Nr. 181, Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Brattsbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Mittwoch, den 5. August 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pf. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Postzeitungslifte No. 3269. Rebaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 98. Ferusprechanschluß Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Gießen, 1. August 1903. Betr. Revision der Handwerksbetriebe, hier die Bestellung eines Beauftragten durch die Handwerkskammer. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen Suldigungen des heiligen Kollegiums empfangen. an das Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Die Handwerkskammer zu Darmstadt hat einen Beauftragten nach§ 36 ff. ihres Statuts(§§ 103e und 94c der Gewerbeordnung) bestellt. Auf Anordnung des Großh. Ministeriums des Innern empfehlen wir Ihnen, den Beauftragten in der Erfüllung seiner Aufgaben in jeder Weise zu unterstützen. J. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Betr. Rotlauffeuche in Lollar. In dem Gehöfte des Gr. Bürgermeisters 3mmermann zu Lollar ist Notlausseuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 31. Juli 1903. Großh. Kreisamt Gießen. J. V.: Tr. Heinrichs. Bekanntmachung. Betr. Schweinerotlauf in Gilshausen. Bei einem Schweine des Landwirtes Wilh. Weber zu Geilshausen ist Schweinerotlauf festgestellt worden. Gehö'tsperre ist angeordnet. Gießen, den 3. August 1903. Großherzogl. Kreisamt Gießen. J. A.: Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird hiermit der Durchgangsverfehr über den Markt-, Kirchenund Lindenplatz von der Mark straße bis zur Wetzsteingasse für Fuhrwerke und Radfahrer gesperrt. Durch die Sperre wird auch der Verkehr durch die Kaplaneis und Schloßgasse unterbrochen. Gießen, den 5. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Habemus Papam! A Rom, 4. Auguſt. Habemus papam! Am vierten Tage des Konklave haben die vereinigten Kardinäle in ihrer siebenten Abstimmung den Patriarchen von Venedig, Giuseppe Sarto, zum Nachfolger Leos XIII. gewählt. Der neuerwählte Papst hat den Namen Pius X. angenommen. In und vor dem Vatikan herrscht unbeschreiblicher Jubel und eine immer wachsende Aufregung. Die Papstwahl ist vollzogen. Ungläubig schüttelten anfangs die durch die vielen Enttäuschungen der letzten Wahltage„ Gewißigten" die Köpfe, als es um 11 Uhr bei der siebenten Sfumata hieß: Diesmal haben sich die Kardinäle geeinigt; das helle Wölkchen zeigt, daß der Papst gewählt ist. Bald aber sollten auch die Hartnäckigsten eines besseren belehrt werden. Auf der äußersten Loggia der Peterskirche erscheinen Arbeiter und hängen einen mächtigen Teppich über die Brüstung. Zugleich zieht eine neue starke Truppenabteilung auf dem Petersplaße auf, den eine nach vielen Tausenden zählende Menge füllt, deren aufs höchste gespannte Erregung sich in einem wie dumpfes Meeresbrausen anschwellenden Stimmengewirr fundgibt. Da- ein großes Kreuz wird auf der Loggia aufgerichtet, und unmittelbar darauf erscheint der Kardinaldiakon Macchi, dessen violette Soutanc und rote Mozetta weithin über den Platz leuchten, gefolgt von einem Schwarm von Ceremonienmeistern. Lautlos still wird es auf dem weiten Rund, und klar ertönt die Stimme des Kardinaldiakons: Ich verkünde euch große Freude. Wir haben einen Papst, den hervorragenden und verehrungswürdigen Herrn Giuseppe Sarto, Priester und Kardinal der heiligen römischen Kurie.. Soweit war der Kardinaldiakon in der Verkündung der uralten Formel gekommen, als vieltausendstimmiger Jubel es ihm unmöglich machte, sich weiter vernehmlich zu machen. Und doch sollte ja noch eine große Hauptsache urbi et orbi verkündet werden, der Name, den der neue Stellvertreter Petri von jezt an führen wird. Kardinal Macchi winft nochmals, aufgeregt und doch lächelnd über den Ungestüm der Menge, mit der Hand und kann sich dann endlich deutlich vernehmen lassen:... der sich den Namen Pius X. beigelegt hat." Brausender Jubel ertönt von neuem, die Truppen präsentieren, von allen Seiten strömen aus der Stadt, in der sich die Nachricht mit Windeseile verbreitet, neue Menschenmassen dem Petersplatz zu. Alles drängt jetzt nach der Basilika, n den Segen des neuen Papstes zu empfangen. Dieser hatte inzwischen in der fleinen Sakristei der Sirtinischen Kapelle sein Kardinalskleid mit dem päpstlichen Ornat vertauscht und die ersten Dem auf der sedia gestatoria thronenden Papst nahten sich seine bisherigen Kollegen, knieten vor ihm nieder, füßten ihm Hand und Fuß und endlich beide Wangen. Der Papsi umarmte sie darauf und erteilte ihnen den Friedensfuß. Nach dieser ersten Adoration" der Kardinäle wurden sämtliche Konklavisten zum Fußkuß zugelassen. Als der Papst, angetan mit weißer Soutane, rotem leberhang und roter Stola, auf der inneren Loggia der Peterskirche erscheint, um urbi et orbi die Benediktion zu erteilen, brausen unendlicher Jubel und unendliche Hochrufe durch den weiten Dom, in die sich das Tu es Petrus" und das Ecce Sacerdos magnus" der berühmten sirtinischen Sänger wie Engelschöre ntischen. Die stattliche Gestalt des neuen Papstes, der seine Gefolgschaft weit überragt, hebi sich in den prunkvollen Gewändern wie eine überirdische Erscheinung von dem dunklen Hintergrunde ab. Auf seinen edelgeschnittenen Zügen( gilt Sarto doch mit Recht als der schönste Mann des Kardinalkollegiums) liegt ein verklärender Abglanz der hohen Weihe, die ihm widerfahren. Ties ergriffen schaut das Volk zu ihm empor, und immer wieder bricht sich an den Wänden des Domes der Jubelruf:„ Evviva il Papa!", bis der Gefeierte sich, die Hände nochmals zum Segenswunsch ausbreitend, zurückzieht. Der feierliche Klang der großen Glocken von St. Peter begleitet ihn auf seinem Wege in die ihm vorläufig angewiesenen Gemächer. Es dauert geraume Zeit, bis die erregte Menge aus dem Dom und auf dem Petersplatz sich wieder in langsame Bewegung setzt, nachdem sie während der Ceremonie zu einer lebenden Mauer gestaut war. Ununterbrochene Wagenzeilen ziehen sich hindurch und bringen immer von neuem Verwirrung in die sich drängenden und schiebenden Massen. Aber niemand weicht vom Plaße: Hatte doch, gleich nachdem vom Kardinaldiakon die erfolgte Papstwahl von der Loggia aus verkündet war, der Sekretär des Konklave dem an einem der Drehbretter harrenden Konklavemarschall Fürsten Chizi die Mitteilung gemacht, daß das Konklave un 4 Uhr geöffnet werden sollte. Man will die Kardinäle den Vatikan verlassen sehen. Es ist nicht bloße Neugierde, auch warme Anteilnahme am Schicksal des schwer erkrankten Kardinals Herrero, der bereits mit den Sterbesakramenten versehen ist. Wurde doch gestern seinetwegen das Konklave unterbrochen, damit sein Beichtvater zu ihm gelangen könne. Herrero ist über 80 Jahre alt, und den Anstrengungen des Konflave hat seine zarte Gesundheit nicht stand gehalten. Der Lebensgang des neuen Papstes. Der jezige Papst Pius X., mit seinen weltlichen Namen Giuseppe