Nr. 4. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Bratt@ bellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 6. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Zum Dresdner Ebedrama. Kronprinz Friedrich August von Sachsen scheint seiner Gattin noch heute sehr zugetan zu sein. In Dresdener Hoffreisen wird erzählt, dem Kronprinzen sei der Verlust seiner Gemahlin sehr nahe gegangen; man habe ihn öfters in Tränen getroffen. Seinen älteren Kindern gegenüber macht er fein Hehl daraus, daß an eine Rückkehr der Mutter nicht zu denken ist, er sagte ihnen: ,, Muttchen ist sehr frant, sie wird nicht mehr wiederkommen." Das jüngste Töchterchen dagegen vertröstet er noch immer damit: Muttchen werde wohl bald wiederkommen." Auf Veranlassung des Kronprinzen hat auch König Georg, als die Kronprinzessin noch in Salzburg war, in einem liebevollen Brief sie zur Rückkehr bewegen wollen. Der Rücksicht auf diese Gemütsstimmung des Kronprinzen entspringt wohl auch die Tattit, die der sächsische Hof neuerdings der Kronprinzessin gegenüber einschlagen will. Es wird nämlich bestimmt versichert, daß der Hof entschlossen sei, in der Affäre der Kronprinzessin zunächst eine abwartende Haltung einzunehmen, bis die Kronprinzessin ihre eigene Situation anders auffasse als bisher, und selbst den Wunsch ausdrücke, in eine neutrale Stellung zu gelangen. Man wollte sie die Folgen ihres Schrittes nicht schwerer fühlen lassen, als es unvermeidlich sein werde. Man ist bereit, sie in eine Isolierung zu bringen, in der ihr Wunsch erfüllt werden könnte, zeitweilig ihre Kinder zu sehen und mit ihnen zu verkehren. Sie soll dann freilich ein völlig abgeschiedenes Leben führen, aber weder in einem Kloster, noch in einer Frrenanstalt, sondern in einem ruhigen Aufenthaltsort außerhalb Sachsens, aber nahe der sächsischen Grenze. Man hofft, Kronprinzessin Luise werde schließlich durch eine vermittelnde Persönlichkeit die Beilegung des unhaltbaren Zustandes anstreben. Dabei sollen ihr dann keine Hindernisse bereitet werden. Als solchen Vermittler scheint man den Prinzen Max von Sachsen im Auge zu haben. Eben weil man die Vermittelung auf die Initiative der Kronprinzessin hin erfolgen sehen möchte, ist Prinz May jezt angewiesen worden, einstweilen sich jedes Versuchs, mit der Kronprinzessin seinerseits in Beziehung zu treten, zu enthalten. Was das noch zu erwartende kind der Kronprinzessin anlangt, so kann der Kronprinz die Auslieferung des Kindes verlangen, da er rechtlich als Bater zu betrachten ist. Die Ansicht, welche die Kronprinzessin neulich geäußert haben soll, sie könne sich den Besitz des Kindes dadurch erhalten, daß sie selbst die Vaterschaft ihres Mannes abstreite, ist rechtlich irrig. Auch nach bent in Genf geltenden Code civil ist die Befugnis des Baters in dieser Hinsicht nicht zu bestreiten. Die Politik. „ Zieht das Gewehr- an!" Dieses neue Kommando ist bekanntlich durch Kabibinettsordre vom 5. Dezember, dem Erinnerungstage der Schlacht bei Leuthen, für die Fußtruppen des Gardeforps zur Einführung gelangt. Diesen wurde es als ein Vorrecht verliehen, als Ehrenbezeigung und bei Paraden vor dem Kaiser mit angezogenem Gewehr vorbeizumarschieren. Das Anziehen des Gewehrs erfolgt auf das Kommando: Zieht das Gewehr an!" wie man bis zum Jahre 1889 fommandierte: Faßt das Gewehr an!" Diese kleine Variante hat man wohl deshalb_ge= wählt, weil das angefaßte Gewehr im rechten Arm mit dem Lauf nach dem Körper gewendet getragen wurde, während beim angezogenen Gewehr die linke Hand das Gewehr von Gewehr über" senkrecht bis zum leicht gekrümmten Arm herunterzieht. Der Lauf muß von vorn und von der Seite gesehen senkrecht ſtehen, wobei der Kolben neben dem linken Oberschenkel steht. Auf das Kommando: ,, Das Gewehr über!" wird das Gewehr kurz in die Stellung von Gewehr über" auf die Schulter zurückgeschoben. Von Gewehr bei Fuß ist der Griff nicht ausführbar, es muß immer erst Gewehr über genommen werden. Der Vorbeimarsch bei Paraden erfolgt mit angezogenem Gewehr. Auf das Komands: Zieht das Gewehr- an!" salutieren die Offiziere. Von einzelnen Mannschaften und von Abteilungen wird im Marsch das Gewehr in sinngemäßer Weise als Ehrenbezeigung angezogen; ist der Führer der Abteilung ein Offizier, so salutiert er. Es sei dabei bemerkt, daß dieser Griff von Posten und Schildwachen auch beim Gardeforps nicht gemacht wird, sondern hier das Präsentieren des Gewehrs nach der Garnisondienstvorschrift beibehalten ist; es handelt sich also nur um einen Griff als Ehrenbezeigung bei sich bewegenden Mannschaften, also auch bei den Ablösungen von Schildwachen, Patrouillengängen und dergleichen. Abdankung Castros? ) Präsident Castro scheint sein Spiel endgiltig verLoren zu haben. Aus Caracas tommt die Meldung, er We abgedankt. Die Meldung, die in Chiffreschrift nach vers prt gekabelt wurde, ist nicht ganz deutlich, sie auch noch die Auslegung zu, Castro stehe im Beeine abzudanken. Beides kommt aber wohl auf eins heraus. Castro kann sich nicht mehr länger halten. Er besitzt weder Munition noch Geld, noch Vorräte; das ganze ihm zur Verfügung stehende Staatskapital belief sich am Sonnabend auf sage und schreibe 10 000 MI! Sein Nebenbuhler General Matos soll dagegen reichlich mit Mitteln versehen sein; es heißt, daß die Blockademächte ihn unterstüßen, indem sie jenen Küstenstrich, in dessen Hinterland Matos sich aufhält, ohne Blockade lassen, also die Zufuhr von Munition und Lebensmitteln für seine Truppen ermöglichen. Kaum wurde der Geldmangel der Nationalbant bekannt, so entstand ein gro Ber Sturm auf die Bank, die die ausgegebenen Banknoten nicht mehr gegen Baar einlösen konnte und deshalb ihre Bureaus schloß. Castros Truppen wurde am Sonnabend der Sold noch ausgezahlt, am Montag konnte das nicht mehr geschehen. Die deutschen Streitkräfte haben am 3. Januar 15 größere venezolanische Segelschiffe in den Lagunen von Puerto Cabello weggenommen. Die marokkanische Revolution gescheitert! ) Der Sultan von Marokko ist noch in zwölfter Stunde dem anscheinend unausweichlichen Verhängnis en ronnen: Der Thronprätendent Bu- Hamara hat vor den Toren von Fez Kehrt machen müssen. Er ist von den Angehörigen des Hiaina- Stammes verlassen worden, die sich in die Stadt Tazza zurückgezogen haben, um ihre B. ute an einen sicheren Ort zu bringen. Von anderer Seite wird gemeldet, daß der Sultan seinem Bruder Mulay Mohammed den Oberbefehl über die Truppen habe. Ferner verlautet, der Sultan sei geneigt, zu Gunsten Mulay Mohammeds abzudanken. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 5. Januar.