jam beugte he pray year, I DEN VOICES Nr. 101. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., En's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Beft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratiebellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Cberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- nub Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berktagen nagmittags Freitag den 1. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang Jazerrtsusret s Die einspaltige Petitzeile für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 fe fenft 15 Pfg.; Reklamen die Betttelle 30 resp. 40 s Postzeltungsliste No. 2009. Redaktion und Expedition: Gießen Rexenweg B Fernsprechenfching Mr, 308. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Deutfcher Reichstag. Schluß- Situng. - Eigener Beri ht. Das Ende der Legislaturperiode.- So hat auch dieser" Reichstag sein Ende erreicht! Das Haus ist gut besucht, die Tribünen sind überfüllt. Am Bundesratstisch ist der Reichskanzlerplay unbeseẞt, aber man weiß, daß Graf Bülow bald erscheint mit der roten Mappe"; man weiß auch, was sie birgt: die kaiferliche Botschaft, die den Schluß des Reichstages vertinbet. Die Debatte über das vielumstrittene Krankenkassengesetz ist lebhaft, allein sie gleicht dem letzten Aufflackern eures dem Verlöschen nahen Lichtes. Die Führer fast aller Parteien nahmen zu kurzer Rede das Wort, gleichsam als wollten sie noch vor Torschluß der Wählerschaft ihre Bifitenkarte präsentieren. Das Ende ist die Annahme der Krankenversicherungsnovelle. Pun erscheint der Reichskanzler, das Präludium des AbSchieds beginnt. Abg. v. Normann dankt dem Präsibium für seine Geschäftsführung in guten wie in schlimmen Tagen. Graf Ballestrem erwidert in teils wigigen, teils warmen Worten. Der Reichskanzler erhebt sich, un die kaiserliche Botschaft über den Schluß der Legislaturperiode zu verlesen. Ehe er das Wort nimmt, verlassen die Sozialdemokraten den Saal. Nach Verlesung der Botschaft schließt Graf Ballestrem die Sizung mit einem Hoch auf den Kaiser. Jezt geht das eigentliche Abschiednehmen vor sich. Ohne Rücksicht auf die Parteirichtung schütteln sich die Reichsboten, die jetzt sämtlich a. D. sind, einander die Hände, mit dem Wunsche eines frohen Wiedersehens. Bei wie vielen wird er ein ,, frommer" Wunsch bleiben? Die Politik. Das preußische Verwaltungsgesetz gescheitert! ( 122) Zum zweiten Male scheint der Gesezentwurf über die Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten scheitern zu sollen. Wie unser Berliner CB. Mitarbeiter hört, nimmt man in parlamentarischen Kreisen an, daß das perrenhaus dem Beschlusse der zweiten preußischen Kammer betr. die Ernennung der Regierungsreferendare sich unter feinen Umständen anschließen werde, während andererseits das Abgeordnetenhaus nicht nachgeben wolle. Das Abgeordnetenhaus hatte bekanntlich beschlossen, die Regierungsreferendare sollten vom Minister ernannt wer ben. Das Herrenhaus dagegen hält an der Regierungsvor lage fest, die die Ernennung der Regierungsreferendare durch die Regierungspräsidenten vorsicht. Auch ein Vermittelungsvorschlag, die Ernennung der Referendare den Regierungspräsidenten zu übertragen, im Falle der Nichternennung dem Beteiligten die Beschwerde beim Minister zu gestatten, fand im Abgeordnetenhause keinen Anklang und dürfte ihn auch im Plenum des Herrenhauses, dessen Kommission ihn bereits abgelehnt hat, nicht finden. So ist denn wegen einer verhältnismäßig unwichtigen Meinungsverschiedenheit der beiden Häuser des Landtags die so dringend nötige Reform der Vorbildung der höheren Verwaltungsbeamten wieder auf längere Zeit hinausgeschoben worden! Italienische Furcht vor dem Mullah. Mit einiger Besorgnis verfolgen die Italiener die Vorgänge im Somalilande. In römischen politischen Kreifen ist man der Meinung, daß England, foste es, was es volle, auf seine vom Mullah bedrohten Kolonien im Somalilande nicht verzichten, den Kampf gegen den Mullah also so lange führen wird, bis es die englische Einflußsphäre im Somalilande vor ihm gesichert weiß. Andererseits sagen sich die Italiener, die die Verhältnisse in jener Gegend tennen, daß an eine völlige Besiegung des Mullah oder seiner Nachfolger durch die Briten nicht zu Denken ist. Daraus folgern sie: Wenn der Mullah erst inne geworden ist, daß er gegen die Engländer nicht auftommt, und wenn sie ihm die Streifzüge und Feindseligkeiten in ihrem Gebiet erst gründlich versalzen haben werden, wird er sich nach einem anderen Schauplaß für seine friegerischen und räuberischen Taten umsehen. Und was liegt ihm da näher als das benachbarte italienische Interessengebiet? Schon zur Vergeltung dafür, daß die Italiener den gegen den Mullah entsandten britischen Truppen den Durchzug durch italienisches Gebiet gestattet haben, wird er in der italienischen Kolonie mit Mord und Brand haujen. Solche Erwägungen haben zu einer großen Abneigung der italienischen Politiker gegen jede weitere Unterſtügung der englischen Operationen geführt. Diese Abneigung wird wohl auch bald in der Deputiertenkammer und wahrschein lich auch in den Maßnahmen der Regierung sich äußern. Dynamitanschläge in Saloniki. () Bis mitten in die großen Etädte Mazedoniens wagen sich die bulgarisch mazedonischen Dynamitbolde. In der Hafenstadt Saloniki sind am Mittwoch Abend eine ganze Reihe Dynamitanschläge von Bulgaren verübt worden, auch soll es zu bewaffneten Angriffen gekommen und die Filiale der Ottomanbank verbrannt worden sein. Viele Personen sollen dabei getötet oder verwun bet sein. Offenbar hoffen die Bulgaren, die Türkei werde grausame Vergeltung üben, an Unschuldigen natürlich, und so selbst eine allgemeine Empörung herausbeschwören. Ein widerwärtiges, verruchtes Pack, diese ,, Freiheitstämpfer"! Die Lage in Marokko. (-) Ein Einschreiten der in Maroffs interessierten europäischen Mächte gegenüber den Rebelfen scheint nun doch bevorzustehen. Eine Horde Miffkabylen haben die Stadt Arzila angegriffen, und, obwohl sie sich hartnäckig verteidigte, gelang es ihnen doch, in die Stadt zu drin gen. Die letzten Meldungen berichten von einem blutigen Etraßenkampf, bei dem auf beiden Seiten viele Kämpfer gefallen sind. Das diplomatische Korps in Tanger hat infolgedessen sich an Spanien mit der Bitte um Entsendung von Truppen zum Schuße der Europäer in Arzila gewandt. Hoffentlich kommen die Truppen, die bereits nach Arzila abgegangen sind, nicht zu spät. Finden sie Gelegenheit, einzugreifen, so wird zweifellos auch Frankreich und England mit der Ausschiffung von Truppen nicht warten, und so wäre nicht unmöglich, daß im Verfolg dieser Vorgänge schließlich die marokkanische Frage doch noch aufgerollt wird. Kurze politische Nachrichten. * Kaiser Wilhelm ist am Donnerstag Abend mittels Conderzuges von Bückeburg nach Rom abgereist. In Hannover schloß sich Graf Waldersee dem kaiserlichen Gefolge an. * Nach herzlicher Verabschiedung von König Viktor Emanuel hai sich König Eduard von England am Donnerstag von Rom nach Paris Legeben. * Präsident Loubet