Nr. 103. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatli 50 Bfg., in's Saus gebracht 60 Bfg., burz bir Boft bezogen vierteljährlich M. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffifee Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitsrift für Landwirtschaft, Ob- b Gartenbau, sowie die Siegener Setfenblasen( wet). Das Blatt erscheint an allen Berkagen nachmittage Montag, den 4. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei& Die einspaltige Petitzelle für Sießen wh ganz Oberbeffen, die helic Beklar und Marburg 16 fe fenfi 15 Bfg.: Reklamen die Bettteile 30 resp. 40 Dis Postzeitungsliste No. 8809. Redaktion und Expedition: Stesen Remenweg M Fernsprechenfint r, 308. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lofalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Einschreiten der Mächte in Mazedonien, VF. Die furchtbaren Bombenattentate in Saloniki haben die Langmut der Mächte endlich erschöpft: Defter reich und Italien drohen der Türkei mit einer bewaff neten Einschreiten und haben bereits zwei Geschwader nach Saloniki entsandt. Desterreich hat außerdem der Pforte angedroht, es werde auch zu Lande Truppen in Mazebonien einrücken lassen. Man erwartet, daß auch andere Mächte sich mindestens an der Flottendemonstration im Hafen von Saloniki beteiligen werden. Deutschland hat ich damit begnügt, bei der Pforte wegen des Anschlags auf das deutsche Klubhaus Vorstellungen zu erheben und Genugtuung zu fordern; die Pforte hat strengste Ahndung der Verbrechen zugesagt. Aber was hilft es, wenn die dingfest gemachten Bombenschurfen aufgefnüpft werden? Damit ist nichts erreicht. Wenn sich die Pforte nicht ener gisch bemüht, den gesamten Aufstand rücksichtslos zu unterbrücken, werden dergleichen ruchlose Verbrechen nicht aufhören. Schon jetzt rüsten sich die Mazedonier zu neuen Untaten. Das mazedonische Komitee hat ein Zirkular verchict, indem es heißt, die Zustände in Mazedonien seien unerträglich. Man wolle lieber sterben als weiter leiden. An den Leiden trüge Rußland die Hauptschuld, und man werde es durch die Ermordung seiner Konsuln, zu der sich eine Anzahl Patrioten eidlich verpflichtet hätte, zum Ein [ chreiten gegen die Türkei zwingen. Auch das Attentat in Saloniki scheint eigentlich weniger gegen die Bank als gegen den europäischen Klub, wo die Europäer regelmäßig am Mittwoch Abend zusammenfamen, gerichtet gewesen zu sein. Das Einschreiten der Mächte werden die Mazedonier bielleicht herbeiführen, aber es wird sich nicht sowohl gegen die Türken als gegen die mazedonischen Landfriedens. brecher richten. Immerhin wird es auch für die Türkei nicht gerade erfreulich sein, fremde Truppen auf ihrem Grund und Boden operieren zu sehen. Sie täte am besten, sie wartete diese Entwicklung der Dinge nicht erst ab, sonbern ginge den Mazedoniern und nicht minder auch den fanatischen Albanesen ernstlich zu Leibe. Aber dazu scheint ber Sultan aus Furcht vor seiner albanesischen Leibgarde sich immer noch nicht entschließen zu können. Einstweilen hat er nur eine energische Vorstellung, eine Art Ultimatum, an die Sofioter Regierung gerichtet. Wenn hinter einem Ultimatum nicht die Entschlossenheit, eventuell das Schwert zu ziehen, sich vermuten läßt, pflegt es nicht sonderlich zu wirken. Nach einer Mitteilung unseres CB.- Mitarbeiters sind beim deutschen Auswärtigen Amt aus Saloniti Nachrichten eingegangen, daß entgegen den ersten Meldungen ber deutsche Konsulatsverweser Flohr bei den Bombenanschlägen glücklicherweise nicht verlegt wurde. Andere Deutsche dagegen sind verwundet. Weiter wird von einem entseßlichen Blutbad berichtet, das die türkischen Soldaten und die Bevölkerung von Saloniki unter den verruchten Bombenwerfern angerichtet haben. Mehrere hundert Menschen sollen getötet sein, und viele Verhaftungen haben tattgefunden. Der frühere Vali von Monastir Edib Pascha st nach Saloniti abgegangen, um in dem Ausnahmegericht, velches dort konstituiert wird, den Vorsitz zu führen. Der Kaifer kommt! Nom, 1. Mai nachts. Man erkennt die Römer nicht wieder. Während bei dem Einzug König Eduards von England eine zwar freundliche, aber recht zurückhaltende Stimmung herrschte, schlägt jetzt in Erwartung des Besuches unseres Kaisers schon die helle Begeisterung empor. Hunderttausende sehen mit Ungeduld dem Augenblick entgegen, wo Kaiser Wilhelm die Via triumphalis durchziehen wird. Dieselbe Via triumphalis, durch die der Britenkönig gezogen, nur daß statt ber englischen die deutschen Flaggen von den Masten wehen, und daß statt der hellen Sonne, die während der Anwesenheit Eduards auf Rom herniederlachte, jetzt trübe Wolken über dem Kapitol hängen und ein feiner Regen unaufhörlich niederrieselt. Das schadet aber nicht: Es herrscht jetzt erst trotz der gleichen Szenerie und trotz der Unbilt des Wetters die rechte Feststimmung. Und wenn ber Herrscher des verbündeten Deutschland durch die geschmückte Esedra zieht, so werden ihm die Herzen zufliegen und ein tausendstimmiger Chor ein donnerndes Evviva l'imperatore! zujubeln. Ist den Römern unser Kaiser doch ein alter Bekannter, dessen ritterliche Erscheinung sich tief in ihr Gedächtnis eingeprägt hat und für alle Zeiten darin leben wird. Deshalb geht auch durch die Begrüßungen, die die Presse dem faiserlichen Gast widmet, ein gemütvoller, warmer Ton, der wie ein Leitmotiv immer wieder durch die politische Würdigung des bedeutungsvollen Besuchs durchflingt. Es ist ein guter Freund, der kommt, und die althergebrachte römische Gastlichkeit bereitet sich, ihn als solchen zu empfangen, ohne viel umstände, aber um so herzlicher. Day daneben die schuldige Achtung vor dem bewährten Freund des jungen Königs und dem Herrscher des mächtigen deutschen Reiches gebührend zum Ausdruck tommt, ist selbstverständlich. In fieberhafter Spannung sieht man den beiden Hauptereignissen der Festtage entgegen: der Galavorstellung im Teatro Argentina, wo der göttliche Tamagno aus metallreicher Brust als Othello" sein berühmtes hohes ," schmettern wird, und der großen Truppenrevue am Montag, wo man hofft, den Kaiser hoch zu Roß als ,, Lohengrin" bewundern zu dürfen. Denn so nennen ihn die Römer in schmeichelhaftem Vergleich, wenn er den blinkenden Silberhelm unserer Garde du Corps trägt. Der herrliche Schimmel, der von Berlin aus für den Monarchen cingetroffen ist, zugleich mit einem ganz ähnlichen für den Kronprinzen, hat im römischen Popolino, das seiner antifen Vorfahren Lust an edlen Pferden sich wohl bewahrt hat, wahres Entzüden hervorgerufen. Nur weiß man momentan noch nicht recht, ob sich der große Exerzierplatz, auf dem die Bataillone und Schwadronen vor den sachkundigen Augen unseres Kaisers defilieren sollen, in seinem gegenwärtigen Zustand nicht schließlich besser zu ciner Flottenrevue eignen würde. Denn Jupiter Pluvius hat ihn allgemach in einen richtigen See verwandelt. Aber wozu gäbe es denn ein Hohenzollernwetter"? Und die römische Sonne trodnet ja schnell. Also nicht beirren lassen in der fröhlichen Feststimmung.... Es lebe der Kaiser! Der Kaiser traf um eine Stunde später, als programmmäßig, in Rom ein, da bei Corneto auf der Strecke Civitavecchia- Rom das Erdreich des Dammes nachgegeben hatte. In Civitavecchia, wohin sich von Florenz aus auch