Nr. 3. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 5. Januar 1903. Gießener 12. Jayrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Mezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Vfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Steht uns ein neues Wahlrecht L bevor? CB. Wenn auch das Urteil des Kaisers über das gegenwärtige deutsche Reichstagswahlrecht schon ein Dusend Jahre zurückliegt, so erregt es doch in politischen Kreisen kaum minderes Aussehen, als wenn es gestern oder vorgestern geäußert worden wäre. Man ist eben überzeugt, daß die Anschauungen des Kaisers in dieser Frage sich seit dem Beginn der neunziger Jahre feinesfalls geändert haben, und man schäßt diese Tatfache nach ihrer politischen Bedeutung um so höher ein, als, wie neulich mitgeteilt wurde, ähnliche Anschauungen wie die des Kaisers auch bei anderen Bundesfürsten vorherrschen. Es ist kein Zweifel, daß schon seit längerer Zeit bei der überwiegenden Mehrheit der verbündeten Regierungen die Neigung besteht, sich auf eine Aenderung des Reichstagswahlrechts einzulassen, falls fie nach der Ansicht der Regierungen eine Verbesserung des gegenwärtigen Wahlrechts bedeutet. Man weiß, daß die Mehrheit des Bundesrats die alte Forderung des Reichstags, Reichstagsdiäten einzuführen, neuerdings nicht mehr kurzerhand zurückweist; man ist vielmehr gewillt, die Diäten zu gewähren. Aber mait will sie nicht ohne Gegenleistung gewähren, und diese Gegenleistung soll in einer Abänderung des Wahlrechts bestehen. Zwar wird die Reichsregierung diese Aenderung nicht selbst anregen; es wird vielmehr dafür gesorgt werden, daß diese Anregung zugleich mit dem neuerlichen Antrage, die Diäten einzuführen, aus der Mitte der Volksvertretung gestellt wird. Ob eine solche Aenderung des Wahlrechts Aussicht auf Genehmigung seitens der Reichstagsmehrheit hat, ist in fraglich, das Zentrum insbesondere wird schwer dafür zu haben sein. Andererseits liegen aber auch Momente vor, die den Widerstand des Zentrums gegen eine Abänderung des Wahlrechts besiegen könnten. Zunächst kommen da die parlamentarischen Vorgänge im letzten Stadium der Zolltarisdebatte in betracht; das Verhalten der sünfzig Sozialdemokraten hat in den Kreisen der nicht mit ihnen liierten bürgerlichen Parteien die Besorgnis erweckt, daß der Ton im deutschen Reichstage noch auf ein niedrigeres Niveau gedrückt, daß der Gang der Arbeiten noch mehr verlangsamt und gehemmt werden würde, wenn es den Sozialdemokraten gelänge, die Zahl ihrer Mandate noch erheblich zu vermehren. Und man sagt sich, daß dies bei dem gegenwärtigen Wahlrecht nicht unwahrscheinlich ist. Schon das könnte den Widerstand des Zentrums gegen die Wahlrechtsänderung schwächen. Nun kommt hinzu, daß das Anwachsen der Sozialdemokratie und ihr damit zweifellos wachsender Terrorismus gegenüber den anderen Parteien sehr leicht nämlich wenn er die parlamentarische Arbeit vollends lahmlegt zur Vernichtung des Parlamentarismus überhaupt führen könnte. Denn keine deutsche Regierung wird auf die Dauer Lust haben, mit einem Parlament zu arbeiten oder überhaupt ein Parlament zu beachten, das zu positiver Arbeit unfähig ist. Können schon diese beiden realpolitischen Erwägungen die Abneigung einzelner Parteien gegen eine Wahlrechtänderung vermindern, so kann sie völlig besiegt werden, wenn der von der Regierung gewünschte und von irgend einer parlamentarischen Seite angeregte Aenderungsmodus den eigentlichen Charakter des Wahlrechts als eines allgemeinen, allen Staatsbürgern zustehenden Rechts unangetastet läßt. Das sagt sich auch die Regierung, und so sind denn auch die Aenderungspläne, die in Bundesratskreisen Anklang finden, derart, daß sie den allgemeinen Charakter des Wahlrechts unberührt lassen. Auch das Wahlgeheimnis soll nicht angetastet werden, ebensowenig der direkte Wahlmodus. Nur insofern, als das heutige Wahlrecht ein gleiches ist, möchte man eine Aenderung herbeigeführt sehen. Welcher Art diese Aenderung sein soll, darüber sind im Bundesrat die Meinungen geteilt. Ein Teil der verbündeten Regierungen ist für das belgische Pluralsystem. Dabei gibt der Wähler nicht eine Stimme ab, sondern mehrere, und zwar richtet sich die Zahl der ihm zufallenden Stimmen nach verschiedenen Umständen: Der verheiratete Wähler hat mehr Stimmen als der unverheiratete in sonst gleichen Lebensumständen; der Vater mehrerer Kinder mehr als derjenige, der weniger oder keine Kinder hat, der höher besteuerte mehr als der geringer besteuerte; schließlich ist auch der Bildungsgrad von Einfluß auf die Zahl der Stimmen, die jedem Wähler zustehen. Das Verfahren ist, wie man sicht, etwas umständlich; aber es hat den Vorzug, daß es den urteilsfähigeren, den dem Staat mehr beistehenden und als Hausvätern an dem Staatswohl mehr interessierten Wählern einen größeren politischen Einfluß sichert als den jugendlichen Wählern, die eine geringere Kenntnis vom Leben und ein ungereiftes Urteil über die politischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse ihres Landes und Volkes befizen. Kein Zweifel: das Pluralsystem würde die bürgerlichen Parteien erheblich stärken und der Sozialdemo fratie, deren Anhänger teils junge Sprudeltöpfe sind, beträchtlichen Abbruch tun. Gerade deshalb aber könnte vielleicht der eine oder andere einflußreiche Politiker aus Gerechtigkeitsgefühl einer solchen Aenderung des Wahlrechts widerstreben. Solche Politiker gedenkt man dadurch zu gewinnen, daß man das Proportionalsystem einführt. Nach diesem werden alle bei einer Wahl im ganzen Reiche für die einzelnen Parteien abgegebenen Stimmen einzeln addiert, und nach dem Verhältnis der Summen dieser Stimmen zu einander wird dann die Zahl der Mandate festgestellt, die den einzelnen Parteien zufallen. Ob diese in Bundesratskreisen schwebenden Erwägungen sich in festere Anträg aus dem Hause verwandeln werden, ist einstweilen noch fraglich. Geschicht es, so ist die Wahrscheinlichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß eine Aenderung des Reichstagswahlrechts in diesem Sinne sich vollzieht. Man mag das beklagen oder bejubeln. Jedenfalls ist es angezeigt, schon heute auf diese Möglichkeiten in der Ceffentlich..it hinzuweisen. Die Politik. Parlamentarische Anfräumungsarbeiten. Aus parlamentarischen Kreisen schreibt man uns: Der Rest der Reichstagssession dürfte nicht mehr im Zeichen großer Aufgaben stehen. U. a. wird die seit Monaten dem Bundesrat fertig vorliegende Börsengeset Novelle diesem Reichstage nicht mehr zugehen. Ebensowenig dürfte die Regierung auf der Verabschiedung der Vorlage, betr. die kaufmännischen Schiedsgerichte, bestehen. Dagegen ist als sicher anzunehmen, daß dieser Reichstag einen Handelsvertrag noch zu erwarten hat. Eigentlich dürfen nur noch das von der Kommission fertig gestellte Kinderschutzgesetz und der Entwurf über das Verbot der Verwendung des Weißphosphors in Zündholzfabrifen auf Erledigung Hoffen. Auch die kommende Landtagssession wird keine besonderen lleberraschungen bieten, falls nicht Interpellationen aus den beiden Häusern des Landtags solche bringen sollten. An Vorlagen werden die üblichen Verwaltungsund Reagenhaftsberichte, die alljährlichen Rechnungssachen, der Etat und die Entwürfe über die Verstaatlichung der 6 Privateisenbahnen kommen, die bereits vor Jahresfrist angekündigt worden sind. Die Kanalvorlage wird in dieser Tagung nicht vorgelegt werden, vermutlich dürfte aber in die Thronrede wie im Vorjahre ein Passus aufgenommen werden, der das Thema variiert: Gebaut wird er doch! Eine sonderbare Konferenz. (!) Wien, 3. Januar. Heute sand hier die Verständigungs- Konferenz