4 Nr. 155. Erstes Blatt. Wonnementeprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., ' s Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gastenbank, sowie die Gießener Geffenblasen( wbchentlich). Das Blatt richetat an allen Borttagen nadmitage. Samstag, den 4. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei 8: Die einfaltige Bettzelle Mr Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Warburg 10 Bfe. fonft 15 Bfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 g. Bostzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Expedition: Gießen Regenweg 38. Fernsprechanla Me, 363. Neuelle Nachrichten ( ichener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. 0000000000 Die Abonnentenzahl " der Gießener Neueste Nachrichten" ist beim QuartalWechsel so enorm gestiegen, daß wir uns veranlaßt sehen, dieses unseren Inserenten anzuzeigen. Auf die Vorteile, die den Inserenten dadurch erwachsen, brauchen wir wohl nicht besonders Gerade das Anwachsen der aufmerksam zu machen. Abonnentenzahl bei diesem Quartal, nebenbei bemerkt, das Quartal, an dem die Land bevölkerung die Zeitungen wegen zu vieler Arbeit sonst abbestellen, giebt dem Inserenten Gelegenheit, sich ein Urteil zu bilden, über die Beachtung, die unsere Zeitung in allen Bevölkerungsschichten findet. Uns ist der große Zuwachs an Abonnenten ein neuer Ansporn, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten, um allen denen, die durch unsere Zeitung irgend etwas anzeigen oder bekannt geben, immer größere Vorteile bieten zu können. Der Verlag. 0000000000 In der Körpermeffungszentrale in Berlin, Berlin, 3. Juli. In die Geheimnisse des Körpermeßdienstes beim Berliner Polizeipräsidium wurden gestern Mittag die Mitglieder des Vereins Berliner Journalisten" durch den Kriminalkommissar Klatt, den Vorsteher der Centrale des anthropometrischen Erkennungsdien. stes für Deutschland, eingeweiht. Vorher wurde zunächst das Polizei- Museum" besichtigt. Es ist dies eine hochinteressante Sammlung von Gegenständen, deren sich die Verbrecher bei Ausübung ihres Berufes" bedienen. In der Abteilung für Einbruch" interessierten am meisten die Werkzeuge zum Erbrechen von Geldschränken. Dieses Gewerbe ist in folge der modernen Technik und Beschaffenheit der Schränke nahezu ausgestorben, da die Panzerplatten wegen ihrer Härte und Dicke allen Werkzeugen widerstehen und nur ev. unter Benutzung von Sauerstoffgebläse angebohrt werden fönnen. Dietriche mit beweglichen Bärten, die ausnahms los jedes Schloß öffnen, wechseln in bunter Reihe ab mit Spazierstöcken, innen mit Brecheisen versehen, Sicherheitsfetten- Seneifzangen, Instrumenten zum Anbohren und Ausschneiden von Türfüllungen u. s. w. Die Abteilung„ Mord" zeigt an erster Stelle eine Anzahl Beile, mit denen Personen erschlagen worden sind. Auch eine Anzahl Schlagringe, Dolche und Revolver, eigenartig in Spazierstöcken und Heu gabeln verborgen, Büchsen für Wilddiebe, Stoffproben mit Blutspuren gehören zu dieser Abteilung, die auch Toten. masken von Ermordeten enthält. Instrumente zur Falsch. münzerei, Briefmarkenfälschung, Höllenmaschinen vervollstän digen die Sammlung. Dann erfolgte die Vorführung des Körpermeßdienstes, wie er zur Zeit üblich ist. Der Körpermeßdienst erfolgt bekanntlich nach dem Ber tillonschen Verfahren. Seit der Konferenz zur Einführung der Körpermessung in Deutschland im Jahre 1897 ist der Meßdienst bei allen deutschen Bundesstaaten eingeführt worden. Beim Berliner Polizeipräsidium ist die Centrale für Deutschland eingerichtet, welcher die in Deutschland berteilten Meßstationen die Meßkarten einsenden. Solchei Meßstationen gibt es 3. 3. 63 im Reiche, so u. a. in Breslau, Danzig, Elbing, Hannover, Düsseldorf, Essen Chemnitz, Hamburg. Die Meßbeamten werder sämtlich in der Centrale ausgebildet. Die Central steht ferner in unmittelbarem Verkehr und Kartenabschrifts austausch mit den Centren des Auslandes, u. a. mit Algier Bern, Brüssel, Bukarest, Chicago, Genf, Kopenhagen, Lon don, Paris, New- York, St. Petersburg, Rom, Rotterdam Wien, Zürich. Die Berliner Meßstation verfügt z. 3. über 45 000 Meßfarten, nachdem sie 1896 mit 1543 Karten den Betrieb eröffnet. Auf das Jahr entfallen durchschnittlich 290 Feststellungen. Wie in Paris, wo jeder Eingelieferte gemessen wird und infolgedessen ein Kartenbestand von ins gefamt 1 600 000 Stück vorhanden ist, ist auch in Berlin eine besondere Karten- Registratur für Jugendliche im Alter Don 18 bis 21 Jahre eingerichtet. Nach dem 21. Lebens. jahre, also nach vollendetem Wachstum, werden diese Per sonen, wenn sie der Behörde wieder in die Hände fallen, neu gemessen und dann erst ihre Meßkarten der großen Re gistratur einverleibt. Die Identifizierung einer Person erfolgt in der Hauptsache durch die Fingerabdrücke. Um nun aber einen Anhalt zur event. Auffindung der Karte zu haben, werden gemessen: Kopflänge, Kopfbreite, Jochbeinbreite, Länge des rechten Ohres, Mittel- und kleiner Finger der linken Hand, Länge des linken Fußes und des linken Unterarmes. Aus den ver. schiedenen Zahlenfonstellationen kann der geübte Meßbeamte in wenigen Minuten die Kartenkategorie ermitteln und durch die Fingerabdrücke konstatieren, ob das Jr dividuum bereits gemessen worden ist und sich einen falscher Namen beigelegt hat. Ein solcher Fingerabdruck kommt we' n seiner eigen artigen Linienzeichnung im Verein mit den Abdrücken der übrigen Finger nie mehr vor. Es wird auf der Meßkarte u. a. noch als Veiwerk vermerkt: Die Körperlänge, die ArmSpannweite, Sizhöhe, Augenfarbe, die in sechs Klassen zer fällt, Gestalt der Stirn, Nase, Lippen, Hals, Genick. Ganz befonders behandelt wird das rechte Ohr nach Leiste, Läppchen Lippe, Falte und zwar jedes Rubrum nach fünf Klassen, um in Zweifelsfällen ganz sicher gehen zu können. Bum Schluß der interessanten Erfursion erklärte Kommissar Klatt das Wesen des Verbrecheralbums, das zur Zeit 22 Bände in insgesamt 49 Bandformationen umfaßt. Jede Kategorie Verbrecher ist gesondert, so die Einbrecher, Taschendiebe, Fahrraddiebe, Zuhälter, Ladendiebe, Sittlichkeitsver brecher, Mädchenhändler, Gelegenheitsdiebe 2c. 2c. Die Ermittlung eines unbekannten Verbrechers durch das Am, welches an 300 000 Photographien enthält, ist oft sehr zweifelhaft; eine wertvolle Ergänzung ist erst durch das KörperMeßverfahren geschaffen worden. Ein Gang durch das Photographische Atelier des Polizei- Präsidiums beendet den äußerst lehrreichen Vortrag. Die Politik. Konstantinopeler Attentatssorgen. Seit der Mordnacht von Belgrad hat der Beherrscher der Gläubigen keine ruhige Stunde mehr. Täglich erhält der Polizeiminister aus dem Palast Anweisungen, die sich auf die Sicherheit des Sultans beziehen, und das sehr zahlreiche Geheimpolizistenkorps ist Tag und Nacht auf den Beinen. Die Geheimpolizei soll einen neuen, im Auslande ausgeheckten Anschlag auf den Sultan entdeckt haben; die Verschwörer befinden sich angeblich zur Zeit in der türkischen Hauptstadt. Augenblicks befahl ein grade dem Polizeiminister die strengste Ueberwachung aller Gasthäuser in der Stadt und die scharfe Beobachtung aller Fremden. Jeder Ankömmling, der ein nur halbwegs verdächtig erscheinendes Gebahren an den Tag legt, wird Knall und Fall ausgewiesen. Die Hotels sind von Geheimpolizisten förmlich belagert. Auch für den Selamlik, der jeden Freitag stattfindet, sind Vorsichtsmaß regeln getroffen. Den einzelnen diplomatischen Vertretun gen ist mitgeteilt worden, daß nur eine je nach der Bedeutung der Gesandtschaft höher oder niedriger begrenzte Zahl Aus länder, keinesfalls aber mehr als ein Dußend für jede Gesandtschaft, der Ausfahrt des Sultans zum Selamlif zusehen dürfen. Im Palast selbst sind eine Unmenge Vorsichtsmaßregeln getroffen, um jede Ueberrumpelung oder Verschwö rung hintanzuhalten. Armer Padischah! Bulgarisch- türkische Reibungen. Die Pforte nimmt die Aktion gegen die widerspenstigen Albanesen wieder auf. Marschall Omer Ruschdi Pascha, der Vali Schakir Pascha und Divisions general Schemsi Pascha sind mit 2 Bataillonen und 7 Batterien, General Servet Pascha mit 4 Bataillonen von Djakova in Prizrend eingetroffen, um ein neues militärisches Vorgehen gegen die oppositionellen Albanesen in dem südlich von Prizrend gelegenen Gebiete Ljuma zu beginnen. Der österreichischungarischen und der russischen Botschaft hat die Pforte mit geteilt, daß eine bulgarische Bande das Dorf Kollandireb Kreis Castoria, Wilajet Monastir, das zwei mohamedanische und 28 bulgarische Häuser zählte, angegriffen und niedergebrannt hat. Die bulgarische Bevölkerung ist ins Gebirge geflüchtet. Die bulgarische Regierung hat sich demgegenüber bei den Mächten über angebliche Ausschreitungen der tür fischen Truppen sowie der Baschi- Bozuks in Mazedonien be flagt. Sie protestiert gegen die Truppenkonzentration( der Grenze und lehnt die Verantwortlichkeit für die darau: entstehenden Folgen ab. Die Pforte begründet die Ver stärkungen an der bulgarischen Grenze damit, daß sie gegen den Uebertritt von Banden aus Bulgarien gerichtet jeien. Im Wilajet Monastir leidet die Landbevölkerung zum Teil jetzt schon Not infolge der Unterbindung des Ver fehrs dank der strengen Bewachungsvorschriften und ist e: nicht ausgeschlossen, daß sich diese Not noch weiter erstreckt In den Städten und größeren Ortschaften merkt man von einer Notlage dagegen noch nichts. Für den Ernst der Lage sind folgende Meldungen be zeichnend: Die bulgarische Regierung hat die Ausfuhr von Pferden und Maultieren verboten.