Nr. 51. Abonnementopreis: in Gießen, abgeholt monatli 50 Bfg., ' Saus gebracht 60 fg, burch die Boft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratiebellagen: Oberheffifche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage. Montag, den 2. März 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 fg fenft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Bfg. Boftgeltungslifte No. 8969. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechenschink Ar, 368. Neueste Nachrichten ( Gießener Bageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Reform der Krankenversicherung. ( Von unserem ständigen CB.- Mitarbeiter.) Unsere sozialpolitische Gesezgebung steht im Begriffe, Dieber einen großen Schritt vorwärts zu tun: Die erwartete Novelle zum Krankenversicherungsgesez, die eine Reform dieses Zweiges sozialer Fürsorgegejezgebung in ich schließt, ist dem Reichstage zugegangen und nach eingehender Debatte einer Kommission von 21 Mitgliedern yur Durchberatung überwiesen. Die Grundzüge der von der Regierung vorgeschlagenen Reform der Krankenversicherung sind in der Hauptache folgende: Bisher endete die Krankenunterstützung mit dem Ablauf der 13. Krankheitswoche. War bis dahin die Krankheit nicht behoben, so stand der Kranke ohne weitere Unterſtüßung da: erst mit dem Ablauf der 26. Woche nach dem Ausbruch der Krankheit hatte Der Kranke Anspruch auf eine laufende Unterſtüßung rus dem Invalidenversicherungsfonds, die bis zu seiner Befundung und erneuten Erwerbsfähigkeit gezahlt wurde. Für das Vierteljahr von der 14. bis zur 26. Woche fehlte also einem Franken Arbeiter die Unterstützung. Diese höchst empfindliche Lücke der bisherigen Sozialgesetzgebung füllt der Reformplan der Regierung vollTommen aus: Er bestimmt, daß die Krankenunterstützung nicht, wie bisher, für 13, sondern für 26 Wochen gezahlt werden soll. Dann tritt sofort, falls die Krankheit noch Tänger dauert, die Invalidenrente ein. Diese Bestimmung erweist sich auch in solchen FälTen als segensreich, wo die Erwerbsunfähigkeit des Arbeiters durch einen Unfall herbeigeführt worden war. 3war war in solchen Fällen die Berufsgenossenschaft Schon jetzt verpflichtet, spätestens vom Beginn der 14. Woche ab das Heilverfahren zu bestreiten und dem Verten Rente zu gewähren. Aber diese Verpflichtung Fand sehr häufig nur auf dem Papier. Wenn nämlich Die Feststellungen, ob die Erwerbsunfähigkeit die Folge eines entschädigungspflichtigen Unfalls sei oder nicht, Fich länger hinzogen und womöglich zu einer Entscheibung des Reichsversicherungsamts führten, ging oft ein Halbes Jahr und noch mehr darüber hin, ehe der VerLepte von der Berufsgenossenschaft unterstützt wurde. Invischen fonnte er sehen, wie er sich durchbrachte. Nach dem neuen Reformplan braucht er das Ergebnis der Auseinandersetzungen mit der Berufsgenossenschaft nicht mehr ängstlich abzuwarten, er erhält seine Unterstützung fortlaufend erst aus der Krankenversicherung und dann aus der Invalidenversicherung. Sache dieser beiden Anstalten ist es dann, von der BerufsgeTossenschaft sich die von ihnen aufgewandte Unterſtüßung zurückzahlen zu lassen, wenn und soweit die Genossenjahaft verpflichtet ist, die Fürsorge zu übernehmen. Natürlich kostet diese Neuerung sowohl den Arbeitgebern wie den Arbeitern selbst etwas mehr, um etwa zwei bis drei Pfennige an wöchentlichem Beitrag. Aber besen Mehrkosten stehen ganz unverhältnismäßig große Borteile gegenüber, so daß die geringe Verteuerung nicht ins Gewicht fallen kann. Auch sonst bringt die Novelle noch zwei sozialpoli tach höchst bedeutsame Aenderungen. Zunächst wird die Unterstützung der Wöchnerinnen nach der Niederkunft buon vier auf fechs Wochen ausgedehnt. Die Zweckmäßigfeit dieser Maßnahme liegt auf der Hand. Zum andern enthält der Reformplan die grandfäßliche Neuerung, daß die Geschlechtskranken den anbaren Kranken gleichgestellt werden, also dieselben Rechte auf Unterstüßung und Invalidenrente erhalten sollen wie die übrigen Kranken. Vom Standpunkte der Hebung der Volksgesundheit aus ist die Maßregel nur vernünftig zu nennen. Ein geschlechtskranker Arbeiter, der nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe erhält, wird, um nicht brotlos zu werden, seine Leiden verheimlichen und so in den meiften Fällen seine Mitarbeiter in die Gefahr der Anstadung bringen, ganz abgesehen davon, daß seine eigene Gesundheit ruiniert und er vielleicht zeitlebens unglücklich wird. Und wenn nun auch den durch ihn mit der Krankheit behafteten Arbeitern die baldige Heilung durch Verjagung der Unterstützung erschwert wird welche große Gefahr einer Weiterverschleppung ergibt sich daraus! Der Reichstag wird vielleicht die Novelle, an deren Annahme nicht zu zweifeln ist, noch etwas erweitern, Bwird er vielleicht die längst notwendige Neuce gelung des Verhältnisses zwischen Krankenkassen, Aerztem und Apothekern einflechten. Aber ob das nun gechieht oder nicht, in jedem Falle marschiert Deutschland mit diesem Ausbau der Krankenversicherung auch weiter hin an der Spize aller Kulturnationen. Außer diesem Ruhm aber bringt die Novelle unserem Volle noch etwas biel wertvolleres: eine weitere Linderung unverschuldeten Glends minderbemittelter Volksschichten, die eine neue Etappe auf dem Wege der Aussöhnung der sozialen Gegensätze darstellt. > 270. Sigung. Deutscher Reichstag. Eigener Bericht. - Poſtetat.- Die wachsende Unlust des Reichstages offenbarte sic bei der Beratung des Postetats recht deutlich. Während die Postverwaltung sonst regelmäßig zu recht lebhaften und sogar erregten Debatten Anlaß gab, zeigte sich diesmal unter den Abgeordneten nur eine geringe Teilnahme. Das Haus war, als die zweite Lesung begann, fast ganz leer; erst während der Red: des Staatssekretärs Krätte stellten sich in Trupps zu zweien und dreien die Herren Voltsvertreter ein. Der Staatssekretär führte aus: Trop der schlechten Finanzlage seien 5000 neue Beamten- und Unterbeamtenstellen in den Etat eingestellt worden, darunter allerdings nur 2000 neue Assistentenstellen, statt 3000, wie er dies ursprünglich gewollt habe. Die Zahl der Hilfsarbeiter beträgt jezt 8000, davon aber nur 1400 wirklich dauernde Hilfsarbeiter bei einem und demselben Postamte. Dem Antrage, die Zahl der Oberpostassistenten noch um 1000 über den Etat heraus zu erhöhen, könne nicht entsprochen werden. Wenn darüber geflagt werde, daß der Hilfsbeamte, der auf Kündigung gestellt sei, nicht sicher sei oder vielmehr sich nicht sicher fühle, so könne er versichern: der Hilfsbeamte, der sich gut führe, brauche teine Kündigung zu fürchten. Die Debatte war wenig anregend, noch weniger aufregend. Eine lange Reihe von Abgeordneten, so die Herren Singer, Stöcker, Mül= ler