häft a, eiter. beiten. hanstalt& laff& bom 1 chrieben. alt- Arbeite erkleidung. verlegen Bgl. 2c. phalt. unter Den Los 4. nter runter inden z Amt, Wilhelm ne Beichnungen Offerten mit enstag, den Eröffnungster niverfitäts dtarmen. von der Reife iessen wird auf dem Abbruch der m Winter ge rteneinfriedig tige Barzahl • Yus[ muh. user arterfir. 81 en Bartenwirt ung. Ausshant ier. er auf Beftell Wirt ünberg, nhofstr. 20 Stiefeln Zungen mit und obne inner, Frauen er Buficherung Nr. 232. Zweites Blatt. Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmitags. Samstag, den 3. Oktober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaletge Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Postzeitungsliste No. 3869. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. In Gemäßheit des Art. 23 des Volksschulgesets und der Bestimmung Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Schulangelegenheit n, vom 26. November 1901 bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Fortbildungsschule Montag, den 5. Oktober 1. J. im Stadtknabenschulhaus an der Nordanlage beginnt und vom genannten Tage an wöchentlich zweimal abgehalten wird. Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule entlassen wurden, sowie die Schüler der Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen, Realschulen und höheren Bürgerschulen, welche nach Ablauf des achten Schuljahres austreten ohne mindestens ein Jahr lang der Obertertia angehört zu haben und sich hier aufhalten. Es haben sich einzufinden: Montag, den 5. Oktober, namittage 2 Uhr: alle stulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die kaufmännische Fachschule besuchen, Schreiber, Schriftseßer, Buchbinder, Geometer, Photographen, Graveure, Lithographen, Mechanifer, Maler, Lackierer, Frieseure, Metzger, Kellner, Auslaufer, Gärtner. In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 2 bis 5 Uhr und Donnerstags von 2 bis 4 Uhr statt. Montag, den 5. Oktober, nachmittags 5 Nhr: alle schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbinder und alle sonstigen Bauhandwerker. In dieser Gruppe findet der Unterricht Montags von 5 bis 7 Uhr und Donnerstags von 4 bis 7 Uhr statt. Dienstag, den 6. Oktober, nachmittags 5 Uhr: alle schulpflichtigen Bäcker, Schneider, Schuhmacher, Sattler, Tapezierer, Wagner, Schmiede, Fabritarbeiter und alle übrigen Schulpflichtigen, deren Unterricht Dienstags von 5 bis 7 Uhr und Freitags von 4 bis 7 Uhr stattfindet. Außerdem haben diejenigen Schüler der Nachbargemeinden, welche abends in ihren Himatsort zurückkehren, aber zum Besuche der hiesigen Fortbildungsschule angemeldet worden sind, si Mittwoch, den 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Stadtknabenschulhaus einzufinden. Der Unterricht in dieser Klasse findet Mittwochs von 4 bis 6 Uhr und Samstags von 3 bis 6 Uhr statt. Unter Hinweis auf Art. 25 des Volksschulgesetes, wonach Lehrherrn, Dienstherrn und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der Fortbildungsschule nötige Zeit bei Meidung polizeilicher Strafen einzuräumen haben, ersuchen wir die Genannten sowie die beteiligten Eltern, Vormünder u. s. w. den Schulpflichtigen von vorstehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntnig zu geben. Gießen, den 28. September 1903. Für den Schulvorstand: Mecum Oberbürgermeister. Vermischtes. Hahn Reftor. [ Was kostet einem Kongreß die Bennkung des Reichstagsgebäudes?] Aus Anlaß des Kongresses des internationalen statistischen Instituts dürfte es interessant sein, festzustellen, was dem Kongresse die Benutzung des Reichstagsgebäudes