-In Konstantinovel hat ein außerordentlicher Winisterrat die Zusammenziehung starfer Streitkräfte an der bulgarischen Grenze beschlossen. Es scheint keinem Zweifel mehr zu unterliegen, daß es zwischen der Türkei und Bulgarien binnen furzem zu einem bewaffneten Konflikt kommen wird. Amerika, Rußland und Kischinew. Das Petersburger Stabinett hat, wie wir schon gemeldet, dem Präsident Roosevelt außeramtlich zu verstehen gegeben, daß eine Vorstellung Roosevelts bei der russischen Regierung wegen der Vorkommnisse in Kischinew zurückgewiesen und als ein Akt der Unfreundlichkeit und unbefugter Einmischung der Union in die inneren Angelegenheiten Rußlands betrachtet werden würde. Roosevelt ist starrköpfig genug, diese Ankündigung zu ignorieren: Er will mit aller Gewalt den Russen die Leviten lesen. Das Washingtoner Kabinett erklärt, der außeramtlichen Mitteilung der russischen Regierung schenke es keine Beachtung. Die amerikanische Regierung werde sich nicht abhalten lassen, innerhalb der Grenzen offiziellen Verhaltens ihrer Sympathie für die Kischinewer Juden in einer Note an die russische Regierung Ausdruck zu geben. Die Sache ist recht erbaulich; nach einer Washingtoner Meldung ist man sich sowohl im Staatsdepartement als in der russischen Botschaft darüber klar, daß die Lage äußerst heifel ist. Troydem wird sich Rußland hoffentlich die dreiste amerikanische Einmischung der Yankees nicht gefallen lassen. Wie sehr man auch menschliches Mitgefühl mit den Opfern von Kischinew haben mag, immer bleibt die Sache ein innerrussisches Vorkommnis, über das kein fremder Staat sich offiziell zu äußern hat. Die Amerikaner zumal haben genug vor der eigenen Tür zu kehren: die Lynchmorde, die Negerverfolgungen, die den russischen Judenverfolgungen nichts nachgeben, all das sind Dinge, die die Union am letzten zum Richter über fremde Verfehlungen berufen erscheinen lassen. Fine gründliche Abfertigung der amerikanischen Einmischung durch das russische Kabinett würde höchst heilsam wirken. Die Arroganz der Yankees Europa gegenüber wird nachgerade unerträglich. Kurze politische Nachrichten. * Eine Versammlung der Buren von Transvaal in Heidelberg hat unter dem Vorsitz Bothas verschiedene Proteste gegen Maßnahmen der britischen Regierung beschlossen. * Die oberschlesischen Polen haben an den Papst eine mit vielen Tausenden von Unterschriften versehene Beschwerde über Kardinal Kopp und dessen Hirtenbrief abgesandt. Der von seiner Amerikareise zurückgekehrte Finanzminister Freiherr v. Rheinba ben ist vom Kaiser nach Travemünde befohlen worden. * Der frühere Reichstagsabgeordnete Hermann Frese ist zum Senator von Bremen gewählt worden. In Athen fand nach Schluß der Kammersißung zwischen den Anhängern von Theotokis und Delyannis eine Schlägerei statt. Fünf Personen wurden verletzt. * Bisher war auch in Frankreich den wegen Ehebruchs Geschiedenen verboten, sich mit ihrem Mitschuldigen zu verheiraten. Dieses Verbot hat die französische Deputiertenkammer jezt abgeschafft. * Das für Griechenland geplante Korinthenmonopol ist gescheitert. Nab und fern. Des Kaisers Abschied von Kiel. Gestern fand bei leichtem südöstlichen Winde der Start zur Wettfahrt nach Tangermünde statt. Die großen Jachten starteten bald nach 8 Uhr, darunter„ Meteor"," Iduna" und" Hamburg. Als„ Meteor" mit dem Kaiser an Bord um 8 Uhr 10 Minuten die Startlinie passierte und der Kaiser damit gleichzeitig Kiel verließ, feuerte die gesamte Kriegsflotte einen Salut von 33 Schüssen. Die Besagung paradierte. Bunte Chronik. In Trier fand unter Vorsitz des Präsidenten des Gesundheitsamtes Dr. Köhler eine Kon ferenz von Ministerialräten und Regierungsräten zur Be kämpfung des Typhus im Westen des Reiches statt. Der Kaffierer Stephan Jeineis von der Würzburger Filiale der Bayerischen Bank ist nac; Unterschlagung von 35 000 Mark flüchtig geworden. - Die Zahl der in der Stadt Osnabrück bei dem letzten furchtbaren Hagelwetter zertrümmerten Fensterscheiben wird auf 150 000 geschäßt. Große Hize herrscht immer noch in Paris. An einem Lage starben elf Personen am Hißschlag. In Newyork ist es gleichfalls abnorm Heiß; dort zeigte das Thermometer 39 Grad im Schatten. --Vor dem Zuchtpolizeigericht in Bufarest kam die befannte Angelegenheit der betrügerischen Loszichung der rumä nischen Reute zur Verhandlung. Der Gerichtshof verwars den von den Angeklagten gestellten Vertagungsantrag. Nach Verlesung der jeur umfangreichen Anklageschrift wurde die Verhandlung auf den 6. Juli vertagt. Rue as sie im Wagen saßen, berichtete er ihr seine Unterredung mit Rudi. mußte ihr ia Einwilligung des Großvaters zweifelte fie nicht, seine Liebe a fleine Opfer bringen Tante Ihr Herz war voll Dank und Freude, denn an der nug überlegt." maa ich gefagt habe Antwort noch nicht mitteilen, du hast sie nicht reiflich geund ihr junges Leben vergiften? Ich will Martha deine glaube es ihr. Sollen wir fie nun zur Entsagung zwingen bleibt gefagt!" fiel Reiman Am Rheinfall ein Reinfall! - 90Novellette de von Wilhelm b 17 Sem freingi dung пэд ticherten von Trotha. ( Nachdruck verboten.j und den dunklen stechenden gen hervorschauen sehen. bold sein Gesicht mit den schwarzen waaren und Bart jedem Farbenfledschen harte fie wie einen nedischen KoEtundenlang hatte sie seine Bilder bewundert und aus feiernd, in der Ausstellung zum ersten Male gesehen hatte. 5. Situng der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld u. Lauterbach. Protokoll Auszug. # Gießen, 30. Juni 1903. * Ernannt wurden: Pfarrassistent Repp zu Neu-| Isenburg zum Pfarrvifar zu Alsfeld( zweite Pfarrftelle); Pfarrvikar Freund zu Villingen, Defanat Hungen, zum Pfarrverwalter daselbst. Zur Wiederbeseßung wird ausgeschrieben: die zweite evangeliste Pfarrstelle zu Baben Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzen- hausen, Dekanat Groß- Umstadt. der, Kommerzienrat Heichelheim, Hoos, Kaz, Moll, Nowack, Ramsp: c, Röhr, Steinecke, Zurbusch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist Folgendes mit zuteilen: ** Der ordentliche Professor des Maschinenbaues an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Herr Professor Krauß erhielt einen ehrenvollen Ruf an die Technische Hoch schule in Graz. a) Am 6. Juni fand eine gemeinsame Sizung von Vertretern der Handelskammern Friedberg und Gießen und der Leiter der kaufmännischen Fortbildungsschulen in Friedberg und Gießen statt, in der die Abhaltung von Kon= ferenzen für die Lehrer an den kaufm. Fort bildungsschulen Oberhessens beschlossen wurde. Die Konferenzen sollen vorerst zweimal im Jahre und zwar im Frühjahre nach Beendigung des Schuljahres und im Herbst in Gießen stattfinden. Die erste Konferenz ist für den nächsten Herbst vorgesehen. Den zur Teilnahme berufenen Lehrern sollen Diäten und, sofern sie auswärts wohnen, Reisekosten vergütet werden. Auch fand der Vorschlag allgemeine Buftimmung, daß zu den Prüfungen der ihrer oberen Aufsicht und Leitung unterstellten Schulen die beiden Handelskammern sich gegenseitig einladen. b) Die Handelskammer hatte vor einiger Zeit bei dem Reichspostamt beantragt, daß Post aufträge mit dem Vermert, Sofort zu rück" nach der ersten erfolglos gebliebenen Bestellung nicht sofort zurückgesandt, sondern bis zum Schlusse der Schalterdienststunden des betreffenden Tages zur Einlösung oder Erteilung der Annahmeerklärung bereit gehalten würden. Nach einer Mitteilung des Herrn Staatssekretärs des Reichspostamts wird diesem Antrag durch eine entsprechende Aenderung der Postordnung Folge gegeben werden. c) Ferner ist einem Antrage der Kammer zufolge von der Eisenbahndireftion Frankfurt a. M. zugestanden worden, daß die Rückfahrkarten Gießen- Lollar in Zukunft auch zur Rückfahrt über Abend stern berechtigen. d) Die von der Handelskammer befürwortete Ermäßigung der Staatsbahn- Abfertigungsgebühren im Uebergangsverkehr mit der Biebertalbahn ist genehmigt worden, sodaß vom 1. Juli d. J. ab die Frachtsätze der Staatsbahnstationen Abendstern und Gießen für Steine, Erze, Kohlen, Düngemittel, Begebaustoffe, Holz und einige andere Güter um 2 Pfg. für 100 Alg. gekürzt werden. e) Der Jahresbericht der Handelskammer für 1902 ist gedruckt und zum Teil versandt worden. 2. In einer Eingabe an die Kammer wurde auf den Mangel einer telegraphischen Verbindung zwischen Grebenhain, Bermutshain und Lichen roth hingewiesen und die Einrichtung einer Fernsprechverbindung zwischen diesen Orten angeregt. Die Kammer beschloß, der Anregung Folge zu geben und bei der OberPostdirektion in Darmstadt die telephonische Verbindung jener Ortschaften zu befürworten. 3. Auf eine Umfrage ist der Handelskammer eine Reihe von Wünschen bezüglich der Ausdehnung des Fernsprechbereiches von Gießen und Alsfeld übermittelt worden. Da im Interesse von Handel und Industrie die Ausdehnung des Sprechbereichs betder Städte dringend erforderlich und eine hinreichende Benuzung zu erwarten ist, so wird die Kammer auf Grund des eingegangenen Materials bei der Postverwaltung ihre Erweiterung beantragen. 4. Von mehreren Eisenwaarenhändlern in Gießen wurde darüber geklagt, daß auf der Station Gießen beim Umladen und Ausladen infolge Unvorsich= tigkeit des Personals in unverhältnismäßig zahlreichen Fällen Guß waaren beschädigt worden. Es wurde beſchloſſen, die Eisenbahnverwaltung auf diesen Mißstand aufmerksam zu machen. ( Schluß folgt.) Lokales. Gießen, den 4. Juli 1908. ** Der Großherzog hat dem evangelischen Pfarrer, Kirchenrat Ludwig Frohnhäuser zu Mainz den Charakter als Geheimer Kirchenrat erteilt. ** Der Großherzog hat am 1. Juli den Oberlehrern an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen Rudolf Block und Dr. Peter Dittmar, dem Oberlehrer an dem Gymnasium zu Gießen Dr. Franz Schmitt den Charakter als Professor erteilt. * Magistratssekretär Kanzleirat Demuth wtrd vom 16. August ab in den wohlverdienten Ruhestand treten. Herr Demuth ist 80 Jahre alt und befindet sich über 60 Jahre im Dienste der Stadt Gießen. ** Die Eröffnung des neuen Friedhofes fand am Mittwoch statt. Bis jetzt ist noch keine erwachsene Person mit kirchlicher Beteiligung darauf beerdigt worden. Bei der ersten Beerdigung einer erwachsenen Person mit firchlichen Ehren wird sich der Stadtvorstand beteiligen. Erschossen hat sich gestern Mittag in seiner Wohnung Dr. Kämpf. Die Ursache, die den Dr. K. zu diesem Schritt veranlaßt fonnten wir nicht in Erfahrung bringen. Er hinterläßt eine Gattin mit 4 Kindern. * Bei der heute erfolgten Riehung der 3. Klaffe der 3. Mitteldeutschen Staatslotterie wurden folgende Hauptgewinne gezogen: 10 000 Mart auf 24 363, 3000 Mart auf 39 609, je 1000 Mart auf 27 662, 39 138 40 382, 75 957. Ohne Gewähr. ** Die Gesellschaft Selters Sprudel Auguste- Viktoria G. m. b. H. beschloß in ihrer in Gieße'n abgehaltenen Generalversammlung, für das am 1. April abgelaufene