Nr. 180. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs, in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Bratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 4. August 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfc. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Rebattion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Betr. Kotlauffeuche in Nieder- Gemünden. Bekanntmachung. Nachdem in einem Gehöft zu Nieder- Gemünden die Schweinerotlauffeuche ausgebrochen ist, haben wir über dieses Gehöfte die Sperre verhängt. Alsfeld, den 31. Juli 1903. Großh. Kreisamt Alsfeld. J. V Pistor. In Erwartung der Papitwahl. O Rom, 3. August. Die fünfte Sfumata" ist heut früh um 11% Uhr vom Dach der Sixtinischen Kapelle zum blauen Himmel emporgestiegen noch immer kein Resultat. Die Wahl scheint doch einen bedeutend langwierigeren Verlauf nehmen zu sollen, als die bekannten„ kundigen" Leute ihr prognostizierten. Wie schon öfters betont, kann man auf alle diese politischen Kannegießereien, die von Zeitungsschreibern der ewigen Stadt, und nicht zum wenigsten von den Korrespondenten der großen Auslandsblätter in dem bekannten Journalistencafé aus dem obligaten Schwarzen" oder der ,, Granita", dem Halbgefrorenen, gesogen werden, nicht das geringste geben. Man muß auch die Blättermeldungen, wonach Rampollas Partei bisher im Konklave die Oberhand hätte, und zwar zu Gunsten des Kompromißkandidaten di Pietro, nicht etwa auf vatikanische Quellen zurückführen. Dergleichen Nachrichten sind von Anfang bis zu Ende nur auf Kombinationen aufgebaut, die ja vielleicht- Recht behalten können, vielleicht aber auch nicht. Chi lo sa? Für den aufmerksamen Beobachter ist es possierlich, mit anzuschauen, wie durch allerlei Mäßchen die Authentizität derartiger Indiskretionen aus dem Konklave wahrscheinlich gemacht werden soll. Das Giornale d'Italia, das sich vornehmlich in dieser Hinsicht auszeichnet, wußte am Schluß einer Mitteilung über den Stand der Wahl zu berichten, daß Kardinal Oreglia sich zu einer Verschärfung der Ueberwachung veranlaßt gesehen habe, weil er mit Bedauern habe fonstatieren müssen, daß das Konklave nicht hermetisch abgeschlossen sei. Daran ist natürlich kein wahres Wort. Die Absperrungsmaßregeln waren von Anbeginn vorschriftsmäßig äußerst streng und sind auch so geblieben. Was man da als besonderes Zeichen von scharfer Bewachung erzählt, daß selbst Hühner und Fische geöffnet wurden, ist Usus, solange überhaupt das Konklave in seiner jezigen Gestalt existiert. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß es falsch ist, wenn man in der Tatsache, daß die Kardinäle ein Menu, aus Suppe, zwei Gängen und Dessert bestehend, erhalten, eine völlige Neuerung erblicken will. Schon seit längerer Zeit haben sich in der strengen Speiseordnung, die Gregor X. für das Konklave erließ, bedeutende Milderungen vollzogen. Die ursprüngliche Vorschrift des einen Gerichts, das den Kardinälen aufgetischt werden sollte, basierte bekanntlich auf den Erfahrungen, die man mit dem ersten eigentlichen Konklave machte, das 1268 zu Viterbo begann, und aus dem nach 2 Jahren erst Gregor X. als Papst hervorging. Das heilige Kollegium konnte sich absolut nicht einigen. Schließlich griff das Volk von Viterbo ein, vermauerte die Ausgänge des Wahlhauses( daher der Name Konklave) und deckte das Dach ab, um die Kardinäle zu schnellerem Entschluß zu bringen. Als auch das nichts half, griff man zu dem Mittel, ihnen nur Wasser und Brot zukommen zu lassen. Das soll denn endlich die Wahl beschleunigt haben. Zu derartigen Mitteln braucht man natürlich heutzutage nicht zu greifen, und man kann deshalb mit Fug und Recht den Papstwählern, die doch meistens alte, zum Teil recht gebrechliche Herren sind, eine kräftige, ausreichende Kost während ihrer anstrengenden Klausur gönnen. Das Interesse des Publikums an den„ Sfumaten“ hält sich beständig wach. Heute früh waren wohl 3000 Personen auf dem Petersplatz versammelt. Am eigenartigsten mutet das Schauspiel, das die ständig hin- und herflutende Menschenmenge bietet, in den Abendstunden an, wenn die sinkende Sonne ihre rötlichen Strahlen in den Millionen von Wasserstaub verbreitenden Springbrunnen badet. Dann greift man wohl nicht zu hoch, wenn man die Zahl derer, die erwartungsvoll zum Giebel der Sirtinischen Kapelle hinaufschauen, auf 10 000 einschätzt, abgesehen von dem kolossalen Aufgebot an Militär und Polizei, das die Ordnung aufrecht erhält. Alle Stände bunt durcheinander gewürfelt, vom einarmigen und blinden Bettler bis zu den stolzen Vertretern der römischen Adelsgeschlechter, Klosterfrauen, Geistliche, Kapuziner zwischen Damen in eleganter Toilette und Herren im sommerlichen Dreß. An den Seiten eine wahre Wagenburg, namentlich von Engländern und Amerikanern bevölkert, die in Scharen zur ewigen Stadt gekommen sind, um das Schauspiel einer Papstwahl zu genießen. Als gestern Abend die„ Sfumata" etwas lange auf sich warten ließ, entstand wieder einmal das Gerücht, der Papst sei bereits gewählt, und die Söhne Albions und Uncle Sams richteten schon die Operngläser mit Ungeduld nach dem Balkon, von wo das Habemus Ponteficem! erschallen soll. Sie werden allem Anschein nach aber gehörig warten müssen, che ihre Schaulust befriedigt wird. Die Politik. Neue Monarchenvisiten. Immer neue Kunde über geplante Monarchenbesuche an fremden Höfen bringt der Draht. Dem alten Kaiser Franz Josef ist neben dem Besuche des Königs Eduard und unseres Kaisers auch eine Begegnung mit König Carol von Rumänien angesagt worden. Nach einer amtlichen Meldung aus Wien wird der König von Rumänien, der auf der Reise nach Gastein am 8. d. Mts. in Wien eintrifft, vom 9. bis 10. zum Besuch des Kaisers Franz Josef in Ischl weilen und am 11. weiterreisen. Späterhin dürfte der greise Herrscher des Donaureiches einen ihm noch näher berwandten Fürsten in der Wiener Hofburg begrüßen: Der junge König Alfons von Spanien wird voraussichtlich schon binnen furzem nach dem Auslande reisen, um einigen Höfen einen Besuch abzustatten. König Alfons wird auf dieser Visitentournée, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter hört, neben dem Wiener auch die Höfe von Rom und Berlin besuchen; ebenso wird er sich auch nach Paris begeben. Da gegen steht ein Besuch in London nicht auf dem Programm der Reise, ebensowenig ein Besuch in Petersburg. Die Deutschen vor die Front. * Von einer neuen Rede des preußischen Handelsministers wird aus Hannover berichtet. Die Hann. Maschinenbau- Aktiengesellschaft in Linden feierte dieser Tage die Fertigstellung der 4000. Lokomotive und des 5000. Dampffessels. Handelsminister Möller, der an der Feier teilnahm, verwies in einer Rede auf die Londoner Weltausstellung von 1862, auf der England mit großem Stolz seine mächtigen Schnellzuglokomotiven den kleinen deutschen Lokomotiven gegenüberstellen konnte. Wir Deutsche", so führte der Minister aus,„, haben aus jener Erfahrung eine Lehre gezogen, die Lehre, deren Befolgung ums an die Spitze der Industrievölker gestellt hat." Dann fuhr der Minister fort: „ Unsere ganze weitere Entwickelung dreht sich darum, daß wir immer an der Spike bleiben und uns von