Nr. 102. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Saus gebracht 60 Bfg., burd die Boft bejogen viertel jährlich it. 1.50. Brattabellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obft xb Gartenban, sowie die Gießener Setfenblasen( wbchentli). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Samstag, den 2. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsyret 8s Die einspaltige Petitzelle für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 fe fenfi 16 Bfg.: Refismen bie Bettelle 30 resp. 40 s Bofizeitungsliste Ste. 369. Redaktion und Erpebition: Stesen Renenweg Serſprechaushik Mr, 368. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Dynamitan fchlag in Saloniki. 22 Die Verruchtheit der bulgarisch mazedonischen Aufrührer hat eine Höhe erreicht, die faum noch überschritten werden kann. Die näheren Nachrichten über den schon gemeldeten Bombenanschlag in Saloniti lassen erkennen, daß das ruchlose Attentat nicht nur der dortigen Zweigstelle der Ottomanbant, sondern auch der Bank von Mytilene, dem europäischen Klubhaus und einem benachbarten hotel galt. Also nicht nur gegen die verhaßten Türken, sondern auch gegen die an dem ganzen Balkantampfe unbeteiligten Europäer richtete sich der gewissenlose Plan dieser bulgarischen Schurlen, die sich Christen nennen und angeblich das Christentum gegen die Türken verteidigen. Und für dieses Gejindel begeistern sich Leute in Mittelund 28esteuropa! So ruchlos hat es der Türke denn doch noch nie getrieben, was ihm auch an Greueln und Graujamfeiten zur Last gelegt wird. Ueber den Anschlag selbst, bei dem auch ein Mitglied der deutschen Botschaft in Konstantinopel, der in sem erwähnten Hotel abgestiegene Konsulatsverweser ohr schwer verivundet wurde, wird aus. Saloniti gemclbet: Mehrere Personen, die sich in drei Wagen bejanden, begangen plö lich damit, Bomben zu werfen. Im Nu stand das Gebäude der Ottomanbant, in das eine Bombe flog, in Flammen. Im Augenblick, als der Brand ausbrach, wurden zwei der Uebeltäter durch Bombensplitter zerrissen, drei andere wurden lebend gefangen genommen. Ein Soldat und ein Wächter fanden gleichfalls ihren Tod; von den Angestellten der Bank kam niemand um. Das Feuer in dem Baulgebäude griff so schnell um sich, daß nur ein Teil des Gebäudes gerettet werden konnte; die Löschmannschaften hatten alle Hände voll zu tun, um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhindern. Böllig gelöscht ist der Brand noch nicht. Auch ein im Dafen liegender französischer Dampfer mit Munition jü bie türkische Regierung wurde durch eine Bombe beschädigt. Im ganzen wurden über 50 Bomben geworfen. Srfreulicherweise werden die Dynamitarden der verbienten Strafe nicht entgehen; außer den auf irischer Tat festgenommenen Schurlen ist auch der Austi ter der Unruhen, ein auf einem Dampfer in Saloniti eingetrofjener bulgarischer Schullehrer Namens Yorghi, dingfest gemacht worden. Er reiste eiligst nach Üestüb ab, wurde aber unterwegs verhaftet und nach Saloniki zurückgeschaft, wo er dem Gericht übergeben worden ist. Der eigentliche Leiter des Attentats ist zweifellos das berüchtigte Haupt des mazedonischen Komitees, der Bulgare Sarafow. Der Eindruck des Vorkommnisses auf die türkischen Behörden und das diplomatische Korps ist selbstverständlich ein ungeheurer. Der Sultan ist völlig niedergeschmettert und ratios, er befürchtet ähnliche Vorgänge in der Hauptstadt. Natürlich werden alle öffentlichen Gebäude militärisch bewacht, und auch nach Salonili sind VerStärkungen abgegangen, aber man sept nicht allzu viel Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Militärs, wenigstens hat dasselbe bei der Bewachung der Bahnstrecken versagt. Zum großen Teile liegt das daran, daß die Truppen seit fieben Monaten feinen Heller Sold erhalten haben. In biplomatischen Kreisen wird mit der Wahrscheinlichkeit einer Flotten demonstration der Mächte vor Salonifi, eventuell mit einer Truppenlandung wie auf Kereta gerechnet. Etwas anderes wird wohl auch nicht übrig bleiben, will man nicht weiterhin Sicherheit und Leben völlig unbeteiligter aufs Spiel seßen. Die schwere Verwundung des deutschen Konsulatsverwesers wird auch Deutschland troß seiner Freundschaft für die Pforte veranlassen müssen, darauf zu dringen, daß auf irgend eine Weise dent bulgarischen Treiben der Garaus gemacht wird. Wie unser Berliner CB. Mi rbeiter erfährt, sind deutscherseits bereits energische Vorstellungen wegen des Vorfalls, bei dem auch in die deutsche Schule und in das Klubhaus Bomben geschleudert wurden, bei der Pforte erhoben. In deutschen politischen Kreisen wird der Vorfall als sehr ernst angesehen; man vermutet in Berlin, daß das amtliche Bulgarien nicht unbeteiligt bei der Sache ist. Erweist sich das als Tatsache, so würden sich daraus recht ernste Verwickelungen ergeben. Die Pforte ist bereits in Sofia wegen des ungeheuerlichen Vorfalles vorstellig geworden. finale. [ Politische Wochenschau.] In lieblichen Mollakkorden schloß am Donnerstag die lette Sigung des Reichstages; es war eine Art Versöhnungslied, das an dem Grabe der abgelaufenen gejezgebe rischen Periode angestimmt wurde. Am Tage vorher wogte noch bei der Erörterung der Kündigung der Handelsverträge wild und tosend der Kampf, und es schien fast, ale jollten die bewegten Dezember.age des verflossenen Jahres wiederkehren. Ebenso hatte die