Meiningen, Kirsch, Graf Oriola, Werner u. a. brachten die verschiedensten Wünsche und Beschwerden vor und der Herr Staatssekretär ermüdete nicht, den Abgeordneten Rede und Antwort zu stehen. Das Kapitel wird schließlich bewilligt. Nun beantragt Müller- Sagan, den Titel ,, Postassistentenstellen" an die Budgetkommission zurückzuverweisen. Dieser Antrag wird, wie der Vizepräsident Büsing fonstatiert ,,, mit großer Majorität" angenommen. Diese Feststellung erregte große Heiterkeit, weil sich zur Zeit nur 23 Mitglieder im Hause befanden. Wetterleuchten am Balkan. Geschäftige Federn in Wien und Petersburg, die gerne rosig malen, fahren sort, die beteiligten Mächte und die Balkanvölker zu dem mazedonischen Reformprogramm und seiner Annahme durch den Sultan zu beglückwünschen, und preisen die Reformattion als ein Meisterwerk der Diplomatie. Desgleichen werden am Goldenen Horn zwischen dem Padischah und den Botschaftern der beiden Kaisermächte gar schöne Komplimente ob des ,, Glingens" der großen Reformattion ausgetauscht. Ganz anders dagegen lauten fortgesezt die Nachrichten, die aus Bulgarien und Mazedonien kommen. Dort donnerts und wetterleuchtet es immerzu. Kämpfe in Mazedonien. Aus verschiedenen Gegenden Mazedoniens wird von ernsten Kämpfen zwischen Türken und Aufständischen gemeldet. Der Vali von llestüb berichtet über einen Zusammenstoß mit einer bulgarischen Bande, bestehend aus 60 Mann, die bulgarische Militäruniformen trugen, im Bezirk Pentschowo oder Osmanye. Zwölf Mitglieder der Bande, darunter ein Oberst und fünf Offiziere, wurden getötet. Die türkischen Truppen hatten zwei Tote. Bei den Leichnamen wurden Manifeste und Thami patronen gefunden. Ferner fand zwischen türkischen Truppen und Sen Einwohnern des nördlich von Seras gelegenen Dorfes Brando ein Gefecht statt. Die Truppen brannten einen Teil des Dorfes nieder. Selbstbewußtsein der Türken. Die von der österreichisch- ungarischen und der russischen Regierung an die Ballanstaaten gerichteten Ermahmungen zur Ruhe, und die Erklärung des amtlichen Petersburger ,, Regierungsboten", daß Rußland keinen Tropfen Blut seiner Söhne opfern werde, wenn die Balkanstaaten die ihnen erteilten Ratschläge nicht befolgen, haben den Sultan natürlich sehr befriedigt und das Selbstgefühl und die Zuversichtlichkeit der türkischen Staatsmänner beträchtlich gesteigert. Leider steht zu befürchten, daß diese gehobene Stimmung sich in einem rücksichtslos- grausamen Vorgehen gegen die aufständischen Mazedonier betätigen wird. Auch in Sofia, wo man überhaupt sehr pessimistisch über die weitere Entwickelung der Dinge denkt, glaubt man das. Man erwartet dort, daß die Türkei mit dem ganzen Aufgebot aller zur Verfügung stehenden Kräfte einen energischen Borstoß gegen Ma zedonien machen wird. Es heißt, die Parole laute in Konstantinopel, daß die Mazedonier ausgerottet werden müssen. Auch Fürst Ferdinand soll sehr ungünstige Nachrichten haben. Der neue Ge... calinspekteur. Die Pforte hat den Walis von Monastir, Saloniki und Uestüb die Hauptpunkte der angenommenen Reformen übermittelt und angezeigt, daß Hilmi Pascha drei Jahre Generalinspekteur bleiben werde. Hilmi ist ein turqwer zonentinger we hundert andere Paschas mehr. Er wird sich hüten, die Wünsche des Yildiz- Palastes zu durchkreuzen. Ein solcher Mann kann allerdings den Mazedoniern nicht gefallen. Aber wenn er immer die Pforte zum Generalinspekteur bestellen mochte- ein Türke und Muhamedaner darf es nicht sein. Die Ma zedonier verlangen einen Nichttürken und Christen. Die Politik. Erneuerung der Handelsverträge oder Revision? Bekanntlich hat die deutsche Regierung Rußland, Desterreich- Ungarn und J alien zu erlennen gegeben, daß sie bereit sei, in Unterhandlungen wegen des Abschlusses neuer Handelsverträge einzutreten. Bereits sind auch zwischen Deutschland und Rußland die ersten vorbereitenden Schritte getan. Hierauf ist die in einem IndustriellenVerein erfolgte Mitteilung zurückzuführen, daß der Entwurf eines deutsch- russischen Handelsvertrages ver inbart sei. An die Schweiz dürfte noch kein Antrag gestellt sein. Wie schon der Staatssekretär des Reichsschazamts Frhr. v. Thielmann im Reichstage erllärt hat, wird seitens der Reichsregierung Gewicht darauf gelegt, zunächst mit den großen Staaten zu einem Abschluß zu kommen. Nun wird von Rom aus, als handle es sich um etwas ganz Neues und Wichtiges, gemeldet, die deutsche Regierung habe bei den verschiedenen Staaten eine Revision der Handelsterträge vorgeschlagen. Die Kündigung der bestehenden Verträge würde also nicht erklärt werden, die Ve räge würden vielmehr in Straft bleiben, bis die neuen abgeschlossen und genehmigt sind. Unseres Erachtens handelt es sich hier um ein bloßes Spiel mit Worten. Denn freilich sind die Handelsverträge nicht gefündigt worden und sie sollen es auch nicht, da man eben zu dem Abschluß neuer zu gelangen hofft. Ob die Handelsverträge von Anfang bis zu Ende neu geschaffen oder ob die bestehenden unter Zugrundelegung des neuen deutschen Zolltarifs einer durchgreifenden und umsassenden Revision oder Abänderung unterzogen und entsprechend verlängert werden, das läuft wohl so ziemlich auf dasselbe hinaus. Ein alter britisch- brasilianischer Streit. Eine brasilianische Sondergesandtschaft mit dem Senor Joaquim Nabucco an der Spize ist in Rom eingetroffen, um Brasilien bei den Verhandlungen über den Streit zwischen England und Brasilien zu vertreten, dessen gerichtliche Entscheidung von den beiden Staaten dem König Viktor Emanuel von Italien übertragen worden ist. Es sei daran erinnert, daß der fragliche Streit infolge von Differenzen wegen der Feststellung der Grenze zwischen Britisch Guyana und dem brasilianischen Amazonenstaat ausbrach. Diese Affäre zieht sich bereits seit dem Jahre 1842 hin, doch sind erst in den letzten Jahren ernste Versuche zur Regelung der Angelegenheit gemacht worden. Ministerkrise in Portugal. $ Giner telegraphischen Meldung aus Lissabon 1- folge hatte das gesamte portugiesische Ministerium sein Entlassungsgesuch eingereicht und der König Dom Carlos die Temission angenommen, zugleich jedoch den Ministerpräsidenten Hinge Ribeiro mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt. Die Ursache der Krise ist in Meinungsverschiedenheiten über die schwebenden Finanzprojekte zu suchen. Nach einem weiteren Telegramm ist die Neubildung des Kabinetts bereits erfolgt. Das neue Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Hinge Ribeiro, Präsidium und Inneres; Campes Henriques, Justiz; Pimentel Pinto, Krieg; General Gorjao, Marine; Teixeira Sousa, Finanzen; Wenzeslaus Lima, Aeußeres und Paco Vieira, öffentliche Arbeiten. Hiernach sino der Minister der Finanzen