CHR Nr. 77. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgebolt monatlich 50 Bfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Brattabellagen: Oberbeffische Familienzeitaus( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Mittwoch, den 1. April 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertisz pret& Die einspaltige Peritzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Pfg fonft 15 fg.; flamen die Petitzeile 30 resp. 40 fe Boftzeitungslifte No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 20. Fernsprechanichinh N, 368. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Milchkub des Staates. - Ein Stück Eisenbahnpolitik. Ueber die Zweckmäßigkeit des Ausgleichsfonds, wie r bei den preußischen Staatsbahnen eingerichtet wird, lann eigentlich taum ein Zweifel bestehen. Denn ei gleicht dem Reservefonds der Aktiengesellschaften und ver folgt den Zweck, in den schlechten Jahren den Stillstand bem Ausbau und der Vervollkommnung unseres Verlehrsnetzes zu verhindern. Und für eine derartige vorichtige Finanzverwaltung, die eine Hinterlassenschaft des verstorbenen Herrn v. Miquel ist, empfiehlt sich um jo eher das geschaffene System, weil die Eisenbahn die Milchkuh des Staatshaushalts ist, die immer nur hergeben und nichts für sich behalten soll. Die Loslösung eines Teils der Einnahmen aus dem Staatshaushalt und deren Aufsammlung sichert wenigstens die Eisenbahnverwaltungen gegen etwaige Gefahren schlechter Zei ten. Auch in diesen darf die Vervollständigung und die Bervollkommnung unseres Bahnneßes keine Einbuße erleiden. Wenn nun dieser an sich richtige Plan doch im preusischen Abgeornetenhause seine Gegner fand, so war bies nur möglich durch eine rein formalistische Auffassung der Dinge; ein Teil der Abgeordneten glaubte, sein Gelberbewilligungsrecht erleide einen Abbruch, wenn ein Teil der Staatseinnahmen saßungsgemäß schon thesau riert wird; allein die aufgesammelten Mittel werden zum Teil wieder verwendet und zwar im außerordentlichen Etat, an dessen Gestaltung die Abgeordneten mitwirken können. Ein anderer Teil der Abgeordneten war der Meinung, es verleite zu leichtherzigen Ausgaben eine merkwürdige Auffassung angesichts der Tatsache, daß es ja gerade aus dem allgemeinen Staatsbetrieb herausgezogen wird, um in den fetten Jahren die übrigen Ressorts zu gunsten der Milchkuh des Staates zur Sparsamkeit anzuhalten. Wir aber begrüßen es als einen finanzpolitischen Fortschritt, daß in Zukunft 60 Millionen im Jahr zurückgelegt werden, um unserem Wirtschaftsleben das Rückgrat, den Verkehr, zu erhalten; ohne Pflege würde sonst die Milchkuh des Staates bald ihren Wert verlieren. Die Politik. Vom Schwäher Dewey. :| Der biedere Admiral Dewey, der wegen seiner albernen Aeußerung über die deutsche Flotte selbst von amerikanischen Blättern scharf getadelt wird, hat u. a. auch Englands Freundschaft für die Vereinigten Staaten für echt erklärt. Leider schenke das Volk den Engländern nicht so viel Vertrauen, als sie verdienten. Von allen europäischen Nationen sei Großbritannien Amerifas bester Freund. Jetzt hat man wenigstens eine Erklärung dafür, weshalb Dewey auf Deutschland so schlecht zu sprechen ist. Er liebt die Engländer- das jagt alles. Uebrigens hat die deutsch- amerikanische Vereinigung von Pennsylvanien eine scharfe Resolution gegen Dewey gefaßt. König Eduar. 8 politische Reisen. ( König Eduard von England hat am Dienstag seine Fahrt nach dem Mittelmeer angetreten. Das nächste Ziel der Reise ist bekanntlich Lissabon, wo der britische herrscher als Gast des portugiesischen Konigs sechs Tage weilen wird. Selbstverständlich hat die Reise einen politischen Zweck von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Nicht nur als Ausdruck der nun ein Jahrhundert aften guten Beziehungen zwischen England und Portugal ist dieser Abstecher Eduards VII. nach Lissabon zu betrachten, sondern es gilt, troß aller Ableugnungen der britischen Presse, der Herbeiführung eines Abkommens über die Abtretung der portugiesischen Delagoa- Bay an England. Auch die Weiterfahrt des englischen Königs dient politischen Zwecken: Zunächst besucht er Malta, wo zur Zeit in der vorwiegend italienischen Bevölkerung eine starte Abneigung gegen das englische Regiment herrscht. Offenbar soll der Besuch des Königs versöhnlich wirken. Bon Malta aus fährt der König, von einer stolzen Schlachtflotte begleitet, nach Neapel, wo ihn König Victor Emanuel mit der gesamten italienischen Heimatsflotte erwartet. Auch diese Begegnung, der eine gewaltige englisch- italienische Flottendemonstration die Folie geben soll, wird politischen Zwecken dienen. Nach der Abfahrt von Neapel wird König Eduard dann eine Zusammenkunft auf hoher See mit dem Präsidenten der französischen Republik haben. Herr Loubet begibt sich gerade in jenen Tagen von Marseille aus zu Schiff nach Tunis und Algier. Zwischen den beiden Staatsoberhäuptern, wird zweifellos auch nicht nur über das Wetter und über das beiderseitige Befinden gesprochen werden. Nach der Heimkehr wird König Eduard dann noch eine politische Reise unternehmen, diesmal zusammen mit seiner gegenwärtig in Kopenhagen weilenden. Gemahlin. Diese Reise geht nach Irland, dessen Bevölkerung mit der englischen Herrschaft zu versöhnen, der König als eine seiner dringendsten Aufgaben betrachtet. Man sieht also: König Eduard fährt nicht nur zu seinem Vergnügen und um seiner Gesundheit willen in der Welt herum, sondern er verbindet damit zugleich politische Zwecke von nicht zu unterschätzender Tragweite. Mazedonische Greuel. Tas mazedonische Komitee macht seine Drohung, ein Schreckensregiment in Mazedonien einzuführen, wahr. Die angedrohte Sprengung von Brücken und Tunnels hat begonnen: Am Dienstag wurde ein Dynamitanschlag auf eine der Eisenbahnbrüden zwischen Philippopel und der Grenze verübt. Näheres über die Folgen des ruchlosen Verbrechens ist noch nicht bekannt geworden; insbesondere weiß man nicht, ob der Orientexpreßzug, dem der Anschlag galt, dabei Schaden gelitten hat.