( Hofbericht.) Die lebersiedelung der Kaiserlichen Familie vom Neuen Palais nach Berlin hat sich zum Teil bereits gestern Abend und heute Vormittag vollzogen. Nur die beiden Prinzen August Wilhelm und Oskar, die zu den Weihnachtsferien aus Plön gekommen waren, sind wegen Unpäßlichkeit im neuen Palais verblieben und mit ihnen die Kaiserin. * Beim Empfang der Halloren im Berliner Schlosse bestätigte der Kaiser, daß er dieses Jahr die Manöver im südöstlichen Teil der Provinz Sachsen abhalten, in Merseburg residieren und nach Halle kommen werde. * Der Gesundheitszustand des Erzbischofs v. Stablewski von Posen ist besorgniserregend. * In Mannheim ist am Sonntag der Geheime Kommerzienrat Diffené gestorben. Derselbe war früher Reichstagsabgeordneter, in Handelskreisen spielte er eine große Rolle. * In Paris haben am Sonntag die ErgänzungsWahlen zum Senat stattgefunden. Sie ergaben einen Geminn von 13 Mandaten für die ministeriellen Parteien. * In Serbien, wo es unaufhörlich kriselt, hat wieder einmal der Minister des Auswärtigen Antonitsch seine Entlassung genommen. Der frühere Minister des Auswärtigen Simeon Lozanitsch dürfte sein Nachfolger werden. - Bei unseren Volksvertretern. Ernst und Scherz aus dem Deutschen Reichstag. „ Die fremden Herren." Die Typen der Regierungs- und Bundesratsvertreter aus Norddeutschland sind sehr leicht zu erkennen durch ihr ewig sich gleich bleibendes feierliches Aeußere. Sie müssen gewißermaßen auch für den flüchtigen Beobachter in Haltung und Gewand die Würde des Amtes repräsentieren. Dagegen zeigen sich die süddeutschen Minister und Bundesratsbevollmächtigten gerne im schlichten Bürgerrock und tragen auch in dem äußeren Gebaren die landesüblichen Eigentümlichkeiten zur Schau. Eine sehr markante Gestalt unter ihnen ist der badische Finanzminister Dr. Buchenberger- ein Mann, bei dem äußeres Auftreten und persönliches Selbstbewußtsein in einem seltsamen Gegensatz stehen. Denn Buchenberger ist troß seines ruhigen und anspruchslosen Wesens doch eine voll von ihrem Werte überzeugte Persönlichkeit. Im Reichstage hat er sich zwar noch sehr selten hören lassen, weil es in der Natur der Sache liegt, daß die Meinungsverschie= denheiten der einzelnen Bundesratsvertreter dort nicht zum Austrag kommen. Aber in seinem Heimatsparla mente in Baden weiß jeder einzelne Abgeordnete, daß eine selbst kurze und nebensächliche Kritik an dem Ressort des Finanzministers eine lange Erwiderung veranlaßt. Freilich, Dr. Buchenberger hat Grund dazu, ein gewisses Selbstbewußtsein zur Schau zu tragen, denn seine Schriften über landwirtschaftliche Fragen und seine Steuerpolitik sind mustergiltige Arbeiten. In den ersteren geht er durchaus von dem ständischen Gedanken aus; er ist Gegner aller jener Bestrebungen, die eine Zertrümmerung der großen Güter behuss Kreierung fleiner Eristenzen anstreben. Im Gegenteil ist er dafür, daß die wenig ergiebigen Gegenden, wie der deutsche sten und die Gebirgslandschaften, möglichst den Grundbesitz befestigen und die nachgeborenen Kinder durch die Geldabfindungen in den Stand setzen, im gewerblichen Leben ihre Existenz zu finden. Die Steuerpolitif Buchenbergers aber hat die Anerkennung Schäffles, eines unserer größten Nationalökonomen gefunden, weil sie dem Prinzip einer möglichst gerechten Steuerverteilung entspricht. Buchenberger will vor allem nicht, daß der Weg zum Erwerb besteuert werde, und ist demgemäß Gegner der Gewerbe- und Grundsteuer. Lediglich die Einkommen aus den Gewerben sollen besteuert werden. Im deutschen Reichstage hat sich Buchenberger bei seiner Erörterung über die Zolltarif frage darauf beschränkt, einen ganz allgemeinen Standpunkt zu vertreten und seine Zustimmung zu der Zolltarifvorlage zu erilären. Die gleiche Reserve haben auch die übrigen Bundesratsbevollmächtigten beobachtet; so sehr beispielsweise auch der bayerische Bundesratsver treter, Graf Lerchenfeld, um im Kunst- und Zunftjargon der A geori neten zu sprech. n. auf d n Gerstenz I ,, getigelt" wurde, er blieb stumm, wie ein Fisch, und die thüringischen Bevollmächtigten, auf die man bei der Linken große Hoffnungen gesetzt hatte, waren sogar zuguterleßt der Gegenstand der allerheftigsten Angriffe insbesondere Geh. Legationsrat Dr. Paulssen, weil er in der Lichtstadt Goethes in Weimar einem Studenten die Heldenrolle als Luziser durch Verbot eines Vortrags über Goethe unmög lich gemacht hatte. Derartige Redner genießen ebenso, vie die Abgeordneten im Hause auf den Tribünen Syn pathien und Antipathien. Dauerredner mit schwacher Brust und starkem Pathos sind unbeliebt; wenn die sonoren klänge des bayerischen Dialekts durch das Haus flingen, gelegentlich mit einer scherzhaften Bemerkung gewürzt, dann geht ein Gefühl des Behagens durch die Bänke, wenn aber die spißen Töne eines mitteldeutschen Bevollmächtigten schrill durch die Hallen klingen, dann schlägt die Stimmung um. Dr. Paulssen hat die unfreundliche Aufnahme, die er vielfach sand, starf auf das Konto seiner Sprach und Darstellungsweise zu schreiben; dieses künstlerische Empfinden äußert sich in einer scheinbar durchaus objektiven Form in den eingestreuten Kritifen der Abgeordneten. Hört, hört! läßt beispielsweise auf eine besonders angenehme Ueberraschung schließen, Gelächter auf irgend einer Seite bei der Rede eines Regierungsvertreters ist das Zeichen eines nahenden Sturmes. Ist es irgendvo aufgetreten, dann ist es ganz gewiß, daß aus den Reihen der Oppositionsparteien dem getränkten Wohlbehagen ein Rächer entsteht. Die Zwischenruse spielen für die kundigen Thebaner auf der Journaliſtentribüne dieselbe Rolle, wie die Fahrzeichen in der See für die Schiffer. Zeigen sie sich bei den Reden von der Regierungs- oder der Abgeordnetenbank sehr früh, dann darf man auf eine ange Sigung oder auf einen sonstigen Angriff gegen die Regierung rechnen. Diogenes. Nab und fern. £ Rohe Zerstörungen Berliner Denkmäler. Aus Berlin werden wiederum Schilderungen von Baudenkmälern gemeldet. Am Eingange des föniglichen Marstalles wurde freventlich eine Sandsteinecke abgeschlagen. Das nächste Angriffsobjekt war die mächtige Prometheus- Statue, welche die Fassade des Marstalls am Schloßplaz ziert. Einem der Pferde wurde eine Floßhuse abgeschlagen, einem anderen Pferd das Ohr. Vom Marstall aus begaben sich die kunstfeindlichen Barbaren nach der Kaiser- Wilhelmbrücke und schlugen hier die viereckigen Verzierungen von den schweren Marmorgeländern ab. Hierauf zogen sie durch die Kaiser Wilhelm- nach der Königstraße und schlugen auch von einem Sockel der Königsbisher jede Spur. Das Polizeipräsidium bat 1000 Mark Belohnung auf die Ergreifung der Täter ausgesetzt. :) Ein jugendlicher Trunkenbold. Das Opfer einer Alkoholvergiftung ist ein zwölfjähriger Knabe, der Sohn eines Berliner Tischlers St., geworden. Der Knabe machte öfter mit einem Mitschüler Botengänge und Handreichungen, die ihnen ein paar Groschen einbrachten. Für das Geld holten sie sich Schnaps, den sie auf der Straße austranken. Abends war St. so betrunken, daß er mit einer Droschke nach Hause gebracht werden mußte. Die Eltern holten sofort einen Arzt, der sich um den Betrunkenen bemühte, bis er ihm um 10 Uhr abends an Alkoholvergiftung unter den Händen starb. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und zur gerichtsärztlichen Deffnung nach dem Schauhauſe gebracht. ) Ein Familiendrama. Der Arbeiter- Invalide Wilhelm Schwahn in Berlin, ein notorischer Trunkenbold, der von seiner Frau getrennt lebt, gab in der Wohnung seiner verheirateten Lochter auf seine dort wohnhafte 61jährige Frau und seine Tochter mehrere Revolverschüsse ab. Ein auf die alte Frau abgegebener Schuß ging fehl, hingegen wurde seine Tochter durch drei Schüsse in den Rücken lebensgefährlich verletzt. An dem Aufkommen der jungen Frau, die nach Anlegung eines Noiverbandes schleunigst in das Krankenhaus am Urban gebracht wurde, wird gezweifelt. Der Täter befindet sich in Haft. Freude bereiten." Barbara fanft. 