hat die Rückreise von Algier nach Frankreich angetreten. * Bei der Räumung des Klosters de la grande Chartreuse wurde u. a. ein Pariser Journalist von der Menge mit Knütteln und Heugabelstichen schwer verletzt. Ein Pfarrer, der angeblich die Menge auf den Journalisten gehetzt hatte, wurde verhaftet. * Rußland tut so, als ob es täte. Aus Yokohama wird gemeldet, Rußland habe seine Truppen aus der mandschurischen Provinz Schingking zurückgezogen. Eine Provinz der Mandschurei der Form halber zu räumen, wird Rußland nicht zögern, die andern wird es schon weiter besezt halten. Dof und Gefellschaft. Die Kaiserin wohnte auch gestern der Versammlung des Vaterländischen Frauenvereins bei. Epäter fand die bereits angefündigte Uebersiedelung nach dem Marmorpalais in Potsdam statt. Der König von Sachsen stattete in München dem Nationalmuseum einen längeren Besuch ab. Im Rathause nahm er einen Ehrentrunk entgegen. Der Prinzregent hat den König zum Inhaber des 15. bayrischen Infanterie- Regiments ernannt, dessen früherer Inhaber der König Albert von Sachsen war. *** Die standesamtliche Vermählung des Großherzogs von Sachsen- Weimar mit der Prinzessin Karoline von Reuß fand gestern Vormittag zwischen 11 und 12 Uhr im Palais der Fürstin- Mutter zu Schaumburg- Lippe statt. Den Akt vollzog der GroßherzoglichWeimarische Staatsminister Dr. Rothe. Nachmittags um 3 Uhr fand die kirchliche Einsegnung des Brautpaares statt. Die Trauung vollzog der großherzoglich sächsische Oberhofprediger Dr. Spinner. Unter den zahlreich einGegetroffenen Hochzeitsgeschenken befindet sich als schenk des Kaisers ein kostbares Porzellan- Service; die Königin von Holland schenkte verschiedene Gegenstände aus chinesischem Porzellan. Der Kaiser ernannte den fürstlichen Bräutigam zum General. Bei den Feierlichfeiten führte der Kaiser, der im Residenzschloß während seines Aufenthalts die zu diesem Behuse eigens neu ausgestatteten sogenannten Detmolder Zimmer bewohnte, stets die jugendliche Königin Wilhelmine der Niederlande. Die Bevölkerung aus Etadt und Land bereitete dem Kaiser, wo er sich blicken ließ, die herzlichsten Ovationen. *** Die Beiseßung des Botschafters a. D. v. Keudell fand unter zahlreicher Beteiligung von nah und fern in der Familiengruft zu Hohenlübbichow, seinem Heimatsorte, statt, wohin die Leiche aus dem Sterbehause in Königsberg i. d. Neumark übergeführt worden war. Aus dem Gerichtsfaal. § Eine Kartenpartie im Gerichtssaal fand in Braunschweig statt. Ein dortiger Gastwirt war angellagt, in seinem Lofal die Veranstaltung von Glücksspielen gestattet zu haben, insbesondere soll in seinem Lokal und mit seinem Wissen Mauscheln und Kartenlotterie gespielt worden sein. Der Verteidiger behauptete, daß Mauscheln in der von den Gästen des Angeklagten betriebenen Form, nämlich ohne Aẞzwang, keineswegs als Hazardspiel anzusehen ist, sondern daß von der Geschicklichkeit des einzelnen Spie lers Gewinn oder Verlust in hohem Maße abhängig ist. Zum Beweise seßten sich ein Sachverständiger und der Verteidiger an den Tisch des Hauses und spielten eine Partie vor. Selten ist wohl ein Spiel mit lebhafterem Interesse verfolgt worden als das hier am grünen Tisch gespielte. Die beiden Spieler demonstrierten das Mauscheln ohne Aß so vorzüglich, daß der Gerichtshof zu der lleberzeugung fam, Mauscheln ohne Aß ist kein Glücksspiel; der Angeflagte wurde infolgedessen von der erhobenen Anklage freigesprochen. Kleine Gerichts- Chronit. Wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen wurde der Kammerjäger Beisemann von der Dortmunder Etrafkammer zu 1 Jahr Gefängnis berurteilt. Er hatte einem Kaufmann Rattengift geliefert und drei Kinder desselben, die aus Versehen davon aßen, waren gestorben. Den Kammerjägern ist es ſtreng verboten, an andere Personen Gifte oder Mittel zum Vertilgen von Ungeziefer abzugeben. - Der Kasseler Staatsanwalt erhob Anklage wegen Betrugs gegen den früheren zweiten Direktor der Trebertrocknungsgesellschaft Bollmann Hannover. Die Verhandlung findet gleichzeitig mit derjenigen gegen Schmidt am 19. Juni statt. Nab und Fern. * Die Feier des 100. Geburtstages des Grafen v. Noon fand in Gumbinnen bei dem nach ihm be nannten Füsilierregiment Nr. 33 gestern( Donnerstag) in programmmäßiger Weise statt. Eingeleitet wurden die Festlichkeiten durch großes Wecken der Kapelle und des Trompeterkorps des Füsilier- Regiments Nr. 33. Der kommandierende General Freiherr von der Gölz nahm vormittags eine Parade über das Regiment ab, der auch die Offiziersdeputation des schwedischen Bohuslänregi ments beiwohnte, die, wie gemeldet, aus diesem Anlaß nach Gumbinnen gekommen war. Dann folgie Diner im Offizierskasino und Festessen für Unteroffiziere und Mannschaften. Die Reden, die bei den verschiedenen Feiern gehalten wurden, würdigten die Bedeutung Roɔns als Reorganisator des preußischen Heeres, dem es Anfang der 60er Jahre gelang, die Grundlage zu den glorreichen Leistungen der Armee in den siegreichen Kämpsen der Folgezeit zu legen. Das deutsche Sodom scheint Zittau zu sein. Wenigstens behaupten das eine Anzahl dortiger Ehefrauen, bie zur Beseitigung des vielen Kneipengehens ihrer Männer die Einführung einer Polizeistunde wünschen. Sie haben sich hinter eine Anzahl Etadtväter gesteckt, die benn auch in der letzten Stadtgen: zinderatssitzung die Eache eifrigst betrieben und verschiedene Zuschristen verlasen, in denen es unter anderem heißt: ,, Mein früher fleißiger Mann ist in Zittau verbummelt, er vertrinkt und verspielt sein Geld bei K. und bei D. and verlangt dann frisches Geld von mir; verweigere ich's ihm, dann schlägt er die Kinder und wirst sie hinaus." -In Zittau ist's freilich kein Wunder, daß die Männer so schlecht werden, denn die Kneipen stehen ja die ganze Nacht auf." Ein Stadtrat erzählte: Die Frau rines Handwerksmeisters, deren Mann im Begriff stand, mit einer Kellnerin eine Vergnügungsreise zu machen, jagte mir: ,, Solch ein liederliches Leben wie in Bittau kann es nicht leicht wieder geben; hier geht alles, was auswärts nicht geht." Ob die Einführung der Polizeistunde dem Uebel steuern wird? Die Zittauer Frauen werden auch in Etädten mit Polizeistunde Leidensgenossinnen finden. #Die verkehrsfeindlichen Löwen. Der Bau der großen Eisenbahnlinien, die Afrika durchqueren sollen, hat eine Sorte von Gegnern gefunden, welche man nicht un terschätzen darf. Auf der Strecke von Buluways greifen zahlreiche Löwen, die in dem Land bisher unbehelligt gewohnt haben, die Eisenbahnarbeiter an, weil sie ihre Ruhe zu stören kommen. Verschiedene eingeborene Erdarbeiter sind von ihnen getötet worden, und die Bestien wollen auch die bewaffnete Macht nicht respektieren. Vor kurzer Zeit drangen Löwen in ein zur Bewachung der Arbeiten errichtetes Polizeizelt und schleppten einen Soldaten der südafrikanischen britischen Polizei dannen. bon Stadt |: Eine Stadt durch Feuer vernichtet. Die Kimball in Winsconsin wurde durch einen Waldbrand vollständig vernichtet. Der Ort selbst bestand fast ganz aus Holzhäusern und da ein furchtbarer Sturm die Stadt Flammen