260 bonnementöprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., ish' Saus gebracht 60 Pfg., burch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. eti beilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Cubeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- nub attenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Donnerstag, den 5. November 1903. Gießener 12. Jabrgang. Jufertionepret&: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wir ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonfi 15 Pfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Bostzeltungsliste No. 3269. Rebation und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fersfprecharschluß Kr. 362. Neuese Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Zar und Kaifer. O Wiesbaden, 4. November. Der Belagerungszustand in vollster Form ist über unsere Stadt verhängt. Seit drei Uhr nachmittags darf in der Wilhelinstraße und ihren Nebenstraßen niemand aus- noch eingehen. Zwar sind die Balkons, die anfänglich auch nicht besetzt werden sollten, im letzten Augenblick freigegeben worden, dagegen darf niemand auf Trottoirs und in den Haustiren umherstehen. Nur Militär darf die Straßen füllen, durch die der Herrscher aller Neußen einzieht. Wie gut er bewacht wird, davon konnte die Bevölkerung sich aber heut Wormittag einen Begriff machen, als die dichten Truppenrnassen zu einer imposanten Spalierprobe ausrückten. Ihn selbst aber, den Gastfreund unseres Kaisers, werden nur die Augen derer erblicken, die das Glück haben, auf einem der gerade nicht zahlreichen Balkons der Einzugsstraße einen lag zu erhalten. Totenstille ringsum, nur durchbrochen vom leisen lätschern des Regens. Selbst die Kommandoworte scheinen unter der allgemeinen Depression zu leiden und klingen nur wach und gedämpft, als sich jetzt die langer Reihen der Soldaten aufstellen, die mit ihren blinkenden Bajonetten oi nen eisernen Wall um den Zaren ziehen sollen. Und nun assen die Kanonen der Feldartillerie ihre eherne Stimme Lum Salut erschallen. Ein Fähnlein Husaren voran, ein anderes zur Bedeckung hinterdrein, rollt der kaiserliche Wagen heran. In schnellster Pace durcheilen die feurigen Rosse ie Straße. Das ist kein Einzug, wie ihn das festesfrohe Wiesbaden schon so häufig mitgemacht hat. Eine Flucht der Deffentlichkeit vom Salonwagen ins Schloß, das st der niederdrückende Eindruck, den der Zuschauer emfängt. Ein Eindruck, der sich um so stärker einprägt, als i heut früh unser Kaiser frei und ungezwungen, ohne die eringsten Sicherheitsmaßregeln, in der Stadt umherfuhr, türmisch begrüßt von der Schuljugend, die zur Feier des Cages Ferien hatte. Ueber diese peinliche Gedanken helfen all die glänzenden festlichen Veranstaltungen: Galadiner, Balao per, nicht hinweg. Arme frontoffiziere. Die alte Klage der Offiziere über ungünstige Altersund Beförderungsverhältnisse findet in der soeben erschienenen Dienstaltersliste der preußischen und württember rischen Armee leider wieder ihre volle Bestätigung. Vor allem läßt die Beförderung der Offiziere aus dem reinen Stont dienst in die höheren Stellungen sehr viel zu wünchen übrig. Wer nicht das mehr oder minder verdiente Glück hatte, zum Generalstab, zum Kriegsministerium oder ar höheren Adjutantur kommandiert zu werden, der kommt r langsam vorwärts. Von ehemaligen Generalſtäblern then jetzt z. B. Leutnants aus dem Jahrgang 1867 vor der Beförderung zum kommandierenden General, während re älteren Kameraden aus dem Frontdienst noch kaum vor dem Divisionär stehen. Wir haben Leutnants von 1866, die noch Generalmajors, andere von 1867, die erst Chersten und Regimentskommandeure sind, und aus dem Jahrgang 1868 sind noch einige übrig, die es bisher nur um Oberst, aber noch nicht zum Regimentsfommandeur gebracht haben. Daß eine solche verschiedene Beförderung Ser Generalstäbler und der Frontoffiziere, so natürlich und gerechtfertigt sie in einzelnen Fällen sein mag, von den Frontoffizieren bitter empfunden wird, läßt sich nicht abFreiten. Es kommt hinzu, daß die Frontoffiziere neben der langSomeren Beförderung noch unter anderen-materiellen-- Dachteilen leiden. Namentlich trifft das für die Hauptaffe, die Infanterie, zu. Die Beförderung der Infanteristen geht noch viel langsamer von statten, als die Ser Frontoffiziere der anderen Waffen. Vor der BeförSeung zum Major steht bei der Infanterie der Leut mantsjahrgang von 1878, bei der Fußartillerie und den denischen Instituten der Jahrgang von 1881, bei den VerThrstruppen der Jahrgang von 1880. Hierzu kommt, daß ein Infanteriehauptmann, der zum Major befördert wird, fich noch mehrere Jahre mit dem Hauptmannsgehalt begnügen muß, während bei allen anderen Waffen das Aufrücken zum Major sofort den Bezug der Gebührnisse eines Bataillonskommandeurs nach sich zieht. Nicht anders steht es um das Verhältnis der Oberst- leutnants der Infanterie zu denen der anderen Waffen. Bei der Infanterie ist, abgesehen von einigen Generalstab lern, fein einziger Oberstleutnant zugleich Regimentskonumandeur, die Infanterie- Oberstleutnants beziehen also das selbe Gehalt wie der jüngste Bataillonskommandeur. Bei den anderen Waffen ist das anders: Bei der Kavallerie, der Artillerie, den technischen und den Verkehrstruppen, selbst beim Train, sind sämtliche Oberstleutnants bereits Regimentskommandeure mit entsprechenden Gehaltsbezügen, nur beim Ingenieurkorps gibt es noch drei Oberstleutnants, die noch kein Regiment führen. Aber nicht nur, daß die Ob erstleutnants der Infanterie finanziell ungünstiger gestellt sind, als die der anderen Truppen: obenein sind sie genau wie die Majors der Infanterie im Vergleich zu demen der anderen Waffen auch noch dienstälter! Die altesten regimentsiojen! verstleutnants der Infanterie sind seit September 1870 Leutnants, die ältesten- schon seit einigen Jahren ein Regiment führenden!-Oberstlentnants der Verkehrstruppen erst seit Oktober 1873 Offiziere. Fälle, wo ein Oberstleutnant der Verkehrstruppen, der ein Regiment kommandiert, fünf bis sechs Jahre später in die Armee eingetreten ist, als ein Oberstleutnant der Infanterie, der noch kein Regiment führt, also geringer besoldet wird, sind nicht selten. Daß das für die Infanteristen, deren Dienst obenein der schwerere iſt, fein erhebendes Gefühl sein kann, läßt sich begreifen. Noch ungünstiger aber wird das Verhältnis zwischen Infanterie und den anderen Waffen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß bei der Kavallerie, der Artillerie und den Verkehrstruppen schon Majors Regimentskommandeure sind. Die Dienstaltersliste weist bei der Kavallerie einen, bei der Feldartillerie 22, bei der Fußartillerie einen und bei den Verkehrstruppen zwei Majors als Regimentskommandeure auf! Es ist darum erklärlich, daß schon jetzt unsere Infanterie wohlgemerkt, unsere Hauptwaffe Mangel an Offizierersatz hat. Nicht die Anforderungen des Dienstes, die bei der Infanterie, zumal nach Einführung der zweijährigen Dienstzeit, erheblich größer sind als bei den anderen Truppen, insbesondere bei den berittenen, nein, lediglich die ungünstigen Beförderungsaussichten sind es, die so viele geeignete Elemente von der Offizierslaufbahn abschrecken. Die Armee und in ihr vor allem die Infanterie verkörpert unsere Volkskraft; in ihr dürfen Verhältnisse, die zu bitteren Empfindungen der Führer VeranTassung geben, nicht Plat greifen, und diese Gefahr liegt vor, wenn die gegenwärtigen Beförderungsverhältnisse dauernd werden. Die Politik. In der nächsten Legislaturperiode des preußischen Landtags will die preußische Regierung, wie unser CB.