3ch meinte, Mem Anschein nach die Blumen würden ihr wax ihre Meinung, höhnte Miß Herrid. Sie hat alle Blumen Tochter anderer fie der Diener eben in die Halle brachte." ließen, liegen lassen. Ms ich herunter fam, sah ich, wie in dem Wagen, in welchem Sie fie nach Hause fahren verborgen, in einem doch von Blanche Herrick verstanden worden, die, vor ihnen niedrigen Sessel in So leiſe ſie auch ihr Gespräch geführt, so waren jie der Nähe des mit aller Wärme des Gefühls; Worten sprach der Lord seinen Dank aus. meine herzlichsten Glückwünsche," flüsterte fie- leife, doch Ich darf? Oh, das freut mich! Empfangen Sie also und in gleich herzlichen Schrecktensgesichter an den oberen Fenstern, die hysterische, vom Und was Rettung schien Feuerwehr nicht zu Feuerschein und unmöglich. Robson, hatte durch die Wolken dicken Rauches nach dem den Zuschauern hatte es vollführt. Ein Schauspieler, Mart hilflos in Ohnmacht sinkende Mutter und den Vater, geblendet unternehmen wagte, ein Mann aus in der Menge unten. selbst die tapfere Itaren, indem sie Miß Herrick voll ins Gesicht schaute. sich langsam in fragendes Erstaunen verwandelte. persönlichen Freunden an den Tag gelegt wird?" fragte sie mit ihrem Kleidsam vornehm nachlässigen Hochmut, sie es ,, Soll man den Heroismus nur ehren, wenn er von und daß die besorgte 3ärtlichkeit des Ausdrucks jah, wie Lord Keiths Blicke auf ihr Anitiz geheft erte Blanche jan Iei de en ein di gr gr fa hoi ge 100 Li ab สิน de fe 8 de h น 61 EXOTISTRUNKS I ST = Berhaftete Münzfälscher. In den letzten Tagen wurden in Elberfeld, Düsseldorf, Köln und Bonn verschiedentlich falsche Zinsscheine über 6 Marf zu vierprozentigen Hypothekenpfandbriefen 18. Emission Lit. E in Umlauf gebracht. Die Elberfelder Kriminalpolizei ermittelte die Anfertiger der gefälschten Scheine in dem Kaufmann Hermann Homberg- Barmen und den Lithographen Rothe- Elberfeld. Homberg trug bei seiner Verhaftung noch 21 Stoupons bei sich. Wie sich herausstellte, hatte Rothe in Barmen eine vollständige Druckerei nur für die Anfertigung solcher Falschscheine eingerichtet. Mit dem Anfertigen der gleichfalls in Umlauf gebrachten falschen Zinskoupons der Preußischen konsolidierten dreieinhalbprozentigen Staatsanleihe scheinen die Verhafteten nicht in Verbindung zu stehen. S Ein Wüstling ist der Ingenieur Georg Better, der jezt von der Schweiz an Deutschland wegen zahlreicher Sittlichkeitsvergehen in Steglig ausgeliefert werden soll. Er hat zahlreiche weibliche Angestellte einer von ihm geleiteten Waschanstalt mit Gewalt und Drohungen ge zwungen, seinen Lüsten willfährig zu sein. Mehrere seiner Opfer hatte er verleitet, ihn bei einem Stellungswechsel nach der Schweiz zu begleiten. Dort hat ihn eine derselben der Behörde angezeigt, die ihn zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilte. (!) Sechzig Stunden auf einer Eisscholle. Beim Passieren eines zugefrorenen Armes der Donau geriet in der Nähe von Stockerau ein Kutscher mit seinem Wagen auf eine große Eisplatte, die durch das schwere Gewicht barst und fortschwamm. Mit schwerer Mühe konnte er sich und sein Gefährt wieder in Sicherheit bringen. Fast sechzig Stunden lang mußte er dort ausharren, bis er von der Freiwilligen Feuerwehr aufgesunden und gerettet wurde. Während dieser ganzen Zeit waren Kutscher und Pferde ohne Nahrung. Vermischtes. [ Frauenstudium an deutschen Universitäten.] Im laufenden Wintersemester sind im ganzen 1180 Damen zum Hören von Vorlesungen an deutschen Universitäten berechtigt und zwar in Berlin 552, in Bonn 113, in Breslau 112, in Erlangen 10, in Freiburg 17, in Gießen 19, in Göttingen 48, in Halle 43, in Heidelberg 42, in Jena 16, in Kiel 13, in Königsberg 51, in Leipzig 67, in München 33, in Marburg 19, in Straßburg 66, in Tübingen 3, in Würzburg 58. Die Personalverzeichnisse von Heidelberg, Jena und Straßburg geben arch an, in welcher Fakultät dieselben Vorlesungen hören. In Heidelberg hören solche in der medizinischen Fakultät 1, in der philosophischen 22, in der naturw.- math. 19; in Straßburg in der theolo gischen 1, in der medizinischen 19, in der philosophischen 44, in der math.- naturw. 2; in Jena alle 16 in der philosophischen. In Gießen werden vier als aufgenommene Hospitantinnen bezeichnet, welche alle bei der philosophi schen Fakultät immatrikuliert sind. [ Bettlerfrechheit.] Zu einem kranken Herrn in Berlin kam dieser Tage ein modisch gekleideter junger Mann und bat um eine kleine Gabe. Der Herr machte ihm eine Schrippe und ein Butterbrot zurecht und reichte ihm beides mit den Worten: Nehmen Sie, ich bin schwer frank und kann Ihnen daher leider weiter nichts geben." Nach kurzer Zeit flingelte es wieder. Als der Herr öffnete, stand abermals der Bettler vor ihm, warf die eingewickelten Eßwaren vor seinen Augen auf die Treppe und begründete diese Frechheit damit, daß er aus hygienischen Gründen es ablehnen müsse, von franken Personen Eßwaren anzunehmen; in Zukunft möge der Herr ein Nickelstück geben, da sei die Ansteckungsgefahr ausgeschlossen. A[ Der Telegraph im Dienste der Könige.] Ueber die Telegrammausgaben europäischer Herrscher berichtet ein französisches Blatt: Die meisten Telegramme versendet der Zar, nämlich für über 80,000 marf jährlich. Dann kommt der Deutsche Kaiser mit etwa 60 000 mt. pro Jahr. Der Kaiser von Oesterreich, der König von Italien und der König von Griechenland benußen den Telegraphen nur sehr wenig. Hingegen hat das englische Königspaar im letzten Jahre für über 45 000 mt. Telegramme verschickt. Zu bemerken ist noch, daß die Königin Alexandra außer in englischer Sprache auch mit Vorliebe deutsch depeschiert. 55] Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifax und 2. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. Es war ein verhängnisvoller Zufall Selbstverteidigung!" " Ich weiß, Herr Baron." - Nachdrud verboten) es geschah aus Hetty hatte sich gleichfalls erhoben. Sie feufzte schwer auf. " Dieses schreckliche Geheimnis lag so erdrückend schwer auf mir, daß es mich fast umbrachte", sagte sie tonlos, in ihren Stuhl zurückſinkend. ich „ Das wundert mich nicht", gab Audrey in mitleidigem Tone zurück. Was Sie gethan, thaten Sie um meinetwillen bin Ihnen zu tiefstem Dante verpflichtet" er sah sie forschend an, und dennoch dennoch wäre es besser, hätten Sie nicht falsch ausgesagt, nicht falsch geschworen- es wäre viel, viel besser-" ,, Glauben Sie, ich hätte es mit ansehen können, daß man Sie zum Tode verurteilte?" fuhr die junge Frau mit blizenden Augen fort. Sum Tode verurteilte? So schlimm wäre es nicht ge= worden; denn ich handelte in Notwehr. Sie hätten ia beweisen können, daß ich der Beleidigte, der Angegriffene war. O mein Gott, ich wünschte, Sie hätten damals die Wahrheit gesagt!" „ Herr Baron, ist das der Dant- Ihr Dank für alles, was ich gethan? Sie wissen ja nicht, Sie haben ia teine Ahnung, was ich gelitten! Tante Armitage ,, Kennt Ihre Tante die Wahrheit?" *** Das Reichs- Schlachtvieh- und Fleischbeschan- Ge seh. Die Ausführungsbestimmungen, welche für Preußen auf Grund des preußischen Ausführungsgesebes zum Reichsschlacht- und Fleischbeschaugesetz von den zuständigen Stellen erlassen werden müssen, werden erst kurze Zeit vor dem Junkrafttreten des Reichsgesezes, dem 1. April 1903, veröffentlicht werden. Die für die Meister wichtigsten Bestimmungen bezüglich der Fleischbeschaugebühren werden nicht einheitlich für ganz Preußen geregelt, sondern von den nach dem Ausführungsgesetze dafür zuständigen Landespolizeibehörden, den Regierungspräsidenten, erlassen werden. Infolge dessen wird auch deren Höhe für die. einzelnen Regierungsbezirke verschieden feſtgeſte Lt werden. Die Höhe der Fleischbeschaugebühren wird sich für die westlichen Provinzen nicht wesentlich von der für die östlichen Provinzen unterscheiden, nur daß die in der Bundesratsverordnung vom 12. Juli 1902 festgesetzten Beträge für Untersuchung frischen Fleisches, nämlich 2.50 Mart 1. für ein Stück Rindvieh. 