257 Jusationspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberhessen 10 is sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 1288 a. Sebaftion und Haupt Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Fernsprechanfchluk No. 868. Sonntag, den 1. November 1903. Bote aus dem 2. Jahrgang. Abonnementspreis: viertelfährlich 1.20 Mark fret ins Haus. Das Blatt erscheint täglich mittags, außer Montags. Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( 3x wöchentl.) Fernsprechanschluß Nr. 362. Ohm- und Feldalhal ( Oberheskscher Beobachter) Lokalanzeiger für die Kreise Alsfeld, Grünberg und Schotten. ( Bote aus Oberheffen) Inserate, Bekanntmachungen 2c. aus dem Verbreitungsbezirk nimmt zu Originalpreisen entgegen: J. K. Eißfeller, Generalvertreter des„ Boten aus dem Bekanntmachung. Bei der am 6., 7. und 9. November 1903 im Hofe der alten Kaserne am Brandplatz stattfindenden Herbstkontrollversammlung hoben aus der Stadt Gießen zu erscheinen: Am 6. November, vormittags 9 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, somie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1896 und 1897 eingetreten sind. Am 6. November nadmittags 2 Uhr: Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Ihren 1898 und 1899 eingetreten sind. Am 7. Novomber, vormittags 9 Uhr: Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Fahren 1900, 1901 und 1902 eingetreten sind. Am 7. November, nachmittags 2 Uhr: Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der sazbehörden entlassenen Mannschaften der Infanterie, somte sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Weld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphenund Luftschiffertruppen. Am 9. November, vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten des Trains( einschließlich Kranfenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, BüchsenmacherArhilfen, Dekonomiehandwerker und Marine- Mannschaften, favie zur Disposition der Truppenteile und Erlaß- Behörden exitlaffenen Mannschaften aller Waffen, ausschließlich Infanterie und die durch besondere Gestellungsbefehle dazu befohlenen ehrieute. Befreiungsgesuche sind bis längtens 8 Tage vor dtem Appell auf dem Dienstwege( durch das Hauptmeldeamt) erzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei. bezw. bei Elramte durch die vorgesehte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Notfalle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erSheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher begzulegen. Die Militärpapiere( Baß mit eingeklebter Striegsbeordnung und Führungszeugnis) müssen ur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Hontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Milithängesek. Gießen, den 28. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum Bekanntmachung. Die Schillerstraße zwischen Asterweg und Nordarlage, wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten boon heute an bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Forradverkehr gesperrt. Gießen, den 30. Oftober 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Disziplin. [ Politische Wochenschau.] Es war kein Zufall, daß Kaiser Wilhelm auf den Wällen Küstrin jenes Wort von der Disziplin sprach, das in eiteste Kreise drang. Daß unser Kaiser von der tiefen Betung der altpreußischen Disziplin durchdrungen ist, hat jein ganzes Leben bewiesen. Nicht zum wenigsten gemahnt rit in legter Zeit wieder der wiederholte Hinweis auf seinen Sugendlehrer daran, wie tief solche Tradition in seinem Inern Platz gegriffen. Der Kaiser weiß auch, daß er die Biebe seines Volkes sich in hohem Maße eben gerade durch ne Disziplin erwarb, die er zu seines Lebens mächtigſtem Brundstein machte. Und er will, daß seine Söhne durch bie gleiche Schule gehen. Mehr als in irgend einem deutchen Hause gilt am Kaiserhofe die Unterordnung des Einelnen unter das Ganze. Nichts bleibt den Prinzen erspart, was sie stählen und zum Vorbild eiserner Pflichterfüllung machen könnte für das Volk. Wohin es kommen kann im Völkerleben, wenn jene Disziblim fehlt, die alles Gedeihen bedingt, lehrt in unseren Zagen ein prechendes Beispiel: Desterreich- Ungarn. Der greise Kaiser, dessen Leben geprüft ward wie selten eines, at mer seine Pflicht erfüllt und sich keine von den Aufgaben geschenkt, die ihm als Herrscher zufielen. Seinem Bolte aber ging jener Geist der Einheit verloren, der nötig Ohm- und Feldathal in Groß- Felda." ist, soll anders ein Körper von solcher Große gedeihen. Gifersüchtig wacht jede einzelne von den Völkerschaften der habsburgischen Krone darüber, daß ja nicht für eine andere etwa ein scheinbarer Vorteil erwächst. Statt gemeinsam und mit vereinten Kräften vorwärts zu streben, zersetzen sie sich durch selbstsüchtiges Gezänk, durch unerquicklichen Hader. Stand erst vor wenigen Jahren der Kampf der Tschechen gegen die Deutschen im Vordergrunde, so hat sich inzwischen das Bild insofern gewendet, als nun die Länder der Stefansfrone wider Habsburg aufstehen, in dem reaktionären Bestreben, Ungarn Sondertitel zu verschaffen, die entfernt auf eine weitere Lostrennung von Desterreich hinauslaufen. Es bedurfte eines sogenannten starken Mannes aufs dringendste. Hatte Kaiser Franz Josef es zuerst mit väterlicher Milde bersucht, so mußte er nun zu starken Mitteln greifen. Darum fiel auf den Grafen Tisza seine Wahl, einen Mann, dessen Rücksichtslosigkeit ebenso bekannt ist, wie seine Energie. Mög lich, daß es diesem gelingt, das Land zur Disziplin zu befehren. Natürlich wird es dabei ohne tiefe Spaltungen und starfe Erbitterungen nicht abgehen. Aber die Völker sind wie die Kinder, welche auch in der Schule immer den Lehrer als den Feind betrachten und erst später begreifen lernen, daß er doch nur ihr bestes wollte. Wenn irgendwo in der