und des Auswärtigen Mattoso, sowie der Minister der öffentlichen Bauten Vargas ausgeschieden, die übrigen Kabinettsmitglieder dagegen geblieben. Die Wirren in Marokko. )-( Nachrichten aus Tanger zufolge sind dort eine Anzahl britischer Untertanen von den marokkanischen Soldaten barbarisch mißhandelt worden, und zwar, wie es heißt, aus ganz geringfügiger Ursache. Der Vorfall hat unter den Europäern eine große Aufregung hervorgerufen und die diplomatischen Vertreter Englands verLangten sofort Genugtuung, ohne bisher eine Antwort Wie über Paris gemeldet wird, haerhalten zu haben. ben an der marokkanisch- algerischen Grenze unweit der Dase Figuig im westlichen Teile der Sahara 200 den Stämmen der Ulad- Djeris und der Beni- Guil angehörige Plünderer 150 Samele einer Karawane geraubt und drei Mann von der Begleitmannschaft getötet. #Kurze volitische Nachrichten. * Jm Seniorentonvent des Reichstags er flärte auf Befragen der Präsident Graf Ballestrem es malte nunmehr in Reichstagsfreisen die Absicht vor, das Phosphorgesez und die Krankenkassennovelle endgültig in drei Lesungen zu erledigen. Die Erwartung, daß die Session noch bor Ostern geschlossen werden könne and feine Titel. Hierauf überreichte er bas Blatt Herrn Schelm mit den Worten: nach seinem Arbeitszimmer zurüd; in der Hand hielt er Echelm ging felber nach der Kasse und lehrte darauf und meinem Vorteil am besten fein wird." ,, un gut; handeln Sie so, wie es fir Shren eigenen hen früheren Y nicht mehr, ich neugierig fragte:" Tagen in Ihre Hände zu liefern." Müller sprach mit solcher Ueberzeugung, daß Schelm jage ihm nach und hoffe ihn in einigen Jst er also der Verschwörung beigetreten? Ach, wenn das wahr wäre!" diesen Leuten. auf sie einen ffeinc Ich Anspruch machen. Ich gehör oft Beschlag und denke auch nicht daran, mich in dieser Ber lege hin und wieder Nahida mit ziehung zu bessern. wird es besser Statt mir zit zürtellen, who wouse! sein, wenn Sie sich häufig dort wöhnlich beisammen sind, wenn auch in meinem a fnfr ohm frin Gie wir gemit vor sich hertreiben. Wanderstäbe mit herrlichen Rosenb.iten geschmückt haben. einem geste, weil die Mädchen auch ihr baar und ihre duft erfüllt, ja es hat den Anschein, als gehe es zu irgend umfangreichen störben von Rosen beladener Grautiere Der eigentliche Mittelpunkt der bulgarischen RosenölDie Luft ist buchstäblich von Rosen jet dadurch hinfällig geworden. Man verständigte sich darüber, daß noch nach Ostern, etwa vom 21. April ab, der Reichstag auf furze Zeit man rechnet vorläufig auf rund 8 Tage zusammenkommen soll, um das bis dahin in der Kommission jedenfalls erledigte Kranfentassengesez und das Phosphorgesetz zu verabschieden. * Zur Errichtung einer Universität in Hamburg hat sich dort ein omitee gebildet. Man rechnet muf die Freigebigkeit reicher Hamburger. Den unmittelbaren Anstoß für die Bewegung hat ein Gerücht gegeben, daß man sid, in preußischen Regierungskreisen mit dem Gedanken trage, die Universität kiel ganz für die Marine zur Verfügung zu haben. * In der letzten Sigung der italienischen Deputiertentammer erwiderte der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Bacelli auf eine Anfrage, daß sichere Nachrich über den gegenwärtigen Aufenthaltsort des MulIah nicht vorlägen, daß der Mullah aber zweifellos weit von Benadir entfernt sei. Die Genehmigung zur Landung der englischen Expedition in Obbia sei unter der Bedingung erteilt worden, daß die militärischen Maßnahmen möglichst derart geleitet würden, daß der Mullah an ei nem Ueberfall auf Benadir gehindert werde. * Zur holländischen Eisenbahnerbewegung wird aus Amsterdam gemeldet: Der Ausschuß, welcher sich zur Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebes während eines Ausstandes gebildet hat, verfügt bisher über 67 Lɔtɔmotivführer, die während eines eventuellen Ausstandes Dienst zu tun bereit sind. * Der argentinische Gesandte in Rom hat der Schiffbaufirma Gebrüder Ansaldo in Genua mitgeteilt, daß die Panzerkreuzer ,, Rivadaria" und ,, Moreno", die zur Zeit im Bau für Argentinien sind, von der argentinischen Regierung an England verlauft worden sind. Ebenss hat Chile die für dieses Land auf den Schiffswerften von Armstrong, Mitchell u. Comp. und Wilkes Söhne gebauten Kriegsschiffe an England verkauft. 83. Sigung Preussischer Landtag. Daus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Der Dortmund- Rhein- Kanal. Debatten über Fragen der Wasserwirtschaft füllten fast die ganze Eizung aus. Zunächst begründete der Abg. v. Dobeneck die Interpellation über die Beseitigung der Notstände in den Stromgebieten. Die Antwort hierauf wurde von dem Eisenbahnminister Budde berlesen. Die Regierung, so erklärte er, erkennt das Vorhandensein von Notständen in den betreffenden Stromgebieten an. Der Wunsch zur Regelung dieser Notstände wird von der Regierung geteilt, sie hofft mit den Interpellanten, daß sie möglichst schon im Jahre 1904 die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen könne. In der Besprechung wurden die Notstände näher beleuchtet und allseitig die Bereitwilligkeit ausgesprochen, die zur Beseitigung der Uebelstände erforderlichen Mittel zu bewilligen. Auch die Stellung der Parteien zur Kanalborlage wurde nebenbei erörtert. Hierauf folgte die Interpellation Beumer und Gen. betr. die Ausführung des Dortmund- Rhein- Kanals. Minister Budde erwiderte hierauf folgendes: Es ist allseitig bekannt, daß die königliche Staatsregierung die baldige Ausführung des Dortmund- Rhein- Kanals als Teilstrecke des Rhein- WeserElbe- Kanals als notwendig ansieht. Die Staatsregierung hält nach wie vor an dieser Auffassung fest. Was die Frage anlangt, ob die Vorarbeiten soweit abgeschlossen sind, daß die zu wählende Linienführung feststehe, so muß ich erwidern, daß die Linienführung noch nicht endgiltig festgestellt ist. Denn es sind auf der bisher in Aussicht genommene Linie inzwischen sehr viele neue Werke angelegt worden, darunter auch ein Hochofenwerk. Daher habe ich eine neue Prüfung über die zu wählende Linie angeordnet. Und deshalb hat auch noch nicht mit Grunderwerb vorgegangen werden können.