Nr. 2. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erfdeint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 3. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfa sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Mr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Rüftungen. Bolitische Ausschau.] Die fehen fugen Jungfrauen. Ein vorsichtiger Politikus Terroristische Politi. Keine Wehrvorlage. Der Ausgleich. Rußland und Engiand. England und Amerika.) DP. Nachdem das Jahr 1902 zur Rüste gegangen ist, bereitet sich die sohe Politik in Deutschland auf die nenen Aufgaben des beginnenden Jahres vor. Im allgemeinen ist man allerdings der Ansicht, ein Jahr bilde teinen Wendepunft im politischen Leben und doch ist das der Fal namentlich aber in diesem Jahre. Denn für das Mich sowohl, wie für Preußen rücken die WahYen her in, und vorsichtige Parteien machen es da, wie Die sieben Ingen Jungfrauen: sie gießen Del auf die Laripe, damit sie den Bräutigam, in diesem Falle also den Herrn Kandidaten, würdig empfangen können. In Breußen werden die diesmaligen Wahlen eine besondere Bedeutung erlangen, weil die Sozialdemokratic zum ersten Male in den Wahlkampf mit eintritt. Durch ihr seitheriges Fernbleiben beabsichtigte die Sozialdemokratic das Dreiflassenwahlrecht als ein Wahlunrecht abzustempeln. Vor der Deffentlichkeit sollte gewissermaßen durch einen Protest zum Ausdrucke gebracht werden, daß die Arbeitermassen sich an einem durch das Wahlsystem ,, zweck- und arbeitslosen" Kampje garnicht beteiligen wollen; aber die Parteileitung hat sich eine zu große Wirkung von dieser Taktik versprochen. Es ist weiter nichts erreicht, als daß die Sozialdemokratic im Landtage unvertreten ist. Seitdem die äußerste liberal: Gruppe in ihrer politischen Haltung eine Schwenkung vollzogen hat und durchaus nicht mehr so bedingungslos wie früher die Politif der sozialdemokratischen Parteileitung mitmacht, sind die Sozialdemokraten entschlossen, sich auf eigene Füße zu stellen, und rüsten sich dazu, die Linke im Landtage nach Möglichkeit abzulösen. Der Hauptkampf der Sozialdemokratic wird in den freisinnig vertretenen Wahlkreisen en brennen. Das hat der Führer der freisinnigen Vollsparici sehr gut crlannt und darum im Reichstage eine Politik nicht mitgemacht, die schließlich doch nur ein Triumph für die Sozialdemokratie geworden wäre. Tagegen ist der Sozialdemokratie von anderer Seite eine Silje zu teil geworden. Der ehemalige Führer der Polen, Herr v. Koscielski, der unter dem Caprivischen Versöhnungskurse im Reichstag als Berichterstatter über die Flottenvorlage auftrat und daher den Beinamen ,, Admirals i" erhielt, hat in einer Zuschrift an ein rus sisch- polnisches Blatt die Parole ausgegeben, daß die Bolen sich nur einige Mandate sichern, soviel gerade als sie zur Bertretung ihrer eigenen Interessen nötig haben, landläufig gesagt, was man im Haushalte nötig hat; im übrigen aber sollen Sozialisten gewählt werden. Demnech trauen die Herren Boten den Sozial52] Dr. Rumseys Patient. Roman von Dr. Halifar und T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdruck verboten.) Jest trat ihr Mann in die Küche. „ Da bin ich, Weibchen", sagte er freundlich. Du bist doch ein zu liebes Geschöpf, Hetty. Ich habe mich heute ganz besonders auf das Heimkommen und auf Deinen Porter gefreut!" Hetty reichte ihm das Glas hin. Ihre Hand bebte leise, doch sie nahm sich zusammen. Vincent hob das Glas an die Lippen und trant haſtig; er hatte Durst. Dann seẞte er es nieder. „ Eine ganze Flasche auf einmal ist eigentlich viel zu viel", sagte er, ihr schmunzelnd zuwinkend und dennoch, seine Worte gleichsam Lügen strafend, mit dem Glase liebängelnd. „ Nicht doch. Georg, Du bist ein starker Mann und kannst schon etwas vertragen", widersprach Hetty mit völlig ruhiger Stimme. Du wirst nachher ein Stündchen schlafen." „ Du hast recht, ich bin heute schrecklich müde." Nommt, lege Dich aufs Sofa. Ich bleibe neben Dir sizen, bis Du aufwachſt." Vincent tranf das Glas aus. Du mußt mir aber versprechen, nicht zu Deiner Tante zu gehen, während ich schlafe", sagte er. „ Aber Georg, wie fannst Du nur so niedrig von mir denken! Du willst nicht, daß ich gehe, damit ist die Sache erledigt." Er füßte sie, streichelte ihre Hand zärtlich, und im nächsten Augenblick hatte er schon müde die Augen geschlossen. Ein- oder zweimal noch öffnete er sie wieder, um sie mit schläfrig zärtlichen Blick über Hetty gleiten zu lassen, dann lösten sich die nervigen, rauben Züge des fraftstrokenden Gesichts zu friedlicher Ruhe. Hetty beugte sich über ihn, legte ihre Wange gegen die seine und befühlte seine Stirn. Er rührte sich nicht. Dann lauschte sie auf seinen Atem- er ging und kam in regelmäßigen Zügen. „ Er schläft sanft wie ein fleines Kind", flüsterte sie.