Nr. 127. Mbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Mittwoch, den 3. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertionspret 8 Die einfpaltige Betttzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 fg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Stekener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Waffersnot in Kansas. Die furchtbaren Stürme in dem Gebiet des amerika. nischen Staates Kansas, von denen wir berichtet haben, hatten in ihrem Gefolge gewaltige Ueberschwemmungen. Die Stadt Kansas ſelbſt iſt durch Zerstörung vieler Eiſenbahnbrücken fast gänzlich von allen Verbindungen abgeschnitten. Große Opfer an Menschenleben sind zu beKlagen. Zu den Verheerungen durch die Fluten gesellten sich noch Feuersbrünste, die indessen infolge starker Regengüsse bald wieder gelöscht werden konnten, jedoch nicht ohne empfindlichen Schaden angerichtet zu haben. Ein ähnliches Bild des Schreckens und der Verwirrung bietet bie Stadt North- Topeka. Ueber die Einzelheiten der Katastrophe wird folgendes berichtet: Die Union- Pacific- Eisenbahnbrücke über den Pansas ist eingestürzt. 27 Personen sollen dabei ertrunten sein. Fünf Brücken, die den in Missouri liegenden Teil der Stadt mit dem in Kansas verbinden, sind weggeschwemmt. In Newyork kursiert das Gerücht, daß in Kansas City 200 Personen ertrunken sind. Flüchtlinge, die einen höher gelegenen Stadtteil, genannt die Bluffs, erreichten, berichten, 50 Belgier seien bei dem Versuch, zu den Bluffs zu gelangen, ertrunken. Ein Deltank, der fortgeschwemmt wurde, zerstörte vier Brücken, auf denen fich viele Personen befanden, die die Fluten beobachteten. Das Kriegsdepartement entsendet eine große Pontonbrücke, um die Verbindungen mit Kansas City wieder zu eröffnen, ferner eine Anzahl Boote, Lebensmittel usw. Im Kawtale, das 200 Meilen oberhalb von Kansas City überschwemmt ist, sind 50 Menschen ertrunken. Die einzige Eisenbahnverbindung, die stehen geblie= ben ist, ist die nach dem Südosten, doch ist das Geschäft durch die Anhäufung des Güterverkehres zum Stillstand gekommen. Von den Eisenbahnen sind am meisten durch die Ueberschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen worden die Atchison, Topeka and Santa Fé, Union Pacific, Missouri Pacific, Southern Pacific, Wabash, Chicago Rod Island, Chicago Burlington and Quinch und die Chicago and Northwestern. Die Telephon und Telegraphendrähte sind mit Ausnahme der nach dem Osten führenden Linien nach jeder Richtung hin zerstört. Um die jenseits des Kansas ansässigen Einwohner der Stadt ist man fortge[ ept in großer Sorge, doch konnte bis jetzt trotz angetrengtester Bemühungen eine Verbindung mit jenem Stadtteil nicht hergestellt werden. Tausende in Kansas wurden durch eine Unterſtüßungskommission gespeist. Wie immer bei solchen Gelegenheiten benußten Plünderer das Unglück ihrer Mitmenschen, um sich an fremden Gut zu bereichern. An die Polizei ist der Befehl ergangen, jeden Plünderer niederzuschießen. In North- Topeka, das durch eine Ueberschwemmung bom übrigen Festlande abgeschlossen ist, ist eine Feuersbrunst ausgebrochen, der bis jetzt 150 Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Von den 10,000 Einwohnern der Stadt haben bereits 7000 die Stadt verlassen. Die ganze Stadt North- Topeka ist überschwemmt. Man fürchtet, daß alle Gebäude im nördlichen Teil der Stadt weggerissen werden. Im ganzen östlichen Kansas sind Boote aufgebracht und schleunigst nach Topeka entsandt worden, um bie Rettungsarbeiten aufzunehmen, da man nur mit Booten zu den Ueberlebenden gelangen kann. In NorthTopeka sind 87 Personen in einem Getreide- Elevator eingeschlossen. Es ist Aussicht vorhanden, sie zu retten, wenn der Bau nicht einstürzt. Von North- Topeka aus ist in keiner Richtung Land zu sehen. Die Wirbelstürme, die die erste Ursache der traurigen Ereignisse waren, wüten zur Zeit in Georgia weiter. In Gainsville wurden einige Häuser vollständig auseinanbergerissen, andere wurden vom Sturme eine Strecke weit fortgeweht. Dächer, die zusammengehalten hatten, segelten wie Blätter in der Luft. Viele Menschen wurden emporgewirbelt und große Strecken über Häuser und Bäume fortgetragen. Man nimmt an, daß 200 Menschen umgelommen sind. In einigen Baumwollmühlen, die vom Sturme eingerissen waren, sind 80 Angestellte ums Leben gekommen. Englischer Imperialismus und deutscher Zollverein! CB. Der englische Kolonialsekretär Chamberlain hat bereits mehrfach in seinen Reden die englischen Reichseinheitsbestrebungen mit der Begründung des deutschen Zollvereins verglichen und dabei den wesentlichen Unterschied zwischen beiden vollständig übersehen. Denn die englischen Reichseinheitsbestrebungen bezwecken die Aufrichtung eines Schuzzollsystems, wo seither die Zollfreiheit bestand, und der deutsche Zollverein war nicht anderes als die Aufhebung der hohen Schutzölle, wie sie bis