Nr. 178, Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Brattsbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Samstag, den 1. August 1903. Gießener 12. Jabrgong. Insertionspret 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie gang Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfc. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Ar, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Herr Stadtrechner Doepfer ist vom 1. bis 23. August beurlaubt und wird während dieser Zeit durch den I. Stadtkass ge= hilfen Herrn Peter vertreten. Gießen, den 31. Juli 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Die Nordanlage, zwischen Wallthor- und Schottstraße, wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute ab bis auf Weiter s für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 30. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Der Schlufsakt. Politische Wochenschau.l In feierlicher Prozession sind die Kardinale von der paulinischen Kapelle nach dem Konklave gezogen, um den neuen Papst zu erwählen. Die Eingänge zum Konklavegebiet sind vermauert, die Telephonleitungen haben ihren schwarzen Stöpsel, das Zeichen der Außerbetriebsetzung, und ein feierlicher Eid hat Kardinälen und Konklavisten den Mund verschlossen. Es ist angesichts der Nähe der Entscheidungsstunde ein müßiges Spiel, Vermutungen über die Persönlichkeit und die Gesinnung des neuen Papstes anzustellen. Noch einen Augenblick hält die politische Welt den Atem an. Wenn aber dieser spannungsvolle Augenblick des Schlußaktes der Papstwahl vorüber ist, werden die Völker mit um so größerem Eifer wieder ihren Geschäften nachgehen und in Geduld abwarten, ob der Nengewählte nach der heroischen Seite von Pius, oder der diplomatischen Seite von Leo umschlägt oder eine völlig indifferente politische Haltung einnimmt. Im übrigen haben auch die einzelnen Nationen im eigenen Hause Arbeit genug. Bei uns speziell hat nicht bloß in der vorigen, sondern auch in der jetzigen Berichtswoche noch die Behandlung der schlesischen Wassersnot eine große Unzufriedenheit hervorgerufen. Die Sozialdemo fraten, bei denen ein Bruderkrieg wegen des Präsidenten. sitzes auszubrechen drohte, haben schleunigst zugkräftige Kandidaten für die Landtagswahl in Schlesien aufgeſtellt und werden nun die heftigste Kritik gegen Regierung und Behörden vom Stapel gehen lassen. Aber auch die ande ren Parteien sind rührig an der Arbeit und haben ebenfalls mit ihrem Urteil feine Zurückhaltung geübt. Besonders ist aber die Schärfe in der freikonservativen Presse aufge fallen, die von den verantwortlichen Ratgebern der Krone die subjektive Aufrichtung des Konstitutionalismus fordert, indem sie ihnen zurust, sie möchten sich als verantwortliche Träger der Staatsgeschäfte und nicht als willenlose Werk. zeuge betrachten. Nach diesen Symptomen scheinen die preußischen Landtagsverhandlungen einem stürmischen Jahr entgegenzugehen. So stürmisch aber wird es immerhin nicht werden, wie es jetzt im ungarischen Abgeordnetenhause zugeht, wo allmählich die unglaublichen stände des österreichischen Parlaments Eingang finden. Insbesondere die sogenannte Bestechungsaffäre, wonach der Abgeordnete Papp dafür, daß er aus Pest abreist und den Parlamentsverhandlungen fernbleibt, 12 000 Stronen erhalten hat, haben ein gewaltiges Aufsehen erregt. Als schuldiger Teil bekennt sich jezt der Gouverneur von Fiume, Graf Szapary, der sich dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß gegenüber auch über die Gründe seiner Handlung äußern will. Mögen diese sein, wie sie wollen, auf alle Fälle sind durch dieses neue Vorkommnis die Aussichten auf das Erlöschen der Obstruktion geschwunden, während es vor einigen Tagen schien, als ob Ausgleich und Zolltarifreform en bloc Annahme finden würden. Dieser Schlußakt wird noch lange auf sich warten lassen. Die Fortdauer der ungarischen Krisis ist um so verhängnisvoller, als sie auch auf Desterreich zurückwirkt, denn che der Ausgleich nicht angenommen wird, kann die Zolltarifreform nicht zur Erledigung kommen, und ohne diese ist die Neuorganisation der Handelsverträge unmöglich). Kaiser Franz Josef will zwar diese inneren Zusammenhänge der Dinge verschleiern, denn als das Ministerium Koerber„ mit Rücksicht auf die Lage in Ungarn" seine Demission anbot, verweigerte er sie. Koerber hat dadurch allerdings persönlich, wie der Desterreicher sagt, einen„ Echec" erlitten, der sehr leicht vermieden werden konnte zum besten der inneren Verhältnisse, denn Koerber konnte, als ein Zusammenarbeiten mit dem auch bei den Tschechen unbeliebt gewordenen Landsmannminister v. Rezef unmöglich war, zugleich mit diesem die Demission anbieten und dann auf Grund vorgängiger Besprechungen eine Stoalition zwischen Deutschen und Tschechen zusammenbringen. Aber man jagt dem Junggesellen Koerber nach, er könne, da er das Heiraten nicht gelernt habe, auch keine Koalitionshochzeit zustande bringen, um nach diesem Schlußaft der inneren Zwistigkeiten eine neue Aera politischer Wirksamkeit zu beginnen. Es scheint, daß ostwärts von uns die inneren Verhältnisse nicht zur Ruhe kommen, bis einmal die große Rechnungsbegleichung bei den verschiedenen Nationalitäten beginnt. Diesem Schlußaft treiben die Verhältnisse wenn auch sehr langsam zu. Die Politik. Der Kaiser und die Hochwassersnot. Dem Kaiser verdanken die Posener Ueberschwemmten, daß