Nr. 179, Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbetlagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Montag, den 3. August 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertion@ pret 8: Die einfpaltige Betttzelle für Gießen wie gang Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pff fonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzetle 30 refp. 40 fg. Boftzeitungsliste No. 3969. Rebattion und Expedition: Gießen Neuenweg 98. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) 316 Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Betr.: die Nebision der Bierdruckvorrichtungen. Die Stelle des Kontrolleurs der Bierdruckvorricht ungen in den Wirtschaften der Landgemeinden des Kreises ist neu zu besetzen. Bewerber wollen sich unter Vorlage bon Zeugnissen über ihre technische Befähigung schriftlich bei uns melden. Gießen, den 31. Juli 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Herr Stadtrechner Doepfer ist vom 1. bis 23. August beurlaubt und wird während dieser Zeit durch den I. Stadtkassegehilfen Herrn Peter vertreten. Gießen, den 31. Juli 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 25. Juli bis 1. August 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Trauring, i goldener Ning, 1 Bortemonnaie mit Inhalt, 1 weiße Nachtjacke, 1 rotes Kinderjäckchen und 1 Pferdeteppich: bertoren: I zehnmarkstück und 1 Stahlbrosche; entflogen: 1 Kanarienbogel; entlaufen: 1 Forterrier und 1 Teckelhund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend ju machen. Gießen, den 1. August 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Das im hiesigen Stadtwalde unverbürgt gebliebene holz als: 3 mtr. Nadelprügel, 1 mtr. Giche Scheitholz, 14 Rmtr. Eiche Reiser und 13 Rmtr. Nadel Reiser soll Mittwoch, den 5. d. Mts., nachmittags 5 Uhr in dem hiesigen Rathaussaale anderweitig versteigert werden. Auch wird bekannt gegeben, daß das aus dem Wirtschaftsjahr 1902/3 im hiesigen Stadtwalde ge= steigerte Holz bis zum 10. August d. Js. bei Vermeidung von Strafe abgefahren sein muß. Grünbers, am 1. August 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Bekanntmachung. Die städtische Fischerei in der Höfentränk dahier soll Mittwoch, den 5. d. Mts., nachm. 5 Uhr, im hiesigen Rathaussaale auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Grünberg, am 1. August 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Lehrlingsfchulen. Man schreibt uns: Der preußische Handelsminister hat, wie erinnerlich, in Osnabrück darauf hingewiesen, daß die Zeitverhältnisse sich für den Handwerkerberuf von Grund aus geändert haben und zwar so sehr, daß selbst die Berufserziehung auf eine andere Grundlage gestellt werden müsse. Die Zeit werde nicht mehr fern sein, in der staatliche Anstalten für die Lehrlingsausbildung errichtet werden, denn das heutige System habe sich überlebt. Wer mit offenem Auge dke Zeitverhältnisse verfolgt, fann dem Minister nicht ganz unrecht geben. Das heutige System ist noch ein Ueberrest aus der patriarchalischen Zeit, der heranwachsende Berufsgenosse wird in die Lehre zum Handwerksmeister gegeben, aber die Hausgemeinschaft hört in der Regel auf und damit auch der Einfluß auf die sittlichen Anschauungen des Lehrlings. Außerdem aber macht sich in weit höherem Maße als in früheren Jahrhunderten das Bestreben geltend, die Lehrlinge als billige Arbeitskräfte auszunußen. Früher war das weniger der Fall, nicht weil die Handwerferschaft der damaligen Zeit auf höherer sittlicher Warte gestanden hätte, vielmehr deshalb nur, weil die Vorbedingungen zu einer derartigen Praxis fehlten. Heute ist kein Handwerk mehr ohne maschinelle Einrichtungen, zu deren Bedienung ein Lehrling in wenigen Wochen abgerichtet werden kann. Dornt er dann noch das Handwerksmäßige der Technik dazu. dann ist der Lehrling als Betriebsgehilfe fix und fertig. Der Staat hat ja mit seinen Bestimmungen über die Zahl der zulässigen Lehrlinge bereits eingegriffen, aber immerhin ist es, das muß ein um den Nachwuchs besorgter Meister zugeben, möglich, daß ein Lehrling auch dann noch mißbraucht und ausgenutzt wird. Ein Merkmal des Maschinenzeitalters ist eben die Arbeitsteilung; aber nur der Fertige" soll Spezialist werden, die Lehrlingserziehung soll sonach allseitig sein, damit dereinst ein„ Meister" sich aus dem Lehrling herauswächst. Eines aber kommt noch hinzu, um das heutige Ausbildungssystem allmählich in Verfall zu bringen: die hohen Ansprüche, die an das theoretische Wissen gestellt werden. Diese führen allmählich dazu, daß wenigstens in den Städten völlige Lehrlingsschulen eingerichtet werden, in denen nach einen bestimmten Plan die Theorie und Praxis auf fachlicher Grundlage organisch ineinander greifen. Wer sich nicht geflissentlich die Augen verschließt, wird zugeben müssen, daß wir diesen Verhältnissen entgegen gehen. Daß eine systematische Berufsausbildung in Lehrlingsschulen voraussichtlich die berufliche Tüchtigkeit des Nachwuchses steigern würde, ist nicht zu leugnen, denn für den Lehrmeister, der sich lediglich der technischen Erziehung widmet, fallen alle Gründe fort, einen Handwerksrefruten einseitig zu erziehen und ungeeignete Elemente zu halten. Diese würden schon während der Lehrzeit in die Reihen der ungelernten Arbeiter abgeschoben werden. Zweifellos würde eine schulmäßige Handwerkserziehung auch die Empfindung für die Berufsehre ſteigern, ebenso würde der Wettbewerb in den Schulen und durch die periodischen Prüfungen nicht ohne Einfluß auf die Leistungn sein- alles Vorzüge, die nicht gering anzu schlagen sind. Aber die Schattenseiten! Derartige Organisationen sind nur in den Städten möglich. Auf dem Lande fehlen alle Vorbedingungen dazu, die Zahl von Lehrlingen, um Fach schulen einzurichten, die Kräfte, um den Unterricht systematisch zu gestalten. So ist auch die von dem Minister auf die Tagesordnung gesetzte Frage ein neuer Beweis für das wachsende Uebergewicht der Städte in unserem wirtschaftlichen Dasein. Soll diese Entwickelung aufgehalten werden, dann ist es unerläßlich, daß die Meister jede Lehrlingszüchterei vermeiden, die sittliche Erziehung des Nachwuchses über wachen und auch darauf sehen, daß der Lehrling sich in der Fach- und Fortbildungsschulen die Aneignung neuer Kennt nisse angelegen sein läßt sonst könnte das, was Minister Möller als eine langsame Zukunftsentwickelung ankündigt vielleicht eine überraschende Spende der Gesebaeher werden Die Politik. Ein deutsches Fürstenjubiläum. Fünfzig Jahre sind seit jenem 3. August verflossen, an dem Herzog Ernst von Sachsen- Altenburg den Thron ſeiner Väter bestieg. Selten hat ein deutscher Fürst so lange Jahre das Szepter geführt, wie Herzog Ernst, der dabei noch die Achtzig nicht erreicht hat. Am 16. September 1826 als ältester Sohn des Herzogs Georg und seiner Gemahlin Marie, Prinzessin von Mecklenburg- Schwerin geboren, tat der Prinz von 1851 bis 1853 Dienst bei dem Potsdamer