zur Errichtung innerhalb des vielgestaltigen deutschen Bundes bestanden haben. Der Anstoß zu der weittragenden Reform, ohne welche die Errichtung des deutschen Reiches nicht denkbar gewesen wäre, ging von Preußen aus. Als nach Vertreibung Napoleons die auflärenden Ideen der Stein- Hardenbergschen Periode noch nachzitterten, entstand die Aufhebung der Zollschranken, die bisher zwischen den einzelnen Provinzen der preuBischen Monarchie bestanden hatten. Es war dies im Jahre 1818, und jene Reform erregte in ganz Eurɔpa großes Aufsehen. Durch die Ausrufung des völlig unge hinderten Verkehrs innerhalb der preußischen Landesgrenzen wurde eigentlich der preußische Staat erst zu einem organischen Ganzen zusammengeschweißt. Entstanden war ja diese Reform allerdings auch weniger durch die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines ungehinderten Verkehrs, als durch rein rechnerische Erwägungen. Denn bei einzelnen Provinzen überstiegen die Zollausgaben bei weitem die Einnahmen. Aehnliche Erfahrungen hatten auch andere Bundesstaaten gemacht. So hat z. B. die scharfe Bewachung der Rheinpfalz wegen der Nähe der französischen Landesgrenzen im Anfang einen Aufwand erfordert, der die Zolleinnahmen um nahezu 200 000 Mt. überstieg. Immerhin aber hat die Reform bon 1818 eigentlich den Anstoß zu einer handelspolitischen Vereinigung der deutschen Bundesstaaten gegeben. Das Verständnis für die politische Bedeutung einer derartigen Vereinbarung war im allgemeinen in Süddeutschland bedeutend früher erweckt, weil der Tübinger Universitätsprofeſſor Friedrich List unausgesetzt für die Organisation einer Handelsvertragsvereinbarung wirkte, wie sie später im Zollverein tatsächlich geschaffen wurde. Unter dem Einfluß dieser Agitation kam zunächst der süddeutsche Zollverein zwischen Bayern, Württemberg und den hohenzollernschen Landen zustande, und zwar im Jahre 1825. 1826 entstand dann der mitteldeutsche Zollberein und zu Anfang der 30er Jahre das Abkommen zwischen Preußen, Anhalt und verschiedenen anderen norddeutschen Staaten. So verfiel das heutige Reichsgebiet in verschiedene Gruppen von Staaten, die sich untereinander Zollzugeständnisse machten, während sie gegen die anderen Gruppen ebenso hermetisch verschlossen waren, wie bisher. Der Gegensaß, der zwischen Preußen und Desterreich bestand, war lange Zeit ein Hemmnis für die Schaffung eines Zollvereins auf größerer Grundlage. Erst mußte die kraftvolle Persönlichkeit des Fürsten Bismarck kommen, ehe eine Organisation ins Leben treten konnte, die gewissermaßen das vergeistigte Bild des deutschen Reiches darstellt. Man kann es begreifen, daß Chamberlain durch Hinweis auf die geschichtliche Entwicklung Deutschlands seine eigenen Zollbereinspläne in England volkstümlich machen will. Allein, wie bereits oben erwähnt, verhüllt er lediglich den Zweck eines leichteren Ueberganges des englischen Mutterlandes vom Freihandel zum Schußzoll. Die Schaffung des deutschen Zollvereins war ein Akt des inneren Aufbaues. Der englische imperialistische Plan aber berdankt seine Entstehung der Notwendigkeit, die versinfende Bedeutung des Mutterlandes auf dem industriellen Markte durch Abschließung der Zollgrenzen wieder zu heben. Die Politik. Ein neuer Streich Castros. - Präsident Castro, der irrlichterierende Geist, der an der Spize der venezolanischen Republik steht, hat eine neue Herausforderung an die drei Mächte: England, Deutschland und Italien ergehen lassen. Er hat dekretiert, daß eine Anzahl venezolanischer Hafenzollhäuser geschlossen werden. Dadurch vermindern sich natürlich die Zolleinkünfte, aus denen die Forderungen der drei Mächte allmählich beglichen werden sollen. Unter diesen Umständen hat das britische Auswärtige Amt seinen Gesandten in Caracas telegraphisch angewiesen, gegen die Schließung der Hafenzollhäuser im Golf von Paria und in Ciudad Bolivar Einspruch zu erheben. Deutschland und Italien dürften unverzüglich denselben Schritt tun; die Vereinigten Staaten, die bereits einige Schiffe nach den venezolanischen Gewässern senden wollen, werden wohl auch diesmal ben Vermittler machen. Ein franzöſiſch- marokkanischer Konflikt. )( In Südalgier, unweit der marokkanischen Grenze, ist am Sonntag der auf einer Rundreise im algerischen Grenzgebiet begriffene neue Generalgouverneur von Algier Jonnart von Marokkanern überfallen worden. Jonhart war morgens, von einer Truppenabteilung esfortiert, nach der Grenze geritten. Unterwegs kam ihm der Arnel ( das Stadtoberhaupt) der marokkanischen, dicht an der Grenze gelegenen Stadt Figig entgegen und bestand darauf, den Generalgouverneur bis in die Nähe der Stadt zu führen. Jonnart ließ sich darauf ein und begab sich bis auf etwa 600 Meter an die Stadt heran, deren Mauern dicht mit Menschen besetzt waren. Als er dann in Begleitung des Stadtoberhauptes auf französisches Gebiet zurückkehren wollte, wurde