die staatliche Hilfe für sie so schnell einsette. In einem Telegramm an den Oberpräsidenten der Provinz teilt Kaiser Wilhelm diesem init, er selbst habe auf die Kunde von den Posener Hochwasserschäden den Finanzminister angewiesen, sofort 270 000 Mark für die Ueberschwemmten zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat der Kaiser der Provinz noch 5000 Mark aus seiner Privatschatulle überwiesen. Für die Brandenburger Ueberschwemmten wurden in einer am Freitag abgehaltenen Staatsministerialſizung zunächst 50 000 Mart bewilligt. Die ersten Handelsvertragsverhandlungen. Rußland hat es sehr eilig, mit dem deutschen Reiche zum Abschluß eines Handelsvertrages zu kommen. Es hat, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter erfährt, an die deutsche Regierung das Ersuchen gerichtet, mit den Verhandlungen so schnell als möglich zu beginnen. Diesem Wunsche entsprechend werden die Sigungen der zur Vorbereitung des deutsch- russischen Handelsvertrages eingesetzten Kommission bereits am 3. August beginnen. Sie werden zunächst in Petersburg abgehalten, später wird die Kommission auch in Berlin tagen. Die Gärung in Rußland. A Die Streifnachrichten aus Rußland wollen kein Ende nehmen. Jetzt wird wieder aus Tiflis gemeldet, daß dort seit einigen Tagen die Handlungsdiener, die Fleischer, die Setzer und die Führer und Kondukteure der Straßenbahn in den Ausstand getreten sind. Der unterbrochene Verkehr wurde durch Soldaten wiederhergestellt. Auch die Eisenbahnarbeiter haben die Arbeit niedergelegt. Der Bahnverkehr ist jedoch nicht gestört. Der Bahnhof ist militärisch besetzt. Die Kellner, die ebenfalls gestreift hatten, haben die Arbeit wieder aufgenommen. Während der ganzen Zeit haben nur geringfügige Zusammenstöße stattgefunden. So meldet wenigstens die russische amtliche Berichterstattung. Was man in Rußland unter geringfügigen Zusammenstößen versteht, ist bekannt. Russische Genicstreiche. + Die russischen Machthaber mögen einen stillen Haß auf den Telegraphen und die Presse haben: Gäbe es feinen Morseapparat und keine Zeitungen, so hätte man's an der Newa viel leichter, die geheimen Wege russischer Politik zu verbergen. Jetzt wird wieder ein neuer russischer Coup in Asien bekannt: Auch in Tibet, dem Lande des Dalai Zama, das allen fremden Einflüssen bisher unzugänglich war und das nur wenige Europäer betreten haben, haben die Russen jetzt festen Fuß gefaßt. Nach chinesischen Meldungen erhielt die Regierung in Pefing Mitteilungen aus Tibet, daß die Russen nach geheimen Verhandlungen über die Erlaubnis zu geologischen Untersuchungen jetzt einige Hundert Kosaken nach Tibet geschickt haben, indem sie behaupten, die chinesische Erlaubnis zum Durchzug zu besitzen. Tibet steht bekanntlich unter chinesischer Oberhoheit. Die chinesische Regierung benachrichtigte ihren Vertreter in Tibet, sie habe den Russen keine solche Erlaubnis erteilt; er solle deren Bewegungen genau beobachten, sich aber aller gewaltsamen Maßnahmen gegen sie enthalten. Die Russen werden also von China bei ihrer Einniſtung in Tibet nicht gehindert werden. Wieder ein Schritt weiter zur Russifizierung Asiens, wieder eine Etappe auf dem Wege, der dahin führt, die Engländer aus Indien ins Meer zu werfen! In der Mandschurei verfahren die Russen noch selbstherrlicher: Sie genieren sich durchaus nicht, chinesische Truppen in die Reihen der ihrigen einzustellen. So zwingen sie am Ende China, auf Rußlands Seite zu treten, wenn es wirklich einmal zu einem russisch- japanischen Konflikt kommen sollte. Chamberlain der Burentöter. Herrn Chamberlains Aerger über den Mißerfolg seiner südafrikanischen Reise hat in dem Kopfe dieses wackeren Zeitgenossen eine Idee von echt Chamberlainscher Bru aät gezeitigt: Mr. Joe will die widerspenstigen Buren einfach aus Südafrika verbannen, wenn sie der englischen Siegierung nicht willfährig sind. Im britischen Unterhause erklärte er, er glaube, es sei noch notwendig, daß der Regierung von Transvaal eine starke Gewalt zur Verfügung steye. Wenn es sich herausstellen sollte, daß die Versöhnungspolitik vergeblich gewesen sei, würde man nicht zögern, diese Gewalt zu gebrauchen und die Unruhestifter zu verbannen. Das kann ja ein schönes Regiment in Südafrika werden! Das Hausgesetz der Karageorgiewitsch. König Peter von Serbien wird furz nach der Anfunft seines altesten Sohnes, des Thronfolger, elgrad ein Familienſtatut erlassen, in welchem die Rangordnung der königlichen Familie und der nächsten Anverwandten beſtimmt wird. Das Statut wird sich auf die Kinder des Königs, seinen Bruder Arsen und die Glieder der zweiten Linie der Karageorgiewitsch, die Fürsten Alexis und Voschigar und deren Mutter, erstrecken. Die Apanagefrage wird wahrscheinlich in diesem Jahre wegen der Finanzschwierigfeiten des Landes nicht geregelt werden. Revolution auf Cuba. O Die„ Perle der Antillen" ist wieder der Schauplatz blutiger Wirren. Seit einigen Tagen durchziehen bewaffnete Banden, aus früheren Aufständigen bestehend, das Land und fordern von den Einwohnern der Dörfer und Flecken Geld. angeblich als Bezahlung für ihre Tätigkeit während des Kampjes gegen die Spanier. Sie drohen mit der Revolution, wenn ihnen nicht willfahrt wird. Die Bevölkerung ist in hohem Maße beunruhigt und erregt. Die Behörden entsenden freiwillige Truppen gegen die Frieden störer, angeblich hoffen sie, der Wirren bald Herr zu werden. Warten vir's ab! Kurze politische Nachrichten. Die Auslieferung des Hochverräters Wessel, eines frühern deutschen Offiziers, an Deutschland ist vom Tribunal in Genua beschlossen worden. * In der Freitag- Sigung des ungarischen Abgeordnetenhauses erneuerten sich die lärmenden Auftritte vom Tage vorher. Der Präsident mußte die Sigung mehrmals aufheben. * Der in die Budapester Vestechungsaffäre verwickelte und flüchtig gewordene ehemalige Abgeordnete Martin Dienes wird steckbrieflich verfolgt, da er außer wegen Bestechung auch wegen Wechselfälschung unter Anklage steht.