„ Was für ein wunderbares Zeug diese Sahutropfen doch find!" Dann ging fie leise ans Fenster, ließ behutsam die Jalousie herunter und verließ auf den Fußspizen die Stube, demokraten doch nicht ganz, aber sie rügen dazu, der Regierung durch eine feindliche Politit, die bis zu äußersten Konsequenzen getrieben wird, Furcht einzuslößen. Indessen kommen hierbei doch nur wenig Mandate in Betracht. Die Parteien mögen ja allerdings ge rüstet sein, aber die Regierung ist es noch nicht. In manchen Blättern ist zwar die Meinung vertreten worden, daß eine Wehrvorlage die Wahlparole bilden werde. Diese Nachricht ist indessen völlig unzutreffend, wie sich aus neueren Meldungen ergibt. Wehrvorlagen sind jedenfalls ein sehr schlechtes Rüst zeug für eine Regierung, weil sie, wie sich in Cesterreich sowohl als auch in Ungarn gezeigt hat, stets sehr un beliebte Wahlprogramme sind. In beiden Häusern sind sie zurückgezogen worden, weil sich keine Mehrheit dafür fand. Dagegen ist es in letter Stunde noch gelungen, den Ausgleich zwischen Lesterreich und Ungarn, d. H. Die Verrechnung der Zolleinnahmen zu stande zu bringen und damit hat die habsburgische Monarchie die Rüstung für die internationalen Vertragsverhandlungen gewonnen. Der italienische Handelsvertrag ist der erste, der gekündigt wird, mit den übrigen Verträgen will der gemeinsame Minister des Aenßern Graf Goluchowski eine abwartende Haltung einnehmen, nachdem er mit dem Ausgleich, dem die Vorbereitung des Zolltarifs zur Seite geht, hinreichend gerüstet ist. Inzwischen hat die österreich sch: Regierung auch mit dem russischen Reiche ihre Vereinbarungen getroffen, um die Vallausrage in beiderseitigem Jn.cresse zu erledigen. Rusland selbst aber rüstet sich im Zunern durch die völlige Auflösung aller selbständigen Volksstämme, um schließlich in den entscheidenden Kampf mit England um die Herrschaft über den europäischen Orient und Estajien eintreten zu können. Und England sel st himpiederum, das seinen fähigsten Staatsmann Chamberlain in die Kolonien geschickt hat, schließt strasser und straf er die Enden seines Reichsverwachsen zu sein. Von zwei Seiten aus droht ihm eine Gefahr. Außer Ruft ud ist es Amerika, das ihm seine Einflußgesic 31 r in Südamerika und in Australien streitig macht. So is das Jahr 1903 dazu berufen, eine wichtige Giappe unse r nationalen und internationalen Politik zu werden. Die Politik. Der Kaiser und das Reichstagswahlrecht. Ein Urteil des Kaisers über das deutsche Wahlrecht word jetzt bekannt, das kurz nach der Entlassung Bismarcks abgegeben wurde. Eine hochgestellte Persönlichkeit sprach mit ihm über Bismarcks Politif und bemerkte oavet, die Gewährung des allgemeinen Wahlrechts sei ein Fehler Bismards gewesen. Der Kaiser stimmte dann zu und bemerkie:„ Ja, er hat dem Volke Champagner gereicht, wo es doch der Bouillon bedurfte." Ein deutscher Alkoholgegnerbund. ) Ein deutscher Verein für Gasthausreform soll am 14. Januar in Berlin gegründet werden. Zweck des Vereins ist zunächst die Einschränkung des Alkoholgenusses, ferner wollen die Gasthausreformer ihre Reform auch auf das Konzessionswesen erstrecken; Konzessionen für Schankbetrieb mit einem Werschleiß geistiger Getränke sollen, so fordern sie, künftig möglichst nur an gemeinnüßige Vereine oder di: fleineren und größeren Kommunalverbände gegeben werden. Nebenher gehen der Kampf für alkoholfreie Getränke, Abschaffung des Trintgeldes, Beseitigung des Verzehrzwanges u. a. An die Gründungsversammlung soll sich am 15. Januar in den gleichen Räumen die erste Konferenz der Besitzer, Vorsteher und Verwalter von Reform- Gasthäusern schließen. Castro lenkt ein! Der Neujahrstag hat endlich die Antwort des Herrn Castro auf den Schiedsgerichtsvorschlag der Blockademächte gebracht: Don Castro hat es am Ende doch für zweckmäßig gehalten, das Haager Schiedsgericht als Entschei dungsinstanz in dem son lift We e u las mit den Mächter anzunehmen. Aber er sizt noch immer auf recht hohem Pferde. Er erklärt, er nehme ,, alle gerechten Forderungen" an, macht aber mehrere Vorbehalte gegenüber den von den Mäch en gestel ten Bedingungen Dirie Haltung macht weitere Verhandlungen nötig. Auch sonst ist Castro noch immer sehr heffärtig. So crklärte er dem Vertreter des Reuterschen Telegraphenbureaus in Cara: as:„ Wenn die fremden Mächte eine schleunige endgiltige Erledigung des Streitfalles wünschen, brauchen sie Venezuela nur die schuldige Rücksicht zu zeigen. Die Beilegung hängt jetzt mehr von ihnen, als von Benzzuela ab." Es ist in der Tat höchst bedauerlich, daß mit diesem Maulhelden so glimpflich verfahren wird. Verdient hat er das wahrlich nicht. Wetterwolfen in China! Tungfuhsiang, der Vertraute des Prinzen Tuan, bereitet tatsächlich einen neuen chinesischen Aufſt and gegen die Fremden vor. Auf Anfragen der fremden Gesandtschaften hat das Tsung- li Yamen erflärt, die Berichte von friegerischen Vorbereitungen Tungfubjiangs seien begründet, wenn auch übertrieben. Die Vizeköniga der nördlichen Provinzen verfügten aber über eine hinreichende Anzahl Truppen zur Unterwerfung Tungfuhsiangs. Dieser letteren Erflärung messen die Vertreter der Mächte keinen Glauben bei, da man erwartet, daß die Regierungstruppen sich Tungsuhsiang anschließen werden, falls er einen Aufstand unternimmt. Die Sympathie „ Er wird ein paar Stunden schlafen- so wie ich damats!"