Nr. 152. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs.. m's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Grattobeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Sassenban, forte bie Gießener Getfenblasen( wöchentlich). Das Blatt richeint an allen Merttagen nagmitag6. Donnerstag, den 2. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang InsertionOpret 0 Die eineltige Betttzelle far Cießen wi gang Oberheffen, die Kreise Wehlar und Barburg 10 fs. fonit 15 Pfg.: Reklamen die Betitzeile 30 resp. 40 g. Bostzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Expedition: Gießen Regenweg 38. Ferusprechanlaf As, 868. Neuelle Nachrichten ( Gichener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. 5555555 Unser Standpunkt: Jedem das Seine; wird auch im neuen tartal das Leitmotiv unserer Zeitung bleiben. Die sozialpolitischen Verhältnisse unserer Tage fordern heute mehr denn je, die Politik von höheren Gesichtspunkten aus zu betrachten und sich über die Parteien zu stellen. Das arbeitende Volk will mitreden im Rat der Völker. Wir achten eines jeden Meinung und politische Gesinnung, ohne uns zu dessen Nichter zu machen. Wer einwandsfrei, ohne politische Färbung unterrichtet sein will, der lese die hier einzige parteilose Zeitung, die täglich mit Unterhaltungs- Beilage erscheinenden Gießener Neueste Nachrichten. Alles wissenswerte und interessante wird zur Kenntnis unserer Leser gebracht. LandWir veröffentlichen sämtliche Bekanntmach ungen der Gießener Behörden, der Provinzialdirektion, des Kreisamtes, mehrerer Bürgermeistereien und sonstigen Staatsbehörden. Noch fortwährend werden von unseren Boten und in der Cxpedition, Neuenweg 28 Bestellungen unter Nachlieferung der erschienenen Nummern entgegengenommen. Kriegsauschten zwischen Der Verlag. Bulgarien und der Türkei. R. K. Vor einigen Tagen hat der bulgarische Premier minister General Petrow sich dem Korrespondenten eines englischen Blattes gegenüber außerordentlich ernst über die Lage auf den Balfan ausgesprochen. Der General erklärte, der Sultan sowohl wie die bulgarische Regierung seien zwar gegen den Krieg, aber troßdem sei die augenblick. liche Lage schlimmer als jemals seit dem Ausbruch der Mazedenischen Unruhen im Frühjahr. Die Gefangenen in Saloniki habe die Pforte zwar entlassen, dafür aber 400 neue Verhaftungen vorgenommen. Die türkischen Grausamkeiten dauerten an und aus dem Vilajet Adrianopel seien 2 bis 3000 Flüchtlinge eingetroffen. Die Türken sollen die Absicht haben, die Banden auszuhungern und zu dem Zweck, ohne Rücksicht auf das Geschick der Dorfbewohner, die Ernten zu beschlagnahmen. Ihr Ziel wäre die vollständige Vernichtung des bulgarischen Elements in Macedonien. Der Fanatismus der muhamedanischen Bevölkerung werde geschürt, und hohe Beamte unterstützten die Kriegslust. General Petrow beschrieb weiter die Truppenbe. wegungen an der Grenze als beunruhigend. Während die Bulgaren nur 8 Bataillone an der Grenze stehen hätten, sei die Zahl der türkischen Bataillone auf 30 angewachsen. Man könne jeden Augenblick die Nachricht erwarten, daß die Türken eine bulgarische Grenzstadt, beispielsweise Küstendiel, besetzt hätten. Aus diesem Grunde habe die Regierung den Beschluß gefaßt, die bulgarischen Grenztruppen ebenfalls auf 30 Bataillone zu bringen. Die Großmächte würden durch ein Rundschreiben von der Veranlassung zu diesem Schritte benachrichtigt werden. Eine Anfrage bei der Pforte, weshalb die militärischen Bewegungen an der Grenze stattfänden, sei ausweichend beantwortet worden. So unangenehm für Bulgarien auch eine Mobilmachung jetzt vor der Ernte sein würde, und so groß die Schwierigkeiten einer nachherigen Demobilisierung auch wären, so habe man doch sich genötigt gesehen, alles für eine Mobilmachung vorzubereiten. Der bulgarische General sprach sich ziemlich verächtlich über die türkische Armeeorganisation aus. Eine Mobilmachung dieser Armee werde mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen, und selbst dann sei die türkische Armee megen Mangels an Eisenbahnzügen ziemlich bewegungsunfähig. Bulgarien könne dagegen sofort 250 000 Mann mobil machen, die fast alle mit dem Mannlicher- Gewehr aus. gerüstet seien. Der Bestand an Munition lasse vielleicht zu wünschen übrig, aber man habe immerhin 500 Patronen pro Gewehr und 300 Granaten pro Geschütz zur Verfügung. Ein Eingreifen von Seiten Serbiens oder Rumä niens ist nach Ansicht des Generals Petrow im Falle eines Krieges nicht zu fürchten. Jedenfalls habe die Türkei von einem Kriege mit Bulgarien mehr zu befürchten als zu hoffen. Nachstehend die inzwischen eingegangenen Meldungen über die Lage: Von amtlicher türkischer Seite wird berichtet: Bulgarien hat neuerdings bezüglich der letzten Grenzverfälle von der Pforte freundschaftliche Aufklärungen verlangt, welche sich jedoch verzögerten, da der Kriegsminister genaue Berichte abwartet. Nach Angaben der Pforte wurden die Grenzposten in Göktepe infolge eines Zusammenstoßes zwischen türkischen und bulgarischen Truppen durch ein Bataillon verstärkt, welches den Grenztruppen entnom men wurde. Der Zusammenstoß ist durch Bulgaren hervor gerufen, welche die türkische Grenze überschreiten und einen Mazedonier erschossen hatten. Aus Sofia fommt folgende amtliche Meldung: Tas Gerücht von der Mobilisierung einer Division ist vollkommen unbegründet. Es ist in böswilliger Absicht verbreitet wor den. Infolge der wachsenden Einwanderung von Flücht lingen aus der Türkei, welche die Gemüter aufgeregt und Anlaß zur Bildung aufständischer Banden gegeben hat, die die Grenze zu überschreiten versuchen beabsichtigt die Re gierung, eine Anzahl Reservisten aus den an der Grenze gelegenen Ortschaften zur Verstärkung der Grenzposten einzuberufen. Aus Mazedonien wird gemeldet: Glaubwürdigen Nachrichten zufolge haben die mazedonischen Comitees feines wvegs ihre Absicht aufgegeben, in diesem Jahre noch eine allgemeine Erhebung zu veranstalten. Sie erklären, daß Waffen- und Munitionsvorräte in genügender Menge vor handen und in den Bergen versteckt sind. Zur gelegenen Zeit werde jedes Dorf seinen Anteil daran erhalten. Aufrufe zur Beteiligung am Aufstand werden überall verteilt. Die Mehrzahl der Häupter des Aufstandes möchte die Erhebung noch bis nach der Ernte hinausschieben. Die Bewohner der mazedonischen Dörfer und des Vilajets Adrianopel sind in verzweifelter Erregung, und man glaubt, daß sie gern dem Ruf zu den Waffen Folge leisten werden. Die Wohnungsfürforge. C. B. Den preußischen Regierungspräsidenten ist bekannt lich ein Gesetzentwurf betr. die Wohnungsfürsorge zur Be gutachtung und beschleunigten Behandlung zugegangen; es geht daraus hervor, daß in Erfüllung der leßten Thronred der nächste Landtag mit der Lösung der Wohnungsfrage be faßt werden soll. Es scheint aber, daß der neue Entwur