= Mitarbeiter hört, eine Teilung übergroßer Landtagswahlfreise herbeiführen. Bekanntlich wird von verschiedenen Parteien seit Jahren über eine unzweckmäßige Abgrenzung einzelner Landtagswahlkreise Klage geführt. Die Verhandlungen über den deutsch- russischen Handelsvertrag schreiten rüstig vorwärts. Die zweite Konferenz der Unterhändler wird, wie bestimmt verlautet, voraussichtlich noch vor dem 10. November in Berlin statt finden, also wesentlich früher, als man bisher angenommen hatte. Wie lange die zweite Konferenz dauern wird, läßt sich noch nicht sagen; man schätzt aber, daß sie bis Ende November gleichfalls beendet ist. * Das neue italienische Kabinett Giolitti geht stürmischen Tagen entgegen. Die äußerste Linke erklärt, sofort bei der Vorstellung der neuen Männer in der Kammer die„ moralische Frage" erheben und das Ministerium dadurch unmöglich machen zu wollen. Es handelt sich da um allerhand Defekte, die man an einzelnen der Ministerkollegen Giolittis entdeckt haben will. Giolittis Taktik bei der Zusammensetzung seines Kabinetts scheint also doch nicht die richtige gewesen zu sein. A Von einem Konflikt zwischen dem Zaren und seinem Bruder, dem Großfürsten- Thronfolger Michael wird italienischen Blättern aus Petersburg berichtet. Der Großfürst soll sich für eine Reform der politischen Verhältnisse Rußlands begeistern, insbesondere soll er für das Volk Meinungsfreiheit und eine bessere Behandlung der Arbeiter bei Konflikten zwischen ihnen und den Arbeitgebern fordern. Als er jüngst den Führer einer fortschrittlichen Gruppe, der kurz zuvor wegen einer Kritik an der politischen Haltung des Zaren beinahe nach Sibirien verschickt worden wäre, vor aller Deffentlichkeit besuchte, kam es zum offenen Konflikt mit dem Zaren. Der Großfürst reiste schließlich nach der Riviera ab, angeblich aus Gesundheitsrücksichten, in Wirklichkeit aber auf Wunsch des Zaren, dem seine ewigen Vorstellungen lästig wurden. Ob an der Meldung wirklich etwas Tatsächliches ist, entzieht sich einstweilen der Prüfung. Nachdem in den letzten Tagen der türkische Minister des Aeußern, Temfif Pascha, dauernd zwischen dem Yildiz Kiosk, der österreichisch- ungarischen und der russischen Botschaft hinund hergefahren war, ist nun endlich die Antwort der Pforte auf die Reformnote ergangen. Diese Antwort macht verschiedene Einwendungen geltend. Sie weist auf die Hindernisse hin, welche bisher der Durchführung der Reformen entgegenstanden, hebt sodann die bereits durchgeführten Maßnahmen hervor und stellt verschiedene Gegenanträge. Es bestätigt sich übrigens nicht, daß auch Bulgarien mit den Reformforderungen nicht zufrieden sei. Ganz im Gegenteil sei man sogar in Kreisen des mazedonischen Komitees überwiegend ziemlich befriedigt. Ob die Türkei mit ihren Gegenvorschlägen etwas erreichen wird, ist bei der Haltung der neutralen Mächte allerdngs sehr fraglich. Von dem schmalen Streifen Landes, dessen Küsten der Atlantische und der Stille Ozean byspülen, bringt das Kabel eine Alarmnachricht nach der anderen: In Kolumbien hat die Provinz Panama das Banner des offenen Aufruhrs gehißt und sich für einen selbständigen unabhängigen Staat erklärt, und der Bürgerkrieg steht dort vor der Tür. In Nicaragua rüstet man sich zum Kriege gegen die Nachbarrepublik Honduras, und in Guatemala und Cost a Rica herrschen starke innere Wirren, die sich entweder in einem Bürgerkriege oder in Feindseligkeiten gegen die lieben Nachbarn entladen werden! Bei den Newyorker Gemeindewahlen haben die Tammanysten, die Korruptionspartei, gesiegt: Ihr Bürgermeisterkandidat Mac Clellan und ihr Kandidat für den Käntmererposten Grant wurden mit großer Mehrheit gewählt. Entweder ist das ein Beweis, daß die„ Reformer", die vor zwei Jahren ans Ruder kamen, die Erwartungen der Bevölkerung nicht erfüllt haben, oder aber ein Beweis dafür, daß die Newyorker Bevölkerung mit einer Koruptionswirtschaft ganz zufrieden ist. Der schöne Friede zwischen der Kaiserin- Witwe von China und den Damen der Pefinger Gesandtschaften scheint durch die grausame Totprügelung des Reformers Schen eine erhebliche Trübung erfahren zu haben. Schens ganzes Verbrechen bestand übrigens darin, daß er sich eine Abschrift des letzten geheimen Vertrages zwischen China und Rußland zu beschaffen wußte und diese in einer japanischen Zeitung publizierte. Die europäischen Tamen in Pefing sollen nun angesichts dieser barbarischen Behandlung eines fremdenfreundlichen Mannes beschlossen haben, die Kaiserin- Witwe weder in Audienzen noch bei den in letzter Zeit in die Mode gekommenen Tees wiederzusehen. Viel werden sie dabei wahrscheinlich ohnehin nicht verlieren. Heer und flotte. Das Invalidisierungsverfahren für Mannschaften wird sich nach dem neuen Militärpensionsgeset wesentlich vereinfachen. Maßgebend für die Invaliden- Bezüge soll der Grad der Störung der Erwerbsfähigkeit, im Verein mit Dienstzeit und Dienstgrad, sein. Das Gesetz wird bestimmte Klassen der Erwerbsunfähigkeit feſtſetzen. Sache des untersuchenden Arztes wird es dann sein, die betreffenden Leute der entsprechenden Klasse zuzuschreiben. Neu wird in dem Gesetze auch sein, daß nicht mehr einjähriger Bezug des Gehaltes der betreffenden Dienststellen wie heute, abgesehen von Dienstbeschädigungen, notwendig sein soll, um Anspruch auf die betreffende Pension zu gewähren, sondern nur einmaliger Empfang des betreffenden Gehaltes. Damit wird eine große Härte beseitigt; ein Regimentskommandeur, der ohne Dienstbeschädigung heute elf Monate nach seiner Ernennung verabschiedet wurde, bezog 3. B. die Pension des Bataillonskommandeurs. Der preußische Train wird an Stelle des Tschackos den Infanteriehelm mit gewölbten Schuppenketten, dazu als Paradestück bei der Garde den weißen, bei der Linie- außer= etatsmäßig den schwarzen Haarbusch erhalten. Zu den Unruhen im deutschsüdwestafrikanischen Distrikt Warmbad wird weiter gemeldet: Der Stamm der Bondelzwarts empörte sich am 28. v. Mts. Man glaubt, daß der ganze Stamm, der ungefähr fünftausend bis zehntausend Mann stark sein soll, sich erhoben habe. Eine Abteilung von 110 Mann ist mit vier Gebirgsgeschützen und 50 BastardHottentotten von Windhoek nach Warmbad aufgebrochen. Warmbad ist eine Station im südlichsten Teile des Schutzgebietes, etiva 220 Kilometer von der Küste entfernt und 45 Kilometer nördlich von dem die Grenze gegen die Kapfolonie bildenden Oranjefluß gelegen. Am 1. Januar 1903 gab es in Warmbad 20 Deutsche, 11 Engländer, 1 Schweden, 129 Kapländer und 34 Buren aus den ehemaligen Republiken, zusammen 195 Weiße. