Nr. 231, Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Bratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Freitag, den 2. Oktober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspalttge Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. forft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Boftzettungslifte No. 3269. Rebattion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechanschluß Ar, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Richard Wagner- felte. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Berlin, 1. Oktober. Die vier Tage währenden großen Festlichkeiten, die so viel für Ohr, Auge und Magen versprechen, die Richard Wagner- Feierlichkeiten, die von boshaften Gegnern„ LeichnerFeierlichkeiten" genannt werden, wurden gestern Abend mit einem feierlichen Empfang im Reichstags- Gebäude eröffnet. Dieser Vorabend zu der großen Wagner- Tetralogie in dem wuchtigen, ernſten Bau Meister Wallots gestaltete sich zu einer Art internationalen Sängerkriegs auf der WallotBurg". Der„ Einzug der Gäste" begann schon vor acht Uhr und wenn ein Mißgünstiger behauptete, es würde eine glänzende Versammlung abgeben, wenn alle zusammenfämen, die abgesagt hatten, so mußte er sehr enttäuscht gewesen sein, wenn er diesen Kreis von Gästen erblickte. Gewiß sah man viele" und nicht Geringe, die richt da waren", aber dennoch war die Wandelhalle des Parlamentsgebäudes bald überfüllt von einem Publikum, das sich aus den besten Teilen des tout- Berlin rekrutierte; hohe Staatsbeamte, hohe Militärs, Koriphäen der Kunst und der Kaufmannschaft. Eine unglaubliche Fülle von Ordenssternen wirfte auf jedermann niederdrückend, der es, wie ich, noch nicht einmal bis zum Allgemeinen Ehrenzeichen gebracht hat. Kein Wunder also, daß der so viel angefeindete Herr Kommerzienrat Leichner so gut aufgelegt schien, wie meist seine Schminke, und daß der Sitzungssaal nebenan auf die Wandelhalle ob der Ueberfüllung, die jenem ja nie vergönnt ist, neidisch wurde! Freilich mag auch so mancher, der erst schmollend abseits stand, sich's doch schließlich überlegt haben und er machte dann gute Miene zum bösen Festspiel. Das Konzert selbst schien etwas unter dem Absagefieber gelitten zu haben; denn einer der Größten, van Dyck, stand zwar auf dem Programm, aber leider nicht auf dem Podium. Dagegen sang Frau Schumann- Heinf, das berühmte Mitglied unserer Oper, die man aber überall eher hören kann, als in Berlin, und das Programm nannte sie wohl in einer satyrischen Anspielung auf ihre Dauer- Gastspiele in Amerika „ Kgl. Kammersängerin, New york". Neben ihr wurde der berühmte Bassist von der Pariser Oper Delmas mit Recht am meisten ausgezeichnet. Nicht weniger Sensation erregte auf dem Konzertpodium der Photograph, der im Bewußtsein seiner Wichtigkeit einen hervorragenden Teil des Podiums für sich in Anspruch nahm. Ob er viel freundliche Gesichter" gesehen hat, weiß ich nicht; ich hatte aber das Gefühl, als ob der falte, wenig gemütliche Raum troß der guten fünstlerischen Darbietungen eine rechte Stimmung im Publitum nicht aufkommen ließ. Ordentlich warm wurde man erst am- kalten Buffet, als man die Klänge des Leipziger Philharmonischen Orchesters, das nachher konzertierte, hinter sich ließ, und einen fühnen, einen gewaltigen Sturm auf die kalten Schüsseln unternahm. Ich halte es wohl für einen schlechten Scherz. wenn man erzählte, daß sich ein paar bedürftige Journalisten Einladungen zu verschaffen wußten, nur, um sich einmal ordentlich satt zu essen, jedenfalls aber mußte ich konstafieren, daß das Buffet selbst im Asyl für Obdachlose keine größere Verehrung hätte finden können. Als ich endlich mit Mühe einen leeren Teller ergatterte und mein Magen vor den nun ebenfalls leeren Schüsseln knurrte, sah ich neben mir die überragende Gestait des Prinzen Friedrich Heinrich, des hohen Protektors der Feste, mit Monsieur Delmas in liebenswürdiger und angeregter Unterhaltung. Ich beschloß nun, wenigstens meine Augen an dem Anblick der Anwesenden zu sättigen und vermied es, um an nichts Eßbares erinnert zu werden, selbst an der Tür für den„ Hammelsprung" vorbei zu gehen. Meine Augen aber wurden um so mehr befriedigt. Besonders stark war natürlich die Musik vertreten, vom Grafen Hochberg, dem früheren Generalintendanten, an bis zu Paul Lincke, dem Kleinen Leute- Komponisten, der es sich auch nicht nehmen ließ, den großen Konkurrenten zu feiern. Und der Geist Wagners, der vom Elysium aus lächelnd auf die Menge herabsah, mag sich behmutsvoll gefagt haben:„ Schade, daß ich nicht schon vor sechzig Jahren so viel einflußreiche und auch bloß reiche Ver ehrer meiner Kunst gefunden habe. Damals brauchte ich sie nötiger". Die Enthüllungsfeier berlief programmgemäß. In ihrer Anlage und Wirkung er füllte sie weder die Hoffnungen der Freunde, noch die Befürchtungen der Gegner des Denkmalskomitees und seines Präsidenten. Die Feier wurde stimmungsvoll eingeleitet durch den Kaisermarsch mit dem berühmten Schlußchor. Rechts und links vom Denkmal, durch einen Zwischenraum von etwa 100 Meter getrennt, waren zwei vollbesetzte Drdjefter volibesetzt im Wagnerschen Sinne gruppiert. Dem Orchester zur Rechten gesellte sich der Berliner Sängerbund zu. Das Orchester links trug den ersten Teil des Marsches mit allen seinen feinen Nuancen meisterhaft vor, und gewaltig wirkte alsdann der zweite Teil mit dem Schlußchor, als auch plötzlich das Orchester zur Rechten nebst dem Sängerbund einsetzte. Freilich die Wirkung wäre eine andere gewesen, gingen dieser Seier nicht Hader und Zwietracht vorauf. Die Wagner- Vereine der deutschen Lande würden dann, zu einem noch nie gesehenen Plassenchor vereinigt, ihre Stimmen zum Preise des Wagnerschen Genius erhoben haben. Das wäre eine Feier, des Meisters würdig. Nach einem weiteren Chorgesang ergriff der Präsident des Denkmalkomitees, Kommerzienrat Leichner, das Wort, um in feierlicher Rede den Vertretern des Kaisers das Denkmal zu übergebn. Es waren warme Worte, die Herr Leichner wirkungsvoll vortrug. Allein es war mehr ein wohlstilisierter Toast, der da ausgebracht wurde, als eine würdige Gedächtnisrede, den Manen des Meisters gewidmet. Die Rede bei der Enthüllung eines Nationaldenkmals für Richard Wagner hätte eine prominente Persönlichkeit halten und in ihrem Gehalt hätte sich etwas von der Ewigfeitsdauer ſpiegeln müssen, die der Wagnerschen Kunſt innewohnt... Dann fiel die Hülle... Das Denkmal: Ganz aus griechischem Marmor gemeißelt, erhebt es sich auf einem zweistufigen Granitplateau von 14 Meter im Quadrat. Ein breiter Stufenunterbau führt zu drei weiteren Marmorstufen, und auf einen Sockel gründet sich dann das vierecfige, an der Rückseite abgerundete Postament in gedrungener Form und von romantischem Charakter; es ist mit Biersäulen, Bögen und Ornamenten geschmückt. Vorn zeigt es die einfache Inschrift: Richard Wagner". Oben sizt der Dichter- Komponist auf einem romanischen Sessel; als Lehnabschlüsse dienen heraldisch behandelte Löwinnen in nordischer Art. Wagner selbst ist in schaffender Tätigkeit aufgefaßt. Vorn am Postament tritt Wolfram von Eschenbach mit einer huldigenden Geste die Stufe hinan. Dieser Gestalt liegt bekanntlich eine eigenhändige Zeichnung des Kaisers zugrunde. Die drei anderen Seiten des Postaments sind mit