Beratung über das Krantenfassengesei eine tiefe Klust zwischen rechts und links geleat. In dem Varagraphen 42 wird nämlich ein verwarfres Aussichtsrecht der Staatsveyorden uber die Berwaltungsorgane geschaffen; die sozialdemokratische Frat tion und die freisinnigen Gruppen fürchteten aber, daß diese Bestimmung zu politischen Interessen mißbraucht, daß mit anderen Worten politisch unbequeme Vorstands. mitglieder hinausgemaßregelt werden könnten, und leiste. ten deshalb einen gar nicht vorhergesehenen hef.igen Wi derstand. Infolgedessen entschloß sich die Zentrumspartei zu einem Kompromißvorschlag, durch den jeder Zweifel an der Tendenz des Aufsichtsrechts und jede Möglichkeit eines Mißbrauchs beseitigt wird. Die Rechte ist mit diesem Finale durchaus nicht zufrieden, weil es einen Erfolg der Sozialdemokratie darstelle. Gewiß doch! Allein, wer kritisiert, muß auch prüfen. Was hat denn unmittelbar vor Toresschluß der Sozialdemokratie das Uebergewicht gegeben? Der mangelnde Eifer der Mehrheit. Troßdem die Schlußpolonaise des Parlaments nur von kurzer Dauer war, fonnten sich die Mitglieder nicht zu einem regen Besuch entschließen. Die Sozialdemokratie war völlig imstande, jede Beschlußfassung durch Anzweiflung der Beschlußfähigkeit zu verhindern, und diesem unerquicklichen Schauspiel mußten die Mehrheitsparteien angesichts der bevorstehenden Neuwahlen im eigenen Interesse ein Ende machen. Allerdings mag die lange Dauer der Session ja den Mitgliedern des Hauses zur Entschuldigung dienen. 302 Sigungen, fast so viel, wie Tage im Jahre, also ein Reichstag förmlich in Permanenz. Es ist noch niemals da gewesen, daß dem Präsidenten in einer Session dreimal Sträuße gewunden wurden. Das geschieht bekanntlich stets, wenn die Ordnungszahl der Sigungen wieder bei einer nenen Null angelangt ist. Wären es die einzigen Sträuße, die ein Präsident mit den Mitgliedern des Hauses hat. Im übrigen kann man dem Reichstag als Ganzem trob der Lässigkeit einzelner Mitglieder die Anerkennung nicht absprechen, daß er sehr fleißig gearbeitet und große gejezgeberische Aufgaben erledigt hat, in deren Vordergrund das Flottengesez und der neue autonome Zolltarif stehen. Auf sozialpolitischem Gebiete hat er sich durch die Reform der Versicherungsgesetzgebung, die eine Etappe zur Verschmelzung der einzelnen Versicherungsorganisationen darstellt, sowie durch das Kinderschutzgesez sehr fruchtbar erwiesen. Weniger verdienstvoll aber war seine Tätigfeit auf finanzpolitischem Gebiet; insbesondere ist es zu beklagen, daß er die Reichsfinanzreform nicht durchzufüh ren vermochte. Am wenigsten hat er auf kolonialpolitischem Gebiet geleistet, weil gerade die Ausgaben hierfür dem Rotstift der Spargenies zum Opfer sielen. Diese zurückhaltung sticht außerordentlich ab von der kolonialen und Eroberungstätigkeit der anderen Staaten. Wir sehen Rußland auf dem Marsche nach Ostasien, Amerika gesellt sich ihm zur Seite und findet trotzdem noch Muße genug, in Südamerika seine Einflußsphäre zu erweitern. England sperrt inzwischen, wie die kanadische Zollpolitik zeigt, seine Grenzen für den fremden Wettbewerb und knüpft neue Verbindungen mit anderen Staaten an. Offenbar steht ja mit den afrikanischen Kolonialinteressen der Besuch des Königs von England in Italien in Verbindung. Allerdings betonen verschiedene Blätter mit Recht, daß die Inszenierung dieses Besuchs gerade keine Liebenswür digkeit gegen Deutschland war. Der Besuch unseres Kaisers in Rom war längst schon in Aussicht genommen, ehe ,, Onkel Eduard", wie ihn die Presse nennt, den Plan einer Romfahrt faßte, und in lezter Stunde noch schob er sich vor. Indessen tragen wir das mit Gleichmut, weil auch dieser embarras de richesse an Fürstenbesuchen den Römern die kaiserfreundliche Stimmung nicht verdirbt. Die Vorbereitungen, die im Quirinal wie im Vatikan zum Empfang des Gastes getroffen werden, zeigen, wie sehr die Persönlichkeit des Kaisers das Ausland interessiert und gewinnt. Insbesondere verlautet, daß der Papst zu den aufrichtigen Verehrern des Kaisers gehört. Jedenfalls ist der Besuch des mächtigsten evangelischen Herrschers auf dem Kontinent bei dem Oberhaupte der katholischen Kirche der augenfälligste Ausdruck der höchsten Toleranz, an dem sich die politische Welt ein Beispiel nehmen sollte. Schließlich sind wir im Reiche, ob Evangelische oder Katholiken, alle Volksgenossen, und sollen das suchen, hegen und pflegen, was uns eint, und nicht, was uns trennt. Die Stunde, in der Kaiser und Papst beisammen sind, darf gewissermaßen als das Symbol des zur höchsten Vollkommenheit entwidelten Duldungsgedankens gelten, das sich von dem düsteren Hintergrund der religiösen kämpfe im tleinen Orient wirkungsvoll abhebt. Die Politik. Einschränkung ie: Gerichtsferien. (:) Während die preußische Regierung sich gegen eine gesetzliche Beseitigung oder Einschränkung der Gerichtserien noch vor kurzem energisch gesträubt hat, ist sie etzt doch selbst den Wünschen der Handelswelt auf dem Jerwaltungswege- Justizminister Schönstedt hat ein erartiges Verfahren im Landtage. 