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 8. Verhandlungstag.) RK Berlin, 4. November. Der heutige Tag schien anfangs nichts weiter bringen zu sollen, als eine Nachlese des gestrigen, aber schließlich sprang doch noch eine Sensation heraus. Die Verhandlung wurde mit neuen Zeugenladungsanträgen der Verteidigung eingeleitet, die darauf hinzielen, das große Interesse des Grafen Heftor Atwilecki an der lebernahme des Majorats nachzuweisen. Diesem Zweck dient auch der Antrag, die Grundbuchaften von Wroblewo herbeizuschaffen, die erweisen würden, daß es sich um ein glänzendes Geschäft handle. Der Gerichtshof beschließt, dem Antrage stattzugeben. Als erste Zeugin wird die eine Schwägerin der Hedwig Andruszewski, Frau Valentine Andruszewski, vernommen. Sie bestätigt im großen und ganzen die gestrige Aussage ihrer Schwägerin und erteilt dieser das Zeugnis einer zwar nerbösen, aber sonst geistig völlig gesunden Person. Von weiterem Interesse ist nur, was die Zeugin von einem Besuch in Wroblewo sagt, den sie unternommen haben will, um die Gräfin über die schlechte Behandlung der Hedwig zur Rede zu stellen. Sie sei dabei auffallend gut aufgenommen worden, und es sei ihr gar nicht angenehm gewesen, daß sie da zur Tafel gezogen wurde, gut zu essen und zu trinken bekam und zwischen dem gräflichen Ehepaar siten mußte. Sie habe WITH Comer Succonette gbams Mrifire Johnston gefagt, er Dera. Hatte mieder empfand er ein wunderſames Glück, doch blickte er fiche Nacht aus der Zukunft ihm entgegen zöge, und doch hatte, und es schien ihm, als ob eine finſtere, undurchdringUnseres Bleibens fann hier nicht lange sein," fühlte es wohl, daß sie recht bin fein Vertreter des englischen Gesezes, sondern nur der setze des englischen Parlaments gelten hier nicht, und ich hat ihr eigenes Recht und ihre eigene Gesetzgebung; die Ge Ihrer Majestät unserer allergnädigsten Königin, aber sie Dieſe Insel, Mylord, steht freilich unter der Souveränität inter jo peinlichen Umftanden zu ihrer Kenntnis gelangen. njel einens, eben dern origen kann und straflos bleibt, 11110 nicht besonders nimmt; aber er muß auf liber Mädchen, dem er von Liebe gesprochen, geheiratet hat." menn er ihn tot and an ihn legt und fein Blut auf sich Der Insel bleiben, bis er das deren Familie iemand, der die ei haidigt, so findet sich meist da in Cifriedens Zunern, und fie 30g Die Biblet. Die e fajo zurüd. nur leichtsinnig, sondern auch roh und fäbzornig! Lisbet v. Wangenheim wußte freilich nicht taſtend ausgestreckt hatte, ihn zu prüfen, ängstlich wieder Ein Mensch, der seinen Burschen prügelt! Also nicht Sadurch keine rechte Gelegenheit gehabt, mit der Hedwig ausführlich zu sprechen. Sie habe das Ganze für eine Komödie gehalten. Von der Verteidigung wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Hedwig 1. St. in einem Erbschaftsstreit ihre Schwägerin des Meineids beschuldigt habe. Wie die Erörterungen ergeben, kann diese falsche Beschuldigung aber wohl auf einen Irrtum, nicht auf bösartigen Charakter zurückgeführt werden. Ein kompromittierender Brief. Von besonderer Wichtigkeit ist die Vernehmung einer zweiten Schwägerin der Hedwig Andruszewska, die auch in das Geheimnis eingeweiht sein will. Sie befundet, daß ihr einmal ein Brief an ihre Schwiegermutter in die Hände gefallen sei, in dem es hieß: ,, Da eine Zeitlang vergangen ist, und Sie haben nichts lassen von sich hören, so muß ich an Sie schreiben und Sie fragen, ob Sie mich nun wollen belohnen für meine Mühe, denn Sie werden doch nicht wollen, daß ich meine Mühe umsonst geleistet habe. Dann muß ich Ihnen noch sagen, daß Sie mir mitteilen, wo das Kind ist; der Vater will es nämlich wissen, da er das Mädchen heiraten will. Machen Sie die Sache bald richtig, denn sonst werden wir noch vor Gericht kommen, und Sie werden doch nicht wollen, daß ich mit meinen weißen Haaren noch aufs Gericht muß." Sie sei sehr erschrocken gewesen, die Schwiegermutter habe die Sache aber als ohne jede Bedeutung hingestellt, und vor allem jede Beziehung des Briefes zur Affäre Kwilecki geleugnet. Der Ehemann, Konditor Bolislaus Andruszewski, schließt sich der Aussage seiner Ehefrau an. Der Droschkenkutscher Wilke bezeugt, daß er am 25. oder 26. Januar 1897 zwei polnische Damen nach dem Schlesischen Bahnhof gefahren hat, von dem die eine etwas unter dem Mantel, die andere einen Koffer trug. Am Bahnhof habe er dreiviertel Stunde auf sie warten müssen. Dann seien die Damen wieder gekommen. Die eine hatte noch immer etwas unter dem Mantel verborgen, sie sah sogar etwas dicker aus, wie vorher, aber der Koffer war nicht mehr da. Die andere Dame hat mir dann einen Zettel gegeben, auf welchem zwei Straßen und Nummern angegeben waren; zu oberst stand Charlottenstraße 56. Ich fuhr erst dahin; die eine Dame stieg aus, kam aber nach fünf Minuten wieder. Dann rief die Dame: " Fahren Sie nach Kaiſerin- Augustastraße!" die Empfänge von neuem beginnen. Um dabei mit Ehren zu bestehen, werden lange und eingehende Beratungen im Allerheiligsten der Schneiderateliers gepflogen, und nach dem, was man bis jetzt an Modellen sieht, werden diese Pourparlers entzückende Resultate zeitigen. Die Toiletten der Saison stehen im Doppelzeichen des Samts und des Pelzwerks. Die Dame des Hauses muß sich so kleiden, daß sie mit der zierlichen Umgebung ihres Salons im Stile Ludwigs XV. oder Ludwigs XVI. in Uebereinstimmung ist, und nichts eignet sich mehr zu reizenden Empfangskleidern als Saint oder Seide. Etwas Pelzbesaß, Spißen und Guipure, Passementerien und Stickereien verschiedener Arten genügen, um die schönsten Kleider herzustellen. Die Röcke werden sehr viel besetzt, aber so, daß die Silhouette nicht verdorben wird. Blusenartige Taillen mit abfallenden Schultern sind charakteristisch für die Saison. Winterkleider werden mit Stickerei und Pelz besetzt. Auf einen Pelzstreifen setzt sich immer ein Stickereistreifen auf, bis der Rocksaum besetzt ist. Blusen werden ebenso besetzt, denn Rock und Bluse müssen diesmal passen. Pelzbesatz bei Schneiderkleidern wird ganz allgemein. Dazu eignen sich langhaarige Pelze, die das Kleid reich erscheinen lassen. Halbtuch, Serge und rauhe Stoffe gewinnen alle sehr durch einen schmalen Pelzstreifen. Als ich die Hohenzollernstraße bereits durch war und nur noch drei Häuser von der Kaiserin Augustastraße ab war, hieß es plötzlich:„ Kutscher, halten!" Ich hielt an, und die Dame zahlte mir die Fahrt und das Warten mit 6 Mark, wobei sie das Geld schon abgezählt in der Hand hatte. Natürlich hat sie mir auch noch eine Mark Trinkgeld gegeben. Dann entfernten sich die Damen nach der Kaiserin Augustastraße zu. Ich habe nachher meiner Frau erzählt, daß ich einen guten Tag gehabt habe, da mir zwei polnische Damen eine Mark Trinkgeld gegeben haben; wenn ich am KaiserGeburtstage auch noch ein solches Glück hätte, dann wäre ich zufrieden. Meiner Frau habe ich die ganze Geschichte erzählt, und die Frau hat gesagt:„ Herrjeh, vielleicht haben die Frauen ein Kind tot gemacht; vielleicht war in dem Koffer noch das Skelett des toten Kindes vorhanden, und sie haben es beiseite gebracht!" Bei einer Konfrontation mit den Zeuginnen Chwiatkowska und Knoska sagt der Zeuge: „ Der Dialekt stimmt."