- Uebrigens veröffentlicht die russische Regierung gegenwärtig eine Reihe von Berichten russischer Konsuln in Mazedonien, aus denen erhellt, daß, die mazedonische Bevölkerung von dem Treiben des Aktionskomitees und der bulgarischen Banben nichts wissen will und nur gezwungen diesen Gehörsam bezeigt. Zugleich wird festgestellt, daß die mazedɔnischen Aufrührer die schändlichsten Verbrechen begehen, um ber Bevölkerung und Schrecken einzuflößen. Das französische Budget ist für das Pariser Kabinett eine Quelle schwerer Sorgen. Es wandert unaufhörlich zwischen den beiden Körperschaf ten, deren Genehmigung es zu seiner Giltigkeit bedarf, hin und her; der Senat will nicht, wie die Deputiertenfammer will, und umgekehrt. Der Senat hat namentlich an den Förderungen für Militär und Marine große Abstriche vorgenommen, mit der Begründung, daß dem Lande feine Gefahr drohe. Die Deputiertentammer will aber von solchen Abstrichen nichts wissen. Dabei ist eine Einigung der beiden Kammern um so dringlicher, als der Etat längst unter Dach und Fach sein müßte, wenn eine ordentliche Finanzverwaltung der Regierung ermöglicht werden soll. Einstweilen macht noch keine der beiden Körperschaften Anstalten, den flügeren zu spielen und nachzugeben. Kurze politische Nachrichten. * Der Kaiser hat angeordnet, daß bei der großen Wichtigkeit, welche dem Vorhandensein eines ausreichen. ben, tüchtigen und zuverlässigen Unteroffiziertorps des Beurlaubten standes für den Mobilmachungsfall beizumessen ist, der Auswahl und Ausbilbung der Aspiranten ganz besonders im Auftreten als Vorgesezte und in der Gefechtstätigkeit hohe Sorgfalt zugewendet werden muß. * Die im neuen Etat bewilligte militärtechnisch e Akademie erhält 1 Direktor( Generalmajor), 1 Major als Direktionsmitglied, 1 Major als Militärlehrer, 1 Hauptmann als Adjutant. * Ter bekannte Landtags- und Reichstagsabgeordnete Knŏrcke ist gestorben. Er war Theologe von Beruf. * Der frühere Präsident des Oranjefreistaats Steijn hat unter dem Versprechen, sich nicht mit Bolitik zu be schäftigen, von der britischen Regierung die Erlaubnis zur Rückkehr nach der Oranjekolonie erbeten. * Aus Algier wird gemeldet, daß aufständische Beduinen eine französische Schüßenpatrouille des Postens Kfarel Azug angegriffen haben. Dabei wurden ein französischer Unteroffizier und vier Mann getötet, zahlreiche andere verwundet. * In San Domingo hat in der Nähe von Dajabon ein Gefecht stattgefunden, in welchem die Regierungstruppen 27 Tote und 23 Verwundete, die Aufständischen 5 Tote und 11 Verwundete verloren. Die Regierungstruppen stehen rings um San- Domingo, man erwartet eine Schlacht. Britische Heeresforgen. Die scharfen Kritiken britischer Militärs an der Beschaffenheit der englischen Heereseinrichtungen sind nicht fruchtlos geblieben. Die britische Heeresverwaltung arbeitet mit Hochdruck an der Ausmerzung der veralteten Schäden. Allerdings faßt sie die Sache nicht gerade beim rechten Ende an. Statt nämlich zunächst auf die Disziplin der Truppen, die von jeher viel zu wünschen übrig ließ, ihr Augenmerk zu richten, legt sie den Hauptwert auf die Verbesserung der Waffen. So erklärte im britischen Unterhaus der Kriegsminister Brodrick, daß mit verschiedenen Schnellfeuergeschüßen für den Felddienst Versuche angestellt würden. Außerdem hat das Kriegsamt eine Neuerung eingeführt, die etwas gewagt erscheint: Es hat Automobilgeschüße eingeführt. Bis jetzt sind 10 solcher Geschüße im Gebrauch. In nächster Zeit werden noch weitere 40 eingestellt werden. Sechs sind für den ausschließlichen Gebrauch des Generalstabes beſtimmt. Es sind viersißige Fahrzeuge in Rot und Khafifarbe. All diese kostspieligen Erperimente werden nublos bleiben, solange nicht der Geist der Truppen sich ändert. Für die Zustände, die in dieser Beziehung in der britischen Armee herrschen, wird eben wieder ein typisches Beispiel bekannt. In der Artilleriefaserne zu Pretoria versuchten eine Anzahl Mannschaften vom irischen Leicester- Regiment einen Kameraden, der in Arrest gebracht werden sollte, zu befreien, ergriffen die Gewehre und belagerten das Arrestlokal. Als zum Appell geblasen wurde, leisteten sie nicht Folge; und als eine andere Abteilung des Regiments anrückte, fim sich der Meuterer zu bemächtigen, gaben diese einfach auf ihre Kameraden Feuer! 18 Mann wurden verwundet, dann gelang es endlich, 22 der Empörer festzunehmen! Mit solchen Soldaten, wie gut sie auch bewaffnet sein mögen, gewinnt man, wie der Burenkrieg ja schon gezeigt hat, keine glänzenden Siege. Was für die britische Landarmee gilt, das gilt auch von der Marine. Auch hier werden jetzt große Reformen vorgenommen. Das Segelererzieren wird abgeschafft, dafür werden die See leute mehr am Geschütz und den Maschinen exerziert, und auf den Seemannsschulen wird neuerdings auf die körperliche Ausbildung der Zöglinge durch eifriges Tur nen größeres Gewicht gelegt. Auch das, so zweckmäßig es an sich sein mag, tann nicht viel verschlagen gegenüber der Indisziplin der englischen Seeleute, die den Landratten an Unbotmäßigkeit und Zuchtlosigkeit nichts nachgeben. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser wohnte in Potsdam Kompagniebe sichtigungen bei. Wie aus siel gemeldet wird, erhielt die Yacht ,, Hohenzollern" Befehl, nicht nach dem Mittelmeer abzugehen. Ursprünglich sollte das Schiff am 28. April in Genua sein. Der Kaiser beabsichtigt jetzt, für seine Mittelmeerfahrt die für den Kronprinzen gecharterte englische Dampfyacht zu benußen. Die Nordlandreise des Kaisers beginnt gleich nach der Kieler Woche. *** Das Befinden der Kaiserin ist nach den offiziellen Berichten weiterhin gut, doch soll die vollkommene Heilung des gebrochenen Armes immerhin fünf bis sechs Wochen in Anspruch nehmen können. Die Kaiserin wird wohl nicht, wie anfänglich in Aussicht genommen war, nach Schloß Bellevue übersiedeln. *** Der Kronprinz ist mit seinem Bruder Eitel Friedrich von Lutfor aus wieder in Kairo eingetroffen. Beide Prinzen erfreuen sich der besten Gesundheit. Neue Gefahren in China. Aus China bringt der Telegraph Kunde um Kunde von wieder beginnenden Unruhen. Diese Wirren sind bei der jezigen Lage nicht Erscheinungen lokaler Natur, sondern ziehen alle Kulturstaaten, und nicht zuletzt Deutschland, in Mitleidenschaft. Mit banger Sorge richten sich die Blicke der europäischen Diplomaten daher wieder dem fernen Osten zu, in dem jeden Augenblick sich ein neuer politischer Gewittersturm entfesseln kann. Und was das Schlimmste dabei ist, man ist über den eigentlichen Grund der Bewegung immer noch nicht im Klaren. Gilt sie den Fremden? Gilt sie dem Kaiserhause? Gilt sie beiden zusammen? Da kommt eine Schilderung sehr gelegen, die ein Mitglied der Pekinger russischen Botschaft und ein vorzüglicher Kenner des chinesischen Landes, der sich augenblicklich auf Urlaub in Italien aufhält, im Freundeskreise von den augenblicklichen Verhältnissen entworfen hat. Wir sind in der Lage, unsern Lesern nachstehend das Wichtigste aus diesen bemerkenswerten Ausführungen mitteilen zu können; China ist das Land der Ueberraschungen, das Prophetenhandwerk ist dort sehr schwer. Aber schon jetzt kann man mit Bestimmtheit voraussagen: Wir stehen am Vorabende neuer großer Unruhen. Oder besser gesagt, die Unruhen haben überhaupt nicht aufgehört. Die Chinesen sind geduldig und schwer aus ihrer Ruhe zu bringen, aber einmal aufgerüttelt, kommen sie nicht so leicht wieder zur Ruhe. Man denke