von dem brennenden Walde in die peitschte, war an eine Rettung absolut nicht zu denken. Da die Wälder um Kimball immer noch brennen, fürchtet man, daß die Flammen auch andere Drte vernichten fönnten, und hat deshalb alle erreichbare Hilfe aufgeboten. Eine ganze Armee von Arbeitern ist mit fieberhafter hast beschäftigt, Bäume zu fällen und alles zu zerstören, was dem Feuer zur Nahrung dienen könnte. Es ist dies nicht das erste Mal, daß ein aufblühender Ort in den Walddistrikten von Michigan und Wistonsin burch Waldbrände zerstört wurde. noch einmal zu filssent ihren Lippen fein Laut schwankte, aber sie bemühte sich, Ihre Augen standen voll Tränen dennoch entführ ihre Gestalt zitterte und sich aufrecht zu ernicht von dem Plaße zu weichen. chen das Brett desselben, als wolle sie sich zwingen, fich an das Fenster und umflammerte mit ihren Händdam trat sie zurüd. Sie lehnte so lange warten ließ brachte den Kaffee. Hier öffnete fid) ,, m hm," fetzen WERNE pore die Tür begann mich einmal an mich feinmer wieder verlassen, die Auguste scheint ja geweint Schweigert, als jene das Zimund das Dienstmädchen Zu Es wird wohr so denn ich habe ihr ge An Von Das Elie Berthet. Rotkeblchen. ( Nachdruck verboten.) Garten zu Kiel spazieren. Ich wandte mich aufs nach einem der entlegenen Teile des Gartens, wo eine reizende einem schönen Frühlingstage ging ich im 3oologischen Geratewohl Szene meine Aufmerfigmfe Gin Rotfehlchen aus und rief: Schmerz nicht mehr bezähmen, traurig nach dem Wipfel empor. und setzte sich auf einen in der Nähe stehenden Baum, Nina setzte sich am Fuße des Baumes nieder und blidte und die süßen Laute zerrissen meiner Schwester das Herz. begann es zu zwitschern, als wollte es feine Befreiung feiern, Das Rotfehlchen flog mit raschem lügelschlage babon Liebling! Liebling!" Diefent streckte die Arme nach dent Plötzlich fonnte sie ihren )-( Eine zweite Anna Rothe. In Meerane( Sachsen) wurde die Frau des Schmiedes Frenzel verhaftet, die, genau nach dem Rotheschen Rezept, im Zustande der Trance gläubige Spiritisten beschwindelte. Nur hat es Frau Frenzel noch toller getrieben als ihr Vorbild. So soll das Medium unter anderem, um Verstorbene von ihren Sünden zu erlösen(!), öfters ein Statspiel arrangiert haben, wobei es die Karten gewöhnlich immer selbst verteilte, aber auf die Weise, daß das Medium mit seinem Gatten fast regelmäßig gewann. Hatten die übrigen Mitspieler das Glück, einmal zu gewinnen, dann mußten sie das ge wonnene Geld an das Medium abliefern. An diesem Spiel haben natürlich auch die weiblichen Spiritisten teilgenom men, obgleich sie vom Statspiel überhaupt keine Ahnung hatten. War die Stattasse gut gefüllt, dann wurde zur Abwechselung dann und wann ein Abendessen veranstal tet, an dem sich die ganze Sefte gütlich tat. Auch lieh sich das Medium bedeutende Kapitalien von verschiedenen Personen. Sie ließ dann nach gewisser Zeit einen Geiſt erklären, daß die Darleiher von ihr teine Zinsen nehmen dürften. Ein Verbrecher- Ehepaar wurde in Niederfinow bei Eberswalde verhaftet. Wie erinnerlich wurde Anfang April die Ehefrau des Tischlermeisters Colberg aus Kammin in Pommern an der Landstraße ermordet und beraubt aufgefunden. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf ein Ehepaar, das in Begleitung zweier Kinder mit einem Handwagen in der Gegend des Tatortes gesehen worden war. Jezt gelang es, die Verdächtigen namens Echmidt in Niederfinow zu fassen. Die beiden Kinder haben bereits gestanden, daß ihr Vater den Mord begangen habe. (:) Duellierende Damen. In Moskau fand zwischen der Gattin eines hohen Militärs und der Arztwitwe Marie Wofitow ein Säbelduell statt, in welchem die letztere eine schwere Verwundung am rechten Arme erhielt. Die beiden Duellantinnen schieden unversöhnt. Die Ursache des Zweikampfes bildete ein Wortwechsel, in welchem die Arztwitwe ihre Gegnerin beschuldigte, Beziehungen zu einem jungen Offizier zu unterhalten. Als Zeugen fungierten bei dem Duell Freundinnen der beiden Duellantinnen. )( Von einem sonderbaren Weltreisenden wird aus Odessa berichtet: Der 15jährige F. Terkal entschloß sich zu reisen, nachdem er Wunderdinge von fremden Ländern gehört hatte. Es fehlte ihm aber an Geld. Da verfiel er auf den Gedanken, einen Reisetoffer mit doppeltem Boden herzustellen, und zwar so, daß Licht und Luft eindringen fönnten. Der Koffer konnte ferner auf geheime Art geöffnet und geschlossen werden. Ein halbes Jahr arbeitete der geniale Tertal an dem Koffer. Als er fertig war, suchte er einen Reisebegleiter und hatte auch bald einen gefunden. Terkal nahm, nach berühmten Mustern, im Koffer Plaz, und der Reisebegleiter gab den Koffer als Gepäck auf. Unterwegs verließ Tertal in einem günstigen Augenblick den Koffer, und die Folge war, daß bei der Ablieferung des Gepäcks an der Endstation immer 93 Pfund von dem an der Aufgabestelle eingetragenen Gewicht des Koffers fehlten; 93 Pfund betrug nämlich das Körpergewicht des Knaben Terkal. Die Eisenbahn- und die Dampfergesellschaften suchten sich gewöhnlich mit dem Reisebegleiter, der den Koffer aufgegeben hatte, zu einigen und zahlten ihm wegen des unerklärlichen Gewichtsverlusts eine angemessene Entschädigung. So soll der findige Tertal halb Europa bereist haben, und er, der mit 19 Nopeken in der Tasche Odessa verlassen hatte, konnte zuletzt eine Barschaft von fast 4000 Mark sein eigen nennen. Nun packte ihn aber das Heimweh, und er beschloß, nach Odessa zurückzukehren, natürlich wieder im Reisetoffer. In Sossnowice wurde er aber von der Grenzwache entdeckt und per Schub nach Odessa befördert, wo er der Polizei übergeben wurde. So endete die abenteuerliche Reise eines anschlägigen Kopfes, der es in der Welt noch weit bringen kann. |: Eine beklagenswerte Familientragödie trug sich in Avellino bei Neapel zu. Dort wurde der Apotheker Fiore, seine Mutter und seine Schwester von einem tollen Hunde gebissen. Obwohl Fiore als Apotheker die schrecklichen Folgen eines solchen Bisses kennen mußte, legte er der Sache keine Bedeutung bei, bis sich dieser Tage plötzlich bei allen Familienmitgliedern Zeichen der Hundswuf zeigten. Fiore starb schon nach wenigen Etunden. Die Mutter wollte in einem Wutanfall vom Balkon ihres Hauses auf die Straße springen und konnte nur mit Mühe zurückgehalten werden. Die Schwester wurde schleunigst nach Neapel gebracht, wo sie im Pasteur- Institut Aufnahme fand. ()[ Ein Riesengebäude.] Im Holborn- Viertel zu London ist ein Gebäude vollendet worden, wie es sich in Europa wohl kaum zum zweiten Mal findet. Es enthält nicht weniger als 6153 Zimmer; dreißig Aufzüge befördern die Bewohner der elf Stockwerke und mitten darin ist ein Restaurant für die 8600 Mieter des Hauses eingerichtet, die für sich also die Bevölkerung eines Heinen Landstädtchens ausmachen. Die Kosten des Baues beliefen sich auf 21 Millionen Pfund Sterling oder auf 50 Millionen Mark. tafel standen vor dem gefeierten Baäre zwei Kleine, seltsame Holzfiguren, einen uralten Mann und eine ebenso alte Frau vorstellend. Diese beiden bedeuten ein sagenhaftes