( Große Heiterkeit.) Die Ehefrau des Kutschers bestätigt die Aussage ihres Ehemannes. Den Schluß der Verhandlung bildet die Vernehmung des Kaufmanns Peter Hechelski, der im Auftrage des Grafen Hektor Kwilecki recherchiert hat. Er schildert ausführlich seine bereits aus dem Vorbericht bekannten Erfahrungen in Krakau. Aus dem Gerichtssaal. worden. Die Einwanderungskommiſſare beabsichtigen jett Krikorian nach Maßgabe der Bestimmungen des Einwanderungsgesetzes nach Europa zurückschaffen zu lassen. O Die Nache des Verschmähten. Schon wieder wird ein Fall gemeldet, in dem ein abgewiesener Freier sich an der Spröden und dem glücklichen Nebenbuhler zu rächen sucht, indem er auf das Hochzeitshaus ein Dynamitattentat macht. In dem norwegischen Orte Sjöngsfjorden wurde eine Hochzeitsgeſellſchaft plößlich durch eine heftige Explosion auf geschreckt. Ein früherer Bewerber um die Hand der Braut hatte eine Dynamitpatrone vor dem Hause zur Entzündung gebracht. Das Haus wurde zum großen Teil zerstört und elf Personen verwundet, darunter eine tödlich. Ganz neu ist die Pelzkrawatte, die öfter mit einem anderen Pelz abgefüttert wird. Diese schmale Krawatte wird einmal um den Hals gelegt und zum Knoten geschlungen oder einfach herumgelegt und festgesteckt. Die Enden sind mit Chenillefransen besetzt. Ein ganz neuer Einfall sind auch die doppeltseitigen Hüllen aus dunklem Pelz mit hellem Pelzfutter, die als Tages- und Abendumhänge dienen, je nachdem man die helle oder die dunkle Seite nach außen trägt. Außer dem so schnell in Aufnahme gekommenen Maulwurf hat die Vorliebe für braun Bieber und Otter für Schärpen und Capes wieder in den Vordergrund gebracht. Außerdem geben diese Belzarten unbegrenzte Möglichkeiten als Besat. Die Muffen sind größer als bisher. Sie sind flach in der Form und werden verschiedenartig besetzt. Ein weniger kostspieliger Pelz, der hübsch ist und gut steht, ist Fuchs. Er trägt sich zwar nicht sehr gut; da Muffen und Halskragen aber nicht sehr der Abnutzung ausgesezt sind, so eignet er sich wegen des mäßigen Preises gut dazu. Eine Anzahl neuer Belzmäntel werden kragenlos geschnitten und dazu Halsbinden aus anderem Pelz getragen. Der Matrosenfragen aus Pelz wird häufig zu sehen sein. Er wird so geschnitten, daß die Enden entweder viereckig oder abgerundet sind, oder man trägt ihn rautenförmig, so daß die Spitzen vorn und hinten auf die Mitte fallen. § Beleidigung durch Zuführung von Alkohol. Wenn jemand einen Abstinenten wider dessen Wissen und Willen alkoholische Getränke zuführt, so macht er sich, wie die Strafkammer in Berden neulich erkannte, der Beleidigung schuldig. Der Gastwirt W. Schlobohm in Mulsum goß am 6. März d. I. dem Landwirt Köster in Helenenburg, der Abstinent ist, wider dessen Willen und Wissen Kognak in das an ihn verabfolgte Selterwasser. Infolge des Genusses dieses wurde Köster berauscht und bekam Kopfschmerzen. Schlobohm wurde dieserhalb wegen Beleidigung zu 20 Mark Geldstrafe eventuell bier Tagen Gefängnis verurteilt. Das Schöffengericht in Dorum, das sich zuerst mit der Sache zu befassen hatte, erblickte in dem Tun des Schlobohm sogar das Vergehen der fahrlässigen Körperverlekung. § Der Fall Breidenbach wurde nochmals vor dem Kriegsgericht der ersten Garde- Infanterie- Division aufgerollt. Angeklagt war Hauptmann v. Grolmann, der Kompagniechef des wegen Soldatenmißhandlungen zu 8 Jahren Gefängnis verurteilten Unteroffiziers Breidenbach, in schuldhafter, fahrlässiger Weise die Vergehungen Breidenbachs zugelassen zu haben. Der Gerichtshof erkannte auf 4 Wochen Stubenarrest. In der Verhandlung sollte auch der unmittelbare Vorgesetzte Breidenbachs, Leutnant v. Hellmann, als Zeuge vernommen werden. Es kam aber nicht dazu, da gegen v. Hellmann inzwischen auch ein Strafverfahren in dieser Angelegenheit eingeleitet worden ist. + Prov fetite Vormittag Espar Müller& ni dem Haufe Li gefallen war, ni bem 2. Punt rung des F Ben worüber Gann entschied gun die Bürge Rekurs gegen Arifes Alsfeld Bunte Chronik. Das Gnadengesuch des Direktors der Trebergesellschaft Schmidt iſt abgelehnt worden. Er wurde bereits zur Verbüßung seiner Strafe in das Zuchthaus ab geführt. Die Doppelherrschaft von Samt und Pelz macht sich auch stark in der Hutmode bemerkbar. Hermelin wird zu Gesellschafts- und Straßenhüten gebraucht, und zwar in schmale Streifen geschnitten mit Chiffonschleifen und gefälteltem Chiffon vermischt. Als Straßenhut wird die große Direktoireform bevorzugt. Diese Hüte sind sehr groß, aus einfachem Samt mit Mohairborte und einem Federtuff in verschiedenen Farben. Die Frage der Hüte für Privatgesellschaften wird jezt lebhaft erörtert. Die Frage ist: Kann der große Hut, der zu einem ausgeschnittenen Kleid so gut steht und in Restaurants getragen wird, auch zu Dinergesellschaften beibehalten werden? Wenn solche Diners privatim sind und die Gesellschaft nachher ins Theater geht, so werden viele Damen es vorziehen, den Hut aufzubehalten. Ob aber die Gemütlichkeit gerade dadurch gehoben wird, steht auf einem anderen Blatt. Doch an solche Fragen kehrt sich die Modelaune am letzten Ende ja recht wenig. § Die drei Hunde. Mit einer tragikomischen Affaire hatte sich das Pariser Gericht zu befassen. Der bekannte Romandichter Paul Adam stieg vor einigen Wochen mit zwei Hunden in einen Wagen erster Klasse der Westbahn ein; gegen die Mitnahme der Hunde war nichts einzuwenden, da sich Adam einen Erlaubnisschein der Bahnverwaltung besorgt hatte. Einem galligen Mitreisenden schien aber die Reisegesellschaft nicht zu gefallen. Dieses Kupee ist wohl ein Hundeſtall," sagte er, hier sind ja zwei Hunde!" Wenn Sie drin bleiben, sind es drei," erwiderte Baul Adam gereizt. Der fremde Herr hob die Hand, um den Schimpf zu rächen, aber der Romandichter kam ihm zuvor und versetzte ihm eine schallende Ohrfeige. Die Folge war ein Prozeß, der dieser Tage zur Verhandlung kam. Das Gericht sprach den Dichter frei, mit der Begründung, daß seine Ohrfeige eine Kat der Notwehr gewesen sei. Die Mode der Saison. Nab und fern. 68jährigen Maurer Philipp Schüler. In Baruth erschlug der Arbeiter Paul Kuras den gevoiesen sei unte Vermischtes. Der ersparte Gruß.] Das Hutabnehmen auf der Straße wird bei falter und stets wechselnder Witterung bo Herren niit spärlichem Haarwuchs gewiß peinlich empfunden Es gibt leider keine Abhilfe in dieser Kalamität, da man da Mittel, das nach einem russischen Blatt ein Bewohner der Stadt Kertsch anwendet, sich genieren wird, nachzuahmen, Der Herr hat nämlich an seinem Hut ein Plakat angebracht mit der Aufschrift Jch grüße Sie!" Bei einer Begegnung mit Bekannten sett der erfindungsreiche Herr eine Gummi schnur in Tätigkeit, wodurch die Aufschrift sichtbar wird, um dann wieder zu verschwinden. Die Kinder- Lungenheilstätte Belzig wurde in Gegenwart der Kaiserin eingeweiht. Viele Männer der Wissenschaft, so Geheimräte v. Leyden und B. Fränkel, sowie viele Größen der Berliner Finanzwelt hatten sich eingefunden. Die Kaiserin besichtigte mit großem Interesse die Einrichtungen der Heilstätte und unterhielt sich freundlich mit den kleinen Patienten. Seeräuber im Kieler Hafen. Einen richtigen Piratenzug, wie er sonst nur in chinesischen Gewässern vorzukommen pflegt, unternahmen Kieler Verbrecher im dortigen Hafen. Ueber das aufregende Vorkommnis, das nicht gerade das beste Licht auf die im Hafen herrschenden Sicherheitsverhältnisse wirft, werden aus Kiel folgende Einzelheiten berichtet: Paris, 5. November. Die im Reiche der launischen Göttin Mode tonangebende elegante Pariser Welt ist jetzt zurü gekehrt und rüstet sich mit vollen Eifer zum großen ⇓ terfeldzug. Die Ausfahrten im Bois de Boulogne zeigen wieder, Stern an Stern, die Berühmtheiten der wirklichen und der halben Welt. in kurzem werden die„ Salons" wieder geöffnet sein und det Verfahrens bon 10 Mt. an Cagesordnung f Ettingshauf Sathverhalt ift f Autoritat auf fei und zum Teil ü dine neue Scheu [ Eine zoologische Merkwürdigkeit] hat das„ Staffel steiner Tagblatt" entdeckt. Es schreibt:„ Gegenwärtig passieren die Bahnstation Oberkoßau große Transporte lebender Rebhühner, die aus Böhmen und Mähren kommen und als Zucht stiere zum Aussehen in verschi denen Jagd bezirken Badens und der Rheinpfalz bestimmt sind." Wenn die Sache glückt, werden wir unseren Fleischbedarf bald glänzend decken können. is erforderlic fate en. Am 11 Rell IV., der bi rib benugt, 6 prud gegen d Siejen erzeugte perde diesen be halb Gr. Bürg telgenden Gebä Prisamt Gieße auf Grund des Bähe und die n cliffenen Verfüg der Gebäudeteile der ganze Bau Dtober erhob gegen diese