niemand überflügeln lassen, daß wir die beste Arbeit zu möglichst billigem Preise herstellen, damit wir allen anderen Nationen überlegen sind. Wenn wir auf dem Wege fortschreiten, wenn nicht bei uns ähnliche Dinge, wie sie sich in England breit gemacht haben, dahin Platz greifen, daß man meinte, Arbeitsersparnisse durch Maschinen wären ein Schaden für die Arbeiter, nur dann werden wir wirklich an der Spitze bleiben können. Durch Ersparnis von Arbeit werden manche Hände allerdings nicht mehr gebraucht, aber nur, um mit unseren Händen mehr fertig zu stellen und den: selben Händen einen sehr viel höheren Lohn zahlen zu können, als er früher möglich mar. In einer weiteren Ansprache gab der Minister der Hoffnung Ausdruck, daß es der Regierung gelingen werde, beim Abschluß der Handelsverträge der deutschen Industrie den Auslandsmarkt zu erhalten. Die Stadtkassen und der Reichsbankgiroverkehr. Eine Verfügung des preußischen Ministers des Innern beschäftigt sich mit der Angliederung der städtischen Kassen an den Giroverkehr der Reichsbank. Es hat sich herausgestellt, daß eine große Anzahl städtischer Kassen an den Giroverkehr der Reichsbank nicht angeschlossen ist, obgleich sich Reichsbankanstalten in dem Gebiet dieser Städte befinden. Der Minister ersucht die zuständigen Stellen, auf den Anschluß der städtischen Kassen an den Reichsbankgiroverkehr hinzuwirken und die Angelegenheit fortgesetzt im Auge zu behalten. Für die Girofunden der Reichsbank ist der Anschluß der städtischen Kassen an den Reichsbankgiroverkehr selbstverständlich besonders willkommen. Der geprellte Graf Szapary. A Mehr Licht kommt jetzt in die tolle ungarische Bestechungsaffäre. Recht interessant ist vor allem die Aufdeckung der Vorgänge, die zur Ermittelung des Grafen Szapary als des Urhebers der Bestechung geführt haben. Der Mittelsmann Szaparys, der Journalist Dienes, for= derte, nachdem der Abgeordnete Papp den Bestechungsversuch an die große Glocke gebracht hatte, vom Grafen Szapary eine größere Geldsumme, drohte andernfalls den Grafen Szapary und noch eine andere hochstehende Persönlichkeit zu verraten. Graf Szapary versprach Dienes 30 000 Kronen, falls er sofort abreise. Dienes forderte 300 000 Kronen, begnügte sich aber schließlich mit 200 000 kronen. Diese Summe sollte ihm erst in Newyork dahin sollte Dienes flüchten- behändigt werden. Nach dieser Vereinbarung wurde Dienes flüchtig. Der Vertrauensmann des Grafen Szapary, der ihn auf der Flucht begleitet, trägt die 200 000 kronen bei sich! Die Streitbewegung in Spanien. * In Barcelona hat gestern der allgemeine Aus= st and begonnen; es sind umfassende Maßnahmen getroffen worden. In Alcala, Provinz Cadiz, stürmten die Arbeiter das Rathaus sowie Privatgebäude; zwischen ihnen und der Gendarmerie wurden Schüsse gewechselt. Todesfälle und Verwundungen kamen auf beiden Seiten vor. Auch in Wurcia, Cadiz, Ronda( Provinz Wialaga) und Alcoy ( Provinz Alicante) sind die Arbeiter in den allgemeinen Ausstand getreten. Wieder Dynamitanschläge der Macedonier? Eben erst hat der Großvezier der Türkei den Botschaftern Desterreichs und Rußlands erklärt, die türkischen Behörden wüßten, daß neue Anschläge gegen die öffentliche Sicherheit in Saloniki von macedonischer Seite geplant würden. Dieser Mitteilung folgt die Kunde von einer neuen Dynamiterplosion in Saloniki und von ein paar Brückensprengungen in dessen nächster Umgebung auf dem Fuße: In Tophane, der Citadelle von Saloniki, ereignete sich plötzlich eine Explosion, bei der mehrere Soldaten verwundet wurden. Um die türkische Bevölkerung, die sofort in Aufregung geriet und gegen die Macedonier und Albanesen vorgehen wollte, zu beruhigen, erklärten die türkischen Behörden, die Explosion sei durch Entzündung von Feuerwerksmaterialien verursacht. Tatsache ist indessen, daß im Festungshofe zwei Bemben explodiert sind, die von Aufständischen dorthin geschafft waren. Die schon erwähnten Brückensprengungen erfolgten bei Dede Aghalsch. Uebrigens zeigen sich in den Hauptgebieten wieder neue Banden, die aus Bulaarien aekommen sind. Die Fren und das britische Königtum. * König Eduard von England hat beim Verlassen der grünen Insel an das irische Volk eine Botschaft gerichtet, n der er für den ihm bereiteten Empfang, der alle seine Erwartungen übertroffen habe, dankte. Die Botschaft schließt mit einem Segenswunsch für Irland. Die Fren verden nun freilich, england- und königsfeindlich wie sic ind, dem königlichen Segenswunsch genau so viel Wert beilegen, wie der Versicherung des Königs, er sei über seinen Empfang in Irland höchlichst erfreut. In der Tat war ja die Begrüßung des Königs durch die Iren so frostig und stellenweise so feindselig, daß Eduard VII., hätte er auf die Phrase verzichtet, von Dankbarkeit für seine Aufnahme nicht hätte reden dürfen. Ein englischer Landlord in Irland, Lord Iveagh, hat zum Andenken an den Besuch des Königs in Irland 50 000 Pfund Sterling- eine Million Mark zur Verteilung an die protestantischen und katholischen Hospitäler in Dublin und Newcastle gestiftet. Mit solchen Mitteln, so gut sie gemeint sind und so segensreich sie wirken, wird man den tief eingewurzelten irischen Haß gegen die englische Herrschaft nicht beseitigen fönnen. Dazu wären Maßnahmen notwendig, zu denen sich England im Interesse der Aufrechterhaltung seiner Vormundschaft über Irland nicht verstehen kann. Kulturkämpferisches aus Frankreich. Während in Rom die Kardinäle sich mühen, der katholischen Kirche ein neues Oberhaupt zu finden, nimmt in Frankreich, der erstgeborenen Tochter der Kirche", die feindselige Stimmung gegen die Geistlichkeit zu. Am Sonntag fand in Paris vor dem Denkmal eines der ärgsten Feinde der Kirche, Etienne Dolet, eine große Kundgebung gegen die Geistlichkeit statt. Später wurden zwei große Volksversammlungen abgehalten, in denen sozialistische Redner unter jubelnder Zustimmung der Hörer die völlige Trennung von Staat und Kirche forderten. Später kam es auf der Straße zwischen Gegnern und Anhängern des Klerus zu einer solennen Prügelei. Selbstverständlich wird die Trennung von Staat und Kirche nicht durch Radauversammlungen entschieden werden. Aber solche Versamm lungen sind bezeichnend für die Stimmung in weiten Volks. reisen, und sie verfehlen am Ende ihre Wirkung auch auf Die gesetzgebenden Körperschaften nicht. Blutige Streikfrawalle in Südrußland. Das allgemeine Mißtrauen gegenüber der amtlichen russischen Versicherung, die Arbeiterunruhen in Odes seien harmlos gewesen und die Ruhe sei wiederhergestellt, siellt sich als wohlbegründet heraus: Nach den neuesten Meldungen ist über Odessa der große Belagerungszustand erhängt worden. Ein weiteres Kosatenregiment wurde roz der Stärke der ständigen Garnison Odessas aus Tiraspol herbeigeholt. Die Reichsbank wurde militärisch besetzt. Alle Geschäfte und Banken sind geschlossen; die Zeitungen erscheinen nicht. Ueber 50 000 Arbeiter aller Berufszweige sind ausständig. Nicht weniger schlimm sind die Nachrichten aus dem übrigen russischen Streifgebiet. So hat in Tiflis ein Zusammenstoß zwischen Truppen und auständigen Arbeitern der Kaukasus- Eisenbahn stattgefunden, wobei 20 Aus ständige getötet