nur an den Taipingausstand, der von Li- Hung- Tschang mit Hilfe Gordons nur nach unendlichen Mühen gedämpft werden konnte und nicht weniger als 20 Millionen Menschenleben kostete. Dié jezige Stille ist nur scheinbar. In Wirklichkeit ist das ganze ungeheure Reich in einer Bewegung, die es in seinen Grundfesten erzittern läßt. Ob sie sich allein gegen die Fremden richtet, wie die legte, oder auch gegen die herrschende Dynastie, fann man noch nicht mit Genauigkeit bestimmen. Jedenfalls ist der Haß gegen die Fremden überall zu - neuer Flamme emporgelobert. Die Verfolgungen gegen die eingeborenen Christen nehmen überhand und die Schulen der Missionen beröden. Die Anwesenheit der Missionen reizt überhaupt die chinesischen Volksleidenschaften. Sie ist eine ständige Erinnerung an die erlittene Niederlage. Im Innern des Landes schwärmt es von bewaffneten Banden, die Untat auf Untat häufen. Zum großen Teil Aufständischerbe ich getan, und rühme mich deffen. wehre der Soldaten blitten schon von den Felsen her. Die letzten Verbannten waren verschwunden. Die Ge,, Plat!" rief nunmehr Müller aus, ihn zurüd. Dolch aus indem er einen dem Busen zog. Wladimir, folge Lanin wies Serr Hinter Wladimir trat Rahidas Gestalt hervor. ergeben Sie sich gleichfalraio Sd ergebe mich dem Grafen M." Müller mir!" ert tept trat Dervor. CHE von Offibirien fehle austeilen zu wollen." Mit welchem Rechte führen Der Generalgouverneur warf ihm einen verächtlichen Graf M.!" Tallte er, kaum seiner Stimme mächtig Echelm trat bleich und zitternd einen Schritt zurüd. aus der Mitte ber Offiziere beror, Herr Schelm, Sie scheinen in meiner Gegenwart Be Blick zu. mmande ither deihen ließen. Den ilm ber Zax, Gras 203 unb General Lanin ange Am Tage nach der Rückkehr nach Grkutsk nahm wla ng: er hatte gehalten wordie als Naseine Ehrenrechte wiedererhalten. hidas Dienerin bisher von Schelm in dimir in dem Hause seiner Gattin war, ohne daß er wußte, daß sie Popoffs Mutter den war, ward gleichfalls in Freiheit gefekt Die Furcht. Eine Kriegsepisode bon Hans Martin. ( acoruat verboten.) 4 Tropensonne, marschierte das Regiment nach der Front. Todmüde, gepeinigt von den glühenden Strahlen der bestehen sie aus verabschiedeten Soldaten, die wassen und Munition haben mitgehen heißen. Aber auch sonst mangelt es an Mordwerkzeugen nicht. Der Waffenhandel blüht, trop des strengen Verbots, üppiger denn je. Lie europäischen Mächte haben daher angesichts dieser drohenden Lage auch alle Vorkehrungen getroffen, daß im Falle des Ausbruchs von Unruhen ihre diplomatischen Vertreter nicht so leicht der Wut des Pöbels zum Opfer fallen fönnen. Das Schauspiel, das heute das Gesandtschaftsviertel in Pefing bietet, steht in der Geschichte einzig ba. Die Gesandtschaftsgebäude bilden gegenüber dem ,, heiligen", den Europäern verschlossenen Stadtteil eine zweite heilige Stadt, beren Betreten den Chinesen verboten ist. Das ganze, füblich an den Kaiserpalast anschließend bis zur Tatarenstadt hin, ist mit einer mächtigen Festungsmauer umgeben, die mit Kanonen modernsten Stils nur gespickt ist. Im Falle einer neuen Belagerung würde ber Kaiserpalast in wenigen Stunden von den Granaten in eine Trümmerstätte verwandelt werden. Die Tore dieser eigenartigen Festung sind von europäischen und japanischen Truppen bewacht. Man lebt dort in der verkehrten Welt. Die Gesandtschaften, die ein sichtbares Pfand des Friedens und der Freundschaft bilden sollten, sind statt dessen eine bis ins Herz der chinesischen Hauptstadt vorgeschobene starte feindliche Festung mit vorzüglichen Verbindungen nach der Küste hin. Doch eins fehlt dieser Festung leider gänzlich, es ist der Nachrichtendienst im Bereich des Feindes. Die Residenzen der europäischen Gesandten stoßen unmittelbar an die Gärten des Kaiserpalastes, aber nur wenig weiß man dort über das, was sich unter jenen weitschimmernden Dächern von gelber Majolika ausspinnt und vollzieht. Die heilige Stadt, in der während zweier Jahre der taktmäßige Schritt europäischer Soldaten widerhallte, ist wi der in Wahrheit heilig und unverleßlich geworden. In den Gesandtschaften sind häufig so unflare Gerüchte über die Vorgänge im Palast verbreitet, daß man nicht glauben sollte, sie stammten aus Beting selbst. Man ist dahin gekommen, daß man selbst den schlauen Fuchs Li- hungTschang, bei dessen Tode mancher europäische Diplomat erleichtert aufatmete, schmerzlich vermißt. Er war doch wenigstens ein Bindeglied zwischen jener alten, absterbenden Kultur und dem modernen Europa. Auch wenn seine Nachrichten sich als lügenhaft erwiesen, war es immer noch besser, als dieses tiefe, geheimnisvolle Dunkel, in das sich jeßt die chinesischen Machthaber hüllen. Denn wer den Grund zu erraten wußte, weshalb er log, konnte sich die Wahrheit schließlich konstruieren, aber so? Kurz und gut, die Mächte gehen in China schweren Tagen entgegen. Die einzigen, die die Entwickelung der Dinge, wie sie auch kommen mögen, mit Ruhe abwarten können, sind die Japaner. Mögen die Russen auch die Mandschurei strategisch in Händen haben, mögen sie noch so starte Truppen an der Grenze sammeln, sie werden bie Japaner hindernd auf ihrem Wege finden. An Waffengewalt sind sie den Russen dort mindestens ebenbürtig, weit überlegen aber sind sie ihnen dadurch, daß sie den Chinesen stammverwandt sind. Es ist eine förmliche Flut bon japanischen Kaufleuten, Handwerkern und Ingenieuren, die das Land überschwemmt. Und zwischen den Söhnen des Himmels und denen der aufgehenden Sonne entspinnt sich eine Freundschaft, die für die Interessen ber Europäer äußerst gefahrvoll werden kann. Schon jezt sind die europäischen Instrukteure aus dem chinesischen beere entfernt und Japaner an ihre Stelle getreten. Wenn es diesem intelligenten, fleißigen und tapferen Volke gelingen sollte, die ungeheure Volkskraft Chinas seinen Zwecken dienstbar zu machen und bei der zähen Ausbauer der Japaner ist kaum daran zu zweifeln- so wächst pas Gespenst der gelben Gefahr ins Riesengroße und bie Rolle der weißen Race in China ist für immer ausgespielt. 54. Stung Preussischer Landtag. = Daus der Abgeordneten. Eigener Bericht Im Sturmschritt. Um 2 Uhr war die Sißung bereits zu Ende. Auch unsere Landtagsboten wollen in die Ferien gehen und bewältigen in kürzester Zeit eine Arbeitsfülle, die sonst mehrere Tage in Anspruch genommen hätte. Das Geheimnis liegt in der Debatte, die entweder überhaupt nicht stattfindet oder sich auf kurze Bemerkungen beschränkt. Ohne Debatte wird in zweiter Lesung genehmigt der Gefeßentwurf betr. Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind, und von gering besoldeten Staatsbeamten. Nach furzem Zwiegespräch angenommen wird der Geseßentwurf betr. die Bildung eines Eisenbahn- Ausgleichsfonds. Eine Anzahl von Betittonen persönlicher oder lokaler Natur wird im Ramsch abgetan. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Morgen kommt ein Antrag Langerhans betr. Feuerbestattung zur Beratung. Nachdem dieser Antrag ,, begraben" sein wird, sont das Haus bis nach Östern geschlossen werden. Das Herrenhaus genehmigte in seiner 3. Eizung den Bericht der Staatsschuldenkommission über die Staatsschuldenverwaltung für 1901, eine Reihe anderer Rechnungssachen und die Borlage über die Aenderung von Amtsgerichtsbezirken. Am Dienstag soll die Vertägung stattfinden. 55. Sißung. -Feuerbestattung.- Eigener Bericht. Für und wider die Feuerbestattung, das waret die Parolen, unter denen die Redeschlacht in der gestrigen Eizung der preußischen Bolksvertretung sich vollzog. Ohne erhebliche Debatte war das Gesetz über die Verbesserung der Wohnungen für Arbeiter und Beamte der staatlichen Betriebe und das Geseß über den Ausgleichs. fonds der Eisenbahnen genehmigt worden. Dann aber begann der Tanz. Auf der Tagesordnung stand noch der Antrag Langerhans- Barth betr. Einführung der fafultativen Feuerbestattung in Preußen. Abg. Langer hans( frs. Vksp.) begründete den Antrag; die kirchlichen Gründe, die gegen den Antrag angeführt werden, erMärte er für nicht stichhaltig, und hygienische Gründe sprechen dafür. Ganz entgegengesetter Meinung war der fonservative Abg. Schall, seines Zeichens ein Geistlicher. Namens der Nationalliberalen sprach Aba. Martens fur die Feuerbestattung, ebenso der zweite Antrag steller Dr. Barth( frs. Vp.), der das Hauptgewicht auf die hygienische Seite der Sache legte. Seitens der Regierung wurde durch den Geheimrat Schuster erflärt, daß vor allem juristische Bedenken gegen die Feuerbestattung sprächen; auch die obligatorische Leichenschau biete keine Gewähr dafür, daß durch die Verbrennung nicht Verbrechen vertuscht werden könnten. Abg. Ehlers( frs. Vg.), der neue Danziger Erste Bürgermeister, trat dem entgegen und betonte besonders, das christliche Gefühl werde durch die Leichenverbrennung nicht verlegt. Abg. Langerhans hob gegenüber dem Abg. Schall noch hervor, daß auch gläubige Geistliche sich hätten verbrennen lassen. Schließlich wurde der Antrag abge lehnt. Eine Reihe Petitionen wurden dann noch er ledigt und schließlich vertagte sich das Haus auf den 21. April. Nab und fern. £ Luise, Königliche Hoheit von Toskana ist der neue Titel, den die frühere Kronprinzessin von Sachsen vɔn mun an führen wird. Die Prinzessin soll als verwitwete Erzherzogin angesehen werden und wird auf einem, dem Großherzog von Toskana gehörigen, in Desterreich gelegenen Schloß Wohnung nehmen. Ihr Vater, der Großherzog von Tostana, hat ihn ihr verliehen und Kaiser Franz Josef wird ihn anerkennen. So berichtet die Chemniger Allg. Zeitung aus Wien. Das Blatt bestätigt die Berüchte von einem beabsichtigten verzweifelten Schritt ber Prinzessin, als sie von dem Manifest des Königs Georg von Sachsen erfuhr. Auch habe sie anfangs eine Begenerklärung veröffentlichen wollen. Dies werde aber jezt der Großherzog von Toskana tun nach stattgefunde ner Genehmigung durch Kaiser Franz Josef. ::: Die Düsseldorfer Ehebruchsaffaire, wegen deren sich schon die Ehefrau des Ingenieurs Ed vergiftet hat, hat ihre völlige Bestätigung durch das Geständnis des berhafteten Beutnants a. D. v. Loew erhalten. v. Loen hat zugegeben, daß er vor dem Schöffengericht einen Mein etb geleistet habe. Es sei richtig, daß er mit Frau Eck län. gere Zeit ein Verhältnis unterhalten und seine Geliebte zu verschiedenenmalen in einer von ihm unter dem Na men eines Herrn v. Loeb gemieteten Wohnung der Char lottenstraße empfangen habe. = Ein Defraudant aus Nache ist der dieser Tag berhaftete Kassierer Hermann der Mainzer Volksbank. Hermann hatte ein Manky von 270 000 Mart in seine kasse und gab an, er habe sie aus Rache für erlitten Zurückseßungen unterschlagen. Er gab sie dann auf di Zusicherung, daß ihm Genugtuung werden würde, bis au 25 000 Mart zurück. Er behauptet, er habe niemand aud nurum irgend einen Pfennig schädigen wollen. * Die Kaiserin im Eberswalder Auguste Viktoria Heim. Zu der Einweihungsf ierlich rei eines Neubaues im Auguste Viktoria Heim für weibliche Kranke traf die Kaiserin, unter deren Protektorale die Anstalt steht, gestern Vormittag in Eberswalde ein. Begrüßt wurde sie vɔm Vorstande des Provinzialverbandes der Frauenvereine und nach einer kurzen, erhebenden, firchlichen Feier wurde ein Rundgang durch die Krantenfäle angetreten. Dabei spielte sich eine hübsche Episode ab. Ein fünfjähriges kleines Mädchen überreichte, in ihrem Bette sigend, der Kaiserin, strahlend vor Glück, eine schöne Rose und stammelte dabei ihren Glückwunsch. Nachdem die Kaiserin ihrer Befriedigung über das Gesehene Ausdruck gegeben, wurde ein Frühstück serviert. )-( Die Bluttat einer Wahnsinnigen bildet in Königs berg i. Pr. das Tagesgespräch. Die verwitwete Frau Oberstleutnant Lina Grapowo, geb. Gautschi, hat in einem Anfall geistiger Störung ihrem zehn Jahre alten Sohn, ihrem vier Jahre alten Töchterchen und schließlich sich selbst mit einem Rasiermesser den Hals abgeschnitten. Nachdem die Mutter ihre Kinder durch Durchschneiden des Halses getötet hatte, trug sie beide in ein Bett, bedeckte die Leichen und setzte sich dann völlig angeNeidet zu Füßen des Bettes auf einen Stuhl. In dieser Etellung hat die Unglückliche sich in gleicher Weise wie bie Kinder getötet. Man fand sie hintenüber über das Bett gesunken. Der tötliche Schnitt war mit solcher Gewalt geführt, daß die Klinge des Messers verbogen und von dem Heft ein Teil der Schale abgesprungen war. = der treulose Dichter. In Paris macht ein Revolver ittentat auf den bekannten Romanschriftsteller Marcel Prévost viel von sich reden. Eine junge Tame, namens Emma Fouret, gab auf Prévost auf der Straße zwei Schüsse ab, die aber beide fehlgingen. Als Grund gab ie an, von dem Dichter, der mit ihr acht Jahre ein Biebesverhältnis gehabt habe, treulos verlassen zu sein. Zwischen dem Bruder der Verratenen und Prévost wird in Duell stattfinden. Bunte Chronit. Der Kaiser soll die Absicht geäußert jaben, die ihm von der Baronin Cohn- Oppenheim hinasseneen zwei Millionen zur Dotationen für Hilfskassen verschiedener Offizierkorps zu verwenden. - Der Staatsanwalt erhob gegen den Rechtsanwalt Wulff- Berlin Anklage wegen versuchter Bestechung eines Beamten im Gefängnis zu Dortmund. Er bot ihm 500 Mark, wenn er ihm gestatte, mit seinem Bruder, dem Bankier Hermann in Untersuchungshaft befindlichen Wulff, unter vier Augen zu verhandeln. Wulff ist Mit verteidiger im Prozeß seines Bruders. Der Geestemünder Heringsdampfer Georg Adolf ist von seiner Fangreise nach Jaland bis jest, nach Ablauf bon 4 Wochen, nicht zurückgekehrt. Wahrscheinlich ist er mit der 12 Mann starken Besagung untergegangen. Es ist das der siebente Fischdampfer, der in diesem Winter berloren gegangen ist. In Neuilly bei Baris wurde eine reiche, allein wohnende alte Dame namens Lagèze von einem unbe lannten Manne ermordet. Der Mörder, der mit den Lebensgewohnheiten der alten Frau sehr vertraut ge wesen sein muß, erbeutete sehr wenig, da er den Geld. schrank nicht aufzubrechen vermochte. - Eine Vereinigung feit langer Zeit in Amerika an sässiger angesehener Finländer hat im Staate Michi gan 300 000 der Land angekauft, um darauf finische Einwohner anzusiedeln, die ihre Heimat verlassen wol len, um der russischen Herrschaft zu entgehen. ** Der Großherzog ist am Montag wohlbehalten in Genua eingetroffen, seine Rückkehr nach Darmstadt erfolgt am kommenden Freitag, den 3. April. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 20, ausgegeben am 30. März, enthält: Bekanntmachung, betreffend die Ausführung des Reichsgesetzes, die Schlachtvieh- und Fleich beschau betreffend. **[ Operetten- Nachsaison im Stadttheater.] Das Operetten Ensemble des Elbinger Stadttheaters unter Direktion des Herrn Walter Steinert ist von Herrn Direktor Kruse zu einem mehrwöchentlichen Gastspiel gewonnen worden und wird die Operettensaison am Ostermontag, den 13. April mit der entzüden en Ope rette Boccacio" von Suppé ihren Anfang nehm n. Als zweite Vorstellung gelangt Dienstag, den 14. April die No11 vität Wiener Blut" von Johann Strauß zur Aufführung. " in berelbe einen Hurg Tätigkeit des Jubilare Seilen beftebe und na effte Beweis fei fir das Frenten Bergönnt fein emer bisherigen Stell entsprechendes Mahl b Bom oberen = Effice Forfifistus, meniger gute Wiefen halten die Leute du etter. Die Grundf b bleibt dem An verfaufen. Die L weder Wiesen tau Solche Grundstüde literverfteigerung Von Novitäten find„ Landstreicher",„ Waldmeister", Buppen erfauft. Bei eine 料 fee", 2c. von älteren Werken 8igeunerbaron," Vogel" händler"," Fledermaus"," Bettelstudent"," Orpheus in der fennig im Durchf - Duzendbillets Unterwelt" 2c. 2c. in Aussicht genommen. sind von heute ab bei Herrn Challier zu haben. XAus der 2 Dirtschaften wird ge ** Am Ostermontag werden im Theatersaal Elbinger lithe fteben. " - = Frankfurt bar von hier gebür Fegenheimer von er foffen. Da + Wiesbader Fammer wurde ei Witwe Ratharine firngnis verurteilt nter allerlei falf friegel und eine felten, feine Künstler einziehen und uns auf 14 Tage mit interessanten und neuen Operetten beehren. Die 14 Tage Pause aber, dem Schluß der diesjährigen Theaterwelche seit gestern saison dazwischen liegt, läßt dem Freunde und Liebhaber eines freien Stüdes Gelegenheit geben, den Musentempel ebenfalls aufzusuchen. Unter der Leitung des Herrn Ramseyer, unseres bekannten Humoristen, hat sich für diese Beit ein Buntes Theater" konstituirt, das den Be suchern heitere Stunden bereiten wird. Auf dem Repertoir des ersten Abends steht u. A.: 1. Der Giftmischer" von Elz, 2. Jochen Päsel was bist Du für'n Esel" von Fritz Reuter und 3. Der Nachbar", Tra giefomödie. Außerdem noch Gesangsvorträge und Recitationen in bunter Abwechslung; Piecen in der höheren Solomagie 2c. Wir wünschen unseren Künstlern ein volles Haus. " Unsere 80 jährige Gießener Volksdichterin, Jo. hannette Lein ist am Sonntag sanft entschlafen. Das Gedächtnis der viel verehrten und geschätzten Bürgerin wird ein dauerndes bleiben; ihre Gedichte reden ihre eigene Sprache. Das Gefühl für den Rhythmus, der ihnen innewohnt, die Fülle von Gedanken, die sie offenbaren, predigen die alte Wahrheit, daß nicht erworbene Renntnisse, sondern natürliche. Anlagen den Dichter machen. Es muß den Leser mit Be wunderung erfüllen, daß eine Frau aus dem Volfe, die einer besseren Vorbildung und jeder Anleitung entbehrte, so tief empfundene und schöne Gedanken in so formvollendeter und inniger Weise zum Ausdruck bringen konnte. Die ganzen Gedichte sind im Verlag der Rider'schen Buchhandlung erschienen und das dem Büchlein beigegebene Geleitwort gibt, wenn auch nur in furzen Bügen, ein dem Leser gewiß willtommenes, wahrheitsgetreues Lebensbild der Hochbetagten Dichterin aus dem Volke. W ** Turnerisches. In Ergänzung unseres am Montag gebrachten Berichtes über den Kreisturntag fügen wir heute an, daß bei der Wahl der 14 Rampfrichter auf dem deutschen Turnfest in Nürnberg der Gauturnwart Will. Wetlar, für den Gau Hessen, als dessen Stellvertreter Franz Wigandt Gießen gewählt wurden. Der Antrag des Geschäftsführenden Ausschußes, die Hälfte des jährlichen Ueberschusses der Kreistasse wolle zur Gründung einer Unterstüßungskasse zur Ausbildung der Turnwarte und Vorturner in besonderen Lehrgängen verwendet werden, wurde einstimmig genehmigt. Der bisherige Kreisturnwart Heydecker Wiesbaden wurde infolge seines Rücktrittes und in Anbe tracht, daß er das Amt lange und verdienstvoll bekleidete, zum Ehren- Kreisturnwart ernannt. " *** Wohlthätigkeitsschwindel". Anläßlich des Rardenfötterprozesses mag es gut sein, hier einmal auf einen anderen Betrugszweig hinzuweisen, der am besten mit dem Worte Wohlthätigkeitsschwindel" bezeichnet wird und gerade in diesen Monaten besonders auf dem Lande zu einer Land. plage geworden ist. Er besteht darin, daß irgend eine Firma, welche sich stol Runsthandlung" nennt, maffenweise Agenten auf's Land schickt und durch diese allerlei Bilder, Wandsprüche 2c. anpreift, auf welche 1,50 Mt. anzuzahlen sind, worauf dann der betr. Spruch von dem Geschäfte unter Bostnachnahme versandt wird. Diese Firmen verquicken in sehr schlauer Weise ihren Handel mit irgend einer wohl, thätigen Sache, z. B. mit der Krüppelfürsorge. Der Agent läßt zuvor in die Häuser einen Bettel tragen, auf welchen Bilder von armen Krüppeln in rührenden Stellungen zu sehen sind nebst schönen Versen, welche das Mitleid er regen sollen. Auf den Betteln steht, daß die Firma so und so viel tausend Mart für arme Krüppel von ihrem Verdienst abgebe. Diese Spekulation ist nur allzu oft von Erfolg, und die Geschäfte machen einen ungeheueren Profit. Diese Art schwindelhaften Handelns, bei dem die Wohlthätigkeit auf das abscheulichste mißbraucht wird, ist zur Landplage ge worden. Zwar haben bereits viele Geistliche ihre Gemeinden dringend davor gewarnt, aber es ist immer noch nicht ge nug Aufflärung in das Publikum gedrungen. Hoffentlich dienen diese Beilen dazu, die Einwohner unseres Kreises vor Schaden zu bewahren. Aus Hessen und Nachbargebieten. Schotten, 26. März. Ein seltenes Fest wurde heute im engsten Familienkreise zu Ehren des Herrn L. Arnold dahier gefeiert. Es waren an diesem Tage 25 Jahre ver flossen, seitdem der Genannte als Gehilfe des Färbereibefizers und Kaufmanns, Herrn Wilh. Hagemann, ununterbrochen tätig ist. Glückwünsche erhielt der Jubilar von nah und fern, und außerdem wurde derselbe dadurch geehrt, daß ihm im Hause seines Herrn Prinzipals ein Bouquet überreicht und ein Sessel als Geschent der Familie Hagemann mit einer der Bedeutung des Tages entsprechenden Ansprache seitens des Herrn Pfarrers Muhl von Bobenhausen II, eines Schwagers des Herrn Hagemann, übergeben wurde, wo windelt. 