Sarto, entstammt einer armen Bauernfamilie aus Riesa in Treviso. Er ist am 2. Juni 1835 geben und erhielt seine erste Bildung in der Schule seines Heimatstädtchens, später in Castelfranco. Von hier kam er in das Seminar von Padua, wurde, nachdem er die Weihen erhalten, Priester in Tombolo und übernahm 1867 die Pfarre ven Saljano. Der Bischof erkannte seine Begabung und ernannte ihn zum Kanonikus der Kathedrale. Später wurde er Sekretär des Bischofs und Generalvikar. Als der Bischofssitz von Mantua frei war, fiel die Wahl auf ihn. 1893 wurde er zum Patriarchen von Venedig ernannt. Sarto ist politisch ein unbeschriebenes Blatt. Er ist der Kompromißkandidat, auf den, wie wir es voraussagten, die Parteien sich einigen würden. Er ist sehr religiös, sehr einfach und sehr mildtätig. Sarto wird, nach allem, was über ihn verlautet, seine Aufgabe darin suchen, die Kirche innerlich zu festigen. Was ein Konklave kostet. Nachdem die Versammlung der Kardinäle ihre Aufgabe gelöst und Pius X. auf den Stuhl Petri gehoben hat, ist es neben den vielen politischen und religiösen Fragen, die in diesen Tagen die Welt bewegen und bewegt haben, recht interessant, auch einmal die ökonomische Seite eines Kon. flave zu betrachten und zu berechnen, was dem heiligen Stuhl die Sadisvakanz kostet. In früheren Zeiten wurden fabelhafte Summen beim Konklave ausgegeben, so daß im Jahre 1562 Pius IV. sich verpflichtet glaubte, eine feste Norm festzusetzen, die 10 000 Dufaten nicht überschreiten durfte. Während des 19. Jahrhunderts kosteten die Kon Leo XII., klave, aus denen Pius IX. und Gregor VI. als Päpste hervorgingen, 492 125, 638 150 und 723 631 Francs. Bei Pius IX. Tode führte Kardinal Pecci, der nach malige Leo XIII. als Camerlengo große Ersparnisse ein. Die Allgemeinkosten betrugen nur 150 000 Francs. Die Rechnung des Architekten Martinucci für die Mauern und Installationsarbeiten figurierte darin mit 57 871 Francs. Die der Verwandlung der Sirtinischen Kapelle zum Wahl. saal kostete rund 20 000 Francs. Aber diese Ausgaben waren es nicht, die die päpstliche Kasse am meisten belasteten. Die Angestellten aller Klassen profitierten von der günstigen Gelegenheit, um Extragratififationen zu erobern, wie es ia früber aana und aäbe war, daß die Konklavisten sich Vorhänge, Wäsche, Mobilien und Kerzen teilten. Leo XIII. machte, wie gesagt, diesem Unwesen so weit wie möglich ein Ende. Auch beschnitt er den Konklavisten beträchtlich das Geschenk, das sie nach alter Sitte vom neuen Papst zu verlangen berechtigt sind. Gre gor XVI. hatte dafür 15 000 Studi, d. h. 80 000 Mari ausgeworfen. Leo XIII. reduzierte es auf 5880 Skudi oder 23 520 Mart. Ebenso hat ein jeder Konklavist das Anrecht auf eine lebenslängliche Pension. Leo XIII. ließ auch in dieser Hinsicht große Ersparnisse eintreten, er reduzierte dieses dauernde Gnadengeschenk auf 116 Franken pro Jahr. Sehr dankbar sollen ihm die Konflavisten nicht gewesen sein und ihm teilweise lange gegrollt haben. Die Politik. Die Kaiserin und die Ueberschwemmten. Kaiserin Auguste Viktoria gedenkt einen neuen Beweis der hohen Auffassung, die sie von ihrem landesmütterlichen Beruf hegt, zu geben. Sie wird am nächsten Montag nach Schlesien kommen, um das Ueberschwemmungsgebiet zu bereisen. In Aussicht genommen ist eine Besichtigung der Stadt Breslau und der Kreise Neisse und Neustadt. In Breslau soll unter dem Vorsitz der Kaiserin eine Sitzung des Centralhilfskomitees für Schlesien abgehalten werden. Zweifellos wird die Anwesenheit der Kaiserin in der Sitzung des Centralhilfskomitees von günstigem Einfluß auf den Fortgang der Unterstützungsarbeit sein. Handelsvertragsgerüchte. Ein römisches Blatt bringt eine Sensationsmeldung: Die Kabinette der Dreibundmächte seien in einen Meinungsaustausch eingetreten, der nicht den Abschluß neuer Handelsverträge auf der Basis des neuen deutschen Zolltarifs, sondern einfach die Verlängerung der gegenwärtigen Handelsverträge bezwecke. Die Nachricht ist unzutreffend, ein Meinungsaustausch zwischen den Dreibund- Regierungen über die Verlängerung der Handelsverträge hat nicht stattgefunden. Dagegen trifft es zu, daß zwischen den drei Regierungen Verhandlungen wegen des Abs lusses neuer Verträge auf Grund des deutschen Zolltarifs gepflogen werden. Unzutreffend ist übrigens auch die Nachricht, daß zwischen Teutschland und Canada Verhandlungen wegen Beilegung des Zollfrieges schwebten. 50 000 Mark Staatshilfe für Westpreußen. Nach den Mitteilungen des westpreußischen Oberpräsidenten Delbrück, der am Montag in Berlin weilte, sind in Westpreußen durch das Hochwasser der Weichsel nennenswerte Schäden an Teichen und an Gebäuden nicht herbeigeführt worden. Ebenso sind keine Verluste an Vieh ertstanden. Dagegen ist die Ernte in einzelnen an der Weichsel gelegenen Niederungsgebieten schwer geschädigt worden. Der Überpräsident erbat für die erste Hilfeleistung 50 000 Mart. Diese Summe wurde ihm vorbehaltlich der nachträglichen Zustimmung des Landtags zur Verfügung gestellt. Straßenkrawalle in Frankreich. Zu einer förmlichen Straßenschlacht führte eine Gerichtsverhandlung, die in L'Orient, der bekannten franzö sischen Hafenstadt, stattfand. Das Gericht verhandelte gegen einige streifende Arbeiter, die Ausschreitungen begangen hatten. Schon während der Verhandlung fam es im Gerichtssaal zu Kundgebungen, die die Räumung des Saales zur Folge hatten. Die Hinausgewiesenen rotteten sich vor dem Gerichtsgebände zusammen; andere geſellten sich zu ihnen, und als das Urteil, das auf zwei Monate Gefängnis lautete, bekannt wurde, versuchte die Menge das Gerichtsgebäude zu stürmen. Zweimal wurde der Versuch abgeschlagen, dann rückte Militär an. Aber dieses konnte auch nur der Menge den Zutritt zu dem Gerichtsgebäude verwehren; die Richter konnten das Gebäude nicht verlassen, da sie unfehlbar der Wut der Menge zum Opfer gefallen wären. Der Pöbel eröffnete mittlerweile ein Stein bombardement auf das Gerichtshaus, dessen sämtliche Fensterscheiben zertrümmert wurden. Erst als spät abend Artillerie eintraf und die Geschütze gegen die Menge richtete, räumte diese den Platz, um den Krawall in den Straßen fortzusehen. Bis zum frühen Morgen dauerten die Unruhen; erst am Morgen wurden auch die Richter aus ihrer Gefangenschaft erlöst! Nette Zustände! Ein Narr als„ Kaiser"! Ein neues Kaiserreich ist, wie unseren Lesern erinnerlich, vor einigen Wochen gegründet worden: Das Kaiserreich der Sahara". Der Begründer und erste Träger der Krone dieses Kaiserreiches ist ein bekannter fran zösischer Millionär, ein Tagedieb erster Güte, Herr Jacques Lebaudy. Diesen jungen Mann, der durch seine Verschwendungssucht und Extravaganz sich schon vor längerer Zeit unrühmlich bemerflich machte, hat jezt die Narrheit böllig überkommen: Er rüstete ein Jacht aus, die er mil 10 Matrosen bemannte, und fuhr nach der Westküste Afrikas. An einem vollständig öden Punkt der Küste landete er und proklamierte sich zum Kaiser der Sahara". Seine Ma trofen mußten ibm