Nr. 153. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg.. in's Saus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Bettichrift für Landwirtschaft, ut und bak, sowie bie lebener Celfenblasen( wöchentlich). and Das Blatt richetat an allen Worktagen nadmitage.red som un Idea Freitag, den 3. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang Infection pret 8 Die einfaltige Betielle für Gießen ganz Oberheffen, die Kreise Wetlar und Rarburg 10 Bfe. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 g. Bostzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Expebition: Gießen Nenenweg 38. Serafprechauthish As, 385. Neuelle Nachrichten (#efoner Tageblaff) Unabhängige Tageszeitung sid med ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Unser Standpunkt: Jedem das Seine; wird auch im neuen Quartal das Leitmotiv unserer Zeitung bleiben. Die sozialpolitischen Verhältnisse unserer Tage fordern heute mehr denn je, die Politik von höheren Gesichtspunkten aus zu betrachten und sich über die Parteien zu stellen. Das arbeitende Volk will mitreden im Rat der Völker. Wir achten eines jeden Meinung und politische Gesinnung, ohne uns zu dessen Richter zu machen. Wer einwandsfrei, ohne politische Färbung unterrichtet sein will, der lese die hier einzige parteilose Beitung, dte mit Unterhaltungs- Beilage erscheinende Gießener Neueste Nachrichten. Alles wissenswerte und interessante wird zur Kenntnis unserer Leser gebracht. Wir veröffentlichen sämtliche Bekanntmachungen der Gießener Behörden, der Provinzialdirektion, des Kreisamtes, mehrerer Landbürgermeistereien und sonstigen Staatsbehörden. Noch fortwährend werden von unseren Boten und in der Expedition, Neuenweg 28 dnerdbo Bestellungen unter Nachlieferung der erschienenen Nummern entgegengenommen. 7770 dan glider Verlag. 5252525252525 Wahlprüfungen. C. B. Wie bereits bekannt geworden ist, sind in der be borstehenden Reichstagsperiode eine ganze Anzahl vor Wahlbeanstandungen zu erwarten. Diese müssen spätestens 10 Tage nach dem Zusammentritt des Parlamentes ein. gereicht sein; für den Fall einer Nach- und Ergänzungswahl treten besondere Bestimmungen ein. Die Wahlprüfungskommission hat dann das Material durchzusehen und dem Plenum Vorschläge zu machen. Das Haus beschließt nun entweder Beanstandung oder Giltigkeit; in ersteren Falle werden bei den zuständigen Behörden Beweisanträge gestellt, deren Ausführung der Gerichtsbehörde überlassen wird. Durch die Innehaltung dieses Instanzenzuges entstehen begreiflicherweise manche Verzögerungen, die geradezu den Beanstandungsbeschluß illusorisch machen können. So ist es u. a. in der letzten Periode vorgekommen, daß ein Abgeordneter während der ganzen Tagung dem Hause angehörte und als Gesetzgeber tätig war, obschon ein erdrückendes Beweismaterial für ungehörige Vorkommnisse in durchaus glaubwürdiger Form angeboten worden war, und zwar lediglich aus dem Grunde, weil die Erledigung des Verkehrs zwischen dem Prüfungsausschuß und den mit den Beweiserhebungen befaßten Behörden sich endlos lang hinzog. Ein derartiger Fall wirkt geradezu vie eine Verhöhnung des Rechts, und es ist daher nur natürlich, daß man auf Abhilfe sinnt. In einem liberalen Blatte wird vorgeschlagen, daß dem Parlament selbst das Recht der Beweiserhebung verliehen verde, ein Vorschlag, der ernstlich gar nicht in Betracht kommen kann. Denn die Gesesgebung kann nicht ohne weiteres die logischen Elemente der Staatsgewalt aus der Welt schaffen. Das moderne Staatsrecht unterscheide! zwischen der gesetzgeberischen und der vollziehenden Gewalt Zu der letzteren gehören auch die eidlichen Vernehmungen behufs Produzierung eines Sachbeweises. Da der Reichs. tag feinen behördlichen Charakter hat, so kann er auch nie manden zur Ablegung der Zeugenpflicht veranlassen, ge schweige denn zwingen. Auch das Parlament muß die Grenzen seiner Befugnisse respektieren. Am deutlichsten vird der Unterschied zwischen der gesetzgebenden und der aus: führenden Gewalt durch das Beispiel vom Krieg. Das Par lament hat das Recht, einen Krieg zu führen, aber es bringt nicht selber diesen Beschluß zum Vollzug. Außerdem sprechen auch praktische Gründe gegen einen solchen Ausweg, wie ihn das liberale Blatt vorgeschlagen hat. Wenn tatsächlich das Parlament das Recht der Be weiserhebung hätte, dann wäre das gleichbedeutend mit der Absenz der mit diesen Beweiserhebungen befrauten Perjonen. Da wäre eine Ausschließung der beanstandeter Mandatsinhaber von der gesetzgeberischen Tätigkeit fast nod empfehlenswerter, obgleich darin fast eine Brämie für Wahl beanstandungen liegen würde. An dem Organismus der Staatsgewalten darf also auf keinen Fall etwas geändert werden. Eine beschleunigte Erledigung ist ein besten durd eine Vereinfachung des rein bureaukratischen Reils zu er reichen, indem sowohl den Abgeordneten, die zur Prüfungs Sommission gehören, ein beschleunigtes Verfahren zur Pflicht gemacht, als auch durch eine geeignete Vermittelung des Reichskanzlers dahin gewirkt wird, daß die Beweisanträge des Parlamentes in einer vorschriftsmäßigen Mindeſtfrist zur Ausführung gelangen. Die Besserung der parodistisc wirkenden Mißstände ist sonach einzig und allein zu erreichen, wenn die berufenen Organe dazu gewonnen werden, daß sie selbst den Antrieb zu einer raschen Erledigung haben Sind aber die inneren Schwierigkeiten derart, daß sie eine schnelle Justiz unmöglich machen, so muß man sich eben mit Humor in die Sache finden. Schließlich ist es immerhin noch besser, wenn eine Zeit lang irgend ein falscher Wolde mar das Mandat ausübt, als wenn der Platz überhaupt unbesetzt bliebe. Die Politik. Der Kaiser über die Sozialdemokratie. Während der Kieler Woche soll der Kaiser, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter von gutunterrichteter Seite hört, eine bemerkenswerte Aeußerung über die Sozialdemokratic getan haben. In einem Gespräch, das die Reichstagswahlen zum Gegenstande hatte, bemerkte der Kaiser dem Direktor der Hamburg- Amerika Linie, Ballin, gegenüber u. a. folgendes: Die Sozialdemokratie sei eine Erscheinung, deren Entwickelung man abwarten müsse. Er halte es nicht für an der Zeit, in diese Bewegung einzugreifen. Danach ist an ein Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokratie oder an eine Aenderung des Wahlrechts, wie sie von einzelnen Blättern als bevorstehend angekündigt wird, nicht wohl zu denken. Des Kaisers Wort erinnert übrigens starf an jene Aeußerung der Grafen Bülow und Posadowsky, daß die Sozialdemokratie lediglich eine vorübergehende Erscheinung ſei. Die Landtagswahlen in Prenßen. finden, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter aus guter Quelle bernimmt, zwischen dem 3. und 17. November statt. Die Urwahlen werden voraussichtlich am 3., 4. oder 5. November