Nr. 126. Abonnementsprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., In's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 2. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Laffalleaner und Marxiften. CB. Die sozialdemokratische Partei feierte in letter Woche den 40jährigen Gedenktag der Begründung des allgemeinen deutschen Arbeitervereins, der ähnlich, wie der Nationalverein die Wiege der nationalliberalen Partei geworden ist, den keimenden Kern der sozialdemokratischen Partei bildete. Doch hat sich seitdem der Sozialde mokratismus weit von den ursprünglichen Zielen dieses von Lassalle gegründeten Vereins entfernt. Mit vollem Recht wies ein Hamburger Mitglied in einer Versammlung darauf hin, daß ein Lassalleaner den Kandidaten der Sozialdemokratie seine Stimme nicht geben darf. Durch Abgabe weißer Stimmzettel möge man Protest erheben Jegen das Vorgehen der reaktionären Sozialdemokratie, die durch das leichtsinnige Inszenieren von Streits u. s. w. die Interessen der gesamten Arbeiterschaft schädige. Bevor Lassalle die Gründung in die Wege leitete, richtete er an den Schöpfer der modernen Genossenschaftsbewegung Schulze- Delißsch einen Absagebrief, in dem er den dröhnenden Schritt der organisierten Arbeiterbataillone ankündigte und dem Fortschrittsabgeordneten gegenüber betonte, Lassalles Werk und Name werde blühen, wenn Schulze- Delitzsch längst vergessen sei. Lassalle ging damals darauf aus, die Arbeiter von der Fortschrittspartei zu trennen, der sie bis dahin angehörten. Als Sprengmittel wählte er ein neues Ziel in der Genossenschaftsbildung. Er vertrat nämlich den Standpunkt, daß die Arbeiter kein Interesse daran haben, Konsum- und Rohstoffgenossenschaften zu bilden, weil diese doch nur den kleinbürgerlichen Kreisen und dem Handwerkerstand zu Gute kämen. Die Arbeiter haben nur einen Vorteil von Produktivgenossenschaften, die sich selbst mit der Gütererzeugung befassen, so daß also durch derartige Neugründungen die Arbeiter am Unternehmergewinn beteiligt sein würden. Lassalle organisierte zum Zwecke der Gründung von Produktivgenossenschaften den deutschen Arbeiterverein und forderte zur Schaffung dieser genos= senschaftlichen Unternehmungen einen Staatskredit von 100 Millionen Taler. Denn Lassalle war Staatssozialiſt, und sein Werk war auf rein nationaler Grundlage ge= dacht. Der Fundamentalsatz seiner wirtschaftlichen Anschauung war die These von dem ehernen Lohngeseß, das nach seiner Ansicht den Prozeß der Lohnbemessung regelt. Lassalle glaubte, daß die Arbeiterlöhne sich trotz geringer Schwankungen im allgemeinen nur auf dem Niveau der niedrigsten Lebenshaltung bewegen, eine Anschauung, die durch die Statistik allerdings vollständig wider legt und auch von den Sozialdemokraten selbst preisgegeben worden ist. Für Lassalle war die gesamte soziale Frage eine Angelegenheit der Lebenshaltung, und in die jem Sinne war auch der im Jahre 1863 organisierte allgemeine deutsche Arbeiterverein tätig. Lassalle hat den Termin dieser Gründung nur ein Jahr überlebt, denn bereits 1864 fiel er im Dueil; aber sein Werk wurde für einen anderen ein wichtiges Hilfsmittel der Propaganda, für Marx nämlich, der in der sozialen Frage eine Angelegenheit des Aufbaues der menschlichen Gesellschaft erblickte. Für ihn war die Wurzel alles llebels, daß das Kapital das Bestreben hat, sich immer mehr zusammenzuballen, woraus er eine zunehmende Verarmung der Bevölkerung, die sogenannte Verelendigungstheorie, folgerte. Indessen sind auch ihm wissenschaftliche Gegner in der eigenen Partei erwachsen, die nachgewiesen haben, daß die Konzentration des Kapitals bedingt ist durch die Art der Fabrikation, die nur als Großbetrieb leistungsfähig und lohnend ist, daß aber als Ergebnis der Kapitalverschmelzung die Gewinnverteilung folgt, und daß auch in günſtigen Zeiten die Arbeiter durch Lohnsteigerungen an den Vorteilen der vergrößerten und verbilligten Gü tererzeugung teilnehmen. Der wesentlichste Unterschied zwischen Lassalleanern und Maryisten bestand darin, daß erstere nur die Löhne verbessern und sich auf nationaler Grundlage organisieren wollten, während die Marristen das Privateigentum in Gesellschaftseigentum umwandeln vollten und sich als eine internationale Macht organisierten. Die Lassalleaner sind schon seit 20 Jahren fast völlig zurückgetreten, und der Marxismus ist in der Sozialdemokratie das herrschende Prinzip wenigstens bis vor zwei Jahren gewesen. Trotzdem also die heutige Sozialdemokratie doch etwas wesentlich anderes ist, als 1. 3. der allgemeine deutsche Arbeiterverein, kann sie diesen als den Ursprung der Partei ansehen, weil mit dieser Gründung das Prinzip in die Arbeiterschaft getragen wurde, daß sie sich als Klasse organisieren müſſe. Die Politik. Neuerungen in der Heeresausrüftung. )-( Eine kaiserliche Kabinettsordre, die auf dem Trup: penübungsplatz Döberiz ergangen ist, trifft neue Beſtint mungen über die Farbe der Ueberröcke der Offiziere, der sogenannten Interimsuniform. Danach tragen die Offiziere fünftig allgemein( mit Ausnahme der im nächsten Sage genannten) die Ueberröcke von dem Grundtuch des für sie vorgeschriebenen Waffenrockes. Die Offiziere der Maschinengewehrabteilungen tragen wie die Jager leberröcke von dunkelgrünem, die der Jäger zu Pferde wie bisher von dunkelblauem Tuch. Die Sanitätsoffiziere und die Beamten der Militärverwaltung traJen Ueberröcke von dunkelblauem Tuch. Blauſchwarze Ueberröcke dürfen bis auf weiteres abgetragen werden. Neubeschaffungen sind nicht gestattet. Ferner hat