林 Frankfurt haus.) In der 20jährige Romm Sonrad Schwarz belgeschäft in tenntnis des Erft Etatten tam. A gub Schwarz 3? Wange des Hau Tadjen Verbrecher Schwarz 4 Jab A Binger wurden die C fat ohne Ausna Koblen Polizeiverordnu Silbern, Abbild bild verunzieren boten ist. Бо Bräsident 20 Minuten. tag der Abgg ring der land wird an den Bothe erklärt de Antrags m dung der An betreffend die teligten fich di noffen über der ben den Abgg. bie bie Regier Staatsminister Bet den allten Raje Frühja haben aus d am Offiziere, Sa Landwehr welche in de am 4 Reservisten 1897 und 1 Reservisten am 1900 1901 Disposition Laffene Man am 6 Behrleute Jahren 189 am 6 Wehrleute Jahren 18 am Sämtliche and Fuga Telegrapte Sämtliche Sanitäte baffen. Delonomie pofition de am Behrleute wohlbehalten in Darmstadt erfolgt latt Nr. 20, Befanntmachung tchsgefeßes, die u betreffend. ttheater.] Dat nger Stadt Walter Steinert mehrwöchentlichen e Operettenfaifon entzüden en Ope thi berelbe einen furzen Rückblick warf auf die langjährige Tigkeit des Jubilars in ein und demselben Hause was der befte Beweis sei für das gute Verhältnis, welches zwischen beiden Thlen bestehe und namentlich hervorhob, daß es dem Geecten vergönnt sein möge, auch das goldene Jubiläum in Ein einer bisherigen Stellung feftlich begehen zu können. sprechendes Mahl bildete den Schluß der schönen Feier. Vom oberen Vogelsberge. Fortwährend kauft der sische Forstfistus, so wird der„ Mt. Ldztg." geschrieben, mmiger gute Wiesen, Dedungen usw. von Privaten uud erhalten die Leute durchschnittlich 6-7 Pfennig pro Quadratter. Die Grundstüde werden bald mit Fichten bepflanzt und bleibt dem Anlieger weiter nicht übrig, als ebenfalls 群 ng nehm n. verfaufen. Die Leute müssen dann bei Güterversteigerungen April die No ieder Wiesen kaufen, um ihren Futterbedarf zu ernten. zur Aufführung solche Grundstücke werden weit über dem Taxationswerte eifter"," Buppene fauft. Bei einer dieser Tage stattgefundenen freiwilligen baron," Bogel Orpheus in de Bennig im Durchschnitt verkauft. Güterbersteigerung wurde der Quadratmeter mit 50 bis 60 -Dugendbille zu haben. × Aus der Wetterau, 30. März. Aus verschiedenen Ortschaften wird gemeldet, daß Obstbäume bereits in voller Frankfurt a. M., 31. März. Jn Kassel wurde terfaal Elbing Blüthe stehen. mit intereffant - Der Maitäferflug im Jahre 1902. hin der Frage ihre Aufmerksamkeit schenken werde. Der| wendete und bestahl dieselben, wie auch ein anderes im Hause bestehende Diffens bez. des Gesetzes über die Schlachtvieh befindliches Dienstmädchen. Urteil 1 Jahr Gefängnis. und Fleischbeschau wird nach einer Debatte durch Beitritt zu dem Beschluß Erster Kammer erledigt. Es folgen die noch ausstehenden Wahlprüfungen. Für gültig erklärt wird die Wahl des Abg. Ulrich( Stadt Offenbach.) Einstimmig für ungültig erklärt wird die Wahl der Abgg. Langenbach und Saeng( Stadt Darmstadt). Für gültig erklärt werden die Wahlen der Abgg. Dr. David und Haas( Stadt Mainz), Damm( Friedberg), Dr. Heidenreich( Wald MichelbachFürth), Haud( Dieburg- Groß- Umstadt), Senßfelder( DarmEine längere Debatte entsteht über ftadt- Groß- Gerau). Eine längere Debatte entsteht über die Wahl des Abg. Orb( Offenbach- Seligenstadt). Die weitere Beratung wurde schließlich auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt. B Aus dem Gerichtssaal. Straffammerfißung. Gießen, den 31. März 1903. Der mehrfach vorbestrafte Schloffer Richard N. aus Salzungen fand auf der hiesigen Herberge seinen Landsmann Albert V., welcher hier in Arbeit steht. V. veranlaßte N. mit in seine Wohnung zu gehen, wo er bewirtet age Bause abe der von hier gebürtige, 40 Jahre alte Bankprofurist Max und beherbergt wurde, da er arbeits- und mittellos war. jährigen Theater Flegenheimer von seiner früheren Geliebte aus Eifersucht Eines Tages benugte N. die Abwesenheit seines Landmannes de und Liebhabe erschossen. Das Mädchen erschoß sich dann selbst. Den Mufentemp es Herrn Ram + Wiesbaden, 31. März. Von der hiesigen Straflammer wurde eine Kartenschlägerin, die 52 Jahre alte um ihm Kleider und sonstige Sache im Werte von 30-40 Mt. zu stehlen, womit er sich heimlich entfernte. Das Gericht erblickt in dem Vergehen des Angeklagten einen groben Vertrauensmißbrauch und ehrlose Gesinnung und erkennt auf 1 Jahr 8 Monate Gefängnis nebst 3 Jahren Ehrverlust. at sich für die Witwe Ratharine Wiege wegen Betrugs zu 9 Monaten Ges irt, das den Bfängnis verurteilt. Die" Here" hatte einem Dienstmädchen if dem Reperto unter allerlei falschen Vorspiegelungen, bei denen ein Bauber Der freiherrliche Oberförster Karl N. aus Londorf ließ geSift Du für spielten, seine Ersparnisse im Betrage von 70 Mt. abge- fchoffenes auf fremdes Jagdgebiet entkommenes Reh durch Giftmischer spiegel und eine vom Bapst geweihte" Kerze die Hauptrolle legentlich einer Treibjagd ein auf seinem Jagdgebiet angeabar", Twinbelt. und Recitation ** Frankfurt a. M., 31. März.( Mit 18 Jahren ins BuchtSheren Solomagi haus.) In der Nacht auf 11. Februar d. J. verübten der 20 jährige Kommis Paul Kloos und der 18 jährige Maurer Konrad Schwarz einen Einbruch in das Lauenstein'sche Möbelgeschäft in der Gallusgasse, wobei ihnen die Lokalfenntnis des Ersteren, der in dem Geschäft gelernt hat, zu Statten fam. Als der Hausmeister Pfannenstiel hinzufam, gab Schwarz 3 Revolverschüsse auf ihn ab, wovon einer die Wange des Hausmeisters streifte. Heute wurden die jugendlichen Verbrecher abgeurteilt. Kloos erhielt 2 Jahre und Les Haus. dichterin, Jo. ntschlafen. Das Bürgerin wird e eigene Sprach innewohnt, di rebigen die all ondern natürli Schwarz 4 Jahre Buchthaus. En Lefer mit m Bolle, die einer Bingerbrüd, 31. März. Auf dem hiesigen Friedhof entbehrte, so tief wurden die Cypressenbäume und sonstigen Anpflanzungen mbollenbeler und fast ohne Ausnahme von ruchloser Hand verschnitten. te. Die ganzen Koblenz. Der Regierungspräsident erließ eine Buchhandlung er Bolizeiverordnung, wonach die Anbringung von ReklameGeleitwort gibt schildern, Abbildungen und Aufschriften, die das LandschaftsLefer gewiß will bild verunzieren, außerhalb der geschlossenen Ortschaften verber hochbetagten boten ist. es am Montag tag fügen wir frichter auf den urnwart Will tellvertreter Fran Der Antrag del te des jährliche bung einer Unter te und Vorturna den, wurde ei rnwart Heybede es