wurden. Der Ausstand in Baku ist noch immer nicht beendigt. Kurze politische Nachrichten. Der preußische Unterrichtsminister Studt hat sic in das schlesische Ueberschwemmungsgebiet begeben. Der württembergische Finanzminister v. 3cyer ist aus Anlaß der Erledigung der Steuerreform von der staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen zum Ehrendoktor ernannt worden. Den marokkanischen Behörden in Tanger ist amtlich die Nachricht zugegangen, daß der Prätendent Bu Hamara in einem Gefecht schwer verwundet und ge storben ist. Bu Hamara ist schon mehrfach totgejagt worden; hinterdrein wurde er aber immer wieder lebendia. Nehle und er preßte die heiße Stirne gegen die Scheibe der Türe. 3ehn Minuten und er var am 3iel. Er zählte und war erst bei der Hälfte angefomWieder ein Pfiff! Mirius sprang hinaus, endlich! No Endlose sechshundert Sefunden! lassen, wo allerlei Steine verschiedenster Formen und Größen fein, ein paar Lichtstrahlen über den Kirchhof schimmern zu E mochte dem himmlischen Nachtwächter ein Zeitvertreib eines der Spitzbogenfenster der halbzerfallenen Kathedrale. Der Mond war aufgegangen und lugte neugierig durch tonie nie ( Tortsetzung.) Von Albert Rosztok( Tempelhof). Der Spuk von Sanssouci. ( Nachdruck verboten.) Ich verbitte mir diese Unterbrechungen, Herr 91potheter Herr!" auf dem besten befehdeten Geistersebers. sein von Geistern oder und staatswissenschaftlicher Erfahrungen gesammelt hätte in praxi nichts vorgekommen, was auf das Vorhandennehmen, in der Beit seines amtlichen Wirkens in Botsdunt wo er als Referendar einen reichen Schat juristischer ähnlichem ſchließen lasse, so müsse Sei ihm auch, so ce sich ver. Hof und Gesellschaft. *** Prinz und Prinzessin Rupprecht von Bayern, welche bekanntlich vor längerer Zeit eine Reise um die Welt angetreten haben, werden nach den bisherigen Dispositionen heute( Dienstag) von Newyork aus an Bord des Schnelldampfers Kaiser Wilhelm der Große" die Heimreise antreten. Die Ankunft in Bremen wird am 11. d. M. erwartet, so daß demnach die fürstlichen Weltreisenden voraussichtlich am 12. d. M. wieder in München eintreffen werden. *** Der Großherzog und die Großherzo= gin von Baden sind aus St. Moritz in Karlsruhe wieder eingetroffen. Der mehrwöchige Erholungsaufenthalt in Engadin ist für die Gesundheit des greisen Fürstenpaares von besonders günstiger Wirkung gewesen. *** Der Kaiser und die Kaiserin von Ruß= land haben von Ssarowo aus, wo sie den Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Serephini beiwohnten, die Rückreise nach Petersburg angetreten. Die Wahrheit über die Pefter Affaire. Die Bestechungsaffäre, die sich der Gouverneur von Fiume, Graf Szapary, zu schulden kommen ließ, dürfte voraussichtlich dem Ministerpräsidenten Grafen Khuen- Hedervary das Amit kosten, denn wie sehr der Schuldige auch versichern mag, daß er die Tat auf eigene Rechnung und Gefahr ausgeführt habe, so fragt man doch auch in diesem Falle, wem ein Gelingen der Bestechung Nutzen gebracht hätte, und hier kommt denn in erster Linie der Premierminiſter in Betracht. Zudem sind die beiden Grafen aus das innigste befreundet, so daß man die öffentliche Meinung nur schwer von der völligen Unkenntnis des leitenden ungarischen Staatsmannes wird überzeugen können. Damit hat die Opposition auch gerechnet. Wie uns von zuständiger Seite geschrieben wird, glaubt man in Budapester eingeweihten politischen Kreisen mit gutem Grund, es hier mit einer schlau angelegten Intrigue der Kossuth- Partei zu tun zu haben. dem Schweinefleisch wurden auf Anordnung des Gerichts nach Erlangen zur Untersuchung gesandt. Von den erfranften 22 Personen ist inzwischen der größte Teil wieder hergestellt. Absturz einer„ Riesendame". Ein eigenartiger Unfall ereignete sich, wie aus Dresden gemeldet wird, auf dem Bahnhofe. Beim Ausladen einer„ Riesendame", Miß Dora Cooper, welche demnächst auf der Vogelwiese zur Schau gestellt werden sollte, riß plötzlich die Hebekette des Dampffrahns und Miß Cooper stürzte etwa einen Meter ab, wobei sie sich mehrere Kontusionen am Rücken und an der rechten Schulter zuzog, sich auch die Zunge verletzte. Ihr Impresario beabsichtigt mun gegen die sächsische Staatsbahnverwaltung auf Entschädigung flagbar zu werden, doch dürfte er hiermit wenig Aussicht auf Erfolg haben, da die„ Riesendame" gegen ihr wirkliches Gewicht mehrere Zentner zu leicht deklariert gewesen sein soll. Das ganze klingt etwas hundstagsmäßig. Hat denn die Riesendame feine Füße oder können diese ihr Gewicht nicht tragen, daß sie wie ein Gepäckstück aus- und eingeladen werden muß? Typhusepidemie in Braunschweig. Von 400 Kindern, die während der Ferien in einem Gehölz bei der Stadt Braunschweig unter Führung von Lehrern Waldspiele ausführten, sind in den letzten Tagen 67 Kinder unter typhösen Erscheinungen schwer erkrankt; ebenso ist ein Lehrer erkrankt. Man glaube ja nicht so schreibt unser Gewährsmann -, daß ein derartiger politischer Kauf, wie der bei Zoltan Papp versuchte, über den jezt die Opposition Zetermordio schreit, bei den Herren mit den gewichsten Schnurrbärten etwas überaus merkwürdiges und seltenes ist. Schon Maurus Jokai, den doch gewiß jeder als einen Stockungarn gelten läßt, da seine Schriften ja erst den Nationalstolz dieses Volkes geweckt haben, schildert in seinem„ Nabob" die Kulissengeheimnisse des Parlaments, und hierbei spielt ein derartiger Kauf, wie ihn jest Graf Szapary so ungeschickt inszenierte, eine Rolle. Bei dem ganzen Entrüstungsrummel ist viel Heuchelei mit im Spiele, um so mehr, als man nicht einmal 1 iß, ob nicht das Objekt der Bestechung zu einer Gruppe von Intriguanten gehört, die den Vorfall herbeiführten, um den Grafen Khuen zu stürzen, daß also mit anderen Worten Graf Szapary in doppelter Weise düpiert wurde, einmal, weil er sich in der Bestechlichkeit seines Opfers täuschte, sodann, weil er in eine von gegnerischer Seite gelegte Falle prompt hineintappte. Dem Magyarentum fehlt trop der jahrhundertelangen Berührung mit der westlichen Kultur doch die edlere Auffassung der öffentlichen Pflichten. Ein Volk, das gegen andere Volksteile nicht gerecht zu sein weiß, das die zu seinem Staatswesen gehörenden Nationalitäten in der härtesten Weise verfolgt, verfügt nicht über die ethische Auffassung der Wesivölker. Das Hunnentum ist den Herren Magyaren seit Jahrhunderten in den Knochen stecken geblieben und nicht herauszutreiben. Jedenfalls machen sie mit ihrer lärmenden Entrüstung auf die deutsche Bevölferung keinen Eindruck. Der ganze Vorgang wird lediglich nach seinem Effekt beurteilt und dieser ist für das Deutschtum allerdings durchaus nicht erfreulich. Gelingt es, den Grafen Khuen- Hedervary zu stürzen, dann kommt das Magyarentum noch mehr als seither obenauf und die Bedrückung der anderen Nationalitäten wird sich in noch viel schrofferen Formen vollziehen als es bis jetzt der Fall war. Nur insofern hat der Fall ein allgemeines Interesse; über das Magyarentum aber hat er uns nichts neues gesagt. Hus dem Gerichtsfaal. Ein blutiger Zusammenstoß ereignete sich auf dem schlesischen Gute Röversdorf zwischen dem Inspektor Schwenglet und aufrührerischen polnischen Arbeitern. Schwengler