der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich begeben hatten, fand die erste offizielle Begrüßung statt. In Rom wurde der Monarch und die Prinzen auf dem Bahnhof durch König Viktor Emanuel, umgeben von seinen prinzlichen Bettern und den Hochwürdenträgern, empfangen. In feierlichem Zuge wurde der Kaiser dann durch die Via Triumphalis geleitet, zunächst zum weihevoll geschmückten Esedraplay, wo Bürgermeister Fürst Colonna den hohen Gast im Namen der Stadt Rom in huldigenden Worten begrüßte, nachdem er schon am Morgen in an die Bürgerschaft gerichteten Maueranschlägen seinen Gefühlen der Verehrung für Kaiser Wilhelm beredten Ausdruck gegeben. Dann ging der festliche Zug durch die Via Nazionale weiter zum Stönigsschloß, überall von den Hochrufen der freudig erregten Menge begrüßt. Unmittelbar nach seiner Ankunft im Quirinal stattete der Kaiser der Königinwitwe Margherita einen Besuch ab. Das Wetter hat sich seit der Ankunft des Kaisers aufgeklärt. Ein Bund der Mittelmeermächte. (!) Die Tatsache, daß König Eduard seinem Besuche in Rom unmittelbar dem in Paris hat folgen lassen, wird in der italienischen und auch in der französischen Presse als ein Symptom dafür angesehen, daß im Mittelmeer eine neue politische Eitution geschaffen sei. Jtalienisch- offiziöse Blätter erklären, alles Mißtrauen zwischen England, Frankreich und Italien sei geschwunden und zu Meinungsverschiedenheiten im Mittelmeer sei kein Grund mehr vorhanden. Es sei zwischen den drei Mächten eine Harmonie erreicht, die man vordem nie für möglich gehalten habe. Man deutet ziemlich offen an, daß so etwas wie ein Schuß- und Truß- Bund zwischen diesen drei Mittelmeermächten" geschlossen sei, soweit ihre mittelländischen Interessen in Frage kommen. Die italienische Presse beeilt sich, darauf zu verweisen, daß dieser neue Bund dem Dreibund keinen Abbruch tue, im Gegenteil wie dieser der Erhaltung des Weltfriedens gewidmet sein solle. Der Bund der Mittelmeermächte sei für jede von ihnen von Vorteil, nicht nur was ihre Interessen im Mittelmeer, sondern was ihre gesamten internationalen Beziehungen angehe. England z. B. erhalte dadurch eine Rückenstärkung gegenüber Deutschland und Rußland, von denen jenes mindestens nicht Englands Freund sei, während Rußland direkt als Englands Feind gelten müsse. Im übrigen werde Italien unentwegt am Dreibunde festhalten, der noch aus Jahre hinaus die Basis für Italiens auswärtige Politil bilden werde. Wir wollen den Italienern wünschen, daß sie die von dem Bunde mit Frankreich und England wenn es wirklich eine Tatsache sein sollte erhofften Früchte auch wirklich schütteln dürfen. E recht glauben wir nicht daran. Denn alle Bündnisse, die England bisher abschloß, glichen jenem Bunde des Lötven mit dem Esel, von dem uns die Fabel erzählt. England spielte dabei immer die Rolle des Löwen, und seine Verbündeten die Rolle des anderen Vierfüßlers. Uebrigens wird inzwischen näheres über den an geblichen neuen Dreibund aus Rom mitgeteilt. Danach foll England mit Frankreich eine Vereinbarung getroffen haben, wonach Frankreich den östlichen Teil Marɔffɔs als Ausdehnungsgebiet erhält, die Südküste aber unberührt bleibt. Wenn diese Vereinbarung Tatsache ist, dann wird es sich wohl um ein britisches Danaergeschen! für Frankreich handeln. Die Politik. Reichspostamt und Postassistenten. ::: Eine Mitteilung, die in Postbeamtenfreisen Aufsehen erregen wird, bringt die„ Postzeitung", das Blatt des Postassistentenverbandes. Danach beabsichtigt das Reichspostamit, die Assistenten und Postverwalter nach einer 35jährigen vorwurfsfreien Postdienstzeit zu Sefre tären zu ernennen. Den Militäranwärtern sollen hierauf vier Jahre ihrer Militärdienstzeit angerechnet werden. Die Bureauassistenten im Reichspostamt sollen ebenfalls zu Sekretären ernannt werden. Die Postzeitung" befürchtet, daß diese Titelverleihung große Mißstimmung in den Kreisen der Assistenten hervorrufen werde, weil eine solche Regelung der Titelfrage die Assistenten unmöglich befriedigen könnte. Wir teilen diese Befürchtung nicht; jedenfalls stellt das Verfahren des Reichspostamts einen Schritt des Entgegenkommens dar, den die Postassistenten im Interesse eines weiteren guten Einvernehmens mit der obersten Behörde anerkennen müssen. Wenn ihre Wünsche auch dadurch nicht voll befriedigt werden, so stellt die Maßnahme doch einen erheblichen Schritt zur Besserung dar, und für die Geltend machung weiter gehender Forderungen ist noch immer Zeit. Rücktritt Speck v. Sternburgs? (-) Der ,, Newyork Herald", der freilich als sehr unzuverlässig bekannt ist, außer ihm aber noch andere amerikanische Blätter fündigen den Rücktritt des eben erst bei den Vereinigten Staaten beglaubigten deutschen Bevollmächtigten Speck v. Sternburg von seinem Washingtoner Posten an. Der Herald" will wissen, eine starte Strömung im Berliner Auswärtigen Amte dränge auf die Abberufung des außerordentlichen Gesandten von dem Washingtoner Posten. Man scheue sich vor diesem Echritt nur deshalb, weil er ,, ein Zugeständnis an die sog. Bismarck- Verehrer" bedeuten würde. Trotzdem aber sei es sicher, daß Baron von Sternburg bald aus der Washingtoner Botschaft entfernt werden würde, es sei denn, daß der Kaiser persönlich die Rolle eines SchirmHerrn übernehme. Es hat den Anschein, als ob der ,, Herald" diesmal nicht auf dem Holzwege tappe. Das Auftreten des Frhrn. Speck v. Sternburg- es sei nur an den geistreich sein sollenden Vergleich des Mauthelden Dewey mit unserem alten Wrangel erinnert und noch mehr das Verhalten seiner amerikanischen Gattin gegenüber den Damen des übrigen diplomatischen Korps widerspricht so sehr den Traditionen deutscher Diplomatie, daß der Regierung nichts übrig bleiben wird, als den sonst ja vielleicht ziemlich befähigten Diplomaten von dem Washingtoner Posten, dem er nicht gewachsen ist, abzuberufen. Die nene Heimet der Karthänser. Der aus Frankreich vertriebene Karthäuserorden wird jetzt in Oberitalien, wo er schon mehrere bedeutende Niederlassungen besißt, auch seine Hauptniederlassung begründen, und zwar in dem Kloster Monte Olivets, das dem Orden bereits gehört. Ein Teil der Karthäuser ist bekanntlich nach Spanien gezogen. Dort wird fortan auch ausschließlich die Herstellung der Chartreuse, des so berühmten Likörs, betrieben werden. Auch andere französische Mönchsorden werden in Oberitalien ihre neue Heimat suchen, so die Trappisten, die in Lanz bei Turin sich niederlassen werden. Neue Krawalle in Spanien. (-) Neben den blutigen Wahlerzessen werden auch aus anderen Städten Spaniens bedrohliche Unruhen gemeldet. In Jumilla bei Murcia brach ein Aufruhr aus, weil die Polizei mehrere Arbeiter, die Gras auf den städtischen Ländereien abschnitten, verhaftete. Die Menge stürmte das Rathaus, die Gendarmerie schoß und tötete vier Personen, viele wurden schwer verwundet. In Ameria fand ein Zusammenstoß zwischen der Gendarmerie und Etreifenden statt. Zwei Knaben wurden getötet, mehrere verwundet. In Infiesto selbst sand bei der Beerdigung der Opfer der Wahlschlacht eine große Sundgebung statt. Elf Echwerverwundete wurden nach Ovideo geschafft. Unterwegs starb eine Frau, andere sind unrettbar verloren. In Infiests liegen noch vierzig Verwundete. Zahlreiche Verhaftungen haben stattgefunden. Daß diese Vorkommnisse auf die ohnehin recht üble Lage der Regierung verschlimmernd wirken, bedarf keines Beweises. Kurze politische Nachrichten. * Der kommandierende General des sechsten Armee forps, Erbprinz von Sachsen- Meiningen wird einem be stimmt auftretenden Gerücht zufolge in nächster Zeil Breslau für immer verlassen und seinen Wohnsiz in Mei ningen aufschlagen. Wie unser CB.