er mit seiner Begleitung plötzlich von Marokkanern, die im Gelände versteckt lagen, heftig beschossen. Die Franzosen erwiderten das Feuer längere Zeit, die Spahis tamen auch mit den Marokkanern ins Handgemenge und griffen sie mit dem Bajonett an. 17 Franzosen wurden leicht verwundet, die Marokka ner, die sich hinter die Mauern von Figig zurückzogen, verloren 56 Tote, 20 von ihnen wurden verwundet. Unter den Gefallenen befindet sich auch der Sohn eines Scheifs, der noch am Vormittag dem Generalgouverneur jeine Ergebenheit versichert hatte. In Frankreich scheint man die Absicht zu haben, dieses Vorkommnis energisch zu ahnden. Es wird darauf hingewiesen, daß die marotlanischen Behörden und Truppenführer nicht in der Lage seien, für die räuberischen Einfälle marokkanischer Horden in französisches Gebiet und dem Ueberfall von Figig den Franzosen Genugtuung zu verschaffen. Infolgedessen werde Frankreich die Stadt Figig zunächst beschießen und dann auch gegen die einzelnen marokkanischen Grenzstämme, die sich ungeverdig benommen haben, vorgehen. In der Tat sind auch bereits mehrere Batterien nach Figig abgegangen. Kommt es in der Tat zu der angedrohten französischen Aktion, so dürfte sofort auch England sich rühren, und die Aufrollung der marokkanischen Frage wäre kaum zu vermeiden. Europäerverfolgungen in China. ( 22) Die Lage der Europäer in der im Aufstand begrif fenen chinesischen Provinz Yünnan gestaltet sich neuerdings immer bedrohlicher. Die Aufständischen sind Herren des Gebietes zwischen Yünnanfu und der Grenze von Tonfin. In Yünnanfu und Mongtse sind 200 Franzosen eingeschlossen. Ter Vizekönig von Yünnanfu teilt zwar mit, er bürge für die Sicherheit der Franzosen in Yünnanfu, aber diese Bürgschaft ist höchst problemarisch: und von den Franzosen in Mongthe redet der Lizekönig überhaupt nicht. Daß eine Niedermeßzeiung französischer Bürger durch Chinesen die kaum noch beendeten eindseligkeiten gegen Thina neu aufleben laſſen müßte, ſteht außer Zweifel. Kurze politische Nachrichten. * Prinz Ruprecht von Bayern, der z. Zt. in China weilende älteste Generalmajor der bayerischen Armee, wird, wie in München verlautet, gleich nach seiner Rückkunft zum Kommandeur der 4. Division in Würzburg ernannt worden.. * Papst Leo XIII. hat der„ Köln. Volksztg.", dem führenden deutschen Zentrumsorgan, zwei seiner lateinischen Poesieen zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Beide Gedichte sind noch nirgends veröffentlicht worden, und Leo XIII. sieht ihrer Veröffentlichung mit lebhaftem Interesse entgegen. * In Agram und anderen Orten Kroatiens haben in den Pfingsttagen neue Unruhen stattgefunden. * Im Beisein des Fürsten Ferdinand von Bulgarien fand die feierliche Einweihung des Hafens von Burgas ſtatt. * Die Wahlen zur serbischen Stupschtina hatten das Ergebnis, daß sämtliche 130 Abgeordnete den regierungsfreundlichen Parteien angehören. * In Montenegro ist ein Tabakmonopol eingeführt worben. Die Konzession ist einer Aktiengesellschaft in Venedig für fünfzehn Jahre verliehen worden, Hof und Gesellschaft. Prinz Adalbert von Preußen begibt sich nach Beendigung des ihm erteilten Pfingsturlaubs in Begleitung seines militärischen Gouverneurs vom Neuen Palais bei Potsdam nach Kiel, um als Fähnrich zur See zwecks Ausbildung im Infanteriedienst an dem am 4. d. M. bei dem ersten Seebataillon beginnenden Kursus im Infanteriedienst teilzunehmen. Anfang Juli cr. tritt Prinz Adalbert sein Kommando an Bord des Artillerieschulschiffes Mars" an zur Ausbildung im Artilleriedienst. Bekanntlich hat der junge Kaisersohn erst vor kurzem einen Kurjus in der Torpedolehre auf der Marinestation Mürvik bei Flensburg beendigt. *** Prinz Julius von Schleswig- Hoiste inGlücksburg, der Bruder des Königs von Dänemark, ist in Szehoe gestorben. Er ist 78 Jahre alt geworden. Sein königlicher Bruder, der zur Zeit in Wiesbaden zur Kur weilt, hatte den Kranken auf dem Wege dorthin besucht. Die Beisetung findet Donnerstag statt. *** Generalfeldmarschall Graf Waldersee wird die infolge des Pfingstfestes abgebrochenen militärischen Besichtigungen demnächst wieder aufnehmen. Zu diesem Behufe trifft Graf Waldersee in seiner Eigenschaft als Inspekteur der 3. Armeeinspektion am 7. Juni cr. in Mainz ein, um den vom 8. bis 10. d. M. auf dem Großen Sande daselbst stattfindenden Besichtigungen beizuwohnen. Auch ber Großherzog Ernst Ludwig von Hessen wird während der genannten Zeit in Mainz anwesend sein und die Parade über die Truppen abnehmen. Ob der Kaiser zu der Truppenschau nach dort kommen wird, steht noch nicht fest Am 10. d. M. nachmittags gedenkt Graf Waldersee sich von Mainz nach Worms zu begeben behufs Besichtigung des 4. großh. Hess. Infanterieregiments Nr. 118. Berteidiger hatte ein hohes Honorar gefordert, es gezahlt werden; was noch richt; den Ceinigen feitdem in übrig blieb nichts mehr, blieb, nahm