3t. angefündigt entgegengekommen. Wie unser CB- Mitarbeiter von jutunterrichteter hört, hat der preußische Justizminister eine Verfügung an die Gerichte erlassen, wonach bringende Rechtsstreitigkeiten mehr als bisher während Ser Gerichtsferien als Feriensachen zu behandeln sind, also während der Ferien zur Verhandlung kommen solfen. In Handelstreisen wird man dies Vorgehen dankbar begrüßen. Ministerkrise in Ungarn? (!) Der Er ler- Zustand in Ungarn ist zur Tatsache geworden. Das Ministerium führt die Verwaltungsgeschäfte ohne Mitwirkung des Parlaments. Koloman v. Ezell, der Ministerpräsident, hat sich in der heiklen Situation durchaus würdig und vornehm benommen, und es ist ihm auch vom Standpunkt des militärischen Bündnisses Deutschlands mit Oesterreich Ungarn aus zu wünschen, daß er den endgiltigen Sieg über die Opposition davontrage. Diese scheint sich großen Illusionen über die Bedeutung dieses konflikts hinzuge geben. Sie rechnet mit der Möglichkeit eines Kabinettwechsels und bezeichnet die Sache Szells als rettungslos verloren. Darin wird sie sich wohl irren. Graf Thedor Andrassy hat wegen eines politischen Wortwechsels den Abgeordneten Barta fordern lassen. Offiziere und Kulturkampf in Frankreich. ::: Die Weigerung französischer Offiziere, an der Ausweisung der geistlichen Orden mitzuwirken, wiederholt sich. Trotz amtlicher Dementis halten die Blätter daran fest, daß außer dem Kommandeur des Regiments, das zur Austreibung der Karthäuser zwei Schwadronen nach Grenoble schicken mußte, auch der Führer dieser Schwadronen, ein Rittmeister, und noch zwei andere Offiziere des Regiments ihre Entlassung nachgesucht haben. Die Mitteilung dürfte stimmen. Hat doch auch ein simpler Leutnant, Portier, vom 91. Infanterieregiment sich geweigert, mit der von ihm interimistisch beschligten Kompagnie bei der Austreibung der Redemptoristen in Sables d'Olonne mitzuwirken. Er wurde zwar mit Arrest bestraft, wird aber wahrscheinlich vor ein Kriegsgericht gef llt werden, aber allzu viel wird ihm das auch nicht ft. Denn die über ihn aburteilen, denten kaum anders als er. Gärung in Spanien. )-( Im Lande der Kastanien wird die Lage immer bedrohlicher. Die Vorkommnisse bei den eben vorgenom menen Wahlen suchen selbst in der Heimat der Hidalgos, wo es an den Wahltagen stets ziemlich bunt hergeht, ihres gleichen. In Infiesto, Provinz Oviedo, gab die Feststellung des Wahlergebnisses Anlaß zu blutigen Unruhen. Ein erregter Volkshaufe wollte in das Stadthaus eindringen und griff die Gendarmerie an, die von der Waffe Gebrauch machte. Zehn Personen wurden getötet, darunter zwei Frauen. Es gab so viele Verwundete, daß Aerzte von Oviedo herbeigerufen werden mußten. Auch einige Gendarmen wurden verwundet. Aehnliche Tumulte werden aus anderen Orten gemeldet. Die oppositionellen Blätter rechnen mit der Möglichkeit einer Ministerkrisis. Zu alledem kommen noch sozialdemokratische Umtriebe: die Maifeier hat zu tumultarischen Volksversammlungen und Umzügen Veranlassung gegeben, und in der Hauptstadt selbst ist wieder einmal ein allgemeiner Streit der Straßenbahner ausgebrochen. Wie sagt doch der Prophet? ,, Wehe dem Lande, dessen König ein Kind ist--" Burenansiedelungen in Mexiko. (-) Nach Meldungen aus Mexiko haben die Bemühungen, ausgewanderte Buren in Merito anzusiedeln, jetzt zu einem festen Ergebnis geführt. Es sind 83 000 Acer Land am Conchas- Flusse bei Canta Rosalia im Staate Chihuahua angekauft worden, und General Enyman beabsichtigt, 1000 Burenfamilien auf diesen Ländereien anzusiedeln. Ob die Buren sich unter dem ewig wechselnden Willkürregiment in Meriko dauernd wohl fühlen werden? Chinesische Ausschreitungen gegen Europäer. () Nach einer Meldung aus Kanton sind 5 amerikanische Ingenieure, die beim Bau der Bahnlinie Hankau- Kana ton beschäftigt sind, in Juantan am Nordflusse von chinesischen Volkshausen angegriffen worden. Sie flüchteten sich in einen Tempel, den sie verbarrikadierten. Der amerikanische Konsul hat das Kanonenboot ,, Callao" zur Hilfeleistung aufgeboten, auch gelen chinesische Truppen nach dorthin ab. Kurze politische Nachrichten. * Auf der bekannten Tecklenborgschen Schiffswerft in Geestemünde ist sämtlichen 1600 Arbeitern zum 14. Mai gefündigt worden, weil der Arbeiterausschuß sich weigerte, eine von ihm veröffentlichte Warnung vor Zuzug von Werstarbeitern zurückzunehmen. * Der Generalissimus der französischen Armee, Ge neral Bungère, hatte seine Entlassung beantragt, meil er im obersten Kriegsrat bei allen seinen Anträgen überstimmt wurde. Dem Präsidenten Loubet, der jetzt wieder in Paris eingetroffen ist, gelang es, Bungère zu bewegen, auf seinem Posten zu verbleiben. Doras, und wundert. ohne daß fie Was ift thr liebliches Geficht rötete fich progridy, es wußte. dir denn?" fragte Frau Schweigert verDie - die Bilder dort, Madame, sind cl fchön!" ,, Du wirst sie alle genau betrachten Fönnen, und hich gut fanen find men ich werde dir sogar erffären, wer die betreffenden Per flammerte, etwas auf bem Gewissen. mir Margarethe nicht Пепси, er hat abuſammen. Sie versuchte zu lachen, vermochte es aber nicht. Hatte doch die Mutter welcher schon seit landenselben Gedanken ausgefprorückte und ihr ein gut Teil ihrer Heiterfeit ger Zeit ihre eigene Seele und Jugendlust raubte. Fortseßung folgt.) germen, es war otes aud) metter fein ihrer Schönheit wegen als Königin der pieder, da fick Ich Bochen inäte ebenso tiefen Eindruck gemacht, übler Kerl war, bildete ich mir ein, ich hätte auf sie einen von Tag zu Tag größer, und da ich da feit wurde wie sie auf mich. Ein paar durchaus kein wo auch sie zu finden war. mich ihr vorstellen und tanzte