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Jahrgang Insertion& pret 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen my ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. Pfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Deutsche Kaltblütigkeit. Eine Sedanerinnerung. Der 2. September ist und bleibt ein denkwürdiger Tag für jeden Deutschen. Wenn auch seit längerer Zeit schon die große Waffentat, durch die beispiellos in der Geschichte ein gewaltiges französisches Heer mit dem Kaiser an der Spize vor den siegreichen Heeren Deutschlands die Waffen strecken mußte, nicht mehr offiziell gefeiert wird im Herzen jedes Patrioten wird sein Andenken undergänglich wachbleiben. Und so lenkt sich auch heute wieder unser Blick zu jener glänzenden Epoche des deutschen Einigungswertes zurück mit heißem Dank für die Braven, die mit ihrem teuren Blut das herrliche Gebäude unzerbrechlich kitten halfen. Und überall finden am Sedantage die Veteranen aus jener glorreichen Zeit sich zusammen, um dem Andenken der Kameraden ein stilles Glas zu weihen und Ernnerungen auszutauschen und aufzufrischen. Unter diesen verdient die folgende, wenig bekannte Episode von der Waffentreckung einen hervorragenden Platz. Der kommandierende Ingenieur- General der III. Armee, Generalleutnant Schulz, hatte vom Kronprinzen den Aufrag erhalten, die Waffenübergabe in der Festung zu leiten. Derselbe brach denn auch auf, in Begleitung von einem Intendanten und fünf Offizieren. Durch das nach Donchéry führende Tor die Festung betretend, traf die kleine Truppe überall achtungsvolle Aufnahme. Trotz der entsetzlichen Unordnung bemühten sich die französischen Soldaten, überall Spalier zu bilden. Im gonzen mar von Niedergeschlagenheit wenig zu entdecken; eher machte sich, frivole Lustigkeit bemerkbar. Nur in den Nebengassen oder auf Höfen sah man hier und da Offiziere mit übereinandergeschlagenen Armen und gesenktem Haupte in düsterem Schweigen lehnen, denen man den Schmerz um ihres Baterlandes Untergang ansah. Völlig ungehindert gelangte so die deutsche Truppe bis auf den Präfekturplay, wo ein tolles Durcheinander herrschte. Hier aber änderte sich die Szene. Ein Haufe betrunkener Turkos erhob beim Anblick der preußischen Uniformen ein wüstes Tigergeheul und stürzte mit geschwungenen Yatagans auf die Gruppe los. Schon griff Major v. Mutius( von der Garde du Korps, Ordonnanzoffizier des Kronprinzen) an den Degen als ein strenger Wink des Generals seine Hand wieder sinken ließ. Ruhe! Oder wir sind verloren!" und sich gelassen zu dem neben ihm Gehenden wendend, den es zuraunte:„ Vergnügt' Geficht machen!" begann General Sulz eine humoristische Anekdote zu erzählen. Ein baumlanger Acaber zielte direkt nach ihm der faltblütige Westsole zuckte mit feiner Wimper und tat, als sähe er es gar nicht. Und so schritt der dicke gemütliche Herr mit seinem Gefolge mitten durch die fauchenden braunen Kerle hindurch! Die anwesenden feindlichen Offiziere würdigten volllommen diese heroische Selbstbeherrschung. Das Ganze war das Werk weniger Minuten geweten. Gewiß wären die französischen Offiziere, vielleicht auch manger Gemeine, zur Hilfe herbeigestürzt, falls durch Degenziehen der Preußen das unvermeidliche Massakre von jenen Bestien vollzogen väre sich wohl be: pußt, daß die ganze Armee furchtbar dafür hätte büßen müssen. Aber was hätte die Hilfe genützt, da sie doch zu spät kam und souhiles in jedem Falle blieb! Denn vor dem siegreichen Jeinde hatte der gemeine Mann doch noch mehr Respekt, als vor seinen besiegten Vorgesetzten. So war es nur die deutsche Willenskcast und Stahlnervigkeit, die den General und seine Eskorte gerettet hatte. Ich mache Ihnen mein Kompliment, mon général," rief denn auch ein französischer herst, der zu Pferde nebenbei hielt, das Käppi schwenkens, dem Vorüberschreitenden ntgegen. Dieser zucie leicht die Achseln und warf dem Sprecher einen gleichgültig- verwunderten Blick zu, als wolle sagen:„ Das versteht sich bei einem preußischen General och ganz von selbst." Auf der Freitreppe der Präfeftur erwartete die Generaliit den unheilvollen Besuch. Sie stand so aufgestellt, daß die raziöse Armschwenfung beim Käppiziehen bequem ausgeührt werden konnte. Fünf Schritte vor den andern der Höchstkommandierende, Wimpffen. Mon setzte sich im Bräfektursaal. Die Verhandlungen wurden beberseits in verbindlichsten Formen geführt. Allen diesen bleichen Gefichtern sah man es an, daß sie in Schmerz und Sorge die Nacht durchwacht hatten. Wenn einer der Sieger ein höfliches Wort über den tapferen Widerstand der gefangenen Armee fallen ließ, dankte nur eine stunne enste Verbeugung. Nur einmal wurde die würdige Hullung des Ganzen gestört, als mehrere Offiziere in den Saal Würzten und mit heftigent Bitten und Drängen dem preußischen General allerlei auf die Kapitulation bezügliche persönliche Wünsche vortragen suchten. Dieser wies jedoch die Herren mit dem trockenen Hinweis ab:„ Schriftlich einreichen!" Da wandte sich Wimpffen zu ihm mit einem bitteren Lächeln:„ Sie icheinen ihre Leute zu kennen, Herr Kamerad!" Aufsetzung bon Schriftstücken in anständigem Stil war nicht von napoleonischen Landsknechten zu verlangen. Ebrwürdige Feldzeichen. Unter großen Feierlichkeiten haben im Lichthof des Berliner Reugbauses 44 Feldzeichen des breukischen Heeres neue Tücher erhalten. Von ihnen gehörten 20 Fahnen und eine Standarte dem 4., 21 Fahnen dem 11. und zwei Standarten dem 7. Armeekorps an. An der Weihe und der Zeremonie der Nagelung beteiligten sich außer dem Kaiserpaar mit dem Kronprinzen und Prinz Eitel Friedrich noch drei deutsche Bundesfürsten: der Großherzog von Sachsen- Weimar, der jugendliche Herzog von Sachsen- Koburg und der Fürst von Waldeck und Pyrmont. Es waren ehrwürdige, vom Sturm der Schlachten arg zerzauste Banner, die dort nach langen ehrenvollen Jahren wieder erneuert wurden. Das älteste von ihnen war die Standarte des Kürassierregiments v. Seydlitz( Magdeburgisches) Nr. 7. Sie stammt noch aus der Regierungszeit Friedrich Wilhelms 1., und zwar aus dem Jahre 1722. Die Standarte ist eine der von dem Schlesischen Kürassierregiment im Jahre 1806 in Glatz niedergelegten Standarten, und zwar die Leibstandarte, welche dem Regiment, damals Kürassieren Nr. 4, am 3. November 1815 zu Rouen feier. lich übergeben wurde. Sie hat in dem Siebenjährigen Kriege die Schlachten bei Prag und Kolin, bei Breslau, Zeuthen, Hochkirch, Torgau und Freiberg und in den schle ischen Kriegen vorher die Schlachten bei Chotusis, Hohen friedberg und Soor mitgemacht, ferner die Feldzüge vor 1778-79 und 1794, die Schlacht bei Preußisch- Eylau, im Jahre 1866 die Schlacht bei Königgräß, 1870-71 die Schlachten bei Vionville- Mars- la- Tour, bei Gravelotte St. Privat, bei Le Mans, eine Anzahl von Ge sechten und die Einschließung von Paris. Am 30. August 1887 zerbrach die Stange und wurde einer durch: greifenden Ausbesserung unterworfen. Die erhaltenen Teile des Tuches( die beiden Mittelschilder von Purpurdamast mit ihren gestickten Insignien, Krone, Adler, Sonne, Lorbeer and Palmzweige) wurden auf Purpurdamast und dann auf ein großes Tuch