fönialiche Ehren erweisen, und was des zu folgen. Großvater erschienen und ihr gewintt, ihm auf den Friedhof zu sprechen und Erinnerungen aus glücklichen Tagen wachDorthin ging fie nun auch oft mit Stefan, um bom Toten tommen erinnerte, war das, wie ihr im Fiebertahn der ihr. Das einzige Lichtbild, an welches sie sich überhaupt voll. Das Geschehene lag wie ein böser, häßlicher Traum hinter dort sollte Station gemacht werden, jedoch nur eine kurze, liche Grüße von Rostia, und nun höre: durchgelesenen Schreiben nach Hause kam. der ihm versprochen, dorthin zu schreiben. um sodann über Nizza nach Paris zu gelangen. Nachricht!" sagte er zu Margherita, als er mit dem soeben In Genua fand Stefan einen Brief Kostias auf der Post, Gine interessante Vielleicht hast Du Vor allem herzBut gewichen, das er noch besaß; seine erste Bewegung war fie das aufgehoben!" und Mirius' Hand fiel flatschend auf nur Ihrem sauberen Genossen bestimmt war. Für Sie hatte mit sich tragen," er wies auf die Binde, nicht Ihnen, sondern Eristu taumelte zurück. Aus feinem Gesicht war das wenige haben: sie läßt Ihnen sagen, daß der Denfzettel, den Sie da des andern Wange. die noch einem To oifen der in feiner Nähe rasenden Mänaden. Jauchzen des Knaben, das Hundegebell und das Evoë der der schrille Ton der Nohrpfeife in den Ohren, höre ich das ich nicht Wasserbeden wieder. chen hier ein toller Se zu sagen, ich fand mich auf den Blumenbeet tot, auf ihren Plätzen, nud nichts deutete darauf hin, daß soDie vier Steinbilder standen, starr und ofeiert worden war. Wie lange dieses Bacchanal gedauert hat, vermaghen demt Doc Unsinns mehr war. Schließlich hatte der neue Staiser aber das Bedürfnis, eine Badereise zu machen, und so ließ er denn sein halbes Heer, fünf Mann, als Besatzung seiner afrikanischen Residenz zurück. Die fünf Matrosen wurden selbstverständlich von marokkanischen Räubern gefangen ge nommen, die nun ein Lösegeld von der französischen Regie rung fordern. So ist denn nun auch der französische Staat in den Narrenstreich dieses lieblichen Pflänzchens französischer Decadence verwickelt, und man sucht in Paris eifrig nach einer Handhabe, der neuen Majestät das Handwerk zu legen, dessen Betriebskosten die französischen Stenerzahler tragen müssen. Herr Lebaudy aber sitt in Las Palmas und pfeift auf Frankreich. Arbeiter und Kosaken. A Alle weiteren Nachrichten über die Arbeiterbewegung in Südrußland lassen erkennen, daß man es mit einer tief Jehenden Bewegung unter der Bevölkerung zu tun hat, deren Konsequenzen noch nicht abzusehen sind. In Odessa, we angeblich alles schon wieder ruhig sein sollte, ist es nad den neuesten Nachrichten zu blutigen Zusammenstößen zwi schen der Menge und den Kosaten gekommen. Sehr viele Personen sind verwundet, auch einige Todesfälle kamen vor. Handel und Gewerbe liegen völlig darnieder, die Geschäfte sind sämtlich geschlossen, die Lebensmittelzufuhr hat fast ganz aufgehört. Die schlechten Fleischsorten sind von 8 auf 20 Sopeken per Pfund, Brot von 4 auf 40 Ropeten per Pfund gestiegen. Zu allem Elend haben nun auch noch die Wasserleitungsarbeiter sich dem Streit angeschlossen und drohten die Wasserleitung zu zerstören. Darauf wurde das Standrecht proklamiert und die Stadt mit einer außer gewöhnlich starken Truppenmacht besetzt. Die amtlichen rus fischen Meldungen wissen natürlich von alledem nichts.- Wie in Odessa, so ist jetzt auch in Kiem ein Streif aus. gebrochen: Die Eisenbahnarbeiter haben die Arbeit eingestellt andere Arbeiter haben sich ihnen angeschlossen. Eine groß Truppenmacht wurde aufgeboten, um Unruhen vorzu heugen. Der Ministerpräsident als Zeuge. Der Großherzog von Schwerin und der Zöllner. Ein heiteres Vorkommnis ereignete sich dieser Tage an der fürst lich Razeburgschen Chausseegeid- Hebestelle in Schönberg, wo auch Automobilisten noch Chausseegeld entrichten müssen. Diese Hebestelle passierte eine Automobilgesellschaft. As schon verschiedene der Fahrzeuge durchgesaust waren, gelang es dem Einnehmer, ein Gefährt zu stellen, worauf er von dessen Insassen den üblichen Zoll verlangte. In dem Automobil befand sich unter anderen der Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg- Schwerin. Dieser nahm sofort das Wort und machte den Einnehmer auf seinen Stand aufmerkjam. Der biedere Zöllner erwiderte aber trocken:„ Ja, dat fann jeder seggen!", und wohl oder übel mußte auch der Großherzog seine Nickel entrichten. In der bekannten Budapester Bestechungsaffäre hat nunmehr auch der Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervary vor der parlamentarischen Untersuchungskommission seine Aussage gemacht. Er gibt zu, daß der verflossene Gou verneur von Fiume, Graf Szapary, ihm wiederholt von Plänen erzählt habe, die die Obstruktion zur Abrüstung führen sollte; er habe aber den phantastischen Ideen Szaparys keine Bedeutung beigemessen. Von der Bestechungsaffäre habe er erst aus den Zeitungen Kenntnis erhalten. Die Freunde des Grafen begleiteten diese Aussage mit Eljenrufen. Kurze politische Nachrichten. * Hitschläge bei einer norwegischen Truppenübung. Aus Drontheim wird gemeldet, daß bei einem dreitägigen Truppenmarsche auf den Stenfjäischen Wiesen( wo auch vor kurzer Zeit Kaiser Wilhelm weilte. D. R.) infolge furchtbarer Hibe gegen hundert Mann bewußtlos niederſtürzten. Bei einem großen Teil von ihnen ist der Zustand nicht bedenklich. Todesfälle sind bisher jedoch nicht zu verzeichnen. Nach dieser Meldung zu schließen, wird der bedauerliche Unfall harmloser verlaufen, als der Todesmarsch des österreichischen 12. Infanterieregiments bei Bilek, bei dem eine ganze Anzahl braver Soldaten der mörderischen Hitze und der Unvernunft ihres Führers zum Opfer fielen. Dieser, der Oberstleutnant Grünzweig v. Eichenſieg, hat sich inzwischen krank gemeldet, d. h. er ist seines Dienstes enthoben worden. Er dürfte eine schwere Strafe zu erwarten haben. Wie ein Wiener Blatt meldet, hat Oberstleutnant v. Grünzweig dem Regimentsarzt Dr. Pap, welchen der Chefarzt Dr. Trenkler mit der Meldung von den ersten Todesfällen vorgeschickt hatte, geantwortet:„ Das ist mir ganz gleich! Mögen alle liegen bleiben ich muß defilieren!" Das heißt denn doch die Pflichten des Führers, dem vor allem auch die väterliche Fürsorge für Leib und Leben der ihm anvertrauten Truppen obliegt, völlig verkennen. Der deutsche Botschafter in Washington, Freiherr Sped b. Sternburg, wird dem Präsidenten Roosevelt ant Freitag auf dessen Sommersiz Oysterbay einen Besuch abstatten. Er wird der erste Botschafter sein, der außerhalb des Weißen Hauses sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Später wird er den Präsidenten auf einem Ritt durch die Gegend von Long- Island begleiten. Der spanische Ministerpräsident Villaverde läßt erklären, daß er mit dem spanischen Botschafter in Paris lediglich die Frage der Handelsverträge erörtert, sid: dagegen keineswegs mit Bündnisplänen beschäftigt habe. Bekanntlich wurde vor einiger Zeit von einem französischspanischen Bündnis viel gefabelt. * Die englischen Benediktinermönche haben den großen Besitz des Grafen v. Derby fäuflich erworben, um dort ein großes Kloster zu errichten. !