der Kaiser angeordnet, daß das Leib- Garde- Husarenregiment für Paraden einen aufrechtstehenden Haarstuß, wie ihn bereits die Offiziere des Regiments tragen, an Stelle des nach rechts herabhängenden Haarschweifes zu tragen hat. Man ist dadurch wieder auf die alte Ausrüstung, wie sie nach der Gründung des Regiments, 1815, bestand, zurückgekommen. Schließlich sei noch erwähnt, daß auch über die Kriegshunde neue Bestimmungen ergangen sind. Als Kriegshunde wurden beim Gardejägerbataillon in Potsdam seit Jahren auch versuchsweise deutsche Jagdhunde ausgebildet. Es hat sich aber herausgestellt, daß die lang haarigen schottischen Schäferhunde sich besser für diesen Zweck eignen, weil sie mehr Ausdauer und Energie entwickeln, sich auch bei ihren Botendiensten nicht durch etwa ihnen in den Weg laufendes Wild ablenken lassen, wie es die Jagdhunde mitunter taten. Die Jagdhunde sollen deshalb nach und nach durch schottische Schäferhunde ersetzt werden. Der„ Druckfehler" der Krankenversicherungsnovelle. 22 In einer halbamtlichen Darlegung wird jetzt der bekannte Druckfehler in der Krankenversicherungsnovelle, nach dem„, neben freier Kur und Verpflegung in einem Krankenhause, falls der Untergebrachte Angehörige hat, deren Unterhalt bisher aus seinem Arbeitsverdienst bestrit= ten wurde, ein Krankengeld bis zur„ Höhe des durchschnittlichen Tagelohns bewilligt werden kann," während es nach den Beschlüssen der Kommission heißen müßte ,,, bis zur ,, älfte", aus formellen wie aus sachlichen Gründen für ,, ohne jeden Belang" erklärt. Der am 15. April 1903 ausgegebene Bericht, der von den Mitgliedern der Kommission unterschriftlich vollzogen ist, sei entscheidend, nicht die vorläufige Zusammenstellung vom 8. April, die im Bureau des Reichstages bewirkt sei. Im ersteren lautet der Passus richtig: ,, bis zur Hälfte". Ebenso enthielt die vom Reichstagspräsidenten vollzogene Ausfertigung der Beschlüsse des Reichstages, die dem Bundesrate vorgelegt wurde, und die ,, die allein maßgebliche Urkunde" darstellt, den richtigen Wortlaut. Daß der Reichstag stets nur diesen Wortlaut im Auge gehabt hat, ergaben die gesamten Verhandlungen. Es wäre ja auch direkt widersinnig, wenn man in diesem Falle die Angehörigenunterſtüßung in Höhe des durchschnittlichen Tagelohnes gewähren wolle, da nach Paragraph 21, Absatz 1, Ziffer 2 des Krankenversicherungsgesetzes das Krankengeld für den nicht im Krankenhause untergebrachten Versicherten höchstens dreiviertel des durchschnittlichen Tagelohnes betragen darf. Davon müsse dann der Kranke aber sich und seine Angehörigen unterhalten. Im Geseß, das jetzt der Reichsanzeiger veröffentlicht, stehen mithin mit Recht im Paragraph 21, Abs. 1, Ziffer 2a die Worte ,, bis zur Hälfte". Wir haben diesen Standpunkt von Anfang an vertreten. Ein serbisches Attentatsmärchen. ::: In osteuropäischen Blättern war in letzter Zeit häufig davon die Rede, in Belgrad sei eine Verschwörung gegen das Leben des Eerbentönigs entdeckt worden. Wir haben, wie die deutsche Presse überhaupt, von diesem Gerücht keine Notiz genommen. Es trug den Stempel der Unglaubwürdigkeit an der Stirn. Jetzt wird denn auch bekannt, was an der ganzen Geschichte wahr ist. Zwei in Fiume wohnende politische Lockspiel haben sich dem Belgrader Kabinett ge er erboten, gewisse Persönlichkeiten, von denen sic ahmen, daß sie der serbischen Regierung unbequem s., fälschlich einer Verschwörung gegen König Alexander zu bezichtigen. Das serbische Kabinett hat sich auf den unsauberen Handel erfreulicherweise nicht eingelassen. Wir teilen diesen Sachverhalt mit, um zu zeigen, wie leicht man in Serbien um Kopf und Kragen kommen kann, wenn man der Regierung unbequem ist. Diesmal hat sich das Ministerium auf den Schurkenstreich nicht eingelassen. Ein anderes Mal geschiehts vielleicht. Wieviele Unschuldige mögen auf solche Zeugnisse wie die dieser beiden Lockspißel hin in Serbien schon zu schweren Strafen verurteilt worden sein? Kretisch- kritische Vorgänge. Auf Kreta gewinnt die Volksbewegung, die einen Anschluß der Insel an Griechenland fordert, von Tag zu Tag an Ausdehnung. Selbstverständlich werden diese Bestrebungen von Griechenland aus insgeheim und offen unterstützt, trotz des Widerspruches der vier Schußmächte Kretas Englands, Italiens, Frankreichs und Rußlands - und trop des Widerspruches auch Deutschlands und Desterreich- Ungarns. Neuerdings hält man es in Griechenland nicht mehr für nötig, mit der Unterſtühung der kretischen Wünsche hinterm Berge zu halten. König Georg von Griechenland hat jezt eine an seinem Geburtstage von der fretischen Kammer an ihn gerichtete telegraphische Kundgebung mit einem Telegramm beantwortet, welches lautete:„ Ich danke Ihnen und allen Deputierten herzlich mit dem Gegenwunsche nach baldiger Erfüllung der Sehnsucht des gesamten Hellenismus." Die Antwort des Königs wurde in der kretischen Kammer verlesen. Die Mächte werden dem König wohl flar machen, daß er solche unüberlegte Telegramme zu unterlassen hat. Es kann keinem Ziveifel unterliegen, daß die Türkei sich die Wegnahme Kretas nicht gefallen las sen würde. Auch die türkische Langmut hat ihre Grenzen, und wenu der Fanatismus der Türken erst einmal entfesselt wird. ist ein Weltkrieg unvermeidlich. Und einen solchen Krieg herauszubeschwören, rur damit die Kreter sich Griechen nennen dürfen, wäre blanker Wahnjiz Der Figarokrieg gegen Pelletan. ) Der Pariser Figaro" läßt nicht locker, er hat sich vorgenommen, den Marineminister Pelletan zu stürzen, und so bringt er täglich neues