A Nr. 207. Abonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitage. 190 Freitag, den 4. September 1903. Gießener Jad Injectionsyret& Die einfaltige 12. Jahrgang. ganz Oberbeffen, die Kreise Weblar und Marburg 10 PfA. emeler ettzelle für Gießen wie fonist 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. fg. Boftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Ar, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhesses. Bekanntmachung. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach bie Garten- und Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffent licher Fahr oder Fußwegen einfriedigenden Heden in jedem Fühjahr bis zum 1. März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite zurüdzuschneiden und im Laufe des Monats September die neuen Sprößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öff ntlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetes mit Geldstrafe von 1-10 Mart bestraft werden. Gießen, den 2. September 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Die grofse Parade des XI. Korps. Erfurt, 3. September. Seit frühem Morgen schon war die Einwohnerschaft der freundlichen Blumenstadt auf den Beinen, verstärkt durch die aus allen Ecken und Enden Thüringens herzugeströmten „ Schlachtenbummler". In dichten Scharen drängte Alt und Jung nach dem weiten Feld, auf dem der oberste Kriegsherr die große Heerschau über das XI. Armeekorps abhalten sollte Als der Kaiser von Leipzig aus, wo er auf dem Uebergangs bahnhof im Hofzuge übernachtet hatte, pünktlich um 10 Uhr uf einer eigens für ihn errichteten Haltestelle unweit des Paradefeldes eintraf, da fand er außer seinen Truppen etwa 30 000 treue Thüringer und Thüringerinnen versammelt, die ihn begeistert willkommen hießen. Bald nach dem Kaiser trafen von Merseburg aus die Kaiserin und in zwei Sonder zügen die übrigen Fürstlichkeiten ein: König Georg von Sachsen, der im Leipziger Schloß übernachtet hatte, der Her jog von Aosta, der Großherzog von Sachsen- Weimar, der Herzog von Sachsen- Koburg und Gotha, der Herzog Karl Theodor in Bayern und und der Erbprinz von Hohenlohelangenburg. An der Haltestelle erwartete den Kaiser die Fahnenfompagnie, die er, nachdem er wie die andern Fürsten, sein Pferd bestiegen, zu den harrenden Truppen führte. 16 000 Mann standen in musterhafter Paradeaufstellung seines Winks gewärtig. Der Kaiser ritt, von der Kaiserin im Wagen begleitet, die Fronten ab und gleich darauf begannen die beiden Vorbeimärsche, bei denen der Großherzog von Sachsen, der Herzog von Sachsen- Koburg und Herzog Karl Theodor in Bayern ihre Regimenter persönlich vorführten. Trotz der furchtbaren Hize um 10 Uhr zeigte das Thermometer 28 Grad im Schatten gelangen die Vorbeimärsche vor züglich, was der Kaiser in seiner anschließenden Kritik lobend hervorhob. Die Militärärzte, die hinter der Front ihre Saniätszelte aufgeschlagen hatten, bekamen nichts nennenswertes ju tun. Die braven Thüringer hielten sich brillant. Nach der Kritik ritt der Kaiser noch die lange Front der Krieger- und Militärvereine ab und wechselte mit mehreren Kriegsveteranen freundliche Worte. Ueberall wurde er, eben so wie die Kaiserin, die ihn im Wagen begleitete, von den alten Kriegern und den Zuschauern enthusiastisch begrüßt. Begen 1 Uhr trat das Kaiserpaar von dem improvisierten Bavillon an der Haltestelle aus die Fahrt nach Merse jurg an. Aus Anlaß des Kaisermanövers hat sich über die ganze Provinz Sachsen ein wahrer Ordenssegen ergossen. Die jöchsten Auszeichnungen erhielt der Vorsitzende des Provin jiallandtages Graf v. Wartensleben mit dem Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und der Erfurter Regierungspräsident v. Dewiß mit der Kgl. Krone jum selben Orden. Die finanzlage des Reiches. Von einem Finanzpolitiker wird uns geschrieben: Herrn v. Stengel, dem neuen Reichsschaßsekretär, wird die Erbschaft, die ihm Frhr. v. Thielmann hinterlassen hat, nicht gerade sonderlich erfreulich dünken: In dem Augenblick, als der neue Staatssekretär sein Amt antrat, wurde ihm die Schlußabrechnung seines Vorgängers präsentiert. Und sie enthielt als wesentlichsten Punkt die Feststellung, daß das Rechnungsjahr 1902 für die Reichsfinanzen mit einem Fehlbetrage von über dreißig Millionen Mark abschließt. Dreißig Millionen! Das ist keine Kleinigkeit. Aber Herr v. Stengel fann trotzdem unbesorgt sein, die Sache sieht sich schlimmer an, als sie ist. Zunächst ein negativer Trost: Vergleicht man das Defizit von 1902 mit demjenigen des Vorjahres, so stellt sich heraus, daß es weit hinter diesem zurückbleibt. Im Grunde beläuft sich der Fehlbetrag für 1902 nämlich auf nur etwa 22,3 Millionen; nur weil ein Teil des 13 Millionen betragenden Mehrertrages der Zölle auf Grund eines in diesem Frühjahr beschlossenen Gesezes nicht zu Ueberweisungen an die Einzelstaaten, sondern zur Tilgung der Defizitanleihe von 1901 verwendet werden muß, tritt in der Reichskasse ein Fehlbetrag von 30 Millionen ein. Im Vorjahre dagegen belief sich der Fehlbetrag, obwohl die gesamten Bolleinnahmen zu Ueberweisungen an die Bundesstaaten verwendet werden konnten, auf 63% Millionen Mark. Tatsächlich beträgt also das Defizit für 1902 nur etwa ein Drittel des Fehlbetrages von 1901. Troß des 30 Millionen- Defizits ist danach eine starke Verbesserung in der Reichsfinanzlage zu verzeichnen. Sie ist zweifellos eine Folge der von Regierung und Reichstag gleicherweise im Etat für 1902 beob achteten Sparsamkeitspolitik; daneben dürfte auch die Verbesserung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse das ihrige zu diesem Aufschwung beigetragen haben. Die Frage ist nun, was wir in Zukunft für die Gestaltung der Reichsfinanzen zu gewärtigen haben. Erfreulicherweise sind die Aussichten für eine baldige Beseitigung des Defizits, wenn sie auch nicht schon im nächsten Jahre erfolgen dürfte, recht günstig, auch wenn man noch nicht mit einer Reichsfinanzreform, die das Defizit mit einem Schlage aus dem Reichsetat verbannen müßte, rechnen will. Zunächst wird aller Voraussicht nach der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands sich steigern und andauern. Schon das wird zur Vermehrung der Neichseinfünfte mitwirken. Dann aber müssen die Folgen der Brüsseler Zuckerfonvention für Deutschland unausbleiblich die Reichseinfünfte steigern. Daran, daß das Defizit für 1902 nicht noch niedriger ist, trägt hauptsächlich die Zuckersteuer die Schuld. Ihr Ertrag ist um fast 17 Millionen hinter dem Voranschlag zurückgeblieben. Diese Mindereinnahme ist lediglich eine Folge des inländischen Minderverbrauchs, der seinerseits wieder eine Folge des Hinaufschraubens der Zuckerpreise durch das Zuckerkartell ist. Die Brüsseler Zuckerkonvention hat nun zwar zu einer Ermäßigung der deutschen Zuckersteuer Veranlassung gegeben. Man braucht deshalb aber keineswegs mit einer Verringerung der Reichseinnahmen aus der kersteuer zu rechnen. Die Steuerermäßigung und die d Unterbindung der Pr Brüsseler Konvention bewirkte rungspolitik des Kartells