Ver night gegen die tcße, da nicht nis für den re gebiltet werde. gagenüber durd A[ Eine nette Postverwaltung] muß die Republik li beria besigen, wenn man den Mitteilungen eines dort woh nenden Schweizers, die von einem Baseler Blatte veröffent licht worden, Glauben schenken darf. Danach kann man seine Postsachen nur mit großem Risiko der liberianischen Post anvertrauen. Wer sicher gehen will, begibt sich per sönlich an den Schalter, nimmt den Poststempel und ent wertet die gekauften und aufgeklebten Briefmarken. Dann, aber nur dann werden die Briefe und Postkarten befördert. Wenn man aber seine Briefe dem Postdirektor überläßt, reißt er einfach die Marken ab und verkauft sie noch einmal. Die Briefe aber fliegen in ein Ding, das man in Europa Papierkorb nennt." Diese erbauliche Erzählung er innert an die Schilderung, die einmal ein Witblatt von der türkischen Post gab. Einem deutschen Schneidergesellen in Konstantinopel waren aus der Heimat durch Postanweisung 20 Mark angewiesen worden. Als er das Geld er heben wollte, brachte der Postbeamte mit Mühe und Not 10 Mark in Kupfer zusammen; für 4 Mark mußte der Schnei der eine Photographie des Sultans mit eigenhändiger Unter schrift des Großherrn in Zahlung nehmen und für den Rest des Geldes bekam er den Medjidie- Orden! Eine Bande von Piraten hauste in unserem Hafen. Sie stahlen die Jolle eines Segelschiffs, besetzten sie und steuerten hafenwärts, um die vor Anker liegenden Schiffe zu berauben. Im Schutz eines schweren Nebels bestiegen die unheimlichen Gesellen den Segler„ Ernst August" aus Neuhaus a. d. Oste, die schwedischen Galeassen ,, Nord" und„ Sylvia", den Kieler Tampfer Meta", die Jacht Judith" und raubten Uhren, Geld, Kleidungsstücke und Lebensmittel. Auf dem„ Nord" erwachten der Kapitän Johansson" und sein Steuermann, die allein an Bord waren. Sie warfen sich den Eindringlingen entgegen, die bewaffnet waren und mit Dolchmessern stachen. Der Kapitän erhielt Stiche in den Hinterkopf und ins Gesicht und brach ohnmächtig zusammen. Der Steuermann, ein Bruder des Schiffers, jagte die Piraten in die Flucht, obwohl ihm das Blut aus mehreren Wunden im Rücken floß. Die Verbrecher sprangen über Bord und stießen mit der Jolle und ihrer Beute ab. Sie entfamen im dichten Nebel. Bei der Beraubung der„ Meta" gelang es, einen Dieb festzunehmen, es ist ein beschäftigungsloser Schlosser. Die Jolle trieb morgens auf dem Hafen; sie enthielt vom Diebesgut nur Lebensmittel. Die Verlegungen des Schiffers Johansson sind schwer. [ Von Sedan nach El Mungar.] Folgende romantische Geschichte erzählt der Pariser„ Rappel": Nach der Schlacht bei Sedan erhielt der Hauptmann Johann Kraft vom 10. bayerischen Infanterie- Regiment wegen seiner Tapfer feit einen hohen Orden. Kraft starb am 2. September 1890 als Major. Nach seinem Tode trat sein 17jähriger Sohn in die Fremdenlegion ein. Nach einem Jahre kehrte er jedoch von Algier nach Deutschland zurück und meldete sich als Freiwilliger beim 13. bayerischen Infanterie- Regi ment. Er wurde als untauglich zurückgewiesen und ging zum zweiten Male nach Afrika zur Fremdenlegion. Am 2. September dieses Jahres ist er bei El- Mungar im Kampfe gegen die marokkanischen Räuber gefallen. An demselben Tage also, an dem vor 33 Jahren der Vater gegen Frant reich kämpfte, hat der Sohn jezt für Frankreich sein Blut vergossen.... Rührend, wenn's wahr ist! Ein Selbstmörder im-- Brantstaat. Unter eigenartigen Umständen hat ein von Dortmund nach Bochum zugereister junger Mann in einer dortigen Gastwirtschaft Selbstmord verübt. Als der Frende am Morgen nicht zum Vorschein fom, wurde sein Zimmer gewaltsain geöffnet. Den Eintretenden bot sich nun ein merkwürdiger Anblick dar. Auf seinem Bette hingestreckt, angetan mit einem weißen Brautkleid und Schleier, auf der Haupte einen Myrtenkranz, fand man den jungen Mann als Leiche auf; er hatte sich eine Revolverfugel in die Brust gejagt. Bei der Leiche fand man zwei Zettel, von dem der eine die Worte enthielt:„ Liebe Frau B....", während der Lebensmüde in dem zweiten Zettel bittet, ihn im Brautstaate beerdigen zu lassen. Der Lebensmüde wurde später als der 32jährige Arbeiter Pompluhn aus Gerez im Kreise Köslin( Pommern) refognosziert. Die Ermordung des Londoner Armenierführers Sagruni hüllt sich von neuem in geheimnisvolles Dunkel. Der der Beihilfe verdächtige Krikorian ist aus Mangel an Beweisen freigelassen und damit iede Spur vorläufig wieder verwischt ber Bürgermei de Bachgefeße bes Rubritaten Uferbeschädigun Strau bei Hochm Hochwasser ein as Gr. Min bom 3. März and. Die Re on zu Gießen covinzial- Mus fagung aufzub Gibinne des A anzusehen fei Sundern der B Cache wurde erhandelt, we auszusetzen fei. P. Am [ Der Ehemann wider Willen. Eine romantische Entführungsgeschichte macht in Sydney großes Aufsehen. Herr Webb, ein ehrsamer Apotheker, ging des Abends mit Miß Cheßborough spazieren, als ein eleganter Wagen an gefahren fam und plötzlich vor dem Pärchen stehen blieb. Zwei fräftige Männer sprangen heraus, packten Herrn Webb, warfen ihn wie ein Paket in den Wagen und ließen dann Miß Cheßborough einsteigen. Im Galopp sausten die Pferde davon und brachten Herrn Webb zu einem Hause, wo man ihn bis zum Morgen unter sicherer Bewachung versteckt hielt. Dann wurde er gewaltsam in eine Kapelle geführt, wo ihn Miß Cheßborough bereits mit Sehnsucht erwartete und ein gutbezahlter clergyman" die Trauung vornahm. Auf dem Heimwege gelang es dem Ehemann wider Willen, sich von seiner Braut zu trennen und die Flucht zu ergreifen. Er eilte sofort zum Richter und klagte gegen Miß Cheß borough wegen Entführung. Die Sache hat jedenfalls den Reiz der Neuheit. Sonst wurden immer nur junge Mädchen bon liebestollen Männern entführt, jetzt entführen zur Abwechselung heiratslustige Damen den Mann, den sie sich als Opfer ausersehen haben. Auch das ist ein Stückchen„ Frauenbewegung". Das Neuefte aus den Witzblättern. Monolog. Student( bemoostes Haupt): Ist der Kerl, der Suff, drei Jahre auf der Universität und fällt durchs Eramen! Ich bin schon fünf Jahre hier und noch nicht einmal durchgefallen! Dies Detan Der Johannest peuchelheim i hungen fande fatt. Nach Befchetdes Die höhere Tochter. Mutter: Rosa, holen Sie rasch an der Quelle Wasser im Krug! Fräulein Ella: Aber lassen Sie's ordentlich ablaufen, damit es recht falt ist! Boshaft. A.( leise zum Freund, der ihm seine sehr bejahrte Braut vorstellt): Mensch, wo hast du dir diese Ver lobung denn schon wieder zugezogen? 