- Die Besprechung bot keine besonders bemerkenswerten Gesichtspunkte dar. Die Redner der nationalliberalen Fraktion und der Freisinnigen traten mit Nachdruck für den Mittellandkanal ein. Nab und fern. ( †) Prinzessin Luise von Toskana soll nach Mitteilung des Wiener Tageblattes entschlossen sein, in England ständigen Wohnsiz zu nehmen. Sie wolle hierdurch wenigstens ihr zu erwartendes Kind für sich retten, da ihr der Dresdener Hof die Erlaubnis, ihre Kinder wiederzusehen, endgiltig verweigert habe. )-( Der Naturmensch Gustav Nagel, der durch seine abenteuerliche Erscheinung in ganz Deutschland von sich reden gemacht hat, befindet sich augenblicklich in arger Klemme. Er hat Palästina, wohin ihn seine Wanderlust getrieben, verlassen und ist auf der Heimreise begriffen; unterwegs ist ihm aber das Geld ausgegangen. Zur Zeit hält er sich in Konstantinopel auf, wo er mittellos festsiẞt und aus Geldsendung aus seinem Heimatsort wartet. Er hat nach Arendsee einen wehleidigen Brief gerichtet, worin er seine Not Nagt. Der Naturmensch beklagt sich auch darüber, daß durch die Entmündigung seiner Tätigkeit ein Hemmschuh angelegt set, so daß er nicht einmal in der Heimat etwas vor sich bringen könne. £ Abenteuer eines Affendarstellers. Tas Variété Remi in Budapest war der Schauplatz eines sonderbaren Unfalles. Das Programm enthält eine ,, Orientalisches V1riété" betitelte Nummer, in welcher angefähr 40 Artisten zwanzig verschiedene Produktionen zu gleicher Zeit ausführen; eine derselben ist ,, Der Affenmensch am Bambusrohr". Dieser Tage bekam der Affenmensch ein neues Affenkostüm, welches er bei der Probe zum ersten Male anlegte. Mehrere folossale Hunde, die in der Nummer mitzuwirken haben, hielten die ungewohnte Gestalt für irgend ein wildes Tier und fielen über den Mann her. Der zu Tode erschrockene Artist flüchtete in den Zuschauerraum und lief auf die Straße, gefolgt von den gereizten Tieren. Es entstand ein großer Menschenauflauf und die rasch herbeigeeilten Diener des Etablissements konnten den unglücklichen Artisten nur mit Mühe aus den Zähnen der Hunde befreien. () Ein Verbrecher als Stubenmädchen. In der Wohnung des Direttors der Anglo- österreichischen Bank in Budapest, Lukacs, erschienen mehrere Detektives und einer derselben machte der Frau des Hauses die überraschende Mitteilung, daß ihr Stubenmädchen, das schon jeit mehreren Wochen bei ihr bedienstet war, kein Mädchen, sondern ein Mann und noch dazu ein schon wiederholt abgestrafter und neuerlich von der Polizei eifrig gesuchter Verbrecher sei. Als das ,, Mädchen" unter einem Vorwande in den Salon gerufen wurde, ergriffen die Tetektives sofort den Verkleideten, der gleichzeitig seine Berrücke verlor. Der Verhaftete wurde ins Gefängnis gebracht. V Sturmfatastrophen in England. In den westlichen und nördlichen Gegenden Großbritanniens wütete ein furchtbarer Sturm, wie er seit vielen Jahren dort nicht vorgekommen ist. Durch die Stärke des Windes sind viele Häuser eingestürzt, Dächer wurden heruntergerissen, Landungsbrüden und Molen beschädigt, Fabritschornsteine und Kirchiürme hinuntergeworfen. Viele Schiffe sind zu Grunde gegangen, darunter drei Dampfer und zahlreiche kleinere Fahrzeuge: aber die Mannschaften wurden gereitet. Wie heftig der Sturm war, geht daraus hervor, daß ein ganzer Eisenbahnzug auf der Furneß- Linie zwischen Kart und Unverston umgeworfen wurde. Der Zug befand sich gerade in diesem Augenblick auf einer Brücke und es hat nicht viel daran gefehlt, so wäre der Zug ins Wasser gefallen. 82 Passagiere wurden durch den Unfall verleẞt. (!) Der Petersburger Kirchenräuber verhaftet. Der Einbrecher, der in der Jaats- Kathedrale zu Petersburg eine Brillantkrone von dem Haupte eines Heiligenbildes gestohlen hatte, ist entdeckt und festgenommen worden. Er ist der Sohn eines Priesters und heißt Alexander Kostanski. Kostanski, der früher Kanzleibeam ter war, hatte die Brillanten nach seiner Heimat Orelje, Gouvernement Nowgorod, gebracht und sie dort in einem Keller versteckt. Ein Brief, den er an seine in Petersburg zurückgebliebene Familie richtete, führte zu seiner Entdeckung. Kriminalbeamte reisten sofort nach Orelje ab und fanden die Krone unversehrt in dem näher bezeichneten Keller. †† Die Verluste bei dem Erdbeben in Andishan. Die russische Regierung veröffentlicht jetzt die amtlichen Erhebungen des Gouverneurs des Terganagebiets über die Erdbeben in Andishan. Danach sind im russischen Teile der Stadt 5, in den von Eingeborenen bewohnten Stadtteilen 1016 Personen umgekommen. In 158 Dörfern des Andishaner Kreises verloren 3342 Menschen ihr Leben. Der Schaden in der russischen Stadt beträgt 123 zerstörte Häuser im Werte von etwa einer Million, im übrigen Teile der Stadt 9526 im Werte von etwa 6 Millionen Rubel. In der Umgebung sind ungefähr 25 000 Häuser zerstört. Sizilianische Räuberromantik. Der Millionär Spano, der vor vierzehn Tagen in der Nähe von Marsala auf Sizilien von Räubern entführt wurde, ist nach Zahlung von 250 000 Lire in Gold freigelasssen worden. Spano soll sein Wort gegeben haben, vor Ablauf von fünf Tagen von seiner Freilassung nichts zu sagen, um den Räubern Zeit zu lassen, ungestört aus der Provinz zu entfliehen. Die Verhandlungen mit den Räubern wurden schon seit längerer Zeit geführt, aber man hielt sie streng geheim, weil sonst das Leben des Entführten in Gefahr gewesen wäre. Die geringste Indiskretion, die die Behörden auf die Spur der Räuber bringen könnte, gefährdet das Leben der als Geisel zurückbehaltenen Opfer, denn die sizilianischen Briganten verstehen in solchen Tingen keinen Spaß. Bunte Chronit. Der Förster Neubauer in Wittgendorf bei Zittau erlegte zwei Füchse, von denen einer mit Trichinen behaftet war. Aus dem Eisenbahnzug sprang die 14jährige Marie Folkenhauer aus Berlin, die zur Fürsorgeerziehung nach Fürstenwalde gebracht werden sollte, und entkam ihren Wärterinnen. Sie wurde bald darauf in Begleitung eines wenig älteren Burschen, mit dem sie ein Liebesverhältnis unterhalten hat, aufgegriffen und ihrer Bestimmung zugeführt. Zu Straßburg im Elsaß wurde der Schuhmachermeister Banke von dem Liebhaber seiner Frau, dem Buch halter Ostar Hoffmann, auf der Straße erschossen. Hoffmann tötete sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Ein seltsamer Leichenfund beschäftigt die Potsdamer Polizeibehörde. Unweit der Havel wurde hoch oben auf einem Baume die stark verweste Leiche eines Erhängten entdeckt, dessen Kopf und Füße in Sackleinewand fest eingehüllt waren. Ein Verbrechen erscheint ausgeschlossen. -Der Mädchenhändler Schillmann wird in Ostpreußen steckbrieflich verfolgt. Er nennt sich auch Chay Moriz Elie, Grutermann, Brianow, Miron, Meunier, ist russischer Untertan und mosaischer Konfession. Er verhandelt junge Mädchen unter dem Vorgeben, ihnen Gouvernantenstellen in Rußland zu verschaffen, zu unzüchtigen Zwecken. Während eines Sturmes tenterten bei Haugesund ( Norwegen) zwei Fischerboote. Die Besaßung des einen Bootes, vier Mann, sind ertrunken, von der des anderen Bootes ertranfen drei Mann, während zwei gecettet wurden. - In Wien sind die Leichen der Opfer des neulichen Hauseinsturzes nach tagelanger Arbeit endlich geborgen worden. Zwischen zwei ungarischen Parlamentariern Andreas Rath und Obergespan Hamos, fand