zwischen Deutschen und Tschechen statt. Ein Teil der deutschen Delegierten wollte jedoch nicht mittun, weil ja die Verständigung doch nur auf Kosten des Deutschtums vollzogen werden soll. Aus diesem Grunde haben die deutschen Telegirten aus Mähren vor Beginn der Verhandlung erklärt, sie seien zwar erschienen, um zu zeigen, daß sie einer Verständigung geneigt seien, sie hätten jedoch nicht die Absicht, durch Teilnahme an den Beratungen zur Erwürgung des Deutschtums beizutragen. Nach Abgabe dieser Erklärung verließen sie einhellig die Konferenz. Der Wolf als Prediger. In Ladysmith wurde am Freitag zu Ehren Chamberlains ein Bankett veranstaltet. Dabei hielt Joë eine Rede. Er betonte die Notwendigkeit der Einigkeit auf sozialem Gebiete, die ebenso wichtig sei, wie die Einigkeit auf politischem Gebiete. Tann warnte er davor, das Boyfottieren in Südafrika einzuführen, sprach die Hoffnung aus, daß die Holländer ebenso wie die Engländer bereit sein würden, das Vergangene zu vergessen, und forderte zur Geduld auf hinsichtlich der Erfüllung aller Entschädigungs- Forderungen. Herr Chamberlain hat gut reden, Worte sind billig. Er selbst hat dafür gesorgt, daß seine Mahnungen fruchtlos bleiben müssen. Die Rebellion in Marokko. * Die Lage des Sultans von Marolto soll nach den neuesten Meldungen, die sich allerdings nur auf Gerüchte stüßen hossnungslos sein. Nach einer Meldung ist der Thronprätendent Bu Hamura sogar schon in Jez, die letzte Zufluchtsstätte des Sultans, eingedrungen. Ob das Tatsache ist, oder nicht, richtig dürfte jedenfalls sein, daß der Sultan auf Rettung nicht mehr hossen kann. Auch die mehr als 10 000 Juden in Fez, die von der Regierung des Sultans große Ungerechtigkeiten und Gransamteiten zu erdulden hatten, sollen geneigt sein, den Prätendenten zu unterstützen. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 3. Juni.( Hofbericht.) Heute Morgen sprach der Kaiser nach einem Spaziergang durch den Tiergarten beim Reichskanzler vor und hörte dann im Schlösse den Vortrag des Cheis des Marinekabinetts Vize- Admirals Freiherrn von Senden- Bibran. Vor der Mittagstafel empfing der Kaiser den Oberstleutnant Freiherrn von Ende, beauftragt mit der Führung des Füsilier- Regiments Königin, um von ihm die Orden seines verstorbenen Schwagers Krupp entgegenzunehmen. * Das Allgemeinbesinden des önigs von Sachsen hat sich zwar einigermaßen gebessert, doch wird sein Zustand amtlich als sehr ernst bezeichnet. * Der Kaiser hat den Wunsch ausgesprochen, daß die bei dem letzten großen Brandunglück in Marienburg eingeäscherten Laubengiebel wieder in der alten Art aufgebaut werden möchten, und sich gleichzeitig bereit erklärt, eventuell einen entsprechenden Beitrag zu den nicht unbedeutenden Baukosten aus seiner Privatschatulle zu gewähren. * Eine in ihrer Art seltene Auszeichnung hat der Prinz- Regent von Bayern dem Ministerpräsidenten Grafen von Crailsheim zu teil werden lassen. Er hat dessen Tochter, der Gräfin Marie Crailsheim, sür ihre Person, obwohl sie unverheiratet ist, den Rang als Staatsrats- und Reichsrats- Gattin verliehen. Die Gä in führt seit dem Tode ihrer 1891 verstorbenen Mutter, welche eine geborene Frein von Lindenfels war, ihrem Vater den Haushalt. * Staatssekretär v. Köller in Straßburg i. E. iſt zum surator der Universität Straßburg ernannt worden. * Die Pläne und Kostenberechnungen für die Kanalisierung des Mains von Hanau bis Aschaffenburg und für die Herstellung einer größeren Umschlagsanlage unterhalb Aschaffenburgs sind jetzt fertiggestellt. Danach ist ein Gesamtkostenaufwand von 24 Millionen Mart erforderlich. * In Schanghai ist am Freitag unter lebhafter Teilnahme der deutschen und der übrigen auswärtigen Niederlassungen sowie der Konsulate und der sämtlichen Behörden nach einer Ansprache des Generalkonsuls stnappe die Einschiffung der leẞten deutschen Truppen erfolgt. Der russische Kriegsminister Kuropatkin hat mit dem Orientalischen Institut in Wladiwostof ein Abkommen dahin getroffen, daß dort vierzig russische Offiziere Unterricht im Chinesischen, Japanischen, Mongolischen, Französischen und Englischen erhalten sollen. Der Unterrichtsfurjus soll vier Jahr dauern; die Teilnehmer erhalten besondere Dienstzulagen während der Unterrichtsdauer. Die Reise des Kronprinzen. Der Besuch des Kronprinzen Wilhelm in St. Petersburg, der auf besondere Einladung des Zaren erfolgt, beschäftigt die öffentliche Meinung in hohem Maße. Um so mehr, als er unmittelbar auf die Reise des russischen Ministers des Auswärtigen, des Grafen Lambsdorff, zu den interessanten Völkerschaften des Ballans und nach Bien folgt. Vielfach sieht man in der Einladung, die um dieselbe Zeit wie die Anfündigung der Lambsdorfsschen Reise erfolgte, eine Versicherung Rußlands an Tentschland, daß der Besuch des russischen Ministers in Wien teine Minierarbeit gegen Deutschland und den Treibund bedente. Zu einem Teile mag diese Aufforderung das Rechte treffen. Näher liegt freilich noch eine andere Deutung, der man in reisen begegnet, die mit dem Hofe Fühlung haben. Danach hat der Besuch des Kronprinzen in Petersburg den Zweck, eine neue verwandtschaftliche Verbindung zwischen den Häusern Hohenzollern und Romanow herbeizuführen. Am Zarenhofe legt man, wie versichert wird, besonderen Wert darauf, daß russische Großfürstiunen nicht immer nur als Gemahlinnen deutscher Fürsten nach den mitteldeutschen Residenzen übersiedeln, sondern daß auch einmal eine Tochter des Hauses Romanow, was bisher nie der Fall gewesen, die serone der preußischen Königin und damit die der deutschen Raiserin auf ihr Haupt seßen darf. Toppelt rege ist dieser Wunsch angesichts der nachbarlich freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland. Einstweilen wird eine Bestätigung dieser Auffassung ja nicht erfolgen; die Anhüpfung solcher zarier Beziehungen zwischen zwei mächtigen Dynastien pflegt stets nach Möglichkeit verschleiert zu werden. Darum hat diese Deutung des tronprinzlichen Besuches aber doch nicht weniger Wahrscheinlichkeit. Außer dem Besuche in Petersburg wird der Kronprinz im Frühjahr auch eine längere Seereise, insbeson dere eine Mittelmeerfahrt, unternehmen, in deren Berlauf er die Höfe von Rom, then und Konstantinopel besuchen wird. Der Besuch in Rom wird unabhängig von dem geplanten Besuche Kaiser Wilhelms in der italienischen Hauptstadt stattfinden. Ob der Aufenthalt des Kronprinzen in Rom vor oder nach dem Besuch des Kaisers erfolgen wird, steht noch nicht feft. Diese Besuche haben natürlich mit irgend welchen Verlobungsplänen nicht das Geringste zu tun. Nab und Fern. A Mord anf offener Straße. In Berlin wurde der Restaurateur Alisch, als er nachts gegen 1 Uhr mit Frau und Töchtern die Waisenbrücke passierte, durch zwei plözlich aus nächster Nähe auf ihn abgefeuerte Schüsse getötet. Der Täter ergriff die Flucht, wurde aber von Vaswanderte, vom Sesse sich erhebend, ruhelos im Zimmer Blicken den Comfort und & tgeberin ihre Bereitwilligkeit zur Teilnahme erklärten. schen die Versicherungen einiger Herren, welche ihrer fam entschlüpft doch ich selbst beherrschend lich er feinen Verdruß nicht merken. Haben Sie vergessen? war; ?" fuhr er unbefangen fort. Sie bei ihrem Anblick, cine Robe von weichem Wollstoff, die in langen anschmie herkommen verlieste. Sie war ganz in Weiß gefleidet, in Lächeln, das sich bei ihrem Na fanten verfolgt und eingeholt. Den herbeigeeilten SchußTeuten gelang es nur mit Mühe, den Revolverhelden vor der Chuchjustiz der Verfolger zu schüßen und nach der Bache zu bringen. Dort wurde er als der Klempner Georg b. Mansky festgestellt. Er gab an, dem Alisch einen