Nr. 232. Ersttes Blatt. Abonnementoprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Post bezogen viertel fährlich Mr. 1,50. Grattsbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Samstag, den 3. Oktober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfa. fonist 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Worte und Taten. [ Politische Wochenschau.] Das alte schöne Römerwort:„ Das Weib schweige in ber Versammlung" ist schon längst nicht mehr giltiger Lehrjaz. Seit die Emanzipation von jenseits des Ozeans und vom Strande der Seine auch unsere blonden Frauen ergriffen hat, sind es der Worte schon recht viele geworden, die von Weibermund ertönten„ in ecclesia". Zuerst hielt zage Scheu noch die Führerinnen zurück. Man beschränkte sich auf rein weibliche Stoffe, und Strickstrumpf und Garntnäuel lagen im Hohlraum des Rednerpultes. Dann aber fam es im Sturm, und die selbstgezogenen Schranken fielen über Nacht. So wandelte sich die Sympathie der Männerwelt zunächst in Staunen, um am Ende beim ironischen Lächeln anzugelangen. Kann man die Ungezogenheiten, die auf dem Kölner Frauentage eine Rednerin aus Leipzig den Gerichten und ihren Beamten sagte, noch ernst nehmen? Ist es nicht der reine Hohn, was die emanzipierte Juriſtin mit dem Tituskopf, so sich Anita Augspurg nennt, auf dem Hamburger Kongreß über die Mutterschaftsversicherung gejaselt bat?... Der frühere Präsident des Reichsversichemungsamtes, Dr. Bödiker, der jederzeit viel für die Frauenbewegung übrig gehabt hat, ist völlig im Rechte, wenn er meint, daß durch solch lächerliche Forderungen nur höchſt ernsthafte und brennende Fragen gefährdet werden, die Böswilligkeit leicht damit in Zusammenhang bringen könnte. Das Erfreuliche, das die Bewegung im Anfange ihres Entstehens geschaffen hat, wird überall Anerkennung finden, - was aber heute im Programm der Frauenrechtlerinnen sicht, entspricht den anfänglichen Zielen nicht mehr und ist höchstens im Stande, das bereits Geschaffene wieder herabzudrücken. Weibliche Schwabhaftigkeit hat die fühle Sachlichkeit verdrängt. Seit die jüngere Frauengeneration ans Ruder gekommen ist, sind Worte an Stelle der Taten getreten. Und obendrein noch muß man sagen:„ Leichtfertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt, wie des Schwertes Schneide." er= Drüben an der Themse ist noch immer guter Rat tener. Balfour gibt sich offenbar die größte Mühe, ein Kabinett zusammenzubringen, rur scheinen sich ihm Schwierigkeiten unvorhergeschener Art in den Weg zu stellen. Besonders Milner ist ein schwer zu behandelnder Herr. Aber es scheint doch so, als ob man nun wenigstens für die nächste Woche auf endgültige Erledigung der schwebenden Frage rechnen fann. Indessen vertreibt man sich die Zeit mit seltsamen Dingen. Der ehemalige Finanzininister Ritchie und Lord Hamilton, welcher Staatssekretär für Indien war, Freunde von Chamberlains wirtschaftspolitischem Programın, lassen Erklärungen über ihren Rücktritt, aus denen einigermaßen hervorgeht, daß Balfour, nur um sie loszuwerden, fein gar zu feines Spiel mit ihnen getrieben hat. Die Leffentlichkeit entrüstet sich gebührend darüber, und die Presse gibt für und wider ihr Votum ab. Indessen hat Chamberlain wieder einmal einen Artikel verzapft, und Balfour eine Rede geredet. Der„ Pismard" Englands bewegt sich in gewohnten Bahnen, und auch der Premier gibt keine neue Meinung zum besten. Aber Balfours Ton ist schärfer geworden und seine Hiebe sind bestimmter. Noch hat er nie, wie diesmal, flar den Satz formuliert: Freihandel ist ein kerer Name, eine eitle Farce." Aber schließlich, das dari man nicht verkennen, sind auch Minister nur sterbliche Menschen. Und„, was heute noch blühte in voller Pracht, kann dorren und sterben über Nacht". Auch an der Themſe ſind Worte eben nur Worte und ihre Bedeutung verweht mit dem Tage. Von Taten aber jahen wir lange nichts Bedeutendes, das made in St. James" signiert geweſen wäre. Worte, überall Worte. Ob die Türken Reformen versprechen und die Bulgaren sentimentale Redensarten zum besten geben; ob man sich bei der letzten Monarchenbegeg nung in Wien der herzlichen Freundschaft versicherte; ob französische, englische oder spanische Minister erklären, Marokko solle unantastbar sein und bleiben; ob der Schotte Maclean versichert, der marokkanische Sultan sei völlig Herr der Situation, Worte, nichts als Worte. Wer Taten sehen will heutigen Tages, muß an die Newa fahren, wo schweigende Männer mit starker Faust und eiskaltem Serzen die Geschicke der Welt bestimmen. Ein Gefühl wie Neid beschleicht uns, wenn wir sehen, wie selbstbewußt und unantastbar stark sich der russische Bär im Osten von Asien sein Lager bereitet. Und wir erleben das seltsame Schauspiel, daß selbst den wortreichen Staatsmännern von WestCitropa bei diesem Anblick völlig die Rede versagt. Wer die Seltenheit solchen Geschehnisses zu beurteilen weiß, wird die Größe der russischen Situation nach ihrem Werte zu schäßen wissen. So verteilen sich Worte und Taten verschiedentlich hüben und drüben. Und niemand weiß zu lagen, wann eines dem anderen folgt, wann endlich zu Wicklichtet wird, was leichtflüssige Rede geschwäßig verkündet, und wann am Ende die Zeit ausgleicht, was an Taten verFord Borter beridwendet wurde. Die Politik. A Salbamtlich wird die Nachricht dementiert, daß Kaiser Wilhelm anläßlich des Rouener Friedenstongresses an den Fürsten von Monaco ein Schreiben gerichtet habe, in dem er sagt, daß nur die Wissenschaften den Frieden herbeiführen würden. In Koburg wird demnächst eine Auskunftsstelle für Fragen der sozialpolitischen Gesetzgebung von Staats wegen errichtet werden. Der rührige thüringische Staat hat schon vor Jahren eine gleiche Institution in Gotha geschaffen, die sich doch also wohl bewährt haben muß. Sie kommt also doch:- die Kanalvorlage nämlich! Sie soll nicht nur in der Thronrede bei der Eröffnung des preußischen Landtags Erwähnung finden, sondern höchstselbst dem Landtag zugleich mit der Vorlage über die Oderregulierung zugehen. Diese Aenderung der Situation sei, wie die Einen sagen, erst vor fünf oder sechs Tagen eingetreten, und der Kaiser sei es persönlich, der sie veranlaßt habe. Von anderer Seite wird gemeldet, daß über die Einbringung der Vorlage sich der Ministerpräsident Graf Bülow mit seinen Kollegen schon vor einer Reihe von Wochen schlüssig geworden wäre. Jedenfalls läßt sich annehmen, daß die alte Vorlage in neuem Gewande erscheinen wird und daß vor der Einbringung noch einige Minister ihre Entlassung geben. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Pastor a. D. Paul Göhre hat sein Mandat niedergelegt, weil er, wie er sagt, schon seit seinem Eintritt in die Partei unberechtigtem Mißtrauen begegnet. * In der neuen Sitzung des Hanger Schiedsgerichts, das augenblicklich zur Entscheidung der venezolanischen Streitfrage tagt, stritt man sich im wesentlichen darüber, in welcher Sprache die Verhandlungen geführt werden sollen. Hoffentlich wird der Weltfriede dadurch nicht gefährdet. Die ungarische Frage ist keinen Zoll vorwärts gekommen. Die Situation nach Khuens Demission, die noch immer nicht angenommen wurde, fängt an, bedrückend zu werden. Graf Apponyi hat sich zwar auf Drängen einer Anzahl von Abgeordneten dazu entschlossen, eine neue Sitzung des Abgeordnetenhauses für Ende dieser Woche einzuberufen, das ändert aber am Gesamtbilde nichts. Szells eventuelle MinisterpräsidentenKandidatur hat jedenfalls im Augenblick die meisten Chancen. Der kluge Politiker soll aber bestimmt erklärt haben, daß er mit der liberalen Partei nicht regieren könne. Man befürchtet daher eine Vertagung oder Auflösung des Reichstags. Die Trinksprüche der beiden Kaiser in Wien soll starken Eindruck im Yildiz Kiosk und in den Kreisen der Pforte gemacht haben. Der Drang nach wirksamer Durchführung des Säuberungs- und Reformprogramins wird immer stärker. Dabei kommt von allen Seiten bedrohliche Kunde. So soll die türkische Regierung in den Besitz überaus wichtiger Schriftstücke gekommen sein. Da nach hätten die mazedonischen Führer beschlossen, während des Winters neue Kräfte anzuwerben, um im nächsten Frühjahr unter der Führung aktiver Offiziere zahlreiche kleine bewegliche Freischaren auszurüsten. Durch ein Dynamitattentat, angeblich in Konstantinopel, soll das Zeichen zum allgemeinen Losbruch gegeben werden. Von anderer Seite heißt es, es sei schon losgegangen. Am letzten Sonntag sei nachts die Revolution in Nord- und stmazedonien proflamiert worden. Tie Bewegung solle nicht den Charakter eines allgemeinen Aufstandes, sondern den eines organisierten Guerillafrieges tragen.- Hoffent lich wird auch da unten nichts so heiß gegessen, wie es gefocht wird. † Es darf als sicher betrachtet werden, daß sich die serbische Skupschtina in ihrer nächsten Tagung auch mit den Ereignissen des 11. Juni und deren Folgen, mit den Vorgängen in Nisch, der Wahl des neuen Staatsrats und der Bewilligung von Nachtragskrediten zu beschäftigen haben wird. Herauskommen wird dabei natürlich kaum etwas Wesentliches. Indessen schreitet die Bildung des Kabinetts rüstig vorwärts. Wie zu erwarten war, wird Gruitsch Ministerpräsident ohne Portefeuille. Das Innere wird Stojan Protitsch übernehmen, der gegenwärtig schon Minister ist, die Finanzen: Pacciu, ein ausgezeichneter Volkswirtschaftler, das Aeußere: Andreas Nikolitsch, der früher serbischer Gesandter_in Paris war, alle vier gemäßigt radikal. Kriegsminister wird der parteilose Stankowitsch. Dann folgen vier Extremradikale: Oeffentliche Arbeiten: Vlada Teodorowitsch, Handel: Jasca Podranowitsch, Justiz: Nikola Nikolitsch, Kultusministerium: Juba Sto= janowitsch. Dieser letztere war Minister im letzten Ministerium, aber gab seine Demission wegen der Ernennung Leschjanins zum Hofmarschall. Als Skupschtinapräsident wird der Gemäßigtradifale Georg Simitsch bezeichnet. Daß es im übrigen trotz der inneren Pacifizierung der regierenden Körperschaften recht aufgeregt zugeht, lehrt ein Revolver- Attentat, das gegen den Major Lazarowitsch, das Haupt der Verschwörung gegen König Alexander, resultatlos ausgeübt wurde. Präsident Roosevelt hat die Empfindung, als ob die Ehen in der Union zu leicht geschieden werden könnten. Da auch die Geistlichkeit drängt, soll er entschlossen sein, sich in seiner nächsten Botschaft mit einer Aenderung der amerikanischen Ehescheidungsgesetze zu beschäftigen. Der ferne Osten Asiens beunruhigt England und Japan im Augenblicke ganz bedenklich. Das ergibt sich aus allerlei Nachrichten, die in tendenziöser Form kolportiert werden. So beispielsweise ist doch die Meldung, daß Prinz Tsching fest entschlossen sei, seine Zustimmung zu verweigern zu jeder Bedingung, die Rußland für einen Aufschub in der Räumung der Mandschurei vorschlagen sollte, und die sich als schädlich erweisen möchte für die chinesischen Souveränetätsrechte oder die Rechte anderer Nationen, nichts als Faselei. Ebenso töricht ist es, wenn aus derselben Quelle weiter berichtet wird, China bestehe darauf, daß Rußland, das die feste Versicherung gegeben habe, die Mandschurei bis zum 8. Oktober zu räumen, seinem Versprechen auch nachkomme, ohne irgend welche weiteren Forderungen zu stellen. Wie die Dinge liegen, denkt Rußland bekanntlich gar nicht daran, in der Mandschurei vom Plaße zu weichen. In Port Arthur werden eben wieder neue Barracken errichtet, die zur Aufnahme von weiteren 50 000 russischen Truppen bestimmt sind ** Hof und Gesellschaft. * Der Kronprinz ist in Gemeinschaft mit Prinz Eitel Friedrich in Bad Kreuth zum Jagdbesuch beim Herzog Karl Theodor in Bayern eingetroffen. *** Der Großherzog und der Erbgroßherzog von Baden unternahmen gestern eine Rundfahrt durch die Stadt Köln. Sie besuchten zunächst den Dom, dann Kardinal Fischer im erzbischöflichen Palais und später das Kunstgewerbemuseum. Die Großherzogin besuchte das Marienhospital. Deer und flotte. 162 neue Seeoffiziere. Der gesamte Jahrgang der Fähnriche zur See des Jahrganges 1900, dem letthin das Zeugnis der„ Reife zum Seeoffizier" erteilt worden war, ist durch Kabinettsordre zu Leutnants zur See befördert worden. Das Seeoffizierkorps hat dadurch einen Zuwachs von 162 Angehörigen erhalten, die größte Herbststellenvermehrung, die bisher in der Marine zu verzeichnen war. Unter den neu Beförderten befindet sich bekanntlich auch Prinz Adalbert von Preußen, der binnen furzem zur chinesischen Station abreisen wird. Der große Kreuzer Hertha", der im Dock von Nagasaki Ausbesserungen vornimmt, erhält gleichzeitig geeignete Unterkunftsräume für den Prinzen Adalbert. Das Schiff kehrt Ende November nach der chinesischen Küste zurück, wo sich der neue Kommandant Kapitän zur See Freiherr v. Schimmelmann, der neue Stab, sowie der Prinz und acht Fähnriche, die mit dem Reichspoſtdampfer ,, König Albert" bis Schanghai fahren, einschiffen werden. Hus dem Gerichtsfaal. § Fromme Einbrecher. In Berlin macht ein eigenartiger Kriminalfall großes Aufsehen, der vor dem Schwurgericht verhandelt wurde und dem Arbeiter Paul Adam und dem Steinsetzer Georg Reinhardt drei resp. anderthalb Jahre Zuchthaus eintrug. Sie waren in ein Haus eingebrochen und hatten dort nur das Dienstmädchen angetroffen. Adam packte es, warf es zu Boden und ließ es einen Eid schwören, nichts zu verraten. Darauf sagte der Verbrecher:„ So, nun will ich auch den Eid leisten, daß ich Ihnen nichts tun werde," und er erhob die rechte Hand und sprach die Worte: " Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen, daß ich Ihnen nichts tun werde. Und nun zeigen Sie mir, wo das Geld ist!" Die Geschworenen billigten ihm, trotzdem er seinen Eid gehalten hat, keine mildernden Umstände zu. Nab und fern. Der Zar auf der Gemsjagd. Die Jagden in Mürzsteg haben dem Zaren sowohl, wie Kaiser Franz Josef Waidmannsheil gebracht. Sie konnten beide mehrere Gemsen erlegen. Schon am grauenden Morgen begann eine große Schar von Treibern ihre Arbeit. Vorher wurden sie in den Schutzhütten des Reviers mit dem nationalen„ Sterz" und mit Fleisch bewirtet, dann zerstreuten sich die Treiber, um den ungeheueren Kreis, aus dem das Wild in den Burggraben getrieben wurde, zu schließen. Der Zar und der österreichische Kaiser fuhren eine Strecke in Begleitung des Hofjagdleiters Sperlbauer mit Wagen; dann bestiegen sie Saumtiere, die sie noch eine Stunde weiter bergaufwärts trugen. Dort trennten sie sich und begaben sich auf ihre Stände. Die Treiber waren inzwischen in die Schluchten der Nordwand eingestiegen, um das Wild aufzuscheuchen. In diesen Schluchten gibt es sehr gefährliche Stellen, welche die Treiber passieren müssen und über die sie nur mit Hilfe der angebrachten primitiven Versicherungen und langen eisernen Nägel, die in die Wände geschlagen sind, hinüberkommen. Jeder zur Jagd geladene Schüße hat einen oder auch zwei Gewehrträger bei sich, die auch das Jagdfrühstück für ihre Herren mitführen. Dieses besteht je nach Wunsch aus faltem oder warmem Fleisch, das in Thermophoren getragen wird. Wein und Kognak. Um 3 Uhr wurde die Jagd abaeblasen und die Schüßen kehrten nach Mürzsteg find. man mit fidh zufrieden ist. mit mir bin D Se men, te Dum wie