Welt, hat man an der Newa eingesehen, woher unsere Stärke fam. Das ganze Bestreben jener flugen Staatsmänner, die Nikolaus II. um den Barenthron berief, geht nur auf das eine Ziel hinaus: ein Volk zu schaffen, das fähig ist. in Erfüllung seiner Pflicht, Strapazen und Leiden zu erdulden, um des einen Zweckes willen, das gemeinsame Vaterland groß und stark zu sehen. Und der Geist reifender Disziplin spricht sich schon jetzt aus in der zähen Taktik des großen Staatstörpers, die ihre jüngste Aeußerung fand in dem systematischen Vorrücken im fernen Osten und dem starren Festhalten unten auf dem Balkan. Ein Rad greift hier ins andere. So ist es fein Wunder, wenn der russische Koloß sich wie ein Alp auf das raisonlose China legt und auf dem Balkan das Uebergewicht behält gegen die durch und durch korrupte Türkei und das disziplinlose Desterreich, das man nur deshalb einstweilen noch nicht vor den Kopf stieß, weil staatsmännische Klugheit es so befahl. Disziplin im Einzelnen, Disziplin im Großen. Wer wollte, wenn er die Geschichte betrachtet, die zwingende Gewalt dieser Lehre leugnen? Die alte Garde des großen Korsen starb, doch ergab sich nicht. Die Historie aber weiß zu melden, daß gerade unser deutsches Volk dieser Disziplin seine ganze Größe dankt. Die Schlachtfelder von Weißenburg und Wörth, von Gravelotte und Sedan künden mit ehernen Lettern für alle Zukunft das Lied vom Gehorsam und von Vaterlandsliebe, von treuer Pflichterfüllung und eiserner Disziplin... Was geht in Korea vor? Noch immer spukt in der europäischen Presse das Gespenst eines russisch- japanischen Krieges. Jezt ist's die italienische Journalistik, die die übrige Welt das Gruseln lehren will: Während die britischen Blätter ihre anfänglichen Alarmnachrichten allmählich wieder dementieren, erklären italienische Zeitungen den Krieg zwischen Rußland und Japan für so gut wie unvermeidlich. Und sie wissen auch schon den Zeitpunkt des Beginns der Feindseligkeiten anzugeben: Im kommenden Frühjahr soul's losgehen! Hierzu schreibt uns unser CB.- Mitarbeiter:„ Wir haben auf Grund der bisher vorliegenden Meldungen und der ganzen politischen Konstellation bereits betont, daß ein Krieg zwischen Japan und Rußland, so sicher er für die Zurunje zu erwarten steht, vor der Hand recht unwahrscheinlich ist. Auch in deutschen diplomatischen Kreisen wird diese Ansicht geteilt. Und gerade gegenüber diesen neuen italienischen Alarmnachrichten, die zweifelsohne auch in der übrigen europäischen Presse ein Echo wecker werden, möchten wir wiederholen: Aus den Meldungen, aus denen italienische Publizisten die Wahrscheinlichkeit eines Krieges herauslesen, ergibt sich aufs neue, daß ein Krieg zwischen Rußland und Japan vor der Hand unwahrscheinlich ist. Italienische Blätter lassen sich aus Petersburg melden: Amtliche russische Depescher aus Ostasien berichten, daß infolge großer Stürme die Telegraphenleitungen mit allen Gegenden des fernen Ostens gestört seien. Die Depeschen müßten mit der Eisenbahn befördert werden. Aber auch diese sei an vielen Stellen betriebsunfähig, und die Wiederherstellungsarbeiten würden längere Zeit in Anspruch nehmen. Angesichts des Umstandes, daß man sonst nichts von Stürmen in Ostasien gehört hat, ist man, wie die fraglichen italienischen Blätter weiter versichern, in Petersburg allgemein der Ueberzeugung, daß der Statthalter Alerejem diese Sturmschäden fingiert habe, um alle ihm unbequemen Mitteilungen über militärische Operationen mit einem plausiblen Vorwand hintanhalten zu können. Man glaubt sogar, Alerejem habe mit größeren Truppentransporten bereits begonnen, und man will auch wissen, wohin diese bestimmt sind: Alexejem, so heißt es, ist eifrig dabei, den Norden Koreas mit einer starken Streitmacht zu besezen. Das sind wohlgemerkt lediglich Schluß folgerungen der in offiziellen Politiker an der Newa. Die italienischen Blätter, die sich diese Schlußfolgerungen kritiklos zu eigen machen, legen aber noch besonderen Wert auf die Tatsache, daß auch die offiziellen Politiker des Zarenreiches kein Geheimnis daraus machen, daß Rußland sich auf alle Eventualitäten im fernen Osten vorbereitet. Ja, ist denn das nicht etwas ganz Selbstverständliches, nicht die einfache Pflicht der russischen Staatslenker? Gerade, daß Rußland sich offenkundig für alle Fälle in Bereitschaft hält, ist doch das erste Erfordernis für die Erhaltung des Friedens! Täte es das nicht, die Japaner schlügen schnurstracks los. Aber eben weil Rußland auf seine Schlagfertigkeit bedacht ist, ist die Kriegsgefahr gemildert. Rußland handelt einfach nach dem erprobten Saße, daß, wer den Frieden will, zum Kriege gerüstet sein muß! Einstweilen verdienen also auch die italienischen Alarmnachrichten nicht sonderlich tragisch genommen zu werden. Wir sind der Meinung, der japanisch- russische Konflikt" wird sich in Wohlgefallen auflösen." Diese Information unseres Mitarbeiters wird bestätigt durch eine offiziöse Pariser Meldung, wonach Japan die Vermittelung Frankreichs zur friedlichen Schlichtung der russisch- japanischen Differenzen nachgesucht hat. Und das offiziöse französische Bureau kann auf Grund von amtlichen Mitteilungen aus Petersburg hinzufügen, daß die russischjapanische Krise gegenwärtig ernstlich auf dem Wege sei, beigelegt zu werden. Die Politik. Die einzig mögliche Reichsfinanzreform, meint ein füh. rendes Zentrumsblatt, würde eine Veränderung des Um lagemodus bei den Matrikularbeiträgen sein. Es sei un serecht, wenn das reiche Hamburg ebensoviel für den Kopf seiner Bevölkerung zahle, wie das arme Waldeck u. 1. 