infolge eines politischen Zwistes ein Säbelduell statt. Nach einigen unbedeutenden ,, Blutigen" versöhnten sich die Gegner. Vermischtes. )([ der gesündest: Wohnort Bertschlands.] Nach den legten statistischen Ergebnissen über die Sterblichkeitsziffern in Orten über 15000 Einwohnern hat DeutschWilmersdorf bei Berlin mit 14,3 Sterbefällen auf tausend Einwohner die niedrigste Sterblichkeitsziffer auszuweisen, kann also mit Recht als der gesundeste Wohnort Deutschlands bezeichnet werden, hat es doch selbst Charlottenburg, das bisher an erster Stelle stand und jetzt mit 14,9 Sterbefällen erst an zweiter kommt, überholt. ¶[ Der letzte Turmpfcifer von Danzig.] Vor einigen Tagen wurde in Danzig der Eigentümer Ernst Behrendt beerdigt. Behrendt war der letzte„ Turmpfeifer". Vor Jahren war es Sitte, daß von den Türmen der Stadt die halben und ganzen Stunden abgeblasen wurden. Bei Feuer durfte die Wehr erst dann in Tätigkeit treten, wenn der Turmpfeifer die Feuerglocke gezogen, bei Tag die rote Fahne ausgesteckt und bei Nacht die rote Laterne angezündet hatte. Diese Tätigkeit hat Behrendt bis zu seiner Pensionierung ausgeführt. Seit seiner Pensionie rung ist die Stelle nicht mehr besetzt worden. ** Der bie Proving im fotel Bum Präfidenten, de Sibung ab. G Sungvichweide mit 20 Biegen bie nötigen M Jungviehwelden Mark zur Verf bezw. Erweiteru von Sortenanb rate aufgeftelte gonnen, und ftitut Gießen landw. Wint artiger Berfu geftellt. Di Für das nä :::[ Das Trinklied des Mäßigkeitsapostels.] In einem Berliner Verein abstinenter" Studenten, die den Alkoholgenuß in jeder Form verschworen haben, trat der bekannte Schriftsteller Otto v. Leirner als Redner auf. Unter seinen sonst ganz trefflichen Ausführungen, die sich gegen das übermäßige Trinken unter den Sta denten richteten, fand sich auch ein etwas wunderlicher Passus. Leirner behauptet, daß man, wie er aus eigener Praris wisse, Trinflieder auch schreiben könne, ohne je Alkohol zu sich genommen zu haben. Die Begeisterung sei der beste Rausch. Ja, wie kann man sich denn aber für den Wein begeistern, wenn man ihn verabscheut! =[ Eintageföniginnen.] Wenige Tage nur dauerte ihr Reich; aber sie sind stolz darauf, die beiden jungen Pariserinnen, die in jedem Jahr während der letzten Karneralswoche von ihren Genossinnen, den Mitgliedern des Fastnachtskomitees, den Delegierten der Stadtverordneten wie den anwesenden Vertretern der Presse zu Königinnen gewählt werden. Eine wird von dem rechten, die andere von dem linken Seineufer mit der Pappdeckeltrone ge schmückt. Auf dem rechten Ufer hatten in diesem Jahre nur die Besucher des Marktes Saint- Germain das Wahlrecht. Die Rivalität unter den jugendlichen Arbeiterinnen bei der Erhebung auf diesen der Schönheit und Sympathie zugesprochenen Posten ist sehr stark. Gewöhnlich aber besteigen die unterlegenen Kandidatinnen als Ehrendamen den Galawagen der Königin und huldigen ihr, indem sie ihr die Spize des Fußes tüssen. Auf dem linten Ufer geschah dies auch diesmal, während auf dem rechten nur eine der Besiegten sich nach einigem Sträuben zum Hofdamedienst bei ihrer Kollegin herbeiließ. [ Ueber anonyme Briefe] plaudert ein Mitarbeiter des Figaro" und erzählt bei dieser Gelegenheit solgende Anekdote: Aurélien Scholl, der vor Jahresfrist verstorbene ,, König der Pariser Journalisten", saß einmal im Freun destreise beim Mahle, als ein bekannter Finanzmann voll Entrüstung ins Zimmer stürmte und einen Brief, den er soeben erhalten hatte, auf den Tisch warf. ,, Denken Sie sich," schrie er ,,, da schreibt mir jemand einen anony men Brief, der nur die Worte enthält:„ ,, Sie sind ein Dieb!" Ist das nicht zum Rasendwerden?! Wer kann der Elende sein, der mir so etwas zu schreiben wagt?!" Scholl tlemmte sein berühmtes Monocle ins Auge, sah sich den Brief an und sagte dann kühl: Das sieht ganz so aus, als wenn es der Staatsanwalt geschrieben hätte!" Ungeheures Gelächter, dem sich auch der Finanzmann nicht entziehen konnte. Als man sich wieder beruhigt hatte, nahm ein Herr, der sich nicht durch allzugroße Geistesgaben auszeichnete, das Wort und sprach: Wenn man anonyme Briefe bekommt, muß man es machen, wie ich: man öffnet sie einfach nicht, sondern zerreißt sie, ohne sie gelesen zu haben!" £[ Die operierte Cobra.] Im Schlangenhause des Newyorker Zoologischen Gartens fann man jetzt eine Brillenschlange sehen, deren Kopf mit einem antiseptischen Verband umwickelt ist, die Folge einer Operation, die zur Rettung des Reptils notwendig war, nachdem dieses bor kurzem im Kampf mit einer anderen Schlange von derselben Gattung durch einen Biß am Untertiefer einen Abszeß davon getragen hatte. Vor drei Wochen gerieten die drei Cobras, eine Rarität des Schlangenhauses, in einen Kampf, bei dem jede von den Schlangen zahlreiche Bisse erhielt; doch da Giftschlangen immun gegen ihr eigenes Gift sind, schenkt: man den Wunden weiter keine Beachtung, bis vor wenigen Tagen an dem Unterkiefer einer der Schlangen eine Anschwellung bemerkt wurde. Die Schlange wurde unter Beobachtung der nötigen Vorsichtsmaßregeln aus dem Käfig herausgenommen, und es stellte sich heraus, daß durch einen Biß der Unterfiefer durchbohrt war, was die Schwellung verursacht hatte. Die Wunde wurde desinfiziert und die Schlange wieder in den Käfig getan, doch die Schwellung wurde eher schlimmer als besser, und um nicht jeden Tag das Ungetüm aus dem Käfig herausholen zu müssen, was für die betreffenden Wärter auch einmal anders als harmlos verlaufen könnte, hat man die schadhafte Stelle des Unterfiefers herausgeschnitten und antiseptisch verbunden; von Zeit zu Zeit befeuchtet ein Wärter den Verband mit einer Lösung, wobei er einen an einer Stange befestigten Schwamm benut. !! Tragisches Ende eines Erfinders. Der 45 Jahre alte Schlosser Paul Jeschke zu Berlin hatte einen M3tor zur Herstellung der stärksten Schrauben erfunden, er arbeitete schon zwei Jahre lang daran, mußte aber noch einen kleinen Fehler an der Maschine beseitigen. Inzwischen waren ihm die Geldmittel ausgegangen, and er konnte keine neue Geldquelle entdecken. Aus Verzweiflung darüber hat er sich jetzt an einem Hafen der erfundenen Maschine erhänat - Schlagen der Beweis. Tochter des Hauses: Das war nicht hübsch von Ihnen, Herr Referendar: Die Torte, die ich selbst gebaden, haben Sie gestern beim Souper nicht angerührt!" Referendar( entrüstet): ,, Nicht angerührt?... Leibschmerzen hab' ich gehabt diesen ( Fl. Bl.) Morgen!" Immer im Amt. Richter( der sieht, wie der bisher stumme Anbeter seine Tochter umarmt):„ Endlich ein umfassendes Geständnis!" - Kasernenhofblüten. Unteroffizier: Einjähriger Meier, schneiden Sie nicht so eine Medusenvisage; es gelingt Ihnen doch nicht, mich zu versteinern." * Feldwebel: ,, Herr Photograph, Sie ziehen sich auf drei Tage in die Dunkelfammer zurück! Daß Sie sich aber bis dahin zu einem ordentlichen Soldaten entwidelt haben, verstanden!" Lokales. Gedenktafel für den 3. März. 1871. Die deutschen Truppen räumen Paris.