vieles flüger und beffer find Sie doch wie Die anderen nehme ich, wie fie ich, Darja!" Seine Stimme flang bitter. Es schien ihm, ariner, einſamer Bergeshalde und ſehe von dort aus als ſtände fie anstatt des Sumpfes, in dem er fie gewähnt, och nicht einmal haben ie getanzt! coeur Gestehen beschäftigt?" mit Widerhaken in feinem Innersten festzusetzen. Damen einräumt, ausgiebigit ausniken? Ich hatte immer Murenin hätte sie in dem Momente würgen mögen. Wissen Sie, Gräfin, daß Sie das Recht, welches man Sie nur Sie sind 31: sehr mit Ihrer affaire de Ihre Augen schierten und schienen sich wie mit mir Bis nach beieiligten! es ihnen Bergnügen afe Anwesenden- natürlich mit Ausnahme der die Entrüsteten, aber bis auf wenige glaubten alle daran, demselben ebenso viele Herren, am Ende des Bailes zur Souperzeit wußten es bereits zehn Dar Die einen lachten dazu, die anderen bereitete, glauben Gräfin und nur, weil spielten daran 312 merdende Erkenntnis, absichtige. Beit dafür zu sonderliche Mitteilung irgend einen Schmerz zu bereiten befeine besondere Art, sich von Zeit zu stinkte aus ihrer Nähe zu bannen und ihm durch moralisches Er hen, daß sie es verstand, seine roben Indaß ihr Gatte ihr durch seine ab3mang Friedhofs am Rodtberg stand als einziger Punkt gestern am Freitag auf der Tag sordnung der Stadtverordnetenversammlung Gießens. Der Oberbürgermeister Mecum nahm als erster das Wort um einleitend das folgende zu bemerken: zurück. Die strengen Absperrungsmaßregeln in Würzsteg die evangelische Weihe des neuen Gießener und die Verwendung russischer Geheimpolizisten dabei hat unter der Bevölkerung so großes Aufsehen erregt, daß in der legten Grazer Landtagssitung der Abgeordnete Einſpinner den Statthalter darüber interpellierte. Der Statthalter versicherte, daß die Absperrung nur auf jenen Territorien erfolgte, die diese Maßregel aus Sicherheitsgründen unbedingt erfordern. Die russische Geheimpolizei sei lediglich für die Person des Zaren bestimmt. Der Jagdaufenthalt der beiden Kaiser in Mürzsteg geht entgegen dem ursprünglichen Programm schon heute zu Ende. Sie treffen um 5 Uhr abends in Wien ein. Der Zar sett ohne Aufenthalt die Reise nach Darmstadt fort. † Die rätselhafte Hamburger Liebestragödie, von der wir berichteten, wird aller Voraussicht nach doch eine Aufklärung finden. In der Tasche des jungen Mannes, der in einem Hotel schwer verwundet aufgefunden wurde und angab, daß sich seine Braut ertränkt habe, ohne jedoch ihren und seinen Namen zu nennen, fand sich eine Postkarte, deren Aufschrift ausradiert war, aber durch photographische und chemische Versuche wieder ziemlich hergestellt worden ist. Sie lautet: R. Kugelmann, Magdeburg- Sudenburg,... str. 34. Es besteht wohl kein Zweifel, daß es gelingen wird, auf Grund dieses wertvollen Fingerzeiges das Dunkel, das über den Namen der Mitspielenden in dieser rätselhaften Tragödie schwebt, zu lichten. Auf der Kanzel erblindet ist der Pastor Steinhausen in Glinde bei Schönebeck i. d. Mark. Der Geistliche hatte einen Abendgottesdienst beendet und wollte die Predigtfanzel verlassen. Plötzlich legte sich ein Schleier über seine Augen es war völlige Blindheit eingetreten. Der bedauernswerte Geistliche hat sich sofort in die Augenklinik nach Halle begeben, um dort Erlösung von seinem Leiden zu suchen. Eine Heilung soll nicht ausgeschlossen sein. * Der Hauptgewinn der Wohlfahrtslotterie, deren Ziehung soeben beendet wurde, fiel mit dem runden Sümmchen von 100 000 Mark dem Hausdiener einer Dresdener Apotheke zu. Fortuna hat diesmal ein Einsehen bewiesen und ihr Füllhorn über einen Bedürftigen ausgegossen. [ König und Dichter. Die Blätter in Christiania melden folgende hübsche Geschichte: Henrik Ibsen verbrachte in der letzten Zeit an jedem Vormittag etwa eine Stunde auf einer Bank in dem hiesigen Königinnenpark. Als er sie auch vor einigen Tagen, geſtüßt auf den Arm eines Dieners, aufsuchen wollte, fand er aber zu seiner großen Enttäuschung das Parktor geschlossen, und in sehr schlechter Laune kehrte der alte Mann nach Hause zurück. Wie es immer bei der Anwesenheit der Königin zu geschehen pflegt, war auch diesmal der Park für das Publikum geschlossen worden. Als König Ostar indessen erfuhr, was geschehen war, gab er sofort Befehl, den Park für Ibsen zu öffnen; gleichzeitg ließ er dem Dichter einen Schlüssel für das Parkfor zustellen. Zur Zeit beschäftigt sich der greise Dichter übrigens mit einem neuen Drama, von dem er selbst in einem Brief an die bekannte Newyorker Schauspielerin Fräulein Shaw sagt, daß es hoffentlich noch mehr gefallen werde als seine„ Nora". > Streikunruhen in Berlin. Der Streit der Omnibusangestellten hat dem Berliner Mob weitere Veranlassung zu groben Ausschreitungen gegeben. Um die Durchführung des Omnibusbetriebes zu ermöglichen und die Fahrgäste vor Mißhandlungen zu schützen, mußte am Nettelbeckplay die reitende Schußmannschaft die Menge auseinandersprengen. Dabei sette es zahlreiche blutige Köpfe. Man spricht von 50 Verwundeten. Die Opfer des Laurahütter Grubenbrandes wurden gestern unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu Grabe getragen. Die Verwaltung der Laurahütte wird die durch das Grubenunglück zum Feiern verurteilten Arbeiter in anderen Betriebsstellen beschäftigen, wodurch auch ein Ausfall in der Förderung verhindert werden wird. A Der Nebenbuhler des„ Kaisers der Sahara". Der Plan Jacques Lebaudys, in der Sahara ein Kaiserreich gründen zu wollen, hat ansteckend gewirkt. Ein anderer junger Bariser Millionär, der Herzog von Morny, hat die Absicht, sich südlich von Marokko im Advar- und Tiknagebiete ein Land friedlich zu erobern und zu kultivieren. Wenn's mur glückt! * Dreifache elektrische Hinrichtung in Newyork. Im Newyorfer Danemora- Gefängnis wurden drei Gebrüder van Wormen, die ihren Onkel ermordet hatten, zu gleicher Zeit durch Elektrizität hingerichtet. Es ist das erste Mal in der amerikanischen Staatsgeschichte, daß drei Mitglieder einer Familie zugleich hingerichtet wurden. Bunte Chronik. Gegen Mitglieder des Privat- Spielzirkels in Neutral Moresnet ist seitens der Aachener Staatsonmaltschaft ein Strafverfahren eröffnet worden. Der Zirfel ist polizeilich geschlossen. Ein deutsches Chinadenkmal nach dem Entwurf des Professors Kuno von Uechtritz wird in Tientsin errichtet werden. In der Nähe von Radis wurde der langgesuchte Doppelmörder Lennig durch einen Jagdaufseher verwundet und gefangen genommen. Der Haftentlassungsantrag des Fähnrichs Hüssener iſt abgelehnt worden. Der aus dem Krosigkprozeß bekannte Unteroffizier Marten hat jetzt eine Stelle als Bremser bei der Eulengebirgsbahn erhalten. Der Landwirt. „ Wir sind heute zusammengetreten, um Beschluß zu fassen bezüglich der kirchlichen Weihe unseres Friedhofs am | nichts einzuwenden, wenn Vorkehrungen getroffen würden die es ermöglichten, später einmal solchen Stein in den Altar zu versenten. Die evangelischen Pfarrer hatten hiergegen nichts einzuwenden, laut Erklärung vom 1. März 1902. alimers für be fion des Bürgerm gen diefe Grund Streit zwife ben zuständige farid elt wurde, la Die vom Herrn Pfarrer Naumann erwähnte Mauerung im Alter ist überhaupt nicht vorhanden. Die Behauptung des Herrn Pfarrer Naumann, Herr Defan Bayer habe gelegentlich einer Besprechung zwischen den evangelischen, ta tholischen und jüdischen Geistlichen und mir am 20. Juni sobald sich für ihn das Bedürfnis ergebe, eine Messe in der Kapelle zu lesen, den dazu vorgerichteten Altar durch Einbeider Teile berzieb werfländniffe er ten ist, daß der Rodtberg, einer Angelegenheit, die