und in Anb nftvoll betletbe Blich des arbe auf einen andere mit dem Won und gerade e zu einer Lan rgend eine Firm ffenweife Agent i Bilder, Wan anzuzahlen fin Gefchäfte unte nen verquiden in end einer wohl ürsorge. De ttel tragen, ar enden Stellung das Mitleid a Die Firma so un n ihrem Verdien von Erfolg, un rofit. Diese Bohlthätigkeit ur Landplage he ihre Gemeint er noch nicht gen. Hoffentl nferes Areifes rgebieten. Feft wurde he rrn 2. Arnol ge 25 Jahre v n, ununterbro ar von nah Färbereibefi geehrt, daß ih Bouquet überrei Hagemann genben Unpred Bobenhaufen geben wurde, w Hessischer Landtag. II. Rammmer. Darmstadt, 31. März. Bräsident Haas eröffnet die Sigung um 10 Uhr 20 Minuten. Der zur vorläufigen Beratung stehende Antrag der Abgg. Möllinger und Genossen, betreffend Angliederung der landw. Versuchsstation an die Technische Hochschule wird an den Ausschuß verwiesen, nachdem Staatsminister Rothe erklärt hat, daß die Großh. Regierung der Tendenz des Antrags wohlwollend gegenüberstehe. An der Bespre hung der Anfrage der Abgg. Dr. Schmitt und Genossen, betreffend die Sicherheit bei Zoll- und Steuerkrediten, beteiligten sich die Abgg. Dr. Schmitt, Langenbach und Genoffen über den kaufmännischen Fortbildungsunterricht wird von den Abgg. Langenbach, Molthan und Reinhart geführt, die die Regierung bitten, im Sinne des Antrags vorzugehen. Staatsminister Rothe erklärt, daß die Regierung auch fernerBekanntmachung. - - Vom Schöffen seinen Hund verfolgen und zurückbringen. gericht Gießen wurde er dieserhalb zu 10 Mt. Geldstrafe verurteilt. Auf seine Berufung erfolgt heute Freisprechung. N. beruft sich darauf, daß nach Jägerbrauch das Wild dem Schützen gehöre, wenn solches auch auf fremdem Jagdgebiet fällt. Da dem Angeklagten das Gegenteil nicht nach gewiesen werden kann, nimmt das Gericht an, daß er in gutem Glauben gehandelt habe und erkennt auf Freisprechung. Karl R. von Birklar, welcher bei Meggermeister Schneider zu Buzbach in der Lehre war, wurde eines Tages von letzterem wegen einer angeblichen Unterschlagung zur Rede gestellt. Aus Rache wollte er nun diesem die Scheuer abbrennen und steckte eines Tages einen im Stalle befindlichen Haufen Stroh an. Glücklicherweise wurde das Feuer sofort gemerkt und gelöscht. Mit Rücksicht auf die mangelhafte Erziehung, welche Angeklagter genossen, fommt das Gericht zu 3 Monaten Gefängnis. Sandgrubenbefizer Theodor M. von Schwalheim ist beschuldigt aus Fahrlässigkeit den Tod des Taglöhners Friedrich Ruhl von dorten verursacht zu haben. Trotz Verbots des Schichtmeisters ließ er zu, daß an einer gefährlichen Stelle der Grube weiter gegraben wurde, was zu Folge hatte, daß Rühl durch herabfallende Erde verschüttet und getötet wurde. Das Urteil lautet auf 1 Monat Gefängnis. Die Staatsanwalschaft hatte 4 Monate beantragt. Die Ehefrau des Karl M. von Gedern, welche borten verschiedenen Nachbarn Geldbeträge in ziemlicher Höhe entwendete, wird zu 5 Monaten Gefängnis, abzüglich 14 Wegen Tagen erlittener Untersuchungshaft verurteilt. Unterschlagung ist der Kaufmann August F. aus Kassel an= geklagt. Er unterschlug der Firma Benner& Krumm dahier 10 Mt. und nahm, um die Unterschlagung zu verdecken, eine Es wird in diesem Falle Radierung in der Kladde vor. auf 3 Monate und eine Woche Gefängnis erkannt und dem Angeklagten drei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet.- Den Schluß bildet die Sache gegen die trotz ihrer Jugend schon vielfach vorbestrafte Anna Schaum von Bessungen, welche hier als Laufmädchen tätig war. Sie ließ sich auf den Namen ihres Arbeitgebers bei hiesigen Kaufleuten Waren geben, welche sie für sich veram 7. April 1903, nachmittags 2 Uhr: Ersaz Reservisten der Jahrgänge 1890, 1891, 1892 und Bei den am 4. 6. 7. nnd 8. April im Hofe der 1893. alten Kaserne am Brandplat stattfindenden Frühjahrs- Kontrolversammlungen haben aus der Stadt Gießen zu erscheinen: am 4. April 1903. vorm. 8 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, und Landwehr 1. Aufgebots, Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1895 und 1896 eingetreten sind. am 4. April 1903, Vormittags 10 Uhr Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1897 und 1898 eingetreten sind. am 4. April, Nachmittags 3 Uhr: Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1899, 1900 1901 und 1902 eingetreten sind, sowie sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersazbehörden entlaffene Mannschaften der Infanterie. am 6. April, 1903, Vormittags 8 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots der Infanterie, welche in den Jahren 1890 und 1891 eingetreten sind. am 6. April 1903, Bormittags 10 Uhr: am 8. April 1903, vorm. 8 Uhr: Ersatz- Reservisten der Jahrgänge 1894, 1895, 1896 und 1897. am 8. April, vorm. 10 Uhr: Ersatz- Reservisten der Jahrgänge 1898, 1899, 1900, 1901 und 1902. Befreiungsgesuche sind durch das Hauptmeldeamt einzureichen und müssen behördlich beglaubigt sein, können aber nur im dringendsten Notfall genehmigt werden. ** In Rücksicht darauf, daß der Schaden, welcher der Land- und Forstwirtschaft durch die Maikäfer und ihre Larven, die Engerlinge, zugefügt wird, ein ganz enormer ist, und nur durch ein gleichmäßiges Vorgehen einigermaßen Abhilfe geschaffen werden kann, sind die Großh. Oberförstereien, so schreibt die D 8tg." durch die Ministerialabteilung für Forst- und Kameralverwaltung angewiesen, stets und besonders, wenn ein Flugjahr der Käfer zu erwarten steht, mit der Vertilgung der Maifäfer rechtzeitig und energisch vorzugehen. Ein solcher Maifäferflug stand auch im Jahre 1902 in Aussicht, und dürfte es vielleicht von allgemeinem Interesse sein, einiges über die Ausbreitung des Flugs und den Erfolg der angeordneten Vertilgungsmaßregeln in den einzelnen Oberförstereien zu hören. Der Maifäfer trat hauptsächlich in der RheinMain- Ebene massenhaft auf. Sämtliche Oberförstereien von Viernheim und Worms im Süden bis Kelsterbach im Norden und Münster im Osten waren von dem Schädling stark befallen. Es wurden gefangen und vernichtet 1021 200 Räfer in der Oberförsterei Viernheim 1500 000 1026 000 Н 1710 000 " 17 " Н " " M " M M " M N " " " 1 u. s. w. Lampertheim Worms Lorsch Mitteldick Mönchbruch Kelsterbach 1 500 000 3946 000 5 459 000 M п " Jm ganzen wurden in diesem Fluggebiet 19 342 100 Maifäfer gesammelt. Als die zum Einsammeln geeigneteste Tageszeit haben sich die Morgenstunden von 5 bis 7 Uhr erwiesen, da die Käfer dann am ruhigſten ſizen, während sie an warmen Tagen später schwärmen, sobald geschüttelt wird. Zum Einsammeln werden Blechgefäße, Gießkannen u. s. w. benutzt, An niedrigen Büschen werden die Käfer mit den Händen von den Zweigen genommen, höhere Aeste werden mit Stangen geschüttelt, und, empfiehlt es