das Gemußte fie bewohnten Tochter Wäscherinnen geworden. und soviel er wußte, waren seine Frau und seine einer entlegenen Gasse eine Dachwohnung, leber das Echicfal der jüngeren Tochter, die früh pflicht, ben beiden unter die Arme zu greifen! Ja heit kommen muß. Hilgenberg, der in diesen Tagen erinnere mich da eines alten Betch Des Rendanten wieder in Frei schulas brachte ihn ins Gefängnis bettelarm geworden, fein Sohn hat ihn bestǝhist ebenfalls ohne eigenes VerTen, unter die Arme greifen! wer nen hift dar wird ihm nun Die Hochzeits gebräuche der in Dalmatien Von G. Eckstein. ( Nachdruck verboten.) Serbische Hochzeitsgebräuche. inenden Jedoch bevor berläßt, der Vater des Bräutigams das Haus Braut, reits mitgebracht. das in muß, dann kommen allerlei Kleinigkeiten für die näch er sich der Geschenke entledigen, die er beDabei ist in erster Linie ein leid für ein feines Tuch eingehüllt sein die Ston Hus dem Gerichtsfaal. § Die furchtbare Eisenbahnkatastrophe bei Altenbeken im Dezember 1901, bei der, wie erinnerlich, zahlreiche Pasjagiere ihr Leben einbüßten, fand ein Nachspiel vor der Zivilkammer des Landgerichts zu Paderborn. Bekanntlich war das schwere Unglück in der Hauptsache dadurch herbeiJeführt worden, daß ein seinem Besitzer entlaufenes Pferd überfahren wurde, als es sich herrenlos auf den Schienen umhertummelte. Der bald darauf die betreffende Stelie passierende Berliner D- Zug mußte infolgedessen auf offe= her Strecke halten, um das Hindernis zu beseitigen, doch versäumten die Beamten hierbei, den Zug von hinten zu decken. Die Folge davon war, daß ein nachkommender Bersonenzug auf den D- Zug auffuhr und die lesten, mit Weihnachtsfestreisenden angefüllten Wagen zertrümmerte. Die Zivilkammer verurteilte jetzt den Fiskus zur Zahlung bon 500 Mark Schadenersaz. Die Angelegenheit wird dem Vernehmen nach noch die höchste Instanz beschäftigen. Kleine Gerichts- Chronik. Im Prozeß Hüsjener hat nunmehr auch der Gerichtsherr Berufung eingelegt. Die Verhandlung findet in etwa vierzehn Tagen vor dem Oberfriegsgericht der Marinestation der Ostsee in Kiel statt. Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde der Rechtsanwalt und Notar Hermann Mayer in Stuttgart zu sechs Monaten und 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Nab und Fern. ▲ Gute Nachricht von der deutschen Südpolexpedition kommt aus Durban. Das Forschungsschiff Gauß", un dessen Schicksal man schwere Sorge hatte, ist auf den Wege nach Kapstadt gesichtet worden. Durch diese Freu denbotschaft wird auch die Entsendung des ,, Walfischdampfers ,, Marie" der in Bremerhaven umgebaut wer den sollte, um dem„ Gauß" Hilfe zu bringen, entbehrlich. )-( Das 150 jährige Jubiläum der Stadt Friedrichs hagen wird dort durch eine Reihe ſtattlicher Festlichkei ten begangen. Den Mittelpunkt bildet die Grundstein legung zum Denkmal Friedrichs des Großen, dem di Stadt ihre Gründung zu verdanken hat, und die Auffüh rung des Festspiels ,, Am Müggelstrande". Die Feierlich keiten dauern bis zum 6. Juni und finden unter unge heurem Andrang der Bevölkerung Berlins statt. Mar zählte in den Straßen und Restaurants der Jubelstad mehr als 80,000 Fremde, ::: Die Petersburger Jubiläumsfeier wurde durch zwei traurige Ereignisse gestört. Fünf Wagen eines gemischten Zuges der Nikolaibahn entgleisten auf einer Brücke im Weichbilde der Residenz. In zwei Wagen be= fanden sich von der Jubiläumsfeier an ihren Standort zurückkehrende Militärpersonen. Ein Soldat des Wiborgschen Regimentes ist tot; mehrere Soldaten sind schwer verletzt. Zu einer furchtbaren Katastrophe hätte sich das zweite Unglück auswachsen können. Ein Witbold kam auf den verhängnisvollen Einfall, die Menge durch den Ruf: ,, Die Tiger im zoologischen Garten sind aus= gebrochen!" in Schrecken zu sehen. Das gelang ihm auch so über alle Erwartung, daß eine fürchterliche Panik ausbrach. Die Menge stürzte wie wahnsinnig zu den Ausgängen, alles, was ihrem Druck nicht widerstand, niederwerfend und niedertrampelnd. Es ist noch als ein Glück zu bezeichnen, daß es nur gegen zwanzig Schwerverletzte und vielleicht die doppelte Anzahl Leichtverwundeten gab. Ueber den weiteren Verlauf der Feier selbst wird folgendes berichtet: Der Minister des Innern v. Plehwe empfing in seiner Wohnung die zur Jubelfeier eingetroffenen Deputationen der russischen und ausländischen Städte. Nachdem er zunächst die Vertreter in ihrer Gesamtheit begrüßt und mit den einzelnen gesprochen hatte, bat er die Oberbürgermeister von Berlin und München in sein Arbeitszimmer und unterhielt sich mit ihnen längere Zeit. Er betonte, daß er in ihrer Entsendung eine neue Betätigung der freundschaftlichen deutsch- russischen Beziehungen erblicke, deren Entwicklung in ihm jederzeit einen warmen Anwalt finden würde. Dann bemerkte er, zu dem Berliner Oberbürgermeister Kirschner gewendet, er bewundere die fortschreitende