Ersten Garderegiment zu Fuß. Kurz nach seiner 1853 er folgten Vermählung mit Prinzessin Agnes von Anhalt, die er vor 6 Jahren durch den Tod verlor, trat Herzog Ernst die Regierung seines Landes an. Er schloß sich eng an Preußen an und war neben dem Großherzog von Baden einer der begeistertsten Vorfämpfer der deutschen Einheit unter Preußens Führung. Seine einzige Tochter, Prinzessin Maria, vermählte sich 1873 mit dem Prinzen Albrecht von Preußen, dem jetzigen Regenten von Braunschweig; sie starb bereits vor ihrer Mutter 1893. Die Liebe seiner Altenburger und die Verehrung gatiz Deutschlands möge den greisen Fürsten, der an seinent Jubelfeste seine dahingeschiedenen Lieben schwer vermissen wird, einen Ersag bieten für das, was ihm das Schicksal mitleidslos entrissen hat. Monarchenbegegnungen im Spätsommer. Offiziell wird jetzt bestätigt, daß König Eduard VII. am 15. August zu dreiwöchigem Kurgebrauch in Marienbad eintreffen werde. Wie weiter verlautet, wird der König im Anschluß an seinen Marienbader Aufenthalt auch dem Kaiser Franz Josef in Wien einen offiziellen Besuch abstatten. Von dort aus begibt sich der König entweder nach Homburg oder nach Wiesbaden. Bekanntlich wird im Herbst auf deutſchem Boden eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm, dem 3aren, König Eduard und den Königen von Dänemark und Griechenland stattfinden, die sämtlich ihre Anwesenheit bei der Hochzeit des Prinzen Andreas von Griechenland mit der Prinzessin Alice von Battenberg in Darmstadt zugesagt haben. Fürst Ferdinands Herrscherschmerzen. Fürst Ferdinand von Bulgarien scheint von der Wahrheit seiner Versicherung, in Bulgarien sei alles ruhig, selbst nicht allzu viel zu halten. Er hat, wie jezt bekannt wird, dem Familienrate des Hauses Koburg- Kohary die Frage vorgelegt, ob er auf den bulgarischen Thron verzichten solle. Ein cilen bat man ihm geraten, die Ohren steif zu halten uuuwarien. Es scheint auch, als sei es dem Ministerpräsidenten Petrow gelungen, in der Abwesenheit des Fürsten das Heer wieder für Ferdinand zu gewinnen, und auch Rußland scheint dadurch, daß es die Bitte der Zankowisten und Radoslawowisten um Unterstützung einer Revolution unbeantwortet ließ, die Revolutionslust etwas eingedämmt und Ferdinands Stellung im Fürstentum einigermaßen befestigt zu haben. Wie lange aber wird das vorhalten? Der Budapester Korruptionsskandal. Die Annahme, das Kabinett Khuen- Hedervary werde über die unglaublichen Bestechungsversuche an dem Abgeord neten Zoltan Papp zu Falle kommen, scheint sich nicht bestätigen zu sollen. Die Untersuchung, die von der parla mentarischen Untersuchungskommission veranstaltet worden ist, hat zwar als völlig zweifellos ergeben, daß der Gouver neur von Fiume, Szapary, ein intimer Freund Khuens, der Urheber des Bestechungsversuches gewesen ist. Aber Szaparr fonnte auf sein Ehrenwort erklären, daß Graf Khuen von diesem und von anderen ungefeßlichen Beeinflussungsver suchen, die Szapary zu Gunsten des Ministeriums gemacht hatte, kein Sterbenswort gewußt habe. So dürfte denn der Rücktritt des Ministeriums wegen unmittelbarer Beteiligung an der Korruptionswirtschaft nicht erfolgen. Vielleicht erfolgt er aber binnen kurzem aus anderen Gründen, die mit der Bestechungssache zu tun haben. Unter dem Eindruck der Enthüllung Papps hat sich nämlich die vor kurzem auseinandergefallene Kossuthpartei wieder geeinigt, und Franz Kossuth ist wieder an ihre Spite getreten, um einen erneuten scharfen Kampf gegen die Regierung zu führen. Uebrigens ist, Szapary seinerseits das Opfer einer Schwindlerbande gewesen, die seine Leichtgläubigkeit und seine Sucht, eine Rolle im politischen Leben zu spielen, geschickt auszubeuten wußte. Er hat diesen Erpressern, zu denen auch der über Berlin nach Hamburg geflüchtete Dienes ge hörte, allmählich große Summen, etwa 50 000 Gulden, ge opfert. Hinter Dienes ist die Polizei her, in Berlin konnte er noch im letzten Augenblick entwischen; die Polizeibehörden im Reiche sind angewiesen, ihn zu verhaften, wo sie seiner habhaft werden. Persische Revolte. + Der religiöse Fanatismus in Persien fordert immer neue Opfer. Die moslemitische Priesterschaft hetzt die Bevölkerung gegen die Sefte der Babisten; an verschiedenen Orten kam es zu weiteren Greueln. In Schiras ist ein ganzer Stamm im Aufstande. Aus Isvahan sind 3200 Babiſten ausgewiesen worden, weil man fürchtete, die erregte Menge könnte sie niedermezeln. In Jesd sind 120 Babisten getötet; zwei von ihnen wurden vor die Mündung eines Geschützes gebunden und in die Luft geschossen. Die Geistlichkeit ging so weit, die Frage der Schutzherrschaft des Sultans anzuregen, d. h. also Hochverrat an den Schah zu predigen! Das russisch- japanische Abkommen. Näheres über die zwischen Rußland und Japan getroffenen Verabredungen in Sachen der ostasiatischen Frage wollen Pariser Blätter erfahren haben, und sie dürften in der Tat gut unterrichtet sein. Danach hat der russische Kriegsminister Kuropatkin Japan folgende Vorschläge gemacht: Rußland sei bereit, die russischen Truppen aus der Mandschurei zurückzuziehen, mit Ausnahme der von der Eisenbahn berührten Zone. China dürfe hierauf Ausländern den Aufenthalt in allen beliebigen Orten gestatten mit Ausnahme der an der Eisenbahn gelegenen, für die sich Rußland das Zustimmungsrecht vorbehalte. Was Korea angehe, sei Rußland bereit, sich jeder Einmischung in diesem Lande zu enthalten, vorausgesetzt, daß Japan das gleiche tue. Diese Vorschläge wurden sowohl von Japan als, wie die Pariser Blätter weiter melden, von den Vereinigten Staaten als befriedigend angesehen. Dagegen steht England ihnen wenig günstig gegenüber. Das läßt sich denken! Die„ Komitatschis" in Macedonien. Das Bandenunwesen in Macedonien will kein End nehmen. Während der letzten zehn Tage haben im Vilaje Monastir sechs Zusammenstöße zwischen bulgarischen Bander und türkischen Truppen stattgefunden. Vierzehn Bulgarer und sieben türkische Soldaten wurden dabei getötet. In gleichen Zeitraume wurden im Vilajet Monastir von Ko mitatschis( Mitgliedern des maroffanischen Komitees) fünf zehn Mordtaten begangen, darunter zehn an Per jonen, welche Teilnehmer einer Bande verraten hatten. Wenr die Pforte von den Mächten an der Niederwerfung der Romitatschis noa) weiter gehindert wird, wird dieses Treiber der bulgarischen Abenteurer wohl kaum sobald aufhören. Kämpfe an der algerischen Grenze. A Die wilden Araberstämme an der algerischen Grenz lassen den Franzosen keine Ruhe. 500 maroffanische Berabe haben bei Sidi- el- Jady, 80 Kilometer von Adrar, 50 Sahara schützen angegriffen, die dort 150 weidende Kamele be wachten. Es entspann sich ein ernster Kampf. Die Beraber erlitten große Verluste, töteten aber 10 Sabaraschützen uni zwei französische Korporäle und führten alle Kamcle weg Wie aus Algier gemeldet wird, sollen zwei Bataillone ans der Provinz Constantine an die maroffanische Grenze gehen. Offiziell