Nr. 151. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., ta's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bestenben, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachwitags. Mittwoch den 1. Juli 1903 Gießener 12 Jahrgang Insertion pret 0 Die einfaltige Betitgeile für Stehen wie gang Oberheffen, die Kreise Wetlar und Marburg 10 fa. fonft 15 Bfg.: Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Big. Boftzeitungsliste No. 3200. Redaktion und Expedition: Gießen Regenweg 28. Fernsprechanfchlaf Re, 368. B 1486/10 fol. max.- 12, 151-306° Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ESSichener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Auf ein Quartal des Kampfes wird jeßt, das hoffen wir, ein Vierteljahr des Friedens, der Ruhe in unserem deutschen Volk folgen. Die Zeitungsspalten werden frei für friedlichere Nachrichten, für Themata allgemeinen Inhalts, für belehrenden und unterhaltenden Stoff. Die„ Gießener Neueste Nachrichten" werden dieser Aufgabe der nächsten Zeit in vollem Maße Rechnung tragen! Nach der Wahl interessiert sich jeder Deutsche für die weitere Gestaltung der politischen Verhältnisse, vor allem dafür, in welche Bahnen unsere Politik durch die neue Zusammensetzung der Reichstagssige gelenkt wird. Wer verfolgt jeht nicht mit umsogrößerer Spannung die Stellungnahme und Arbeiten unserer Reichsregierung; wird es doch nicht ausbleiben, daß Regierung und Parlament in sehr vielen Bunften i Bt diplomatischer verfah en wird und muß, soll das erreicht werden, was der alte Reichstag nicht mehr verabschieden konnte. Besonders wir in Oberbessen und den benachbarten Kreisen haben alle Ursache nicht ge= dankenlos das deutsche politische Leben an uns vorüberziehen zu lassen; hier Landwirtschaft, bier Handwerker- und Arbeiterstand, dort Industrie, Handel, Kunst und Wissenschaft, alles Erwerbszweige, über dessen weiteres Gedeihen unsere neuen Volksvertreter mit zu entscheiden haben. Wer darum Anteil an all den politischen und wirtschaftlichen Tagesfragen nehmen will, wer aber vor allen Dingen unparteiische und unabhängige, nur von einem objektiven Standpunkte aus gegebene Berichte darüber lesen will, der halte sich die frei von jeder Anmaßung erscheinenden Gießener Neuesten Nachrichten dte infolge ihrer vorzüglichen Mitarbeiter und ihrer zahl= reichen Korrespondenten das Wissenswerteste und Interessanteste zuverlässig und schnell in nicht aufgepauschtem sensationellem Stile zu bringen vermögen. Sie werden aber auch die Aufgabe haben, der stetig wachsenden Anzahl ihrer Abonnenten gegenüber die Pflicht zu erfüllen, immer mehr ein gutes Nachrichtenblatt zu werden. Wir werden darum großen Nachdruck legen auf den Ausbau unseres lokalen und provinziellen Teils. Im nächsten Quartal beginnen wir mit der Veröffentlichung eines Romans von A. v. Suttner: „ Battono" in der Unterhaltungsbeilage. unserer Leser finden wird. Der ebenfalls den Beifall Helft nun, ihr bisherigen Freunde unseres Blattes, daß auch die Abonnentenzahl immer höher steigt, daß sich der ständige Leserkreis derer erweitert, die bisher nur zur Probe unser Blatt gelesen haben. Der Abonnementspreis ist so niedrig bemessen, monatlich 50 Pfennig infl. 10 Pfennig Bringerlohn, daß es keinem zu schwer fällt, diese fleine Ausgabe aufzubringen. Niemand rersäume die rechtzeitige Erneuerung des Abonnements vor dem 1. Juli, damit die Zustellung feine Unterbrechung erleidet. Nan denn vorwä ts in das neue Quartal hinein, aus der Zeit des Kampfes in Tage größeren Friedens. Glück auf, Ihr alten treuen Abonnenten und ein herzliches Willkommen den neuen Lesern des ,, Gießener Neueste Nachrichten". Redaktion und Expedition der ,, Gießene Neueste Nachrichten". Die Politik. Ministerwechsel in Deutschland! -( Es scheint nun doch, als sei der für den Herbst bereits angekündigte Rücktritt des bayerischen Finanzministers Frhr. v. Riedel doch näher. Frhr. v. Riedel hat einen längeren Urlaub angetreten, von dem er voraussichtlich nicht wieder in sein Amt zurückkehren wird. Als sein Nachfolger wird nach wie vor der Ministerialrat Hermann Ritter v. Pfaff genannt. Auch in Eachsen steht ein Ministerwechsel bevor: Es ist offenes Geheimnis, daß der sächsische Ministerpräsident v. Metzsch angesichts des Ausfalls der Reichstagswahlen binnen kurzem zurücktreten wird. Das Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen bei der Wahl wird allgemein auf die von Herrn v. Mezsch herstammende Aenderung des sächsischen Landtagswahlrechts zurückgeführt, die im ganzen Lande mehr als unbeliebt ist. Der König ist entschlossen, das Landtagswahlrecht zu reformieren, und Herr v. Meßsch sieht sich deshalb genötigt, seinen Abschied zu nehmen. Ein frzialdemokratischer Reichstagspräsident? Es wird immer wahrscheinlicher, daß die Sozialdemokratie darauf bestehen wird, daß ein Mitglied des Reichstagspräsidiums, und zwar der erste Bizepräsident, aus den Reihen ihrer Mitglieder gewählt wird. Voraussichtlich wird sie jedoch nicht Herrn Singer, sondern Herrn Wolfgang Heine, oder, was noch wahrscheinlicher ist, Herrn von Vollmar als ihren Präsidentschaftskandidaten den übrigen Barteien präsentieren. Die Verpflichtung des Präsidiumis, bei Hoffesten im Schlosse einer kaiserlichen Einladung zu folgen, schreckt die Sozialdemokratie nicht mehr. Sie hält es für parteipolitisch vorteilhaft, im Reichstagspräsidium vertreten zu sein, also wirft sie alle aus ihren Parteigrundsätzen sich ergebenden Bedenken gegen eine Beteiligung an hösischen Veranstaltungen über Bord. Die Frage ist nur, ob die anderen Parteien bereit sein werden, den ihnen von sozialdemokratischer Seite präsentierten Kandidaten für den Posten des stellvertretenden Präsidenten zu wählen. Das scheint sehr fraglich. Und wenn die bürgerlichen Parteien nicht wollen, wird es den Sozialdemokraten nicht gelingen, einen der Ihren auf den Präsidentenstuhl des Reichstags zu bringen. Weitere Wahlkrawalle verden aus dem Wahlkreise Straßburg Land gemeldet. In dem Wahlkreise ist die Klerikale elfäffiche Landespartei" bei der Stichwahl unterlegen. Infolgedessen kam es zu Ausschreitungen katholischer Wähler gegen Protestanten und Juden. Zweihundert jüngere Wähler durchzogen johlend und drohend die Stadt. Revolverschüsse und Steinwürfe wurden gewechselt und jüdische Geschäftshäuser bombardiert. Als einige Ruhestörer verhaftet wurben, machte die Menge den Versuch, sie zu befreien. Dabei wurden die Fenster des Bachhauses zertrümmert. Von Etraßburg aus wurde militärische Hilfe angeboten. Die Protestanten und Juden werden geschäftlich boykottiert. Eine Galgenfrist für das Sabinet Combes. ( 2::) Der unerwartete Vorstoß Waldeck- Rousseaus( egen das Kabinet Combes scheint diesmal noch ergebnislos verlaufen zu sollen. Die Absicht der Gegner des Kabinets, auf Grund der Kriegserklärung