Str. 258 bonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in'e Haus gebracht 60 Bfg., burch die Post bezogen viertel. fährlich Mr. 1.50. Bratt@ beilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, bft- nub Gartenban, sowie die Gießener Selfenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Dienstag, den 3. November 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jufertisnopref 8 Die einspaltige Betitzeile für Gießen wie gang Oberhessen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Big. forft 16 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 98. Ferssprechanfchink Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Betr. Herbstkontrollversammlungen. Bei den diesjährigen Herbst- KontrollversammIngen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gießen gehörigen: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve. ( Kleiner Dienstanzug: Müße, Waffenrock oder Ueberrock, Achselstücke, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Witterung Baletot); 2. Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppenteile und der Ersazbehörden Entlassenen aller Waffen; 3. Diejenigen, der Landwehr 1. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollversammlung zugeht. Die Ersaßreservisten haben bei den Herbstkontrollverfemmmlungen nicht zu erscheinen. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit be kontrollpflichtigen anzutreten haben. A. zu Gießen im Hofe der alten Kaserne am Brand fur die Bewohner von Annerod, Allendorf a. d. Lahn, ten- Buseck, Beuern, Burkhardsfelden, Gießen mit SchiffenGerg und Herrnwald, Großen- Buseck, Großen Linden, Heuchelheim, Klein- Linden, Lang- Göns, Leihgestern, Oppenrod, ödger, Trohe, Waßenborn und Steinberg, Hausen, Wieseck, uund zwar: Am 6. November 1903: 1. Appell vormittags 9 Uhr. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den ahren 1896 und 1897 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den fahren 1898 und 1899 eingetreten sind. Am 7. November 1903: 1. Appell vormittags 9 Uhr. E. Zu Grünberg. Am 11. Novbr. 1903, vormitt. 9 Uhr 15 Min., am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von Allertshausen, Beltershain, Berdrod, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Ober- und Untere Biegelhütte, Laßmühle Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauischen Papiermühle, Lauter mit der Arzmühle, Bingmühle, GeorgenHammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reizenmühle und Ziegelhütte, Lumda( Groß- und Klein), Odenhausen mit Appenbörner Hof, Dueckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollenbach, Beitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer- Hof, Winnerod. Befreiungsgesuche sind bis längsens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege( durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei, bezw. bei Bramten durch die vorgesehte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Hotfalle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Bigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere( Pak mit eingeklebter Kriegsbeordnung und Führungszeugnis) müssen zur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolllages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesek. Gießen, den 20. Oftober 1903. Großherzogliches Bezirks- Kommando Gießen. v. Mosch, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. Bekanntmachung. Die am 9. September 1. Is. angeordnete Sperre des Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Seltersweg, zwischen Kreuzplaß und Plockstraße, wird hiermit aufgehoben. ahrem 1900, 1901 und 1902 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr. Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der zbehörden entlassenen Mannschaften der Infanterie, sovote sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, TelegraphenLuftschiffertruppen. Am 9. November, vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten des Trains( einschließlich Aranenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehilfen, Defonomiehandwerker und Marine- Mannschaften, fowie zur Disposition der Truppenteile und Ersatz- Behörden emilaffenen Mannschaften aller Waffen, ausschließlich Infanterie und die durch besondere Gestellungsbefehle dazu befohlenen hrleute. B. zu Lollar. Am 9. November 1903, nachmittags 2½ Uhr, an dem Bahnhof, die Bewohner von Andorf a. d. Lda., Climbach, Daubringen mit Heibertshousen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda. C. Zu Hungen. Am 16. Novbr. 1903, vormittags 9 Uhr 15 Min., an der Post, Für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, LangsDorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit RingelsSausen, Rodheim mit Hof Gras, Röthges, Steinheim, TraisHorloff, Utphe, Villingen. D. Zu Lich. Am 10. November 1903, nachmittags 3 Uhr, in der Amtsgerichtsstraße, Für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf- Gill, Eberstadt mit Arnsburg, EttingsSausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher Sof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Muschenheim mit Hof- Güll, Nieder- Bessingen, Ober- Bessingen, OberHörgern, Steinbach. Gießen, den 2. November 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Wetsteinstraße und die Wetsteingasse, zwischen dem Gäßchen Auf der Bach" und der Kirchstraße, werden wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 2. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Die Wiesbadener Kaiferzufammenkunft. Es ist nur natürlich, daß die vom Zaren ausdrücklich gewünschte Zusammenkunft mit dem Deutschen Kaiser, die im Beisein der beiden auswärtigen Minister morgen( Mittwoch) in Wiesbaden stattfindet, allenthalben das größte Interesse erregt. Ueber die politische Bedeutung dieser Entrevue schreibt uns unser CB- Mitarbeiter: Haben solche Monarchenunterhaltungen heute auch nicht mehr annähernd dieselbe Bedeutung wie früher, so sind sie doch andererseits feineswegs zu unterschätzen. Wie das mündliche Verfahren in allen Dingen das rationellste ist, so hat es sich immer ganz besonders bewährt, wenn große Fragen zur Erörterung standen, die eine rein papierene Unterhandlung niemals ganz erschöpfen könnte. Die Wiesbadener Entrevue fällt aber in reich bewegte Zeitläufte. Unten auf dem Balkan hat Rußland mit Desterreich- Ungarn zusammen interveniert, und bei den Beziehungen, die den Sultan persönlich mit Kaiser Wilhelm verbinden, ist es nur begreiflich, daß die Mürzsteger Erörterungen noch nachträglich auch mit dem Deutschen Kaiser besprochen werden. Unsere Haltung in der Balkanfrage ist eine rein forrekte und objektive gewesen. Verleumderische Ausstreuungen der englischen Presse, als hetze Deutschland den Sultan gegen die Note der beiden Großmächte auf, haben nicht vermocht, das Bild zu trüben, weil sie eben gar so durchsichtig waren. Nur um eine Besprechung kann es sich hier handeln, da das Programm beider Kaiser