behauptet man, sie würden nur zur regelmäßig statt Glender gezüchtigt werden würde!" ich eine einzige Person hier, die mich verteidigte, wie ein ,, Nein, dem ich heute die Tür gewiesen und der, hätte Margherita schritt an ihrem Zimmer einzuschließen. der Fürstin vorbei und verließ das Gemach, um sich in Füritiu hattachanisch aus ihrem Stub ere Wagen langsam angefahren, ten den Lauten, bernehmlich durchzubringen. Jetzt kam ein flüstern hörte. Die dünnen Holzwände des Hauses gestatteEs mochte Mitternacht sein, als sie unten auf der Gasse der plötzlich hielt, er mußte Wieder ging das ganz in der Nähe ſtehen geblieben sein. Geflüster unten los, und jie glaubte zu hören, daß man Am Von Albert Rosztof( Tempelhof). Wir sind so klug- und dennoch spukts in Tegel. Das Teufelspack- es fragt nach keiner Regel. Der Spuk von Sanssouci. Stammtisch Blauen Starpfen" war es heute Kostüm auf dem hölzernen Esel reiten mußte. gleichembat penster weht die Luft denn doch zu scharf lassen: für flapperte ärgerlich mit die verliebte Gräfin nicht wieder sehen im Berliner Schloß!" Herr Linsemann deckel, während die anderen dem Kreisphysikus lachend zudem KrugStimmten doch oh the night perforen findenden Ablösung der Truppen in Sudoran dorthin ge schickt, doch geht man wohl nicht fehl, wenn man annimmt daß das französische Oberkommando in ernster Sorge um seine vorgeschobenen Posten schwebt und deshalb Ver. stärkungen für dringend nötig hält. Kurze politische Nachrichten. * Nach einer Entscheidung des Reichstanziers ist auch nach bem Infrafttreten des neuen Fleischbeschaugesetzes die Ein fuhr von amerikanischem Schweinefleisch an die Bedingung geknüpft, daß eine Bescheinigung über die in Amerika vor genommene mikroskopische Untersuchung beigebracht werden muß. Im nächsten Jahre gedenkt die Regierung eine Er höhung der Gehälter der Oberpostdirektoren im Reichstage zu beantragen. Die Oberpostdirektoren sollen durd) diese Erhöhung mit den Vortragenden Räten im Reichspostami auf dieselbe Gehaltsstufe gestellt werden. * In Hannover ist der Streit der Bauhandwerker und Bauarbeiter beendet. Die Arbeiter nehmen die Arbeit vor. läufig zu den alten Bedingungen wieder auf. Für später sind gewisse Lohnerhöhungen und Abkürzungen der Arbeits. zeit vereinbart. * Der Fuldaer Landrat Steffens, der wegen einiger Streiffrawalle über Fulda den Belagerungszustand vergängen wollte, ist schtrer erkranft, so daß seine Ueberführung in eine Heilanstalt bei Heidelberg erforderlich wurde. * Der russischen Kommission, die in Petersburg am 3. d. Mts. zur Beratung des neuen deutsch russijden Handelsvertrag zusammentritt, find auch ethige deutsche Beamte zugeteilt. Der österreichische Ministerpräsident v. Körber und der Finanzminister Böhm v. Bawerk statteten dem Kaiser Franz Josef in Ischl einen Besuch ab. Eine Stunde später fand eine Konferenz der beiden Minister mit dem ungarischen Finanzminister von Lufacs statt. Es handelt sich um die Regelung der österreichisch- ungarischen Zollfrage, die durd die Vorgänge in Budapest ins Stocken geraten ist. * Bei der spanischen Regierung sind von den Präfetten aus Cordoba, Cadiz, Sevilla und Coruna beunruhigende Nachrichten über den allgemeinen Ausstand ein. gegangen. Man hat strenge Vorsichtsmaßregeln getroffen. namentlich in Barcelona. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser besichtigte in Drontheim den Don und nahm beim Konsul Jessen das Frühstück ein. An Bor? der„ Hohenzollern" alles wohl. Der Großherzog von Schwerin ist vor einer Reise nach Rußland in seine Residenz zurückgekehrt. denen wohl ein Glas Wein aus dem gutgefüllten Keller des Rontlabe getrunken oder eine Zigarette geraucht wird. Die deutschen Kardinäle Kopp und Fischer haben es bequem, wenn sie sich besuchen wollen: Kardinal Kopp ist in Nummer 25, Kardinal Fischer in Nummer 23 im ersten Stockwerk am Korridor der Kortile Sirtus V. untergebracht, wo bisher die Geheimkapläne ihre Wohnung hatten. Die Nummern der Zellen müssen vor der Papstwahl zu allerhand abergläubischen Voraussagen herhalten. Serafino Vannutelli hat die Unglücksnummer 13, während Oreglia die Nummer 58 bewohnt, die nach dem römischen Traumbuch gleichbedeutend mit Papst ist. Wie es heißt, soll die 58 auf Oreglias Tür nicht durch einen Zufall, sondern durch Schmeichelei der Architekten gekommen sein, da Oreglia ebenso wie die Kardinäle Rampolla und Mocenni, in seiner bisherigen Wohnung verblieben ist. Eine sonderbare Anekdote erzählt man sich von Kardinal Agliardi, der bekanntlich als Papabile betrachtet wird. Agliardi, der die Nummer 17, die„ Unglück" bedeutet, gezogen hatte, soll sich beeilt haben, seine Zelle dem erkrankten Cretoni anzubieten, da dieser dort besser aufgehoben sei. Dergleichen chiacchiere, törichte Schmähe reien, sind beim abergläubischen römischen Volke nur zu beliebt. Prinzessin Henriette zu Schleswig Holstein- Sonderburg- Augustenburg, die Gattin des befann en Generalarztes, Professors Dr. b. Eemarch und Tante de Raiserin, feierte am Sonntag zu Reichenhall ihren 70. Ge burtstag. Die Königin Mutter Margherita bol Italien hat sich von Kiel aus an Bord der englischen Jach „ Jolanthe" nach Norwegen begeben. Das englische Königspaar wurde in Corf vom Lordmayor und den Behörden empfangen uni von der Menge begeistert begrüßt. Entgegen einigen Blättermeldungen wird vom Haa aus fonstatiert. daß die Königin Wilhelmina boi Holland nicht in diesem Monat, sondern erst im Oftobe. mit dem Bringgemahl Hemrich nach Vecklenburg gehei vürde. Blaue Rauchwolken. * Rom, 1. Auguft. Die Wahlüberwachung. Kardinal Cretoni ist übrigens nicht der einzige der be jahrten Bapstwähler, der dem heißen ungesunden Klima seinen Tribut zahlen mußte. Außer ihm sind noch die Kar dinäle Perraud, Richard und Herrero y Espinosa mehr oder minder schwer erkrankt. Ihre Stimmzettel werden durch drei dazu abgeordnete Kardinäle zum jedesmaligen Stru finium abgeholt. Man sieht, wie streng die Ueberwachung Zwischen md wie jede Möglichkeit von Unregelmäkiafciten aus. lossen ist. Der Verkehr an den Drehbrettern, durch die Griese, die jedoch offen sein müssen, und sonstige Gegen. stände für die Kardinäle zu bestimmten Tagesstunden ins Kon flave kommen dürfen, wird forgfältig überwacht. Gespräche an diesen Stellen dürfen nur laut geführt werden. So wird auf jede Weise dafür gesorgt, daß die Heimlichkeit der Wahl, die von Kardinälen und Rontlavisten mit heiligem Eide be schworen ist, nicht durch Versuchungen von außen gestöri werde. Vor dem Vatikan drängen sich heute die dichten Scharen der Neugierigen. Mit südländischer Lebhaftigkeit gestiku lieren die Römer nach den mit Holzkasten in der bei deut schen Gefängnissen üblichen Art bis zu halber Höhe be deckten Fensterreihen, hinter denen das Konklave heute um 10 Uhr seinen ersten Wahlgang begonnen hat. den Römern zahlreiche Fremde, die über die Chancen der Wahl, je nach Nationalität, die widersprechendsten