an Male mit ihr. Später konnte man mich immer dort suchen, Unsere galt. Abend mehrere higlt ich nahm Deine Mund hat." gefülltes Glas und warf es dem Dottor ins Gesicht. rief ich ihm zu, wenn Sie fein Feigling find, werden Sie und ich verlor jest jede Selbstbeherrschung. Ich ergriff ein klären zu müssen, daß Lady Geraldine Bond feinen schönen Herren und Herteutnant Moleber, es tut mir leio, eta Abermals erschütterte eine Lachsalve den ganzen Saal, rend der Dottor fid) erhob „ Da!" Hof und Gesellschaft. *** Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich schlie Ben sich heute( Sonnabend) in Florenz dem Kaiser an, um mit ihm dem italienischen Königspaar und dem Papst ihre Aufwartung zu machen. Der Kronprinz wird am 6. d. M. in Rom seinen 21. Geburtstag feiern und an demselben Tage mit seinem Bruder die Rückfahrt nach Berlin antreten, während der Kaiser sich von Rom aus zunächst zum Fürsten Fürstenberg nach Donaueschingen und dann nach Straßburg und Schloß Urville bei Meg begeben wird. *** König Georg von Sachsen hat sich nach herzlicher Verabschiedung vom Prinzregenten Luitpold von München nach Stuttgart begeben, wo er auf dem Bahnhof vom König, den föniglichen Prinzen und den Würdenträgern bewillkommnet wurde. *** Von der Trauung in Bückeburg wird noch berichtet, daß, als der Ringwechsel vollzogen wurde, 21 Salutſchüsse von einer nahe bei der Kirche aufgestellten Batterie abgegeben wurde. Beim Diner brachte der Kaiser den Trinkspruch auf das neuvermählte Paar aus. Er sagte, der Großherzog möge seine Gemahlin auf Händen tragen und ihr in Minnen dienen, wie es am Hofe der Landgrafen von Thüringen von Alters her Brauch gewesen. Der Großherzogin stellte der Kaiser das Vorbild der Heiligen Elisabeth dar, die auch er zu seinen Ahnen zähle. Die Neuvermählten verleben ihren Honigmond auf Schloß Heinrichsau in Schlesien.- Kö nigin Wilhelmina der Niederlande und Prinz Heinrich reisten gestern Vormittag nach Schloß Loo. Der Fürst und die Fürstin zu Schaumburg- Lippe gaben ihnen das Geleit zum Bahnhof. *** Die Großherzogin Alice von Tostana wurde gestern telegraphisch nach Lindau berufen. Man schließt daraus, daß die Niederkunft der Prinzessin Luise bevorsteht. Preussischer Landtag. Schluß- Sibungen. - Eigener Beri ht. - Schluß der Legislaturperiode. Echon um 10 Uhr begann das Herrenhaus die Beratungen. Die Gesezentwürfe über die Verstaatlichungen von Privateisenbahnen und der dadurch bedingte Nachtragsetat fanben nach kurzer Debatte einhellige Genehmigung. Dann kam der ,, Clou" der Schlußsibung des Herrenhauses aufs Tapet: Der Antrag der Grafen Mirbach und Dohna, die Regierung zu ersuchen, sie solle im Bundesrat für sofortige Kündigung der Handelsverträge eintreten. Die Regierungsvertreter verließen, als der Antrag verlesen wurde, spornstreichs den Saal. War auch damit dargetan, daß der Antrag teine Berücksichti gung der Regierung finden würde, so trat das Haus doch in seine Beratung ein. Die Grafen Mirbach und Eulenburg, sowie Fehr. v. Manteuffel traten für ihn ein. Scharf bekämpft wurde der Antrag von dem früheren Minister Frhrn. v. Lucius- Ballhausen, dem Oberbergrat Wa ch ler und den Oberbürgermeistern Bender- Breslau und Becker-Köln. Die Abstimmung brachte wie vorauszusehen die Annahme des Antrags. Nach einer furzen Ansprache des Präsidenten Fürsten zu Wied, der darauf verwies, daß die Mitglieder jetzt von dem alten Hause Abschied nehmen müßten, um in den prächtigen neuen Herrenhauspalast einzuziehen, schüttelte man sich die Hände, und die Eizung war beendet. Der endgiltige Abschied freilich kam erst am Nachmittag, nach der ge meinsamen Eibung beider Häuser des Landtags, die den Schluß der Periode brachte. Im Abgeordnetenhause hatte inzwischen die Beratung ebenfalls begonnen. Das Haus blieb einem Antrag Friedberg entsprechend auf den Beschlüssen der dritten Lesung über den Geseßentwurf betr. den höheren Verwaltungsdienst bestehen. Für die Wiederherstellung des Paragraph 4 der Regierungsvorlage stimmten nur die beiden konservativen Fraktionen mit 170 Stimmen; 164 Abgeordnete aber entschieden sich für die Kommissionsfassung. Damit ist der Gesezentwurf gescheitert." Nachdem noch einige Petitionen betr. Lehrerbesoldungen erledigt worden waren, vertagte sich das Haus nach den üblichen Schlußansprachen auf 4 Uhr. Úm 4 Uhr traten dann die beiden Häuser unter dem Präsidium des Fürsten zu Wied zu einer erweiterten Sigung zusammen, in der Minister Dr. Schönstedt den Landtag schloß. Fürst zu Bied brachte ein hoch auf den Kaiser aus; dann löste sich das Haus auf. Aus dem Gerichtssaal. § Die Katastrophe der Bommerschen Hypotheken: aktienbank. Vor der Berliner Strafkammer begann der große Prozeß gegen die früheren vier Direktören der Bommerschen Hypothekenaftienbank, den 40jährigen Kommerzienrat Johann Wilhelm Schulz aus Charlottenburg, den 49jährigen Bankdirektor Karl Friedrich Romeick aus Wilmersdorf, den 72jährigen Stadtbauinspettor a. D. Arnold Hanel aus Köln und den königlichen Baurat Hermann Bohl aus Groß- Lichterfelde. Die ersten beiden befinden sich in Untersuchungshaft, die beiden leßten auf freiem Fuß. Sie stehen unter Anklage, die mißlungenen Terrainspekulationen der verkrachten Bɔmmernbank dadurch verdeckt zu haben, daß sie die Bilanzen der Pommernbank verschleierten und widerrechtlich hohe Dividenden ausschütteten, um die Gläubiger der