0.75 Mark " Ja. Wenn ich es ihr nicht hätte sagen dürfen, wäre ich wahnsinnig geworden! Sie und ich schwuren auf die Bibel, daß wir feinem Sterblichen ein Wörtchen verraten wollten von dem, was ich gesehen. Sie sind ganz sicher, Herr Baron. Tante und ich sind verschwiegen wie das Grab. Sie sind ein Audrey, die Audreys unsere Herren und Gebieter das genügte Tante und mir, und ich und ich"- hier stodte sie, erglühend die Augen zu Boden senkend; dann fuhr fie plötzlich fort: Herr Everett war mir nichts, garnichts! Er war uns ein Fremder. Ich nahm meine ganze Straft zusammen bei der Gerichtsverhandlung. Kein Mensch hat eine Ahnung „ Ein Mensch hat Verdacht geschöpft", unterbrach sie Audrey. 2. für ein Kalb 3. für ein Schwein 0,75 Mark 4. für ein Schaf oder eine Ziege 0,60 Mark bei der Festsetzung der preußischen Fleischbeschaugebühr in den meisten Regierungsbezirken noch überschritten werden sollen. Bezüglich der Erhebung der Gebühren ist zu melden, daß sie im Westen durch die Gemeindekassen erfolgen wird, die sie an die Fleischbeschauer abzuführen haben, während im Osten die Erhebung derselben den Fleischbeschauern überlassen bleiben soll. [ Die Nache des Schwiegerjohnes.] In Köln- Nippes drängten sich dieser Tage in der Hauptstraße viele Menschen vor einem Fenster, in dem eine sonderbare Schaustellung prangte. Auf einem ans Fenster gerückten, mit der blauen Marke des Vollziehungsbeamten beklebten Schrank las man die Inschrift: ,, Gepfändet von meinen lieben Schwiegereltern, in Köln... Straße Nr... wohnend." Daneben hingen die Photographien dieser Schwiegereltern. ¶ der Fluch des Goldes. Aus Buenos Aires wird gemeldet: Ein gewisser Rafaele Baronti, der das große Los der spanischen Weihnachtslotterie im Betrage von fünf Millioren Pesetas gewonnen hatte, betrat während des Gottesdienstes die St. Ignaz- Kirche und gab mehrere Revolverschüsse auf den messelesenden Priester ab. In der Kirche entstand eine wilde Panik. Erst den herbeigerufenen Polizisten gelang es, den Rasenden zu entwaffnen und dingfest zu machen, der, wie sich herausstellte, über seinen plötzlichen Reichtum wahnsinnig geworden war. Bunte Chronit. Der Kassirer der Vorschußkasse in Achern( Baden), Katt, erschoß in einem Tobsuchtsanfall seinen 70 jährigen Vater und verwundete dessen Dienstmädchen durch zwei Schüsse in den Arm. Einen schauerlichen Selbstmord verübte der Bahnbedienstete Schneider aus Gröbers auf der Bahnstrecke Lübschena Magdeburg. Beim Herannahen eines Güterzuges gab er einen Schuß auf ab und warf sich gleichzeitig auf die Schienen, die ihn zermalmeten. Die Gothaer Feuerversicherungsbank wird den Versicherten für das Jahr 1902 voraussichtlich auf die eingezahlte Prämie einen Ueberschuß von 75 Prozent zurückgewähren. In Altona wurde an einer 45 jährigen Prostituierten Haase aus Bremen ein an die Taten Jacks des Aufschlizers erinnernder furchtbarer Mord verübt. Infolge der fortgesezten Regenfälle und der Schneeschmelze hat bei Tuttlingen die Donau das Tal weithin überschwemmt, sodaß auch in der Stadt der Verkehr gehemmt ist. Deutsche Mädchen geht nicht nach Paris! Es ist leider ganz und gar nicht überflüssig, diese durchdringt alles, Warnungsruf ertönen zu lassen. Wie die Verhältniff Grunde das einzig liegen, müßte man ihn eigentlich fast täglich ausstoßen und der Gewalt die Es ist schreckhaft, welche Fülle frischer junger deutsche Milieus unterliegt Mädchen jahraus jahrein nach Paris herüberflatter weigerlich. Es ift und hier zugrundegehen. Die Statistiken unseres Go geringften Widerfta - Oberstleutnant Fizz George, ältester Sohn des Herzog von Cambridge, hat bankerott gemacht. Die Schulden sollen sich auf 33000 Pfund Sterling belaufen. - Die Tochter des berühmten italienischen Freischarenführers Giuseppe Garibaldi ist auf der Insel Caprera plöglich gestorben. Der türkische Kriegsminister hat für den Fall eines Zusammenstoßes mit Japan und China angeordnet, daß in die Militärzüge besondere Küchenwaggons eingestellt werden, die auf der langen Fahrt durch Sibirien die Truppen mit warmem Essen versorgen. Sie meinen Frau Everett? Ja, sie ist ein entfeßliches Weib. Sie iagt mir schon durch ihren Anblick eine entsegliche Angst ein. Ihre Augen sind wie zwei Messer, die mir das Innere zerfleischen, um auf dem Grund meiner Seele zu lesen!" Der Baron antwortete nicht. Mit geſenttem Haupt schritt er in dem dunklen Teile des Raumes auf und ab. Hettys Augen folgten ihm auf Schritt und Trittseine hohe, stolze Gestalt war leicht nach vorn geneigt, fein Antlig hatte jede Spur von Frische und Jugend verloren. Er empfand, daß sein moralisches Gefühl anfing, die Oberhand zu gewinnen, und eine unsagbare Angst schnürte ihm fast die Kehle zu. Wenn die Stimme seines Gewissens öfter so laut und so scharf wurde wie heute- würde er das ertragen fönnen? Er zweifelte daran. Ginen Ausweg gab es ja noch für ihn, wodurch er sein Gewissen beschwichtigen fonnte. Ein Weg voller Dornen stand ihm offen! Sollte er ihn gehen? Dieser Pfad führte ihn aber zu einem schrecklichen Martyrium zum vollständigen Ruin seines ganzen Lebens. Und das Leben war in so furz- so furz! Uebrigens gehörte sein Leben ihm nicht allein. Margarete was sollte aus ihr werden? Würde sie den furchtbaren Schlag ertragen? Nein, nein, Margarete durfte nichts erfahren! Sie würde das schmerzensreiche Martyrium auf sich nehmen, um sein Gewissen von der auf ihm ruhenden Schuld zu befreien. Wieder blickte der Baron die junge Frau nachdenklich an. Sie sah sehr bleich aus, in ihren Augen lag ein furchtsamer Ausdruck. Sie schien seine Gedanken erraten zu haben; denn plötzlich brach all' ihre mühsam aufrecht erhaltene Selbstbeherrschung zusarimen und schluchzend sant sie in die Kniee, die Hände flehend erhoben. „ O mein Gott, Herr Baron, nur das nicht, das nicht! Ich sehe es Ihnen an, daß Sie mit dem Gedanken umgehen, alles zu bekennen. Ich flehe Sie an, um Gottes willen nur das nicht Sie dürfen es nicht um Ihretwillen um meinetwillen um Ihrer Frau willen- thun Sie es nicht- ich beschwöre Sie Was denn was meinen Sie, was ich nicht thun foll?" fragte Audrey, dessen Zähne wie in Fieberfrost aufeinanderschlugen. sulats und unserer Hilfsvereine wissen ein traurige Lied davon zu fingen. sei es Dienstmädchen oder Gouvernante oder Stüze δε Zum Schluß Warnung an die Beitungen verführe Zur ersten Regel sollte sich jedes deutsche Mädchen durch Annoncen f