Urteile fällen. Dazwischen die blißenden Waffen der italienischen Truppen, die für die Sicherheit und Freiheit des Konklave sorgen sollen ein buntes, bewegtes Bild, das seltsam absticht von dem düsteren Gepränge, das sich auf demselben Petersplaze noch vor wenigen Lagen entwickelte. Die Traues um den toten Papst fällt im Gedanken an den neuen Oberhirten der katholischen Christenheit, der nun bald in der bollen Glorie seiner hohen Würde von der Loggia des Petersdoms seinen Segen spenden wird, schneller Vergessenheit anheim. Sic transit gloria mundi! Die erste Sfumata". Wieder resultatlos. preuzen staatita angesteute epaatragerin, Witwe Wil helmine Eulig, ihr 25jähriges Staatsdienstjubiläum. Frau Euliz wird besonders gern von Damen als Gepäckträgerin in Anspruch genommen. Bestfälle auf einem österreichischen Dampfer. Auf dem Dampfer des österreichischen Lloyd Melpomene" erkrankten auf der Fahrt von Hongkong nach Singapore 6 von 260 chinesischen Passagiernn. Vier der Erfranften starben, die beiden anderen und der Rest der Chinesen wurden in Singapore an Land gesetzt. Der Dampfer ist jetzt in Triest angekommen, ohne daß sich auf der Weiterreise ein neuer Arankheitsfall ereignet hätte. Der Dampfer wurde denn auch im Triester Hafen für nicht mehr pestverdächtig erklärt. Und nun zum zweiten Wahlgang. Wieder füllt sich der weite Petersi latz und wieder richten sich die Blicke gespannt auf den kleinen Sornstein, der die Entscheidung über die Neubesetzung der höchsten Würde der katholischen Christenheit bringen soll. Es wäre ja allerdings eine nie dagewesene Ueberraschung, wenn schon im zweiten Skrutinium die Wahl perfekt würde. Werden doch jetzt Stimmen laut, die sogar die vorher als ziemlich sicher in Aussicht gestellte Möglichkeit bestreiten, daß die Wahl am morgigen Sonntag zustande fomnit, und behaupten, daß vor Mittwoch in feinem Falle daran zu denken sei. Doch die Neugierigen auf dem Petersplay lassen sich nicht beirren. Unverwandt blicken sie hinauf nach der Sfumata. Wird sie weiße oder blaue Rauch. wolfen bringen? Nach fast zweistündigem Harren stieg dann aber doch wieder zu ihrer Enttäuschung der dichte blaue Qualm empor. Es war wieder einmal nichts. Aus dem Gerichtssaal. Der in der juristis Heimburge Berdienstordens * An un ben Rorporation farbentragende Shre Hauptgr Bflege aller Lei Ginne. 3. Un Borbedingung Brinzipien mit an unferer Un ** Rai abend geht un nahme an der * Eine Fünfzig Personen durch Einsturz einer Brücke ertrunken. Bei Portland( Oregon) ereignete sich eine furchtbare Katastrophe, bei der fünfzig Personen ihren Tod fanden. Auf einer Brücke über den Williamettefluß stand eine große Menschenmenge, welche den Künsten eines armlosen Schwim mers zusah, der sich in den 30 Fuß darunter befindlichen Fluten tummelte. Plötzlich brach ein Bogen der Brücke zusammen und etwa hundert Personen stürzten in die Tiefe, von den fünfzig in den Wellen des Stromes ihren Tod fanden. Eine tragische Scheidung. Der Pariser Kaufmars Jules Francois, der wegen einer Scheidungsklage vor dem Versöhnungsrichter zu erscheinen hatte, zog plöglich einer Revolver aus der Tasche und schoß sich eine Kugel ins Herz Während er röchelnd zusammenstürzte, brach seine Frau die die Klage angestrengt hatte, in verzweifeltes Schluchzer aus und warf sich auf den Körper des Schwerverwundeten Dieser wurde im hoffnungslosen Zustande ins Hospita überführt. Da Schreien und Rufen:„ Der Papst ist gewählt!" Aus dem kleinen Schornstein über dem Dach der Sixtinischen Kapelle, der von dem zur Verbrennung der Stimmzettel eigens erbauten Herd ausgeht, zeigt sich ein Wölkchen. Doch die Kundigen merken gar bald, das es sich um eine durch das Aufwerfen von Heu zu dickem Qualm gesteigerte Sfumata handelt, eine Rauchwolfe von dunklem Blau, nicht um das inilchweiße Wölfchen, das das Zustandekommen der Wahl berkündet. Es ist also in dem ersten Wahlgang feine Einigung zu erzielen gewesen. Die Eingeweiten verlassen des. halb gleich den Plaz, da es nun bis 4 Uhr nachmittags, wo die zweite der täglichen zweistündigen Wahlversammlungen beginnt, nichts mehr zu sehen gibt. Der Rest der Menge aber starrt unablässig nach der„ Loggia della Benedizione" über dem Hauptportal des Petersdomes in der Erwartung, dort einen Kardinal erscheinen zu sehen, der den Namen des neuen Papstes verkündet. Nach längerem vergeblichen Harren mußten aber auch sie sich überzeugen, daß es für diesmal nur blauer Dunst" gewesen war. Sie eilen gum Colazione oder in die Kircher, wo das Allerheiligste noch immer ausgestellt ist und Scharen von Betern in heißem Flehen den Herrn der Welten um gnädige Erleuchtung für bas heilige Rollegium in seiner schweren Aufgabe anrufen. Abergläubische Arithmetik. Nab und fern. * Eisenbahnzusammenstoß. Auf der Station Neu- Sandez in der Nähe von Krakau stieß ein Personenzug mit einem schweren Lastzug zusammen. Zwei Wagen des Personenzuges wurden zertrümmert, drei Personen, darunter ein Schaffner, wurden schwer, dreizehn Personen leicht verlegt. In Tiflis entgleiste infolge böswilliger Entfernung einer Schiene ein Güterzug; zwei Personen wurden getötet, drei verwundet. meifter J. We er schoß einen * Unser 3 Wochen nach wie man hört, Zu de Felda und Eisenbahn Ehri einem auswä Reiche Bode Mächtige Bafa jegt noch nid genommen. A beffifchen Geolo fchließung eine Der verliebte Mimiker. In Mailand macht die Liebes. Tragikomödie des auch in Deutschland bekannten französischen Mimikers Séverin viel von sich reden. Dieser trat seit einiger Zeit im Mailänder Eden- Theater als Pierrot auf und soll angeblich 600 Frcs. für den Abend erhalten haben. Eine schöne Pariserin, Frau Clementine d'Orville, hatte sich in den Künstler verliebt und siedelte, nachdem sie ihren Gatten im Stich gelassen hatte, nach Mailand über, wo sie mit Séverin zusammen im Hotel wohnte. Die Liebe dauerte aber nicht lange, denn das leicht entzündliche Herz der Frau Clementine fing rasch von neuem Feuer, und die schöne Frau beglückte jetzt einen jungen Mailänder Lebemann mit ihrer Gunst. Das nahm sich Séverin so zu Herzen, daß er im Eden- Theater einen kleinen Selbstmordversuch inszenierte; die Kugel ging natürlich fehl, denn kein Mensch wird es wohl einem Pierrot zumuten, sich im Ernst das Leben zu nehmen. Frau Clementine aber mochte nach dieser Tragikomödie den Boden in Mailand doch wohl etwas zu heiß finden, und eines Tages war sie mit ihrem neuen Liebhaber durchgebrannt, angeblich nach Lugano. Dorthin ist ihr Séverin jetzt nachgereist, nachdem er seinen Kontrakt gebrochen, wie Clementine ihm das Herze brach. In Mailand hat er nichts zurückgelassen, als eine unbezahlte Hotelrechnung; sie beträgt allerdings nur etwas mehr als 1000 Lire eine Lumperei, wie man sieht! Vorbereitungen zum Kaisermanöver. Der Chef des großen Generalstabes der Armee, Graf Schlieffen, hat sich in Begleitung zweier höherer Generalstabsoffiziere in das diesjährige Kaiser- Manövergelände