- Mitarbeiter erfährt, ift an Berliner amtlicher Stelle von einer solchen Absicht des Erbprinzen, bekanntlich eines Echwagers des Raisers, nichts bekannt. * Der große Ablösungstransport für das ostasia tische Kreuzer geschwaber ist am Sonnabend von Aiel in Stärke von reichlich 800 Mann abgegangen. Die Ablösung bleibt zwei Jahre im Ausland. desselben wurden brud ihres Gesichtes in härter, ипо Als Emmy fich allein sah, veränderte sich der Ausauffallender Weise. ihre Augenbrauen zogen Die Linien aus dem Zimmer um ihren Hut zu holen. tem Eifer ihre Toilette und eilte nach wenigen Minuten Margarethe stand fehr schnell auf, begann mit größ,, AH Konzertlokal der nz zu besuchen. fter einig war, noch am selbigen Abend das beliebteste hend nicht?" an, welche Margareten noch fremd waren. Sterneds Blide den Künstler mit einem jener eigentümlich koketten Blicke Ich habe viel zu tun," antwortete Emmy und fah Humoreske aus dem Englischen von J. Cassirer. ( Nachdruck verboten.) Sein erftes und letztes Duell. ( Schluß.) Hand zitterte aber beim Schreiben desselben Auf Gorelys Anraten machte ich mein Testament: meine , daß ich auf dem Boden. auf dem Boden hin und her wand. dem Krieg und seinen Schrecken in allen Teilen der Welt ins stöhnte ich, während ich vor Schmerzen ganz verzerrt mich sehen. Ich fiel vom Stuhl und wälzte mich im Todestampfe Auch mein Kopf war benommen ich fonnte nicht mehr Blute mitgeteilt hatte und mit ihm durch den Körper floß. Rettet mich! rettet mich! Ach Gott!" Seit damals habe ich Die preussische Landtagsperiode. CB. Als am Freitag der Präsident des preußischen Ab geordnetenhauses nach der Erledigung des Verwaltungs dienstgesetes dem Hause ankündigte, daß nachmittags um 4 Uhr der Landtag geschlossen werde, bezeichnete er dies ausdrücklich als eine freudige Mitteilung. Vereinzelte Bei fallsrufe bezeugten ihm, daß er das richtige Wort ge funden, und da auch das Publikum der Lektüre der endlos sich hinziehenden Verhandlungen müde geworden war so wird auch von diesem das Wort des Herrn von Ströcher nicht im geringsten beanstandet. Von dem preußischen Abgeordnetenhause läßt sick nicht, wie vom Reichstage mit seinen beiden großen Vorlagen, dem Flotten- und Zolltarifgese, behaupten, daf er etwas Epochemachendes geschaffen habe. Die größte und bedeutungsvollste Vorlage, den Mittellandfanal, hat es abgelehnt, und es ist allen Darstellungen über diese Frage zum Troß mehr als fraglich, ob sie wiederkehren wird. Denn voraussichtlich wird sich an der Zusammen jebung des Hauses nichts ändern. Ist das aber der Fall bann wird nach der zunehmenden Verstimmung der Rech. ten infolge der Haltung der Regierung zur Frage der Bertragsfündigungen wahrscheinlich die Tonart eine schär fere werden, und die Ablehnung ist ebenso sicher wie vor her. Die gegen Schluß eingetretene Situation, die Ablehnung der Verwaltungsdienstvorlage durch das Abgeord netenhaus und die Nichtbeachtung des Antrags auf Künbigung der Handelsverträge im Herrenhause, hat die seither bestandene entente cordiale zwischen der Rechten und ber Regierung ganz erheblich gestört. Von den geschaffenen Gesezen ist die Warenhaussteuer besonders erwähnenswert, weil es die charakteristischen Merkmale der Mehrheit und von deren Mittelstandspoli tik zeigt. Das Hauptwerk aber war das Ostmarkengesetz, wobei sich im Landtage tatsächlich eine ungewöhnlich starte Mehrheit von der äußersten Rechten bis zu der nationalliberalen Mittelpartei zusammenfand. Sehr entgegenkom. mend war das Haus in der Festsetzung der Provinzdotationen, was umso bemerkenswerter ist, weil hier die jüngeren westlichen Provinzen mit ihren reichen Erträgnissen hinter den Interessen der östlichen zurücktreten müssen. Aber es ist ein erfreuliches Zeichen für die innere Festigkeit der Monarchie, daß die westlichen Abgeordneten gern und willig für die Hebung der von der Natur weniger begünstigten Landesteile des Ostens die Opfer brachten. Die Aenderung des Gemeindewahlrechts ist nur in beschränktem Sinne wichtig. Von großem sozialpolitischen Verständnis aber zeugte die Lex Adickes, eine Art Úmlegungsverfahren für städtische Grundstücke. Der Frankfurter Oberbürgermeister ist nämlich mit einer städtischen Baupolitik bahnbrechend vorgegangen, indem er entspre chend der Ausdehnung des städtischen Weichbildes die Stadtgrenzen durch Anbauung von Privatländereien vorschob. Um aber die durch Einsichtslosigkeit oder Böswilligfeit von Privatbesizern möglichen Störungen dieser Politik zu verhüten, ist der Stadt Frankfurt für gewisse Fälle das Enteignungs- und Umlegerecht verliehen worden. Die ehemalige Krönungsstadt dient also als Probepfeil für eine städtische Baupolitik. Eine verdienstvolle Arbeit, die den allgemeinen Beifall gefunden hat, leistete das Haus in der Regelung der Reliktenversorgung für die Volksschullehrer, in der Fürsorge für die Wohnung von staatlichen Arbeitern und Beamten, sowie in dem Fürsorgeversicherungsgeset. Auch in dem Ausbau des Eisenbahnneßes bewies das Haus eine offene Hand. Alles in allem hat der preußische Landtag eine umfangreiche Tätigkeit entfaltet, ohne aber etwas Epochemachendes geschaffen zu haben. Kunft und Wissenschaft. RK. Die Eröffnung der Großzen Berliner Kunstaus stellung fand in Anwesenheit des Kultusministers Dr Studt im Landesausstellungspalast zu Moabit statt. Der Vorsitzende der Ausstellungskommission Professor Arthur Kampf wies in einer Ansprache an den Minister auf die er freuliche Tatsache hin, daß die deutsche Künstlerschaft die Ausstellung mit einer Reihe hervorragender Werke be schickt habe und außerdem als Gäste viele bedeutende Maler Amerikas und und Belgiens sich ein efunden hät ten. Nach einer kurzen Erwiderung und einem dreifachen Hoch auf den Kaiser, den Schirmherrn der Künste, erklärte der Minister die Ausstellung für eröffnet. Nab und Fern. ( 2) Amtliche Studienreise. Eine Abordnung des preußischen Handelsministeriums, bestehend aus dem Referenten für das gewerbliche Unterrichtswesen Geh. Oberregierungsrat Simon, dem Hilfsarbeiter, Oberlehrer Professor Hoette etc., befindet sich gegenwärtig auf einer Studienreise in Böhmen; diese Reise hat den Zweck, die Einrich tungen gewerblicher österreichischer Lehranstalten aus eige ner Anschauung fennen zu lernen. Die Herren weilten die ser Tage in Reichenberg, wo sie die f. t. Staatsgewerbeschule, die Handels- und Gewerbekammer, sowie das nordböhmische Gewerbemuseum besichtigten. Von Reichenberg reiste die Abordnung nach Gablonz weiter, zwecks Besich tigung der dortigen Fachschule. Ein schwerer Eisenbahnunfall trug sich auf dem Berliner Friedrichstraßenbahnhof zu. Auf dem dort haltenden Insterburger Personenzug fuhr ein Vorortszug nach Potsdam auf. Die beiden letzten Wagen des Personenzuges wurden fast völlig zertrümmert, die folgenben vier Wagen mehr oder weniger stark beschädigt. Unter den Trümmern der letzten Wagen wurde ein Toter, ber Artist Hans Mühlfeith aus Köln