1. Leider ist nicht ersichtlich, ob das Zentrumsblatt seine Weisheit aus gewissen Quellen bezog oder aus eigenen Töpfen schöpfte. Im letzteren Falle hätte das Ganze wenig Bedeutung. Die preußischen Minister des Innern und der Finanzen haben eine Verfügung erlassen, derzufolge die Erteilung der Zustimmung zur Genehmigung von Gemeindebeschlüssen, durch welche Steuerzuschläge über den vollen Satz der Staatseinkommensteuer hinaus oder Abweichungen von den vorgeschriebenen Verteilungsregeln für Stadtgemeinden mit nicht mehr als 50 000 Einwohnern auf den zuständigen Oberpräsidenten übertragen werden. A Der Hanauer Handelskammerpräsident Canthal, der fürzlich in Berlin bei den verschiedenen Ministerien wegen der Fortsetzung der Mainkanalisierung von Offenbach ab aufwärts vorstellig geworden ist, teilt mit, daß er den Eindruck gewonnen habe, daß die Fortführung der Kanalisierung bis Aschaffenburg bereits beschlossene Sache sei. Dem Abschluß des Staatsvertrags ständen nur noch geringe Schwierigkeiten entgegen, so daß der Staatsvertrag schon Anfang nächsten Jahres perfekt werden dürfte. Den Landtagen würde dann die Vorlage ev. bis zum Herbst zugestellt werden, so daß mit der Durchführung der Kanalisierung bereits in etwa einem Jahr begonnen werden könnte. Sollte da nicht doch vielleicht der Wunsch der Vater des Gedankens sein? † Die bayerische Kammer der Abgeord neten hat nunmehr mit 118 gegen 9 Stimmen die Errichtung eines nenen Verkehrsministeriums für Bayern beschlossen. Nach der Zustimmung der liberalen Partei, die noch im Finanzausschuß dagegen gestimmt hatte, war das nicht mehr anders zu erwarten. Die guten Polen, die für ihre vaterländischen Gefühle jede Art von Rücksicht verlangen, tun ihrerseits alles mögliche, um andere in ihrem heiligsten Empfinden zu verlegen. Die Errichtung eines Bismard- Denkmals in Posen hat in der dortigen Stadtverordnetenversammlung eine heftige Debatte hervorgerufen. Die polnischen Abgeordneten griffen den ersten Bürgermeister Dr. Wilms auf das Heftigste an, weil er das Denkmal in die Obhut der Stadt genommen habe. Außerdem sei die Beschäftigung polnischer Arbeiter und die Aufwendung städtischer Mittel eine direkte Verlegung der Städteordnung. Durch seine Stellungnahme zu den Festlichkeiten habe der erste Bürgermeister den ,, taktlosen Bestrebungen der Hakatisten" Vorschub geleistet; er hätte besser getan, dem„ hafatistischen Festesulk" fernzubleiben. Dr. Wilms trat diesen polnischen Fanatikern in erfreulich tapferer Weise entgegen. Er erklärte, daß nicht ein Pfennig zu dem Denkmal aus städtischen Mitteln geflossen sei, sagte, daß er es als Bürgermeister einer deutschen Stadt einfach für seine Pflicht gehalten habe, an den Enthüllungsfeierlichkeiten teilzunehmen, und daß er diesen Tag zu den schönsten seines Lebens zähle. Auch eine Anzahl deutscher Abgeordneter trat den volnischen Vorwürfen scharf entgegen und wieß die frivole Verletzung deutscher Gefühle mit aller Schärfe zurück. Jene der„ Russischen Telegraphen- Agentur" zugeschriebene angebliche russische Note, die das Fernbleiben des Zaren von Rom motivierte, wird nunmehr als ein ganz gewöhnliches Privaitelegramm eines Moskauer Plattes nachgewiesen, das weder einen offiziellen, noch einen offiziösen Charakter trug. Es wäre also die Aufreguna. die Die alb erbob fich langsam mit einem Ieiſen Fluch auf Augenblicke diefem in welche diese darauf, einen Ausweg aus der fatalen den Lippen. le feine Geistesfräfte fonzentrierten sich in Situat in mar finden, mie er meinte Riel das ihn geSeedwar, wenn ich gewußt hatte, daß nein, richtend ,,, das ist es nicht! Wohl mag zuerst findische Eitelwirklich liebt, daß nicht eine fluchtige Empfindungie, Ste meine Mutter, nein," rief Erse, sich stolz auffremden Welt mein Herz verTacft baba feit und der Reiz der her fait ich neuen, ae mort for Riche non icinen Rinnen , Die Mutter Arbeiter. langte, war doch nur dasserbe, was du marumba basi nicht geschworen st so oft geschworen!" Was sie vermein geliebter er ihre deine Liebe?" fagte Archibald grimmig, indem herraten um mich m das dein Vertrauen? Hand zurückstieß, die sie Du hast mich „ Ist Diett senach ihm ausstreckte. lebe ich hell! A Direttor abverlangt worden. nach vollendeter Borstellung mit einem Der Bildungsgrad der Schauspieler in Desterreich Werft" genannt, feien ihn dreißig Kreuzer Gasthäuser gehen müssen. Für die Miete des Leierkaſtens. Ein Schauspieler erzählte mir, er babe bei eiten in die iit Der Denth sich darüber in Italien erhob, wirklich nicht von nöten gewesen. O Die liberale Partei Ungarns hat den Entwurf des Neunerkomitees mit der von Tis; a beantragten Abänderung nunmehr angenommen. Graf Tisza reiste nach Wien, um dem Könige Bericht zu erstatten und demselben Vorschläge wegen Besetzung einzelner Portefeuilles zu unterbreiten. Graf Apponyi erklärte neuerdings, in der liberalen Partei verbleiben zu wollen. * Sowohl von russischer, wie französischer Seite wird helbamtlich der überaus freundschaftlich- beratende Charakter der Konferenz des Grafen Lambsdorff mit dem französischen Minister des Aeußern Delcassé betont. Auch heißt es, daß Frankreich auf Rußlands Wunsch in der ostasiatischen Frage an Japan Vorschläge zur Mäßigung ergehen lassen werde. Im Ministerrate soll Präsident Loubet Mitteilung vom Handschreiben des 3aren gemacht haben, dessen Inhalt sich in die Worte zusammenfassen lasse:„ Was Frankreich glückliches widerfährt, das erfreut auch das alliierte Rußland, welches den Weltfrieden wünscht." Wie neuerdings verlautet, war der mazedonischen Reformakte der Ententemächte eine Begleitnote angeschlossen, worin Rußland und Desterreich hervorhoben, daß die Türkei sämtliche Punkte vollständig annehmen müsse. Der Sultan verhält sich noch immer abwartend. Angesichts der englischen Note scheint sich der Kongostaat doch zu einigen Konzessionen bequemen zu wollen. Während früher den Beamten die denkbar größte Nachsicht entgegengebracht wurde und ihre Willkürlichkeiten gegen die eingeborene Bevölkerung fast nie Ahndung fanden, kommt jetzt die Kunde von der schweren Bestrafung einiger dieser Gewaltmenschen. Auch heißt es, daß neuerdings dem englisch- amerikanischen Handel allerhand Konzessionen gemacht werden, die darauf schließen lassen, daß man sich mit diesen beiden Kolonialmächten möglichst gut stellen möchte. Der Schatzsekretär der Vereinigten Staaten verteidigte in einer Bostoner Versammlung auf das entschiedenste die Schutzollpolitik der republikanischen Partei. Er wies dabei als abschreckendes Beispiel auf Großbritannien hin, das eine passive Handelsbilanz von 1000 Millionen Dollar habe. die Bahnwärtersfrau Meyer gestern wieder einen Knaben geboren habe.