- Der Gouverneur von Jiune Graf Ladislaus Szapary, der überführt ist, den Bestechungsversuch inszeniert zu haben, hat seine Entlassung cingereicht. I In Griechenland macht sich eine Bewegung merkbar, die eine Revision der Verfassung anstrebt. * Empörend ist die Art, wie die Leute des Herrn Castro ihre bei Ciudad Bolivar besiegten rebellischen Landsleute behandeln. Die Regierungstruppen fümmerten sich weder um die Bestattung der Toten, noch um die Pflege der Verwundeten. Amerikanische und französische Schiffsärzte nahmen sich wenigstens der letzteren an, sie hatten 30 Stunden angestrengt zu tun, um den Verwundeten einigermaßen Hilfe angedeihen zu lassen. Hof und Gesellschaft. Die Rückkehr des Kaisers von seiner Nordland. reise wird ehestens am Freitag nächster Woche erfolgen. Die Landung soll in Curhaven vor sich gehen, von wo der Kaiser sich nach Berlin und später nach Wilhelmshöhe begibt. *** Fürst Ferdinand von Bulgarien ist mit seiner Mutter, der Prinzessin Klementine von Coburg, auf seiner unga rischen Herrschaft Murany angekommen. Der Beginn des Konklave. Rom, 31. Juli. pro Um fünf Uhr nachmittags haben sich heute die 62 anwesenden Kardinäle in den Vatikan zum Konklave begeben, nach dem vormittags 10 Uhr das herkömmliche Hochamt in der Paulinischen Kapelle stattgefunden hatte. Kardinal Serafino Vanutelli celebrierte die feierliche Messe, nach deren Schluß Monsignore Sardi die lateinische Ansprache eligendo Pontefice" an die Kardinäle hielt. In beweglichen Worten wandte er sich an die Weisheit und Frömmigkeit ber Mitglieder des hl. Kollegiums, daß es ihnen gelingen möge, einen frommen, gelehrten und mildtätigen Mann auf den Stuhl Petri zu erheben. Dieser frommen Bitte schließen sich in allen Kirchen der Stadt, in denen bis nach erfolgter Wahl des Papstes das Allerheiligste ausgestellt ist, die Gebete der Gläubigen an. Nachmittags fand zuerst in der Sixtinischen Kapelle die feierliche Bereidigung der Kardinäle, des Konklavemarschalls und der sämtlichen Konklavisten statt. In feierlicher Prozession, den Kreuzträger voran. begaben sich die Kardinäle und ihre Gefolgschaft zu der bedeutungsvollen Ceremonie, in der beschworen wird, treu die für das Konklave vorgeschriebenen Regeln zu halten und unverbrüchliches Stillschweigen über die Verhandlungen zu bewahren. Nachdem der feierliche Schwur verhallt, ertönte gebieterisch das Kommando der Ceremonienineiſter:" Extra omnes!"( alle hinaus!), auf das hin sich alle nicht zum Konflabe gehörenden Personen entfernen mußten, das schwere Tor schlug zu, und Camerlengo und Konklavemarschall schoben, der eine von innen, der andere von außen, die wuchtigen Eisenriegel vor: das Konklave ist verschlossen und damit zugleich eröffnet. Die eigentliche Wahlhandlung aber beginnt erst morgen früh. Heute begibt sich nach erfolgter Installierung, Begrüßung und gemeinsamer Abendandacht gar bald auf den Ruf des Ceremonienmeisters: Ad cellam, Domini" ein jeder der Kardinäle zu Bett, um moraen in aller Frübe zur Wahl 1 in Romanen liest sich das, aber in der Wirklichkeit gibt dabei eine Heldenrolle spielt oder es feinen Roman, da denkt jeder daran!" Die Fürstin nahm ihren eifrigen Marsch wieder nicht, und gut tut er an fich, einerlei, ob er Der Vorwurf ist ungerecht. fremde Ansprache leichter fällt als eine vertrauliche." aufhörlich meine Beit in Anspruch genommen war, Du würWir haben uns schon so lange nicht gesehen, daß mir die Wenn Du wüßtest, wie unhatte. zugeben, ja, menu und wern er alles daran zu setzen, wenn er sein Bermögen hin maßen befangen und gedrückt feinen Müdzug bewerkstelligt Eristu gab sich noch nicht für verloren, nachdem er einiger Get es recht mußie es nach seinem Kopf geschehen, erhrei зpungen varzen Weltteils und wird dem übermäßigen Gebrauch von Sch: behaupten, sie anen Käferchens hervorgerufen, cines am oberen Kongo itabat aus einheimischen Pflanzen zugeschrieben. besonders einer gewissen Art mg*** bereit zu sein und auf den von violetten Baldachinen überragten Sesseln Platz zu nehmen. Nur der Thronsessel Dreglias hat einen grünen Baldachin als Zeichen der Würde des Camerlengos. Diese Baldachine sind später von großer Bedeutung. Im Augenblick der Wahl des neuen Papstes fallen durch einen besonderen Mechanismus alle Baldachine zurück, und nur der über dem Sessel des Erwählten bleibt als Symbol der auf ihn allein nunmehr übergegangenen höchsten Gewalt aufrecht stehen. Auf dem Petersplatz ist vorläufig noch wenig Leben. Außer dem von der italienischen Regierung beorderten einen Bataillon Infanterie und einer Schwadron Kavallerie, die die Ordnung aufrecht erhalten sollen, ist auf dem weiten Platz und in den Säulengängen kaum jemand zu sehen. Morgen allerdings wird sich das Bild ändern. Da werden die Römer in dichten Massen hinausschauen, ob