Waldecks an das Ministerium in dieser Woche eine Kammerdebatte herbeizuführen, deren Ergebnis der Sturz des Kabinets sein sollte, ist aus bisher unbekannten Gründen aufgegeben, und da die Kammern schon am Sonnabend in die Ferien gehen, dürft: das Kabinet sein Dasein noch bis zum Herbst fristen, wo das Parlament wieder zusammentritt. Neues von der französischen Disziplin. Nach einer Meldung aus Paris hat Oberst Lajus, der Kommandeur des 136. Infanterie- Regiments in Saint Lô, der vom Kommandierenden General des 10. Armeekorps General Passerien fürzlich mit 14 Tagen Arrest bestraft worden ist, den Kriegsminister ersucht, über die Angelegenheit eine Untersuchung anzuordnen. Der Oberst behauptet, der Unteroffizier, den er zu Unrecht bestraft haben soll, sei nicht wegen Duldung antiflerifaler Rundgebungen bestraft worden, sondern, weil er nicht eingeschritten sei, als die Soldaten nachts nach dem Zapfenstreich singend und lärmend durch die Straßen zogen. Die Sache wird für General Basserieu immer bedenklicher. Der Reformator Peter. * Wenn man den Versicherungen König Peters trauen darf, ist für Serbien eine neue Aera angebrochen. Am Diens tag wurde in Belgrad die Skupschtina vertagt. Bei dieser Gelegenheit führte der Ministerpräsident aus, die Regierung berbürge sich dafür, daß die nächsten Wahlen für die Sfupsch tina vollkommen frei durchgeführt werden und das Wahlergebnis die wahre Volksmeinung zum Ausdruck bringe. Voraussichtlich wird der Ausfall der im September stattfindenden Stupschtinawahlen eine mächtige Erstarkung der Extremradikalen herbeiführen. Die Sozialdemokraten, die zwar nicht besonders zahlreich, aber nicht ohne Bedeutung sind, beschlossen, die Extremradikalen zu unterstüßen. Der König äußerte, daß er auf die Wahlen absolut keinen Einfluß üben wolle: er werde die neue Regierung dem Wahlergebnisse entsprecheno buden Tassen. Uebrigens barrten seiner bezüglich der Ordnung der inneren Zustände so große Aufgaben, daß er es für nötig erachte, sich der Entwicklung der inneren Politik gegenüber neutral zu verhalten. Wielange wird der König diesem Entschluß wohl treu bleiben? Die Vertagung der Mandschureifrage? Nach einer Meldung aus Washington sind dort Anzeichen vorhanden, daß man die mandschurische Frage vorläufig auf sich beruhen lassen wird, soweit die Vereinigten Staaten an der Sache beteiligt sind. Staatssekretär Hay hat einen 14tägigen Urlaub angetreten. Auch der russische Botschafter Graf C. si i beabsichtigt en R ise nach Europa. Dies wird dahin gedeutet, daß Rußland bereit sei, seine Bolitik in der Mandschurei- Frage so zu gestalten, daß sie für die Vereinigten Staaten annehmbarer wird. Hay und Cassini hatten in der vergangenen Woche eine Besprechung. Ob diese Besprechung nicht vielmehr dem Konflikt gegolten hat, der zwischen Rußland und Amerika wegen Präsident Roosevelts Berhalten in der Kischinew- Affäre ausgebrochen ist? Rußland hat sich bekanntlich jede Einmischung Amerikas in Jetne inneren Angelegenheiten verbeten, troßdem bestand Roosevelt darauf, der russischen Regierung Vorhaltungen zu machen. Cassinis Abreise dürfte eher auf diesen Konflikt als auf irgendwelche Vorgänge in Sachen der Mandschurei zurückzuführen sein. Die Bosener Akademie. Ein neues Bollwerk des Deutschtums im Osten geht jeiner Vollendung entgegen: In einer dieser Tage in Bosen abgehaltenen Besprechung zwischen Vertretern der Regierung and Posener Herren wurde die endgiltige Entscheidung über die geplante Bosener Akademie getroffen. Die Akademie soll demnach folgendes bieten: Uebungskurse für fachliche Fortbildung, Vorlesung für fachliche Fortbildung, allgemeinbildende Vorlesungen, Volkshochschulkurse, und zwar auf den Gebieten der Philosophie, der deutschen Literatur, der französischen und englischen Philologie, der Geschichte, der Geographie, der Nationalökonomie, der Naturwissenschaften und der Kunst. Die Atademie erhält einen Rektor, zwei etatsmäßige Professoren und eine Reihe von Lehrfräften, für die geeignete Persönlichkeiten der Poſener wiſſenschaftliche Institute im Nebenamte herangezogen werden sollen. Voraussichtlich werden auch noch medizinische und juristische Vorlesungen abgehalten werden. Der Rektor ist bereits berufen: Professor Dr. Eugen Kühnemann, der bisher außerordentlicher Professor an der Universität Marburg war und vor kurzer Zeit nach Bonn versetzt wurde. Die Akademie soll am ersten Oktober dieses Jahres eröffnet werden. Möge von ihr ein reicher Strom deutscher Geisteskultur sich über die Ostmarken ergießen! Kurze polisija: Nachrichten. * Die Aussperrung der Bauarbeiter in Köln erstreckt sich jetzt auf sämtliche Arbeiter. Die Ausgesperrten verhalten sich ruhig, die gesamte Bautätigkeit liegt brach. * Präsident der Ansiedelungskommission wird nun trog der früheren Dementis dieser Nachricht doch der Landrat Blomeyer in Meseriz. An seiner Ernennung ist nicht mehr zu zweifeln. Landrat Bloi: eyer hat einen mehrwöchigen Urlaub angetreten, von dem er in sein bisheriges Amt nicht mehr zurückkehren wird. * Dänemark bestellte bei den Kruppwerken in Essen 128 Rohrrücklauffeldgeschüße mit allem Zubehör. Bestellungen gleicher Geschütze von Rumänien und der Schweiz werden erwartet. * Die österreichischen Minister Rezek und v. Welferheimb haben ihren Abschied eingereicht. * Die Staatsbank in Kischinch erhielt aus Petersburg die Weisung, die im April und Mai erfolgten Wechselproteste zu annullieren und die Wechsel der betreffenden dortigen Firmen zu diskontieren. * Das Kopländische Parlament hat die Vorzugsbehandlung Englands in handelspolitiser Beziehung nur mit Stimmengt. ichheit, auf Grund des Cotu.ns des Vorſizenden, gebilligt. Krebsfchäden der Preffe. CB. Die letzte Verhandlung gegen die verhafteten Direkoren der Pommernbank hat eine sensationelle Wendung Durch die Feststellung erhalten, daß die Angeklagten dem Verein Berliner Presse ein unverzinsliches Darlehen" in Höhe von 25,000 Mark gewährt und außerdem gratis und franko" in ihrem Klubhause einen Fahrstuhl im Werte jon 10,000 Mart gestiftet haben. Ferner hat der HerausJeber der inzwischen sanft entschlummerten Berl. Montagsjeitung, Dr. Wittenberg, jährlich Mart 12,000 empfangen. Wofür? Nach den Andeutungen des Gerichtsvorsißenden scheint damit die Prostriptionsliste noch nicht erschöpft zu sein. Andererseits werden aber auch die anzüglichen Bemerkungen über den Zweck des gegen den Berl. Presselub beobachteten Mäcenatentums von dessen Vorsitzenden, der kein geringerer ist als Ludwig Fulda, mit Entschiedenheit zurückgewiesen. Der Angeklagte Romeit hatte be= hauptet, daß das fragliche Darlehen nicht ,, um der schönen Augen der Herren Vereinsmitglieder" gegeben sei, sondern -1500 Matrosen und Feuerleute der Hamburg- Amerikalinie und des Norddeutschen Lloyd versammelten sich in Hoboken zu