diese Lösung nicht bringen wird, denn trotzdem wie ein rote Faden stets die Redewendung wiederkehrt, daß man de Boden- und Wohnungsspekulation amtlich entgegentreten wolle, ist in dem Entwurf doch eigentlich nichts weiter ent halten, als eine Verschärfung der sozialhygienischen Vor schriften in den Bauordnungen. Vor allem soll die Genehmigung für tief geschnitten Baublocks eingeschränkt werden, um den Bau von licht- uni luftlosen Hinter- und Quergebäuden zu verhüten. Ferne sollen die Baulustigen mehr als seither zu Straßenanlagen und zur Anlegung von Spiel- und Schmuckplägen verpflichte werden, und schließlich wird sogar die äußere Ausstattung des Hauses bestimmten baupolizeilichen Vorschriften unterworfen. Andererseits werden den gemeinnüßigen Bauunternehmunger besondere Begünstigungen durch Straßenzüge u. dergl. zu gesichert. Eine sehr einschneidende Maßregel ist die Zonencinteilung des Bebauungsgeländes, bezw. die Klassifikation des Bau grundes nach seiner Berwendbarkeit. In der einen Zon dürfen nur Prunkgebäude, in der anderen nur Mietshäuser und in wieder einer anderen etwa nur gewerbliche Anlagen errichtet werden. Durch diese Zonenbegrenzung will man gewisse Gebiete der Bodenspekulation entziehen; aber es is doch fraglich, ob durch diese Begrenzung nicht gerade au dem abgeteilten Gebiete Bodenwertspekulationen herbeigeführt werden. Es ist ja leider der Zug der Zeit, daß- we nigstens an den größeren Plätzen die Wohnungen nich gebaut werden, um bewohnt, sondern um verkauft zu werden, mit anderen Worten, nicht das Bedürfnis, sondern die Bauspekulation regelt die Bautätigkeit; die Häuser sind förmlich zu einer Ware geworden. Die Wirkung davon zeigt sich namentlich in den Großstädten. Eine Familie im Osten von Berlin bot f. 3. ihren Grundbesitz für billiges Geld aus und einer der Erben behielt sein Erbteil. Er ist im Laufe einer Generation, ohne einen Finger zu rühren, durch die von der Preisspekulation herbeigeführte Steigerung des Grund stückswertes mühelos ein Millionär geworden. Die Ein wohnerschaft von Berlin hat alljährlich etliche Millionen Mark an Zinsen für Grundstückszinsen aufzubringen. Da ist eine effektive Tributpflicht des arbeitenden Volkes gegen über dem mobilen Kapital, aber dagegen gibt es eigentlic feine andere Abhilfe als die soziale Wohnungspolitik ent weder durch die privaten Gesellschaften, oder durch die Gemeinden und Gemeindeverbände oder den Staat. Die Ge meindepolitik wird von dem Maße des Interesses der Körper schaftsmitglieder an den Bodenwerten abhängen, für den Staat eignet sich eine spekulationsfeindliche Bodenpolitil nicht, weil sie zu sehr von örtlichen Verschiedenheiten abhängt. Jedenfalls wird der jetzige Gesezentwurf der Bauspekulation faum in fühlbarer Weise entgegentreten. Dagegen sind sehr erfreuliche gesundheitliche Wirkungen davon zu erwarten. namentlich wenn die für Städte über 100,000 Einwohner obligatorisch werdenden Wohnungsaussichtsämter ihre Schul. digkeit tun. Die politik. Reichstagswahl und Dynamit. In dem Dorfe Brzonsna( Kreis Rybnik) wurde gegen den Hauptlehrer Magura, der bei der Reichstagswahl eifrig gegen den polnischen Kandidaten Kowalczyk zu Felde gezogen war, ein Dynamicanschlag verübt. Mehrere bisher nicht ermittelte Bersonen warfen in Maguras Wohnung zwei Dynamitpatroner, weiche sosort explodierten. Ein Teil des Hauses wurde zerstört, die Mobel in den Zimmern sind zertrümmert. Von den Hausbewohnern fam glücklicherweise niemand zu Schaden. § 14 und Ministerfrise in Desterreich). Die Entwickelung der Dinge in Desterreich, die an dieser Stelle vorausgesagt wurde, ist eingetreten: der famose§ 11 ist wieder in Kraft. Auf Grund dieses Paragraphen ist durch kaiserliche Verordnung ein sechsmonatiges Budgetprovisorium defretiert worden. Das heißt, die Regierung fann mit den Staatseinnahmen auch ohne Genehmigung des Etats durch das Parlament nad) eigenem Ermessen wirtschaften. Aber trotz dieses Notbehelfs scheint das Kabinet doch vor den Schwierigkeiten der Lage zu erlahmen: Das Ministe rium v. Körber hat plöblich sein Rücktritts gesuch dem Kaiser Franz Josef unterbreitet. Nach einer Wiener Meldung hat der Ministerrat bereits am legten Freitag beschlossen, die Demission des gesamten Robinets zu geben. Der Kaiser hat sich seine Entscheidung vorbehalten; sie wird im Laufe dieser Woche erwartet. Die Ursache der Krise liegt angeblich in dem von dem neuen angarischen Ministerpräsidenten Grafen Khuen auf das Wiener Kabinet ausgeübten Druck wegen rascher Erledigung der Ausgleichsvorlagen durch den Reichsrat, die durch die tschechische Obstruktion verhindert wird. Kaiser Franz Josef dürfte dies Abschiedsgesuch des Ministeriums annehmen, aber den bisherigen Ministerpräsidenten Dr. v. Kör ber mit der Umbildung des Kabinets betrauen. Aus dem Kabinet werden nur der Kriegsminister v. Welsersheim und der Finanzminister Rezef ausscheiden; alle übrigen Minister bleiben, und an die Stelle der beiden Ausscheidenden dürften Männer aus den Reihen der Volksvertretung treten. Steuerkrawalle in England. Das neue englische Schulgesetz stößt, wie wir schon gemeldet, bei der Bevölkerung in Stadt und Land auf hartnädigen Widerstand. Die Schulsteuer, die es dem Bolke auferlegt, ist von sehr vielen nicht entrichtet worden. Infolgedessen haben die Behörden an vielen Orten auf die Eintreibung der Steuer schließlich verzichtet. An anderen Orten dagegen ist man mit Zwangsmaßregeln vorgegangen und hat bei den widerspenstigen Zahlern Pfändungen vorgenommen. In Hastings sollte nun dieser Tage eine Reihe solcher Pfandstücke öffentlich versteigert werden. Ein Auftionator war weder in Hastings noch in der Umgegend für den Verkauf zu haben, und man hatte einen fremden Auktionator besorgen müssen. Als dieser erschien, wurde er son einer heulenden, schreienden und ihn mit allerhe Wurfgeschossen bombardierenden Menge empfangen; er mußte sich schließlich durch die Fenſter eines Hinterhauses und durch Gärten zur Eisenbahn retten. Die Polizei tat zwar ihre Pflicht, stand aber im allgemeinen offenbar auf Seite der Steuerverweigerer. Nach diesem Vorfall wird die Regierung zu der Steuerfampagne wohl kaum mehr wie bisher beide Augen zudrücken. Draga und ihre Geschwister. migaro" wurden jetzt drei kurz vor der Belgrader Mordtat geschriebene Briefe der Geschwister Dragaš veröffentlicht. Der erste Brief rührt von Nikola Lunjewitsch aus Brüssel her und ist an Draga gerichtet: Nikola bittet seine Schwester, die er seine Königin nennt, um ihre Einwilligung zu seiner Heirat mit einer hübschen, aber armen Französin. Der zweite Brief, von der Hand der jüngeren Schwester Dragas, enthielt die Antwort auf diese Bitte Nifolas. Es heißt darin, daß Draga über Nikolas Heirats. absichten so zornig geworden sei, daß sie acht Tage frank gewesen sei. Nie werde Draga diese Heirat