muß den Zucker stark verbien, infolgedessen wird der bisher durch die hohen Preise fünstlich darniedergehaltene Zuckerverbrauch erheblich zunehmen und so die Steuerermäßigung mehr als wettgemacht werden. Wird die Zuckersteuerreform zu einer Erhöhung der Einnahmen, so wird andererseits die Verbilligung der Fleischpreise, deren Höhe im Jahre 1902 die Kosten der Verpflegung des Reichsheeres um 3½ Millionen Mark erhöhte, zu einer Verminderung der Ausgaben führen. Tritt dazu noch die von der Regierung und dem Reichstag in letzter Zeit besonders stark betonte weise Sparsamkeit bei der Auf' tellung des Reichsetats, so ist mit beinahe absoluter Sicherheit anzunehmen, daß binnen ganz kurzer Frist das Minus aus dem Reichshaushalt schwinden werde. Die Politik. * Das Kaiserpaar hat dem Sohne des verstorbenen Oberfirchenratspräsidenten D. Barkhausen Beileidstele. gramme zum Verlust seines Vaters senden lassen. In dem Telegramm des Kaisers wird der Verstorbene als einer der treuesten Diener der evangelischen Kirche gerühmt. O Die trostlosen Zustände in der französischen Armee werden durch eine Mitteilung beleuchtet, die das Petit Journal" aus Clermont Ferrand erhält. Danach habe man bei Manövern des 92. Infanterie- Regiments festgestellt, daß meh. rere Schüsse auf die Offiziere abgegeben worden seien; es sei jedoch niemand verwundet worden. Die Untersuchung ist eingeleitet worden, ob sie Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. In der französischen Stadt Le Mans ist ein Dynamitanschlag verübt worden: Eine mit mehreren Kilogramm Dynamit geladene Bombe wurde vor dem Hause eines der Führer der sozialistischen Partei von Le Mans, Oyon, zur Erplosion gebracht. Das Haus wurde demoliert, alle Scheiben im Umkreise von 200 Meter zerbrochen. Menschen wurden nicht verlegt. Die Explosion an Bord des ungarischen Dampfers ,, Vaskopn", von der wir schon berichteten, ist zweifelsohne auf einen mazedonischen Anschlag zurückzuführen. Das Schiff wurde fast völlig zerschmettert, der Kapitän, die beiden ersten Offiziere und mehrere Matrosen fanden den Tod. Inwieweit Passagiere umgekommen sind, weiß man noch nicht, im ganzen hat die Explosion 29 Opfer gefordert. Nur 6 Personen wurden gerettet. Das Schiff führte Waren im Werte von 250 000 Kronen, die Ladung war versichert. Die Katastrophe erfolgte in der Höhe von Burges an der bulgarischen Küste. In Konstantinopel verlautete am Donnerstag, die Türkei habe an Bulgarien ein Ultimatum gerichtet: Falls es nicht sofort beantwortet verde, stehe der Einmarsch türkischer Truppen bevor. Unserem Berliner CB- Mitarbeiter wurde diese Ultimatumgeschichte bon unterrichteter Seite als unglaubhaft bezeichnet. Dagegen dürfte es Tatsache sein, daß Kaiser Franz Josef nach der Unterredung mit König Karol von Rumänien mit Rüdsicht auf die Lage in Mazedonien die Mobilisierung dreier ungarischer Grenz- Armeekorps im geheimen angeordnet hat. Den Serbenkönig machen seine Offiziere viel zu schaffen. Die an der Ermordung des lekten Obrenowitsch nicht beteiligten Offiziere verlangen, die Mörder sollten vor ein Kriegsgericht gestellt und bestraft werden. Geschähe das nicht, so wollen am Morde nichtbeteiligten Offiziere den Dienst quittieren! Die Königsmörder dagegen bestürmen den neuen Herrscher, er solle sie straflos ausgehen lassen. Was tun? pricht Peter. In der Tat, beneidenswert ist seine Lage nicht! Von einem angeblichen Mordanschlag auf Präsident Roosevelt wird aus Newyort berichtet. Ein Frrsinniger namens Weinbrenner, der vor einigen Tagen bei dem Präsidenten auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Funkentelegraphie um die Hand der Tochter Rooſevelts, Alice, anhielt, wurde in Oysterbay, dem Landsiz des Präſidenten, berhaftet, als er sich dort in verdächtiger Weise zu schaffen machte. Man fand bei ihm einen geladenen Revolver, und er soll auch erklärt haben, er wolle den Präſisenten erschießen. Das ist die ganze Geschichte. Sollte Herr Roosevelt für die Wahlkampagne etwas Reklame brauchen? Hof und Gesellschaft. *** Prinz Eitel Friedrich von Preußen burde zum Oberleutnant in der sächsischen Armee und zwar à la suite des 7. Königs- Infanterie- Regiments Nr. 106 mit einem Patent vom 9. Februar 1902 ernannt. *** Der König von England hat gestern Wien verlassen. Kaiser Franz Josef verabschiedete sich auf dem Bahnhof in herzlichster Weise von seinem Gaste, indein er ihn zweimal auf die Wange füßte. Vor feiner Abfahrt hatte König Eduard noch den Minister des Auswärtigen, Grafen Goluchowski, in Audienz empfangen. Feer und flotte. Einjährig- Freiwillige ige bei den Maschinengewehr- Abteilungen. Die Kommandeure derjenigen Jäger- und Infanteriebataillone, denen Maschinengewehr- Abteilungen angeglie dert sind, dürfen bei dieser Waffe vom 1. Oktober 1903 ab Einjährig Freiwillige einstellen. Für die MaschinengewehrAbteilungen ist ein besonderer Beurlaubtenstand an Offizieren zu bilden. Versetzungen von Offizieren anderer Waffen, die an dem Maschinengewehr ausgebildet sind, zu diesem Beurlaubtenstande sind von der Inspektion der Jäger und Schüßen besonders zu beantragen. Veterinäre werden nach einer Bekanntmachung im Armee- Verordnungsblatt" von jetzt an die bisherigen Roßärzte heißen. Das Militär- Veterinärpersonal besteht fortan bis auf weiteres aus: Korps- Stabsveterinären( bisher KorpsRoßärzte), Stabsveterinären( bisher Ober- Roßärzte), Oberveterinären( bisher Roßärzte), Unterveterinären( bisher Unterroßärzte). Betreffs Bildung eines MilitärveterinärOffizierkorps des aktiven Dienst- und des Beurlaubtenstandes hat das Kriegsministerium Vorschläge zu machen. Die wissenschaftliche Ausbildung erhalten die Veterinäre auf der„ Militär- Veterinär- Akademie", die bisher Militär- Roßarztschule hieß, als„ Studierende"( früher Eleven). Die bei den Truppenteilen noch vorhandenen Roßarzt- Aspiranten" führen fortan gleichfalls die Bezeichnung ,, Beterinär- Aspirant". Nach Ablauf ihrer aktiven Dienstzeit treten die Aspiranten, so lange sie noch nicht in die Akademie aufgenommen sind, zu ihrem Truppenteil in ein Kapitulationsverhältnis, ohne dadurch Anspruch auf Handgeld und höhere Gebührnisse zu erwerben. Von jetzt an gibt es auch einjährig- freiwillige Veterinäraspiranten. Diese tragen während des ersten Dienstjahres das für Einjährig Freiwillige allgemein vorgeschriebene Abzeichen. Im übrgien tragen die Veterinäraspiranten bis zur Aufnahme in die Militär- Veterinärakademie das Abzeichen wie bisher für die Roßarztaspiranten vorgeschrieben. Das Machtwort des Kaifers. Meh, 3. September. Selbst die bekannten ältesten Leute" in Metz erinnern sich von der Belagerung der Stadt im siebziger Kriege bielleicht abgesehen nicht, eine so allgemeine Aufregung unserer Bürgerschaft miterlebt zu haben, wie sie jetzt in allen Kreisen herrscht. Nicht wegen der jüngsten bedenklichen Typhusfälle: Diese Epidemie ist den Meßern seit Jahren eine alte Bekannte, und ihr regelmäßiges Wiederauftreten macht nur wenig Aufsehen. Die Gewohnheit stumpft ab. Auch die Wassernot, eine der