aus dem bekannten Schornstein der Rauch der Stimmzettel aufsteigt. Während des Konklave ist übrigens in der ganzen Stadt die Garnison dienstbereit. Warum, ist bei der Ruhe, die überall herrscht und geherrscht hat, ziemlich unerfindlich. Lebhaft besprochen wird in römischen Zeitungen eine, allerdings unverbürgte Nachricht, nach der in einer der letzten Versammlungen den Kardinälen eine Verfügung Leos XIII. für das bevorstehende Konklave bekannt gegeben sei, die bereits im Jahre 1882 verfaßt wäre. In ihr beklage der Papst die Lage des heiligen Stuhls und ermahne die Kardinäle, dessen Rechte zu wahren und sich nicht von persönlichen Gefühlen, sondern nur von Rücksichten auf das Wohl der Kirche bei der Papstwahl leiten zu lassen. Die Blätter fügen noch hinzu, daß den Kardinälen über den Inhalt des Schriftstücks das strengste Schweigen auferlegt sei. Selbst wenn diese Anordnungen des verstorbenen Papstes auch eriſtieren, so sagen sie nichts Neues. Ob die Meldung der Blätter auf Wahrheit beruht, wird sich später aus dem Geschichtswerke über das Leben und Wirken Leos XIII. ergeben, dessen zu sammenstellung dieser selbst dem Grafen Soderini vor sechs Jahren übertragen hat. Dieses Wert wird über vieles, was jetzt noch dunkel ist, Licht verbreiten. Nab und Fern. Ein Matrosenbiwak wurde von der Besatzung der aus der 3oppoter Reede ankernden vier Kriegsschiffe„ Baden", Württemberg"," Beowulf" und" Hildebrand" veranstaltet. Bei einbrechender Dunkelheit zogen die Blaujacken, die Musik boran, durch die Stadt nach dem Schmierauer Tal, wo ein Lager errichtet und abgekocht wurde. Die Bestie im Menschen. Eine unglaubliche Roheit beging in dem fränkischen Dorfe Prey ein betrunkener Borzellanarbeiter namens Reckziegel. Er warf einen neunjährigen Knaben, mit dem er in Streit geraten und der vor ihm auf einen Wirtshaushof geflüchtet war, wo gerade ein frisch geschlachtetes Schwein gebrüht wurde, in den Bottich mit kochendem Wasser und drückte ihn nieder. The Leute hinzueilen konnten, war das arme Kind vollkommen ver= brüht. Das Fleisch hing ihm vielfach in Fetzen herunter, und die Haare gingen ihm büschelweise aus. Nach kurzer Zeit wurde der Knabe durch den Tod von seinen unsäglichen Qualen erlöst. Der Wüterich wurde festgenommen. A Hinrichtung eines Raubmörders. In Budapeſt wurde der Raubmörder Matthias Korman hingerichtet, der im borigen Jahr die Frau eines jüdischen Geschäftsmannes ermordete und beraubte. Seit elf Jahren ist dies die einzige Hinrichtung in Budapest. - Die Negerin Maggie Walker ist zur Direktorin der St. Lukes Penny Savings Bank in Richmond( Virginien), die am 1. September d. I. mit 75 000 Dollars Depositen eröffnet wird, gewählt worden. Sikung der Stadtverordneten. Gießen, 30. Juli 1903. J Biftolen fächlich in habe. Die a Zeilenfchind gende Münze Falle also ni * Das tätigteite vere Bublifum na Aufstellung b 1 Uhr, der nach Hause b * Der Sonntag, den Familien ein dafelbft ein * Die 11 Uhr in Statt: 1. Blau Meugel Walzer von *** 201 Anzeige, nad hofe aus eine * Fer Schü'er des läufig zum le bis zum 14. Die Ferin fi Auguft und Gießen zum Nellingen( 2 Wildbab zug Fer dies ließe sich mit einfachen Mitteln erreichen. Ebenso halte er die Entfernung der Teppiche und eine Verbreiterung der Gänge für am Blaze und die strenge Durchführung eines Verbotes, die Gänge mit Stühlen oder sonst wie zu benußen, wie dies früher geschehen set. Zu bestreiten set auch die Zuständigkeit des Polizeiamtmannes zu der von ihm angeordneten Maßregel, da dabei Fragen der Baupolizei und Feuerpolizei in Frage kommen, deren Träger der Bürgermeister set. Die Versammlung beauftragt einstimmig den Bürgermeister, Schritte zu tun, damit der erlassene Bolzeibefehl aufa e- hoben, oder doch wesentlich gemildert werde. Stadtv. Jann bringt die vielen Feldfrevel, welche in letzter Zeit vorgekommen, zur Sprache, er wisse nit, passen die Schüßen zu wenig auf, oder seien deren Reviere zu groß. Der Oberbürgermeister hofft Abhilfe durch die neue Drganisation, welche jetzt durchgeführt wird.- Stadtv. Krumm bittet einem Antrage des Arbeiter Turnvereins wegen zeitweiliger Ueberlassung einer städtischen Turnhalle an zwei Tagen in der Woche zu genehmigen. Der Oberbürgermeister sagt Prüfung des Antrages zu, darüber zu entscheiden hat die Versammlung. Stadtv. Heichelheim beschwert sich über den penetanten Geruch des Schoorgrabens an der Südanlage. Stadtv. Birr führt Beschwerde über den Tonnena fuhrwagen der einen aräklichen Geruch verbreitet. Der Oberbürgermeister verspricht in beiden Punkten tunlichst Abhilfe zu schaffen. Stavt. Loeber und Haubach bringen Klagen vor, über den Stadtbach, in den zu wenig Wasser zugelassen werde, und derselbe in diesem Jahre viel mehr als früher rieche. Der Oberbürgermeister sagt zu, nachdem auch Krumm und Hanau dafür eintreten, alles zu tun, um einigermaßen erträgliche Zustände zu schaffen. Stadtv. Schmall erklärt, er schließe sich dem, was der Kollege Kirch betreffs des rigorofen Vorgehens der Polizei in der Theaterfrage ausgeführt, vollständig an, aber dies gelte für alle Behörden. Auch die Bürgermeisterei set in der Friedhofs Einweihung zu weit gegangen und es sei ganz und gar unrichtig, wenn die Mitteldeutsche Sonntagszeitung" anfübre: man sei in der Bürgerschaft von dem anmaßenden Pfaffentum aufgeheßt. Im Interesse des tonfessionellen Friedens hätte der Oberbürgermeister