Figuren aus Wagners Werken geschmückt. Das Publikum ist entzückt, aber die glühenden Verehrer Wagners sind unzufrieden. Sie schauen da den alten Wagner, der sich der Sterblichkeit näherte, nicht den jun= gen, der sich die Unsterblichkeit errang „ Wachet auf, es nahet gen den Tag", erklang es nach der Enthüllung mit den Meistersingern von Nürnberg. Niederlegung von Kränzen durch Deputationen; Marsch und Chor aus Tannhäuser die Feier war zu Ende. Der Eindruck, den sie hinterließ, ist nicht ungetrübt, denn es fehlte die gehobene Feststimmung. Ich weiß nicht, warum ich seit der Enthüllungsfeier die Reflerion nicht abwehren fann: Ein National- Denfmal für Richard Wagner soll noch erstehen. Eine Doppel- Denkmals weibe. A Köln, 1. Oktober. Unsere Stadt begeht heut einen Festtag, wie er so leicht nicht einer andern beschieden ist: Zu gleicher Zeit weiht sie die Denkmäler, die Kölner Bürgertreue der Kaiserin Augusta, die mit den Rheinlanden so eng verbunden war, und ihrem Sohn, dem lorbeergekrönten Kriegshelden und dornengekrönten Dulder gesezt hat. In Vertretung des Kaisers kam der jugendliche Kronprinz des deutschen Reiches, um dem feierlichen Augenblick, in dem die Hülle von den Standbildern seiner Ahnen fällt, beizuwohnen. Auch ihn verknüpfen ja, wie seinen Vater und Großvater, enge Beziehungen zu dem schönen Rheinland. Ist es doch bei den Hohenzollern Tradition geworden, ihren Studien in Bonn die akademische Vollendung zu geben. Zugleich mit ihm war das badische Großherzogspaar, begleitet vom Erbgroßherzog, erschienen. Die Tochter und Schwester der heute Gefeierten wurde mit ihrem greisen Gemahl, dem getreuen Eckart der deutschen Einheit, ebenso wie der fünftige Wahrer des Reiches von den treuen Kölnern jubelnd begrüßt. Um 3 Uhr begann die Doppelfeier mit der Einweihung des Kaiserin Augusta- Denkmals am Kaiser Wilhelm- Ring. Nachdem die Ehrenkompagnie präsentiert hatte, wurde der Großherzogin von Baden durch drei Ehrenjungfrauen ein Blumenstrauß mit poetischer Begrüßung dargereicht. Dann folgte nach einem Orchestervortrag eine Ansprache des Oberbürgermeisters Becker, und unter den Klängen eines Chorals sank die Hülle. Nach kurzer Besichtigung fuhren die Fürstlichkeiten über die Ringstraße zum Kaiser FriedrichDenkmal, unterwegs stürmisch begrüßt von den spalierbildenden Schulen, Krieger, Turn-, Sport- und sonstigen Vereinen, die den Straßenzug bis zum Rhein hin über den Kaiser Wilhelm- Ring, den Hansaring und das Kaiser Friedrich- Ufer besetzt hielten. Die Feier am Denkmal begann mit einem Vortrag des Kölner Männergesangvereins, sodann folgte die Weiherede des Oberbürgermeisters. Nachdem die Hülle gesunken, erschallte brausend das Kaiserhoch und begeistert stimmten die Versammelten die Nationalhymne an. Die feierlichen Klänge des Niederländischen Dankgebets endeten die erhebende Feier. Daran schloß sich ein Festmahl im Gürzenich, bei dem der Oberbürgermeister auf den Kaiser und die fürstlichen Gäste toastete und der Kronprinz in wohlgesetzten Worten dankte. Abends fehlte in dem sanglustigen Köln denn auch nicht die Serenade der rühmlichst bekannten vereinten Männerchöre. Der Kronprinz begibt sich von hier aus nach Bad Kreuth, um einer Einladung des Herzogs Theodor in Bayern zur Jagd Folge zu leisten. Russland- Herr der Mandschurei! Dasselbe Rußland, das noch vor gar nicht langer Zeit mit sittlichem Pathos versicherte, daß es nicht daran denke, die chinesische Situation zu Gebietserweiterungen auszu nützen, gibt sich heute nicht mehr die geringste Mühe, die Okkupation der Mandschurei auch nur äußerlich zu leugnen. Man läßt im Gegenteil durch die Presse verbreiten, daß das frühere Hin- und Herschwanken der russischen Diplomatie in der mandschurischen Frage eine sehr schädliche Wirkung gehabt habe, und daß man nunmehr entschlossen sei, den status quo ,, mit eiserner Hand" unerschütterlich zu machen. Die Räumung der Mandschurei unter den jezigen Umständen, da Japan Rußland feindlich gegenüberstehe und in der Provinz selbst keinerlei Ordnung herrsche, sei einfach ein Ding der Unmöglichkeit. Der Artikel 2 des russisch- chinesischen Vertrages vom März 1902 sei maßgeblich für Rußland, und dieses werde sich an dem festen Entschlusse, seine mandschurischen Interessen jederzeit mit Waffengewalt zu verteidigen, durch nichts irre machen lassen. Und als ob man zeigen wolle, daß es Ernst sei mit diesen Entschlüssen, formiert man schleunigst für Ostsibirien zwei Brigaden, die aus je einer Kompagnie in Kriegsstärke von 46 russischen Infanterie- Divisionen gebildet werden. Es ist also allmählich eine recht stattliche Macht geworden, die für Rußland da hinten am stillen Ozean die Wacht hält. Zahlen sprechen die deutlichste Sprache: 50 000 Mann aller Waffen, darunter 18 Batterien in der eigentlichen Mandschurei; 110 000 Mann an den Verbindungslinien zwischen Port Arthur und dem Amur, rund 90 000 in Port Arthur und Talienwan. Um Port Arthur sind 30 Forts errichtet, 50 andere Forts sind im Bau, und alle Gipfel des Gebietes sind befestigt. Ferner sind in Port Arthur ständig 40 Kriegsschiffe, und 40 andere liegen unter Dampf in Talienwan. Und für den 15. Oktober wird weiter die Ankunft von 3 Schlachtschiffen, 2 Kreuzern und 4 Torpedobootszerstörern in den chinesischen Gewässern gemeldet... Es ist wohl faum zufällig, daß jetzt im selben Augenblicke, wo diese Daten bekannt werden und das Pronunciamento durch die Presse seinen Weg macht, von London aus, angeblich auf Grund von Nachrichten aus Tokio, alle friegerischen Absichten Japansentschieden bestritten werden. Und es klingt einigermaßen ſeltsam, wenn dann im gleichen Zusammenhange, damit man das ja nicht mißverstehe, versichert wird, daß Japan natürlich, wie stets, in Bereitschaft sei. Indessen beginnt Rußland sich in der Mandschurei schon als sorgender Hausvater zu fühlen. Der Statthalter berät mit einer Kommission die notwendigen organisatorischen Maßnahmen und hat ein Programm von acht Paragraphen ausgearbeitet, das die Gesichtspunkte enthält, unter denen die Mandschurei russisch gemacht werden soll. Viel Bureaukratismus herrscht darin nicht, und eben daraus erhellt, wie schnell sich das Zarenreich in die gewaltsame ,, Civilisierung" im Sinne des englischen Gebrauchs eingearbeitet hat. Die Politik. Wie wir erfahren, wird der Reichstag kaum vor dem 6. Dezember einberufen werden. Man begründet das in einschlägigen Kreisen damit, daß keine dringende Veranlassung vorläge, ihn früher einzuberufen. Dann aber sei auch heute die Frage noch nicht geflärt, wann nun eigentlich der neue Reichstag im Vollbesize seiner Rechte wäre, da vielfach ſtaatsrechtliche Vertrauensleute an dem Standpunkte festhielten, daß der 98er Reichstag noch bis zum 5. Dezember in Kraft sei. A zu der auf dem Hamburger Frauenkongreß mit besonderer Lebhaftigkeit diskutierten Frage der Mutterschaftsversicherung hat jetzt auch der frühere Präsident des Reichsversicherungsamtes Wirkt. Geh. Oberregierungsrat Dr. Bödiker das Wort genommen. Er erklärte die Forderungen der Frauenrechtlerinnen für undurchführbar und uferlos. Wollte man selbst den gemäßigtesten von den in Hamburg gemachten Vorschlägen afzeptieren, würde das 85 bis 90 Millionen Mark jährlich kosten. Außerdem aber, meint Dr. Bödiker, wäre zur Zeit die Frage der Witwenund Waisenversorgung eine viel dringendere. Man sollte die Lösung dieses wichtigsten Problems nicht durch Forderungen utopistischer Art gefährden! Herr Dr. Bödiker spricht damit nur aus, was alle Einsichtigen angesichts der Hamburger Erörterungen fühlen müssen. Eine außerordentlich stark besuchte sozialdemokratische Parteiversammlung in München, an der auch v. Vollmar teilnahm, faßte eine Resolution, in der in sehr deutlichen Worten der Mißstimmung darüber Ausdruck gegeben wird, daß auf dem Dresdener Parteitag statt ersprießlicher Arbeit nur persönliche Gehässigkeiten zum Austrag gekommen wären. Kein Genosse" habe das Recht, sich über eine ganze Parteigenossenschaft das Richteramt anzumaßen. Bei der Frühstückstafel im Schönbrunner Schlosse anläßlich des Besuchs des russischen Zaren bei Kaiser Franz Fieberschauer. Er haßte ihn wie ein giftiges Reptil, er hätte ihn niederschlagen mögen wie ein bojes, wildes Tier, In dieser Verfassung fand ihn sein Onkel. fchlägt, die arglose, friedliche Geschöpfe bedrohen. schonungslos, unbarmherzig, wie man tolle Bestien niederSechzehntes apitel. 