Hausfrau, machen, sich vor Annahme einer Stellung i Paris verschrien Paris oder vor der Abreise dahin mit einer Anfrag bureau mehr einen ,, Ach, täuschen Sie mich nicht!" flehte Hetty mit verzweifelt ringenden Händen. Ich war ja so furchtbar erschrect, als ich es in Ihren Augen las, daß Sie überlegten, ob Sie nicht lieber alles bekennen follten. Thun Sie es nicht, Herr Baron! Wenn die Leute erfahren, was ich gethan dann wird man mich einan das hiesige deutsche Consulat zu wenden, das Rue de Lille 78- installiert ist, jede Auskunft au das bereitwilligste erteilt. Es liegen gewiß für manches Giessene ** Parla Mädchen Gründe vor, ins Ausland und auch nad kammer ging e Paris zu gehen, aber es sollte sich dazu erst entschließen Bähr zu, betreffen wenn es durch eine offene Anfrage ans Consulat de stadt an der Lin Weg in großen Umrissen fennen gelernt hat, den hier zu gehen bestimmt ist. doch entschließt herzukommen, unter feiner Bedingun ** Das Gro enthält: Bekanntm Der infolg ** Zweitens soll sich das deutsche Mädchen, das fi schaft zur Ausübu von seiner zukünftigen Pariser Herrschaft das Reisegel Dr. Grein zur prot Es soll sich nicht durch eine fald Darmstadt berufen Scham abhalten lassen, sich das Reisegeld wenn nöt bon Frischborn ftel von Verwandten oder Freundinnen zu borgen. Nimm gottesdienfte der G schicken lassen. es von seiner zukünftigen Herrschaft das Reisegeld, zwei Jahre bindet. vor. lleber den ist es vollständig in deren Händen. Es ist nie imstande ginden bei Gie das Reisegeld zurückzuzahlen. Kommt, wie das i im 31. Lebensja neunzig unter hundert Fällen der Fall, schon in den Germer im Febr ersten Tagen der Krach, sieht das Mädchen ein, da Gießen sein Falu es gröblich getäuscht worden ist, so wird es durch di 1897 hier die the Daumschraube des ausgelegten Reisegeldes festgehalten dem er sodann in deutsches Mädchen suchen, daß sich dieses auf ein odg zweiten evangelif Meist verlangen die Pariser Herrschaften, die ei hatte, wurde er i Sie wissen ganz genau, was si nannt, wo am 4. damit verlangen. Keinen französischen Dienstboten be folgte. J Mar kämen sie unter dieser Bedingung. Der französisch nach Frischborn Dienstbote verpflichtet sich, welcher Art es auch sei lediglich auf 8 Tage. Das ist eine ganz unumstößlich Regel. Das deutsche Mädchen sollte desgleichen thun Und wenn sich das deutsche Mädchen diese beiden Regeln fest eingeprägt hat, dann soll es auch nur her kommen, wenn es schon einige Lebenserfahrung befist und nicht mehr ein blutjunges unerfahrenes Ding it. Mädchen von 17, 18 Jahren, wie man sie hier so häufig trifft, gehören überhaupt nicht nach Paris. Die Eltern junger Mädchen kann man aber nicht eindringlich genug auf die Gefahren aufmerksam machen, die ihren Kindern in einem raffinierten Kultur milieu wie Paris drohen. Man soll die Dinge beim rechten Namen nennen und nicht spröde hinter dem erge halten. Das französische Gesetz schützt das verführte Mädchen absolut nicht. Man denke daran, daß es hier immer noch verboten ist, den Vater eines unehelichen Kindes zur Rechenschaft zu ziehen. Hat sich erst ein junges Ding verführen lassen, dann ist es verloren. Und die Versuchung ist so groß. Die deutschen Eltern sollen nicht vergessen, daß selbst eine gute Herrschaft durchaus außerstande ist, die geringste lleberwachung über das Dienstmädchen zu leisten. Die Dienstmädchen und sonstigen Dienst boten des ganzen Hauses wohnen alle zusammen im sechsten Stock. Und was dort oben geschieht, das wissen nur die Dienstboten selbst. Dazu kommt dann, wenn das Mädchen ein hübsches junges Ding ist, der Hausherr, der Sohn des Hausherrn, der Vetter des Hausherrn, der Vetter des Sohnes des Hausherrn Sie alle sind hinter dem Mädchen her. Den Noué ist das ein gefundenes Fressen. Ich tadele sie nicht weiter. Ich konstatiere nur. In Paris mehr als anders: wo liegt die Liebe in der Luft, schwebt über allem, Sie fertern und Sie ebenfalls- und der Barouin wird das Her brechen! Wir alle fallen der Entehrung, der öffentlichen Schande anheim! Und Sie- Herr Baron o mein Gott werden vielleicht zum Tode verurteilt!" Ein gellender Schrei des Entseßens entfuhr hier den Lippen der ingen Frau, bie sich wie verzweifelt gebärdete. Sie müssen auch an mich denken! Sie haben fein Recht, die Wahrheit iezt einzugeftehen! Sechs Jahre lang habe ich Ihr Geheimnis treulich gehütet! Sie dürfen mich jetzt nicht ins Elend stoßen!" Stehen Sie auf", sagte der Baron ernst. Ich fann nicht mit Ihnen sprechen, wenn Sie vor mir fuieen. Sie haben viel für mich gethan- und Sie haben recht ich muß vor allem Ihre Lage bedenten. Ich will Ihnen jegt etwas sagen, was Sie vielleicht garnicht einmal richtig verstehen. Der That, welche ich damals beging, erinnerte ich mich erst vor einigen Monaten zum ersten Mal; doch bis gestern abend habe ich nie Gewissensbisse über dieselbe empfunden. Jetzt regt sich mein Gewissen dafür um so lauter. In diesem Augenblick bin ich keines festen Entschlusses fähig. Ich weiß noch nicht, ob ich den rechten Weg gehe, den einzig richtigen Weg, den es giebt oder ob ich ein Leben voller Heuchelei und Verstellung vorziehe. Beide Bfade find für mich mit Dornen besäet: der eine führt zum Leben, zum reinen, hohen Leben der audere ins ewige Berderben. Vielleicht ichlage ich den legteren ein." „ Wenn ich es thue, Hetty Vincent, dann sind Sie die einzige, die meinen wahren Wert fennt; der Welt gegenüber werde ich als biederer, ehrenhafter Mensch erscheinen, dessen Moral als Beispiel für andere gelten fann. Was ich innerlich fämpfe und dulde ich, ein Lügner ein Betrüger- ein Mörder ein Heuchler, wie es noch nie einen gegeben das fann nur ich ermessen! Und Sie, Hetty, Sie wissen, daß der von allen Seiten hochgeachtete und geschäßte Baron von Audrey ein Heuchler ist, der einen Unschuldigen ein von ihm selber begangenes Verbrechen büßen läßt, weil er nicht den Mut findet, fich selber dem Gericht zu stellen! Sie wissen auch, daß ich der armen Mutter jenes Unglüdlichen nach und nach das Herz breche!" „ Sprechen Sie nicht so, Herr Baron", flehte Hetty mit thränenerstidter Stimme." Lieber will ich die ganze Welt in Unglüd und Elend vergehen sehen, als Sie! Sie follen glüdlich fein!" " Ich glücklich? Glauben Sie wirklich, daß ich ie wiche glüdlich sein tönnte?" gleicher Eigenschaf berufen, in der ungen rege mache junge, in diese Geistliche seiner und Liebe vorsteh gänger. Die G begleiten ihn auf ** Für den Gießen und Marb Nauheim haben sich eine ganze Anzahl, glänzenden Ruf h daran, die Offerter tommenden Bewerbe Minifterium anzuge ( Privat Ziehung der 3. K lotterie wurden ** 10 000 Mt. 9000 Mt. 1000 Mt. a 400 Mt. au 300 Mt auf 26 258, 39 942, 57 Der fleinsto treise dürfte der 31 Gastwirt Trinkaus schlägt nach den K eleltaschen Orchest macht außerdem bei zenbe Bewegungen, belanates Bolfsliet Ech iterung der Gä dabei nicht so spä ** Berichtigu einer im Gasthaus hiefiger Buchbruce macht haben soll. ligter, nicht gang der Wirtschaft statt stimmtheit, ob die habt hat. ( 2) Ginen red t off ne mifentlich in der Nacht zum technifer E. hier. berfelbe in Begleit Orpheums zählende man Erfrischungen Guten follen feitens fein, die das fitlich berlebten. Am frül Cunibert mit einige iber Ballthorstraße Trio