nicht zu weit gehen sollen in dem was er getan. Der Oberbürgermeister verweist darauf, daß sich der Kirchenvorstand ja in der Sache beim Ministerium beschwert habe und es set daher unangebracht, zur Zeit in eine Debatte über diese Frage einzutreten. Damit ist der öffentliche Teil der Sigung erschöpft. Versammlung, nachdem ihn der Oberbürgermeister wegen| desselben Antrags bereits abgewiesen, ihm von den 500 Mt. betragenden Kosten des Anschlusses an das städtische Elettrizitätswerk einen Teil zurück zu vergüten. Er ist der Ansicht, daß er dadurch diesen Anschluß zu teuer erreicht hat, weil er denselben vom Seltersweg hier unter seinem Vorderhaus hindurch in sein Lagerhaus habe leiten lassen, weil man das Kabel nicht rechtzeitig durch die Kaplansgasse gelegt hat, von wo aus ihm der Anschluß billiger möglich gewesen wäre. Die Deputation schlägt die Ablehnung des Gesuches vor, welche der Oberbürgermeistes aus sachlichen, rechtlichen und prinzipiellen Gründen rechtfertigt. Die Stadtv. Brück, Loeber und Schmall treten dafür ein, dem Geiße aus Billigkeitsgründen entgegen zu kommen. Wenn ein Beamter einen Fehler gemacht, so solle man die Bürger nicht darunter leiden lassen. Oberbürgermeister Mecum erklärt, er müsse die Beamten des Werkes in Schutz nehmen, dagegen, wenn ihnen Vorwürfe gemacht werden, die sie nicht verdienen. Würde man ohne Sicherheit einer späteren Abnahme für die Kaplansgasse weitsichtig verfahren sein, so hätte dies bei anderen Straßen auch geschehen müssen. Die Versammlung beschließt darauf die Ablehnung des Gs uches Geße. Für die Erneuerung einer schadhaften Wandim Bourgois'schen Hause am Burggraben werden vom Hochbauamt 370 Mark verlangt. Es wird beschlossen, den Betrag gut zu heiß n, wenn nach einer erfolgten Besichtiguna die Ausgabe für notwendig erkannt wird. Mit der Erledigung der Vergebung von Eisenzeug für die Kanalisation, welche durch Submission ausgeschrieben war, entweder an die Mindestfordernden bei Lieferung gleich guter Qualität, wie die Konkurrenten es bei wenig höheren Preis anbieten, oder sonst an diese, erklären sich die Stadtverordneten einverstanden. Stadtv. Leib weist darauf hin, daß die eisernen Deckel zu unserer Kanalisation anscheinend fehlerhaft konstruiert seien. Er will beobachtet haben, daß die Pferde mit den Eisen, wenn sie auf die Deckel treten, daran hängen bleiben und könne ohne Zweifel daraus ein großer Nachteil für die Stadt entstehen. Es scheine ihm, als wenn die Löcher in den Deckeln zu groß seien. Der Oberbürgermeister bemerkt, die Deffnungen an den Deckeln seien genau so groß wie überall, er werde aber in der Angelegenheit mit dem Leiter unseres Tiefbauamtes sprechen und erwägen, was da zu machen sei. Die Hermann Winter Witwe bittet um Uebernahme der Erhaltung und Pflege thres Erbbegräbnisses. Dem Antrag soll entsprochen werden, wenn die Stadt dagegen ein Kapital von 2100 Mark ausgesezt wird. Die Besuche um S'chanterlaubnis werden wie folgt erledigt: 1. Fr. Schäfer Ehefrau für Neustadt 1( frühere Stehbierhalle mit Damenbedienung). Bedürfnis verneint. Heinrich Bellof III. Witwe für Weserstraße 8, Bedürfnis verneint. Tonis Bellof, Neuenbäue 10, Spezereihandlung, Branntweinverkauf über die Straße, Bedürfnis bejaht. Hrch. Carlé, Neuenweg 28( Löwen) Bedürfnis bejaht. Carl Peppler, Grünbergerstraße 22( Neuer Schüßenhof) Ausdehnung der Wirtschaft auf den Vorgarten, Bedürfnis bejaht. Ludwig Stiel, Krofdorferstraße. Ausdehnung der Wirtschaft auf Garten und Gartenhalle, Bedürfnis bejaht. * - - Lokales. Gießen, 1. August 1903. * Der Großherzog hat dem Schußmann Balthasar Müller in Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Arbeit" verliehen. ** Landesuniversität. Die venia legendi bei der philosophischen Fakultät für das Fach der Physik wurde dem Assistenten am physikalischen Institut Dr. W. SchmidtGießen erteilt. Stadtverordneter Kirch bittet, ehe die Versammlung in die Ferien geht, auf eine Angelegenheit eingehen zu dürfen, welche für unsere Universitätsstadt von großer Bedeutung sein kann. Er bedaure, daß in der legten bom Theaterverein, Konzertverein und Saalbauverein einberufenen Versammlung der Oberbürgermeister und auch keiner der Beigeordneten zugegen gewesen ist. In jener Versammlung sei auch der durch den Polizeiamtmann Hechler erlassene Polizeibefehl wegen der zu treffenden Einrichtungen im Theatersaal für die kommende Spielzeit zur Sprache getommen, bekanntlich sei gegen denselben Einspruch erhoben und habe der Krets- Ausschuß in der Sache zu befinden. Herr Hechler, der in jener Versammlung anwesend gewesen, habe eine sehr siegesgewisse Sprache geführt, und es liegt gewiß die Frage nahe, was werden würde, wenn die Entscheidung des Kreisausschusses im Sinne des Polizeiamtmannes ausfallen würde, woran der letztere überhaupt zu sein scheine. Wir würden dann einen Theater- Direktor engagiert haben, und kein Lokal haben, worin gespielt werden könnte, denn weder der Besizer noch der Bächter des Café Leib würde sich darauf einlassen u. a. durch Aufstellung fefter Klappsige fein Lokal für Bälle und sonstige Festlichkeiten unbenußbar zu machen, man würde lieber auf das Theater Klappsige sein Lokal für Bälle und sonstige Festlichkeiten verzichten. Er gestehe zu, daß die Einrichtungen zum Schuße dieser Zustand schon Jahre lang so gewesen, könne man doch des Publikums im Theater mangelhaft seien, aber, nachdem