* Eine größere Anzahl englischer Parlamentarier wird ain 25. November den französischen Deputierten, die kürzlich in England waren, einen Gegenbesuch abzustatten. * Die russischen Grenzbehörden haben die drückende Bestimmung aufgehoben, daß Grenzpassanten bei Strafe der Konfiskation kein ausländisches Bargeld nach Rußland einführen dürfen. Der Vizekönig von Indien Lord Curzon teilte im gesetzgebenden Rat mit, daß er das Angebot der Regierung, seine Amtszeit zu verlängern, annehme. Hof und Gesellschaft. dere wentger Opfer. Es empfehle ich dringend, vet auen Hochtouren sich eines fundigen Führers zu bedienen, deren es in den Ostalpen etiva 1200 gebe. In den Berghütten infpettor B September Begutachtun Borprojekt Grundlage om nächsten Ter und ber Frankfurt, besteht in 300 R Schwaab, Gennies G nicht gewach barum dem sollten überall Vorrichtungen vorhanden sein, um einem in den Alpen Abgestürzten, der schwere Verlegungen erlitten habe, die erste Hilfe leisten zu können. Viel habe der deutschösterreichische Alpenverein durch Anschaffung guter Tragbahren u. s. w. zur Rettung Schwerverletzter bereits getan. Der Redner zeigte an einer Sarte die 259 vom deutschösterreichischen Alpenverein geschaffenen Unfall- Meldestellen. Aus der Diskussion ergab sich, daß auch in den Schweizer Alpen ähnliche Vorkehrungen getroffen sind. Kronprinz August von Sachsen, der den Verhandlungen als Gast beiwohnte, unterhielt sich nach dem Vortrage längere Zeit mit dem Referenten und dem Bundesvorsitzenden Oberstabsarzt Dr. Düms und erwähnte dabei, daß er selbst ein passio nierter Bergsteiger sei, der schon manchmal die gefahrvollsten Ausstiege unternommen habe. So sei er einmal selbst vier Stunden lang in einer Gebirgskrachse" transportiert worden, das ist eine Tragbahre, auf der ein einzelner Mensch; auch auf schwierigstem Terrain einen Verletzten meilenreit tragen kann. Kronprinz August hatte sich damals durch einen Sturz schwer verletzt. † Eine Massenverhaftung von Sittlichkeitsverbrechern ist durch die Kriminalpolizei in Königsberg i. Pr. vorgenommen worden. Auf dem dortigen Walter Sinton- Spielplaẞze wurde Anfang Juli d. I. ein junges Mädchen von einer Rotte Burschen überfallen und vergewaltigt. Nunmehr ist es den fortgesetzten Bemühungen der Polizei gelungen, zwölf der Attentäter zu ermitteln und festzunehmen. Es handelt sich um junge, überwiegend dem Arbeiterstande angehörige, beschäf tigungslose Leute im Alter von 18 bis 30 Jahren. Kaiser Wilhelm schenkte in diesem Jahre wieder der Domfirche zu Drontheim 1000 kronen. Die Gesamtsumme des faiserlichen Geschenkes an die Kirche beträgt jeti 11 000 Kronen. [ Ein zeitgemäßer Sommerfrischler- Verein] hat sich in Oberstdorf( Allgäu) gebildet. Er nennt sich: Verein zur Hebung des Barometerstandes. Diesem tief niedergedrückten Stande aufzuhelfen, wünschten einstimmig sämtliche in Oberstdorf Anivesende ohne Unterschied der politischen Parteirichtung. Ob ihre Anstrengungen Erfolg haben werden, ist allerdings eine andere Frage. Bei der Kaiserin waren am Dienstag in Cadinen Regierungspräsident v. Jarokky, Werftdirektor v. Holzen dorf aus Danzig und der evangelische Pfarrer Krüger aus Frauenburg zur Tafel geladen. Als erster unter den deutschen Landesfürsten hat Prinzregent Luitpold von Bayern dem Herzog Ernst von Sachsen- Coburg- Altenburg eine herzlich gehaltene Glückwunschdepesche gesandt, die Herzog Ernst ebenso herzlich erwiderte. R.C. Der Nordpol erreichbar diese frobe Kunde gab der amerikanische Polarforscher Peary bei einem Festessen in Saratoga seinen Tischgenossen zum besten. Er verlangte die Summe von 150 000 Dollars zur Ausführung seines„ totsicheren" Planes, an den Nordpol zu gelangen. Wenn mit dieser Summe wirklich das Rätsel gelöst werden könnte, so wäre es bedauerlich, wenn sich nicht die Mittel zu Pearys Er pedition auftreiben ließen. Es wird aber wohl wieder auf einen„ Bluff" hinauslaufen, wie die Amerikaner sagen. [ Ein alter Bekannter], der zur sauren Gurkenzeit regelmäßig in den Spalten der Blätter auftaucht, ist mit anerkennenswerter Pinktlichkeit eingetroffen. Es ist das jäuglingsfressende Schwein, das seine Schandtaten schon seit einer langen Reihe von Jahren in Ungarn, Kroatien oder sonst irgendwo da unten ausübt. Diesmal hat es nach Meldungen aus Agram einer Bäuerin Marija Stankow in Molovin ihren Liebling aus der Wiege, die sie sonderbarer weise mitten auf den Hof stehen ließ, herausgeholt und mit Haut und Haaren verzehrt. Es wäre wirklich an der Zeit, daß an Stelle dieses mythischen Schweines etwas anderes erfunden würde, umm in heißen Sommer den Zeitungslefern ein angenehmeres Gruseln bereiten zu können. Die serbischen Prinzen Georg und Alerander, ferner die Prinzessin Helene und die Prinzen Arsen und Baul Karageorgiewitsch treffen am nächsten Montag früh mit dem Drienterpreßzug in Belgrad ein. *** Der 3 ar hat seine für dieses Jahr beabsichtigte Reise nach Dänemark aufgegeben. Nab und fern. Notizen. Reiche Naphthaquellen, die eine Ausdehnung von über 200 Werst haben, sind im Kubangebiet entdeck worden. Beim Code Gregor Samorows, * * De fein diesjäh turnerifchen ben 9. Aug * Die Anlage fi May Weißb Firma Siem fabren übrig fichtigt, die Rabel anzuf * in unserem schullehrer auffallender bebentlichster der fürzlich gemeldet wurde, haben wir es für unsere Pflicht gehalten, dem berühmten Romanschriftsteller einen Platz in unserer Unterhaltungsbeilage einzuräumen und zwar mit einem Werke, das für das Lesepublikum einen doppelten Vorzug hat: Es ist im Gegensaße zu den meisten Romanen Samorows nicht historisch, und bietet in seiner intimen Eigenart einen prickelnden Retz, was man von den langatmigen geschichtlichen Darstellungen des Verfassers öfters nicht gerade sagen fann Mit ihnen gemeinsam hat es aber die scharfe, naturtreue Wiedergabe von Bildern aus dem Leben an Fürstenhöfen, die ja Samarow, oder, mit seinem bürgerlichen Namen und Rang, Geheimrat Ostar Meding, als vertrauter Ratgeber des letzten Königs von Hannover aus der Fülle seiner eigenen Beobachtungen schöpfen fonnte. Mit feinem Humor schildert er uns in seinem. Roman Meteor" in Cowes siegreich. Des Kaisers Kennjacht Meteor" hat ein Schoner- Rennen zu Cowes, wo zur Zeit die weltberühmte Regatta stattfindet einen glänzenden Sieg davongetragen. Die Londoner Blätter bezeichnen ihn allerdings als einen zufälligen. Quentins„ Cicely", die sich bereits in der Kieler Regatta als besserer Segler als ,, Meteor" bewährt hat, hat bei Beginn der Regatta ihr vorderes Gaffelsegel verloren und kam doch als zweite an. Sie hätte sonst sicher den Meteor" geschlagen. Daß diese Ansicht der Engländer auf bloßer Mißgunst beruht, zeigt auch die Tatsache, daß beim Rennen um den Pokal des Königs, das gestern begann, nach den letzten vorliegenden Nachrichten „ Meteor" rasch alle Konkurrenzjachten