| füble vor Dr. Rumsey zu verheimlichen. Und es gelang ihm sagte sie zu sich. Sie trug das fleine Fläschchen in den Wandschrank der Milchkammer und ging dann sachte in das Haus zurück. Um sechs sollte sie den Baron treffen. Jest war es fünf. Gine Stunde hatte sie zu gehen bis zum Schloß. Sie begab sich in die Stube zurück, segte ihren Hut auf und trat nochmals an das Sofa. Vincents Gesicht sah etwas blasser aus als vorhin. Er lag im tiefsten Schlummer. Sie hörte seinen Atem diesmal flang er etwas schwerer aber ihr Mann atmete inimier tief und schwer. Dann stahl sie sich aus den Zimmer, lächelnden Gesichts, daß ihre List so vortrefflich geglückt war. Nun ging sic, den Baron zu treffen. Ihr Herz schlug ungestüm vor Frende und innerem Jubel. Einundzwanzigstes Kapitel. Audreys Wiedergenesung erwies sich als eine vollkommene; er war sozusagen mitten durch das Verhängnis seines Geschlechts gegangen und auf der anderen Seite herausgekommen. Er war der erste aus dem Geschlecht der Audreys, welchem dies glückliche Geschick beschieden war. Die anderen von dem Fluch Betroffenen hatten gleich ihm wichtige Ereignisse aus ihrem Leben total vergessen, aber ihrem geistigen Verfall hatte sich der des Körpers hinzugesellt; sie waren verwelft, den Grabe entgegengewauft, bis sie in dasselbe hinabglitten. Robert von Audreys Ruin war rechtzeitig aufgehalten worden. Seine Wiederherstellung greuzte aus Wunderbare, sie war ebenso rätselhaft, wie die furchtbare erbliche Belastung, die ihn dem Wahnsinn, dem Verderben entgegengeführt. Als er sein eigenes Antliß in dem Teich auf der Ebene von Salisbury sich widerspiegeln sah, da waren die Wollenschleier vor seinem Geiste zerflattert, und er erinnerte sich in blizartiger Erkenntnis, was er gethan. In jenem Augenblick ward sein Geist flar und leicht; es ward ihn bewußt, daß er es gewesen, der Herbert Franzius getötet; er hatte es zwar nicht mit Absicht, aber immerhin doch gethan. Und ein anderer büßte Die von ihm begangene That! Und er war der Mörder! Er wußte das ganz genau, flar und deutlich stand diese Erkenntnis vor ihm, und dennoch fühlte er feinen seelischen Schmerz darüber. Ein natürlicher Justinkt machte den Wunsch in ihm geltend, sein Geheimnis für sich zu behalten, und sein Gewissen blieb dabei ganz still, es rührte und regte sich nicht. Er gab sich von jenem Augenblick an die erdenklichste Mühe, seine Gedanken und Geauch, er hatte sein seelisches Gleichgewicht wiedergefunden. Dr. Rumsey war über diese urplögliche Wendung in Audreys Wesen ebenso verwundert, wie über dessen erbliche Belastung. Er begleitete den Baron nach London zurück und berichtete Margarete, welches Wunder geschehen sei. Audrey erinnerte sich iegt jeder Einzelheit aus seiner Bergangenheit, vor allem seines tleinen, lieben Sohues, dessen Verlust er ickt erst schmerzlich empfand. Er war zärtlich und liebevoll gegen seine Gattin, nicht länger mürrisch und verdrießlich, wortfarg und teilnahmlos. Seine geistigen und förperlichen Fähigkeiten waren zu neuem Leben erwacht aber das seltsame und fast unerklärliche in seiner Genesung war, daß sein moralisches Gefühl vollständig schlummerte. Dieser Umstand trug offenbar viel dazu bei, daß seine physische und psychische Wiedergenesung so große Fortschritte machte; er gab ihm Zeit, sich selber wiederzufinden. Dr. Nunrſey behauptete feineswegs, den Fall Audrey begriffen und enträtselt zu haben. Doch mun, da der Baron so dicht am Rande des Wahnsinns unigefehrt war, empfahl er der Baronin, ibn wie einen Reconvalescenten zu behandeln. Er meinte, ihr Gatte werde voraussichtlich in einigen Monaten wieder so weit sein, daß er seine Lebenspflichten erfüllen fönne, wie jeder andere Mann seines Ranges und seiner Zeit. Er glaubte nicht, daß der merkwürdige Zustand, welchen Audrey durchgemacht, je wiederkehren werde. Margarete und ihr Gatte verschlossen ihr Haus in London und gingen auf Reisen; sie brachten den Winter im Süden zu, und hier wurde der Zustand des Barons von Tag zu Tag zufriedenstellender, sowohl in törperlicher, als auch in geistiger Hinsicht. Er schlief gut, az tüchtig; bald erwachte in ihm das Interesse für Zeitungen und Bücher, dann nahm er lebhaften Anteil an politischen und anderen Tagesfragen, und als er in den Beitungen las, daß der Abgeordnete des Wahlkreises Großhofen gestorben sei, da meldete er sich als Kandidat für den erledigten Siz im Barlament. 3u dieſent Zweck entschloß er sich auch ganz plöglich, wieder nach England zurückzukehren und erklärte zu Margaretes größter Freude, seinen ständigen Wohnsiz im Schlosse seiner Väter nehmen zu wollen. Die Vorbereitungen zur Rückkehr nach der Heimat wurden auf das eifrigite betrieben. Freunde und Betaunte, sowie alle Bewohner von Großhofen frenten ſich ebenso sehr über die wunderbare Genesung des Barons, wie sein Unglück ste betrübt und traurig gestimmt hatte. Man bewillfommnete und enipfing ihn mit allen Ehren wie einen König, der seinen Einzug in sein Königreich hält. junge Mädchen bebend, mit Heine Hand, ehe er sie losließ. habe; und der Lord drückte einen feurigen uß auf die der Himmel sich vor ihren blendenden Augen aufgetan der Empfindung, als wenn as Feuer fladerte luftig auf; sein roter Schein von den atten ,, Mein Name ,, Ja?" lächelte Barbara. Troy Stimme jetzt einen aller fort. Ich spiele in Stourton im Theater Royal." Theater Royal? Ist das das erste Theater in Stourton?" Gegenbemühungen anderen Ton, als sie fragte: ist Alice Courtenay," fuhr die andere Eiser hatte Barbaras ,, Յու verrichte dein