Bauernpärchen, welches während seines ganzen langen Lebens immer schwer gearbeitet und nicht ein einziges Mal gestritten hatte. Diese Figuren sind bei jeder Hochzeit zugegen, ungeachtet, ob sie in der ärmsten Hütte oder im Kaiserpalaste abgehalten wird. Auf der Tafel selbst standen imposante, vier Fuß the silberne Kraniche, hinter denen sich je eine silberne Fichte erhob und zu deren Füßen eine silberne Schildkröte lag, umgeben von weißen Blumen, Krystall und glänzender Eeide. Es waren dies Geschenke für das Kaiserpaar von den Familienmitgliedern und intimsten Freunden. Neben dem Gedeck eines jeden Gastes stand eine prächtig ausgeführte silberne Bonbonniere, welche gleichfalls einen Kranich und eine Schildkröte vorstellt, die in der den Japanern eigenen fünstlerischen Art emailliert waren. Dies waren die Gaben des Kaiserpaares an die Gäste. Der Kranich bedeutet langes Leben, die Fichtenzweige aber viel Glück und die Echildkröte Reichtum, somit waren die Gaben des Kaiserpaares und der Gäste die Berförperung der gegenseitigen guten Wünsche. (-)[ Das größte Familiendiner,] das jemals stattgefunden hat, dürfte das Essen gewesen sein, das unlängst in der Mormonenstadt Salt Lake City die Brüder Lorin, Winslow und Aaron Farr gaben. 400 Kinder, Enkel und Urenkel der drei Herren wohnten dem festlichen Mahle bei. Der 83jährige Lorin Farr allein sah 315 Nachkommen bei Tisch. Wenn demnächst Präsident Roosevelt durch Salt Lake City tommen wird, wollen ihn die drei Brüder Farr mit ihrer ganzen Nachkommenschaft begrüßen. Der alte Lorin will bei dieser Gelegenheit eine Rede halten, in welcher er darauf hinweisen wird, daß es nicht richtig ist, daß das Volk der Vereinigten Staaten sich vermindere, wie der Präsident in einer seiner letzten Reden behauptet hat; in Salt Lake City sorge man schon für einen zahlreichen Nachwuchs. Der alte Lorin muß es wissen! (!)[ Ein Fest am japanischen Hofe] schildert eine Lonboner Korrespondenz. Am Jahrestag der Hochzeit des Kaisers und der Kaiserin fand eine Reihe glänzender Feierlichkeiten statt. Der Thronsaal, in welchem der Empfang abgehalten wurde, war auf das prunkhafteste dekoriert. Die Wände, mit der Verschalung aus kostbarem Holz, waren mit feinsten Krepp- und Seidengeweben in den zartesten Schattierungen drapiert und Tausende von Blumen bildeten die Einfassung des Saales, denn in Japan gibt es obne Blumen kein wahres Fest. Bei der GalaBunte Chronit. Der Dichter Josef Lauff hat um seine Enthebung von der Etelle des Dramaturgen des Wiesbadener Hoftheaters nachgesucht. Der Kaiser hat das Entlassungsgesuch genehmigt unter der Voraussetzung, daß die dichterische Kraft Lauffs auch weiter der Bühne zur Verfügung stehen solle. - Der Schuhmachergeselle Gustav Lasche gab in seiner Wohnung in Etegliß auf die Arbeiterin Marie Fluhr zwei Revolverschüsse ab, von denen einer in die Stirn ging, während der andere den Halsknochen verlegte. Die Berlegungen beider sind nicht lebensgefährlich. Die englischen Behörden haben die Auslieferung des aus Berlin geflüchteten Kurpfuschers Nardenfötters berfügt. In dem Drte Aangenesch bei Geldern wurde der 78jährige Rentner Franz Bollen nächtlicherweise von zwei umherziehenden Bettlern ermordet. Die Haushälterin des Ermordeten war von den Unholden, die bis jezt noch nicht ermittelt werden konnten, eingesperrt worden. Der Hamburger Lustmörder Mailau soll jezt auf Antrag des Gerichts auf seinen Geisteszustand unter sucht werden. Zu diesem Zwed wird er nach der Brovin stal- grrenanstalt zu Schleswig überführt. = Vermischtes. [ Eine Hungermünze] fand ein Weingärtner in Tübingen beim Graben in seinem Weinberg. Diese Hungermünzen stammen aus dem schweren Notjahr 1817. Sie find etwas größer als ein Fünfmarkstück und aus Weißmetall. Die eine Seite zeigt eine Engelsgestalt über einer Kugel schwebend und umrahmt von den beiden Sprüchen: Auf Regen folgt Sonnenschein" und ,, Leiden und Freuden, alles kommt vom Herrn". Die andere Seite enthält folgendes: Im Jahre 1817 war die Teuerung im Königreich Württemberg so groß, daß ein Scheffel Dinkel 40 Gulden, ein Scheffel Gerste 32 Gulden, ein Scheffel Haber 24 Gulden, ein Simri Erbsen 7 Gulden, ein Eimri Kartoffeln 4 Gulden und ein Pfund Brot 18 Kreuzer kostete." )[ Eine ,, hochfeine Stelle".] Im Güstrower Anz." vom 31. März findet sich folgende Anzeige: Ein Junge, der konfirmiert ist, findet hochfeine Stelle als Kuhhüter. Näheres Wilh. Karl Borchert, Markt 19." зи .()[ die feinste Wage.] Vor einiger Zeit ging durch die Presse eine Notiz, in der eine in der Bank von England aufgestellte Wage, die mit ein Zehntel- Milligramm Genauigkeit wägt, als die feinste, die bis jetzt konstruiert, gerühmt wurde. An der königlich sächsischen Bergakademie Freiberg und in den sächsischen Hüttenwerken Halsbrücke und Muldenhütten sind jedoch Wagen im Gebrauch, die eine Gewichtsbestimmung bis ein Vierzigstel Milligramm Genauigkeit gestatten. Diese Wagen sind deutsches Fabrikat und dienen zur Vornahme von Gold- und Silberproben. Als wirklich feinste Wage der Welt muß die kürzlich von dem italienischen Professor Calvioni tonstruierte gelten. Auf ihr kann man ein geringes Gewicht mit einer Genauigkeit von ein Zehntausendstel Milligramm( gleich ein Zehnmilliontel Gramm) wiegen. Mit dieser Wage gelang es, nachzuweisen, daß duftende Substanzen, wie Moschus, Ambra und dergleichen, mit der Zeit an Gewicht verlieren, eine Tatsache, die bisher wohl vermutet wurde, aber nicht bewiesen werden konnte. mußte. Durch Besichtigung der Gießener Sielbauarbeiten geachtet werbe Strede Bahnhofstraße. jest an Mehra worden. Befond ibes Ranals burd inter Cafe Ebel war der zur Ve Her fertig geftell Maueru anfchloß Der Bahnhofftraf and find durchs Als lezter Punkt auf der Tagesordnung für die gestrige Stadtverordneten- Sigung war: Besichtigung der Kanalbauarbeiten in der Bahnhofstraße. Nach Schluß der Beratungen sammelten sich die Stadtverordneten um 6 Uhr in der Bahnhofstraße an der Bieseckbrücke. Hier ergriff Herr Baumeister Braubach, der örtliche Leiter der hiesigen Sielbauarbeiten, das Wort, um in furzen gemeinverständlichen Darstellungen den jezigen Stand der Arbeiten, sowie auch Näheres über die Eigenschaften der eigentlichen Bauausführungen, der Kanäle und ihrer Spezialbauten zu erläutern. Wir geben nachstehend den ungefähren Sinn dieser Rede wieder. [ Lustige Gesch chten von Prinzen und Königen] erzählt ein Mitarbeiter des ,, Gaulois" anläßlich des bevorstehenden Besuchs des Königs von England in Paris. Eduard VII. war bekanntlich als Prinz von Wales ein nicht seltener Gast im Babel an der Seine. Gewöhnlich reiste er aus guten Gründen inkognito, einmal aber wurde er feierlich im Rathause empfangen. Die schlichten Männer aus dem Volke, die dort die Gesetze für die Stadt Paris machen, wußten mit höflicher Etiquette nicht genau Bescheid, und es entspannen sich zwischen ihnen und dem Prinzen Gespräche, die recht ungezwungen- demokratisch waren. Besonders hübsch war die Unterhaltung, die die Frau eines der Väter der Stadt mit dem Prinzen anknüpfte. Haben