fostet. Für Benutzung des Gebäudes, für Heizung und Beleuchtung haben die den Reichstag benutzenden Kongresse feine finanziellen Aufwendungen zu machen. Die Summe, die sie zu hinterlegen haben, beträgt bei einer Dauer von 8 Tagen nur 500 Mark, ein ziemlich billiges Vergnügen. Für diese Summe werden die für die Dauer der Tagung angestellten Diener, sowie die im Postamte des Kongresses beschäftigten Beamten oder ihre Stellvertreter auf den Postämtern, von denen sie für die Kongreßdauer Delegiert sind, und die Reinmachefrauen besoldet. Alle übrigen Kosten trägt das Reich. [ Der Papst und seine Schivestern.] Römische Blätter wissen täglich neues vom Papst Pius X. zu erzählen. Vor einigen Tagen erfuhr der Papst, daß Nonnen seinen drei Schwestern prächtige Hüte geschenkt hätten. Der Papst befahl, die Hüte sofort zurückzuschicken, da seine Schwestern nic Hüte getragen hätten und nicht Damen zu spielen brauchten, weil ihr Bruder zufällig Papst geworden sei. Man erzählt auch folgende Geschichte: Ueber den von den Schwestern des Papstes bewohnten Zimmern liegt eine Wohnung, die zu vermieten war. Ein römischer Prälat beeilte sich, sie zu mieten, um mit der Familie des Papstes verfehren zu können; er mochte hoffen, auf diese Weise sein Avancement beschleunigen zu können. Als der Papst das erfuhr, verbot er seinen Schwestern, den Prälaten zu empfangen oder ohne seine Erlaubnis mit irgend einem anderen kirchlichen Würdenträger in Verkehr zu treten. [ Die wackere Bürgermeisterstochter.] Der merikanische Kongreß hat dem achtzehnjährigen Fräulein Manuela Flores, der Tochter des Bürgermeisters von Linares, eine Medaille für ihre Tapferkeit und ihre großen Dienſte_während der letzten schweren Gelbfieber- Epidemie gestiftet. Fräulein Flores übernahm, als ihr Vater von der Seuche ergriffen wurde und schwer krank darniederlag, mit Erlaubnis der Regierung die Zügel der Stadtverwaltung. As donn noch mehrere städtische Beamte der verderblichen Krankheit erlagen, führte sie auch deren Geschäfte mit großer Umſicht und Energie weiter. [ Die Erschaffung des berabischen Adam.] Die Berbervölker Maroffos, auch Beraber genannt, stehen in Frankreich auf der Tagesordnung, seitdem sie bei El Mungar den französischen Truppen eine ernste Schlappe beigebracht haben. Sie zählen 37 Stämme, von denen einige, wie die Beni Mguild, 10 000 Soldaten ins Feld schicken können. Herr de Segonzac, der fast vier Monate unter den Berabern gelebt hat, schildert in seinen Reiseberichten diese wilden Bergvölker recht anschaulich. Sie wollen von der Zivilisation nichts wissen und sind sich selbst genug mit ihren Herden, ihren Pferden und ihren Weibern. Sie halten sich für das erste, das schönste, das tapferste aller Völker. „ Als Allah den ersten Menschen erschaffen wollte," erzählen sie, nahm er Teig, fnetete ihn sorgfältig und schob ihn in den Ofen. Nach einem Tage und einer Nacht öffnete der Schöpfer, den Ofen, um sein Werk zu betrachten: der Mensch war weiß und weich. Allah dachte:„ Ich habe ihn nicht genug backen lassen." Er schob den Menschenteig wieder in den Ofen und ließ ihn jetzt eine ganze Woche drin. Der Mensch kam ganz schwarz heraus und strömte einen schlechten Geruch aus. Allah dachte:„ Ich habe ihn zu lange backen lassen." Er formte also ein neues Bild, schob es in den Ofen und nahm es nach dem dritten Tage heraus. Diesmal hatte der Mensch eine schöne goldbraune Farbe und war geschmeidig und widerstandsfähig. Allah rief:„ Er ist gut geworden." Ein Unglücksprophet.] Der englische Schäfer Thomas", Old Moore, dessen Ruf immer noch fest und