hervorgezogen. Ihm waren Brust und Unterleib völlig zerquetscht. Fünf an bere Passagiere waren verletzt worden, doch konnten vier pon ihnen nach Anlegung eines Verbandes ihre Reise jortsetzen. Nur der Schauspieler Bracht mußte in die Universitätsklinik gebracht werden. Das Unglück hat der Bokomotivführer des Vorortszuges verschuldet, der das Signal Einfahrt gesperrt" übersehen hatte. Er ist sofort vom Dienste suspendiert worden. (?) Einen vorwikigen Streich beging ein den besseren Ständen angehöriges junges Mädchen. Als Prinz Georg von Baiern seine vor einem Geschäftshause haltende Hof equipage besteigen wollte, sprang sie plöblich, während der Leibiäger das Coupee öffnete, in den Wagen und verließ denselben nicht, bis schließlich der Leibjäger Gewalt anwandte und das Mädchen an den Armen herauszog. Einem Schutzmann übergeben, erklärte die Sistierte, sich nur einen Scherz erlaubt zu haben. Der Vorfall, der begreiflicherweise einen großen Menschenauflauf zur Folge hatte, wird für das vorwigige Mädchen noch ein unan genehmes Nachspiel vor Gericht haben. (!) Verhaftete und verurteilte Rechtsanwälte. Der fürzlich wegen Betruges von der Strafkammer in Leipzig zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte Rechtsanwalt Bernhard ist gegen Hinterlegung einer Kaution von 15,000 Mark vorläufig aus der Haft entlassen worden. Die Verhaftung des Rechtsanwalts Dr. Werthauer in Leipzig ist, wie jetzt näher bekannt wird, unter dem Verdacht des Meineidez erfolgt, doch steht die Angelegenheit auch mit Wuchergeschäften in Verbindung, welche die mit ihm zugleich verhafteten Kaufleute Ossipowitsch Josefson und Alexander Strauß getrieben haben sollen. Dr. Werthauer befindet sich in den glänzendsten finanziellen Verhältnissen. (") Die Leichenhalle als Bergnügungslokal? Vorgänge, ähnlich jenen, die kürzlich in Düsseldorf zur Verhaftung eines inaktiven Offiziers und zum Tode einer Dame aus der dortigen guten Gesellschaft geführt haben, sind dem Vernehmen nach jezt auch in Mühlheim a. R. aufgedeckt worden. Von einer Anzahl in diese Angelegenheit verwickelter Persönlichkeiten soll die Leichenhalle(!) als Schauplay nächtlicher Orgien benüßt worden sein. Die letztere Meldung bedarf wohl noch der Bestätigung. Das wäre eine Perversität, die schon an Wahnsinn grenzt. )( Einer Selbstmördersette ist die Petersburger Polizei auf die Spur gekommen. Die Angehörigen dieses seltsamen Geheimbundes haben es sich zur Pflicht gemacht, an ihrem 30. Geburtstage freiwillig zu sterben, und gehen hierbei von der Begründung aus, daß die durchschnittliche Lebensdauer des Menschen erwiesenermaßen nur 30 Jahre be trägt, während ein Mehr ,, auf Kosten anderer Individuen gelebt" wird! Diesen Fehler der Natur beabsichtigte nun die Selbstmördersekte" zu verbessern, indem jedes Mitglied den Eid leistete, mit dreißig Jahren zu sterben. Hatte einer der Geheimbündler das dreißigste Lebensjahi erreicht, so wurde er in einem unterirdischen Gewölbe in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder und unter feierlichen Zeremonien lebendig eingemauert. Die Polizei erhielt nun Kenntnis von dem abergläubischen Treiben des Bundes und überraschte die Gesellschaft gerade in dem Augenblick, als Vorbereitungen getroffen wurden, ein Mitglied in vorgeschriebener Weise einzumauern. Alle Anwesenden wurden verhaftet. Diese sonderbare Sekte, der schon zahlreiche Personen zum Opfer gefallen sind, soll auch ,, Zweigniederlassungen" in Moskau, Kiew und Odessa besitzen. |:[ Amerikanische Offiziere als Schmuggler.] Allerlei Kniffe von Schmugglern, die der Ver. Staaten- Armee als Offiziere angehören, gibt ein amerikanisches Blatt zum besten: ,, Bon jeher," schreibt es ,,, hat man seitens der Zollbehörden ein Auge zugedrückt manchmal auch beide wenn Offiziere, die von Kuba, Portorico oder den Philippinen zurückkehrten, sich allerhand ,, Naschwaren" oder auch Trinkbares mitbrachten, und nur selten, wenn es sich um größere Mengen solcher Artikel handelte, waren die Offiziere genötigt, zu Kriegslisten zu greifen und die Zollwächter zu täuschen. Letzteres geschah vor einiger Zeit in flassischer Weise von seiten eines Offiziers, der in Kuba eine hohe Stellung eingenom men hatte und, von dort abberufen, in Newyork eintraf. Seine Freunde hatten ihm beim Abschied Kisten über Kisten der feinsten Zigarren, ferner auch Gebinde der besten Getränke verehrt, und der also Beschenkte hegte berechtigte Zweifel, ob er alle diese ziemlich umfangreichen Schäße anstandslos ans Land bringen könne. Da verfiel er auf einen praktischen Ausweg: er ließ die Kisten William Mc. Kinley, Washington" adressieren. Die Zollbeamten beschauten sich die Sachen respektvoll von außen, und da sie Geschenke für den Präsidenten darin vermuteten, gestatteten sie, daß alles ohne weitere Prüfung an Bord gebracht wurde. Dann war es natürlich nicht mehr schwer, die Weiterbeförderung zu veranlassen. Bunte Chronik. Einen heftigen Orkan hatte der Schnelldampfer ,, Deutschland" der Hamburg- Amerika- Linie auf seiner leßten Fahrt nach Newyork zu bestehen. Durch eine riesige Sturzsee wurde ein Rettungsbol zertrümmert und der Ventilator abgerissen. Zwei Pas fagiere, die sich an Deck wagten, wurden von einer Wɔge niedergeschlagen und schwer verletzt. - Der am 14. Februar v. Js. zum Tode verurteilte Postschaffner a. D. Stern aus Schönerlinde ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Etern hatte in der Nacht zum 21. Mai 1891 den Berliner Einbrecher Schlosser Cɔnizz in der Nähe von Bernau ermordet. Eine Explosion von Zündmasse erfolgte im fgl Feuerwerkslaboratorium auf der Havelinsel Eiswerder bei Spandau; ein Mengehaus ist in die Lust ge flogen und ein Arbeiter schwer verletzt worden. Die beiden Hamburger Segelschiffe ,, Thomas" und Gustav" sind in der Nordsee untergegangen; 14 Mann der Besatzung sind ertrunken. " - Aus der Saale wurden in der Nähe von Halle zwei zusammengebundene Leichen, ein etwa 40jähriger Mann und ein 10jähriges Mädchen herausgezogen. An einer anderen Stelle wurden die Leichen einer 30jährigen Dame und eines neunjährigen Mädchens, die gleichfalls zusammengebunden waren, gelandet. Vermutlich sind die vier Leichen identisch mit einer Familie Mummert aus Zeipzig, die dort seit drei Wochen vermißt wird. -Für das zu Ehren des Königs Eduard von Eng land in Longchamps veranstaltete Pferderennen waren füi den Rennstallbesiber Deschamps zwei Pferde angemeldet worden, von denen das eine Krüger und das andere Boer hieß. Da dies Anlaß zu unliebsamen Demonstrationen hätte geben können, hat Deschamps die beiden Pferde zurückgezogen. Vermischtes. [ Lustige Justiz.] Ein eigenartiger Aufzug bewegte sich dieser Tage durch Göttingens Hauptstraßen. Unter den Klängen des Chopinschen Trauermarsches wurden zwei Musensöhne von ihren Kommilitonen zum- Karzer geführt. Die Delinquenten befanden sich gefesselt auf einem von Ochsen gezogenen Leiterwagen. Die Echwer des Verbrechens illustrierte ein in ein blutrotes Gewand gehüllter, mit einem Holzbeil versehener Scharfrichter, der neben mehreren Bütteln auf dem Vorderwagen mit Platz genommen hatte. In mehreren Droschken wurden Betten der Verbrecher nachgeführt. Es folgten auf einem Möbelwagen zechende Studienbrüder, die für die anscheinend nicht mehr leistungsfähigen bedauernswerten