Denkzettel haben geben zu wollen, weil dieser ihn einmal durchgeprügelt hätte, Den Reford der Silvesterroheiten hat dieses Jahr die dänische Hauptstadt Kopenhagen gehalten. Auf dem großen Blaz vor dem Rathause waren dort zur Begrüßung des neuen Jahres tausende von Personen versammelt, die vor Begeisterung brüllten und sich gegenseitig wie auch die Wagen der elektrischen Bahn und die vergebens einschreitenden Polizisten mit cinem wahren Regin bon allerhand Feuerwerkskörpern überschütteten. Schließlich machte die Polizei von ihren Waffen Gebrauch, traf aber auf hartnädigen Widerstand und mußte 600 Personen zur Bache sistieren. Ein recht vielversprechender Jahresanfang! *)-( Eine verhängnisvolle Armenspeisung. Gräfin Karolyi in Budapest lud am Neujahrstage die Insassen des Asyls für Obdachlose in ihr Palais ein, um an dieselben Speisen und milde Gaben zu verteilen. Gegen 8 Uhr abends drängten sich mehr als 3000 Personen vor dem Tore in der Universitätsstraße, um Einlaß zu erhalten. Es herrschte ein lebensgefährliches Gedränge, das umso beängstigender war, als sich viele Frauen und Kinder unter der Menge befanden. Als endlich das Tor gesffnet wurde, drängte die Menge Hals über Kopf in den Hofraum, Kinder und Frauen wurden hierbei zu Boden geschleudert und mit Füßen getreten. Die Polizei mußte einschreiten und säuberte schließlich unter ohrenbetäubendem Lärm der Menge den Hof des Palais und Straßen, so daß es zu keiner Verteilung tommen konnte. Bahlreiche Personen erlitten schwere Verlegungen. Einer Frau wurde der Brustkorb eingetreten und der linke Arm gebrochen. Die Aermste starb bald darauf im Hospital. die (:) Ein Liebesdrama im Theater. Während der Vorstellung im Rossini- Theater zu Neapel stürzte die Geliebte des ersten Schauspielers Rossi in dessen Garderobenzimmer und versuchte ihn zu erstechen. Sie verwundete aber statt seiner eine junge Schauspielerin schwer, welche die Rasende entwaffnen wollte. Die Tät rin war die Geliebte Rossis, dem zu Liebe sie den Gatten und sieben Kinder verlassen hatte. Sie wollte sich an ihrem Entführer rächen, weil er ein Engagement bei Eleonore Duse mach Amerika angenommen hat und sie im Stiche zu lassen gedachte. † Ein scheußliches Verbrechen hat in Paris ein 15 jähriges Kindermädchen Maria Condert, das bei dem Postbeamten Ricard im Dienste stand, verübt. Da ihr wegen Faulheit und Klatschsucht gefündigt worden war, slößte sie dem sechs Monate alten Kinde ihres Lohnherrn gewaltfam den Inhalt eines Fläschchens Jodtinktur ein. Dann lief sie zu Frau Ricard und rief ihr zu, sie wisse nicht, was die kleine habe. Der Mutter zeigte ein Blick auf das Jodtinktursläschchen den wahren Sachverhalt. Das jugendliche Scheusal ergriff die Flucht, wurde jedoch verhaftet. Sie leugnete erst, gestand aber schließlich ihr Verbrechen ein. Man hofft das Kind retten zu können. habe. Therese Humbert macht im Pariser Untersuchungsgefängnis ihren Wärtern viel zu schaffen. Sie hat alle möglichen Klagen. Bald ist es ihr zu kalt und sie will Teppiche haben, bald stören sie die taktmäßigen Schritte der Schildwachen, die vor ihrer und ihrer Mitgefangenen Zellen unaufhörlich auf- und abwandern. Die Zellen der zwei Frauen und drei Männer und deren Umgebung werden so scharf bewacht, als handele es sich um gefähr liche Staatsgefangene, die nur auf Fluchtversuche sinnen. D Der Mörder der Berliner Witwe Budwig, Lesczynski, hat seine Flucht von Ostrowo über die Grenze nach Kalisch in Rußland sehr leicht gehabt, weil er sich dabei einer von der Polizeiverwaltung in Ostrowo auf den Namen ,, Lißner" ausgestellten Legitimationskarte bedient hat. Es ist aber auch ein öffentliches Geheimnis, daß in Ostrowo Leute existieren, welche den Menschenschmuggel nach Rußland gewerbsmäßig betreiben und sich dafür pro Person 20 Mart und mehr zahlen lassen. Ebenso besteht in kalisch ein Konsortium, welches unter denselben Umständen wieder Personen aus Rußland über die Grenze nach Preußen befördert. Ein dreifacher Mord entdekt. Der Besizer eines Einfamilienhauses in dem Londoner Vorort Leyton bekam Verdacht auf seinen neuen Mieter, der im Garten grub, angeblich um Blumenbeele anzulegen. Kurz zuvor war er mit mehreren kisten auf dem Wagen ang langt. Als man nachgrub, fand man die Leichen eines Mannes, einer Frau und eines drei Monate alten Kindes, die vor meh reren Wochen spurlos verschwunden waren. Der Mieter wurde verhaftet. * Ein Duell wegen der Humbertaffaire. Der Madrider Rechtsanwalt und Mitglied der spanischen A.ademie Cotarelo hat sich als der Schreiber des anonymen Briefes entpuppt, der die Polizei auf die Spur der Humberts lenkte. Er hat die 25 000 Mark Belohnung bereits eingeheimst. Ihm sind aber daraus Unannehmlichkeiten erwachsen. Er hat jetzt den Akademiker Carillo zum Duell gefordert, weil dieser seine Entlassung bei der Academie eingereicht hat mit der Begründung, nicht in der Akademie bleiben zu lönnen, die einen Tenunzianten zum Mitgliede Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifax und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachbruc verboten.) .:][ Bom Fels zum Meer.] Die deutschen Garnisonen Lindau und Memel pflegen alljährlich telegraphisch Neujahrswünsche auszutauschen. Diesmal waren die Gratulationen, welche vom Bodensee zur Ostsee und zurüc flogen, in Prosa abgefaßt. Lindau telegraphierte: ,, Die Offiziere der Garnison Lindau entbieten ihren Nameraden in Memel die besten Wünsche für das kommende Jahr," worauf Memel antwortete:" Ihren bayrischen Kameraden für den freundlichen Neujahrsgruß herzlich dankend, erwidern denselben in treuer Baffenbrüderschaft die Offiziere der Garnison Memel." [ ,, Nutlose" Wagner- Aufführungen.] Vor einiger Zeit hat Siegfried Wagner, der Sohn des großen Mufiters, in einem Interview bemerkt: man sollte eigentlich die Tonwerke Richard Wagners nur in Bayreuth aufführen dürfen, andere Darstellungen als dort seien wirklich nuplos und hätten keinen Zweck. Jezt wird inbezug darauf den Erben Wagners nachgerechnet, daß sie, ganz abgesehen von Bayreuth, aus den Bühnenaufführungen der Werke des Meisters eine jährliche Einnahme von 560 000 Mart haben. Den Löwenanteil davon trägt der ,, Lohengrin". Jm vorigen Jahre wurde diese Oper in Deutschland allein 997 mal aufgeführt, in Holland, Italien, Frankreich 420 mal, in England und Amerifa 312 mal. In Deutschland brachte ,, Lohengrin" an Tantiemen allein in diesem einen Jahre 113 000 Mark, Amerika, wenn wir dem Bericht, welcher die Durchschnittszahl nennt, Glauben schenken können, etwa 92 000 Mart, in Frankreich 67 000 Mart, also ,, Lohengrin" in einem Jahre 272 000 Mart. Man sollte doch meinen, daß diese Erträgnisse für die Wagnersche Familie nicht ganz nuplos ſeien. [ Dann freilich geht's nicht.] Die ,, Meran. 