mußte in der Notwehr einen Arbeiter, der auf ihn mit der Sense eindrang, niederschießen. Der Mann war so rabiat, daß er nach dem ersten Schuß, der ihn nur gestreift hatte, weiter auf Schwengler losging, bis ihn ein zweiter Schuß tötete. § Wegen Beamtenbeleidigung wurde der sozialdemokra tische Reichstagsabgeordnete Zubeil von dem Schöffengerich! in Köpenick zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Er war be schuldigt, gelegentlich einer in Schmöckwitz abgehaltenen Volksversammlung dem dertigen Amtsvorsteher von der Decken Mißbrauch der Amtsgewalt vorgeworfen und in Be zug auf die Gendarmen geäußert zu haben, diese Beamter wären die überflüssigsten Menschen auf der Welt". Die leitere Aeußerung zog die obige Strafe nach sich. Wegen der Beleidigung des Amtsvorstehers, für welches Vergehen der Staatsanwalt einen Monat Gefängnis beantragt hatte, erfolgte Freisprechung, da das Delikt nicht als ermiesen angesehen tourde. Nab und Fern. Ein schweres Bootsunglück ereignete sich auf der Warthe bei Posen. Ein Kahn, in dem vier Personen eine Ruderpartie unternommen hatten, fenterte. Zwei von den Insassen tamen in den durch das Hochwasser geschwellten Fluten des Stromes um. Erdbeben in Spanien. Starke Erdstöße, von heftigem unterirdischen Getöse begleitet, wurden in den letzten Tagen in der spanischen Provinz Granada, vornehmlich in der Gegend von Albunol verspürt. Unter der Bevölkerung herrscht infolgedessen große Erregung. * Ein vereiteltes anarchistisches Attentat wird aus Barcelona gemeldet. Während eines Stiergefechts verhaftete die Polizei einen seit längerer Zeit von ihr verfolgten Anarchisten, der zwei Dynamitpatronen bei sich trug. Wäre das beabsichtigte Attentat zustande gekommen, so wäre bei der großen Zuschauermenge, die die Arena füllte, sicherlich eine furchtbare Katastrophe eingetreten. Die Konkursmasse der Leipziger Bank verkauft. Die Gläubigerversammlung der Leipziger Bank ermächtigte einStimmig den Konkursverwalter, die Konkursmasse gegen folgende Gegenleistung an das Leipziger Bankhaus Erttel, Freyberg u. Co. unter Garantie der Nationalbank für Deutschland in Berlin zu verwerten. Die Käuferin gewährt als Kaufpreis insgesamt 67 Prozent für die festgestellten, nicht bevorrechtigten und im Prozeß befangenen Forderungen unter Uebernahme der noch laufenden Masseschulden. Eisenbahnzusammenstoß. Auf dem Nürnberger Bahnhof stieß ein einfahrender Vorortszug mit einem ausfahrenden zusammen. Maschine und Tender des letzteren entgleisten; vier Personen wurden schwer verletzt. Vermischtes. * Der [ Die Beförderung des Ermordeten.] Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht folgende amtliche Bekanntmachung: Der Rechtsanwalt Friedrich Baur in Altona ist für den Amtssizes in Altona in dem früheren Stadtteil Ottensen, zum Notar ernannt worden." Die Ernennung kommt zu spät. Bekanntlich wurde der Rechtsanwalt Baur, seine Mutter und das 70jährige Dienstmädchen der Familie von dem Bruder, Amtsrichter Baur, in einem Wahnsinnsanfalle erschossen, worauf der letztere Selbstmord beging. Bezirk des Oberlandesgerichts Kiel, mit Anweisung seines abend um 71 Einsturz einer Tribüne bei einem Wettspiel. In Perth brach während eines Cricket- Wettspiels die große Tribüne mit 1500 Zuschauern zusammen. Dabei wurde einer der Verunglückten auf der Stelle getötet, 150 teils schwer, teils leicht verlegt. um sich zur befand fich Rückkehr des erwartet. * Erno ben Privatbo in Baben zum [ Ein trauriges Wiedersehen.] Vor kurzem wurde wie erinnerlich, der Kaufmann Opitz aus Bärenstein da Opfer der großen Eisenbahnkatastrophe bei Buchholz. Da zu teilt jetzt ein sächsisches Blatt folgende rührende Ge schichte mit. Den Kaufmann Grund von Bärenstein be Annaberg, den Apotheker Fritsch in Weipert, den Kauf mann Opiß, ebenfalls von Bärenstein, und den Kaufmanr Haase in Wien verband seit lander Zeit ein inniges Freund schaftsband. Dieser Tage nun kam der vierte Freund au Wien nach dem Erzgebirge, um mit den übrigen ein frohe Wiedersehen zu feiern. Dieses wurde aber in tragischet Weise durch den Allbezwinger Tod vereitelt. Der erste der genannten Freunde kam bei dem Buchholzer Eisenbahnunglück ums Leben, der zweite starb am Samstag und der dritte am Sonntag. Anstatt mit ihnen an heiteren Er innerungen sich zu ergößen, konnte Haase seine drei Freund nur zu Grabe geleiten. A Erkönigin Natalie über den serbischen Königsmord.. Wie aus Wien gemeldet wird, wird die frühere serbische Königin Natalie demnächst eine Broschüre über die Schreckensnacht im Belgrader Konaf veröffentlichen. Durch ihre Enthüllungen würden viele Personen kompromittiert werden. Zu gleicher Zeit macht der in Neusaz wohnhafte Dr. Johann Grujits Front gegen den neulich von uns ausführlich besprochenen Artikel in der Zukunft" über das Attentat Knezewitschs auf König Milan. Er stellt die etwas kühne Behauptung auf, daß der Plan zu Milans und Alexanders Ermordung damals auf Betreiben Peter Karageorgiewitschs gefaßt worden sei. Die vier Leute, die Knezewitsch gedungen hatten, seien jezt teils Minister in Belgrad, teils am Morde im Konak beteiligt. Der Exminister Wladan Georgewitsch, der Verfasser jenes Artitels in der„ Zukunft", habe um diesen Plan gewußt. Man darf gespannt sein, was dieser zu den seltsamen Angaben jeines Widerparts sagen wird. † zu den Massenvergiftungen während einer Bauernhochzeit in dem mittelfränkischen Pfarrdorfe Sammenheim bei Gunzhausen wird gemeldet, daß die Vergiftung auf Grünspan zurückgeführt wird. Das Fleisch ist nämlich, wie festgestellt wurde, in einem fupfernen Kessel gefocht worden, der vermutlich vorher nicht genügend gereinigt wurde, so daß der am Kessel noch haftende Grünspan sich den Speisen mitteilte und sie vergiftete. Die Eingeweide des verstorbenen Bauern Tröfter, sowie der Kochkessel und Reſte von [ Einen interessanten Beitrag zur Frauenfrage] bringt in humoristischer Form das Stammbuch eines Wittenberger Studenten aus dem Jahre 1795, das sein Urgroßenkel soeben veröffentlicht. Man liest darin: Gesänge, welche die Jungfrauen nach Beschaffenheit ihres Alters zu singen pflegen: Nach dreizehn Jahren verhaftet wurde in Rumburg ( Mähren) der ehemalige Postbote Josef Rummel, der seiner Zeit wegen eines Vortrages über Gott und die Natur" sich eine Anklage wegen Gotteslästerung zugezogen hatte. Rummel entzog sich damals durch die Flucht nach Amerika der gerichtlichen Ahndung. In Amerika hatte Rummel einen neuen Beruf gewählt und es zu ziemlicher Wohlhabenheit gebracht. Die Sehnsucht, seine Heimat wieder einmal zu sehen, veraniaßte ihn, eine Erholungsreise nach Rumburg zu machen. Dort wurde er aber sofort nach seiner Ankunft verhaftet. Der Rächer der Familienehre. Ein erschütterndes Drama hat sich in Neapel abgespielt. Die 16jährige Assunta Marra, ein bildhübsches, aber sehr unerfahrenes Mädchen aus guter Familie, war den Lockungen des Camorristen Alfonso Nasoni erlegen. Ihr Bruder, ein Schuhmacher, stieß ihr in Gegenwart vieler Leute sein Schustermesser in den Hals. Dann stellte er sich mit den Worten:„ Ich habe die geschändete Familienehre gerächt!" freiwillig der Polizei. Jahr an der Land 1. Oftober d. * Pro zum Dr. phi ** Die der Superinte 5. Auguft 10 Sauptgegenftar Pfarrer Schul funde und die oberbeffischen von 14-16: Nun kommt die liebe Zeit herbei. 