vorgenommen werden. Für die Abgeordnetenwahlen, an die sich bekanntlich die Stichwahlen unmittelbar anschlie ßen, ist der späteste Termin der 17. November. Auf den 18. fällt der Buß- und Bettag. Freiherr v. Speck-- Botschafter. Freiherr Speck v. Sternburg, der bisherige Spezialgefandte Deutschlands in Washington, ist jetzt zum Botschafter ernannt worden. Bis zu seiner Entsendung nach Washington war Freiherr v. Sternburg Generalkonsul in Kalkutta. Die nächste Berufs- und Gewerbestatistik ist nunmehr bestimmt für 1905 festgesetzt. Die Vorbereitungen dazu werden alsbald vom reichsstatistischen Amt in Angriff genommen. Erfolgreich können sie dadurch unterstützt werden, daß dem genannten Amte praktische Vorschläge zur Vereinfachung und dabei zur Vervollkommnung dieser wichtigen Statistik aus allen Berufs- und Gewerbefreisen unterbreitet werden. Milderung der reichsländischen Ausnahmegeſehe. Die Elsaß- Lothringer, die erst vor kurzem durch die Aufhebung des Diktaturparagraphen einen Beweis kaiserlichen Vertrauens erhielten, haben jetzt eine weitere Vergün stigung erhalten. Die reichsländische Regierung hat sich zu einer Milderung der Bestimmungen entschlossen, welche sich auf die Aufenthaltserlaubnis von Ausländern in ElsaßLothringen beziehen. Bisher stand nur dem elsaß- lothringischen Ministerium die Befugnis zu, Ausländern den Aufenthalt in Elsaß- Lothringen zu gestatten. Jest ist auch den reichsländischen Kreis-, sowie den Polizeidirektionen die Ermächtigung erteilt worden, Ausländern, welche sich anläßlid; von Todesfällen und Krankheiten von Angehörigen u. s. w. nach dem Reichslande begeben wollen, den Aufenthalt bis zur Dauer von zwei Tagen zu gestatten. Kurze politische Nachrichten. Die Reichstagsnachwahl für Koniz Tuchel ist auf den 10. Juli anberaumt worden. Sie ist erforderlich, weil der dort und in Wirsiz- Schubin gewählte Abgeordnete v. Czarlinski das Mandat für Wirsiz angenommen hat. A Kaiser Franz Josef hat das Entlassungsgesuch des österreichischen Gesamtministerium abge= lehnt, dagegen das Entlassungsgesuch des tschechischen Landsmanniministers Rezek angenommen. Hof und Gesellschaft. 9191/06 97 An Bord der„ Hohenzollern" fand gestern eine größere Tafel statt, zu der außer höheren Offizieren mit ihren Damen Vertreter der Kieler Aristokratie und Gesellschaft geladen waren. U. a. nahm auch der amerikanische Milliardär Armour daran teil. Der Kaiser hörie an Bord den Vortrag des Stellvertreters des Chefs des Militärkabinetts, Oberst von Derken, und empfing hierauf den Korvettenkapitän Hintze, welcher als Militärattaché nach Petersburg geht, zur Meldung. Die Kieler Woche neigt sich ihrem Ende zu. Gestern fanden die letzten Wettfahrten um den Kaiserpreis statt. Wie aus Newyork gemeldet wird, hat sich Admiral Cotton in seinem Bericht an das amerikanische Marineamt begeistert über den Verlauf der Kieler Festlichkeiten ausgesprochen. Beim Abschied auf der„ Hohenzollern" habe der Kaiser seinen wärmsten und herzlichsten Gefühlen für den Präsidenten Roosevelt und die Vereinigten Staaten Ausdruck gegeben. Der deutsche Kronprinz wohnte einem Korso der Kadetten im Kadettenkorps zu Lichterfelde bei. Den gewandtesten Kunstfahrern überreichte der Kronprinz als besonderen Preis eine silberne Zigarrettendose. ,, Berühmte" Banknotenfälscher. Eine große französische Banknoten fälscher- Bande hat sich gegenwärtig vor dem Schwurgericht des Rhône- Departements 31 verantworten. Troß der Strenge des Artikels 139 des französischen Strafgesetzbuches, der mit lebenslänglicher Zwangsarbeit diejenigen bestraft, weiche Banknoten nachmachen oder fälschen, ebenso wie diejenigen, welche nachgemachte oder gefälschte Vanknoten in den Verkehr bringen", trop dieser Strenge werden immer wieder an den Schaltern der Bank von Frankreich sehr geschickt nachgeahmte Banknoten präsentiert. Wenn die Banknote ungeschickt gemacht ist, übergibt die Bank den ungeschickten Fälscher einfach den Behörden. Läßt aber die Nachahinung darauf schließen, daß der Fälscher ein talentvoller Graveur ist, so sucht die Bank von Frankreich das ist tatsächlich vorgekommen zunächst etwas über die Vergangenheit des Fälschers zu erfahren, und wenn er kein hartgesottener Verbrecher ist, macht sie ihn zu einem anständigen Menschen, indem sie ihm in ihren Ateliers Beschäftigung gibt. Vor einem Jahrhundert, als die Druckindustrie noch nicht so vollkominen war wie heute, hatten die Fälscher leichtes Spiel und konnten die Banknoten, deren Ausführung viel zu wünschen ließ, bequem nachahmen. Jetzt aber ist die Sache schon schwerer: die Stiche der Banknoten sind von Meisterhand gemacht. Das Papier ist speziell für die Bank fabriziert und mit einem besonderen Wasserzeichen versehen, und gewisse Fabrikationsfehler, die absichtlich gemacht werden, bewirken, daß die Kassierer der Bank sofort erkennen, ob eine Banknote echt oder gefälscht ist. Unter Louis- Philipp gab es einen Fälscher, dessen Name schon bezeichnend war: er hieß nämlich Gatebourse( Geldverderber). Dieser Mann fälschte mit Vorliebe Tausendfranken- Noten und brachte im Laufe eines Monats mehr als 1500 solcher Scheine in den Verkehr. Gatebourse warf übrigens das Geld, das er so leicht verdiente, mit vollen Händen zum Fenster hinaus. Seine Diners, seine Empfänge waren prächtig, auf den von ihm veranstal teten Bällen wurde ein orientalischer Lurus entfaltet. Er war der Mann des Tages; er besaß die Frechheit, sich dem Gouverneur der Bank von Frankreich vorstellen zu lassen, und war bald mit ihm intim. Eines Abends, als er bei dem Gouverneur dinierte, erfuhr Gatebourse aus dem Munde seines Gastgebers, daß die Bank von Frankreich in eine sehr schwierige Lage geraten würde, wenn es ihr nicht bald gelänge, einen gefährlichen Fälscher festnehmen zu lassen, der an ihren Schaltern schon gefälschte Banknoten im Betrage von fast zwei Millionen eingewechselt habe. Gatebourse erbot sich, den geschickten Gauner aufzuspüren und sofort festnehmen zir lassen.„ Wenn Sie das fertig bringen!" sagte der Gouver neur ,,, würden Sie uns einen so großen Dienst leisten, daf ich für Sie vom König einen Nationaldank verlangen würde. Zwei Tage später wechselte Gatebourse selbst unvorsichtigerweise eine von ihm fabrizierte Tausendfrankennote. Es war damals Brauch, daß die neu ausgegebenen Banknoten an der Kasse der Bank in Päckchen von zehn Stück mit Stecknadeln zusammengesteckt wurden, so daß jede Banknote an einer Ecke die Spur eines Nadelstiches frug. Gatebourse wußte das nicht; die Banknote, die er wechseln wollte, wies feinen Stich aus, und das führte zu seiner Entlarvung; er wurde zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Diese Geschichte lieferte dem älteren Dumas den Stoff zu einem seiner inter essantesten Romane, der unter dem Titel„ Pascal Fargeau". erschien. Als Fälscher berühmt war auch Barros, der, wie sein Vorgänger Gatevourse, der persönliche Freund einer der Höchsten Beamten der Bank, des Herrn Manceau, war.