( Heiterkeit.) Entlastungszeugen. Der Inspektor Krüger erzählt, daß man in der ganzen Gegend über die Schwangerschaft der Gräfin gespottet habe. Eine Frau aus Wroblewo aber, die der Gräfin beim Aufstchen geholfen habe, erklärte ihm:„ Soll man mir Kopf abschneiden, weiß ich, Frau Gräfin ist schwanger!" Auf Befragen der Verteidigung erklärt der Zeuge, daß er nach heftigem Streit mit dem Grafen Wroblewo verlassen habe. Frau v. Horvath, geb. Gräfin v. Podvorowska. die mit den Angeklagten verwandt ist, gibt an, daß die Gräfin die unzweifelhaften Merkmale der Schwangerschaft an sich getragen habe. Sie will„ bei Gott beschwören, daß der Zustand ein echter war". Auf die Frage, ob die Gräfin ihr gegenüber davon gesprochen habe, sich und den Knaben zu erschießen, wenn der Prozeß für sie verloren gehe, äußert die Zeugin: Dessen entsinne ich mich nicht. Die Gräfin sprach ja manches, denn sie hat eine etwas lose Zunge. ( Heiterkeit.) Zeugin mit erhobener Stimme fortfahrend: Aber das kann ich bei Gott beschwören, daß sie mir gesagt, zugeschworen hat: der Junge sei ihr Sohn! Im Norden von San Domingo ist wegen des Aufstandes der Belagerungszustand verkündet worden. Neuere Nachrichten sind nicht zu erhalten, weil der Telegraph zerstört ist. Der Kreuzer der Aufständigen Independencia", der Puerto Plata blockiert, hat inzwischen einen Angriff auf die Stadt gemacht. Man erwartet die Ankunft des französischen Kreuzers Jarien de la Gravière", die schon signalisiert wurde. Der Kindesunterfchiebungs- Prozess. ( 5. Verhandlungstag.) RK Berlin, 30. Oktober. Der„ kleine Graf" und sein„ Bruder". Bestellungen auf den Boten a. d. Obm- u. Feldathal Lebhafte Bewegung entsteht, als nunmehr die beiden Knaben in den Saal geführt werden. Sie sind beide gleichmäßig mit weißen Mäntelchen und weißen Hüten bekleidet. Der 1895 geborene uneheliche Sohn der Meyer ist einen guten Kopf fleiner und schwächlicher als der 1897 geborene kleine Graf". Der letztere mustert mit lebhaften klugen Augen, sicher und unbefangen dastehend, seine Umgebung, während der andere Senabe schüchtern und ungelentig dasteht. Die Ansichten des Publikums- und soweit man es hören konnte, auch der Geschworenen gehen auseinander. Ein Teil findet zwischen den beiden Knaben nicht die geringste Spur von Aehnlichkeit, sondern im Gegenteil eine frappante Familienähnlichkeit des„ kleinen Grafen" mit der Gräfin, ein anderer Teil will diese frappante Familienähnlichkeit zwischen den beiden Knaben sehen. Beide werden dem ehemaligen Liebhaber der Meyer, Hauptmann v. Ziegler, vorgestellt. Dieser erklärt aber, daß er beide niemals gesehen habe. Präs.: Haben Sie sich niemals um Ihre Kinder gefümmert? Zeuge: Nein, als mir die Pracza sagte, daß sie das Kind an ein kinderloses Ehepaar abgetreten habe, erwiderte ich ihr: Sie könne mit ihrem Kinde machen, was sie wolle; auch das erste Kind habe ich niemals mir angesehen. Die Knaben werden wieder hinausgeführt. Kindergeſchrei erfüllt wieder den Gerichtssaal, als heute morgen der Zeugenaufruf erfolgt und die zahlreichen polnischen Frauen mit ihren Säuglingen auf dem Arm oder auch vielfach an der Brust in den Schwurgerichtssaal hereinströmen. Auf dem Tisch, an den die Zeugen bei Ableistung ihres Eides heranzutreten haben, steht heute ein großes fchwarzes Kruzifir. Die Aufstellung ist vom Gericht angeordnet worden, um die polnischen katholischen Zeugen wirkfamer an die Heiligkeit des Eides erinnern zu können, da es in ihrer Gegend so üblich ist. Zuerst wird die Schwester der Zeugin Falkowska, Frau Moskiewicz aus Posen, vernommen, die aussagt, daß die jetzt in Diensten des Grafen Mieceslaus Kwilecki stehende Zeugin Wardewska, die ungünstig gegen das angeklagte Grafenpaar ausgesagt habe, von Rachsucht gegen dieses erfüllt sei und ihr gegenüber auch geäußert habe, daß sie sich rächen wolle. Die Wardemska bestreitet das. Dann beginnt unter allgemeiner Aufmerksamkeit das Verhör des österreichischen Hauptmanns v. Ziegler aus Krakau, der als der mutmaßliche Vater des„ kleinen Grafen" gilt. Er gibt an, daß er mit der unverehelichten Pracza, jebigen Bahnwärtersehefrau Meyer, ein Verhältnis gehabt habe, aus dem 1895 ein Knabe hervorgegangen sei. Den Verkehr habe er auch nachher fortgesetzt und es wurde ihm Anfang Januar 1897 die Meldung, daß die Pracza wieder einem Knaben das Leben gegeben habe. Sie habe ihm aber mitgeteilt, daß der Knabe einem finderlosen Ehepaar abgetreten worden sei und daher eine bessere Versorgung finden werde. Präs.: Sind an Sie Ansprüche gestellt worden? 3euge: Wegen des zweiten Kindes nicht. Präs.: Aber für das erste Kind haben Sie gezahlt? 3euge: Ja.