16-18: Es ist gewißlich an der Zeit. 18-20: Herzlich tut mich verlangen. 20-22: Erbarm' dich mein, o Herre. 22-24: Aus tiefer Not schrei ich zu dir. 24-26: An Wasserflüssen Babylon. 26-28: Wenn wir in höchsten Nöten sein. 28-30: Ach, wie elend ist unsere Zeit. 30-32: Ich hab' mein' Sach' Gott heimgestellt. 32-34: Nunmehr hab' ich ausgeruht. 34-36: Hinunter ist der Sonnenschein. 36-38: Der zeitlichen Ehr' will ich gern entsagen. 38-40: Ach, wann wirst du, lieber Tod, doch endlich einmal kommen? * Gin raffinierter Brudermord ist in Alt- Sander bei Lemberg begangen worden. Wegen Erbstreitigkeiten ermordeten zwei Brüder Stepanski ihren Bruder Johann, den sie abends zur Eisenbahnbrücke gelockt hatten, und legten dann die Leiche auf die Schienen, um glauben zu machen, der Ermordete sei von einem Zuge überfahren worden. Als die Leiche gefunden wurde, waren ihr aber nur die Beine abgefahren worden, der Arzt war also in der Lage, den Mord zu konstatieren. Der Verdacht lenkte sich sofort auf die Brüder, die aber Wind bekommen hatten und geflüchtet waren. * * The Sigungsfaal Versammlung einigte man bersammlung d Programm fe gelder erst d plan vorliegt. Gaalbau- und bienen. Die bie Verbreitung Unterausschuß Rommersienrat Stadtverordnet und den Vorsi Profefforen St wird bereits h Bürgermeisterei beiden Ausschü Nach Begutacht fomité darüber das Preisaussc ung zur Ausfü Man sieht daraus, daß in damaliger Zeit eine Frau, die unverheiratet blieb, zu nichts auf der Welt mehr sich gut dünkte. Heute ist ihr, auch wenn die Jugend und die Aussicht auf Eheleben schwand, doch die Möglichkeit gezeichnungen au geben, sich ihr Leben freundlich und nußbringend zu geſtalten. Der Erfinder Edison schwer erkrankt. Wie aus NewYork gemeldet wird, ist der berühmte Erfinder Edison durch seine vielen Versuche mit Röntgenstrahlen in Gefahr, das Augenlicht zu verlieren. Er soll bereits halb erblindet sein, und die Aerzte haben ihm streng untersagt, weiter zu experimentieren, da er sonst völlig blind werden würde. Ein Assistent Edisons ist durch die furchtbare Wirkung der X- Strahlen am rechten Arm gelähmt worden. Drei Finger der linken Hand haben ihm außerdem amputiert werden müssen. Bunte Chronik. In Frankfurt a. M. wurde der Kongreß des Weltbundes für Tierschutz und gegen Vivisektion unter Beteiligung zahlreicher Ausländer eröffnet. +[ Ein Freund Leos X111.] Wie aus Carpineto, der Geburtsstadt des verblichenen Papstes, berichtet wird, lebt dort ein 70jähriger Frachtfuhrmann namens Giuseppe Tuggi, der sich rühmen darf, von Leo XIII. oft als gutet Freund im Vatikan aufgenommen worden zu sein. Went Luggi, wie es häufig vorkant, dem Papste Gegenstände aus seiner Heimat brachte, unterhielt sich dieser stundenlang mit ihm im Dialeft von Carpineto und lud ihn zu einem Glas Wein ein. Tuggi erhielt vom Papst unter anderem ein Maultier aus den Ställen des Vatikans und einen Aus Saybusch kommt ein unverbürgtes Gerücht von einem großen Eisenbahnunglück auf der galizischen Ostbahn, bei dem 30 Personen getötet und 52 schwer verwundet seien. neuen Waaen. Schreckenstat einer Wahnsinnigen. Die 21 Jahre alte Tochter des Schneiders Wessels zu Elberfeld wurde plötzlich von Tobsucht befallen. Sie entkleidete sich vollständig, begoß dann ihre Kleider mit Petroleum, steckte sie an und sprang, nachdem sie dabei empfindliche Brandwunden erlitten hatte, nackt aus dem Fenster ihrer im zweiten Stockwerf gelegenen elterlichen Wohnung. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus gebracht, wo sie nach kurzer Zeit ihren Wunden erlag. Des Luftschiffers Luftschlösser. Der bekannte französische Luftschiffer Santos Dumont will jetzt an der deutschfranzösischen Grenze Kreuzfahrten unternehnen, um die hohe Verwendbarkeit seines lenkbaren Ballons Nr. 10, der einen Motor von 60 Pferdestärken besitzt, für Militärzwecke zu beweisen. Das Experiment wird unter Beihilfe des französischen Generalstabes durchgeführt werden. Da Spreng geschosse nach der Haager Konvention aus Luftballons nicht geschleudert werden dürfen, so denkt Santos Dumont wohl nur daran, Hervorragendes im Aufklärungsdienst leisten zu können. Aber auch als Luftfavalerist wird er nicht viel ausrichten. [ Der stolze Peter.] Der neue Serbenkönig ist recht stolzer will sich nichts schenken lassen. In einer öffent lichen Bekanntmachung seiner Kabinettskanzlei läßt er das Publikum des In- und Auslandes darauf aufmerksam machen, ihm fortan keinerlei Geschenke oder sonstige Widmungen zuzusenden, da dieselben nicht angenommen wer den. Man ist in Serbien doch sonst nicht so peinlich. Fürchtet man etwa unangenehme Ueberraschungen in den Kisten, Höllenmaschinen und dergleichen? Nach den furcht baren Vorgängen im Konak hat man jetzt wohl allen Grund zur Vorsicht. * Am fünstler Sportplag a mit Grafbon Gießen, Rennen mit d [ Ein interessantes Geschenk] erhielt Präsident Loubet von der Verwaltung des Argus de la Presse", des ältesten Pariser Bureaus für Auszüge aus den Zeitungen: zwei große Albums, die mehr als zweitausend Auszüge, Illustra tionen und Karrikaturen enthalten, die seit einem Jahre über ihn erschienen sind. auch noch von * Auf bet Männerge Die fahrender Besuch gemach Abendzug zurü erhaltenen Find und feine Umg eine angenehme Die L für beffische B dürftige Lebre Bessen) zählte Agenturen. Ve Alter der Ve 41 Lehrer. [ Präsident Giron.] Der bekannte Sprachlehrer Biron taucht wieder einmal aus der Versenkung auf. Sein Name wird jetzt in belgischen Blättern viel genannt anläßlich der Ernennung seines Onfels, des bisherigen Privatdozenten für Rechtskunde an der Universität Brüssel, zum ersten Präsidenten des belgischen Kassationshoses. Man erieht auch hieraus wieder, daß Girons Familie in Belgien hoch angesehen war und ist. ☛[ Ein Milliarden- Dollar- Stück wird auf der Weltaus stellung in St. Louis zu sehen sein, allerdings nur in Papiermaché. Sie soll 49 Fuß Durchmesser und 30 Zoll Dicke haben. 1277400 90 Mart. An ve Versicherungse von der Berlin von der Ro 300 Mt. Mi Beträge ist der für die nächst Sterbegeldern 206 Mt., von bom Heffischen Unternehmung wendungen 86 in Gießen), Lehrerinnen 14 tung beträgt 2 legten Jahre 1 wurden an 8 alleinstehender * ** Bere Umgegend" neuen Schliefpl und Liebigshöh Feflichtett. R anwesenden bew Frankfurt a. M eine Bierbe und barten Orte, fo überhaupt. Bu Bugelaffen, bie Bu den eing folgenden bem Reulingsflaffe Mä nine aus Die Ränderung am Rande dieser Riesen Fox von der münze soll 43 Zoll tief sein: die Buchstaben auf der Münze sollen eine Höhe von 30 Zoll und das Datum ,, 1904" 4½ Fuß Höhe haben. Schon jetzt hat man den Scherz. namen„ Uncle Sams Taschenmünze" für das Riesenmodel erfunden. In offener Kla hunde Mori mann von und der Dachsh 50. 9704, 2. 