mittelbaren Ursachen der gegenwärtigen Typhusepidemie, regt die Leute nicht so sehr auf, wie arg und drückend sie auch sein mag. Ein Kaisertelegramm an den Statthalter der Reichslande, der ungemein scharfe Ton, den der Herrscher darin der Meter Stadtverwaltung gegenüber anschlägt, ist es, was in allen Kreisen die größte Sensation hervorruft. Je mehr man die Stadt Metz der besonderen Vorliebe des Kaisers gewiß glaubte, um so niederschmetternder ist jetzt der Eindruckt dieser kaiserlichen Zornesworte. Der Kaiser spricht in seinem Telegramm an den Fürsten Hohenlohe von der schlecht verwahrten Bouillonquelle, dem bisherigen Speisebecken der Meßer Wasserleitung, und der ,, in unerhörtem Zustand befindlichen Leitung" als den Ursachen der Typbusepidemie, die immer wieder die Gar128 Mufit!" Einen Augenblid stutte Bottkoff, lauschte aufmerksam, und als fein anderes Geräusch als das gleichmäßig flatschende birgswasser und klar wie der Klang der holländischen Orgeln. ſten Gefühle hervorrufen fönnen! fie muß die stärksten Leidenschaften sänftigen, die erhabenSie ist rein Ge= wie 03 bolea uffiche Dame jelbst, Empörung malten. auf und deutete dabei auf ein leeres Etui ,, Eine sehr merkwürdige Sache, Mr deren Gesicht sich Ueberraschung und Morse", sagte sie of dem verschiedenen erfunden, wie sie gemnific Unter unseren Passagieren befand sich auch ein Brasi Zeit verbrächten. Baffagiere und archeonders suchte ich zu nison bedrohe. Er nennt die Zustande bet der Meter Wafferversorgung auf Grund ärztlicher Gutachten geradezu himmelschreiend und empörend" und macht die Stadtverwaltung, die troy alles Drängens und Protestierens des Generalkommandos nichts Ernstes getan habe, für die Gefährdung der öffentlichen Gesundheit verantwortlich. Und zum Schluß erklärt er fategorisch, das dürfe nun nicht länger geduldet werden, und fordert den Statthalter auf, umgehend und mit den allerschärfsten Mitteln den Zuständen ein Ende zu machen und die Stadt zu ihrer Pflicht zu zwingen." Schärfer kann sich ein Monarch wohl kaum über eine Stadtverwaltung aussprechen. Das Echo, das das kaiserliche Telegramm in Metz gefunden hat, ist ein zwiefaches: Die Mehrheit der Bürgerschaft ist mit dem Kaiser durchaus einer Ansicht und begrüßt das Machtwort des Kaisers als Bürgschaft für eine Erlösung von den unerträglichen Zuständen der jezigen Wasserversorgung der Stadt. Andere, an ihrer Spiße die leitenden Männer der Stadt, halten die kaiserliche Kritik für zu scharf; sie erklären, nicht an der Stadt liege es, wenn das Wasser schlecht sei. Die Bouillonquelle könne nicht die Ursache der Epidemien sein, denn einmal sei ihr Wasser nach ärztlichem Befund gesund, und zum anderen sei sie durch das Generalkommando längst gesperrt worden, liefere also überhaupt kein Wasser mehr für die Stadt. Gerade daher, daß die Stadt die Bouillonquelle nicht benutzen dürfe, sondern das Wasser aus anderen Sammelbecken nehmen müsse, rühre das Auftreten von Epidemien. Wer hat recht? Wer unrecht? Die Frage ist nicht leicht u entscheiden. Vorläufig hat die Stadt gegen die Sperrung der Bouillonquelle durch das Generalkommando erneut Protest erhoben; daneben wird mit fieberhafter Eile an der Fertigstellung einer eisernen Wasserleitung an Stelle der jebigen Holzleitung gearbeitet. Diese kann aber ehestens norgen Abend fertig sein. Bis dahin ist die Stadt ast ohne Wasser. Schon wird das ungesunde Moselwasser getrunken! Eins scheint festzustehen: War die Schließung der Bouillonquelle ungerechtfertigt, so hatte die Stadt längst und so schnell als möglich eine eiserne Leitung nzulegen, wenn sie von dieser eine Verhinderung des Typhus erwartete und andererseits wußte, daß die Holzleitung Gefahren berge. Der Vorwurf, das versäumt zu haben, bleibt immer auf der Stadt sizen. Nab und fern. Bunte Chronik. In Brüssel wurde die Ausstellung für Volkshygiene eröffnet, mit der ein internationaler Kongreß verbunden ist, an dem mehr als 500 Abgeordnete aller Länder teilnahmen. -Die Vorarbeiten zum Ausbau der oberen Bobertalsperre haben nunmehr begonnen. Die gesamte Talsperranlage soll bis 1905 fertiggestellt werden. - In Paris sind infolge der großen Hiße, die dort seit einigen Tagen anhält, vier Personen an Hitzschlag gestorben. Hus der Reichshauptstadt. Auf der„ Elektrischen". Die arme Straßenbahngesellschaft! Nichts, was sie tut, ist den nörgelsüchtigen Berlinern recht. Fehlt es in irgend cinem Teil der Stadt an der nötigen Schnellverbindung, gleich fordern Tausende von Eingesandts in den Lokalblättern, daß schleunigst neue Linien eingelegt werden müßten. Die einzuschlagende Trace wird von Herrn Schulze_natürlich anders vorgezeichnet, als von Herrn Müller, der in einer Nachbarstraße wohnt. Jeder möchte, daß die Bahn unmittel bar an seiner Wohnung vorbeifährt und womöglich vor seiner Haustür hält. Wird den„ gerechten" Wünschen der Petenten nicht sofort in ausgiebigster Form Folge geleistet, so erhebt sich alsbald ein furchtbares Zetergeschrei, daß die Bahnverwaltung nur an das Füllen ihres Seckels, nicht an die Bedürfnisse des Publikums denke. Tut sie aber ein übriges und richtet die neue Linie ein, so wird erst recht über sic raisonniert. Wann wird endlich die infame„ Buddelei" aufhören?" heißt es dann. Daß den Straßenbahndirektoren jeder Unglücksfall im Betriebe ordentlich aufs Butterbrot geschmiert wird, ist selbstverständlich und nicht nur begreiflich, sondern auch im Interesse der Allgemeinheit. Versieht aber die Gesellschaft ihre Wagen mit Rettungsapparaten, gleich ist die Berliner Spottlust dabei, diese nüßlichen Bestrebungen lächerlich zu machen. Kurz, die Bahn kann's niemand recht machen. † Der„ Kaiser der Sahara" in Deutschland. Der unter dem Namen„ der Kaiſer der Sahara" in lezter Zeit viel genannte französische Millionär Mr. Jacques Lebaudy ist, von Las Palmas kommend, an Bord des Woermann Dampfers Ascan Woermann" in Hamburg eingetroffen ist von dort aber nach kurzem Aufenthalt im Automobil weiter gereist, unbekannt wohin. Seine Majestät“ ist von mittel: großer, sehr magerer Figur, hat dunkle Haare, sein Gesicht ist glatt rasiert, die Züge sind scharf ausgeprägt und äußers intelligent. Einem Hamburger Berichterstatter, der ihr interviewen wollte, ließ er durch den Portier sagen ,,, er kenn ihn nicht und sei überhaupt für niemand zu sprechen". Sc biel zu erfahren war, ist Mr. Lebaudy nach Deutschland ge kommen, um hier einen großen Dampfer zu chartern, sowie Leute für sein Unternehmen anzuwerben. Außerdem such er hier in Deutschland einen Kapitän für seine in Portugal gekaufte, in Las Palmas vor Anker liegende Jacht„ Fras quita".