großartige Entwicklung des Berliner Gemeinwesens. München bezeichnete er als das Bijou der Kunst. Sodann empfing der Minister den Präsidenten des Pariser Gemeinderates Deville. Das Forstkorps feierte sein hundertjähriges Bestehen und ernannte aus diesem Anlaß zu Ehrenmitgliedern folgende deutsche Professoren: Schwappach und Kienih in Eberswalde, Weber, Mayr und Ramann in München, Bühler in Tübingen, Kunze und Nöbbe in Tharandt Borggreve in Wiesbaden und Direktor Weise in München. Bunte Chronit. Im Fürstentum Reuß ä. L. wurden in diesem Jahre zum ersten Male nur 2 Pfingstfeiertage gefeiert. Bisher gab es dort noch zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten drei offizielle Feiertage. - Zum Gedächtnis der Toten des am 31. Mai 1878 an der englischen Küste untergegangenen Kriegsschiffes Großer Kurfürst" fand in Folkestone eine würdige Feier statt. " - Wie aus Khriz gemeldet wird, beraubte in dem Dorfe Barenthin ein Bäckergeselle in Abwesenheit seines Arbeitgebers dessen Mutter und verlegte sie lebensgefährlich durch drei Beilhiebe. Auch eine andere Frau wurde schwer verletzt. Der Täter wurde in Khriß feſtgenommen. Infolge einer Explosion einer Spirituskanne verbrannten in Erfurt die Frau und die 13jährige Tochter bes Briefträgers Lang. Wie aus Mannheim gemeldet wird, erhängte sich ber altkatholische Stadtpfarrer Bauer, gegen den wegen Sittlichkeitsverbrechen eine Untersuchung eingeleitet war. - Die Matrosen Rau und Emith, die Mörder des Kapitäns des Dampfers Veronika", wurden in Liverpool durch den Etrang hingerichtet. Rau erklärte auf dem Schafott, er sei unschuldig. - Bei einem Brande, der in der bekannten englischen Erziehungsanstalt zu Eton ausbrach, kamen von den 30 Zöglingen zwei in den Flammen um. Im russischen Bezirke Adrahan wurden durch ein Erdbeben in einigen Ortschaften eine Anzahl Häuſer zerstört. Das Erdbeben wurde auch in Kurs verspürt. Schweinepest. Die in den Kreisen Gießen und Friedberg auftretende, durch einen Händler aus dem Auslande eingeschleppte Schweinepest ist eine außerordentlich ansteckende Magen- und Darmerkrankung der Schweine. Sie befällt meist jüngere Tiere bis zum Alter von vier Monaten, verschont aber auch nicht ältere Schweine und endigt fast immer mit dem Tode. In dem Großherzogtum Hessen trat diese Seuche zum ersten Male vor etwa 10 Jahren in Rheinhessen auf und fielen ihr damals viele Tausende von Schweinen zum Opfer. Seither ist sie in Hessen nicht wieder beobachtet worden. Das Incubationsstadium, d. h. die Zeit von der Aufnahme des Ansteckungsstoffes bis zum Ausbruch der Krantheit, dauert 5-20 Tage. Die Krankheit selbst äußert sich durch Appetitmangel, geringgradige Verstopfung, später schwarzbraunen, übelriechenden Durchfall. Der Kopf und Hals der erkrankten Tiere erscheint häufig g schwollen, die Augenlieder sind fast immer durch graugelbes Exsudat verklebt uund können gegen das Ende der Krankheit meist nicht mehr geöffnet werden. Vollständige Erblindung tritt in vielen Fällen ein. Sehr bald schon macht sich auch eine Abmagerung des Hinterteiles und ein Schwanken im Kreuze bemerklich und um das Maul herum, manchmal aber auch mehr über den vorderen Teil des Kö.pers verbreitet tritt ein grindiger! Hautausschlag in Erscheinung. Bei nicht lange vorher fastrierten Schweinen sind fast immer die Kastrationswunden mit einem graugelben, fest auffißenden Schorfe versehen. Erschwertes Atmen und Husten wird nicht beobachtet. Die Krankheit endigt( in der Regel nach 5-8 Tagen, manchmal auch erst nach 14 Tagen und mitunter nach noch längerer Zeit) mit dem Tode. Die Uebertragung der Krankheit findet sowohl durch direkte Berührung der erkrankten mit gesunden Schweinen, als durch Zwischenträger statt. Händler und Schweinefastrierer, die von Ort zu Ort und Stall zu Stall wandern sorgen meist für eine rasche Ausbreitung dieser Seuche. Deshalb ist zur Zeit der Seuchengefahr vor dem Ankauf von Händlerschweinen zu warnen. Auch Schweineschneidern ist, bevor eine gründliche Desinfektion des Schuhwerks, der Kleider, Hände und der Kastrationsinstrumente stattgefunden, der Butritt in seuchenfreie Gehöfte nicht zu gestatten. Auch durch Futterstoffe, Gefäße und andere Gegenstände, welchen der Ansteckungsstoff anhaftet, wie auch durch allerlei Abgänge der erkrankten Tiere, Kot Urin, Blut usw. fann die Krankheit weiter verbreitet werden. Der Ansteckungsstoff ist außerordentlich widerstandsfähig. Derselbe vermag sich außerhalb des Tierkörpers längere Zeit lebens- und entwickelungsfähig zu erhalten und fann immer wieder auf neu eingestellte Schweine übertragen werden. Aus diesem Grunde ist eine sehr durchgreifende Reinigung und Desinfektion der ver seuchten Gehöfte und Stallungen nach vorhergegangener Beseitigung der seuchen franten Tiere erforderlich. Alles Holzwert verseuchter Stallungen ist zu verbrennen und bei undurchlässigen Fußböden ist unter