hinter sich gelassen und einen großen Vorsprung gewonnen hat. Er wird voraussichtlich auch diesen Preis einheimsen. Die Feier des 50. Regierungsjubiläums des Herzogs von Altenburg gestaltete sich zu einer großartigen Ovation, die dem greisen Herrscher von seinen Landeskindern dargebracht wurde. Ueber die Einzelheiten wird aus Altenburg gemeldet: In den Schulen wurden Festakte veranstaltet. Nach dem Gottesdienst in der Schloßkirche nahm der Herzog die Parade über das 8. Thüringische Infanterieregiment Nr. 153 und die Militär- und Kriegervereine des Landes ab und begab sich alsdann zur Entgegennahme einer Huldigung der Stadt nach dem Marktplay. Regierungsrat Oberbürgermeister Oswald hielt die Festrede. Der Herzog dankte in bew Worten und begab sich hierauf nach dem Schloſse. Am Nachmittag wurde im Hoftheater das Festspiel„ Er nesting" von Eckardt aufgeführt. Aus Anlaß seines Regie rungsjubiläums hat der Herzog einer großen Anzahl verurteilter Personen Gnadenerweisungen dadurch zuteil werden lassen, daß er denselben die Strafen völlig oder teilweise er ließ oder die Umwandlung in niedrigere Strafen u. s. w. berfügte. * Verhafteter Direktor. Der Direktor Wauer von der Fürzlich mit einer Million Mark Kapital gegründeten Nitsonlicht Gesellschaft in Dresden wurde als des Betruges verdächtig verhaftet. Angeblich hat er Patente nach DesterreichUngarn in unfairer Absicht veräußert. Tief gesunken. In Newyork wurde die Gattin des früheren Präsidenten von Guatemala, Barrio, wegen Trunkenheit verhaftet. Frau Barrio soll ein ausschweifendes Leben führen und auch schon wegen anderer häßlicher Sachen mit der Polizei in Konflikt gekommen sein. O Auf der Brautschau OG wie Gott Amor bet einem blonden Fürstenkind in Gestalt des steifen Hofmarschalls anklopft, und wie die neckische Evastochter denn auch Fürstentöchter haben die List ihrer Eltermutter geerbt mit diplomatischen Kniffen die ganzen wohlüberlegten Pläne und Fäden nach ihrem Köpfchen zu dirigieren weiß. Bunte Chronik. Der 25. Verbandstag der städtischen Haus- und Grundbesitzer- Vereine Deutschlands wurde gestern in Dresden eröffnet. Es sind 300 Delegierte anwesend, die 206 Vereine mit 104 000 Mitgliedern vertreten. Am Gros Morlas( Kanton Freiburg) fand ein 27jähriger Tourist aus Westfalen namens Ernart beim Edelweißsuchen durch Absturz seinen Tod. - In einem Walde bei Hanau verübte der Ulan Zuchowski ein Sittlichkeitsverbrechen an dem siebenjährigen Kinde eines Goldarbeiters. Der Unhold wurde verhaftet. In Bromberg erschoß der Lehrer Hinze, der bei dem Füsilierregiment Nr. 34 seiner Dienstzeit genügt, aus Unachtsamkeit den vierjährigen Sohn des Feldwebels Hinze. Lokales. Gießen, 5. August 1903. Lehrer von der Eingetre Staaten, wie lieferten ber Bollaidhulleb in ihre alte auch Lehreri im beffifcher Seffen dürft ** Im Verordnungsblatt für die evangelische Landeskirche wird zur Wiederbesetzung die evangelische Pfarrstelle zu Groß- Felda, Dekanat Alsfeld, ausgeschrieben. In Witten findet zur Zeit die 16. Generalversamm lung des Centralverbandes deutscher Kaufleute und Gewerbetreibender statt. Die Versammlung beschloß eine Petition an das Reichsamt des Innern um Verschärfung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Kunft und Wissenschaft. *** Beurlaubt ist der Kreisveterinärarzt SchmidtGießen vom 5. bis 31. August. Vertreten wird er durch den Kreisveterinärarzt i. P. Prof. Dr. Winkler- Gießen. * Ernannt wurde Regentent Dr. B der zu Gießen zum Pfarrvikar in Alsfeld( zweite Pfarrstelle). Parte haben, ** Di find neuerdi über ekbare liegt es, die Bilzen, wo durch Vorfü An diesen deutlich zet auf etwaig genießbaren Die Großh. Landes Baugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihr Wintersemester am 19. Oftober und endet am 22. März 1904. richten. D fich infolge verfchlechter mittleren ballt sich di fich nicht fo Rheumatism ** Der neu ernannte ordentliche Professor für ordent liches Recht Dr. Wilhelm van Calter ist am 1. Mai 1869 zu Reutin in Baden geboren, absolvierte( 1887) das Gymnasium zu Kempten, studierte in München und Berlin und bestand 1891 die erste juristische Prüfung. Dann wid mete er sich 3 Jahre der juristischen Praxis und legte 1895 die zweite Prüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungs. dienst in Bayern ab. 1896-1897 besuchte van Calfer die landwirtschaftlichen Atademien Weihenstephan und Hohen heim. 1898 ward er Bezirksamtsassessor. Am 8. Novbr. 1900 promovierte er in Freiburg i. Br. mit einer Disser tation:„ Die Anfänge des badischen Budgetrechts". Auf Grund einer Schrift:„ Das badische Budgetrecht in seinen Grundzügen, 1. Teil: Geschichtliche Entwickelung" habiliti rte r sich am 15. Dezember 1900 in Freiburg i. Br. für allgemeines Staatsrecht, deutsches Reichs- und Landesst iatsrecht, deutsches Verwaltungsrecht, Völkerrecht, sowie Kirchenrecht der Katholiken und Protestanten. LG. Der VI. deutsche Samaritertag, der, wie gemeldet, in Dresden tagte, beschäftigte sich unter anderem mit dem Rettungsdienst im Gebirge, einem Gegenstande, der bei den vielen Unglücksfällen, die dieser Sommer in den Alpengegenden gebracht hat, auf allgemeines Interesse rechnen darf. Der Referent führte folgendes aus: Ein großer Teil der Bergsteiger sterbe durch Erschöpfung am Herzschlag. Es sollte daher jeder, der eine Hochtour unternehmen wolle, borerst sein Herz ärztlich untersuchen lassen. Der Blik forIn tritt eine meifters fa die fortan bisherigen Es gibt fo Sülfsidhaffn dienstlichen Oftober tr Fabrperson ftellter S 1000 M Meilen un fteigt unter Softgebal ** Einen Spätzug, der von Gießen abends 11 Uhr abgeht und um 11 Uhr 40 Min. in Hungen ankommt, hat die Bahnbehörde probeweise für Sonntags eingelegt, und es ist zu wünschen, daß diese schon lang gewünschte Einrichtung zu einer dauernden werde. Seitens Großh. Handelskammer Gießen und des Landtagsabgeordneten Bürgermeister Köhler- Langedorf wurde die Sache angeregt. Theater- und Saalbau. Der am Montag gewählte Unterausschuß hielt schon gestern abend eine erste Sigung und erledigte in ihr die Ausstellung eines vor. läufigen Bauprogramms, d. h. es wurde besprochen die Größe und Einrichtung des Theaters, des großen und fleinen Saals, der Nebenräume, die ständigen Wirtschaftsräume 2c. Auf Grund dieser Besprechung wird Herr Bau* * ift eine fold S auf Gege ift jest erfd lichen Ver Der Entwu werden. T leiftenden G Biebbefizer rednung de für Sie gem und Vertre der Brands Ge geift, deffen allgemein bielfach feir zur Hand i eines Infe Schwellung Bigarrenal etwas id einer Pfei Waffer hi reibt den ein. Die balt an Ra Stechen in und wirku * * zollern" die bor Gintrit ein recht f Auf der gend, bet allen bedienen, deren den Berghütten n, um einem in inspektor Beder ein Vorprojekt anfertigen, das Mitte September dem Ausschuß und darauf dem Komitee zur Begutachtung und Beschlußfassung vorzulegen ist. Dieses Borprojekt würde dem zu erlassenden Preisausschreiben als Grundlage dienen. egungen erlitten habe der deutschg guter Trag er bereits getan. bom deutsch Fall- Meldestellen. den Schweizer 5.