65ynode, erft en Jahresbe Böns über Miffion refer berichtete Her Blick in die Zukunft. Der kleine Mar: Mama, wenn ich einmal groß bin, dann heirate ich ein sehr reiches Mädchen. Mama: Sprich nicht so naseweis. Man hei ratet nicht nach Reichtum, sondern man heiratet jemand, den man lieb hat! Mar( nach einigem Nachdenken): Mama, ich werde einmal ein sehr reiches Mädchen liebhaben. auf dem Gebi 88farrer Guß Defans wurd bwählt, zu m Bandgerichte Rrämer- St rfagmänner und Bürger fiche Wahlen orgerückter pertagt. Sta bie einmalige Trauerfpiel Freitag als geht. Die V collen des An Herrn Linzen + Drt Distuffionsa Afterbetaffe w faffe, Herr C am nächsten wurf mit un perferfterbeta bis jetzt zähl find noch m welche der Mitglieder zu ine Lifte zi bloß die Ver Sonntag fic ( Lust. Bl.) Darmstadt be Sirten möge beabjidifigen gen des Ein au laffen. mieder with Freier fido er Bu raden amitattenta murde ein ge Explo ie Hand de Se zur En dlich. Leil geri des Diretto vorden. G Lokales. Gießen, 5. November 1903. + Provinzial- Ausschuß. Nachdem der auf Hate Vormittag 9 Uhr anberaumte Termin in Sachen Gesuch des Faipar Müller zu Gießen um Erlaubnis zum Likörausschant ini dem Hause Lindenplay 13 auf Wunsch des Gesuchstellers am gefallen war, beschäftigte sich der Provinzial- Ausschuß mit dem 2. Punft der Tagesordnung betreffend die Durchführung des Fluchtlinienplanes für den Seltersweg zu When worüber wir in gestriger Nummer bereits berichteten. bann entschied der Provinzial- Ausschuß i. S. Reklamation gggen bie Bürgermeisterwahl zu Bockenrod dahin, daß der * Die gestrige Notiz über die in Gießen in der Nacht auf Montag stattgefundene Schießaffäre set dahin ergänzt, daß der Täter verhaftet ist, der angeschossene Kellner aber schwer trant darnieder liegt. Auch wird uns aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt, daß die Studenten die Kellner zuerst durch Redensarten belästigt haben sollen, daraufhin von letzteren zur Rede gestellt, hätte der eine der Kellner zuerst noch Schläge ins Gesicht erhalten. ** Krambolage. Ein mit Fruchtsäcken beladener Wagen tam gestern in Grünberg auf dem Brückelchen derart ins Rollen, daß der Führer den Wagen nicht mehr halten konnte. Die Deichsel des Wagens ging durch ein Fenster eines Wohnhauses und in die Decke des Schlafdas Bud elurs gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des zimmers. Glücklicher Weise befand sich niemand in dem Baul Angger weßen, fet unter Berurteilung der Refuvrenten in die stoften Menschenleben ablief. Wie mir hören, war bies bereits bas tabnehmen bies Verfahrens und zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr on 10 Mt. an die Provinzialtasse. Als letzter Punft der Tagesordnung ftand der Rekurs des Georg Heinrich Keil I. Ettingshausen gegen eine freie amtliche Verfügung. Der Sachverhalt ist folgender: Im verflossenen Herbst errichtete ubritat auf seiner Hofratte, direkt an dem Aeschersbach Land zum Teil über die Grenze in dem Bachbett stehend, eine neue Scheune, ohne dazu die auf Grund des BachgeTe erforderliche freisamtliche Genehmigung eingeholt zu Bhaben. Am 11. September v. Js. erhob der Müller Hrch. eil IV., der die Wasserkraft des Wassers zum MühlenbeSerr eine trieb benußt, bei Gr. Bürgermeisterei Ettingshausen Einit sichtbar wipruch gegen den Neubau, indem er erklärte, per durch der Witter peinlich emp amität, da ein Bewoh wird, nadu ei einer Beg Blakat ang hat das bt: Gegen große Tron d Mähren to verfch's denen bestimmt find feren Fleijd B die Republ en eines don er Blatte ber Danadh famm der liberian ill, begibt fid oftstempel und riefmarken, Softfarten bei Stdirektor cfauft sie nu Ding, das ma liche Erzählig ein Wigblatt n Schneidergej imat durch Als er das Geld it Mühe und mußte der Edne enhändiger W und für den n! lgende romant Nach der Schl ann Araft en seiner La m 2. Septem t ſein 17jähri nem Jahre rüd und md Infanterie ewiesen und emdenlegion. dungar im Aam n. In demfelb ater gegen Front anfreich sein Bl ift! Gine romant großes Auff des Abends nter Wagen en stehen ten Herrn und ließen pp ſauſten einem Saue ewachung ber Kapelle gefi hnsucht erwarte auung borna in wider Wil ucht zu ergre gen Miß nt jedenfalls junge Ma tführen zur den fie fid üdchen„ Fra ittern. upt): 3 rfität und hier und ofa, holen Fräul fen, damit ihm feine dir diefe May: Ma in fehr reid 15. Man be ratet jeman Nachdenten Mädde ( 18) diesen erzeugte Rückstau schädige ihn in seinem Betrieb und Derde diesen bei Hochwasser gänzlich in Frage stellen, wesThalb Gr. Bürgermeisterei die Entfernung der im Bachbett tehenden Gebäudeteile veranlassen möge. Das Großh. Ereisamt Gießen forderte den Gg Hrch. Reil I. durch eine uf Grund des Art. 106, 113 und 115 des Gesetzes, die Bäche und die nicht ständig fließenden Gewässer betreffend rlassenen Verfügung an denselben auf, die in Rede stehen, den Gebäudeteile zu entfernen und wies darauf hin, daß ider ganze Bau kreisamtliche Genehmigung bedürfe. Am 17. Oktober erhob p. Keil durch seinen Rechtsbeistand Beschwerde gegen diese Verfügung mit der Begründung, daß der Bau richt gegen die Bestimmungen des erwähnten Gesezes vertoße, da nicht über die Grenze gebaut sei und ein Hindermis für den regelmäßigen Wasserlauf durch den Bau nicht Lebildet werde. Die Großh. Kulturinspektion stellte dem gegenüber durch eine Ortsbesichtigung und Verhandlung mit er Bürgermeisterei Ettingshausen fest, daß die Bestimmungen bes Bachgeseges unzweifelhaft zutreffen. Durch den Neubau des Rubrikaten werde das Bachbett derart eingeengt, daß Uferbeschädigungen am linken Ufec sowie ein schädlicher Rückdau bei Hochwasser unausbleiblich sind, da ohnehin schon bei Hochwasser ein Rückstau im eigentlichen Bachbett bewirkt wird. Das Gr. Ministerium des Innern wies durch Entscheidung tom 3. März 1903 die erhobene Beschwerde als unbegründet zurück. Die Rechtsanwälte Justizrat Hirschhorn und Mendelohn zu Gießen erhoben namens des p. Keil Rekurs an den Brovinzial- Ausschuß mit dem Antrage, die angefochtene Verfügung aufzuheben, da diese Verfügung als Polizeibefehl im Sinne des Art. 80 der Kreis- und Provinzial- Ordnung anzusehen sei und deshalb nicht das Ministerium des Innern, sondern der Provinzial- Ausschuß zu entscheiden habe. Die Sache wurde sodann heute vor dem Provinzial- Ausschuß erhandelt, welcher dahin entschied, daß die Entscheidung auszusehen sei. P. Am 4. November tagte in Gießen die Synode bes Dekanates Gießen. Im Gottesdienst, der in ber Johanneskirche stattfand, predigte Herr Pfarrer GlückHeuchelheim über Ap.- Gesch. 19, 18-20. Die VerhandFungen fanden im Konfirmandensaal der Johanneskirche Flatt. Nach Vollzug der Wahlprüfunger und Verlesung des Beschetdes Großh. Oberkonsistoriums auf die vorjährige Synode, erstattete Herr Pfarrer Dr. Naumann Gießen, bm Jahresbericht, während Herr Pfarrer Weber- LangGöns über die Tätigkeit auf dem Gebiet der inneren Miffion referiert. Bezüglich der Dekanats- Krankenpflege Gerichtete Herr Pfarrer Schwabe- Gießen, über das was auf dem Gebiet der äußeren Mission geschehen, sprach Herr Pfarrer Gußmann- Kirchberg. Zum Stellvertreter des Defans wurde Herr Pfarrer Dr. Naumann- Gießen ge= wählt, zu Mitgliedern des Dekanatsausschusses die Herren Bandgerichtsrat Sandmann- Gießen, Bürgermeister Krämer- Steinbach und Pfarrer Glück- Heuchelheim, zu saßmännern die Herren Pfarrer Hepding- Großlinden und Bürgermeister a. D. Kreiling- Heuchelheim. liche Wahlen vollzogen sich mit großer Einmütigkeit. Wegen Borgerückter Zeit wurden die weiteren Verhandlungen Bertagt. Sämt** Stadttheater Gießen. Nochmals sei auf die einmalige Aufführung von Friedr. Hebbels gewaltigem Trauerspiel Maria Magdalene" hingewiesen, das am Freitag als 6. Freitags- Abonnementsvorstellung in Szene geht. Die Vorstellung ist sorgfältig vorbereitet, die Hauptrollen des Anton und der Clara liegen in den Händen des Herrn Linzen und des Fräulein Hohl. + Orts- Gewerbe- Verein Gießen. Der gestrige Diskussionsabend betreffend Bericht über die Handwerkerfter bekasse war recht interessant, der Ortsrechner der Sterbelaffe, Herr Chr. Haas, teilte in längeren Ausführungen, den am nächsten Sonntag in Darmstadt anzunehmenden Entburf mit und konnte jetzt schon mitteilen, daß die Handberfersterbekasse die billigste von allen derartigen Kassen ist; bis jetzt zählt die Kasse in Gießen 115 Mitglieder, aber es sind noch manche Handwerker, hauptsächlich Jüngere, da, welche der Kasse noch nicht angehören. Um noch mehr Mitglieder zum Beitritt zu bewegen, soll zu