93 Der Reichs Bekanntmachung tona ist für den Anweisung feine tadtteil Ottensen nnung fommt zu alt Baur, jein der Familie von Wahnsinnsanfall beging. kurzem wurde Bärenstein da Buchholz. Da De rührende Ge Bärenstein be Cipert, den Kauf d den Kaufman ninniges Freund ierte Freund au brigen ein frohe ber in tragischet t. Der erste der olzer Eisenbahn i Samstag und nan heiteren Er eine drei Freund ur Franenfrage] Stammbuch eines 795, das fein Ur t darin: Gesänge, it ihres Alters zu Serbei. ce. dir. en sein. eimgestellt. eit. t. ein. gern entfagen. Tod, doch endlich Zeit eine Frau, r Welt mehr sich Jugend und die e Möglichkeit ge Bbringend zu ge us Carpineto, der Serichtet wird, leb namens Giusepp III. oft als gutet zu seint. Went Gegenstände ane ieser stundenlang Tud ihn zu einem pft unter anderen ifans und einen Die 21 Jahre alte eld wurde plöglic ich vollständig, be steckte sie an und Brandwunden er im zweiten Stod wer verlegt wurde furzer Zeit ihren er bekannte fran st an der deutsch n: en, um die hohe Nr. 10, der einen Lokales. Gießen, 4. August 1903. ** Der Großherzog passierte im Extrazug gestern abend um 7 Uhr den Bahnhof Gießen und Grünberg usw. um sich zur Jagd nach Romrod zu begeben. Im Gefolge befand sich Oberstallmeister Freiherr von Riedesel. Die Rückkehr des Großherzogs von der Jagd wird zum Freitag erwartet. ** Ernannt. Der Großherzog hat am 1. August den Privatdozenten Dr. Wilhelm van Calfer zu Freiburg in Baden zum ordentlichen Professor der juristischen Fakultät an der Landesuniversität zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oftober d. J8. ernannt. ** Promoviert wurde an der Landesuniversität zum Dr. phil. Heinr. Wagner, Lehramtsassessor in Gießen. ** Die 21. Pfarrkonferenz der evgl. Geistlichen der Superintendentur Gießen findet nächsten Mittwoch den 5. August 101 Uhr vormittags in Steins Garten statt. Hauptgegenstand der Verhandlungen wird ein Vortrag von Pfarrer Schulte- Beuern bilden über:„ Die religiöse Boltsfunde und die Seelsorge mit besonderer Berücksichtigung der oberhessischen altbäuerlichen Frömmigkeit." ** Theater- und Saalba u. Gestern tagte im Sigungssaal der Stadtverordneten eine zahlreich besuchte Versammlung der beiden Ausschüsse. Nach längerer Debatte einigte man sich darüber, an dem schon von der Generalversammlung des Theatervereins am 7. Juli aufgestellten Programm festzuhalten, und an die Aufbringung der Baugelder erst dann zu gehen, wenn ein ausgearbeiteter Bauplan vorliegt. Der Erlangung eines solches werden die vom Saalbau- und Theaterverein zur Verfügung gestellten Mittel dienen. Die Aufstellung eines Bauprogramms und zugleich die Verbreitung eines Finanzplanes werde sodann einem Unterausschuß übertragen, bestehend aus den Herren Kommerzienrat Heichelheim, Oberbürgermeister Mecum, Stadtverordneten Haubach und Kirch, Bauinspektor Becker und den Vorsitzenden des Scalbau- und Theatervereins, Professoren Spengel und Fromme. Dieser Unterausschuß wird bereits heute um 8 Uhr im Kommissionszimmer der Bürgermeisterei zusammentreten und in einigen Wochen den beiden Ausschüssen einen Bau- und Finanzplan vorlegen. Nach Begutachtung durch die Ausschüsse wird das Gesammt fomité darüber zu beschließen haben und darauf wird sofort das Preisausschreiben zu erlassen sein. Erst nach Erlangung zur Ausführung geeigneter Baupläne wird zu Geldzeichnungen aufgefordert werden. * Am 9. August wird der mexikanische Reitertünstler Texas- Tex nochmals auf der Radrennbahn Sportplatz a. d. Hardt eine Schaustellung geben, bei der er mit Gräf- Frankfurt, dem ersten Sieger des großen Preises von Gießen, um die Wette fahren wird. Man muß diesem Rennen mit der größten Spannung entgegensehen, da Gräf auch noch von seinem Motor geführt werden wird. * Auf einer Sängerfahrt zog am Sonntag der Männergesangverein Wehrba bei Marburg durch Gießen. Die fahrenden Sänger" hatten der Burg Gleiberg einen Besuch gemacht und kamen vom Windhof" um mit dem Abendzug zurückzufahren. Die Ausflügler waren von den erhaltenen Eindrücken hoch befriedigt und versicherten: Gießen und seine Umgebung, besonders der Gleiberg, werde ihnen eine angenehme Erinnerung bleiben.' Die Ludwig und Alicestiftung( Sterbekasse für hessische Volksschullehrer und Unterstüßungskasse für bedürftige Lehrerwitwen und-Waisen des Großherzogtums Sessen) zählte im Jahre 1902 2415 Mitglieder in 702 Agenturen. Verstorben sind 42 Lehrer; das durchschnittliche Alter der Verstorbenen war 62 Jahre. Beigetreten sind 41 Lehrer. Die Höhe der versicherten Sterbegelder betrug 1277 400 Mt., gegen das Vorjahr ein Plus von 11 100 Mart. An vertragsmäßigen Zuschüssen gingen ein: von der Versicherungsgesellschaft Providentia in Mainz 718 Mt., von der Berlinischen Lebensversicherungsgesellschaft 1521 Mt., von der Roth'schen Buchhandlung in Gießen 300 Mt. Mit Rücksicht auf die günstigen Ergebnisse der Beträge ist der Vorstand in der Lage aus diesen Einnahmen für die nächsten 3 Jahre einen höheren Zuschuß zu den Sterbegeldern zu leisten. Von Ehrenmitgliedern gingen ein 206 Mt., von Körperschaften 1434 Mt. ferner 600 Mt. vom Hessischen Landeslehrerverein; ferner aus literarischen Unternehmungen 332 Mt. Vermächtnisse und sonstige Zuwendungen 867 Mt.( darunter Kurschmanns Erben in Gießen), sodann freiwillige Beiträge von Lehrern und Lehrerinnen 1401 Mt. Das gesamte Vermögen der Stiftung beträgt 255 678 Mt. An Sterbegeldern wurden im legten Jahre 10900 Mt. ausgezahlt. An Unterstützungen wurden an 80 Familien von Lehrerhinterbliebenen, bezw. alleinstehender Witwen und Waisen 4300 Mt. bewilligt. Militärzwecke zu Beihilfe des fran ent. Da Spreng Luftballons nicht tos Dumont webl gsdienst leisten zu wird er nicht viel erbentönig ist redt In einer öffent anzlei läßt er das Darauf aufmertjam oder sonstige Wid angenommen wer nicht so peinlich. raschungen in den Nach den furcht wohl allen Grind It Präsident Loubet Breffe", des ältesten 3eitungen: zwei Auszüge, Fluftra feit einem Jahre ante Sprachlehrer nfung auf. Sein el genannt anläg bisherigen Privat jität Brüssel, zum nshofes. Man er Familie in Belgien auf der Weltaus allerdings nur in ** Verein Hundesport für Gießen und Umgegend". Die vorgestrige offizielle Eröffnung des neuen Schliefplazes am Mittelweg, nahe Philosophenwald und Liebigshöhe, gestaltete sich zu einer imposanten VereinsFestlichkeit. Rückhaltslos wurde von dem als Preisrichter anwesenden bewährten Kynologen, Herr Ernst Proesler aus Frankfurt a. M. ausgesprochen, daß dieser neue Schliefplatz eine Bierde und ein Vorbild sei, nicht blos für die benach barten Orte, sondern für die fynologische Welt Deutschlands überhaupt. Bum Prüfungsschliefen wurden nur solche Hunde zugelassen, die sich im Besiße von Vereinsmitglieder befanden. Bu den eingelaufenen zahlreichen Nennungen fanden die folgenden bemerkenswerten Prämiirungen statt: In der Neulingsklasse auf Fuchs erhielten 1. Preise: Dachshund For von der Mäusburg, Besizer Herr Georg Maltomesius. In offener Klasse auf Fuchs wurden prämiirt: die Dachshunde Mo'r i B, Besiger Herr Ferd. Schmidt und Waldmann von Weßstein des gleichen Besizers mit 1. Preisen und der Dachshund Männe aus der Neustadt, Besizer Herr Ed. Noll, 2. Preis, und endlich im offenen Dachsschliefen | errangen: Waldmann von Wetstein 1., und Moritz 2. Preis bei durchgängig vorzüglicher Arbeit. | ** Nordeck. Am 30. Juli fand hier Bürgermeisterwahl statt und wurde der seitherige Bürgermeister Wisker auf die Dauer von 8 Jahren wiedergewählt. Herr Wisker bekleidet