begeben, um auf Grund der persönlichen Besichtigung Vorbereitungen resp. Abänderungen der bereits getroffenen Bestimmungen zu beraten. Während der Zwischenzeit bis zum Nachmittagswahlgang bflegen die Kardinale in ihren Zellen der wohlverdienten Ruhe oder statten sich gegenseitig Besuche ab, bei denen sich naturgemäß die Nationalitäten zusammenschließen. Bevor. jugt wird für solche kleine Extrazirkel das Zimmer eines bom Los begünstigten Kollegen, das den besten Schutz gegen bie wahrhaft erdrückende Size bietet. Häufig verlockt aber auch die bloße Nachbarschaft zum Austausch von Visiten, bei Kriegervereinsübung vor der Kaiserin. Am Sonn tag fand in Cadinen vor der Kaiserin eine große FelddienstAranfenträger- und Wasserwehr- Uebung statt. An ihr be teiligten sich insgesamt 23 Kriegervereine, Kranfenträger Kolonnen 2c. des Stadt- und Landkreises Elbing. Der Sonntag wurde gewählt, weil die Teilnehmer in der größten Mehrzahl in der Woche nicht abkömmlich sind. Die ,, Winker." Das vom Kaiser für die als„ Winker" d. h. Flaggensignalisten, ausgebildeten Soldaten gestiftete Abzeichen, zwei gefreuzte weiße und rote Fähnchen auf dem rechten Oberarm, ist jetzt sämtlichen Linien- Infanterietruppen zugestellt worden, nachdem es die Garde bereits vor einiger Zeit erhalten hatte. Von jeder Kompagnie werden bekanntlich drei Mann als Flaggen- Winter ausgebildet. Bunte Chronik. Der bekannte Nordpolfahrer Kapitän Bade ist in der Rostocker Ohrenklinik verstorben. Das Linienschiff„ Kaiser Wilhelm 11." wurde im Kieler Hafen von dem schwedischen Schooner Emma" angerannt. Der Schooner wurde schwer havariert. Hochwasser im Alpengebiet. Aus den bayerischen und österreichischen Alpen mehren sich gefahrdrohende Meldungen über Hochwasser. Am großen Achen und den sonstigen Zuflüssen zum Chiemsee sieht es besonders schlimm aus. Das Wasser führt massenhaft Baumstämme und anderes Holz mit sich; viele Wege und Straßen sind unterbrochen. In Passau steigen Donau und Inn in gleicher Weise rasch. Auch bei Rosenheim führt der Inn Hochwasser. Im ganzen Tauerngebiet sind furchtbare Regengüsse niedergegangen; der Oberpinzgau ist besonders schwer heimgesucht, der Markt in Mittersill überschwemmnt, die Bahn unterbrochen und der Verkehr eingestellt. In Kärnthen liegen die Verhältnisse ähnlich; es ist dort der Verlust mehrerer Menschenleben zu beflagen. Auch im Santal ist ein großer Wolkenbruch niedergegangen, der Cilli schwer gefährdete. Auf dem Kreuzschachte 1 der Königshütter Königsgrube wurden ein Steiger und ein Häuer durch ausströmende Gase getötet. Vermischtes. männischem U lichem Mangel beutung berarti Früher angefte [ Der Kaiser auf dem Gipfel des Digermulen.] Von der Nordlandsreise des Kaisers wird von einem Augenzeugen folgende Schilderung des Aufenthalts des Kaisers auf dem Gipfel des Digermulen, eines 350 Meter hohen Bergkegels, gegeben. Der Kaiser saß mit seinem Gefolge auf den Granitblöcken des Gipfels und rauchte aus langer Papierspize mit Wohlbehagen seine Zigarre. Ein Matrose brachte aus dem nahen Quell einen frischen Trunk in der Kelle, während andere mit dem Wegräumen der Geschirre des eben beendeten Imbisses beschäftigt waren. Der Kaiser sah sehr wohl und etwas sonnenverbrannt aus und war offenbar in heiterster Stimmung. Er trug einen hellgrauen Touristenanzug mit Kniehosen, einen leichten Hut von gleicher Farbe, rot und schwarz gestreifte Wadenstrümpfe und gelbe Bergschuhe. Auf dem Gipfel herrschte reges Leben, ein zahlreiches Aufgebot von Matrosen war eifrig beschäftigt, einen gewaltigen, vom Fjord aus später noch lange sichtbaren Steinmann zu errichten, der das Wahrzeichen, welches an den ersten Kaiserbesuch erinnert und eine bezügliche Inschrift trägt, noch überragt. Es waren mächtige Blöcke, welche die fräftigen Seeleute zusammentrugen, und der Kaiser, der mit seinem Bergstock wiederholt die Stellen für die neuen Bausteine bezeichnete, zeigte ein lebhaftes Interesse für den sichtlich emporwachsenden Bau. Eine Landtagswahl auf Probe wurde in Berlin_abgehalten. Auf Veranlassung des Magistratskommissars hatten sich in einer dortigen Realschule 150 Herren eingefunden, die nach dem neuen Wahlreglement für die preußischen Landtagswahlen ihre Stimmen pro forma abgeben sollten. Die Probe soll vorzüglich geflappt haben. Eine folgenschwere Explosion fand in der Schulzschen Kohlendestillation zu Bochum statt. Der Teerkessel flog in die Luft, verleẞte sechs Arbeiter schwer, und durch den aus fließenden Teer wurden eine halbe Stunde weit Wiesen und Gärten verdorben. Staatsdienstjubiläum einer Gepäckträgerin. In Falkenberg( Bez. Halle) beging am 1. August die einzige in Das von reichhaltige hoben bleiben, die Rentabilitä gedehnte fista förstereien i Ulrichstein Ehringshausenwird sich die bedeutend gem Fall war. 8 [ Die kaiserliche Korpsschwester.] Eine eigenartige Auszeichnung ist der Prinzessin Adolf zu Schaumburg- Lippe, jüngsten Schwester des Kaisers, verliehen worden. Korps Borussia" in Bonn verlieh ihr nämlich aus Dankbarfeit für ihr dem Korps bewiesenes großes Interesse die Korpsschleife, eine Auszeichnung, die bisher noch feiner Dame zuteil geworden ist. Der Schuldige. Mutter:„ Aber, Frizl, jezt has du schon wieder die Hose zerrissen." Fripl:„ Gelt, Mama, bei dem Schneider lassen wir nichts mehr arbeiten." In der Kochschule. Vorsteherin:„ Sie bringen ja Ihr Hündchen gar nicht mehr mit, Fräulein Paula!" Schülerin:„ Ach, der Nacker, seitdem er einmal hier gefüttert worden ist, macht er immer kehrt, wenn wir unten an der Haustüre sind!" Felda fon verschaffen. G wähnten Ad entstehende Ve Sie tennt ihn. Junge Frau:„ Mein Gott! mein Mann hat wieder den Hausschlüssel vergessen." Freundin: Sei doch froh, dann kommt er um so früher heim."- Junge Frau: Da irrst du sehr. Jekt bleibt er so lange aus, bis in der Früh das Haustor wieder geöffnet ist." unmöglich gem biesige Land Ginbuße an 3 Produkte als c in großen M lichen Düngem nodi fortgefes richtung von Baumaterialien ift eine ganz u lichen Mangel Trost. Junger Schriftsteller:„ Dent dir, lieber Freund, Diebe haben mir mein Roman- Manuskript gestohlen!" Freund: Tröste dich, Hans, die finden ja für dasselbe doch feinen Verleger!" ( Megg. H. Bl.) Das, Garten"-Restaurant. Berliner Restaurateur( dem der Gärtner für seinen Sommergarten eine Anzahl Topfpflanzen und Sträucher gebracht hat): So, die beiden Oleanderbäume wi ich noch behalten; det übrige Frienzeig nehmen Se in ruhig wieder mit. Ich habe mir doch' n Garten und..enen Urwald bei Ihnen bestellt. ( 2. Bl.) daß sich in der Feldatal teine tehende till f langfam aber Gegend zurüd wigtigen Grü * Land Der geschäftsf teilt un 8 mi tellungsgegens bahnbirettions6 frachtfreie Sinbeförderung Auf dem Fra bermerken, daß und unverlauf ** Der fichtigt am& fchen Biebpla feine Mitglie größere Serbi findet an der Leng'ichen Fe jammlung i aus Alsfeld dem Gebiete ganisation in Areissiegenzu Bol Philosoph