Sie Kinder, Madame?" fragte der Prinz. Ja, Herr Prinz, vier Stück Hn Betrieb. E Die alte Mauer diefer Stelle in Heinen tragfähig witterte Mauer auf Vorschlag Wiederaufmaue fbloffen. Eine Ranals, welche Braubach erfolg ben Gebäude auf Nach diefen fammelten Stad meifter nnd der Ranalanlage, a Kanal. Mag ung in Bezug I baben, als sie Augenschein no Durch die Höh Ein Hauptgrund bei der Herstellung des städt. Sielnezes ist, den Grundwasserstand in der ganzen Stadt nach Möglichkeit zu senken. Dieses wird bei den Mauerfielen nach zwei Richtungen hin erzielt. Erstens durch die Deff. nungen in den Sohlsteinen, zweitens durch seitliche Beifüllung( zwischen äußerer Ranalwände und der Baugrubenwände) mit groben Kies. Die äußere Ranalwand selber ist durch einen wasserdichten Verpuz gegen Eindringungen von Grundwasser geschüßt. Um das Eindringen des Grundwassers in die hohlen Sohlsteine zu ermöglichen, sind die unteren Fugen derselben offen gelassen. Die Grundwässer welche durch diese Sohlsteindrainage abgeleitet werden, werden vermittelst einer geschlossenen Thonrohrleitung unter der Wiesed her, in die Sohlsteine des Kanals, welche auf der linken Wies& sowie der linken Lahnuferseite bis zur Kläranlage geführt wird, eingeführt. Die Kiesdrainage an den Seiten der Kanäle wird vermittelst einer über dem Beton, welcher um die Düferrohre unter der Wieseck eingestamft ist, aufgebrachten Riesschicht mit der Riesdrainage des vorbenannten, nach der Kläranlage führenden Kanals verbunden. Durch diese beiden Drainagen ist es ermöglicht, den Grundwasserstand der ganzen Stadt zu senken und das Grundwasser bis nach der Kläranlage zu leiten. Da der Kanal an dieser Stelle bis zu einem gewissen Hochwasserstand( nach der Lahn zu) freie Vorflut hat, werden nach der Vollendung der Kanalisation auch die tiefer gelegenen Reller in der Stadt von Grundwasser frei sein. und Sie?" Ich auch," erwiderte der Prinz lächelnd. ,, Und was lassen Sie Ihre Kinder werden?" fragte die Dame weiter.- ,, Oh! der älteste soll, wenn Gott ihm das Leben schenkt, König von England werden; für die anderen habe ich, offen gesagt, noch nichts passendes gefunden." Im Jahre 1867- so erzählt der Gewährsmann des Gaulois" weiter- gab es in Paris so viel Könige, daß sie gar kein Aufsehen mehr erregten; die Könige von ganz Europa, Afrika und Asien schienen sich anläßlich der Weltausstellung in Paris ein Rendezvous gegeben zu haben- auf Schritt und Tritt stieß man mit einem gekrönten Haupt zusammen. Villemessant, der Chefredakteur des Figaro", gab damals seine Empfangsstunden in folgender Weise bekannt: ,, Zu sprechen: Für Redakteure nur vormittags, für Prinzen von 2-5 Uhr." " Das Düterbauwert, an welchen sich die Herren Stadtverordneten versammelt hatten, hat folgenden Zwed. Der durch die Bahnhofstraße führende Hauptsammler, welcher später die sämtlichen Schmuz, Küchen und und Closetwässer des Stadtteils nördlich der Wiesed abführen wird, tritt an dem rechten Wieseckufer in solcher Höhe zu Tage, daß ein Durchführen des gemauerten Profils ohne erhebliche Stauung der Wies& nicht möglich ist. Um jedoch den Kanal fortführen zu fönnen, mußte hier eine Unterdückerung der Wieseck vorgenommen werden und wird dieselbe vermittelst zweier nebeneinanderliegenden geschmiedeten 0,80 m weiten Nohre hergestellt. Die Wahl zweier nebeneinander liegenden Rohre wurde aus Betriebs Rücksichten gewählt. Durch Einsezen von Spülthüren im rechtsseitigen und Schiebern im lintsseitigen Düterbauwerk ist es ermög licht jeder Zeit das ein oder andere Rohr auszuschalten und auf seinen Zustand zu prüfen resp. die eventuellen Schlammoder sonstige Ablagerungen in den, im unteren Dückerbaus werk angebrachten Sandfängen, zu beseitigen. Diese Rohre sind auf der Fabrik durch Herrn Baumeister Braubach auf einen Druck von 10 Atmosphären geprüft. Außer dem ist es durch das Schlagen zweier Spundwände durch die Wieseck, ermöglicht worden, eine vollständige Betonumhüllung der Rohre zu bewerkstelligen. Da die Rohre im höchsten Falle nur einen Drud von 3,50-4,00 m erhalten ist es also vollständig ausgeschlossen, daß dieselben irgend welche Beschädigung erhalten. Die vorerwähnten Spülthüren im oberen Düterbauwert haben noch einen anderen Zwed. Nämlich, werden diese Spülthüren geschlossen, so staut sich das Wasser im Kanal Bahnhofstraße an, und fann durch plößliches Deffnen der einen oder anderen Thür mit folossaler Geschwindigkeit durch das eine oder andere Düterrohr durch schießen und eventuelle Ablagerungen mit sich fortreißen. Durch borbenannte Düfereinschaltung werden die sämtlichen Schmuß, Küchen- und Closetwässer unge hindert den Klärbecken an der Lahn zugeführt. Diese Klär becken sind so angeordnet, daß bis zu einem gewissen Lahnhochwasserstand vorbenannte Wässer nach Durchlaufen der einzelnen Klärbecken und ihren Einrichtungen frei der Lahn zu fließen. Tritt ein höherer Wasserstand ein, so werden die Wässer nach Passieren der Klärbecken vermittelst Maschinerie in die Lahn übergepumpt. Die bei Abführung der Grundwässer genannte Riesschicht über der Düferrohr umhüllung wird zwecks Vermeidung des Eindringens von Wieseckwasser mit wasserundurchlässigem Material überfüllt und so das alte Wieseckbett wieder hergestellt. Die Wiesed hat nach dieser Herstellung also feinen Einfluß auf die Kanal noch Grundwasserabführung. also möglich in und Führung bei& Gruppen teilten meifter Brau Arbeiten ausfü deren hiesiger min war man Der Arbeiten er Araße in die B den Ranal in führende Eisenr ung von Steig und aussteig Stellen, wo Tboneinlaßftüd Von hier liegenden Einfi Schacht sind zu wafferfanale d werden. Diref intereffantefte lifation. Dief Tritt man in Iden an dieser Was nun den Kanal in der Bahnhofstraße be trifft, ist folgendes. Der Kanal ist die Verlängerung des Hauptabflußsiels und als Hauptsammler A bezeichnet. Er führt von der Wieseck durch die Bahnhofstraße, Löbers Hof, Stadtbach, Auf der Bach, Wetzsteingaffe, Wallthorstraße und Marburgerstraße bis zum neuen Fried hofweg. Er wird resp. ist teils schon bis zur Wallthor straße als Mauerfanal ausgeführt. An der Wieseck hat er eine Breite von 1,56 m und eine Höhe von 1,95 m und läuft an der Wallihorstraße in ein Profil von 0,50 m Breite und 0,75 m Höhe aus. Von der Wallthorstraße ab wird er in Thonrohren ausgeführt und zwar in solchen von 0,40 m bis 0,25 m Weite. Von diesen Arbeiten sind seit Arbeitsbe ginn am 11. August 1902 schon ausgeführt 965 m Mauer fanäle und 475 m Thonrohrkanäle. Außerdem sind noch in der Moltkestraße u. f. m. an Regenfanälen ausgeführt in Cementrohren 2280 m. Die Ausführung dieser Arbeiten waren insbesondere beim Hauptsammler größtenteils sehr schwierig. Fand man doch in den meisten Fällen feinen tragfähigen, fogor meist dünnflüssigen Schlamm, welcher oft bis zu einer Tiefe von 1,50 m unter der Kanalfohle aus bogen, welche gebenden Kanal Gwölben bild Baumeister B wir auch der Bauwerk hat derselben Höhe ben lepteren. der gesamten S bon Wetterwäf nicht angefchlof des letzteren, äl der Wiesed erfo in eine an den Sloffenen Ra mauerten Düfe dann