ein flares ist, und neue Komplikationen sich in letter Zeit nicht ergeben haben. Auch über die ostasiatische Politik wird man lebbaft zu sprechen baben. Deutschland, das sich Jeinen Platz an der Sonne erworben und während der chinesischen Wirren bewiesen hat, daß es gewillt ist, ihn festzuhalten, darf bei ausgreifenden Maßnahmen im fernen Osten nicht mehr übersehen werden. Darum ist es nur natürlich, daß sich der weiße 3ar erst bei Deutschland rückversichert, ehe er da drüben am Stillen Ozean starke Aktionen unternimmt. Weiter wird man vermutlich die Beziehungen zwischen Peterhof und dem Quirinal erörtern, ein Punkt, der Deutschland immerhin nicht gleichgültig sein kann. Auch werden über die Friedensfrage und die Haager Konferenz Meinungen ausgetauscht werden, zumal es heißt, daß die Einberufung einer neuen Friedenssitung kurz vor der Tür steht, und die Einführung von weiteren Schiedsgerichtsverträgen im Sinne des franzöſiſch- engliſchen nur noch eine Frage der Zeit iſt. Und schließlich wird auch der neue deutsch- russische Handelsvertrag in großen Zügen durchgesprochen werden, was aus der Anwesenheit der Grafen Lambsdorff und Bülow schon zur Ge nüge hervorgeht. Es wäre töricht, der Wiesbadener Entrevue eine ganz besondere Bedeutung beizumessen, aber es wäre ebenso töricht, ihre wirkliche Bedeutung herabzusetzen. Wenn die uns feindlich gesinnte Auslandspresse in der Monarchenzusammenkunft, die einen fast improvisierten Charakter trägt. ein weiteres Symptom dafür erblickt, daß sich die beiden Kaiserreiche einander auf Kosten des alten Dreibundes und des neueren Zweibundes bedenklich näherten, so ist das selbstverständlich nur Konjekturalpolitik, die auf allerhand seichtem Geröll erbaut ist. Die gemeinsamen Interessen der beiden großen Reiche, die persönliche Freundschaft ihrer Monarchen und ihre über jeden Zweifel erhabene Friedensliebe,- das find Momente genug, Motive für eine solche Zusammenkunft zu bieten. Man hätte es wirklich nicht nötig, aus aller Welt Schutt herbeizutragen, um ihn als efle Waffe gegen das verhaßte Deutschland zu verwenden. Wer nur einigermaßen Bescheid weiß über die Stimmung in der hohen Politik, wird nicht zweifeln können, daß die Wiesbadener Konferenz nur inen weiteren Stein bedeutet an dem Gebäude, das den Frieden der Welt trägt. Die Politik. + Der Abwechselung halber kriselt es einmal wieder im französischen Kabinett. Combes soll amtsmüde sein. Die legten Abstimmungen in der Kammer haben ihn angeblich davon überzeugt, daß er sich auf die republikanische Mehrheit der Kammer nicht mehr mit Zuversicht verlassen könne. Sowohl die sozialistischen Redner in der Angelegenheit der Arbeitsbörse, wie die Haltung der demokratischen Linken im Senat in der Militärschulunterrichtsfrage haben ihn stark berschnupft. Auch der Polizeipräfekt Lepine wackelt. Das Resultat der Untersuchung in Sachen der ArbeitsbörsenTumultuanten ist für die Polizeiagenten sehr ungünstig ausgefallen. Mehrere Zeugen haben schwer belastende Aussagen über die Brutalität der Polizei abgegeben. Und da in ministeriis immer der Vorgesetzte mit den Untergebenen mitbüßen muß, so darf man das Scheiden Lepines füglich wohl erwarten. Mit der eben eingetroffenen Bestätigung des Gerüchts von der Ermordung des Gouverneurs von Asir( Wilajet Yemen), ussuf Pascha, durch eingeborene Araber gewinnt die Lage in Arabien ein bedrohliches Aussehen. Offenbar handelt es sich um eine tiefgehende und umfassende Bewegung der arabischen Bevölkerung gegen die türkische Herrschaft. Das ergibt sich auch aus der weiteren Meldung, daß außer dem Gouverneur auch der in Asir weilende Generalstabschef des 7. Armeekorps, Achmed Pascha, sowie einige Offiziere und Beamte ermordet worden sind. Außerdem wurde der größte Teil des Bataillons, welches die Besatzung des Regierungsgebäudes bildete, aufgerieben. Weitere Einzelheiten fehlen noch, da die Telegraphenlinie zerstört ist. Erst nach dem Eintreffen dieser näheren Nachrichten wird man ein völlig sicheres Urteil über die Tragweite dieser Ereignisse gewinnen können. Indessen genügen schon die jetzt vorliegenden Nachrichten, um eine größere militärische Aktion der Türkei und einen Bürgerkrieg wahr. scheinlich zu machen. Für die Türkei ist die Sache um se weniger erfreulich, als die mazedonische Bewegung noch lange nicht vollständig erloschen ist. Zusammenstöße mil den türksichen Truppen finden noch immer tagtäglich statt. Gegenüber wie alljährlich so auch diesmal um dieſe Zeit auftauchenden unbestimmten Gerüchten über eine Kriegs rüstung Menelifs-- diesmal sollte es am Weißen Nil(?) gegen England gehen ist zu konstatieren, daß der Regus in jedem Jahre eine Art Kontrollversammlung über seine Truppen abhält, und daran Uebungen schließt, um ihre Kriegsbereitschaft zu erproben. Daß zufälligerweise ab und zu von dieser Sammlung weg ein Streifzug gegen unbot näßige Nachbarn unternommen wurde, berechtigt noch keines vegs zu dem Schlusse, daß auch in diesem Jahre die Muste offensiv friegerischen Zweck hat. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 6. Verhandlungstag.) RK Berlin, 2. November. Die Spannung im Auditorium hat in der zweitägigen Pause, die zwischen der letzten Verhandlung und ihrer heutigen Fortsetzung lag, nicht nachgelassen, sondern sich im Gegenteil noch atzentuiert. Satte man doch am Freitag Schi Mehrfach Noch ertönten Rufe ber Bewunderung bon ben Hafen von Man eingelaufen sein, denn selbst die Jacht des od niemals wohl mochte ein ähnliches Fahrzeug in den Gouverneurs hielt feinen Vergleich mit der des Mr. müde wurde, neugierig nach all den tausend Kleinen berkehr entfernten Insel giltigkeiten gehören, aber hier auf der von zu fragen, welche in London zu den alltäglichsten GleichDingen ganzen Reiz der Neuheit allem Welthatten. Den Hause zurud Frau Kedwar sprach lebhaft den genug zu rühmen, wie schön die Tochter und wie würdig Magnus begleitete Frau Redwar und Erse nach ihrem und wußte nicht den Oghams Gäste auf sie gemacht hattigen Eindruck aus, abgefeuert wird. spannender Moment, wenn von Bord aus eint Torpedo sie gibt den winzigen Kleinod untersucht. Dann arbeitet die Dampfluftpumpe, nist, alle haben mit Liebe und Aufmerksamkeit das teure Es ist ein Kommandant, Maat, MaschiBropellern Die gesehen, daß auch die Verteidigung starke Trümpfe in Händen hält, und war begierig, wie die Partie sich weiter entwickeln würde. Man war denn auch nicht weiter überrascht, daß es gleich zu Anfang der Sizung zu einem neuen Vorstoß der Verteidigung kam. Justizrat Wronker beantragt die Vernehmung eines im Zuschauerraum anwesenden Herrn v. Blumenthal, der bekunden soll, daß das angeklagte gräfliche Ehepaar in Montreux nach allem, was er selbst beobachtet habe, in innigem und herzlichem Verkehr miteinander gestanden habe. Ferner beantragt er die Vorladung eines Agenten Liß aus Posen, der bekunden soll, daß er die Unterschrift des