Opfer der gestrengen Universitätsjustitia- die Hen fersmahlzeit einnahmen. Gies ** Der G Biesbadener Ter preis geftiftet. ** Der Gr D. Cullman Normann, Rom ben Major à Kreisschulinspe hullehrer Eif Das =[ Man muß sich zu helfen wissen.] In Reinickendorf bei Berlin soll ein Schmuckplaß mit einem Spring. brunnen geschaffen werden. Die Gemeinde selbst hat aber kein Geld dafür übrig, so daß ein Komitee Samm lungen einzuleiten beschloß. Da indessen wenig Aussicht borhanden ist, die erforderliche Summe, mehr als 10 000 Mart, durch freiwillige Beiträge zusammenzubringen, so famen, nach Mitteilung eines Berliner Blattes, einige Herren des Komitees auf einen rettenden Gedanken. Eie lauften ein Los der preußischen Klassenlotterie, mit dessen Hilfe sie nun das erforderliche Geld für Reinickendorf gewinnen wollen. An Zuversicht fehlt es den Herren nicht. Vielleicht hat sie das Beispiel eines glücklichen Spielers ermutigt, das in Freiburg i. B. jetzt ungeheu res Aussehen hervorgerufen hat. Bei einem dortigen Bankkommissionsgeschäft erschien ein dem Chef des Hau jes bekannter Mann und erklärte, ihm habe in der bergangenen Nacht geträumt, der folgende Tag werde für ihn ein besonders glücklicher sein. Und in der Tat, schon frühmorgens sei ihm das Glück in Gestalt von mehreren vermißten Gegenständen erschienen. Nun wolle er noch ein Los kaufen, der Geschäftsmann solle es ihm aber auf Kredit geben. Dies wurde zugesagt, und ber Mann erstand daraufhin ein Türkenlos, da dann auch richtig mit 600 000 Francs herausgekom. men ist. (!)[ Eine Zeitung ohne Text.] Der in Fellin( russische Ostseeprovinzen) erscheinende ,, Anzeiger" bringt an der Epize seiner Ausgabe für den 24. April folgende bemer fenswerte Bekanntmachung: Da der am 16. April nach Riga zur Zensur beförderte, für die gestern fällig gewe sene Nummer des ,, Anzeigers" bestimmte Text bis heute, Freitag, den 24. April, früh, nicht in unsere Hände gelangt ist, so sehen wir uns genötigt, unsere Leser zu ersuchen, die Tertlosigkeit des Blattes freundlichst entschuldigen zu wollen." Eehr neu können die Neuig keiten, die der Felliner Anzeiger" schon am 16. April für seine Nummer vom 23. April bereit halten mußte, am 23. nicht mehr gewesen sein; das mag sich die Zensurbehörde in Riga wohl selbst gesagt haben, deshalb schickte sie die Sachen. erst gar nicht mehr zurück. :::[ König Flaumbart.] Alfons XIII. von Spanien be tommt jezt einen Schnurrbart. Flugs hat die spanische Regierung neue Münzen in Umlauf gesetzt, auf denen der leichte Flaum, der die Oberlippe des jungen Königs beschattet, deutlich zu sehen ist. Die früheren Münzen, die man dort besaß, auf denen der König bartlos dargestellt war, waren im Lande sehr kritisiert worden, da dieses Bild des fleinen Königs", wie man ihn gern nennt, dem spanischen Charakter, der sehr auf die ,, Männlichkeit" sieht, wenig entsprach. ]:[ Eisenbahner- Humor.] In den schwedisch- norwegi schen und dänischen Eisenbahnerkreisen ist augenblid lich der„, reisende Hut" eine große Berühmtheit. Au einer schwedischen Eisenbahnstrecke verlor vor einiger Zeit ein Mann seinen Hut. Der Name des Mannes war nicht zu ermitteln, der Hut aber hat alle Aussicht bekannt und berühmt zu werden. Ein Streckenbeamter brachte den Fund zur nächsten Station; hier aber konnt man den Eigentümer nicht finden, vermerkte diese Tat sache auf einem dem Hut angehängten Zettel und sandte ihn zur Nachbarstation. Hier ergings dem Fund genas so, der Hut wanderte ständig weiter, von jeder Station mit einem Zettel geziert, der, oft in poetischer Form Kunde gab von dem Unbekanntsein des Eigentümers Der Hut durchreiste auf diese Weise ganz Schweden, dann Norwegen und kam nach Dänemark. Die Aussich ten für die Auffindung des Besizers werden immer geringer, nichtsdestoweniger gibt man die Hoffnung nicht auf und plant daher, den Hut auch noch weiter nad Deutschland gehen zu lassen. Der ursprünglich gewiß sehi schöne Hut leidet unter den Reisestrapazen recht sehr, ge winnt dafür aber in den Proben köstlicher Eisenbahner Poesie wieder an unvergänglichem Werte. [ Opiumraucher in Frankreich.] Auf die gefahrdro. henden Fortschritte, die die aus China gebrachte Ge wohnheit des Opiumrauchens in Frankreich macht, lenti der französische Marinearzt Dr. Brunet die Aufmerk jamfeit. Seit etwa 15 Jahren haben sich die Opiumrauch zimmer in Toulon und Marseille ständig vermehrt. Die Beamten, Offiziere und Soldaten aus Indochina waren bie ersten Kunden, andere sind aus Neugierde gefolgt Der Opiumraucher ist wie der Morphiumesser Prose sytenmacher. Er empfängt bei sich zu Hause, erleichtert die Zusammenfünfte und weiht seine Bekannten gern ein. Er ist nicht nur glücklich, mit Leuten zusammen zukommen, die seinen Geschmack teilen, er ermutigt fit auch, sich dem Opiumgenuß hinzugeben, reißt die Zo gernden mit sich fort, zieht Unwissende an sich und macht Novizen. Es wird sogar berichtet, daß man auc in manchem anständigen Hause jezt Opium ,, in der Familie" raucht, und nach dem Mittagessen gibt di Dame des Hauses ihren Gästen das Zeichen, in das Rauchzimmer zu gehen, wo der Hausherr die Pfeifen vorbereitet. Dann rauchen Damen und Herren bis zu Morgenröte ihre Opiumpfeifen und trinken Tee dabei Man ladet sich ein, abends zum Rauchen einiger Pfeifen zu kommen, wie man zu einer Tasse Tee einladet Und die Frauen sind dabei ebenso eifrig wie die Män ner. Das wäre die gelbe Gefahr" in einer anderen Form, und eine Schußliga gegen das Opium wäre toch gerechtfertigter als die Liga gegen den Mißbrauc ses Tabaks. - Einen guten Fang machte die Gothaer Polizei in einer dortigen Herberge. Es gelang ihr, den von Berlin aus eifrig gesuchten angeblichen Optiker Paul Gunsch aut Mariendorf, der als das Haupt der großen Diebesband Voltmann und Genossen gilt, die in letzter Zeit zahlreiche Einbrüche in Berlin und den Vororten ausgeführt hat dingfest zu machen. a. Bekanntmachu Bamberger, unbekannten nachmittage 5 Rechner Rarl nannt. Ronfu bem Gerichte über die Beibe anderen Verwa bigerant fuffes ber Ronfursor 20. Mai 1903 ber angemelde Bormittags 9 anberaumi gehörige Sad fchuldig find, au berabfolg legt, von der für welche fi Anspruch neh Mai 1903 ** De prachtigen M hinaus ins berein feir günftigen W Ueber KleinMitglieder n Rrufe gemüt Möhl'ich Bahn nach derten nach fein Ausflugs bei gemütlich Auch in and cin reges Le Boltsfest, d gung bot Klein Li Stadt, furz, Wetter übera A Da forps fchreit Jägerbataillo ift.