Material gegen ihn vor. Belletan hat bekanntlich versichert, er habe den Brief Parayres nicht erhalten, der Brief sei auch im Marene ministerium nicht abgegeben worden, schon deshalb nicht, veil kein Postamt ihn empfangen habe. Nachdem der Figaro schon neulich dieser Behauptung des Ministers mit der Nennung des Aufgabepostamites und der Nummer des Posteinlieferungsscheines entgegengetreten war, bringt er jetzt zum Ueberfluß noch das Faksimile des Couverts, auf dem sich ein Registraturvermerk befindet, der erweist, daß der Brief im Marineministerium tatsächlich eingegangen ist. Der Figaro begleitet diese Veröffentlichung mit der ungeschminkten Erklärung, damit sei absolut erwiesen, daß Pelletan den Brief empfangen und in der Kammer die unwahrheit gesagt habe. Pelletan erklärt jetzt demgegenüber, es sei schon möglich, daß der Brief oder wenigstens der Briefumschlag, der ihn enthalten haben soll, im Marineministerium eingegangen sei. Aber er selbst habe den Inhalt dieses Briefumschlages nie gesehen. Vielleicht sei in dem Umschlag nur ein leeres Blatt gewesen. Die ganze Geschichte sei nichts als ein Erpressungsmanöver zu Gunsten der Humberts. Diese Vermutung iſt mindestens recht weit hergeholt. Wie die ganze Kampagne ausgeht, läßt sich schwer voraussagen. Nicht unrecht dürfte der Figaro haben, wenn er erklärt, gewiß zu sein, daß sein Feldzug gegen Pelletan den Beifall der ganzen Marine habe, vom Admiral bis zum Subalternoffizier herab. Zur Neubesetzung der 2. Armeeinspektion. (?) Bereits vor etwa vierzehn Tagen waren wir aus Grund einer Information unseres Berliner CB.- Mitarbeiters in der Lage, mitteilen zu können, daß die Ernennung des Erbprinzen Bernhard von Sachsen- Meiningen zum Generalinspekteur der 2. Armeeinspektion bevorstände. Eine kaiserliche Kabinettsordre hat inzwischen diese Meldung bestätigt, auch darin, daß der Sitz der 2. Armeeinspektion nach Meiningen verlegt ist. Zu dieser Inspektion gehört außer dem 5. auch das bisher von dem Erbprinzen befehligte 6. Dorps, so daß von einer ,, Entfernung" des Prinzen vom Kommando dieses Korps keine Rede sein kann. Ebenso hat sich unsere weitere s. 3t. gebrachte Meldung als authentisch erwiesen, daß der Nachfolger des Erbprinzen im bisher von ihm innegehabten Breslauer Generalfommando der Generalleutnant v. Wohrsch in Neiße sein werde. Die erwähnte Kabinettsordre beauftragt den General v. Wohrsch mit der Führung des 6. Korps. Blamage eines deutschfeindlichen Hezblattes. (!) Einen seltsamen Abschluß hat der schon mehrfach erwähnte Krieg zwischen zwei Berliner Blättern einerseits und dem ,, Newyork Herald", dem bekannten deutschfresserischen Sensationsblatte, gefunden: Der Berliner Korrespondent des Newyorker Blattes, Lunow, ist plötz lich spurlos aus Berlin verschwunden. Der ,, Newyorl Herald" hatte seiner Zeit, um gegen Deutschland zu hezzen und den Kaiser in den Augen der Amerikaner zu verkleinern, eine große Anzahl toller Depeschen und Interviews veröffentlicht, die er angeblich von seinem Berliner Korrespondenten erhalten haben sollte. Die beiden Berliner Blätter behaupteten darauf, diese Depeschen stammten unmöglich aus Berlin, sie seien in Paris fabri ziert worden und lediglich Produkte der chauvinistischen Phantasie der Pariser Heraldredakteure; die Interviews aber hätte der Berliner Korrespondent frei erfunden. Der ,, Herald" tat sehr gekränkt und verklagte die beiden Berliner Blätter wegen Beleidigung. Der Prozeß ſtand vor der Tür, und Herrn Luhnows Zeugnis mußte für seinen Ausgang entscheidend ins Gewicht fallen. Daß er sich jetzt offenbar auf Veranlassung des Heraldberlegers in aller Stille aus dem Staube gemacht hat, zeigt, daß die Berliner Blätter mit ihrer Anschuldigung gegen den ,, Herald" Recht hatten. Dem Newyorker Blatte kam es eben nur darauf an, durch Anstrengung der Beleidigungsklage den Schein zu erwecken, als seien die ihm zuteil gewordenen Angriffe haltlos. Um eine wirkliche gerichtliche Austragung der Sache drückt sich der „ Herald" natürlich. Er weiß wohl, warum! Rußland wird ungeduldig! Rußland hat sich bei der Pforte über deren BorEdjuft, Diefer Heffelbein! Ex wußte attes fo mit dem gestanden, immer unter einer Dede als ob er dabei gewesen wäre, ihm waren hat er genau ich es ihm oft unsere Echuld fei bewiesen und nur ein reuműti. mir das vorgehalten, in jedem Verhör wurde mir erklärt, Heffelbeins lautere Wahrheiten, in jedem Verhör wurde gesagt habe, derben! Das ließ der Richter aber nicht gelten, obgleich Cie te er ver= die Lügen immer umjatungen, mit Dem andern offerC LC otc deren sanftes Gesicht noch jetzt die des Schicksals gebeugte Frau fam mit einer 3eitung in Ohnmacht nahe mit grauem Saar, Epuren früherer Schönheit Türe des Wohnzimmers. Eine von der Last der Hand dem deig auf entgegen, einer Lag 1te gleich an seiner Brust, ( Schluß.) Ein Gaunerftreich. Von J. Schmid t. 3. Als Herr Briggs am folgenden Tage nach der Stadt ( Nachdruck verboten.) Das zwar noch nicht, verr Briggs," antwortete der ober schuldig aus, warf Herr Briggs ein. Beamte ,,, aber wir wissen ziemlich ,, Der Bursche sah aber doch noch recht ,,, du lieber Himmel," rief der Inspektor, die Hände arbeiten, alte, durchtriebene Gaunce sind es." richtiger, wer sie sind, denn es sind zwei, die sich in wer ez ist jung und unDer gegen in der mazedonisch- albanischen Angelegenheit beschwert. In einer Audienz, die der Sultan dem russischen Botschafter Sinowjew gewährte, forderte der Botschafter schleunigste und umfassende Durchführung der Reformen und beklagte sich über die