31itande zurück, gefunden var. schreibung äußerst schwierig ist. er den imitand, daß endlich ein Ausmeg aus seiner Qual Vurenin blicb in eine: dessen BeDas gab ihm eine perhältnismigßige Rube Vor allen Dingen empfand ,, Nein, Razor. es ist noch nicht alles," bestätigte Palamède Ja, was fehlt denn noch?" fragte Barbou. Was denn?" fuhr Liona fort und schob mit einem Faustschlage ihren Sut aurecht eine Feder aus, die er mit Wohlbehagen zu zerbeißen beprächtigen Gutturalton aus elch schöne Modulation!" rief die Tragödin. gann. Der Kakadu stieß einen herzzerreißenden Ton, einen dumpfen, Ach. Josef sind die üblichen Trinksprüche geredet worden. Ver Toast des alten österreichischen Kaisers ist recht warm gehalten gewesen. Er sprach von der Herzlichkeit" des gegenseitigen Verhältnisses, die schon wiederholt„ wohltätige Wirkungen" ausgeübt habe, von der vollkommenen Uebereinstimmung" insbesondere auch in Bezug auf den Balkan, wo die gemeinsame Aktion im Interesse des europäischen Friedens durchgeführt werde. Der Kaiser trank auf das Wohl seines lieben und treuen Freundes". Der Toast des Zaren gab diese Freundschaftsausdrücke zurück und schloß mit dem Trintspruch auf meinen lieben und verehrten Freund". Natürlich haben es sich die slavischen Sozialdemokraten Wiens bei dieser Gelegenheit nicht nehmen lassen, gegen den Zaren und für die russische Arbeiterschaft zu demonstrieren. Ein ebenso unschuldiges wie billiges Vergnügen! Nach Barabas' beschwichtigender Erklärung im ungarischen Abgeordnetenhause haben Graf Andrassy und Desider Perczel ihre beleidigenden Aeußerungen zurückgenommen. Damit ist die Affäre beigelegt, und Europa darf wieder ruhig sein. Die Krisis selbst besteht natürlich in alter Schärfe weiter. Da man nicht weiß, was geschehen wird, geht Frau Fama geschäftig um. Etliche munkeln, der König werde in Person nach Budapest zu seinen lieben Ungarn kommen und ihnen einen Ministerpräsidenten als Cadeau mitbringen; bielleicht Apponyi, vielleicht auch Szell; auch Andrassy wäre möglich, und Weckerle ist nicht ausgeschlossen. Neuerdings wird von Wien aus die Nachricht verbreitet, daß dort in nächster Zeit König Victor Emanuel von Italien und der König der Belgier bei Kaiser Franz Josef zum Besuch eintreffen würden. Diese Meldung ist mit Vorsicht zu genießen. Käme der König von Italien wirklich, so ließe das auf eine Verständigung des österreichischen Kaisers mit dem Vatikan schließen, die erfreuliche Ausblicke • auf die friedliche Politik des neuen Papstes eröffnen würde. Würde König Leopold in der Hofburg empfangen werden, so würde das eine Aussöhnung zwischen den beiden Herrschern bedeuten, die bekanntlich seit der Wiedervermählung der Kronprinzessin Stefanie jeden Verkehr abgebrochen hatten. Die wiederholten vergeblichen Versuche König Leopolds, eine Einigung zu erzielen, wäre also endlich von Erfolg begleitet gewesen. Die abgegangenen englischen Minister fühlen das Bedürfnis, die Gründe für ihre Demission zu veröffentlichen. So der Finanzminister Ritchie und der Staatssekretär für Indien, Lord Hamilton. Der letztere erklärt noch besonders, daß er völlig unabhängig von Chamberlain demissioniert habe. Jedenfalls geht aus den Erklärungen zur Evidenz hervor, daß Balfour die Demission Chamberlains in dem denkwürdigen Ministerrate in der Tasche hatte, sie aber nicht mitteilte. Eine Tatsache, die unerhört ist. Chamberlain füllt indessen seine neugewonnene Zeit damit aus, weiterhin seine fiskalischen Ideen publizistisch zu berbreiten, so jezt in einer besonderen Broschüre, die ein englisches Blatt aus Zeitungsartikeln zusammengestellt hat. Die Oppositionspresse macht sich lustig darüber, daß Chamberlain das in 400 000 Exemplaren gedruckte Flugblatt in billigen Briefumschlägen deutschen Fabrikats versenden läßt. In Serbien, wo die Fusion der beiden radikalen Fraktionen gute Fortschritte macht und das gemeinſame" Ministerium Gruitsch so gut wie gesichert ist, bereitete man dem scheidenden Kabinett Avakumowitsch die letzte Ehre durch ein Hofdiner im Konak- eine Institution, um die das Land zu beneiden ist. Zum Ueberflusse erklärt jezt auch der spanische Ministerpräsident Villaverde, daß das angebliche Abkommen zwischen Frankreich, England, Italien und Spanien über die marokkanische Frage nicht eriſtiere. Auch der Kaid Maclean, ein Schotte, der seit Jahren der Vertraute des Sultans ist, und sich zur Zeit in London aufhält, beſtätigte das einem Interviewer gegenüber. Er meinte, Frankreich stüße den Sultan nur moralisch( und die Anleihe? D. Red.), und betonte, daß dieser vollständig Herr der Situation wäre und große Reformen plane, die er zum Segen seines Landes unbedingt durchführen würde. Insonderheit handelt es sich dabei um die Einfeßung einer regelrechten Regierung und Steuerreform, ein Gebiet, das durch die Willkürherrschaft der Kaids seither völlig im Argen lag. Der Prätendent sei nur noch von verschwindend wenig Anhängern umgeben und hätte als Machtfaktor völlig ausgespielt. Fez sei vollständig ruhig und werde seit der Statuierung der lezten Erempel nicht die geringste Lust haben, dem Sultan Schwierigkeiten zu bereiten. Hof und Gesellschaft. Die Kaiserin ist von Grünholz über Plön nach Potsdam zurückgekehrt. Prinz Adalbert, sowie dessen neuer militärischer Begleiter Freiherr v. Schimmelmann begleitete fie. 4 Vom Jagdbesuch des Zaren in Mürzsteg wird gemeldet, daß die gestrige erste Sagd auf Gemsen bei prachtvollem Wetter erfolgreich verlief. Die Absperrungsmaßregeln in Mürzsteg sind äußerst streng. Verschiedene Vorwißige, die sich zu dicht an den kaiserlichen Jagdwagen heranzudrängen versuchten, wurden verhaftet. Heer und flotte. Deutsche Studienreise rumänischer Artillerieoffiziere. Eine Kommission rumänischer Artillerieoffiziere unter Führung des Generals Koanda vom Kriegsministerium ist nach Deutschland abgereist, um dort die neuesten Fortschritte auf dem Gebiet des Artilleriewesens, insbesondere das Kruppsche System für die Umwandlung des deutschen Feldgeschützes in ein Rohrrücklaufgeschütz, zu studieren. Nab und fern. Zur Eröffnung der Ostseefähre Warnemünde- Gjedser ist noch nachzutragen, daß die Fahrt zwischen den beiden Orten hin und zurück vortrefflich verlief