- Die fünf Seeleute der Expedition Lebaudys, die an der afrikanischen Küste von Eingeborenen gefangen ge nommen wurden, konnten noch immer nicht befreit werden. Ein Redakteur des Pariser Journal", der zu diesem Zweckt abgeschickt war, behauptet, daß er die Leute hätte loskaufen fönnen, wenn nicht ein französischer Kreuzer die Eingeborener verscheucht hätte. So mußte er sich damit begnügen, die armen Gefangenen von fern zu photographieren! Allerdings ein schwacher Ersatz! ,, Eine Suppe und das Telephon!" hören kann. Der Apparat wird dem Gast an den Tisch gebracht und vom Kellner an den an der Wand entlanglaufenden Leitungsdraht angeſchloſſen. Der Gr topitular und in Mainz die Kunst, Industrie at der Technisch die Silberne Ver duftrie und Land Der Groß Dr. Breidert mann von Gi müller, den israel und den Leutn Wenzel, tommand ( 2. Großh. Heff Der Gr fließung geru Biegler im Infan [ Die Tragikomödie des Bühnenrößleins.] Ein heiterer Zwischenfall ereignete sich im Frankfurter Opernhaus in der ersten Vorstellung des Wagner- Zyklus. Der römische Volfstribun Cola Rienzi präsentierte sich dem Publikum auf einem stattlich aufgeputzten Pferde, das besonders durch einen wundervollen langen Schweif alle mit Pferdeverstand" Begabten entzückte. Aber das Entzücken über den imposanten Pferdeschwanz war nicht von langer Dauer. War es die Freveltat eines heimlichen Gegners des Tribunen, oder hatte die mächtige Stimme des Rienzi- Forchhammer die Zusammengehörigkeit gesprengt, wer kann die Ursache ergründen? Tatsache bleibt nur, daß ein mächtiger Pferdeschwanz sich mit einem Male am Boden wälzte, während das edle Roß sein armseliges Schwanzstümpfchen, froh, der Bürde ledig zu sein, hin- und herwackeln ließ. Schallendes Gelächter ertönte, und der nichts ahnende Herr Forchhammer sah völlig entgeistert an sich und seinem Gäulchen herunter, um zu erfahren, wem die Heiterkeit galt. Erst als er das Monstrum am Boden erblickte, sich selbst aber in tadelloser Verfassung ah, beruhigte er sich wieder. Geschadet hat ihm der Schreck zum Glück nicht; er sang schöner wie je, und stellte die rechte Stimmung im Haus bald wieder her. Und doch hätte das Publikum, das auf der vielgeschmähten Elektrischen fährt, allen Grund, mit seinem Spott bei sich selber anzufangen. Die armen Schaffner sind zu bedanern! Der Wagen hält. Sofort nähern sich Leute und fragen nach diesem und jenem, was der Beamte nicht immer weiß, do er nur seine eigene Strecke genau kennt. Anstatt nun ja oder nein zu sagen, erkundigt er sich manchmal erst bei den Mitfahrenden, was zu längeren Debatten Anlaß bietet. Dic Ecke der Mauer- und der Leipzigerstraße ist klassisch für eine flcine Szene, die sich durchschnittlich einmal bei jedem Wagen, der dort einbiegen" muß, erneuert. Wenn der Wagen hält, rührt sich kein Mensch; sobald der Wagen aber links abbiegt. gibt es immer einen Menschen, der da glaubte, daß inan geradeaus weiterfahren würde, plötzlich aufspringt, alle Hühneraugen zertritt und... doch nicht abspringt, da iman in den Seitenstraßen schneller fährt. Wortwechsel mit d Schaffner bis zur nächsten Haltestelle. Dann geht der Mon der sich geirrt hat, wütend zur Leipzigerstraße zurück, währe i die anderen Passagiere ihm ironische Blicke nachschicken und der Schaffner noch einmal den Fall erklärt. Holbeins Schwimmversuch durch den Kanal erfolglos. Der Dauerschwimmer Montague Holbein hat seinen Versuch, von Dover aus die französische Küste ſchwimmend zu erreichen, auch diesmal nicht durchführen können. Nach 17stündiger Schwimmtour trieb ihn eine englische Meile vor Calais die starf einsehende Ebbe um acht Meilen nach der Nordsee ab. Seine Freunde rieten ihm darauf, seinen Versuch aufzugeben. Schwere Eisenbahnunfälle ereigneten sich in Hamburg. Einem Weichenſteller wurden von einer Rangiermaschine beide Beine abgefahren. Der Unglückliche starb bei der Einlieferung ins Krankenhaus an seinen schrecklichen Verlegungen. Kaum hatte sich die Erregung über den furchtbaren Unfall etwas gelegt, als ein zweiter noch folgenschwererer gemeldet wurde. Ein von Harburg kommender Personenzug erfaßte zwei mit Reinigungsarbeiten beschäftigte Arbeiter und fuhr dem einen den Kopf und dem anderen die Beine ab. Aufgeklärt wurde nach mehr als sechs Jahren das rätsel hafte Verschwinden des dreijährigen Besitzerssöhnchen Jenske aus Dorf Mienken bei Arnswalde. Der Förster Janke gestand jetzt auf seinem Sterbebette, daß er das im Walde spielende Kind für ein Wild gehalten und erschossen habe. Aus Angst vor Strafe habe er die Leiche im Walde vergraben, er gab auch die Stelle an, wo die kleine Leiche ruhe. Die Behörde, der das Geständnis des Janke übergeben wurde, leitete sofort die nötigen Nachforschungen ein. finishes) Nr. 8 Wilhelm( 2. Groß des Verdienstorde * Ernann zum Pfarrverwalt * Beförd Neuhaus von pedienten vom Direktionsbezirk Zur W die evang. Pfar die evang. Pfarr bang. Pfarrftelle ( befanntlich wird die 2. evang. Pfa das Ableben des die evang. Pfarr die evang. Pfar Alsfeld. [ Ein Flohkrieg.] In Springfield, Ohio, ist plötzlich eine Armee von Flöhen aufgetaucht, die zu Tausenden und Zehntausenden die Häuser im südlichen Stadtteil überfallen. Ihr Angriff auf die unglücklichen Bewohner war eine Ueberrumpelung, und vielfach mußten die Leute, nachdem sie fürchterlich Blut gelassen hatten, aus ihren Wohnungen fliehen. Wenngleich die Nachrichten vom„ Kriegsschauplatz" aus der Entfernung zum Humor herausfordern, so ist die Rage in dem heimgesuchten Stadtteil doch eine so bedenkliche, daß die bedrängten Leute die Hilfe des Sanitätsdepartements inriefen. Dieses befürchtet, daß die Flohbisse in vielen Fällen schlimme Folgen haben können, und zieht mit schwerem Geschütz, d. h. mit Schwefel und Insektenpulver, gegen die Floharmee zu Felde. Uebrigens sind, den Forschungen eines Chikagoer Professors zufolge, nur die weiblichen Flöhe bissig, während die männlichen harmlos sind. Ein Fahrgast steigt ein: sofort wird er von allen Mitreisenden lange gemustert. Und doch ist es das banalste Wesen von der Welt! Der Neuangekommene mustert seinerseits die ganze Reisegesellschaft. Hochinteressant! Wenn ciner da ist, der gerade liest oder nach der anderen Scite blickt, wird ihn der Neuangekommene so lange fixieren. bis hre Blicke sich endlich begegnen. Das ist so Berliner Sitte, dieses gegenseitige Muſtern! Und echt berlinisch ist auch die Manie, heimlich die Hände der Leute zu betrachten, um 31: seyen, ob sie einen Verlobungs- oder Ehering tragen; cinc findische Neugier, die man selbst bei gebildeten Leuten findet. In den Straßenbahnen vertreibt man sich damit die Zeit, wenn man nach dem plötzlichen Anhalten oder Losfahren der Wagen sein körperliches und seelisches Gleichgewicht wiedergewonnen hat. Und es ist nicht selten, daß eine mitfahrende Dame, besonders wenn sie recht häßlich ist, den Handschuh abzieht, um Kleingeld zu suchen, in Wirklichkeit aber, um zu zeigen, daß sie trotzdem" einen Ehering hat. Und die ihn noch nicht haben, blicken beschämt zu Boden! Schwer bestrafte Unvorsichtigkeit. Der Bauer Bape aus Wendischbronn bei Salzwedel hat seinen fünfjährigen Sohn aus Unvorsichtigkeit mit der Sense mitten durchgeschnitten. Der Knabe hatte auf einem vollen Erntewagen Platz genommen und der Vater hieb nach Landesbrauch beim Abfahren die Sense in die Ladung, traf aber sein Söhnchen und schlitzte ihm den Leib mitten durch. * Hundertjahrfeier in Wimpfen. Die Stadt Wimpfen