unerschüttert dasteht, hat sich diesmal sehr beeilt, denn er veröffentlicht schon jetzt seinen Prophetischen Almanach für 1904". Es wäre übertrieben, wenn man sagte, daß er seine Zeitgenossen, die ohne ihn schon genug gequält und gepeinigt sind, nur beruhigen wollte, denn der Astrolog des 20. Jahrhunderts wie er sich nennt prophezeit faſt ausschließlich Unglücksfälle: Erdbeben, Wirbelstürme und neue Steuern. Mars und Saturn, versichert er, werden Unruhen hervorrufen, die die ganze Welt erschüttern werIn der Beantwortung, welche die Pforte der russischösterreichischen Note zu teil werden läßt, wird der aufrichtige Wille zur Durchführung der Reformen ausgedrückt; diese Reformen würden aber wesentlich erschwert durch die Hal. tung Bulgariens. Die Mächte möchten doch in Sofia geeignete Schritte tun. Daß es der Türkei Ernst ist, erweist sich aus den Maßregeln zur Untersuchung und Bestrafung der von den Truppen begangenen Ausschreitungen- offenbar schon eine Wirkung der Note, zu der jetzt übrigens auch Italien zustimmende Stellung genommen hat. Das Neuefte aus den Witzblättern. Der Nichtsnuk. Beanter: So ein nichtsnuzziger Bengel - verschluckt der grade am Monatslegten ein ZehnmarkStück. Jedes Mal.„ Ah, pardon,... ich wußte wirklich nicht, daß Ihre Tochter verlobt ist."„ Aber das stand doch jedesmal in der Zeitung!" Protest.„ Den Laubfrosch dürfen Sie nicht pfänden! Ohne denselben könnte ich meinen Beruf nicht ausüben... ich bin Wetterprophet!" Mitgefühl. Afrika- Reiſender:„ Ich bin in Gegenden gereist, wo ich wochenlang feinen Menschen zu sehen bekam; ich - Dame: Sie war ganz auf mich selbst angewiesen...." Aermster!" Unnötige Angst.„ Die ganze Nacht über hat der Kopfschmerz nicht nachgelassen. Ich fürchte, Herr Doktor, es ist vielleicht am Ende eine Hirnentzündung."- ,, Dazu fehlt doch jede Voraussetzung." ( ust. Bl.) Kunft und Wissenschaft. RK. Rudolf Falb †. In Schöneberg verschied nach langem Siechtum der Wetterprophet" Rudolf Falb, dessen Namen ebenso wie seine Theorie von den kritischen Tagen" in ganz Deutschland populär ist. Nach Falbs Behauptung werden durch das Zusammenwirken von Sonne und Mond auf die Erdatmosphäre und das flüssige Innere unseres Planeten an kritischen Tagen" Erdbeben, Wetterkatastrophen und schlagende Wetter hervorgerufen. Er gründete diese Theorie auf die bekannte Tatsache, daß die Anziehungskraft des Mondes Ebbe und Flut hervorrufe. Zwar hat Falb stets die Herrschende astronomische Wissenschaft gegen sich gehabt, aber niemand kann ihm abstreiten, daß seine Vorhersagungen in mehreren Fällen überraschend eingetreten sind. Falb selbst behauptete übrigens nicht einmal, daß seine Prognosen stets zutreffen müßten, sondern betonte nur ihre Wahrscheinlichkeit. Falb hat eine stürmische Vergangenheit hinter sich. Geboren am 13. April 1838 zu Obrech in Steiermark als Sohn eines katholischen Müllers, wurde er in einem Kloster erzogen und dem Priesterstande geweiht. Nach längerer Wirksamkeit als Pfarrer trat er zum Protestantismus über und verheiratete sich, worauf er erfommuniziert wurde. Er wendete sich dann gänzlich aſtronomischen Studien zu, für die er schon als Klosterschüler große Neigung gezeigt hatte. Vor zehn Jahren erlitt Falb einen Schlaganfall und war an den Rollstuhl gefesselt. Freude und Verehrer sammelten, um die Not von seinem Lebensabend fernzuhalten, damals für ihn die Summe von 75 000 Mart. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und ,, Deffentlichen Sprechsaa": Fr. Oppermann, den: es wird besonders in den Balkanländern alles drunter Man kann es nicht ernst- genug und drüber gehen; es will uns jedoch scheinen, daß man das auch hätte voraussagen können, ohne von den Hysterien der Astrologie eine Ahnung zu haben. Man braucht ja nur die Zeitungen zu lesen. Im Januar wird die Herrschaft Jupiters dem König Eduard VII. besonders günstig sein. Aber der März wird für die Männer, die in England am Ruder sind, sehr traurig sein, da kriegerische Komplikationen große Veränderungen in der englischen Regierung herbeiführen werden. Die Unruhen und die Aufregungen werden durch die Venus nur noch mehr vermehri und verstärkt werden: es wird z. B. in London einen Ehescheidungsskandal geben, wie er noch nicht dagewesen ist. Im Oktober aber werden sich alle Wogen wieder glätten, und man wird wieder frei aufatmen können. Heißer Danf dafür gebührt dem Propheten Old Moore, dessen Pessimismis uns übrigens nur indirekt angeht, denn seine Prophezeiungen find hauptsächlich für England bestimmt. MAGGI's Bouillon- Kapseln зи 16 12 mit seinem täglichen Getränk nehmen mit dem, was man gewohnheitsmäßig zu bestimmten Mahlzeiten immer und immer wieder genießt. Hier summiert sich stets die heilsame oder schädliche Wirkung und unser ganzes leibliches und geistiges Wohlbefinden hängt nicht zum geringsten davon ab. Am besten ist nach ärztlichem Urteil jedenfalls derjenige aufgehoben, der sich vor dem gefährlichen Uebermaße anerkannter Gifte, wie Alkohol, Koffein 2c., hütet und ein wirklich erprobtes, wohlbekömmliches Ge= tränk wie Kathreiner Malzkaffee ständig und täglich zu sich nimmt. Immer gleiche, ungeschmälerté Lebens- und Arbeitsfreude wird ihn am schönsten dafür belohnen. und Pfg. für je 2 abgeteilte Portionen enthalten alle Bestandteile der natürlichen Bouillon in unerreichter Qualität. Nur durch Ueberbrühen mit kochendem Wasser erhält man sofort eine Tasse Kraftbrühe für 8 Pfg. oder Fleischbrühe für 6 Pfg. Man verlange ausdrücklich ,, Maggi's Bouillon- Kapseln" und weise andere Marken zurück. Aoussere Kapsel Innere Röhrchen Die Richard Wagner- felte. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) dn. Berlin, 2. Oktober. Das Bankett. Der Tag der feierlichen Enthüllung des Denkmals fand einen festlichen, einen wahrhaft festlichen Abschluß durch ein Bankett im Wintergarten. Wenn ich auch nicht zu jenen Gesellen gehöre, die sagen: Weß Gänseleber- Pastete ich esse, deß' Lied ich) singe, so muß ich doch konstatieren, daß es ein recht gelungenes Fest war. Von den allabendlichen Wintergarten- Sternen waren zwar nur die Sterne an dem Dachhimmel zu sehen; doch fanden sich unter diesem rei chen Himmel, Stern bei Stern" im Saale viele Stars der Kunst neben den hervorragenden Größen des offiziellen Berlin ein, und auch zwei Gäste, die man in solcher Versammlung seltener findet, Behaglichkeit und Gemütlichkeit. Der Wintergarten ist ein ideales Festlokal und ganz besonders für diejenigen, denen die unvermeidlichen Reden eine unangenehme Beigabe zu Speis und Trank sind, denn dant der schlechten Akustik dieses Spezialitäten Theaters, wurde man, wenn man keinen Wert darauf legte, durch die zahl reichen Toaste nicht übermäßig gestört. So ein Zweck essen, dessen eigentlicher Zweck nicht das Essen ist, hat für den Berichterstatter zwei Eigenschaften, eine angenehme private und eine unangenehme offizielle. Die erstere besteht aus den materiellen Genüssen und der angenehmen privaten Unterhaltung; diese behält man still für sich; die zweite sind die Reden, und über die berichtet man. Deshalb schweige auch ich von meinen privaten Empfindungen, als ich vor mir einen alten Wein und neben mir ein junges Mädchen