Geschäftsjahr, eine Dividende von 6 Proz. zu ver= teilen. In den 3 ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres gelangten bereits 150 000 Kilo Rohsenläure und über 400 000 Gefäße Wasser zum Versandt. *** Die zweite Kammer der Landstände tritt am Dienstag wieder zusammen. Auf der Tagesordnung steht Folgendes: Regelung der Mietentschädigung für Dienstwohnungen der Staatsbeamten; die Ausbildung der Verwaltungsbeamten; Aufhebung der Beiträge zur Großherzogl. Offizier Wittwen- und Waisentass, sowie zur Unteroffiziertasse; gesetzliche Regelung des Milchverkaufs; Uebernahme sämtlicher Volksschullasten auf den Staat; die meßbriefliche Wahrung der zeitlichen landwirtschaftlichen" Kulturverän derungen in den Grundbüchern und Steuerkatastern; das Bahnprojekt Mücke- Ulrichstein- Ripfeld; Vorstellung des Zugführers Port in Gießen, anderweite Feststellung seines Besoldungsdienstalters; Vorstellung von Gehülfen im mittleren Eisenbahndienst, ihre dienstlichen Verhältnisse; Wahl eines Mitgliedes in den vierten Ausschuß; Wahl eines Mitgliedes in den Ausschuß für den Gesezentwurf, die Landstände betr.; die Wahl eines Ausschusses für den in Aussicht stehenden Entwurf eines Landwirtschaftskammer- Gesetz eventl. Wahl der Mitglieder dieses Ausschusses; die Großh. Offizier Wittwen- und Waisenfasse sowie die Unteroffizier Wittwentasse; Verlauf des Steuerkommissariats zu Friedberg und Errichtung eines Steuerverwaltungsgebäudes daselbst; die Tiefbohrung auf Sool- und Thermalwasser in Bad Salzhausen; die Veräußerung von fistalischen Grundstücken. ** Volks Vorstellung. Wie aus dem Inserat der heutigen Ausgabe zu ersehen, geben Louise Eickermann Trautmann und Herr A. Eickermann, vom Hoftheater zu Meiningen, am Sonntag, den 5. Juli, abends 8½½ Uhr im Stadttheater eine Vottsvorstellung zu kleinen Preisen. Das Programm ist ein sehr gewähltes und enthält so viel interessante und hochhumoristische Charakter- Darstellungen, daß alle, die gerne und herzlich lachen wollen, der Besuch dieser Vorstellung empfohlen werden kann. * * Die Anlagen- Musik findet morgen 11½ Uhr in den Süd- Anlagen mit folgendem Programm ſtatt. 1. Hochzeitsmarsch, von Mendelssohn. 2. Simplicius Quadrille, von Strauß. 3. Abschied vom Walde, Lied von Mendelssohn. 4. Saraphrase über" Spinn Spinn", von Franz, ** Kinderfest im neuen Saalbau. Sonntag, den 5. Juli findet im neuen Sualbau ein in allen Teilen originell arrangirtes Kinder- und Familienfest statt zu dem großartige Attraktionen aufgeboten worden sind. So wird u. a. ein riesiger 20 Fuß hoher Ballon Iltis" auffliegen. Ein Bonbonregen wird wohl besonders die liebe Jugend interessieren und damit es den Kindern an fröhlicher Kurzweil nicht fehle, wird der urkomische Onkel Pelle einige Ansprachen an die Kinder halten. Ferner sind geplant ein pompöser Feftzug, Helgoländer Fischerknaben und Mädchen und bei eintretender Dunkelheit eine Fadelpolonaise. Kinderspiele aller Art finden statt, wie Helgol. Knotentauen, Wimpelspringen, Tänzchen, Brezelschrappen 2c. Prächtige Preise und Hauptgeschente tommen zur Verteilung, u. a. ein Papagei und ein dezentes Kaffeeservice. Um das bunte Leben und Treiben des Festes zu erhöhen, erhält jedes Kind an der Kasse einen reizenden Strandhut gratis. So viel steht fest, Jung und alt soll sich tüchtig amüsieren, und die Eltern sollen sich mit ihren Kindern freuen. Also morgen soll die Parole sein: Auf nach dem neuen Saalbau. Verfehlungen allmählig seltener werden, wenn die Dienstboten wissen, daß solche unweigerlich im Dienstbuch Aufnahme finden. Auch haben die Herrschaften dadurch einen Maßstab für das mehr oder minder große Vertrauen, welches sie ihren Dienstboten entgegenbringen fönnen. Hat ein Dienstbote, wie es so häufig vorkommt, sein Dienstbuch verloren, oder sein Beugnis nicht eintragen lassen, so mag die Herrschaft sich erkundigen; in einem solchen Falle wird sie regelmäßig die volle Wahrheit erfahren.“ ** Der Gießener Zitherklub( Wohltätigkeitsverein) feiert morgen sein Sommerfest auf der„ Schönen Aussicht". Es ist reichlich Gelegenheit geboten sich die Stunden zu verkürzen, da Karoussel, Schießbuden u. 1. w. vorhanden sind; auch für die Kinder ist gesorgt durch allerlei Kinderspiele. Abends wird eine italienische Nacht veranstaltet. Besizwechsel. Des Haus des Rechtsanwalts Jung ist ohne Garten zum Preise von 80 000 mt. in den Besiz des Kaufmanns Röhr übergegangen. * * * * Grünberg, 3. Juli. Die Luftschifferin Fräulein Paulus aus Frankfurt a. M. landete mit dem Luftballon heute morgens 7 Uhr kurz vor der Neumühle bei Grünberg. ** Mücke. Die neue Direktorstelle soll, wie wir hören, durch eine tüchtige junge Kraft aus Nauheim besezt werden. ** Neu- Ulrichstein, 3. Juli. Ende Junt befanden sich auf hiesiger Arbeiter Kolonie stellen- resp. arbeitslos 57 ** Grüningen, 3. Juli. Auf dem Gehöft des Chr. Lauber ist die Schweinepest festgestellt. Das Gehöft ist gesperrt. ** 17,000 Marf jährliche Rente. Eine lebenslängliche jährliche Rente von 17,000 Mark sprach das Landgericht in Frankfurt dem Dr. med. Weißgerber zu Lauterbach in Hessen als Entschädigung für einen erlittenen Eisen bahnunfall zu. Der Sachverhalt ist folgender: Am 21. Juni 1897 entgleisten auf der Bahnstrecke Gießen- Fulda die zwei letzten Wagen eines Personenzuges bei der Station Rensendorf. Dr. Weißgerber zog sich bei diesem Unfalle erhebliche Verlegungen zu, die zur Folge hatten, daß er seine Berufstädigkeit aufgeben mußte. Der preußische Eisenbahnfi? cus erkannte seine Pflicht zum Schadenersaz an, aber nicht in der erlangten Höhe. Info'ge dessen fam es zum Rechtsstreit. Das Gericht seßte eine so hohe Rente fest, weil der Kläger eine weit ausgedehnte Praxis und besonders einen bedeutenden Ruf als Operateur besaß. * Mann. * Holzheim, 3. Juli. Der Brand, der 4 Häuser, 10 Scheunen und 14 Nebengebäude einäscherte ist gelöscht. Dte Brandstätte bietet einen trostlosen Anblick. Wenn man bedenkt, daß 10 Sofraiten fast vollständig vernichtet sind, so fann man sich einen ungefähren Begriff von dem Herde des Feuers machen und es ist bei den ungünstig einwirkenden große Hiße und Dürre und herrschender Umständen noch ein Wunder, daß man es durch anWaffermangelbet lobend hervorgehoben werden die große Hilfsbereitschaft gestrengteste Löscharbeit so bewältigen konnte. Es muß hierder hiesigen Einwohner sowohl wie der erschienenen ausNachbarorten Gambach und Grüningen, die durch wärtigen Wehren. Ganz besonderes Lob aber gebührt den Wasserfahrten sich sehr verdient gemacht haben. Von auswärtigen Wehren waren Grüningen, Dorfgill, Eberstadt, Oberhörgern, Bußbach, Gambach und Lanaqöns erschienen. Kreisamt Gießen erschienen ebenfalls auf der Brandstätte. Herr Kreisfeuerwehrinspektor Loos und ein Vertreter Großh. An lebendem Inventar ist, außer Geflügel nichts verbrannt. Die Namen der Abgebrannten sind: Konrad Wilh. Rieb gebäude), Balthaser Brock( Scheune und Nebengebäude), ( ganzes Anwesen), Konrad Jung 10.( Scheune und NebenWilh. Zeit( Scheune u. Stallungen), Adam Bingel( ganze Hofratte), Joh. Herm. Schmand( Scheune und Nebengebäude), Friedrich Jung 3.( Scheune und Nebengebäude), Johann Konrad Reiß( Scheune und Nebengebäude). * Dienstherrschaften geraten beim Weggang ihrer bisherigen Dienstboten sehr häufig in Verlegenheit darüber, wie sie das Zeugnis ausfertigen sollen, ein schlechtes mögen sie nicht geben und ein gutes wallen sie nicht geben. Es dürfte daher angebracht sein, auf die gefeßlichen Bestimmungen hinzuweisen, die das Zeugnis der Dienstbot n betreffen. Die wichtigsten hiervon sind folgende: Keine Herrschaft fann gezwungen werden, in das Dienstbuch eines Mädchens eine Bemerkung über eine Unredlichkeit einzutragen. Die Unterlassung einer solchen Eintragung fann aber für die betreffende Dienstherrschaft üble Folgen haben. Die nächste Herrschaft fann verlangen, daß die ins Buch eingetragenen 3 ugnisse wahrheitsgemäß und vollständig sind. Sie fann, wenn das auf Grund solcher Zeugn sse gemietete Dienstmädchen sich bei ihr gleiche Verfehlungen zuschulden kommen läßt, die frühere Herrschaft für den erwachs nden Schaden ersißpflichtig machen. Wenn auch die Folgen ganz wahrheitsgetreuer Beugnisse für die Betroffenen nachteilig sein mögen, so werden * Langd, 2. Juli. Die linte Hand durch eine Kreissäge abgeschnitten wurde gestern dem 15jährigen Lehrling W. Knorr. Der Verunglückte wurde ins Krankenhaus nach Hungen gebracht. = Lich, 4. Juli. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feierte gestern der allgemein beliebte Lehrer Jäger; gegen 80 Lehrer hatten sich aus nah und fern eingefunden, um den Jubilar zu beglückwünschen. Im Holländischen Hof" fand ein Festessen zur Feier des Tages statt, an das sich ein Konzert anschloß, welches die Teilnehmer in fröhlicher Stimmung bis zum Abend beisammenhielt. Vormittags fand ein gemeinsamer Kirchgang statt und abends brachte der Gesangverein ,, Cäcilia" dem Jubilar ein Ständchen. Weiperfelden, 3. Juli. Gestern landete hier ein Luftballon mit drei Infaffen. Die Luftschiffer waren Angehörige( Offiziere und 1 Unteroffizier) der 2. Rompagnie des Mit einem Luftschifferbataillons in Berlin- Reinickendorf. alsbald beschafften Wagen begaben sich die Herren nach Buzbach und fuhren nach ihrem Garnisonsorte( Berlin) zus rück. Die Abfahrt war am Abend vorher um 8 Uhr in Göttingen erfolgt. Odenhausen bei Lollar, 3. Juli. Am Sonntag wird unser allverehrter Pfarrer Lindenborn, welcher über 30 Jahre hier gewirkt, seine Abschiedspredigt halten. Als Nachfolger ist Pfarrer Sproedt, der früher in Wezlar als Synodalvikar wirkte, gewählt. Die amtliche k. k. ,, Wiener Zeitung" Nr. 277, Seite 775, bespricht in würdiger Weise folgende Anerkennung der Heilkraft des Wilhelm's antiar thritischen und antirheumatischen BlutreinigungsThees des Herrn Franz Wilhelm, Apotheker f. und f. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich: Nach mehrseitig gemachten Erfahrungen können wir den antiarthritischen und antirheumatischen BlutreinigungsThee als ein sehr treffliches Mittel in rheumatischen und gichtischen Leiden anempfehlen. Seine spezifische Wirkung äußert er auf die gesamte Blutmasse des Körpers, sowie auf das Nervensystem, indem er die Dickfüssigkeit des Blutes hebt, das fohlenstoffhaltiae venöse Blut im Unterleibe reinigt Schleim und Gallenstofflagerungen entfernt, sowie Stuhlverstopfung hebt, welche sämmtlich zur Entstehung genannter Krankheiten Anlaß geben Selbst der anhaltendere Gebrauch dieses BlutreinigungsThees belästigt die Verdauung nicht, im Gegenteile, er fräftigt sie. Besonders empfiehlt sich der Gebrauch dieses Thees im Herbst, im Frühjahre, sowie auch in rauherer und kälterer Jahreszeit, wo genannte Uebel hervorzutreten und die mit demselben B. hafteten arg zu quälen pflegen. Um sich vor falschen Nachahmungen dieses Thees zu hüten, wodurch der genannte gute Erfolg nicht erzielt wird, beziehe man denselben direkt aus dem Depot des Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, f. und t. Hoflieferant in Neunkirchen( bei Wien) oder dessen Niederlagen. Dr. Raudnih. Bestandteile: Innere Rußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Gryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemus. blätter 75, Binimstein 150, rotes Sandelholz 75, Barbannawurzel 44, Carurwurzel 3-50, Radic. Cariophyll. 3 50, Chinarinde 8-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sassaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 350, weiß Senf 350, Nachtschattenstengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Homberg fier Bürgermei meifter Herr Die ridfiten freiwil find zwei Randib Ludwig Repp, B meifter. Marburg theologilden Fal Cottingen abgele Kirchhair bildet, daß die der Bahn 2 burch das Ohmt ung Das Bay rufung auf die Erfahrungen wendung bon geeigneten Räu biesjähr. Wand gefellschaft die B für die Kaserne weitere gedeihl erhoffen, da d erwähnten Aus technische Forts Gies Con Gr Karro Abends: Ginfriff à Gasheizöfen. Ha Art deuten trieb liche 2 Berech Self I Gesc Ing. offeriert fei Sport prämiirt a der goldene Ferner Ganageschir Regen Caschuerwar Neuheiten Miditcon Fataloge ge Dienstboten Aufnahme Maßstab es fie ihren Dienstbote, oren, oder Serrschaft Tegelmäßig Fräulein Luftballon Grünberg. heim be wie wir efanden fich beitslos 57 des Chr. Gehöft ist Säufer, 10 löscht. Die in man be. tet sind, so Herde des inwirkenden herrschender 8 durch an8 muß hier fsbereitschaft ienenen aus gebührt den , die burch . Von aus. , Eberstadt, ns erschienen. treter Großh. Brandstätte. to berbrannt. Wilh. Rieb e und Nebenebengebäude), Singel( ganze ebengebäude). de), Johann eine Kreisigen Lehrling ntenhaus nach Dienftjubiläum Jäger; gegen gefunden, um ndischen Hof" , an das sich in fröhlicher Vormittags abends brachte Ständchen. dete hier ein waren AngeRompagnie des Mit einem Herren nach te( Berlin) zus um 8 Uhr in Am Sonntag , welcher über gt halten. Als in Beglar als itung" Wetie folgende elm's antiar Intreinigungsbeter t. und t en fönnen wir Slutreinigungsumatischen und fifche Wirkung pers, fowie auf eit des Blutes terleibe reinigt fotole Stuhl ung genannter FlutreinigungsGegenteile, er Dieses Thees im er und fälterer n und die mit diefes Thees zu icht erzielt wird, Depot des Herrn Soffieferant in gen. r. Raudnik. 56, Ulmenrinbe 75, blätter 56, Lemus. awurzel 44, Carur 167, Suhholzwurzel 3.50, NachtschattenErongilwurzel 57, enen Verfahren rt speziell erhöht Sandelsware. Aufgebotene. * Homberg a. O., 3. Juli. Am 8. d. Mts. findet Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. babier Bürgermeisterwahl statt. Unser seitheriger Bürgermeister Herr Dietrich Repp hat das Amt aus Gesundheitsrüdsichten freiwillig niedergelegt. So viel bis jetzt bekannt, Am 1. Juli: Georg Ludwig Klein, Schlosser dahier mit Karoline Bogelhöfer hierselbst. find zwei Kandidaten nominiert und zwar die Herren Gottfr. Eheschließungen. Ludwig Repp, Bierbrauer, und Theodor Löchel, Schuhmachermeister. * Marburg, 3. Jult. Prof Dr. Herrmann von der theologischen Fakultät hat einen Ruf an die Universität Göttingen abgelehnt. Kirchhain, 2. Juli. Hier hat sich ein Komitee gebildet, daß die Aufgabe hat, mit allen Kräften die ErbauAm 27. Juni: Jakob Christian Heinrich Ott, Händler dahier mit Anna Maria Obermann hierselbst. Justus Reinhard August Wilhelm Schmitt, Glasermeister dahier mit Anna Elisabethe Maud hierselbst. Geborene. ung der Bahn Alsfeld- Kirchhain sowie deren Weiterführung Am 20. Juni: Dem Mezgermeister Konrad Bepler ein Sohn, durch das Ohmtal nach dem Industriegebiet zu fördern. Geschäftliches. Das Bayerische Kriegs- Ministerium hat unter Becufung auf die den Bayerischen Staatsbahnen gemachten Erfahrungen den Truppen und Dienststellen die Verwendung von Spiritus- Glühlicht in allen dazu geeigneten Räumen empfohlen. Der Kaiser hat erst bei der diesjähr. Wanderausstellung der deutschen Landwirtschaftgesellschaft die Bedeutung des Spiritus- Glühlichtes gerade für die Kasernenbeleuchtung hervorgehoben. Auch die weitere gedeihliche Entwickelung der Industrie läßt fich erhoffen, da die neueren Systeme, wie sich auf der erwähnten Ausstellung gezeigt, gegen früher wesentliche technische Fortschritte aufweisen. 22. 20 " 25. " " H " If " " " " " 26. H " " 27. " " " 28. " " " 11 M " P " 29. " " H H PP " Erich Wilhelm. Kaufmann Johann Heinrich Wilhelm Joh ein Sohn, Friedrich Willy. Schneider Wilhelm Noll ein Sohn, Karl. Bahnarbeiter Aug. Fourier eine Tochter. FriseurEmilKoch ein Sohn, Emil Wilhelm. praft. Arzt Dr. Karl Ploch eine Tochter. Schloffer DitoEschenbach ein Sohn, Otto. Schuhmacher Adolf Schwan ein Sohn. Oberlehrer am Gymnasium Otto Úrstadt eine Tochter. Bauaufseheraspiranten Wilhelm Fiedler ein Sohn, Otto Wilhelm. Universitätsprofeffor Dr. Dietrich Behrens ein Sohn. Gestorbene. Am 30. Juni: Vitus Georg Goldstein, 39 Jahre alt, Mechanifer dahier. H 1. Juli: Marie Keil, 6 Mte. alt, Tochter der Wäsche= rin Marie Böttner, geb. Keil dahier. 2. " " " " Anna Elfa Kröck, 2 Jahre alt, Tochter des Dachdeckermeisters Philipp Kröck dahier. Johann Georg Carl, Taglöhner dahier. Marttbericht. Gießen, 30 Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per fb. 0.80-1.00 m, Hühnereter 6-7 Pfg., Enteneler St. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg, Tauben per Paar mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 1.20-2 20, Hahnen, per, Stüd Mt. C.70-1.60, Enten per Stüd 2.00-2.20, Gänse p. ẞfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 Kilo 9.50-10.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mr. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-40 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfa. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei. Königl. Preuss. St ats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons. Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Michels& Cie, Berlin SW. 19 43 Leipzige St asse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. 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Großes Der Vorstand. Volks- u. Jugendfest. I. Ein Kriegsgemälde v. Prof. H. Bort Sonntag, den 2. August d. J. 3. Teil: 8. Veteran contra Chamberlain. 9. Gute Ratschläge für heiratslustige Märchen. 10. Der Schnupfen. 11. Das Lachen. 12. Gute Nacht. Humor. Charakter- Darstellungen von August Eickermann. Kaffenpreise: Loge 50 Pf, Saal f. 30 Bf., Gallerie 20 Zur bevorstehenden Saison bringe mein großes Lager in Sicheln, Sensen, Wetsteinen, Sensenwürfe, im Philosophenwald. Die Vereinigung der vier Wohlthätigkeitsvereine. Restaurant zum Tannhäuser Frankfurterstr. 81. Gießen Frankfurterstr. 81. nächster Nähe der neuen Kliniken empfiehlt seine geräumigeu Lokalitäten, nebst Gartenwirt schaft zur gelegentlichsten Benußung. Sensenringe, Fruchtreffe, Guten bürgerlichen Mittagstisch. Zum Ausschank kommt das berühmte Göbels- Bier. Fruchtpressen, Keltern, Schönste Aussicht ins Lahnthal. Erntestricke 2c. in empfehlende Erinnerung. 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Schl heben wollen, ju den wilden Städte zu leid allein die Bau mir den für m zugezogen. G nicht ehrenvoll Jch ignoriere Die Bro handlung bor Gruppe der Des Maurergefunden hal fünf wegen e zwar einer zu Gefängnis, je naten, die and freigesprochen. § Störung fammer began des Gaues B freireligiösen 30gene Beerdi hungen und b. Succo hat geflagten best Kleine Ge urteilte eine wegen zahlrei trajen bis zu A[ Der e launischen R hanahut, d Däch GE La 1895 fü gesetzl. je 100 300 C. Kruse. 12000 Gesamtb Einsatze Gewin nur 5 M mationsf A Große Ciferiere: Versteigerung Gesiebte Ofenkohlen Nr. 1 99 Schmiedekohlen Nr. III von Schuhwaren, Herren- und Damenkleider= stoffen, ff. Ueberzieher, Lodenjoppen, Damenstrohhüte, Schürzen, Tücher, Decken, Wäsche, ab Bahn und auf Lager.. Heinrich Ruppert. Ermenrod. Conditorei und ZuckerwarenLudwigs- Unterjacken, Unterhosen, Sonnen- u. Regenschirme, Reisekoffer u. Portemonnais Montag, 6. 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Grattobellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbefftiche Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Jetonban, fowie bie Clehener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt cridheit an allen Werktagen nadmitage. Samstag, den 4. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang Insertion pret 8 Die einfaltige Bettzelle fr Gießen t ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Bf. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Betttgeile 30 resp. 40 94. Postzeitungsliste Mo. 3900. Rebattion und Expedition: Gießen Regenweg 28. Ferusprechanlaf A. Neuelle Nachrichten ( ichener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Sießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Hus dem Gerichtsfaal. § Im Pommernbank- Prozeß scheinen sich die Verhandlungen, je endloser sie sich hinziehen, um so interessanter_gestalten zu sollen. Nach den Enthüllungen über die Käuflichkeit gewisser Elemente in der Berliner Presse und den Verlesungen der Dresselschen Menus folgte jeßt ein erregter Streit zwischen dem Verteidiger Sello und dem Sachverstänbigen Geh. Rat Hecht, der die Taymethode des von der Pommernbank bei ihren Grundstücksschätzungen hinzugezogenen Tagators Haertel grundfalsch nannte. Es kam in der Debatte zwischen beiden Herren zu heftigen persönlichen Angriffen. Schließlich erklärte Dr. Sello, er habe hervorheben ivollen, daß gerade die Methode des Geh. Rats Hecht zu den wilden Grundstücksspekulationen, unter denen manche Städte zu leiden haben, bei denen einzelne Bauspekulanten allein die Bauländereien an sich gebracht haben. Dies hat mir den für mich ehrenvollen Angriff des Sachverständigen zugezogen. Geh. Rat Hecht: Ich erkläre, daß es für mich nicht ehrenvoll ist, von Herrn Sello angegriffen zu werden. Ich ignoriere das. § Die Bromberger Streiferzesse. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Bromberger Schwurgericht gegen die erste Gruppe der Teilnehmer an den Unruhen, welche aus Anlaß des Maurer- und Zimmererausstandes am 1. April dort stattgefunden haben, wurden drei Angeklagte wegen schweren, fünf wegen einfachen Landfriedensbruches verurteilt, und zwar einer zu zwei Jahren Zuchthaus, einer zu zwei Jahren Gefängnis, je einer zu anderthalb, 1 Jahr, 9 und 4 Monaten, die anderen zu je 6 Monaten Gefängnis; einer wurde freigesprochen. § Störung einer Beerdigung. Vor der Mainzer Straffammer begann der Prozeß gegen 19 katholische Bewohner des Gaues Bickelheim, welche beschuldigt sind, eine von dem freireligiösen Prediger Freiherrn v. Zucco- Cuccagna vollzogene Beerdigungsfeier durch Lärm, Tätlichkeiten, Bedrohungen und Beschimpfungen gestört zu haben. Freiherr b. Zucco hat sich als Nebenkläger angeschlossen. Die Angeklagten bestreiten, sich strafbar gemacht zu haben. Kleine Gerichts- Chronik. Das Leipziger Landgericht verurteilte eine aus sechs Personen bestehende Diebesbande wegen zahlreicher Diebstähle und Einbrüche zu Zuchthaustrafen bis zu 3 Jahren. Vermischtes. A[ Der entthroute Panamahut.] Der eben erft von der launischen Königin Mode zu sich auf den Thron erhobene Banamahut, der, wenn echt, den Kredit des Trägers hebt, der nächste Ziebung am 15. Juli cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. Jedes Loos ein Treffer! nur 5 Mk. mationsfrist. - Gewinnlisten n. jeder Ziehung. Monatlicher Beitrag Bei Nichtconvenienz 3 Tage ReklaUmgehende Anmeldungen zu richten an: J. SCHMIDT& Co. in Arnheim a. Rhein. Niederland No. 95. - - aber häufiger unecht heuer der modischen Herren Häupter ztert, der am schönsten läßt, wenn er vorm Tragen einige Fußtritte und Borerstöße empfangen hat der Banamahut ist nicht mehr modern. Wer ultra- chic- o schönes Wort- sein will, trägt wieder den schlichten, geradlinigen Matrosenhut. Und was bringt ihm den Untergang? Die Nachahmung der echt so folossal teuren Kopfbedeckung in billigem Material.„ Das ist das Los des Schönen auf der Erde!" [ Eine gepfefferte Zahnarzt- Rechnung.] Daß die Herren Zahnärzte ihre Kunst sich anständig bezahlen lassen, wird ihnen niemand verdenken. Gehört doch ihr Beruf zu einem der undankbarsten und schwersten, die es gibt. Aber schier ungeheuerlich ist die folgende Rechnung, die ein Breslauer Bahnarzt für die Behandlung der Frau eines durchaus nicht bemittelten Stellenbesizers aus dem Neumarkter Kreise aufgestellt hat. Es stehen darin folgende, sowohl ihrer Höhe wie ihrer Zusammensetzung nach erstaunliche Posten: 4000 Mark für 200 kleinere Operationen( Ausmeißelungen), die zu je 20 Mark angesetzt worden sind, 990 Mark für 30 größere Operationen, 330 Mark für Kokain, 1000 Mark für Wein und Erfrischungen und 350 Mark für Behandlung. Das ist allerdings eine Art von Behand lung, die einen Zahnkranken, der nicht gerade überreich ist, gesund machen muß! Der Empfänger dieser Rechnung hat, von seinem zahnärztlichen Shylock hart bedrängt, bedauerlicherweise 1500 Mart bar bezahlt, ehe er sich entschloß, Hilfe gegen diese Prellerei anzurufen. A[ Ein Riesenteppich.] Im Ethnographischen Museum zu Rotterdam ist jetzt ein Teppich ausgestellt, den der Schah von Persien zur Erinnerung an seinen lezten Aufenthalt in Holland der Königin Wilhelmina geschenkt hat. In den Teppich ist in persischer Sprache folgende Inschrift gewebt:„ Andenken S. M. Mozaffer- ed- din- Sc Kaiser von Persien, für J. M. Wilhelmina, Königin von Holland. Im Jahre der Hedschra 1320. Das Jahr der wunderbaren Geburt 1912." Der Teppich mit 66 Quadratmeter und enthält 250 000 Stiche auf den Quadratmeter, also 16 500 000 Stiche. Man hat drei ganze Jahre daran gearbeitet. O[ Künstliche Augenbrauen und Wimpern] kann man jetzt für billiges Geld in England haben. Für 2,50 Mart ann sich jede Dame, die keine Augenbrauen hat, ein Paar ünstliche Brauen zulegen, die sich mit Leichtigkeit befestigen Lassen und mindestens einen Monat zu brauchen sind. Für 10 Marf bekommt man schon eine bessere Sorte Augenbrauen ind Wimpern, und zwar je zwei Paare, die man abwechselnd agen und mit denen man dafür garantiert der Erinder gut und gern ein Jahr lang auskommen kann. Bei geringen Ausgaben dürfte selbst ein Harpagon nicht mit r künstlichen Wimper zucken. Halte Sprechstunde ab. Wochentags: 8 bis 5 Uhr. Sountags: 9 bis 2 Uhr. Poliklinik: 1 bis 2 Uhr wochentags. Schwalm, Zahnarzt. Spezialist für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Gießen, Bahnhofftroke 63, an der Wieseckbrücke. Nach Wieseck. Für Ausflüge bringe hiermit meine Restauration mit Gartenwirtschaft nebst Kegelbahn in empfehlende Erinnerung. Schattiger Qarten. Wegen Aufgabe 2des Geschäftes 5, vorm. 9 2 Auctionator. [ Gine eindringliche Wahlrede] hielt jüngst ein hoher Be amter von Manitoba in Canada vor seinen Wählern.„ Ich habe viel für Euch getan," sagte er, aber das alles war nur ein schwacher Abglanz der Dinge, die ich in Zukunft für Euch zu tun gedenke. Es hängt nur von Euch ab, mir die Mittel zur Verwirklichung neuer grandioser Projekte zu geben, die as goldene Zeitalter herbeiführen dürften. Aber wenn Ihr nich trotz all' der Wohltaten, mit denen ich Euch überschüttet, jabe, nicht wieder wählen solltet, so muß ich, mit Verzweif lung im Herzen, zu dem Schluß kommen, daß ich meine Perlen vor die Säue geworfen habe." Das nennt man iprechen! Das Beste aus den Witblättern. Verechtigt. Gast: Vierzig Pfennig kostet die Wurst? Das ist unverschämt!" Wirt:„ Na, erlauben Sie' mal, die ist auch von einem dressierten Schwein, das zwanzig Jahre lang die ganze Welt in Bewunderung gesetzt hat!" Im Eifer. Herr( zu einem Mitreisenden, der durc sein rücksichtsloses Gebahren sämtliche Insassen belästigt): Führen Sie sich doch anständig auf!... Und wenn Sie schon zweiter Klasse fahren, dann benehmen Sie sich aber auch wie ein Mensch zweiter Klasse!" – Harmlo 3.„ Das ist doch unerhört, Herr Bürgermeister! Ich hatte mit dem Ochsenwirt eine kleine Differenz - haut er mir da gleich ein paar' runter..."—„ Ach, das dürfen Sie dem nicht übelnehmen der denkt sich weiter nichts dabei!" - Das kommt davon! Fremder:„ Was ist denn hier für ein Auflauf?" Einheimischer: Unser Herr För ster hat heut Hochzeit; da wollen alle dabei sein— sonst glaubts ihm keiner!" -Ausrede. Baron( zu seinem neuen Reitknecht, den er schon öfters bei kleinen Diebereien erwischt hat):„ ,, Sic scheinen Mein und Dein oft zu verwechseln!" Reitknecht: „ Entschuldik, Herr Baron, ick versteh'n so wenit deutsche Sprak!" ( Fl. Bl.) Nuzanwendung. Richter:„ Sie haben den Zant zwischen den beiden Ehegatten mit angehört, Zeuge, welchen Eindruck haben Sie dabei gewonnen?"- Zeuge:„ Daß ich meiner Lebtag nicht heirate, Herr Richter." - Was ihn wundert. Bierhuber( zu dem schlecht einschenkenden Kellner):„ Mich wundert's, Karl, daß Sie vom Verein der Alkoholgegner noch nicht zum Ehrenmitgliede ernannt worden sind!" Kompetent." Damen ertragen Schmerzen im allgemeinen weit besser, als Männer." Welcher Arzt jat Ihnen das gesagt?"„ Kein Arzt, ein Schuhmacher." ( Megg. S. Bl.) Grieder- Seiden Hochaparte Neuheiten in Louisine chinée, Rayé Peckin Louisine, Moires à jour, wundervolle Foullards von 95 Pf. an, porto= und zollfret. 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Js., vormittags Bohne schneidmaschinen 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofret an uns abzugeben. Eismaschinen Buttermaschinen Fleischhackmaschinen Mefferpugmaschinen Haushaltungswaagen Kaffeemühlen Vogeltäfige empfiehlt billigst Gg. Wilh. Orbig, Haus- u. Küchengerätehandlg Echulstraße 10. Gießen. * Kohlen* von den beften Zechen, Bukkohlen, Anthracit, prima rheinische Briketts und Boks zu den billigsten Breisen. Prima Tannen- Brennholz pre Centner geschnitten Mt. 1.20 gebact 1.80 " " PP febes Duantum frei ans Saus liefert And. Euler. Fertige Särge in Eiche und Tune, sowie Metallsärge stets auf Lager. Karl Hahn, Schreinermeister, Löberstr.17. Brennholz ( Tannen Abfallholz) liefert für 1.15 Mk. pro 3tr. frei ans Haus. Buschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 3. Juli 1903. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Reuling. Vergebung von Bauarbeiten. Zur Erbauung eines medico- mechanischen Infti. tuts in Gießen mit Verbindungsgang nach der medizinischen Klinik werden die nachstehend bezeichneten Rohbauarbeiten und Lieferungen unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 hiermit öffentlich ausgeschrieben. Los I. Erd- und Maurerarbeiten, darunter ca. 300 cbm Bruchsteinmauerwerk, ca. 450 cbm Backsteinmauerwerk, ca. 100 qm Verblendung mit Lungsteinen einschließl. Liefern derselben, ca. 480 qm Verblendung in roten Verblendziegeln II. Wahl. 20 cbm grüngrauer os II. Sandsteinlieferung. ca. Sandstein. Los III. Lungsteinlieferung. 9,87 cbm Gurtgesims und Fensterumrahmungen 2c. L08 IV. Trägerlieferung. ca. 15200 kg. 208 V. Grobfchlofferarbeit, darunter ca. 500 kg Klammern, Anter, Schrauben zc. Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Zweigbureau Frankfurterstraße 33 eingesehen. Angebotsformulare. Trägerlisten und Facadenzeichnungen 1: 100( zu 2. II u. III) gegen Selbstkostenpreis dorther bezogen werden. Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf genanntem 8weigbureau bis Mittwoch, den 22. Juli 1903, vormittags 11 Uhr dem Eröffnungstermin, einzureichen. Buschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 3. Juli 1903. Großh. Baubehörde für die UniversitätsNeubauten, Gießen. Becker. Arbeitsvergebung. Die Ausführung von Kabelgräben und die StellB. Nuhn, Lollar. ung von Hülfsarbeitern für die im Betriebe des Elektrizitätswerks vorkommenden Arbeiten sollen öffentlich Zöpfe, Scheitel, vergeben werden. Frisets, Toupe Die Bedingungen sind während der Dienststunden werden naturgetreu an- in den Amtszimmer unseres Werks, Neumühle, einzusehen. gefertigt und aufgearbeitet. Damen Kopfwaschen 1 Mark. Spezialität: Grane und weiße Haar: Arbeiten. H Tichy. Gießen Seltersweg 43, Ecke Göthestras se. An- und Verkauf von gebrauchten Möbeln, Betten, Bleidern, Wäsche, Wefen und Herden, Gold- und Silbersachen, Antiquitäten, Metallen, Eisen, Lumpen und nochen, sowie Webernahme ganzer Einz richtungen. 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Sult essische Familienzei 1903: fterialerlaß teriallieferBerichtsge den and eiten. gen. ubmiffions genommen 18.Bermert und tönnen chreibungen ft portofret bormittags ießen. eiten. eu Infti. aß bom 16. arbeiten und medizinischen Sabl. grüngrauer 80 qm Vers mit LungBacksteiner ca. 300 tgesims und 00 kg Alam.III) gegen are. Träger8weigbureau inzureichen. uli 1903, auf genann versitätsDa, der Kahn lag wieder ruhig, nur stand jetzt der Schifferknecht auf der entgegengeseßten Seite; da zuckte es an vielen Stellen der Ufer und auf dem Felsen wieGlühwürmchen auf, und kaum eine Sekunde später war der ganze Wasserfall mit den angrenzenden Ufern in ein helles Licht getaucht. Schaudernd schloß der alte Herr, der mit der jungen Frau den Kahn bestiegen hatte, ſeine Augen und wandte sie von den zu beiden Seiten haushoch herniederstürzenden Wasserbergen ab. Ihr entfuhr ein lautes ,, ah" der Bewunderung, aber als sie einen Blick auf den Schifferknecht" warf, der langsam seinen Hut aus dem Gesicht ziehend lichtübergossen sich ihr zuwandte, da stand sie wie versteinert aufrecht im Kahn und preßte ihre Rechte gegen das wildklopfende Herz. Egon!" rief sie. Gewandt sprang der junge Mann aus dem Boot und half ihr ans Ufer. ,, Komm," ſagte er lachend und zog sie mit sich fort. ,, Nur einer nach dem anderen," rief er den beiden im Kahne zu, indem er dem Schiffer zuwinkte. Der alte Herr rührte sich nicht und ſaß noch immer ahnungslos im Nachen und wartete hübsch geduldig, bis an ihn die Reihe kam!- Engumschlungen stiegen die beiden die kleine Treppe hinauf, jubelnd zog er sie an seine Bruſt, und Kuß um Kuß tauschten sie in ihrer Seligkeit. ,, Nicht wahr, nur durch jenen Strudel geht der Weg zu dir und deiner Hand, Marga?" fragte lachend Egon und gestand ihr, daß er jenes Gespräch von gestern hinter einem Gebüsch belauscht habe. ,, Alles andere sage ich dir nachher und wollen wir den alten Faun dort unten seinem Glück zuführen!" Beim Hinabsteigen hieß Egon sein junges Weib sich in einer Nische am Ende der Treppe verstecken bis der Mte vorbei sei; dann stieg er vollends hinunter und rief dem schon ungeduldig Harrenden zu: So, nun spazieren Sie nur hinauf, die Dame ist in Sicherheit!" Damit hob er den Kommerzienrat aus dem Kahn und stellte ihn auf festen Boden. Kaum hatte jener den Boden mit den Füßen berührt, so stürmte er die Treppe hinan und wäre in seiner Hast beinahe seiner Angebeteten vor die Füße gestürzt, so eilig hatte er es, sich das Jawort zu holen. Kichernd stand sie kaum einen Schritt von ihm entfernt und machte ihm mit den Händchen eine allerliebste Nase nach, als er vorbei war. ,, So, nun schnell in den Nachen," rief der Gatte, und mit einem mächtigen Fußtritt stieß er das Boot vom Ufer ab, und noch ehe sich der Schiffer vorsehen konnte, was eigentlich sein, Knecht“ vorhabe, da tanzte der Kahn mitten auf den Wogen und ihm blieb keine Zeit zum Fragen übrig, wenn sie nicht kentern und alle drei auf Nimmerwiedersehen in die brausenden Wogen versinken wollten. Als sie glücklich gelandet waren, drückte der Knecht seinem Bootherrn ein hartes Goldstück in die Hand und sagte: Seht Ihr, so holt man sich sein Weib zum zweitenmal heim! Morgen früh holen wir den Freier dort oben ab." Er zeigte hinüber nach dem Felsen, auf dem man grell, von den Scheinwerfern beleuchtet, einen alten Mann händeringend der Verzweiflung nahe sah. Dem war der ganze Fall" noch schleierhaft, nur so viel wußte er, daß er am anderen Morgen noch droben auf das Jawort wartete. Als man ihn dann am Morgen abholte, da war ihm der Fall klar, nur zu deutlich, und selbst die reichlich gespendeten Trinkgelder verwischten nicht das höhnische Lächeln von den Gesichtern des gesamten Bedientenpersonals des Hotels. Egon und Marga lebten neu: Flitterwochen in jenem schönen Hotel, wo er hinberufen worden war, um einige detorative Wandgemälde auszuführen. Ja, ja, der Rheinfall, bringt manchem einen Reinfall," sagte Egon lachend zu seiner kleinen, süßen Frau und füßte sie stürmisch. du Wildfang!" wehrte sie lächelnd. DER VOLKS ANWALT Die Eisenbahn nnd der Reifende. Wenn sich auch heutzutage Eisenbahnfahrten schon im Volksleben so eingebürgert haben, daß man in dem Antritt einer Eisenbahnreise kaum noch irgend etwas Besonderes erblickt, und wenn auch der Eisenbahnbetrieb heute ein derartig sicherer und zuverlässiger ist, daß Verlegungen von Personen und Beschädigungen von Gütern relativ zu den seltenen Fällen gehören, so ist es doch immerhin zu Beginn der Reisezeit von Bedeutung, daß man sich darüber klar ist, welche Ansprüche man eventuell gegen die Eisenbahn machen kann, falls Reisende oder ihr Gepäck im Betriebe der Eisenbahn einen Schaden erleiden. Was zunächst die Verlegung von Personen auf der Eisenbahn betrifft, ſo gilt hier folgendes: Wenn im Betriebe einer Eisenbahn durch einen Unfall ein Mensch ge= tötet oder verwundet wird, so haftet die Eisenbahnverwaltung für den Schaden, sofern sie nicht erweist, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder durch eigenes Verschulden des Getöteten oder Verletzten verursacht worden ist. Ist aber eine Tötung oder eine Verlegung einer Person eingetreten, ohne daß die Eisenbahn in der Lage iſt, dieselbe auf höhere Gewalt oder eigenes Verschulden des Reisenden zurückzuführen, wofür sie die Beweispflicht hat, ſo haftet die Eisenbahn nach folgenden Grundſäßen: Zunächst hat sie die Kosten der Beerdigung zu tragen, und außerdem hat sie denjenigen Personen gegenüber, welchen der Getötete kraft Gesezes unterhaltspflichtig war, das heißt den Ascendenten( Eltern, Großeltern u. s. w.), ferner den Abkömmlingen und dem Ehegatten gegenüber, die Verpflichtung zur Leistung einer Geldrente, insoweit als der Getötete während der mutmaßlichen Zeit seines Lebens zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet gewesen sein würde. Statt der Geldrente können die Unterhaltungsberechtigten, falls ein wichtiger Grund vorliegt, auch eine Abfindung in Kapital zu verlangen. Ferner müssen im Falle der Tötung, falls der Reisende nicht sofort getötet war, sondern erst später infolge der Verlegung gestorben ist, die Kosten der versuchten Heilung, sowie die Vermögensnachteile ersetzt werden, die der Getötete dadurch erlitten hat, daß während der Krankheit seine Erwerbstätigkeit aufgehoben oder vermindert worden oder eine Erhöhung seiner Bedürfnisse eingetreten war. Ist der Reisende nicht getötet, sondern nur verletzt worden, so muß ihm die Eisenbahnverwaltung durch Entrichtung einer Geldrente oder ebenfalls aus wichtigen Gründen durch Kapitalsabfindung einen Schadenersatz dafür leisten, daß die Erwerbsfähigkeit vermindert oder eine Vermehrung seiner Bedürfnisse, z. B. durch ständige Haltung einer Pflegeperson oder durch den erforderlichen Besuch von Bädern, eingetreten ist. Natürlich muß die Eisenbahn auch die Kurkosten zahlen. Für Reisegepäck haftet die Eisenbahn, falls es zur Be-= förderung aufgegeben ist, wenn es binnen acht Tagen nach der Ankunft des Zuges, zu dem es aufgegeben ist, an der Bestimmungsstation abgefordert wird. Unter diesen Vorausseßungen haftet die Eisenbahn aber schlechthin für allen Schaden, der durch Verlust oder Beschädigung des Gutes, von der Zeit der Annahme bis zur Beförde= rung entſteht. Die Haftpflicht tritt nicht ein, wenn durch ein Verschulden des Verfügungsberechtigten, durch höhere Gewalt, durch äußerlich nicht erkennbare Mängel der Verpackung oder durch die natürliche Beschaffenheit des Gutes, verursacht ist. Die Eisenbahn haftet also auch für Zufall, sofern sie nicht einen der angegebenen Entſchuldigungsbeweise antreten kann. Für Reisegepäck, das nicht aufgegeben ist, also für das sogenannte Handgepäck, das die Reisenden mit in den Wagen nehmen, haftet die Eisenbahn bei Verlust oder Beschädigung nur dann, wenn ihr ein Verschulden zur Last fällt. In diesem Falle muß aber das Verschulden der Eisenbahn bewiesen werden. Nr. 154. Samstag, de 4. Juli 1903. Oberhessische Familienzeitung. Tägliche Unterhaltungs- Beilage ber Gießener Neueste Nachrichten. Grud uut Verlag der Gießimmer Derlagsbruderet, vorm. With. Neller fche Buchbruckerei( gegr. 1788); verantwortlich: Ibis letn ( 31. Fortsetzung.) Das Kainszeichen. Bürgerlicher Roman von E. A. König. Diesen Brief schob er in ein Couvert, das er offen ließ. Auf das Couvert ſchrieb er, die Handſchrift Eliſes täuschend nachahmend: ,, Herrn Rudi Funke, hier! Bitte, diese Zeilen ge= nanntem Herrn persönlich zu übergeben, damit sie sicher in seine Hände gelangen." Er nahm nun ein zweites, etwas größeres Couvert, in das er das erste hineinschob, dann klebte er es zu, versah es mit einer Postmarke und der Adresse Reimanns und warf es auf dem Wege zum Mittagstisch in einen Briefkasten. Achtzehntes Kapitel. Nach der Berechnung Heſſelbeins mußte der Brief_um fünf Uhr nachmittags in den Besitz Reimanns gelangen. Er konnte den Augenblick kaum erwarten, in dem der Sturm losbrach, den er mit Sicherheit erwartete. Reimann hatte seiner Enkelin nichts von seiner Unterredung mit ihrem Vater berichtet, und da auch der letztere schwieg, so vermutete Martha, daß die Beratung noch nicht stattgefunden habe. Sie konnte auch deshalb an ihren Vater keine Frage richten, denn er vermied es, mit ihr allein zu sein, er wollte ihren Glückstraum nicht zerstören, so lange er auf eine Sinnesänderung seines Schwiegervaters hoffen durfte. | Nach Tisch wurden die beiden Herren von ihren Geschäften wieder in Anspruch genommen; die Mittagspost hatte neue Briefe gebracht, die erledigt werden mußten, die Poſt um