gestatten. Das lezte Schreiben endlich rührt von dem für die Thronfolge in Aussicht genommenen Nikodem Lunjewitsch her. Dieser macht darin Nikola die heftigsten Vorwürfe, weil er gesagt habe, Draga fürchte, daß seine Braut dem König gefallen könnte, seine Braut sei anständiger als Draga. Nikodem nennt Nikola infam und fordert ihn auf seinen Abschied zu nehmen. Nikola ging bald nach diesem Briefwechsel nach Belgrad und wurde dort gemeinsam mit Nikodem ermordet. Der Kommissar ging hinaus, glei varauf trat aus nachts verübt worden sein, die Nach seiner Ansicht mußte die Tat gegen zwei Uhr des Lebens war gänzlich ausgeoffnung auf Erhaltung die Verwundung zu Protokoll zu geben. dem Schlafzimmer der Arzt ein, um sein Gutachten über Ear Bermundet Gnde weit zur Resinnung Die Frage, ob noch einen Augenblick, bis ich den Haftbefehl ausgefertigt und verhaften Sie den Küfer Hammer; warten Sie nur Kommissar, eilen Sie in die Wohnung der Volkssängerin zu, die ich sogleich verhören werde; ich muß rasch zu greifen, damit mir die Schuldigen nicht entwischen. Herr ,, Sie und auch ihren Vater, vielleicht die Mutter dahabe. nach Hause gekommen sein! ternacht heimgekommen, das tet?" rief Elise ,,, was soll das alles bedeuten?" im Unterhaus sagten mir, Sie müßten erst gegen morgen der Beamte sich zu den Küfer. Sie sind erst nach MitWo waren Sie in der vergangenen Nacht?" wandte weiß ich bereits, die Leute cinem Scheven Brick ,, Dem Untersuchungsrichter? Meine Schwester verhaf ich" ormiderte Jaben umivunden. Lan alterer gromandaje egen in der Wohnstube steht jedes einzelne Möbel genau faMesser ausgeschnitten, die Decke ist abzunehmen und drin lang beim Schein der Thranlampe mit einem einzigen und Hausgerät und sein Pfarrhaus, das er da oben tigeVogelfedern, große Vogeleier und weiche Felle; Messer stände. Eiderdaunendecken und tunstvolle Lampenteller aus quf ieinem richtigen Blat. Und die Kirche mit allen hiert Auswärts verbreitete Meldungen von Finanz schwierigkeiten Ses werden von serbischer Seite als vollkommen erfunden bezeichnet. Deshalb hrauchen sie noch nicht unrichtig zu sein. Kurze politische Nachrichten. Der preußische Finanzminister Freiherr von Rhein. baben ist von seiner Amerikareise wieder in Deutschland eingetroffen. * Außer dem Rücktritt des bayerischen Finanzministers von Riedel wird jetzt auch der des Kriegsministers bon Asch als bevorstehend bezeichnet. Auch verlautet, der Minister des Inneren, Freiherr von Feilipsch werde zurücktreten. * Londoner offizielle Depeschen wissen von einer Niederlage des tollen Mullah, die ihm die Messynier beigebracht haben sollen, zu berichten. Aus dem Gerichtssaal. § Der Prozeß Terlinden wird zur Zeit in Duisburg ver handelt. Wie erinnerlich, hatte Terlinden, der aus seiner Fabrik von Patentstühlen und Kochherden mit Hilfe der Westdeutschen Bank in Düsseldorf und der Nationalbank eine Aktiengesellschaft gegründet hatte, nach Zusammenbruch des Unternehmens die Flucht nach Amerika ergriffen, wo er aber verhaftet und ausgeliefert wurde. Mit ihm zugleich ist sein früherer Prokurist Rosbadt angeklagt, auf den Terlinden die ganze Schuld am Zusammenbruch schiebt. Dieser habe ihm trok seines Drängens eine volle Aufklärung über den Stand der Geldangelegenheiten nicht gegeben; er habe das ihm geschenkte Vertrauen schließlich schnöde mißbraucht. Kosbadi habe Wenigmann, einen seiner( Terlindens) Feinde, Angaben über die Wechselzuschüsse gemacht und damit den Zu sammenbruch des Geschäftes herbeigeführt; Kosbadt und Wenigmann hätten ihn in letter Zeit systematisch betrogen. Diese Entdeckung habe ihn zur Flucht getrieben. Er habe nach Amerika nur ſein ehrlich erworbenes Geld mitgenom men. Terlinden beteuert dies unter Thränen. Kosbadi wieder erklärt die Angaben Terlindes für Lügen. § Die opulenten Diners der Pommernbank- Direktoren brachten eine humoristische Abwechslung in die Verhandlung Nachdem die Quittung über ein Diner bei Dressel, in wel cher die Rahl der verzehrten Austern, Sektflaschen, getrüffeltěr Puten u. 1. tv. genau angegeben war, berlesen worden fragt Justizrat Wronker: Ob es denn wirklich notwendig sei, hier die Einzelheiten der bei Dressel veranstalteten Esser borzuführen. Daß die Herren nicht Selterwasser und Schlack wurst verzehrt haben, sondern bei Dressel getrüffelte Pute und französischen oder deutschen Seft getrunken haben wer den, ist doch selbstverständlich. Es ist doch nur die Frage ob bei der Länge dieser Verhandlung es noch nötig ist, die Gänge solcher Diners hier noch vorzuführen, so erfrischend sie auch sonst sein mögen. Ich bedauere, daß wir in die Lage kommen, bei dieser ernſten Sache uns mit solchen Din gen aufzuhalten. Staatsanwalt Beeck: Ich behaupte, dak diese Diners von dem Gelde der Pommernbank bezahlt wor den sind und die Verwendung dieser Gelder zu solchen Zwecker unzulässig war. Justizrat Dr. Sello: Dann müssen wi aber doch auch bitten, daß die Mitschuldigen" an dieser Diners nicht einfach in die Versenkung verschwinden, son dern daß alle Vorstandsmitglieder, die an den Diners sehi fröhlich teilgenommen und in deren Veranstaltung nicht Böses gefunden haben, hier gehört werden. Es wurde dann unter anderem fonstatiert, daß die Herren Chefredakteu Christians, Banfier Schappach und Hofrat Linde an dieser „ geschäftlichen" Sitzungen engeren Anteil genommen hatten § Um eine Mark zum Brudermörder. In Berlin wurde der Steinträger Hermann Gutte aus Spandau wegen Kör perverlegung mit tötlichem Ausgange zu 6 Jahren Zucht haus verurteilt. Gutte hatte seinen Bruder um eine Marl gemahnt. Dieser meinte, daß er ihm das fragliche Darlehn bereits zurückgezahlt habe. Darüber kam es zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf der Angeklagte seinem Bruder ein Messer tief in den Unterleib stieß. Der Verlegte verschied am Tage darauf. § Graf Bücler wird sich wegen Beleidigung der Glogaurer Israeliten nochmals vor den Berliner Gerichten zu verantworten haben. Bekanntlich hatte Graf Pückler behauptet, die Glogauer Juden hätten ihn in der Schweiz vergiften lassen wollen. Das Reichsgericht hat das anfänglich freisprechende Urteil aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht II Berlin verwiesen. Dagegen hat das Reichsgericht die Revision des Grafen gegen jeine gleichzeitige Verurteilung wegen Beleidigung des Dr. Neumann in Glogau zu 300 Mark Geldstrafe und wegen Anreizung zu Gewalttätigkeiten in zwei Fällen zu 700 Mark Geldstrafe verworfen. Kleine Gerichts- Chronik. Der Lehrer Wilhelm Eryleben aus dem Dorfe Klein- Engernsen, wurde, weil er sein eigenes Schulhaus in Brand gesteckt hatte, nach zweitägiger Verhandlung vom Stendaler Schwurgericht zu zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Nab und fern. uch abzustatten. Von dort reist sie nach Cadinen weiter, wohin auch Prinz Oskar und August Wilhelm von Plön