Massenverhaftungen von Bulgaren in Konstantinopel und in den Vilajets. Diese Verhaftungen seien nicht nur unnüß, sondern wirften aufreizend auf die bulgarisch- mazedonische Bevölkerung. Der Sultan wollte das nicht wahr haben, er erklärte, baß er mit dem bisherigen Ergebnis des Vorgehens gegen die aufständischen Albanesen zufrieden sei; ſelbſt die Dibrioten hätten sich unterworfen und die militärische Dienstpflicht angenommen. Jedenfalls wird aber die Pforte doch wohl etwas energischer vorgehen müssen, um Rußlands Geduld nicht auf eine Probe zu stellen, der sie nicht gewachsen ist. Kurze politische Nachrichten. * Das deutsche Geschwader unter Prinz Heinrich von Preußen hat den spanischen Hafen Vigo wieder verlassen. * Das am 26. August zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten abgeschlossene Postpaketabkommen, das Sendungen bis zum Gewichte von 5 Kilogramm zuläßt, ist amerikaniſcherseits gekündigt worden; es tritt Ende Juni außer Kraft. * Bedeutende Goldfunde sind in Deutsch- Ostafrika ge= macht worden. Sechs Tagemärsche von Muanza entfernt hat man ein reichhaltiges Goldlager entdeckt. Eine große Anzahl von Goldgräbern ist von der Küste nach dem neuen Eldorado aufgebrochen. * Wie nachträglich bekannt wird, haben in einer der letzten Nächte in Petersburg zahlreiche Verhaftungen und Haussuchungen stattgefunden; man glaubt, den Mördern des Gouverneurs von Ufa, Bogdanowitsch, auf der Spur zu sein. * Bei der Oase Figuig in Algier ist wieder eine Abteilung französischer Truppen und eine begleitende Proviantio= lonne von den Eingeborenen überrumpelt worden. Viele Franzosen wurden getötet und verwundet. Die Lage im Süden Algiers wird immer bedenklicher. Aus dem Gerichtsfaal. 8 Eine Warnung für reiselustige Schöffen. Sehr teuer kamen zwei zu Schöffen ausgelosten Herren aug Berlin mehrere Sigungen zu stehen, die durch ihre Schuld nicht ſtattfinden konnten. Bei einem Berliner Amtsgerich tagten zwei Schöffenabteilungen. Bei jeder war ein Schöffe ausgeblieben. Boten wurden nach ihnen ausgeschickt, fehrten aber mit der Nachricht zurück, die Herren seien auf Reisen. Nun hieß es, einen Hilfsschöffen beschaffen. Bei der einen Abteilung vermochte sich der Vorsitzende zu helfen, er borgte sich den in Ermangelung eines Hilfsschöffen müßig ſizenden Schöffen von der anderen Abt alung. Der komplette Gerichtshof konnte nun in die Verhandlung eintreten. Bei der anderen Abteilung erschien erst gegen 1 Uhr ein Hilfsschöffe. Bis dahin war jede Verhandlung bertagt worden, sobald die Terminsstunde geschlagen geschlagen hatte natürlich auf Kosten des unentschuldigt ausgebliebenen Schöffen. Jede Abteilung verurteilte ihren Säumigen zu hundert Mark Geldstrafe; der eine hat aber noch sämtliche Kosten der durch sein Verschulden ausgefallenen Termine zu tragen. Hoffentlich erfahren die so hart Betroffenen ihr Unglück erst nach ihrer Rückkehr. Sonst bürfte ihnen ihr Reisevergnügen wohl etwas versalzen sein. Nab und Fern. XX Tas Pfingstfest in der kaiserlichen Familie, Die gesamte taiserliche Familie hat in diesem Jahre im Gegensatz zu den früheren Jahren das Pfingſtfeſt vereint im Neuen Palais bei Potsdam verlebt, nachdemn kürzlich Prinz Adalbert, von Flensburg, und die Prin zen August Wilhelm und Oskar, von Plön kommend, da selbst eingetroffen sind. Prinz Eitel Friedrich hat, wie ge meldet, seinen Studiengenossen, den jungen Herzog von Koburg- Gɔtha, zum Besuch über das Pfingstfest eingeladen. Am Vormittage des ersten Feiertages wohnte der Kaiser in Begleitung seiner Gemahlin und Kinder dem Militär- Gottesdienste bei. Für den Nachmittag war ein Ausflug in den Wildpark, der gerade jetzt in seinem schönsten Festgewand prangt, vorgesehen. In der Zwischenzeit empfing der Kaiser Besuche und erledigte die dringend ſten Regierungsangelegenheiten. Am Vormittage des zweiten Feiertages wohnte die kaiserliche Familie zunächst dem Feldgottesdienste des Lehr- Infanterie- Bataillons bei, das an diesem Tage altem Herkommen gemäß sein Etistungsfest feiert. Nach dem Gottesdienst nahm der Kaiser die Parade über die Elitetruppe ab und wohnte später in Begleitung seiner Familie und seines Gastes der Festspeisung des Bataillons bei. Durch die bei dieser Gelegenheit stattfindende Ependung von großen Berliner Schrippen, die je vier gewöhnlichen Schrippen gleich kommen, hat das Fest den Volksnamen Schrippenfest" erhalten. Der Kaiser zeigte sich hierbei wie stets sehr leutselig. Wiederholt kostete er das Essen des gewöhnlichen Mannes, ließ sich hier und dort ein Stückchen Braten reichen, schmeckte am Kompɔtt und probierte den den Leuten zur Festmahlzeit kredenzten Weinpunsch ( ,, Kardinal"). Den betreffenden Leuten wird natürlich sofort reichlicher Erſatz geboten. Die Kaiſerin verweilte längere Zeit bei dem aus Zöglingen des Potsdamschen großen Militär- Waisenhauses gebildeten Garnisonkirchenchor", der auch während des Festgottesdienstes die Gesänge ausführt. Den Nachmittag des zweiten Feiertages benutte die kaiserliche Familie zu einer Ausfahrt in die Umgebung Potsdams. Abends begab sich der Kaiser in Begleitung seiner Gemahlin, des Prinzen Eitel Friedrich und seines Gastes nach Frankfurt a. M., von dort reisen sie am Tienstag Abend nach Wiesbaden weiter. Um diese Zeit kehren der Kronprinz und seine anderen Brüder zu ihren durch das Pfingstfest unterbrochenen Berufen und Studien zurück. $ Der Kaiser und die französische Grenzwache Vom jüngsten Kaiserbesuch in Meß wird nachträglich fol gende Episode bekannt. Im Laufe der Truppenübungen am 16. d. M. befand