3tg." er fährt aus Schlanders in Vintschgau folgendes niedliche Geschichtchen: Bei Gelegenheit der vor kurzem vorgenɔmmenen Bahntracierungsarbeiten in Schlanders bedeutete der führende Ingenieur einer Bäuerin, daß vie wahnlinie gerade durch ihre Scheune durchlaufen werdz Auf diese Mitteilung hin erhielt der Ingenieur die klassische Antwort: Ja, bauen könnt's die Bahn schon, aber nach 9 Uhr abends darf kein Zug mehr gehen, i steh die Nacht nit alleweil auf, die Stadeltür ausmachen, daß der Zug durchfahren kann!" 54] Und dennoch wußte er, daß er ihren Blick aushalten mußte, solange fie in seinem Hause weilte um feinen Verdacht zu erregen, ober, falls ein solcher bereits vorhanden, ihn zu entfräften. Ihre Gegenwart und das Bewußtsein, daß der tiefe Summer, der an ihr nagte, fie dem Grabe immer näher brachte, ließ die Stimme in feinen Innern nur noch lauter und schärfer werden und guälte ihn unfagbar, Frau Everett mußte fort- Hetty mußte fort und was war es, das ihn urplöglich sein Pferd mit einem Rud zum Halten bringen machte? Sein verlorener Spazierftod! Lächerlich, daß ihn eine solche Kleinigkeit sein ganzes Leben lang quälen sollte! Wie diese Erinnerung ihn verfolgt hatte und heute noch verfolgte! Wie sie in ihm gewühlt all' die sechs Jahre, da sein Geist in dunkle Wolfen gehüllt war! Er hatte Franzius mit diesem Stock getötet; es war allerdings nur Bufall gewesen- doch es änderte nichts an der Thatsache, daß Audreys Stock den Tod des Unglücklichen herbeigeführt hatte. " Ich versteckte ihn im Unterholz", dachte der Baron bei sich. „ Wenn ich nur wüßte, wo er jegt ist wahrscheinlich liegt er noch dort! Wenn man nun eines Tages an jener Stelle Holz fällt, und ihn findet! Das darf nicht sein, ich muß ihn fuchen!" Er spornte fein Pferd zu schnellerer Gangart an und ritt unter den mächtigen, schattigen Bäumen, welche beide Seiten der zum Schloß führenden Alce begrenzten, nach Hause. Schon von weitem fonnte er das große, stolze Gebäude emporragen seben. Wie friedlich es dalag inmitten des frischen Grüns, das Schloß seiner Väter sein Heim! Sein Heim! Ach, wie unendlich glücklich hätte er in ihm leben können, wenn nicht ienes furchtbare Geheimnis auf seiner Seele laftete. Blöslich stutte er. Er hatte eine Gestalt vor der Thür des Bureaus im Wirtschaftsgebäude erblidt. Er gab seinem Pferde die Sporen; denn Hetty Vincent wartete bereits auf ihn. * I[ Von merkwürdigen Neujahrsgesellschaften] erzählt eine englische Zeitschrift: Eine eigenartige Neujahrsversammlung fand vor einigen Jahren in Darwen in Lancashire statt. Damals bewirtete der Bürgermeister der Stadt, Mr. P. Tomlinson, 900 Personen zum Mittagbrot, deren Gesamtalter die ungeheure Summe von 70 000 Jahren betrug. Der älteste der Gäste stand, wie festgestellt werden konnte, in seinem 92. Jahre, das ,, kind" der Gesellschaft zählte 65 Lenze. Das Durch schnittsalter der 900 alten Leute war sehr hoch, faſt 78 Jahre. Nicht jede Stadt kann soviel Beispiele der Langlebigkeit an einem Tage aufweisen. Am Neujahrstage 1901 wurde von einem Herrn den sechs ältesten Persona in Norfolk ein Mittagessen gegeben; in diesem Fall war der älteste Gast nur 84 Jahre alt, und das Durchschnittsalter betrug 79 Jahre; drei hatten schon die achtzig überschritten. In den ersten Stunden desselben Neujahrstages versammelte sich eine sehr merkwürdiga |:[ Der deutsche Einfluß auf Frankreich.] Der ,, Mercure de France" hat eine Enquete über den deutschen ., Einfluß" eröffnet. Unter denen, die in der letzten Nummer ihre Meinung sagen, befindet sich der Komponist Vincent d'Indy. Er ist der Ansicht, daß man mit Unrecht Deutschlands Einfluß auf Frankreich erst von 1870 da tieren lasse. Er ist viel älter und triumphierte bereits in der Romantiker- Periode. Ist dieser Einfluß gut oder schlecht? Er ist vor allem naturgemäß: es ist nur logisch, bemerkt Herr d' Indy, daß, wenn in einem Lande ein Genie auftaucht, die Kunstbeslissenen der anderen Nationen ihm nachzueifern suchen. Das ist durchaus nicht tadelnswert. Dieser freie internationale Gedankenaustausch ist sogar eine der Lebensbedingungen der Entwickelung der Kunst. Trotz der von außen kommenden Einflüsse gibt ein Künstler niemals etwas anderes als die Kunst, die er in sich selbst trägt. So hinderte der Italianismus nicht Herold und Auber, echt französische Musik zu schreiben, ebensowenig wie der deutsche Einfluß Herrn Mascagni hindert, echt italienische Musik zu machen und sogar schlechte, sagt Herr von Indy. Ich muß sofort zu ibr", sagte er zu fich. Hoffentlich fieht nns niemand zufammen; es wäre fatal, wenn die Lente Anlaß zu Gerede fänden. Ach, wäre die nächste halbe Stunde doch erst borüber!" Der Baron ritt die Frout des Schloffes entlang. Seine Gattin, seine Schwester und Frau Everett saßen an dem einen geöffneten Bogenfenfter und tranfen Thee. Margarete stigte deu Ellenbogen auf das Fensterbrett. Sie trug ein bellarases Seidenkleid, das zu ihrem klassisch schönen Gesicht vortrefflich paßte. Als sie die Hufschläge vernahm, blickte sie hinaus und begrüßte ihn herzlich. Gesellschaft in San Francisco, deren Teilnehmer alla Opfer des Zigarrenrauchens waren. Die Gesellschaft vers sanimelte sich zu dem Zweck, um förmlich zu beschlic ßen, daß jeder von nun an und für immer das Zigarettenrauchen zu Gunsten der weniger schädlichen Zigarte oder Pfeife abschwören sollte. Bei dem ersten Schlage um 12 Uhr zündete jeder feierlich eine der zu verabschiedenden Zigaretten an, und als der letzte Schlag der mitternächtlichen Stunde verklungen war, schleuderte jeder seine Zigarette ins Feuer. Nachdem dann jeder das bindende Gelöbnis der Enthaltsamkeit abg legt hatte, beglückwünschten sie sich gegenseitig zum Neujahrsfeste und verloren keine Zeit, mit der Preise und Zigarre zu beginnen. Wir warten mit dem Thee auf Dich, Robert", rief sie ihm lächelnd zu. " Ah, da bist Du ia, Robert! Komm nur schnell", setzte Dora hinzu, dann schmeckt uns der Thee noch einmal so gut." Unter anderen Uniständen wäre der Baron sofort vom Pferde gesprungen hätte es dem herbeieilenden Groom übergeben und sich seiner Gattin und Schwester zugesellt. Jetzt that er das nicht, sondern rief mit lauter Stinime: " Ich komme gleich wieder, erst muß ich dem Inspektor etwas sagen. Hier, Friedrich, führe das Pferd fort." Der Reitknecht eilte dienstbeflissen hinzu und nahm das Pferd in Empfang. Audrey begab sich in das Wirtschaftsgebäude, welches er durch eine Seitenthür betrat. Hetty, die in ihrem hübschen großen Hut blühend frisch und allerliebst aussah, begrüßte ihn schüchtern. Der Baron nahin einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Thür zum Bureau. Dann ließ er Hetty eintreten, folgte ihr und schloß die Thür wieder zu. Sein nächster Blick galt den Fenstern. Der Raum besaß deren drei ziemlich große, welche alle auf einen weiten Grasplaz hinausgingen. Jedermann, der da draußen vorbeiging, fonnte jeden Gegenstand in dem Bureanzimnier erkennen. Schnell entschloffen trat Audrey an eins der Fenster und ließ die Jalousie herab. Giesse *** Unfer Kommt er au Serfelbe Wunfo Abonnenten, glüdliche Tage Ausstattung de jahrenummer Ralender früher ** Die Hir fich sehr günstig 21. Dez. 1902, heute 4 hr na gefommen und halt die Reife findet sich im Size bei der günftigen Win * Das கு rung einer einbe Bekanntmachung für den amtlicher Behörden, insbe die Regeln für verzeichnis, hera Minifteriums d Angelegenheiten" maßgebend f- in lichen Rechtschre fügung. Bom fich in der Näh glädsfall. Berfonenzug e welche mit dem Der eine, aus Transport zur S aus Großen- Bu weggeschleudert auch in die hief fommen wird g ** Dic borbestraft w der Straffam Verfuch gemad Sie wurde jo fängnis beruct Gastwirt Neb D[ Johann Orth am Leben?] Der ehemalige Erzherz Johann von Desterreich, der vor Jahren unter dem Namen Johann Orth nach einem Familienzwist als Schiffskapitän nach unbekanntem Bestimmungsort unter Segel ging und seitdem verschollen ist, soll noch am Leben sein. So behauptete wenigstens nach einer Zeitungsmeldung sein Neffe, der wegen seiner Liebesaffäre mit der Schauspielerin Adamovics in legter Zeit so viel genannte Erzherzog copold Ferdinand alias Leopold Wölfling. Johann Orth soll sich bei seinem Bruder Erzherzog Ludwig Salvator auf dessen Besitzungen auf den Balearischen Inseln auf halten und ihn vor einem Jahre auf einer Facht nach Cannes begleitet haben, wo man ihn erkannt hätte. Außer dem sprach dafür, daß dem Großherzog von Toscana, dem Bruder Johann Orths, die Auslieferung