einer großen Parade und zogen darauf zum Flower- Hill- Kirchhof, wo sie die Gräber der bei dem großen Brande des ,, Piers" des Norddeutschen Lloyd am 30. Juni 1900 umgekommenen Opfer mit Blumen schmückten. In Osnabrück ging ein schweres Gewitter nieder, bei dem hühnereigroße Hagelschlossen schweren Schaden in Gärten und Feldern anrichteten. Infolge der großen Hiße sind in Paris an einem Tage 15 Personen an Hißschlag gestorben. In Clermont Ferrand erlitt Oberstleutnant Vidal einen Sonnenstich, während er an der Epiße seines Regiments vor dem Generalinspekteur manövrierte. -Graf de la Vaux, der sich gegenwärtig in Montpellier befindet, wo er die Arbeiten seines Luftschiffes überwacht, wird demnächst einen neuen Versuch unternehmen, das Mittelmeer zu überfliegen. -In Wiborg( Finland) wurde der schwedische Feldjägerleutnant Lindgren wegen Betrügereien im Umfange von einer halben Million Mark festgenommen; als Mitschuldiger ist der Direktor einer dortigen Aktiengesellschaft Hardesvogt verhaftet worden. - Ein in Florenz wohnhafter reicher Deutscher, Karl Nicolai, wurde bei seiner Heimkehr von Fiesole von zwei Unbekannter überfallen und durch Messerstiche in den Unterleib schwer verwundet. zu gunsten der Immobilienbank wirken sollte. Jedenfalls sind nun, das leuchtet jedem ein, die an einen Verein und die an eine Einzelperson gewährten Spenden genau voneinander zu trennen, wiewohl der freigebige Geschenkgeber vielleicht in beiden Fällen die gleichen Beweggründe gehabt haben kann. Einem Verein gegenüber kann sich ein bemittelter Mann sehr leicht das Ansehen eines objektiven Verehrers und Gönners geben. Auch ist es eine sehr problematische Sache, einen ganzen Verein für die privaten Zwecke gewinnen zu wollen; das Ansehen des Berl. Presseklubs läßt es jedenfalls als völlig ausgeschlos= sen erscheinen, daß die maßgebenden Kreise dieser Organisation auch nur entfernt an die offenbar verfolgten Zwecke gedacht haben. Anders aber liegt die Sache bei den persönlichen Kostgängereien, bei denen es sich um einen Austausch von Dienstleistungen handelt, und wir nicht nur Journalisten, sondern auch einen ehemaligen Beamten finden. Diesen Teil der Feststellungen würzte der Vorjizende mit der Frage: ,, Wann sind Sie Kommerzienrai geworden, Herr Schulz," womit zweifellos angedeutet werben sollte, daß das zinslos gewährte ,, Darlehen" das Honorar für eine in dieser Richtung liegende Gefälligkeit sei Angesichts solcher Ermittelungen muß man mit Entschie denheit die Forderung nach rückhaltsloser Klarstellung der Fälle stellen. Herrscht ein Panama oder nicht? Wir müssen in dieser Frage klar sehen, nachdem sich bereits in verschiedenen Großstädten wie Berlin und Dresden Schä den gezeigt haben. Es ist ja allerdings sehr schwer, in den großen Pläßen das journalistische Personal so zu sie ben, wie es bei mittleren und kleineren Pläzen geht. Dort spielt sich das Leben des einzelnen vor der vollen Deffentlichkeit ab und es kann nicht so leicht praktiziert werden, daß die Rechte nicht weiß, was die Linke nimmt. Um nicht ungerecht zu sein, muß auch das nicht außer acht gelassen werden, daß in Großstädten die Versuchung zu solchen gegenseitigen Liebesdiensten größer ist als anderwärts. Aber einerlei! Wenn sich überhaupt eine Korruption zeigt, ist vor allen Dingen eine genaue Untersuchung der Fälle und eventuelle Entlassung aus dem Preßdienst eine unbedingte Notwendigkeit! Da sich die ganze Angelegenheit vor der vollen Oeffentlichkeit abspielt, sind die Inhaber von Zeitungen sogar in der Lage, solche unsauberen Elemente, die nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Publikum und Presse vernichten, sondern auch burch ihre falschen Darstellungen einen unberechenbaren Echaden an dem Vermögen derer, die ihnen geglaubt haben, anrichten können, dauernd aus der Presse auszumerzen, indem sie eine schwarze Liste anlegen, in die die in solcher Weise kompromittierten Personen eingetragen werden; eine solche Liste tut bei Etellenbewerbungen schon im Hausgebrauch ihre Dienste. Vorläufig aber ist eine Karstellung der Sachlage hinsichtlich der Personenfrage ein unbedingtes Erfordernis der öffentlichen Moral. Namen heraus! Vermischtes. Von der Kieler Woche. ( Eigener Bericht.) Riel, 25. Juni 1903. - Beleidig Vor de richts stand getlagt weger birektors Se ung wird in fich gegen di teilte tabeln Spricht einer bon dem zimmer entfe bei dem er dem Briefe falfch, die to haften junge pfindlichen Die Aussichten für die„ Kieler Woche" waren diesmal schlecht. Schon seit 14 Tagen taltes, trübes Wetter; wagte sich einmal ein Sonnenstrahl hervor, gleich wurde er von böswilligen Regenwolfen wieder zugedeckt, furz, kein Wetter, um sich auf dem Wasser aufzuhalten. Da mit einem Male gestern das schönste Kaiserwetter, es ist auch nötig, denn jetzt beginnt, nicht offiziell aber doch dem Gebrauche gemäß, die Kieler Woche mit dem Eintreffen des Kaisers auf seiner Yacht„ Hohenzollern". Der deutsche Kriegshafen Kiel hat unterdessen ein recht internationales Gepräge erhalten. Amerikanische, belgische, dänische u. s. w. Flaggen wehen luftig im Winde, ein Zeichen für die Beliebtheit der Veranstaltungen der Kieler Woche und auch ein Zeichen für den Frieden, dessen sich Deutschland dank der Politit seines Raisers seit Jahrzehnten erfreut. Den Mittelpunkt der zu ben Festlichkeiten erschienenen Gäste bilden natürlich die Amerikaner. Nicht nur die vier amerikanischen Kriegsschiffe, sondern ganz besonders auch die prächtige Yacht, auf der Mrs. Cornelius Vanderbilt die Reise von seiner Heimat hierher zurückgelegt hat, na, die Vanderbilts fönnen sich den Lurus ja leiften. Dazu die große Anzahl fremder und einheimischer Yachten, von dem eigenen Salonfahrzeug bis zum gecharterten Dampfer was soll ich sie alle aufzählen sie alle geben dem Kieler Hafen ein buntes Gepräge, in dem die deutschen Kriegsschiffstolossen den ruhenden Bol darstellen. Munter schießen die Barkassen und Pinnassen durch die Fluten, Gäste von Bord bringend oder abholend, dazwischen die mächtigen Segeln der Rennyachten, die sich zu dem Glanzpunkte der Kieler Woche den Segelbootwetts fämpfen präparieren, dann wieder eine Abwechslung im Bilde durch ein langsam dahinschwimmendes Torpedoboot, es ist ein Leben, von dessen eigenartigen Reiz man sich nur ein Bild machen fann, wenn man es selbst gesehen. Und solches Treiben entsteht erst, wenn man gegen 5 und 6 Ubr die Taufende von deutschen und amerikanischen Matrosen in ihren großen Booten ans Land gebracht werden und nun ganz Kiel sozusagen überschwemmen. Die Amerikaner erregen natürlich schon an und für sich das größte Interesse, umsomehr, als sie garnicht das sind, was wir uns unter Matrosen vorstellen. Zwar eine Matrosenuniform haben sie an, sonst sind sie aber nach unseren Begriffen so unmilitärisch wie