verfolgende H ** Um Reif marten währen Honigliche Gifenba ihres Bezirks erjud zum Verkauf borr Selbstfostenpreife araufhin hat berfügt, daß im Werfelben Weise a Direktionen zu be cuch an die Bahn Hus Helfe A Groß- Felda Wohannes Hon ignis ift leg bericiteite wat no eine 1 nach Paris! t überflüssig, diese durchdringt alles, bestimmt alle Handlungen, ist im| Schreibgehilfe zu Herrn Rechtsanwalt Reh- Alsfeld ge-| genommen werden. Immerhin hofft man ihn am t täglich ausstoßen und der Gewalt dieses liebedurchtränkten verführerischen einige Jahre verblieb, bis er voriges Jahr wegen einer sellschafter war, hat mindestens 36 Diebstähle begangen, ie die Verhältnis Grunde das einzig Maßgebende im Leben des Parisers. kommen, woselbst er zur Zufriedenheit seines Herrn Leben zu erhalten. Kern, der ein sehr beliebter Ge= er junger deutsche Milieus unterliegt das unerfahrene junge Ding unris herüberflatter stiten unseres Gor geringsten Widerstand zu leisten. weigerlich. Es ist viel zu schwach, um auch nur den fen ein traurige Zum Schluß noch eine besonders eindringliche Warnung an die deutschen Eltern: Laßt euch nicht deutsche Mädcher durch Annoncen französischer Familien in deutschen totkranken Bruder leistete er am 2. Weihnachtstag noch nte oder Stüße de e einer Stellung i mit einer Anfrag bureau mehr einen Dienstboten erhalten. Zeitungen verführen. Das sind meistens Leute, die in Baris verschrien sind und durch fein Vermietungswenden, das jede Austunft a gewiß für mandh Giessener Cagesneuigkeiten. ** Parlamentarisches. Der 3 weiten d und auch nad Kammer ging ein Antrag der Abgeordneten Erf und ihre nötige Arbeit als Hausfrau verrichten kann. azu erit entschließer ans Consulat de lernt hat, den c Bähr zu, betreffend: Verlegung der Haltestelle Ran= stadt an der Linie Gießen- Gelnhausen. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 82. enthält: Bekanntmachung, die Bildung einer GenossenMädchen, das sie schaft zur Ausübung der Fischerei im Main betr. feiner Bedingun chaft das Reisegel durch eine falfd isegeld wenn nöt u borgen. Nimm das Reisegeld, Es ist nie imstand ** Der infolge des Ablebens des Herrn Pfarrers Dr. Grein zur provisorischen Versehung der Ostpfarrei zu Darmstadt berufene Herr Pfarrberwalter Fr. Germer bon Frischborn stellte sich Sonntag vormittag im Hauptgottesdienste der Stadtkapelle einer zahlreichen Gemeinde vor. Ueber den Lebensgang des neuen, aus Klein wall, wie das i im 31. Lebensjahre steht, ist eigen, Linden bei Gießen stammenden Geistlichen, der jetzt schon in de Germer im Februar 1896 an der Landesuniversität tückischen Krankheit seine Stelle aufgeben mußte. Am Neujahrstage hat man ihn nun zu Grabe getragen. Vorgestern, Montag Mittag ist nun auch der zweite Sohn im 16. Lebensjahr an einer Gehirnhaut- und Rückenmarkentzündung ebenfalls verstorben. Seinem einen Liebesdienst. Er holte demselben ein Fläschchen Limonade zur Erholung, mußte sich aber in Folge Erfältung ins Bett legen, welches er nicht wieder verlassen sollte. Der Schmerz um den Verlust der beiden Söhne vergrößert sich noch, da die schwer geprüfte Mutter auch sehr an Rheumatismus leidet und kaum Man muß sich zu helfen wissen. In einer Wirtschaft zu Groß- Felda saß dieser Tage ein alter Mann von einem Nachbarorte und ließ sich seinen Frühschoppen, welcher aus einigen Schnäpsen bestand, gut schmecken. Es waren noch mehrere Gäste anwesend, die auf einmal alle laut zu lachen anfingen. Ursache: der alte Gast griff in seine Hosentasche, brachte ein Stück Kautabat von seltener Größe hervor und weil auf Befragen ihm feiner der anderen Gäste ein Messer zum Abschne den einer Portion" leihen wolle, da er feine Zähne mehr habe, griff er flugs zu der daliegenden Handsäge( Fuchsschwanz genannt) eines und ſchnitt mit derfelben ſeine gewünſchte Bortion at. Dem anwesenden Schreiners, legte seinen Stautabat auf den Tisch Alten schmeckte es dann wie sonst, ohne sich an das beiMädchen ein, da Gießen sein Fakultätsexamen bestand und im August fällige Lachen der anderen Gäste zu stören. withas feligehalten bem er jobann in nine ed upprüfung ablegte. hon*** Groß- Felda. Der Dienstknecht Wilhelm Emmerich hatte, wurde er im November 1898 zum Verwalter der Landwirt Schüßler in Diensten. Am dritten WeihnachtsDie es auf ein oder zweiten evangelischen Pfarrſteule ou Mieder- ole, et n genau, was ſi nannt, wo am 4. Dezember 1898 ſeine Ordination et folgte. vorigen Jahres en Dienstboten be te desgleichen thun tag hat er umgewechselt und ist bei Herrn Defonom Otto Bölzing in Dienſt getreten. ** * Windhausen aufen. Der Dienfitnecht Johannes Merz von Birgerum ifter. Steuernagel bahter in Dient. Der Arbeitsveteran muß jeẞt aber, so ungern er's thut, wegen Krantheit seinen Dienst quittieren. Für die Herrschaft ist diese lange Dienstzeit ein ehrenbes Zeugnis. ** Allendorf a. Lahn, 3. Jan Auch hier hat Birm Der franzöſiſch nach Frischborn berjet, I op als Pfarrberater ganz unumitößlid berufen, in der er gestern seine allseitig gute Erwartaut es auch je gleicher Gigenſchaft an, die Stadtgemeinde pauhitavt ungen rege machende Antrittspredigt hielt.( Möge der ädchen dieſe beide junge, in dieſe in ehrenboule Amtsstellung berufene es auch nur he Geistliche seiner Gemeinde mt derselben Aufopferung nerfahrung befi und Liebe vorſtehen wie ſein so früh verstorben't Botherzigkeit während den Feiertagen obgewaltet, Edelbenkende atenes Ding i gänger. Die Glückwünſche aus per engeten Belmat und Mitfühlende Menschen ließen den hilfsbedürftigen und ie man fie bier begleiten ihn auf ſeinem arbeitsreichen Wege. Deinbaren familien, pero Stranfheit die Weftedfurite bein Gießen und Warburg und des Großh. Kurtheaters in Bad- treffenden Familien danken hiermit öffentlich. * Für den Dircktorposten des vereinigten Theaters trächtigt, eine passende Unterstützung zukommen.- Die bes Nauheim haben sich 60 Bewerber gemeldet, unter diesen eine ganze Anzahl, welche in der Theaterwelt einen gradezu glänzenden Ruf hiben. Die Kommission ist seit gestern baran, die Offerten zu sichten und die allein in Frage kommenden Bewerber, jedenfalls vorschlagsweise dem Großh. Ministerium anzugeben. t nach Paris. n man aber nicht hren aufmerkſan affinierten Stultur en Namen nennen ge halten. Da hrte Mädchen ab aß es hier immer nehelichen Kindes d) erst ein junge Derloren. Und di cht vergessen, das haus außerstand das Dienstmädchen Osonstigen Dienst alle zusammen im en geschieht, das Dazu kommt dann nges Ding ist, de n, der Vetter des des Hausher er. Den Nou Ich tadele sie nist mehr als ander hwebt über allen, uin wird das Haz ein Gott ffentlichen Schande Sie 1 gellender Schrei ingen Frau, bie ich an mich denken! augefieben! Ses hutet! Sie dürfen Ich kann nicht Sie haben viel für uß vor allem bre fagen, was Sie er That, welche ich igen Monaten zum nie Gewissensbiffe n Gewissen dafür feines festen Ent ** Ziehung der 3. Kl. 7. Großherzogl. Hessischen Landes**( Privattelegramm.) Bei der heutigen lotterie wurden nachstehende Haupt- Gewinne gezogen 26 10 000 Mt. auf Nr 73 978 Altenburg- Offenbach. 9000 Mt. auf Nr. 89 734 Mainz. 1000 Mt. auf Nr. 58 652 Worms. 400 Mt. auf Nr. 16 244, 25 298, 53 536, 71 474. 300 Mt auf 3616, 4160. 