aus sich begeben werden. Eine Heldentat" bedenklicher Art vollführte in Rjasan ein russischer Hauptmann. Um 11 Uhr abends erschien er in angetrunkenen Zustande auf dem an der Haltestelle lie genden Passagierdampfer Katschkow", begann sofort mit den Passagieren und mit der Mannschaft Streit und wollte mit einem Säbel die Matrosen in Stücke zerbauen. Dann drang er in den Küchenraum ein, schlug den Koch zu Boden und wollte eben auf ihn einhauen, als die Matrosen ihn von rückwärts bei den Händen ergriffen und ihm die Waffe wegnahmen. Nach langer Ueberredung gelang es endlich, den Offizier zu bewegen, den Dampfer zu verlassen. Nach zwei Stunden, als bereits alles auf dem Dampfer sich zui Ruhe begeben hatte, wurden die Passagiere plötzlich durch Trommelschlag erweckt. In großer Aufregung eilten sie an Bord und sahen auf der Landungsbrücke eine Kompagnie Reservisten unter Führung des betrunkenen Hauptmanns stehen. Im selben Augenblicke kommandierte der Hauptmann: ,, Ladet und legt an!" Nach einer Minute ängstlicher Spannung erscholl das Kommando:„ Gebt Feuer!" Aber statt der erwarteten Schüsse hörte man nur das Aufschlagen der Gewehrschlösser. Die Soldaten hatten nämlich keine Patronen bei sich; nur infolge dieses Umstandes wurde ein großes Unheil abgewandt. Nach einigen Hin- und Her märschen am Ufer wollte der Offizier den ganzen Dampfer mit allen auf ihm befindlichen Leuten durch seine Soldaten in die Luft sprengen lassen und rief dadurch unter den Passagieren und dem Schiffspersonal eine schreckliche Panik hervor. Schließlich marschierte der rasende Held mit seinen Soldaten unter Trommelwirbel wieder in die Stadt zurück. Er wird sich wegen seines nächtlichen Kriegszuges demnächst vor dem Kriegsgericht zu verantworten haben. Die Kieler Woche hat eine ihrer größten Anziehungen verloren: Der Rest der amerikanischen Flotte ist dem Kreu zer Machias" nachgefolgt. Kurz vor der Abfahrt fand noc ein interessanter Wettkampf zwischen Deutschen und Ameri fanern im Kriegshafen statt, zu denen die Besagung des Kreuzers Chicago" die Deutschen herausgefordert hatte. Die Chicago" bemannte einen Stutter mit 14 Matrosen, die bisher als unbesiegbar galten und in allen fremden Häfen die Gegner glänzend besiegt hatten. Gestern unterlagen sie nad hartem Kampf gegen den Kutter des Linienschiffes„ Kaiser Wilhelm II." Die Deutschen errangen bei einer Bahnlänge von 4000 Meter einen Vorsprung von über 100 Meter. Das Ergebnis wurde dem Kaiser telegraphisch mitgeteilt. An Bord des Kaiser Wilhelm II." empfing man die Sieger mit lautem Jubel. Leider wurde diese. Siegesfreude durch einen betrübenden Vorfall gestört. Die Dampfpinassen des Kreuzers Viktoria Luise" und des Schulschiffes„ Moltke" kollidierten im Striegshafen gegenüber dem Admiralsgebäude. Beide erhielten ein schweres Leck und sanken sofort. Die Besagungen der Pinassen wurden gerettet. Der Meteor" des Kaisers wurde im Handicap von Eckernförde aus zum zweitenmal von der Nacht„ Hamburg" geschlagen. Die Kaiserin wird sich von Kiel aus, sobald der Kaiser seine Nordlandreise angetreten hat, nach Flensburg begeben, um ihrem dort garnisonierenden Regiment. Königin einen furzen BeEine Aussöhnung zwischen dem sächsischen kronprinzlichen Paare kündet cine Pariser Telegraphenagentur als nahe bevorstehend an. Prinzessin Luise würde ihren Aufenthalt in Schloß Ronno bald abbrechen und sich in Begleitung der Gräfin Saint- Victor nach Paris begeben, von wo aus die nötigen Schritte zur Aussöhnung mit dem Kronprinzen geschehen würden. Während ihres Aufenthaltes in Paris würde die Prinzessin bei der Madonna vom Heiligen Herzen Buße tun und Gnade suchen. Das einzige Hindernis einer völligen Versöhnung zwischen ihr und dem Kronprinzen sei nur König Georg von Sachsen. Schon wieder eine Eisenbahnkatastrophe.. Ein aus Antwerpen kommender Personenzug, der zahlreiche Kaufleute dieser Stadt mit sich führte, die sich zu dem hiesigen GetreideWochenmarkt begeben wollten, stieß auf dem Bahnhof von Schaerbeek, einem Vorort von Brüssel, mit einem aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Zuge zusammen. Zahlreiche Personen sind verlegt. Einzelheiten fehlen noch. Zu der furchtbaren Eisenbahnkatastrophe in Spanien wird gemeldet, daß bisher an der Unglücksstätte von San Asencio weitere 42 Tote und 69 Verlegte geborgen worden sind; etwa 50 Tote sollen sich noch unter den Trümmern befinden. Mehrere tausend Personenfreiwillige Helfer und abkomman dierte Soldaten sind unter dem Befehl von Offizieren unausgesetzt mit dem Fortschaffen der Trümmer des verunglückten Schnellzuges und der Bergung der Leichen im Betto des Najerilla- Flusses beschäftigt. Schwere Stücke der Wagen und der hinabgestürzten Maschinen werden mit Hilfe langer Drahttrossen, an denen hunderte von Menschen ziehen, zur Seite gerückt. Die große Hige dauert an; die Luft im ganzen Umkreis ist von den verwesenden Leichen verpestet. Die Hilfsmannschaften arbeiten mit Karbolwatte zwischen den Zähnen und in der Nase, und über dem Zeichenfelde schweben ganze Wolfen von Insekten. Die Regierung hat auf eine Interpellation in der Kammer und im Senat zugesagt, eine trenge Untersuchung vorzunehmen und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Aus Montreal wird von einem höchst eigentümlichen Unfall berichtet, der eventuell böse Folgen hätte haben können. Kurz nachdem der Ueberlandzug der Canadian Pacific Eisenbahn eine Station in Ontario berlassen hatte, fiel von einem überhängenden Felsen ein Steinblock herunter und schlug dem Lokomotivführer den Schädel ein. Der Zug fuhr etwa 20 Meilen weit, ehe man von dem Vorfall etwas bemerkte. Schließlich sah der Bremser im letzten Wagen bei einer Kurve den Lokomotivführer aus der Lokomotive heraushängen und brachte den führerlosen Zug zum Stehen. Ein schweres Verbrechen durch Wiener Dragoner iſt infolge eifriger Nachforschungen der Kriminalpolizei aufge deckt worden. Die drei dem 11. Dragoner- Regiment angehörigen Gemeinen Milos, Zlanal und Starjnik haben einen Arbeiter mit Namen Pecena, mit dem sie in Streit geraten waren, erst mit Säbelhieben schwer verletzt und dann über die Einfriedungsmauer der Stadtbahn geworfen, um ihn überfahren zu lassen und den Glauben zu erwecken, daß er das Opfer eines Unfalles geworden sei. Nun passierte bis zur Auffindung des tödtlich Verletzten fein Zug die Stelle: mur eine Verschubmaschine war Nachts abgelassen worden. Da Pecena nicht auf den Schienen, sondern nur nahe dem Geleise lag, wurde er nicht überfahren, sondern bloß aut Arme gestreift. Vecena starb bald nach seiner Auffindung im Hospital. schrockenen Schmuggler, indem sie einen stetten Nebenpfad hinaufrasten und so die Grenze überschritten. Lehrer und Schüler. Im Pariser Konservatorium fanden dieser Tage die üblichen Preisbewerbungen statt. Den Rompreis( für die beste