fand, und erzähle nur von den oratorischen Ereignissen des Abends. Eingeleitet wurden diese natür lich durch das Kaiserhoch, das der Prinz Friedrich Heinrich ausbrachte, worauf der jetzt Geheime Kommerzienrat Leich ner in temperamentvoller Rede, die der schlechten Akustit spottete, den Ehrenpräsidenten Prinzen Friedrich Heinrich feierte. Minister Studt begrüßte im Namen der Regierung die auswärtigen Gäste, und es ist bemerkenswert, daß besonders der vielverlästerte Vorsitzende des Komitees, der Macher von's Janze", wie der Berliner sagt, der jetzt Geheime Kommerzienrat Leichner, unter dem lebhaftesten Beifall der Gäste immer wieder auf das herzlichste gefeiert wurde. Toast folgte auf Toast, und den freudigsten Widerhall fanden die ausländischen Delegierten, die Grüße aus ihrer Heimat fündeten und im Namen derselben dem deutschen Meister ihre Huldigung darbrachten. Professor Eberlein, der Schöpfer des Denkmals, wurde durch eine Rede bon Geheimrat Jordan, dem früheren Direktor der Nationalgalerie, geehrt. Ein Gesangs- Konzertprogramm wurde nach einer verunglückten Probe der Akustik des Saales aufgegeben, und die Medaillen- Verteilung an die Künstler, die sich in uneigennütziger Weise für die Festkonzerte zur Verfügung gestellt hatten, störte die allgemeine fidele Stimmung auch nicht. So fam es, daß es schließlich nicht der Festsaal allein war, der sich als herrlich„, illuminiert" erwies. Kunft und Wissenschaft. RO. Ein Wein- Museum haben die Weinhändler in Zürich zu gründen beschlossen. Es soll zugleich historisch, fünstlerisch und wissenschaftlich sein. Es wird zunächst eine Bibliothek enthalten, in dem alle Werke gesammelt werden, die sich auf den Weinbau, die Zubereitung des Weines und auf den Wein selbst beziehen. Ob dazu auch die Werke der Dichter gerechnet werden, die den Wein poetisch verherrlicht haben, wird leider nicht berichtet. Ferner soll das Museum eine Sammlung Gravüren, Photographien und Illustrationen aller Arten, die sich auf diese Dinge beziehen, erhalten, und schließlich sollen alle Geräte, alte wie moderne, die für die Herstellung wie die Aufbewahrung des Weines dienen, ihren Platz in dem neuen Museum finden. In einem Schrank sollen auch Proben von den berühmtesten schweizerischen Weinen und von den besten Weinjahren der Nachwelt überliefert werden. Vergebung von Bauarbeiten. RL. Das Cancroin. In Wien hat eine Regierungsverfügung, die die Leiter der kgl. Kliniken zur Anstellung von Versuchen mit dem Adamkiewitschschen Krebsheilmittel Cancroin verpflichten will, heftige Demonstrationen seitens der Aerztewelt hervorgerufen. Es wird behauptet, daß das Cancroin bisher keinerlei Erfolge aufzuweisen habe und daß es vom wissenschaftlichen Standpunkt aus nicht zu verant worten sei, die Krebskranken durch Anwendung dieses Mittels eventuell von der Einwilligung in eine notwendige Operation abzuhalten. CR. Graham Bells Flugmaschine. Der berühmte Erfinder des Telephons, Graham Bell, kündigt an, daß er binnen furzem mit einer Flugmaschine an die Deffentlichkeit treten wird. Seit Jahren beschäftigt er sich mit diesem Problem und hat hunderttausende von Dollars dafür ausgegeben. Nach seinen Andeutungen gründet sich sein System der Menschenflugmaschine auf Beobachtungen des Vogelflugs. Vermischtes *[ Die artschwingende Temperenzlerin.] Frau Carrie Nation, die bekannte rasende amerikanische Temperenzlerin, die mit der Art das ganze alkoholische Amerika zusammenhauen möchte, begab sich dieser Tage nach dem Bureau des Newyorker Anwalts Klein und vermachte dort in Gegenwart einer Anzahl Vertreter der