13 661, 13 898, 20 500, 258, 39 942, 57 315, 65 362 65 900. Der fleinste und jüngste Tambour in weitem Umfreise dürfte der 3½ jährige Sohn des hiesigen Mezger und Gastwirt Trinkaus sein. Der Kleine, ein stämmiges Kind, schlägt nach den Klängen des daselbst aufgestellten neuen elektrischen Orchesttion den Takt auf der großen Trommel, macht außerdem bei passenden Walzerstücken originelle tanzende Bewegungen, singt zuweilen auch mit, wenn ein ihm bekanntes Volkslied an die Reihe fommt; fur, träst zur Erh iterung der Gäste viel mit bei. Die Trinkgelder fließen dabei nicht so spä lch in die Sparbüchse des Kleinen. ** Berichtigung. Wir meldeten am Samstag, daß nach einer im Gasthaus zum Pfau stattgefundenen Schlägerei ein hiesiger Buchdrucker mit dem Lahnwasser Bekanntschaft ge= macht haben soll. Die Notiz ist, nach Aussagen Betei ligter, nicht ganz zutreffend; die Schlägerei hat nicht in der Wirtschaft stattgefunden; man weiß auch nicht mit Beſtimmtheit, ob die Lahn den Besuch des Betreffenden ge habt hat. t (?) Einen redt gemeinen Att, auch wenn der Beoff ne wesentlich selbst daran schuld sein dürfte, begingen in der Nacht zum Montag Unbekannte an dem ledigen Boutechuifer E. hier. Nach Besuch des Orpheums begab sich derselbe in Begleitung einiger vermutlich zum Personal des Orpheums zählenden Damen in verschiedene Wirtschaften, no man Erfrischungen einnah m. Im übermäßigen Genuß des Guten sollen seitens des Herrn E. Anträge laut geworden sein, die das sittliche Gefühl(!) der Damen aufs äußerste verlegten. Am frühen Morgen fanden Schußleute den Ritter Cunibert mit einigen Messerstichen im Genich und Arm auf der Wallthorstraße liegen. Wie verlautet, sollen drei das Trio verfolgende Herrn die Thäter gewesen sein. rechten Weg gehe, ob ich ein Leben De Brade find für ben, zum reinen, Vielleicht schlage nn find Sie die Welt gegenüber erscheinen, deffen Was ich innernich Betrüger gegeben- das Baron von Audrey et e wiffen, daß der von ihm felber be it den Mut findet, auch, daß ich der nach das Herz Hlehte Hetty mit ganze Welt in Sie follen glüdlich ab ich it wich ** Um Reisenden den Bezug von Briefmarken während der Reise zu erleichtern, hat eine Königliche Eisenbahndirektion die Bahnhofsbuchhändler ihres Bezirks ersucht, jederzeit eine Anzahl Briefmarken 2c. zum Verkauf vorrätig zu halten und ihre Abgabe zum Selbstkostenpreise durch Aushang bekannt zu geben. Varaufhin hat der Minister der öffentlichen Arbeiten berfügt, daß im Interesse des reisenden Publikums in derselben Weise auch bei den übrigen Kgl. Eisenbahndirektionen zu verfahren und das nämliche Ersuchen auch an die Bahnwirte zu richten ist Tage wird der Assistent am mineralog. Institut zu Marck. Nieder- Ofleiden, 4. Jan. An einem der nächsten burg Herr Dr. Schwantte hierorts einen populär- wissen schaftlichen Vortrag über seine Reiſeerlebnisse auf Grönland halten. Wie noch erinnerlich sein dürfte, entdeckte gen. Herr im Hohen Berg" dahier wissenschaftlich wertvolle Mineralien die kein Laboratorium Deutschlands aufweisen kann. und seine Ehefrau teierten heute ihre silberne Hoch. zeit. Gratulationen gingen viele ein, ist der Jubilar doch auch ein Veteran aus dem Feldzug von 1870/71. ** Alsfeld, 4. Jan. Schreinermeister H. Schäfer II. ** Butzbach. Intendantursekretär Selzer hat am legten Freitag seinen Vortrag: Ueber die Belagerung der Gesandtschaften in Peking" im hiesigen Kriegerverein ge= halten.( Denselben Vortrag hielt Herr Selzer bereits im Gießener Kriegervereir, worüber wir ausführlicher berichtet hatten. D. R.) ** Butzbach. Sonntag Nachmittag hat im„ Hess Hofe" Herr Kreisamtmann Werner den Herren Karl Fr. Schmitt und Louis Weickhardt wegen 25jähriger Zugehörigkeit zur hief. freiwilligen Feuerwehr die vom Großherzog verliehene Auszeichnung überreicht. Der sich anschließende gemütliche Teil hielt de Kameraden noch lange in angenehmer St mmung zusammen. ** Butzbach. Gestern feierte unser verdienstvoller Seelsorger, Herr Oberpfarrer Schrimpf, seinen 66. Geburtstag Der Genannte hat nun schon 41 Dienstjahre hinter sich und steyt seit 17 Jahren unserer hies. evang. Gemeinde in treuer Hingebung und unermüdlicher Thatkraft vor. ** Frankfurt a. M., 5. Januar. Auf dem hiesigen V.chhofe wurden im Jahre 1902 zugetrieben und zum Schlachten verkauft: 67 278 Stück Großvieh, 65 389 Kälber, 24 665 Hammel und Schafe, 161 845 Schweine, im Ganzen 319 180 Stück Vieh. ** Ein stehender Zirkus in Frankfurt. Wie wir hören, sind die Verhandlungen, die Zirkusbesißer Schumann mit dem Fiekus wegen Ueberlassung des Zirkusgeländes am Hauptbahnhof führte, nunmehr zum Abschluß gekommen. Mit einer Anzahlung von einer Million Mark soll genannten Herrn übergegangen sein. das Terrain zur Erbauung eines stehenden Zirkus an den ** Mann die Hand tätowieren. Die Folge war eine * Frankfurt a. M., 5. Jan. Hier ließ sich ein junger Entzündung, die schließlich in eine Bereiterung der ganzen Hand überging. It mußte sich der Tätowierte in eine Klinik aufnehmen lassen, da die Wunden sehr gefährlich geworden sind.- Am 16. Januar wird vor dem hiesigen Schwurgericht gegen den Stabsarzt a. D. Dr. W. Saegert wegen Meineids verhandelt. Mainz ,, 5. Januar. Einem in der Neustadt wohnenden Wirt wurde vorgestern Nacht ein ganzes, frischgeschlachtetes Schwein gestohlen. ** ** Maiuz, 5. Januar. Eine sehr schwere Verlezung hat sich der 14jährige Ludwig Schilling aus Finthen zugezogen, indem er sich beim Neujahrsschießen mit einer Pistole in den Unterleib schoß. Er liegt im Rochusspital dahier, wo die Kugel durch eine Operation entfernt werden mußte, schwer frank darnieder. ** Aus Hessen und nachbargebieten. Mainz, 5. Jan. Am Samstag hat hier der A Groß- Felda. Ein trauriges Familien Weinhändler Adolf Kern einen Selbstmordverignis ist legthin dahier vorgekommen. Das Che- such gemacht, indem er sich mit einem Flobertgewehr Wohannes Römer hatte zwei hoffnungsvolle Söhne; eine Kugel in den Kopf schoß. Jm Rochusspital mußte berllteste war nach Entlassung aus der Schule als eine Operation an dem Selbstmordkandidaten voreine deren Betrag sich auf viele Tausende beziffert, und zwar ausschließlich an seinen Freunden und Kunden. Um sich der Verhaftung zu entziehen, machte er den Selbstmordversuch. Neueste Nachrichten. Marine- und Militäretat. ( Telegramm.) Berlin, 6. Jan. Die„ Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht den Marine- und den Militäretat für 1903 nach dem Voranschlage. Was den Marineetat angeht, so weist er im ordentlichen Etat bei einer Einnahme von 578 927 Mt. an fortdauernden Ausgaben für Verwaltungskosten c. 93 396 370 Mt. auf. Gegen das Vorjahr bedeutet das eine Erhöhung um 6 536 931 Mt. An einmaligen Ausgaben werden im ordentlichen Etat außerdem gefordert 109 991 870 Mt. Davon entfallen auf Schiffsbauten 74 375 000 Mt. gegen 75 166 000 Mart im Vorjahre auf artilleristische Armierungen Im außerordentlichen Etat werden gefordert 26 056 000 Mt. gegen 23 806 000 Mt. im Jahre 1902. 18 700 000 Mt. für Hafen- und Hochbauten( gegen 1902 mehr 11 Millionen Mt.) In dieser Summe steckt auch bes Reichsmarineamts mit 6020 000 Dtt. der Betrag für den Anfauf von Grundstücken zum Neubau Der Reich& m litäretat für 1903 weist an ordentlichen Emunahmen 11 445 052 Mt. auf, dazu kommen weitere außerordentliche und ordentliche Einnahmen mit ordentlichen Erats beziffern sich auf 448 160 814 Mt.