Gebet, Bretone, Taffen." Augenblick, sich zu schlagen, wir werden hier vielleicht ,, Wartet," rief er ihnen zu, das ist doch nicht der es endlich dem Schiffstoch gelang, sich dazwischen zu werfen. sie mußten sich mehrere Male von neuem angreifen, bis Die beiden Männer sprangen, die Klinge in der Hand, ich werde dir zur Ader seine wieder zu sich und fragte: diese hervor und erwiederte: Wie spät ist es?" mal ins Leben zurückries. denn die Flasche war leer. Zuflucht Bon den Matrosen gehalten, kam die junge Frau nehmen, der Tobia zum zweiten und legtenDer Schiffstoch, der einzige, der eine Uhr hatte, zog der Massen gehört Tungfuhsiang, der verbannt wurde, weil er bei dem Angriff auf die Gesandtschaften den Befehlen Höherer gehorchte. Es sieht also ganz danach aus, als sollten nach der Zurückziehung der europäischen Truppen aus Shanghai die alten Fremdenverfolgungen wieder Losgehen. Gelingt es der chinesischen Regierung nicht, Tungfubfiang und seinen Hintermann Tuan im Zaum zu halten, und kommt es durch beider Treiben zu einer neuen Aktion der Mächte gegen China, so dürfte lezteres dabei nicht so glimpflich davon kommen, wie das leztemal. Schon jezt reden die Mächte mit China ein ernſtes Wort wegen bessen ewiger Quengeleien. China weigert sich, die Kriegsentschädigung in Gold zu zahlen, wozu es durch den Friedensvertrag verpflichtet ist. Die Gesandten beraten Aber die Ueberreichung einer gemeinschaftlichen oder identischen Rote an China. Sollte es seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, so würde das ernste Folgen nach sich ziehen. Diese ganzen Schwierigkeiten werden allgemein ber Ermutigung zugeschrieben, die China in dem BeiRaabe Ameritas findet. Auch hier ist also die Union der Spielberderber, wie in Venezuela. Barze politische Nachrichten. * Berlin, 2. Jamuar.( Hofbericht). Der Kaifer hatte heute eine Besprechung mit dem Reichskanzler im Balais des lepteren. Später empfing der Monarch den Architekten Bodo Ebhardt, der ihm den ersten Band seines Bertes ,, Deutsche Burgen" überreichte und über feine im Auftrage des Kaisers ausgeführte Studienreise durch Italien zum Zwecke der Erforschung mittelalterlicher Burgen berichtete. Der Kronprinz wird sich, einer vor mehreren Wehen ergangenen Einladung des Zaren Ritolaus folgend, Mitte dieses Monats zu einem Besuche am russischen Besuche nach St. Petersburg begeben. - * Die alljährliche Vereinigung der kommandierenden und sonstiger hervorragender Generale zu einem gemeinSamen Festmahle fand am Neujahrsabend in Berlin im Kaiserhof statt. Den Ehrenplaß nahm Generalfeldmarschall Graf Waldersee ein. Von den kommandierenden Generalen fehlten der Kronprinz von Sachsen und der Erbprinz von Sachsen- Meiningen und Prinz Arnulf von Bayern, die vom Kaiser geladen waren, aber später erschienen, ferner General v. Stülpnagel wegen Erfranfung. Das Hoch auf den obersten Kriegsherrn brachte Graf Waldersee aus. * König Eduards von England Krönung zum Könige von Indien ist in Delhi unter größter Prachtentfaltung vollzogen worden. Der Herzog und die HerLogin von Connaught sowie der Großherzog von Hessen wohnten der Feier bei. * Schweden, das in der Einführung technischer Neuecungen in die allgemeine Praxis tonangebend zu sein pflegt, will jegt auch für seinnen Eisenbahnbetrieb die motorische Kraft der Zukunft, die Elektrizität, einführen. * Bon einem Mordanschlag auf den Schah von Persien wird aus Teheran berichtet: Als der Schah nach einem außerhalb Teherans belegenen Palaste fuhr, trat ihm ein Mann in Weiberkleidern entgegen und hob gegen ihn einen Revolver. Ehe er aber feuern konnte, hatten die Geheimpolizisten, die die Ausfahrt des Schahz begleiteten, ihn überwältigt. Das Attentat wurde geheim gehalten, erst nachträglich hat man etwas darüber erfahren. * Wegen der Vorgänge in Marokko hat die französische Regierung die Garnisonen an der algerisch- macoffanischen Grenze verstärkt, um das Eindringen von marokkanischen Banden in Algerien zu verhindern. In Toulon liegen drei französische Linienschiffe und zwei Kreuzer zur Abfahrt nach Marokko bereit. Vermischtes. [ Eiserne" Rationen.] Nach einer englischen Fachzeitschrift haben die Zähme der im südafrikanischen Kriege tätig gewesenen britischen Soldaten bedeutend gelitten. Es wurden alles in allem über 6000 Leute behandelt; davon wurden 1355 Soldaten Zähne plombiert und 2901 schadhafte Zähne ausgezogen. Die Ursache dieser Erscheimung soll an den gelieferten Rationen, besonders aber an dem harten und fast unverdaulichen Büchsenfleisch und den verteilten Bisquits liegen. In England scheint man die ,, eisernen" Rationen für die Soldaten buchstäblich zu nehmen. **[ Serbisches Blut im Schweizer Kanton Wallis?] Der serbische Vizekonsul Gorlow in Nizza behauptet, daß die Einwohner des Gringertales im Kanton Wallis von Eerben abstammen, und stüßt seine Behauptung auf verschiedene Beweise. Slaven, worunter zahlreiche Serben, Tamen im 6. Jahrhundert mit dem Longobarden- König Albuin nach Norditalien. Einzelne Stämme haben sich daselbst angesiedelt. Nach Gorlow bieten bei den Bewohnern des Eringertales Charakter, Körperbau, Typus, Gebräuche, Form der üblichen Ornamente usw. eine auffallende Aehnlichkeit mit solchen der Völkerschaften an ber