beging gestern die Feier ihrer hundertjährigen Zugehörig feit zum Großherzogtume Hessen. Die Stadt ist aus diesem Anlaß festlich geschmückt. Auch der Großherzog war zur Teilnahme an der Feier eingetroffen und besuchte das Feſt. spiel Im Wechsel der Zeiten". te Dauchfe, creten im Gefängnis zu Hannover, infolge deren Bekanntwerden Prinz Prosper Arenberg von dort nach Tegel übergeführt wurde, haben zum Teil schon ihre Sühne gefunden. Wie nämlich aus Hannover gemeldet wird, hat die Untersuchung gegen die Gefängnisbeamten, geführt durch den Oberlandesgerichtsrat Jesse in Celle, bereits insofern Erfolg gehabt, als zwei Hilfsbeamte der Durchstechereien u. s. w. für schuldig befunden und kurzer Hand aus dem Dienste entlassen worden sind. Des ferneren haben die Vernehmungen ergeben, daß drei angeſtellte Gefängnisbeamte dringend verdächtig sind, dem Prinzen Prosper mancherlei Erleichterungen während seines unfreiwilligen Aufenthaltes im Gefängnisse gewährt zu haben, die nach der Dienſtvorschrift hinsichtlich der Behandlung von Gefangenen ſtreng verpönt sind. Indessen ist ihre Schuld noch nicht klar erwiesen. Gegen die bereits im Disziplinarwege entlassenen Hilfsaufseher ist inzwischen seitens der Staatsanwaltschaft das Strafverfahren eingeleitet worden. Außer diesen in die Affäre Arenberg verwickelten Beamten sind noch mehrere wegen Unterschleifen angeklagt. Sie sollen sich in der Anstaltstischlerei Möbel für den eigenen Gebrauch kostenlos haben herstellen lassen. In einem Punkt aber kann man den Nörglern nur recht geben. Alle Straßenbahnen haben dieselbe Farbe; man kann daher die Wagen einer bestimmten Linie aus der Ferne nicht erkennen, besonders seitdem das Brettchen auf der Stirnseite den Namen des Endzieles in schwarzen Buchstaben auf ein. förmig weißem Grunde kundgibt. Die Buchstaben, besonders Sie auf den Seitenbrettern, sind oft kaum zwei Zoll hoch. Da ber ficht man an jeder Haltestelle kurzsichtige Leute, die, die Nase zum Himmel gerichtet und die Füße im Schmuß, vergebliche Versuche machen, die Angabe der Fahrstrecke zu ent. iffern. Dafür prangt aber auf dem Bauch eines jeder Ragens der Name der Gesellschaft in riesengroßen Letterr das genügt! Spectator. Absak von Windmotoren nach Siam bietet sich der deutschen Industriellen. Von sachverständiger siamesischer Seite ist angeregt worden, durch Aufstellung von Probewindmotoren der Bevölkerung den Nugen einer fünstlichen Be wässerung der Reisfelder vor Augen zu führen. Es könnten dadurch jährlich drei Ernten anstatt nur einer hervorgebracht werden. Der Motor müßte vollständig aus galvanisiertem Stahl gebaut werden und einen Durchmesser von 10 engl. Fuß haben; er könnte gleichzeitig so ausgestattet sein, daß er nicht nur das Wasser für die Bewässerung hebt, sondern auch die Kraft für die Enthülsung und Vermahlung von Reis liefert. Vermischtes. [ Der Lieblingsmarsch des Kaisers.] Die Vorliebe des Kaisers für die alten Armeemärsche hat bekanntlich unter anderem darin ihren Ausdruck gefunden, daß der Monarch vor Jahren die Wiedereinfügung zahlreicher solcher Musikstücke in das Repertoire der deutschen Musikkapellen anordnete. Welches indessen der Lieblingsmarsch des Kaisers ist, hat die Kaiserparade in Zeithain bei Dresden offenbart. Gelegentlich des ersten Vorbeimarsches der Truppen vor den beiden Monarchen spielte nämlich das preußische Dragonerregiment Nr. 4 den alten Finländischen Reitermarsch". Es geschah dies auf besonderem Wunsch des Kaisers; als die Truppe in Parade vorbeidefilierte, äußerte der Monarch zu König Georg von Sachsen:„ Dies ist mein Lieblingsmarsch, den ich gern höre und den ich mir bei jeder passenden Gelegenheit vorspielen lasse." * Der G Beidartshai zeigt, bei der wo auch Geheim Gelegenheit geha maschine" in früheren ähnliche Verwendung bei Ein trener Anhänger des„ Blumenmediums". Der in der Gerichtsverhandlung gegen das Blumeninedium Anno Rothe mehrfach als Zeuge für deren Unschuld aufgetretene Professor Sellin aus Hamburg hat jetzt einen neuen Beweis geliefert, daß er trotz Annas Verurteilung als gemeine Be trügerin nicht an ihrer hohen Mission irre geworden ist. Er hat sich mit Frieda Rothe, der Tochter des Mediums, ver lobt. Der 70jährige Bräutigam ist von Haus aus Theologe. Später wurde er Lehrer für neuere Sprachen und Geschichte am Homburger Johanneum und bekam den Professortitel. Nach seiner Pensionierung begab er sich auf Reisen, die vorwiegend auf die Auffindung von Medien gerichtet waren. Seine Braut war bereits einmal verlobt. Ihr erster Bräutigam ist vor etwa zehn Jahren gestorben. Es war derselbe, durch dessen Tod die zukünftige Schwiegermutter Professor Sellins ihre Fähigkeit erkannt haben will, sich mit Geistern in Verbindung zu setzen. Nachdem dieser erste präsumtive Schwiegersohn verstorben war, sah sie ihn, so behauptete Anna Nothe, immer noch auf dem Sofa in der gewohnten Weise sitzen und sie habe sich auch mit ihm unterhalten können. eine neue Verbes von sechs Mann werden braucht, Die Maschine, bereits in meh heifischen und be teht nunmehr zu jeder Unfall ver Baterlande in Be Ritter Mufitfreunden di daß der fönigliche in dieser Saison war einen Wa Programm ist ein werden wir demn Ein id Nach der Meldung eines Berliner Blattes soll der Gouverneur von Samoa, Dr. Solf, die Landesausweisungen deutscher Ansiedler vorzunehmen gedenken.. Begründet werden diese Ausweisungen mit dem Vorgehen des deutschen Pflanzervereins, welcher dem Gouverneur die von ihm erstrebte Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Vereins nicht zugestehen wollte.— Die ganze Nachricht scheint unglaubwürdig, weil die Tatsache unglaublich wäre. A Ein echter Yankee kann keinen Deutschen leiden, aber sein Finanzsystem hätte er gern. Wenigstens ist der Sekretär des Schatzamts dieser Ansicht. Er hielt in dem NationalVerein zu Chikago eine Rede, in welcher er ausführte, das amerikaniſche Finanzsystem müsse dadurch vervollkommner werden, daß man es elastischer" gestalte. Er rate, das Deutsche System mit einigen dem gegenwärtigen amerikanischen System entsprechenden Abänderungen anzunehmen. O[ Das Telephon- Restaurant.] Das Hasten und Drängen des amerikanischen Lebens hat in manchen größeren Städten die sogenannten„ Schnelleß"-Restaurants gezeitigt, die es dem Geschäftsmann ermöglichen, seine Essenszeit auf ein Minimum herabzudrücken, damit er schleunigst wieder zur ,, office" zurückkehren kann, um einen etwa in der Ferne sichtbar werdenden Dollar nicht fahren zu lassen. Diese Restaurants werden ihre beste Zeit hinter sich haben, denn ein findiger Kopf iſt auf die Idee gekommen, in seinem Restaurant Telephons an den Tischen für die Gäste bereitzuhalten. Der Geschäftsmann kann mithin immer mit seinem Bureau in Verbindung bleiben, was besonders für Börsenleute sehr wichtig ist. Die Idee ist ursprünglich in Chicago aufgetaucht, hat aber erst hier in Newyork einen solchen Anklang gefunden, daß man in den größeren Restaurants schon bäufig die Bestelluna der Richtung bo Unheil an. In Stall des Landw anderer Blisstraf geidhmolzen wurd gehende Regent zwischen Saa Hagel, der tei deft, fodaß di machte. An der An der Lahn b Bliz zersplittert. A Die Ba tehenden Orts fammen 10 688 burg 71 Berein 2633 Mitgliede eine mit 2485 and Fachschulen Schulen werden finden fich 1087 und 85 ohne B bon 164 Lehrern and Ditfchaften mit 7769 Gdjil Nicht- Bauhandw werden unterrich ligen Fortbildun teilungen unterri Bentralftelle in Unterrichtsanftal Im Auftrage ihrer Regierung weilt gegenwärtig eine Anzahl höherer französischer Bergbeamten in Deutschland. Die Herren wollen die Verhältnisse in den deutschen Bergverken studieren, um daraus event. Nußen für den heimischen Bergbau zu ziehen. Es handelt sich sowohl um den Besuch des Bergwerkwesens im allgemeinen, als auch um das Studium der verschiedenartigen Schutzmaßnahmen, weiche im Interesse der Arbeiterschaft getroffen worden sind. Im oberschlesischen und auch im rheinisch- westfälischen Bergwertsdistrikt ist der Besuch der französischen Gäste angemeldet. Das Neueste aus den Witzblättern. Im Restaurant.