Komposition) erhielt ein junger Mann namens Laparra, ein Schüler des bekannten Komponisten und Musikkritikers Faure. Als öffentlich angekündigt wurde, daß Laparra den ersten Preis erhalten habe, brach im Saale des Instituts ein stürmischer Beifall los. Nur Professor Faure, der Lehrer des preisgekrönten Komponisten, blieb ernst. Laparra eilte in seiner Freude auf ihn zu und streckte ihm die Hand entgegen, aber Faure wies ihn mit einem falten, trockenen Mein Herr!" zurück. Dann sagte er verächtlich: Sie sind ein großer Künstler, mein Herr, aber ein sehr schlecht erzogener Mensch!" Fast wäre es zwischen den beiden zu einer Prügelei gekommen; gemeinsame Freunde mußten sie mit Gewalt trennen. Faure hatte gehofft, daß sein Lieblingsschüler Ducasse den ersten Preis erhalten würde, daher sein Groll gegen Laparra. Während der Preisverteilung erregte Frau Diculafoy, eine reifere Dame, die sich durch ihre Forschungsreisen einen Namen gemacht hat, im Saale berechtigtes Aufsehen: sie war nämlich in einem hellgrauen Sommeranzug erschienen- wohlverstanden: in einem Männeranzug Ein Zirkuspferd im Zuschauerraum. Eine aufregende Szene ereignete sich zu Linz während der Eröffnungsvor siellung des Zirkus Schumann. Direktor Schumann führte ein Springpferd vor und dieses hatte bereits zweimal die Hürde genommen. Als es über diese zum dritten Mal hinwegsetzen sollte, wurde es plöglich stubig, hemmte fnapp ver der Hürde den Lauf, wendete den Kopf nach rückwärts und sprang dann aus der Manege mitten unter die entsetzten Zuschauer. Die Inhaber von Siten der ersten Reihe ergriffen nun die Flucht. Mehrere Damen fielen in Ohnmacht, eine erlitt einen schweren Schenkel- und Rippenbruch. Des übrigen Publikums hatte sich begreiflicherweise gleichfalls große Aufregung bemächtigt. Alles erhob sich von den Siken und einige eilten dem Ausgange zu. Die Erregung legte sich indessen bald wieder, als man das Pferd durch die Banfreihen in ruhigem Trabe wieder zur Manege zurück fehren sah. Nach einiger Zeit konnte die Vorstellung wieder fortgesetzt werden. Schmuggler im Automobil. In dem französischen Ort Hazabrouck an der belgischen Grenze sind in den letzten Tagen die Zollwächter übel dran: Gine fühne Schmugglerbande isi ihnen bereits zweimal in einem mit Kontrebande gefüllten Automobil in rasender Geschwindigkeit dicht an der Nase am hellen Tage vorbeigefahren. Schüsse, die hinterdrein gefeuert wurden, gingen fehl, und einen Strick, den die genannten Zollwächter das zweite Mal beim Nahen des Automobils schnell über die Straße zogen, umfuhren die uner[ Der große und der kleine Roon.] Gelegentlich des Stapellaufs des Kreuzers Roon" in Kiel waren die noch lebenden Söhne, eine Tochter, alle Schwiegerfinder und ein Enkelsohn des verewigten Feldmarschalls Grafen Roon auf kaiserliche Einladung zugegen. Zur selben Zeit werden zufällig Briefe des Feldmarschalls veröffentlicht, in denen er in humoristischer Weise seinem Freund v. Felgermann die Geburt seiner beiden ersten Söhne anzeigt. Ueber das erst zu erwartende Erscheinen seines ältesten Sohnes, des jeßigen Grafen von Roon, auf dieser Erde schreibt er am 19. Mai 1837: Ich habe viel Arbeit und bin ziemlich fleißig; eine zweite Auflage vom sogenannten„ großen Noon"( das bekannte größere geographische Werk) erscheint im Spätherbst; eine andere besorgt meine Frau schon Ende Juni. Gott gebe zu beiden seinen Segen." Und von der Geburt seines zweiten, am 4. Juli 1838 geborenen und nachmals als Hauptmann der Garde- Feldartillerie bei Sedan gefallenen Sohnes macht Roon dem Freunde folgende Mitteilung:„ Anbei erhalten Sie.... ferner die ohne mein Verschulden Ihnen bisher, wie es scheint, nicht zugegangene Nachricht von einer am 4. Juli erschienenen Miniaturausgabe des großen Roon"," deren Autorschaft ich indes unbedingt allein in Anspruch nehme, und die sich vor anderen Miniaturausgaben durch Lebendigkeit u. s. w. auszeichnet, aber nur in einem Eyemplar vorhanden ist, sodaß ich meine abwesenden Freunde über ihre Vortrefflichkeit im Dunkeln lassen muß. dürfte weniger der Fall sein mit den neuen Auflagen( respektive der 2. und 3.) vom großen und kleinen Roon, mit denen ich binnen kurzem die ganze Welt zu beglücken gedenke." Dies IDie österreichisch- ungarische Parität], die die Politiker vergebens anstreben, hat ein Spaßogel im Neuen Pester Journal" als seit langem schon existierend entdeckt. Ein Blic nach Desterreich- schreibt er ein Blick nach Ungarn! Und was bemerkt das staunende Auge? Im Anfang war der Anfangsbuchstabe." Es kam in Desterreich das Ministerium Auersperg, in Ungarn das Ministerium Andrassy. Und es fam in Desterreich das Ministerium Taaffe, in Ungarn das Ministerium Tißa. Und wieder ward ein neues Ministerium -in Desterreich das Ministerium Windischgrätz, in Ungarn das Ministerium Weferle. Und es kam Badeni, und es kam Banffy, und wieder war ein paritätisches Ministerium gebildet. Oft kam es zu Kämpfen zwischen zwei Anfangsbuchstabenfamilien, aber der eine Anfangsbuchstabe ruhte nicht früher, bis er nicht seinen Zwillingsbruder in Amt und Würden sah. In Oesterreich begrüßte man das Ministerium Körber. In Ungarn regierte Szell. Und der Buchstabe K zeigte voll Kummer auf S und der Buchstabe S zeigte voll Sorge auf K. Große Buchstabenkämpfe. Da plötzlich S war todt. Und es erhob sich die T- Gruppe und erhob Tißa auf ihren Schild. Große Buchstabenkämpfe. Da fiel der Blick der Buchstabenfamilie K auf Kroatien, da fiel ihr Blick auf Karl Khuen. Viktoria! Die Parität zwischen Desterreich und Ungarn war hergestellt. Die Buchstabenkrise fand am 27. v. M. ihr Ende. Friedlich und einträchtig regieren nebeneinander: K und K.. Das Testament der Selbstmörderin. In Massa di Carrara verübte die Witwe des Arztes Natali, eine geborene Berlinerin, deren Mädchenname Lucia Becker war, unter eigenartigen Umständen Selbstmord. Sie zündete in ihrem Schlafzimmer einen Haufen Kohlen an und beförderte sich so ins Jenseits. Auf dem Tische fand man außer Briefen, die die Selbstmörderin an ihre in Deutschland lebenden Verwandten gerichtet hatte, mehrere Familienbilder und Sienfiewiczs Quo Vadis?" Auf die letzte Seite des Romans und auf die Marmorplatte des Waschtisches hatte Frau Natali Becker ihr Testament geschrieben; sie bestimmte, daß ihre Leiche verbrannt und die Asche ins Meer geworfen wer den sollte, auch sollte Menotti Garibaldi von ihrem Tode in Kenntnis gesetzt werden. Ein furchtbares Grubenunglück hat sich zu Hanna im amerikanischen Staat Wyoming ereignet. Dort geriet eine der Union Pacific Coal Company gehörige Kohlengrube infolge einer Explosion in Brand. Der alle Zugänge versperrende Rauch erschwerte das Eindringen in das Innere der Grube, in der sich 200 Arbeiter befanden. Fünfundzwanzig con diesen sind, zumeist tot, geborgen worden; man fürchtet, daß die übrigen sämtlich