und Jugendfe Befriedigung fammelten fid Blumen und Von dort au Feftzug, bor Fahnen unt Bhilofophenw Jugendfesten Ansprachen it 5 Uhr durch Better flärte gnügungen ih wurden die Bug nach b Witwe Wit iläum. Frau Bepädträgerin fer. Auf dem ie" erfranften e 6 von 260 1 starben, die Den in Singa in Triest an ein neuer urde denn aud ig erflärt. üde ertrunken. rchtbare Kata fanden. Aus eine große losen Schwim er befindlichen Der Brüde zu in die Tiefe, es ihren Tod Neu- Sandez ug mit einem Des Personen darunter ein leicht verlegt. tfernung einer 1 getötet, drei cht die Liebes. inten franzö . Dieser trat r als Pierrot bend erhalten tine d'Orville, , nachdem sie land über, wo e. Die Liebe zündliche Herz Feuer, und ailänder Lebe 1 so zu Herzen, bstmordversuch in fein Mensch im Ernst das chte nach dieser vohl etwas zu m neuen Lieb Dorthin ist Kontrakt geIn Mailand lte Hotelrech als 1000 Lire fahrer Kapitän rben. ourde im Kieler a" angerannt. ütter Königs hausströmende rmulen.] Von m Augenzeugen aisers auf dem hen Bergkegels, auf den Granit Papieripize mit rachte aus dem Kelle, während eben beendeten sehr wohl und r in heiterster ristenanzug mit Farbe, rot und Bergschuhe. Auf eiches Aufgebot ewaltigen, vom inmann zu erersten Kaiserrägt, noch überfräftigen Seeit seinem Bergusteine bezeich sichtlich emporine eigenartige jaumburg- Lippe, worden. Das lich aus Dank Interesse die Le bisher noch Fripl, jezt haft „ Gelt, Mama, rbeiten." Sie bringen jo ein Baula!" al hier gefüttert ir unten an der tein Gott! mein ."- Freundin: heim."- Junge lange aus, bis ft." ir, lieber Freund, t gestohlen!" für dasselbe doch Regg. H. Bl.) Berliner Restau mergarten eine ht hat): So, die Iten; det übrige mit. I habe ( 2. Bl.) i Ihnen bestellt. Lokales. Gießen, 3. August 1903. ** Der Großherzog hat dem ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Dr. Karl Heimburger die Krone zum Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. An unserer Universität ist zu den bestehenden Korporationen noch eine neue hinzugetreten. Die nicht farbentragende Akademische Turn- Verbindung„ Cheruscia". Ihre Hauptgrundsäße sind: 1. Schwarzes Prinzip. 2. Bflege aller Leibesübungen, also Turnen im Jahn'schen Sinne. 3. Unbedingte Satisfattion und 4. Maturität als Vorbedingung zur Aufnahme. Es decken sich sonach diese Prinzipien mit denen des Akademischen Turn- Bundes, der an unserer Universität bisher nicht vertreten war. *** Kaiser Parade. Am kommenden Sonntag abend geht unser Regiment per Bahn nach Mainz zur Teilnahme an der dort am Montag stattfindenden Kaiserparade. * Eine seltene Jagdbeute hat der Schreinermeister J. Weigel auf seiner Jagd bei Oppenrod gemacht, er schoß einen feisten Rehbock mit 4 Stangen. ** Unsere Garnison geht am 18. August auf 3 Wochen nach dem Truppenübungsplatz bei Griesheim, um wie man hört, von dort aus ins Manövergelände zu rücken. ** Zu der Vorstellung des Eisenbahnkomitees GroßFelda und Umgegend betreffend die Erbauung einer Eisenbahn Ehringshausen- Groß- Felda- Ulrichstein- Rirfeld wird einem auswärtigen Blatte noch Folgendes geschrieben: Reiche Bodenschäße harren hier noch der Ausbeutung. Mächtige Basaltlavalager sog. Lungsteine sind bis jetzt noch nicht zwecks baulicher Verwertung in Angriff genommen. Rürzlich auf Anregung eines hervorragenden Hessischen Geologen vorgenommene Schürfungen behufs erschließung eines solchen Steinbruches ergaben nach fachund männischem Urteil ein günstiges Resultat. Ob bei gänz= lichem Mangel eines billigen Transportmittels die Ausbeutung derartiger Steinbrüche ratsam ist, erscheint fraglich. Früher angestellte Bohrungen ergaben das Vorhandensein von reichhaltigen Eisenerzen. Auch diese müssen ungehoben bleiben, da der kostspielige Abtransport mittels Achse die Rentabilität des Abbaues illusorisch macht. Weit ausgedehnte fistalische Waldungen der Großh. Oberförstereien Windhausen, Hainbach, Romrod und Ulrichstein würden durch eine Eisenbahnverbindung Ehringshausen- Groß- Felda- Ulrichstein aufgeschlossen, wird sich die Holzverwertur g für die Großh. Regierung bedeutend gewinnbringender gestalten als dies seither der Fall war. Zwei große Dampffägewerte in GroßFelda konnten sich bis jetzt kein Absatzgebiet nach außen verschaffen. Es wird dies durch die bei der schon erwähnten Achsenfracht nach der nächsten Eisenbahnstation entstehende Verteuerung des Holzmaterials von vornherein unmöglich gemacht. Aus lezterem Grunde erleidet auch die biesige Landwirtschaft jährlich eine sehr ansehnliche Einbuße an Zeit und Geld sowohl beim Versandt ihrer Produtte als auch beim Bezug der hier unentbehrlichen und in großen Massen eingeführten Futterartikel und künstlichen Düngemittel. Große Summen wurden und werden noch fortgesezt der hiesigen Gegend bei der Errichtung von Neubauten entzogen. Die Verteuerung der Baumaterialien durch die zwei- und dreistündige Achsenfracht ist eine ganz ungeheuer. Es ist einzig und allein dem gänzlichen Mangel an billigen Transportmitteln zuzuschreiben, daß sich in dem mit natürlichen Schäßen so gut ausgestatteten Feldatal teine Industrie entwickelt und das jetzt schon bestehende still steht bezw. zurückgeht. Auch mag hierauf die langsam aber stetig fortschreitende Entvölkerung der hiesigen Gegend zurückzuführen sein." Mit diesen und anderen gewichtigen Gründen belegen die Betenten ihre Eingabe. * Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Der geschäftsführende Ausschuß des Ausstellungsunternehmens teilt uns mit, daß für den Rücktransport der Ausstellungsgegenstände und Tiere auf den Strecken der Eisenbahndirektionsbezirke Kassel, Frankfurt, Main und Köln frachtfreie Beförderung bewilligt worden ist. Für die Hinbeförderung wird die volle, tarifmäßige Fracht berechnet. Auf dem Frachtbriefe, der doppelt auszufertigen ist, ist zu vermerken, daß die Tiere und Gegenstände ausgestellt waren und unverkauft geblieben sind. ** Der Ziegenzuchtverein Gießen beabs fichtigt am 8. August d. J, vormittags auf dem städtischen Viehplate eine Ziegenschau mit Prämiterung für seine Mitglieder abzuhalten, die als Vorschau für die größere Herbstausstellung gelten soll. Im Anschluß hieran findet an dem gleichen Tage nachmittags 3 Uhr auf dem Lenz'schen Felsenfeller in Gießen eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Herr Dekonomierat Leithiger aus Alsfeld ein Referat über die Bestrebungen auf dem Gebiete der Ziegenzucht und die einheitliche Or ganisation im Kreise Gießen durch Errichtung eines Kreisziegenzuchtvereins" erstatten wird. ** Bolts- und Jugendfest im Gießener Philosophenwald. Das gestern stattgefundene Voltsund Jugendfest verlief im Großen und Ganzen zur vollsten Befriedigung aller Teilnehmer. Schon gegen 1 Uhr versammelten sich die Kinder festlich geschmückt mit Fähnchen, Blumen und bunten Schleifen auf Oswalds Garten. Von dort aus bewegte sich dann um 2 Uhr ein herrlicher Festzug, voran die kleinen Mädchen, mit über 