infolge des nicht gefeß- d. J. in meiner Gegenwart in der Kapelle erklärt, er werde, herigen Verhand dr vorhandenen mauerung eines von dem Mainzer Bischof geweihten Steing origen seiner zu einem katholischen Meßaltar weihen, trifft nicht zu. Herr einen Akt, der di Defan Bayer hat nachträglich folgende schriftliche Er. Eigentümers berl des Großh. Oberkonsistoriums vom 26. Auguſt zur Ent- klärung abgegeben:" So lange ich Pfarrer, in Gießen bin, bürgermeister mit mäßigen Vorgehens des Herrn Pfarrer Naumann und die nach meinem Verbot fünstlich geschürte Erregung zu meinem lebhaften Bedauern eine ihr an sich nicht zukommende Bedeutung erlangt hat. In dieser Sache liegen eine Beschwerde des evangelischen Gesamtkirchenvorstandes vom 17. Juli und scheidung der zuständigen Behörden vor. Neben dieser sachlichen Behandlung der Angelegenheit hat man- um gegen mich Stimmung zu machen den Verlauf derselben in der Presse vom einseitigen Standpunkt und in wesentlichen Punkten unrichtig dargestellt und durch Angriffe gegen meine Person den Schein zu erwecken gesucht, daß ich die Sache parteiisch behandelt habe. Ich halte es demnach für angezeigt, zunächst den wirklichen Hergang an Hand der Akten darzustellen und die gegen mich erhobenen unwahren Anschuldigungen zurückzuweisen." 1g. Für neu anzulegende Wiesen ist es wesentlich, daß schon in dieser Jahreszeit tüchtig Dünger untergepflügt wird, da mit im Frühjahr das Land sich in guter Kraft befindet. Die Grasarten entnehmen durchweg der oberen Krume ihre Nahrung; da nun aber ein sofortiges Düngen den eben aus dem Samen gewachsenen zarten Graspflänzchen schädlich sein müsse, so wäre von einer zu mageren Wiese vorerst nichts Ordentliches zu erwarten; dagegen aber würde das Unkraut hier sehr leicht die Oberhand gewinnen und künftig nur schwer zu unterdrücken sein. Durch gutes Ausfrieren wird der grobschalige Boden trefflich zur Aufnahme des Grassamens vorbereitet. Nach einem tüchtigen Durcheggen im Frühjahr empfiehlt es sich auch noch sehr, den Boden zu walzen. Einmal liebt das Gras festen, gutgesackten Boden, andererseits komunt der Grassamen auch nicht hier und da in zu große Vertiefungen zu liegen. Gutgeebnete Oberfläche ist ja bei jeder Wiese Hauptsache. Zum Ansäen verwende man stets eine Samenmischung, welche bodenständige, halbhohe und hohe Grassorten enthält. Nur hierbei ist es möglich, einen dichten Graswuchs zu erzielen. Der Oberbürgermeester verlaß darauf die Beschwerde des Kirchenvorstandes und die Eingabe des Oberkonsistoriums wegen der verhinderten Friedhofsweihe und giebt daran anschließend eine längere Darstellung, in welcher Weise der Friedhof von Hause aus geplant war, indem er darauf Hinweist, daß nach Ausweis der Akten der frühere Oberbürgermeister Gnauth am 19. März 1897 an das Stadtbauamt wegen der Errichtung des Friedhofs u. a folgendes verfügt hat:„ Nachdem Großh. Kreisamt die Anlage des geplanten zweiten Friedhofes genehmigt hat, wollen Sie auf dem speziellen Plan die Möglichkeit offen halten für Anlage eines direkt von außen zugänglich zu machenden israelitischen Friedhofes, sowie eines Krematoriums und einer Urnenhalle." „ Aus dieser Verfügung, so führte der Redner aus, geht unzweifelhaft hervor, daß der Friedhof in erster Linie für alle bestimmt, also fonfessionslos gedacht war. Anfangs Oftober 1899 legte alsdann das Stadtbauamt den Entwurf nebst Voranschlägen usw. zur Genehmigung vor und die Pläne wurden durch Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung vom 19. Oftober 1899 genehmigt. Auf diesen Blänen war über dem Haupteingang zur Kapelle ein Kreuz vorgesehen. Erst infolge eines Schreibens der israelitischen Religionsgemeinde vom 14. November 1899, wonach dieselbe ihr Einverständnis mit der Mitbenußung des Gemeindefriedhofs unter der Voraussetzung erklärt, daß sich fonfessionelle Symbole weder am Portal, noch an der gemeinsam zur Benutzung eingeräumten Kapelle und LeichenHalle befinden werden, wurde man darauf aufmerksam, daß das in dem Plan vorgesehene Kreuz über dem Eingang der Kapelle den Charakter des allen gemeinsamen Gemeindefriedhofs gefährde, und der Oberbürgermeister wurde vor die schwierige Frage gestellt, ob nunmehr noch, nachdem der Plan mit dem Kreuz von der Stadtverordneten- Versammlung genehmigt und in der Offentlichkeit bekannt geworden war, das Kreuz auf der Zeichnung beibehalten oder unterdrückt werden solle. Es erfolgten nun darüber Verhandlungen zwischen dem Stadtbauamt und dem Oberbürgermeister, worauf letterer unter dem 12. April 1900 anordnet, die Steinhauerarbeiten für das Hauptportal der Kapelle mit vorläufigem Ausschluß der geplanten Giebelbekrönung durch ein Kreuz zur Ausführung bringen zu lassen. Der Oberbürgermeister hat alsdann die Frage wegen Anbringung des Steinkreuzes der städtischen Baudeputation vorgelegt und diese hat in ihrer Sißung vom 16. Juli 1900, in welcher alle Mitglieder derselben anwesend waren, einstimmig folgender Beschluß gefaßt:„ Man hält mit Rücksicht auf die mutmaßliche Stimmung des überwiegenden Teils der hiesigen Bevölkerung die Empfehlung der Forderungen der israelitischen Religionsgemeinde und israelitischen Religionsgesellschaft wegen Mitbenußung der Leichenhalle und Kapelle nicht für rätlich, findet aber gegen die übrigen Forderungen, mit Ausnahme des besonderen Zugangs, nichts zu erinnern; für die Unterbringung der israelitischen Leichen fönnte ein gesonderter Anbau an der Nordseite der östlichen Grufthalle in Vorschlag gebracht werden. werde ich nie versuchen, oder auch nur wünschen, die Kapelle berftanden erklärt zu weihen oder eine heilige Messe dort zu lesen, und ich habe juristische Kommiff netem- Berfammlung er Friedens ein Daß den Ver geftat et fein auch die Gef in denen Tot find oder wer Damit ift Friedhofsstreit be sehr gute Gründe, anzunehmen, daß alle meine Nachfolger ganz genau so gesinnt sein werden." Vor Eröffnung des Friedhofs hatte ich den Stadtvorstand, die 4 evangelischen Pfarrer, den katholischen Pfarrer und die beiden Rabbiner auf den 20. Juni d. I. auf den Friedhof zusammen gebeten. Zu dieser Besprechung waren von seiten der Geistlichkeit nur die Herren Pfarrer Naumann, Dekan Bayer und Rabbiner Dr. Sander erschienen. Die Besprechung mit diesen Herren habe ich damit eröffnet, daß ich eine Erklärung des Inhalts abgab, ich halte eine fonfessionelle Weihe lich mit dem Stadtvorstand der ersten Beerdigung eines Erwachsenen ohne Rücksicht auf dessen Person und Konfession beiwohnen und so den Friedhof eröffnen. Beweis: Zeugnis der Herren Defan Bayer und Rabbiner Dr. Sander. Dekan Bayer äußerte darauf, er könne den Friedhof überhaupt nicht weihen, sondern nur jedes einzelne Grab; während Pfarrer Naumann wörtlich erklärte:„ Bei uns giebt es überhaupt keine Weihe." Beweis: Zeugnis der Herren Dekan Bayer und Rabbiner Dr. Sander. Es trifft zu, daß der Altar in der Kapelle mit einer Vorrichtung versehen ist, welche die Einsentung eines geweihten Altarsteins ermöglicht, wie der katholische Ritus für einen Meßaltar vorschreibt. Diese Vorrichtung ist aber vom Stadtbauamt angebracht worden, ohne daß ich oder eins der anderen Mitglieder der Baudeputation davon Kenntnis hatte. Wir haben vielmehr alle das erste hierüber durch die Beschwerde des Herrn Pfarrer Naumann erfahren. Nach Ausweis der Aften des Stadtbauamts und den Aussagen des Bauassistenten Gerbel ist die Entstehungsgeschichte dieser Einrichtung folgende: des Friedhofs nicht für angebracht und würde gemeinschaft. Gonntag, den 4. Das Stadtbauamt setzte sich wegen der Beschaffung des Altars, dessen Einrichtung