-- Die beiden Knaben, d. h. das erste uneheliche Kind der Pracza und der kleine Graf" sollen herbeigerufen und dem Zeugen gegenübergestellt werden. Erster Staatsanwalt Steinbrecht stellt im Anschluß daran fest, daß für die Monate November Dezember Durchg Pferd eines eere anhängen eFrankfurterf Menschen u rbeiter ber bas pollte, wurde vo Verlegungen ante bas Pferb fellichen Verlegu An demfelben Trib fchen gewo fraßer herunter d beg wo es bo sterem Falle t beschädigt. Jahrau Barnben in D Die Wetterau un bebonbers anzuzi ime Rarawane dre etwas mit Soft ift eine wa Haben und bet werden von allen Bostämtern, Zeitungsboten und der Ge schäftsstelle unseres Blattes entgegengenommen. Es folgt dann eine ganze Reihe von Zeugen, zum großen Teil Damen und Herren der polnischen Aristokratie, die sämtlich dafür einstehen, daß der Zustand der Angeklagten echt war. Eine Gräfin Podvorowska betont nochmals die große Familienähnlichkeit des Kindes, die sie als Portraitmalerin wohl beurteilen könne. Ein Zeuge, Kaufmann Kantorowicz, sagt aus, daß er anfangs kräftig über die Gräfin mitgeklatscht habe, dann aber durch eigene Anschauung zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß ihr Zustand nicht geheuchelt war. Ein Erfahrener. * Die Expedition. Lokales. Groß- Felda, 1. November 1903. die Kinder und frau suchte foga verschämtheit, Der Großherzog bat am 24. Oft. d. J. dem Trupp wieder be Hausbeschließer am Juftizgebäude in Gießen Heinrich Keller aus Anlaß seiner Verseßung in den Ruhestand das gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„ Für langjährige Der Zeuge Cigalla hatte auch diesen Eindruck. Präs.: Sie sind ein junger unverheirateter Mann, woher wollen Sie diese Sachkenntnis haben? Zeuge: Na, so was sieht man doch.( Heiterfeit.) Präs.: Konnte das Aussehen nicht auch künstlich durch Zuhilfenahme von Schminke hervorgerufen sein? 3euge: Das habe ich nicht angenommen. Präs.: Wie alt waren Sie denn damals? 3euge: 18 Jahre, aber man hat doch schließlich auch seine Erfahrungen.( Heiterkeit.) treue Dienste" verliehen. ** Der Großherzog hat am 23. September dem 2. Hauptmann der freiwilligen Gailschen Feuerwehr zu Gießen, Heinrich Sauer, das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren verliehen. * * mit Kindern, wi die Wandbevölker tor biefer Bigen () Weylar, finoet hier für liche Wahlverfar Stadman Studmann in f ter inationallibera her: Bergwerksd Der Finanz- Ausschuß der zweiten Rammer hielt diese Woche einige Sigungen ab, befür wortete die Gehaltserhöhungsoefuche der Oberlehrer, ge nehmigte die Abtretung der Gemeinde Kürnbach an Baben argen entspr. Eintausch von Land. trat für den Antrag Schmid betr. Vorbildung der Verwaltungsbeamten ein und stimmt auch für den Antraa Wolf betr. Ankauf von Wein beraen kleinerer Lagen. Zu dem Antrag Ullrich betr. die Abschaffung der Stempelsteuer und Erhöhung der Propression bei Einkommensteuer werden von der Regierung weitere Erhebungen und Berechnungen verlangt. Aus dem Schluß der Verhandlung ist von allgemeinem Interesse nur noch die Vernehmung des ehemaligen Pariser Polizeikommissars Louis Tard, die sich auf den angeblichen Aufenthalt der Gräfin in Paris zum Ankauf eines Gummileibes und zur Auffindung eines Knaben behufs Adoption erstreckt. Er bestätigt, daß eine etwas forpulente, französisch mit deutschem Akzent sprechende Dame 1896 in einem Pariser Geschäft einen Gummileib gekauft und sich mit der Hebamme Ramos behufs Uebernahme eines neugeborenen Knaben in Verbindung gesetzt habe. Die Ramos habe die Gräfin nach einer Photographie wieder erkannt. Der Gerichtshof wird kaum in der Lage sein, Frau Ramos persönlich zu vernehmen, da diese pro Tag in Berlin 100 Francs berlangt und Reise für sich und eine Dienerin in erster Klasse. Eine anspruchsvolle Hebamme! Im Bilde geblieben. Er:„ Es ist kein Auskommen mehr mit dir, Frau. Du bereitest mir das reine Höllenleben." Sie: Beflag' dich nicht, du wolltest doch für mich immer durchs Feuer gehen!" * An der Landesuniversität sind mit Beginn des Wintersemesters zum erstenmal Volksschullehrer zum Studium eingetreten, welche von der kürzlich erlassenen Verfügung Großh. Ministerium des Innern Gebrauch machen. Kriegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870/71. Bizefeldwebel Hessig eine Patrouille, geführt von dem Ge( 7. Fortsetzung.) k * Dr. med. Karl Rißfalt, erster Assistent am hygienischen Institut zu Steßen. hat sich in der medizinischen Fakultät der Universität Gießen als Privatdozent für Hygiene habilitiert. in Mussicht genom + Aus der Kreisstadt Biede mittag für das d derkmal die Ein ** Eine Versammlung von Militäranwärtern und Invaliden findet am Sonntag nachm. 4 Uhr in dem Lenzschen Felsenfeller zu Gießen statt. bon J. b. In letter ein herunterget Biteraten lang mal hat er foga Flibre gelungen ben geiftvollen militärischen Leb nie wieder die S togewinnen, mo to gewesen sei noch mit Rabe in die Verant genannten Hand hochtern und Dieſe gute Gee Stattin gezwung ** Reformationsfest.„ Luther der größte deutſch Mann, und die Reformation, das größte welgeschichtlich Ereignis!" so hat unser Kaiser zu feftlicher Stunde in Merseburg bekannt. Dieses Bekenntnis ist mit Windeseil durch die deutschen Saue getragen worden, und wo imme evangelische Herzen schlagen, da haben sie mit Dankbarkei und Freude den Klang vernommen, den der edle Hohen zollernsproß angeschlagen. Die Reformation, die größte meltae schichtliche That! Möchten sich alle Evangelischen diefes Kaiser wort, an dem man nicht deuteln und rütteln soll, tief ins Her schreiben! Wir leben und zebren von den Segnungen dieser Tha in Haus und Familie, in Staat und Kirche. Und wenn sich der 31. Oktober wieder jährt, da der größte deutsche Mann den echten Nibelungenhort, das lautere Wort Gottes, aud den Tiefen der Nacht geholt, in die ihn päpstliche Menschen herrschaft versenkt, da gilt es nicht blos dankbar rückwärt zu schauen auf das, was geschehen, sondern in fämpfenbe Gegenwart sich selbst prüfen, ob wir alle noch auf den Boden der Reformation stehen, im Glauben ein Herr alle Dinge, in der Liebe ein Knecht aller Menschen. Gedente daß du ein Evangelischer bist! Das ist Mahnung, das i heilige Verpflichtung. Ein Antitemperenzler. Student Sumpfmeier: „ Es ist doch eigentümlich, wenn