in eine Stammer und Brofile weiter. fließende reine nugt werden Ranalidieber dung des Stal Kanalwand des entsprechende R magige Durch Durch die Einb tiefe von 7,50 Den 12 Woche hochwasserstan he gehinder Befihtigung voran und ge Hier w Bode stattge einer Benzin ftanden war. Hug überzog liegenden Rü ftanden. An bie Herren n Bahnhofftra Sauberteit Männe S in der Tur Abends Fam elbauarbeiten aßc. geschachtet werden und durch Kieseinstampfungen ersetzt werden mußte. Durch diese ungünstige Bodenverhältnisse sind bis ht an Mehrausschachtungen etwa 1200 cbm geleistet keiner der Herren sich wesentlich beschmugt hatte. Auf der Straße, an der Westanlage, erklärte Herr Baumeister Braubach nochmals den gesamten Herren das deutschen Reiche die Verkleidung von öffentlichen Gebäuden mit Baumaterialien aus gebranntem Ton nicht mehr gern gesehen, oder wo dies noch der Fall ist, glaubt man auf ung für die gestrig porden. Besonders schwierig gestaltete sich die Ausführung Bauwerk der Kreuzung des Stadtringgrabens, sowie Formen und namentlich auf Fabrikationsverfahren zurückung der Kanalbau des Kanals durch den alten Stadtbach von der Sandgasse die Einrichtung, daß nach Inbetriebstellung des Siel- greifen zu müssen, die weit hinter uns liegen. Anstelle des luß der Beratunge hinter Cafe Ebel und an der Förtsch'schen Brauerei. Hier neges sämtliche Schieber, Thüren 2c. von der Straße Maschinensteins soll der Handstrichstein treten. Man beSUhr in der Bahn var der zur Verfügung stehende Plaz meist so eng, daß iff Herr Baumeiste ber fertig gestellte Kanal teils fast an die angrenzenden aus bedient würden, und nur ein Begehen der Kanäle zwecks Revision der einzelnen Teile erforderlich sei. denkt dabei nicht, daß unsere hochentwickelte Verblendsteinund Terracotta- Industrie eine ganz moderne Industrie ist, die sich alle Errungenschaften der Chemie und Physit zunuze en Sielbauarbeiten Maueru anschloß. Außerdem war die Arbeit, wie auch in Nach Beantwortung einzelner Fragen, seitens der ichen Darstellungen der Bahnhofstraße durch die Wasserhaltung sehr erschwert Herren Stadtverordneten schied man mit dem Bewußt gemacht hat. Aus diesen Baumaterialien sind im Laufe des führungen, der Kain Betrieb. Ein besonders schwieriger Umstand war noch verbundene, so doch nicht minder peinlichst, solide und auch Näheres über und sind durchschnittlich 3 Dampfpumpen Tag und Nacht sein, eine, wenn auch mit den schwierigsten Umständen lezten Vierteljahrhunderts Bauwerke geschaffen worden die utern. Bir gebbie alte Mauer vom Pistor'schen Esenlager. Da man an Rede wieder. g des flädt. Sie einen tragfähigen Boden fand, sowie da die alte sehr ver- zur Erfrischung eingenommen. dieser Stelle in einer Tiefe von etwa 7 m unter der Straße ganzen Stadt nad bitterte Mauer feinerlei Fundation hatte, wurde seinerzeit sauber ausgeführte Arbeit besichtigt zu haben und wurde im Hotel Schüß hierauf noch ein kühler Trunk ( Wir wünschen zu den weiteren ArbeitsausführHanau ein besseres als bisheriges Wetter, damit die den Mauerfiel auf Vorschlag der Bauleitung die Niederlegung und später ungen der ausführenden Firma Jäger u. Rumpf in Normalformsteine erinnert) herzustellen, sondern sie haben & durch die De Biederaufmauerung derselben seitens der Baudeputation beurch seitliche Beschlossen. Eine Besichtigung dieses bereits fertiggestellten selbe auch für ihre Anstrengungen die gewiß zu gönnende dem Bauw.rt, an dem diese Steine verwandt wurden, gut 6 der Baugrube Kanals, welche dieser Tage durch den Herrn Baumeister Belohnung findet. D. Redaktion.) analwand selber Braubach erfolgte, zeigte, daß ein Einwirken der angrenzen Einbringungen bo ngen des Grund tet werden, werde Ranals verbunden. ben Gebäude auf den Kanalsteinen feinen Einfluß bewirkt hatten. Nach diesen Erklärungen stiegen die fast vollzählig verLokales. Gießen, 1. Mai 1903. In einer gestern Abend stattgefundenen lliberales we figen and Bat Bersammlung der hiesigen Freifinnigen und Na= te berei unde ale gemeinsamer Kandidat the Denbach a. 1. fgestellt, derselbe hat die Kandidatur auch angenommen. In Marburg ist Geh. Rat Prof. Lehmann als liberaler Kandidat aufgestellt. ** Der Großherzog hat am 29 April den Georg Lamberth in Gießen zum Lehrschmied bei dem Tierglichen, find fammelten Stadtverordneten mit dem Herrn Oberbürger Die Grundwäfi meister nnd den 2 Beigeordneten, zwecks Besichtigung der etung unter be fanal. Wag vorher manchem Herrn eine gewisse Bellemme kanalanlage, am Düter an einer Seite herunter in den lete de auf be ung in Bezug auf das Durchgehen durch den Kanal gebrüdt eddrainage an den Augenschein nahmen, verschwand auch das kleinste Bedenken. eter bis zur Ah baben, als sie jedoch im Stanal bie ſolide Ausführung in über dem Beton Durch die Höhe des Kanals war es auch den größten Herren fed eingestamist i möglich in ungebückter Stellung den Kanal zu passieren. Die inage des vorbe Führung bei dieser Besichtigung, wobi sich die Herren in 3 Gruppen teilten, hatten seitens der Bauleitung die Herren Baumeister Braubach und Bauführer Seß und seitens der die Arbeiten ausführende Firma Jäger& Rumpf aus Hanau, an ernannt. beren hiesiger Vertreter Herr Kaiser übernommen. Agemein war man über die solide und schöne Ausführungen der Arbeiten erstaunt. An der Einmündung der GrabenStraße in die Bahnhofstraße ist ein Enführungsschacht für den Kanal in der Grabenstraße eingebaut und das cin führende Eisenrohr eingemauert. Durch praktische Einmauerung von Steigeisen fann man bequem in den Schacht einunib aussteigen. Außerdem sind in die Wände, an den Stellen, wo später die Hausanschlüsse einmünden, besondere Thoneinlaßstücke in Weiten von 10-15 cbm einges Bt. icht, den Grund nd das Grund. Da der Kanal afferfstand( nach der Bollendung Keller in der sich die Herren folgenden Bwed uptsammler, 13, Aüchen und der Wiesed ab edufer in folde emauerten Profil spital der Landes Universität mit Wirkung vom 1. Mai 1903 Gemeindeschule zu edern, Kr. Schotten. Beide Stellen Erledigt sind die 1. und 2. Lehrerstelle an der sind mit ev. Lehrern zu besetz'n und steht dem Herrn Fürsten von Stolberg Wernigerode- Gedern das Präsentationsrecht für sie zu; mit jeder von ihnen ist die Hälfte des Orga= nistendienstes verbunden, die mit einem ev. Lehrer zu beseßende 1 Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Grüningen, Kr. Gießen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; dem Ortsvorstande zu Grüningen steht das Präsentationsrecht für sie zu, sämtlich mit dem gefeßlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. ** Am 1. Mai beginnt die Jagd auf den Reh. bod, daß Anstand auf den Bock Von hier aus gelangt man an den etwa 100 m weiter= liegenden Einführungsschacht an der Wistanlage. In diesem Schacht sind zwei große Eisenrohre, in welchen die Schmutz- dem Schönsten, was hier oder anderwärts gebaut worden ist, stolz an die Seite gestellt werden können; in Gemeinschaft mit einander haben sich Architekt und Fabrikant nicht nur bestrebt neue Formen, die sich für das Bauen mit Berblendsteinen ganz besonders eignen,( es