und die Vorzüge des neuen Beförderungsmittels ins beste Licht setzte. Der greise dänische König, der sehr frisch aussah, begrüßte in Gjedser die deutschen Gäste aufs herzlichste. In der geschmackvoll hergerichteten Fährenhalle fand ein prächtiges Frühstück statt. Der König erklärte, nachdem er die Bedeutung der neuen Linie stark hervorgehoben und hoch und niedrig, die zum Gelingen des großen Werkes beigetragen, in warmen Worten erwähnt hatte, die neue Verbindung für eröffnet. Großherzog Friedrich Franz brachte ein warm und tief empfundenes Hoch für König Christian aus. Nach dem Kaffee gingen die fürstlichen Herrschaften mit Gefolge an Bord der dänischen Fähre" Prinz Christian" und segelten bei strahlendem Sonnenschein unter Kanonenſalut und den Hurrarufen einer zahlreichen Menschenmenge, begleitet von der Königsjacht„ Danebrog", der Kreuzerkorvette„ Geyser" und der Fähre Friedrich Franz", die alle, wie auch die Stadt Gjedser, reichen dänischen und mecklenburgischen Flaggenschmud trugen, nach Warnemünde, wo die Anlagen besichtigt wurden. Ein Sonderzug führte darauf die Feſtteilnehmer nach Rostock, wo der Großherzog ein Prunkmahl gab, bei dem die beiden Fürsten in längeren Reden die handelspolitische Bedeutung der neuen Fähre hervorhoben und auf die enge Verbindung zwischen beiden Ländern toasteten. Gestern besuchten der Großherzog, Prinz Heinrich der Niederlande und Herzog Adolf Friedrich die Rostocker Neptunwerft. Um 12 Uhr mittags fand im großherzoglichen Palais Frühstück zu 25 Gedecken statt, an welchem außer den mecklenburgischen Herrschaften der König und der Kronprinz von Dänemark und die dänischen Fürstlichkeiten nebst Gefolge teilnahmen. Um 1½ Uhr ging der ,, Danebrog" wieder in See. Die vierten Bataillone in Frankreich sollten nach Blättermeldungen vom 1. Oktober an aufgehoben werden. Demgegenüber erklärt das Militärfachblatt France militaire", daß in den Regimentern der Armeekorps der Ostgrenze die vierten Bataillone vollständig aufrecht erhalten bleiben. Es werden nur 68 Kompagnieen der bisher noch nicht vollständig formierten vierten Bataillone vom 1. Oktober an aufgehoben werden. Aus dem Gerichtsfaal. § Im zweiten Laurahütter Wahlkrawall wurden der Hauptangeflagte Gumy zu 6 Jahren Zuchthaus, 6 Jahren Ehrberlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, der zweite Hauptangeklagte Graitzaret zu 5 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, die übrigen Angeklagten zu zwei bis vier Jahren Gefängnis und entsprechenden Nebenstrafen verurteilt. Die Belästigung des Kaisers durch Bittsteller hat jetzt auch in Rominten Eingang gefunden. Trotz der umfangreichsten Absperrungsmaßnahmen, durch welche das kaiserliche Jagdrevier während der Anwesenheit des Monarchen daselbst von der Außenwelt isoliert wird, gelang es dieser Tage einigen Bittstellern doch, ihre Gesuche dem Kaiser persönlich zu überreichen. So gelang dies unter anderen auch einer Frau P. aus Königsberg i. Pr. Die Dame hatte sich der Begrüßungsschar vor dem Kinderheim in Rominten angeschlossen, und als der Monarch nach erfolgter Besichtigung dieser sozialpolitischen Schöpfung nach dem Jagdschlosse zurückkehren wollte, eilte die Dame plötzlich auf den Kaiser zu und hielt ihm ein großes Schriftstück entgegen. Der Monarch nahm dasselbe dankend entgegen und übergab es jeinem Flügeladjutanten, Major v. Friedeburg, worauf er den Oberhofmarschall Grafen zu Eulenburg beauftragte, für die Beruhigung der höchst aufgeregten Bittstellerin Sorge zu tragen. Auch der Hegemeister Schulze aus Zirke bei Bojen hatte das Glück, dem Kaiser persönlich eine Bittschrift überreichen zu können, und zwar gelegentlich eines Spazierganges des Monarchen im Jagdrevier. Der Kaiser fragte leutselig nach dem Inhalt der Schrift und erfuhr, daß des Hegemeisters Sohn, ein junger Forstbeflissener, infolge einer leichten Verstümmelung des linken Zeigefingers bei der Gestellung zum Heeresdienst als dienstunbrauchbar zurückgewiesen und zur Disposition der Ersatzbehörden gestellt worden sei. Der Kaiser versprach, sein möglichstes tim zu wollen und anzuordnen, daß der junge Mann probeweise in eine Truppe eingestellt werde. Ein mysteriöses Liebesdrama hat sich in Hamburg ab. gespielt. In einem dortigen Hotel wurde ein junger Mann mit einer schweren Schußwunde in der Brust aufgefunden. Im Hospital weigerte er sich, seinen richtigen Namen anzugeben. Er gestand, daß er mit seiner Braut nach Hamburg gefonummen sei, um dort gemeinsam in den Tod zu gehen. Seine Braut habe sich ertränkt. Wo dies geschehen ist und wie die Unglückliche hieß, meigert er sich ebenfalls anzugehen. Eine gefährliche Diebesbande wurde zu Paris im Keller eines dem Verleger des„ Rappel" gehörenden Hauses entdeckt und festgenommen. Sie waren alle mit Messern und Revolvern bewaffnet. In ihren Wohnungen fand man mehr als 3000 Francs bares Geld und gestohlene Waren in großen Mengen. Das Haupt der Bande, ein gewisser Hoornaher, genannt Morbec, erklärte, daß er und seine Freunde in den letzten Wochen 23 000 Fr. gestohlen hätten. Mit Stolz gab er an, der„ Adjutant" des„ berühmten" Einbrechers Bicot de Montparno" gewesen zu sein. Die Mitglieder der Vande hatten sich gegenseitig durch einen besonderen Vertrag zu gemeinsamer Arbeit" verpflichtet. Ein Paragraph verbietet bei Strafe bis zu 5000 Francs das Ausplaudern von Geschäftsgeheimnissen", speziell der Art der Arbeit“, auch Freunden gegenüber. * Der Sungertos zweier Dentscher in London macht in der dortigen deutschen Kolonie trauriges Aufsehen. Der eine, namens Franz Tiefenbacher, war ein Mann von 60 Jahren, der früher gute Tage gesehen hatte und in Caratter und bi alle gebildeten un §Mit dem Hamburg reiche Verwandte besitzt. Der andere, ein pieder jagdbar. [ Die feindlichen Brüder".] Der Pariser„ Matin" macht in einem längeren Artikel auf die bekannte Tatsache aufmerksam, daß im deutschen Heere sich eine ganze Menge von Trägern französischer Adelsnamen befinden, die von protestantischen Refugiésfamilien stammen. Der„ Matin" beklagt bitter, daß die Aufhebung des Edifts von Nantes diese tapferen Soldaten ihrem heimischen Boden abspenſtig gemacht habe. Bei dieser Gelegenheit erzählt er ein eigenartiges Abenteuer, das dem französischen General de CoLomb im Januar 1871 passierte. Der General hatte sein Hauptquartier im Schloß Fouillour, in der Nähe des Lagers von Conlie. Eines Tages bringen ihm seine Plänkler zwei Männer, die sie gefangen genommen hatten. Es sind zwei preußische Husaren, und einer von ihnen spricht sehr gut Französisch. Der General forscht sie, wie es im Kriege Brauch ist, aus, um aus ihnen irgend welche Mitteilungen von Wichtigkeit herauszulocken. Als sie das Schloß verlassen, sagt der Gebildetere von den beiden zu den Soldaten, die ihn wegführen:" Es ist doch merkwürdig, wie Euer General unserem ähnlich ist! Wie heißt er denn?" Schneider namens Schwarz, war vor zwei Jahren nach London gekommen, um Arbeit zu suchen. Der Vorsitzende der Leichenschaukommission bezeichnete Schwarz als eins der bielen Opfer der„ kontinentalen Illusion, daß es leicht sei, in London Arbeit zu erhalten". A Die Hundertjahrfeier der Stadt Chikago wird in dieser Woche festlich begangen. Prinz Heinrich von Preußen über. mittelte telegraphisch seinen Glückwunsch und seinen Dant + Bichm