eines Deps des Verschollenen von 4 Millionen Gulden bei der Bairt von Zürich und ebenso Auskunft über die Berwendung der Zinsen dieses Kapitals rundweg verweigert wurde. Der Neffe Johann Orths schließt daraus, daß dieser ,, dic Zinsen aus Zürich bezieht und gesund und in Ruhe verzehrt". Kommen Sie hierher, Frau Vincent", sagte er, auf die verdunkelte Stelle deutend." Bitte, nehmen Sie Blaz." Er schob ihr einen Stihl hin und zog einen für sich heran, auf welchen er sich in einiger Entfernung von Hetty niederließ. Während sein Gesicht sich im tiefften Schatten befand, fiel das Sonnenlicht voll auf Hettys Antlik und ließ ihre großen dunklen Augen wie zwei wunderbare Sterne leuchten. Auf ihren Wangen lag ein zartes Rot, während die Stirn und der übrige Teil des Gefichts eine blendende Weiße zeigten. Bor langer Zeit, als der Baron noch ein Jüngling war, hatte er Hettys außergewöhnliche Schönheit bewundert, aber ein anderer Gebante als der einfacher Bewunderung war ihut nicht in den Sinn gefommen. Er war viel zu stola, un fich in ein Mädchen, das gesellschaftlich so tief unter ihm ftand, an verlieben. Mit einent leisen Gefühl des Selbstvorwurfs rief er fich iest ins Gedächtnis, was fie feinetwegen alles erdaldet. Er fonnte bie Spuren tiefen, feelischen Leidens aus ihrem Geficht heraustesen. Diese und ihre gegenwärtige Augft verlieben dem hübschen Geficht Bunte Chronik. Der 100 000 Mark- Defraudant Kün merling aus Hamburg, dessen in Paris erfolgte Ver hafiung vor einiger Zeit gemeldet wurde, ist nunmehr nach Er edigung der diplomatischen Auslie crun s.echan lungen in sicherer Begleitung nach Hamburg übergeführt und dort in Untersuchungshaft genommen worden. -Wie aus Bückeburg gemeldet wird, wurden auf dem Georgschachte bei Stadthagen durch eine Kesselexplosion zwei Arbeiter getötet und mehrere andere verlegt. - Die in Bonn verstorbene früher in Krefeld wohnhaf e Frau Hermann Franck hat der Stadt Krefeld ihr Vermögen in der Höhe von 40.000 Mart zu wohltätigen Zwecken vermacht. In einem plößlichen Anfalle von totaler Geistesstörung erschlug in Freising eine 43 jährige Witwe ihre fünf Kinder im Alter von 4 bis 11 Jahren mit dem Beile. Die Frau wurde in eine Irrenanstalt gebracht. In Level bei Bruck erschoß der Eisenbahnbeamie Leopold Purgathofer aus Eifersucht die Tochter Anna des Eisenbahnbediensteten Wieberger und entleibte sich dann selbst. - Der Advokat Dr. Ludwig Freund in Budapest wurde bei einem Spaziergang von einer entlassenen Köchin mit einem scharf geschliffenen Dolchmesser überfallen und erheblich verwundet; die Köchin wurde verhaftet. In der mexikanischen Stadt Mazatlan ist die Beulenpest ausgebrochen. Die Einwohner verlassen scharenweise die Stadt. einen gewissen pikanten Reiz, wie man ihn bei einer Dorfschönen nie und nimmer zu finden pflegt. Wie er sie eine Weile so in tiefem Nachsinnen betrachtete, vergaß er fast, weshalb sie hier sei. Dann fiel es ihm plößlich wieder ein, und er gab seiner Haltung unwillkürlich einen Rud, während eine heiße Beschämung sein Gesicht rötete. Es war ihm plöblich in den Sinn gekommen, welches Unrecht er begangen, daß er die Fensterjalousie herablies, damit tein Mensch von außen ihn und Hetty bemerken fonnte. Sie wünschten mich zu sprechen?" fragte er hastig. Was betrifft es?" Sie müssen es doch wissen, Herr Baron", Hettys Lippen zuckten, sie sah aus, als wolle fie in bitterliches Weinen ausbrechen. Der Baron sah dies und erschrat.„ Nur keine Thränen, feine aufregende Scene", dachte er bei sich. " Ich kann es mir allerdings denken", erwiderte er leiſe. ,, Aber, bitte, beherrschen Sie sich, bleiben Sie ruhig." Hetty schluckte tapfer ein paar aufsteigende Seufzer hinunter und wischte mit energischer Gebärde über ihre feuchten Augen. Sie erinnern sich also an alles?" fragte sie zaghaft. Andrey nickte. Alles- alles- Herr Baron?" Wieder nichte er lebhaft.. Aber damals wußten Sie es nicht!" Der Baron erhob sich und verschränkte die Arme auf dem Rüden. Ich hatte damals alles vergeffen, alles!" verfeste er düster. Ich litt unter dem Verhängnis unseres Geschlechts. Wie eine Wolfe lag es über meinem Geiste, und ich wußte nichts- absolut nichts von dem Geschehenen." Ich weiß, Herr Baron, ich wußte es damals schon! Darum stellte ich mich auch auf Ihre Seite." Der Baron hatte sie rubig reben lassen. Dann fuhr er mit eintöniger, dumpfer Stinne fort: Ich habe mein Erinnerungsvermögen wiedergefunden. Bor etwa fünf Monaten zu Beginn des Winters- tam ich von London hierher. Ich ging an den Ort, wo der Mord stattgefunden hatte, und dort unter Umständen, die ich Ihnen nicht zu erflären brauche dort fehrte mir die verlorene Gedächtnistraft „ Sie töteten Franzins, nachdem er Sie herausforderte", warf Seth ein. zurüd - „ Sie haben alles mitangesehen?" „ Ja, Herr Baron, ich sab alles. Sie töteten ihn, weil er Six angriff." Aus Fe ** Nordeck besonders festi heiligen Abend Herrn Lehrer des Gesangbe geben. Ver Theater famen herborgehoben Nacht und etwas so lieb" Grete", und, Köhlerhütte" Loch, ebenso befter Dant au ** Dorf( Holzhauer einen Marttwald, wel Stod und u Fällung der d Stammt als N der Samm to etwa 800 Mt. 100 Mt. einbri alfo bas Mater M. Oberbr 4 Uhr brach b wodurch deffe wurde. Dur Feuerwehr, fo war es möglic ** Somb bon 10 Uhr, a tämme, 44 R Reis, 23 Schi reisholz verftei des Wirts Her B. Homber 1902 follte für unferer Stadt tag des 31. D in feinem R Jemanden ge mann( ein alt Haunts er ab Stimme rict: Gin Schuß in nicht getroff Schleunige A Ginige Stun Maun aus N fand man Den jungen gerichte gefäng richter verhört daß die Sach Was machte bersihaffte er ein persönli zähtt en in neister tittage vore d, wie , das Surch faft 18 Langstage = cfonar Durch on die sselben Dürbiga et afla aft bo beschlin Das Zichen Ziersten ine det er lette n war, m dann t abgz. m Neuife und zherzog Namen Stapitän ging und So being fein Spielerin zog rønn Orth Salbator eln auf cht nach Außer Toscana, 8 Depsis Der Bairt wendung ct wurde. iefer ,, dic verzehrt". ant Küm gie Ver nunmehr 3.erhan bergeführt den. auf dein lexplosion legt. wohnhafe ihr Ver pohltätigen r Geistese ihre fünf Beile. 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Dez. 1902, entnehmen wir: Der Großherzog ist heute 4 1hr nachmittags nach sehr guter Reise hier angekommen und wird nach wenigen Stunden Aufenthalt die Reise nach Bombay fortseßen. Der Fürst befindet sich im besten Wohlsein. Die gewöhnliche Hize bei der Fahrt im Noten Meer wurde durch günstigen Wind sehr gemildert. ** Das Großh. Ministerium hat betr.: Die Einführung einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung eine Bekanntmachung erlossen, wonach vom 1. Januar 1903 an für den amtlichen Gebrauch aller staatlichen Beamten und Behörden, insbesondere für alle amtlichen Veröffentlichungen, die Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis, herausgegeben im Auftrage des fönigl. preuß. Minifteriums der geistlichen, Unterrichts- und MedizinalAngelegenheiten"( Berlin, Weidmannsche Buchhandlung, 1902) maßgebend sin sollen. Wegen der Einführung der einheit lichen Rechtschreibung in den Schulen ergeht besondere Verfügung. A Bom Zuge überfahren. Heute Morgen ereignete sich in der Nähe der Frankfurterstraße ein schwerer Un glücksfall. Der von Gelnhausen 9.41 Uhr hier fällige Personenzug erfaßte zwei Stredenarbeiter, welche mit dem Ausladen von Steinen beschäftigt waren. Der eine, aus Bies of stammend, starb bereits auf dem Transport zur Klinik, der andere, Vorarbeiter Bonarius aus Großen- Buseck, der von dem Zuge eine Strecke weit weggeschleudert und schwer am Kopfe verletzt wurde, mußte auch in die hiesige klinik gebracht werden. An seinem Auffommen wird gezweifelt. ** Dic 18 Jahre alte Wendland von hier, vorbestraft wegen Diebstahls, stand dieser Tage vor der Strafkammer Marburg unter Anklage, 3 mal den Versuch gemacht zu haben, ihre Leibesfrucht abzutreiben. Sie wurde schuldig befunden und zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Der wegen Beihilfe mitangeklagte Gastwirt Neber aus Monsheim wurde freigesprochen. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Nordeck. Weihnachten wurde hier dieses Mal besonders festlich gefeiert. Im Schullokale wurde am Heiligen Abend von der Schuljugend unter Leitung des Herrn Lehrer Koch und unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Teutonia eine Familienfeier gegeben. Verschiedene Gesänge, Deklamationen und Theater famen zum Vortrag. Es verdienen besonders hervorgehoben zu werden:„ Das Nahen der heiligen Nacht und Komm süßes Weihnachtskind, ich hab etwas so lieb". Auch die beiden Festspiele Hans und Grete", und ,, Prinzessin Grete" oder Christkind in der Köhlerhütte" erregten große Freude. Herrn Lehrer Boch, ebenso dem Gesangverein sei an dieser Stelle bester Dant ausgesprochen. Dorf Gill, 2. Jan. Heute fällten die Dorf Giller Holzhauer einen Eichenstamm im Grüninger und Dorf Giller Marktwald, welcher einen Inhalt von 14 cbm ergab, wobei Stock und Buszweigung außer Berechnung blieben. Bei Fällung der drei Hauptzweige zeigte es sich aber, daß der Stammt als Nuß- oder Bauholz unbrauchbar war. Wäre der Samm tadellos gewesen, so hätte er einen Wert von etwa 800 Mt. repräsentiert, während er so nur ungefähr 100 Mt. einbringt. Bei Holzversteigerungen wolle man sich also das Material vorher genau ansehen. M. Oberbreitenbach, 2. Januar. Heute Morgen 4 Uhr brach bei Herrn Bürgermeister Fischer Feuer aus, wodurch dessen Hofraithe ein Raub der Flammen wurde. ** Durch die energische Thätigkeit der OrtsFeuerwehr, sowie der herbeigeeilten Nachbarwehren, war es möglich, die dicht angrenzenden Gebäude zu retten. Homberg a. d. O. Nächsten Donnerstag, Vormittags bon 10 Uhr, an werden auf städtischem Gelände 28 Pappelstämme, 44 Rm. Erlen- Knüppel, 14 Rm. Erlen- und BuchenReis, 23 Schichthauf n Erlen- Reis und 21 Haufen Papp I- reisholz versteigert. Zusammenfunft ist bei der Wohnung des Wirts Herrn Franz Wolf. B. Homberg a. d. Ohm. Der letzte Tag im Jahr 1902 sollte für einige Bewohner hiesiger Umgegend und unserer Stadt verhängnisvoll werden. Am Nachmittag des 31. Dezember ging Forstwart Jäger von hier in seinem Revier entlang, wobei er von ferne Jemanden gewahr wurde. Der pflichteifrige Forstmann( ein alter Mann) dachte an Holzfrevel, wie erstaunt er aber, als bei seinem Näherkommen eine Stimme ricf: ,, Drei Schritt vm Leibe oder ich schieße!" Ein Schuß frachte; der wehrlose Forstwart fiel jedoch nicht getroffen nieder, sondern machte kehrt, um schleunige Anzeige seinem Vorgesetzten zu machen. Einige Stunden nachher faßte man einen jungen Mann aus Nieder- Ofleiden. In seinem Zimmer fand man auch noch Munition im Vorrat vor. Den jungen Helden führte man ins hiesige Amtsgerichtsgefängnis. Am Abend wurde er vom Amtsrichter verhört; dabei wurde er wahrscheinlich gewahr, daß die Sache für ihn nicht nach Wunsch ausfiel. Was machte er, bei dem Rückweg nach seiner Zelle verschaffte er sich durch einen jähen Sprung ins Freie eine persönliche Freiheit wieder, und ließ seine drei geharnischten Begleiter verblüfft stehen. Bisher hat| man trotz vieler Arbeit noch feine Spur von ihnen. Der junge Mann ist 19 Jahre alt, und aus seiner raffinierten Frechheit läßt sich annehmen, daß er nicht in seinen Lehrlingsschuhen stand, denn er ist barfuß entlaufen. Wie außerdem befannt ist, war er in dem Wilddiebsprozes aus hiesiger Gegend, der diesem Sommer in Gießen verhandelt wurde, auch schon beteiligt. ** Treysa. Die hiesige Molkerei- Genossenschaft Schwalmgrund" hat sich aufgelöst. Die Gebäulichkeiten stehen zum Verkaufe aus*** Treis a. d. Lda. Am ersten Arbeitstage im neuen Jahre ereignete sich im hiesigen Walde beim Holzfällen ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein gefällter Baumstamm fiel dem Holzhauer Heinrich Becker so unglücklich von hinten auf das rechte Bein, daß dasselbe zerschmettert wurde. Becker wurde sofort nach Hause gebracht. Der inzwischen t legraphisch gerufene Arzt Dr. Wagner aus Londorf konstatierte Berschmetterung des Schienbeins. ** Frankfurt a. M., 2. Jan. Gegen den politischen Redakteur der Frants. Neuesten Nachrichten" Wertheimer wurde wegen eines Artikels über die Breslauer Kaiserrede ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet. ** Zum Frankfurter Sängerwettstreit. Die„ Berliner Allgemeine Musikalische Rundschau" berichtet, daß nach dem ihr vorliegenden Aftenmaterial der Kommission für den Wettstreit deutscher Männergesangvereine um den vom Kaiser ge stifteten Wanderpreis folgende 34 Gesangvereine sich in Frankfurt messen werden: Männergesangverein Concordia- Aachen, Barmer Sänngerchor, Oberbarmer Sängerhain- Barmen, Berliner Lehrergesangverein, Berliner Liedertafel, Bonner Männergesangverein, Bremer Lehrerg sangverein, tasseler Liederverein, Krefelder Sängerbund, Dortmunder Lehrergesangverein, Männergesangverein Sanssouc:-Dortmund, Dresdner Orpheus, Deutscher Sängerfreis Elberfeld, Quartettverein Colombey- Elberfeld, Essener Männergesongverein, Essener Männergesangverein Concordia, Essener Männergesangverein Sanssouci, Erfurter Männergesangverein, Hannoverscher Männergesangverein, Kölner Männergesangverein, Leipziger Männerchor, Magdeburger Männerchor, Männergesangverein Liedertafel- M.- Gladbach, Männergesang erein Frohsinn- Mülheim a d. N., Männergefangverein Sängerbund Mülheim a. d. R., Gesangverein Hilaria Offenbach, Sängerchor des Turnvereins Offenbach, Pote damer Männergesangverein, Solinger Liedertafel, Straßburger Männergesangverein, Männergesangverein ConcordiaWiesbaden, Wiesbadener Männergesangberein, Sängerchor des Turnvereins- Wiesbaden, Würzburger Liedertafel. ** Offenbach, 4. Jan. Gestern morgen stürzte offenbar in schlaferuntenem Zustande der 26 Jahre alte ledige Portefeuiller aus dem Fenster seiner im 4. Stock in einem Hause an der Ecke der Herrnstraße gelegenen Wohnung auf die Straße und blieb mit zerschmettertem Schädel tot liegen. ** Ein verhafteter Banfier. Aus Hanau wird berichtet: Hier wurde der Bankier Leopold Lilienfeld von der Firma Michael Benjamin verhaftet. Er soll erhebliche Unterschlagungen, sowohl an barem Geld als an Depots begangen haben. Die Höhe der Unterschleife ist noch nicht befannt, gerüeise verlautet, daß es sich um Mt. 60 000 handelt, doch läßt sich darüber noch nichts sagen. Viele fleine Leute sollen betroffen werden. Wie wir dazu hören, handelt es sich um eine ziemlich unbedeutende Firma, welche wohl kaum über allzugroßen Kredit verfügen konnte. fann sich daher bei den veruntreuten Summen nur um gering re Beträge handeln, und auch die Zahl der Benachteiligten dürfte feinen größeren Umfang erreichen. E% Worms, 4. Jan. Der vor Kurzem aus Amerifa hierher zurückgekehrte 36 Jahre alte Dreher Theodor Vogel gab am Freitag Abe d in der Wohnung seiner Frau an der Bauhofgasse 1 auf diese und ihren Geliebten, einen Kaufmann aus Frankenthal, 3 Revolverschüsse ab. Die Schüsse gingen alle 3 daneben. Troßdem stellte sich Vogel auf der Bolizei, mit der Angabe, er habe seine Ehefrau und deren Liebhaber erschossen. Er wurde in Haft genommen. Aus dem Dillkreise, 4. Jan. In unserem Kreise arbeiten die Christlich- Sozialen schon intensiv für die Wahlen vor. In dieser Woche finden 4 Versammlungen an verschiedenen Orten statt, in denen der Parteisekretär Dr. Burckhardt Vorträge hält. ** Die Marburger Studenten hatten eine Eingabe an den Kriegsminister, betr. Einschränkung der Duelle zwischen Studenten und Offizieren gerichtet, die jetzt vom Kriegsministerium in folgender Weise beDie Antwort hat folgenden antwortet worden ist. Wortlaut: Kriegsministerium. Berlin W. 66, den 30. Dez. 1902. Nr. 1606, 12, 02. 