40 großen Fahnen unter Anführung der Festjungfrauen nach dem Philosophenwald. Dort fanden wie das von früheren Jugendfesten noch bekannt ist, die Kinderspiele, Konzert und Ansprachen statt. Leider wurde die Preisverteilung gegen 5 Uhr durch ein Regenschauer unangenehm gestört, das Wetter flärte sich aber bald wieder auf, so daß die Vergnügungen ihren Fortgang nehmen konnten. Gegen 8 Uhr wurden die Kinder in einem von der Musit angeführten Zug nach der Stadt zurückgeführt. Auf dem Festplatz herrschte aber noch recht lange ein reges Leben und Treiben das sich bis spät in die Nacht hinauszog. *** Die Vorstellung des Amerikaners Texas- Tex: Pferd gegen Rad hatte ein großes Publikum herbeigelockt. Interessant waren die einzelnen Nummern und höchst staunend mit anzusehen, wie Texas- Tex z. B. im schärfsten Galopp vom Pferd aus drei hintereinander am Boden liegende zusammengerollte Tücher aufhob. Ueber das Wett rennen zwischen Rad und Pferd kann man geteilter Meinung sein, dagegen hoch anerkennen muß man, mit welcher Gewandtheit und Schnelligkeit dieser Amerikaner die Pferde wechselte. Zum Schluß gab es noch ein fleines Wettrennen zwischen der Frau des Texas- Tex und einem Indianer, lezterer auf ungesatteltem Pferd; hiervon kann man ebenfalls nur behaupten, daß die Reitkunst uns in felten ausgeprägter Fertigkeit vor Augen geführt wurde. Der mitten in die Vorstellung hereingebrochene Regen vermochte feine Störung herbeizuführen, das Publikum blieb wo es stand. * * Eine Gratis- Vorstellung hatte gestern ein Teil der Besucher des Jugendfestes. Am Rande des Waldes hatte nämlich eine Athletentruppe 2 Herren und 1 Dame eine pompöse Halle errichtet, und ein zahlreiches Publikum war vor der Empore, auf dem die Künstler Reklame standen, Ein stimmbegabter Ringkämpfer ha'te schon versammelt. wiederholt verkündet, daß die Vorstellung sofort beginnt". Da begann sie, denn plößlich hörte man einen dreiftimmigen Schrei und die ganze Truppe stürzte die Athleten natürlich mit vollendeter Grazie unter donnerähnlichem Krachen in die Tiefe. Ein Brett hatte sich den boshaften Streich geleistet, im ungeeignetesten Augenblicke zu brechen und die ganze fraftstrogende Schar in der Versenkung berschwinden zu lassen. Leider wurde auch die schwere, den Hintergrund bildende- Partie in Mitleidenschaft gez gen". Die zahlreich erschienenen Zuschauer dankten für die ge lungene Borstellung durch frenetischen Beifall. Aber leider waren die Künstler zu einer Wiederholung nicht zu bewegen. - *** Gießener Volksbad. Im Juli wurden verabreicht, 12421 Bäder gegen 11376 im Juni 1903 und 10859 im Juli 1902, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 428 Bäder gegen 410 im Juni 1903 und 374 im Juli 1902 " Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 5923 Männer, darunter 702 zu 10 Pfg. 2300 Frauen 506 ,, 10 Wannenbäder: 1. I. 266 Männer, 176 Frauen, 2. I. 768 555 Dampf und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen: 131 Männer, 23 Frauen. Brausebäder 1940 Männer, 339 Frauen. Die Personenwage wurde von 240 Personen be= nutzt. Das Bad von 16 Personen besichtigt. + Schotten. Der Sommermarkt( Viehmarkt) wird am 10. und 11. August abgehalten. Der Auftrieb des Rindvichs erfolgt am 10., der Auftrieb der Schweine am 11. August. Alles zum Viehmarkt aufgetriebene Vieh wird beim Markteingang freisveterinärärztlich untersucht, und nur zugelassen, wenn es seuchenfrei befunden worden ist. * ** Ettingshausen, 2. August. Am 20. August ist die Amtszeit des hiesigen Beigeordneten abgelaufen und man ist eifrig damit beschäftigt, neue Kandidaten aufzustellen. Die Am nächsten Neuwahl findet in etwa 3 Wochen statt. Sonntag wird das diesjährige Preisscheibenschießen abgehalten. H - Dueckborn. Freuen können sich die Freiec unseres schmucken Dörfchens, denn sie werden, wie uns ein Freund unseres Blattes mitteilt, saubere Weiber bekommen. Nahmen doch einige Mädchen die zu ihrem Acer gingen um Thomasmehl zu streuen, eine ganze Toiletten- Einrichtung mit, um sich auf dem Felde nach getaner Arbeit gleich wieder ein ,, ansehnliches" Aeußeres zu geben, und im Dorfe wieder schmuck und begehrenswert zu erscheinen. Jedenfalls ist dies ein Zeichen eines nicht zu unterschätzenden Stolzes den unsere Vogelsberger Mädchen haben. = Aus dem Vogelsberg. Mit Wasserleitungsbauten beginnen nun auch die kleineren Landorte und da ja unser Vogelsberg reich an gutem Trinkwasser ist, so sind die Anlagen meist mit nicht zu hohen Kosten verknüpft. Die Gemeinde Hartmannshain( an der im Bau begriffenen Bahnstrecke Gedern- Grebenhain) hat mit einem Kostenaufwand von 201000 Mt. ihre Leitung vollendet und liefert von ihrem Ueberfluß das Wasser zum Eisenbahnbau. Auch die Orte Ortenberg, Eckartsborn, Hirzen hain haben ihre gemeinsame Wasserleitung beendet. Michelbach baut noch daran und Stumpertenrod bei Ulrichstein beginnt demnächst mit einer Wasserleitung. * Aus dem Vogelsberg. Die Himbeerenernte hat begonnen und gibt es dieses Jahr eine reiche Ernte. Durch die nasse Witterung reifen dieselben sehr langsam. Die Händler bezahlen für das Pfund 12-15 Pfg. * * Friedberg, 1. Auguft. Die Schweinepest ist in unserem Kreise im Abnehmen begriffen und in mehreren Orten schon erloschen. ** Aus Oberhessen. In diesen Tagen wurde zu Friedberg von Vertretern oberhessischer Bezugsgenossenschaften unter dem Vorsitze des Direktors des Verbandes der hess. landwirtschaftlichen Genossenschaften Geh. Regierungsrat Haas die Gründung einer landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft e. G. m b. H. mit dem Size in Friedberg beschlossen. Dieses genossenschaftliche Unternehmen soll den gemeinschaftlichen Einkauf landw. Bedarfsartikel und den gemeinschaft. lichen Verkauf landw. Erzeugnisse bermitteln. In den Vorstand wurde u. a. Dekonomierat K. Schlenke, Hardthof, und in dem Aufsichtsrat u. a. Landtagsabgeordneter KöhlerLangsdorf gewählt. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 31. Juli. Holzhändler Heinrich Meßger III. von Röthges wurde vom Laubacher Schöffengericht wegen Jagdvergehens zu 60 Mt. Geldstrafe verurteilt, weil er zur Jagd ausgerüstet auf fremdem Jagdgebiet betroffen wurde. Der von ihm verfolgten Berufung, durch welche er Freisprechung erzielen will, wird der Erfolg versagt und unter Belastung des Angeklagten mit sämtlichen Kosten, das erstenstanzliche Wegen tätlicher Beleidigung, begangen Urteil bestätigt. auf öffentlicher Straße durch einen unsittlichen Angriff auf die Ehefrau Heinrich Deckmann von Bleichenbach, wurde der Händler Heinrich Dönges dortselbst vom Schöffengericht Ortenberg in eine Gefängnisstrafe von einem Monat genommen. Die heute infolge Berufung des Angeklagten stattfindende Verhandlung unter Ausschluß der Deffentlichkeit stellt anscheinend nichts anderes als das Untergericht fest, denn die Berufung wird unter Aufrechterhaltung der Publikationsbefugniß zurückgewiesen.