umgekommen sind. Bunte Chronik. Ein fürchterliches Gewitter mit Hagel. schlag hat den Eifelkreis Montjoie heimgesucht. Die Feldfrüchte sind gebrochen, die Felder total vernichtet. -Unter dem Verdacht, an dem Attentat auf den BerlinMünchener Schnellzug beteiligt zu sein, wurde ein in Erlangen beheimateter Bursche verhaftet. Auf dem Hofe des Landwirts Becher in Soldatental ( Elsaß) wurde Abends Heu bei Laternenlicht abgeladen. Das Heu fing Feuer, und das ganze Gehöft ging in Flammen auf. Die siebzehnjährige Tochter Bechers sowie ein gleichalteriges Dienstmädchen sind verbrannt. - In Arad tötete ein Handwerksbursche, der von dem Wirtschaftsbefizer Szabo aus Mitleid beherbergt wurde, Nachts Szabo, dessen Frau und sechsjährigen Sohn und raubte dann einen kleinen Geldbetrag. Es gelang, den Mörder zu verhaften. Henrik Ibsen ist jetzt soweit wiederhergestellt, daß er bereits eine Ausfahrt unternehmen konnte. % off Nach dem 1902/03 bet A. D 1. Von Schl 2. Flei Bil 3. Bren и 4. Müh Safe 5. Petr In 1 Daher 1. Für gefal gefü 2. m ausg п ausg 3. 4. 5. An das A und F In 1902/0 Daher i Von dem Ei Die Vergütu 2 Daher in 19 * Seif tag, 3. Jul Stadt( Bentro Hessischen La *** An nat Juni p heimer, appro approb. Arzt ling, cand. c rer. nat. auß Medizinalrat jährigen Dof * Der weift im lauf Berlin 57 München 46 Leipzig 36 Bonn Freibg.i.8.19 Breslau 17 Halle a. 6.17 Seidelberg 16 24 Tübingen 15 Göttingen 14 Marburg 13 Münster 12 Würzburg 11 Straßburg 11 Gießen 10 Riel 10 Ronigsberg 9 Erlangen 9 8 Greifswald Roftod 5 * * Jena 828 Sum dienst der B bernehmen mi ung erlaffen: die Berechtigu zusuchen beabs zeugnis nicht Direttoren ang Lehrerprüfung Meine B Gießen, 30 pfad fanDen inger mpondigt brad) Nur iften, und mit jagte Herr, ce es meinbatte Breis hrend eifere Lokales. Gießen, ben 2. Juli 1903. ** Oftroi- Einkommen der Stadt Gießen. Nach dem Jahresbericht des Oktroi- Inspektors Mäser pro 1902/03 beträgt: A. Das Dftroi- Einkommen der Stadt Gießen. 1. Von Schlachtvieh 2. Fleisch, Fleischwaren und 34 " Wildpret Brennmaterialien Mühlenfabrikaten und 3. 4. 11 Hafer 5. Getränken " 1901/02 Mf. 37 439,12 7272,10 36 025,17 5644,83 33 316,11 119 697,43 117 682 23 2015,10 B. Rüdvergütungen. Summe In 1902/03 gingen ein Daher in 1902/03 weniger 1. Für gefallenes Vieh und aus23 4. 5. An das Militär, für Fleisch und Kohlen amen näm wohldes 2. " noch " 1 geführtes Fleisch 822,25 ausgeführtes Brennmaterial 600,33 3. ausgeführte Mühlenfabrikate nd ein n auj erden denen und Hafer Getränke 3 246,93 6 761,68 mann 2 686,62 14 117,81 r das , des t am C. Abschluß. zweite Von dem Einfomm n Die Vergütungen ab In 1902/03 119 697,33 14 117,81 Bleiben 105 579,52 104 069,60 1 509,92 annte eine be zu beiten, mann macht alten isher, r am angs ruhte Summa In 1902/03 wurden vergütet 13 612,63 Daher in 1902/03 weniger 505,18 Daher in 1902/03 weniger 申 1902/03 Mr. 35 738,62 6385,65 37 826,68 5014,57 32 716 71 117 682,23 942,71 720,52 Freiwillige ordnungsmäßig die Erteilung des Berechtigungsscheines zu beantragen. Dem Gesuche ist eine Bescheinigung des Seminardirektors dahin beizufügen, daß der Bewerber zur nächsten Lehrerprüfung zugelassen und das Befähigungszeugnis im Falle des Bestehens der Prüfung nachfolgen wird." Außerdem hat der Unterrichtsminister verfügt, daß die Anträge auf Erteilung des Berechtigungsscheines spätestens unmittelbar nach bestandener Püfung einzureichen sind, und daß verspätet eingereichte Gesuche von jetzt ab immer ablehnend beschieden werden. == Der Deutsche Verband Kaufmänn ischer Vereine hielt am 13. Junt in Nürnberg ſeine 13. Jahres- Hauptversammlung ab, auf der von den 106 Vereinen des Verbandes 57 durch 112 Delegierte bertreten waren. Das Kaiserliche Statistsche Amt hatte einen Vertreter entsandt, ebenso das Bayerische Staatsministerium des Innern und die Königliche Regierung von Mittelfranken, ferner die städtischen Collegten, Handelskammern und sonstigen Handelskörperschaften der Städte Nürnberg und Fürth. Für den hiesigen Kaufmännischen Verein, welcher dem Verbande angehört nahm der Vorsitzendeu an den Versammlungen teil. Aus der reichen Tagesordnung heben wir hervor: Kaufmannsgerichte, Berichterstatter: Herr Oswald Backasch2555,87 Zwickau, auf dessen Antrag die Versammlung beschließt: Der Deutsche Verband Kaufmännischer Vereine spricht die feste Zuversicht aus, daß dem neu zusammentretenden Reichstage als eine der ersten Vorlagen ein Gesezentwurf zugehen werde, die Errichtung aufmännischer Schiedsgerichte betreffend. Ermittelung der Arbeitszeiten in den Kontoren des Großhandels. Berichterstatter: Herr Carl Fischer Offenbach. Es berichten ferner noch Herr Direktor Alwin Helms- Nürnberg über: Invaliditätsund Altersfürsorge für kaufmännische Angestellte, Herr Friedrich Hertel- Nürnberg über Urlaubsverhältnisse der faufmännischen Angestellten, Herr Direktor Carl TraunerFrankfurt a. M. über den Stellenvermittlungsbund und die Beschaffung statistischen Materials für das kaiserliche Statistische Amt, Herr O. Voigt- Berlin über den Bund der Kaufleute. Im Einverständnisse mit dem Delegierten des Kaiserlichen Statistischen Amts Herrn Regierungsrat Dr. Leo wurde ein geme sames Formular beschlossen betr. die Ergebnisse der kaufmännischen Stellenvermitt6 631,48 2 762,05 13 612,63 117 682,23 13612,63 104 069,60 Hessischer Landwirtschaftsrat. Am Freitag, 3. Juli, und am Samstag, 4. Juli, findet in Darm= stadt( Zentralstelle für die Gewerbe) eine Sigung des Hessischen Landwirtschaftsrats statt. ** An der Landesuniversität wurden im Monat Juni promoviert: Zum Dr. med. Kurt Lauben. heimer, approb. Arzt aus Höchst a. M., Alfred Hellmann, approb. Arzt aus Siegen; zum Dr. phil. Richard Heuerling, cand. chem. aus Wimpfen; Hermann Thümmel, cand. rer. nat. aus Barmen. Erneuert wurde das Diplom des Medizinalrat Dr. Rouge in Hungen aus Anlaß seines 50jährigen Doktorjubiläums. ** Der Besuch der reichsdeutschen Universitäten weist im laufenden Halbjahr folgende 3 ffern auf: Berlin 5781 Stud. 5213 Hörer 293 Hörerinn. zus. München 4696 11287 5020 4183 2666 1546 1531 1433 Coon", spruch durch Frem eunde Dies ( re, mit nge= litiker Vester Blid ! Und r der 291 " PP erium Leipzig 3605 520 33 58 " " H " H nd es Bonn 2491 85 " 90 " " n das Freibg. i. B.1940 117 22 " 1894 " erium If " Breslau 1794 96 61 ngath " 1951 " § fam Halle a. S. 1741 127 26 " 1894 " H Heidelberg 1671 151 62 " 17 n ge " F Tübingen 1506 35 5 " " " Göttingen 1441 49 41 " it und Marburg 1362 66 5 " " " 1 crium Münster 1211 72 1283 If " " chstabe Würzburg 1198 18 20 1236 " FF " f te voll ich Straßburg 1121 Gießen 40 30 " 1191 " ท erhob Kiel 1 092 1052 40 17 " " " 32 17 a fiel " " 1 " 44 36 el ihr 11 " H 937 20 ischen nfriſe " " " 841 37 22 " " " 1 P ig re38 " " 22 19 11 " i Car Dorene unter ihrem sich so riefen, Ver Sien mans u Na, daß 1 mer, Tode na im t