ich an eine Kneipe komme, kann ich nicht widerstehen, und wenn ich dann auf die Straße fomme, fann ich wieder nicht stehen!" Truppen des Detachements nichts mehr zu sehen war, schickte freiten Weeg, der sich freiwillig hierzu gemeldet hatte, nach dem Bahnhof von Briare, um zu erfahren, ob sich dort noch die deutsche Telegrafenstation befand. Diese war aber nicht mehr hier und als die Patrouille das Bahnhofsgebäude wieder verließ, drangen schon die feindlichen Truppen in Massen aus Briare. Der Zug trat jezt den Rückzug an und ging rottenweise an dem Raine der Straße nach Montargis, immer noch feuernd, bis zum Bahnhofe von Briare zurück und von da unter Avant- und Arriéregarde nach Gien zu. Kurz vor Gien erhielt der Zug noch Feuer vom linken Ufer der Loire, doch wurde niemand verwundet. Gleich darauf kam die Detmold- Landwehr aus Gien, um den Vorpostendienst zu übernehmen. In Gien hatte man bereits den Bug als gefangen geglaubt und für Feldwebel Bruchhäuser schon einen Nachfolger für die 7. Kompagnie in Aussicht genommen. Am 31. Dezember wurde das Detachement v. Rangau bei Briare von überlegenen feindlichen Streitkräften angegriffen, fonnte aber den Ort behaupten. Bei diesem Gefechte wurde Hauptmann Weber von der 2. Kompagnie getötet; am folgenden Tage fand man seine Leiche verstümmelt und ausgeplündert vor. Da in Gien das Landwehr- Bataillon Detmold eingetroffen war, so konnte am 1. Januar die 7. Kompagnie zur Unterstüßung des Detachements nach Briare abrücken. Die Franzosen unternahmen an diesem Tage wieder einen Angriff und suchten dem Detachement den Rückzug nach Sien abzuschneiden, was ihnen aber nicht gelang. Die 7. Kompagnie wurde auf der nördlich nach Montargis führenden Straße bis zu einer Barrikade vorgeschoben, um gemeinsam mit anderen Abteilungen den Feind zurückzuhalten, während sich das Detachement unter ihrem Schuße auf der Straße nach Gien zurückzog. Da die Franzosen einen neuen Borstoß unternahmen und die 7. Kompagnie hart bedrängten, so unternahm Major Hoffmann mit der 4. und zwei Zügen von der 7. Kompagnie einen Angriff auf der Straße nach Montangris und westlich davon, sodaß das Detachement nach Bien zu abziehen fonnte. Nur ein Zug der 7. Kompagnie, bei dem sich auch Herr Bruchhäuser befand, hielt sich unter dem Kommando des Vizefeldwebels der Reserve Hessig die Barrikade auf der Straße nach Montargis besetzt, da er keinen Befehl zum Rückzuge erhalten hatte. Da von den * Das Promenadenkonzert in Gießen fäl Sonntag aus. * Det Mitt Der Vor Die Ver Buat Ariegerfa wiederum von überlegenen Streitkräften angegriffen. Der Durch tamera Feind war bereits bis zur Straße nach Gien vorgegangen, um dem Detachement den Rückzug an der Loire abwärts abzuschneiden. Bei einem Durchbruchsversuch einiger E- kadrons des 2. hessischen Reiterrégiments fand Major van der Hoop den Tod. Trotz der großen Uebermacht der Franzosen gelang es dem Detach ment, begünstigt durch einen sehr dichten Nebel, sich durch einen allgemeinen Sturm Die Franzosen räumten am Nachmittag des 3. Januar Briare, das am folgenden Tage wieder von den Truppen des Detachements v. Rangau besetzt wurde. Die 7. Kompagnie wurde am 6. nach Gien zurückgesandt, um an Stelle des nach Orléans abmarschierenden Landwehr- Bataillons Detmold die Bewachung der Loire- Brücke zu übernehmen. Hier blieb die Kompagnie bis zum 14.; die Thätigkeit be= stand zumeist im Patrouillendienst. Während dieser Zeit starb in Gien ein früher verwundeter französischer Offizter, der von der Kompagnie mit militärischen Ehren be= erdigt wurde. Am 14. Januar wurde das Detachement in Briare G Gießen. Dem ge angriff durchzuschlagen und nicht einmal ein Bagagewagen and Familien fiel in die Hände des Feindes, es wurden sogar noch eine Anzahl Franzosen zu Gefangenen gemacht. Es ging über Gien, das wegen seiner ungünstigen Lage nicht gehalten werden konnte, bis Onzoner an der Loire zurück. An dem selben Tage war eine von der 7. Kompagnie von dem Korpora Kranz geführte Patrouille nach den nördlich von Bien ge legenen Wäldern gesandt worden, die aber bei ihrer Rüd fehr Gien von den Franzosen besett fand und gefangen ge nommen wurde. In den nächsten Tagen fanden noch ver schiedene Aufklärungsgefechte statt, doch zog sich der Feind bald wieder über Gien und Briare nach Süden zurück. Am 27. Januar erhielt das Detachement von Ranzal aus dem Großen Hauptquartier den Befehl, nach Osten empfehlend ecfannt borz Frember Bauma Lement, und To Heinric Groß 6. Korps die in der Geg nd von Auxerre und Clamec Sir Männer, vorzurücken, um gemeinsam mit einer Infanterie- Brigade de Selbstverschu stehenden Franktireurban en anzugreifen und ihnen den Rückzug abzuschneiden. Demgemäß verließ das Detachement am 28. Januar Onzoner und erreichte gegen Abend Chatillon sur Loing. ( Fortseßung folgt.) lechtskrankh Lentze, Hambu 30jähriger uswärtige brief Debertran empfiehlt Eml t. Felda mber boten und men. Expediti Durchgegangen. Gestern Nachmittag rannte bh Pferd eines Gießener Pferdehändlers mit einer Wagen fehure anhängend( lettere hatte sich vom Wagen losgelöst) bite Frankfurterstraße und Seltersweg herunter und gefähr= bete Menschen und Fuhrwerke im höchsten Grade. Ein Prbeiter der das rasende Tier am Seltersweg aufhalten pollte, wurde von demselben zu Boden geschleudert und erLitt Verlegungen am Kopfe. Erst in der Sonnenstraße Libante das Pferd, als es stürzte, eingefangen und mit erheblichen Verlegungen dem Eigentümer zugeführt werden. An demselben Nachmittag ging ein beim Ackern am Trieb scheu gewordenes Pferd durch, rannte die Grünbergerffraßr herunter durch die Moltkestraße nach dem Gr. Steinme, wo es von einem Soldaten aufgegriffen wurde. In Lesterem Falle wurden weder Personen noch das Pferd folcbft beschädigt. führen, er ist bis über die Ohren in