- Kronpring n als Gast bei e längere Zeit nden Oberstabs: selbst ein passio Die gefahrvollsten inmal jelbit vier ansportiert wor einzelner Menfd; erlegten meilen ich damals durch rohe Kunde gab nem Festessen in Er verlangte die rung seines„ tot gen. Wenn mit erden könnte, so el zu Pearys Er wohl wieder auf faner jagen. ine Ausdehnung Sangebiet entdeci morows, für unsere Pflicht er einen Platz in und zwar mit einen doppelten meisten Romanen in feiner intimen von den langat affers öfters nicht hat es aber die I aus dem Leben it finem bürger Star Meding, als On Hannover aus schöpfen konnte. em. Roman 00 enfind in Geftalt wie die nedische ben die Lift ihrer niffen die ganzen hrem Köpfchen zu Auguft 1903 ngelische Landes elische Pfarrftelle ieben. inärarzt Schmidt n wird er durch Bintler- Gießen. B der zu Gießen lle). werfichule zu 19. Oftober und feffor für ordent r ist am 1. Mai Ivierte( 1887) bas inchen und Berlin fung. Dann wid und legle 1895 und Verwaltungs te van Calfer bie han und hohen 1. Am 8. Novbr mit einer Differ udgetrechts". Wuf bgetrecht in feinen felung" habiliti rte eiburg i. Br. für und Landesst ats gt, fowie Kirchen Gießen abends Rin. in Hungen ife für Sonntags biefe fchon lang n werbe. Seitens mbtagsabgeordneten te Sache angeregt Der am Montag en abend eine erfte ellung eines vor be besprochen bie bes großen und bigen Wirtschafts wird Herr Bau * * Das Rennen auf dem Sportplatz a. d. Hardt am nächsten Sonntag. zwischen dem Reiterkünstler TexasTex und dem Sieger des großen Preises von Gießen, Gräf Frankfurt, wird sich auf 10 Kilometer erstrecken. Der Preis besteht in einer goldenen Uhr nebst Kette im Werte von 300 Mt. Dieser Ehrenpreis ist im Schaufenster des Herrn Schwaab, Blockstraße, ausgestellt. Bekanntlich war Herr Gennies- Gießen dem Reiterkünstler am vorigen Sonntag nicht gewachsen. Mit um so größerer Spannung wird man darum dem nächsten Rennen entgegensehen. * 9 Der Männer Turnverein Gießen feiert sein diesjähriges Sommerfest, bestehend in Kinderspielen, turnerischen Aufführungen, Konzert und Tanz, Sonntag, den 9. August, im neuen Saalbau( früher Steins Garten). * Die geplante elektrische BeleuchtungsAnlage für das Gießener Votsbad ift dem Elektrotechniker | nannter Schermuly mitmacht, hatten die Turner auf| dem Schiffe Gelegenheit vor dem Kaiser und dessen Gefolge ihre Fertigkeiten zu zeigen. Im ganzen waren es 12 Turner. Von diesen erhielt der Obermaat als Vorturner den 1. Preis( 20 Mt.), ein Oberheizer den 2.( 10 Mt) und Jos. Schermuly den 3. Preis( 1 Fünfmarfstück Krönungsstück 1701-1901). Der Kaiser überreichte persönlich jedem einzelnen seinen Preis und erkundigte sich bei jedem in welchem Verein er zuvor ( W. A.) geturnt habe. Gut Heil! + Grünberg. Einen recht interessanten Ausflug unternahm am vorigen Sonntag der Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtverein, um die größeren Züchtereien ihrer Mitglieder im Kreise Alsfeld zu besichtigen. Etwa 40 Herren nahmen, obwohl das Wetter nicht gerade günstig war, an dem Ausflug teil. Besichtigt wurden u. a. die Züchtereien von G. Lang, Eichmühle bei Romrod; H. Lift, G. H. Keil, J. Merte und J. Korell in Strebendorf; in Ober- Breidenbach besichtigte man dann noch die Züchterei von H. Euler. Von dem Gesehenen sehr befriedigt kehrten die Teilnehmer Marburg. Der Bahnbau Marburg- Drei abends nach Grünberg zurück. Max Weißbäcker, Südanlage hierselbst, als Vertreter der Firma Siemens& Halske, übertragen worden. Wir erfabren übrigens, daß auch die israelitische Gemeinde beab- hausen wird von dem Unternehmer Brück jetzt flott besichtigt, die Synagoge an der Südanlage an das städtische Rabel anzuschließen ** Voltsschullehrer. In letzter Zeit hat sich schullehrer recht fühlbar gemacht; namentlich fehlt es in auffallender Weise an fatbolischem Personal. Um nun die bedenklichsten Lücken ausfüllen zu fönnen, hat die Regieruna Lehrer von außen herangezogen. Namentlich ist die Zahl der Eingetretenen aus Preußen groß Aber auch andere Staaten, wie Bayern, Württemberg, Oldenburg und Baden lieferten der Hessischen Schulbehörde schon wiederholt junge Volksschullehrer. Die meisten derselben fahren nie wieder in ihre alte Heimat zurück. Ganz in jüngster Zeit famen auch Lehrerinnen von auswärts, namentlich von Preußen, im hessischen Staate zur Verwendung im Volksschuldienst. in unserem Großherzogtum wieder der Mangel an VolksSeffen dürfte unter diesen Umständen die bunteste Muſtertarte haben, was das Volksschulpersonal anbelangt. Die Bestrebungen der Schulbehörden find neuerdings auch auf die Belehrungen dr Schuljugend über eßbare und giftige Pilze gerichtet. Am Lehrpersonale liegt es, die Kinder weniastens mit den wichtigsten eßbaren Pilzen, womöglich an Ort und Stelle, mindestens aber durch Vorführung wirklicher Exemplare Sekannt zu machen. An diesen lassen sich die hauptsächlichsten Erkennungsmale deutlich zeigen, wobei die Möglichkeit gegeben ist, gleichzeitig auf etwaige Verwechselungen mit giftigen oder doch ungenießbaren Bilzen durch Vergleichungen hinzuweisen. * Für Jäger fommen überall betrübende Nach richten. Die Aussichten auf eine gute Hühnerjagd haben fich infolge der falten Regentage der letzten Zeit bedeutend verschlechtert, namentlich in Gegenden mit schweren und mittleren Boden, z. B. in der Wetterau. Den Hühnern ballt sich die Erde an die Ständer und Läufe. Sie können fich nicht fortbewegen und gehen an Hunger und einer Art Rheumatismus ein. * * In der Benennung des Eisenbahn- Fahrpersonals tritt eine Veränderung ein. Die Charge eines Vackmeisters fällt ganz fort, ebenso der Name Bremser", die fortan Hilfsschaffner" heißen. Den Dienst der bisherigen Backmeister versehen alsdann die Schaffner. Es gibt sodann nur noch Zugführer, Schaffner und Hülfsschaffner, alle anderen Benennungen treten in dienstlichen Beziehungen außer Kraft. Mit dem 1. Oktober tritt auch gleichzeitig eine Besserstellung des Fabrpersonals ein, so erhält zum Beispiel ein angeftellter Schaffner alsdann einen Anfangsgehalt von 1000 Mt bis 1500 Mark steigend, nebst den bisherigen Meilen- und Uebernachtungsgeldern. Ein Zugführer steigt unter gleichen Bedingungen bis 2400 Mark Höchstgehalt. Dem stets angespannten Fahrpersonal ist eine solche Aufbesserung von Herzen zu gönnen. * Staatliche Schlachtviehversicherung auf Gegenseitigkeit. Der Entwurf des Ministeriums ist jetzt erschienen und den Meggerinnungen, landwirtschaftlichen Vereinen 2c. zur Begutachtung übersandt worden. Der Entwurf soll noch dieſen Herbst der Kammer vorgelegt werden. Die Mittel zur Deckung der von der Anstalt zu leiftenden Entschädigungen werden durch feste Beiträge der Viehbefizer und durch Ausschläge aufgebracht. Die Verechnung der Beiträge erfolgt auf Grundlage des Bedarfs für die gewerblichen Schlachtungen. Die Geschäftsführung und Vertretung der Schlachtviehversicherungsanstalt wird der Brandversicherungstammer übertragen. * * Gegen