„ Hier, Kellner, nehmen Sie das Beci „ Bedoure teak zurück, es ist ja vollständig ungenießbar." ehr, mein Herr, das kann ich nicht zurücknehmen. Sie haben es ja ganz verbogen." Die Gesamtausg falten betragen jahr: darunter Die o Der gegenwärtig fadt besuchen fie geneigt feien ridenden Söhn umgestalteten An Vorzug geben. abhängig gem 1904/05 der Be machen fei ob und dem Realgy Boshaft. Fremder: Sagen Sie, in Ihrem Städtchen praktizieren wohl vicle Aerzte?" Einheimischer:„ Warum?" Fremder:„ Es macht so' nen ausgestorbenen Eindruck." Zusatz. Papa( mit einem Blick auf die bessere Hälfte): Ja, Hänschen, Herensabbath auf dem Blocksberg gibt es natürlich in Wirklichkeit nicht, aber Kaffeefränzchen, die ribt's!" ( Lachendes Jahrhundert.) Stattgefunden un ausgefallen. B Der Apparat Fellner an den angefchloffen. Lokales. Gießen, 4. September 1903. Der Großherzog hat zum 3. d. M. dem DomGin bei fapitular und Geiflichen Rat Prälat Dr. Friedr. Schneider Bublifum auf beträchtlich mehr als zwei Drittel, für die Schulen der seit herigen Art ausgesprochen, während für die Reformanstalten zusammen nur 33 Schüler in Aussicht gestellt wurden, in die sich Gymnasium und Realgymnasium zu teilen hätten. Unter diesen Umständen kann von einem dringenden Bedürf| Jäger die Mitteilung gemacht, daß der Großherzog von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch mache und seine Hinrichtung um 6/2 Uhr morgen früh stattfinde. D. nahm die Nachricht weinend, aber ziemlich gefaßt auf. Nachdem er heute morgen gebeichtet, empfing er nach 8 Uhr die hlg. aus Gotha. er Opernhaus in Mainz die Goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft, nis nach grundsäßlicher Umgestaltung der höheren Schulen Kommunion. Die Hinrichtung vollzieht Scharfrichter Brandt Der römische Kunst, Industrie und Landwirtschaft und dem Privatdozenten in der fraglichen Richtung wohl nicht mehr die Rede sein. S durch einen verstand" Be War es die en imposanten en, oder hatte an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Adolf Beller bie Silberne Verdienstmedaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Landwirtschaft verliehen. Das Großh. Ministerium des Innern hat demgemäß beschlossen, daß von der Gründung sogenannter Reformgymnasien oder Reformrealgymnasien bis auf weiteres abzusehen ist. * Der Großherzog empfing u. a. den Provinzialdirektor* Die Strafkammer in Schweinfurt verurteilte Dr. Breidert von Gießen, den Beigeordneten Cursch- den Schäfer Valentin Benkert von Eltingshausen, r die Bujam mann von Gießen, den Stationsassistenten a. D. Pfanne der dem dortigen Bürgermeister 11 junge Obstbäumchen im riadhe ergrün müller, den israelitischen Lehrer Wertheimer von Heldenbergen Werte von 100 Mt. durch Beilhiebe zerstört hatte, wegen Pferdeschwanz und den Leutnant der Landwehr- Kavallerie 1. Aufgebots Sachbeschädigung zu 6 Monaten Gefängnis. has edle Rog Wenzel, tommandiert beim Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm Bürde ledig( 2. Großh. Hess.) Nr. 116. Gelächter er ner jah völlig er, um zu er as Monstrum r Verfassung der Schred allte die rechte to, iſt plöglich aufenden und * Der Großherzog hat mittelst Allerhöchster Entschließung geruht, dem Hauptmann und Kompagniechef Biegler im Infanterie- Regiment Herzog von Holstein( Holsteinisches) Nr. 85, seither im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. * Ernannt wurde Pfarrvifar Repp zu Alsfeld zum Pfaraverwalter in Wolfsheim, Dekanat Wölstein. * Beförderung. Der Königl. Stationsassistent eil überfallen. Neuhaus von Gießen ist unter Beförderung zum Güterar eine Ueber- expedienten vom 1. September ab nach Schwintochłowiß, nachdem sie Direktionsbezirk Breslau, versetzt. Wohnungen iegsschauplay" ** Zur Wiederbeseßung werden ausgeschrieben: ern, so ist die die evang. Pfarrstelle zu Sprendlingen, Dekanat Offenbach; so bedenkliche, die evang. Pfarrstelle zu Lißberg, Defanat Büdingen; die sdepartements evang. Pfarrstelle an der Markusgemeinde zu Gießen vielen Fällen( bekanntlich wird Pfarrer Scheunemann Gießen verlassen); schwerem Ge die 2. evang. Pfarrstelle zu Großen Linden( die durch das Ableben des Pfarrer Schönhals vakant geworden ist); die evang. Pfarrstelle zu Groß- Felda, Dekanat Alsfeld; die evang. Pfarrstelle zu Brauerschwend, Dekanat er, gegen die chungen eines n Flöhe bissig, Hannover, in Arenberg von Teil schon ihre gemeldet wird, amten, geführt e, bereits inso. Durchstechereien Band aus dem haben die Ver efängnisbeamte per mancherlei n Aufenthaltes Dienſtvorschrift streng berpont rwiesen. Gegen ilfsauffeher if Strafverfahren äre Arenberg Unterschleifen rei Möbel für en lassen. ums". Der in medium Anno Id aufgetretene neuen Beweis Is gemeine Be geworden ist Mediums, ver aus Theologe und Geschichte Professortitel Reisen, die vor erichtet waren. hr erster Bräu Swar derfelbe utter Profeffor mit Geistern in ste präfumtive ehauptete Anna wohnten Weise n fönnen. attes soll der ausweisungen gründet wer Des deutschen von ihm erJenheiten des tachricht scheint wäre. n leiden, aber t der Sekretär Dem National nusführte, das ervollkommner Alsfeld. * Der Großherzogl. Forst wart Stendal in Weick arts hain hat, wie ein Bild der letzten Woche" zeigt, bei der letzten deutschen Forstversammlung in Kiel, wo auch Geheimrat Prof. He ß aus Gießen zugegen war, Gelegenheit gehabt, die von ihm erfundene ,, Baumdruckmaschine" in Tätigkeit vorzuführen. Gegenüber anderen früheren ähnlichen Erfindungen hat dieselbe den Vorteil der Verwendung bei unebenem Boden. Der Erfinder hat sich eine neue Verbesserung, wonach dieselbe nicht, wie früher, von sechs Mann, sondern nur von zwei Mann bedient zu werden braucht, vom deutschen Reitsamt patentieren lassen. Die Maschine, deren Preis sich auf 60 Mt. beläuft, ist bereits in mehr als hundert Exemplaren in hauptsächlich hessischen und benachbarten Oberförstereien in Gebrauch. Es steht nunmehr zu hoffen, daß dieselbe, bei deren Anwendung jeder Unfall vermieden wird, auch im