Bank zu täuschen. Die Anklageschrift umfaßt 400 Druckseiten und für die Verhandluna sind vier Wochen in Aussicht genommen. - Der Wachtmeister im 1. Garde- Ulanenregiment zu Potsdam Fuchs ist zu sechs Wochen Mittelarrest ver urteilt worden, weil er durch leberschreitung der Dienstgewalt Veranlassung zu dem Selbstmorde des freiwil ligen Ulanen Würzberg gegeben haben soll, den er durch einen Unteroffizier und einen Gefreiten hatte ,, stramm nehmen" lassen. Der Unteroffizier erhielt ebenfalls sechs Wochen Mittelarrest, der Gefreite drei Wochen Arrest. - Elise v. Heusler, die wegen Giftmordversuchs an der Krankenwärterin Wagner zu sechs Jahren Zuchthaus berurteilte frühere Oberin des Münchener Maximilianstifts, will es jetzt mit einem Gnadengesuch an den Prinzregenten versuchen. Es wird ihr aber wohl nicht gelingen. 3. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll Auszug Gießen, 29. April 1903. Anwesend waren die Herren: Kommerzienrat Stoch, Vorfizender, Balser, Dürbeck, Ihr ng, Kaz, Novad, Ramsped, Rinn, Schirmer, Wallach, Zurbuch sowie der Syndifus Dr. Anipper. 1) Aus dem Geschäftsbericht ist Folgendes mit zuteilen: a) Bei dem Reichspostamt in Berlin wurde beantragt im Interesse der deutschen Ausfuhr nach China darauf hinzuwirken, daß die Briefbeförderung via Sibirien nach Shanghai und anderen chinesischen Bläßen zugelassen wird. Nach Auskunft des Reichspostamts ist die Briefbeförderung über Sibirien von Mitte Juni ab zu erwarten. b) Infolge wiederholter Beschwerden über das Mithören telephonischer Gespräche durch dritte Personen im Orts. fernsprechverkehr Gießen hatte die Kammer bei dem Postamt Gießen die Beseitigung dieses Mißstandes angeregt. Nach Mitteilung der Postdirektion beruht das Mithören auf Induktion der Leitungsdrähte, das nur durch Einführung des Doppelleitungsbetriebes beseitigt werden kann. Nachdem Erhebungen über die entstehenden Kosten für Gießen angestellt sind, ist anzunehmen, daß der Umbau des hiesigen Fernsprechneges in nicht allzuferner Zeit in Aussicht steht. Es wird empfohlen, wichtige Unterhaltungen bis dahin weniger laut zu führen. c) Auf das Dankschreiben der Handelskammer an den Preuß. Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten für die Umwandlung der D- Büge 75 und 76 in gewöhnliche Schnellzüge mit I. bis III. l. ist ein in warmen Worten gehaltenes Anerkennungsschreiben des Herrn Ministers eingegangen. d) Die hauptsächlich im Interesse der Geschäftsreisenden in Gemeinschaft mit der Großh. Handelskammer Bingen beantragte Gewährung von Freigepäck für zusammenstellbare Fahrscheinhefte ist abgelehnt worden. e) für den Sommerfahrplan 1903 der Staats bahnen hat die Kammer folgende Anträge gestellt: 1. Einlegung eines Spätzuges Gießen- Hungen, 2. Zulassung des Güterzuges 7503 Gelnhausen- Gießen zur Personenbeförderung ab Hungen bezw. Beförderung der von dem Güterzug mitgeführten Personenwagen ab Stockheim oder Nidda bis Gießen als besonderen Personenzug, 3. Anschluß des Schnellzuges 79 Frankfurt a. M.Raffel( Gießen ab 7,15 morgens) an den vom 1. Mai 1903 ab verfehrenden Schnellzug Erfurt- Emden in Cassel, 4. Anschluß des Buges 512 Fulda Alsfeld an D 1 Frankfurt a. M.- Bebra( Fulda an 11.48 bends) 5. Anschluß des Zuges 531 Gießen Fulda an D 74 Kassel Frankfurt durch spätere Abfahrt des Buges 531 ( D 74 tommt in Gießen an 9.15 Abends, Bug 531 fährt ab 9.13 Abends). 6 Anschluß des Schnellzuges 77 Frankfurt a. M. Marburg an den Zug 529 Gießen- Fulda durch früheres Eintreffen des Schnellzuges in Gießen, spätere Abfahrt des Buges 529, bezw. iterführung eines der Züge 805 ( Frankfurt Bad Nauheim) und 805a( Frankfurt Friedberg) 6.8 Gießen, D 7. Einstellung weiterer Personenwagen III. und IV. l. mit der Strecke Lauterbach Grebenhein an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Leider ist diesen Anträgen im Sommerfahrplan nur in ganz ungenügendem Maaße Rechnung getragen, in dem lediglich ein Anschluß des Schnellzugs 79 an den neuen Schneйzug Frankfurt Cassel- Emden hergestellt ist. Auf den Antrag betr. Einlegung eines Epätzuges Gießen- Hungen will die Eisenbahnverwaltung eventuell erst für den Sommer 1904 zurückfommen. Die Kammer war der Ansicht, daß die Eisenbahn- Verkehre verhältnisse im nördlichen Oberhessen dringend einer Verbesserung bedürfen und wird in diesem Sinne bei Großh. Ministerium der Finanzen vorstellig werden. Als besonders erforderlich wurde die Einlegung eines Spätzuges Gießen- Hungen bezeichnet. f) Für den Sommerfahrplan der Biebertalbahn hatte die Rammer mehrere Anschlüsse auf der Station Abendstern, namentlich in der Richtung Gießen- Abendstern Wezlar beantragt. Mit Rücksicht auf entgegenstehende Interessen hat die Rammer einige dieser Anträge zurückgezogen, hält es jedoch für erforderlich, daß der Anschluß Gießen- Abendstern- Wezlar zwischen den Zügen 12 der Biebertalbahn und 1112 der Staatsbahn durch geeignete Früherlegung des ersteren( ab Gießen 2.45 nachmittags) und Späterlegung des legteren Buges gewahrt wird. g) Die Kammer hat ferner auf Anregung Großh. Kreisamts beantragt, daß die Rückfahrkarten Gießen- Wezzlar und Gießen- Lollar der Staatsbahn auch zur Fahrt über Abendstern Gültigkeit erhalten. h) Bur Verbilligung und Hebung des Güterverkehrs auf der Biebertahlbahn hat die Kammer in einem Gutachten sich für die Ermäßigung der Staatsbahnabfertigungsgebühr beim Uebergang