von weißem Damast mit goldenen Fransen übertragen. An Auszeichnungen besitzt die Standarte die Kriegsdenfmünze von 1813/14, das Band des Erinnerungsfreuzes für 1866 mit Schwertern und das Eiserne Kreuz. Aber auch ihre Kolleginnen haben, wenn sie auch jüngeren Ursprungs sind, ein ehrwürdiges Aussehen, soweit sie ihre von den feindlichen Kugeln zerschlissenen Seidenreste noch dem Herbstwinde darbieten. Und die hohe Ehre, die ihnen viderfährt, ist wohlverdient. Vom Kaiser und der Kaiserin beginnend, schlagen die versammelten Fürstlichkeiten je einen Nagel in den Schaft. Dann ergreift der Fahnenträger das riegerische Ehrenzeichen, und am Altar, der mitten im Lichthof erbaut ist, vollziehen der evangelische und katholische Militärgeistliche den feierlichen Akt der Weihe, während die Geschütze des 1 Gardefeldartillerie- Regiments draußen im Luſtgarten den Salut donnern. Zum Schluß parodierten die alten Fahnen in neuem Glanz vor dem obersten Krieg Jetzt flattern sie lustig ihren Regimentein voian; ein Zeichen altpreußischer Treue, die nie ausstirbt, sondern immer wieder neu wird. Herr von Witte. † Petersburg, 30. Auguſt. Finanzminister Witte ist zum Ministerpräsidenten ernannt. Diese Kunde an sich würde die politische Welt kaum interessiert haben, denn Rußland ist die einzige Großmacht, in deren politischem Bereiche der Ministerpräsident nur eine dekorative Bedeutung hat; man fennt faum seinen Namen. Die einzigen Minister, die man hierzulande kennt und nennt, sind die Inhaber des inneren und des FinanzRessorts. Besonders die lezteren, besonders sein gegenwärtiger Inhaber: Herr v. Witte! Denn es ist in eingeweihten Kreisen längst bekannt, daß die ganze Finanzwirtschaft Rußlands auf Herrn v. Witte zugeschnitten ist. Er kennt nicht nur die Mittel, wie man kommende Anleihen im Auslande populär macht und placiert, die ganze Auslandspolitik, die Bauten in Ostasien und die Industrialisierung und der Verkehrsbau in Persien, die im Interesse Rußlands vorgenommen werden, kann durch Herrn v. Witte ins Stocken fommen. In Witte ist ein Staatsmann von weitem Blick und rastloser Energie an die Spitze der Staats. geschäfte getreten, ein Vollblutdeutscher dem Namen und der Herkunft nach, aber ein Feind der Deutschen. Solche Renegaten sind in der Regel herrischer als der Zar selber. Immerhin aber ist einstweilen für Westeuropa keine politische Gefahr vorhanden, außer auf wirtschaftlichem Ge biet. In politischer Hinsicht sind die Verhältnisse in Ostisien zu mächtig; aber wirtschaftlich wird Witte seinen Ein. fluß in einer systematischen Heranbildung der russischen Industrie, in einem scharfen Protektionismus und in Sperr zöllen geltend machen. Es ist nicht unmöglich, daß seine Regierungszeit eine Epoche des inneren Aufschwunges be Deutet. Wie verlautet, soll der Zar gesonnen sein, dem neuen Rabinettschef möglichst freie Hand zu lassen, nicht bloß, um sich in der Verantwortlichkeit zu entlasten, sondern, um die russische Politik in jene Zukunftsbahnen gleiten zu lassen, die Witte ihm in Aussicht stellte. Die neuen Taten des neuen Mannes werden darum auch von Westeuropa beob achtet und-kontrolliert werden müssen.. In deutschen politischen Kreisen faßt man die Be deutung der Ernennung Wittes zum„ Präsidenten des Ministerfomitees" nicht zum Ministerpräsidenten im westeuropäischen Sinne ganz anders auf, zumal seitdem befannt geworden ist, daß gleichzeitig mit dieser Ernennung der Rücktritt des Herrn v. Witte vom Finanzministerposten erfolgt ist. Unser Berliner CB.- Mitarbeiter gibt in nachstehender Darlegung die Auffassung wieder, die ein der Reichsregierung nicht fernstehender und namhafter deutscher Politiker ihm gegenüber kundgab: Der Rücktritt des Herrn v. Witte von der Leitung des russischen Finanzwesens ist das Wesentliche an dem Vor kommnis. Herrn v. Wittes Stellung, die er fast auf den Tag genau 11 Jahre bekleidete, galt schon seit Monaten al erschüttert. Fast alle seine Ministerkollegen waren Gegner jeiner Finanzpolitit, teils weil sie sie für verfehlt und dem Staatsbankerøtt entgegenführend hielten, teils weil Witte fast alles, was er der Bevölkerung durch Steuern und dem Auslande durch Anleihen an Geldmitteln abzunehmen wußte, für Zwecke der auswärtigen Politik verwandte. Wai er doch sozusagen der alleinige Regent des Russenreiches neben dem die anderen Minister kaum mehr als ein Schatten. dasein führten. Insbesondere hatte der Minister des Innern, Herr v. Plehwe, schwer unter Wittes Finanzwirt. schaft zu leiden: Die unaufhörlichen Bauernrevolten in Ruß land waren für v. Plehwe eine Quelle steter Sorge und Beunruhigung, und er grollte Witte, weil dieser die Revolten durch unerhörten Steuerdruck hervorrief und dabei dock das dem Lande abgepreßte Geld nicht zum Besten der Be. völkerung, sondern im Interesse der„ Kolonien", vornehm lich der Mandschurei, verwandte. So benutte Herr v. Plehwe denn die ostasiatische Reise Wittes im vorigen Herbst, um dem Zaren eine Denkschrift vorzulegen, die Wittes Finanz. politik in den düstersten Farben schilderte und den Staats: bankerott und die Revolution voraussagte, falls mit diesem System nicht schleunigst gebrochen würde. Schon damals wäre Witte beinahe gestürzt worden. Eilends kehrte er aus Ostasien zurück, und da sich zu jener Zeit in China neue konflikte erhoben, die die Beschaffung neuer Geldmittel for derten, gelang es ihm, den Zaren zu besänftigen. Jetzt hat nun die Konfliktsphase in Ostasien einer Vereinbarung zwischen Rußland und Japan Plaz gemacht, die die Entstehung neuer Konflikte so gut wie ausgeschlossen erscheinen läßt. Wittes Gegner Kuropatkin, der Kriegsminister, war es, der dieses Abkommen zwischen den beiden Mächten an bahnte und herbeiführte. Jezt beriefen sich Wittes übrige Widersacher, allen voran Herr v. Plehwe, dem Zaren gegen über darauf, daß man der für die innere Politik Rußlands verderblichen Finanzpolitik Wittes nicht mehr um der aus. wärtigen Politik willen bedürfe, und Witte sah sich, als seine Kollegen mit diesen Vorstellungen beim Zaren ein geneigtes Obr farden, genötigt, seinen Abschied zu nehmen. In Ungnude ist Witte nicht gesuűen; es gibt sogar urteils. fähige Kenner Rußlands, die ihm noch eine höhere Staats. stellung, nämlich die seit Gortschakoffs Tode unbesetzte Kanzlerschaft, in Aussicht stellen. Einstweilen sieht er sich jedoch abgesehen davon, daß ihm der Abschluß der deutsch russischen Handelsvertragsverhandlungen übertragen ist zur Untätigkeit verurteilt. Die Politik. Nur ein Teil der Nationalsozialen hat sich auf dem am Sonntag in Göttingen abgehaltenen letzten Parteitag dieser politischen Gruppe für den Anschluß an die Freifinnige Vereinigung erklärt: Von 160 Delegierten stimmten 111 für die Angliederung an die Freisinnigen. Die nicht Uebergetretenen beabsichtigen größtenteils, sich enger aneinander anzuschließen und als eigene Partei sich weiter zu betätigen; einige wenige erklärten, sie gingen zur Sozialdemokratie über, ohne daß sie dabei ihren Patriotismus verleugnen würden. Führer dieser letteren Gruppe ist der bisherige Parteisekretär Dr. Maurenbrecher. Schon diese Grundverschiedenheit in den Entschlüssen