- Ebenfalls zurück. gewiesen wird die Berufung des Pumpenmachers Georg Emmerich von Münzenberg, welcher vom Bußbacher Schöffengericht wegen Werfens mit Steinen nach dem 14 jährigen Wilhelm Wolf dorteu, eine Haftrafe von 5 Tagen erhielt.- Müller Christian Kalbfleisch von Bellertshausen war angezeigt, entgegen der Vorschrift, das Räderwerk im Mühlgraben seiner Mühle unverdeckt gelassen zu haben. Das Schöffengericht Alsfeld sprach ihn von Strafe frei, da Notstand vorlag; auch verurteilte es die Staatstaffe schaft Berufung verfolgte. Das Berufungsgericht ändert das in die Kosten der Verteidigung, weshalb die StaatsanwaltErkentnis insofern ab, als daß es die Kosten der Verteidigung und die der Berufungsinstanz dem Angeklagten zur Baſt ſetzt. Dem Viehhändler Moriz Lilienfeld von Neuadt b. Ziegenhain ging unter der Anschuldigung ohne Wandergewerbeschein zu Gleinenhain Vieh verhandelt zu haben, ein Strafbescheid des Steuerfommissariats Homberg über vierzig Mart zu. Nachdem er vom Alsfelder Schöffengericht Freisprechung erzielt hatte, verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. Der Angeklagte bestreitet sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben. Die Entscheidung soll am nächsten Freitag verkündigt werden. Den Schluß bildet eine durch Bergleich sich erledigende Privatklagesache. Märkte. *** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 1. August Weizen 00,00, Korn 16,00, Gerste Hafer 14,00-15,00, Erbsen 18,00, Samen 22,00, Kartoffeln 10,00-00,00 Mart. Alles per Doppelzentner. * Marburg, 1. August. Auf dem letzten Wochenmarkt fosteten: Butter, Pfd. 100-110, Hühnereier, 2 St. 12, Käse, per St. 10, Käschen, pr. St. 4, Kochfäse, pr. Pfd. 40, Käsematten per St. 5, Kartoffeln, neue Pfd. 6 Pfg. 100 Pfund 4 00 Mt., Blumenfohl, 1 St. 30-50, Sellerie St. 10, Oberkohlrabi 8-10, Borre Salat pr. Kopf 5 Pfg., Möhren, pr. Pfd. 15, Gurfen St. 40, Sahnen, pr. St. 80-90, Hühner pr. Stc. 1.20-1.50, Gänse 6.00, Enten St. 3.00, Tauben, pr. St. 40, Reh pr, Pfd. 70 Pfg, Radiese, pr. Pack. 10, Merrettich, pr. Pack 10-00, 3wiebeln, Pfd. 12 Knoblauch, pr. Knolle 5, Weißtraut, pr. R. 25-40, Rotfraut pr. Kopf 40 Pfg., Wirshina, pr. K. 25-30 Pfg. Spargel, pr. Pfd. 50-70 Pfg., Kirschen, Pfd. 35-50, Spargel, Pfd. 50-70 Pfg. Frankfurt. Heu und Strohmarkt vom 31. Juli. Heu per Zentner Mt. 2,80-3,60, Stroh per Zentner Mt. 1,80 bis 2,20. Wer kennt nicht die Schußmarfe ,, Kaffee- Onkel"? Dieselbe schüßt die vortreffliche Pfeiffer& Diller's Kaffee- Essenz in Dosen. Ein Versuch wird Sie hochbefriedigen. Blutreinigungs- Thee von Apotheker Franz Wilhelm, t. und t. Hoflieferant in Neunkirchen, Nied.- Deft. Daß ein unzweifelhaftes Bedürfnis nach einem guten und wirksamen Blutreinigungs- Thee besteht, beweisen die zahlreichen Versuche, ein solches Mittel herzustellen. Herrn Apotheker Franz Wilhelm ist es vermöge seiner Fachkennt nisse gelungen, einen Blutreinigungs- Thee aus den wirksamsten Bestandteilen zusammenzusehen; nicht weniger als 21 einzelne Droguen enthält sein Thee, der nach einem be= souderen Verfahren zubereitet ist. Für die Wirksamkeit dieses Thees bei Gicht und Rheumatismus sprechen zahlreiche Danksagungen Geheilter. Wir verweisen nur auf die Danksagung der Gräfin Butsch: n= Streitfeld, Oberstlieutnants- Gattin. Bestandteile: Junere Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemusblätter 75, Bimmstein 150, votes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carugwurzel 3.50, Radic. Cariophyll. 350, Chinarinde 8-50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel( Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 15, Sasaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 3.50, weiß Senf 3-50, NachtschattenStengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Expedition. Unter dem Höchsten Protektorate Seiner Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reichs und Kronprinzen von Preußen. Reichskomitee zu Gunsten der durch Hochwasser Geschädigten. leber große Gebiete unseres Vaterlandes ist schweres Unheil gekommen. Gewaltige Hochwasser haben weithin, besonders in den Provinzen Schlesien und Posen, der Bevölkerung Schrecken und Not gebracht. Zahlreiche Familien sehen den Erfolg ihres Fleißes berloren; die Ernte ist an vielen Diten völlig vernichtet, die Aecker sind verschlämmt und verwüstet, die Häuser zerstört, das ganze wirtschaftliche Leben in den überfluteten Gegenden ist ins Stocken geraten. Mit schweren Sorgen sehen Tausende in die Zufunft. Schnelle Hilfe tut Not. Die Staatsregierung hat bereits erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, um den drohenden unglücklichen Folgen der Ueberschwemmung, vor allem dem Ausbruch bon Seuchen zu begegnen und die zerstörten öffentlichen Anlagen wieder herzustellen. Große und umfassende Aufgaben bleiben aber der privaten Wohltätigkeit. Die Kräfte der durch das Unglück der Hochwasserflut betroffenen Provinzen reichen bazu nicht hin. Die Unterzeichneten rufen daher die Deutschen aus allen Gauen unseres Vaterlandes und im Auslande auf, schnell und reichlich zu helfen. In engem Zusammenschluß mit den Provinzialkomitees in den geschädigten Provinzen werden wir| Sorge tragen, daß die uns anvertrauten Gaben sachgemäße Verwendung finden. Wir bitten, daß sich an recht vielen Orten Hilfskomitees bilden, die wir ersuchen, mit uns in Verbindung zu treten. Alle Geldsendungen bitten wir einzuzahlen an die Kriegerverein Gießen. Die Beerdigung des verstorbenen Kameraden Adam Reich findet Dienstag, den 4. d. Mts, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Zusammenfunft am Haupteingang. Der Vorstand. Anzeige. Ich habe mich in Hungen als Rechtsanwalt und Berater in Verwaltungsangelegenheiten niedergelassen. Hungen, am 1. August 1903. Oberstraße 19. Bechtsanwalt Sandmann, früher Großh. Kreisamtmann. Feldbereinigungskommissär und Bürgermeister. Deutsche Banki, Depoßitenkaffe A zu Berlin, Bauer Bingen a. Rh Straße, auf das Konto: Reichstomitee zu Gunsten der durch Hochwasser Geschädigten. Den gesamten Schriftwechsel bitten wir zu führen mit dem Schriftführer des Reichskomitees, Dr. Leidig, Regierungsrat a. D., stellvertretender Ge schäftsführer des Centralverbandes Deutscher Industrieller zu Berlin W. 35, Am Karlsbad 4a. Auch ist der Schriftführer des Komitees, Regier ungsrat a. D. Dr. Leidig, Am Karlsbad 4a, zur Annahme von Geldgaben bereit. Richard Buchacker. Berlin, den 29. Juli 1903. Der Vorsitzende: Graf von Posadowsky. Staatsminister, Staatssekretär des Innern. Die stellvertretenden Vorsitzenden: Kirschner, Oberbürgermeister. Studt, Staatsminister. Achtung! NächsterTageZieh.! Achtung! am 11. August 1903 der Deutsch- Kolonialen Jagd- Lotterie 2328 Gew. zus. M. 40 000 Hauptgewinn bar M. 10 000 1 Gewinn bar 3 Gewinne bar à 1000 4 Gewinne bar à 500 20 Gew.bar à 100 200 Gew. bar à 10 1600 " 16 bar zus.: 1 Gewinne Mk. 5000 i. W. 2 Gewinne 1000 i. W. 497 Gewinne i. 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