Grafen Hector Kwilecki unter einem Schriftstück gesehen habe, in welchem dieser sich verpflichtet habe, dem Agenten Michelski 30 000 Mark zu zahlen, sobald die Gräfin Isabella der Kindesunterschiebung für schuldig befunden werde. Er wolle mit diesem Antrage keineswegs die Glaubwürdigkeit des Grafen Hector anzweifeln, halte aber in der Flut der täglich ihm massenhaft zugehenden Zuschriften diejenige, die diese Tatsachen mitteilt, für wichtig, da dadurch mindestens bewiesen würde, mit welchen Behauptungen sich in dieser Prozeßangelegenheit manche Leute, die bei den Ermittelungen tätig waren, brüsten. Daß solche Behauptungen auf andere Zeugen einen Eindruck hervorrufen können, sei zweifellos. Erster Staatsanwalt Steinbrecht: Es sei zwar eine alte Erfahrung, daß in einem solchen Prozeß Leute sich als wichtig aufspielen, um auf Kosten des Fiskus eine Reise nach Berlin zu machen und sich hier einige Tage aufzuhalten. Er widerspreche aber dem Antrage des Verteidigers nicht, damit dieser Punkt ganz aufgeklärt werde. Graf Hector wil ecki erklärt auf Befragen hierzu, daß er ein solches Schriftstück nicht unterzeichnet habe und nichts davon wisse. „ Gleiche Brüder, gleiche Kappen." Der Graf habe den Winter im Süden zugebracht, sie zu sich kommen lassen, und da habe sich ein so inniger Verkehr entwickelt, wie noch nie zuvor. Er habe sich auch aus dem Augenschein überzeugt, daß die Gräfin das Aussehen einer Frau hatte, die guter Hoffnung war. Daran lasse sich nicht tippen. Die große Spanne Zeit, 16 Jahre, die zwischen den letzten Geburten liege, erklärt der Zeuge für keine Seltenheit. Seltener dagegen sei es schon, daß eine Frau in diesem Alter noch gebäre, aber es komme doch vor. Das Alter der Gräfin und die Befundungen der Wäscherin Czibulka müssen immerhin einige Bedenken erregen. Daß die Gräfin ihn zur Entbindung nach Berlin rufen würde, habe er nicht für Ernst gehalten. Als er telegraphisch berufen worden sei, habe er aber natürlich sofort Folge geleistet. Justizrat Wronker macht ferner darauf aufmerksam, daß der kleine Graf nach der Behauptung einer Zeugin eine Aehnlichkeit mit der Graf Bninskischen Familie und insbesondere mit dem Grafen Carl Bninski habe. Letzterer sei an Gerichtsstelle erschienen, und er bitte, im geeigneten Momente eine Konfrontation des Knaben mit dem Grafen Carl Bninski herbeizuführen. Schließlich behält sich der Verteidiger vor, nach der Genesung der Frau Weichensteller Cäcilie Meyer sich die Frage beantworten zu lassen, woher es kommt, daß der kleine Graf und der ältere Sohn der Frau Meyer, als sie am Freitag hier im Saale dem Gerichtshofe und den Geschworenen präsentiert wurden, die gleiche Kleidung trugen, wer der Frau Weichensteller Meyer das Geld gegeben, ihr Kind so elegant zu kleiden, und wer die Anordnung getroffen hat, daß beide Knaben ganz gleich gefleidet würden. Nach einigen kurzen weiteren Vernehmungen von Entlastungszeugen kommt es bei dem nächsten, Briefträger Josef Pawlick, zu einem heftigen Konfliki zwischen diesem und der Hebamme Ossowska. Der„ Säufer". Die verweigerte Untersuchung. Brovi 4. November Bunft 1 зи Miller zu Gi dem Haufe Li Emeistraßenmeifter * Herr Pr warme Anerkennung. Er nennt in seinem, vor turzeni erschienenen Buche Mens sana in corpore sano" den Paradeschritt aus physiologischem Gesichtspunkte eine der besten Uebungen, die Kraft der Beine zu stärken, und ein treffliches Mittel, manche Uebertreibungen unserer Gym. nastik wieder gut zu machen. Er macht den italienischen Behörden den Vorwurf, die Technik des Marsches und die schwerde des Methoden, die Leiſtungs- und Widerstandskraft der Beine zu stärken, allzusehr vernachlässigt zu haben. Er empfiehlt, den deutschen Parademarsch im Heere einzuführen, umſomehr, als die Italiener leider von allen Europäern die für. ember tm zesten Beine hätten. Die Niederlage der Franzosen 1870 Darmstadt einen führt Mosso wesentlich auf ihre unvollkommene physische Erziehung zurück; Sedan ist ihm gewissermaßen der Triumph der deutschen Beine, ein beherzigenswertes Bei spiel, daß Schnelligkeit und Ausdauer im Marschieren eine unerläßliche Bedingung des militärischen Erfolges sind Er habe die Gräfin im Bett angetroffen, sie war blaß, angegriffen, heiser, klagte über Halsschmerzen, Mattigkeit u. s. w. und sagte ihm auf seine Frage, daß das Kind 5 Uhr morgens geboren worden sei und die Entbindung ohne besondere Nebenumstände von statten gegangen sei. Er have zunächst festgestellt, daß die Temperatur und der Puls bei der Frau Gräfin normal waren. Eine nähere Untersuchung habe hm diese verweigert und gesagt: alle Wochenbetten seien bei ihr glatt vor sich gegangen und sie vertraue auch diesmal ihrer fräftigen Konstitution. Die Weigerung der Gräfin habe auf ihn einen peinlichen Eindruck gemacht. Er sei beflommenen Herzens nach dem Hinterzimmer gegangen und habe das Kind gesehen, das ihm durch seine Schönheit aufgefallen sei. Er sei dann zur Gräfin zurückgekehrt und habe ihr, sn wieder eine Unterhaltung über den Geburtsakt anzufnüpfen, gesagt: das Kind sehe ja so blau aus; ob es vielleicht scheintot zur Welt gekommen sei? Darauf habe ihm die Frau v. Moszczewska, die anwesend war, gesagt, die Hebamme habe das Kind zweimal geschlagen. Auf seine Frage, ob sie das gesehen habe, habe die Dame geantwortet: Aber natürlich, ich bin ja bei der Geburt zugegen gewesen. Diese vollständige ruhige und verständige Antwort einer Dame, die selbst Mutter, Frau eines Rittergutsbesitzers und Trägerin eines hochgeachteten Namens sei, habe alle Bedenken bei ihm zerstreut, und er habe sich beinahe geschämt, daß er Zweifel an der Richtigkeit der Entbindung gehabt habe. Pawlick hat nach seinen Wahrnehmungen keinen Zweifel daran gehabt, daß die Gräfin sich in anderen Umständen befände. Seine eigene Frau sei 14 Tage vor der Gräfin entbunden worden und zwar von der angeklagten Hebamme Ossowska. Letztere sei einmal bei seiner Frau zu spät gekommen, und als seine Frau ihr darüber Vorwürfe gemacht, habe sie gesagt: sie habe auf dem Schlosse zu tun gehabt; die Frau Gräfin werde auch in einiger Zeit niederkommen. - Auf Vorhalt bestreitet die Angeklagte Ossowska sehr lebhaft die lettere Behauptung, während der Zeuge dabei bleibt. Die Angeklagte Ossowska beendet diesen Widerspruch mit der Bemerkung:„ Ach, der Zeuge ist ja ein Säufer!" Sie behauptet, daß sie vor der angeblichen Entbindung der Gräfin und auch unmittelbar nach derselben nicht zu der Gräfin auf das Schloß gegangen sei, sondern erst später mit dem Massieren begonnen habe. Justizrat Wronker ſtellt durch Befragen fest, daß der Zeuge, den die Angeklagte hier als„ Säufer" verschreie, seit 20 Jahren im Reichspostdienst stehe und sich stets gur geführt habe, daß er von niemand beeinflußt worden und Vater von acht Kindern sei, so daß er sich ein Urteil über die hier zur Debatte stehende Frage des körperlichen Zustandes der Gräfin wohl