allen Umständen die durchseuchtete Erdschicht abzuheben. Ferner sollte eine Seuchenstallung nach sorgfältigst ausgeführter Desinfektion erst wieder nach sechs Monaten besetzt werden dürfen. Eine Entschädigung aus der Staatsfasse für an die Schweinepest zu Grunde gegangene oder getötete Schweine tritt, wie vielfach irrtümlich geglaubt wird, nicht ein. Dagegen zählt diese Krankheit nach dem bürgerlichen Gesetzbuch zu den Währschaftsfehlern mit einer 10 tägigen Gewährsfrist. Hierzu ist aufklärend zu bemerken, daß der Ueberlieferungstag in der genannten Gewährsfrist nicht in begriffen ist, die Währung vielmehr erst mit dem nächsten Tage beginnt. Ferner tommt dem Käufer eine 48stündige Verlängerungsfrist nach Ablauf der Gewährsfrist zu gute, und es wird auch, falls der letzte Tag der Verlängerungsfrist auf einen ges glichen Sonn- oder Feiertag fällt, solcher nicht gerechnet. Vor Ablauf der Zeit hat derselbe aber die Kündigung an den Verkäufer abzusenden und spätestens 6 Wochen nach Ablauf der Gewährsfrist Klage zu erheben. Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 3. Junt 1903. ** Der Großherzog hat den ordentlichen Pro= fessor in der philosophischen Fakultät der Landes- Universität Dr. Friedrich Albert auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1903 an aus dem Staatsdienste entlassen und den Lehramtsass ssor Wilhelm Barth aus Gießen zum Oberlehrer an der Realschule zu Wimpfen, den Lehramtsassessor Karl Ottmann aus Gießen zum Oberlehrer an der höheren Bürgerschule zu Neu- Isenburg ernannt. ** 3 weite Kammer. Den Bericht des ersten Ausschusses über die Vorstellung der Kreisamtsdiener des Großherzogtums Hessen betreffend Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse erstattete Abg. Dr. Gutfleisch. Der Bericht gipfelt in dem Antrage, die Kammer wolle die Großh. Regierung ermächtigen, den Kretsdienern je 200 Mt. Einkommen aus Gebühren und sonstigen nichtpensionsfähigen Bezügen als pensionsfähig anzurechnen. - *** Unser Wahlkreis Gießen Grünberg Nid da hat nun für die bevorstehende Reich& tagswahl seinen vierten Kandidaten erhalten. Das Zentrum hat den Landtagsabgeordnet n Molthan aufgestellt, und zwar auch zugleich für den Wahlkreis Alsfeld- Lauterbach Schotten. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Zähltandidatur. *** Das gestrige Konzert unserer 116: r im Neuen Saalbou war bezüglich seines Programms, wie auch der Ausführung sehr gut. Unser musiftiebendes Publikum hatte sich recht zahlreich eingefunden, und man verlebte recht vergnügte Stunden. Auch die Bewirtung war wie gewohn eine flotte. Bei dem Radrennen am 7. Juni werden die stärksten Motore die Führung übernehmen. Es ist für Gießen eine folossale Leistung, daß es der Rennbahndirektion gelungen ist, den 18 H. P.- Motor des kleinen berühmten Rennfahrers Immy Michael, in Amerika genannt der Wunderknabe, zu engagieren. Auch der Motor des Fran zosen Cornet, der mit dem Weltmeister Robl foufurrierte im Goldenen Rad" von Friedenau( Berlin), wird seine Leistungen dem hiesigen Publikum vor Augen führen. " - Fest- Konzert im Neuen Saalbau. Das Musikkorps des 2. Württemberg. Infanterie- Regiments Kaiser Wi helm", König von Preußen Nr. 120 aus Ulm unter Leitung seines tüchtigen und beliebten Dirigenten G. Stort welches anläßlich des 2. deutschen Sängerwettstreites am 5 Juni vor Sr. Majestät dem deutschen Kaiser in Frankfurt a. M. Konzertiert, ist von der Direktion des Neuen Saalba engagiert worden, und wird daselbst am kommenden Sonn tag, den 7. Juni in einem Nachmittags- und einem Abend. Konzert das Festprogramm zu Gehör bringen. pelle, deren Leistungen als vorzüglich gerühmt werden, ba ſteht aus 44 Mann, darunter ersten Solisten und darf man somit diesem interessanten Konzert mit Spannung entgegen sehen. Die Konzerte finden bei jeder Witterung statt; bei schlechtem Wetter im Konzertsaal. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pfennig festgesetzt worden. - Die Ka Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Grünberg, 3. Juni. Unerwartet hat der Tod hier eine schmerzliche Lücke gerissen. Frau Kaufmann Moll erlitt heute vormittag einen Schlaganfall, an dem sie kurz danach verstarb. R. i. p. = -r Groß Felda. Am letzten Freitag fand hier in Völzings Saale eine Wählerversammlung statt, in welcher der liberale Kandidat Kreisrat Dr. Wallau. Lauterbach sein Programm mündlich entwickelte. Wir brauchen nicht noch einmal darauf einzugehen, der Randidat hat mit seinem auch von uns in letzter Zeit durch die Beitung veröffentlichten Standpunkt sich eine große Zahl politischer Freunde hier erworben, so daß die Wieder wahl des Antisemiten Bindewald sehr in Frage kommt. ** Homburg a. d. D., 30. Mai. Beim Baden ertrant gestern in der Ohm ein 20jähriger Mann. ▲ Rodheim. Am 12. und 13. Juli findet in unserem Drte der General- Kriegerappel des Kreises Biedenkopf statt. Die Einwohner