Presse ein in Kansas City befindliches Haus, sowie einen Bauplaß den Wohltätigkeitsanstalten jener Stadt, um ein Carrie Nation- Heim für die Frauen von Trunkenbolden zu gründen. Sie erklärte emphatischen Tons, daß sie, wie Andrew Carnegie, dagegen sei, reich zu sterben. In Pittsburg hat sie eine große Anzahl Streitärte bestellt, die für 75 Cents verkauft werden sollen, und auf den Stielen sollen in deutlicher Schrift die Worte stehen:„ Der Verteidiger eines glücklichen Heims!" eine Sache, die Carrie selber nicht mehr besitzt, seitdem sie von ihrem Gatten( der sich, nebenbei bemerkt, jetzt recht glücklich fühlen soll) geschieden ist. Außerdem will Carrie eine große Menge Wasserflaschen an den Mann bringen; sie sollen in goldenen Lettern die Inschrift tragen:„ Trinke, mas Adam trant, und stimme für die Prohibitionisten!" Die aus dem Verkauf dieses Souvenirs" erzielten Einnahmen sollen dem Heim in Kansas City zufallen. Wenn sie mit dem dortigen Heim fertig ist, will sie ähnliche in jeder größeren Stadt Amerikas gründen. Frau Carrie hielt den Vertretern der Presse einen langen Vortrag über das Sammeln von Reichtümern auf Erden und einen noch längeren gegen die Wirtschaften, worauf sie von ihrem Drama sprach, das„ Hatchetation"( etwa: Artkrieg) betitelt ist und das sie selber geschrieben zu haben behauptet, und das bekanntlich nächstens über die Bretter gehen soll, die die Welt oder, in diesem Fall, die Kneipe bedeuten. Es spielt, wie erinnerlich, in allen möglichen„ Giftbuden". A[ Maschinenprügel.] In der staatlichen Zwangserzieh ungsanstalt in Redwing( Minnesota, Nordamerika) werden jezt die Zöglinge nicht mehr mit der Hand, sondern mit Hilfe einer Maschine gezüchtigt; und der Vorsteher der Anstalt berichtet, daß sich die Neuerung vorzüglich bewähre". Die Prügelmaschine liefere bessere Arbeit", als sich bei Hand. betrieb je erzielen lasse, und sei leicht und sicher zu regulieren. Zweifellos werde die Maschine viel zur Hebung der Dis. ziplin in der Anstalt beitragen. Die Jungen empfänden die Demütigung, in den Züchtigungsapparat gesteckt zu werden, noch mehr, als die Züchtigung selbst. [ Nettes Jahrmarktsvergnügen.] Von der großen Messe in Nischni Nowgorod entwirft der„ Wolgar" ein liebliches Bild, indem er die Opfer aufzählt, die der Jahrmarkt in diesem Jahre gefordert hat. Die Zahlen klingen starf übertrieben, aber das russische Blatt behauptet, daß sie genau den Tatsachen entsprechen. Es wurden während der Messe in Privat- und Krankenhäusern von Nishni 30 340 Stranke behandelt. 696 Personen hatten im Jahrmarktsbetriebe leichte Verletzungen davongetragen, 317 waren mit Messern und 3 mit Feuerwaffen in Berührung aekomLudwigsConditoret und ZuckerwarenFabrikation in Gießen, Marktstr. 32 empfiehlt Die für den Rehbau eines neuen Schulhauses, Herstellen von Einfriedigungen und Hofanlagen in Aunerod erforderlichen Arbeiten nnd Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Gebäck aller Art in Bisquits, Angebote bis Dienstag, den 13. Oktober 1. Js. nach- Makronen, Leb- u. Honigkuchen mittags 3 Uhr auf Großh. Bürgermeisterei Annerod, wo- sowie Chocolade, Bonbons, selbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht Confitüren in größter Auswahl. offen liegen, portofrei einzureichen. Versandt nach ausDie Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranwärts prompt. DRCM23133074 D.RGM 80507 Carl Kampmann jr. Mulheim- Rubr men, 1169 wiesen Verletzungen anderer Art auf, 14 Hatten sich Verrenkungen zugezogen, 78 tamen mit Bein- und Armbrüchen davon, 422 hatten nur Brandwunden. Die Zahl der Verletzten aller Kategorien betrug also 2700. m Krimkrieg," schreibt das zitierte Blatt, hatten die Truppen des Königs von Sardinien einen Verlust von 2144 Mann. Der Krieg hat also unter den Sardiniern weniger Opfer gefordert, als die Messe von Nishni unter ihren Besuchern. Dazu kommt noch, daß mehr als 2500 Personen sinnlos be trunken auf den Straßen gefunden und als„ Leichen" nach der Polizeistation gebracht wurden." [ Des schwarzen Peter" Brüderlein.] Prinz Arsen Karageorgiewitsch, gibt den Parisern 3. 