möglich. Die Knie hoch auf das gegenüberliegende Bolster einer Chaise gezogen, die Müße auf dem Hinterkopf auf einem Haarwuchs, der einen Künstlerjüngling Ehre machen würde, fahren sie durch die Straßen, neugierig begafft und wohl auch spöttisch belächelt. Man hat das Gefühl, Angst erregen diese Burschen bei uns nicht, und wenn das Großmaul Dewey noch so oft mit der nahenden Rache droht. Abends gegen 9 Uhr sind sie dann olle in dem Zustande, den man nicht mehr als übergroße Nüchternheit bezeichnen kann, dann kommen meist die Verbrüderungsszenen mit den deutschen Matrosen, wobei man, namentlich bei der Konversation, dem Bersuche sich gegeneinander verständlich zu machen, die wunderbarsten Dinge erleben kann. Unter den amerikanischen Gästen selbst sind dann natürlich die Neger und Chinesen es, die von ihren amerikanischen Kameraden ängstlich gemieden, besondere Aufmerksamkeit erregen, *[ Kaiser Wilhelm I. und General Zurlinden.] In einer Pariser Zeitschrift veröffentlicht der bekannte französische General Burlinden Erinnerungen an ein deutsches Kaisermanöver im Jahre 1884 zwischen Köln und Düsseldorf, dem er als Mitglied der französischen Mission beizuwohnen Gelegenheit hatte. Er spricht mit großer Verehrung von dem damals 87jährigen greisen Herrscher, der einen großen Teil des Manövers zu Pferde mitmachte. Bei der Kritik ritt der Kaiser mit zahlreichem Gefolge, das einem Meere von Helmen glich, auf die fremdländischen Missionen zu, die sich zum Abschied versammelt hatten, und sagte ihnen mit einem gutmütigen und feinen Lächeln in französischer Sprache:„ Ich hoffe, daß die Herren sich überzeugt haben und davon werden berichten können, daß in meiner Armee alles in Ordnung ist." Interessant ist auch die unbedingte Anerkennung, die Zurlinden in seinem Aufsatz dem überlegenen Feldherrngenie Moltkes angedeihen läßt. Der Staatsanwalt hat inzwischen an die Angeklagten Romeil und Schulz die Aufforderung gerichtet, sich über folgende geheimen Ausgaben zu äußern: An Redakteur G. 1000 Mart, Quartalssumme für Dr. W. 3000 Mart, Dr. D. 2000 mt., Prof. M. 2000 Mt., Dr. Desterreich 4000 Mark u s. w. Die Angeklagten lehnten es ab, die Namen der betreffenden Journalisten zu nennen. Desterreich sei ein fingierter Name. Alle jene Leute seien nicht bestochen, sondern für Arbeiten bezahlt. Aus dem Gerichtssaal. [ Eine Erinnerung an Deutschlands Unglücksjahr] wird durch das 700jährige Jubiläum der österreichischen Stadt Braunau am Inn wachgerufen, das in diesen Tagen im Beisein des Kaisers Franz Josef begangen wird. Am 26. August 1806 wurde in Braunau der Nürnberger Buchhändler Johann Philipp Palm hingerichtet, der mannhaft Jegen die Tyrannei des korsischen Eroberers auftrat. Palms franzosenfeindliche Schrift Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung" erregte den Grimm Napoleons, der seinen Gegner furzweg nach einem Scheingericht füsilieren ließ. § Ein gefährlicher Zahnarzt. Wegen schwerer Körperberlegung wurde in Nürnberg der Zahntechniker Gottschall zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte einem 15 jährigen Mädchen, dem er einen Zahn ausfüllen sollte, diesen sowie zwei gesunde Vorderzähne ausgerissen und ztvei weitere gesunde Zähne abgezwickt, damit das Mädchen gezwungen sei, sich von ihm ein vollständiges Gebiß anfertigen zu lassen! Das Mädchen ist im Gesicht dauernd entſtellt. Die Strafe erscheint im Verhältnis zu der unglaublichen Rohheit des Angeklagten äußerst mild, wahr. Scheinlich ließ aber der einschlägige Gesezesparagraph keine höhere zu. [ Vieh- Einfänger.] Einen eigenartigen Beruf üben auf dem Berliner Zentral- Viehhof eine Anzahl Leute aus, nämlich den eines Vieh- Einfängers". Das Geschäft will verstanden sein, denn es ist nicht so einfach, wildgewordene Bullen, die sich losgerissen, wieder dem Stalle zuzuführen. Eine Gastrolle mußten nun dieser Tage zwei solcher Ein. fänger im Posenschen geben. Ein Berliner Großhändler hatte auf dem Gute Mischke bei Obornit 20 feiste Stiere eingekauft. Beim Verladen gelang es zwei der Tiere, sich, loszureißen und das Weite zu suchen. Zwei geübte_Ginfänger des Zentral- Vichhofes wurden daraufhin telegra. phisch ersucht, zum Einfangen der vierbeinigen Deserteure jefort an Ort und Stelle zu erscheinen. Aber auch ihre Kunst batte keinen Erfolg, vielmehr mußten, nachdem ein Stier den einen Einfänger nicht unerheblich verletzt hatte, die beiden Flüchtlinge erschossen werden. Durch das Umherlaufen der Tiere im Getreide und über Gemüsefelder war ein Schaden von etwa 1000 Marf entstanden, für den jetzt der Großhändler ersatzpflichtig gemacht wird. § Die Rechte eines Mutterherzens nahm in einer Straf jache wegen Beleidigung eines Lehrers und Hausfriedens. bruchs die Berliner Straffammer in Schutz, indem sie die Angeklagte, Frau Groß aus Friedrichsfelde, freisprach. Sie hatte zu dem Lehrer Bender gesagt:„ Unglücklich ist der Mensch, der seine Kinder Ihren Händen anvertrauen muß!" und sollte auf dessen Aufforderung hin nicht sofort das Schullokal verlassen haben. Nach Ansicht der Richter war die Angeklagte zu jenem Aufschrei eines geängstigten Mutterberzens" berechtigt. Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte ber Lehrer die ältere Tochter der Frau Groß dermaßen gezüchtigt, daß sie ein halbes Jahr am Veitstanz litt, und auch bie jüngere Tochter war jetzt von dem Lehre wiederholi schwer förperlich abgestraft worden und hatte ungebührlich oft und lange nachsitzen müssen. Kleine Gerichts- Chrouit. Ein großes Pariser Verlagshaus hat den Polizeipräfekten von Paris, Herrn Lépine, auf 10 000 Francs Echadenersaz verklagt, weil r durch Poliziste Anschlagzettel zerreißen ließ, auf welhen der Präsident Krüger neben der Königin von Holland dargestellt war. Nab und Fern. ± Zn der Affäre Bonmartini in Bologna verlautet ferner, es lägen dringende Verdachtsgründe vor, daß die Familie der Frau des ermordeten Grafen Boumartini diesen schon früher durch Gift aus dem Wege räumen wollte. In verschiedenen Apotheken hat man bereits Nachforschungen nach verdächtigen Rezepten gehalten. Auf Giftmordsbersuche soll sich auch die Verhaftung des Dr. Secchi, des Geliebten, und die eiligen Vernehmungen des Vaters der Gräfin, des Professors Murri, beziehen. Man hält die Verhaftung des letzteren für nahe bevorstehend. V Die Grundsteinlegung zum neuen Rathaus in Hannover wurde im Beisein des Grafen Waldersee und dei Bertreter der königlichen, städtischen und Provinzialbehörden in feierlicher Weise vollzogen. Der Bau, dessen Koster auf 11 Millionen Mark veranschlagt sind, wird in fün Jahren vollendet sein. In de angegeben, b nicht unpart andererseits belt, weil er Aranzfpende Es fan deren Verla rat Netto in feine Ueberz Grunde fe indeffen beft Alein nicht führen fei un Der S Mt. Geldstr in gutem Gl tief verlegt richt des 8primal