sich der Kaiser mit seinem zahlreichen Gefolge einmal unmittelbar an der französischen Lan desgrenze bei Amanweiler. Jenseits dieser war der Polizeikommissar von Constans und ein Gendarm postiert. Der Kaiser wandte sich den französischen Beamten zu und grüßte sie höflichst. Diesen Moment hat der Hof. photograph Jacobi aus Meß in einer wohlgelungenen Gruppenaufnahme festgehalten. * Tie Hauptversammlung der deutschen Gesellschaft für Volksbäder tagt zur Zeit in Danzig. Ihre gemeinnützigen Bestrebungen auf dem Gebiete des Volksbäderwesens wurden durch reichliche Beteiligung der Staatsbehörden und der Tanztger Stadtvertretung anerkannt. Aus allen Gegenden Deutschlands haben sich hervorra gende Gelehrte in Danzig zusammengefunden und da für, daß ihre Beratungen einem wirklichen Bedürfnis bos pratiischen Lebens dienen, zeugt vor allem der Umstand, daß eine ganze Anzahl von Großinduſtriellen den Eizungen beiwohnt, die nach den dort empfangenen Eindrücken und Lehren Volksbäder für ihre Arbeiter einrichten wollen. )-( Ein Attentat auf einen Personenzug ist auf der Strecke zwischen Großenhain und Kottbus verübt worden. Durch eine über die Schienen gelegte Schwelle wurde der Zug Nr. 983 teilweise zur Entgleijung gebracht. Dabei wurde der Hilfsbremser Hermann Noak aus Potsdam getötet, der Packmeister Naumann, der Schaffner Nikusch und der Wagenwärter Küne schwer, drei Reisende und drei Bremser leicht verletzt. Ueber die näheren Umstände, unter denen sich die Katastrophe ereignete, wird folgendes mitgeteilt. Der Lokɔmɔtivführer hatte die Schwelle im leßten Augenblick noch bemerkt und versuchte, durch Kontredamps den Zug zum Halten zu bringen, doch gelang es ihin nicht, da die Geschwindigkeit, mit der der Zug fuhr, 70 Kilometer betrug. Doch wurde dadurch wenigstens verhütet, daß der ganze Zug zertrümmert wurde. Es traf dies Schicksal nur den Gepäckwagen und einen Wagen dritter Klasse, die die entgleisende Lokomotive mit sich riß. XX Panik an Bord eines deutschen Lloyddampfers. In eine gefährliche Situation geriet der große Schnell dampfer der Hamburg- Amerikalinie ,, Fürst Bismarck" beim Einlaufen in den französischen Hafen Cherbourg. Ein Blizz schlug in einen Ponton der Rhede und entzündet ‹ der Ankerkette folgend, einige Unterseeminen. Eine ge waltige Wassersäule stieg in die Höhe und überschüttet das Deck des deutschen Dampfers, mehrere Passagiere nie derreißend. Unter den Jahrgästen, deren Zahl fast tau send betrug, entstand eine furchtbare Panik, doch gelang es den Schiffsoffizieren, diese bald mit dem Hinweis daß kein Schaden entstanden sei, wieder zu besänftigen. )( Gegen die ,, Naturmenschen" soll in diesem Sommer sehr scharf vorgegangen werden. Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit schießen die ,, Naturmenschen" wie Pilze aus der Erde, um durch Verkauf ihres Konterfeis oder freiwillige Spenden einen sorgenfreien Sommer zu verleben. Da von vielen dieser wunderlichen Heiligen hinsichtlich der Kleidung und des Benehmens gegen die guten Sitten und den Anstand verstoßen wird, in Verbindung mit durch Volksaufläufe hervorgerufenen Störungen der öffentlichen Ordnung soll jezt mit der Manie des Naturmenschseins ganz energisch aufgeräumt werden. Zur weihundertjahrfeier der Stadt Petersburg wird weiter mitgeteilt, daß der französische Präsident Lou bet an den Zaren ein Telegramm richtete, in dem er den warmen Empfang rühmt, den ihm die Bevölkerung der Jubiläumsstadt vor einem Jahre bereitet habe, und seine ,, unwandelbare und sehr lebhafte Freundschaft" beteuert. Kaiser Nikolaus antwortete: Ihr Telegramm hat mich lebhaft gerührt. Petersburg bewahrt von Ihrem Ver weilen unter uns eine tief sympathische Erinnerung, und der Besuch des Oberhauptes des befreundeten und verbün beten Staates wird für alle Zeit in seinen geschichtlichen Annalen einen besonders gekennzeichneten Ehrenplatz bewahren. Indem ich Ihnen von Herzen für Ihre guten Wünsche danke, bitte ich Sie, Herr Präsident, stets an meine Gefühle lebhafter und sympathischer Freundschaft zu glauben. * Die Bestechlichkeit der amerikanischen Beamter vird durch eine neue große Ekandalaffäre wieder einmal in ein grelles Licht gesetzt. Der Postverwalter Ma he in Washington wurde unter der Beschuldigung in haft genommen, von einem Lieferanten ein Geschen oon 20 000 Dollars für die Zuwendung eines Auftrages zur Anfertigung von Briefkästen angenommen zu haben. Weitere Verhaftungen in dieser Angelegenheit tehen noch bevor. Präsident Roosevelt erklärte, er sei fest entschlossen, die ganze Verwaltung von solchen Glementen ohne persönliche Rücksichten zu reinigen. Martinique von neuen Vulkanausbrüchen bedroht Der Generalrat der französischen Kolonie der Insel Mar tinique hat beschlossen, den ganzen nördlichen Teil de Insel räumen zu lassen, da der Mont Pelée von neuem eine gefährliche vulkanische Tätigkeit entwickelt. Wie er innerlich, war die unglückliche Insel erst vor kurzem dei Schauplatz einer ungeheuren vulkanischen Katastrophe, de die blühende Stadt St. Pierre und viele Tausende vor Menschenleben zum Opfer fielen. Bunte Chronit. Eine Typhusepidemie ist in der Gar nison Lindau ausgebrochen. Bisher sind neun Erkrankun gen bekannt geworden. Um eine weitere Verbreitung er folgreich bekämpfen zu können, wurde das Sanitätsperso nal verstärkt. -Durch die Sprengung alter Festungsmauern in Straßburg wurden erhebliche Schäden an Privatgebäu den angerichtet. Auf große Entfernungen hin wurden Häuser beschädigt, Mauern durchschlagen und Wohnungseinrichtungen demoliert. Im