3t. viel Stoff zum Medisieren. Böse Zungen erzählen, daß Prinz Arsen in Paris sein altes Lotterleben wieder aufgenommen habe. In einem kleinen Hinterzimmer einer Var der Rue Helder fann man Champagnerpfropfen knallen und weinselige Stim men rufen hören:„ Hoch Arsen! Hoch Serbien! Hoch Peter I.!" Dann, nach einem Augenblicke tiefen Schweigens, wird eine Frauenstimme mit zärtlichem Tonfall sprechen: „ Auf dein Wohl, mein guter Junge!" Der Prinz bildet wie früher den Mittelpunkt einer Gruppe von großstädtischen Roués und Bummlern. Es soll oft nicht gerade am feinsten hergehen. Mit einem seiner Freunde, einem Herrn Barberin, hatte Arsen einmal einen regelrechten Faustkampf. Deshalb waren sie aber doch am nächsten Tage wieder ein Herz und eine Seele. Arsen ist aber auch als Serbenprinz seinen alten Pariser Gewohnheiten treu geblieben. Das erste Wort, das nach der offiziellen Begrüßung durch das Gesandtschaftspersonal am Bahnhof dem Gehege seiner Zähne entfloh, lautete: Wie wäre es, wenn wir jetzt„ einen" nähmen?" Prinz Arsen macht im allgemeinen von seiner neuen Würde überhaupt keinen Gebrauch. Nur als ihn dieser Tage ein Freund etwas boshaft fragte:„ Na! Sind die Offiziere deines Bruders noch immer so undiszipliniert?" er widerte er mit Stolz:„ Darüber werden unsere Feinde ur. teilen!" Das Neuefte aus den Witzblättern. Fleischtenerung in München. Jessas, dees Zeitungsg'schroa wegen die Fleischpreis! Die rebellen ja grad a so, als ob's Bier teurer worden wär!" Rückzug.„ Es hat nicht sein sollen, Geliebte; die Vorsehung hat nicht gewollt, daß wir unserem Leben ein Ende machen; sieh', da steht: Das Baden ist verboten!" Nicht zu verblüffen. Kommandeur: Also der Weg nach Albersloh ist nicht vorhanden! Beginnen Sie nun mit der Ausführung Ihres Auftrages, Herr Rittmeister!( Eine Viertelstunde später, als der Rittmeister dennoch den nicht vorhandenen Weg benutzt): Herr Nittmeister, hier ist die Welt mit Brettern vernagelt!- Rittmeister: Sechs Mann absigen zum Bretterwegräumen. Aus einem Roman. Paul brachte den Brief, in welchem er seiner Braut seinen Selbstmord mitteilte, zur Post und sich dann um. ( Lachendes Jahrhundert.)" Edinson II.„ Warum hast du an deinem Schlafzimmerfenster ein großes Brennglas?"" Das ist der neueste Wecker, nach Sonnenaufgang fällt der Brennpunkt grad' auf meinen Kopf." ( Ulf.) Bestrafte Prahlerei.„ Ich sage Ihnen, in meiner Benefizvorstellung war der Zuschauerraum gedrängt voll- fein Apfel konnte zur Erde fallen!"„ Aha d'rum hat man sie Ihnen wohl auf die Bühne geworfen?!" Im Eifer. Wenn ich Ihnen meine Tochter geben soll, Herr Rittmeister, muß ich erst wissen, ob es nicht eine bloße Vernunft- Ehe ist!" Effektive Neigung, Herr Direftor!... Vernunft gänzlich ausjeschlossen!" Gebildet. Erster Treiber( zum andern):„ Du, unser neuer Gutsherr is aber a' feiner Mann! Wie er mich ' naufg'schossen hat, hat er„ Pardon" g'sagt!" Der Trinker am Meeresstrand.„ Ein Unsinn, dieses Wasser- Gesauf!... Aus der Welt schafft man's ja doch nicht!" ( Fl. Bl.) 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