt 55 bahier gegen Barzahlung: Eine Wohnung im Preis bon cirka 10 Mark pro Monat in der Nähe der Schönen Aussicht" gesucht. Off. bitte unter R, 6 an die Exp. d. Bl. zu richten. 1. 129 Sommermüßen, 112 VorMein Nebenhaus, 5 Zimmerlegmügen, 16 Wintermüßen für Herren, 25 Matrosen und 24 wohnung, an ruhige Leute per Wintermüßen für Kinder, 1Tafel 1. April oder später zu vermieten. Karl Eichmann, Feehwamme u. 1 Tafel Hamster. 2. ca. 25 Raummeter tannenes Eberstraße 1, Ede Nordanlage Scheitholz. 21 Gläser mit Bon- Stube mit Küche pr. April zu bons, 1 Fabrrad, 2 Wagen, 1 vermieten. Näheres WallthorBreat, mehrere Pferde, sowie ftraße 8 im Laden. Möbel aller Art. Versteigerung zu 1 bestimmt, zu 2 teilweise. Schillerstrasse 27 Getkler, Gerichtsvollzieher. 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