fünf Uhr brachte in der Regel wenig; eine Stunde später ging Reimann schon ins Kasino, was dann noch zu erledigen war, überließ er seinem Schwieger-| sohne, der abends selten ausging. ,, Wir müssen die unerquickliche Angelegenheit so rasch wie möglich aus der Welt ſchaffen," ſagte Reimann kurz vor fünf Uhr, während er auf dem Teppich lautlos auf und nieder wanderte ,,, ich will sie aus dem Kopfe haben. Teile den beiden heute abend meine Entscheidung mit, Martha muß ſich fügen, überzeuge sie, daß ich nur ihr Bestes will und in eine Verbindung mit dieser Familie nicht einwilligen kann. Wenn Funke nicht erklärt, daß er sich meiner Entscheidung unterwerfen wolle, so muß der Vertrag mit ihm unverzüglich gelöst werden, dies fordert die Rücksicht auf unseren häuslichen Frieden, der nur durch diese Maßregel gewahrt werden kann." Ich bin überzeugt, daß er für immer gestört ist, wenn ich deinem Rate folgte," erwiderte Roggendorf in ruhigem, entschlossenen Tone. ,, Deine Gründe wird Martha nicht als berechtigt anerkennen, ich mache dich nochmals auf die Folgen aufmerksam, die ich dir heute mor= gen zeigte; die schwere Verantwortung dafür will ich nicht übernehmen. Guter Rat kommt über Nacht, beschlaf dir die Sache, morgen oder übermorgen wollen mir weiter darüber reden." ( Nachdruck verboten.) Reimann konnte keine Antwort geben, der Lehrling, der die eingelaufenen Briefe brachte, trat eben ein. Der alte Herr nahm die Briefe in Empfang und setzte sich an seinen Schreibtisch. ,, Eine Damenhand?" sagte er nach einer Weile erstaunt. Was kann eine Dame mir zu schreiben haben?" ,, Vielleicht eine Bitte um Unterſtügung!" erwiderte Roggendorf gelassen, der sich eben eine Zigarre anzünden wollte. Werner Reimann öffnete das Couvert und zog das zweite heraus, dessen Aufschrift er kopfschüttelnd las. „ Das iſt ſeltsam," ſagte er,„ ich soll diesen Brief Herrn Rudi Funke persönlich übergeben, und dabei iſt das Couvert offen." ,, Offen?" erwiderte Roggendorf, dessen Züge jetzt einen mißtrauischen Ausdruck annahmen.„ Dahinter steckt irgend eine Teufelei, eine Denunziation Gemach!“ unterbrach ihn sein Schwiegervater. ,, In deiner Parteinahme für diesen jungen Herrn kannſt du auch zu weit gehen! Die Abſenderin hat vielleicht übersehen, den Brief zu schließen" ,, So etwas übersieht man nicht," fuhr Roggendorf, sich ereifernd, fort,„ er ist absichtlich offen gelassen worden, damit wir ihn lesen sollen." Reimann betrachtete noch immer mit unentschlossener Miene das Couvert und schüttelte abermals das weiße Haupt. er. ,, und du meinst, daß wir ihn lesen sollen?" fragte ,, Natürlich," nickte Roggendorf.„ Das ist ja von der Verfasserin unzweifelhaft bezweckt worden, und ich sage dir noch einmal, wir werden eine Teufelei dahinter entdecken, die Er brach ab, der alte Herr hatte den Brief aus dem Couvert herausgeholt. Er entfaltete ihn. Es sind nur wenige Zeilen," sagte Reimann mit ge= dämpfter Stimme ,,, ich werde sie vorlesen: Mein lieber Herr Funke! Ich erinnere Sie an das, was wir unter vier Augen besprochen haben, an meine Drohung, deren Begründung Sie anerkennen mußten; ich erwarte nun bestimmt, daß Sie meine Bitte erfüllen werden, deren Ablehnung mich ſehr unglücklich machen und mich zwingen würde, auf Ihre eigenen Zukunftspläne und Hoffnungen keine Rücksicht mehr zu nehmen! Wenn Sie meinen Wünschen nachkommen, so aber ich verspreche nichts, einstweilen will ich, noch auf Sie vertrauen! In Treue Ihre Elise Hammer." ,, Das muß ich selbst noch einmal lesen," versette Roggendorf, indem er seinem Schwiegervater den Brief aus der Hand nahm. ,, lind was sagst du nun?" fragte der alte Herr, nachdem sein Schwiegersohn den Brief gelesen hatte. ,, Diese Elise Hammer ist jedenfalls die Volkssängerin, die mit dem jungen Funke liiert sein soll; sie scheint in seine en öffentlich be des Elek d die Stell eumühle, Dienststunden t erhältlichen ift versehen, .3 Uhr erk. und Hundsete Sperre Ben. hiermit auf esselben übert Herr Kreisvom 6. Juli Kenntnis ge den billigsten ider eßen. GOOOO Lager bie Expedition. r 155. Moguementopre We Saus gebracht Grattobellagen: C Oberbeffi Belt Combat, fowle b Dal Blatt wid G Die Tätig un In juristischen die Frage erörtert, Strafrechtliche Haft und man kommt zi daß es am besten sein Bewenden hab läffig falsche Mitte Auskünfte strafDie auf eine Aufh strebungen wurden die Auskunfteien fin richtungen, sodann fünften eine zu gro den Händen, als de Einwirkung auf ih tönnte sonst ein de Erwerbszwecken un Im allgemeinen w gesehenen Firmen r dem Auskunftswejer Chefcheidungsproze funftei auf Bestellun daß die Ehefrau je schieden werden for auch eine Auskunf Die Kredit u bon fleineren Pläge einzelnen abspielt, Cort arbeitet die In den großen Stä hältnisse, weil schon äußerst kompliziert schäfte an den zu E ist, seine Zwecke zu unser CB- Mitarbei borener Berliner, de unliebsame Entdec einem bestimmten günſtige Auskünfte feine Stiefmutter, n trog des bei der heiratet hatte, die zierte deshalb selbst das betr. Bureau mieren, und siehe verschwunden. Hie nicht viel die fich fannt, in denen der Quelle der Austin Austuntserteilung deutschland bekann rüchigen Mann lief Austünfte ein. Wi einen Vertrauten G nach einer ganz furz gezogen wurden, da die Auskunft, die betr. Auskunfteien der lebung war cr fünfte auch quier heint daher nötig sthilfe denkt, in tet und sich du gungen sichert, so de wesentlichen auf M jehen der zu Erfrag Pläne sehr genau eingeweiht zu sein und berechtigte Ansprüche an ihn zu haben, die sie nun geltend machen will. Sie droht ihm, und der ganze Ton des Briefes läßt erkennen, daß sie dazu berechtigt ist! Und einem solchen Manne willst du deine Tochter anvertrauen? Ich hoffe, du wirst nun einsehen, wie wenig dieser Rudi Funke deiner Fürsprache wert ist! Er hat sich hier eingeschlichen, um ein gutes Geschäft zu machen, und es wäre ihm vielleicht gelungen, wenn diese Zeilen uns nicht die Augen üebr ihn geöffnet hätten." Roggendorf drehte mit gedankenvoller Miene an den Spitzen seines Schnurrbartes; unter den buschigen Brauen blizten die Augen in hellem Zorn. Ich verdamme niemand, ohne ihn vorher gehört zu haben," sagte er ,,, gerecht muß man vor allen Dingen sein! Wenn es sich so verhält, wie du vermutest, dann allerdings muß Martha ihren Wünschen und Hoffnungen entsagen." ,, Es kann sich nicht anders verhalten," unterbrach ihn Reimann, der nun auch erregt wurde. Funke hat dem Mädchen gesagt, daß er sich mit Martha verloben werde. Das Mädchen aber weigert sich, auf seine Ansprüche zu verzichten. Ich glaube nun auch, daß diese Elise Hammer den Brief absichtlich offen gelassen hat, damit wir ihn lesen sollen, und nachdem wir ihn gelesen haben, bleibt uns nichts weiter übrig, als den jungen Mann zu entlassen, und das soll heute noch geschehen." Der alte Herr hatte schon den Arm ausgestreckt, um nach der Glockenschnur zu greifen, die neben seinem Schreibtisch hing, aber das energische Halt!", das Roggendorf ihm zurief, bewog ihn, denselben wieder sinken zu lassen. ,, Was hast du noch dagegen einzuwenden?" fragte er unwirsch. ,, Nichts, wenn deine Vermutung sich bestätigt," antwortete sein Schwiegersohn.„ Aber die Sache kann auch anders liegen und, wie ich vorhin bemerkte, eine Teufelei dahinter stecken. Ueberlaß es mir, die Geschichte zu ordnen, bei mir hat Rudi Funke um die Hand Marthas geworben, ich bin allein berechtigt, ihm die endgiltige Antwort darauf zu geben. Dir bleibt dadurch die Aufregung erspart; ich werde gerecht und streng sein." Werner Reimann blickte eine geraume Weile, in Nachdenken versunken, vor sich hin, dann ordnete er die Papiere auf seinem Schreibtisch, wie er es stets vor seinem Fortgehen zu tun pflegte. ,, Gut," sagte er ,,, ich will dem Aerger aus dem Wege gehen, ich vertraue aber darauf, daß du diese häßliche Angelegenheit in meinem Sinne ordnen wirst. Morgen früh erwarte ich deinen Bericht; hier sind noch einige Briefe zu beantworten, besorge das nötige, ich gehe jeẞt ins Kasino." Roggendorf nickte zustimmend; er steckte den Brief wieder in das Couvert und klebte dieses zu, dann zog er an der Glockenschnur. Einige Minuten später trat Rudi ein, seine hoffnungsfrohe Miene ließ Roggendorf erkennen, daß er sich keiner Schuld bewußt war. ,, Es ist uns ein Brief zugeschickt worden, den wir Ihnen persönlich übergeben sollen," nahm Roggendorf das Wort, indem er dem jungen Manne einen Stuhl anbot, ,, bitte, lesen Sie ihn." Rudi las die Aufschrift und schüttelte das Haupt. Aufrichtiges Erstaunen sprach aus seinen Zügen, aber dieses Erstaunen wich der Entrüstung, als er den Brief gelesen hatte. ,, Man scheint sich da mit mir einen Scherz erlauben zu wollen," sagte er unwillig ,, bitte, lesen Sie den Wisch, vor dem Vater meiner zukünftigen Gattin darf und will ich keine Geheimnisse haben, und am allerwenigsten Geheimnisse dieser Art. Ich leugne nicht, daß ich das Mädchen kenne, wir haben ja als Kinder mitsammen gespielt, aber niemals stand ich mit ihr in irgend welchen Beziehungen, die sie zu diesem Schreiben berechtigen könnten." Man behauptet, Sie seien mit ihr liiert und besuchten sie häufig,“ erwiderte Roggendorf, dem es schon jetzt klar geworden war, daß die Vermutungen seines Schwiegerbaters jeder Begründung entbehrten. ,, Wer das behauptet, macht sich einer Infamie schuldig!" rief Rudi. Ich habe nie die Wohnung des Mädnie versprochen und ihr auch chens betreten, ihr etwas keinen Anlaß gegeben, mir zu drohen. Ich bezweifle sogar, daß sie diese Zeilen geschrieben hat, die offenbar nur dazu dienen sollen, mich zu verleumden." ,, So müßte eine andere Person sie geschrieben haben," sagte Roggendorf, nochmals einen forschenden Blick auf das vom Zorn gerötete Antlitz Rudis werfend ,,, auf wen könnte Ihr Verdacht fallen?" Ich weiß es nicht," antwortete Rudi achselzuckend, ,, ich kenne wohl eine Person, die mir abgeneigt ist und die ich einer solchen Schande fähig halte, aber ich will keinen Namen nennen, so lange ich nicht meiner Sache sicher bin." Haben Sie vielleicht mit irgend jemand über Ihre Absicht, sich mit meiner Tochter verloben zu wollen, gesprochen?" Nur mit meiner Schwester, und auf deren Verschwiegenheit