jüdischen Bürgerhospital schlugen Steine durch das Dach hindurch. Unter den Einwohnern entstand eine große Panik; doch wurde glücklicherweise niemand verletzt. Der im Walde bei Jägersgrün schwer verwundete Forstassessor Hertel ist im Zwickauer Krankenhause gestorben. Der dänische Dampfer ,, Ceres" brachte nach Leith vier Mann des deutschen, an der isländischen Küste geſunkenen Fischdampfers ,, Friedrich Albert". Allen vier. Unglücklichen, die furchtbare Leiden durchgemacht hatten, mußten die Beine amputiert werden. Unter lebhafter Teilnahme des Publikums fand in Paris das Leichenbegängnis des auf der Rennfahrt Paris- Madrid verunglückten Automibilisten Marcel Renault statt. Die Berliner und Wiener Automobilvereine widmeten prachtvolle Kränze. * * Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 2. Juni 1903. Der Großherzog hat das Komturkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem General major z. D. Bigge; das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone desselben Ordens dem Major Müller, Bataillonskommandeur im Infanterie- Regimeut Nr. 137; das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Drdens dem Hauptmann und Kompagniechef Kreuter; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens den Oberleutnants Schroeder und de Nainville, dem Leutnant und Regiments adjutanten Menges, sowie das Silberne Kreuz desselben Ordens dem Vizefeldwebel Günther, letztere fünf im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm ( 2. Großh. Hiff.) Nr. 116 verliehen. ** Der Großherzog hat am 18. April dem Schullehrer Johannes Hünergarth zu Ehringshausen, Kr. Alsfeld aus Anlaß der am 16. Mai stattfindenden Feier feines 50jährigen Dienstjubiläums, das Silberne Kreuz berliehen. Die Festtage sind so gut wie vorüber, und da mit hat nun auch die festreiche Zeit im Kirchenjahr ihr Ende erreicht. Sechs Tage sollst du arbeiten und am siebenten ausruhen von deinen Werken; dieses Bibelwort wird nun für dieses Jahr wieder bei denen all, die in sicherer Brod. stelle sich befinden und Freude an der Arbeit haben, das Losungswort sein. Freilich auch der blaue Montag" hat hat auf der anderen Seite bei vielen seine Macht noch nicht verloren. Wer sich es leisten kann, mag die ooldene Freiheit nach Begehr genießen; wie viele sind es aber, die blau machen und daheim darben Frau und Kinder. Ist da Friern nicht ein Verbrechen!- Unsere gesch. Leser im Geiste nochmals heute nach den Feiertagen überall hinzuführen, wo während dem Pfingstfest etwas„ Ios" war, vermögen wir dieses Mal gar nicht. Sollen wir es kurz bezeichnen, so genügt: es war überall Publikum überall Lust und Freude, überall Sonnenschein, ganz gleich ob daheim im trauten Familienkreis, draußen in Feld und Wald, am Stammtisch oder auf Reisen. Möge das Fest allen das erwünschte Maß an Erholung und Freude gebracht haben. ** Preisausschreiben. Zur Erlangung von Entwürfen für den Neubau eines Justizgebäudes mit Brovinzialarresthaus in Mainz wird hiermit ein Wettbewerb unter Architekten, die in Deutschland ansässig sind, ausgeschrieben. Die Entwürfe müssen bis Donnerstag, den 1. Oftober 1903, nachmittags 6 Uhr, bei dem Großh. Hochbauamt Mainz postfrei eingeliefert werden Für die besten Lösungen der Aufgabe werden ausgesetzt: ein erster Preis von 5000 Marte ein zweiter Preis von 4000 Mart, zwei dritte Preise von je 2500 Mart. Der Ankauf von weiteren Entwürfen zum Betrage von je 1000 Mark bleibt vorbe halten. ** ** Der Bauer'sche Gesangverein Gießen erhielt beim Sängerfest in Homberg v. d. H. mit 191 Punkten den 1. Preis( einen prächtigen Pokal) und 300 Mark. Wir gratulieren. Der Maschinenbauergesangverein war die Feiertage über auf den Gesangswettstreit nach Fechenheim a. M. gegangen und hat sich dort den 8. Preis errungen. Die Konkurrenz war eine ziemlich starke. ** Leichenländung. Am Samstag, den 30. Mai wurde die Leiche der seit 6 Wochen vermißten Indertal aus Rödgen am Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft unterhalb der Landungsbrücke von dem Vereinsdiener Schwan aufgefunden. Die Leiche war schon sehr verwest und wurde sofort nach dem Leichenhaus gebracht. Schwan erhielt 20 Mart Belohnung. ** Im Mai Gießener Volksbad. wurden 11759 Bäder verabreicht, gegen 7140 im Mai 1903 und 8501 im Mat 1902 oder im Durch schnitt auf den ganzen Badetag 413 Bäder gegen 286 im April 1903 und 315 im Mai 1902. " Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 5381 Männer, darunter 1120 zu 10 Pfg. 297,10, 1355 Frauen Wannenbäder: 1. AI. 364 Männer, 124 Frauen, 2. AI. 989 676 Dampf und Heißluftbäder, sowie Maffage zu sammen 91 Männer, 28 Frauen. Brausebäder 2367 Männer, 383 Frauen. Die Personenwage wurde von 280 Personen be nutzt. Das Bad von 13 Personen besichtigt. ** Das Radrennen auf der Rennbahn am 7. Junt verspricht äußerst lebhaft und interessant zu werden. Es haben sich die besten süd- nnd westdeutschen Radfahrer gemeldet; darunter finden wir Namen wie Drescher und SchwarzMainz, Kaminfa Köln, Fischer- Frankfurt, Buckow- Berlinu. a. Bedeutende Motore werden die Führung übernehmen, darunter solche von 14-18 Pferde- Kraft. Aus Helfen und Nachbargebieten. + Ehringshausen, 28. Mat. Ein seltenes Fest wurde gestern in unserem Orte gefeiert, das 50jährige Dienstjubi läum unseres allgemein beliebten Lehrers Herrn Hünergarth. Die Vertreter der Großh. Kreisschulkommission, die Herren Kreisrat Dr. Melior, Kreisschulinspektor Mathes und Dekan Wagner, die fast vollzählige Lehrerschaft des Kreises, mehrere Geistliche, der Gemeinde-, Schul- und