nicht verlangen, daß hier plößlich in solcher Weise Wandel dieser Zustand schon Jahre lang so gewesen, fönne man doch geschaffen werde, es könne Niemand billigen, wenn die Polizei in der Weise wie geschehen, in der Sache verfahre und daOpfer an Arbeit, Mühe und Geld auf dem Gebiete des mit zerstöre, was man mühsam in langen Jahren mit einem Theaters für unsere Stadt geschaffen. Es sei gewiß jeder in der Versammlung mit ihm einig, wenn in dieser für unser Theaterleben so fritischen Lage, die StadtverordnetenVersammlung in der Frage Stellung nimmt um zu verhüten, daß in Gießen für Jahre hinaus, das Theater unmöglich gemacht wird. Oberbürgermeister Mecum bemerkt zu langt, viel zu weit gehe. Allerdings wolle er zugestehen, dem erlassenen Polizeibefehl, daß dieser in dem was er verdaß sowie es feither gewesen im Interesse der Sicherheit des Theater besuchenden Publikums es nicht weiter gehen daß so wie es seither gewesen im Interesse der Sicherheit fönne. Mit dieser Ansicht des Polizeiamtmannes war er Frage vorzugehen, um im Theater für den kommenden einig, und war man übereingekommen, gemeinsam in der Winter gesicherte Verhältnisse zu schaffen. Herr Hechler, der Klappstühlen etwas, was die sehr strengen Vorschriften von aber allein gehandelt hat, verlange mit den feststehenden 1888 für Preußen nicht einmal verlangen. Er war der Ansicht, daß Vorkehrungen getroffen werden sollten, daß in Stuhlreihen der einzelne Stuhl nicht gerückt werden könnte, Es folgt dann die Vorlage wegen Anbringung einer Laterne hinter der Johannesfirche. Es hat eine Prüfung der Sachlage an Ort und Stelle stattgefunden. Wie erinnerlich, hat die evang. Kirchengemeinde die Beleuchtung des Plazes ge= wünscht, damit derselbe, auf dem angeblich in der Dunkelheit gegen die guten Sitten verstoßen wird, besser überwacht werden tann. Die Gas- und Wasserwerks- Deputation hat sich zwar für die Herstellung der Laterne auf städtische Kosten aber nur unter der Bedingung ausgesprochen, wenn die Kirchengemeinde die Unterhaltung derselben mit pro Jahr 60-70 Mart zu übernehmen bereit sei. Ein Teil der Stadtverordneten hat die Ansicht ausgesprochen, daß auch die Kosten der Beleuchtung auf allgemeine Roften zu geschehen habe. Nach kurzer Beratung wird gemäß des Vorschlages des Stadtv. Dr. Gaffky, der der Ansicht ist, die ganze Sache sei der vielen Worte nicht wert, beschlossen, die Beleuchtung auf Asten der Stadt vorzunehmen. Der Kaufmännische Vere'n schuldet der Stadt noch den Straßenkostenbeitrag für das 1.3t. von Klingspor erworbene Gelände und ebenso war ihm aufgegeben, bis zu einem gewissen Zeitpunkt dieses Gelände statt des Bauzaunes( Stackett) mit einer festen Mauer zu umgeben. Auf Antrag des Vereins wird demselben der Straßentoftenbeitrag in der Art gestundet, daß er denselben mit 4% verzinst und mit jährlich 100 Mark an die Stadt abträgt. J. L. Spieß schuldet der Stadt den Straßenfostenbeitrag für den Mittelweg. Derselbe hat sich bereit erklärt, den Betrag in zwei Raten zu tilgen und ist die Bersammlung damit einverstanden, wenn das Kapital von einem bestimmten Zeitpunkt an mit 4 Proz. verzinst wird. Stadtv. Huhn wünscht, daß der Oberbürgermeister veranlaßt, damit ein Verzeichnis aller derjenigen Straßen aufgestellt wird, wo Straßenfostenbeiträge verlangt werden und auch deren Höhe pro laufende Meter, damit das bauende Bublikum weiß, woran es ist. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß er vor 2 Monaten dem Tiefbauamt Anweisung gegeben, für die fertigen Straßen in der von Huhn gewünschten Weise eine Busammenstellung zu machen. Biegenzucht Verein Gießen werden die städtischen Dem Marttanlagen( Viehmarkt plaß) am 8. August zum Zwecke der. Beranstaltung einer Ziegenschau überlassen. schiedenen Abgaben aus den städtischen Waldungen, die aus Die verfreier Hand geschehen und zwar in 1902/03 im Betrage von ca. 550 Mart werden von der Versammlung gut geheißen. Der Kaufmann Ad. Geiße beantragt bei der A * * Eisenbahnfomitees Groß- Felda und Umgegend Der zweiten Rammer ist eine Vorstellung des zugegangen, die in der Bitte gipfelt, die Kammer wolle die( in der Vorstellung näher dargelegten)" Gesichtspunkte einer wohlwollenden Prüfung unterziehen, hiernach in ihren Entschließungen, auf Grund des der roßh. Regierung vorgelegten Projekts, der Linie EhringshausenGroß Felda- Ulrichstein- Rixfeld den Vorzug geben, bezw. den Ausbau der Teilstrecke EhringshausenGroß- Felda genehmigen und der Ausführung dieser Linie durch den Staat ihre Zustimmung nicht versagen. A Theater und Saalbau zu Gießen. Gestern abend vereinigten sich im Café Ebel die Mitglieder der provisorischen Ausschüsse mit den inzwischen tooptierten Herren, um den Vorsitzenden des Gesammt- Komitees zu wählen und die beiden Arbeitsausschüsse definitiv zu bilden. Zum Vorsitzenden wählte man den bisherigen Leiter der Verhandlungen, Herrn Kommerzienrat Heichelheim, zu seinem Stellvertreter Herrn Kommerzienrat Georgi. Die beiden Arbeitsausschüsse werden folgendermaßen zusammengesett: Finanzausschuß: Die Herren Balzer, Bücking, Biermann, Challier, Emmelius, Gail, Grünewald, Haubach, Heichelheim, Heyligenstaedt, Klingspor, Mez, Pirr, Rudolph, Spamer. Bauausschuß: Die Herren Becker, Bichler, Dörr, Fromme, Gafffy, Georgi, Kirch, Helm, Horst, Loß, Mecum, Betri III, Spengel, Schaffstädt, Winn. werden am Montag, den 3. August, 8½ Uhr, im