- Dam binfällig gen De Bundes Deu Jnnungen fin Str Erdreichs du der letzten ftattgefunden Wafferwerts Beschädigung voraussichtli daß es fich unbedeutend Fällen s zu tragen Die Benu Wahrnehmun Gefahr verbu ** In 6 Lärm und U in Bernichtu Grabite nlag und dadurch ** Di tag ihre übl Euler, die Stimmung bei einander. regiffeur ** M njembles, fe tommenden Sahneidermei wiffen, daß furze Beit,& muntere Stü für feinen A ** In Stapelle des Leitung ihres fhönen Wetter finden, und h wählten Progra baran wird m Frühjahr, gang Füße find noch einigermaßen Q TOT r. Die Edmen utrotes Geman et Echarfrighte Borderwagen tojchten wurde Igten auf eine die für die a bebauernswert ia- die ge In Reinidende einem Sprin inde felbft Komitee Cam wenig Aussi mehr als 100 mmenzubringe er Blattes, eini 1 Gedanken. tterie, mit dej ür Reinidend es den Herr eines glüdlid 3. jezt ungeb einem dortig Chef des S m habe in ende Tag we Und in der in Gestalt t enen. Nun m smann folle De zugejagt, Türkenlos, d Sherausgeton Fellin( ruffisch bringt an de folgende bemer 16. April nat ern fällig gems Text bis heute unsere Händ t, unsere Lei tes freundlic nnen die Neui on am 16. Ap it halten mußte s mag sich d gt haben, deshal ehr zurüd. bon Spanien be hat die spmische esetzt, auf denen 3 jungen König üheren Münzer, König barily ritisiert worde wie man ih er sehr auf di vedisch- norwegi ist augenblid erühmtheit. Ar or vor einige ne des Manne at alle Aussi Streckenbeamte hier aber tonn merkte diese Ta Zettel und fand dem Fund gen on jeder Stati psetischer Form Des Eigentümer ganz Schwede art. Die Ausi S werden imm Die Hoffnung ni noch weiter nad inglich gewiß feh zen recht sehr, go cher Eisenbahner te. uf die gefahrdro na gebrachte eich macht, lent et die Aufmer die Opiumraud g vermehrt. Di Indochina ware eugierde gefol hiumesser Br Hause, erleichte Beuten zusamme 1, er ermutigt en, reißt die ende an sich Bekannten ger et, daß man am Opium, in& ttageffen gibt di Zeichen, in d Sherr die Pfeif Herren bis rinten Tee bab en einiger Pfeif fe Tee einlade frig wie die Mi in einer ander das Opium w en den Mißbrn Bothaer Polizei Jr, den von Ber r Paul Gunsch au roßen Diebesban Bter Zeit zahlrei en ausgeführt ha Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, am 2. Mai 1903. ** Der Großherzog hat das Protektorat über das Biesbadener Tennis Wettspiel übernommen und einen Ehrenpreis geftiftet. ** Der Großherzog empfing am 2. Mai den Oberst a. D. Cullmann von Gießen, den Oberstleutnant Frhrn. v. Normann, Kommandeur des Gendarmeriedistrikts Rheinhessen, ben Major à la suite des Gendarmerie- Korps Schmidt, den Kreisschulinspektor Kleinschmidt von Gießen, den Volks Schullehrer Eifert von Gießen. ** Das Amtsgericht Grünberg hat folgende Bekanntmachung erlassen: Ueber das Vermögen des Jafob Bamberger, Direktor, zu Müde bei Merlau wohnhaft, 3. 8. unbekannten Aufenthalts, wird heute, am 28. April 1903, nachmittags 5 Uhr, das Stontursverfahren eröffnet. Der Rechner Karl in Grünberg wird zum Konkursverwalter ernannt. Ronfursforderungen sind bis zum 9. Juni 1903 bei bem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu bigerausschusses und eintretenden Fals über die in§ 120 ber Konfursordnung bezeichnenden Gegenstände auf Mittwoch, 20. Mai 1903, nachmittags 3 30 Uhr, und zur Prüfung ber angemeldeten Forderungen auf Samstag, 20. Juni 1903, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Bieht hinaus beim Morgengrauen, Will das Thal Wenn des Sommers drückende size sich erst ein Mal bemerkbar macht, dann sind unsere nahen Sommer- Etablisse ments gern gesuchte Ruhepläge, um unter schattigem Lindenbaum sich am fühlen Naß zu erquicken. Besizwechsel] Herr Messerschmied Schwan verkaufte vorgestern sein in der Marktstraße gelegenes Haus für 26 500 Mark an Herrn Schirmmacher Sack. Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Lollar, 29. April. Der Spar- und Vorschuß berein erzielte im verflossenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 2466 Mt., so daß eine Herabseßung des Bins fußes auf Hypotheken beabsichtigt ist. Die aufgenommenen Stagitalien belaufen sich auf 318 132 Mt., die ausgeliehenen auf rund 319 000 Mt. Die Zahl der Mitglieder stieg von 59 auf 63. K. Großen Linden. Unsere Gem inde und mit ihr der Nachbarort Allendorf a Lahn haben am letzten Freitag ihren Seelsorger, Harn Pfarrer Schönhals durch den Tod verloren. U.ber 23 Jahre wirfte der ehrwürdige Geist liche mit großem Segen in feinen zwei, anvert auten Gemeinden. Wer die Freundlichkeit verbunden mit einer strengen Gewissenhaftigkeit und einem seltsamen Rechtsgefühl dieses unvergeßlichen Seelsorgers erfahren durfte, wird ihm ein bleibendes Andenken jederzeit zu bewahren wissen. Die Be** Eine rothe Fahne flatterte am Morgen des 1. Mai auf einem der höchsten Punkte der Königsteiner Ruine luftig im Winde. Gegen 8 Uhr wurde das Banner der Revolution von Obrigkeitswegen entfernt. Standesamt- Nachrichten der Stadt Sießen. Aufgebotene. 26. April. Bernhard Albert Ferdinand Kasten, Musiklehrer dahier, mit Johanna Magdalene Kasper dahier. Konrad Pfeiffer, Bahnarbeiter dahier mit Johanna Hedwig Nickel dahier. 28. Hinrich Feyh, Sergeant dahier mit Auguste Büchler in Wersau. Heinrich Wilke, Fuhrmann bahier mit Emma Feuser in Krofborf. Karl Theodor Johann Appel, Fuhrunternehmer dahier mit Anna Luise Wilhelmine Heuser in Burg bei Herborn. 29. Ludwig Reins hardt, Mühlenbefizer ins Bernsburg mit Anna Marie Bertha Heppner dabier. 30. Wilhelm Hamel, Installateur dahier mit Anna Maria Seufert dah er. 1. Mai. Jean Schmidt, Fuhr. mann dahier mit Katharina Heizenröder dahier. Ludwig Müller, Bichtreiber dahier mit Elisabethe Pfeiffer dahier. Ludwig Wilhelm Eich, Schneidermeister dahier mit Christina Müller dahier. Friedrich Schweizer, Postillon in Lüzelinden mit Karoline Simon dahier. Friedrich Eberth, praft. Arzt dahier mit Thella Louise Emma Müller dahier Eheschließungen. 25. April. Johann Leonhard Dörflein, Küfer und Wirt dahier mit Karoline Fleischhauer bahter. Franz JoAllen Personen, welche eine zur Konfursmasseerdigung fand gestern Sonntag Nachmittag hier statt. Fast seph Roth, Referendär in Karlsruhe mit Berta Hartmann gehörige Sache in Besiz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig find, wird aufgegeben, nichts an den Gemeins huldner zu verabfolg' n oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konfureverwalter bis zum 20. Mai Mai 1903 Anzeige zu machen. Der gestrige Sonntag hatte sich in falten prächtigen Maiwetter gezeigt, das tausende von Ausflüglern hinaus ins Freie loďte. So fonnte gestern der Turnberein seinen schon verschiedene Sonntage wegen un günstigen Wetters verschobenen Familien- Ausflug antreten. leber Klein- Linden ging es nach Heuchelheim, wo sich die Mitglieder nebst zahlreich eingefundenen Gäſten bei Gastwirt Rruse gemütliche Stunden bereiteten. Auch die Schüler der Möhl'schen Tanzschule hatten einen Ausflug per Bahn nach Windhof unternommen. Viele Ausflügler wanderten nach Wiesed. So hatte der Bither Club sein Ausflugsziel bei Gastwirt Schneider gewählt, um dort bei gemütlichem Tanze fröhliche Stunden zu verbringen. Auch in anderen Vergnügungslokalen von Wiese zeigte sich cin reges Leben. Auf der Liebigshöhe war ein großes Volksfest, das für jung und alt Unterhaltung und Belusti gung bot. Lollar, mit Staufenberg und auch Klein Linden sah manchen Spaziergänger aus der Stadt, turz, der gestrige Sonntag hatte bei dem schönen Better überall reichlich Amüsement und Freude gebracht. A Das Generalfommando des 18. Armeeforps schreibt uns, daß ihm von der Errichtung eines Jägerbataillons im Bereiche des 18. Armeekorps nichts bekannt ist. Damit sind also alle Bewerbungen um die Garnison hinfällig geworden. * Der 17. Hessische Bezirtstag des Bundes Deutscher Barbier, Friseur- und BerrückenmacherJnnungen findet am 8. Juni in Marburg statt. Straßenrohrbrüche. Infolge Lockerung des Erdreichs durch Ausführung der Sielbauarbeiten haben in der letzten Woche verschiedene Gas- und Wasserrohrbrüche stattgefunden, welche durch das Personal des Gas- und Wasserwerks in Kürze beseitigt wurden. Da sich