Kirchenvorstand, sowie viele Freunde und Verehrer des Jubilarg versammelten sich vormittags um 11 Uhr. Blauer Maienhimmel, liebliches Maiengrün und würziger Fliederduft gaben dem F ste eine wirksame Folie. Schülergesang eröffnete im erst n Schulsaale die offizielle Feier. Herr Kreisrat Dr. Melior überreichte unter herzlichen Worten dem Jubilare die ihm Allerhöchstenorts verliehene Ordensauszeichnung Herr D.fan Wagner verlas ein schr herzliches Schreiben des Großh. Oberkonsistoriums. Herr Ocispfarrer Heinrichs übergab namens bes Se Jefu". Cine im Auftrage be überwies ben b Güler Spende Hiefigen Krieger Rührung übern Schlufgefang gemeinfame Mi im Gaale der rat Dr. Mel forderte die Majeftät den herzog, in d Herr Kreisf machenden tamen und z Wagner übe und Kirche. Beugniffe vo Wertschäßung Herren Pfar Neeb und L faulfommiffio und förperlich tiefbewegten 2 wunsch- Depes 200 ftieg. Etti borigen Her * vollendet m Mart. Die die Leitung nicht erforde 0000 GOOG R Don statt, inw Emma 45 Web Billigste A Weißblech blant u. ladier em illierte und F Salatsiebe Hauspähn magtes J. We Gießen. keiten. Junt 1903. nturfreuz 1. Alaff namens des Kirchenvorstandes den Prachtband„ Das Leben Jesu". Eine goldene Uhrkette spendete der Bürgermeister im Auftrage der Gemeinde. Herr Lehrer Ruckelshausen hier überwies den von der Lehrerschaft gestifteten Plüschsessel, die Schüler spendeten' ein Teeservice und der Präsident des hiesigen Kriegervereins einen Weinfühler. Tiefbewegt, von Rührung überwälttigt, dankte der Jubilar für alle Gaben. Schlußgefang der Schüler endigte die offizielle Feier. Eine gemeinsame Mittagstafel vereinte dann Jubilar und Festgäste im Saale der Weifenbach'schen Gastwirtschaft. Herr Kreisrat Dr. Meltor eröffnete den Reigen der Tischreden; er forderte die Festversammlung auf zu einem Hoche auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog, in das begeistert eingestimmt wurde. Dann pries Herr Kreisschul nspektor Mathes in einer tiefen Eindruck machenden Rede die Verdienste des Jubilars. Von Herzen tamen und zu Herzen drangen die Worte des Herrn Dekan Wagner über das freundschaftliche Verhältnis von Schule und Kirche. Auch die weiteren Reden wareu glänzende Beugnisse von den Verdiensten des Jubilars, wie von seiner Wertschäßung und Beliebtheit. U. a. sprachen noch die Herren Pfarrer Georgi, Landtagsabgeordneter Brauer, Lehrer Neeb und Lehrer Müller; letzterer auf die Großh. Kreisschulkommission. Der Jubilar, der sich noch voller geistiger und körperlicher Frische erfreut, dankte für die Ehrungen in tiefbewegten Worten. Inzwischen langten immer noch Glückwunsch- Depeschen und-Briefe an, so daß ihre Zahl auf über 200 ftieg. igen dem Genera ffe mit der Kron illonstommandem tterfreuz 1. Alaff Kompagniede elben Drdens ben ainville, den ges, fomie da feldwebel in at Kaiser Wilhelm April dem Schul ringshausen attfindenden Feier ( berne Kreuz b vorüber, und da henjahr ihr End nd am fiebenter wort wird nun n sicherer Brob rbeit haben, ba ue Montag" fa Macht noch nich e coldene Freihei find es aber rau und Kinder - Unsere heute nach den nd dem Bfingit Mal gar nicht war überall Sonnenschein, freis, draußer Reifen. Möge ung und Freud Erlangung to bäudes mit Pro ein Wettbewer fig find, ausge nerstag, den 1 m Großh. Ho Für die bester in erfter Breit 000 Mart, zwe auf von weiterer rt bleibt vorbe erein Gießes it 191 Buntter 300 Mart. Wi gberein wa reit nad Feder en 8. Preis er starke. g, den 30. Ma ten Indertal au gesellschaft unter 18diener Schwa weft und wurd hwan erhielt 2 Im Ma 7140 im Ma er im Durc der gegen 28 e folgt verteilt 120 zu 10 g 297, 10 124 Frauen Ettingshausen bei Grünbera, 28. Mai. Die seit vorigen Herbst im Bau begriffene Quellwasserleitung ist jetzt vollendet mit einem Kostenaufwand von ungefähr 50000 Mart. Die Quellen liegen in der Gemarkung Dueckborn, die Leitung hat natürlichls Gefäll, Maschinen waren deshalb nicht erforderlich. ** Der Geflügelzuchtverein Alsfeld hat beschlossen, im Herbst 1903 in Alsfeld eine Lokal- Geflügelausstellung abzuhalten. ** Wetzlar. Der Obst- und Gartenbauverein des Kreises hat in seiner legten Generalversammlung für diesen Herbst einen Dbstmarkt vorgesehen. ** Marburg. Wie schon durch frühere Zeitungsnotizen bekannt, findet auf dem Kämpfrasen dahier am 4., 5. und 6. Juli 1903 der große hessische Athleten wettstreit, Austragung der Meisterschaft von Hessen 2c. und Volksfest statt. Burg Gleiberg. Im verflossenen Jahre wurden die Renovierungsarbeiten an der Burg sehr energisch fortgesetzt, so daß jeßt der sogenannte„ Lassauer Bau" wieder vollständig hergestellt ist. Besonders wurde auch das schadhafte Dach nebst Boden repariert. Die Herstellungskosten beliefen sich im Jahre 1902 auf nahezu 7000 Mt., und da der Fonds und die Spenden nicht ausreichten, war eine Kapitalaufnahme von 1400 Mt. erforderlich. Von setten der preußischen Regierung erhofft man für dieses Jahr eine Geldzuwendung, zumal Hessen seit Jahren einen Beitrag spendet. * * Darmstadt, 29. Mai. Unter dem Vorsitz des Freiherrn Heyl zu Herrnsseim fand gestern morgen im Städtischen Saalbau hier die erste Hauptversammlung des Ernst Ludwig- Vereins, Hessischer Zentralverein für Errichtung billiger Mohnungen statt. Als Vertreter der Großherzoglichen Regierung wohnten die Ministerialräte Braun und Freiherr v. Biegeleben den Verhandlungen bei. Als Vertreter des Rheinischen Vereins zur Förderung des Arbeiter- Wohnungswesen war Landesrat Dr. Brauns- Düsseldorf anwesend, ferner war ein Vertreter des Vereins für ArbeiterWohnungen