nun schon 40 Jahre diesen Posten; ein Beweis, daß er in allen Fragen das Rechte zu treffen weiß. lassenden Schläfer warf und mit den schonenden Worten: Der schläft ja schön, den wollen wir ruhig schlafen lassen", * Das Vogelsberger Vieh bespricht der offizielle sich empfahl. Daß nun der Frau ein Stein vom Herzen Bericht von der großen landw. Ausstellung in Hannover gewälzt war, kann man sich vorstellen, wenn man bedenkt, in letter Nummer der„ Zeitschr. d. landw. Vereins für daß der so friedlich schlummernde ihr Gatte war, der eben Rheinpreußen" in folgender schmeichelhaften Weise:„ Die Die sein Mittagsschläfchen machte. Gruppe d ,,, Einfach rotes und rotbundes Vich des Höhenlandes" darf wohl als der Glanzpunkt der Ausstellung in der Abteilung Höhenvieh bezeichnet werden. Hier traten in Wettbewerb mit einander die Harzer und der Verband der Herdbuchgesellschaften für das Vogelsberger Rind, letterer vertreten durch den Zuchtverein Gießen und die Herdbuchgenossenschaft des Kreises Biedenkopf. Beim Betrachten der ganzen Gruppe war die Erkenntnis, daß die** Nordeck. Seit dem 1. August ist unser Ort an Harzer den Vogelsbergern feine harte Konkurrenz bereiten das Fernsprechnet mit angeschlossen; die öffentliche fonnten, keine allzuschwere. Die Harzer müssen noch gehörig Fernsprechstelle befindet sich auf der Bürgermeisterei. arbeiten, bis sie die richtige Harmonie in den Gestalten der** Nidda. Der in den letzten Wochen niedergeeinzelnen Tiere, sowie einen tadelfreien Rücken herausgegangene Regen hat einen äußerst wohltätigen Einfluß züchtet haben. Der Zuchtverein Gießen und die Herdbuch sowohl auf Futterkräuter, Kartoffeln und Gemüse wie genossenschaft des Kreiſes Biedenkopf waren sich vollkommen besonders auf das Obst geübt, das bereits wegen der ebenbürtige Mitbewerber, wenn auch letzteres bei der Preis. Trockenheit zu fallen begann. Gegenwärtig aber schaut verteilung etwas besser weggekommen ist. Wenn man beide der Landmann besorgt zum Himmel auf. Die Frucht in ihrer Gesamtheit beurteilt, so wäre zu bemerken, daß die ist überreif und wird, wenn einigermaßen möglich, vom Tiere des Gießener Zuchtvereins etwas schwerer und mossiger Halm weg gebunden. Aber der fortgesetzte Regen er= waren, während die Biedenkopfer Tiere in feineren Formen weist sich dieser Arbeit als sehr hinderlich; die geschnitten sich zeigten, ein Berhältnis, das jedenfalls durch die Boden- liegende Frucht droht auszuwachsen. Die neuen Frühbeschaffenheit der beiden Buchtgebiete seine Begründung er- fartoffeln sind zwar nicht allenthalben so dick wie es sonstige fuhr. Für Stiere erhielt Biedenkopf einen 1. Preis, während Jahre der Fall war, aber von ausgezeichneter Qualität. der Zuchtverein Gießen mit dem 2. und 3. Preise bedacht Die Fleischpreise sind fortgesetzt hoch. wurde. Bei den älteren Rindern erhielt Biedenkopf ebenfalls einen 1. Preis, während der Zuchtviehverein Gießen bei den jüngeren Rindern mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde. In Klasse 21 erhielt Kuh Nr. 48, ausgestellt von dem Zuchtverein Gießen, den la Preis und einen Siegerehrenpreis." * * Von der Staatsanwaltschaft Gießen werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Karl Maurer aus Schweinshausen wegen Diebstahls und Schmiedegeselle Friedrich Schrader aus Nufringen wegen Körperverlegung. ** Das Ende vom Liede. Im Jahre 1898 war von der zweiten Kompagnie der 116. zu Gießen ein Elsässer desertiert, der sich kürzlich freiwillig in Lörrach in Baden w.eder gestellt hat und der nun gebrochen an Körper und Geist im hiesigen Lazaret liegt. Der Mann hatte sich ehe er in Deutschland Soldat wurde, in Frankreich zur FremdenLegion anwerken lassen, und war 5 Jahre in Algier. Von dort 1898 nach der Heimat zurückgekehrt, wurde er als Heerespflichtiger bestraft, und dann als unsicherer Kantonist bet den 116er eingestellt, wo er nach 2monatlicher Dienstzeit desertierte. Er hatte damals seinem Vater im Elsaß geschrieben, er würde entlassen werden und diesen ersucht ihn an die Adresse der Herberge zur Heimat 1 Kiste mit Kleidern und etwas Geld zur Reise zu senden, was der Vater auch ausführte. Nur damit war es ihm möglich von hier zu entweichen, um jezt nun nach 5 Jahren vollständig gelähmt und zum Dienst untauglich hier wieder eingeliefert zu werden. Der Mann will sich in Belgien, Frankreich und in der Schweiz während der 5 Jahre herumgetrieben haben. * × Freienseen. Mit der Eröffnung der neuen Bahn scheint sich hier auch die Industrie niederlassen zu wollen. Wie unser Gewährsmann mitteilt, beabsichtigt eine Gießener Firma eine Ziegelei zu errichten. ** Friedberg. Der Herbst Pferde- und Fohlenmarkt findet am 27. Oftober, die Prämiierung der Stuten und Fohlen am 28. Oktober statt. Frankfurt a. M., 3. August Auf einem Felde in der Nähe des Gutleuthofes erschoß sich heute morgen der 24 Jahre alte Kommis Hermann Walz. * Mainz, 3. August. In hiesigen militärischen Kreisen wird bestimmt, mit dem Hierherkommen des Kaisers zu einer Truppenschau Ende dieses Monats gerechnet und Ales für die Beschaffung vorbereitet. Wie gestern mitgeteilt, nimmt auch das Regiment Kaiser Wilhelm( Gießen) an der Parade teil. Neueste Nachrichten. Telegramm. Rom, 4. Auguſt( Mittags). Soeben erhalten wir die Nachricht, daß die Papstwahl vollzogen ist. Kardinal Erzbischof Giuseppe Sarto, Patriarch von Venedig, ging aus der Konklave hervor und wird als Pius X. den Stuhl Petri einnehmen. Sarto ist 67 Jahre alt. Die Wahl des Erzbischofs von Venedig dürfte für viele eine Ueberraschung sein, denn von den vielen Kanidaten die als zukünftiger Papst bezeichnet wurden, war Sarto erst an letter Stelle genannt. Marktbericht. Gießen, 4 August Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Bfb. 1.00-1.20 Mt., Hühnereter 7-8 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per er 32 Pfg., Tauben per Paar mr. 0.80-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-2.20, Hahnen, per Stud Mt. C.65-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.00, Gänse p. Bfd, ** Gießener Viehmärkte für 1904. Die Gießener Viehmärkte für das kommende Jahr sind wie folgt anges st: 5. Januar, 19. Januar, 9. Februar, 23. Februar, 15. und 16. März( am 16. März auch Pferdemarkt) 29. und 30. März, 19. und 20. April, 10. und 11. Mai, 26. und 27. Mai, 7. und 8. Juni, 28. und 29. Juni, 19. und 20. Juli, 2. und 3. August, 16. und 17. August, 6. und 7. September( am 7. September auch Pferde- 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch marft), 28. und 29. September, 11. und 12. Oktober, 25. und 26. Oftober, 22. und 23. November, 13. und 14. Dezember. An den zweitägigen Märkten ist auf Oswalds Garten am zweiten Tage ein Krämermarkt vorgesehen, der auch abgehalten wird, wenn etwa die Viehmärkte wegen Seuchengefahr ausfallen. * Köln am Rhein bei Depeschen nach Köln ist nicht nötig und wird für 3 Worte gerechnet. Die Bezeich nung Rhein oder am Rhein ist auch unnötig, da die Poſt es so haben will, daß man die Stadt Köln am Rhein einfach mit Cöln bezeichnet, schreibt man so, so weiß die Post schon daß das heilige Köln am Rhein damit gemeint ist. B * Städte Ausstellung Dresden. Welches Interesse man in der städtischen