und Ausstattung mit dem evangelischen Pfarrer Schlosser in Verbindung und schrieb unter dem 10. Januar 1902 nach Rücksprache mit Herrn Pfarrer Schlosser" an das evangelische und katholische Pfarramt Gießen In der Kapelle der neuen Friedhofsanlage soll ein ähnlicher Altar aufgestellt werden, wie der nach gemeinschaftli ter Uebereinkunft des evangelischen und katholischen Pfarramts im Betsaal der hiesigen Strasanstalt errichtete." In diesem Schreiben schlug das Stadtbauamt vor, an Ort und Stelle eine mündliche Besprechung wegen des Altars anzuberaumen, die am 20. Januar 1902 stattfard. An derselben nahmen, soviel ich in Erfahrung bringen konnte, alle vier evangelische Pfarrer, der katholische Pfarrer, der Stadt baurat Schmandt und der Bauassistent Berbel teil. Nach der Aussage des Herrn Gerbel gab damals der katholische Pfarrer die Erklärung ab, er wünsche nicht, daß der Altarstein zurzeit in den Altar eingesetzt werde, dagegen habe er Dabei machte Herr Pfarrer Naumann noch die Bemerkung, er beabsichtigte die erste Beerdigung eines Evangelischen feierlicher zu gestalten und auf die Bedeutung dieser ersten Beerdigung als Eröffnung des Friedhofes besonders hinzuweisen. Mit Rücksicht auf die beabsichtigte Teilnahme des Stadtvorstandes bei der ersten Beerdigung fragte ich den Pfarrer Naumann, ob seine Ansprache und der Gesang bei dieser Gelegenheit lange währen würde, worauf er mir erwiderte: Nein." Ich fonnte aus diesen Worten des Herrn Pfarrer Naumann nicht auf die Absicht einer Weihe schließen, denn er hatte ja turz vorher erklärt, daß es bei den Evangelischen keine Weihe gebe. Die erste Beerdigung eines Erwachsenen war die eines Evangelischen und fand am Montag, den 6. Juli, morgens um 8 Uhr statt. Die erste Beerdigung wurde vom Pfarrer Scheunemann in Gegenwart von Bekannten und Freunden der Verstorbenen und eines großen Teils des Stadtvorstandes Die zweite, am selben Tag, vormittags 9 vorgenommen. Uhr stattgehabte Beerdigung, sowie die dritte Beerdigung am folgenden Tage nachmittags 5 Uhr betrafen gleichfalls erwachsene Evangelische und wurden von Herrn Pfarrer Schlosser vorgenommen. In der Zeit zwischen dem 5. und 8. Jult wurde mir von verschiedenen Seiten mitgeteilt. Pfarrer Naumann habe am Sonntag, den 5. Juli in der Predigt erklärt, ‹ r werde demnächst eine tirchliche Weihe der Friedhofskapelle vornehmen und hierauf bezieht sich mein erstes, in dieser Sache an Herrn Pfarrer Naumann gerichtetes Schreiben vom 8. Juli 1. J8. Dieses, von mir mit„ Sofort" bezeichnete Schreiben habe ich in der Reinschrift am 8. Juli kurz vor 12 Uhr mittags unterschrieben und es ist nach meinen Feststellungen bald darauf in der Wohnung des Pfarrers Naumann an dessen Frau abgegeben worden. Darauf erschien am 9. Juli abends die vom Pfarrer Naumann unterzeichnete Einladung zu der von ihm am 10. Juli vorzunehmenden Weihe des Friedhofs. Wenn Herr Pfarrer Naumann das am 8. Juli mittags in seiner Wohnung abgegebene Schreiben erst am 9. Juli erhalten hat, dann ist das nicht meine Schuld. Nicht ich allein, sondern auch mehrere andere Herren, die mit der Sachlage bekannt waren, haben die Einladung vom 8. Juli aufgefaßt, nach der ganzen Sachlage mußte ich es so auffassen, und daraus erklärt sich der Ton mines Schreibens vom 10. Juli und namentlich auch dessen Schlußsaß. Wir unterbrechen hier den Bericht des Oberbürgermeisters und die sich daran anschließende Debatte, worüber wir am Montag eine Fortsetzung bring' n werden. * * * Der Gr ben außerordentlic der Universität Leip bom 16. Oftober bei der juristischer emannt. Am Schluß der Sigung stellten die vereinigten Friedhofs- und juristischen Kommissionen folgenden Antrag, welcher von der Versammlung angenommen wurde: 1. Der neue Friedhof gehört der Stadt Gießen; er darf zu Begräbnissen und den mit ihnen zusammenhängenden üblichen Feierlichkeiten benutzt werden gemäß der in der Friedhofsordnung festgelegten Zweckbestimmung des Friedhofs. Andere Feierlichkeiten bedürfen besonderer Genehmigung. 2. Die Friedhofsverwaltung und Eigentümer- Polizei steht der Friedhofskommission zu, welche unter dem Vorsitz des Bürgermeisters beschließt und von ihm vertreten wird. Er hat das Recht zum Erlaß von Verboten jeder Art und zur Erteilung der Erlaubnis zur besonderen Benutzung des Friedhofs. Das verfassungsmäßige Recht der Religionsgemeinschaften auf freie Religionsübung läßt die besonderen Bestimmungen, die auf dem Eigentumsrechte dritter und den polizeilichen Vorschriften beruhen, unberührt. 3. Im vorliegenden Falle war zu wünschen, daß der Bürgermeister, bevor er ein Verbot der Friedhofsweihe an den evangel. Pfarrer erließ, einen Beschluß der Friedhofskommission veranlaßt hätte. Jedenfalls aber war dem Beschlusse der städtischen Vertretung, solange er nicht durch die zuständigen höheren Instanzen endgiltig beseitigt war, der Gehorsam zu gewähren, der jedem obrigkeitlichen und zumal dem Beschlusse des Betreffe admittags 4 Weihe des n Gemeinde nochn Beistliche, ne sowie auch die und der Gesamt on der Trepp tapelle führt. fel en anschließ + Bestät bem. Herrn Graf an ider Gemeind tierte Schullehre für die Stelle be Erledi gelifchen Lehrer zu hule zu Lindheim Lehrer zu befebe Dier- Widde geblichen, nach Stadttheate 01 Der blin Blumenthal un bomnements- Bo der Belegung di bak, bie Direktio toime borgefehen ich auch für d teiligung einstel neu en Deforatio Berlin) ausge inces befannte Ausfahrt aus erreichen die h Rollen des Der felben zeigt. Ford und der Deltorationen ** Beri Jubiläumsfeste Ohne A Pater Kumm Fone unber find abnehm fallen der S einfache Hebe Ausgeft Bejchlägen. Groß- Fe offert wurden er hatten bier Stein in den igentümers für dessen Eigentumsbezirk gebührt. Die Kon-| feit erregte, ist von dem hier in Gießen angestellten Ge1. März 1902 aher habe fiffion des Bürgermeisters ist hierfür ohne Bedeutung. Daß gegen diese Grundsätze beiderseits verstoßen und schließlich richtsvollzieher Geißler verfaßt worden. Selbstmord. Am Donnerstag abend erschoß sich in der 2. Kompagnie des 1. Bataillon. Siebert sollte Freitag wegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener vernommen werden. nte Maueru box Streit zwischen firchlicher und weltlicher Gewalt statt der Stadtkaserne in Gießen der Vizefeldwebel Siebert von Die Behauptun bizi den zuständigen Instanzen in der Deffentlichkeit verangelischen, Leiber Teile verziehen werden, welche leider noch durch handelt wurde, fann bedauert, mag aber der Erregung am 20. Juißverständnisse erhöht wurde. 