Stadtverordnetensaal zusammenkommen, um die zunächst zu erledigenden Arbeiten zu besprechen und auf ihre Mitglieder zu verteilen. Bis Ende September dürften diese Arbeiten dann soweit erledigt sein, daß die beiden Ausschüsse dem Gesammtkomitee Vorlage machen können. Beide Ausschüsse Butzbach Stationsgebäu den nächsten +3 tại man an ein Friedrich 6 ft Rotschwänzche und verfolgte Waggon nidh ** Der diesjährige( 12) Fortbildungsfursus. für Organisten und Kantoren des Großherzogtums Hessen soll unter der Leitung des Kirchenmusifmeisters, Herrn Professors Arnold Mendelssohn, in der Zeit vom 21. September bis 12. Oftober in Darmstadt abgehalten werden. ** Gestern feierte die Gießener Studentenverbindung Wingolf ihr 51jähriges Stiftungsfest. * * Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke vorm. Fernie. Der Bericht des Werkes für den Monat Juni d. I. weist eine Ausbeute von Mark 120 041,45 mit einem Reingewinn von Mt. 40 329,60 für diesen Monat auf. Standesa Am 27 Rechtsanwal Schwalb zu Fahrkartend Matbilde Kaufmann Kleidermad dahier mit Glock, Tape Marie Kath H fowie einfac wahl zu bil Bibate po Adolf Gesc Inh.: offeriert sein Sport, prämiiert a der goldener Ferner Gallageschirr Regen- u Caschnerwar Neuheiten in Nichtfo Stataloge ger ichen. Ebenso Berbreiterung Durchführung t fonft wie au beftretten fet zu der von der Baupolizei er der Bürger beauftragt dritte zu fehl aufge bert werde ebel, welche in se nit, paffen Reviere zu aroß. Die neue Drga adtb. Krumm Curnvereins fchen Turnballe n. Der Ober u, darüber zu tv. Seichel ch des Schoor rr führt Beeinen aräklichen - verspricht in - en. Stabty. ber den Stadt: de, und derfelbe e. Der Ober und Hanau aben erträgliche II erklärt, er reffe des rigoage ausgeführt, rden. Auch die weihung zu ichtig, wenn die man sei in der ntum aufgehegt. ätte der Oberdem was er ge, daß sich der terium beschwert Beit in eine De Et ist der öffent uguit 1903. nann Balthasar enzeichen mit der mia legendi bei r Physik wurde Dr. M. Schmidt Vorstellung des und Umgegend Rammer wolle )' Gesichtspunkte hiernach in ihren Tokh. Regierung ngshausen18 den Vorzug Shringshausenagen. ng dieser Linie zu Gießen. die Mitglieder schen fooptierten mt- Romitees zu finitiv zu bilden. rigen Leiter der lheim, zu seinem rgi. Die beiden zusammengefegt: ding, Biermann, bach, Heichelheim, udolph, Spamer. Bichler, Dörr, ft, Loz, Mecum, Beide Ausschiffe Uhr, im Stadtzunächst zu erihre Mitglieder diese Arbeiten Ausschüsse dem ungsfurfus Großherzogtums henmufifmeifters, n der Zeit vom mstadt abgehalten abentenverbindung Braunsteinricht des Werkes beute von Mart . 40 329,60 * 8u unserer gestern gebrachten Notiz betreffs| Flaschenbierhändler dahier mit Anna Staroline Christine| Mr. 0.80-0.90, Sühner per Stud Mt. 1.30–2.20, Hahnen, ver " Pistolenduell" wird uns mitgeteilt, daß dasselbe tat- Pausch, geborenen Kramer, Spezereihändlerin dahier. sächlich in dieser Woche im Philosophenwald stattgefunden habe. Die angefügte Bemerkung, daß es sich hier um eine " Beilenshinderei" und eine„ Ente" handelt, die gegen flingende Münze nach auswärts verhandelt sei, ist in diesem Falle also nicht zutreffend. * Das 1. Volks und Jugendfest der 4 Gießener Wohltätigkeitsvereine wird morgen, hält das Wetter gut an, viel Bublifum nach dem Philosophenwald wandern lassen. Die Aufstellung des Festzuges erfolgt auf Oswalds Garten um 1 Uhr, der Abmarsch gegen 2 Uhr; der Aufbruch am Abend nach Hause voraussichtlich 72 Uhr. * Der Eisenbahnverein Gießen beabsichtigt am Sonntag, den 16. August, mit den Mitgliedern und ihren Familien einen Ausflug nach dem Ludwigsbrunnen, um daselbst ein Waldfest abzuhalten. * Die Anlagenmusik findet morgen vormittag 1/211 Uhr in den Südanlagen mit folgendem Programm statt: 1. Ouverture z. Op. Hans Sachs von Lorzing. 2. Blau Aeugelein, Lied ohne Worte von Krauße. 3. Venues Walzer von Lint. 4. Finale a. d. Op. Rienzi von Wagner. *** Langfinger famen vorgestern nachmittag zur Anzeige, nachdem sie versucht hatten, im Gießener Südbahnhofe aus einem Wagen ein Faß Bier zu entwenden. ** Ferien Heute hat die Schulglocke für die Schü'er des Gießener Gymnasiums und der Reaschule vor läufig zum legten Mal geläutet, die Ferien haben begonnen, bis zum 14. September bleiben die Lehranstalten geschlossen. Die Ferien für unsere Stadtschulen beginnen erst am 14. August und währen vier Wochen. ** Fernsprechverkehr. Vom 1. August ab ist Gießen zum Sprechverkehr mit Berkheim( D. A. Eßlingen). Nellingen( AEßlingen), Obereßlingen, Eklingen und Wildbad zugelassen worden. Gesprächsgebühr 1 Mr. Butzbach, 1. Aug. Auch mit dem Bau des hiesigen Stationsgebäudes zur Buzbach- Licher Eisenbahn wird in den nächsten Tagen begonnen werden. 28. 3 + Trais- Horloff, 1. Aug. Vor einigen Togen fand man an einem Eisenbahnwacgon der für die Grube Friedrich 6 stimmt war, ein N st mit drei Eiern. Eine Rotschwänzchen amilie hatte sich in dem Waggon eingenistet und verfolgte auch während der Fahrt den betr. Zug, den Waggon nicht aus den Augen lassend. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen Aufgeboten. Am 27. Juli Georg Konrad Wilhelm Kaufmann, Rechtsanwalt zu Gießen mit Minna Margarete Marie Schwalb zu Büdingen. Am 30. Juli Jakob Fischer, Fahrkartenausgeber dahier mit Statharine Auguste Mathilde Funk, Schneiderin dahier. Fourier Wilhelm Kaufmann dahier mit Katharine Elisabethe Hutmann, Kleidermacherin dahier. Heinrich Müller, Taglöhner dahier mit Elisabethe Rehbein dahier. 