der führenden Geister des Nationalsozialismus zeigt, daß diese Bewegung als selbstständige politische Partei keine Zukunft hatte. + Ein Erlaß des preußischen Kultusministers verbietet sämtlichen Universitätsfuratorien, fünftig Zahntechniker, denen die höhere Schulbildung fehle, auch nur als Hospitanten zu immatrikulieren, weil die Gefahr mißbräuchlicher Ausnutzung einer auf der Universität erworbenen lückenhaften Ausbildung zur Kurpfuscherei nicht abzuweisen sei" und weil gerade bezüglich des zahnärztlichen Berufes zur Beit Erwägungen schweben, welche die Verschärfung der Anforderungen an die schulwissenschaftliche Vorbildung betreffen". In einem anderen an sämtliche Kreisärzte Preußens gerichteten Erlasse meist er diese an, gleich den allgemeinen medizinischen Kurpfuschern auch die Zahntechniker ( Zahnkünstler, Dentisten), die ohne Studium, ohne Gramen und Heilkunde ihren Beruf treiben. in die sogenannte schwarze Liste" der Kurpf us cher, welche die Kreisärzte seit einiger Zeit zu führen haben, einzutragen. Zugleich erklärt der Minister, daß unter die neuen Polizeierlasse, betr. das Verbot über Vorbildung oder Befähigung täuschender Reklame, auch die Zahntechniker, weil nicht approbiert, fallen. Ein neues Streiflicht auf die unglaublichen Zustände in der französischen Armee wirft folgende Meldung aus Paris: Der Kabinettschef des Kriegsministers, Brigade, general Percin, hatte dem Kommandierenden General des 17. Armeekorps wegen verschiedener gegen die Regierung gerichteter Aeußerungen in einem dienstlichen Schreiben Vorwürfe gemacht. Die Antwort des Korpskommandeurs war gepfeffert: Er schrieb dem Brigadier Percin zurück: Er, der Korpskommandeur, sei Percins Vorgesetzter, und als solcher berdonnere er ihn zu acht Tagen Hausarrest. Leider verschweigt die Meldung, ob der Brigadegeneral, der Namens des Ministers den Korpskommandeur zurechtgewiesen hatte, die acht Tage Arrest sich hat gefallen lassen, oder ob der Minister dem Korpskommandanten aufs Dach gestiegen ist. A„ Alles nicht wahr!" ist jetzt die Parole der Pforte. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, erklärt die Hohe Pforte, es sei nicht allein unwahr, daß der amerikanische Konsul in Beirut ermordet wurde, es sei auch unrichtig, daß der Konsul Gegenstand eines Anschlags gewesen. Der ganze Vorfall habe einen harmlosen Grund gehabt. Nämlich so: Als der Konsul am 23. August abends im Wagen zurückkehrte, habe ein Teilnehmer an einer Hochzeitsfeier in der Nähe des Konsulats, dem Landesgebrauche gemäß, einen Schuß in die luft abgegeben. Der Konsul glaubte, daß der Schuß gegen hn gerichtet sei und dieser Vorfall gab den Anlaß zu den alschen Gerüchten. Ob's wahr ist? Von türkischen Gewalttaten berichten Meldungen aus Belgrad: Von Baschibozuks wurde das in Altserbien belegene Kloster Ptschinski Sveti Prochor völlig vernichtet, alle Inassen wurden niedergemezelt. Angeblich erfolgte der Ueberall, weil die Türken glaubten, in dem Kloster habe sich eine erbisch- mazedonische Bande verborgen. Ferner wird aus em mazedonischen Bezirk Debra gemeldet, sämtliche dreißig Dörfer dieses Bezirks seien von den Türken eingeäſchert vorden. Fürst Ferdinand von Bulgarien hat sich auf das Drängen seiner Minister nun endlich doch entschlossen, nach Bulgarien zurückzukehren. Allerdings scheint er noch große Scheu davor zu haben, direkt nach der Hauptstadt zu reisen; er gedenkt zunächst auf Schloß Eurinograd am Schwarzen Meer zu Hausen. * In Persien sind wieder blutige Kämpfe zwischen Kurden und Christen ausgebrochen. Die persische Regierung verah die Christen, meistens Syrochaldäer, mit Waffen, damit ie sich der Kurden erwehren können. Wahrscheinlich wird Rußland sich in den Handel mischen. Die Ablehnung des Panamakanalvertrages durch Koumbien hat zu einer Aufstandsbewegung unter der an dem Zustandekommen des Kanals interessierten Einwohnerschaft es Isthmus von Panama geführt, die täglich an Ausdehnung jewinnt. Hof und Gesellschaft. Nab und fern. Bismarckfeier in Dresden. In Dresden fand unter großer Teilnahme die Enthüllung des neuerrichteten Bismarckdenkmals statt. In Vertretung des erkrankten Königs wohnte Kronprinz Friedrich August der Feier bei. Oberbürgermeister Beutler hielt die Festrede; er gedachte der großen Verdienste Bismarcks und schloß mit dem Wunsche, daß der König bald wieder genesen möge. Ein internationaler Religionskongreß ist in Amsterdam zusammengetreten und wird dort bis zum 5. September tagen. Er ist einberufen von den Unitariern, die in England und Amerika sehr verbreitet sind, und auch in Ungarn einige Gemeinden mit einem unitarischen Bischof haben. Die Unitarier verfolgen das Ziel, sämtliche ,, liberale religiöse Denker und Arbeiter" miteinander zu vereinen. Diesem Zwecke diente der internationale Kongreß in London vor zwei Jahren und soll auch der in Amsterdam tagende dienen. Delegierte aus allen Ländern Europas, solche aus Amerika, Indien, China und Japan und Rußland haben ihr Erscheinen und ihre Mitarbeit zugesagt. *** In Berlin waren über das Befinden des Kaisers beunruhigende Gerüchte verbreitet aus dem Grunde, daß die große Herbstparade plößlich abgebrochen wurde, trotzdem der Aufmarsch der Truppen schon völlig beendet war. Wie unser CB- Mitarbeiter zuverlässig erfährt, hat diese Maßregel mit dem Befinden des Kaisers nicht das Geringste zu tun. Der Abbruch erfolgte nur auf spezielle kaiserliche Anordnung aus Rücksicht auf die Truppen, da durch den strömenden Regen Mann und Roß stark litten und der Boden gänzlich aufgeweicht war. Der Kaiser selbst erfreut sich des besten Wohlbefindens. Der Zustand des Königs von Sachsen hat sich nach amtlichen Mitteilungen aus Dresden etwas gebessert und gibt zu Bedenken keinerlei Anlaß. Deer und flotte. Ein schwerer Unfall ereignete sich bei den Uebungen der Luftschifferabteilung, die an den Manövern der 7. Division bei Schraplau teilnimmt. Ein Drachenballon riß sich infolge starken, böigen Windes los, und dabei wurden zwei der die Taue haltenden Soldaten schwer verwundet. In der Gondel befanden sich zwei Offiziere, denen es gelang, glücklich bei Treuenbrießen zu landen. Eisenbahnzusammenstoß. Auf der russischen Nikolaibahn fand zwischen den Stationen Ossietschenta und Ljublinska ein Zusammenstoß eines Petersburger Personenzuges mit acht leeren Wagen eines Güterzuges statt. Der Maschinist wurde getötet und der Gehilfe verwundet; auch sieben Passagiere erlitten leichte Verlegungen. Veränderungen im Marinekommando. Durch Kabinetts order wird bestimmt: Der Admiral v. Köster, Generalinspekteur der Marine, Chef der Marinestation der Ostsee und Chef der Uebungsflotte, wird zum Herbst dieses Jahres zum Chef der zu bildenden aktiven Schlachtflotte und gleich zeitig zum Chef des ersten Geschwaders, der Admiral Heinrid Prinz von Preußen, Chef des ersten Geschwaders, mit dem selben Zeitpunkt zum Chef der Marinestation der Ostsee und Kondreadmiral Frize, Inspekteur des Torpedowesen und Chef des zweiten Geschwaders der Uebungsflotte, zum gleichen Zeitpunkt zum Chef des zu bildenden zweiten aktiven Geschwaders ernannt. + Rittmeister v. Horn verhaftet. Der seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgte Rittmeister Freiherr v. Horn aus München ist jetzt in Tarent( Unteritalien) ermittelt und berhaftet worden. Freiherr Franz v. Horn, der inzwischen aus der Offiziersliste gestrichen wurde, ist, wie erinnerlich, mit einer reichen belgischen Grafentochter verheiratet, die wiederholt mit Hilfe ihrer Anverwandten die Verbindlichfeiten ihres Gatten geregelt hat, jetzt aber mit ihm in Scheidung liegt. Reichspost und Feldtelegraph. Der Reichsposttelegraph soll, wie aus Erfurt berichtet wird, bei dem Kaisermanöver auf besondere Anordnung des Kaisers soweit als zweckdien lich zum Nachrichtendienst herangezogen werden. Die Post. ämter sind bereits hiervon in Kenntnis gesetzt worden. Von den Resultaten dieses ersten Versuchs wird es abhängen, ob die getroffene Einrichtung eine dauernde werden wird. Aus dem Gerichtsfaal. Kompagnie vereint. Dazu wird jetzt folgendes Gegenstüc berichtet, das noch weit drastischer ist: In dem badischen Städtchen Ueberlingen am Bodensee existiert nämlich eine Wirtschaft zur Hölle" oder richtig:„ Gasthaus zur Hölle", wie auf dem Schild steht. Das Haus ist ein Anbau an die dortige Münsterkirche, und unmittelbar daneben steht in Ueberlebensgröße Christus am Delberg. Der Besitzer des Gasthauses heißt Teufel( Anton Teufel), der aber führt die Wirtschaft nicht selber, sondern hat einen Pächter darauf, der heißt Pfaff. Das alles ist nicht etwa willkürlich, sondern ganz durch Zufall so gefügt worden. Also zwischen Münster und Delberg steht die Hölle" als Eigentum des„ Teufels", der dieselbe an einen Pfaff" verpachtet hat. Ist das nicht Humor des Zufalls? [ Das Ansprechen von Damen auf der Straße] seitens eroberungslustiger unbekannter Herren hatte in der Frankfurter Zeitung einen lebhaften Widerstreit der Meinungen hervorgerufen. Die einen verfehmten diese Taktik der Herrenwelt grundsätzlich, andere warfen sich zu ihrem Verteidiger auf. Jetzt kommt ein Schalt mit folgender hübscher Zuschrift, durch die er hofft, alle zu befriedigen: ** Schülerinnen- Wanderungen werden nach dem Muster der schon längst auf den Knabenschulen üblichen jetzt vielfach unternommen, und zwar wird von den Lehrerinnen besonders der Herbst als geeignete Jahreszeit dafür bezeichnet. Bei Beobachtung der nötigen Vorsicht und des notwendigen Maßhaltens sind nach Ansicht der Aerzte derartige Wanderungen von ungemein wohltuendem Einfluß auf die Mädchen. In einem Bericht über solch eine Herbstwanderung mit neunbis elfjährigen Mädchen, den jetzt die Frankfurter Zentrale für private Fürsorge" veröffentlicht, sagt die begleitende Lehrerin: Durch die Wanderung ist nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Frische der Kinder gestärkt, sowie das Anschauungsvermögen bereichert worden. Mit welchem Behagen wurde der kräftige Tannenduft, der würzige Heugeruch eingeatmet; mit welchem Jubel die murmelnde Quelle begrüßt; wie eifrig der Lauf des Baches verfolgt, seine Breite durch Ueberspringen gemessen, das mächtige Mühlrad angestaunt! Das sind alles Begriffe, die weder das beste Bild, noch das begeistertste Wort des Lehrers den Kindern vermitteln können. Meistens waren die Ausflüge Tagesfahrten, so daß es erst abends im jedesmaligen Quartier richtiges Mittagbrot" gab. Tagsüber begnügten wir uns mit einem einfachen, aber kräftigen Frühstück ( Schwarzbrot mit Käse oder gesottenen Giern und Milch) und einem Vesperbrot mit Kaffee. Die Kosten der Verpflegung betrugen durchschnittlich 1,45 Mark täglich für die Person, wozu noch die geringen Kosten der Eisenbahn famen. Körperlich gekräftigt, an Kenntnissen reicher, kamen die Mädchen alle wohlbehalten wieder zu ihren Eltern zurück. Der Eindruck, den dieser tagelange, innige Umgang in und mit der Natur auf ihr Gemüt gemacht hat, wird ihnen unvergeßlich sein. § Wegen eines Unfalles des Kreuzers, Amazone" im Hafen von Brest wurde auf Berufung des Gerichtsherrn hin der Fregattenfapitän Gerdes wegen Ungehorsams gegen einen Dienstbefehl zu drei Tagen Kammeratreft verurteilt In der ersten Instanz war Gerdes freigesprochen worden. § Ein sensationeller Zwischenfall im Schwurgerichtssaal trug sich zu Wien zu. In einer Beleidigungsflage zwischen zwei Schlächtermeistern, der allerlei unliebsame Verhältnisse auf dem Wiener Viehhof zu Grunde lagen, hatte der Ge meinderat Hütter als Zeuge bemerkt: Jene, die den kleiner Mann schädigen, werden einer Kommerzienrat, der andere Ritter des Franz Josef- Ordens!" Bei diesem Wort fiel bon der Geschworenenbank der laute Ruf:„ Bravo!" Der Geschworene Eduard Rauscher hatte den Ruf getan. Er er hielt vom Präsidenten eine Rüge. Am Abend ließ Rauschei folgende Erklärung veröffentlichen: Ich habe nicht wegen der Glossierung der Ordensgeschichte durch Gemeinderat Hütter Bravo gerufen, sondern aus Freude über die Offen. herzigkeit des Gemeinderats Hütter, da dies der einzige Zeuge war, der sich getraut hat, die Wahrheit zu sagen!" Der Ver. treter des Klägers knüpfte in der nächsten Verhandlung an diese Aeußerung die Anschauung, daß Rauscher mit seiner Erklärung schon sein Urteil abgegeben habe und deshalb nicht mehr unbefangen erscheine. Der Gerichtshof beschloß, die Verhandlung auf unbestimmte Zeit zu vertagen, da Rauscher in der Tat nicht mehr unbefangen erscheine. Die Buziehung eines Ersatzgeschworenen sei aber unzulässig, weil diese nur einzutreten hat, wenn Verhinderung physischer Natur eines Geschtvorenen vorliege. Kumont Dir e freindlich kind entgeche, herzich sißer, netter Käfer, Dann frog net lang: warum? wesmeche? Mach Dich getroscht zu ihrem Schäfer. Doch wenn des Ding net lache kann, Die hot gewiß schun ihren Mann; Drum lieber Hinz un Kunze: Bleib vun se! Feobor G Tragen erfter Ala st 3 1901 mu Herm. H Fabre in berfeßt. Dien ftjubil feit in Al die höchfte wußt, wi Gießen g Dienstzeit geftanden benen er heit hatte denten ei eines laut aufrichtige Besellschaf Ehrentage und liebge Bekannten feftlichen geschieden Δ 118ten besorgt. Ariegern lebhafte Herrn V Burüdge ftraße etw fie zu und [ Schnellspielende Klaviervirtuosen.] Den Klavierspielern, die besonders als Schnellspieler bekannt sind, widmet Charles Joly in der Zeitschrift Musika" eine hübsche Studie. Die Anekdoten, die er erzählt, klingen zwar nicht immer sehr wahrscheinlich, aber amüsant sind sie alle. Zwei davon seien hier wiedergegeben: Morik Rosenthal soll einmal gesagt haben, daß er sich verpflichte, bei jeder Beethovenschen Sonate jedem beliebigen Pianisten 30 Takte vorzugeben und doch als erster ans Ziel zu gelangen! Ein„ gefürchteter" Schnellspieler war auch Franz Liszt. Der französische Klaviervirtuose Francis Planté fragte ihn einmal, ob er alles noch einmal tun möchte, was er in seinem Leben getan, wenn ihm die Möglichkeit gegeben wäre, dieses Leben noch einmal zu leben. ja," erwiderte Liszt, indem er schalkhaft lächelte, ich würde gern dasselbe Leben noch einmal beginnen, nur würde ich dann weniger schnell spielen und weniger schwer schreiben..." Der Katser in der deutschen Städteausstellung. Der Kaiser weilt heute in Dresden und stattet dort u. a. auch der deutschen Städteausstellung den angekündigten Besuch