bosnisch- serbischen Grenze. Diese Hypothese steht nicht allein. Schon seit langer Zeit ist den Ethnographen die Abstammung der Bewohner des Eisischtales ein Rätfel, und es gibt kein Volk, das je mit dem Wallis zusammenstieß, dem man nicht die Vaterschaft der Anniviarden zugeschrieben hätte. Die Ansicht, daß sich in diesem Tale sarazenisches, nach anderen hunnisches Blut erhalten habe, genießt bei den Ethnographen das größte Ansehen. Sicher ist nur das eine, daß in diesen abgelegenen Seitentälern des Wallis ethnographische Eigentümlichkeiten, teilweise aus sehr alter Zeit, sich unverändert erhalten haben, und daß andererseits gewise Besonderheiten sich hier entwickeln, so daß man in entlegene Länder wandern muß, um verwandte Erscheinungen zu finden. In Ostacker im Ruhrgebiet wurden bei einem Streit zwei Personen erstochen und eine Frau erschossen. In Hanau wurde der Bankier Leopold Lilienfeld, in Firma Michael Benjamin, unter der Anschuldigung, große Unterschlagungen begangen zu haben, verhaftet. In Baußen ist das neue Probierhaus der Sächsischen Bulverfabriken Kranz u. Co. in die Lust geflogen, wobei brei Personen schwer verletzt wurden. In Wiesbaden erschlug während der Sylvesternacht infolge eines Familienstreites ein Arbeiter seinen Schwiegervater. ! Der Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Universität Gießen.*) Der zweiten hessischen Kammer ist eine Anfrage des Abg. Köhler- Langsdorf zugegangen, die sich in sehr eingehender Weise mit der Besetzung des Lehrstuhles für Nationalökonomie an unserer Universität beschäftigt. Die soeben in den Drucksachen des Landtages erschienene Anfrage knüpft an einen in der Deutschen Agrarzeitung" erschienenen Artikel über das Thema„ Der Ackerbau in der Nationalökonomie" an, der dem„ System der politischen Dekonomie" von Prof. Ruhland das Wort redet und mit großer Wärme für die bekannten Grundprinzipien von Quesnay über die landwirtschaftliche Produftion( Physiokratisches System) eintritt. An diese Darlegungen fnüpft Abg. Köhler folgende Bemerfungen: Ich bemerke hierzu, daß das in diesen Ausführ ungen genannte nationalökonomische Werk des Herrn Professors Dr. Ruhland aus der Bücherei der zweiten Kammer der Stände der Großherzoglichen Regierung und den Mitgliedern des Landtags zur Verfügung steht. Aus ihm gehen folgende Lehren hervor: Bu gegenwärtiger Zeit treten in unserem Lande die Theorien dreierleier Wirtschaftssysteme als Partet: anschauungen öffentlich wirksam hervor: a) in den links- liberalen Parteien- Smith- Ricardo. Ricardob) in der sozialdemokratischen Partei Marr( Ricardo und Mary waren Juden), c) in den bäuerlichen Parteien die Weltanschauung wie sie zumeist dem physiokratischen System des François Quesnay entspricht. Der Anfragesteller mit seinen bäuerlichen Freunden muß es infolge dieser Erkenntnis, daß zu den gegenwärtigen Staatszuständen in ganz hervorragendem Maße die praktische Einführung und Verwendung der Smith- Ricardoschen Theorien als höchste Staatsmarimen geführt haben, auf das aller tiefste bedauern, daß eben diese verderblichen Theorien seit Jahren und besonders in gegenwärtiger Zeit als höchste Stantsweisheit den Studierenden an der Universität Gießen und nachherigen Staatsbeamten durch einen, den Börsenkreisen nahestehenden Professor und einen israelitischen Privatdozenten gelehrt werden. Der Anfragesteller erachtet es darum als einen unhaltbaren Zustand, daß die Studentenschaft der Universität Gießen infolge des gezeigten Umstandes gezwungen ist, Lehren zu unterlegen, deren Wahrheit von ihnen wohl selbst angezweifelt werden muß, und die den Ansichten der allergrößten Mehrzahl des hessischen Volkes wiedersprechen." Der Anfragesteller erachtet es hiernach als einzig richtig, wenn die Großherzogliche Regierung diese Sache, die früher schon in einer Verhandlung des Landtages durch die Herren Abgeordneten Brauer und Friedrich gestreift wurde, sich einmal näher betrachtete und Abhilfe schaffte. Insbesondere erscheint es als eine gerechtfertigte Forderung der bauernfreundlichen Kreise unseres hessischen Volkes, also der Mehrheit desselben, wenn verlangt wird, daß neben der bestehenden ordentlichen Professur der Nationalökonomie mit der Smith- Ricardoschen Richtung eine gleichgeordnete Professur mit der oben geschilderten Quesnay'schen Nichtung( am besten unter Berufung des Herrn Professors Dr. Ruhland in Berlin selbst) an der Universität Gießen alsbald eingerichtet werde. Ich frage hierzu: 1. Gedenkt die Großherzogliche Regierung in Anbe tracht der geschilderten Verhältnisse an der Universität Gießen eine ordentliche Professur für Nationalökonomie des Physio fratischen Systems einzurichten? 2 Im Verneinungsfalle, was bewegt sie zu der Nichtbeachtung dieser aus den Kreisen der Mehrheitsparteien des hessischen Volkes gestellten Forderung? 