eine junge Sängerin verliebt und auch die beiden Töchter geben sich redlich Mühe, ihrem würdigen Vater in der Beziehung nichts schuldig zu bleiben Wally hat ein Verhältnis mit ihrem Klavierlehrer angefangen und Herma führt einen niedlichen Dragonerleutnant„ auf's Eis". Da erscheint ein noch ganz respektabler Onkel auf der Bildfläche, der sich a tempo in die reizende Herma verliebt und die in Mailand weilende berühmte Mutter sofort zur Verlobung herzitiert. Inzwischen schmuggelt sich noch durch ein verlorenes Medaillon ein mysteriöser Ungar in das Herz der Sängerin und deren Tante, macht sich durch beispiellose Liebenswürdigkeit den beiden unentbehrlich und schlägt dadurch den alten Baron aus dem Felde. Der verliebt sich zur Abwechselung wieder mal in seine Frau, die ihm aber nach der Rückkehr haarklein auseinandersetzt, warum sie nichts als Freunde" bleiben könnten. Auch der * Jahraus Jahrein ziehen die leidigen 8igeuner- Ungar scheint fein Glück zu haben, die Sängerin will eine Banden in Oberhessen umber, besonders der Vogelsberg, glänzende Zukunft dem Chestande vorziehen, da fährt wie Be Betterau und Rabenau scheint die Söhne der Bußta ein Ungewitter die alte Tante dazwischen und überzeugt die Besonders anzuziehen; es vergeht faft teine Woche ohne daß beiden Berühmten" in einer längeren Rede, die von edme Rarawane die Ortschaften durchzieht, natürlich nicht seichten, hausbackenen Weisheiten geradezu trieft, daß wirkne etwas mitgehen zu heißen. Die nichtsnußige Gesell- liches Glück nur in der trauten Häuslichkeit zu finden set. Gaft ist eine wahre Landplage geworden; fie stehlen wie Die berühmte Frau fehrt darauf reuig in die Arme Gestern hatte ein ihres Gatten zurück, die Sängerin nimmt den Ungarn rupp wieder bei Grünberg sein Lager aufgeschlagen und und auch den beiden Töchtern winken die goldenen en Seinike Rimber und Weiber bettelt n in den tuff linger, eine Pforten der The in nicht allzu weiter Ferne. Schade Aubeftand Frau Fuchte fogar ihr stinb zu verlaufen; eine Robbeit und daß fich für die alte Tante feiner mehr fand! Das Für la verschämtheit die dieſem unſtäten Bolt eigen, the pet her für haft ante faint mehr fort weniger Novembe 24. Oft. 6.1 September uerwehr au itglieder fr der igungen ab, r Oberleb Rürnbad an t für den ngsbeamten i Ankauf von ag Udrid aben und betteln wie die Wilden. mit Kindern, wie mit einem Stück Vieh. Jedenfalls würde ke Landbevölkerung aufathmen, wenn sie durch die Regterung won diefer Bigeunerplage ein für allemal befreit würde. () Weylar, 30. Oft. Für nächsten Sonntag Nachmittag findet hier für die bevorstehende Landtagswahl eine öffentche Wahlversammlung statt, in welcher Herr Regierungsrat 00. D. Stackmann- Berlin reden wird. Bekanntlich war Herr Stackmann in früheren Jahren hier Landrat. Von Seiten der nationalliberalen Partei wurde unser Kreisdeputierter, Aussicht genommen. Herr Bergwerksdirektor Roth aus Wiesbaden als Kandidat + Aus dem Kreise Biedenkopf, 30. Oft. In unserer reisstadt Biedenkopf findet am morgenden Sonntag Nach mittag für das daselbst in Aussicht genommene Kreis- Kriegerhung der Bridentmal die Einsenkung einer Grundlegungsurkunde statt. Regierung & t find mit Boltsschullehre zlich erlaffe n Gebraud erster Affit in der medi 8 Privatdot tärenwärte nachm. 4 er größte d Rte welge feftlicher Chante ist mit en, und wo im sie mit Dant en der eble on, die größte elifchen biefes In foll, tief in Segnungen biela rdhe. Und wen rößte deutsche Wort Gotte päpstliche Mer 3 banfbar rüd dern in fämp alle noch auf uben ein Her Menschen. Ge Mahnung, W rt in Gießen angegriffen. Gien vorgegang ber Loire abm erfuch einiger fand Major Uebermacht begünftigt Ulgemeinen Gh ein Bagagen n fogar noch t. Es ging age nicht geh zurüd. And e von dem Rorp lich von Bien er bei ihrer Stadttheater Gießen. Die berühmte Frau. Lustspiel in drei Aufzügen bon J. v. Schönthan und Gustav Kadelburg. In letzter Zeit ist Franz v. Schönthan eifrig bemüht, ein heruntergekommenes„ Geschäft“ durch Verbindung mit Bitera ten langvoller Namen etwas zu heben und manchmal hat er sogar Glück dabei. Als es ihm z. B. im vorigen Jahre gelungen war, zu seinem Lustsptel„ Im bunten Rock" Den geistvollen Humoreskenerzähler und intimen Kenner militärischen Lebens, Freiherrn v. Schlicht, der ihm hoffentlich ie wieder die Hand zu einer ähnlichen Missetat bieten wird, u gewinnen, mag er auf seinen Kompagnon mit Recht selbst tolz gewesen sein. In der Berühmten Frau" hat er sich noch mit Kadelburg, Blumenthals bewährtem Komplizen, in die, Verantwortung geteilt. Im Mittelpunkte der sogenannten Handlung des Stückes steht ein mit zwei reizenden Cöchtern und einer„ berühmten Frau" gesegneter Baron. Diese gute Seele sieht sich nun durch die Abwesenheit seiner Battin gezwungen, einen etwas unsoliden Lebenswandel zu Krieger- Verein Vortrag " guter Wige übersät, der Erfolg des oberflächlichen Machwerfes aber wird, wie auch hier, immer ein Verdienst der Darstellung bleiben. Herr Conradi spielte den alten Baron Ditofar Römer- Saarstein ohne Uebertreibung sehr wirkungsvoll, Frl. Hellberg gab die Herma ganz allerliebst, sie war im Spiel wieder von entzückender Lebendigkeit, auch Frl. Großmüller zeigte sich recht sympathisch und Herr Direktor Steingötter lieferte einen in Spiel und Maske gleich vorzüglichen Grafen Bela Palmay. Herr Sandorff hatte seine Aufgabe etwas allzu ernst genommen, auch Frl. Kellermann vermochte das Publikum von der Berechtigung ihrer Berühmtheit nicht zu überzeugen, dagegen gab Frl. Auguste Fischer die liebesselige Tante, die gerne die ganze Welt unter die Haube bringen möchte, ganz ausgezeichnet. Die übrigen Rollen waren angemessen besetzt und es wurde viel und herzlich gelacht. H. Wilh. Giesler, Schlosser, und Anna Katharine Schaub geb. Sippel, beide dahier. Geborene. - 19. Oft. Minna Marie Frieda, T. d. Geschäftsführers Herm. Will.