sei nur an die auch den Vrblendsteinen Farben gegeben, die sich jeweilig anpaßten. Alles dies wird in Frankreich erst neu geschaffen werden müssen, um dort dem Verblendsteinbau die große Verbreitung zu geben, die derselbe in Deutschland b saß. wir glauben bei dem Nachahmungstrieb, den der Deutsche nun einmal hat, daß auch wir in Deutschland wieder zum Verblendsteinbau zurückgreifen werden, nachdem in Frankreich werben. Da bies aber doch noch geraume Zeit dauern wird, prächtige Bauten aus gebrannten Tonſteinen errichtet sein so fürchten wir, daß die deutsche, blüh nde BerblendſteinInduſtrie zu Grunde gegangen sein wird, the die deutſchen Staatsarchitekten wieder G.schmack an farbenechten Bauten finden werden und daß dann eine neue Verblendstein- Industrie erst wieder geschaffen werden muß, bevor solche Bauwerke blendsteinwerken inderstierte Kapital, wird zu einem großen errichtet werden können. Das ist in unseren großen VerTeil verloren gehen, die in den Werken beschäftigten Arbeiter die zum Teil weit über 25 Jahre an derselben Stelle tätig sind, werden ihren Wirkungsfreis verlassen müssen, und die dienst zuführen, werden veröden. Und dies alles nur des Ortschaften, denen i zt Verblendsteinw rfe Loha und Vers halb, weil es einige Leute giebt, die es geschmacklos finden, daß es Bauten giebt, welche nach vielen Jahren noch wie nu aussehen, anstelle sich darüber zu freuen, daß es mögJahrhunderten zeigen, was deutsche Kunst und Technik zur lich ist, Bauwerke zu schaffen, die noch in den fernsten Zeit der ersten deutschen Ka ser aus dem Hause Hohenzollern Schönes hervorgebracht hat. Aus Hessen und Nachbargebieten. mußte iſt. U waſſertanale ber Weftanlage( öftl. und westl.) eingeführt bbmänner bericht, auch die ben füblichen Abhängen Anton Detroiß, der sich bei seiner Verhaftung ſo chnisch hier eine en. Diese Rohre A Brieftauben- Sport. Nächsten Sonntag den 3. Mai kommt die Mitteldeutsche Reise- Vereinigung, zu welcher die Vereine Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Niederrad, Offenbach, Aschaffenburg, Hanau, Michelstadt, Diez und Gießen gehören, mit cirka 5000 Stück Brieftauben auf dem hiesigen Bahnhof an und werden die Tiere hier in Freiheit gesezt, um nach ihrer Heimat zurückzufliegen. Von hier aus schließt sich den darnachfolgenden Sonntag unser Gießener Brieftauben- Club mit seinen Tieren dem Transport an. Derselbe geht dann in Zwischenräumen von je 8 Tagen nach Marburg, Treysa, Kassel, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Neumünster, Jübeck bis zur Endstation Woyens, die am 2. Juli erreicht wird. Die ganze Tour hat eine Länge von 570 km. Der Transport geht mittelst Extrazuges, und wird der Aufflug von einem den Bag begleitenden Fachmann geleitet. Um den hiesigen Aufflug zu beobachten, empfiehlt es sich recht frühzeitig auf der oberen Eisenbahnbrücke sich einzufinden. werden. Direkt hinter diesem Schacht gelangte man in das verben und wird intereſſanteſte und schwierigste Bauwerk der hiesigen Kana- des Vogelsberges ausgezeichnet zu werden verspricht. Aber, iden geschmiedeten lisation. Dieses Bauwert macht einen gewaltigen Eindruck. so heißt es in den Berichten, roth ist noch nicht der gute hl zweier neben Tritt man in dasselbe ein, so schaut man zuerst über Bock, er hat noch nicht verfärbt, auch sein Gehörn ist noch 68 Rüdfichten den an dieser Stelle nicht überwölbten Kanal und Gurtnicht reif, nicht geht er stolz einher. Deshalb trotz Schußim rechte fitigen bogen, welche im Verein mit den Gewölbeenben beg burchzeit die Büchse noch nicht von der Wand! et ist es ermög gehenden Kanals die Wiederlager zu weiteren entgegengesepten auszuschalten und tuellen Schlamm wölben bilden. Auch über dieses Bauwerk gab Herr Baumeister Braubach interessante Erklärungen und wollen nteren Düderbou wir auch deren ähnlichen Sinn hier wiedergeben. Dieses Bauwerk hat folgenden Zweck: An dieser Stelle freuzt in ister Braubach berselben Höhe wie der Hauptsammler der Stadtringgraben geprüft. Außer ben letteren. Da der Stadtringgraben nach Fertigstellung Spundwände durch der gesamten Kanalanlage nur noch zur direkten Abführung ſtändige Betonum von Wetterwäff r dient, durfte derselbe an den Hauptsammler die Rohre nicht angeschlossen werden und war also eine Unterbüferung 4,00 m erhalten be letzteren, ähnlich, jedoch in kleinerem Maße wie unter dieselben irgend der Wieseck erforderlich. Der Stadtringgraben mündet also hnten Spülthüren in eine an den Hauptsammler, jedoch gegen denselben abge n anderen Zwed schlossenen Kammer ein, und ist hier mittelst zweier geſſen, so staut fi mauerten Düfer unter dem Hauptsammler hergeführt; mündet und kann dur dann in eine an der anderen Seite des letzteren angebrachten Chür mit foloffalet Stammer und geht von dort wieder in einem normalen Düterrohr dur Profile weiter. Damit das später durch den Stadtringgraben t sich fortreißen. fließende reine Wasser zur Spülung des Hauptsammlers bewerden also nutzt werden faun, sind in der letzterwähnten Kammer zwei Closetwäffer unge Kanalschieber eingebaut. Der eine steht vor der Ausmünihrt. Diese Klär dung des Stadtringgrabens, der andere vor einer in die gewiffen Lahn Kanalwand des Hauptsammlers eingebauten Deffnung. Durch Durchlaufen der entsprechende Regulierung dieser Schieber kann eine zwed fret der Lahm mäßige Durchspülung des Hauptsammlers erfolgen. den vermittelst tiefe von 7,50 m nötig. Durch starken Grundwasserandrang, ein, so werden durch die Einbauung der Düke war hier eine Ausschachtungsbei Abführung den 12 Wochen anhaltenden Frost, sowie des öfteren Lahnder Dilferrohr hochwasserstands waren diese Arbeiten in ihrem Fortschritt Eindringens von hr gehindert. Nach diesen Erklärungen schritt man zur Taterial überfüllt Besichtigung der übrigen noch fertig gestellten Kanalstrecke t. Die Wiese voran und gelangte wieder in das ursprüngliche Kanalprofil. aß auf die Kanal Hier waren noch deutlich die Spuren eines voriger Woche stattgefundenen Brandes, welcher durch Explosion und eines Benzinbehälters ent Berlängerung des ftanden war. Die Wände waren hier noch stark mit Ruß überzogen. Außer Anbrennen von im Kanal liegenden Rüstholzes war weiter kein Schaden ent, Wetsteingaffe ftanden. Am Ende der fertigen Kanalstrecke kletterten aierung in richtiger Würdigung der praktischen und ästheti= um neuen Fried die Herren nun nach dem interessanten Gang unter der schen Vorzüge des Verkleidens der Häuser im Aeußeren und is zur Wallthor Bahnhofstraße her, wieder an's Tageslicht. fammler A bie Bahnhof Wiefed hat er ein , 95 m und läuf , 50 m Breite und Be ab wird er i von 0,40 m bil o feit Arbeitsbe t 965 m Mauer Von der Sauberkeit der ausgeführten Arbeiten zeugte, daß Männer- Turnverein, Giessen. Sonntag, den 3. Mai 1903 nachmittags 1/23 Uhr erdem find no in der Turnhalle des Großherzogl. Realgymnasiums: nälen ausgeführ g diefer Arbeiter größtenteils febr ten Fällen feiner amm, welcher of Ranalfable aut Anturnen. Abends 7 Uhr in Zum neuen Saalbau" Familien- Abend. Eine gegen den Gastwirt Wagner Steinstraße hier eingeleitete