3. Gedenkt die Großh. Regierung diese Fragen so zeitig zu beantworten, daß über dieselben gelegentlich der Budgetberatung 1903/04 au Rapitel 36( Landesuniversität) im Plenum des Landtags verhandelt werden fanu? *) Vorstehenden Artikel druden wir dem„ Gießener Anzeiger" ab, hierzu veranlaßt durch die heute unter, Sprechsaal" veröffentlichte Erklärung des Herrn Prof. Dr. Biermer. Parlamentarisches aus Hessen. Bei der Zweiten Kammer der Stände ist ein Antrag des Abg. Leun betr. die Gebühren für die Fortführung der bisherigen Grundbücher eingegangen. Eine Vorstellung des Pferdezuchtvereins in Groß= Felda bittet um Errichtung einer Beschälstation daselbst, eine solche des Bezirkskassiers Strack zu Ulrichstein betrifft die Anrechnung von Besoldungsvordienstzeit. Zwei Anfragen des Abg. Köhler Langsdorf betreffen die Bes zung des Lehrstuhls für Nationalökonomie an der Uni versität Gießen, bezw. die Verlegung der Haltestelle Ranstadt. Giessener Cagesnenigkeiten. ** Vom Großherzog ist am Neujahrstage auf an ihn gerid, tete Glückwunschtelegramme die nachstehende telegraphische Antwort aus Delhi bei dem Staatsminister Rothe eingetroffen: Ihnen allen, den Kammern und Meinem Hessenland herzlichen Glückwunsch. Ernst Ludwig. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 81 hat u. A. zum Inhalt: Verordnung, die Enteigung von Gelände zum Bau der Nebenbahn Buzbach- Lich betreffend. ** * Nach Gießen versezt wurden Stationsaffiftent Wiegel von Altenkirchen( Westerwald) und Portier Dörr von Elm. H ** Morgen findet die Anlagemusik um 11.30 Uhr in der Süd- Anlage statt. Das Programm ist folgendes: 1. Duverture Leichte Kavallerie" Suppé. 2. 6. Altniederl. Volkslieder von Vallerius. 3. Maritana Mezer von Dette inger. 4. Fantasie aus der Oper„ Der fliegende Holländer." von Wagner. ** Unsere Regimentsfapelle fonzertiert morgen Nachmittag in Steins Garten und machen wir Freunde eines guten Ronzerts hierdurch besonders aufmerljam. M. Auch harmloseren Unfug, der aber immerhin manchen Verger hervorrufen wird, hat man sich in der Neujahrsnacht geleistet. Die großen Steinhaufen, die an der Wieseckbrücke in der Bahnhofstraße lagerten, sind teilweise weggeschafft worden. Bassanten bemerften am folgenden Morgen im Bieseckbett und am U'er die herabgeschleuderten Ziegel überall verstreut und in Massen herumliegen. ** Gießener Volksbad. Im Dezember wurden 5478 Bäder verabreicht, gegen 8024 im November 1902 und 6553 im Dezember 1901 oder im Durch. schnitt auf den ganzen Badetag 207 Bäder gen 292 in November 1902 und 262 im Dezember 1901. Der Besuch im einzeln hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 2825 Männer, darunter 364 zu 10 Pfg. 69, 10, 397 Frauen Wannenbäder: 1. I. 252 Männer, 61 Frauen, 2. I. 551 285 " Dampf und Heißluftbäder, sowie Maffage zusammen 133 Männer, 17 Frauen. Brausebäder 853 Männer, 114 Frauen. Die Personenwage wurde von 120 Personen be nutzt und das Bad von 19 Personen besichtigt. ** Kuriose Leute. Am Neujahrsabend hatte ein Buchbrucker im Gasthaus zum Pfau" Streit befommen; dabei regte er sich so auf, daß er seinen Mantel in den Horf warf und verschwand. Nach einer halben Stunde tehrte er ganz durchnäßt mit dem Geständnis zurück: Wenn das Wasser nicht zu falt gewesen wäre und ich nicht hätte schwimmen fönnen, wäre ich jeßt nicht mehr da. Was hatte er gethan, er war bei Burks Mühle in die Lahn gesprungen. ** Der Großherzog in Judien. Dienstag morgen fand in Delhi der feierliche Einzug des Vicefönigs von Indien und des Herzogs und der Herzogin bon Connaught statt. Der Vicefönig wurde bei Ankunft auf der Eisenbahnstation von indischen Fürsten, den Gouverneuren der Provinzen, Generalen und Vertretern der europäischen Einwohner empfangen. Das Fort feuerte einen Salut von 31 Schüssen. Kurz darauf trafen der Herzog und die Herzogin von Connaught ein. Nach der Vorstellung der indischen Fürsten bor den Kgl. Hoheiten, setzte sich der Festzug in Bewegung und durchzog die Stadt nach dem Feldlager, wo der Dubar stattfinden soll. Der Zug wurde von Dragonern und Artillerie eröffnet. Es folgten Herolde und Trompeter in prächtiger Kleidung auf Rappen, darauf die berittene Leibgarde des Vicekönigs in scharlachfarbener, goldgeschmückter Uniform, die Klassen des faiserlichen Kadettenkorps, darunter die jungen Maharadschas. Daran schloß sich die Hauptgruppe des Zuges, der Vicefönig und Lady Curzon, die von Elefanten getragen wurden, sowie der Herzog und die Herzogin von Connaught inmitten des beiderseitigen Gefolges. Sodann folgten hinter 54 indischen Fürsten, die ebenfalls auf Elefanten ritten, der Großherzog von Hessen zu Wagen mit einer Eskorte des fünfzehnten Husarenregiments. Den Zug beschlossen die Gouberneure der Provinzen, General Kitchener, ein glänzender Zug von Reitern, Abgesandten und die Gefolge der indischen Fürsten auf Elefanten. indischen Fürsten auf Elefanten. Auf den Straßen und Dächern der Häuser drängten sich große Scharen von Eingeborenen, welche den Vicefönig und die fürstlichen Teilnehmer des Festzuges mit lauten Zurufen begrüßten. begrüßten. Bei der Ankunft auf der Ebene verabschiedeten sich der Herzog von Connaught und der Vicefönig von den indischen Fürsten und zogen in das Feldlager ein, wo der Festzug sich auflöſte. ** Das Jahr 1903 ist ein Gemeinjahr von 365 Tagen. Das Hauptfest, nach welchem die falendarische Einteilung des Jahres vorgenommen wird, nämlich Ostern, fällt diesmal auf den 12. April. Das Jahr gleicht daher dem Jahre 1900. Pfingsten fällt Anfang Juni, und der Fasching, dieser fröhliche Zeitraum der tanzluftigen Welt, währt diesmal sieben Wochen. Im Jahre 1903 werden je zwei Sonnen- und