weitern deutschen Vaterlande in Verwendung kommt. ** Rittershaus- Konzert. Wir können unseren Musitfreunden die sie gewiß interessierende Mitteilung machen, daß der königliche Hofopernsänger Alfred Rittershaus in dieser Saison wieder ein Konzert veranstalten wird und zwar einen Wagner- und Balladen Abend. Das Programm ist ein völlig neues. Den Tag des Konzerts werden wir demnächst mitteilen. Ein schweres Gewitter zog heute früh in der Richtung von Gießen nach Alsfeld und richtete viel Unheil an. In Launsbach schlug der Blitz in einen Stall des Landwirts Ludw. Will und tötete ein Rind. Ein anderer Blißstrahl ging in einen Telegraphendraht, der ab= geschmolzen wurde. Strichweise war der in Strömen niedergehende Regen von Hagel begleitet; so waren die Felder zwischen Saasen und Göbelnrod vollständig mit Hagel, der teilweise die Dicke von Taubeneiern hatte, bedeckt, sodaß die Flur den Eindruck eines Wintermorgens machte. An den Obstbäumen ist viel Schaden angerichtet. An der Lahn bei Gießen wurde eine große Pappel vom Bliz zersplittert. A Die Zahl der in dem Großherzogtum Hessen bestehenden Ortsgererbevereinen beträgt 116 mit zusammen 10 688 Mitgliedern; davon kommen auf Starken burg 71 Vereine mit 5526 Mitgliedern, Oberhessen 26 Vereine mit 2485 Mitgliedern und Rheinhessen 19 Vereine mit 2633 Mitgliedern. Die Anzahl der Kunstgewerbe, Gewerbeund Fachschulen in Hessen verteilt sich auf 16 Städte; diese Schulen werden von 1737 Schülern besucht, darunter befinden sich 1087 Bauhandwerker, 565 Nicht- Bauhandwerker und 85 ohne Beruf. Der Unterricht in diesen Schulen wird von 164 Lehrern und einer Lehrerin geleitet. In 109 Städten und Ortschaften sind Handwerker- Sonntags- Zeichenschulen mit 7769 Schülern, darunter 5395 Bauhandwerfer, 2202 Nicht- Bauhandwerker und 172 ohne Beruf; diese Schüler werden unterrichtet von 253 Lehrern. An den 42 gewerb lichen Fortbildungsschulen werden 2381 Schüler in 109 Abteilungen unterrichtet von 93 Fachlehrern. Mit der Großh. Zentralstelle in Darmstadt sind verbunden 167 gewerbliche Unterrichtsanstalten mit 510 Lehrkräften und 11 887 Schülern. Die Gesamtausgaben für die gewerblichen Unterrichtsanstalten betragen 443 361 Mt. gegen 427 177 Mt. im Vorden sind. m jahr; darunter 294 878 Mt. Gehälter für die Lehrer. Er rate, das amerikanijdjen chmen. genwärtig eine n Deutschland. Dentiden Berg den heimischen um den Besuch auch um das ahmen, weide hen Bergwerts angemeldet. tern. -„ Хебоите Die oberste Schulbehörde hat an die Eltern der gegenwärtig die ersten Ober- Vorschulklassen in Darmstadt besuchenden Schüler die Anfrage gerichtet, ob rückenden Söhne einer nach den sog. Frankfurter Lehrplänen * In der Landwirtschaftlichen Abteilung der Weltausstellung in St. Louis 1904 wird sich eine Unterabteilung für wissenschaftliche Landwirtschaft" befinden, welche den Beweis erbringen soll, daß es nicht allein die Praktiker waren, welche die Landwirtschaft Ameritas auf ihre jezige Höhe und zu ihrer riesenhaften Leistungsfähigkeit gebracht baben. In dieser Abteilung werden 65 höhere LandwirtSchaftliche Lehranstalten mit 200 Lehrern und 20000 Studenten ve treten sein. 60 Experimentierstationen mit mehr als 700 Fachgelehrten und Assistenten, 2500 Farmers schulen mit 800 000 Besuchern werden in Bildern, Truckder theoretische Unterricht in Nordamerika erteilt wird, wo sachen und Arbeiten ihrer Schüler zeigen, in welcher Weise mehr als 40 000 000 Menschen an der Landwirtschaft beteiligt sind. Eine eigentümliche Einrichtung sind die SekundärLandwirtschaftsschulen. Diese sind eigentlich Klubs von jungen Leuten, die in gewissen Zentren der Ackerbau treibenden Staaten zusammenkommen, um Vorträge von Gelehrten an den höheren Lehranstalten und von praktischen Ackerlandwirtschaftliche Bibliotheken verbunden. deren Bücher bauern zu hören. Mit diesen Sekundärschulen sind große werden. Die Teilnehmer an diesen sekundären landwirtschaftüber weite Strecken an Interessenten zum Studium versandt lichen Schulen belaufen sich weit über eine Million Menschen, und mit Stolz weisen die amerikanischen landwirtschaftlichen Praktiker darauf hin, daß das Bestreben sich fortzubilden, das man besonders bei den jungen Farmern selbst in den entferntesten Ackerbau treibenden Gebieten findet, haup sächschaftlichen Wetterfolgen zu verhelfen. lich dazu beigetragen hat, Nordamerika zu seinen landwirt| Kinzenbach, 3. Sept. Gestern und heute machte sich bereits ein reges Geschäft im Zwetschenhandel hierselbst bemerkbar. Händler vom Rhein kauften die Zwetschen pro Bentner 3,20 Mt. Sie verpacken dieselben alle in Körbe und gehen dieselben per Bahn direkt nach Rotterdam, von Wie hoch mag wo sie nach England eingeschifft werden. erst der Zentner in England bezahlt werden, wenn man bedenkt, daß die Bahnfracht sich allein auf 1,10 Mt. à Bentner stellt. Für uns en Bedarf sind die Zwetschen noch nicht verwendbar, gewiß gelangen dieselben auf dem weiten Transport zur vollkommenen Reife. Krofdorf, 3. Sept. Der nächste Sonntag, als der erste Sonntag im September ist der Tag, an welchem alljährlich die Kirchweihfeſte für die gesamte Bürgermeisteret abgehalten werden. Gewaltig sind natürlich auch die Zurüstungen für diese Festtage, wenn man bedenkt, daß 12 Gemeinden einer Bürgermeisterei ihre Kirmes abhalten. Gewaltig ist auch das Gebläse das man an diesem Tage zu hören be= kommt und oft sind nicht genug Musikanten aufzutreiben, die an diesem Tage zum Tanz aufspielen sollen. Wie wir erfahren, so halten die Orte Kinzenbach, Dutenhofen, Azbach, überhaupt die Gemeinden, welche ehemals die Bürgermeisterei Azbach bildeten in Anbetracht der Einquartierung ihre Kirmes vierzehn Tage später. * ** Lollar. Die Königliche Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat unserem Altbürgermeister Nies auf ein von ihm eingereichtes Gesuch vom 25. Mat d. I. am 28. August mitgeteilt, daß der jetzt von Fulda in Gießen um 2.41 Uhr antommende Zug 526 und der von Köln jetzt um 2.40 in Gießen ankommende Zug 634 vom 1. Oktober Anschluß an den jezt um 2.40 Uhr von Gießen nach Lollar- Londorf abfahrenden Zug 1040 erhält. Lang- Göns, 2. Sept. Unter Leitung des Herrn Provinzialdirektor Dr. Breidert- Gießen fand gestern eine Besichtigung des hiesigen Bahnhofsviadukt statt. Es wurde ein Beschluß dahin gehend gefaßt, mit der Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. ein Abkommen zu treffen, wonach die Eis nbahndirektion den alten Viadukt bis zur Scheitelhöhe erweitert und den neuen Viadukt in Eisenkonstruktion herstellt. Als Gegenleistung verlegt der Kreis Gießen bezw. die Gemeinde Lang- Göns de Kreisstraße Lang- Göns Neuhof in der Weise, daß dieselbe nicht mehr längst der Bahn herunterführt, sondern in vorteilhafter Weise durch das Feld führt. Der Kreisausschuß, der Gemeinderat, die Oberbahnbehörde sowie Schuchhardt- Neuhof waren zugegen. * Schotten, 1. Sept. Kreisstraßenmeister Hohenadel ist mit dem heutigen Tage in den Ruhestand getreten. Nahezu 35 Jahre ſtand er im Dienſte des Kreiſes. Den Rest seines