gestatten könne. Ein Knäuel von Widersprüchen. Zwei Verdächtige. Außer der Frau v. Moszczewska sei nur Frau v. Koszorowska anwesend gewesen, gleichfalls die Trägerin eines hoch angesehenen Namens, die mit der Gräfin befreundet und schon einige Tage bei ihr gewesen sei. Schon die Anwesenheit dieser Damen habe in ihm die Ueberzeugung geweckt, daß alles in Ordnung sei, weil er nicht annehmen konnte, daß Damen in dieser Stellung sich an irgend etwas beteiligen könnten, was nicht korrekt sei. Daß die Gräfin sich nicht habe untersuchen lassen wollen, sei sehr wohl auf ihre krankhafte Abneigung, sich von ihm oder einem anderen Arzt untersuchen zu lassen, zurückzuführen. Sie habe dies mit vielen anderen Frauen gemein. Das Aussehen des Kindes biete keine Veranlassung zu dem Schlusse, daß es nicht ein neugeborenes war. Staatsanwalt Dr. Müller macht zum Schluß die Geschworenen darauf aufmerksam, daß Frau v. Moszewska und Frau b. Koszorowska zu den Personen gehören, gegen die das Verfahren noch fortgesetzt wird. Der Förster Cz elinski hat bis vor sechs Jahren in Wroblewo im Dienst des angeklagten Grafen gestanden. Er erinnert sich eines Gespräches mit dem vorigen Zeugen, in welchem dieser ihm gerade gesagt habe, er habe die Gräfin ganz schlank gesehen und von einer Veränderung ihrer körperlichen Erscheinung nichts bemerkt. Der Zeuge Pawlik vermag diesen Widerspruch nicht aufzuklären. Er erkläri schließlich auf Vorhalt des Vertreters der Staatsanwaltschaft, daß er eines Tages, als er die Gräfin im Schlafrocke gesehen, nichts auffälliges an ihr bemerkt habe, daß ihm aber ein anderes Mal eine körperliche Veränderung an ihr aufgefallen sei. Der Zeuge Czelinski sagt auf Befragen der Verteidigung ferner aus: Er habe seinerzeit an die Schwangerschaft der Gräfin geglaubt und einmal der Angetlagten Ossowska gesagt, daß sich die Gräfin doch gewiß sehr freuen würde, wenn sie noch Mutter eines Jungen wer den würde. Da habe die Ossowska ihm gesagt:„ Glauben Sie denn an die ganze Geschichte? Die Gräfin läßt mid immer aufs Schloß kommen, ich sehe aber nicht, daß sie in gesegneten Umständen ist; die Gräfin will den Leuten nur einreden, daß dies der Fall ist."- Die Angeklagte Ossowska bestreitet, daß sie mit dem Zeugen in dieser Weise von der Gräfin gesprochen habe und behauptet, der Zeuge habe gelogen. Einen Grund für diese Behauptung kann sie nicht recht angeben. Sie meint nur, sie könne ja nicht wissen, ob der Zeuge nicht bestochen sei; denn sie habe gehört, daß Leute vorhanden seien, die die Zeugen be stechen. Aus dem Gerichtsfaal. Vortra anfcaltet am 6dalbau einen Priegerbereine Basel. Thema Das Buch ist im übrigen eine Hymne auf die deutschen Ein gehören, eingel richtungen und Bestrebungen für körperliche Bildung; ohne Bilder unterstü die kritische Stellung gegen Einzelheiten aufzugeben, und ohne die Leistungen anderer Nationen des Altertums und der Gegenwart außer acht zu lassen, nennt sie Mosso vor bildlich. Nah und Fern. Für H Dafibern von Hu Tiare im Winter logan herum lau midot verursacht m nutreffend. pind, haben die Sträucher und Meiden, daß si nidot in den An Folgend Der Tod Mommsens hat eine wahre Flut von Bei leidskundgebungen aus aller Herren Länder hervorgerufen. An der Spize der Kondolierenden steht Kaiser Wilhelm, der in Worten wärmster Anerkennung die Bedeutung des Ent schlafenen würdigt. Auch der Reichskanzler, Kultusminister Dr. Studt und Frhr. v. Rheinbaben drückten der Witwe telegre geboten, auch i phisch ihre Teilnahme aus. Im Auslande wirkte die Todesnach rcht besonders lebhaft in Italien, mit dem Mommsen durch seine Forschung aufs engste verknüpft war. Auch in Frant reich läßt man Mommsen als Gelehrten volle Anerkennung widerfahren, doch kann man es sich nicht versagen, Seiten. hiebe auf seine Franzosenfeindschaft auszuteilen. § Wahlfälschungsprozesse. Der Gemeindevorsteher Leimrau in Damerau im Kreise Flatow wurde wegen Wahlfälschung, die er als Wahlvorsteher bei der Reichstagsstichwahl vorgenommen hatte, zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Die Beisiper Otto und Schliep erhielten je einen Monat Gefängnis. Wie es sich aus der Verhandlung ergab, hatten die Angeklagten, um die bereits fertig gestellte Liste nicht ändern zu müssen, ein geschlossenes Kuvert geöffnet, und einen darin enthaltenen antisemitischen Stimmzettel durch einen auf einen polnischen Kandidaten lautenden ersetzt. Vor der Straffammer des Kösliner Landgerichts fand unter großem Andrange des Publikums der Wahlfälschungsprozeß gegen die Rittergutsbesitzer Otto und Gustav Käding in Groß- Satspe statt, wo in der Reichstagsstichwahl für den freisinnigen Kandidaten Dr. Barth nur 15 Stimmen gezählt wurden, während etwa 40 Wähler beschwören wollen, für Dr. Parth gestimmt zu haben. Die Angeklagten bestreiten, irgend welche Fälschungen vorgenommen zu haben. Das Urteil lautete auf je 6 Wochen Gefängnis. Nachdem der Leutnant a. D. Gustav v. Blumenthal ausgesagt hat, daß zwischen dem gräflichen Ehepaar, mit dem er in Montreux zusammentraf, seiner Ansicht nach ein recht gutes Verhältnis geherrscht habe, verbreitet sich unter allgemeiner Spannung der Hausarzt Dr. Rosinski aus Wronke über seine Beobachtungen. Er kennt die Gräfin seit sehr langer Zeit. An afuten Krankheiten hat er sie nicht behandelt, dagegen verschiedene Male an verschiedenen chronischen Beschwerden, insbesondere gichtischer Natur. Bei all diesen Beschwerden habe ihm die Gräfin jedesmal die Untersuchung verweigert. Sie habe gewöhnlich gesagt:„ Ach, Sie werden mir auch ohne Untersuchung etwas verschreiben können!" Eines Tages, im Sommer 1896, habe ihm die Gräfin erklärt, daß sie sich in anderen Umständen befände. Eisenbahnzusammenstoß. Der Personenzug Kassel Volkmarshausen stieß gestern in Ober- Elsungen auf einen dort stehenden Personenzug, wahrscheinlich infolge des herr schenden Nebels. 