„ Wie unterscheidet man eine falsche Banknote von einer echten?" fragte er eines Tages seinen Freund. Und ohne Mißtrauen gah ihm der Beamte ein Zeichen, einen Fehler an, der den Angestellten der Bant genau zeige, ob eine Banknote echt oder falsch sei. Barrot merkte sich das, und fortan wiesen auch feine" Banknoten diesen Fehler auf. Er wurde später von Meeresgrund," fuhr er in tiefer Bewegung fort, während er mit der Sand über seine Augen strich. Es war eine nen." stehen, Heinrich mit der Menschheit wieder zu versöh schon lange hier." fragte er, während sie langsam weiter liefen. „ Eic sin , Seit einer halben Stunde," erwiderte sie, und ein nußen. Sommen dennoch ei Je Arich vor, die ein bleisellschaft leben, da eine Gemeinschaft ohne feststehende bende Wohnung haben, so sind es meist solche, die in Gemicht bestehen fann Manceau selbst beim Fälschen ertappt und zu lebenslängliche Zwangsarbeit verurteilt; als er aber nach Cayenne gebrach werden sollte, sprang er ins Meer und ertrant. Die meister falschen Banknoten wurden früher in Barcelona fabriziert, und zwar sowohl spanische wie französische. Die Fälscher gaben sie Bauern, bei welchen sie Pferde oder Maultiere kauften, in Zahlung, und die naiven Landleute brachten sie in den Ver fehr. Am meisten geschädigt wurde damals die französisch Spanische Südbahngesellschaft, an deren Schaltern eine große Anzahl gefälschter Banknoten gewechselt worden war. Heut zutage ist es selbst dem geschicktesten Fälscher fast unmöglich, sein verbrecherisches Handwerk lange auszuüben, denn die Banken sind auf der Hut und erkennen mit Leichtigkeit, was echt und was gefälscht ist. In früheren Zeiten war das Ge setz gegen Banknotenfälscher strenger als jezt: sie wurden gleich den Mördern guillotiniert. Aus der Reichshauptstadt. - Wandelbilder von Spectator. § Bänerinnen als Anstandslehrerinnen. Wiederholt schon haben besonders in Großstädten die Vorsitzenden bei Strafterminen, wenn Dinge zur Sprache kamen, die für Damenohren nicht geeignet waren, ein Ausschluß der Deffentlichfeit aber doch nicht angängig war, die anwesenden Damen aufgefordert, aus Gründen der Schicklichkeit den Saal zu verlassen. Solche Aufforderungen hatten aber stets einen negativen Erfolg. Die Neugier siegte über das Schamgefühl und alle blieben ruhig sitzen! Dieser Tage nur befanden sich im Sigungssaale des Amtsgerichts Mün hen II als Zuhörerinnen vier Bauernweiblein, als bei einem Termine ein solches Ersuchen an die Damen" er ging. Und siehe da, alle vier ländlichen Schönen verließen sofort hocherrötend den Sitzungssaal! Wir Wilde sind eben doch bessere Menschen! Mit dem Tage, an dem die„ Neue Gemeinschaft", die bekannte sozialistische Kolonie von Schriftstellern und Künſt lern in Schlachtensee, ihre Sonnenwende gefeiert hat, beginni auch für Berlin die absteigende Richtung der schönen Jahreszeit. Und mancher merkt jetzt schon ganz deutlich, daß die Tage fürzer werden, und wer Talent zur Traurigkeit hat, hat die düstere Empfindung einer hübschen Frau, die auf ber Höhe ihres Daseins das erste graue Haar entdeckt. Der aber, der über sein kurzes Ameisendasein hinweg den Blid in das Weite leuchten läßt und die Menschheit, nicht das einzelne Menschlein, im Auge hat, freut sich der fortschreitenden Entwickelung, ohne sich um Sommer und Winter zu fümmern. Andere wiederum, die sich an Goethes Mahnung halten:„ Wenn ihr das Leben gar zu ernsthaft nehmt, was ist dann d'ran?", genießen lachend den üppigen, blühenden Sommer, und wenn er einmal vorüber ist, dann blühen ihnen eben andere Freuden. bahnkatastrophe tann übrigens leicht ein folgenschweres Nachspiel haben. Bei der Erörterung der Angelegenheit in der Kammer wurde der Antrag gestellt, die Stellung eines Verwaltungsrats der Eisenbahn- und Monopolgesellschaften mit den Funktionen eines Abgeordneten oder Ministers für unvereinbar zu erklären. Der Finanzminister, der bis vor furzem Präsident des Aufsichtsrats der Nordbahn war, soll baher um seine Entlaffung gebeten haben, trotzdem die Kammer den Antrag ablehnte. Der Minister wird zu dem Schritt wohl angesichts der furchtbaren Erregung in der Bevölkerung bewogen worden sein. Solange die Opfer nicht entschädigt sind, droht die Bevölkerung der der Unglücksstelle benachbarten Ortschaften, keine Züge der Nordbahn mehr passieren zu lassen. Ein Sturm des Unwillens brach los, ils es ruchbar wurde, daß Bahningenieure nachträglich verucht hatten, die Spuren des sträflichen Leichtsinns der Vervaltung zu tilgen. § Revolverattentat während einer Gerichtsverhandlung. Vor einem Budapester Bezirksgerichte spielte sich eine auf. regende Szene ab. Die Tochter des Generals Koszas, Frau Beatrix Nagy- Deszi, hatte ihren Gatten und dessen Anwalt, Dr. Ernyei, wegen Verleumdung und Ehrenbeleidigung be. langi. Ihr Gatte, der wieder gegen sie den Scheidungsprozeß einleitete, hatte nämlich erwirkt, daß ihre Tochter. ein 17jähriges Mädchen, wegen angeblich unmoralischer Le. bensweise der Mutter dieser entzogen und in einem Kloster untergebracht wurde. Der Richter sprach sowohl den Gatten der Klägerin, als auch Dr. Ernyei frei. Vor Zorn blutrot, zog die Klägerin einen Revolver hervor und feuerte auf ihren Gatten einen Schuß ab. Die Kugel verfehlte ihr Ziel und bohrte sich in die Wand ein. Noch ehe die entjeßten Zuschauer sich vom ersten Schreck erholen konnten, schoß die Klägerin zweimal auf Doktor Ernyei. Der erste Schuß ging ebenfalls in die Wand, der zweite streifte den Advokaten am Halse. Die Frau wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Grund zur Freude und zum Vergnügtsein findet sich jetzt auch genügend für die erwähnten Kategorien von Menschen. Für die einen sind es die Versuche mit drahtloser Telegraphie, die in diesen Tagen zwischen Berlin und München veranstaltet werden, und die Eröffnung der ersten elektrischen Vollbahn. Die Strecke Berlin- Lichterfelde ist zwar ein sehr be. scheidener Anfang hierfür, aber es ist doch wenigstens einer. Kurios dabei ist der Umstand, daß der Villenort GroßLichterfelde auch die erste elektrische Straßenbahn in Deutschland oder, wenn ich nicht irre, sogar auf dem Kontinent hatte. Es scheint also, daß dieser Ort in besonders guten Beziehungen zu der Elektrizität steht. Bescheideneren Ge mütern aber macht vielleicht schon der Umstand Vergnügen, daß, wie man hört, eine Pariser Operette im Herbst hier ihre überhaupt erste Aufführung oder, wie jezt der Fachausdrud lautet, ihre Ur- Aufführung erleben soll. Andere wiederum, die einen grauen Riesenball an der leichten Wolfendecke eines Berliner Sommermorgens über der Stadt dahingleiten sehen. träumen von