solche Beschädigungen während der Ausführung der Sielbauarbeiten voraussichtlich wiederholen werden, weisen wir darauf hin, daß es sich immer empfi hlt, bei Auftreten von auch ganz unbedeutend erscheinenden Gasentweichungen in allen Fällen sofort für Lüftung der Räume Sorge zu tragen und dem Gaswerk Nachricht zu geben. Die Benutzung von Licht von unberufener Seite bei Wahrnehmung von Gasgeruch ist unter allen Umständen mit Gefahr verbunden und daher davor zu warnen. ** In der Nacht vom Sonntag auf Montag ist großer Lärm und Unfug in der Grünbergerstraße vorgekommen und in Vernichtungs put ausgeartet. Rohe Hände haben im Grabsteinlager des Herrn Hewel Denkmäler umgeworfen und dadurch zwei Stück start beschädigt. ** Die„ 50er" Gießen hatten am letzten Samstag ihre übliche Monats- Busammenkunft in der Gastwirtschaft Euler, die leider nur schwach besucht war. Bei fröhlicher Stimmung und im lebhaften Gespräche hielten sie sich lange bei einander. ** Morgen Dienstag Abend hat Herr Oberregisseur Bruck, der Leiter des Elbirger OverettenEnsembles, sein Benefiz; er tritt in dem zur Aufführung tommenden Mikado als Oberscharfrichter und ehemaliger Schneidermeister Kofo auf. Die hiesigen Theaterfreunde wissen, daß Herr Bruck bemüht gewesen ist, uns für die kurze Zeit, da die Elbinger hier gastieren, recht heitere und muntere Stücke zu geben. Wir wünschen ihm darum auch für seinen Abend ein recht volles Haus. In Steins Garten fonzertierte gestern die Kapelle des 116. Infanterie- Regiments, unter versönlicher Leitung ihres Mufifdirektors Herrn Krauße. Bei dem schönen Wetter konnte das Konzert bereits im Freien stattfinden, und hätte der Besuch bei dem besonders gut gewählten Programm ein besserer sein können. Die Schuld daran wird man wohl der wanderlust des Menschen im Frühjahr, ganz besonders im Mai zuzuschreiben haben. Die Füße sind noch frisch nach der langen Ruhe und wem es einigermaßen an Zeit nicht fehlt: alle seine Kollegen aus dem Dekanat Gießen waren herbei gekommen, um Abs hied zu nehmen für immer von ihm und zur letzten Ruhestätte ihn zu gleiten. Nicht allein seine Kollegen, nein der ganze D.t schloß sich dem Tauerzuge an und am Grabe waren es Orts- und Kicchvorstand, Gesangverein und Kollegen, die dem Entschlafenen herzliche Worte der dankbaren Erinnerung nachriefen. Wie sehr man den v.rstors nen Pfarrer Schönhals auch auswärts ehrte, zeigte ein Beileidstelegramm einer Gemeinde im Odenwald, wo er vor 40 Jahren einmal amtiert hatte. Er ruhe nun aus von seiner Arbeit, möge ihm die Erde leicht sin. A Wißmar, 3. Mai. Ein junger Bursche von hier' welcher auf dem Hüttenwerk zu Lollar beschäftigt ist, hatte sich das Bergnügen erlaubt mit einem Teshing in den Wald zu gehen. Er wurde am heutigen Morgen von unserem Gemeindeförster im Walde angetroffen. Auf wiederholtes Anrufen des Waldhüters soll er das Gewehr nicht niedergelegt haben, sondern sogar dasselbe angelegt haben, um auf den Förster zu schießen. In demselben Moment hat aber der Förster ihm eine Schrotladung in die Beine versetzt und sich so des Burschen bemächtigt. Das Schießwerkzeug wurde dem Dierförst.r zu Krofdorf übermittelt und wird die Sache für den Burschen einen unangenehmen Ausgang nehmen. Von anderer Seite wird uns das Retontre in folgender Weise geschildert: Früh nach 4 Uhr ist der Jagbpächter Schöneweis aus Hagen mit dem Förster nach dem Wald gegangen, um Jagd auf Rehböcke zu machen. Auf einer Anhöhe erblickten sie zwei Bauernburschen, wovon der eine in den Wald hinein ging zum Treiben, der andere mit dem Gewehr aus dem Anstand blieb. Der Förster forderte den letteren sechsmal auf, das Gewehr niederzulegen, und als der Betreffende noch nicht gehorchte, erhielt er eine Schrotladung in die Beine, sodaß er hinstürzte. Der Förster blieb bei dem Angeschoss nen, und Herr Schöneweis holte den Gendarmen von Wißmar, der den Verhafteten mit Hilfe eines Karrens dann nach dem Orte zurückbrachte. Das Gewehr, welches natürlich beschlagnahmt wurde, ist ein alt& Infanteriegewehr, das in drei Teile zerlegbar ist. r. Rodheim a. d. B., 3. Mai. Am heutigen Nahmittage fonnte die außerordentliche Generalversammlung der gemeinsamen Octsfranfenfasse für den Sparkassenbezirk Rod. heim auf dem hiesigen Rathaus abgehalten werden. Nach erfolgter Rechnungsablage wurden auch einige Statutenveränderungen betreffs Erhöhung des ortsüblichen Tagelohns und des Krankengeldes vorgenommen. Ihren 102. Geburtstag feiert in Oberbiber bei Neuwied heute Frau Hannchen Maier in förperlicher und geistiger Rüstigkeit. Die ausständigen Maurer in Mainz haben alle Thore der Stadt, die Straßenbrücke und die Ueberfahrt stelle der Trajeftschiffe sowie die Landungsstellen der Dampfboote mit Strifeposten besetzt, um Zuzug fernzuhalten. Nah dem„ Mainzer Journal" beabsichtigen die Bauunternehmer vorerst nicht, sich um Ersaz für die ausgesperrten Maurer umzus hen. Schwere Gewitter brachte der 1. Mai in verschiedenen Gegenden des ehemaligen Kurfürstenthums, besonders in Niederhessen. In Hofgeismar shlug der Bliß in das Dach des Kirchthurms und zündete. Doch fonnte das Feuer rasch gelöscht werden. Ebenso schlug der Blitz in die Kirche zu Ostheim, jedoch ohne zu zünden. In Wellerode wurde der 24jährige Sohn eines Landwirts auf dem Felde vom Bliz erschlagen. *** Kassel, 3. Mai. Das Schwurgericht verurteilte den 29 Jahre alten, bisher unbestraften Kaufmann und früheren Lokomotivführer Heinrich Messerschmidt von hier wegen vorfäßlicher Brandstiftung und betrügerischen Bankerotis zu 4 Jahren und 3 Monaten Buchthaus und 6 Jahre Ehrverlust. Messerschmidt hatte hier eine Geschäst übernommen, die Waaren, um seine Gläubiger zu benachteiligen, unter dem Selbstkostenpreis verschleißt und schließlich im Laden ein Feuer gelegt, um die hohe Versicherungssumme zu schlucken. Niederhessen, 3. Mai. Nach den„ N. T." wurde in der Nähe von Hohenrhein die Leiche eines Mannes aus Elz gelandet, deren Sezirung ergab, daß der Gelandete erschlagen und dann in die Lahn geworfen ist. Wie das ,, Lahnst. Tgbl." ferner mitteilt, wurde bereits ein des Mordes verdächtiger Mann aus Elz verhaftet. Keil in Nieder- Dhmen. Heinrich Prang, Dachdecker dahier dahier. Johannes Knobeloch, Sergeant dahier mit Katharina mit Anna Müller, genannt Jost, dah er. 27. Richard Elias Cohn, Kaufmann in Dresd.n mit Rosa Weiß nforn dahier. Sufmann, genannt Sally Rothschild, Kaufmann in Kassel mt Dora Rosenthal dahier. 28. Philipp Jakob Race, Bäpfer dahier mit Marie Juliane Muhl dahier. 1. Mai. Johann Carl Eduard Ludwig Schönhut, Kaufmann in Haarlem, in den Niederlanden, mit Anna Marie Euler dahier. Geborene. 21. April. Dem Versicherungsbeamten Hermann Friedrich Wilhelm Stazz eine Tochter, Susanna Johanna Franziska Katharina. 22. Dem Käfermeister Julius Wellhöfer ein Sohn, Karl. 23. Dem Buchhändler Andreas Karl Braun eine Tochter, Katharine Anna Karolina. 24. Dem Wagenmister Heinrich Keil ein Sohn, W.ihelm Rudolf. 25. Dem Taglöhner Reinhold Winter ein Sohn, Reinhold. 26. Dem Universitätsprofessor Dr. Friedrich Wilhelm Pfeiffer ein Sohn, Hans Joachim Eugen. 27. Dem Vorarbeiter Wilhelm Bayer eine Tochter, Marie. 28. Dem Ingenieur Peter Thome ein Sohn, Waldemar Karl Hans Heinrich. Gestorbene. 