Insett en stiche. Von dem Salmiakgeist, dessen günstige Wirkung auf frische Insektenstiche allgemein bekannt ist, kann man auf Wanderungen bielfach feinen Gebrauch machen, weil er nicht immer zur Hand ist. Ein einfacheres Mittel, um die infolge eines Insektenstiches auftretenden Schmerzen und die Schwellung zu verhüten oder zu beseitigen, bietet die Bigarrenasche, die meist eher zur Hand ist. Man bringt etwas Asche von einer Zigarre, Zigarette oder aus einer Pfeife auf die Stichstelle, fügt einen Tropfen Wasser hinzu( im Notfall auch Bier, Wein, Kaffee) und reibt den entsprechenden Brei tüchtig auf die Stelle ein. Die Wirkung der Tabakasche beruht auf dem Gehalt an Kaliumkarbonat, das die von dem Inseft beim Stechen in die kleine Wunde beförderte Säure abstumpft und wirkungslos macht. ** Turnerisches. Auf der Kaiseryacht Hohenzollern" dient ein junger Mann, Josef Schermuly, welcher bor Eintritt zum Militär dem Turnverein Weglar als ein recht fleißiges und strebsames Mitglied angehörte. Auf der jetzigen Nordlandsreise des Kaisers, die getrieben. Zahlreiche Arbeiter, die teils in Baracken, teils in den Dörfern einquartiert sind, befinden sich auf den Arbeitsstellen. Von Dreihausen soll die Bahn nach Nordeck weitergeführt werden, da von Nordeck ein Anschluß an die Bahn Lollar Grünberg leicht ausgeführt werden fann. == Mainz, 4. August. Hier wurde ein Bäckermeister und Hausbesitzer wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen, begangen an 2 Mädchen von 9 und 11 Jahren, Kindern feiner Mietsbewohner, in Untersuchungshaft genommen. Bengel aus demselben Grunde verhaftet. In Bickenbach a. d. L. wurde ein kaum 16jähriger + Darmstadt, 3. August. In Sachen des DisziplinarVerfahrens gegen den Geheimen Oberbergrat Profeffor Dr. Lepfius sind in verschiedenen Zeitungen MitteilDarstellungen enthalten. Die Direktion des Museums ungen erschienen, die unklare und zum Teil unrichtige sieht sich daher zu folgender Erklärung veranlaßt. Das gegen den Geheimrat Lepfius geführte DisziplinaStrafverfahren bezieht sich auf Vorfälle, die mit seiner Tätigkeit als Beamter des Landesmuseums zusammenhängen. Eine weitere Erörterung des dem DisziplinarStrafverfahren zu Grunde liegenden Tatbestandes in der Deffentlichkeit muß vor dem Ausgang des Strafverfahrens unnütz erscheinen und würde dem Urt il der zuständigen Gerichtsbarkeit vorgreifen. Die in der Frantf. 3tg." von Geheimrat Lepsius veröffentlichte Unterstellung, als beziehe sich das obengenannte Verfahren auf Verleumdungen, bedarf keiner Widerlegung, da nach dem Gesetz vom 21. April 1880 ein DisziplinarStrafverfahren gegen nichtrichterliche Beamte überhaupt nur auf Grund eines amtlichen Ermittelungsverfahrens eröffnet werden kann, durch das Inhalt und Umfang der vorliegenden Beschwerden festgestellt wird. " = Kassel, 4. August. Die R vision des zu 6 Jahren Buchthaus, Degration und Entfernung aus dem Heere verurteilten Husarenunteroffiziers Degen wurde vom Reiche militärgericht verworfen. Degen hatte bekanntlich seine Geliebte zu ermorden gesucht, indem er sie in die Fulda stieß. Aus dem Gerichts[ aal. Straffammer. Gießen, 4. August. Berufung des Philipp Schneider I von Treis- Horloff, welche gegen ein Urteil des Schöffengerichts Hungen gerichtet ist, wegen Ausbleibens des Angeklagten kostenfällig verworfen. Litterarisches. ,, Kerlchen als Sorgen- und Sektbrecher". Von Felicitas Rose. Band VI der humoristischen Bibliothek„ Provinzmädel." Verlag von Rich. Bong, Berlin." Preis brosch. 1 Mart, elegant gebunden 1,50 Mark. Originell wie sein Titel ist der Inhalt dieses neuesten Bandes der allseitig mit so großem Beifall begrüßten humoristischen Sammlung„ Provinzmädel". Sorgen und Sekt! Welch' scharfe Gegensäße, und wie gut versteht doch das„ Kerlchen" sie beide miteinander in Verbindung zu bringen. Ein föſtlicher Humor, der an Reuter und Raabe erinnert, ein tiefer Ernst, verklärt durch unerschütterlichen Lebensmuth, durchziehen das ganze Buch und machen seine Lektüre zu einem wirklichen Genuß. Markt. Frankfurt, 4. August. Heu- und Strohmarkt( Amtliche Notierungen). Heu( altes) per Zentner Mt. 3,80, Heu( neues) Mt. 3,10-3,60, Stroh per Zentner Mt. 2,15 bis 2,25. Die Frankfurter Ledermesse beginnt für Sohl- und Oberleder Montag, den 7. September, und endigt Freitag, den 11. September. Das Einlagern des Leders in die städtische Lederhalle ist bereits Samstag, den 5. September gestattet. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Bokale, den„ Gerichts." und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Ueberzeugung macht wahr. In legter Zeit wird seitens einiger Fabrifanten darauf hingewiesen, daß den landwirtschaftlichen Nuttieren eine Beigabe von Phosphorsäure und Kalk zum natürlich eine Empfehlung des sogenannten Jutterfalfes Futter unbedingt nötig sei, und daran wird dann geknüpft, der nach fachmännischem Urteil bei den meisten Fabriken wesentlich zu teuer bezahlt werden muß. Die Tatsache, daß in manchen Fällen eine Beigabe von phosphorsaurem Kalf zum Tagesfutter empfehlenswert ist, wird ein Praktiker niemals bestreiten; hingegen muß es unbedingt Kopfschütteln hervorrufen, wenn zum Lobe des phosphorsauren Futterkalkes gesagt wird, daß derselbe schnell fette, fernige Schweine erzeuge. Eine bekannte Firma behauptet kühnlich ſogar, daß ein 250 Kilo schweres Schwein nur durch Zugabe ihres Futterkalkes produziert" werden fönne"!! Da muß man doch zunächst einmal fragen, ob Muskelund Fettsubstanz sich aus den bezeichneten Mineralstoffen aufbauen, oder ob zu diesem Zwecke nicht in erster Linie organische Nährstoffe erforderlich seien. Jeder praktische Viehzüchter wird mit uns der Ueberzeugung sein, daß ein Schwein nur dann in fürzester Beit auszumästen ist, wenn neben der mineralischen die organische Nahrung in entsprechender, hinreichender Menge geboten und aufgenommen wird.- Leider laffen aber in letzterer Beziehung die Tiere recht oft viel zu wünschen übrig. Die geringste Veränderung im Futter oder irgend eine kaum bemerkbare Ursache bringt sofort eine Verstimmung der Verdauungsorgane, Appetitlosigkeit und damit naturnotwendig eine Verzögerung der Mast, d. h. direkten Schaden hervor. Ob man in solchen Fällen das Futter mit phosphorsaurem Kalk bestreut oder nicht, macht keinerlei Unterschied, es wird dadurch weder die Freßluft der Tiere angeregt noch die Ausnutzung der Nährstoffe gesteigert. Anders verhält es sich nach allseitig gemachter Erfahrung, wenn das Futter mit einem aromatischen, anregenden Präparate versehen wird, welches die Schmackhaftigkeit der Nahrung erhöht und die Leistungen der Verdauungswege angemessen steigert. Einem solchen Diätetikum werden die Tiere erfahrungsgemäß nicht lange widerstehen, sodaß die Appetitlosigkeit bald verschwindet und die reichlich aufgenommene Nahrung in kürzester Zeit einen hervorragend günstigen Ernährungszustand schaffen hilft. Das Mittel zum Zweck braucht feineswegs selbst als Futter zu dienen, wie dies aus der Verwendung der Bauernfreude" klar