marttberight batte dar Verbreitung d immerhin noch ein 90-100 Alb und 400 Schwein befonders aber in für die an ihn ergangene Einladung. Bürgermeister Harri. Umfaz nur zu er son sprach umgehend telegraphisch den Dank der Stadt für haft aus den be die Aufmerksamkeit des Prinzen aus. Der Anfang der Markt in Gießer General de Colomb." Was! Unserer heißt ja auch so!" Man erzählt das dem Kommandierenden, der sofort die Gefangenen zurückrufen läßt. Sie bestätigen ihre Angaben. Ihr Chef ist in der Tat der General de Colomb, oder vielmehr von Colomb, Abkömmling eines Ur- Großonkels des französischen Generals; dieser Ur- Großonkel hieß Henri de Colomb und hatte unter Louis XIV. Frankreich verlassen, um sich zuerst in Dänemark, dann in Deutschland niederzulassen. Nach dem Friedensschlusse schrieb der französische General an seinen Vetter von Colomb, der ihm sofort antwortete. Es entspann sich ein freundlicher Briefwechsel zwischen den beiden Feinden von ehedem, und der Franzose erfuhr, daß das deutsche Heer nicht weniger als fieben Offiziere seines Namens zählte. unterbleiben. D het mische Landra halte der Vorm Stadt soll ein Fort gewesen sein, das die Truppen der Verben, aber aud einigten Staaten im Jahre 1803 bauten. Unter allen Städten der Welt steht Chikago jeßt, in Bezug auf Bevölke rung und Reichtum an vierter Stelle, und es hat eine größere Verschiedenheit der Rassen aufzuweisen als jede Deutsche, 125 000 Polen, 100 000 Schweden und viele Angehörige anderer Nationalitäten in kleinerer Anzahl. andere Stadt. Zu seinen Einwohnern gehören 500 000 wanig vorhanden die am Markt wa Der Kälbermarkt Bunte Chronik. Den Beschluß der Ulmer Generalver. Frontfurt, auch d sammlung des Evangelischen Bundes bildete nach einem Festmahl, an dem nahezu 500 Personen teilnahmen, ein Gesangsgottesdienst im Münster; viele tausende Personen waren bei demselben anwesend. Im Anschluß hieran fand eine glänzende Beleuchtung des Münsters statt. - Der Budapester Kutscherausstand ist durch Einigung mit den Arbeitgebern beendet. 87 Kutscher, die die Polizei angegriffen hatten, wurden verhaftet. An der spanischen Küste kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen den Fischern von San Sebastian und Bermeo; zwölf Personen wurden schwer verwundet. Lokales. Gießen, 2. Oftober 1003. ** Der Großherzog hat am 30. September dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen Friz Zimmer mann den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. * * * * Erledigte Stellen. Die Stelle des Oberförsters der Oberförsterei Münster, Beerfelden und Dornberg. Ernannt wurden die Lehramtsatzessisten Heinr. Michel zu Friedberg, Otfried Prätorius zu Friedberg, Dr. Joh. Schröder zu Gießen, Dr. Reinh. Strecker zu Buzbach, Wilhelm Wagner zu Lauterbach und Ludwig Weisbart zu Laubach zu Lehramtsassessoren. ** Betreffs der Friedhofsweihe in Gießen Sonntag nachm. 4 Uhr, machen wir darauf aufmerksam, daß der diensttuende Geistliche, sowie die beiden Kirchenchorschulen, auch die Mitglieder des Kirchenvorstands und der Gemeindevertretung an der Treppe, die zur Sakristei der Friedhofsfapelle führt, Aufstellung nehmen werden. die Preise für qu matt war einig Gdpeinen war lohnend für die mellend und trag Dual. Mt. 340Fettoiehpreise ar Slachtgewicht Rimber I. Sorte Preise für Kälbe ** Auf dem Kreuz und in den angrenzenden Straßen herrschte heute Vormittag großer Wassermangel. Das Wasserrohr auf den Kreuz wurde verlegt und darum war es nötig, daß auf einige Stunden das Hauptrohr für diese Strecke abgestellt werden mußte. Hierbei bemerken wir gegenüber unseren verehrl. Abonnenten, daß die vom Städt. Gas- und Wasserwerk erlassene diesbezügliche Bekanntmachung durch Versehen in der Druckerei gestern nicht zur Publikation gelangte. * * Der Winterfahrplan für den diesseitigen Direktionsbezirk liegt der heutigen Nummer bei. ** Dem Bericht der letzten Sitzung der Handelsfammer in Wiesbaden entnehmen wir: In der Frage betr. Erbauung einer Eisenbahn von Wezlar nach Usingen spricht sich die Kammer für die Linie Wetzlar- Brandoberndorf- Ufingen anstatt der Linie Wezlar- Butzbach- Brandoberndorf- Unsingen aus. Da die Entscheidung des Ministers noch aussteht, hofft sie auf Berücksichtigung dieses Wunsches. *** Nächsten Sonntag, den 4. Oftober, findet vorm. 1/211 Uhr in Gießen im Saale des Café Leib die feierliche Ueberreichung der Meisterbriefe an diejenigen Handwerker statt, welche sich in diesem Jahre der Meisterprüfung unterzogen und bestanden haben. Aus ganz Oberhessen werben sich die Beteiligten einfinden und dem feierlichen Akte beiwohnen. *. Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht David Kraft aus Angersbach wegen Unterschlagung, Kaufmann Friedrich Max Witte aus Hannover wegen Betrugs und Andreas Rausch aus Romrod wegen Strafvollstreckung vom Großh. Staatsanwalt und Großh. Amtsgericht Gießen. ** Stadttheater Gießen. Nochmals sei in letzter Stunde auf die heutige Premiere von Stobigers liebenswürdigem Lustspiel Lieselott" mit Frl. Hohl in der Titelrolle hingewiesen. Am Sonntag geht zum ersten Male Der blinde Passagier", Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg, in Szene. Der Verfasser von„ Im weißen Rößl" hat mit dieser Novität wieder ein Stück geschaffen, daß überall einen durchschlagenden Heiterfeitserfolg erzielt hat, schon durch das orginelle Milieu. Sorte Mt. 65gewicht. Behand Bare Mt. 850Tiere Mf. 675nidt geräumt. N d. 38. ** Lollar welches anfänglic in llegter Stunde abgesagt wurde, tag ben 4. Ofto Turnfache sind konzert statt. Bellersh Soiree Fly und Slade. Das bekannte Künstlerpaar Fly und Slade, das mit seinen hochinteressanten, fast an das Unmögliche grenzenden geheimnisvollen Demon strationen schon in früheren Jahren in Berlin in Kroll's Theater in 40 Borstellungen mit außerordentlichem Erfolge auftrat, tommt nach mehrjähriger Abwesenheit wieder nach Frankfurt a. M. und wird Gelgenheit nehmen auch in Gießen am 8. Oktober im Neuen Saalbau"( Steins Garten) etne e in malige Vorstellung mit sensationellen Neuheiten auf dem Gebiete des Dikultismus, Sonnambulismus, psychologischer Studien veranstalten. Es set jedoch schon heute ganz ausdrücklich bemerkt, daß es sich bei Fly und Slade's eleganten Soireén nicht um solche Darbietungen handelt, wobei Personen in einen willenlosen Zustand vers sezt werden, also feine Experimente auf dem Gebiete der Sypnose oder Suggestion, sie haben vielmehr ihren eigenen de Bierhändler fallen. Die St gehommen; der Bunde in die F der Tätern. § Trais Ho Tagen Wafferma genommene Waffe Ulrichstei infolge des gün Berlauf, als der Der borgeftrige gut befahren Bett hoch und gut gewordene Preisstufe. Be marft war übe frage übertraf. Bite bezahlte 50 ME., und er die weniger im bis 100 ME. Aus d Dampfbasaltw bes Jahres be Farub, der bei wonnen wird, laffen. Der Bosphorsäure o beabsichtigt um genannten zu fönnen. ** Aus d Dr. Borggr ve berg einen fap De Zwetschene † Marbur rbon Caffe bischen hier tigten Arbeiter ** Linder gibt es besonder Dingeldein in inen von 115 begehen Se. G Lacie zu < Erbach Fodzeit. 