ab. Der Kaiser trifft kurz nach 3 Uhr nachmittags per Wagen vor dem Hauptportal des Ausstellungspalastes ein und wird hier durch den Vorstand und den großen Ausschuß der deutschen Städteausstellung empfangen. Hierauf betritt der Kaiser, von Fanfarenklängen begrüßt, die Kuppelhalle, wo der Vorsitzende der Ausstellung, Oberbürgermeister Beutler, eine Begrüßungsansprache an den Monarchen richten wird. Alsdann findet ein mehrstündiger Rundgang des Kaisers durch die einzelnen Abteilungen der Ausstellung und des Ausstellungsgartens statt, nach dessen Beendigung der Kaiser sich in die Kuppelhalle zurück begibt. Nachdem der Monarch hier Gelegenheit genommen, die hervorragendsten Vertreter der deutschen Städte durch Ansprachen auszuzeichnen, wird vom Hauptportal aus die Rückfahrt des Monarchen nach dem töniglichen Residenzschlosse erfolgen. Im internationalen Radrennen zu Köln trug der Münchener Robl den großen Preis der Stadt Köln davon. Er legte 55,75 Kilometer in einer Stunde zurück. [ Ein seltsamer Reservist.] Unter den zu einer 28tägigen Uebung eingezogenen Reservisten, die sich dieser Tage bei dem dritten französischen Genie- Regiment in Arias zu melden hatten, befand sich einer, dessen Ankunft großes Aufsehen erregte. Er kam nämlich mit einem dreijährigen Kinde, seinem Töchterchen, auf dem Arme in die Kaserne und brachte auch noch ein altes Pferd mit, das ihm bei seinem Geschäfte als Schiffszicher gute Dienste leistet und sein einziges Vermögensstück" bildet. Der arme Mann ist Witwer, er hat keinen Verwandten, der sich um das kleine Mädchen hätte kümmern können, und es fand sich auch kein Mensch, der 28 Tage lang den alten Gaul gefüttert hätte. In dieser Notlage faßte der Reservist einen energischen Entschluß: er nahm Kind und Roß zum Korps mit, in der Hoffnung, daß das Regiment schon für ihren Unterhalt sorgen würde. Und seine Hoffnung wurde nicht getäuscht. Als die Militärbehörde von der traurigen Lage des armen Teufels hörte, sorgte sie dafür, daß das kleine Kind gut untergebracht und ernährt würde, und verpflichtete sich auch, das alte Pferd 28 Tage lang durchzufüttern. * Jugendliche Banditen. Einen Akt beispielloser Frechheit beging eine Bande 12- bis 14jähriger Burschen zu Lievin in Frankreich. Sie benutzten den Umstand, daß während der Ferien die dortige Volksschule ganz unbewacht war, um diese vollständig auszuplündern. Verunglückte Alpinisten. In der Monterosa- Gruppe wurden nahe der Klubhütte Gifetti die beiden Mailänder Alpinisten Dr. Casati und Kaufmann Jäcetti zerschmettert aufgefunden. Sie wurden unter die tüchtigsten Alpinisten Italiens gerechnet. Allem Anschein nach sind sie in einen Schneesturm geraten. Bunte Chronik. Auf der Sternwarte zu Eger wurden aus den großen Fernrohren 15 Linsen entwendet. Ihr Wert beträgt 3000 kronen, da sie aber aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert stammen, ist ihr Verlust für die Wissenschaft unersetzlich. Ein Boot des österreichisch ungarischen Kreuzers " Benta" fenterte in der Nähe des Hafens von Cadir. Die elf Insassen des Bootes wurden durch ein Schiff der„ Kompagnie Transatlantique" gerettet. Vermischtes. [ Englisches Französisch.] Unter der Spitzmarke: „ Unser herzliches Einvernehmen mit England" oder„ Wie man heutzutage französisch spricht" bringt ein BoulevardBlatt folgende kleine Satire: Am Strande von Deauville treffen sich zwei Pariser vom„ reinsten Wasser", und es entspinnt sich folgende Unterhaltung:„ Ein bißchen footing, old fellow?" ,, Nein, ich komme vom Tennis, ich bin brooken down." ,, Vielleicht ein drink? Brandy and soda?"- ,, Danke bestens, ich muß mich für die garden party bei der Baronin schonen. Es ist reizend dort: Boston, cake- walk und bridge. Kommen Sie mit!"- ,, Nein, ich spiele im Olub Poker. Uebrigens bin ich kein Freund vom home der Baronin."-Warum nicht?"- ,, Weil man dort zu viel Engländer trifft, mein Bester!" [ Humor des Zufalls.] Wie wohl noch erinnerlich, brachten wir vor furzem die Notiz von einer merkwürdigen Firmenkonstituierung: Simmel und Teufel hatten sich in Der Landwirt. ** L Krach, gewefe Die Eröffn tag, den 1 Königliche Aussicht big zum S sein wird; Sonders di Tiere find tember in hören, wi dem nörd Id. Im Obstgarten geht es jetzt emjig an die Ernte des Frühobstes, wobei nicht dringend genug geraten werden fann, dasselbe nicht zu lange an den Bäumen hängen zu lassen, da es hierdurch sehr an Güte und Haltbarkeit verliert. Bei der Obsternte selbst muß auch an die Erhaltung der Gesundheit und Tragfähigkeit der Baume möglichste Rücksicht genommen werden. Bei feuchtem, regnerischen Wetter empfiehlt es sich, schon jetzt mit dem Reinigen der Rinde älterer Obstbäume von Moosen, Flechten u. s. w. zu beginnen, wozu man sich eines beliebigen Baumkrabers bedienen kann. Durch das gründliche Reinigen der Bäume von Rindenschorf werden unzählige Larven, Puppen und Eier schädlicher Insekten, welche im Schutze jener Anhängsel den Winter verbringen, von den Bäumen entfernt und die freie Respiration der Rinde wieder hergestellt, was für die Gesundheit des Baumes von höchster Bedeutung ist. Das Veredeln des Obstbaumwildlinge und der Rosen aufs schlafende Auge fann bis Mitte September fortgesetzt werden. Ein tiefes Umgraben der Baumscheiben gegen Ende des Monats ist besonders da empfehlenswert, wo der Frostspanner während des Frühjahrs massenhaft aufgetreten ist. Der Zweck des so frühzeitigen Umgrabens des Bodens besteht hauptsächlich darin, den jetzt noch flach unter der Erde in der Puppenruhe befindlichen Frostspanner so tief hinabzubringen, daß er eingehen muß. Im Gemüsegarten wird das Ausnehmen von Frühkartoffeln und Zwiebeln fortgesetzt, ebenso das Einernten verschiedener Sämereien, die jetzt zur Reise gelangt sind. Die Stengel der Spargelpflanzen werden, wenn sie gelb und die Beeren rot geworden sind, einige Zoll hoch über der Erde abgeschnitten, ivorauf die Beete gut vom Unkraut gereinigt und gehackt merden. Die Bleichselleriepflanzen sind anzuhäufen, resp. die Gräben, wenn sie in solchen gezogen sind, ganz mit leichtem Boden oder Sand vollzufüllen. Endivien und Cardyyflanzen bindet man zum Zweck des Bleichens je nach Bedürfnis ein. Im Laufe des Monats können auch die verschiedenen Winterkohlarten gepflanzt und noch Aussater von Wintersalat, Spinat, Möhren, Körbelrüben, Feldsalat u. s. w. gemacht werden. den 9. Se So soll in tags 121 Uebergang folgend, Liederfra Nach ein dem Wir mittag m beider Ve Abend d Bieberfel bald ein zu befize * Die Erne 209. Ag bezüglich bei Verl Klaffe d nehmen. * Grünb Ehrin Schulfaa Defanate bestätigt, und Er Gemein Vorjahr Abendm geftiegen infolge Nieder pro Kor Delanat Ober meister von M wurde bon bo Grin 34 Wet Den S Refera franter bringe Beigt; werder taffe pflegeri nicht, Geldes, im Afte genoffer aber wefen des Gegenitüd dem badifden rt nämlich eine Cokales. Gießen, 1. September 1903. ** Der Großherzog hat dem Finanzminister Dr. Feodor Gnauth die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Kaiser verliehenen Kronen- Ordens erster Klasse erteilt. aus zur Hölle n Anbau an di aneben steht in Der Befiger de raber führt di Bächter darau fürlich, sondern pischen Münster des Teufels Ist das nicht Straße] feitens e in der Frant der Meinungen efe Tattit der zu ihrem Ver. gender hübscher en: che, edje? er. Den Alabier nnt sind, widmet eine hübsche ngen zwar nicht fie alle. Zwei fenthal foll ein jeder Beethoven 30 Takte vorzu gen! Ein ge zt. Der fran te ihn einmal, n feinem Leben re, dieses Leben Liszt, indem er Leben noch ein r schnell spielen den zu einer , die sich dieser giment in Arras Ankunft großes em dreijährigen in die Kaserne ihm bei seinem et und sein ein ann ist Witwer kleine Mädchen uch kein Mensch, hätte. In dieser chen Entschluß: der Hoffnung, forgen würde. ( Is die MilitärTeufels hörte, itergebracht und das alte Pferd er Spizmarke and" oder„ Wi ein Boulevard e von Deauville er", und es ent Dißden footing Tennis, id bin Brandy and für die garden reizend dort: n Sie mit!"