Untersuchung wegen Verdachts der Brandstiftung ist vom Großh. Landgericht nachdem die Voruntersuchung nichts Belastendes ergeben hat fallen gelassen worden. - *** Mainz, 30. April. Der pongheimer Ranbmörder zeigte, ist ist völlig zusammengefnickt. E hat sich schon geistlichen Beistand erbeten Homburg v. d H., 30. April. Der Bezirksfeld. webel Wagner dahier hat sich erschossen. Eine unheilbare Krankheit seiner Frau soll ihn zu dem Schritte getrieben haben. ** Wiesbaden, 30. Apcil. Die hiesigen Anhänger der Freisinnigen Vereinigung werden bei der Reichstagswahl den Kandidaten der Freisinnigen Volte partei, Crüger, unterſtützen. *** In Bebra füllten mehrere Knaben eine Flasche mit ungelöschtem Kalt, taten Wasser hinzu und verkortten die Flasche. Plößlich explodierte sie, nachdem der Kalk ins Löschen geraten war. Dabei wurde einem der Knaben, der Sohn des Maschinisten Beutel, durch die glühende Masse Auch drei andere Knabrn erlitten mehr oder weniger schwere das eine Auge vernichtet und das andere schwer verletzt. Verlegungen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Jubilate, Sonntag den 3. Mai. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde Pfarrer Scheuemann. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Rindergottesdienst für die Lucasgemeinde. Pfarrer Euler. ** Wie die französische Monatsschrift ,, La Céramique" mitteilt, wird die ,, Union Céramique et Chaufournière de Erance" demnächst einen Wettbewerb ausschreiben, der in erster Linie dazu dienen soll den gebrannten Tousteinen schmückung eine größere Anwendung zu verschaffen. Außer sowohl für die äußere wie auch für die innere Aug. dem französischen Biegler- und Kalkbrenner- Verein wird sich auch die Staatsregierung an dem Ausschreiben beteiligen und zwar durch das„ Instituts des Beaux- Arts"( Akademie der Künste.) Den Siegern an dem Wettbewerb sollen Geldpreiſe, und dem Verfertiger der besten Arbeit außerdem der Titel: Architekt der Union Ceramique et Caufournière de France" zuteil werden, ein Titel, der wie vom Präsidenten des Vereins hervorgehoben wurde, der derzeitige Inhaber eines solchen Architekt Marcel Desliguières, jederzeit mit Stolz führt. Von fachmännischer Seite wird uns dazu folgendes geschrieben: Während so die französische Staatsre Heute u. Samstag: gesalz. Ochsenfleisch 40 Pfg. Inneren mit gebrannten Tonsteinen die weitere Anwendung dieser Baumaterialien zu fördern sucht, wird bei uns im Rat in Bausachen! Baurechnungen werden revidert. Baustreitigkeiten, auch in den verwickeltſten Fällen, zu einem außergerichtlichen Vergleich gebracht von einem erfahrenen Sachverständigen. Mitteilungen werden unter Bausache" an die Keller'sche Druckerei Gießen erbeten. Ia. Referenzen. " und biblische Besprechung. Pfarrer Scheunemann. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal: Versammlung Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabbathfeier am 2. Mai 1903. Freitag Abend 7.15 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 835 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr. Nachmittags 6.30 Uhr. Abends 8.35 Uhr. Schlachthaus Gießen. Morgen: Rindfleisch 56 Pfg. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, borm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin klein, Gießen. Bekanntmachung. Das Fahren der Leichenwagen ist von Eröffnung des Friedhofs am Rodtberg ab bis auf Weiteres zu vergeben.Mai 1. F. bei mir einzureichen. Angebote hierfür sind in verschlossenem Umschlag bis zum 15. Die Bedingungen werden auf der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15. unentgeltlich abgegeben. Gießen, den 28. April 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Eis! Don Eis! Meiner verehrlichen Kundschaft zur gefl. Nachricht, daß vom 1. Mai ab jedes gewünschte Quantum bezogen werden kann. Otto Luft, Wirt. Gießen, Neuenweg 28. Giessener Stadttheater. Samstag, den 2. Mai 1903. Einmalige volkstümliche Vorstellung. Die Fledermaus. ROLAND HAMBURG? ROLAND HAMBURG? Achtung! Samstag nachmittag den 2. Mai OOOOOO0000006 bin ich von 1/23 Uhr an Für die bevorstehende Saison empfehle ich meine außerordentlich reiche Auswahl moderner Tapeten in jedem Genre und in jeder Preislage, sowie alle Neuheifen in Lincrusta, Seide und Stoff- Tapeten. Vorjährige Muster und Neste zu den bekannten billigen Preisen. Telephon 305. Heinrich Hochstätter. Tapeten- Spezial- Geschäft, Schloßgaffe 19 am Brandplay. Reinhardsquelle für Nieren- Blasen u. Harnleiden. Herrlichste Gebirgslage, auch für Nichtkranke zur Ausspülung der Nieren und Blase, sowie zur Abtreibung überschüssigen Harn: fäure geeignet. u unterm Felsenkeller im Seipp'schen Gartent mit Spinat, Salat und getrockneten Pflaumen anwesend. Breise wie bisher. Chr. Klein aus Altenkirchen. Schirme werden schnell und gut reparirt u. nenbe= zogen. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9 Darmstädter Trintkur, ohne Kurtage, Mineral- n Sonnenbäder. Pferde- Lotterie Wohnungen mit voller Pension. Zahlreiche ärztliche Urteile stehen zur Verfügung. 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Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. In der Zeit vom 30. April I. J. bis einschließlich 13. Mai 1. Js. liegen auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim die Arbeiten des 2. Abschnittes über die infolge Grenzregulierung zugezogenen Fluren XVII und XVIII der Gemarkung Heuchelheim, nämlich: 1. Das Besizstandsverzeichnis, 2. Die Bonitierungsfarten, 3. Die Gütergeschosse nebst Zusammenstellung zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet ftatt: Donnerstag, 14. Mai 1. J., vorm. von 11-12 Uhr auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim bei Gießen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. wendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aftengröße( mindestens/ Bogen) einzureichen. Friedberg, 25. April 1903. Der Großherzogl. Feldbereinigungskommiffär gez. Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Zum 1. Juni laufenden Jahres ist die Stelle eines Turmwarts zu besetzen. Die Annahme erfolgt auf unbestimmte Zeit mit vierwöchentlicher Kündigungsfrist gegen eine jährtiche Vergütung von 600 Mat. Die näheren Be d ngungen sind auf der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 15 zu erfragen. Zuverlässige Bewerber wollen sich unter Beibringung von Zeugnissen über ihre seitherige Beschäftigung bis spätestens zum 15. Mai laufenden Jahres schrift. lich bei mir melden. Gießen, den 28. April 1908. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Die Pläne über die Ecrichtung von oberirdischen Telegraphenlinien an der von der Haltestelle Saasen Kleine 3- Zimmerwohnung abgehenden Gemeindestraße nach Winnerod und an der von Winnerod nach Saasen führenden ch.ussierenden Gemeindestraße liegen bei dem Kaiserlichen Postamt in Gießen 1 aus. ( Martenanteil per Monat 14 Mt. zu vermieten. ,, Schöne Aussicht." Eine schöne 3- Zimmerwohnung, sowie noch eine kleinere Wohnung per 1. Juni zu ve mieten. - Gießen.- Rodheimerstr. 29. 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