25 jähriges Am geftr annschaft& gegenwärtigen nur im Beisei fagen wir uns an allen Begebe der Schumann finb ja auf's en Der offizie in der Turnha hatte sich das Einladung nbon mat Charakter und bieten eine hochinteressante Unterhaltung für alle gebildeten und intelligenten Kreise. Puffehen. in Mann hatte und t andere, Jahren Der Vorsik arz als eins Bes leidt je o wird in Preußen i no feinen ermeister S t der Stadt Der Anfang ruppen der Unter a ug auf Beb nd es hat e eisen als hören 5000 und viele Anzahl. ner General ahmen, ein nach einem ende Perfor uß hieran fo durch Einigu Statt. die die Poli einem blutig San Sebai er verwunde § Mit dem 1. Oktober ist in Hessen der Dachs wieder jagdbar. + Viehmarktbericht. Der dieswöchentliche Viehmarktbericht hatte in Anbetracht der von der Behörde wegen der Verbreitung der Viehseuche geübten Vorsichtsmaßregeln immerhin noch einen bedeutenden Auftrieb. Es standen et wa 90-100 Rühe, 120-150 Stück Gangbieh, 250 Kälber und 400 Schweine zum Verkauf. Der Handel in Rindvich, besonders aber in Milchtieren war sehr flau und war ein Umsatz nur zu erzielen bei weichenden Preisen. Die Kundschaft aus den beiden preußischen Bezirken, auf welche der Markt in Gießen nun einmal rechnet, war diesmal ausgeblieben, aber auch die Zufuhr von Ware von dorther mußte unterbleiben. Der Milchviehmarkt wies diesmal nur unsere heimische Landrassen auf, die wenigen schwarzbunten Tiere hatte der Vormarkt bereits untergebracht. Fettvieh war wenig vorhanden und war es den hiesigen Rindemeßgern, die am Markt waren, nicht möglich, ihren Bedarf zu decken. Der Kälbermarkt dagegen war überaus gut, weil außer Frankfurt, auch die Badepläße starken Bedarf hatten, so daß die Preise für gute Ware sich erhöhten. Auch der Gangvieh marft war einigermaßen befriedigend. Der Handel in Schweinen war wegen des nur fleinen Auftriebes recht lohnend für die Verkäufer. Es wurden verkauft Kühe frischmellend und tragend pro Stüd I. Qual. Mt. 430-470, II. Qual. Mt. 340-380, III. Qual. Mt. 250-300. Die Fettpiehpreise am Plot stellen sich augenblicklich pro Ctr. Schlachtgewicht Ochsen Mt. 73-75, Stiere Mt. 70-72, Rinder I. Sorte Mt. 68-70, II. Sorte Mt. 66-67. Die Preise für Kälber stellten sich I. Sorte Mt. 72-76, II. Sorte Mt. 65-70, III. Sorte 58-62 pro Ctr. Schlachtgewicht. Behandelt wurde das Paar Fahrochsen in schwerer Ware Mt. 850-900, mittlere Ware Mt. 775-825, leichtere Tiere Mf. 675-750. Der Vorrat an Milchkühen wurde Oftober 10 nicht geräumt. Nächste Markttag am 20. und 21. Oftober September& d. J8. Frig Bimme erteilt. Stelle des Oh atzeffiften se Friedberg, nh. Streder und Lude n und Dornb n Gießen So er ffam, daß d chorschulen, aud er Gemeinden der Friedho wenigstens aeantwortert. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 17. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 4. Oftober. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Die Kinderkirche der Matthäusgemeinde wird Sonntag, den 11. Oftober, wieder ihren Anfang nehmen. Die Vorbereitung wird Samstag, den 10. Oft., nachm. 3 Uhr, im Konfirmandensaal gehalten werden. Der Konfirmandenunterricht beginnt für die Matthäusgemeinde am Montag, den 12. Oktober, und wird Montags und Donnerstags für die Knaben von 3 bis 4 Uhr, für die Mädchen von 4 bis 5 Uhr gehalten werden. Die Anmeldungen dazu werden Mittwoch, den 7., und Donnerstag, 8. Oktober, jedesmal vormittags von 11-1 Uhr und nachm. von 4-6 Uhr im Pfarrhause entgegengenommen. Die feierliche Eröffnung des Konfir mandenunterrichts findet Sonntag, den 11. Oft., im Anschluß an den Hauptgottesdienst statt. Es werden dazu besonders die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden eingeladen. Betreffs des Konfirmandenunterrichts für die Markusgemeinde werden später Mitteilungen gemacht werden. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde: Pfarrer Euler. Danffeft. An diesem Tage nach allen Gottesdiensten Am nächsten Sonntag, den 11. Ditober, Erntebesondere Sammlung für die Ärmen. amtes, der Stadt und mehrere Stadtverordnete erschienen| nicht ein, sonst hätte es auf ein Schreiben des Vorsitzenden waren. Wenn man das Corps in seiner jezigen Beschaffen heit und Größe so vor sich sah und dann aus dem Mund des Herrn Polizeiamtmann He chler vernahm, daß bis zum 1. Oktober 1878, dem Tage der Neuformation, in Gießen nur 8 Polizeidtener und einige Nachipolizisten angestellt waren, so mußte man sich sagen, daß die Stadt Gießen sich doch so nach und nach aus fleinen Verhältnissen herausgemausert hat; gegenwärtig zählt das Corps außer dem Großh. Polizeiamtmann 1 Wachtmeister, 26 Schußleute und 5 Nachtschutzleute. Von den alten Beamten wurden damals am 1. Oftober 1878 6 Schußleute mit übernommen und zwar die Polizeidiener Rühl, Henn, Gemm cker, Mulch, Bärn und Klingelmeier. Die neue Schußmannschaft erhielt die Stärke von 1 Wachtmeister und 14 Mann. Herr Polzetamtmann Hechler beleuchtete noch weit eingehender die Verhältnisse von früher im Gegensaß zu den heutigen, insbesondere gedachte er seiner Vorgänger, der verst. Polizeiräte Nover und Fresenius, die in den 70er Jahren eben nach erfolgter Beschlußfassung der Stadtvertretung und der Genehmigung seitens der Regierung das Polizeiw sen Gießens reformierten. Des Weiteren jei hier rühmend erwähnt, daß in den nunmehr 25 Jahren Dienstüberschreit ungen, Uebergriffe von Polizisten oder grobe Verschulden der Beamten- wie das des öfteren in anderen Städten vorgekommen ist nicht zu verzeichnen sind; geziemend und ihrer Aufgabe bewußt hat die Schußmannschaft sich verhalten. Es gratulierte hierauf Herr Provinzialdirektor Dr. Breidert der Schußmannschaft in seiner befannt fautseligen freundlichen Art zu ihrem Jubiläum und überreichte den drei Jubilaren: Waitmeister Kaspar, Arresthausaufseher Göbel und Kriminalschußmann Pfeffer die denselben von Se Königl. Hoheit dem Großherzog verliehenen Ordensauszeichnungen. Es erhielt Wachtmeister Kaspar das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und die Schußleute Göbel und Pfeffer das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: Für langjährige treue Dienste. Herr Oberamtsrichter Gebhard, dem in seinem Amte speziell die Polizeianzeigen zukommen, hob hervor, daß er sich in seiner langen Amtstätigkeit nicht erinnern könnte, daß fahrlässige Anzeigen aus der Schußmannschaft heraus bei Gerichtsverhandlungen vorgelegen hätten. Herr Oberstaatsanwalt Theobald gedachte der Kriminalpolizei, die mit großer Umsicht bisher gearbeitet habe und Herr Oberbürgermeister Me cum stellte das gute Einvernehmen, das zwischen der Bürgerschaft und den Polizeibeamten bestehe, mit seiner Rede in den Vordergrund. Den drei Jubilaren überreichte er namens der Stadt größere Geldgeschenke. Zum Schluß des offiziellen Teiles dankte Herr Wachtmeister Kaspar namens der Schußmann schaft für die ihr zu Teil gewordenen Ehrungen und Anerkennungen von berufener Seite, dankte auch namens der Jubilare für die Ordenkauszeichnungen und die Gratifitationen und gab die Versicherung ab, daß das Corps auch fernerhin zum Schuß und zur Sicherheit der Bürgerschaft sich berufen fühlt. Den jüngeren Polizisten legte er Pflicht und Schuldigkeit besonders an's Herz und brachte dann auf den Landesfürsten ein dreifaches Hoch aus. Es erfolgte gleich anschließend eine photographische Aufnahme der gesamten Schutzmannschaft mit dem Chef und dem ganzen Bureaupersonal. Am Abend fand im Cafe Ebel privater Weise für die dienstfreien Beamten und deren Familien ein Bierabend statt, wozu auch erschien waren