8 Personen, teils vom Personal, teils von den Passagieren, wurden mehr oder weniger erheblich ver lezt. Beide Zugmaschinen wurden stark beschädigt. Eine ehrenvolle Auszeichnung ist dem Kapitän Christian Kümpel, Führer des dem Norddeutschen Lloyd gehörigen Küstendampfers Davawangse", zu teil geworden. Kapitän Rümpel, ein geborener Hamburger, rettete im Januar cr. 96 Chinesen vom sicheren Tode des Ertrinkens. Für diese Tat ist Herrn Kümpel nunmehr vom Kaiser von China der doppelte Drachenorden 3. Klasse 2. Stufe verliehen wor den. Der deutsche Gesandte in Pefing, Erzellenz Mumm von Schwarzenberg, hat dem braven Manne aus diesem Anlasse ein Gratulationsschreiben zugehen lassen. der Gaudeamus Ich habe i In Halle u Ich hab' m In Jena un Ich hab' mi In Marbur In Tübinge Und Leipzig Und immer Daß Kulm Da bin ich 8u weitere Wo teine Dm ernste Und heute Und pfeif' Lollar, einer oberirdis Gemeindestraß bruch Norded b. 5." liegt be Weglar, * Brandkatastrophen. Aus Newyork kommt die Nachricht von zwei furchtbaren Brandkatastrophen. In einem großen Mietshause der elften Avenue brach ein Feuer aus, bei welchem 25 Personen, meist Italiener, ums Leben kamen und viele verletzt wurden. Bei einem weiteren Brande in Coney Island wurden 250 Holzhäuser durch Feuer zer stört. Zwei Personen sind tot, zwanzig verletzt. Im Vatikan brach in den Abendstunden in den Wohnräumen dakene Halfman des Bibliothekars Jeuer aus, das bald einen großen Um fang annahm. Der Dachstuhl brach nach kurzer Zeit zu sammen. Als es den Bediensteten des Vatikans nicht ge lang, des Feuers Herr zu werden, wurde die römische Feuerede geſtellt le Die Wiederbeseßung Mukdens durch die Russen bereitet den Chinesen sehr viele Kopfschmerzen. Sie haben sich nur im Datum geirrt, heißt es; sie haben eine Frist verpaẞt, darum hielten die Russen in Mukden ihren Einzug. Die Sache war so: Die Russen verwandten einen berüchtigten Briganten als Chef einer der irregulären Polizeitruppen, die sie in der Mandschurei bilden. Die Chinesen verlangten zu wiederholten Malen, daß dieser ihnen übergeben werde. Vor kurzem kamen die Russen diesem Verlangen nach. Der Brigant wurde von einem chinesischen Offizier ohne vorherige gerichtliche Untersuchung enthauptet. Daraufhin verlangten die Russen, daß dieser Offizier innerhalb 5 Tagen hingerichtet werde, widrigenfalls Mukden von ihnen besetzt werden würde. Das chinesische Auswärtige Amt erbot sich, den Offizier zu verbannen, und verhandelte noch darüber mit dem russischen Gesandten, als die Meldung einging, daß die angedrohte Besetzung Mukdens erfolgt sei. Lediglich ein Irrtum im Datum soll also Schuld daran sein. Darob ist natürlich tiefe Trauer. Andererseits werden jetzt die braven Chinesen selbst expansiv. Sie haben drei ihrer Kreuzer nach dem Valuflusse dirigiert und damit die Rechte Koreas verlegt. Der Zweck dieser Uebung ist noch nicht ersichtlich. Heer und flotte. Freitag voriger Der Behl. Ang mufen vergrabe Tahließlich doch Fürdet die Sekti lebt hat oder $ Qucdbor Beteiligung de Dureins statt; wehr gerufen. Alsbald eilten auch der Unterstaatssekretär des Innern Ronchetti, der Bürgermeister Fürst Colonna, höhere Polizeibeamte u. a. herbei; auch Staatssekretär Merry del Val und mehrere Prälaten fanden sich auf der Brand stätte ein. Im Vatikan herrschte große Besorgnis besonders wegen der Bücher und Manuskripte in den der Brandstätte nahe gelegenen Sälen. Um 11½ lihr war das Feuer gelöscht Die Beamten des Vatikans sprachen den italienischen Be- burg, Münster hörden levhaften Dank aus für das von ihnen befundete w. waren Interesse und für die von den Feuerwehrmannschaften ge= leistete Hilfe. Der angerichtete Schaden dürfte beträchtlich sein, doch bestätigt es sich, daß weder Schriftstücke noch Kunstwerke verloren sind. Der Papst war sofort von dem Brand unterrichtet worden. Im Anschluß hieran sei mitgeteilt, daß Papst Pius X. den Maler Lippary empfing, der ein von ihm gemaltes Bild des Papstes übergab. Der Papst be auftragte den Maler, drei Bilder von ihm anzufertigen, die Elegierung üb In Deutsch- Südwestafrika gefallen ist der Leutnant Walter Jobst, ein Sohn des in Eberswalde ansässigen Oberstleutnants a. D. Jobst. Nach einer bei den Angehörigen eingetroffenen Mitteilung des Oberkommandos der kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika ist Leutnant Jobst bei in Warmbad ausgebrochenen Unruhen im Kampfe geblieben. Der hoffnungsvolle junge Offizier, welcher seinerzeit an der Chinaexpedition mit teilgenommen hat, gehörte der deutschen Schutztruppe in Afrika erst seit etwa Jahresfrist an. Ein italienischer Physiolog als Lobredner des deutschen Parademarsches. Der deutsche, im Auslande und vielfach auch im Inlande so arg gelästerte Parademarsch, findet im Rahmen einer auf umfangreichem und gründlichem Wissen beruhenden Erörterung der förperlichen Erziehung von dem berühmten italienischen Physiologen Angelo Mosso für den deutschen Kaiser, den Kaiser von Desterreich und den Kaiser von Rußland bestimmt sind und demnächst durch besondere päpstliche Delegierte überbracht werden sollen. Automobilomnibusse im Riesengebirge werden vom nächsten Frühjahr ab von den Bahnstationen Pelsdorf nad Spindelmühle und Freiheit nach Großaupa- Peter ver Ankunft eines ieden Personenzuges zur Verfügung stehen. Falterlichen He Fahnenfchleife Lm 2 Uhr be traßen zum Begrüßung di meinrichs- Gie om Kaiſer Eberreichte. amens des fehren. Die 20- bis 22sißigen Kraftwagen sollen bei der Kriegserle Lokales. Gießen, 3. November 1903. Da der prach, fam er brigen Fourie Drittel der Ko bankdirektoriums Koch das Großkreuz des Philippsordens mahm aber fein Der Großherzog hat dem Präsidenten des Reichs Eruppen Mag verliehen. * Ernennung. Herr Petri aus Gießen ist zum Kgl. preuß. Bergassessor ernannt. ** 3weite Kammer. Der Bericht des 1. Aus schusses über die Regierungsvorlage, betreffend summarisch Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Staatsschulden verwaltung in den Rechnungsjahren 1894/95, 1895/96 und 1896/97, erstattet von Abg. Mödlinger, gipfelt in der Schlußantrag: Die zweite Kammer wolle die Verwaltung der Staatsschuld in der Rechnungsperiode 1894/97 für gerechtfertigt erklären und die Ergebnisse derselben 1. hin sichtlich der allgemeinen Staatsschuld mit einem am 1. Apri 1897 verbliebenen Passivbestande von 146 471 979,47 gegenüber einem Attivbestande von 8 399 472,24 Mf. dem nach mit einem Ueberschuß der Passiven von 138 072 507,23 Mark; 2. hinsichtlich der Staatsrentenablösungsschuld mit einem am 1. April 1897 verbliebenen Passivstande vo 4 860 988,09 Mt.; 3. hinsichtlich der Landeskulturrenter schuld mit einem am 1. April 1897 vorhandenen Aktivstande von 489,371,89 Mt. gegenüber einem Passivstande vor 470 910 Mt., demnach mit einem Ueberschuß der Aktiven von 18 461,89 Mf. als richtig anerkennen. Mehr trefflich. lten Thalersh Regelmäßig m und da er fein emittet. Bei Alls er wieder von der Wirti ung genommen Mange bei der er bon seinem und nach Bie Von Ve Bar fur Aube pie Feuertaufe pier und in tom 27. Mär rend diefer Bei bungen fanden Die Beziel Soldaten hatten Besonders zeigte marsche am 5. em, bot tut ore Bano puntte eine farfen, und Mariches * Provinzialausschuß. In der für morgen, dem 4. November, anberaumten Provinzialausschuß- Sizung füllt Bunkt 1 der Tagesordnung: Gesuch des Kaspar Miller zu Gießen um Erlaubnis zum Bitörausschank in dem Hause Lindenplatz 12 zu Gießen, sowie Punkt 4: Beschwerde des Georg Kreuder zu Nidda gegen den Freisstraßenmeister Krafft, aus. en unjeter den itali Detraft der en. Er e inzuführen Europäern Franzojen fommene ervijjerma rzigenswertes en Erfolgs Die deutide Herr Prof. Dr. Sauer- Gießen wird am 10. Vovember im Frauenverein der Johannesgemeinde in Darmstadt einen Vortrag halten über Ludwig Richter. Vortrag. Der Kriegerverein Gießen veranstaltet am Mittwoch abend halb 9 Uhr im Neuen Maritiem albau einen Vortrags- Abend, zu dem alle