von der Biebertalbahn auf die Staatsbahn und umgekehrt ausgesprochen. i) Dem Herrn Reichskanzler sind die Wünsche der Leinenindustrie des Bezirks bezüglich ausländischer Bollsäge mitgeteilt worden. k) Infolge geringer Benußung sind vom Kaiserlichen Patentamt der Patentschriftenauelagestecken Gießen ( Universitätsbibliothek) einige Klassen der Patentschriften entzogen worden. An der genannten Stelle liegen noch aus die Schriften der Klassen: 2( Bäckerei), 42 ( Instrumente), 49( mechanische Metallbereitung), 51 ( Musikinstrumente), 70( Schreib-, Beichen- und Malgeräte) und 79( Tabat, Cigarren, Cigarretten), beren Benuzung den Interessenten wiederholt empfohlen wird. 2. Räufmännische Fortbildungsschulen: Nach dem Berichte des Leiters der Kaufmännischen Fachschule Gießen haben im leßten Schuljahre die Lehrlinge einiger Firmen wegen angeblich geschäftlicher Verhinderung" häufig den Unterricht der Fachschule versäumt. Die Kammer hat daher in einer Bekanntmachung nochmals auf die Bedeutung der Fachschule als staatlich anerkannte Unterrichts. anstalt im Sinne des Handelsgesetzbuchs der Gewerbeordnung hingewiesen und beſtimmt, daß fünftig in solchen Fällen der Schüler aus der Schule auszuschließen und, sofern sie noch Allgemeinen Fortbildungsschule zu überweisen find. Bur im Fortbildungsschulpflichtigen Alter stehen, der städtischen Förderung des Kaufmännischen Unterrichtswesens beschloß die Kammer für die Lehrer der ihr unterstellten Schulen gemeinsame Konferenzen einzurichten, die ab. wechselnd in Gießen, Alsfeld und Lauterbach stattfinden sollen. Die Großh. Handelskammer Friedberg wird ersucht werden, sich auch für ihre Kaufmännische Fort bildungsschule an dieser Einrichtung zu beteiligen. 3. Abänderung der Konkursordnung. Ent sprechend einer Eingabe des Verbandes der Vereine Kreditreform an den Reichstag erklärte sich die Handelskammer für die Veröffentlichung von 8 ahlungseinstellungen in Fällen, in denen mangels Masse ein Kontursverfahren nicht eingeleitet wird. 4. Manifestantenlisten: Im Anschluß an eine Rammer, das Großh. Justizministerium zu bitten, darauf weitere Eingabe des genannten Verbandes beschloß die Manifestanten Jedem zur Einsicht offenstehen, und daß Jeder hinzuwirken, daß die bei den Gerichten geführten Listen der mann gegen die Erstattung der Abschreibegebühren sich davon eine Abschrift anfertigen lassen kann. Händler hat in einer Eingabe an den Herrn Reichskanzler 5. Der Bund deutscher Nahrungsmittelfabrikanten und gesetzgeberischer Maßnahmen auf dem Gebiete der Nahrungs beantragt, daß die sachlichen Unterlagen zur Begründung und Genußmittel, sowie der Gebrauchsgegenstände im Sinne Gesetzgebung verwendet werden, veröffentlicht und der Artik des Nahrungsmittelgesches, bevor sie als Grundlage der der beteiligten gewerblichen und wissenschaftlichen Kreise zugängig gemacht werden. Die Kammer erklärte ihre Bustimmung zu diesem Antrag. 6. Die von der Polizeibehörde für die Gießener Viehmärkte erlassene Bestimmung über das Ausmelken der Kühe vor dem Auftrieb hat verschi dene Beschwerden wird zunächst Erhebungen hierüber veranstalten und nach in den Kreisen der Viehhändler hervorgerufen. Die Rammer Eingang des Materials Stellung zu der Frage nehmen. 7. Von verschiedenen Seiten wurde über den Mangel an Fernsprech verbindungen von Gießen g flagt und weitere Anschlüsse beantragt. Die Kammer wird Ermittelungen für Gießen, Alsfeld un Lauterbach einleiten und auf Grund der einlaufenden Wünsche Anträge an die Postverwaltung richten 7. Der erste Teil des Jahresberichte wurde ver I sen und der Voranschlag der Handelskammer für das Jahr 1903/04 genehmigt. 9. Eingänge: a) Ergebnis der von dem Großh. Ministerium der Finanzen veranstalteten Erhebungen über die Frage der Warenhausbesteuerung, b) Bericht über die Verhandlungen des 16 hessischen Handelsfammertages am 8. März 1903, c) Bericht über die 29. Vollversammlung des deutschen Handelstags am 18.- 19. März 1903. d) Bürgel's Nachschlagebuch mit Ortslegifon für das deutsche Reich( enthält ausführliche Artikel über Post, Telegraphen, Eisenbahn, Zoll, Münz, Maaß und Gewichtswesen, Exporttechnik, Verkehr mit der Reiche. bant, Schiffahrt, Gesetzgebung, Musterschutz, Rechte und Pflichten der Agenten, Handlungsreisenden, Verzeichniß in- und ausländischer Rechtsanwälte, Konsulate, Handelskammern, Syndifate, Kartelle, Preisfonden. tionen u. s. w. e) Jahresbericht des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands. f) Von zuverlässiger Seite sind der Kammer ferner zugegangen: Liste zweifelhafter Firmen in Holland, Bel gien, Großbritannien, Spanien, Rumänien, Rußland, Berichte über den amerikanischen Tabaktrust, die mexifanische Exportkommission, die allgemeine deutsche Ausstellung für Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft in Aussig, Bolltarif für Transvaal, die Eröffnung und Förderung deutscher Interessen in Argentinien.Die Eingänge fönnen während der üblichen Geschäfts stunden im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 2. Mai 1903. Es wird uns Folgendes mitgeteilt: Mit der nun endlich erfolgten definitiven Aufstellung eines Mannes aus dem liberalen Lager wird der Wahlkampf wohl auch in unserem Wahlkreis Gießen- Grünberg- Nidda beginnen. Ja wir möchten behaupten, daß das bisherige Schweigen ber Liberalen die bekannte Stille von dem Sturme bedeutete; denn