eine be inriperre der Danzig rchtet, Dagel. Feld. Berlin n Ertental 1. Das mmen gleich dem urde, und Mör aß er Königsberg 968 Erlangen Jena Greifswald 798 Rostock 520 " lungen zwecks Erreichung einer genauen Uebersicht über die Verhältnisse des Arbeitsmarktes im Handelsgewerbe. Der Vorstand wurde wieder gewählt. An Stelle des verstorbenen Herrn Jul. Wizigmann tritt Herr Jos. Kinkel- Mannhein. Sodann wurde dem Vorstande die Befugnis erteilt, eine Vertreterin der weiblichen faufmännischen Verbandsvereine in den Vorstand zu kooptieren. Als Ort der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Magdeburg bestimmt. * * * * Arbeiter tarten. Der preußische Eisenbahnminister hat nach der" Post" bestimmt, daß fortan auch an Sonntagen sämtliche Personenzüge mit Wagen 4. Klasse zur Benußung mit Arbeiterkarten jederzeit freigegeben werden fönnen, wenn ein allgemeines Verkehrsbedürfnis dazu vorliegt oder dies aus Betriebsrücksichten für notwendig erachtet werden sollte. [ Jubiläums- Schüßenfest.] Wie schon ge= meldet, begeht in den Tag n am 19. bis 21. Juli unser Schützenverein das Fest seines 25jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß sind in unserer Feststadt der Bedeutung des Vereins würdige, große festliche Beranstaltungen geplant und erfahren wir von dem Festausschuß darüber das Folgende: Dem Motto aller deutschen Schützen- Gilden getreu, „ Ueb' Aug' und Hand fürs Vaterland", werden an den 1884 3 Festtagen große Preis- und Jubiläumsschießen stattfinden, an deren sich zahlreiche auswärtige Schüßenvereine beteiligen. Am Vorabend des Festes, gewissermaßen als Einleitung zu demselben, wird am 18. Juli im Neuen Saalbau ein Bankett stattfinden, zu welchem sämtliche Vereine Gießen Einladungen erhalten und erhofft man von diesen eine rege Beteiligung. Am ersten Festtage, dem 19. Juli wird in der Frühe ein Weckruf die Bürger unserer Vaterstadt begrüßen. Für 3 Uhr Nachmittags ist ein großer Festzug geplant, dem sich auf dem schattigen Schüßenplay ein großes Volksfest anschließt, wobei das junge Volt reichlich Gelegenheit finden wird, sich im Reigen zu schwingen. Am Montag, den 20. Juli ist auf dem Festplaz: vormittags Frühkonzert, Mittags um 1 Uhr im Schüßenhaus Festmahl und nachmitags wieder im Schüßengarten Konzert und Tanz vorgesehen. Vom Dienstag, den 21. Juli ist tagsüber bis abends 6 Uhr für das Schießen bestimmt, nach dessen Schluß die Preisverteilung stattfindet. Den Abend wird Konzert, Tanzbelustigung und ein Monstre- Schlachtfeuerwerk das Jubiläumsfest beschließen. 1149 1101 1048 966 900 836 542 Bum einjährig freiwilligen Militärdienst der Volfsschullehrer, hat der Kriegsminister im Einvernehmen mit dem Unterrichtsminister nachstehende Verfüg= ung erlassen:„ Die Kandidaten des Volksschulamtes, welche die Berechtigung zum einjährig- freiwilligen Militärdienst nachzusuchen beabsichtigen, aber das wissenschaftliche Befähigungszeugnis nicht rechtzeitig erlangen, w.rden durch die Seminardirettoren angewiesen, etwa drei Monate vor Ablegung der Lehrerprüfung bei der Prüfungskommission für Einjährig| tomb. Regiments" Jäger zu Pferde", Konzert geben. ** Ruhest örung. In lezter Zeit sind wiederholt die Anwohner der Grünberger- wie Moltkestraße in den frühen Morgenstunden durch wüstes Schreien und Singen in ihrer Ruhe gestört worden. Wir hoffen, daß diese Beilen Anlaß geben werden, den nächtlichen Schreiern entgültig das Handwerk zu legen. Konzert. Wir verweisen auch an dieser Stelle auf das heute abend in Steins Garten stattfindende 4. Abonnements- Konzert. Am 7. Juli wird die Kapelle des Friedrich Teipel Markt 16. empfiehlt ** Unsere Landleute sind eben draußen vollauf bei der Arbeit. Das Kartoffelbacken und das Stecken der Kohl, Dickwurz und Kolrabipflanzen ist beendet. Herrlich sieht's in unseren Getreidefeldern aus; besonders schön stehen die Wintergetreide, Korn und Weizen da. Bleiben wir von bösen Wettern verschont, so wird diese Ernte eine vorzügliche werden; das Sommergetreide ist ebenfalls in bester Entwickelung begriffen und berechtigt nicht minder zu schönen Hoffnungen. Weniger günstig sind unsere Obstaussichten. Auf Aepfel und Birnen wird nicht viel zu rechnen sein. Das Ungeziefer, besonders die Raupe des Ringelspinners, hat diesen Bäumen sehr geschadet und haben sich die getroffenen Schutzmaßregeln( Alebringe) als nicht ausreichend erwiesen. *** Wieseck, 2. Jult. Am 19. und 20. Juli feiert der hiesige Kriegerverein sein 30. Stiftungsfest; verbunden wird damit das Bezirksfest des Kriegerbezirks Gießen. ):( Wagenborn- Steinberg, 2. Juli. Mit dem Bau eines verklassigen Schulneubaues wird demnächst begonnen werden. Der Pau soll im Spätherbst fertig sein und ist zu 23 000 Marf veranschlagt. ** Grünberg, 30. Juni. Gestern Abend wurde am Hain etn 14 Jahre alter Knabe beim Heuladen auf der Wiese von einer Kreuzotter derart geb ss³n, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Sin 3immer mit Kabinet mit oder ohne Möbel per sofort zu vermieten. Bahnhofstraße 15 15 Mr. Möbl. Zimmer vo an zu vermieten. 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Dazu fand er noch am vergangenen Sonntag in der Nähe des Waldes einen sogenannten Durchgänger im Gewicht von 5,5 Pfd. Wenn der Mensch Elück hat! Gieken, Lindenplatz 12. ( auberes möbl. Zimmer per sofort zu verm. Gießen. - -r Marburg, 2. Juli. Ein gewaltiges Feuer, wie wir es in Marburg seit langen Jahrzehnten nicht gehabt haben, fam gestern abend furz nach 11 Uhr zum Ausbruch. Es brannte in dem Haas'schen Lumpen- und PapierEngros- Geschäft am Pilgrimstein, eine Anzahl aneinanderhängenden älteren Gebäude, die sogleich der ganzen Reihe nach in Flammen ſtanden. Die großen Lumpen- und PapierVorräte, mt denen die Gebäude angefüllt waren, gaben dem Feuer solche reichliche Nahrung, daß die Flammen der ganzen Front entlang haushoch in die Luft stiegen, einen Riegen von Funken und Fuerballen über die Nachbarschaft ergießend. Auch ein Gebäude der Bopp'schen Brauerei ging mit in Flammen auf. Der gewaltigen Hige wegen fonnte die Feuerwehr garnicht daran denken, die brennenden Gebäude selbst zu löschen. Sie konnte sich nur darauf beschränken, zwei anstoßende Wohnhäuser und die gegenüberliegenden Häuser zu retten. Das Feuer brannte die ganze Nacht. Höchst, 1. Juli. Gegen die Wahl des Landrichters Itschert( Centrum) wird von sozialdemokratischer Seite Protest erhoben. Leihgesternerweg 7, III. Sin möbl. und ein unmöbliertes Zimmer zu verm. Gießen. Kreuzplay 10. öbl. Zimmer und Schlafstelle ist zu vermieten. Mö Näh. Lindenplatz Nr. 4. * * ▷ Offenbach a. M., 1. Juli. Das„ Offenbacher Buchdruckereibesizer u. soz.- dem. Abg. Ulrich in den Beſiß Abendblatt" ist mit dem heutigen Tage aus den Händen des der sozialdemokratischen Partei übergegangen. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen Städtisches Schlachthaus. Ochsenfleisch 50, Heute und Morgen Morgen Schweinefleisch 50 Pfg. Nächste Ziebung am 15. Juli cr. Frisch ist halb GEWAGT GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. Jedes Loos ein Treffer! Gewinnlisten n. jeder Ziehung. Monatlicher Beitrag Bei Nichtconvenienz 3 Tage ReklaUmgehende Anmeldungen zu richten an: J. SCHMIDT& Co. in Arnheim a. Rhein. Niederland No. 95. nur 5 Mk. mationsfrist. Der verehrlichten Einwohnerschaft von Gießen zur gefälligen Kenninisnahme, daß ich jetzt Kaplansgasse 3 wohne und nur für männliche Personen herangezogen trerden kann. Heinrich Jost, Leichenwärter. Möbl. Zimmer eventuell mit 2 Betten sofort zu bermieten. Gießen, Marktstraße 11. leine Wohnung an ruhige Familie zu vermieten. Seltersweg 61, Gießen. r Ε น 69 8: I 5 2 15 n h Б P69 Fahnenweihe und Bezirksfest Zum neuen Saalbau& des Hassia- Bezirks Homberg a. d. Obm, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Bezirks, зи Nieder- Gemünden am 11., 12. und 13. Juli 1903. ( früber: Steins Garten). Donnerstag, den 2. Juli 4. Abonnements- Konzert ausgeführt von der Kapelle des Infanterie- Regiments ,, Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn E. Krauße. Anfang präcis 8 Uhr. Wunderbar wirkt Th. Scholl's gesetzl. geschützte D. R. Unter höft. Bezugnahme auf das nachstehende Programm beehren wir uns, die Kameraden des Bezirks und der Nachbarvereine, sowie die gesamte Bevölferung von Fussschweiss- Seife! Nah und Fern zur Teilnahme an diesem Feste kameradschaftlichst und freundlichst einzuladen. Programm. Samstag, den 11. Juli: Der Vorstand. Abends 9 1hr: 8apfenstreich. Festkommers auf dem Festplatz. Sonntag, den 12. Juli: " 91 Uhr: Festgottesdienst. Morgens 6 Uhr: Weckruf. 11 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Vereine. Mittags 1 Uhr: Aufstellung des Festzuges. 1½ Uhr: Zug durch den Festort. Auf dem Festplat angekommen: Begrüßungsansprache, Gesang, Festrede, Weihe der Fahne, Ueberreichung der Fahne, Gesang, Konzert, Tanzmusik und Volksbelustigung. Abends 91 Uhr: Feuerwerk. Montag, den 13. Juli: Morgens 7 Uhr: Weckruf. 10 Uhr ab: Frühschoppen und Konzert auf dem Festplatz. Mittags: Zug durch den Ort. f f Auf dem Festplatz: Tanz, Jugendspiele und Volksbelustigungen. NB. Für eine gute Restauration werde ich besorgt sein. 1 Ph. Södler, Festwirt. 0 3964 TR a E n e Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Erfältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, mie: Magentatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, deffen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Mogenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht fäumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Bopfschmerzen Busstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung wie Beklemmung, Bolik chmerzen, und deren unangenehme Folgen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Verdauung, mangelhafte Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und GemütsverNimmung, sowie häufigen Bopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Kranke langsam dahin.- Kräuter- Wen giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranten neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Danfschreiben beweisen dies. BräuterWein ist zu haben in Flaschen à Mr. 1.25 und Mf. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- Linden, klar. Fro hausen, Braunfels, Bukbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach), Bad- auheim, Warburg u. s. m., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuterwein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefrei. Mindestquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarat. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterwein. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Best idteile sind: Mal gamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotimin 240,0, bereschenfaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerif. Kraftwurzel, Enzianmurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man. Prämiiert Paris, welche jeden üblen Geruch und Brennen der Füsse sofort beseitigt, ohne den Fussschweiss zu unterdrücken. Nur echt à 60 Pfg. bei Otto Schaaf, Adl-Drog., A Bieler, Drogerie, W. Kilbinger, Giesen Man achte auf: ,, Th. Scholl". Kartoffeln größte Auswahl in nur prima Speise- und Salatkartoffeln, empfiehlt die KartoffelGemüsehandlung und 3. Hantel. Shloßgasse 6. 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Bekanntmachung. Betr. Die Ausführung der Verordnung, das Gewerbe der Gesind vermieter und Stellenvermittler betr. vom 5. Februar. 1901. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die von den hiesigen Vermietfrauen beanspruchte Gebühr beträgt: 1. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 2. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts ( Frau Heßler 5 Mt.) 5 Mr. 7. Mr. wovon der Dienstbote jeweils 2 Mark zu entrichten hat. Gießen, den 1. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Berdingung. Die Herstellung gepflasterter Einfahrten am Postamt 1 und 2 und der vorm. Güngerich'schen Wage soll Mittwoch, den 8. Juli. vorm. 11½ hr, öffentlich berdungen werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunft an uns cinzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, den 29. Juni 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Geld, Zeit und Arbeit spart, wer MAGGI S Suppen- u. SpeisenWürze u. 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Witzel bei:„ Die Erkrankungen der Zähne und deren Einfluss auf den Körper." Nr. 1 für Erwachsene, Mk. 1,25 Kosmodont- Zahnbürste, nr. 2 für Kinder, mk. 1.Die Kosmodont- Zahnbürste ist dem anatomischen Bau der Kiefer und den natürlichen mundverhältnissen genau angepasst. Die Bürste trifft die Kauseite, sowie die innere und äussere Fläche eines jeden Zahnes. Kosmodont- Zahncrême, pro Tube 75 mk. Bei Anwendung der Kosmodont- Zabncrême wird der Ansatz von Zahnstein verhütet und die Zähne werden in frischer, natürlicher Farbe erhalten. Alle Kosmodont- Zahnpflegemittel sind in Kartons verpackt, die das Faksimile des Herrn Professor Dr. med. Julius Witzel tragen. Die Kosmodont- Zahnpflegemittel sind in allen einschlägigen Geschäften, sowie direkt durch die unterzeichnete Firma erhältlich. Kosmodont- Gesellschaft Wilh. Anhalt G. m. b.. Ostseebad Kolberg. bermochten den fchwellenden Stem des Zurus nicht ausfchweifendsten entgegen. Um der Schlemmerei einen rit ausgingen und gehandhabt Damm entgegenzuseßen, wurde im dreizehnten Jahrhun tm Königreich Aragonien gefeßlich festgesetzt, weder der König, noch ein Untertan im Reiche mehr als zwei Fleischspeisen bei einem Mahle genießen dürfte. Am wirtſamſten waren solche Gefeße, in einzelnen Städten, meiblichen aufzuhalten, und Rom ging feinem unvermo fie man den Ctädte essische Familienzeit Tägliche Unterh