- ens bin ich fein um nicht?" ein Bester!" die Ernte de geraten werden men hängen zu Haltbarkeit ver die Erhaltung iume mögliche 1, regnerischen m Reinigen der ten u. 1. m. 3 Baumbrabers be Jen der Bäume Puppen und ner Anhängjel tfernt und die t, was für die tung ist. 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Der Jubilar, der bei allen Gießener mit benen er dienstlich wie außerdienstlich zu verkehren Gelegenheit hatte, sich der größten Beliebtheit erfreute und das Andenken eines pflichteifrigen und liebenswürdigen Beamten, eines lanteren und ehrenwerten Charakters, eines treuen und aufrichtigen Freundes, eines gemütlichen und angenehmen Gesellschafters hinterlassen hat, erinnert sich gewiß an seinem Ehrentage in ganz besonderer Weise seiner alten langjährigen und liebgewonnenen Heimat, seiner zahlreichen Freunde und Bekannten und die auch gewiß ihrerseits gelegentlich dieses festlichen Anlasses in noch herzlicherer Weise als sonst des geschiedenen Freundes gedenken. A Wie uns mitgeteilt wird, sind die Angehörigen des 118ten Infanterie- Regiments doch sehr um ihren guten Ruf besorgt. Bekanntlich war in den ersten Tagen bei den Kriegern die Freude über unsere schöne Stadt eine etwas zu lebhafte. Das scheint nicht ganz ohne Rüge von Seiten der Herrn Vorgesetzten geblieben zu sein, denn als sich zwei Burückgebliebene" der 116er dieser Tage in der Moltkestraße etwas laut unterhielten trat einer der„ Gelben" auf fie zu und meinte entrüstet: M a cht e mal so fan Krach, sonst heißt's widder, die 118 er wärn's gewese——! ** Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Die Eröffnung der Ausstellung auf dem Trieb findet Donnerstag, den 10. September mittags 12 Uhr statt und hat Se. Königliche Hoheit der Großherzog sein Erscheinen hierzu in Aussicht gestellt. Es steht zu erwarten, daß die Ausstellung bis zum Eröffnungstermine in allen Teilen fertig gestellt sein wird; schon jetzt ist der größte Teil der Gebäude, besonders die Ställe fix und fertig. Die Einbringung der Tiere findet Mittwoch den 9. und Donnerstag den 10. September in den ersten Morgenstunden statt. Wie wir ferner hören, wird von der Eisenbahndirektion Gießen für das aus dem nördlichen Teile der Provinz kommende Vieh Mittwoch den 9. September ein Viehextrazug eingelegt werden. Ebenso soll in Aussicht stehen, daß die morgens 8 Uhr und mittags 12 Uhr in Gießen aus Fulda eintreffenden Züge am Uebergang des Licher Wegs zum Aussteigen halten. * Der Einladung des Gesangvereins Liederkranz Gießen folgend, waren Sonntag die Mitglieder des Gesangvereins Liederkranz in Biedenkopf hier in Gießen erschienen. Nach einem Frühschoppen in der Stadt begaben sie sich nach dem Windhof, wo das Mittagessen stattfand. Der Nachmittag wurde durch recht anerkennenswerte Gesangsvorträge beider Vereine ausgefüllt. Recht ungern trennten sich am Abend die Sangesbrüder in der Hoffnung auf baldiges Wiedersehen, aber auch nicht ohne den Wunsch zu hegen, recht bald ein gleich schönes Lokal wie der Windhof in Biedenkopf zu besitzen. Für unsere Abonnenten in Preußen! Die Erneuerungslose sowie die Freilose zur 3. Klasse der 209. Kgl. preuß. Klassenlotterie sind unter Vorlegung der bezüglichen Lose aus der 2. Klasse bis zum 4. Sept. d. I. bei Verlust des Anrechts einzulösen. Die Ziehung der 3. Klasse dieser Lotterie wird am 8. Sept. d. I. ihren Anfang nehmen. ** Die diesjährige ordentliche Synode des Grünberger Detanats tagte am 26. August in Ehringshausen. Die Verhandlungen fanden im ersten Schulsaal statt. Es wurden zunächst auf Empfehlung des Defanatsausschusses sämtliche Wahlen zur Dekanatssynode bestätigt, sodann die Jahresberichte des Defanatsausschusses und Erziehungsvereins erstattet. Der Kirchenbesuch in den Gemeinden des Dekanats ist im Jahre 1902 gegen das Vorjahr um 0,5 Proz.( von 24,2 auf 23,7) gefallen, der Abendmahlsbesuch um 1,08 Proz.( von 103,9 auf 105,7) gestiegen. Die Gaben christlicher Liebe sind, allerdings infolge einmaliger besonderer Schenkungen, namentlich in Nieder- Gemünden, wesentlich, von 39,5 auf 58,2 Pfg. pro Kopf der Bevölkerung gestiegen. Bei den Wahlen zum Defanatsausschuß wurden wiedergewählt: Pfarrer Dörr in Ober Ofleiden zum Defanstellvertreter, sowie Bürgermeister Schmidt von Queckborn und Pfarrer Frank von Merlau als weitere Mitglieder; als 5. Mitglied wurde an Stelle von Rentner Jung zu Grünberg, weicher von vornherein ablehnte, Bürgermeister 8 immer in Grünberg gewählt, als Ersagmitglieder Pfarrer Scriba zu Wetterfeld und Bürgermeister Stein zu Kesselbach. Den Hauptgegenstand der Tagung bildete das vorzügliche Referat des Pfarrers Georgi von Ermenrod über Defanats= frankenpflege. Schon lange hat sich an vielen Orten ein dringendes Bedürfnis nach Pflegekräften bei Krankheiten gezeigt; dem soll nun von seiten des Dekanats abgeholfen werden, indem beschlossen wurde, auf Kosten der Dekanatstasse zunächst 2-3 junge Mädchen als Dekanats- Krankenpflegerinnen ausbilden zu lassen. Es handelt sich diesmal nicht, wie gewöhnlich, um die Aufbringung des nötigen Geldes, sondern um die Bereitwilligkeit der nötigen Mädchen im Alter von etwa 20-30 Jahren. tt Die Dreschmaschine der Grünberger Dresch genossenschaft ist seit Freitag in Tätigkeit. Es zeigt sich aber jetzt bei der wechselnden Witterung, wie gut es gewesen wäre, eine Halle zu bauen, in deren Schutz die Frucht vom Felde hätte untergebracht werden können. Auch das Dreschen in der Stadt würde dann aufhören. †† Kreuzotter. Am Grünberger Dickelsberg fahen wir gestern eine Ringelnatter( Kreuzotter), die sich behaglich an den Sonnenstrahlen erwärmte; da es nicht möglich war, die Otter zu töten, dürfte Vorsicht am Plaze sein. Die Kreuzotter ist zwar giftig, sie greift aber nur den an, der sie neckt, oder zufällig auf das Reptil tritt. †† Die Apfelernte in der Gemarfung Grünberg fann zum großen Teil als eine gute bezeichnet werden. Nur sind gerade die guten Sorten leider vielfach am Baume faul. + Samstag und Sonntag abend stand alierten vor und nach zehn Uhr ,, grüne Jungen" in den Straßen Grünbergs. Die Polizei würde gut tun, da mal eine gehörige Portion ungebrannte Asche an die halbwüchsigen Burschen zu verabreichen. ** Der Verein der Oberhessen, ist nunmehr ins Leben getreten. Bei der am 15. v. Mts. in der Brauerei