Verwaltung für die in Dresden veranstaltete Städte- Ausstellung an den Tag legt, dürfte gewiß daraus hervorgehen, daß, nachdem der Oberbürgermeister mehrere Tage zum Besuche der Ausstellung in Dresden zugebracht, hat auch der Beigeordnete Curschmann, der Leiter unseres Tiefbauamtes, Baumeister Braubach sowie der Sekretär Allendorf nach einander nach Dresden gehen werden, um die Ausstellung zu besichtigen. *** Ein heiteres Stückchen. Kommt da vor einigen Tagen der Kontrolleur einer Krankenkasse in einen Ort in der Nähe von Gießen, um den tranfgeschriebenen Mitgliedern seiner Kasse einen Besuch abzustatten; das heißt: trifft er einen nicht gerade and Bett gefesselten von Hause abwesend an, so kostet ihm sein Besuch eine Strafe, oder Entziehung des Krankengeldes. So kommt er nun zu einem Einwohner des betreffenden Ortes, dessen Sohn der fraglichen Kasse angehört, und schon längere Zeit arbeitsunfähig war, welcher aber zu derselben Zeit einen Besuch bei Verwandten machte. Unser Kontrolleur fragt nun die Hausfran, welche in der Küche Eierkuchen backt, nach dem Patienten.„ Der liegt zu Bett", war die Antwort der Frau, die nicht dachte, daß sich der Kontrolleur an Oct und Stelle von der Wahrheit ihrer Aussage überzeugen würde. Doch o Schreck; Frau pochenden Herzens, ihren Eierkuchen sicherem Verderben preisgebend, hinter ihm drein. In diesem kritischen Momente schoß ihr plöglich ein rettender Gedanke durch den Kopf. Aus einem der Schlafzimmer drang nämlich tiefes Schnarchen an ihr Ohr. Dieses öffnete sie nun dem Kontrolleur, der einen prüfenden Blick auf den sich nicht stören= neffer und 30 Zoll Männe aus der Neustadt, Besizer Herr Ed. Noll, Terrier mit wuchtigen Säßen sprang dieser die Treppe hinauf, die nde diefer Riefen chitaben auf der das Datum ,, 1904" man den Scherz r das Riefenmodel | per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfa. Schweinefletsch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 9.00-10.00 Mt., 3wiebeln per 3t. Wit. 8.00-900, stirichen, per Pfund 30-40 Pfg. Milch per Liter 18 Pfa. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 457 Ochsen, 62 Bullen, 712 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 248 Kälber, 142 Schafe und Hämmel, 1299 Schweine. Aus Desterreich 153 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mcf. 70-73, b) unge fleischige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 61-64, Bullen: a) vollfleischige d) gering genährte jeden Altecs Mt. höchsten Schlachtwertes Mt. 61–62, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 57-59, c) gering genährte Mt.-, Kühe und Färsen( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 63-65, b) bollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 60-62, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsan( Stiere und Rinder) Mt. 51-52, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Kinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 81-83 Pfg.( Lebendgewicht) 49-50 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= wich) 73-75 Pfg,( Lebendgewicht) 43-46 Pfg., c) geringe Saugfälber 58-62 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Pfg., Schafe: a) Maſtlämmer und jüngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 66-68 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 61 Pfg.,( Lebendgewicht) 48 Pfg., b) fleischige Schlachtgewicht) 60 Pfg,( Lebendgewicht) 47 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 52-57 fg, Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Der Markt war gut und ist geräumt. bis un: Frankfurt a. M., 4. August. Fruchtmarkt, Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer mt. 16.80-16.95, furhessischer Mt. 16.70-16.80, norddeutsch. Mt. 16.70-16.90, Kansas Mt. 17.50-17.75, Rogg en, hiesiger Mt. --, russischer Mt. 14 25-14.60. Amerikaner f. 14.50 bis bis 14.75, Gerste, hiesige Mk. bis-.- Pfälzer, Mt. fränkische Mt.-. bis Riedgerste Mt. Hafer, hiesiger Mt. 14.20-14.80, fur== bi8 pariſche Mk. 17.50—18.50. hessischer Mt. 14.30-14.80, Württemberger Mt. bayerischer Mk. 14.50-15.10, russischer Mr. 14.20--15.50, Mais Mired Mt. 12.60-12.80, La Plata Mt. 12.25-12.50, weißer Mais Mt. 12.50-13.20, russischer Mk. Alles pro 100 Kilo ab hier. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Lokale, den ,, Gerichts." und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. With. Keller), Gießen. Vergebung von Schlosserarbeit. Die bei Anbringung von eisernen Fensterläden im Universitätskanzleigebände dahier erforderliche Schlofferarbeit wird hierdurch zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen, Beichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können letztere daselbst auch zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 10. Auguft d. Js., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Buschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 30. Juli 1903. Schirme werden schnell und gut reparirt n. neobe= zogen. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9 Versteigerung.Mittwoch, den 5. Angust d. J8. versteigere ich gemäß der§§ 1235 bis 1240 des bürgerl. Gesetzbuchs Schauzenstraße 18( 3am Orpheum): 1. Vormittags 10 Uhr: a. zum Wirtschaftsbetrieb gehörige Gegenstände als Wein-, Bier-, Champagner- 2c. Gläser, Tabletten, Kassetten, Würfelbecher, Schirmständer, Huilliers, Salz- u. PfefferGläser, einige Vorräte an Zigarren, Spirituosen und Wein 2c. 2. Nachmittags 2 Uhr: b Haus- und Hüchengeräte sowie Weißzeug als vollständige Betten, Stühle, Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Prima Rossfleisch Nachttische, Sophas, Spiegel, NäbNeuling. maschine, Schreibtisch, Vertikom, Bratenfleisch, Pfd. 35 Pf 1. Regulateur, Bücherschrank. Tisch Verdingung für Wasserleitungs- Suppenfleisch, arbeiten. Die bei Herstellung der Wasserleitung für die Gemeinde Stumpertenrod, Kreis Schotten, Oberheffen vorkommenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: Titel I: Quellfassungsarbeiten, II: Hochbehälter( 120 cbm), Titel III: Röhrengräben, Los 1 " 208 2 " IV: Rohrlieferung und Verlegungsarbeiten sollen durch schriftliches Angebot bergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichneten Behörde, letztere auch bei der Großh. Bürgermeisteret Stumpertenrod einzusehen; Bedingungen und Angebotsvordrucke gegen postfreie Einsendung bon 1 Mr. Bargeld für jedes Los nur von uns beziehbar. - Angebote sind unter Benutzung der Vordrucke verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 15. August 1903, Vorm. 12 Uhr, auf unserem Bureau: Frankfurterstraße 29 einzureichen. Eröffnung in Gegenwart der Anbieter. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Richard Buohacker. Gießen, am 27. Juli 1903. Großh. Kulturinspektion Gießen. J. V.: Wallet. Achtung! NächsterTageZieh.! Achtung! am 11. August 1903 der Deutsch- Kolonialen Jagd- Lotterie 2328 Gew. zus. M. 40 000 Hauptgewinn bar M. 10 000 1 Gewinn bar 3 Gewinne bar à 1000 Mk. 10 000 دو دو 3 000 " 4 Gewinne bar à 500 2000 ,, 20 Gew. bar à 100 200 Gew. bar à 1600 10 bar zus.: 2000 2000 6.000 " 5 000 " 2 1000 i. W. 497 Gewinne i. W. zus.: ,, 2000 8.000 22 دو 1 Gewinne Mk. 5000 i. 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