soweit die Informationen lauten, werden mehrere öffent liche Versammlungen, z. B. in Grünberg, Lich und Nidda, schon in der nächsten Zeit stattfinden und be deutende auswärtige Redner und einflußreiche Politiker dem liberalen Kandidaten das Feld bebauen helfen. Der Großherzog hat dem Oberstleutnant a. D. Cullmann, feither Kommandeur des Gandarmerie- Diftrifts Rheinhessen, den Charakter als Oberst verliehen; dem char. Oberstleutnant Freiherrn von Normann, Romman deur des Gendarmeries Diftrifts Rheinhessen, und dem char. Major 8 a hn, Kommandeur des Gendarmerie- Distrifts Oberhessen, Batente ihres Dienstgrades erteilt; den Major a. D. torps geftelt meifter in dief berlichen. Lep Der C Saweldert zu gelische Pfarr Das madung, betre von Mifterpr auf Grund de 1901 nach 2 Menderungen miffionen zur men hat: Pri An die Schloffergete Gießen, fritt Pri An Ste ungefommiffio Runftgewerbefe Rauffer u. Cie Die Neue fchiedenen ein. Mor der Süd- Anla Op.„ Der Mayerbeer; 4 Fantafie Wagner. ** 11 n Rachmittag Aus ** Grün werksbursche, feiner Trunten und verftauch Bolizei in b furieren. ** Ber ebene, bon Gegenden b unter der fa nicht gelitten fiche bofft m F in hochapart feber Art i Breifen, met Adolf Bauftreitig einem ein Mitteilun Druderei Gie Aster Abge igarretten), beren t empfohlen wir ungsschulen männischen Fa e die Lehrling er Berhinderung nt. Die Summa als auf die B nnte Unterricht Gewerbeordnun olchen Fällen de fofern fie nod , der städtif en find.- 8 Bwesens beschlo rftellten Schuln ichten, bie a Lauterba ammer Friedbe fmännijde Fo eiligen. conung. En Vereine Kredi Handelstamme nstellunge tontursverfahre Inschluß an 8 beschloß bitten, dara hrten Listen de und daß Jeder ebühren sich do fabrikanten und n Reichsfangin Begründung der Nahrungs nde im Sinne Brundlage dr und der Artil chen Arete te ihre Buf ie Gießener das Ausmellen ne Beschwerden 1. Die Kammer alten und no ge nehmen. r den Mange Gießen g Rammer wird bach einleiten träge an die t8 wurde ver mmer für das terium der F die Frage der 3, 16 heffi des deutsch ifon für di fel über Poft , Maaß un nit der Reig rschuß, Redt reifenden, Ber älte, Ronfulate, Preisfonden fleute Deutsch r ferner zuge Solland, Bel n, Rußland, ft, die meri deutsche Aus Landwirts Die Gröffnun Argentinien. hen Geschäft efehen werden eiten Mai 1903. Mit der nu Mannes aul vohl auch in Jeginnen. Schweigen b rme bedeutete mehrere öffent 9, Lich un nden und be Politiker ben erftleutnant a n; bem char n, Romman nd dem char erie Diftrift merie- Diftrift erteilt; de Major a. D. Schmidt á la suite des Großh. Gendarmerietorps gestellt und dem seitherigen unberittenen Oberwachtmeister in diesem Korps Müller den Charakter als Leutnant verliehen. Letterer tritt am 1. Mai in den Ruhestand. Der Großherzog hat dem Pfarrverwalter Peter Schweidert zu Schwidarte hausen, Defanat Nidda, die evan gelische Pfarrftelle daselbst übertragen. Das Ministerium des Innern bringt eine Bekannt machung, betreffend die Prüfungskommissionen zur Abnahme von Miſterprüfungen zur öffentlichen Kenntnis, daß es auf Grund des§ 2 der Bekanntmachung vom 10. Dezember 1901 nach Anhörung der Handwerkskammer nachstehende Aenderungen in der Zusammensetzung der Prüfungsfommissionen zur Abnahme von Meisterprüfungen vorgenom men hat: Prüfungsfommission zu Gießen: Un die Stelle des ausgeschiedenen Beifißers aus dem Schlossergewerbe, Herrn Schlossermeisters Christian Noll zu Gießen, tritt Herr Schlossermeister Karl Krailing zu Gießen. Prüfungsfommission zu Mainz. An Stelle des ausgeschiedenen Borsigenden der Prüungskommission, Herrn Professor Karl Kübel, Direktor der Kunstgewerbeschule zu Mainz, tritt der Inhaber der Firma Käuffer u. Cie, Herr Philipp Strafemeyer, zu Mainz. Die Neuernannten treten in die Amtszeit der Ausge: schiedenen ein. Morgen findet die Anlage musik 11.30 Uhr in der Süd- Anlage statt. Das Programm lautet: 1. Ouverture 3. Op. Der Feeenfee" von Auber; 2. Schillermarsch von Mayerbeer; 3. Frühlingskinder! Walzer von Waldteufel; 4. Fantasie a. d. Dp.„ Der fliegende Holländer" von Wagner. ** Unsere Regiments musif foncertiert morgen Nachmittag in Steins Garten. Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Grünberg. Ein hier zugereister Hamburger Handwerksbursche, welcher dem Guten zu viel getan hatte, fiel in seiner Trunkenheit bei einem Neubau über einen Steinhaufen und verstauchte sich den Fuß. Derselbe wurde durch die Polizei in die Herberge geschafft, um sich sein Bein zu Eurieren. ** Berichte aus der Wetterau, aus der Mainebene, von der oberen Ems und aus andern benachbarten Gegenden bringen die erfreuliche Nachricht, daß das Obst unter der falten Witterung des April nur wenig oder gar nicht gelitten hat. Mit Ausnahme der Aprikosen und Pfirfiche bofft man bei allen Obstsorten auf ein gutes Jahr, Foulards- Seiden in hochaparten Mustern von 95 Bf. an und Seidenstoffe jeber Art in unerreichter Auswahl zu billigsten EngrosBreisen, meter: und robenweise an Private porto und zollfrei. Broben franko. Briefporto 20 f. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie Zürich G. 22. Kgl. Hoflieferanten. S ( Schweiz) Der schönste Anstrich geht verloren, wenn Thüren und Fenster mit scharfer Lauge abgewaschen werden. Darum nehmt immer Dr. Chomson's Seifenpulver mit dem SCHWAN. Das ist bequemer als alle Seifen und macht den Anstrich wie neu. Man verlange es überall! Rat in Bausachen! Baurechnungen werden revidert. Baußtreitigkeiten, auch in den verwickeltsten Fällen, zu einem außergerichtlichen Vergleich gebracht von einem erfahrenen Sachverständigen. Ia. Referenzen. Mitteilungen werden unter„ Bausache" an die Keller'sche Druckerei Gießen erbeten. wenn nicht die 3 Eisheiligen einen Strich durch die Rech nung machen. Auch der Saatenstand wird im Allgemeinen als gut bezeichnet. ** Ettingshausen. Ein Liebespäärchen aus Frankfurt a. M., welches heute hier weilte und sich auf der Sparkasse fein Geld geholt hatte, wurde, als es Abends gegen 10 Uhr nach Grünberg gehen wollte, von ihren 3 Begleitern, welche ihnen vom Bürgermeister zum Schuß mitgegeben waren, auf der Straße bei Queckborn überfallen, in den Chaussees graben gestoßen und mit starken Prügeln geschlagen. Auch hatten sie den Versuch gemacht ihnen das Geld abzunehmen. Die jungen Leute werden sich nunmehr vor Gericht zu verantworten haben. Windhausen. Herr Gastwirt Joh. Bräuning fiel dieser Tage von einer hochgestellten Leiter und brach einen Arm. Der Unglücksfall passierte nur dadurch, weil die Leiter keine sog. Stacheln am unteren Ende hatte und sie dadurch auf dem glatten Pflasterboden ausrutschte. Zwischen Enge rod und Hörgenau wurde letzter Tage ein Radfahrer besinnungslos aufgefunden. Der Verunglückte soll zu schnell gefahren sein, leider eine bei vielen Radfahrern zu beobachtende Angewohnheit. ** Reinhardshain bei Grünberg. Endlich nach langen Jahren erhält auch unser Ort wieder einen Bürgermeister. Bei der heute stattgefundenen Bügermeisterwahl wurde Herr Landwirt Ludwig Graulich einstimmig mit 37 Stimmen gewählt. Die Gegenpartei gab, als sie merkte, daß sie nicht Sieger werden konnte, die Wahl vollständig auf. Es hat von dieser Partei kein Mann gewählt. Eine Vergiftung durch Ostereierfarben hat man an einem fürzlich verstorbenen Knaben aus Bremthal im Taunus fonstatiert. Die Farben stammen aus einer Wiesbadener Handlung. Batholische Gemeinde. Samstag, den 2. Mai Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: G: legenheit zur heil. Beichte. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 3. Mai, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 6. Mai, abends 8 Uhr: Bilbelstunde. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es fönnen eingestellt werden: 19 Dienstmädchen für sofort und später ( hier und ausw.) bei hohem Lohn, 2 Hausmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Köchin, 1 Küchenmädchen, 1 Näherin bezw. Flickerin, 2 Lauffrauen, 2 Steinhauer( ausw.), 2 Sattler( 1 hier, 1 ausw.), 1 Rüfer, 2 Glaser( darunter ein Bilderrahmemacher, 1 Dachdecker, 1 Maler und Anstreicher, 1 Hilfsbabewärter, 4 landw. Pferdefnechte( 1 hier, 2 ausw.), 2 Hausburschen. ( 1 i 1 Lehrlinge: 1 Landwirt, 5 Schlosser, 3 Schmiede hier, 2 auswärts), 1 Spengler, 2 Schreiner,( 1 hier, ausw.,) 2 Bäcker. Es suchen Arbeit: 4 Bauschlosser, 1 Spengler, 1 Tapezierer, 7 Schreiner, Bäcker, 1 Dachdecker, 2 Anstreicher, 1 Kellner, 1 Bureaudiener, 1 Diener, 9 Hausburschen, 5 landw. Knechte, 3 Fuhrknechte, 1 Kutscher, 2 Taglöhner, 3 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 9 Lauf- bezw. Pusfrauen, 1 Waschfrau, 2 Weißzeugnäherinnen. Lehrlinge: 1 Schloffer, 1. Raufmann. Marktbericht. Gießen, 2. Mai. Auf dem heutigen Wochenmartt tofteten Butter per Pfd. 1.00-1.05 Mt. Hübnereler 6 Pfg., 2 S1.11 Pfg., EnteneterSt. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Räsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Viter 32 Bfg. Tauben per Paar T. 0.80-1.20, Hühner per Stüd Mt 1.30-2 40, Hahnen, per, Stüd Mt. 110-2.30, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bld. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfb. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Big Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bia., Kalbfleisch per Pfb. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.50-7.50 mt., Zwiebeln per St. mf. 7.00-8 CO, Milch per Liter 18 Pfa. Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 1. Mai. Heu per Zentner Mt. 3 10-3.60, Stroh per Zentner Mt. 2.00-2.25. Schlachthaus Gießen. Sonntag, den 3. Mai 3. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uor: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Heute u. Mon'ag/: gesalz. Ochsenfleisch 40 Pfg.um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. " п " um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Dienstag und Freitag abends 6 1/2 Uhr ist Maiandacht. Bekanntmachung. In der Zeit vom 25. April bis 2. Mai 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 gold. Manschettenknopf, 1 Sattelunterlage und 1 Kinder- Leiterwägelchen. verloren: 1 Bier; ipfel und 1 Vorstecknadel mit Hirschkrone. Entlaufen ist: 1 kleiner gelber Hund( Rehpinscher). Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¶ØØØØØ Elegante Neuheiten Blusen, Costumeröcke, - Unterröcke. Kuder& Sonneborn. Gießen. Marktstraße 25. Empfehle beste - Amerikanische Mähmaschinen, Rindfleisch 56 Pfa. Druck und Verlag der Gießener Verlagedruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: 9 I bin Klein. Gießen Prima Saat- Erbsen ¡ sowie Futterlein in la. Qualität empfiehlt billigst Moderne Louis Moll Nachf. Herrn- Anzüge Louis Hafner. Grünberg. Heinrich Kraushaar Mäusburg 7. Gießen Mäusburg 7. 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