die Herren Provinzialdirektor Dr. Breidert, Regierungsrat Dr. Wagner und Polizeiamtmann Hechler. Alle drei Herren nahmen hier nochmals Gelegenheit der Polizei in Worten das zu geben, was sie verdient: Lob und Anerkennung. Herr Provinzialdirektor Dr. Breidert brachte auf Se. Königl. Hoheit unseren Großherzog das Hoch aus. Nicht unerwähnt sollen bleiben die durch Herrn Regierungsrat Dr. Wagner hervorgehobenen Verdienste der Schußmannsfrauen, die, kommt der Mann einmal mißmutig nach Hause, wieder alles glä ten muß. Große Heiterfeit brachte ein vom Herrn Gerichtsvollzieher Geißler- Seligenstadt verfaßtes Gedicht. Noch lange blieb man kameradschaftlichst beieinander, bis die Stunde der Pflicht rufte und das Jubiläumsfest zur Vergangenheit hinübergeleitet wurde; nicht aber die Erinnerung an die dabei verlebten frohen Stunden. ** Lollar Das Abturnen des hiesigen Turnvereins, welches anfänglich am vergangenen Sonntag stattfinden sollte, in letzter Stunde aber wegen einer firchlichen Feierlichkeit abgesagt wurde, findet nunmehr be stimmt nächsten Sonntag, den 4. Oktober statt. Alle Freunde und Gönner der Turnfache sind willkommen. Am Abend findet Tanz und Konzert statt. Bellersheim, 1. Oft. Vorgestern wurde der Kutscher des Bierhändlers Angenmüller auf offener Landstraße überfallen. Die Straßenräuber waren aber an den Unrechten gekommen; der Kutscher jagte mit einem Revolverschuß die Bande in die Flucht. Die Gendarmen fahnden eifrig noch Den Tätern. § Trais Horloff, 2. Dft. Hier herrscht in den letzten enden" Sk Tagen Wassermangel; hoffentlich wird die in Aussicht Termangel genommene Wasserleituna bald begonnen. egt und daru Hauptrohr fi ei bemerken wi die vom Städt Bekanntmachung zur Publikation bei. den diesseitige der Hande In der Fra on Weblo für die Li Der Linie W us. Da N t, hofft fie a r, findet vom eib die feierli e an diejenign re der Meite lus ganz Obr und dem feir tedbrilib us Angerabad Mar Witte au aus Romrod teanwalt und 18 fei in leptur Digers lieben in der Titel m ersten Male lumenthal un „ Im weiß Stud gefo itserfolg er Das befan Ulrichstein, 1. Okt. Unser Michaelimarkt nahm infolge des günstigen Wetters einen ungleich besseren Verlauf, als der vorausgegangene verregnete Jakobimarkt. Der vorgestrige Rindvlehmarkt war verhältnismäßig gut befahren Die Preise sind für das Kindvieh zur Zeit hoch und die durch das prächtige Wetter noch recht gut gewordene Grummeternte befestigt die seitherige Preisstufe. Begehrt war fettes Vieh. Der Schweinemarkt war überfahren, so daß das Angebot die NachFrage übertraf. Für das Paar Jungschweine dritter Büte bezahlte man bis zu 40 Mk, zweiter Güte bis zu 50 Mt., und erster bis 60 und 65 Mt. Einlegeschweine, die weniger im Angebot standen, kosteten per Paar 90 bis 100 Mt. und 100 bis 120 Mr. (:) Aus dem Ohmthal. Herr Canizer, Besitzer des Dampfbasaltwerkes bei Niederofleiden, hat im Laufe des Jahres verschiedene Dungversuche mit dem BasaltStaub, der bei der Klopfmaschine als Nebenprodukt gewonnen wird, auf den verschiedensten Bodenarten machen Laffen. Der Staub enthält nämlich mehrere Prozent Phosphorsäure. Sollten diese Versuche Erfolg haben, so beabsichtigt er eine besondere Kugelmühle anzuleger, um genannten Staub in größeren Mengen herrstellen zu fönnen. ** Aus dem Hinterland, 1. Oktober. Oberforstmeister Dr. Borggreve- Wiesbaden erlegte in der Nähe von BattenBerg einen fapitalen Hirsch, einen ungeraden Zwölfer. Die Zwetschenernte fält in diesem Jahre vorzüglich aus. Marburg, 1. Oft. Der Schnellzug, der um 11.33 Uhr von Cassel hier eintrifft, überfuhr am Mittwoch zwischen her und Kölbe einen auf dem Geleise beschäf= tigten Arbeiter. Er war sofo t tot. ** Lindenfels i. D., 1. Oftober. In diesem Jahre gibt es besonders große Kürbisse. Der Landwirt Johannes Dingeldein in Untern- Ostern zog einen von 98 und sogar einen von 115 Pfund. < Erbach i. O., 2. Oft. Am 8. Oktober d. Js. begehen Se. Erl. Graf Arthur und Ihre Durchl. Gräfin Marie zu Erbach- Erbach das Fest der Silbernen Hochzeit. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. K. Gießen, 2. Oktober 1903. Am Mittwoch verhandelte das Schwurgericht unter Ausschluß der Deffentlichkeit gegen den vorbestraften 21 Jahre alten Tagelöhner Wilh. Merle aus Angen rod wegen Sittlichkeitsverbrechen aus§ 176, Abs. 1. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, ebenso das Vorliegen mildernder Umstände, worauf der Gerichtshof auf eine Gefängnisstrafe von 22 Jahre erkannte. Der Staatsanwalt hatte 3 Jahre beantragt. Donnerstag verhandelte das Schwurgericht gegen den 30 Jahre alten Tagelöhner Joh. Heinr. Möckel von Langenhain wegen Brandstiftung. Der wegen desselben Verbrechens bereits zwei Mal vorbestrafte Angeklagte war geständig in der Nacht vom 19. zum 20. Juni d. I. zu Gießen die an der Rodheimerstraße gelegene - odintereffants 25 jähriges Jubiläum der Gießener Sus Scheune des Dekonomen Schwan angezündet zu haben, so Bbollen Demon erlin in Arol lichem Erfol it wieber no mannschaft. - Am gestrigen Tage- 1. Oftober feierte die Schutzmannschaft Gießer, das 25 jährige Bestehen ihrer noch hmen auch gegenwärtigen Formation. Fand die Jubiläumsfeier auch ationellen Magen wir uns doch: die Bürgerschaft nimmt regen Anteil bau"( Stein onnambulismul et jebodh fho bei Fly un Darbietunge Buftand be m Gebiete der r ihren eigenen nur im Beisein eines kleineren geladenen Kreises statt, so an allen Begebenheiten und Veränderungen, welche innerhalb der Schußmannschaft sich vollziehen; denn beide Körperschaften find ja auf's engste verwachsen. Der offizielle feierliche Aft fand am Vormittag 11 Uhr in der Turnhalle der höheren Mädchenschule statt. Dort hatte sich das gesamte Corps mit seinem Chef gestellt, wozu auf Einladung die Spißen der Provinzialdirektion, des Kreisdaß dieselbe vollständig niederbrannte. In der Verhandlung erklärten Medizinalrat Kreisarzt Dr. Haberkorn in Uebereinstimmung mit dem Assistenzarzt der Psychiatrischen Klinik Dr. Daßemann, daß der Angeklagte geistig vollkommen gesund sei. Nachdem die Geschworenen die Schuldfrage bejaht, wurde der Angeklagte zu einer Zuchthausstrafe von 8 Jahren, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren verurteilt und auf Zulassung von Polizeiaufsicht erkannt. Briefkasten. B. in Lollar. In Turnerkreisen wird diese Leistung viel belacht. Das Blatt sieht seinen Reinfall aber noch Am Ernte- Dankfest beginnen die Abendgottesdienste und zwar um 5 Uhr. Die Anmeldung der Konfirmanden der Lukasgemeinde und der Militärgemeinde wird Mittwoch, den 7. und Donnerstag, den 8. Oktober, Vorm. von 11-1 Uhr und nachmittags von 3-6 Uhr in der Wohnung des Pfarrers, Alicestraße 13 erbeten. Die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts findet Sonntag, den 11. Oftober im Anschluß an den Abendgottesdienst statt. Pfarrer Euler. Die Anmeldungen der Konfirmanden aus der Johannesgemeinde wolle man vornehmen von Montag, den 5. Oftober bis Freitag, den 9. Oktober, am sichersten vorm. bis 10 Uhr und nachm. von 2-4 Uhr, oder auch abends. Die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts für die Johannesgemeinde findet statt am Sonntag, den 11. Oftober, im Anschluß an den Vormittagsgottesdienst. Pfarrer Dr. Naumann. Für die Anmeldung zur Konfirmation für sämtliche Kinder haben wir besondere Formulare drucken lassen, die wir bei den Schuldienern in Empfang zu nehmen und zur Anmeldung mitzubringen bitten. Nachmittags 4 Uhr, Weihe des neuen Friedhofs. Um 3 Uhr wird mit den Glocken beider Kirchen geläutet werden. Nachmittags um Katholische Gemeinde. Samstag, den 3. Oktober. 