Schul( Schloßgasse) in Darmstadt tagenden Hauptversammlung wurden die von einer Kommission zusammengestellten Satzungen mit einiger Abänderung genehmigt und der Vorstand gewählt. Es sind bereits über 100 Landsleute beigetreten. ** Die Frankfurter Maurer sind in den Ausstand getreten; ein großer Teil von ihnen hat bereits die Arbeit niedergelegt. * In Herborn wurde am Sonntag das Kaiser Wilhelm- Denkmal eingeweiht. Erz. General von Linde quist wohnte der Feier bei. ** In Hachenburg fiel das 4jährige Söhnchen einer Arbeiterfamilie in eine Abortgrube und kam darin um. ** Vom 1. Sept mber ab treten für Post frachtstücke aus Deutschland nach Italien auf dem Wege durch die Schweiz neue Tarifbestimmungen in Kraft. Nähere Auskunft erteilen die Bostanstalten. ** Besizwechsel. Für den Preis von 16 000 Mt. ging das früher Ebel'sche Besitztum des Herrn Nachtigall in Gießen an Herrn J. Barnaß über. * Eine blutige Jagdgeschichte. Eine geachtete, weit bekannte und verbreitete Familie ist in den heutigen Morgenstunden von einem schweren Unglück heimgesucht worden. Das Haupt der Familie, welches im Allgemeinen sehr zurückgezogen lebt, ist ein Botaniker, dem bei Spaziersängen in der Umgegend unsere Leser öfters begegnet sein mögen. Er trug ein außerordentlich bescheidenes und zurückha tendes Wesen zur Schau, wch Begegnungen gern und ängstlich aus und hinter dem bescheidenen, graubraunen Gewand, das der Botaniker trug, hätte Niemand einen hervorragenden Kenner der Flora Oberhessens, insb sondere des Kreises Gießen vermutet. Man gloube aber ja n cht, daß dieser Sonderling trop finer Gelehrsamkeit und seiner Shrullen für die Gesellschaft ungenießbar gewesen wäre. Im Gegenteil, wir kennen viele der besten Häuser, wo man ihn immer sehr gern bei Tafel sah. Auch für port interessi te er sich s hr lebhaft und ganz besonders war der Rennsport seine Spezialität, in der er schier Großartiges leistete. Sein Leben war ein außerordentlich regelmäßiges und nüchternes, um omehr, als er zu den hervorragenden Vertretern und Anhängern der vegetarisch n Lebens veise gehörte. Seine botanischen Studien mögen ihn dazu gebracht haben, die Pflanzenkost für die zuträglichste und beste anzus hen. Er war verheiratet und lebte in den glück ichsten Familienverhältnissen; zwei Kinder und eine Gattin beklagen jetzt seinen Tod. Auf hinterlistige Weise ist der harmlose Privatge lehrte heute früh das Opfer eines grauenhaften Mordanschlags geworden. Nähere Angaben fehlen noch. Soviel aber steht fest: als heute in früher Morgenstunde unser Botaniker ausging, wahrscheinlich um für seine Studien Pflanzen zu suchen, wurde er ganz in der Nähe seiner Wohnung durch einen Schuß in den Kopf getötet. Seine Familie ist in Verzweiflung. Der Täter soll mit einer Jagdjoppe, Jagdgamaschen und grauem Hut befleidet und mit einem Jagdgewehr sog. Zwilling bewaffnet ge= wesen sein. Genaue Kenner des Verstorbenen wissen noch nachträglich Folgendes über sein Leben zu melden, wofür wir ihnen allerdings alle Verantwortlichkeit überlassen müssen. Der so plötzlich durch den Schuß Getötete erfreut sich keineswegs des besten Leumunds. Ec ist, wie festgestellt, bei einer Menge von Feld- und Gartendiebstählen beteiligt gewesen und hat einen sehr liederlichen Lebenswandel geführt u. a. im Laufe der letzten Jahre in verschiedenen wilden Ehen ge= lebt. Nachschrift. Soeben geht uns noch folgende Meldung zu: Der Erschossene hieß Hase und stammt aus der weitverzweigten Familie derer v. Lamp?. Der Täter ist ermittelt, mußte aber auf freiem Fuße belassen werden, da er sich mit einem Jagdscheine ausweisen fonnte und seine Tat mit der seit heute eröffneten Hasenjagd entschuldigte. *** Launsbach, 31. Aug. Die Berlin- Meßer Bahn muß sich doch glänzend rentiren, sonst fönnten ihre Angestellten nicht Arrangements treffen, wie dies hier geschehen! Also: Ncht weit von der Haltestelle befindet sich eine Gastwirtschaft, deren B.ſizer auf seinem Grundstück einen Weg herſtellen ließ, der direkt zur Bahn, beziehungsweise bis kurz davor führt. Dazwischen befindet sich nämlich ein schmaler Streifen Land, der vollſtändig brach liegt und der Verwalt ung noch nie einen Pfennig eingebracht, sie aber auch noch nichts gekostet hat. Das sollte aber anders werden! Seitdem das Publikum dieses einzige Stückchen überschreiten muß, um auf den besagten Weg zu gelangen, iſt der Bahnmeister zu der Ueberzeugung gekommen, daß der F Ben Erde nur einen Daseinszweck hat und verlangte von dem Eigentümer der Wirtschaft eine„ Ueberschreitungsgebühr" von Mt. 5. pro Jahr. Das Ansinnen wurde natürlich abgelehnt mit dem Hinweis, daß der Weg doch eine Bequemlichfeit für die Reisenden darstelle, die in dem Gasthaus ihre Bedürfnisse befriedigen 2c.- immerhin wolle er Mt. 1.dafür wofür wußte der Wirt selbst nicht recht bezahlen. Damit war aber der Bahnmeister nicht einverstanden es scheint fast, als hätte er der ausgebliebenen Einnahme wenigstens eine definitive Ausgabe gegenüber stellen und - | wollen er zitierte kurzer Hand zirka acht Bahnarbeiter zur Stelle, die einen Tag dazu benutten, um das ist das drollige der Affaire um einen Drahtzaun aufzu= stellen und dadurch den Zugang zu dem Wege zu versperren. So teuer kommt es die Bahn, wenn es sich jemand einfallen läßt, den Reisenden eine Bequemlichkeit zu bieten. Das Publikum besucht nun wieder auf einem Umwege die Wirtschaft, vor dem neuen, bequemen Wege aber spannt sich stolz der Drahtzaun und die Launsbacher erzählen es jedem, der es hören will, daß sich ein Rechenfünstler damit ein durchsichtiges Denkmal gesetzt hat. Wir sind gespannt wie die Sache endet man hat sich nämlich bereits mit einer Beschwerde an die Eisenbahndirektion gewandt. -r Marburg, 1. Sept. Das geheimnisvolle Verschwinden eines Kindes im Alter von zwei Jahren in Dreihausen im Ebsdorfer Grund beginnt die Gemüter zu erregen. Das Kind befand sich in Frankfurt in Pflege. Sein Stifvater reiste nun zu Ostern nach dort und holte es nach Dreihausen. Kurz vor Pfingsten aber reiste er mit ihm ab, angeblich um es wieder nach Frankfurt in Pflege zu bringen. Seit dieser Beit fehlt das Kind. Der Stifvater behauptet, er habe es in Frankfurt auf dem Bahnhofe einen Augenblick in Obhut einer fremden Dame gegeben, die mit dem Kinde nach Hannover davongefahren sei. Die Staatsanwaltschaft hat sich des Falles bemächtigt und eine Untersuchung eingeleitet. Markt. Gießen, 1. September. Auf dem heutigen Wochenmartt tosteten Butter per Bfd. 1.00-1.20 Mt., Hühnereter 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneier St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Vfg., Tauben per Baar Mr. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.20-1 70. Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.10, Enten per Stüd 1.80-2.00, Gänse p. Pfb 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Vfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pfa. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-7.00 m., Zwiebeln per 3t. Mt. 6.50-7.00, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch per Liter 18 Pfg. Frankfurt a. M., 31. Auguft. Fruchtmarkt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterau er mt. 16.30-16.40, furhessischer Mt. 16.30-16.65, norddeuts b. Mr. 16.40 b 16.50, Ransas Mt. 17.50-17.80, Roggen, hiesiger Mt. 13.45 bis 13.55, russischer Mr. 14.20-14.50. Amerikaner f. 14.40 bis 14.60, Gerste, hiesige Mt. 15.50 bis 15.75, Pfälzer, Mt. 16.10 bis 16 30, fränkische Mt. 16.50, Riedgerſte Mt. 15.80 bis 16 30, ungarische Mt. 17.20-17.90. Hafer, hiesiger Mt. 14.20-15.10, furbi8 heſſiſcher Mr. 14.10-15.00, Württemberger Mt. bayerischer Mk. 14.20-15.10, russischer Mk. 14.20-15.10, Mais Mired Mt. 12.75-13.00, La Plata Mt. 12.40-12.60, wetker Mais Mt. 13.10-13.30, russischer Mk.-- Alles pro 100 Ki'o ab hier. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 485 Ochsen, 53 Bullen, 752 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 209 Kälber, 163 Schafe und Hämmel, 1291 Schweine. Aus Desterreich 176 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes is zu 6 Jahren Mt. 70-72, b) junge fleischige, nicht ausgemäſtete und ältere ausgemästete Mt. 67 bis 69, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 64-66, d) gering genährte jeden Alters Mt. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 62-64, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 59-61, c) gering genährte Mt.-, ühe und Färsen( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 66--68, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mt. 64-65, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsn( Stiere und Rinder) Mt. 53–55, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 50-52, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mr. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 82-84 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugfälber( Schlachtge= wicht) 70-80 fg,( Lebendgewicht) 46-48 Pfg., c) geringe Saugfälber 61-64 Pfg. d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70-73 Pfg., b) ältere Masthämmel 66-69 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Bfg. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1/4 Jahren ( Schlachtgewicht) 61-62 Pfg.,( Lebendgewicht) 48 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 60 Pfg,( Lebendgewicht) 47 Pfg. c) gering entwickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 52-57 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Hertunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen E8 tönnen eingestellt werden: 9 Pferdefnechte, 4 landwirtschaftliche Arbeiter, 2 landwirtsch. Mägde, 5 Erdarbeiter, 1 Kunstschlosser, 2 Bauschlosser, mehrere Schlosser, Schmiede und Taglöhner auf Montage nach ausw., 1 Tapezierer, 7 Schreiner, 1 Drechsler, 1 Schuhmacher, 1 Spengler, 1 Schneider, 1 Friseur, 4 Glaser, 1 Weißbinder, 1 Heizer, 7 Hausburschen, 1 Restaur.- Köchin ( ausw.), 1 Köchin, 21 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 besseres Kindermädchen, 1 Stüße der Hausfrau, 1 jüngeres Laufmädchen, 1 Kindermädchen, 2 Lauffrauen, 1 Blätterin nach ausw. Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Schmied. Es suchen Arbeit: 3 Pferdefnechte, 1 Arbeiter,( leichte Arbeit), 1 Gartenarbeiterin, 2 Kutscher, 1 Zementmüller, 1 Installateur, 3 Spengler, 1 Schmied, 1 Maschinist oder Heizer, 1 Maschinenschlosser, 3 Buchbinder, 1 Backer oder Lagerarbeiter, 3 Schreiner, 1 Glaser, 1 Weißbinder, 2 Schreibgehilfen, 1 Schneider, 2 Dienstmädchen, 1 Stüße der Hausfrau, 2 Kindermädchen, 2 Lauffrauen, 1 Laufmädchen, 4 Waschfrauen, 1 Büglerin, 3 Weißzeugnäherinnen, 2 Flickerinnen. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für bas Lokale, ben„ Gerichts." und„ Deffentlichen Sprechsaa":& r. Oppermane Dad und Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Der Gesamtauflage unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Weidhass'schen Kurmethode bei, auf welchen wir noch besonders aufmerksam machen. Selbe basiert im Grunde nur auf einem Faktor, der leider im Leben so wenig zu Worte kommt, der Vernunft. Diejenigen, die es angeht, sollten nicht versäumen, sich mit dem urinstitut Spiro- Speco( Paul Weidhaas) NiederLößniz b. Dresden in Verbindung zu setzen. r Lt 81 平 fe 11 LI fol au li δι In tri au me M Ri bor Ge hiel fol der Hü her war tret Dies Wirtschafts- Eröffnung. Meinen Freunden und Bekannten, sowie den verehrl. Einwohnern von Gießen und Nachbarorten die ergebene Mitteilung, daß ich mit heutigem Tage die Lokalitäten mit großem, neuhergerichteten Saal in meinem Hause Schanzenstraße 18 „ Lony's Bierkeller" nach baulichen Veränderungen selbst übernommen und eröffnet habe. Durch Führung guter Küche und Verabreichung des vorzügl. Bieres der ActienBrauerei Gießen werde ich eifrigst bestrebt sein, die mich beehrenden Gäste zufrieden zu stellen und bitte ich um geneigten Zuspruch. Hochachtend W. Louis Schäfer. NB. Meinen geschäßten Abnehmern zugleich zur geft. Nachricht, daß ich meine Aepfelweinkelte ei und Versandtgeschäft in seitheriger Weise weiterführe. Verreist bis 15. September einschliesslich. Schwalm, Zahn- Arzt. Giessen, Bahnhofstrasse 63. Tausende von intelligenten Damen und Herren mit wirklichem Verständnis für Hautkultur bedienen sich der Aok- Methode und Aok- Seife. Sie benutzen die Aok- Seife, um ihre Haut su vervollkommnen, su erhalten, zu reinigen, zur Reinigung der Kopfhaut, zum Weichmachen, Weißermachen und Verbessern roter, rauher, rissiger Hände, bei übermäßiger Schweißbildung, als ausgezeichnetes Hilfsmittel für Toilettezwecke, Badezwecke und für die Kinderstube. Die Aok- Seife ist als milde, fettreiche, neutrale Seife besonders geschaffen für zarte, empfindliche Haut, da sie kein brennendes Gefühl nach dem Waschen hinterläßt. Die Aok- Seife besitzt eine eigenartige, günstige Wirkung für die Erwerbung und Erhaltung klassischer Schönheit des Teints. Die Aok- Seife vereinigt in sich die beste Haut- und Teintseife, die beste Toilette- und Kinderseife, die überhaupt susammengesetzt werden kann. Keine andere Seife kann mit Aok- Seife in ihrer besonderen Eigenart verglichen werden. Packung A( Geschenkpackung in Künstlerkarton) 1 Stück M. 1.50, 3 Stück M. 4.50; Packung B( Gebrauchspackung in Papier) 1 Stück M. 1.40, 3 Stück M. 4. Jedem Stück Seife liegen genaue Informationen über die Aok- Methode bei. Es ist Tatsache, daß die ersten Berühmtheiten der Kunstwelt sich gutachtlich übereinstimmend sehr günstig geäußert haben, s. B.: Lola Beeth, Emilie Herzog, Rosa Poppe, Helene Odilon, Ida Hiedler, Therese Rothauser, Italie Gräfin Vasques, Clara von Küry, Charlotte Wiehe, Tilly Waldegg, Mia Werber, Bozena Bradsky, Fürstin Barjatinska, Cleo de Mérode und viele andere. Es ist unmöglich, alle die glänzenden Anerkennungen absudrucken. Es ist aber zweifellos Tatsache, daß diese hervorragenden Persönlichkeiten das beste Urteil haben müssen in einer Frage, die für sie von ausschlaggebender Bedeutung ist. Sollte diese Tatsache allein nicht genügen, um jedermann zu veranlassen, sich die großen Vorteile der Anwendung der so überaus erfolgreichen, wirksamen Aok- Methode und Aok- Seife sunutse su machen? • Man sollte nicht zögern, sofort anzufangen. Wilh. Anhalt G. m. b. H., Ostseebad Kolberg. 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