4. Nachdem durch die t, er with slitherigen Verhandlungen deutlicher als anfangs hervorge e Meſſe in& treten ist, daß der evangelische Geistliche nur die Weihe tar durch Gaber vorhandenen und fünftigen Gräber der Ange weihten Steinhörigen seiner Kirchengemeinde beabsichtigt und nicht zu. Heinen Aft, der die Interessen der Andersgesinnten und des schriftliche& Cigentümers verlegt, nachdem nunmehr auch der Oberin Gießen bir Ergermeister mit einer Weihe in diesem Sinne sich einhen, en, und ich hab ijtrist sche Kommission tein Bedenken, bei der Stadtverordeine Nachfolge weten- Bersammlung im Interesse des politischen und kirch- Schwimmbad: 3865 Männer, darunter 898 zu 10 P. Eröffnung de chen Friedens einstimmig zu beantragen: 4 evangelischen eiden Rabbing zusammen g Daß den Vertretern der hiesigen Religionsgemeinden gestattet sein möge, nicht nur die einzelnen, sondern auch die Gesamtheit der Begräbnisstätten zu weihen, in denen Tote des betreffenden Bekenntnisses beigesetzt sind oder werden. * iten der Geif etan Bayer und efprechung mit deine Erklär Damit ist für die Stadtvertretung der effionelle Bei Friedhofsstreit beigelegt und die Weihe findet nun morgen e gemeinschaft Sonntag, den 4. Oktober, statt. igung eines& und Konfeffion Lokales. eweis: Beugni Sander. Detar Gießen, 3. Oftober 1003. hof überhaupt Der Großherzog hat am 20. September d. J. Brab; während den außerordentlichen Professor bei der juristischen Fakultät uns giebt der Universität Leipzig Dr. jur. Paul Kretschmar mit Wirkung is der Herren Dom 16. Oftober 1903 an zum außerordentlichen Professor bei der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen ernannt. noch die Be*** Betreffs der für morgen, 4. Oktober ng eines Ebon Nachmittags 4 1hr, angesetzten evangelischen Bedeutung dien Weihe des neuen Friedhofs in Gießen sei der boſes beſonder Gemeinde nochmals mitgeteilt, daß der diensttuende tigte Teilnahme Se i st I ich e, nebst den beiden Kirchenchorschulen, a fragte ich bu sowie auch die Mitglieder des Gesamt- Kirchenvorstands der Gesang bund der Gesamtgemeindevertretung sich aufstellen werden worauf er mit an der Treppe, die zur Sakristei der Friedhofsorten des Herm tapelle führt. Die übrige Gemeinde wolle sich an die bon * " - Weihe schließen felben anschließen. bei den Evan Bestätigt. Am 12. September wurde der von bem Herrn Grafen zu Solms- Laubach auf die 1. Lehrerstelle war die eine an der Gemeindeschule zu Wohnbach, Kr. Friedberg, präsenJuli, morgensierte Schullehrer Philipp Köhler zu Utphe, Kr. Gießen, de vom Pfarrer für die Stelle bestätigt. und Freunden ▷ Erledigt. Erledigt sind die mit einem evanStadtvorstands gelischen Lehrer zu beseßende 2. Lehrerſtelle an der Gemeindevormittagschule zu Lindheim, Kr. Büdingen, eine mit einem evangelischen itte Beerdigung Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu beide mit dem rafen gleichfalle Ober- Widdersheim, Kr. Büdingen Herrn Pfarrer gefeßlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. Stadttheater Gießen. Die Sonntag stattfindende Premiere Der blinde Passagier" Lustspiel in 3 Aften von Jult wurde mir Naumann habe Blumenthal und Kadelburg findet als erste Sonntagsklärt, er werde abonnements- Vorstellung statt. Das Publikum fann aus der Besetzung dieser Novität für Sonntag wiederum ersehen, ofstapelle vor in dieser Sache daß die Direktion auch für Sonntag ein gewähltes Repertoire vorgesehen hat. Es wäre daher zu wünschen, daß sich auch für dieses Abonnement eine noch größere Be teiligung einstellte. Die Novität selbst ist mit vollständig neuen Deforationen aus dem bekannten Atelier von E. Fack ( Berlin) ausgestattet. Der erste Att führt uns an Bord eines bekannten Vergnügungsdampfers; wir wohnen der Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen bei, fahren abwärts erreichen die hohe See und während des Schluß des Aftes das Rollen des Schiffes auf hoher See und die Wirkungen derselben zeigt. Der zweite Att spielt in einem norwegischen Fjord und der dritte wieder an Bord des Dampfers. Die Dekorationen sind genau nach Berliner Muster hergestellt. ** Berichtigung. Das Gedicht, welches auf dem Jubiläumsfeste der Gießener Schußmannschaft große Seiterreiben vom 8. rt" bezeichnett Juli kurz vor meinen Fe Pfarrers Nau Darauf erfchien unterzeichnet hmenden Weih ann das am 8 Schreiben ent meine Schuld Si re Herren, Einladung vom mußte i mines Gre en Schlußfab Oberbürger batte, worüber ben. reinigten missionen mmlung anört der Stadt mit ihnen Fnugt werden legten Zwid eiten bedürfen ofsverwaltung mmiffion zu befchließt und t zum Erlaß Der Erlaubnis 3. Das ber ten auf freie gen, die auf ilichen Vor genben Falle bor er ein arrer erließ, nlagt hätte. tifchen Ber höheren In fluffe bes u gewähren, Ohne Fleiss keinen Preis: AURORA Patentkummet der Deuzeit. Dreifacher Schutz. Kummete aus einem Stück Leder ohne jegliche Naht, schöne unveränderliche Form und tadelloser Siz. Hölzer find abnehmbar, was bei Zusammenhängen oder Umfallen der Pferde sehr zweckmäßig ist, da durch eine einfache Hebellösung sofort die Hölzer abfallen. Ausgestattet mit formenschönen und stilgerechten Beschlägen. Louis Völzing. Inhaber der goldn. Medaille Paris 1900.| Groß- Felda. ** * Besizwechsel. Die seither der Schlenbecker'schen Masse gehörenden Baupläge in der Ebelſtraße gingen burch Kauf über an Weißbindermeister K. Nikolaus, melcher be absichtigen soll, alsbald dort einige Wohnhäuser zu errichten. Gießener Volksbad. Im September wurden verabreicht, 8597 Bäder gegen 8883 im August 1903 und 7291 im Sept. 1902, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 307 Bäder gegen 312 im August 1902 und 260 im Sept. 1902. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: 1459 Frauen 361, 10 Wannenbäder: 1. KI. 256 Männer, 110 Frauen, 2. Al. 551 Dampf und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 91 Männer, 13 Frauen. 430 Brausebäder 1559 Männer, 263 Frauen. Die Personewage wurde von 200 Personen benutzt, das Bad von 9 Personen besichtigt. † Niederklein, 3. Oft. Gestern Mittag ist unser Seelsorger Pfarrer Lahm yer plößlich verschieden. Der Trauerfall erweckt in der Gemeinde allgemeine Teilnahme. || Nidda, 2. Okt. Die Obstversteigerungen an den Kreisstraßen und die der Stadt Nidda haben ganz erhebliche Preise ergeben. Die Stadt Nidda hat gegen 3200 Mt. erlöst. Es waren Händler sogar von Düsseldorf gekommen. Kelterobst wurde zu 11,50 Mark für den Doppelzentner verladen;„ Gelber Richard" wurden für 18 Mt. und Baumanns Reinette" zu 22 Mt. der Doppetzentner verkauft. + Schlig. Die Firma J. Siebfe- Frankfurt a. M. errichtete in Queck eine Molkerei mit Handb.trieb, welche am 1. Oktober in Tätigkeit getreten ist. [:] Elbenrod. Georg Schmidt wurde als stellvertretender Wiesenmeister für die Gemeinde Elbenrod eidlich verpflichtet. (:) Nieder- Ofleiden. Jost Müller ist als Polizeidiener für unsere Gemeinde eidlich verpflichtet worden. ** Groß- Felda, 1. Oftbr. Vorgestern hielt der Vorstand des Pferdezuchtvereins für den Bezirk Groß Felda eine Sigung ab, wozu auch die Herren Landtagsabgeordneten Korell und Dekonomierat Leithiger erschienen waren. Es galt, eine Entscheidung darüber herbeizuführen, ob die für den Bezirk Groß- Felda vorgesehene Gestütsstation nach dem bisher geltenden System oder auf genossenschaftlicher Grundlage eingerichtet werden soll. Nachdem die Herren Leithiger und Korell durch ihre fachkundigen Darlegungen die Verſammlung entsprechend aufgeklärt hatten, faßte man den Beschluß, der demnächst abzuhaltenden Generalversammlung des Pferdezuchtvereins Groß- Felda die Bildung einer Pferdezuchtgenossenschaft nach badischem Muster anzuempfehlen und somit im Bezirk Groß- Felda den ersten Versuch mit der Hengsthaltung in Hessen zu machen. (:) Kirchhain, 2. Oft. Die Eröffnung und Einweihung des Kornhauses fand heute statt, dem sich ein Festessen anschloß. Eheschließungen. Am 26. Sept. Friedr. Karl Heinr. Preis, Maschinist zu Wald- Michelbach und Marie Charlotte Hill, Dienstmädchen dah. Philipp Brunnengräber, Spengler dah. und Juliane Louise Struth, Tochter des verstorb. Schreiners Werner Struth dah. Geborene. Am 20. Sept. Dem Ausläufer Heinr. P h eine Tochter, Elisa Lina Wilhelmine. 21. Dem Hilfsbremser Georg Faust eine Tochter, Anna Marie Elisabeth. 22. Dem Briefträger Georg Rockel eine Tochter. 23. Dem Schneider Hellwig Franz ein Sohn, Eduard Heinr. 24. Dem Tapezier Wilh. Rohrbach ein Sohn, Herm. Wilh.- Dem Rechtsanwalt Ferdinand Arnold eine Tochter, Emma Anna Josephine. 25. Dem Schausteller Hermann Walldorf eine Tochter, Ida Elisabethe. 28. Dem Friseur Ludwig Schent eine Tochter. - Dem Rabbiner Dr. David Sander eine Tochter, Flora. 