( gegen 1902 mehr: 5 451 700 Mt.). Die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats sind auf 34 064 608 Mt. Im veranlagt( gegen 1902 Era werben 23 246 900 Dtt. verlangt, gegen 1902 mehr 4 661 050 Mit. Aus der dem Militäretat beigegebenen Denfschrift sei folgendes mitgeteilt: Aus den 5 Eskadrons Jäger zu Pferde in Posen soll vom 1. April ab ein Regiment und aus den Eskadrons Nr. 1 und 17 vom 1. Oftober ab ein Detachement in Braudenz- gebildet werden. Die Eru richtung von vier Fußartillerie- Rompagnied vom 1. Dhober 1903 ab wird angefündigt. Ferner wirb die Errichtung einer militärtechnischen Hochschule in Charlottenburg gefordert, die erste Rate für diese ist in den Etat schon eingestellt. und bereits die Genehmigung zur Inangriffnahme des Im Marineetat werden an ersten Raten gefordert Baues nachgehoit für 2 Linienschiffe, einen großen und zwei fleine Kreuzer, sowie für ein Gußtanonenboot und eine Torpedobootsdivision. Marktbericht. Gießen, 6. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten Butter -00 Pig., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., per Pid. 0.80-0.90 Mr. Hühnereier 1 St. 8-10 Pfg., Enteneier St. Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Baar mr. 0.70-95., Hühner per Stitd Mt. 100-120, Hahnen, per Stüd Mt. 0,80-1.40, Enten per Stüd 2.00-2.60, Gänse p. Bid. 58-70 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch Der Pfd. 60-64 Pfg. Schweinefleish per Bf. 70-80 Big. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.84 Pfg., albfleisch ver Pfd. 68-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-6.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 3.50-4.50), Milch per eiter 18 g. 27 Bullen, 675 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 804 Kälber, Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 375 Ochsen, 183 Schafe und Hämmel, 1013 Schweine. Bezahlt wurde für 50 Kilo Schlachtgewicht. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäſtete 65-67, höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jabren 70-72 Mt. b) junge, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere 61-64 Mf. d) gering genährte jeden Alters 00 00 Mt. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 63-65 Mt. b) mäßig genährte jüngere ( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen( Stiere und gut genährte ältere 59-61 Mt. Kühe und Färsen und Rinder) höchsten Schlachtwertes 62-64 Mt., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 58-60 mf., c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) 47 bis 49 Mt., d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) 42-44 Mr. Ber 2 Kilo Schlachtgewicht: Kälber: a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber 78-80 Bfg( für 1/2 kilo.) ( Lebendgewicht) 47-4° Bfg.. b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtgewicht) 70-71 Pfg.,( Lebendgewicht) 42-45 Pig., c) geringe Saugfälber 58-62 Bfg, d) ältere gering! genährte Maſt jämmel 64-65 Pig, b) ältere Masthämmel 59-61 Bfg. Kälber( Freffer) Pfg, Schafe: a) Mastlämmer und jüngere c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Merzschafe) 50-52 Pfa. Schweine: a) vollfleischige der feineren Raſſen und deren Kreuzungen gewicht) 52 Pfg., b) fleischiche( Schlachtgewicht 64-65 Pfg, c) im Alter bis zu 1½ Jahren( Schlachtgewicht) 66 Pfg., Lebend. geringentwickelte, sowie Sauen und Eber Pfg. Der ganze Markt war bei gutem Geschäft geräumt. Gestorbene. Am 4. Januar Margar. Beder, geb. Zimmer, 77 Jahre alt, Ww. des Schuhmachermstrs. Philipp Jakob Becker dahier. Beerdigung: Mittwoch, den 7. d. Mtz., vorm. 11 Uhr vom Sterbehause, Bahnhofstraße 5 aus. Am 5. Januar. Karl Jughardt 3., 61 Jahre alt, Fuhrunternehmer dahier. Beerdigung: Mittwoch, den 7. d. Mts., mittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Kleine Mühlgasse 7 aus. Elwine Koch, geb. Hensler, 71 Jahre alt, Ww. des Kaufmanns Frizz Koch dahier. Beerdigung: Mittwoch, den 7. d. Mts., nachm. 2 Uhr, vom Sterbehause, Seltersweg 81 aus. Am 6. Januar. Christian Wenzel, Lokomotivführer i. P. Druck und Verlag der Gießener Berlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1788) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. fai ei di gr gr ja ge Li at ลบ de fe 8 Di ( Holzversteigerung. Dienstag, den 13. Januar 1903 sollen in den Waldungen der Stadt Staufenberg in den Distr. Birken, Eichwald und Maistrauch versteigert werden: 6 Eichenstämme( Wagnerholz), 2 Riefernftämme 2.11 Fm.( Schnittholz) 94 Nadelftämme, 10 Eichen Derbstangen, 3038 Nadel 321 Neisfangen. Der Anfang ist vormittags 9 Uhr auf der Kreisstraße diesseits der Tiefenbach und gegen 11 Uhr auf der Hachbornerstraße an der Hoheitsgrenze. Staufenberg, am 5. Januar 1903. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. Gießener Bither- Club ( Wohltätigkeitsverein). Samstag, den 10. Januar 1903, abends 9 Uhr General- Versammlung im Bereinslokal( Pfälzer Hof). Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Borstandswahl. 3. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. Turnverein Giessen. Die Turnstunden, heute Dienstag beginnend, finden jetzt regelmäßig Dienstags und Freitags abends 8 Uhr statt. Der Vorstand. Westdeutsche Versicherungs- Aktien- Bank in Essen. Garantiemittel M. 12, 796, 625. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß wir die seither von Herrn Wilhelm Steup geführte Agentur unserer Bank dem Herrn Peter Schepp, Werfführer in Burkhardsfelden übertragen haben. Essen a. d. Ruhr, im Januar 1903. Westdeutsche Versicherungs- Aftien- Bank. Die Direktion. Auf obige Bekanntmachung bezugnehmend empfehle ich mich zum Abschluß von Feuerversicherungen zu festen und billigen Beiträgen und bin zu weiterer Auskunft gerne berett. Burkhardsfelden, im Januar 1903. Peter Schepp. Bimmererarbeiten mit und ohne Holzlieferung, übernehme ich jederzeit und verpflichte mich die mir anvertrauten Arbeiten jeglicher Art, auch Reparaturen in nur bester Ausführung herzustellen. Erkundigungen über die von mir ausgeführte Arbeiten fönnen bei Herrn Gutsbesizer H. Frank in Groß- Felda eingeholt werden. Groß- Felda. Karl Diel II., Zimmergeschäft. Das Contoir der Deutsch- Amerikanische- Petroleum- Gesellbefindet sich seit heute Markt 7 schaft Frankfurterstrasse 31. Fritz Eccarius Verdingung. Das Wegfahren von ca. 100 cbm Kehricht von dem alten Viehmarktplatz beim Schlachthaus nach dem neuen Fri dhof soll öffentlich vergeben werden, wozu Termin auf Montag, den 12. Januar 1903 vormittags 11 Uhr anberaumt ist. Angebotsformulare sind auf dem städtischen Tiefbauamt( 3immer Nr. 6 des Bürgermeistereigebäudes) erhältlich, woselbst auch die verschlossenen Angebote abzugeben sind. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. Januar 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. la. Nusskohlen und Briketts, frei ans Haus, billigst Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10. Erflings- Ausstattung. Erstlingshemdchen 10, 15, 20, 25, 30 fg. Tücher und Lyen 48, 50, 60, 70 Pg. casar und Minka Cäsar und Minka Racehundezüchterei nebst Handlung ZAHNA( Preussen) Lieferant Sr. Maj. d. 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