kann ich bauen." ,, Nun wohl, ich werde die Sache untersuchen," erwiderte Roggendorf, überlassen Sie mir den Brief und reden Sie vorläufig mit niemand darüber, ich hoffe die Wahrheit ans Licht zu bringen. Bevor dies nicht geschehen ist, kann ich Ihnen die Antwort, die Sie erwarten, nicht geben; der Brief wurde uns offen zugeschickt, mein Schwiegervater hat ihn gelesen und sich ein Urteil gebildet, das Ihnen nicht günstig ist!" ,, Auch das noch!" sagte Rudi entrüstet. Solcher Jnfamie stehe ich wehrlos gegenüber, ich finde es höchst ungerecht, daß man mich verdammt, ohne meine Verteidigung gehört zu haben." ( Schluß.) ( Fortsetzung folgt.) Am Rheinfall ein Reinfall! Novellette von Wilhelm von Trotha. ( Nachdruck verboten.) Wenige Tage darauf standen die beiden auf dem Bahnhofe und erwarteten den nach Basel abgehenden Schnellzug. Als er eingelaufen war, half er ihr in ein Abteil erster Klasse und machte ihr den Eig bequem mit Kissen und Decken zurecht. ,, So, nun eilen Sie, lieber Kommerzienrat, daß Sie hinauskommen, sonst könnte der Zug abgehen, ich sende Ihnen von Basel ein Telegramm, wie ich angekommen bin!" Ein boshaftes Lächeln glitt über seine ihr abgewandten Züge, dann zog er die Abteiltür zu, nahm ihr gegenüber Plaz und sagte, während sich der Zug langsam in Bewegung ſezte: Ich fahre mit!" ,,, wie charmant," rief sie und klatschte vergnügt in ihre Hände. Nun war er aber ganz irre an ihr geworden, und als er in ihre phosphorglühenden Augen sah, da glänzte es so eigenartig in ihnen, daß er sich eines kalten Gefühles im Rücken nicht erwehren konnte und er unwillkürlich an die Augen jener Weiber erinnert wurde, die keine Seele haben an die Nixen! Doch da lächelte sie, reichte ihm die kleine feinbehandschuhte Rechte und sagte: ,, Aber schön artig sein, lieber Kommerzienrat, ja?" Er nickte und bedeckte die Hand mit feurigen Küssen. In Basel hatte er viel Werger mit der Zollrevision, so daß beide knapp den nach Konstanz abgehenden Schnell zug erreichten. Sie wollten zunächst einige Tage in Schaffhausen bleiben, um von dort durch die Schweiz nach Oberitalien weiterzureisen. Die Fahrt von Basel am Rhein entlang war herrlich, Zur Rechten lagen die aufsteigenden Alpen, zur Linken erblickten sie die waldumkränzten Berge des Schwarzwal des, indem sie meist ziemlich dicht an den Ufern des wogenden und über Klippen dahinrauschenden und-rauschenden Rheines entlang fuhren. In Neuhausen verließen sie den Zug und schritten durch herrliche Gartenanlagen dem nahen Hotel Schwei zerhof zu. Dort nahm sie zwei Zimmer, das eine in der ersten der Zorn in ihr gegen ihn auf, daß er sie so einfach hatte und das andere in der zweiten Etage, bevor er noch zu sigen lassen, dem Unglück preisgegeben. Worte kommen konnte. Beide gingen den nahen Waldungen zu. Ich fühle mich angegriffen," sagte sie, während er innerlich wütend, die beiden Billets ausfüllte, äußerlich sich aber den Anschein gab, als ob das ganz selbstverständlich sei. Schon nach einer kleinen halben Stunde erschienen beide Arm in Arm auf der Terrasse und ein Sf des Erstaunens entfloh ihren Lippen. ,, Wunderbar," murmelte sie ,,, o wunderbar, ich hatte nicht gedacht, daß der Rheinfall so bezaubernd wirkt. Diese Macht in den Wassermassen!" Das klang fast jubelnd. Ja! Jawohl, das ist sehr schön, aber eine weit höhere Macht liegt in Ihnen, Marga, in Ihren Augen," sagte er nach einer kleinen Pause und versenkte die seinen init mehr lüsternen, als verliebten Blicken in die ihren, die sie sogleich unter Erröten ihres Gesichtchens wieder dem tosenden Wasserfall zuwandte, wobei ein halb ärgerliches, halb boshaftes Zucken über ihr rosa angehauchtes Gesicht flog. ,, 000?" fragte sie dann gedehnt, aber in dem Ton lag ebensoviel Gleichgiltigkeit, wie zuvor in ihrem Blick und Bewegung, so daß er sich ein wenig ungeduldig in den Hüften wiegte. ,, Geben Sie ihm den Laufpaß! Lassen Sie sich von ihm ſcheiden, Sie lieben ihn ja doch nicht mehr, seitdem er kein Geld mehr hat," plagte er jezt heraus, ohne auf die Wirkung seiner Worte zu achten. ,, Zudem ist er ja in die Welt gezogen, Eie wissen nicht einmal wohin? Wochen sind vergangen, ohne daß er etwas von sich hat hören lassen, ein schöner Gatte das!" ,, Eben darum kann ich das Gefühl nicht bannen, daß er ebenso wie er gegangen ist, auch wiederkommen wird und daß wir ihn vielleicht gar treffen könnten.“ Dabei leuchteten ihre Augen förmlich auf; er sah, sie liebte ihn noch immer!- ,, Hm, auf Spuren stießen wir ja schon, sogar auf ganz frische durch die Zeitungsnotizen; er scheint wieder Last an seiner Arbeit gefunden zu haben," seufzte der kleine Bankier. ,, Ja, ja, das hat er und wenn er uns gar zusammen mich! Ich treffen sollte, so mordet er Sie und tenne ihn!" ,, Oho, da bin ich denn auch noch da und stelle meinen Mann!" rief der Herr Rat. Jezt mußte sie wieder lächeln, aber das war kein freudiges Lächeln, nein, Epott und Mitleid lag darin, ſie kannte ihn genau: schlotternden Knies würde er um Gnade flehen. Dann schweifte ihr Blick hinab auf den nimmer ruhenden Wasserfall, und sie sagte: Sehen Sie dort unten jenes Boot, wie es auf den schäumenden Wellen tanzt! das ist köstlich, sehen Sie nur, lieber Rat,“ und dabei ergriff ſie ſtürmisch seinen Arm, so daß er mit einem leichten Schrei zusammenfuhr. ,, Die fahren hinein in die tosenden Wasser, hinüber nach den Felsen, die mitten in dem Fall liegen, o wie mutig! Kommen Sie, da muß ich auch hin, ja von dort, dem kleinen Tempelchen aus, will ich den Rheinfall sehen," und hierbei zog sie den Kommerzienrat mit sich. ,, Aber was ist Ihnen denn?- Sie haben ja ein kreibeweißes Gesicht? Ihre Kniee schlottern ja?" unterbrach sie sich selbst. ,, Nichts, nichts! Ein leichter Anfall. Fahren Sie allein! Ich, fühle mich nicht ganz wohl!" ,, Der Weg zu meinem Herzen und meiner Hand geht nur durch jenen Strudel!" Hochaufgerichtet stand sie da und wies hinab in den kochenden zischenden Gischt, dessen feiner Staub vom Winde getrieben bis hinauf drang und ihr leicht gepadertes Gesicht nezte. Eine furze peinliche Pause trat ein, dann schnappte er einige Male nach Luft und sagte: ,, Es sei! Morgen-- aber erst morgen." Also morgen! Schön, aber dann am Abend, während der Illumination, soll es sein!" ,, Es sei!" seufzte er. ,, Topp, abgemacht, Kommerzienrätchen!" Ginen Augenblick noch dachte sie an Egon, aber dann sagte ihr ihr Verstand, sie müsse Teben, und hierbei kam * Wenige Minuten später schritt ein junger Mann über die steinerne Brücke, die über einen toten Arm des Flusses dem Schlößchen Wörth zuführte. Er trat an den Billetschalter und verlangte eine Karte zur Ueberfahrt nach dem Schlosse Laufen, das auf der anderen Seite des Rheines liegt. Nach einigem Hinund Herreden erfuhr er, daß man ihn erst in etwa einer halben Stunde übersetzen könne, da sich der eine Schifferknecht den Arm verlegt hätte und nicht rudern könne. Allein traute sich der Schiffer nicht hinüberzurudern, da Hochwasser sei und der Wind die Wassermassen mit grɔßer Gewalt die Felsen heruntertreibe. Flugs sprang der Fremde in den leichten Nachen, zog den Rock aus und griff zum Kuder. ,, Na, Schiffer, kommt man, wir beide zwingen' schon!" Der alte Mann kraute sich hinter den Ohren und meinte: ,, No, olter Freund, derdazu da g'hört doch a bisserl mehr Kraft, als Ihr Stoadtleut' hoabt!" ,, Hm, da, schaut her," gab der junge Mann zurück, und indem er seinen Hemdärmel hochzog, zeigte er dem erstaunten Alten einen muskulösen Arm, der jedem Akros baten Ehre gemacht hätte. ,, No, denn zua!" Bald tanzte das leichte Boot auf den schäumenden Wellen und schoß von den kräftigen Armen getrieben durch den reißenden Strom dem andern Ufer zu. Leichtfüßig sprang der Fremde an das Ufer und bat den Schiffer, auf ihn zu warten. Kaum eine halbe Stunde später stand er wieder im Boot. Während sie zurückruderten, sagte er zum Bootsführer: ,, Schiffer, ich möchte morgen abend während der Illumination hinüber nach dem Felsen rudern, der mitten im Wasserfall liegt." ,, Schön, kommt's so gage halber zehn." " Wir rudern allein!" Joa, scho guat!" dann trennten sich beide am Ufer. Langsam neigte sich am anderen Tage der Sonnenball den Bergspißen zu und übergoß die Berge mit einem goldenen Hauch. Rosaglühend hoben sich die fern am Horizont liegenden Alpen vom aschgrauen Himmel ab, der wie ein Dunst über ihnen hing. Oben auf der Terrasse des Hotels, wo sie gestern schon gestanden hatten, standen der Banlier und Marga ein wenig abseits von den übrigen Gäſten. Er sah krank und leidend aus, und seine gelbliche Haut hatte etwas Lederartiges erhalten; sie war blühend, und ihre Gesichtsfarbe eiferte mit dem Rosa der fernen Alpen.- Die Uhr zeigte ein Viertel nach neun Uhr, als unten bei dem Fischer derselbe junge Mann wie gestern erschien. Beide zogen sich wasserdichte Gummimäntel über und stülpten einen Südwester" auf den Kopf. Ihr müßt noch a Mument woarte,' s hoat sich noch a Poar a'gesagt, sell will noch mit nüber," sagte der alte Bootsführer zu dem Ankömmling. ,, Gut, gut, ich habe Zeit!" ,, Also stets mit de Kopf noach de Felsen zug'schaut un kräftig g'rudert," instruierte der Schiffer seinen„, Gehilfen", nachdem das erwartete Paar eingestiegen war. Ein eigentümliches Gefühl war der jungen Frau durch den ganzen Körper gerieselt, als ihr der Schifferknecht" beim Einsteigen geholfen hatte und sie mit seinen kräftigen Armen in den Nachen hob. Viel Zeit zum Nachdenken blieb ihr nicht, denn bald tanzte der Kahn auf den wilden Wogen.- Tiefe Finsternis lag ringsumher. Langsam näherten sie sich dem Fuß des Felsens, da drehte sich der Kahn in einem Strudel herum. Kein Wort hätte man unter dem Getose verstanden, so wild donnerten die Wassermassen nieder. Gine Hend vird jezt in Saajjer Es ist feitgestellt, de ür eine Agitation eranstaltet werden. Siefer Agitation ist Ferrofiven, fondern will scheinen, als met die Sache e nich Beld zum deniter Der vom Rei ntourf über die ge reuiffen hat bisher Salten. Der Gejes Weichstage in jeiner inderter Form, wird, wie unser Ber Steile hört, darin be enthaltene tene Beſtimma alten den Gewerbe wird. Statt dejten daß dieje Schiedsger verden follen.