Gießner Kriegervereine die zur Kriegerkameradschaft Hassa" gehören, eingeladen sind. Den Vortrag, der durch Lichtbilder unterstützt wird, hält Herr K. Feldhaus aus Basel. Thema: Der Krieg der Zukunft. iche Bildung aufzugeben Des Altertums nnt sie Moi * Für Hunde besizer. Es ist eine bei den esizern von Hunden weit verbreitete Ansicht, daß sie ihre iere im Winter auf den Graspläßen und Beeten der AnLigen herum laufen lassen können, da Schaden hierdurch gre Flut bon nicht verursacht werde. Ein derartige Unterstellung ist jedoch der hervorgerzutreffend. Wie uns von fachmännischer Seite mitgeteilt aiser Wilhel ird, haben die von Hunden besudelten Wurzeln der Bäume, edeutung des Sträucher und sonstigen Gewächse bei Frostwetter derartig Kultusministe za leiden, daß sie oft ganz eingehen. Es ist daher dringend der Bitve teboten, auch im Winter dafür zu sorgen, daß die Hunde miht in den Anlagen umherlaufen Dirkte die Tod m Mommien r. Auch in Folgendes Bier- Bekenntnis entnehmen wir volle Anerkender Gaudeamus- Nummer der Lustigen Blätter: Ich habe in Bonn und in Breslau studiert, In Halle und Göttingen rumvegetiert, t versagen,& uteilen. erfonenzug Elfungen auf ch infolge des Personal, teil niger erhebli beschädigt. m Kapitän Ch en Lloyd ge geworden. tete im Janu trintens. Fir Kaiser von Stufe verlieh rzellenz Mu aus diesen f fommt die rophen. In rach ein Feuer a ums Leben la veiteren Brand durch Feuer berlegtDen Wohnra inen großen kurzer Zeit Batikans nid die römische Unterstaatsfeh Ich hab' mich in Würzburg umhergetrieben, In Jena und Kiel Salamander gerieben, Ich hab' mich in Rostock und Straßburg berauscht, In Marburg und Münster die Schilder vertauscht, In Tübingen, Freiburg, Heidelberg, Gießen Und Leipzig fonnt' ich mein Dasein genießen, Und immer auf's Neue hab' ich entdeckt, Daß Kulmbacher doch am besten mir schmeckt! Da bin ich in meinen reiferen Jahren zu weiterem Studium nach Kulmbach gefahren, To feine einzige Fakultät Dm ernsterem Studium im Wege steht, Und heute studier' ich in Kulmbach vom Faß Und pfeif' auf die Universitas! § Lollar, 1. Nov. Der Plan über die Errichtung iner oberirdischen Telegraphenlinie an der Nordecker Bemeindestraße und an dem Gemeindewege zum Steinbruch Nordeck der Firma„ Hessische Steinbrüche G. m. . H." liegt bei dem kaiserlichen Postamt in Lollar aus. Wezlar, 2. Nov. Die 21jährige Dienstmagd Magalene Halfmann von Wetzlar- Niedergirmes hatte am Freitag voriger Woche ein Kind geboren und dasselbe, wie ereßl. Anz." mitteilt, batd nachher in einem Düngeraufen vergraben. Auf Grund zwingender Beweise zur Rede gestellt leugnete sie anfangs hartnäckig, ließ sich aber hließlich doch zum Geständnis herbei. Heute nachmittag indet die Sektion des Kindes statt, um festzustellen ob es ich auf der Belebt hat oder nicht. Besorgnis befor er Fürst Colo taatssekretär Den der Brand das Feuer gel en italienifden on ihnen beh hrmannidae dürfte iftitüde no ort von dem cran fei mit npfing, der ein 5. Der Vay 1 anzufertigen Defterreid und mnächst durd den follen. rgel werden i men Pelsdorf Baupa- Peter Jen follen bei Verfügung f Qucckborn, 3. Nov. Am Sonntag fand bei guter Beteiligung das 25jährige Stiftungsfest des Krieger. bereins statt; die benachbarten Kriegervereine Grünberg, Münster, Ettingshausen, Wetterfeld, Göbelnrod usw. waren durch Deputationen vertreten, um der feierlichen Ueberreichung der vom Kaiser gestifteten Fahrtenschleife und dem Stiftungsfest beizuwohnen. Em 2 Uhr bewegte sich der stattliche Zug durch die Straßen zum neuen Schulhaus, woselbst nach einer Begrüßung durch Herrn Jost, Herr Regierungsrat Dr. Heinrichs- Gießen die Glückwünsche der Großherzoglichen Regierung überbrachte und nach einer Ansprache die dom Kaiser dem Verein gewidmete Fahnenschleife überreichte. Der Vorsitzende des Kriegervereins sprach Ramens des Vereins den Dank für die Auszeichnung ( Schluß.) Da der Fourierschüße v. Bochum- Dolfs gut französisch prach, kam er doch rascher zu dem nächsten Quartier als die brigen Fouriere. Aus Versehen quortierte er jedoch ein Drittel der Kompagnie mit Verpflegung ein, obwohl die benten des lupen Magazinsverpflegung hatten. Die Bevölkerung November 190 Philipps aus Gießen icht des 1. aus, worauf Herr Pfarrer Franz über die Bedeutung und Entstehung der Kriegervereine sprach; mit dem beendigt und der Zug begab sich zum Lokal des Herrn Absingen der Nationalhymne war der feierliche Akt Görnert, wo Herr Ranft- Grünberg die Glückwünsche des Bezirksvereins Grünberg aussprach. Auf Anregung des Bezirksvereins Grünberg aussprach. Auf Anregung des Herrn Jost wurden an den Kaiser und an den Großherzog Dank- und Ergebenheitstelegramme abgesandt. Bei kameradschaftlicher, annimierter Unterhaltung und einem Ball schlug nur zu schnell für die auswärtigen Gäste die Abschiedsstunde. Nicht unerwähnt soll dem Fest in seinem Lokal den festlichen Anstrich zu bleiben, daß Herr Görnert sich alle Mühe gegeben um geben; Küche und Keller boten das Beste was nur zu bieten war. Der Verein kann mit Befriedigung auf das erste Vierteljahrhundert zurückblicken, möge er ferner wachsen, blühen und gedeihen! + Lich, 1. Nov. Ter älteste Einwohner unseres Städtchens Cristoph Schmidt feierte heute seinen 93. Geburtstag. errichtet, der eine Mälzerei und Wohnungen für BeDie Brauerei Jhring hat einen stattlichen Neubau dienstete umfaßt. ▷ Nieder- Gemünden, 30. Dft. Gestern fand hier im dem Vorsitze des Herrn Kreisrat Dr. Melior und des Herrn Södler'schen Saale die diesjährige Kreislehrerkonferenz unter Mathes erstattete den statistischen Bericht über die Schulen Kreisschulinspektor Mathes statt. Herr Kreisschulinspektor von 53 einflossig, 17 zweiklassig, 4 dreiklassig und 1 achtdes Kreises. In unserem Kreise bestehen 75 Schulen, woklassig sind. In 107 Klassen werden unterrichtet 6061 Schüler gegen 6047 im Vorjahre. Hierunter befinden sich 2978 Anaben und 3083 Mädchen. Von dieser Schülerzahl sind 5589 evang., 352 fathol. und 120 israel. Die Zahl der Fortbildungsschüler betrug im letzten Winter 902 gegen 944 im Vorjahre; davon sind 849 evangel. 