sich, dabei Tücher unterzulegen. Das Töten der Käfer geshieht durch Uebergießen mit kochendem Wasser, durch Verbrennen in flachen Gruben bei lebhaftem Feuer, durch Zerstampfen und durch Schwefelfohlenstoff in Fässern. Die Kosten der Bertilgung schwanken je nach der Art der verwendeten Arbeitskräfte und dem mehr oder weniger häufigen Vorkommen der Käfer. So wurden z. B. in der Oberförsterei Kelsterbach für das Pfund Käfer- etwa 1000 Stück durchschnittlich 25 Pf. bezahlt, in der Oberförsterei Mönchbruch pro 1000 Stück etwa 31 Pf. In geringerem Maße trat der Käfer in einem zweiten Fluggebiete auf der Nordseite des Vogelsbergs auf. In den Oberförstereien Als feld, Burg- Gemünden, Storndorf, Romrod u. s. w. wurden rund 700 000 Käfer gesammelt. Im ganzen wurden somit etwa 20 Millionen Maitäfer in diesen beiden Fluggebieten im vergangenen Jahre vernichtet. Neueste Nachrichten. Stodholm, 31. März. Der König hat heute wieder die Regierung übernommen. Madrid, 31. März. Hier sind Gerüchte einer neuen Ministerkrise im Umlauf. Malta, 31. März. Für den Besuch des Königs Eduard werden große Vorbereitungen getroffen. Dem Könige soll ein feierlicher und pomphafter Empfang bereitet werden. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr.1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Stadt- Theater Gießen. Donnerstag, den 2. April Buntes Theater berbunden mit Ueberbrettl, Zwischen- und Unterbrettl. Veranstaltet von Mitgliedern des Stadttheaters. Leiter: Hans Ramseyer. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu ers Reichhaltiges, amüsantes Programm. scheinen, Stöcke, Schirme, Pfeifen und Bigarren sind vorhe wegzulegen. Die Militärpapiere( Paß mit eingeklebter Kriegs- Preise der Bläge, Loge 1.20 Mt., I. Barterre 90 Pfg., II. Part. 75 Pfg. Gallerie 30 Pfg. beorderung und Führungsattest) müssen zur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Jm Borverkauf bei Herrn E. Challier Loge 1 Mr., I. Parterre 75 Bfg, II. Part. 50 Pfg. Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesez. Gießen, den 30. März 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Wehrleute 1. Aufgebots der Infanterie, welche in den Betr.: Die Ausführung des Reichsgesezes über die Ab Jahren 1892 1893 und 1894 eingetreten sind. änderung der Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900. Wir bringen hiermit zur Kenntnis der Interessenten, 5. bis 9 und am 11. April lf. 36. am 6. April 1903, Nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- daß vom und Fußartillerie, Pioniere und Verkehrstruppen, EisenbahnTelegraphen und Luftschiffertruppen. Atelier für Portraitmalerei Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse B a II. Farbiges Panorama von Giessen 4565 zu 5 Mk. Technische Gummi- und Asbestfabrikate Dichtungen für alle Zwecke, Schläuche jeder Art, fämtliche Bedarfsartikel für maschinelle Betriebe. Gebrüder Georg, Telephon 249. Speisekartoffeln die Vorschriften über die Mindestruhezeit und Mittagsam 7. April 1903, vorm. 8 Uhr pause der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter(§ 139 c Sämtliche Reservisten des Trains( einschließlich Krankenträger) rubricierten Gesezes) keine Anwendung zu finden haben, befte ausgelesene magnum Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehülfen, und die Läden, sowie die offenen Verkaufsstellen an Wallthorstraße 24. Städtisches bonum hat preiswert abzugeben Schlachthaus. Dekonomichandwerker, Marine Mannschaften, sowie zur Dis diesen Tagen bis 10 Uhr abends offen gehalten werben Peter Berg, Dienfleisch 36 Big. pofition der Truppenteile entlassenen Mannschaften der Spezial- fönnen. waffen. am 7. April 1903, vormittags 10 Uhr: Wehrleute 1. Aufgebots aller übrigen Waffen. Gießen, 30. März 1903. Großh. Polizeiamt Gießien. Hechler. Brandplas 14. gegen Blutstockung Schweinefleisch 55 31. Heute u. morgen Hilfe is, Samburg, Bartholomäusftr. 67. Meine Wohnung nebst Werkstätte befindet sich von heute ab Wetzsteingasse 33 53Gießen, 1. April 1903. Ede Kirchstraße. Karl Beil, Baus und Möbelschreinerei. 9. 77. Abonnemente In's Baus gebra Brattabellagen Oberbeffife Gartenban, fow Das Blatt e Bekanntmachung. Bekanntmachung. Die am 4. November 1902 angeordnete Sperre der Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Bahnhofstraße, zwiſchen Alice- und Grabenstraße, wird unterhaltung der ſtädtiſchen Gebäude im Rechnungsjab Giessener Stadttheater. hiermit aufgehoben. Gießen, den 31. März 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 17. Februar I. Js. angeordnete Sperre der Grabenstraße wird hiermit aufgehoben. Am unteren Ende dieser Straße ist eine Pritsche errichtet worden, welche von leichten Fuhrwerken passiert werden kann. Gießen, 31. März 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Bahnhofstraße, zwischen Schanzenstraße und Westanlage wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Donnerstag, den 2. April 1. 34. an bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 31. März 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Alle noch rückständigen Rechnungen über die zur Unterhaltung der städtischen Straßen 2c. ausgeführten Arbeiten und Lieferungen im Rechnungsjahr 1902/03 find bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis spätestens den 1. Mai dieses Jahres in doppelter Ausfertigung an uns einzureichen. Gießen, am 1. April 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. 1902/03 ausgeführten Arbeiten und Lieferungen sind bei Meidung der Nichtberücksichtigung bis längstens den 1. Mai d. Js. in doppelter Ausfertigung bei uns einzureichen. Cießen, den 1. April 1903. Städtisches Hochbauamt. J. V. Gerbel. Versteigerung. Donnerstag, den 2. April, nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Biefer'schen Saale Neustadt 55: 1 große Partie Mühen, als Steppballon-, Winter-, Prinz Heinrich, Sport- und MädchenMüßen, 112 bessere Müßen. 6 Forstmüßen, 50 Knabenhüte, 1 Bartie Tuchstoffe in schwarz, Eskimo, Hellblau, gelb, blau, violett, grün u. a., 1 Partie Jelzwaren als: 175 Schweife, 14 Ragenfelle, 6 blaue Kaninfelle, 41 Boas in braun und schwarz, 20 Glühstrümpfe, zwei Fußkorbleder u. a. m. Die Versteigerung findet ganz beftimmt statt, Geisler, Gerichtsvollzieher. Mädchen können das Kleidermachen gründ= lich erlernen. Geschw. Muhl, Dammftr. 41. Ein Knecht für Landwirtschaft zu einem Pferd gesucht. Ebelitiaße 32. Freundlich möbl Zimmer mit sep. Eingang zu vermieten. Weidengasse 1, II. In Grünberg wird ein einfach möbliert ge= räumiges Zimmer in belebter Verkehrsstraße per sofort zu mieten gesucht. Offerten unter A K. im, Prinz Karl" Grünberg, abzu geben. Alle Corten Kleeund Gastspiel des Operetten- Ensembles des Elbinger Stadttheaters. 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