Lebens gedenkt er bei seinem Sohne( Uhrmacher Hohenadel) in Vilbel zu verbringen. || Geisenheim, 2. Sept. Das benachbarte Kloster Notgottes ist für 165,000 Mt. von der Familie des Freiherrn v. Zwirlein an eine protestantische Dame verkauft stalt, verbunden mit einem Diakonissenheim, einzurichten beabsichtigt. Sie das Bec fie geneigt seien, ihre zu Ostern 1904 in die Sexta auf worden, welche in dem früheren Kloster eine Erziehungsannen. Sie haben umgestalteten Anstalt zuzuführen, oder ob sie dem Gymnasium rem Städtdien er:„ Warum?" en Gindrud." effere Hälfte): sberg gibt es efränzchen, die ahrhundert.) und dem Realgymnasium in ihrer dermaligen Form den Vorzug geben. Von der Beantwortung dieser Frage sollte es abhängig gemacht werden, ob zu Beginn des Schuljahres 1904/05 der Versuch der Gründung von Reformanstalten zu machen sei oder nicht. Die Abstimmung hat inzwischen stattgefunden und ist zu ungunsten der Reformschulen ausgefallen. Von 118 Abstimmenden haben sich 85, also XFrizlar, 2. Sept. Die hiesige 1. reitende Batterie hat vom Kaser gelegentlich der diesjährigen Schießübung bei Wesel den Kaiserpreis verliehen bekommen. + Mainz, 3. Sept. Dem jugendlichen Mörder Detroits wurde heute früh 612 Uhr von Herrn Staatsanwalt Dr. Friedrich im Beisein des Gefängnisgeistlichen Herrn Pfarrer | Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 13. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 6. September. Kirchliche Feier des Sedanfestes. Kollefte zum Besten der Kaiser Wilhelm- Stiftung für deutsche Invaliden. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr Pfarrer Schlosser. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus und Markusgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Batholische Gemeinde. Samstag, den 5. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 6. September( 14. Sonntag nach Pfingsten.) Schußengel fest. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Ur: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. " ff um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21 Uhr: Andacht. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 6 September, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 9. September, abends 812 Uhr: Bibelstunde. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 5. September 1903 Freitag abend 6 35 Uhr. Samstag vormittag 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabathausgang 7.50 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 6.30 Uhr. Ab. 6.30 Uhr. Markt. Marburg, 3. Sept. Es wac zwar auf heute ein Rindvieh- und Schweinemarkt angesetzt, allein ersteres war nicht aufgetrieben, sondern nur Schweine, und zwar 1035 Stück. Bei ziemlich gewichenen Preisen herrschte ein starker Berkauf. Es fosteten das Paar 5-8 Wochen alte Ferkeln 15-20-24 Mt, ½½ Jahr alte Läufer 40-55 Mt. je nach Qualität, 5-6 Monat alte Schweine das Paar 65-70-80-90 Mt., Fette Schweine das Stück 65-70 Mart. Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Lüders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Mit dem Anfang des Monats September ist hier endlich das ersehnte trockene sonnige Wetter eingetreten, daß zur Förderung der verzögerten Erntearbeiten so dringend erforderlich war. Der Futtermittelabsaß war in dieser Berichtswoche recht schwach bei schwankenden Preisen. Reisfuttermehl steigt im Preise; namentlich die besseren Qualitäten. Von Rangoon sind in diesem Jahre bis Anfang August nur 30,279 Tons Reisfuttermehl nach Europa verschifft gegen 64,360 Tons im gleichen Zeitraume des Vorjahres. Tendenz: ruhig. Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein 430-450 Mt. per 50 Kilo ab Hamburg, 4.35-4 50 ab Magdeburg, ohne Gehaltsgarantie 3.75-4 30 ab Hamburg. Reiskleie 2.- bis 3.50, Weizenfleie, grobe 4.15-440, Roggentleie 4.20-4.30, Gerſtefleie 4.50 bis 5.50, Eidnußklete( gemahlene Erdnußschalen) 2. bis 2.20, Erdnußfuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 6.25-6.50, 53-58 Proz. 6.50-6.90, Baumwollfaattuchen und Baumwollsaatmehl 52-58% 6.40-6.55, 56-62 Proz. 6.50-6.75, Cocusnußkuchen und-Mehl 28-31 Pro. Fett und Protein, 5.40-6.20, Palmfernkuchen und -Mehl 22-26 Proz. do. 5.00-5.25, Rapsfuchen u.-Mehl 38-44 Prozent 4.40-4.75, Leinfuchen und Mehl 38-42 Proz. 6.25-6.75, Maisölkuchen und Mehl 18-24 Proz. 5.70-6.-, Getrocknete Schlempe 40-45 Proz. 5.25-5.60, Getrodnete Treber 24-30 Proz. 4.70-5.-, Malzkeime 4.40—4.90, alles per 50 Kilo ab Hamburg. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen männliche weibliche Zusammen Monat August 1903. Nachfrage Offene Stellen Besetzte Stellen 147 129 46 73 193 202 221 im vorigen Monat. 231 38 9 47 90 Auch im Monat August machte sich der allgemein herrschende Dienstboten mangel start bemerkbar. Immerhin war es möglich 8 Nachfragen nach Dienstboten zu erledigen. Der Rückgang gegen den Vormonat hat im wesentlichen in der verminderten Nachfrage nach Lauf-, Buz- und Waschfrauen seinen Grund. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil bin klein far bas Botale, ben„ Gerichts-" und„ Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Dumb Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Städtisches Schlachthans. Faselochs 35 Pfg. Heute und morgen. Sedanfeier in Gross- Felda. Sonntag, den 6. September mit Landwirtschaftliche Provinzial- u. Verbands- Ausstellung. Bon Montag, den 7. d. Mts. an befindet sich unser Bureau im ,, Restaurant Liebigshöhe I. Stod" auf dem Ausstellungsplate. Der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses, Schlente. Tanzbelustigung am Lohberg. Eflings- Anstaltung. Berdingung v. Grabenarbeiten. Es ladet höflichst ein F. Figge, Wirt. Prof. Dr. Walther, Frauenarzt ist vom 5. bis 26. September verreist. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser langjähriger Direktor im Hotel Großherzog empfiehlt: Hazeine Diner von 12-2 Uhr. Warme Küche den ganzen Tag. Manohener und Frankfurter Biere. Weine erster Firmen. Giessen. Frankfurter Straße, Ecke Aliceftrake. Meiner werten Kundschaft zur gefl. 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Mts., vormittags 11 Uhr bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbst auch deren Eröffnung um die angegebene Zeit in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 3. September 1903. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wißmann. Giessener Schirmfabrik Ausstellungs- u. PferdemarktGießen, Seltersweg 9 Suche einen tüchtigen Schreiner Uhr Hotel Prinz Karl, Gießen. Otto Schmidt, Schreinermsir. Großartige Kurerfolge. Zwiebelkuchen Dienstag, Donnerstag und Samstag von morgens 9 Uhr an zu haben bei Uhren- Gold- u. Silberwaren Bäcker Schomber, von Kirchplatz 6 nach Seltersweg 10 verlegt habe. Hochachtungsvoll C. Stöver, vorm. F. Scharmann. Uhrmacher. Gießen. 000000000 Walltorstraße 51. Gießen. Prima Kartoffel Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt J. Hankel Schloßgaße Gießen. Hoher Nebenverdiens Lotterie. Lotterie- Ziebung 15. September 1903. 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