diesem Zwecke eine Liste zirkulieren. Herr Kommerzienrat Heyligenstaedt hloß die Versammlung mit dem Wunsche, daß nächst en Sonntag fich einige Mitglieder an der Versammlung in Darmstadt beteiligen möchten und daß die Kasse segensreich Birten möge. ohne von vierte Mal das Wagendeichseln in das betr. Schlafzimmer gedrungen sind. Am 1. Oftober trat eine auffallend große Anzahl von Schulverwaltern bei den hessischen Regimentern zwecks Ableistung ihres militärischen Dienstes teils als EinjährigFreiwillige, teils als sog. Kasernen- Einjährige ein. Infolgedessen macht sich gegenwärtig ein besonders empfindlicher Lehrermangel in Hessen bemerkbar. XIm, Waisenschuh", des Zentralorganes des Hessischen Fechtvereins befindet sich folgender Artikel: Weihnachtsbitte. Draußen wechseln Sonnenblicke mit Regenschauern; kalte Winde tosen durch die Straßen und wirbeln die regten gelben Blätter von den müden Bäumen. Der der Autor der beiden anderen wird nicht genannt und ist wahrscheinlich der Großherzog selber. Der Dichter singt: Ich trug eine Wunderblume Vorschlossen in meiner Brust, Sie glänzet und glühet und leuchtet Und lebt von der Träne Tau. Und ferner: Ich hab eine singende Seele Und wie ein Vogel im Käfig Singt sie ihr Lied. Es schluchzt und lacht, Es zittert und weint Von unendlichem Glück, Von unendlichem Weh. Das eine der„ Dlaf"-Lieder lautet: Die dunklen Zypressen neigen Sich schweigend im Abendwind, Dämmernde Schatten entsteigen Der Erde frühlingslind. Mein Glück, nachtzeitig geboren, Hat nur im Dunkeln geblüht, Ich habe etwas verloren, Im Dunkeln irr' ich nun müd'. Und meine Seele tastet Suchend im Nebel umher Und spähet und dränget und haftet Und findet es nimmermehr. Launsbach, 5. Nov. Vorgestern Nacht wurde hier ein Einbruchsversuch gemacht, der Einbrecher wurde jedoch rechtzeitig verscheucht. (*) Weylar, 3. Nov. Hubertus- Treibjagden wurden gestern zwei abgehalten, eine im Revier Reiskirchen, die andere im Revier Garbenheim. Bei der ersteren ergab sich folgendes Jagdresultat: 20 Hafen, 5 Böcke, 6 Rehe, 2 Füchse und eine Schnepfe. Jagdfönig wurde hier Herr Dr. med. Sanner aus Frankfurt a. M. Im Revier Garbenheim wurden geschossen: 41 Hasen, 12 Rehe, 1 Haselhuhn. Die Würde des Jagdfönigs fiel hier dem Herrn Kohlenhändler Jak. Bastians zu. × Friedberg, 4. Nov. Gestern wurden beim Legen von Gasrohren zwei Arbeiter verschüttet. Einer war sofort tot, der andere schwer verletzt. Bad- Nauheim. Ein Kurgaft, der nicht genannt sein will, hat aus Anlaß des Beginns der Bauarbeiten zur Danteskirche die neue Orgel mit 3 Manualen und 40 klingenden Stimmen im Werte von 18 000 Mt. geftiftet. Wald wird kahl, die Felder stehen leer und über den Stoppeln tummeln sich Raben mit heiserem Krächzen. Herbst! sagt ihr Schreien. Vorbei ist die Sommerherrlichkeit und bald, bald werden leise wieder die Schneeflöckchen vom Himmel niederrieseln und die Erde in das Winterkleid hüllen. Aber dort, durch den schwarzen Tannenwald geht ein Flüſtern und Raunen von kommender Pracht und Schönheit. Wie lauschen die jungen Bäumchen und erzittern in stiller Wonne; denn ein föstlich Wort flüstert der Windhauch durch die Zweiglein:„ Weihnacht!"--- Ja, Weihnacht! Wem geht nicht ein leiser Bug von Freude, aber auch von wehmut bei diesem Klang durch's Herz? Ist's nicht ein eigen Dng, um unsere Weihnacht, des Deutschen höchstes Liebesund Familienfest? We sinnieren wir schon jetzt wieder über das„ Christkind" nach; monatelang zerbrechen wir uns den Kopf: Was wollen wir unsern Lieben bescheren? Und Hand in Hand damit geht die ahnendfrohe Erwartung: Was wird das Christkind mir bringen? Wohl dem, der Weihnacht, trotz allem und allem, noch in rechter Weise feiern fann. Und welch eine Freude ist dann, unterm strahlenden Tannenbaum die glückseligen Gesichter der Seinen zu sehen! Aber dort in der Kammer, da in jener Hütte! Da ist auch Weihnacht; aber was für eine! Hohn voll grinst das Gespenst der Not und des Elends über das Ringen eines armen Mens henherzens, das am heiligen Christabend erst recht seine Verlassenheit fühlt. Der Weihnachtsengel hat beim Flug durch die Welt seiner vergessen; und fummervolle Züge spiegeln als einziger Glanz auf bleiche Kindergesichter. Weihnacht! Weihnacht! Helfet doch alle, Weihnachtsfreude in die Stätten der Armut tragen; das ist ein Licht, dessen Strahl Seelen rettet für Zeit und Ewigkeit! Viele kleine Gaben machen ein Viel; und eine große Gabe gibt erst recht viel. Der Hessische Fechtverein „ Waisenschutz" hat einen großen Weihnachtstisch für seine halbwaisen armen Kinder aufgestellt und viel Platz ist noch da für Gaben mancherlei Art. Wer hilft ihn ganz decken und will wahre Weihnachtsfreude haben? Alles können wir gebrauchen und auch das scheinbar Geringe nimmt mit einem herzlichen Vergelt's Gott" die Oberfechterei sowohl wie auch jeder Zweigverein und jede Fechtwartstelle mit fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch ver Pfb. 70–76 Freuden an. Von hessischen Behörden werden u. a. steckbrieflich verfolgt: Taglöhner Richard Vendig aus Attstadt wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg, Erdarbeiter Paul Friedrich Wilhelm Gußsche aus Steinbach wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Herbstein und Agent Joseph Schreiber aus Sindlingen wegen Entweichens vom Großh. Amtsgericht Laubach. Frankfurt a. M., 3. Nov. Bet Ausschachtungsarbeiten an einem Neubau in der Elephantengasse fand man heute morgen auf dem Besigtum des verstorbenen Gärtners Christ im Keller versteckt eine Kassette mit 1500 Gulden Inhalt. Schmunzelnd nahmen die noch lebenden Kinder des Verstorbenen dieses ,, Andenten" an ihren Vater in Emspang. = Vom Odenwald, 4. Nov. In Auerbach hängte ein Mann seinen 8jährigen Sohn an einem Zwetschenbaum auf, worunter er einen Strohhaufen angezündet hatte. Der Knabe wurde noch rechtzeitig abgeschnitten. Marktberichte. Gießen, 5 Novbr. Auf dem heutigen Wochenmarit lofteten Butter per Bib. 1.00-1.10 mt., Hühnereier 2 Stüd 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käſematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar . 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1 80, Hahnen, per Stud Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Bfd. 56-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 3fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pig. SchweinePfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.00 5.50 m., Zwiebeln per 3t. Mt. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mt. Milch per Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehre dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. □ Weylar, 4. Nov. Auf dem hiesigen Wochenmarkt foſtete das Pfd. Butter 1,10 Mt., Eier 2 Stück 19 und 1 Stück 10 Pfg. )( Kirchhain, 3. Nov. Der heute stattgefundene Rind+ Mit dem 1. November 1848 wurde ein Erlaß des Großherzogs Ludwig III. vollzogen, wonach die Drte: 500 Stück und an Kälbern auch etwa 150 Stück aufgeviehmarkt war sehr gut befahren. An Großvieh waren über Inheiden, utphe, Wohnbach, Trais- Horloff und den zugetrieben. Die Preise waren ziemlich hoch und deshalb der hörigen Mühlen 2c. von dem Landgerichtsbezirke Laubach sind. Auch der Hof Arnsburg mit seiner Gemarkung und getrennt und dem Gerichtsbezirke Hungen einverleibt worden der sogen. Bergermühle wurden damals von Laubach abge= zweigt und dem Gerichte zu Lich überwiesen. Der November bringt uns nach der Prognose des inzwischen verstorbenen Falb in der ersten Hälfte Regen, in der zweiten aber Trockenheit bei verhältnismäßig hoher Temperatur. Der 5. wie der 19. werden von Falb als kritische Termine 2. Ordnung bezeichnet. Dem 100jährigen Kalender zufolge würde der November vom 1. bis 6. schön sein, am 8. Regen, vom 11.