6. 2. Leipzigerstraße 5. Aus den an mich gelangten Eingaben eines Teiles der Studierenden deutscher Hochschulen habe ich mit besonderer Befriedigung entnommen, daß es der Wunsch und Wille der Beteiligten ist, Chrenhändel mit Offizieren zu vermeiden. Die gleichen Gesinnungen werden von dem Offizierkorps der Armee durchweg geteilt. Die Belegung der Universitätsstädte mit Garnisonen geschieht im Interesse der Studentenschaft, um ihren Mitgliedern die Ableistung des einjährig- freiwilligen Militärdienstes zu erleichtern; dieser Zweck wäre aber verfehlt, wenn irgendwelche Spannung zwischen dem Offizierkorps und der Studentenschaft sich entwickeln sollte. Ich darf die erfreuliche Thatsache feststellen, daß es durch beiderseitiges forreftes Verhalten im Allgemeinen bisher gelungen ist, freundliche Beziehungen zu einander herzustellen und zu erhalten. Umsoweniger dürfte daher jetzt Veranlassung vorliegen, bezüglich etwaiger Zweifämpfe zwischen Offizieren und Studenten besondere Vereinbarungen zu treffen. Das Duell an sich ist gesetzlich verboten und strafbar. Im Hinblick hierauf fann ich zu einer formellen Regelung der Art und Weise eines Zweikampfes nicht die Hand bieten. Aus dem angeführten Grunde find auch in der Allerhöchsten Verordnung über die Ehrengerichte alle Festsetzungen über die Ausführung von Zweifämpfen ausgeschieden und es sind nur die Mittel und Wege angegeben, um Streitigkeiten zu vermeiden oder bei einem etwaigen Eintritt derselben, einen Ausgleich zu vermitteln. Im Uebrigen muß es Jedem überlassen bleiben, seine Ehre zu wahren, denn jeder Einzelne ist der Träger und Hüter seiner Ehre. Sollte es gelingen, für die gesamte Studentenschaft einer Hochschule einen gemeinsamen Ehrenrat einzusetzen, so würde ich hierin einen erheblichen Fortschritt erblicken, da erwartet werden darf, daß dieser studentische Ehrenrat für die Bestrebungen des militärischen Ehrenrats, im Sinne der Ziffer 9 der Allerhöchsten Verordnung vom 1. Januar 1897 bei Ehrenhändeln einen Ausgleich herbeizuführen, eine wesentliche Hilfe bieten und hierbei dementsprechende Beachtung finden wird. Die gefällige Eingabe vom 21. November 1902 findet hierdurch ihre Erledigung. Der Kriegsminister. v. Goßler. An die Marburger Burschenschaft 3. H. der Burschenschaft Arminia Marburg( Lahn) Klatschbasen angefroren! Ein drolliges Geschichtchen wissen einige Blätter aus einem Orte nahe bei Rinteln zu erzählen. Standen da an einem der letzten falten Tage des Dezember zwei Klatschbasen am Brunnen und hechelten ihre guten Freunde, getreuen Nachbarn und desgleichen durch. Dabei verging die Zeit, war es doch nicht wenig, was die beiden Länerzungen über den lieben Nächsten wußten. Kein gutes Haar wurde an ihm gelassen, besonders auch nicht an den Nächstinnen. Jedem Loch im Strumpf der Frau Nachbarin wurde ein besonderes Kapitel gewidmet. Endlich erlahmten die spißen Zungen, und man wollte sich auf den Heimweg machen. Aber o weh! Die Filzschuhe waren festgeforen, und zum Gaudium der Verlästerten saben sich die beiden Basen gerötigt, die Schuhe im Stich zu lassen und in Strümpfen heimzutraben. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sitzung. Gießen, 2. Januar. Peter Z. von Lindenstruth warf dem Ortsgerichtsmann Menz von dorten vor, er sei nicht mehr tauglich für sein Amt. Auf erfolgte Anzeige wurde Angeklagter vom Schöffengericht Grünberg in eine Gefängnisstrafe von 10 Tagen verurteilt. Die von dem Angeklagten wegen Strafhöhe verfolgte Berufung hatte Erfolg, denn das Gericht erkennt auf 75 Mt. Geldstrafe.- Der vielfach vorbestrafte Gustav B. von Berge ist angeflagt, sich unter falscher Vorspiegelung bei Ludwig Rupp in Friedberg eingemietet zu haben, außer dem hat er sich von Sattlermeister Röchler einiges Werkzeug erschwindelt, sowie drei seiner Mitgesellen verschiedenes Werkzeug mitgenommen. Das Gericht kommt bezüglich des Falles Rupp zur Freisprechung, doch wird der Angeklagte wegen Unterschlagung zu Nachteil Köchler, unter Einbeziehung früher erfannter Strafe zu 2 Jahren 4 Monaten Zuchthaus verurteilt. Sodann wird die Bertha B. von Groß- Holbach, welche vom Schöffengericht Gießen wegen Hehlerei zur Strafe des gerichtlichen Verweises verurteilt war, mangels der zur Strafbarfeit erforderlichen Einsicht, freigesprochen.- Dienstmädchen Anna J. dahier, welche ihrer Dienstherrin einen Rock wegnahm, wird zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt.- Bierbrauer Johann Sch. von Willmerod ist geständig einem seiner Schlaftollegen 70 Pfg. entwendet zu haben. Mit Rücksicht auf seine Vorstrafen kommt das Gericht zu einer Gefängnisstrafe von 4 Monaten, unter Aufrechnung eines Monats Untersuchungshaft. Wilhelm Christof N. von Schwalmheiw war gelegentlich der Abhaltung eines Festes in Friedberg als Kellner thätig und nahm bei seinem Weggang einen auf dem Festplaße zurückgebliebenen Stock im Werte von 18 Mt. mit. Vom Schöffengericht Friedberg erhielt der Angeflagte dieserhalb 3 Wochen Gefängnis. Heute wird seine Berufung fostenpflichtig zurückgewiesen. Zum Schlusse wird die Sache gegen Julius D. von Wagenborn wegen Diebstahls, infolge Ausbleibens eines Zeugen vertagt. Holzversteigerungen und Holzverkäufe - finden u. A. statt: Dienstag, 6. Januar, Vorm. 9 Uhr zu Wißmar im Schneider'schen Saale; Mittwoch, 7. Jannar, Vorm. 9 Uhr zu Münster bei Buzzbach in der Theis'schen Wirtschaft. Gestorbene. Am 4. Januar. Julius Muth, 79 Jahre alt, Landgerichtsdirektor i. P. dahier. Beerdigung: Dienstag, den 6. d. Mts., nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Bahnhofstraße 44 aus. Am 4. Januar: Elisabethe Momberger, geb. Eiser, 86 Jahre alt, ohne Beruf dahier. Beerdigung: Dienstag, 6. d. Mts., nachm. 2 Uhr vom Sterbehause, Wallthorstraße 24 aus. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerri, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783) für die Redaktion verantwortlich: I bin n ienen. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt des Lotteriegeschäfts J. Stürmer in Straßburg i. E. betr. Straßburg- Neudorfer Geldlotterie bei, auf welche wir an dieser Stelle noch verweisen. fant Ieut der Wac Geo eine einr T die gro grü sam mie geb bon lich abe Zur anf )- Sta des felt 8 1 den hal um Bestimmungen Bekanntmachung. Bekanntmachung. Für ein 6 Monat altes Rind Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß werden Pflegeeltern gesucht. über die Zulassung von Installateuren zur Ausführung Mäh. auf dem Armenamt. von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasser- Friedrich Sier dahier zum Vertreter des Vollziehungswerf der Stadt Gießen. § 1. Personen, welche Anlagen an das Gas- und Wasserwerf der Stadt Gießen ausführen wollen, haben die Grteilung eines Zulassungsscheins bei dem Bürgermeister zu beantragen. Sie müssen ihren Wohnsitz oder eine gewerbliche Niederlassung in Gießen besitzen und sich über ihre Befähigung ausweisen. § 2. Die Zulassung erfolgt auf jederzeitigen Widerruf durch Ausfertigung eines Zulassungsscheins durch den Bürgermeister. § 3. Der Installateur hat vor der Zulassung diese Bestimmungen und die Vorschriften über die Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk der Stadt Gießen als für ihn verbindlich anzuerkennen. Er ist für alle unter seinem Namen ausgeführten Arbeiten verantwortlich und wird durch die erfolgte Abnahme der Arbeiten durch das Werk von dieser Verantwortlichkeit nicht entlastet. Gießen, den 29. Dezember 1902. Der Oberbürgermeister Mecum. Verdingung. Das Wegfahren von ca. 100 cbm Nehricht von dem alten Viehmarktplatz beim Schlachthaus nach dem neuen Friedhof soll öffentlich vergeben werden, wozu Termin auf Montag, den 12. Januar 1903 vormittags 11 Uhr anberaumt ist. uni off So ges ein dei St Ba Fr ge fte lie gir ab di geben sind. lie Sti fit mo ge ige be fi L It Angebotsformulare sind auf dem städtischen Tiefbauamt( 3immer Nr. 6 des Bürgermeistereigebäudes) crhältlich, woselbst auch die verschlossenen Angebote abzuZuschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, den 2. Januar 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. In der ersten Hälfte des Monats Januar( bis einschließlich den 17.) ist unsere Stasse jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag geöffnet. teßen, den 30. Dezember 1902. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Gascokes. In der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. d. Mets. wurde beschlossen, die am 10. April d. J. festgesetzten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis für Nukcokes, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner berabgesezt wird, sodaß die Nußcofes Nr. 1 und 2 jetzt gleichen Preis haben. Die Cokespreise stellen sich hiernach wie folgt: Für den Gentner ab Verkaufsstelle: Stück- Cokes Buh- Cokes, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: 1,10 Mr. Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte 1,25 Mf. Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit 1,25 Mf. In Wagenladungen von mindestens 36 Centnern: Y Stückcokes 1,05 Mf. Nußcokes Nr. 1 1,20 Mf. Duhcokes Nr. 2 1,20 Mr. 1,00 Mt. 1,15 Mf 1,15 Mf. Bei Entnahme von mindestens 200 Gentnern: Stückcokes Buhcokes Nr. 1 Yukcokes Nr. 2 Für Cofesabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. berechnet. Für Snfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Centner NB. Sofern das Verbringen der Gotes bis zu 6 Centnern - auf die betr. Lagerpläße( Keller, Stall 2c.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Cofce statt; dagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gascokes von 1 bis 5 Centner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 indreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg laverzagt, Kaplansgaffe 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gascotes famt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Gentnern. Die Preise unserer Gascofes für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Octroirückver gütung von 4 Pfennig für den Gentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas und Wasserwerk Gicken. Tüchtige Otto Bergen. Waschfrau Student erteilt Nachhilfestunden. oder Mädchen sof. gesucht. preiswürdig zu verkaufen. Dampfwaschanstalt ,, Edelweiss". Eine gute, alte Violine Näh. in der Exp. d. Bl. beamten Mulch bestellt und als solcher verpflichtet Versteigerung. worden ist. Gießen, 2. Januar 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 20. bis 27. Dezember 1902 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Cigarrenetui und 1 Damengürtel; verloren: 1 silberne Cylinderuhr, 1 Cravattennadel und 1 Baar Herrenschuhe. Angeschwemmt wurde: 1 Kahn. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 27. Dezember 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Turnverein Giessen. Dienstag, den 6. Januar, nachmittags 3 Uhr, versteigere ich ceustadt 55 dahier Herren und Damen- Stiefel und -Schuhe, sowie Arbeiterschuhe, Möbel aller Art und andere Sachen. Born, Gerichtsvollzieher. Geflügelhof M. Becker, Weidenau- Sieg beste u. bill. Bezugsquelle für Zucht- und Legehühner etc. Prachtkatalog gratis und postfrei. Bestes Geschenk! Das Grosse Loos! der 1. WohlthätigkeitsGeld- Lotterie d. Strassburg- Neud. Arbeiterheims Ziehung bereits 17. Januar. Tie Turnstunden, morgen Dienstag beginnend, 2490 Geldgew. M. 41000 finden jetzt regelmäßig Dienstags und Freitags abends 8 Uhr statt. Hauptgewinn ,, 15000 1 à 15000 " 2 15000 1 à 6000 6000 33 Der Vorstand. 3 à 1000 25 zus. 4500 400 zus. 5000 73 3000 = Gießener Zither- Club ( Wohltätigkeitsverein). Samstag, den 10. Januar 1903, abends 9 Uhr 2060 zusammen General- Versammlung im Vereinslokal( Pfälzer Hof). Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Er'ältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, ic: Magentatarrh, Magenkrampi, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Reime erstift. Man sollte also nicht säumen,' eine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen. leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung wie seklemmung, Kolikschmerzen, und deren unangenehme Folgen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untaugliden Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke lang'am dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung. beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Kräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mf. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Hishen, Großen- Linden, W klar. Fro hausen, 6raunfels, Butzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenSuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach Bad- Nauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und fleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", in Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuter: wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fiftefrei. Mindestquantum iat Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterwein. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Bestard. teile sind: Mal gawein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschenfaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerif. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man. Brodpreise vom 4. bis 18. Januar. Der hiesigen Bäcker. Kg. Big 1 Weißbrod 2 52 1 Schwarzbrod 2 3 1 Kornbrod 2 " Der auswärtigen Bäcker: Weißbrod bei Georg Dern II. Gr. Linden 23 L. Steinmüller( Gr. Linden) W. Steinmüller( Langgöns) 24 W. Fabel( Wiesed) Heinrich Weber ( Heuchelheim.) W. Weigel Lang' göns u. L. Stein müller Gr..Lind. 25 W Leir: Klein Linden u. Karl Post Wiefed 26 Georg Dern II. Gr. Lind. 46 2 L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller[ ang Göns) 48 W. Fabel Wiesed Jafob Appel. Krofdorf W. Weigel ( Lang- Göns) Hein rich Weber Heuchel heim u. L. Stein: müller( Gr. Lind.) 50 W Lein Klein: Linden u. Karl Post Weseck 52 45001 Schwarzbrod bei Georg Der 1 5000 7500 " " Baar ohne Abzug auszahlbar. Loos M. 11 L. 10 M. P. u. L. 25 Pf Nachnahme theurer, empfiehlt. J. Stürmer, Strassburg i. E. General- Agent Langestr. 107. Hier: R. Buchacker, W. Semmler Ph. Weiler. Das sicherste Mittel gegen Ratten und Mänse 2c. ist Rattekal Ebenso empfehle Deliciers 2 Rattenfuchen( für Haustiere unschädlich). Apotheke 2. II. Gr. Lind. 21 L. Steinmüller ( Gr. Linden). Stein- müllerVang Göns und Heinrich Weber Heuchelheim 22 W. Lein Klein Linden Georg Dern II. Groß- Linden Jakob 24 Appel Krofdorf 42 bei L. Steinmüller ( Gr. Linden) M. Steinmüller u. W Weigel( Lancgöns) Gust. Jakoby Alten- Bused, Heinrich Weber Heuchelheim Karl Bost Wiesec 44 bei Jaf. Appel Krofdorf W. Lein Klein Linden 46 48 W. Fabel Wiesed Karl Post Wiefed 66 zu Groß- Felda. 2 Koubtob bei Jakob Appel Gutauf von Sasen, Reb, Ziegen, Fuchs, Marder-, Otter-, Jltis, Dache: und Kaninchenfellen zu jeweiligen höchsten Tagespreisen. 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