fünftigen Gondelpartien durch Luftballons, zu mal sie durch die Verhandlungen des Berliner Luftschiffer Vereins in dieser Woche dazu angeregt werden. Nab und fern. [ ,, Kleiner Mann und große Frau."] Ein tragikomischer Ehezwist hat in einem Dorfe bei Verona viel Heiterfeit erregt. Eine Frau Policante kam, wie schon häufig, mit ihrem Mann in Streit. In dessen Verlauf geriet sie so in Wut, daß sie, eine große, starke Person, ihr kleines schwächliches Männchen, das furchtbar zeterte, einfach beim Schopfe nahm und in eine große Kiste setzte, die sie mit einigen Nägeln zwar nicht luftdicht, aber fest verschloß. Dann ging sie hohnlachend ihrer Wege. Wie man sich denken kann, schrie und flopfte das eingeschlossene Männchen wie besessen. Endlich hörten ihn die Nachbarn und befreiten ihn aus seiner peinlichen Lage. Kaum war der Kleine aus seinem Kistengefängnis heraus, als er im bloßen Hemd der Streit war ausgebrochen, nachdem das Ehepaar schon zu Bett geaangen war wie rasend nach der nächsten Gendarmerieſtation stürmte. Diese war ,, nur" 10 Kilometer weit entfernt. Auf sein Ansuchen verhafteten die Karabinieri seine Frau, doch wird sie wohl bald wieder entlassen werden. Jedenfalls hat sie bei dieser Illustrationsszene zu dem bekannten deutchen Volkslied ,, Kleiner Mann und große Frau" die Lacher auf ihrer Seite. Graf Haefelers Abschied von Mek. Der bisherige Kom mandierende General des 16. Armeekorps, Generalfeldmarschall Graf Haefeler, hat gestern Metz verlassen. Er begibt sich zunächst nach dem von ihm ins Leben gerufenen Soldatengenesungsheim Lettenbach, von dort über Straßburg nach Karlsruhe, wo er sich beim Großherzog von Baden, zu dessen Armee- Inspektion das 16. Armeekorps gehört, abmelden wird. Auf dem Bahnhof waren zur Verabschiedung Freunde des Grafen, die Generalität, zahlreiche Offiziere sowie der Kreisdirektor erschienen. Mehrere Offiziersdamen überreichten Blumensträuße. Als sich der Zug in Bewegung sezte, brachte der neue Kommandierende General des 16. Armeekorps, General der Infanterie Stößer, ein dreifaches Hurra auf den Grafen Haeseler aus. Für den größeren Teil der Berliner, wie ja auch der übrigen civilisierten Menschheit, liegt der Höhepunkt des Sommers in den Ferien, und zu diesem Teil gehören vor allem die Kinder, denen jetzt die goldene Schulfreiheit für einige Wochen winkt. Zwar gönnt auch die Schule während der Unterrichtszeit den kleinen manche Sommerfreude, auck wenn die Hiße nicht so wirksam funktioniert, daß die schöne Einrichtung der Hitferientage in Wirksamkeit tritt. So be gegnet man häufig einem oder mehreren elektrischen Straßenbahnwagen, die das Plakat„ Bestellt!" tragen und in denen kleine Mädels und Jungen mit ihren nicht gerade gut geschulten, aber dafür desto kräftigeren Stimmen und mit lachenden Gesichtern das schöne Lied von dem Morgen rot, das uns zum frühen Tod leuchtet, durch die weiche Groß stadtatmosphäre senden; die ahnungsvollen Engel, die die Gefährlichkeit der„ Elektrischen" zu kennen scheinen! Aus diesen Fahrten wird den Schulkindern das Vergnügen am Sommer teelöffelweise verabreicht, in dem sie nun in der Ferienzeit schwimmen. Schwere Feuersbrünste. In Oberwangenbach bei Mainburg brach nächtlicherweile Feuer aus, welches mehrere Gebäude zerstörte. Als nach Ausbruch des Feuers Feuerwehrleute sich in eine Stallung begaben, um das Vieh zu retten, stürzte das Dach ein und begrub die Feuerwehrleute unter den Trümmern. Drei Feuerwehrleute sind verbrannt, drei schwer verletzt, einige werden noch vermißt. In St. Stephan bei Graz brannte ein Bauerngehöft ab. Die beiden Söhne des Bauern, ein sechzehn- und ein dreizehnjähriger Anabe, tamen in den Flammen um; zwei Knechte wurden mit Jefährlichen Brandwunden ins Spital transportiert. Diejenigen Kinder freilich, deren Eltern sich keine Reise gestatten können und denen auch die segensreiche Einrichtung der Ferienkolonien, die jährlich viele Tausende armer Kinder hinausschicken, nicht zu einem Landaufenthalt verhilft, ge nießen nur die Schulfreiheit, aber nicht die schöne Jahres. zeit. Meist müssen sie wohl auch noch Muttern" bei der Arbeit unterstützen, statt, wie glücklichere, der Mutter nui zu helfen, frische Luft zu schnappen. 000 Die ber, Gießene Wedfel fo en veranlaßt fehen anzuzeigen. burch erwach aufmerksam z Abonnentenzahl Duartal, an wegen zu viele Gelegenheit, fi die unsere Be Und ist der gr IDer pfeifende Heldentenor.] Im Theater von Monclair in den Vereinigten Staaten bat der Heldentenor Mr. Wilson, da er einen Grippeanfall hatte, seine Rolle pfeifen zu dürfen. Das Publikum war einverstanden und Mr. Wilson pfiff seine Musik troß seiner Grippe, und er konnte sogar die hohen Noten herausbringen, was ihm jedesmal einen begeisterten Applaus vom Publikum einbrachte. Zum Schluß hätte man ihn beinahe im Triumph davongetragen. Ein pfeifender Heldentenor ist wohl eine bisher nie dagewesene Erscheinung in der Kunstgeschichte. Sonst pfiff höchstens das Publikum, wenn der Tenor singt. * Dentsche Studenten in Lebensgefahr auf dem Mont Blanc. Der Bürgermeister von Chamounir richtete eine Hilfstolonne aus, um sieben deutsche Studenten aus Genf, die seit einigen Tagen im Montblanc- Gebiete weilen und vermißt werden, aufzusuchen. Eine andere Kolonne, bestehend aus dreißig Genfer Alpinisten, ist ebenfalls nach Gervais abgegangen. Man hegt über das Schicksal der Vermißten die schlimmsten Befürchtungen. ** Lohnzahlungen an übende Reservisten. Gelegentlic der gegenwärtigen Landwehr- und Reserve- Uebungen werder die Mannschaften des Beurlaubtenstandes darauf aufmerksam gemacht, daß für die Zeit der Uebung der Lohn nachzuzahler ist, falls für diese Zeit keine Aufhebung des Dienstvertrages stattgefunden hat. Wem der Lohn nicht gezahlt wird, solle das Gewerbegericht anrufen. Nach§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist der Arbeitgeber zur Zahlung des Lohnes berpflichtet, allerdings unter Abzug der während der Uebung erhaltenen Beträge für Verpflegung und an Löhnung. © Ein Lustmord ist im Stadtwald bei Frankfurt a. M. ar einer Frau Dina Hartherz verübt worden, den bisherigen Feststellungen nach vermutlich am hellen Tage. An der Stirn und am rechten Auge fand man mehrere offenbar von Schlägen herrührende blaue Flecke, der Unterleib wies schwere Verlegungen auf. Der Tod ist durch Erdrosselung eingetreten. Der Strick um den Hals war so raffiniert zusammengedreht, daß er sich nicht mehr lösen konnte. Das Gute, das die Ferienkolonien für das leibliche Wohl der Kleinen tun, soll eine Neueinrichtung der Schülerbiblio theken auf dem geistigen Gebiet ergänzen. Die verlogene Sentimentalität, der romantisch angehauchte Blödsinn dei sogenannten Schauerromane, die ja aus der Literatur de Erwachsenen schon lange verdrängt worden sind und nu noch in den