hervorgeht. Dieses Pulver, welches nur in minimalen Gaben( eßlöffelweise) berab= reicht wird, kann und soll selbstverständlich in den kleinen Gaben keine Menge organischer Nährstoffe bieten. Trotzdem aber schafft es, wie die Praxis tausendfach bewiesen hat, starke Fresser, die das Futter in anerfennenswertester Weise verwerten." Bauernfreude" nach dem Futterwert beurteilen, heißt demnach das Pferd beim Schwanze aufzäumen; der diätetische Wert ist es, der in Frage kommt, und diesen kann fein vernünftig urteilender Mensch bestieiten. Am allerwenigsten aber wird ein Landwirt, der einmal„ Bauernfreude" im Stalle verabreichte, sich der Einsicht von den hervorragenden Eigenschaften dieses Präparates verschließen, denn das eigene Interesse gebietet es, den Tieren das Diätetikum zum Futter zu geben, weil mit dessen Hilfe die Ausnutzung der Futterstoffe gesteigert, mit anderen Worten eine billigere Produktion erzielt wird. Mit Rücksicht auf die massenhaften und stets von Nachbestellungen begleiteten Anerkennungen, welche die vortrefflichen Eigenschaften der„ Bauernfreude" überzeugend dartun, sollte jeder Viehzüchter sich entschließen, einen Versuch mit diesem Diätetifum anzustellen. Das Entgegenkommen der„ Bauernfreude". Fabrik Th. La user in Regensburg macht die Probe so billig, daß jeder Landwirt in der Lage ist, sich die Ueberzeugung von den unübertrefflichen Leistungen der Bauernfreude" zu verschaffen. Der Maurer Heinrich Klein von NiederOfleiden, der frühere Gerichtsschreibergehilfe Karl Stappel von Offenbach und der pensionierte Weichen wärter Heinrich Leußler III. von Alsfeld find wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen zu Alsfeld an zwei Mädchen unter 14 Jahren, angeklagt. Insoweit die Angeklagten den unfittlichen Verkehr nicht bestreiten, wollen sie von den Mädchen welche sich als 16- bezw. 17jährig ausgaben, angelockt worden sein. Die Angaben der inzwischen in Besserungsanstalten untergebrachten Kinder verdienen nicht vollen Glauben, doch hält das Gericht sowohl Klein als auch Leußler für schuldig und verurteilt den ersteren in eine Gefängnisstcafe von 9 Monaten, leßterer bekommt 6 Monate Gefängnis, worauf ein Monat Untersuchungshaft in Aufrechnung fommt, während Stappel freigesprochen wird. Die Hausiererin Christine Issel von Karlsberg wurde vom Schöffengericht Schlitz wegen Betrugs in eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt, wogegen sie Berufung einlegte. In der heutigen Verhandlung wird festgestellt, daß die Angeklagte, sowohl in der Stadt Schlitz als in deren Umgebung, unter der falschen Vorspiegelung, sie sei die Tochter einer dort vielfach verkehrenden Hausiererin, ihre Mutter sei tot und ihr Vater liege im Krankenhause, Waren abgesetzt hat, wodurch sowohl Käufer durch zu teuer bezahlte Ware, als auch Hausterer durch Entziehung der Kundschaft geschädigt wurden. Das Berufungsgericht kann in dem Gebahren der 18jährigen bereits mehrfach vorbestraften Angeklagten, den Tatbestand des Betrugs nicht erblicken, weshalb das untergerichtliche Erkenntnis aufgehoben wird und Freisprechung eintritt. Hausbursche Georg Heißler von West hausen entwendete dem Kaufmann Regelmann zu Bad Nauheim mittels Einsteigen einen Geldbetrag von 100 Mark nebst Postwertzeichen im Werte von 6 Mt. sowie einen Photographie- Apparat. Er bekommt dafür 1 Jahr Gefängnis; eine noch zu verbüßende Strafe von 6 Wochen wird einbezogen und auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und Dienstknecht Ernst Müller von Duisburg welcher seinem Mitknecht ein paar Schuhe stahl, erhält 4 Monate Gefängnis.- Friedrich Jakob Stipp aus Frankfurt a. M. bekommt wegen Veranstaltung einer öffentlichen Ausspielung ohne obrigkeitliche Erlaubnis 15 Mt. Geldstrafe. Zum Schlusse wird die 4 Wochen erkannt. [ 2038] Unter dem Höchsten Protektorate Seiner Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reichs und Kronprinzen von Preußen. Bom 5. bis 20. August Beichskomitee zu Gunsten der durch Ausverkauf Hochwasser Geschädigten. Ueber große Gebiete unseres Vaterlandes ist schweres Unheil gekommen. Gewaltige Hochwasser haben weithin, besonders in den Provinzen Schlesien und Posen, der Bevölkerung| Schrecken und Not gebracht. Zahlreiche Familien sehen den Erfolg ihres Fleißes verloren; die Ernte ist an vielen Orten völlig vernichtet, die Aecker sind verschlämmt und verwüstet, die Häuser Eine Partie zurückgesetzter Haus- u. Küchengeräte Tischmesser und Gabelu, Ofenschirme, Kohlenkasten 2c. sowie einen Posten zerstört, das ganze wirtſchaftliche Leben in den über: emaill. Kochgeschirre fluteten Gegenden ist ins Stocken geraten. Mit schweren Sorgen sehen Tausende in die Zu- nur teilweise beschädigt und im Sortiment ausrangiert funft. Schnelle Hilfe tut Not. Die Staatsregierung hat bereits erhebliche Mittel stellen wir zur Verfügung gestellt, um den drohenden unglücklichen Folgen der Ueberschwemmung, vor allem dem Ausbruch bon Seuchen zu begegnen und die zerstörten öffentlichen Anlagen wieder herzustellen. unter Preis zum Verkauf. Brüder Schmidt Große und umfassende Aufgaben bleiben aber der Gießen. privaten Wohltätigkeit. Die Kräfte der durch das Unglück der Hochwasserflut betroffenen Provinzen reichen Sazu nicht hin. Die Unterzeichneten rufen daher die Deutschen aus allen Gauen unseres Vaterlandes und im Auslande auf, schnell und reichlich zu helfen. In engem Zusammenschluß mit den Provinzialfomitees in den geschädigten Provinzen werden wir Sorge tragen, daß die uns anvertrauten Gaben sachgemäße Verwendung finden. Wir bitten, daß sich an recht vielen Orten Hilfskomitees bilden, die wir ersuchen, mit uns in Verbindung zu treten. Alle Geldsendungen bitten wir einzuzahlen an die Deutsche Bank, Depofitenkasse A zu Berlin, MauerStraße, auf das Konto: Reichskomitee zu Gunsten der durch Hochwasser Geschädigten. Den gesamten Schriftwechsel bitten wir zu führen mit dem Schriftführer des Reichskomitees, Dr. Leidig, Regterungsrat a. D., stellvertretender Geschäftsführer des Centralverbandes Deutscher Industrieller zu Berlin W. 35, Am Karlsbad 4a. Auch ist der Schriftführer des Komitees, Regierungsrat a. D. Dr. Leidig, Am Karlsbad 4a, zur Annahme von Geldgaben bereit. Berlin, den 29. Juli 1903. Der Vorsitzende: Graf von Posadowsky. Staatsminister, Staatssekretär des Innern. Die stellvertretenden Vorsitzenden: Kirschner, Oberbürgermeister. Studt, Staatsminister. Geschäftsverlegung. Einem hiesigen und auswärtigen Publikum, sowie meiner werten Kundschaft zur gefälligen Nachricht, daß ich mein Geschäft nach 5 Neuen- Bäue 5 berlegt habe. Gleichzeitig empfehle ich mein reichhaltiges Lager in 83 Seltersweg 83. 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Cornwall, gerade an einem Tage des: alten Zolleinnehmer in Seiner britischen Maieſtät das Ohre kaum bemerfbar ist, aber doch vor einem nahe bevorstehenden Salzrutsch warnt. gedrückten Schwamm, der dem merffamkeit auf einen schwachen Ton wie von einem aus Rr. 181. Famili Mittwoch den 5. August 1903.