- 1878. Der Friede zu San Stefano bei Konstantinopel beendet den russisch- türkischen Krieg. Krönung Papst Leos XIII. - 1886. Friede zwischen Serbien und Bulgarien. Schulen Fried führt werden 15 Child Bo ** Neue ProvinzialEnteignung Aliniten ftat zur weiteren bormittags jenigen Mi die Situati borgenomm und Zeuge Medizinal furt a. M teilnehmen [ Ver der Bericht auch im le Beihilfe zu Swede gef haltung un wege, Anla Gießener mentlich Georgste legtgenann Wünsche und 6 Tif großen Ge Blas biet ficht geftel jeitens d des Berei zur Hafe führenden feitig belie Klosterhof werden to geführt immer b Schädigt berg unferer Weg zu Leute w Verein d quemer stellen. Sie ganz brand lei Befbreite Schaffen Better Berichte hütte er Aussich Verweil hütte fe ist bon dem Ve Gründe Bichler, Stellung auf ein Stobr öffentli Ausfich für E Stabifa betrug ift alf Bunich und fei funft in ** Chor mein 13 5 26 300 14 56 1200 5600 auf der 883 en wurden. Bei teit treten, wenn en, bei Tag die die rote Laterne Behrendt bis zu jeiner Benfionie Den. stels.] In einem enten, die den en haben, trat ner als Redner Ausführungen, unter den Sta ** Der Ausschuß des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen hielt verg. Woche zu Gießen im Hotel 8um Prinzen Karl" unter dem Vorsize seines Präsidenten, des Herrn Defonomierat Slente eine Sigung ab. Es wurde beschlossen, daß im Anschlusse an die Jungviehweide Lauterbach eine Biegenzuchtstation, welche mit 20 Biegen bes gt werden soll, errichtet wird und hierfür Sodann wurden für die die nötigen Mittel verwilligt. Jungviehweiden Lauterbach, Bell und Tiergarten ca. 8000 Mark zur Verfügung gestellt, um die noch nötigen Neubezw. Erweiterungsbauten durchzuführen. Für Durchführung von Sortenanbauversuchen, nach dem vom Landwirtschaftsrate aufgestellten Blane wird noch in diesem Sommer begonnen, und Herrn Professor Dr. Albert am landw. Inftitut Gießen 200 Mt. dazu bewilligt, weiterhin sind der landw. Winterschule Alsfeld für die Durchführung der artiger Versuche für diesen 8wed 400 Mt. zur Verfügung gestellt. Die Leitung erhält Herr Professor Dr. Albert. Für das nächste Jahr sollen auch an den landw. WinterSchulen Friedberg und Büdingen ähnliche Versuche durchgeführt werden. Die landw. Ausstellung in Hannover soll mit 15 Stüd Vogelsberger Rindern beschickt werden. was wunderlicher Die et aus eigener fönne, ohne je Die Begeisterung n sich denn aber n verabscheut! Eage nur dauerte Die beiden jungen D der letzten Star Mitgliedern des Stadtverordneten ſe zu Königinnen chten, die andere ppdedelicone ge in diesem Jahre rmain das Wahl hen Arbeiterinnen it und Sympathie wöhnlich aber beals Ehrendamen gen ihr, indem sie dem linten Ufer dem rechten nur träuben zum Hof ein Mitarbeiter egenheit folgende sfrist verstorbene inmal im Freun Finanzmann boll einen Brief, den hwarf. ,, Denken and einen anony t: ,, Sie sind ein den?! Wer kann schreiben wagt?!" le ins Auge, jah ,, Das sieht ganz geschrieben hätte!" Finanzmann nicht beruhigt hatte, zugroße Geistes ch: ,, Wenn man machen, wie ich: zerreißt sie, ohne langenhause des n jeßt eine Bril m_antiseptischen = Operation, die c, nachdem dieses en Schlange von Untertiefer einen -i Wochen gerieten hlangenhauses, in hlangen zahlreiche mmun gegen ihr inden weiter teine dem Unterkiefer bemerkt wurde. der nötigen Vor nommen, und es 3 der Unterliefer verursacht hatte. Schlange wieder ung wurde eher n Tag das Unge müssen, was für ders als harmlo Stelle des Unter ch verbunden; bor Verband mit einer Stange befestigten 3. Der 45 Jahr hatte einen M auben erfunden ran, mußte abe schine beseitigen ausgegangen, and Decken. Aus Ver einem Hafen der hter des Hauses: Gerr Referendar Sie gestern beim entrüftet): ,, Night gehabt diesen ( Fl. BL.) r sieht, wie der armt):„ Endlid Coffizier: Gin eine Medusen ch zu versteiner h, Sie ziehen ner zurück! D entlichen Soldat März. en Paris- 18 tantinopel beenbe ulgarien. 9 Papst Leos XI ** Neue Klinitsbauten. Die Verhandlung vor dem Provinzial- Ausschuß, welche am Samstag wegen der Enteignung des Geländes zur Erbauung der neuen Kliniken stattfand, wurde Mittag vertagt und Termin zur weiteren Verhandlung auf Samstag den 14. März bormittags 9 Uhr festgesetzt. Es soll zuerst für diejenigen Mitglieder des Provinzial- Ausschusses, welche die Situation noch nicht fennen eine Lokalbesichtigung borgenommen werden, an welcher außer den Parteien und Zeugen auch die weiter geladenen Sachverständigen Medizinalrat töhler- Offenbach, Professor Rehn- Frank furt a. M., Klinikverwalter Muhlert- Frankfurt a. M. teilnehmen sollen. | [ Verschönerungsverein]. Es ging uns folgender Bericht von wertgeschäßter Seite zu. Der Verein hat auch im leztverflossenen Jahre selbsttätig und durch geldliche Beihülfe zu anderen Bestrebungen gleicher Richtung seine 8wede gefördert. In erster Linie erfolgte die Instand haltung und Besserung der von ihm hergestellten Spazier wege, Anlagen und Baumpflanzungen im alten Feld, im Gießener Stadtwald und im Schiffenberger Walde; namentlich bedurften die Wege durch die Wannschneise, am Georgstempel und am Tanzplaße einer Auffrischung. An legtgenannter Stelle wurden ferner, auf vielfach geäußerte Wünsche hin, die bestehenden Anlagen um drei neue Bänke und 6 Tische erweitert, so daß dieselben nunmehr auch einer großen Gesellschaft zum bequemen Enlogieren genügenden Platz bieten dürften. Wie im vorigen Jahresbericht in Ausficht gestellt war, wurde durch sehr dankenswertes Eingehen seitens der Stadt- und Forstverwaltung auf die Wünsche des Vereins, der Fußweg im alten Schiffenberger Wege bis zur Hasenkopfschneise, bezw. dem dort zum Schiffenberg führenden chaussierten Wege verlängert, so daß dieser vielseitig beliebteste Bugang zu jenem alten, weitausschauenden Klosterhofe nunmehr stets trockenen Fußes zurück gelegt werden kann. Leider muß hierbei wiederholt Kage darüber geführt werden, daß diese Fußwege, troß des Verbots, noch immer von Reitern benutzt und in rücksichte loser Weise be schädigt werden. Die Tatsache, daß die schöne Burg Glei berg mit ihrer prachtvollen Aue si vt von den Bewohnern unserer Stadt häufiger besucht werden würde, wenn der Weg zu ihr weniger schuß- und schattenlos, sowie für ältere Leute weniger beschwerlich wäre, hat schon früher unseren Verein dazu geführt, den Aufstieg auf den Hardtberg bequemer zu gestalten und Rubebänke an dem Wege aufzu stellen. Cs blieb hierbei aber der