29. Dem Schlosser Konstantin Nikolei ein Sohn, Max Heinrich Herm. Dem Schneider Hermann Fleischer eine Tochter, Sophie. Dem Kutscher Joh. Fölsing eine Tochter, Marie. Dem Bäckermeister With. Christ. Karl Löber ein Sohn, With. Philipp. 30. Dem Bäcker Wilhelm Strack ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Gestorbene. Am 25 Sept. Katharine Junter, geb. Hohmeier, 76 Jahre alt, ohne Beruf dah. 29. Heinrich Stroh, 76 Jahre alt, Großh. Rendant i. P. dahie.r 1. Oft. Friedrich Peter Selzer, 26 Tage alt, Sohn des Formers Friedrich Peter Selzer dah. Louise Auguste Vigelius, 76 Jahre alt, ohne Beruf dah. Heinrich Hans Prang, 3 Jahre alt, Sohn des Dachdeckermeisters Johannes Prang dahier. - Marktberichte. Gieken, 3. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmartt fo eten Butter per Bf 0.90-1.00 M, Hühnereter 2 Stüd 14-16 Bfg., Enteneier St. 8 Big., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbien der Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Big, Tauben per Pant 1. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1 80, Hahnen, per Stud Mt. C.70-1.50, Enten per Stüd 1.80-2.40, Gänse p. fb. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch der Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Bfo 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 70-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-7.00 Mt.. 3wiebeln per 3t. Met. 4.50-500, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch ver Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. ** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 3. Oftbr. Weizen 16,00,-16,10 Rorn 14,50 bis 16,00, Gerste-,-, Hafer 12,00-12,25, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 Mark. Ades per Doppelzentner. Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Läders, Futtermittelgroßhandlung, Neis- und Delkuchenmühle, Hamburg. Unter den Einflüssen des günstigen Wetters war das Futtermittelgeschäft in der letzten September- Woche an hiesiger Börse recht schleppend, während Nordamerika tür Baumwollsaatmehl, getrocknete Schlempe und getrocknete Biertreber unverändert seste kurse kabelte. Tendenz: matt. Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein Mt. 4.22-1.50 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mt. 4.40-4.55 ab Hamburg, ohne Gehaltsgarantie Mt. 3.70-4,30 ab Hauburg Reisflete 2.00-3.50, Weizenkleie, grobe 4.10-4.30, Roggenkleie 4.10-4 30, Gerftefleie 4.50-550, Erdnußkleie( gemahlene Erdnusschalen) 1.90-2.25, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 6.25-6.40, 53-58 Proz. 6.50-7.25, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.50-6.75, 56-62 Proz. 6.60-7.-, Cocusnußfuchen fuchen und Mehl 22--26 Pro3. 4.90-5.30, Rapskuchen und-Mehl 38-44 Proz. 4.10-4.50, Leinfuchen und Mehl 38-42 Broz. 6.20 bis 6.75, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Proz. 5,75-6.00, e- trocknete Schlempe 33-45 Proz. 5.15--5.80, Getrocknete Treber 24-30 Proj. 4.70-5.-, malzfeime Mt. 4 50-5.- alles pro 50 Kilo ab Hamburg. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. und Mehl 28-34 Pro3. Fett und Protein 5.30 6.25, BalmfernAufgebotene. - - Am 28. September Ludwig Ninn, Arbeiter dahier und 29. Louis Christine Reich, Dienstmagd zu Dreihausen. Schmidt, Artist zu Gießen und Elisabethe Leiset, Artistin zu Bukownit. 30. Wilhelm Wirth, Mezger dahier und Barbara Eichmann dahier Peter Rosenbecher, Taglöhner dah. und Wilhelmine Luise Hütter dah.- Mathias Willems Technifer dah. und Anna Luise Giesbach zu Sobernheim. 1. Oft. Friedrich Karl Philipp Bachmann, Schlosser dahier und Wilhelmine Luise Georgine Elisabethe Berta Lehmann, Büglerin dahier. Zu vermieten Die durch den Wegzua des Herrn Pfarrer Scheunemann leer gewordene Wohnung Kleines Logis zu vermieten Wiener Hof. Im Seitenbau( Neubau) Frantfurterstraße 29 ist im Parterre eine schöne, abgeschlossene Dreizimmerwohnung mit Spülklosett an ruhige Leute per sofort zu verm. Birkenstock& Schneider. Gießen. Alicestraße 12 unterer Stod, 8 Zimmer mit allem Zubehör, ist sofort anderweitig zu vermieten. Anfragen wolle man richten an Herrn Pfarrer Enler, an Al cestraße 13, oder an den Befiter des Hauses Herrn Adami. Gießen, Südanlage 19. Mansardenwohnung mit allem Zubehör zu vermieten. zu Zimmer, unmöbl., alleinstehende Person zu verm Gießen. Neuenweg 6, part. Möbl. Zimmer vermieten. Gießen, Wollengasse 27. Einfach möbl. Zimmer und ein Mansardenzimmer billig zu vermieten. Gießen, Seltersweg 10. Ein Gießen, Bruchstraße 12. Landgrafenstraße 3. Mansarde, 3 schöne Zimmer: wobnung mit Küche und Zubehör an ruhine Leute zu vermieten. Wohnung mit Werkstätte, und zu jedem Geschäft geeignet, zu vermieten. Nah. Gießen, Neuenweg 28. Parterre- Wohnung, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mit allem Zubehör, Gartenanteil, sowie Trockenboden, zu vermieten. Näh Gießen, Neuenweg 28. Möbl. Zimmer Klavierbenußung zu verm. Gießen, Kirchenplag 9. mit Möbliertes Zimmer eine kleine FamilienWohnung zu vermieten. Neuenweg 31. Möbl. Zimmer zu verm. Näheres Löbershof Nr. 8, III. Hausbursche vom Lande, der rechtzeitig mit der Bahn jeden Tag nach Hause fahren tann, sofort gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl. Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil Albin klein: far bas Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Lpperman Drnd und Berlag der Gießener Berlagsbruderet( vorm. Wilh. Keller), Gießen. ist AUTOL unübertroffenes Oel H.Möbius Sohn für Motorwagen Motorzweirader. Warum es wohl notwendig gewesen, dass zu all den vielen Sorten in der NaumanniaSeife noch eine neue KernSeife in den Handel gebracht wurde? wirklich Hannover. Basel Weil eben darunter keine in SO hohem Grade, die für eine gute Haushaltungsund Küchenseife erforderlichen Eigenschaften besitzt als gerade Naumannia- Seife Sparsam, rein, mild, neutral, billig, Wäsche und Hände nicht angreifend, für alle Waschzwecke gleich gut geeignet, sind die Eigenschaften, nur 12 Pfg. welche bei die Naumannia- Seife per Stück bei jeder einsichtigen Hausfrau beliebt machen. 3. Hessisch- Thüringische Staats- Lotterie 3. Ziehung 1. Klasse bereits am 11. und 12. November 1903. Original Lose 1/8 Mt. 3.50, Mt. 7, ½ Mt. 14, 11 Mt. 28. Da diese Lose diesmal sehr schnell vergriffen sein werden, empfiehlt es sich sofort zu bestellen. Reelle und prompte Bedienung zugesichert. Julius Sonnenberg, Lotterie- Bureau, Telefon 566 Worms Telegramme: Sonnenberg. - Bandeisen QQ eine größere Menge, hat sehr billig abzugeben die Expedition. Einweihung des neuen Friedhofes zu Giessen. Der Evangelischen Gemeinde teilen wir mit, daß wir beschlossen haben, die Weihe des Friedhofes am nächsten Sonntag, den 4. Oktober d. J., vorzunehmen. nachmittags 4 Uhr Da die Weihe ohne Anschluß an eine Beerdigung, als besondere kirchlichgottesdienstliche Handlung stattfinden soll, so wird zu derselben um halb 4 Uhr nachmittags mit den Glocken der beiden Kirchen geläutet werden. Wir laden alle unsere Gemeinde- Mitglieder zur Teilnahme an der Weihefeier hierdurch freundlichst ein. Gießen, den 2. Oftober 1903. Der evang. Gesamt- Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Stadt- Theater Giessen. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 4. Oftober 1903. I. Sonntag- Abonnements- Vorstellung. Novität. I Zur bevorstehenden Saison bringe mein großes Lager von Irischen, Dauerbrand-, Geschäfts- Verlegung. Mit dem heutigen Tage habe ich mein Uhren-, Gold- und Silberwarengeschäft von Marktplatz 18 nach berlegt. Deustadt Dr. 19( Neubau) Gießen, 2. Oktober. 