bekannten Zehn- Pfennig- Lieferungen über di Hintertreppe in die Küchen getragen werden, sie sollen nur auch die empfänglicheren jugendlichen Gemüter nicht länge bergiften. Dem langsamen, aber sicheren Aussterben de Indianer soll das Verschwinden der Indianer- Literatur vor ausgehen, und die Zeit ist voraussichtlich nahe, da der„ Letzt der Mohikaner" dieser Revision zum Opfer fällt. Für das nicht übermäßig robuste Großstadtkind, das schon frühzeitiç sich seiner Nerven bewußt wird, ist solche Lektüre besonder schädlich; es ist daher eine erfreuliche Erscheinung, daß die Bemühungen dahin gehen, Geist und Körper in eine gesunde Atmosphäre zu bringen und für den schweren Kampf um: Dasein zu stählen. Einsturz eines Gasthauses. In dem Prager Vorort Bubenc stürzte in einem Gasthause plößlich die Zimmerdecke der Gaststube ein und begrub die zahlreich anwesenden Gäste unter ihren Trümmern. Mit der Decke zugleich fielen Arbeiter, die im oberen Stock beschäftigt waren, in die Gaststube hinab. Fünf der von der Katastrophe Betroffenen trugen schwere, mehrere andere leichte Verletzungen davon. Wie notwendig dies ist, beweist der Selbstmord eines Primaners aus Furcht vor dem Durchfall bei dem Abitu rienteneramen; das beweisen auch die zahlreichen Morde und Selbstmorde, deren Beweggrund unglückliche Liebe ist. Man prüfe einmal die hiesige Verbrecher- und Unfallchronik, und man wird finden, daß die Liebe als Beförderungsmittel in Jenseits sehr wohl mit den Verkehrs- Instituten der Berliner Straßen fonfurrieren kann. Hus dem Gerichtsfaal. ** Zur Verhütung von Wald- und Böschungsbränder haben die Lokomotivführer neue besondere Instruktion er halten. Es ist ihnen anbefohlen worden, möglichst vor Ab fahrt von der Station Kohlen aufschütten und die Asch entfernen zu lassen, um auf diese Weise zu verhüten, daf während der Fahrt durch ausfliegende Funken das trocken Gras oder Reisig entzündet wird, wodurch schon manche Waldbrand entstand. Namentlich beim Passieren von Ort schaften oder in unmittelbarer Nähe bewohnter Stätten sol jede Feuerung unterbleiben. Bei einer Ballonfahrt verunglückt ist in Laibach der amerikanische Luftschiffer Stephen. Er hatte vorher angefündigt, daß er sich mittels eines Fallschirmes herunterlassen werde. Als der Ballon etwa 60 Meter hoch gestiegen war, wendete sich der Luftschiffer dem Fallschirme zu. Dieser war aber infolge Mangels an nötiger Luft nicht genügend ausge breitet. Stephen stürzte nun unter ungeheuerer Aufregung des Publikums jäh zur Erde, wobei er sich beide Füße brach nud außerdem schwere innere Verlegungen zuzog. fporn, auf de allen benen, bi ober befannt g ** Gegen die Pilz- und Beerensucher wird amtlich mobil gemacht. Die Forst, Polizei- und Gendarmeriebehörder find angewiesen worden, gegen unbefugte Pilz- und Beeren sucher mit aller Strenge vorzugehen und jeden, der nich im Besize einer Berechtigungskarte ist, zur Anzeige zu brin gen. Durch amtliche Erhebungen ist festgestellt worden, daß gerade die ,, wilden" Pilz- und Beerensucher den Kulturen und Anpflanzungen den größten Schaden zufügen; demzu folge wäre die gedachte Maßnahme im Interesse unserer Forst- und Waldbestände mit Freuden zu begrüßen. 000 -In Wettringen wurde der Knecht Steinmetz verhaftet, unter dem dringenden Verdacht, seine frühere Dienstherrin, die Käthnersfrau Terweg in Ofterwied, ermordet zu haben. Bunte Chronik. Die Gesamtzahl der bei bei der Bergwerkstatastrophe in Hanna( Nordamerika) Getöteten beträgt nach neueren Meldungen 234. Das Automobilrennen um den Gordon Bennett- Pokal in Irland, das gestern stattfand, forderte gleich zu Beginn ein Opfer. Der eine der englischen Konkurrenten, Yarrow, wurde aus seinem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Seine beiden außer ihm noch startenden Landsleute hatten ebenfalls Unfälle, die aber nur für ihre Wagen verhängnisdoll wurden. Diese mußten aus der Konkurrenz ausscheiden. Die 103 englische Meilen lange Bahn in Form einer Acht muß dreimal zurückgelegt werden. Da die Steigungen sehr start sind, erwarten die auf den Tribünen zu vielen Lausenden versammelten Zuschauer mit einem gewissen wolltigen Grausen peitere schwere Katastrophen. Aussicht, das Stennen zu gewinnen, hat nach den letzten uns vorliegenden Nachrichten ein deutscher Wagen. § Im Prozeß Terlinden bezichtigen sich Kosbadt und Terlinden gegenseitig munter weiter. Die Bilanz von 1899 ist von Terlinden und Kosbadt unterschrieben. Kosbadt sagt, die Bilanz sei falsch; es fehlten sämtliche Gefälligkeitsaccepte die Gläubiger feien richtig, die Schuldner falsch angegeben. Terlinden behauptet, die Gefälligkeitsaccepte seien auf sein persönliches Konto eingetragen gewesen; die Bilanzen seien richtig. Ueber die Bilanz von 1897 sagt Rosbadt, es seien darin Gefälligkeitsaccepte als Aftiva statt als Passiva eingetragen. In Wettringen wurde der Knecht Steinmez verhaftet berg die feierliche Enthüllung des Denkmals für Nettelbed and Gneisenau statt. Bei dem Eisenbahnzusammenstoß bei Scharrbeek sind zwanzig Reisende mehr oder weniger schwer verletzt worden. Der von Antwerpen kommende Zug war der sogenannte„ Getreidezug", der von zahlreichen Kaufleuten der belgischen Hafenstadt zur Fahrt nach der Hauptstadt benutzt zu werden pflegt. Ein Rangierzug fuhr ihm direkt in die Seite und zertrümmerte eine Anzahl Wagen erster und zweiter Klasse. Von den Verletzten, unter denen sich auch mehrere Deutsche befinden, haben sich zwei Getreidemafler bereits der Amputation beider Beine unterziehen müssen; sie dürften chwerlich mit dem Leben davongekommen. Die Schuld an dem Unglück soll der unglüdliche Zufall tragen, daß an dem kritischen Punkt beiden Zugführern durch einen Bahnübergang ber freie Ausblick gesperrt war. Die spanische EisenKunft und Wiffenfchaft. Die! Sofbaltung an übersiedeln und der Anwesenhe part für das * * Auf d an die Mitgli Ameitägigen A Kammermitgl * Der tags foll M tember finden, wahlen zweier freis Darmsta * Der 5 BP. Ein deutsches lenkbares Luftschiff wird nächstens von einer Kommission militärischer Sachverständigen auf der Hasenhaide bei Berlin geprüft werden. Es ist von dem bayerischen Hauptmann Parsifal erfunden und in einer Augs. burger Fabrik fertiggestellt worden. Wie verlautet, soll Bar fifal auf eigenartige Weise das Problem des lenkbaren Luftschiffs glänzend gelöst haben. daß eine größ reise nach dem reits angemeld so daß noch e wenn diefelbe den. Insbeso reife an die würden, da weniger zahlr * Bum bobidul der Mathen König bat Sohn Herm turgefchichte * Un theologischen Anlaß der Dottor erna Licentiateu M Ehrenurfunde BE. Eine Vorrichtung zur Verhütung von Eisenbahnent gleisungen wurde durch den Oberpostschaffner Friedrich Geh. ricke einer größeren Versammlung von Fachleuten vorgeführt. Der Grundgedarke der Erfindungen