40 fathol. und 13 israel. In 6 Gemeinden fand wegen zu geringer Schülerzahl keine Fortbildungsschule statt. An unseren Volksschulen wirken z. Rt. 105 Lehrkräfte, darunter eine weibliche; hiervon find 97 evangel, 6 fathol. und 2 israel. Auf der weiteren Tagesordnung standen zwei Vorträge. Der erste behandelte das Them:„ Der Gesangunterricht in der Volksschule", Referent Herr Lehrer Gompf von Bernsfeld. Der vortreffliche Vortrag fand allseitigen Beifall. Der zweite Vortrag:„ Einrichtung und Verwaltung der Schülerbibliotheken"." Referent Herr Lehrer Werner von Höingen war etne musterhafte Arbeit, die alseitige Zustimmung fand. + Marburg, 2. Nov. Der oberhessische Lehrerbund hielt am Sonnabend Nachmittag unter dem Vorsitz des Herrn A. Funk- Marburg seine diesjährige Herbstversammlung ab, zu der sich etwa 80 Teilnehmer eingefunden hatten. Herr Licentiat Schiele hielt einen Vortrag:„ Eindrücke und Anregungen vom zweiten Kunsterziehungstag". † Frankfurt, 2. Nov. Frau Ottilie Froißheim- Meßzer vom Stadttheater in Hamburg wird am Samstag in der Frankfurter Oper als„ Fides" in Meyerbeers" Prophet" gaftieren. () Mainz, 2. Nov. Das Grab des Raubmörders Detrois war gestern fortwährend von einer großen Menschen das Grab andauernd von" Unbekannten geschmückt, die menge umlagert. Wie das„ Mainz. Tagebl." hört, wird Schmückung aber immer wieder von der Polizei entfernt. [:] Darmstadt, 2. Nov. Die Abreise des Barenpaares wurde endgiltig auf Samstag, 7. Nov., festgesetzt. Der die längste Aufenthalt hat nahezu 6 Wochen gedauert Dauer, die er bis jeßt gehabt hat. Aus dem Gerichtssaal. - Straffammer. Gießen, 30. Oktober 1903. Taglöhner Theodor Kempf von Ober- Erlenbach erhielt von einem hiesigen Obsthändler, unter der falschen Angabe, er wolle ihm Obst besorgen, 3 Mt. Vorschuß. Da weder Obst eintraf noch der Vorschuß zurückbezahlt wurde, kam die Sache zur Anzeige, was zur Folge hatte, daß Angeilagter heute wegen Betrugs zu neun Monaten Gefängnis verurteilt wird. Der Handelsmann Israel Lorsch von Alsfeld ist wegen Betrugs unter Anklage gestellt. Er daten noch auf weite Strecken das Geleite gaben. Gefreiter Griegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870/71. Weeg, der Fourierdienste zu leisten hatte, wurde z. B. von seinem Quartiergeber bis zum nächsten Quartiere umsonst gefahren, und sein Wict blieb bei ihm, bis die Kompagnie am nächsten Tage dort Quartiere bezog. Noch beim Abmarsch wintte er ihm lange von einem Berge Abschiedsgrüße nach. Infolge der allmählichen Räumung Frankreichs wurde das Gießener Regiment Anfang Mai von dem Departement Haute Marne nach dein Departement Vosges verlegt. Am 10. Mai tam es nach Epinal, und vom 11.- 31. Mai lag die 7. Kompagnie in Lépagnes. Während dieser Zeit fiel dort ein Wolkenbruch, sodaß das enge Thal, in dem Lépagnes liegt, vollständig überschwemmt wurde. Hierbei rettete ein Soldat der 7. Kompagnie aus den Fluten ein Kind, das in seiner Wiege von dem Wasser fortgerissen war. Am Abend des 31. Mai fand, da am 1. Juni der Abmarsch erfolgte, Lohnungs- Appell statt. Da es an Metallgeld fehlte, so bekam jede Korporalschaft zwei 25- ThalerScheine. Am andern Tage fam Unteroffizier Krausfopf zu Feldwebel Bruchhäuser mit der Meldung, in der Nacht hätte ein Franzose seine beiden Scheine zerrissen. An dem einen Schein war in der Mitte ein Stück herausgerissen, am andern fehlten die vier Ecken. Seine Reflamationen halfen aber nichts, indem der Kompagniechef ihm mitteilte, daß er die Scheine ersetzen müsse. Schließlich fand sich ein Musketier 2. aus Affenheim, der Krauskopf die zerrissenen Scheine erset'n wollte, wenn dieser ihm 10 Gulden nachlasse. Gerne wurde ihm das gewährt, und L. konnte später wieder in Mannheim die beiden Scheine gegen 50 Thaler wieder einlösen, da wahrscheinlich die Nummern nicht verlegt waren. Wie sich später herausstellte, hatte Kraustopf die beiden Thalerscheine selbst am Abend in einer Wirtschaft zerrissen, mahan aber feinen Anstoß daran und bewirtete die Soldaten sehr trefflich. v. Bochum- Dolfs führte lange Zeit einen alten Thalerschein mit, den er bei der Bezahlung vorlegte. Begelmäßig wurde ihm aber sein Papiergeld zurückgewiesen, Lund da er fein Metallgeld besaß, wurde er überall umsonst Gewirtet. Bei Veudeuvre erging es ihm aber nicht so gut. effend fumm Als er wieder mit seinem Schein zahlte, wurde dieser ihm won der Wirtin zu seinem großen Leidwesen ruhig in Bahlung genommen. v. Bochum- Dolfs blieb übrigens nicht mehr Lange bei der Kompagnie. In Tonnauce les Moulins wurde rbon seinem Vater zur Fortsetzung seiner Studien reklamiert und nach Gießen entlassen. Der Staatsf 95, 1895/96 gipfelt in e die Verwal Obe 1894/97 berfelben 1. inem am 1. 5471 979,47 7138 072 507 72,24 lojungefchuld Paffioftande andes fulturrent benen Altiflor Baffioftande fuß ber affi Von Veudeuvre marschierte die 7. Kompagnie über Bar fur Aube, wo Kaiser Wilhelm in den Befreiungskriegen ie Feuertaufe empfangen hatte, nach Tonnauce les Moulins. Hier und in einigen Nachbardörfern lag die Kompagnie um 27. März bis zum 4. Mai in Standquartieren. Während dieser Zeit wurde viel exerziert und auch Felddienstbungen fanden statt. Die Beziehungen zwischen den Einwohnern und unsern Golfdaten hatten sich in Fonnance recht freundlich gestaltet. Besonders zeigte sich das gute Einvernehmen bei dem Ausmar sche am 5. Mai, indem noch einige Bewohner den Sol| hat eine Kuh, von der es sich später herausstellt, daß sie frank war, als gesund verkauft. Es erfolgt Freisprechung. Heimwege von einer Tanzbelustigung in Streit, in welchem Eine Anzahl Vilbeler Burschen gerieten auf dem Verlauf der 17jährige Adam Eckert dem Gärtner Jean Ackermann dortselbst ein Messer in das Herz stach, sodaß der Tod sofort eintrat. Wegen Körperverletzung mit tötlichem Erfolg wird der Angeklagte in eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren genommen. Litterarisches. vielfach im Mittelpunkte des öffentlichen Interesses. Die Steuer nach dem gemeinen Wert steht heute Bei dieser Sachlage ist es von großer Bedeutung, daß ein Mann des praktischen Lebens, der Berg- und Hüttendirektor Dr. Foehr, eine kleine Schrift geschrieben hat: ". Harrwiz Nachf., Friedrichstraße 16, Preis 50 Pfg.) „ Die Grundsteuer nach dem gemeinen Wert"( Berlin Neben den grundsätzlichen Ausführungen ist namentlich auch der Anhang:" Tatsachen und Antworten" be deutsam. Das Büchlein wird zweifellos viel dazu beitragen, eine Klärung über die so viel umkämpfte Frage herbeizuführen! Marktberichte. Steßen, 3. Novbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Bfb. 1.00-1.10 mt, Hühnereler 2 Stüd 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar MY. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mr. 1.30-1.80, Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Pfd. 58-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per fd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfs. 66-76 Bfa. Schweinefleisch gesalzen per fund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Bfa., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 5.00-5.50 mt., Rwiebeln per 3t. M. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mr. Milch per Liter 18 Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 2. November. Fruchtmarkt, G8 notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 16.35-16.40, furhessischer Mt. 16.40-16.50, norddeutsch. Mr. 16.40 b. 16.50, Kansas Mt. 17.75-18.-, Roggen, hiesiger Mt. 13.40 bis 13.50, russischer Mt. 14.25-14.50. Amerikaner Mt. 14.50 bis 14.75, Gerste, hiesige Mt. 15.25 bis 15.75, Pfälzer, Mr. 16.10 bis 16.25, fränkische Mt. 15 70, Riedgerſte Mr. 15.90 bis 16 25, unbeffischer Mr. 13.30-14 90, Württemberger Mt. garische Mt. 17.10-17.75. Hafer, hiesiger Mt. 13.25-14.25, furbis bayerischer Mt. 13.50-14.75, russischer Mr. 13.80-14.90, Mais Mixed Mt. 12.50-12-75, La Plata mr. 11.25-12.25, weißer Mais Mt. 13.50-13.75, russischer Mt. 12.50-12.75. Alles pro 100 Kilo ab hier. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 467 Ochsen, 54 Bullen, 721 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 206 Kälber, 483 Schafe und Hämmel, 1507 Schweine. Aus Desterreich 192 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausfun fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mr. 67 gemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 72-73, b) bis 60, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 62-65, d) gering genährte jeden Altecs Mt.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 66-68, b) mäßig genährte jüngere und Kühe gut genährte ältere Mr. 63-65, c) gering genährte Mk. und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 65-67, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 61-63, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 51-53, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.- Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-88 Pfg.( Lebendgewicht) 52-54 Bfg., b) mittlere Maft- und gute Saugtälber( Schlachtge= wich) 77-80 fg,( Lebendgewicht) 46-48 Pfg., c) geringe Saugfälber 61-63 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Pfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 68-70 Pfg., b) ältere Masthämmel 58-60 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 50-52 Pfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren ( Schlachtgewicht) 56 Pfg.,( Lebendgewicht) 44 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 55 Pfg.,( Lebendgewicht) 43 Pfg. c) gering entLebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 46-48 Pfg., funft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: 1bin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermaun, Städtisches Schlachthaus. Kuhfleisch 45 Pfg. Heute und morgen. um den Franzosen, die Papiergeld nicht wechseln oder in Bahlung nehmen wollten, zu zeigen, daß die Scheine auch in beschädigtem Zustande noch ihren vollen Wert hätten. Nach der endgültigen Unterzeichnung des Friedens fonnte unser Regiment endlich am 1. Juni den Rückmarsch nach der Grenze antreten. Am 5. Juni überschritt es unter den Klängen der Regimentsmusik die neue deutsche Grenze, und am 11. Juni tam es über die alte Grenze nicht weit von Weißenburg. Ueberall wurde es von den Bewohnern herzlich empfangen, besonders in Bergzabern. Am 17. hatte das Regiment in Mannheim einen Ruhetag, und am folgenden Tage betrat es bei Viernheim zum ersten Male wieder hessischen Boden. Am 19. Juni tam die 7. Kompagnie nach Alsbach, wo ihr ein sehr freundlicher Empfang bereitet wurde. Gesangvereine und die Schuljugend bildeten Spalier und geleiteten die Kompagnie nach dem Orte. Am 21. Juni fand auf dem Exerzierplaze bei Darmstadt die Parade der hessischen Division vor Sr. Königl. Hoheit Ludwig III. und der Einzug in die Landeshauptstadt statt. Das Gießener Regiment bezoy an diesem und am folgenden Tage in Bessungen und Umgegend Quartiere. Von hier aus wurden die Feldwebel nach Gießen gesandt, um die Entlassungspapiere vorzubereiten. Bei ihrer Ankunft in Gießen wurden sie schon auf dem Bahnhofe von Angehörigen, Freunden und Bekannten auf das Herzlichste empfangen. Das Regiment marschierte an den folgenden Tagen über Friedberg, Bugbach und hielt am 26. Juni seinen Einzug in seine Garnison Der Empfang in Gießen war überaus herzlich und freundlich. Die Soldaten wurden bei der Bürgerschaft einquartiert. Von der Stadt wurde jedem Unteroffizier und Soldaten ein Gulden ausgezahlt. Krieger- Verein Giessen. Berteigerung. Vortrag des Nichard Feldhaus aus Basel über das Thema: Der Krieg der Zukunft Mittwoch, den 4. November, abends 8 Uhr im Neuen Saalbau ( früher Steins Garten). Der Vortrag wird durch Vorführung zahlreicher Lichtbilder erleutert. Die Vereinsmitglieder nebst ihren Familien sowie die Mitglieder aller hiesigen, zur Kriegerkameradschaft Hassia gehörigen Vereine und ihre Familien werden hierdurch kameradschaftlichst eingeladen. Unsere Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, mit eigenem Instrumentarium und von der Privatpraxis vollständig getrennt, steht unter Leitung eines Assistenten und ist Wochentags von 1-3 Uhr unentgeltlich geöffnet. Glessen, Schwalm, Zahn- Arzt. Bahnhofstrasse 63.( an der Wieseckbrücke.) Der Vorstand. Gemüse-, ObstFleisch- u. FischConserven empfiehlt in tadellosen Qualitäten zu billigsten Preisen Ortsgewerbeverein Christian Wallenfels Gießen. Nächster Diskussionsabend Mittwoch, 4. November, im Restaurant Feidel. Gießen. Marktplatz 17. Telefon 262. Gegründet 1826. prompter Verſandt noch Guswärts Verdingung. Die Anfertigung und Lieferung von 10 Kanal Mittwoch, 4. Nov. 1. 3. Anzügen aus englischem Lederstoff, sowie von 6 Baar nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in dem Biefer'schen Kanal- Stiefeln soll im Wege des öffentlichen Angebots Saale: 2 Garnituren, mehrere vergeben werden, wozu Termin auf Sofas, Kommoden, Kleider: Samstag, den 7. November d. J. Vorm. 11 Uhr anberaumt wird. schränke, Konsole, 1 Trumeau mtt Spiegel, 1 Glasschrank, 1 goldn, Uhrkette, 1 ov. Tisch, 1 Registrierfaffe, eine Partie Schuhwaren, 2 Talmifetten, 1 goldn. Medailon, 2 Granatarmbänder, 3 Paar gold. Manschettenknöpfe, 5 Paar goldn. Ohrringe, 2 goldn. Halsketten, 1 Ballen Java- Kaffee, 1 Regu= lator u. v. a. Geifler, Gerichtsvollzieher. Gießen Schirme werden schnell und gut reparirt u. nenbe= zogen. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9 fetufter Medizinal empfiehlt Emil Fischach. Lebertran Schneider Besprechungen: Die Sterbefasse, Jahresbericht der Großherzogl. Rienenbonia Ertrafeiner empfiehlt sich in und außer dem Fabrikinspektionen 2c. Zu zahlreicher Beteiligung labet ein Der Vorstand. Gasthaus zum Löwen Giessen. Mittwoch, den 4. November 1903. EL Mezelsuppe. Von Vormittags 9 Uhr ab Wellfleisch mit Kraut. Es ladet höflichst ein Heinrich Carlé. 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Lieferungsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Amtszimmer zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeit punft an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen den 31. Oktober 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Aus der Friedrich Bücking'schen Stiftung sind für das Jahr 1903 an zehn bedürftige und würdige Be wohner Gießens, Familienhäupter oder einzeln stehende Personen Unterstüßungen zu vergeben und zwar zwei mit je 150 Mark und acht mit je 100 Mark. Bewerb ungen haben bis längstens 30. November ds. Js. bet dem städt. Armenamt, Neuenbäue Nr. 43 zu geschehen. Gießen, den 28. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Am 9. 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