und Kameraden werden es am festlichen Empfang nicht fehlen lassen. Der Kreditverein Heuchelheim hat in seinem letzten Vereinsjahr in Aktiva und Passiva mit 768 852,02 Mark abgeschnitten. Zur Verteilung fommen vom Gewinn 2186,24 Mart. Gegenwärtig zählt der Verein 305 Mitglieder. - ** Friedberg, 1. Juni. Taubstummenlehrer Schneider ist mit dem heutigen Tage 40 Jahre an der hiesigen Taubstummenanstalt tätig. Er hat vor 20 Jahren den Taub. stummenverein für Hessen ins Leben gerufen, den er noch jeßt lettet. Die durch ihre Kirschbaumanlagen wohlbekannten Nachbarorte Ober- Roßbach und Ockstadt lösten seither jährlich bei guter Ernte durchschnittlich 80-90 000 Mark, bezw. 40-50 000 Mt. Durch die Aprilfröste haben die gerade in Blüte stehenden Kirschbäume sehr gelitten, sodaß die Ernte sehr gering ausfallen wird. -r. Marburg, 2. Juni. Heute fand hier eine zahlreich besuchte Versammlung von Interessenten statt zu dem Zwecke, die Fortführung der im Bau begriff nen Bahnlinie Mar. burg- Dreihausen bis Londorf herbeizuführen und den Bau einer Bahn von Marburg über Schweinsberg nach Kirtorf und Alsfeld zu fördern. Man steht in den östlichen Gegenden, durch welche lettere Linie führen würde, und namentlich in Alsfeld dem Projekt sehr sym patisch gegenüber. Es wurde ein Zentral- Ausschuß gewählt, den 10 Herren aus Marburg und eine weitere Anzahl von Herren aus den interessirten Ortschaften und Städt n an gehören, dessen Aufgabe es sein soll, alles Nötige, was dem Bau resp. Weiterbau der bemerkten Linien Nachweise über Gelände- Erwerb, Rentabilität 2c.- als Grundlage dienen kann, herbeizuschaffen und dann s. 8. den Kreistag einem Antrage zur Verwirklichung der Prospekte zu unterbreiten. r Marburg, 2. Juni. Am 1. Pfingsttag Nachmittag wurde der Kgl. Förster Keller in Bromskirchen( Kreis Biedenkopf) im Walde erschossen. Der That dringend berdächtig ist der 16 Jahre alte und schon wegen Diebstahl vorbestrafte Kal Strieder in Bromskirchen. Gin Junge vernahm von einer durch den Wald führenden Straße aus, wie der Förster dreimal rief:" Beg das Gewehr ab". Gleich darauf fiel ein Schuß. Kurz nachdem dies geschehen, bemerkten Leute, wie Strieder ein Gewehr unter einem Busch verstecken wollte. Vorher hatte man ihn auch schon mit einem Gewehr gesehen. Battenburg gebracht. Der Erschossene war ohne Gewehr Er wurde in Haft genommen und ins Gefängnis nach in den Wald gegangen. Bekanntmachung. Betr. Die Reichstagswahlen. Die Wahlen zum Reichstage sind im ganzen Reiche auf Dienstag den 16. Juni 1903 festgeießt. Die Abstimmung wird um 10 Uhr morgens be gonnen und um 7 Uhr abends geschlossen werden. Jede Bürgermeisterei des Kreises, mit Ausnahme von Gießen, bildet einen Wahlbezirk. Die Stadt Gießen zerfällt in folgende Wahlbezirke: 1. Wahlbezi r k. ( Wahllokal: Turnhalle der höheren Mädchenschule) Afterweg, Everstraße, von Licherstraße 65 Kaserne II, Marburgerftra Steinftraße, W Weg. ( Wohllo Bergstraße Gortheftraße,& ftraße, beff nft Straße ohne di berg, Schiffenb martung Schif Auf der ftraße, Sund Landgrafenft Neuen Bäue fraße, Sente Wiefenftraße ( Wahl Burggra Nr. 116, Rir play, von Lid Marktstraße, fteingaffe. ( 93 Hamm dorferstraße, Mühlgaffe, gaffe, Schar Dreihä Straße, Joha Ludwig pla Sonnenstraß gästchen und MAGG In den v GOOD DECO © Reiche Bu Brüderft.6.Au war wie gewo Juni werden& en. Es ist f Rennbahndiretti leinen berühmt ita genannt S Motor des Fra Robl foufurrier rlin), wird fei gen führen. Das Musikfor t8 Raiser aus Ulm unt igenten G. Stor wettftreites am nifer in Frankfu 8 Neuen Saalba ommenden Sont nd einem ber gen.- Die R hmt werden, b n und darf ma annung entgege erung ftatt; 6 Eintrittspreis i gebieten at der Lob bie fmann Moll e n dem sie tur fand hier i mmlung ftat Dr. Ballau twidelte. , der Kandide Beit durch di ine große Bo die Wiederwal ge fommt. Marburgerstraße, Rodtberg, Schillerstraße, Schottstraße, Steinstraße, Walltorstraße 23-81, Weserstraße und Wiesecker Baden ertrar Weg. 2. Wahlbezirk. ( Wahllokal: Turnhalle des Realgymnasiums.) Bergstraße, Bismarckstraße, Bruchstraße, Erdkauterweg, Goethestraße, Grünbergerstraße ohne die Nr. 116, Gutenberg straße, Hess nstraße, Keplerstraße, Landmannstraße, LicherStraße ohne die Nr. 65, Ludwigstraße Nr. 1-41, Nahrungsberg, Schiffenbergerweg, Stephanstraße, Wolffstraße und Gemarfung Schiffenberg mit Baumgarten. ndet in unferen Biedenkopf fat 8 am feftlige heim hat i 6 Paffiva mi 3. Wahlbezirk. ( Wahllofal: Turmhaus am Brand.) Auf der Bach, Brandgasse, Brandplay, Braugasse, Diezstraße, Sundgasse, Kaplaneigasse, Kanzleiberg, Kirchenplay, Landgrafenstraße, Lindengasse, Lindenplaß, Moltkestraße, Neuen Bäue, Neuer Weg, Oftanlage, Schloßgasse, SchulStraße, Sentenbergstraße, Wagengasse, Walltorstraße 1-22, Wiesenstraße und Bozelsgasse. 4. Wahlbezirk. 