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Von 5 bis 10 Uhr wird ein fremder Priester Beicht hören. Sonntag, den 4. Oftober( 17. Sonntag nach Pfingsten.) Rosenkranz fest. " Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Gemeinschaftliche hl. Kommunion des kath. faufmännischen und fath. Gesellenvereins. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9½ Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21 Uhr: Christenlehre; darauf Rosentranz- Andacht mit Segen. An den Werktagen ist Abends um halb 7 Uhr Roſenfranz- Andacht mit SegenMethodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag, 6 Oktober, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 30. Dftober, abends 8 Uhr: Bibelstunde. Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil bin@lein: Mr bas Sotale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermant Brad u Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Die Tuchfabrit von Paul Oswald Koppe in Cottbus hat der heutigen Nummer eine Extrabeilage beilegen lassen; es sei hiermit noch darauf hingewiesen. Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Eine Drahtzange, Expedition. saft noch neu ge funden auf dem Kreuzplatz. Abzu= holen bei Weißbinder Dürr, Aktienbrauerei. Schlachthaus. Schweinefleisch 50 Pfg. Heute. Stadt- Theater Giessen. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 4. Oftober 1903. I. Sonntag Abonnements- Vorstellung. Novität. Novität. Mit vollständig neuer Ausstattung. Der blinde Passagier. Lustspiel in 3 Atten von Oskar Blumenthal und G. Kadelburg. Curnverein Collar. Das Abturnen des hiesigen Turnvereins findet Sonntag, den 4. Oktober mit folgendem Programm statt: Von morgens 9 Uhr ab Vereinswetturnen, nachmittags 2 Uhr Photographische Aufnahme des gesamten Vereins, von 4 Uhr ab Stabübungen, Schauturnen, währenddessen Konzert und später Tanz. Abends turnerische Aufführungen bei bengalischem Feuerwerk. Gasthaus zum Löwen. Samstag Abend: Spansau. Wer weise, wählt Sturmvogel, das ist der Name eines modern gebauten, hocheleganten, unverwüstlichen und billigen Rades. Nähmaschinen in vorzüglicher Konstruktion. Unsere Preisliste ist hochinteressant und lesenswert. Deutsche Fahrradwerke ,, Sturmvogel" Qebr. Grüttner, Berlin- Halensee 103. 3. Hessisch- Thüringische Staats- Lotterie 3. Ziehung 1. Klasse bereits am 11. und 12. November 1903. 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Pr. v. 50 000] 518 29432 71 688 30238[ 400] 411[ 400] 519 662 81 914[ 400] 31425 518 611[ 400] 56 32070 348 33020 550 34360 625 722 35168 414 74[ 400] 797 953[ 400 u. e. Pr. v. 25000] 36589 772 850 37083 192 416 563 38416 591 837[ 400] 915 39713 846 40274 41295 538[ 1000 u. e. Pr. v. 50 000] 845 42180 924 43628 910 44678 712 36[ 1000] 49 81 876 46573 840[ 400] 47324 48212 519[ 40 000] 76 49018 381[ 400] 50566 902 51157 52194 302 508 630 919 53288[ 2000] 455[ 1000 a. e. Pr. v. 50 000] 538 627 899 54035[ 400 u. e. Pr. v. 25 000] 121 272[ 400] 844[ 1000] 64134 55058 213 993 56170 382 576 860 57347 58386[ 400] 952[ 400 u. e. Pr. v. 25 0001 59770 942[ 400] 99 60382 513[ 1000], 61885[ 400] 62144 245 723 63018 468 629 89 65196 638 735 66284 833 67561[ 400] 68161 351 419 966 69008 37 108 520 786 70385 974 71663 72928[ 2000] 33 73151 509 638 932 74033 338 737 875 75651 846( 400 u. e. Pr. v. 25 000] 996 76068 198 579 81 620 724 77081 350 432[ 400] 84 78179 289 487[ 1000 u. e. Pr. v. 50 000] 518 837 949 99[ 400] 80199 81276 630[ 400] 790[ 400] 927[ 400] 66[ 400 u. e. Pr. v. 25 000] 82097 188[ 400] 674[ 1000] 83158[ 2000] 501[ 2000 u. e. Pr. V. 100 000] 763 84001 107[ 400] 78[ 400] 379[ 400 u. e. Pr. v. 25000] 495 509[ 400] 638 763 85093 131 214 81 478[ 1000] 691 871 86605[ 400] 775 87868 88566 707 817 89130 312 90070 681 949 91529 98 815 57 92125 872 93788 95284 763[ 400] 808 96448 600 97205 430 684 869 98160 556 82 99 142[ 400] 46 809 staatl. Konz. Haupt- Kollefteur der Heff. Thüring.( Mitteld.) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. Neuen- Bäue 11. Gießen. Großer Ste nweg 10. Eine Ladentheke abzugeben. Gießen, Asterweg 57. Zu vermieten Die durch den Wegzug des Herrn Pfarrer Scheunemann leer gewordene Wohnung Aliceftraße 12 unterer Stod, 8 Zimmer mit allem Zubehör, ist sofort anderweitig zu vermieten. Anfragen wolle man richten an Herrn Pfarrer Euler, Al cestraße 13, oder an den Besitzer des Hauses Herrn Adami. Gießen, Südanlage 19. 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Die Bildung der Schöffengerichte und Schwur gerichte. - Die Urliste für die Schöffen und Geschworenem Itegt eine Woche lang und zwar von Freitag, den 2. bis einschließlich Freitag, den 9. Oktober d. J. auf dem Bürgermeisterei- Bureau Zimmer Nr. 15 zu Jedermanns Einsicht offen. Innerhalb jener Offen legungsfrist fann gegen die Richtigkeit und Vollständig. feit der Urliste schriftlich oder zu Protokoll des Bürger meisters Einsprache erhoben werden, Gießen, den 30. September 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Die ärztliche Behandlung der Stadtarmen. Herr Privatdozent Dr. Volhard ist von der Reise wieder zurück. Gießen, den 29. September 1903. Armenamt Gießen. J. V.: Curschmann. ente frie Frankfurter Bratwürstchen Bratwürstchen in beannta Heute geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Güte Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Gicken. Selter& weg. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen In den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Yebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie seklemmung, Bolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt i. dwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folge schlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und ines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mt. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, Wehlar, Fro hausen, raunfels, Bukbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenSuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Bad- Hauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefret. Mindestquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Kräuterwein. Hubert Ullrich, schen Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Bestardteile sind: Malagawein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Ebereschensaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerif. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kolmnuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man Wir beehren uns, hiermit ergebenst mitzuteilen, daß wir mit dem heutigen Tage die Vertretung unserer Firma durch Herrn Max Weißbäcker aufgehoben haben. Frankfurt a. M., den 30. Septbr. 1903. Simens& Halske Aktiengesellschaft Techn. Bureau Frankfurt. a. M. 3u fahnden. Auf das entstand nun cin Sandand vornehme Sizilianerin, die seinen Bewerbungen fein Gehörs öffentlich 8 indem er ihr unter suströmte, diesen Auftrag zum Vorwande, um eine feljöne Gefdrei Der i um dort nad AUS FERNEN 231 Freitag, den 2. Oftober ische Familienz 1903.