beruht darin, daß da Abrollen der entgleisten Wagen vom Gleise verhindert und das ungefährdete Weitergleiten auf den Schienen ermöglicht werden soll. Um dies zu erreichen, sollen vor und hinter den Radsäten der einzelnen Wagen Gleitschienen, senkrecht zum Schienenstrang, befestigt werden, an deren Unterseite starke ,, Nasen" angebracht sind. Die Erfindung erhält noch dadurc einen besonderen Wert, daß eine Veränderung des Wagen unterbaues nicht nötig ist und daß sich die Vorrichtung ohne Schwierigkeit an jedem Eisenbahnwagen anbringen läßt. Nicht nur bei Entgleisungen, sondern auch bei Achsbrüchen und Radreifenbrüchen tritt die Vorrichtung selbsttätig in Kraft. Der Erfinder Gehricke ist 10 Jahre lang im Bahn fahrdienst beschäftigt gewesen. RF. Eine gewaltige Feuerkugel am Himmel wurde au der Sternwarte zu Heidelberg beobachtet. Kurz vor Mitter nacht kreuzte sie den Scheitel des Orts. Sie hinterließ einen 20 Fuß langen Lichtstreif von Vollmondbreite, der langsam nach Süden zog. Erst nach etwa fünf Minuten war der letzte Lichtschein verschonden. Wilhelm Tat ordentlicher nach Bosen * k Fün Hülfen in Wiesbade artiger Wei Wiefen der Stiftungsfe ben. Es ist Bereinen ein u. a. aus nad, Begla noch neue auch mehrere dürfte es ein * He * zogtum Seifftätte f in der Gen borstand 0 find fertig welches P foll fobald fördert we eröffnet we 60 Betten etwa erfor Betriebsitö Frauen beft anfchließen. burden bere 1903 und Nad in der g eines chaften ters für bis bot war, foll Die Kam 1 Schritt Bevölke icht entüdsstelle n mehr rach los, lich ber der Verfemischer erfeit er mit ihrem in But, vächliches fe nahm Nägeln sie hohnchrie und . Endlich ner pein engefäng war ausgeaangen eriestation rnt. Auf rau, doch Jedenfalls nten deut die Lacher bon Mon tenor Mr. olle pfeifen und Mr. er fonnte m jedesmal chte. Zum ongetragen. nie dage= pfiff höch Gelegentlic igen werder aufmerksam nachzuzahler enstvertrages t wird, soll Bürgerlicher des Lohne der Uebung hnung. ingsbränder struktion er ichst vor Ab d die Asche erhüten, daf das trocken hon mancher en von Ort Stätten sol amtlich mobil neriebehörder und Beeren Den, der nich zeige zu brin worden, daß den Kulturen ügen; demzu resse unserer üßen. met verhaftet, Dienstherrin, det zu haben. bei der Bergöteten beträgt mez verhaftet für Nettelbeck aft. nächstens bon Digen auf der Sist von dem in einer Augs. autet, soll Bar lenkbaren Luft Eisenbahnent Friedrich Geh ten borgeführt. berhindert und enen ermöglich darin, daß das und hinter der senfrecht zum Interseite starte ält noch dadurd ang des Wagen Borrichtung ohne anbringen läßt bei Achsbrücher felbfttätig in lang im Bahn mel wurde au urz bor Mitter hinterließ einen te, der langfam en war der Tepte 0000000000 Die Abonnentenzahl der ,, Gießener Neueste Nachrichten" ist beim QuartalWechsel so enorm gestiegen, daß wir uns veranlaßt sehen, dieses unseren Inserenten anzuzeigen. Auf die Vorteile, die den Inserenten dadurch erwachsen, brauchen wir wohl nicht besonders aufmerksam zu machen. Gerade das Anwachsen der Abonnentenzahl bei diesem Quartal, nebenbei bemerkt, das Quartal, an dem die Land bevölkerung die Zeitungen wegen zu vieler Arbeit sonst abbestellen, giebt dem Inserenten Gelegenheit, sich ein Urteil zu bilden, über die Beachtung, die unsere Zeitung in allen Bevölkerungsschichten findet. Uns ist der große Zuwachs an Abonnenten ein neuer Ansporn, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten, um allen denen, die durch unsere Zeitung irgend etwas anzeigen oder befannt geben, immer größere Vorteile bieten zu können. Der Verlag. 0000000000 Lokales. Gießen, ben 2. Juli 1908. 4 Die Landaräfin von Hessen wird mit ihrer Sofhaltung am 14. Juli nach Schloß Adolfseck bet Fulda übersiedeln und bis in den Herbst dort verweilen. Während der Anwesenheit der Landgräfin ist der Adolfsecker Schloßpart für das Publikum geschlossen. * Auf die Einladung des Herrn Präsidenten Haas an die Mitglieder der Zweiten Kammer der Stände, zu dem zweitägigen Ausflug nach Oberheffen haben bereits sämtliche Kammermitglieder bis auf 4 zugesagt. * Der Rusammentritt des Hessischen Landtags soll Mitte des Monats Oktober erfolger. Im September finden, dem Zusammentritt vorausgehend, die Erfaßwahlen zweier Abgeordneten zum Landtag für den Wahlfreis Darmstadt statt. * Der Hessische Landwirtschaftsrat teilt mit, daß eine größere Zahl Landwirte, die sich für die Studienreise nach dem Rheinlande und Belgien( 6.- 11. Juli) bereits angemeldet hatten, ihre Anmeldung zurückgezogen haben, so daß noch einige Teilnehmer aufgenommen werden können, wenn diefelben sich sogleich beim Landwirtschaftsrat anmelden. Insbesondere wäre erwünscht, wenn sich für die Vorreise an die Mosel( 6. und 7. Juli) noch Teilnehmer finden würden, da für diesen Teil der Reise die Anmeldungen weniger zahlreich sind. * Zum Rektor magnificus an der technischen Hochschule in Berlin wurde für 1903/04 Profeffor der Mathematik Dr. Georg Hettner gewählt. Der König hat die Wahl bestätigt. Geora Hettner ist ein Sohn Hermann Hettners, des Verfassers der„ Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. ** Universität. Gestern überreichte der Dekan der theologischen Fakultät, Prof. Dr. Baldensberger. den aus Anlaß der Einweihung der Chriftuskirche in Mainz zum Dottor ernannten Kirchenrat Frohnhäuser und den zum Licentiateu Monoriscausa ernannten Pfarrer Grünewald die Ehrenurkunde. Der außerordentliche Hilfearbeiter Dr. phil. Wilhelm Tavernier an der Universitätsbibliothek ist als außerordentlicher Hilfsarbeiter an die Kaiser Wilhelm- Bibliothek nach Bosen übergesiedelt. * * Fünftes Mitteldeutsches Fleischer- G e- hülfen Bundes feft. Das Fest fand im vorigen Jahre in Wiesbaden statt und wird in diesem Jahre in recht großartiger Weise am 12. und 13. Juli auf den Anlagen und Wiesen der Pulvermühle in Verbindung mit dem 15jähr. Stiftungsfest des Schlachtervereins Brüderschaft gefeiert werben. Es ist ein Festzug geplant, an dem sich außer hiesigen Vereinen eine ganze Anzahl auswärtiger Vereine beteiligt, u. a. aus Mainz, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Kreuznach, Wetzlar, Weilburg und Wiesbaden, täglich melden sich noch neue Vereine an, die an dem Festzug teilnehmen; da auch mehrere Gruppen in dem Festzug mitgeführt werden, dürfte es ein recht imposanter werden. * * Heilstättenverein für das Großher zogtum Hessen. Am 29. Juli wurde das für die Heilstätte für weibliche Lungenkranke benötigte Gelände in der Gemarkung von Winterkasten von dem Vereinsborstand angekauft. Die Bauprojekte und Baupläne sind fertig gestellt und wird sich in Kürze entscheiden, welches Projekt zur Ausführung kommen soll. Der Bau soll sobald als möglich in Angriff genommen und so gefördert werden, daß die Heilstätte im Jahre 1904 schon eröffnet werden kann. Die Heilstätte wird zunächst für 60 Betten eingerichtet und Vorsorge getroffen, daß eine etwa erforderlich werdende Erweiterung ohne große Betriebsstörung vorgenommen werden kann. Der für Frauen bestimmten Heilstätte soll sich eine Kinderstation anschließen. ** Gießener Volksbad. Im Juni wurden verabreicht, 11376 Bäder gegen 11759 im Mai 1903 und 10737 im Juni 1902, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 410 Bäder gegen 413 im Mat 1903 und 390 im Juni 1902. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 5207 Männer, darunter 707 zu 10 Pfg. 1858 Frauen 323,10, Wannenbäder: 1. Al. 273 Männer, 135" Frauen, 2. AI. 787 561 Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen: 105 Männer, 24 Frauen. " Brausebäder 2022 Männer, 404 Frauen. " Die Personenwage wurde von 240 Personen benutzt. Das Bad von 18 Personen besichtigt. * Der Entwurf zum Bismarckturm auf dem Taufstein ist in den Schaufenstern der Papierhandlung von Kühn ausgestellt. Garde Verein Gießen. Der Kaiser hat dem Gardeverein genehmigt, auf seiner neu zu beschaffenden Fahne Gardeadler und Gardestern zu führen. Die Beichnungen dazu lagen dem Kaifer vor. Die Fahne wird von der Thüringer Fahnenfabrit ausgeführt. * Das 4. Abonnements- Konzert hatte sich geſtern abend in Steins Garten eines guten Besuches zu erfreuen. Herr Musikdirektor Krause hatte ein vorzügliches Programm aufgestellt und fand damit ungeteilten Beifall. Besonders erwähnenswert ist das Quintett a. d. Op. Die „ Meisterfänger von Nürnberg", eine Schöpfung Wagners, welches tadellos von der Rappelle zum Vortrag gebracht wurde. - " -h Erhängt hat sich vorgestern der in der Wallthorstraße wohnhaft gewesene Tagelöhner Carle. Ob der Leiches wäre dann dies die nam auf den neuen Friedhof erste Beerdigung auf demselben- oder ob er noch nach dem alten Friedhof verbracht wird, konnten wir bis zur Stunde noch nicht erfahren. -h Einen Ringtampf auf dem Burggraben führten vorgestern zwei 13jährige Knaben zum Gaudium der zuschauenden Volksmenge aus. Der Spaß endete aber für den einen sehr verhängnisvoll; derselbe stürzte und konnte nicht wieder aufstehen. Db er an der Hüfte das Bein qe= brochen, oder vollständig ausgefugelt hat, fonnte an Ort und Stelle nicht fonstatiert werden. Die Ueberführung des Verunglückten nach der Klinik war erforderlich. ** Die Baumaterialien Branche in unserer Provinz erfreut sich bisher einer überaus günstigen Conjunktur. Die Kaltwerke und Ziegeleien der Umgegend sind im flottesten Betriebe und hoffen anch, daß der Geschäftsgana das Jahr über so andauern wird. Ganz besonders ist für die Branche günstig, daß heuer auf dem Lande eine überaus rege Bautätigkeit herrscht. ** Viehmarktbericht. Auf dem dieswöchentlichen Viebmarkt belief sich der Vorrat auf etwas mehr als 1200 Stück Milch Fett- und Gangoteh, sowie 250 Kälber. Es fehlte für alle Gattungen Vieh nicht an Kundschaft. besonders aber war Fettvieh für Frankfurt Mainz und Wiesbaden, sowie für die kleineren Badeorte sehr begehrt. Dbgleich man settens der Käufer die hohen Preise des letzten Marktes für Schlachtware zu drücken versuchte, war der Handel doch fehr flott und deckte der Vorrat lange nicht den Bedarf. Für das Geschäft in Milchware veranlaßte die überaus guten Futteraussichten ein Anhalten der hohen Preise. Wie der Rälbermarkt schon das lezte Mal ein mittelmäßiger war, so blieb es auch dies Mal und konnten die für die Beit nicht sehr hohen Preise des leßten Marktes für Kälber nur sich halten, weil dies Mal unsere Gießener Megger erheb lich in das Geschäft eingriffen. Der Handel in Gangvieh von dem nur ca. 60 Pare am Markt waren, ging langsam doch wurde der Vorrat zu angemessenen Preisen für oberhessische Hofgüter und nach der Dillgegend abgefeßt. Der Markt wurde übrigens in allen Viehgattungen flott geräumt. Der Schweinemarkt fiel der Seuchengefahr wegen auch dies Mal wieder aus. Die erzielten Preise stellten sich wie folgt: Milch- Kühe pro Stück 1. Qual 450-480 Mt., einzelne schwere Tiere bis 500 Mt., 2. Qual. 350-400 mt., 3. Qual. 275-325 Mt., ältere Abmelttühe nach Güte 180-240 Mr. Fettvieh pro Ctr. Schlachtgewicht. Rinder 1. Sorte 67-70 Mt., 2. Sorte 62-64 Mt. Kühe 1. Sorte 60-62 Mt., 2. Sorte 58-61 Mt. Kälber 1. Qual.( über 50 Pfd.) 65-70 Mt., 2. Qual. 58-63 Mt., 3. Qual. 52-56 Mt. Gangvieh ging pro Paar zu 700 bis 900 Mt, je nach Güte ab. Nächste Markttage 21. und 22. Juli; am 2. Markttage auch Krämermarkt. § Wieseck, 2. Juli. Gelegentlich des Gausommerfestes in Gelnhausen, errang der„ Radfahrerverein Wiesed 1900" beim Korsofahren den 3. Ehrenpreis. Sett gestern steht unser ** Holzheim, 3. Juli. ganzer Ort in Flammen; nicht weniger wie insgesamt 30 Gebäude( Stallungen eingerechnet) sind niedergebrannt. Die große Hize, und vor allen Dingen der Mangel an einer erforderlichen Wasserstelle haben das Die Ortsfeuerwehr hat Feuer nur noch begünstigt." stramm zu thun, zur Hülfeleistung sind die Wehren aus den benachbarten Gemeinden noch gerufen worden. Man vermutet nach einem vorgefundenen Briefe Brandstiftung. Die Abgebrannten sind zum großen Teil versichert. ** Lich, 1. Juli. Einen Unfall erlitt gestern in Ettingshausen der Landwirt H. Keil. A. stürzte vom Gerüft der Scheune auf die Tenne unb erlitt mehrere Rippenbrüche. ** Grünberg, 2. Jult. Den linken Arm brach ein Schüler der Bürgerschule, der in der Zwischenpause Turnübungen an einem neben dem Spielplaze stehenden Klettergerüst machte. Infolge loslösen einer Querstange stürzte der Knabe herab. * Grünberg. Hier fand eine Revision der HandwerkerSonntagszeichenschule statt, zu der sich Baumeister Traber aus Gießen, sowie der Vorsigende des Bezirksverbandes der Ortsgewerbe- Vereine, Herr Petri Gießen und der Vorsitzende der letzteren eingefunden hatten. Der Einrichtung der Schule, den Lehrern und Schülern wurde Anerkennung ausgesprochen. * Grünberg, 2. Juli. Heute morgen konnten die Passagiere des Eisenbahnzuges, der 7.20 von hier abgeht, beobachten, wie ein Luftballon, annähernd in der Höhe von 4000 Mtr. ftand, in gleicher Richtung und gleichem Abstand vom Zug nach Gießen zu flog. Alsfeld, 1. Jult. In Anwesenheit des Bischofs von Mainz fand gestern die Einweihung der neuen Kirche in Oh me 8 statt. * * Friedberg, 2. Juli. Die alte Garnisonstadt Friedberg rüstet sich, um mit ihren ehemaligen hessischen GardeJägern, welche bei Beginn des Feldzuges 1870/71 ausmarschiert und in Folge von Garnisonsverlegung nicht mehr hierher zurückgekehrt sind, ein Wiedersehen zu feiern. Gelegentlich des am 19. Juli d. Js. dahier zur Enthüllung tommende Kriegerdenkmals ist auf morgens 10%, Uhr ein Appell für dieselben in Steinhäusers Biergarten" vorgesehen, zu welchem alle Angehörigen des ehemaligen Hessischen Garde- Jäger- Bataillons eingeladen sind. Als Festplatz bei der