25 April. Ernst Heinrich Helmers, 57 Jahre 5 Monate a't, Stationskassenrendant dahier. Heinrich Hermann, 61 Jahre 1 Monat alt, Pflegling in der Provinzialfiechenanſtalt dahier. 27. Heinrich Balser, Bahnarbeiter dahier, 52 Jahre 2 Monate alt. Johanna Rühl, geborene Ferber, Ehefrau des Rentners Cristian Rühl, 58 Jahre 9 Monate alt. Wilhelmine Brandes, geborene Müller, 61 Jihre 4 Monate alt, Witwe des Maschinentechnikers Karl Brandes. 29. Elisabeth Christine Walpurga Rödel, 9 Monate 13 Tage alt, Tochter des Fuhrknechts Michael Rödel. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, den 1. Mai 1903. Es wird vorgeführt der Knecht Karl P. von Gießen. Die Anflage legt ihm Unterschlagung und Diebstahl zur Last. Wegen des ersteren Vergehens erhält er eine Gefäng nisstrafe von 2 Wochen, welche durch die Untersuchunge haft verbüßt ist. Wegen Diebstahl wird er, mangels genügenden Beweises freigesprochen. Der Fuhrmann Johann Emil L. aus Londorf erhält wegen eines in Daubringen begangenen Hausfriedensbruchs 25 Mt. Geldstrafe. Der Taglöhner Heinrich M. Daubringen und der Fabrifarbeiter Heinrich D. von da, haben sich wegen Beleidigung und Körperverlegung zu verantworten. Das Urteil lautet gegen M. auf Geldstrafen von 40 Mt. und 25 Mt. und gegen D. auf eine Geldstrafe von 20 Mt. Auch wird der Beleidigten, Frau Kraushaar, die Befugniß zugesprochen, das Urteil an der Ortstafel zu Daubringen anzuschlagen. Die Vitus G. Ehefrau in Gießen hat einer anderen Frau, die erstere nicht in der Waschküche dulden wollte, einen Eimer an den Kopf geschlagen, sodaß eine blutende Wunde entstand. Frau G. erhält eine Geldstrafe von 25 Mart.- Der Technifer Johannes Sch. aus Chemniz hatte sich bereits in 1901 der Bechprellerei schuldig gemacht und wir erst vor Kurzem in Straßburg zu ermitteln. Obwohl er bereits er heute mit 30 Mt. Geldstrafe davon. Das Gericht zog zweimal mit Gefängnis wegen Betrugs vorbestraft ist, kommt mildernd in Betracht, daß die Gefängnisstrafen schon einige Jahre zurückliegen und der Angeklagte heute die Zechschuld berichtigt hat. Marktbericht. * Buzbach, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete Butter per Pfd. 1.10-0.00 Mt., Käse per Pfd. 42-45 Pfg., Gier 1 Stück 6 Pfg. Weylar, 29. April. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Butter 1.00 Mt., Eier 2 Stüd 11 Bfg. Schlachthaus Gießen. Heute u. Morgen: gesalz. Ochsenfleisch 40 Pfg. Rindfleisch 56 Pig. Der Verlauf des Fleisches findet während der Marftzet in der großen Schlachtviehhalle ftatt. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, borm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Wegen Aufgabe des Geschäfts Contentia. ( Wohlthätigkeits- Verein.) stelle von heute ab mein ganzes Lager in Sonntag, den 10. Mai, von Nachmittags 32 Uhr an Stahlwaren, Schusswaffen und munition zum - Ausverkauf bei bedeutend herabgesetten Preisen. Georg Schwan, Messerschmied Gießen. Marktstraße. Freifinniger Verein. Ausserordentliche Generalversammlung am Dienstag den 5. Mai, abends 9 Uhr pünktlich Erstes großes Sommerfest im Saale der Restauration Feidel( Bavaria) auf der ,, Schönen Aussicht". Alles Nähere durch die Plakate. Samstag, Sonntag und Montag Großes Preisschießen. Montag Abend 9 Uhr: Breisverteilung. Die Preise sind im Vereinslokal ,, Schöne Aussicht" ausgestellt. Der Vorstand. Wirtschafts- Webernahme. Einem verehrlichen Publikum, sowie meiner werten Nachbarschaft zur Kenntnis, daß ich das Restaurant Tannhäuser Frankfurterstraße fäuflich erworben habe. Es wird mein Bestreben sein, durch Verabreichung guter Speisen und Getränke alle mich beehrenden Gäfte zu befriedigen. Zum Ausschant kommt das beliebte Göbel's Bier, Niedershausen. G Hochachtungsvoll Johann Georg Kraft. Giessener Stadttheater. Dienstag, den 5. Mai 1903. Zum Benefiz für Herrn Siegfried Bruck, Der Mikado. G 030909 Achtung! Dienstag, den 5. Mai d. Js. bin ich morgens zu Gießen auf dem Brand ROLAND HAMBURG? ROLAND. HAMBURG? Darmstädter Pferde- Lose à 1 Mk. 11 Stück 10 Mark Listen u. Porto 20 Pig. mehr. Ziehung 13 Mai empfiehlt die Haupt- Agen'ur Rich. Buchacker Giessen, Neue- Bäue II Heinrich Kraushaar Mäusburg 7. Gießen Mäusburg 7. mit einer großen Sendung feinsten Spinat, das Pfund Ecke Wagengasse Ecke Wagengasse 5-15 Pfg., frischen Kopfsalat, Stüd 10 Pfg., feinste vollfleischige Pflaumen, das Pfund 20 Pfg. und frischen zarten Spargel, das Pfund 50 Pfg. Christian Klein aus Altenkirchen. Markt 7 Fritz Eccarius Mark 7 empfiehlt: ( Wilhelm Orbig Nachfolger) von Mr. 0.50 bis mr. 3.50 Küchenlampen Stehlampen Hängelampen Beste absolute Chaisenlaternen, PetroleumPATENT unter Garantie. empfiehlt Flaschenbier hell und dunkel jedes Quantum fret ins Haus. Richard Buchacker. II. WohlthätigkeitsGeld- Lotterie d.Strassb.- Neud.Arbeiterheims Ziehung sicher am 20. Juni 2490Geldgew 41000 zus.: M. Hauptgw.M. 15000 1 Gew. M. 15 000 1 á 6000 3 á 1000 M. 000 3000 " 1 23 Gew zus. 4500 " bun 200 bis 400 5000 " " " 7500 " " mr. 40. - von* 2.00 bis Mr. 80.sichere Sturmlaternen. echte Motard terzen. 2060 Baar ohne Abzug auszahlbar. LIM., 11L.10M.Port. u. List.25Pf. Nachnahme teurer, empfiehlt:| J.Stürmer, Strassbg. E. General- DebitLangestr.107. Ph Weiler. W. Semmler, Flechtenkranke, trockne, nässer de Schuppenflechten und das mit diesem Uebel verbundene, so unerträglich lästige " Hautjucken" heilt unter Garantie gesucht. am Kanzleiberg. Tages Ordnung: Reichstagswahlen, bezw. Aufstellung eines Kandidaten. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Ein Schweizer Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10 Kochlehrfräulein per sofort gesucht. Ange= bote Junter Chiffre 1500 an die Erp. d. Bl. erbeten. Braves Mädchen für Küche und Hausarbeit gesucht. H. Selbst, Marktstr. 10 Gießen. Ordentl. Dienstmädchen gesucht. J. Kaan Gießen, Kr uzplatz. Alleinst. Mädchen o. Frau er hält ein Zimmer geg. Verrichtung einig. Hausarbeit. Bismarckstrake 17. Der Vorstand. Bekanntmachung. Die am 10. Februar 1. Je. angeordnete Sperre der Wallthorstraße, zwischen Wetstein- und Hundsgasse, wird hiermit aufgehoben. Gießen, am 2. Mai 1903. Großh. Bolizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. In der Zeit vom 25. April bis 2. Mai 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 gold. Manschettenknopf, 1 Sattelunterlage und 1 Kinder- Leiterwägelchen. verloren: 1 Bierzipfel und 1 Vorstecknadel mit Hirschkrone. Entlaufen ist: 1 kleiner gelber Hund( Rehpinscher). uche einen schreibgestände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen wandten geweckten Jungen für mein Bureau. Gießen, Albin Klein, Neuenweg 28. Lehrling für größeres faufmännisches Stomptoir am Blaße gesucht. Selbstgeschriebene Offerten beliebe man unter 4111 an zu machen. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Reinhardsquelles Haaſenſtein& Bogler A. G. für Nieren- Blasen u. Harnleiden. Annoncen- Erp. Gießen gelangen lassen. Herrlichste Gebirgslage, auch für Nichtkranke zur Ausspüluns Tapezierer- Lehrling der Nieren und Blase, sowie zur Abtreibung überschüssigen Harn sucht bei sofortiger guter Ver- fäure geeignet. gütung Adolf Noll, Gießen, Grünbergerstr. 3a Zu vermieten: Städt. Wohnungsnachweis Gießen. Gartenstraße 2, 3iminer Nr. 14. Angebot: 19 Wohnungen von 2 bis 7 Zimmern 2 möbl. Wohnungen. Nachfrage: 7 Wohnungen von 1-5 Zimmern. 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