b einen Men fühl am em ihn geftürzt berwiesen. den Verteidi nicht zu be Abfaffung b tereffen geha Dr. Spohr, betonte, daß Dr. Schäde hierauf sei rückzuführen fopbifif he. mütiger lieb fachen, auf formuliert 6 an einem T mehr, aber Männer her feiten. Das so was hat man seit der letzten Anwesenheit eines ameritanischen Geschwaders in Kiel, anläßlich der Einweihung des Kaiser Wilhelm- Kanals doch nicht gesehen. Man fühlt sich erinnert an die Eindrücke, die man an bewegten Tagen am Hamburger Hafen erthält. Alles das ist dazu angetan am Kieler Hafen einen Verkehr zu erzeugen, wie er sonst dort nicht zu sehen. Ein imposantes Bild war es, als man gestern gegen abend von der Höhe der Bellevue herab auf den Hafen blickte, das Ufer befät mit einer nach Tausenden zählenden Menschenzahl, die alle den Einzug des Kaisers erwarteten. Gespannt blickt alles nach der Holtenauer Schleuse durch die die„ Hohenzollern" von Cuxhaven kommend nach Passieren des Kaiser Wilhelm- Kanals fahren muß. Da auf einmal, gegen 6 Uhr, Bewegung auf allen Kriegsschiffen, Kommandorufe hallen zum Ufer herüber und donuernd eröffnet das Wachtschiff„ Neptun", das den Schleusen_zunächst liegt, den Kaisersalut, den die anderen Schiffe sofort aufnehmen, bald ist die ganze Szene in dichten Pulverdampf gehüllt und erst nachdem die 33 Schuß, die jedes Schiff zu Ehren des höchsten Kriegsherrn abgab, lange verhallt, verzieht sich der dichte Nebel und ein reizvolles Bild eröffnet sich unseren Augen. Langsam durchfährt die„ Hohenzollern", auf deren Kommandobrücke man, vom Ufer natürlich nur die Umrisse, den Kaiser stehen sieht, die lange Kette der Kriegsschiffe, die Mannschaften der Schiffe auf Deck in Paradeaufstellung, den Kriegsherrn mit donnerndem Hurrah begrüßend, die Besatzung der Schulschiffe in den Raaen paradierend, ein so plastisches Gemälde, das sich dem Auge tief einprägt. Bald ist die" Hohenzollern" an dem für sie bestimmten Blaze angelangt, der Menschenschwarm verläuft fich, um sich dort wieder zusammenzufinden, wo die Brücke ist, die den Verkehr zwischen dem Schlosse des Prinzen Heinrich und dem Hafen vermittelt. Um 7 Uhr kam die Kaiserin mit Sonderzug auf dem hiesigen Bahnhof an, von Frau Brinzessin Heinrich von Preußen und dem Großherzog von Mecklenburg- Schwerin, der furz vorher angekommen, empfangen. Die hohen Herrschaften bestiegen sofort das Verkehrsboot, das dicht am Bahnhof, an dem Blaze lag, wo sonst die Postschiffe, die den Verkehr nach Korsör- Kopenhagen vermitteln, antern, und fuhren sogleich zur Hohenzollern hinaus. Heute abend kam Graf Waldersee hier an, Graf Bülow und die vielen Anderen, wer nennt ihre Namen?, find als Gäste des Kaisers gleichfalls schon erschienen. Uebermorgen findet der Stapellauf des Neubau„ Ersatz Kaiser" statt, und dann füllen die großen Wettfahrten das Programm der folgenden Tage. Ueber dies werde ich das nächstemal berichten. Alexander Burger. Millionen- Erbschleicherei. Einen Eteckbrief hinter der Witwe des Geh. Kommerzienrats v. Zimmermann, Rosa geb. Echolz, hat soeben der Untersuchungsrichter bei dem Königlichen Landgericht Berlin I erlassen. Frau v. 8., welche sich ihrer Verhaftung durch die Flucht entzogen hat, wird der Verleitung und Anstiftung zum Meineide beschuldigt. Gleichzeitig fahndet die genannte Behörde in derselben Angelegenheit auf die flüchtig gewordene Gesellschafterin, unverehelichte Martha Echüler, welche der AnStiftung zum Meineide in zwei Fällen dringend verdächtig ist. Es handelt sich hierbei um eine große ErbschleichereiAffäre, in welche außer den vorerwähnten Personen auch ein bekannter Magnetiseur ,, Professor" Willy Reichel, sowie unschuldigerweise der Landgerichtsrat E. verwickelt sind. Der letztere ist von dem im Jahre 1901 verstorbenen Geh. Kommerzienrat v. Zimmermann zu seinem Testamentsvollstrecker ernannt worden. Landgerichtsrat E. soll gelegentlich der Erbschaftsregulierung die hinterbliebene Witwe und den„ Professor" Reichel, in dessen Behandlung sie sich seit einigen Jahren befand, beschuldigt haben, aus der Nachlaßmasse etwa vier Millionen Mark erschlichen zu haben. Die Beschuldigten denunzierten hierauf den Testamentsvollstrecker wegen verschiedener angeblicher Vergehen. Dies hatte zur Folge, daß gegen E., der als durchaus ehrenhafter und rechtschaffener Mann bekannt ist, ein Antrag auf Entmündigung gestellt wurde, welches Verfahren zur Zeit noch schwebt. Inzwischen hatten Frau v. 3., Reichel und die Schüler das Weite gesucht; die Flüchtigen sollen sich angeblich nach Amerifa gewandt haben. Bemerkt sei noch, daß die jetzt steckbrieflich verfolgte Witwe b. 3., die frühere Wirtschafterin ihres Mannes war, der sie noch im Alter von 65 Jahren zu seiner Frau machte. (") Zwei schwere Feuersbrünste werden gemeldet. In Frankfurt am Main brannte eine Schuhfabrik und meh rere anstoßende Fabrikanwesen nieder. Bei den Löschungs. arbeiten wurden durch eine einstürzende Mauer mehrer Feuerwehrleute verleßt, darunter einer schwer.— In Floh bei Schmalkalden wurden durch eine verheerende Feuersbrunst im ganzen 41 Häuser mit Nebengebäuden einge äschert. Bunte Chronit. Auf dem Schießplaz Hagenau( Elsaß) ist der Typhus und gleichzeitig auch die Pferdeseuche ausgebrochen. Vom Typhus ist namentlich das 8. Jäger- Bataillon betroffen. Ein Mann ist bereits gestorben. Der Blaz wird von den Truppen gesäubert und tüchtig des infiziert. des ersten rechtigter J erklärte das Direttors fi fet Herr Ge * Du Innern mu in Gießen Main bea * In wärter in Martin Sa 1903 an. Ja üblichen fest der Un bollständig Lebrförper Strönungs beer wurd geleitet, S borgetrage Die fich der Neftor der Herr teilte die N mit Preisen für das nä die Univers wärtig bon chor aus de Johova fa Herrn Reft bie wilddig 4 Uhr find Uhr schließ * tag und W find gegen Rolletteurer * Ein Dr. Beder abgeordnete nachts bei ermordet wo handelt fich 25. Juni Beder wur 8mal wagte bon etter, Male denn emäß, feiner Aiel alten. weben Verr den fetnes er zu 6 die diffe, f der Deimat h den ein bis ählen ge, in Pol noffen olend, e fich twetts ng im oboot, nur Und 6 Ubr ſen in d nun er ers tereffe, unter Den fie nilitä egende tertopf Ehre rig be8 Ges wenn Rache in dem rnheit 8fzenen bei der ändlich Unter ich die en Ras rregen, & ameveibung n fühlt Tagen angetan er sonst 18 man rab auf ufenden Kaisers tenauer ommend uß. 