Uebelstand bestehen, daß die ganze Wegesstrecke gegen Wind, Regen und Sonnenbrand feine süßende Stelle bot und dies Manchen bom Besbreiten derselben abhielt. Um hierin Besserung zu schaffen und den Wanderer wenigstens eine vor Wind und Wetter schützende Ruhestelle zu bieten, hat der Verein im Berichtsjahre unfern des Hardthofes eine geräumige Schußhütte errichtet, nabe am Gleibergwege, wo zugleich eine schöne Aussicht in's obere Lahnthal und auf die Stadt zu längerem Verweilen einläd. Am 11. September wurde diese Stußhütte fertig gestellt. Der Grund und Boden zu derselben ist von dem Eigentümer, Herrn Bierbrauereibesißer Bichler, dem Verein so lange unentgeltlich überlassen, als ihn nicht Gründe zur Zurücknahme dieser Erlaubnis nötigen. Herrn Bichler, wie auch Herrn Architekt Hamann, welcher die Herftellung der Schutzhütte nach seinem Entwurfe unter Verzicht auf ein Honorar leitete, und Herrn Schlossermeister Karl Stohr für fostenfreie Anfertigung der Aufschrifttafel gebühret öffentlicher Cant. Als geldliche Beihülfe für Anlage von Aussichtspunkten hat der Verein auch im verflossenen Jahre für Errichtung des Hochwartturmes Mt. 300.- an die Stadtkaffe abgeführt Die Mitgliederzahl unseres Vereins betrug im Jahre 1902 457, gegen 374 im Vorjahre; sie ist also erfreulicher Weise um 82 Mitglieder gestiegen. Wünschen wi, daß der Verein, dem das Wohl unserer Stadt und seinen Bewohnern sehr am Herzen liegt, für die Zufunft immer so arbeiten kann. ** 8wei berühmte Tondichtungen für Soloftimmen, Chor und Orchester, die erste Walpurgisnacht" von Holzversteigerung. Montag, den 9. d. Mts. wird in hiesigem Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 13 Eichen Stämme von 22 bis 38 cm Durchm., 3 bis 5 Eichen- Deibstangen 4,23 fm. [ 6 m Länge 26 Nadels 11 ====300-Reisstangen( Bohnenstangen) 14 Rm. Eichen- Scheit( 2 Nm. Nußscheit) -Knüppel( 10 Nm. find 2,5 mtr. lang.) 56 " 1200 Eichen- Wellen " 5600 Fichten-( 500 zu Bohnenstangen geeignet). Zusammenkunft Mittags 1 1hr am Distrikt Ranzen auf der Thalschneise. Großh. Bürgermeisterei Großen- Linden. Veun. - Nunmehr wird über die Berufung des Fabrikanten R. dahier verhandelt. K. wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen Beleidigung der Direktoren der Continental- Kaoutschukund Guttapercha- Comp. zu Hannover in eine Geldstrafe von 25 Mt. genommen. Der gewünschte Erfolg blieb aus, denn die Berufung wird als unbegründet zurückgewiesen. Mendelssohn und die neunte Symphonie" von Beethoven| regung verfest, verübte er nebst seiner anwesenden Ehefrau, waren die großen Aufgaben, deren Lösung Herr Musik. durch Schimpfen und Schreien Skandal, daß die Polizei eindirektor Trautmann mit seinen Getreuen, dem akademischen schreiten mußte, wobei er seinen Hund, eine bissige Ulmer Gesangverein und der verstärkten hiesigen Regimentsutufit, Dogge ohne Maulforb, von der Leine los machte. Vom hie unternommen hatte. Das Konzert fand wieder in der sigen Amtsgerichte wurde G. dieserhalb in eine Haftstrafe Turnhalle statt, die der Konzertverein in der letzten Beit von 12+ 2 Tagen genommen, während seine Ehefrau mit 10 Mt. Geldstrafe davonfam. Der von den Angeklagten mit bestem Erfolg für größere Aufführungen benutzt hat. Die für die Symphonie erforderlichen Soloftimmen machten eingelegte Widerspruch wurde vom Schöffengericht zurückge diesmal das Engagement eines ganzen Künstlerquartetts wiesen und Frau G. beruhigte sich nunmehr bei dem Urteil nötig, das aus den Damen Fräulein Busjäger( Sopran), während ihr Mann, dem die Strafe zu schwer erschien, BeFrau Bratanitsch- Hellmrich( Alt), und aus den Herren rufung einlegte, worauf die heutige Verhandlung beruht. Die Fischer( Tenor) und Hellmrich( Baß) bestand. Die Auf- Beweisaufnahme ergiebt, daß sich G. zwar sehr roh benommen hat, doch erscheint dem Gericht die Strafe zu schwer, führung der Walpurgisnacht war eine sehr glückliche. Flott weshalb auf eine Geldstrafe von 25+ 5 Mt. erkannt wird. und fluffig geschrieben, und mit einer großen Fülle musis kalischer Schönheiten ausgestattet, bietet dieses herrliche Wert allen Mitwirkenden reichliche Gelegenheit, in Bezug alle Vortragsfinessen musterhafte Leistungen zu bieten, und was gestern die drei Soloftimmen Alt, Tenor und Baß gemeinsam mit Chor und Orchester unter Trautmanns bewährter Leitung zu Gehör brachten, war des höchsten Lobes würdig. Mit der Aufführung der neunten Symphonie" von Beethoven vollbrachten sämmtliche Mitwirkende eine musifaliche Großtat, die ein neues unvergängliches Blatt in dem Ruhmeskranz des Konzertvereins bildet. Herr Musifbireftor Trautmann leitete die Aufführung des Klangschönen Werkes mit großer Umsicht und feinem Verständnis, wirtsam unterstützt vom Orchester und im letzten Satz auch von den Solisten, bei denen Fräulein Busjäger mit ihrem glodenreinen hohen Sopran die Oberstimme im Quartett zu allgemeiner Bufriedenheit durchführte. Gleiches Lob verdient der akademische Gesangverein, der den großen Anforderungen, die der Schlußchor- Schillers Hymne an die Freude an die menschlische Stimme stellt, völlig zu ge= nügen wußte. Die Turnhalle war gut besucht und die zahlreiche Zuhörerschaft befand sich in sehr beifallsfreudiger Stimmung. So fonnte es nicht fehlen, daß nach der Walpurgisnacht und nach jedem Saß der Symphonie lebhaft applaudiert wurde. ** Stadttheater. Am Dienstag den 3. März, wird als Benefiz für Frau Marie Jenny der beliebte Schwanf Die Dame von Maxim" mit Helene Hohenfels als„ Crevette" zur Aufführung gelangen. ** Gießener Volksbad. Im Februar wurden 7581 Bäder verabreicht, gegen 7418 im Januar 1903 und 6339 im Februar 1902 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 297 Bäder gegen 270 im Januar 1903 und 249 im Februar 1902. " Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3965 Männer, darunter 721 zu 10 Pfg. 567 Frauen 145, 10 Wannenbäder: 1. I. 261 Männer, 91 Frauen, 2. I. 604 386 Dampf und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 181 Männer, 23 Frauen. " Brausebäder 1244 Männer, 259 Frauen. Die Personenwage wurde von 180 Personen be nutzt und das Bad von 8 Personen besichtigt. ** Neuverpachtung des Schüzenhauses. Bei der auf 5 Jahre erfolgten Neuverpachtung des Schüßenhauses boten die Brauereien Friedel und Asprion sowie die Bichler'sche Brauerei, welche bisher die Wirtschaft gemeinsam hatten, 1700 Mt. Jahrespacht gegen bisher 1400 Mt. und wurde ihnen vom Schüßen- Verein der Ausschank wieder übertragen. ** Salvatorbier. Das weltberühmte Münchener Bier der Großbrauerei zum Paulanerbräu fommt wie alljährlich auch heuer wieder Anfangs März zum Versandt! Aus Hessen und nachbargebieten. Klein- Linden. Gelddiebstahl. Samstag Nachmittag begaben sich 3 Arbeitslose von Butzbach fommend, in den Bernhardshäuserhof dahier. Da im Augenblick ihres Eintretens keine Bedienung anwesend war, so entfernten sich dieselben nach wenigen Augenblicken. Kurz nachher fand man die Wirtskasse geöffnet und ihres Inhalts von ungefähr 300 Mt. beraubt. Da sofort der Polizei von dem Vorgang Anzeige erstattet wurde, so gelang es, die Diebe in Gewahrsam zu bringen. Das Geld fand man abseits des Ortes unter einem Stein versteckt wieder. Bürgermeisterei Azbach und Launsbach. Am letzten Freitag und Samstag fand im Schlachthaus zu Wezlar 11 hatten sich Prüfung von Laienfleischbeschauern statt. gemeldet und 10 bestanden die Prüfung, darunter Georg Römer von Krofdorf und Philipp Strad von Launsbach. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer fitung. Gießen, den 27. Febr. 1903. In der Berufungsinstanz wird gegen den Verwalter der städtischen Tonnenabfuhr Johannes G. dahier, verhandelt. Angeklagter, welcher am 3. November v. J. ohne Karte die Sperre am hiesigen Bahnhof passieren wollte, wurde von Darüber in Aufdem Bahnsteigschaffner zurückgewiesen. Versteigerung. Dienstag, den 3. März d. Js. nachmittags 2 Uhr berfteiaere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: Diverse Schuhwaren, mehrere Pferde und Wagen, 1 Breaf, 1 bollständige Ladeneinrichtung, 1 großen Fisch- Eiskaften, 1 Eisfchrant, 1 Dezimalwage, diverse Plüschsofas und Sessel, Spiegelschrän'e, Rohrstühle, Kommoden, Kleiderschränke, Spiegel, Bilder, Vorhänge und andere Sachen. Born Gerichtsvollzieher, Gießen. Holzversteigerungen. Oberförsterei Windhausen. 1. am Freitag, den 6. März, vorm. 10 Uhr im Saale des Wirts Wenzel zu Ober- Breidenbach aus den Diftriften Kecksberg, Leidenberg, Buchhölzerberg, Mauer, Ziliarhaid und Haideloh der Forstwartei Windhausen: 58 Eichen= 22,85, 12 Fichten 15,45, 11 Riefern 5,77, 29 Buchen= 23,81 Festm. alles ohne Rinde gemessen. Scheiter: Buchen 911; Knüppel: Buchen 166, Eichen 32, Nadelholz 51, Ecle- Aspen 13; Reifig: Buchen- Stammreiser( in Viauer) 370, Aftreiser 358, Eschen 122, Nadel in Schichten 87, Kurze 84; Stöde: Buchen 36( dabei in Haideloh 10 Rm. fein zerkleinert), Eichen 8, Nadelholz 51( dabei 45 alte in Biliarhaid). II. am Samstag, den 7. März, vorm. 10 Uhr im Saale des Heinrich Völzing zu Groß Felda aus den Distrikten Hahnberg, Rotherpflühl, Holzed und Kohleichen der Forstwartei Groß- Felda: 3 Eichenstämme 1,82, 549 Fichtenstämme 72,23, 33 Fichten1,91 und 29 Buchenderbstangen derbstangen = = = 1,15 Fim. Scheiter: Buchen 113; Knüppel: Buchen 119, Eichen 6, Nadelholz 58; Reiser: Buchen- Schlagreifer 722( 710 in Kohleichen), Buchenastreiser 12, Nadelschichtreiser 29, Kurze 22; Stöcke Buchen 32, Nadelholz 16 Rm. Sämtliches Holz von beiden Versteigerungen( Distr. Hahnterg ausgenommen) ſigt in der Nähe chaussterter Straßen und ist nach allen Richtungen hin gut abzufahren. Nur das Holz, dessen Nummern blau unterstrichen sind, wird versteigert. Um vorherige gefällige Einsicht wird gebeten. Nähere Auskunft erteilen die Großh. Forstwarte Jacobi zu Windhausen und Hammel zu Schellnhausen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. E& tönnen eingestellt werden: 2 Sattler nach Auswärts, 1 Schneider,( auswärts), 2 jüngere Schreiner, 1 Rutscher, 2 landw. Arbeiter( auswärts), 2 Pferdefnechte( auswärts), 2 Hausburschen, 13 Dienstmädchen für sofort,( Gießen), 4 Dienstmädchen für später, 3 Desal. auswärts), 1 Köchin, 2 landw. Mägde( auswärts), 3 Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Friseur, 5 Schlosser, 1 Bäcker,( Gießen), 2 Bäcker( auswärts), 2 Schuhmacher, 2 Staufleute, 1 Bagner, 2 Schneider, 1 Stellmacher und Wagenbauer,( auswärts), 2 Glaser, 1 Spengler, 1 Gärtner. Es suchen Arbeit: 1 Buchbinder, 2 Anstreicher bezw. Lackierer, 2 Schlosser, 1 Schneider, 4 Schreiner, 1 Kaufmann oder Schreiber, 1 Schreibgehilfe, 6 Rutscher, 11 Knechte bezw. landwirt. schaftliche Arbeiter, 4 Taglöhner, 8 Hausburschen 1 Kinderfräulein oder Gesellschafterin, 3 Dienstmädchen, 5 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Buzfrau, 1 landw. Magd. Lehrlinge: 2 Kaufleute, 9 Schreiber, 1 Gärtner, 1 Weißbinder, 1 Schloffer." Marktbericht. * Marburg, 28. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten: Butter, Pfd. 0,90-100, Hühnereier, 2 St. 10-11, Käse, pr. St. 11, Käschen, pr. St. 4, Kochfäse, pr. Pfd. 40, Käsematte, pr. St. 5, Kartoffeln, Pfd. 4 Bfg. 50 Kilo 275-3.00 t., Kohl 1 St. 5, Blumentobl, 1 St. 20-40, Spinat, Pfd. 40, Salat, pr. Kopf 0,18, Möhren, pr. Pfd. 10, Sellerie St. 15-25 Porre Stück 5-8, Rüben, rote 5-8, Sahnen, pr, St. 1.50-200, Hühner, pr. Std. 1.50-1.80, Tauben, pr. St. 50, Rapaunen 300-350, Radieſe, pr. Pad. 12, Merrettich, pr. Pad 30, Zwiebeln, ẞfd. 10, Knoblauch, br. Anolle 5, Weißkraut, pr. K. 25-40, Rotkraut, pr. 25-40. Wirsbino, pr. R. 15-40, Weintrauben, pr. Pfd. 80, Aepfel pr. Pfd. 15-25, bo, Korb 3-3,50, Birnen, Bfb. 25-40 Pfg. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, borm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783): für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Giessener Stadttheater. Dienstag, den 3. März 1903. Zum Benefiz für Marie Jenny. Die Dame von Maxim. Crevette: Helene Hohenfels. 8; 4 5 Zimmerwohn. m. Bad, Loggia u. all. Zubeh. 3 Tr. Ede StephanBanarienvögel u. Keylerstraße an ruhige Leute per mit großem Hed- 1. April od. später zu vermieten. fäfig billig abzu- Näberes 2 Trebben bafelbf. geben. Wer Stelle fucht, verl. die , Deutsche Vakanzenpost' Eglingen H. Stork, Launsbach. Battenpinscher. 7 Monate alt, mach= 14fam, scharf auf Ungeziefer zu verlaufen. $. Stort, Launsbach. Jm Waschen und Bugen( em= pfiehlt sich Frau Faiz. Webfteingaffe 7, II. Städtisches Schlachthaus. Ochsenfleisch 50 Bfg. Rindfleisch 45 Pig. Heute u. morgen Nr. 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Januar 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldenes Anhängsel und 1 Peitsche; verloren: 2 Bortmannaies mit Inhalt und 2 Damengürtel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, 28. Februar 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Versteigerungs- Anzeige. Das zur Konfursmasse des Kaufmanns H. Wickert in Dautphe gehörige Lager bestehend aus: Manufaktur- Colonial und Eisenwaren bon 12000 14 000 Mark soll Montag, den 9. März nachmittags 3 Uhr en bloc gegen Barzahlung versteigert werden. Dautphe liegt 20 Minuten von der Station Markt 7 empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Gehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Breislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Normal- Tricotwäsche. Heyaes zweiseitige Unterzeuge, oben Wolle unten Baumwolle. 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