- 22. Oft. Katharine Elisabethe Erna, T. d. Autschers Phil. Geisler.- 23. Oft. Frieda Henriette, T. d. Friseurs Karl Muhl.- 24. Oft. Dem Zahnarzt Ed. Jäger eine Tochter. 6. Oft. Karl August Hans, S. d. Schriftseters Rich. Emil Hugo Weber.- 27. Oft. Dem Bäcker Gust. Joh. Henn eine Tochter. Luise, T. d. Feilenhauers Frizz Otto Alfred Liersch. Gestorbene. Ottilie Berta 24. Oft. Hermann Theodor Dörr, 4 M. alt, S. d. Schlossers Th. Dörr.- 25. Okt. Milchhändler Wilhelm Paul Forbach, 31 J. alt. 24. Dkt. Katharine Reichwein 26. Oft. Elisabeth Marie Johanna geb. Dadt, 55 J. alt. Schrödel, 26 Tage alt, T. d. Hoteliers Herm. Schrödel. 27. Oft. Gärtner Heinrich Wellhausen, 46 J. alt. - - Marktberichte. Gießen, 31. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Bfb. 1.00-1.15 Mt., Hühnereier 2 Stück 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käſe per St. 5-8 Pfg.. Käſematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Mr. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stüd Mr. Stüd 1.70-2.20, Gänse p. 58. 6.70-1.50 Center per stb. 17-70, Stindfleisch Helſch gejalgen per ben er afbeth berg 707 per Pfg. Schweinefleisch Pfd. 66-76 Pfg. SchweinePfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 5.50 r., Rwiebeln per 3t. m. 4.50-5.00, Aepfel per Centner 16-20 Mr. Milch per Liter 18 Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lotale, den„ Gerichts." und Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann, Wo die Wirtschaftskasse nur erlaubt, einen billigeren Bohnenkaffee zu kaufen, hat es die Hausfrau in der Hand, dieses Getränk durch einen Busak von Kathreiners Malzkaffee wesentlich zu verbessern. Kathreiners Malzkaffee giebt nämlich, abgesehen von seinen anderen guten und gesundheitsfördernden Eigenschaften, dem schwächsten BohnenStandesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. faffee einen angenehmen, vollen Geschmack, den Aufgebotene. - Am 24. Oft. Wilh. Lotz. Vizefeldwebel dahier und Anna Schuchard dahier. 26. Heinrich Johann Genné, Kutscher dahier und Elisabethe Zirkel dahier.— Joh. Ludw. Jat. Hengst, Kaufmann und Emma Friederike Noll, beide dahier. Friedr. Wilh. Heinrich, Kassierer dahier, und Lina Rupp zu Hainchen Karl Friedr. Emil Hauß, Kaufmann dahier, und Anna Marte Louise Kurz zu Braunfels. 28. Konrad Maltomesius, Bremser, und Louise Fay, beide dahier. 29. Heinr. Arnold, Eisenbahn- Bureaugehilfe, und Helene Elisabethe Katharine Giar, betde dahter. Johs. Erdmannn, Privatmann, und Marie Plock, beide dahier. - - Eheschließungen. Am 24. Okt. August Otto Bertram, Schneider, und Marie Dehler, beide dahier. Wilhelm Wirt, Mezzer, und Barbara Eichmann, beide dahier. Peter, Rosenbecker, Taglöhner, und Wilhelmine Luise Hütter, beide dahier. Giessen. des Richard Feldhaus aus Basel über das Thema: Der Krieg der Zukunft Mittwoch, den 4. November, abends 8½ Uhr im Neuen Saalbau ( früher Steins Garten). Der Vortrag wird durch Vorführung zahlreicher Lichtbilder erleutert. Die Vereinsmitglieder nebst ihren Familien sowie die Mitglieder aller hiesigen, zur Kriegerkameradschaft Hassia gehörigen Vereine und ihre Familien werden hierdurch kameradschaftlichst eingeladen. Gasthaus Gießen. Der Vorstand. Zum Löwen". Reizend man bald nicht mehr entbehren mag. Man geht dann ganz von selbst zu immer größeren Quantitäten Matzkaffee über, bis man schließlich die Entdeckung macht, daß Kathreiners Malzkaffee selbst, ohne jede Beimischung von Bohnenkaffee, allein und rein genossen, das vortrefflichste und wohlbekömmlichste Frühstücks- und Vesper- Getränk ist. Königl. Preuss. Staats- Medaille 2 Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft Mr Seidenhaus Michels& Gle, Berlin SW. 19 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. 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Js. vorm. 11½ Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, woselbit auch deren Eröffnung um die angegebene Zeit in Gegen wart der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 28. Oftober 1903. Großh. Kulturinspektion Gießen. Wiß m'a'n n. Konkurs- Versteigerung. Am Donnerstag den 5. u. Freitag den 6. Novbr. jedesmal vormittags 1/2 10 Uhr u. nachm. 2 Uhr anfangend, werden Schottstraße 7 die zur Schomberfchen Konkursmaffe gehörigen Farben, Lace, Pinsel, Glaspapier u. öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 30. Oftober 1903. Die Konkursverwaltung. Vergebung von Bauarbeiten. Die zum inneren Ausbau eines neuen Wohnhauses notwendigen Arbeiten wie: Glaser, Installateur, Schreiner, Weißbinder, Tapezier- und Plafter arbeiten, sowie die Lieferung von 18 Stück Rolläden, sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingen sind bei mir einzusehen und Angebote bis zum Samstag den 7. November d. J., nachm. 2 Uhr, einzureichen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten, jedoch soll der Wenigstnehmende, wenn er leistungsfähig ist, Berücksichtigung finden.- Zuschlagsfrist 3 Tage, so lange bleibt jeder Interessent an sein Angebot gebunden. Grünberg( Hessen), 29. Oftbr. 1903. K. Großhaus. Holz- Verkauf. in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Die Fürstliche Oberförsterei Lich beehrt sich darauf hinzuweisen, daß sie zu dem bereits in vielen größeren Holzhandelsblättern befannt gemachten fubmissionsmeifen Holzverkauf in teken am 9 November 1. J8. 115 ftm. Eichen- Schwellenholz 180 Fftm Gichen Grubenholz, 25 Fftm Hainbuchen- Stammbol. 350 ftm. KieternBauholz, 260 tm. Kiefern- Grubenholz, 620 Fitm. Fichten- Bau- und Schnittholz. 2000 Std. Fichten- Bau- und-Gerüstitangen, 6000 Std. Fichten- Hopfen- 2c. Stangen und 12000 Stück Fichten- Reisstangen bat ausschreiben lassen. 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