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Der Angeklagte bezeichnet in dem Briefe das Verhalten des Direktors als pädagogisch falsch, die körperliche Berührung eines achtzehnjähriger ehren haften jungen Mannes als eine Dreistigkeit, die einen em= pfindlichen Denkzettel verdient hätte. In der Voruntersuchung hatte der Angeklagte auch angegeben, daß ihm mitgeteilt worden set, der Direktor sei nicht unparteiisch, er bevorzuge die Söhne von Professoren, andererseits habe er den Sohn des Dr. Röse schlecht behandelt, weil er letteren im Verdacht gehabt habe, er habe die Kranzspende- Artikel in der Frankfurter Zeitung geschrieben. Es fand eine umfangreiche Beweisaufnahme statt, in deren Verlauf Herr Direktor Schädel mit Herrn Geh. Hofrat Netto in einen Widerspruch gertet, während Dr. Köse feine Ueberzeugung, daß sein Sohn aus dem angegebenen Grunde schlecht behandelt worden sei, bestätigte. Es wurde indessen bestätigt, daß die schlechte Betragensnote des Hans Alein nicht auf eine Einwirkung des Direktors zurückzuführen sei und daß die Lehrerschaft correft verfahren habe. Der Staatsanwalt beantragte wegen beider Briefe 300 Mt. Geldstrafe, der Verteidiger hob hervor, daß sein Client in gutem Glauben gehandelt habe und in seinem Vatergefühl tief verlegt gewesen sei, besonders auch durch den Bericht des Herrn Direktor Schädel an das Ministerium. Zweimal habe Herr Direktor Schädel den jungen Klein, einen Menschen in einem Alter, in dem das Ehrgefühl am empfindlichsten ist, förperlich angefaßt, er sei auf ihn gestürzt und habe ihn ohne Grund des Zimmers berwiesen. Daß Herr Direktor Schädel auch gegen ihn, den Verteidiger, heftig losgefahren set, zeige, daß er sich nicht zu beherrschen verstehe. Der Angeklagte habe bet Abfaffung beider Briefe in Wahrnehmung berechtigter InHerr R.-A. tereffen gehandelt, er beantragt Freisprechung. Dr. Spohr, als Vertreter des Herrn Geh. Schulrats Schädel betonte, daß in den Fällen Netto u. Röse nichts gegen Herrn Dr. Schädel erwiesen sei, der junge Röse sei nervös und hierauf sei seine Annahme, er werde schlecht behandelt, zurückzuführen. Die Ausführungen des Verteidigers seten sophistis he. Richtig sei, daß der junge Klein ein gutmütiger liebenswürdiger Mensch sei und daß man die Tatsachen, auf Grund welcher man seine schlechte Betragensnote formuliert hatte, wohl Lappalien nennen fönnte, Schnitzeln an einem Tisch, Werfen mit Pfeffermünzkügelchen und dergl. mehr, aber für das Gymnasium, das sittiich reife, ernste Männer heranbilden sollte, seten diese Dinge teine kleinig feiten. Das Urteil lautete unter Freisprechung bezüglich des ersten Briefes wegen der Annahme einer Wahrung be= rechtigter Interessen auf 150 Mt. Geldstrafe. Das Gericht erklärte das Verhalten der Lehrerschaft einschließlich des Direktors für forreft; auch bei dem Vorfall vom Juli 1902 set Herr Geh. Schulrat Schädel im Recht gewesen. Lokales. Gießen, den 1. Juli 1903. * Durch Entschließen Großb. Ministeriums des Innern wurde der Großh Regierungsassessor August Seß in Gießen mit Aushilfeleistung bei dem Großh. Kreisamt Mainz beauftragt. * In den Ruhestand wurde verseßt der Bahnwärter in der Hessisch- Preußischen Eisenbahngemeinschaft Martin Schmelzer zu Heidesheim mit Wirkung vom 1. Juli 1903 an. * Jahresfest der Universität. Seinen üblichen Verlauf nahm heute vormittag das Jahresfest der Universität. Die Aula war schön geschmückt und vollständig von Geladenen, dem akad. Gesangverein, den Lehrkörper und den Chargierten besetzt. Mit dem Krönungsmarsch a. d. Op.„ Der Prophet" von Meyerbeer wurde die Feier von der Regimentskapelle eingeleitet, dem sich das vom akademischen Gesangverein borgetragene Tandum ergo bon Schubert anschloß. Die sich daran anschließende Festrede hielt Se. Mag. der Rektor Prof. Dr. Krüger. Nach der Festrede gab der Herr Professor die Chronik des verflossenen Jahres, teilte die Namen der für die vorigjährigen Preisaufgaben mit Preisen bedachten Studierenden mit, gab die Preisa ifgaben für das nächste Jahr bekannt, gedachte der Geschenkgeber an die Universität und teilte mit, daß die Universität gegenwärtig von 1092 Studenten besucht werde. Der Schlußchor aus dem Oratorium„ Josua" von Händel: Dem Gott Johova alle Dankgesang", schloß sich den Worten des Herrn Reftors an. Mit dem Armee- Marsch Nr. 10 fand die würdige Feier ihren Abschluß. Heute Nachmittag um 4 Uhr findet in Steins Garten Konzert statt und um 8½ Uhr schließt sich dem ein Kommers an. ** Hessische Landeslotterie. Nächsten Samstag und Montag ist die Ziehung der 3. Klasse; die Lose find gegen Vorzeigung der 1. Klasse schnellstens bei den Kollekteuren in Empfang zu nehmen. * Ein Gerücht. G. stern zirkulierte inGießen das Gerücht, Dr. Becker von Sprendlingen, der neugewählte Reichstagsabgeordnete der nationalliberalen Partei in Offenbach sei nachts bei einem Krantenbesuche durch mehrere Dolchstiche ermordet worden, dies bestät gt sich glücklicher Weise nicht. Es handelt sich allem Anschein nach um den Fall, der sich am 25. Juni vor dem Schüßenhof" in Offenbach zutrug. Dr. Becker wurde damals mit einem Stock über den Kopf geschlagen; das ganze Gerücht dürfte auf die Rohheit vom 25. zurückzuführen sein. Der Wahlausschuß sezt eine Belohnung bon 100 Mt. aus für die Ermittelung desjenigen, der damals Dr. Becker den Schlag auf den Kopf versette. * Die Studentenverbindung, Winfrida" in Göttingen hat ein Grundstück erworben um ein eigenes Heim zu erbauen. * Militär- Konzert. Der Freundschaft Worte haben oft gelogen, es täuscht die Liebe durch Beredsamfeit, Musik allein hat nie ein Herz betrogen, doch viele tausend Herzen hoch erfreut!"- Und tausenden freudbedürftiger Herzen wäre der Genuß zu gönnen gewesen, den leider nur einer sehr geringen Besucherzahl gestern in Steins Garten das Trompeter- Korps des 1. Oberels. Feldartillerie- Reg. Nr. 15 unter Mitwirkung des Kammervirtuosen Herrn L. Kümmel vom Großh. Hoftheater in Darmstadt bereitet hat. Das waren für die Gäste nicht nur Stunden angenehmer Unterhaltung, sondern solche von hohem fünstlerischen Wert, die ihren Platz in Erinnerung behaupten werden. In vollendet schöner Wiedergabe bot uns der Stabstrompeter Herr Karl Viz die große Fantasie a. d. Op.„ Cavallerie Rusticana" von dem bekannten Italienischen Meister Mascagni. Im zweiten Teile trat Herr Kümmel auf und wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt. In der„ Bilio Air Variè Nr. 7 hatte Herr Kümmel das Solo für Kornet à Piston übernommen. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte das Publifum den schmeichelnden Weisen des Künstlers, die sich dem Bläserkorps anschmiegten und wie aus einem Stück gegossen, ein großartiges Busammenspiel boten, martig u. voll quollen dem Künstler die Töne aus dem Instrument. Nicht enden wollens der Beifall wurde dem Künstler zu Teil nach diesem Vortrag, gern hätte das Publikum eine Zugabe dantend quittiert, doch wie es scheint, ist Herr Kümmel dazu nicht so leicht zu gewinnen. Bei dem zweiten Auftritt des Künstlers, einer eigenen Schöpfung des Herrn Kümmel, fonnte er sich einer Zugabe aber nicht entziehen, denn der Beifallssturm war zu groß. das Publikum zu sehr von dem Meisterhaften Spiel des Künstlers überwältigt. Wenn ja ein Künstler sein Instrument beherrscht, so fann sich Herr Kümmel mit ihm messen. Aber auch das Bläserkorps des Feldart. Reg. steht auf der Höhe; wir haben es in dem Korps mit einer vorzüglichen Kapelle zu tun, die mehr als beachten wert ist. Wir wünschen dem Trompeterkorps ferneren Erfolg und Herrn Kümmel sagen wir im Namen der Konzertbesucher für seine Darbietung n den besten Dank und rufen ihm aus vollem Herzen ein auf Wiedersehen" nach. - ** Rad- Rennen. Die Direktion der Radrennbahn Sportplaß a. d. Hard beabsichtigt ein großes internationales Rennen für Berufsfahrer zu veranstalten. Das Programm wird ein Sensationelles werden. § Die Jagd auf Wildenten, Kibize, Trappen, Brachvögel und Schnepfenarten ist von heute ab wieder offen. *** Ein offenes Wort! In der deutschen Geschichte des Mittelalters und der vormittelalterlichen Zeit nehmen unsere hessischen Lande einen hervoragenden Rang ein. Hier an dem Ufer des Rheins spielt die Nibelungssage. Zwar sind viele stolze Burgen im Laufe des Jahrhunderts zerstört worden, namentlich durch die französischen Einfälle unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. aber auch in den Ruinen lassen sie ihre ehemalige Schönheit erkennen. Daß dies der Fall ist, ist ausschließlich dem Umstand zuzuschreiben, das das Material, aus denen diese Bauten errichtet worden sind, echt war und nicht aus Stoffen bestand, die ein anderes Material vortäuschen. Es wäre dies nicht möglich, wenn Bußmörtel zur Herstellung der architektonischen Gliederungen genommen wäre. Die glänzende baugeschichts liche Vergangenheit, welche gerade dieser gesegnete Landstrich des deutschen Reiches aufweißt, sollte Grund für die heutigen Architekten sein, auch die neuen Bauten in undergänglichem Material auszuführen, um späteren Geschlechtern zu zeigen, daß auch unsere neue Zeit, die Zeit der ersten deutschen Raiser aus dem Hohenzollernhause es versteht, Bauten auszuführen, die sich d'm würdig an die Seite stellen, was unter den berühmtesten deutschen Kaisern geschaffen worden ist. Man sollte dies namentlich für solche Bauten erwarten, welche für reichsfistalische Zwecke errichtet werden. Doch ist dies leider nicht der Fall. Ja Wiesbaden wird ein Postgebäude, in Mainz eine Infanterie Kaserne errichtet, denen durchweg mit Hilfe von Kalkpuz das architektorische Gepräge erteilt werden wird. Daß solche Beispiele, welche die Bauverwaltung des Reiches giebt, Private nicht ermuntern fönnen, ihre Bauten aus echtem Material zu errichten, ist einleuchtend, daß aber auch die Großherzogliche Bauverwal tung dem Lande nicht mit gutem Beispiel vorangeht, wo im Lande selbst vorzügliche natürliche Baumaterialien vorhanden siud, bezw. künstliche Baumaterialien in vorzüglicher Beschaffenheit erzeugt werden, ist tief bedauerlich. Die Bauten die ihrer Bestimmung gemäß auch erzieherish auf diejenigen einwirken sollen, die genötigt stad, dieselben zu besuchen, follten in allererster Line in echtem Material zur Ausführung gelangen. Viel bedauerliches ist es, das ein neues Schulhaus, dessen Bau in Mainz geplant ist, ebenfalls in Buz zur Ausführung kommen soll. Soll dies vielleicht die Schüler dazu erziehen, sich selbst und andere zu belügen, wie dies die Bauverwaltung beabsichtigt, welche der Außenwelt vortäuschen will, daß das Schulhaus aus mächtigen Hausteinquadern gebaut ist, während nur ein dünnes Mörtelhäutchen durch dessen baldigen Abfall das nackte Mauerwerk zum Vorschein kommen wird, die Architektur vorgaufelt? Da der Mörtelpuz nach einer ziemlich kurzen Zeit wieder erneuert werden muß, wenn das mit solchem geschmückte" Haus nicht als eine Ruine wirken soll, so werden die Unterhaltungskosten erhebliche, und sollte dies allein schon ein Grund sein, anstelle falschen Mörtelpußes echtes Baumaterial anzuwenden. * Lollar, 30. Juni. Zum Beigeordneten wurde bei der gestrigen Stichwahl Herr Heinrich Schmidt IV. mit 106 Stimmen gewählt. [!] Saasen. Zwischen Saasen und Winnrod stürzte ein Radfahrer so unglücklich, daß er bewußtlos liegen blieb. Ein vorbeifahrender Wagen nahm den jungen Mann auf. Geiß- Nidda, 30. Juni. Die Arbeiten für die neue Wasserleitung schreitenrüftig vorwärts; eine Teilstrecke ist bereits fertig und in Betrieb. (§) Burkhardsfelden. Bei einem Fall vom Wagen zersplitterte sich ein Arbeiter den Knöchel des Fußes. * * Hoherodskopf. Seit voriger Woche ist eine neue Wegmarkierung( blaues Dreieck) nach Blankenan über Jlberghausen- Schl chtenwegen fertiggestellt. Damit ist eine von Touristen sehr gewünschte Verbindung zwischen Rhön und Vogelsberg geschaffen. () Butzbach. Auf 40 Jahre seines Bestehens blickt der Vorschußverein G. m. u. H. zurück. Buzbach, 27. Juni. Der Feier des 50. Feldbergfestes wurde her in erhebender Weise gedacht. Am Sams tag Abend, durch starken Regen zwar etwas verspätet, wurde um 12 11 Uhr am Bismarckstein ein mächtiges Freudenfeuer abgebrannt. Am Sonntag Morgen fanden sich trotz Regenwetters beinahe 70 Personen zur Turnfahrt auf den Feldberg ein, Mitglieder der Männer-, Frauen- und Schülerabteilungen. Mit dem Trommler- und Pfeifferkorps der Schüler an der Spize bestiegen die Turnfahrer den Feldberg von Homburg aus. Sie wurden zwar enttäuscht durch das Ausfallen des Wetturnens, aber wiederum auch reichlich belohnt durch einen prächtigen Marsch herunter nach der Saalburg und Homburg, von wo aus die Rückfahrt an getreten wurde. Am 23 August wird die Turnfahrt wiederholt werden. * Hochborn, 1. Juli. Hier ist eine Telegraph nanstalt mit Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirksamkeit getreten. *** Aus Starkenburg wird allerlei Ergötzliches von der Reichstagswahl berichtet:" Die neue Bestimmung, die Stimmzettel in einem besonderen amtlichen Kuvert abzugeben, fam manchem deutschen Reichsbürger recht mekwürdig vor und war die Veranlassung zu den mannigfachsten Zwischenfällen. So geschah es mehrfach in Rodgau, daß Leute ihren Stimmzettel in die Schublade des im N benzimmer aufgestellten Tishes legten und erhobenen Hanptes wieder das Lotal verlassen wollten, ohne einen Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen Ein anderer Wähler verlangte sogar Tinte und F der, um auf das Kuvert die Adresse seines Kandidaten zu sßen und dieses dann in den Kasten zu werfen. Auch die droll gsten Verwechs lungen von Stimm zetteln wurden gemeldt So gab ein Verzigjähriger einen ganz faftigen Schuldschein in der Hiz des Gefechtes ab statt des Stimmzettels, während ein anderer sogar von zwei gegnerischen Wahlzetteln gerade denjenigen in den Kasten warf, den er partout zum Kuckuck wünschte. Der Betreffende äußerte noch in einem Wirtshause:" Guckt, do han se mer aah an von dene Bentralmensche"( Zentrum) ihrene Bettel in die Hand gedrückt, eich hun awer den fein in mei Weste gesteckt und den von unsere Partei( Sozialdemokratie) hineingeworfe. Guckt, do kennt er dem Zentralmensch" sein noch sehe." Und er zog den Zettel hervor, aber nicht denjenigen des Zentralm nschen," denn dieser lag im Kasten, sondern denjenigen sines Erforenen. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 30. Junt 1903. Das hiesige Schöffengericht verurteilte s. 8t. den Küfer Philipp Weigand von Großen- Linden wegen einer an dem 70jährigen Georg Menges von dorten verübten Körperverletzung zu 2 Monaten Gefängnis. Die von dem Angeklagten ingelegte Berufung wird heute fostenpfl chtig zurückgewiesen. Sodann Leo Schreiber von Bergen, welcher vom Polizeidiener Kunz zu Niedererlenbach wegen Uebertretung angezeigt werden sollte, versuchte diesen unter Versprechung eines Geschenks, von seiner Pfl cht abzuhalten. Wegen Bestechungsversuch und Uebertretung erhielt er 5 X 2 Mt. Geldstrafe. wird Wilhelm Bitschko von Großenhain wegen verbotenen Glückspiels in eine Geldstrafe von 25 Mt. genommen. Unter großem Andrang des Publikums wird zum Schlusse gegen den prakt. Arzt Dr. Klein zu Gießen wegen Beleidigung des hiesigen Gymnasialdirektors Geh. Schulrat Prof. Dr. Schädel verhandelt. A. ist angeklagt, brieflich den Sch. beleidigt zu haben. Das Urteil lautet auf 150 Mt. Geldstrafe. Geschäftliches. Das Joeal einer tüchtigen Hausfrau ist während der Sommerszeit ein Spiritustocher, der, ohne im Kochraum eine übermäßige Hiße zu verbreiten, ganz dazu geeignet ist, schnell eine Mahlzeit zu bereiten. Dabei sind die Spiritusfocher auch noch sparsamer als Heizöfen, da sofort beim Anzünden die benötigte Heizkraft sich entwickelt. Infolge dieser Vorzüge der sofortigen Bereitschaft, der Billigkeit, der Bequemliche und Sicherheit gehört der Epiritusfocher schon in tausenden und abertausenden von Haushaltungen zu den beliebtesten und notwendigsten Requisiten der Hausfrau. Gerade in Sommertagen, wenn die Hiße des Kochherdes erschlafft und ermüdet, wird der Spirituskocher zu einem Segen für jede Wirtschaft. Der dazu nötige Spiritus ist heute überall erhältlich in Stadt und Land. Dies beweist der unserer heutigen Auflage beiliegende Prospekt der Centrale, der einen Einblick in die großartige Organisation sowohl für den Spiritus- wie Apparate- Verkauf dieses Instituts giebt. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Städtisches Schlachthaus. Ochsenfleisch 50, Heute und Morgen Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Expedition. Fahnenweihe und Bezirksfest des Hassia- Bezirks Homberg a. d. Obm, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens des Bezirks, zu Nieder- Gemünden am 11., 12. und 13. Juli 1903. Unter höft. Bezugnahme auf das nachstehende Programm beehren wir uns, die Kameraden des Bezirks und der Nachbarvereine, sowie die gesamte Bevölkerung von Nah und Fern zur Teilnahme an diesem Feste kameradschaftlichst und freundlichst einzuladen. Programm. Samstag, den 11. Juli: Der Vorstand. Abends 9 Uhr: Zapfenstreich. Festkommers auf dem Festplatz. Ве be no 201 be Fi fei be be be be Morgens 6 Uhr: Weckruf. Do De we นก ger for wa Suc bie 2011 bie fai bu Ed bal me in Ive im S ein me Ro for Dr ber ein she ber Bu 15 bie 640 chei an) ent gle Sch jad bri Sonntag, den 12. Juli: 9% Uhr: Festgottesdienst. 11 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Vereine. Mittags 1 Uhr: Aufstellung des Festzuges. 1 Uhr: Bug durch den Festort. Auf dem Festplatz angekommen: Begrüßungsansprache, Gesang, Festrede, Weihe der Fahne, lleberreichung der Fahne, Gesang, Konzert, Tanzmusik und Boltsbelustigung. Abends 91% Uhr: Feuerwerk. Montag, den 13. Juli: Morgens 7 Uhr: Weckruf. 10 Uhr ab: Frühschoppen und Konzert auf dem Festplatz. Mittags: Zug durch den Ort. Auf dem Festplatz: Tanz, Jugendspiele und Volksbelustigungen. NB. Für eine gute Restauration werde ich besorgt sein. Ph. Södler, Festwirt. Jean Dern& Co., Giessen Gegr. 1008. Bureau und Lager: Westanlage 81, Telephon 21. 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Der Oberbürgermeister. Mecum. Verdinguna. Die Herstellung gepflasterter Einfahrten am Postamt 1 und 2 und der vorm. Güngerich'schen Wage soll Mittwoch, den 8. Juli. vorm. 11% Uhr, öffentlich verdungen werden. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. - Gießen, den 29. Juni 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Sielbau Gießen. Die Lieferung der zur Fortsetzung der Sielbauten notwendigen Eisenteile, wie Schachtabdeckungen, Steig Gießen.. Leihgesternerweg 7, Ileifen und Spülbrunnenrohre soll öffentlich vergeben Ein möbl. und ein unmöbliertes werden. M³ Simmer zu verm. öbl. Zimmer und Schlafstelle ist zu vermieten. Näh. Lindenplatz Nr. 4. Gießen. Kreutzplatz 10. Bedingungen und Angebotsformulare ausschließlich der Zeichnungen können gegen porto- und bestellaeldfreie Einfendung von 1,5 Mark durch das Städt. Tiefbanamt, Abt. Sielbau, Bürgermeistergebäude, Zimmer Nr. 4 bezogen werden. Ebendaselbst lieg n die 8- ichnungen stunden zur Einsicht offen. und sonstigen Berdinoungsunterlagen während der Dienst Möblierte Zimmer in allen Breislagen find zu vermieten durch den Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Städt. Wohnungs- Nachweis Schmid, Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift Gießen. Kalk- und Marmormerke, Dampfziegelei, Angebot auf Lieferung von Schachtabdeckungen, Steigeifen Auguft Gabriel jr., Gießen. Massenfabrikation. Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. - Tausende von intelligenten Damen und Herren mit wirklichem Verständnis für Hautkultur bedienen sich der Aok- Methode und Aok- Seife. Guten bürgerlichen Mittagstisch. Zum Ausschant machen, Weißermachen und Verbessern roter, rauher, rissiger kommt das berühmte Göbels- Bier. Schönfte Aussicht ins Lahuthal. Flaschenbier auf Bestell ung fret ins Haus. 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Bosena Bradsky, Fürstin Barjatinska, Cleo de Mérode und sudrucken. Es ist aber zweifellos Tatsache, daß diese hervorEs ist unmöglich, alle die glänzenden Anerkennungen abragenden Persönlichkeiten das beste Urteil haben müssen in einer diese Tatsache allein nicht genügen, um jedermann su veranFrage, die für sie von ausschlaggebender Bedeutung ist. Sollte lassen, sich die großen Vorteile der Anwendung der so überaus erfolgreichen, wirksamen Aok- Methode und Aok- Seife sunutse au machen? Man sollte nicht zögern, sofort anzufangen. Wilh. Anhalt G. m. b. II., Ostseebad Kolberg. " und Spülbrunnenrohe für den Sielbau Gießen" bis zum 18. Juli d. 3., nachmittags 3 Uhr, bei vorgenanntem Amt einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Be werber am genannten Zeitpunkt erfolgt. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 27. Juni 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Man verlange: 1 GRELOGNAC BITE CHEIL SO Aerztlich empfohlen. Vielfach preisgekrönt. 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Juli Famili 1903.