1903. Telefon 407. F. G. F. Die Schluß- Uebung am 4. d. Mts. fällt aus und wird diese Sonntag, den 11. d. Mts. abgehalten. Das Kommando. Offeriere: Gesiebte Ofenkoblen Nr. I 99 Schmiedekohlen Nr. III Amerikaner-, Regulier- ab Bahn und auf Lager. Novität. heiz, Koch- Hopew- und Mit vollständig neuer Ausstattung. Der blinde Passagier. Darmstädter- Defen in diversen Fabrikaten. Ferner: Heinrich Ruppert, Ermenrod. Brennholz Ofenschirme, Ofenvorseßer,( Tannen- Abfallholz) liefert für Lustspiel in 3 Akten von Oskar Blumenthal und Verdampfschalen, Feuerge- 1.15 Mr. pro 3tr. frei ans Haus. G. Kadelburg. Dienstag, den 6. Oktober 1903 I. Dienstag- Abonnement- Vorstellung. Zum 2. Male. Novität. 1000 Centner räteständer, Kohlenfüller n. B. Nuhn, Lollar. Kasten, Kohlenlöffel, Stocheisen, Asch- und Mülleimer u. s. w. in empfehlende Erinnerung. Auch habe Novität. 1 Wolldampf- Waschmaschine, sowie Dr. Klein's FleischSaftpressen zu verleihen. Ganz besonders mache auf den Vertrieb der patentierten Lieselott. Lustspiel in 4 Aufzügen von Heinrich Stobizzer. Freitag den 9. Oktober. 2. Freitag- Abonnements- Vorstellung. Novität! Novität! Kartoffeln O ( magnum bonum) werden gegen Kasse sofort gekauft. Off. unter B. 2545 a. d. Erp. d. Bl. Gebrauchtes Fahrrad, sehr gut erhalten, zu verkaufen. Wo, fagt die Erp. d. Bl. Ein großes Quantum Schröders Fohlen, und Kohlenschlacken Kälber- Sang- Apparat sowie Fensterfeststeller aufmerksam. Hochachtungsvoll abzugeben. Näh. Gießen, Neuenweg 28. Mehrere Wagen Dung abzugeben. Ueber den Wassern. Edgar Borrmannarken, Resentes nur Drama in 3 Aufzügen von Georg Engel. 10000 Mk. bar Geld für 1 Mk. zu haben. Ziehung garantiert 7. Oktober 1903 der Deutsch- Kolonialen- Lotterie 2328 Gewinne Mk. 40000 zusam.: Los 1 Mk., 11 L. 10 Mk.; Porto u. Liste 25 Pfg. empf. J. Stürmer, Lott.- General- Agent, Strassburg i. Els. und alle mit diesen Losen kenntlichen Verkaufsstellen. In Giessen bei: R. Buchacker; W. Semmler; Ph. Weiler. Kalk- und Marmorwerke, Dampfziegelei, Eisenhandlung. Näh. Gießen, Neuenweg 28. Reiche Heiraten! Herren jed. Alt. - Standes u. w. a. o. Verm. erh. u. Hand und Küchengeräte. Mitt. ihr. Adr. sof. 600 reiche Zöpfe, Scheitel, Frisets, Toupe werden naturgetreu angefertigt und aufgearbeitet. Damen Kopfwaschen Mart. Spezialität: Grane und weiße Haar- Arbeiten. H. Tichy, Gießen Partien u. Bild. z. Ausw.- U. A. w. s. z. verh. 1 j. Waise m. 150 000 M. V., 1 häusl. er. Dam. m. 200 000 M. V. u. 1 Gutsb., Ww., m. ca. 350000 Mk. V. u. spät. Erbe. All. Näh. d. F. Gombert, Berlin S 14. Selbstverschuldete Schwäche der Männer, Vollut. sämtl. Geschlechtskrankh. behand. ficher nach 30jähriger prakt. Erfahrung. Mentze, Hamburg, Seilerstr. 27. Auswärtige brieflich. Seltersweg 43, Ecke Göthestrasse Schreiber, 16 Jahre alt, Baumaterialien ' schrift, sucht bald. geeigneten Bosten. Näh. in d. Exp. d. Bl. D. Kaminka, Uhrmacher und Goldarbeiter. Vergebung von Bauarbeiten. Für den Neubau der Central- Waschanstalt der Kliniken werden auf Grund des Ministeriale lass 8 vom 16. Juni 1893 folgende Arbeiten öffentlich ausgeschrieben. Los 208 1. Cements, Terrazzo- und Asphalt- Arbeiten 420 qm Betonboden 100 " Terrazzoboden 230" Asphaltboden Los 2. Fußbodenbelag und Wandverkleidung. 90 qm Thon- Bodenplatten, liefern und verlegen 70, weiße Porzellan- Wandplatten desgl. 2c. Los 3. Partettböden. 155 qm Buchenparkettböden in Asphalt. Los 4. Schreinerarbeiten, darunter 150 qm Riemenfußböden 130 rauhen, tannenen Fußboden 2 Stück eichene Türen 5 " 17 Bitchpine Türen Innentüren 1 Stockwerftreppe 10 Stück Läden 16 Jalousien 2c. " Los 5. Schlosserarbeiten. Beschlag der Türen und Läden in Los 4. Los 6. Glaserarbeiten, darunter 60 qm Pitchpinefenster 2c. Los 7. Anstreicherarbeiten, darunter 640 qm Delfarbenanstrich auf Wänden 300 Holz " " 1000 Leinfarbenanstrich Angebotsunterlagen fönnen auf unserem Amt, Wilhelm. straße 21, eingesehen; Angebotsformulare( feine Zeichnungen) gegen Selbstfostenpreis dorther bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bei uns bis Dienstag, den 13. d. Mts. Vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 3. Dftober 1903, Großh. Baubehörde für die UniversitätsNeubauten, Gießen. Becker. Bekanntmachung. Betr.: Die ärztliche Behandlung der Stadtarmen. Herr Privatdozent Dr. Bolhard ist von der Reise wieder zurück. Gießen, den 29. September 1903. Armenamt Gießen. J. V. Curschmann. Landw. Ausstellung Giessen. Nächsten Dienstag, den 6 d. Mts. wird auf dem Ausstellungsplatz ein Teil des von dem Abbruch der August Gabriel jr., Giessen Cement, Cementwaren Maurer, Handlanger. Hallen herrührenden Tannen rundholzes( im Winter geund Tonplatten. Heinrich Völzing Massenfabrikation. Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. Hilfe fönnen noch eintreten. H. W. Rinn, Baugeschäft. Gießen. Schuhmachergeselle Ch. Schmidt I. Bruchstraße Nr. 10. Groß- Felda. * g.Blutstock.Timermann gesucht Hamburg, Fichtestr. 33. Gießen. Th. Brü, Möbelfabrik m. Motorbetrieb, Gießen. Oche Schloßgaffe- Kanzleiberg- Brandplatz. Franho- Lieferung nach jeder Bahn- Station Besichtigung der jeder großStädtischen Konkurrenz die Spitze birtenden Ausstellnaga- Räume ohne Uerbindlichheit rrbeten. Chrendete freiwillige Anerkennungsschreiben. Grüßtra Zehn Schaufenster 1200 mtr. homfortable Magazin- Räume außer den Maschinen- u. Fabriklokalen. Strtes Lager von ca. 100 Sa= Möbellagers, Speiſe, Schlaf- und feinste und einfachste Möbel jeden Styles Herren- Zimmern. Kücheneinrichtungen jeder Preislage 25 komplett( mit allen Innendekorationen, Lüfter Kunstverglasungen ete. versehene) eingerichtete Muster- Zimmer. Geschäftsgründung 1858, Telephon 373. fällt) sich zu Nüstzeuge, Baumstangen, Garteneinfriedigungen und Brennholz eignend, gegen sofortige Barzahl ung meistbietend versteigert. Der Bau- und Plak- Ausschuß. Restaurant zum Tannhäuser Frankfurterstr. 81. Gießen Frankfurterstr. 81. nächster Nähe der nenen Kliniken empfiehlt seine geräumigen Lokalitäten, nebst Gartenwirtschaft zur gelegentlichsten Benugung. Guten bürgerlichen Mittagstisch. Zum Ausschank kommt das berühmte Göbels- Bier. Schönste Ansicht ins Lahnthal. Flaschenbier auf Bestellung frei ins Hand. Um gütigen Zuspruch ladet ein Georg Kraft, Wirt. K. Grosshaus, empfiehlt sein großes Grünberg, Bahnhofstr. 20. Lager in allen Sorten Schuhen und Stiefeln, besonders mache auf eine große Auswahl in hohen Zungenstiefeln, hohe und halbhohe Schaftstiefel, mit und ohne Beschlag, rindlederne Arbeitsschuhe, für Männer, Frauen und Kinder, in dauerhafter Ware aufmerksam; unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung. Nr. 232 Abonnements In's Saus gebra Bratiebellager Oberbeffifche Bartenbau, fo Das Blatt für 94 In Gemäß der Bestimmung fir Schulangeleg wir hierdurch zu Montag, den schulhaus an genannten Tage d Zum Besuc welche während entlaffen wurden nafien, Oberrealf welche nach Abl mindestens ein und sich hier au Es haben Montag, d all stulpflichti mimnische Fach bir der, Geome Mechaniter, V Auslaufer, Gä In dieser 2 bis 5 Uhr Montag, d alle fchulpflichtig beder, Spengle unfo alle sonstig In dieser 5 bis 7 Uhr Dienstag, alle schulpflicht Tapezierer, M übrigen Schul von 5 bis 7 fatifindet. Außerder meinden, weld aber zum Besu worden find. tags 4 Uhr Der 1 wochs von 6 Uhr statt Unter S rach Lehrher lingen, Diene Fortbildungsfo Strafen einzu Die Sie betei pflichtigen vo mis zu geben. Gieße 20 Dierbi [ Was tagsgebäudes nationalen f Heizung und festzustellen, tagsgebäudes den Kongres Die Summe Dauer von Vergnügen. der Tagung Stongresses auf den B Delegiert fi übrigen Ko MA