Enthüllungsfeier ist der ehemalige Exerzierplay, die Seewiese bestimmt. *** Dudenhofen( Kreis Weylar). Die hiesige Gemeindegrasversteigerung war von vielen auswärtigen Kaufluftigen besucht, infolgedessen recht hohe Preise erzielt wurden. Aαgemein bekunden unsere Landleute, daß die Heuernte diesmal weit spärlicher ausgefallen als in den Vorjahren. Auch das trockene Wetter war sehr nachteilig auf das Grünfutter, weshalb für Heugras durchweg höhere Angebote gemacht werden müssen. * Wetzlar, 3. Juli. Die beiden Untersuchungsgefangenen, welche aus dem Amtsgericht das Weite suchten, haben sich Bereits in der goldenen Freiheit nicht lange erfreut. Bechlingen traf man auf ihre Spur, sah das edle Paar dann von weitem im Bermoller Walde und erwischte die beiden in Oberlemp, wo sie sofort wieder verhaftet wurden. Wetzlar, 1. Juli. Auf eine recht dreiste Art sind heute Morgen während der Straffammersißung 2 Untersuchungsgefangene aus dem verschlossenen Wartezimmer des hiesigen Gerichtsgebäude entw chen. Die sofort eingeleite Verfolgung der Flüchtlinge ist bis i zt ergebnislos geblieben; dagegen ist ihr Helfershelfer festgenommen. In Homburg v. d. H. findet eine Obstausstellung vom 5. bis 10. Oftober zur Zeit der Hauptversammlung des Nassauischen Obst- und Gartenbauvereins statt. * * Bingen, 30. Juni. In den ersten Tagen des August treffen hier eine größere Anzahl New- Yorker IndependentSchüßen, fast durchgehends Deutsch- Amerikaner, ein, um einige Tage hier zu verweilen und Ausflüge zu machen. Die Schütz'n haben am 20. Juni New- York auf einem besondern Dampfer verlassen und werden sich zunächst am Deutschen Schüßenfest in Hannover beteiligen. Geschäftliches. Höchste Auszeichnung. Auf der Stettiner Ausſtellung für Volksgesundheitspflege und Volkswohlfahrt( 11. big 24. Juni 1903) wurde der bekannten Maggi- Gesellschaft in Berlin für ihre altbewährten Erzeugnisse die goldene Medaille, Ehrenpreis der Stadt Stettin zuerkannt. Berlin, 24. Juni. Die Jury der Deutschen FrauenGenossenschaft in Berlin hat den unter dem Namen„ BärenRaffee" allgemein befannten, gebrannten Raffees der Firma P. H. Inhoffen, Kaiserlich Königlicher Hoflieferant, in Bonn und Berlin die goldene Medaille als höchste Auszeichnung zuerkannt. Brietkasten der Redaktion. F. in Wiesed. Ja, auch wir hörten, daß jene Zeitung in Ihrem Orte allein 50 Abonnenten verloren habe und weitere Abbestellungen noch folgen sollen. K. in Langgöns. Besten Dank für diese Nachricht. Es ist noch kein Baum in den Himmel gewachsen", das trifft auch hier zu. 11 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 4. nach Trinitatis, Sonntag den 5. Juli. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Sugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Marcussgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Marcusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naummann. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lucas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung und Bibel. besprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabbathfeier am 4. Juli 1903. Freitag Abend 8 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 9.35 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6 Uhr. Abends 8 Uhr. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 4. Juli, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 7. Juli, abends 8 Uhr: Bibelstunde. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. GO mi C1 monopod of poisoned jun I Ne Kriegerverein Giessen. Waldfest. 13 38d Sonntag, den 5. Juli 1. Js.. von nachmittags 4 Uhr ab G am Ludwigsbrunnen. Abmarsch mit Musik präcis 1/3 Uhr vom Ludwigsplatz. Bei ungünstiger Witterung in Steins Garten. Monatsversammlung Dienstag, den 7. I. Mts. abends 9 Uhr im Vereinslokal. Fahnenweihe und Bezirksfest des drafted i Hassia- Bezirks Homberg a. d. Obm, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Bezirks, зи Nieder- Gemünden ou then is do am 11., 12. und 13. Juli 1903. Unter höft. Bezugnahme auf das nachstehende Programm beehren wir uns, die Kameraden des Bezirks und der Nachbarvereine, sowie die gesamte Bevölkerung von Nah und Fern zur Teilnahme an diesem Feste kameradschaftlichst und freundlichst einzuladen. Programm. Samstag, den 11. Juli: Der Vorstand. Abends 9 Uhr: Zapfenstreich. Festkommers auf dem Festplatz. Sonntag, den 12. Juli: 91% Uhr: Festgottesdienst. Morgens 6 Uhr: Weckruf. 11 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Vereine. " 1 Uhr: Zug durch den Festort. Mittags 1 Uhr: Aufstellung des Festzuges. Arbeitsvergebung. Die Ausführung von Kabelgräben und die StellBur bevorstehenden Saison ung von Hülfsarbeitern für die im Betriebe des Elekbringe mein großes Lager in trizitätswerks vorkommenden Arbeiten sollen öffentlich mein großes Lager Sicheln, Sensen, Weß- vergeben werden. Die Bedingungen sind während der Dienststunden steinen, Sensenwürfe, in den Amtszimmer unseres Werts, Neumühle, Sensenringe, Fruchtreffe, einzusehen. Fruchtpressen, Keltern, Vordrucke sind bis zum Angebote unter Benutzung der dortselbst erhältlichen Erntestride 2c. in empfehlende Erinnerung. Dienstag, den 7. Juli d. J., nachm. 3 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, Ganz besonders mache auf an genannter Stelle einzureichen. meine Sensenmarken: Silberstahl" ,, Regenbogen" aufmerksam.london) indoin Hochachtungsvoll Edgar Borr orrmann. Eisenhandlung. Gießen, den 2. Juli 1903. h and Städtisches Elektrizitätswerk. Jednimal Frahm.bom pratib Bekanntmachung. Amtstage in Grünberg und Hungen betreffend: Samstag, den 11. Juli d. 36. vormittags 9 Uhr findet Rathaus zu Grünberg, und and Küchengeräte, muition ch, bens Anti b. 38, vormittags 9½ Ubr LILIENMILCH Radebeuler SEIFE Mittwoch, 8. Juli J., im Rathause zu Hungen ein Amtstag der unterzeichneten Behörde statt. a sp Anliegen der Kretseingesessenen aus den AmtsgerichtsbeNozirken Grünberg. Homberg und Laubach fönnen am Amtstage in Grünberg, Anliegen der Kreiseingesessenen aus den Amtsgerichtsbezirken Hungen, Lich und Nidda am Amtstag in Sungen vorgebracht werden. Be ergmann&@ à Stück 50 Pfg ächt bei Auf dem Festplatz angekommen: Begrüßungsansprache, Gesang, Festrebe, Weihe der Adolf Bieler, Giessen, Fahne, Ueberreichung der Fahne, Gesang, Konzert, Tanzmusif und Viktoria- Drogerie. Volksbeluftigung. TOX Abends 91% Uhr: Feuerwerk. Montag, den 13. Juli: 10 Uhr ab: Frühschoppen und Konzert auf dem Festplatz. Mittags: Bug durch den Ort. id Morgens 7 Uhr: Weckruf. Auf dem Festplatz: Tanz, Jugendspiele und Volksbeluftigungen. NB. Für eine gute Restauration werde ich besorgt sein. ADLER Das beste Fahrrad! ,, Wunderbar" leichter Lauf Die feinste Marke ,, Grösste" Verbreitung Ph. Södler, Festwirt. Adler- Fahrradwerke vorm. 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