Frankfurt a. M. erschienen. Aus dem von Freiherrn v. Heyl erstatteten Jahresbericht war zu entnehmen, 00000000000000 Briefbogen Formulare jeder Art. Breislisten Briefumschläge Rechnungen Plakate daß der Verein eine segensreiche Tätigkeit entfaltet hat und daß demselben bis heute 36 Behörden, 5 Bauvereine, 8 sonstige Vereine und 616 Einzelpersonen als Mitglieder angehören. Die wichtigste Aufgabe des Vereins war die Mitwirkung bei der Feststellung des Entwurfes des WohnungsFürsorgegesezes für Hessen nnd die Durchführung einer wirksamen Reform auf dem Gebiete des Wohnungswesens. Durch Bereitstellung von Staatsmitteln aus der Landeskreditkasse zu billigem Binsfuße fonnte bereits die Erbauung von Wohnungen für Minderbemittelte nach Maßgabe des Wohnungsgesetzes wesentlich gefördert werden. Zur Unterstützung der Tätigkeit des Vereins hat die Großh. Regierung einen jährlichen Staatsbeitrag von 6000 Mt. in das Staatsbudget eingestellt. Als Landeswohnungsinspektor wurde Generalsekretär Gregschel- Düsseldorf berufen, dem auch die Geschäfte des Generalsekretärs des Zentalvereins übertragen wurden, Redner hob hervor, daß die Wohnungsfrage seither nur für die Fabrikarbeiter in den Vordergrund gestellt worden sei. Die Interessen anderer Berufsstände habe man außer Acht gelassen. Die Wohnungsfrage dürfte man nicht einseitig erledigen, sondern die Förderung derselben für alle Stände ins Auge fassen. Staat und Gemeinde seien auf diesem Gebiet rückständig und beide haben sich bis heute an der Entwickelung des Wohnungswesens sehr wenig beiteiligt. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. beim Jede Unregelmäßigkeit Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt uns melden zu wollen. Die Expedition. Geburts, Verlobungs-, Tabellen Visiten, Vermählungs-, Speise- u. Weinkarten Todesanzeigen Beileidskarten sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. Reichstagswahl. -Donnerstag, den 4. Juni, Tabends 8% Uhr findet im ,, Neuen Saalbau" ( bisher Steins Garten) eine Wählerversammlung 576 Maffage 3 statt, inwelcher unser Kandidat uen. tigt. Personen be bahn am 7. Juni zu werden. E Radfahrer ge Her und Schwarz Budow- Berlin u ng übernehmen gebieten. enes Feft wurd brige Dienftjub errn Hünergart ffion, die Herre athes und Defa Areises, mehrer nvorstand, fowi erfammelten fid immel, liebliche dem Ffte eine nerft n Schul r. Melior über e die ihm der Herr D.fa Jen des Großh inrichs überga Herr Commerzienrat Heyligenstaedt sein Programm entwickeln wird. 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Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Hebrolle Wallthorstraße 49 b. als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beitragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Einspruch erheben ( f.§ 15 der Verordnnng vom 31. Mai 1902, Regierungsblatt S. 83). Gießen, 28. Mai 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. 40 tote Ratten pro Tag zur Strede gebracht- großartig ist der Erfolg bin die Ratten los 30 Ratten in furzer Zeit tot- findet bei meinen Kunden großen Anklang 2c., so und ähnlich heißt es immer in den glänzenden Zeugnissen über„ Es hat geschnappt". Wo feine Ratte mehr in die Falle geht, wo Giftbroden nicht mehr angerührt werden, da wird das von den schädlichen Nagetieren mit wahrem Heißhunger gefressene, für Haustiere und Geflügel absolut unschädliche Es hat geschnappt" staunend wirken. Nur echt in plombierten Padungen à 50 Pig., 1-, 3- und 5.- mr. man lasse sich nichts anderes aufreden. 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Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern guten Gatten, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Johannes Gondner nach langem, schweren Leiden heute Mittag 4 Uhr zu sich abzurufen. Um stilles Beileid bittet Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Gondner, geb. Feuerstein. Grünberg, den 31. Mai 1903. Die Beerdigung findet statt Mittwoch den 3. Juni, nachmittags 2 Uhr. Abonnements- Konzerte. Die Karelle des Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm"( 2. Großh Heff.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Cyklus von ments- Konzerten einzuladen. " Die Konzerte finden im bounc Nenen Saalban"( früher Steins Garten) statt Dieselben werden mit Militärmusik ausgeführt, wozu ein musik und kunstliebendes Publikum eingeladen wird. Der Abonnementspreis für 6 Konzerte beträgt: Familienbillet bis zu 4 Personen à Mt. 7.Bersonenbillet Kassenpreis 3 " à 6." à 2.20 " à 0.50 " Die Lifte zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird in den ,, Gießener Neueste Nachrichten" bekannt gegeben. C. Krausse, Grokh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Challier, Neuenmeg zu haben. Achtung! Mittwoch den 3. Juni von morgens 1 11 Uhr bis nachmittags 4 Uhr bin ich im Garten unterm Lenz'ichen Felsenfeller mit folgenden Waren anwesend, wie: Blumenkohl, Wirsing, Oberkolraben, Spikkappus, Möt ren, Rübziehl, Radischen, Gurken, Calate, Kartoffeln, Zwiebel, Sellerie, Matjes- Heringe. Erdbeeren, Aprifosen, Trauben zc. Alles diesjährige frische, tadellose Ware, welche zu ganz äußerst billigen Preisen abgebe. Bitte um geneigten Zuspruch. Christian Klein aus Altenkirchen. Naumann Germania Fahrräder sind die besten! VI SEIDEL& NAUMANN DRESDEN In dem früher Pascoe' schen Hause, an den Bahnhöfen 30, ist Karl Haberkorn Nachf. auf 1. Juni eine Wohnung, be Emil Willems. Grünbero. Achtung! Nächster Zeit! Ziehung bestimmt am 20. Juni 1903. II. 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