31. Juli Wilh. Glock, Tapezier und Polsterer dahier mit Jakobine Marie Katharine Bickel dahier. Heinrich Trechsler, Hochfeine Seiden sowie einfache Genres von 70 Pfg an in unübertroffener Auswahl zu billigsten Engros Preisen meter- und robenweise an Private porto und zollfrei. Proben franko. Briefporto 20 fg. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie Zürich G. 22. Kgl. Hoflieferanten. ( Schweiz) Patentkummet und Geschirrversandthaus Inh. Louis Völzing, Groß- Felda( Hessen) offeriert seine weltberühmten Summete für Eheschließungen. Am 25. Juli Wilhelm Kinkel, Schreiner dahier Witwe des Kaufmanns und Wirts Ludwig Beger daund Sophie Philippine Katharine Berger, geb. Schmidt, hier. Georg Ludwig Klein, Schlosser dahier und Karoline Vogelhöfer, Schneiderin, Tochter des Zigarrenmachers Wilhelm Vogelhöfer dahi r. Geborene. Am 20. Jult: Dem Kutscher Karl Enders ein Sohn. Am 21. Juli: Dem Schuhmachermeister Franz Neumeyer ein Sohn. Dem Lackierer August Kramer ein Sohn. Am 22 Juli: Dem Oberfellner Philipp Kleiß eine Tochter Paula Margarete. Am 23. Juli: Dem Zahnarzt Robert Schwalm eine Tochter Anna Paula Elisabethe. Dem Hilfswagenmeister Heinrich Geiß ein Sohn Karl Heinrich. Dem Bildhauer Martin Schmall ein Sohn Hellmuth Heinrich. Am 24. Juli: Dem Universitätsdiener Johannes Schädel ein Sohn. Dem Restaurateur Robert Luckenwald ein Sohn, Willy Robert Karl. Dem Kaufmann Karl Seibel eine Tochter Alma Elise Henriette. Am 25 Juli: Tem Hilfsbahnwärter Heinrich Frizius ein Sohn Willy. Am 26. Juli: Dem Bauunternehmer Martin Abermann eine Tochter, Martha Charlotte Baula. Am 27. Juli: Dem Schreinermeister Georg Haubach ein Sohn. Am 28. Juli: Dem Viehhändler Joseph Löwenberg ein Sohn, Martin. Am 30. Juli: Dem Schlosser Karl Reiber ein Sohn, Wilhelm. Gestorbene. Am 25. Juli: Rosalie Rosenblatt, gebor. Niedermayer, 62 Jahre alt, Rentn rin dahier. Am 28. Juli: Anna Margarete Katharine Weber, 5 Monate alt, Tochter des Dach, deckers Heinrich Weber dahier. Genst Hertrich, 2 Jahre alt, Sohn des Schreiners Emil Hertrich dahier. Am 30. Juli: Dietrich Gerch, 76 Jahre alt, ohne Gewerbe dahier. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. With. Keller), Gießen. ver Königl. Preuss. 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Mt. 8.00-9.00, Kirschen per Pfund 30-40 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfa. Antrügliche wunderbare Erfolge. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, t. und t. Hoflieferan in Neunkirchen, Niederöstereich. London. Seit Jahren gebrauchte ich Ihren Wilhelm's an ti arthritischen antirheumatischen Blutreinigungs- Thee, der allein mich noch von meinem heftigen Rheumatismus befreien konnte Hochachtungsvoll C. F. Dorn. London 46 Museum Street, nächst British Museum. Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, f. und t. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich. Oroszmező. Ich kann es nicht unterlassen, meinen höflichsten Dank an Euer Hochwohlgeboren zu erstatten für den mir zugesandten Wilhelm's antiarthritischen antirheumatischen Blutreinigungsthee, da ich durch volle zwei Jahre an den Füßen mit rheumatischen Leiden behaftet war und durch Ihren Blutreinigungs- Thee davon befreit wurde, was ich bis nun und auch fernernerhin dem Publikum bekannt gemacht habe. Ihr Ergebener Heinrich Ruheftörer, Steuersammler. 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Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Jabel Wieseck W. Weißel Langgöns u. L. Steinmüller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wieseck Eröffnungs- Anzeige. Meinen geehrten Freunden und Gönnern die ergebene Anzeige, daß ich in meinem neu erbauten Hause ein Spezial- Cigarren- Geschäft verbunden mit Schreibmaterialien eröffnet habe. Richard Buchacker. Indem ich bitte mein neues Unternehmen gütigst unterstüßen zu wollen, zeichne Lollar. Hochachtungsvoll Franz Weiss. Achtung! NächsterTageZieh.! Achtung! am 11. August 1903 der Deutsch- Kolonialen Jagd- Lotterie 2328 Gew. zus. M. 40 000 Hauptgewinn bar M. 10 000 1 Gewinn bar 3 Gewinne bar à 1000 4 Gewinne bar à 500 20 Gew. bar à 200 Gew.bar à 1600 Mk. 10 000 وو 3000 2.000 " 100 22 10= ,, 97 bar zus.: 2000 2000 6000 5 000 " 1000 i. W. " ,, 1 Gewinne Mk. 5000 i. W. 2 Gewinne " 497 Gewinne i. W. zus.: وو 2000 8000 1 Los 1Mk., 11 Lose 10 Mk.; Porto und Liste 25, Pfg. empfiehlt: J. Stürmer, General- Debit. Strassburg i. Els. W. Semmler Ph. Weiler. 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Großer Jugplatz, Karussell, Schießbuden ze. 6 Vereins- Wirte werden für ein gutes Glas Bier, sowie für gute Speisen Sorge tragen. Omnibusverkehr von und nach dem Festplatz. Eintrittspreis pro Person 25 Pfg. Bier 10 Liter 10 Pfg. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Der Festausschuss. NB. Rinder ohne Begleitung Erwachsener können nicht zur Feier zugelassen werden. . Noll, Mäusburg, Scharmann, Lindenplak, Aubel, Seltersweg, Friesleben, Bahnhofstraße, Sonntag, Neuenbäue. Nach Wieseck. Für Ausflüge bringe hiermit meine Restauration mit Gartenwirtschaft nebst Kegelbahn in empfehlende Erinnerung. Schattiger Qarten. Gute Speisen. Karl Krailing III., Wirt. Nächste Ziebung am 15. Aug. cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. 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