Mondfinsternisse stattfinden, von denen nur die letzteren in unserer Gegend teilweise sichtbar sind. Aus Hessen und nachbargebieten. a. Krofdorf. Die verflossenen Festtage brachten der Jugend mannigfache Vergnügungen. Während am zweiten Weihnachtstage sämtliche Vereine ihren Mitgliedern einen gemütlichen Abend boten, so fand am Sylvesterabend in drei Wirtschaften Ball statt. Es war somit reichlich Gelegenheit geboten, das Tanzbein zu schwingen. Alle Veranstaltungen find in ungetrübter Weise verlaufen. a. Kinzenbach. Am gestrigen Freitag haben die Arbeiter auf der hiesigen Dampfziegelei wieder ihre Giner erforderlichen Reparatur Thätigkeit begonnen. zu Folge mußte die Arbeit auf etwa 14 Tage eingestellt worden. Die Besitzerin des Werkes, Frau Müller, beschäftigt seit einer Reihe von Jahren ihre sämtlichen Arbeiter auch während der Wintermonate. ( Gingesandt.) Lindenstruth. Wieder ist einmal die schöne Neujahrsnacht vorbei. Aber sie hat auch wieder viel Neues für die Spinnstube mitgebracht. Wenn bisher bei uns mit dem Stiefel getanzt wurde, so hat es Diesmal aber rechnet. Bun pielt Gjon um fid nad zu gleicher Be Con ertönte d getanzt werden fanten vor Go zu machen? jahrenadit ge langem Unterf man nicht in hätten die T fcheuten fie f wollten fie fid hatten auch 2 von der Spi macht: Alle abgeschnitten. nommen. M Morgen. Die Indem ich ho tommt, bitt: die Gäfte nach * Aus der Kilp wird in Garbenheir halten. Der Pflege der Obf zur Teilnahme unter 16 Jahr 1. Mts., vorm Vorstehers zu ** Vom L Odenwald gr Weife. In verschont. ** Wiesba nacht einen deder Heinrich widelten 2 S 22jährigen M flagen. De ** Binge daß der in Herzberg, der Aus R Tjährige Soh jährigen Br Auge aus. 1 Oeff Der„ G Tage veröffer No für Kleider bricht, nicht re ftoffen jeder meler- und Adolf Inderberg Unentbehrlich für jede Familie! Emil Mar Eijen, Küchen Laubi 45. Fed Hent örr c in : 1. berl. Dette der." orgen eines andhen Bnacht brüde fchafft en im überall mber Dember Durch 1 292 rteilt: Pfo. 0" en, Je zu nen be n Buch; babei orf warf er ganz Waffer wimmen r gethan, morgen önigs Berzogin irde bet Fürsten, nd Ver . Das z darauf Onnaught esten bor Bewegung wo der Don Dra Herolde Rappen, in schar Lassen des MabaradZuges, Fanten ge Herzogin Gefolges. die ebenzog von infzehnten e Gouver länzender folge der Straßen Scharen die fürst1 Zurufen ne verabund der en in das von 365 lendarische , nämlich Das Jahr Sillt Anfang itraum der den. Im ondfinfter in unserer ieten. rachten der brend am jren Mit fand am ſtatt. Ge Tanzbein ungetrübter haben die wieder ihre Reparatur Tage einge cau Müller, sämtlichen ist einmal hat faud nitgebracht. anzt wurde, 45. So hat es sich jetzt in dieser Neujahrsnacht geändert. Diesmal aber hatten sich die Burschen schrecklich verrechnet. Zum Anfang wurde ein hübscher Walzer gespielt. Schon stehen die Tänzer und zwar in Reihen, um sich nach dem Tafte der Musik zu bewegen, aber zu gleicher Zeit hörte die Musik auf und in starkem Ton ertönte das Wort: In den Schuhen darf nicht getanzt werden in der geölten Stube. Die Burschen fanten vor Schrecken auf ihre Size nieder. Was war zu machen? Alles, was sich schon lange anf die Neujahrsnacht gefreut hatte, sann darüber nach. Nach langem Unterhalter, wurde endlich einmal gefragt, ob man nicht in den Stümpfen tanzen dürfe. Dieses hätten die Tänzer gerne angenommen, aber erstens scheuten sie sich die Stiefel auszuziehen und zweitens wollten sie sich auch die Strümpfe nicht vertanzen und hatten auch Angst für ihre Hühnereugen. Nun wurde von der Spinnstubenmutter folgender Anschlag ge= macht: Alle alten Strümpfe wurden herbeigeholt und abgeschnitten. Diese wurden von den Tänzern ange= nommen. Run ging es luftig zu bis auf den frühen Morgen. Die Nachbarsleute fonnten ungestört schlafen. Indem ich hoffe, daß ein solcher Akt nie wieder vorTommt, bitt: ich alle, die die Spinnstube bekommen, die Gäste nach solcher Art zu belustigen. Einer für Alle. * Aus dem Kreise Wetzlar. Der Kreisobstbaulehrer Kilp wird in der Beit vom 5. bis 8 Januar 1903 zu Garbenheim einen Unterrichtsfursus in Obstbau abhalten. Der Unterricht umfaßt Pflanzung, Schnitt und Pflege der Obstbaumschädlinge und Krankheiten. Berechtigt zur Teilnahme an dem Kursus sind männliche Personen nicht unter 16 Jahren. Die Teilnehmer versammeln sich am 5. t. Mts., vormittags 9 Uhr in der Wohnung des Herrn Vorstehers zu Garbenheim. ** Vom Odenwald. Im mittleren und südlichen Odenwald grassiert die Influenza in der heftigsten Weise. In manchen Orten ist fein Haus davon verschont. ** Wiesbaden, 2. Januar. Hier hat die Sylvesternacht einen Todten gefordert. Der 58jährige Dachdecker Heinrich Schmieden, der seine in einen Streit verwickelten 2 Söhne herausholen wollte, wurde von dem 22jährigen Maurer Höns mit einer Mauerklammer erschlagen. Der Thäter wurde verhaftet. Bingcu, 2. Januar. Die Verdachtsmomente, daß der in Untersuchungshaft befindliche Wilhelm Herzberg, der llrheber der Pulvererplosion ist, mehren sich. ** Aus Rheinhessen. In Frei- Weinheim schoß der 7jährige Sohn des Tünchers Philipp Zerban seinem 4jährigen Brüderchen mittels Pfeil und Bogen ein Auge aus. Oeffentlicher Sprechsaal.