- 16. aber Schnee bringen, während in den letzten Tagen trübes, unfreundliches Wetter herrscht. = Die in diesem Jahre vielfach vorkommende Kartoffelfäule und das anhaltende Regenwetter während der Ernte erheischen doppelte Aufmerksamkeit beim Einkellern. Bu empfehlen ist, bei dem Einkellern die Kartoffeln lagenweise mit gemahlevem Gyps zu beſtreuen, wodurch deren Feuchtigkeit aufgefogen und die Fäulnis verhindert wird. Für 50 Pfg. Gyps genügt bei einem Quantum von 3 bis 4000 Pfund Kartoffeln und dafür behält man bis in den August hinein eine gute schmackhafte Kartoffel. * Der Großherzog als Dichter- Komponist. Im Verlag von Schotts Söhne in Mainz sind zwei Liederhefte für Klavier und eine Singstimme erschienen, als deren Komponist auf dem Titel„ Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein" genannt ist. Die Hefte enthalten vier Lieder; zwei davon tragen die Bezeichnung ,, von Olaf"; Handel matt. Zu dem Schweinemarkte waren nahezu 600 Tiere aufgetrieben. Die Preise waren gegen den letzten Markt etwas gestiegen, der Handel sehr flott. Frankfurter Hen- und Strohmarkt, 4. Nov. ( Amtliche Notierungen.) Heu per Zenter Mt. 3.20 bis 3.80, Stroh per Zentner Mt. 2.00-3.40. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann, Die vortreffliche Eigenschaft, den Kaffee zu verbessern, seinen Geschmad zu heben und abzurunden, besitzt von allen Kaffee Zusatz- Mitteln im höchsten Grade Linde's Kaffee- Essenz. 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Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Abhaltung der Viehmärkte. Der Auftrieb von Vieh auf den Viehmarktplatz beginnt von dem am 10. Ifd. Mts. stattfindenden Viehmarkte ab bis auf weiteres vormittags um 8 Uhr. Gießen, den 5. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 10. Oktober angeordnete Sperre des Seltersweg zwischen Plock- und Goethestraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 3. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 25. September I. Is. angeordnete Sperre der Mäusburg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 4. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Am 9. November, nachm. von 2 Uhr an, werden im städtischen Pfandlokal, Seltersweg 11, eine Partie Gartengeräte, Kleider, Weißzeug, Küchengerätschaften 2c. bersteigert. Gießen, den 2. November 1903. Städt. Armenamt Gießen. Curschmann. Achtung! Kammerjäzer Shwarz, empfi hlt sich zur Vertilgung von Ratten, Mäuse, Schwaben, Wanzen und Ungeziefer jeder Art. Bitte Offerten B. 2801 in die Ero. d Blattes schriftlich niederzulegen. 3. Hessisch- Thüringische Staats- Lotterie 3. unter Ziehung 1. Klasse bereits am 11. und 12. November 1903. Original Lose Mt. 3,50, ¼ Mt. 7, ½ Mt. 14, 1/1 Mt. 28. Da diese Lose diesmal sehr schnea vergriffen sein werden, em= pfiehlt es sich sofort zu bestellen. Reelle und prompte Bedienung zugesichert. Julius Sonnenbers, Lotterie- Bureau, Telefon 566 Worme - Telegramme: Sonnenberg. Petroleum- Glüblicht ohne Strumpf, ohne Lampenänderung! Rein Rußen, fein Dunsten. Explosionssicher. Unbegrenzte Dauerhaftigkeit. 50 Proz. Delersparnis. Zehnfache Lichtverstärkung. Für 10" 12" 14" 16" Rundbrenner vorrätig. Stück Mt. 1.80 fco. Nachnahme. J. Pausch II, Kronach. ( Wiederverkäufer gesucht.) Maag Bitten Boonekamp Underberg Sember H.Bader Alrecht. Moklic: Underberg- Boonekamp. Anerkannt bester Bitterlikör! 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Indem wir allen Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Anlagen Schaufensterbeleuchtung etc. werden prompt und billig ausgeführt durch das Gaben die gute Sache unſerer evangeliſchen Kirche fördern zu wollen. Installationsbureau A. P. Christophersen Gießen, 5. November 1903. Für den Vorstand des Gustav Adolf- Frauenverein8: Die Vorsigende: Der Schriftführer: Luise Wortmann. Dr. Naumann. Pfarrer. fetafter Medizinal Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Freitag, 6. November. 1903 6. Freitag- Abonnem. Vorstellung. Maria Magdalena. Ein bürgerliches Trauerspiel in 3 Aufzügen von Fr. Hebbel. 9., 10., 11. u. 12. Deobr. 1903 zu Freiburg I. B. 250 000 Loose. Ziehung 27 3 te Grosse Freiburger Geld- Lotterie zur Wiederherstellung des Münsters, Lose à M. 3.30 Porto und Liste 30 Pfg. extra. Geldgewinne 12,184 ohne Abzug Mark 322500 Hauptgewinne: M. 100,000 M. 40.000 M. 20,000 10.000 5 000 M. 1 à 5.000 à 3.000 6 000 2 à 2000 4000 5 à 1 000= 20 à 500= 10 000 == 5000 200 à 100= 20 000 200 à 50 10 000 1000 à 20= 20 000 2000 à 10= 20 000 8750 52500 à 6 = Lose versendet: Haupt- Debit Ad. Müller& Co. Darmstadt, Rheinstrasse 14. Lose in Giessen bei: Richard Buchacker, Neuen- Bäue 11, Phil. Weiler, Cig., Markt 1, Wilhelm Semmler, Cig. Seltersweg 25. Prima Lebertran empfiehlt Emil Fischach. Gasmotor 2pfd., gut im Stand, preiswert zu verkaufen. Reflektanten wollen sich an d. Exp. d. Bl. wenden. Dachshund ( Teckel), rasseecht, Jahr alt, preiswert zu verkaufen. Wo, sagt d. Erp. d. Blattes. Bureaugehilfe 23 Jahre alt, militärfret, zuletzt Bureauvorsteher, sucht per sofort später anderw. dauernde Stelle. Off. u. M. P. 10 a. d. Erp. d. Bl. oder Metallwarenfabrik in Marburg sucht für Comptoir und Fabrik einen tüchtigen nicht zu jungen Mann für Korrespondenz und Kontrolle in der Fabrif. 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Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen wie Beklemmung, Bolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durd Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein beleb idwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuh le untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folge schlechter Ver dauung, mangelhafter Blutbildung und < ines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzliche Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Krante langsam dabin. Kräuter- Wen giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Bräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mf. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, W klar. Fro hausen, Braunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad- Nauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und fleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistesret. Mindestquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarat. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterwein. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Bestardteile sind: Mal gamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschensaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Rraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuemurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man 172 ordneten Häfchen in allen Richtungen zuDie Buchstaben fetten sich nicht nur aus einer manchmal außerordentlich großen Anzahl von geraden Linien und diese Schülertäfelchen etwas mischte, um sie ges crhalten; fie haben eine besondere blaue metallische regelmäkia Mittagessen und die vier bis fünf Glas Münchener des Abends gun 3 gegen halb bis dreiviertel neun Uhr auf. Nun, wenn ich vom Stammtisch abends nach Hause femme, lege ich mich bald zu Bett, meistens 1 den 11 Uhr, und nicht mal gönnen, dann hat man ja gar nichts vom Leben. schlafen Nr. 260 Fami Donnerstag, den 5. November 1903.