7. Wahlbezirk. ( Wahllokal: Turnhalle der Stadtmädchenschule.) Alicestraße, Bahnhofstraße, Bleichstraße, Frankfurterstraße 1-20, Grabenstraße, Liebigstraße 1-21, Westanlage, Hinter der Westanlage und Wolfengasse. 8. Wahlbezirk. ( Wahllokal: Sälchen der Gastwirtschaft„ Zur Seltershöhe". An den Bahnhöfen, Crednerstraße, Ebelstraße, Frantfurterstraße 21 bis Schluß, Hillebrandstraße, Hofmannstraße, Klinikstraße, Leihgesternerweg, Liebigstraße 22 bis Schluß, Ludwigstraße 42 bis Schluß, Mittelweg, Riegelpfad, Wezzlarer Weg und Wilhelmstraße. ( Wahllokal: Turnhalle der Stadtknabenschule.) Burggraben, Dammstraße, von der Grünbergerstraße die Nr. 116, Kirchstraße, Kaplansgasse, Katharinengasse, Kreuzplaz, von Licherstraße 65 Kaserne I, Mäusburg, Marktplatz, Marktstraße, Nordanlage, Rittergasse, Wettergasse und W. ß- steingasse. 5 Wahlbezirk. der 2. in 2angsborf Großh. Beigeordnete als Vorsitzender, Gemeinderatsmitglied Adam Roth II. als Stellvertreter; 3. in Trai8 a. d. Lda. der Großh. Beigeordnete als Vorsigender, Gemeinderatsmitglied Otto Frig als Stellvertreter; 4. in allen übrigen Gemeinden der Großh. Bürgermeister als Vorsitzender, der Großh. Beigeordnete als Stellvertreter. Die Wahl ist in den Landgemeinden in dem GemeindeHause oder in dessen Ermangelung im Schulhause abzuhalten. Das Nähere wird durch die Großh. Bürgermeistereien ortsüblich bekannt gemacht werden. Die vorstehenden Anordnungen gelten auch für etwaige Ersagwahlen innerhalb des ersten Jahres nach der allgemeinen Wahl. Zu Wahlvorstehern und Stellvertretern werden ernannt: 1. in Gießen: für den 1. Wahlbezirk: Stadtverordneter Hanau als Vorsitzender, Stadtverordneter Leib als Stellvertreter; für den 2. Wahlbezirk: Stadtverordneter Petri als Vorsitzender, Stadtverordneter Jughardt als Stellvertreter; für den 3. Wahlbezirk: Stadtverordneter Keller als Vorsitzender, Stadtverordneter Schmall als Stellvertreter; für den 4. Wahlbezirk: Stadtverordneter Wallenfels als Vorsitzender, Stadtverordneter Drbig als Stellvertreter; für den 5. Wahlbezirk: Kommerzienrat W. Gail als Vorsißender, Stadtverordneter Schaffstaedt als Stellvertreter; für den 6. Wahlbezirk: Oberbürgermeister Mecum als Vorsitzender, Stadtverordneter Hetchelheim als Stellvertreter; für den 7. Wahlbezirk: Stadtverordneter Kirch als Vorsitzender, Stadtverordneter Huhn als Stellvertreter; für den 8. Wahlbezirk: ( Wahllokal: Schulhaus in der Neustadt.) Sammstraße, An der Hardt, Kornblumengasse, Krofs dorferstraße, Lahnstraße, In Löbers Hof, Große und Kleine Mühlgasse, Neustadt, Oswaldsgarten, Rodheimerstraße, Sandgasse, Schanzenstraße, Schüßenstraße und Tiefenweg. 6. Wahlbezirk. ( Wahllokal: Bürgermeistereigefäude.) Dreiläufergasse, Eichgärten, Eichweg, Erlengasse, Gartenstraße, Johannesstraße, Löberstraße, Löwengasse, Lonystraße, Ludwig plaz, Maigasse, Plockstraße, Roonstraße, Seltersweg, Sonnenstraße, Großer Steinweg, Südanlage, Teufelsluftgärtchen und Weidengasse. Stadtverordneter Schiele als Vorsitzender, Direktor Lemmé als Stellvertreter. Todes- Anzeige. Zum Wahltommissär, an welchen die Wahlakten einzusenden sind, ist der Unterzeichnete ernannt. Die Großh. Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt. vorstehende Bekanntmachung, welcher die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden noch die Bezeichnung des Wahllokals zuzusehen haben, sofort spätestens aber am 6. Juni 1903 in Ihren Gemeinden und in den Ihnen etwa zugeteilten besonderen Gemarkungen ortsüblich bekannt zu machen. -1 Bis zum 7. Juni wollen Sie durch Bericht oder durch Postkarte a. anzeigen, an welchem Tage diese ortsübliche Befanntmachung erfolgt ist, b. das Wahllokal namhaft machen. Gießen, den 2. Jani 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung von dem heute Vormittag 11 Uhr erfolgten Hinscheiden meiner innig geliebten Frau, unserer unvergesslichen Tochter, Schwägerin und Tante Frau Katharina Moll teilung fomme zählt der Ver im 49. Lebensjahre. hrer Schneide hiesigen Taub Um stille Teilnahme bitten ren den Laut 1, den er noc umanlager O Odstadt löster ich 80-9000 prilfröfte habe sehr gelitter r eine zahlreic zu dem Zwed hnlinie Mar herbeizuführe Schweinsber Grünberg, den 3. Juni 1903. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 22 Uhr statt. die tieftrauernden Hinterbliebenen: Louis Moll. Frau Margarethe Merz. Man steht i e Linie führe jeft sehr f fuß gewit re Anzahl vor d Städt n an ötige, was dir -Nachweis als Grundlage den Kreistag efte zu unter Nachmittag Circhen( That dringend wegen Die firden. Gin ald führenden f: Leg δοξ 3. Sturz nac Strieder ein ollte. Vorher ehr gesehen fängnis na ohne Bewehr en Reiche of 8 Morgens b werden. ufnahme von ahlbezirle: enfdule) 5 Raf.rne I Von grossem Nutzen für Jedermann sind MAGGI'S SUPPEN KREUZSTERN in Würfeln zu 10 Pfennig oddag für 2 Teller Suppe. In den verschiedensten Sorten bestens empfohlen von Carl Seibel, Frankfurterstrasse 76. 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