*) Erklärung. Der„ Gießener Anzeiger" vom gestrigen Tage veröffentlicht den am 19. Dezember v. Js. bei Nonpareil- Silk für Kleider u. Blousen ist der neueste Seidenstoff, der nicht bricht, nicht reißt, nicht fuittert! Unerreichte Auswahl in Seidenstoffen jeder Art und Foulards, zu billigsten Engros- Preisen, meter- und robenweise an Private porto- u. zollfrei. Proben franfo. Briefporto 20 Pfg. Seidenstoff- Fabrik- Union. Adolf Grieder& Cie Zürich G. 22. Unentbehrlich für jede Familie! Kgl. Hoflieferanten. ( Schweiz) Underberg Boonekamp Mang- Bitten H.Under Antrecol Boonekamp Underberg- Devise, emper idem, Fabrikation alleiniges Geheimniss der Firma: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen! Man verlange Underberg Boonekamp. ausdrücklion: Emil Pistor Nachflg. Gießen. Marktstraße 10. Telephon 61. Eisen-, Stahl- und Metallwarenhandlung. Küchen- und Haushaltungsgegenstände. Schlittschuhe, Kinderschlitten. Laubsäge und Werkzeugkaste n. 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Mai 1874 berechtigt, die von einer Landesvertretung ausgehenden Druckschriften zum Abdruck zu bringen, auch wenn sie solche Unwahrheiten enthalten. Der Antrag des Abgeordneten Köhler- Langsgemeinde. Pfarrer Scheunemann. dorf ist nämlich als Nr. 74 der Drucksachen der Zweiten Kammer der Hessischen Stände soeben veröffentlicht worden. Nach Lage der gesetzlichen Bestimmungen bin ich also der Redaktion des„ Gießener Anzeigers" gegenüber machtlos. Daß der„ Gießener Anzeiger" auch ohne preßrechtliche Verpflichtung eine Richtigstellung meinerseits in seinen Spalten aufnehmen würde, sezte ein Maß von Loyalität voraus, die bei diesem Blatte nicht zu erwarten ist. Der Abgeordnete stöhler Langsdorf wird in der Kammer seinen Antrag näher zu begründen haben. Dort bleibt es ihm unbenonimen, mir weiterhin meine wissenschaftliche Ehre abzuschneiden. Auch hiergegen bin ich ohnmächtig; denn einem Abgeordneten steht bekanntlich das Privileg zu, jede außerhalb der Kammer stehende Person straffrei zu beleidigen. Ich muß also abwarten, bis der Abgeordnete Köhler- Langsdorf und sein Moniteur, der „ Gießener Anzeiger", die jetzt aufgestellten Behauptungen außerhalb einer Beziehung zu den Drucksachen und den Verhandlungen der Zweiten Kammer wiederholen. Erst dann ist es mir möglich, gegen solche schändliche Ereftorationen gerichtlich vorzugehen. Gießen, den 3. Januar 1903. Dr. jur. et phil. M. Biermer, 0. Professor der Nationalökonomie an der Landesuniversität. Für Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keine Verantwortung. Marktbericht. Gießen, 3. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter per Bib. 0.80-0.90 Mt. Hübnereier 1 St. 8-10 Bfg., Enteneier St. -00 Pig., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbien per Liter 21 Vfa.. Linsen ver Liter 32 Bfa.. Tauben der Vaar Gottesdienst. In der Stadtkirche. Sonntag nach Neujahr, den 4. Januar. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MarkusNachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. Donnerstag, den 8. Januar, abends 8 Uhr im unteren Konfirmandensaal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Marc. 2. Pfarrer Scheunemann. In der Johanneskirche. Sonntag nach Neujahr, den 4. Januar. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Bogt. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Ludwig Naumann aus Siefersheim. Am Sonntag den 4. Januar, abends 8 Uhr, Bersammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Montag, den 5. Jan., abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Pfarrer Euler. Text Psalm 115. Nächstkünftigen Sonntag, den 11. Januar Feier des Landesmissionsfestes. An diesem Tage wird in beiden Kirchen eine Kollefte für die Heidenmission erhoben werden. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehr. lingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 1hr und ver 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 2 Schmiede, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 2 Knechte, 1 Stallfnecht,& landwirtschaft!. Mägde, 2 Dienstmädchen, 1 Lauffrau. Lehrlinge: 1 Raufmann, 1 Schreiner, 1 Friseur, 1 Sattler. Nachfrage der Arbeitgeber: 2 Bäder, I Steinhauer, 1 Sattler, 2 Schlosser, 1 Schmied, 6 Schreiner, 7 Hausburschen, 1 Schweizer, 3 Taglöhner, 2 Fuhrtnechte, 2 Bureaugehilfen, 3 Dienstmädchen, 1 Waschfrau. Lehrlinge: 3 Raufleute. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Geschäfts- Empfehlung Frankfurterstraße 63 ist der aus 4 Zimmern und Küche bestehende zweite Stoď nebst einer Kammer in der Mansarde und Gartenanteil auf 1. 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Er war zwa unter anderen Gäst aber ein sonderbe Witwe und ein f Teine Seele, die un Schwersten gelitten, füllten ihn nach feines Gewissens und dringlicher geli In einer ausg heit war sein erster begangene That tot seine Schuld vor de jeines Lebens mit leichtes, fein Gewi Einzugs empfand er Inneren vorgegangen Freude am Leben m welches foviel zu fei widen und an icine er ein idhicanter Mer er, fich felber au unich in ihm, icin mit gebrochenem Sohn den Kelch de leeren zu laffen. Der Baron sc fast garnicht. Au jein, daß er eunuch Lebensende in feine und die Strafe auf feiner Stelle bißte. war auch ferner Seine Gattin benteu ihr Gesicht drückte Frühstückszimmer in