Nr. 254. Erstes Blatt. Freitag, den 31. Oktober 1902, 11. Jahrgang. Abo««eme«tSpreiS: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in'S Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mk. 1 50. Gratisbeilage« : CberbeffiW Fam1lte«zettu«q (täglich) Oberhrsfische Zeitschrift für La«dwirtschaft, Cbfh neb Gartenbau, sowie die Otetzener Seifenblase* (wöchentlich). Das Blatts erscheint an alle« Werktagen nachmittags. J«sertio»Sprei S» Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Cb erb essen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.,- Reklame« die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Eypedition: Gtehen Neuenweg 26. Fer«sprecha«schluß Nr. 362. C^7i*iti>l1«> vfilmrtrfif^tt ' s r r (Gießener Iagevtatt) Hlnabyängigc Tageszeitung (Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Iimgebimg. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der GroßherzogNchen Bürgermeisterei Gießen. Die Politik. Der Kaiser bei dem Kanzler. P Der Kaiser fuhr am Donnerstag vormittag um 1/211 Uhr beim Reichskanzler Grafen Bülow vor und hatte mit ihm eine mehr als 1V2stündige Unterredung. Die Wahrscheinlichkeit, daß hierbei auch die parlamentarische Lage besprochen wurde, ist ja allerdings nicht von der Hand zu weisen, obgleich sich keine neue Sachlage seit der letzten Zusammenkunft zwischen Kaiser und Kanzler ergeben hat. Viel wahrscheinlicher ist es, daß nach der Abreise des Kronprinzen von Dänemark, der nach Kassel fuhr, internationale Fragen erörtert wurden. Ein wirtschaftspolitischer Zwischenfall mit Belgien. $ Ein Zollkuriosum kam in der letzten Sitzung der Handelskammer zu Aachen zur Sprache. Eine Firma hatte vor einiger Zeit T-Träger nach einem Orte Belgiens versandt, die irrtümlich nicht als solche (mit 1 Fr.), sondern als verarbeitetes Eisen mit 4 Frs. Zoll versteuert wurden. Obgleich der Irrtum sofort aufgeklärt wurde und auch das belgische Finanzministerium ein Versehen zugab, weigert sich der belgische Staat doch, angeblich gestützt auf eine Bestimmung des belgischen Zollgesetzes, der Aachener Firma ihren Schaden zu ersetzen. Diesbezügliche Bemühungen des Auswärtigen Amtes sind gleichfalls erfolglos geblieben. Die Firma hat sich nun an die Handelskammer gewandt, um durch deren Vermittelung nochmals eine Fürsprache des Auswärtigen Amtes herbeizuführen. Krisen-Gerüchte in Oesterreich. Ä Der Kaiser von Oesterreich hatte beabsichtigt, Budapest zu meiden, meil dort lebhafte Kundgebungen gegen die Monarchie der Habsburger stattgefunden hatten. Neuerdings ist er von diesem Entschlusse wieder abgekommen und wird am 8. November zu längerem Aufenthalt nach Gödollö gehen, von wo er öfter Besuchsfahrten nach Pest machen wird. In der ungarischen Presse verlautet, der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand wolle auf die Thronrechte verzichten. Nachfolger des Kaisers Franz Josef werde sein Großneffe Erzherzog Karl, der 15jährige Sohn des Erzherzogs Otto, werden, der auch sehr gut magyarisch spreche. Hier scheint der Wunsch Vater des Gedankens zu sein. Die Vergeltung für Englands Unrecht. § Die Reise Chamberlains nach Südafrika ist, wie man setzt erfährt, notwendig geworden wegen der Zustände im Minengebiet von Transvaal. Die sog. Uitlanders, d. h. die eingetoanberten Fremden, weigern sich nämlich, Beiträge zu den Kosten des südafrikanischen Krieges zu zahlen, sie drohen offen mit Rebellion gegen England, und der Gouverneur der Kapkolonie, Milner, ^nn ihrer nicht mehr Herr werden. Wie man weiß, waren die Uitlanders s. Zt. die Lieblinge Englands, und gerade sie haben durch ihre Forderungen der politischen Gleichberechtigung mit den Buren hauptsächlich zum Ausbruch des Krieges beigetragen. Nun haben sie diese Gleichberechtigung und murren doch noch. Das ist wirklich ein Stück vergeltender Gerechtigkeit. ' Chinesische Verschmitztheit. 1s Ter chinesische Gesandte Wutingfang in Washington bemüht sich, die Mächte zu der Zustimmung zu überreden, daß die Frage, ob die chinesische Kriegsentschädigung auf der Grundlage der Gold- oder der Silberwährung zu zahlen ist, dem Haager Schiedsgericht vorgelegt werden soll. Wird die Zinszahlung in Silber gewährt, dann erspart China fast die Hälfte der Kriegskosten, die es sonst als Aufgeld auf sein minderwertiges Silbergeld zahlen müßte. Aber auch durch Genehmigung eines Schiedsspruches erspart es die Zinsen vom Fälligkeits- bis zum Zahlungstermin. Außerdem lernt es seine Freunde kennen, und schließlich spekuliert der gelbe Mann vielleicht auch noch auf den Zwiespalt der Mächte. Es sind verschmitzte Leute, die Herren Chinesen. Kurze politische Nachrichten. * Unmittelbar nachdem die Nachricht, daß der Kaiser dem im nächsten Jahre stattfindenden silbernen Regierungsjubiläum de s P a p st e s beiwohnen werde, bestritten worden ist, taucht eine neue Meldung auf. Danach soll der Papst zu dem preußischen Gesandten beim Vatikan, Freiherrn von Rotenhan, geäußert haben, er hoffe bestimmt, den Kaiser demnächst bei sich zu sehen. * General der Infanterie v. Spitz, der Präsident der deutschen Kriegervereine mit über 2 Millionen Mitglieder, beging am 30. d. Mts. seinen siebzigsten Geburtstag. * Die österreichische Regierung hat dem Parlament eröffnet, daß eine Auflösung erfolgt, wenn nicht die Tagesordnung flotter erledigt wird. * Die Suren generale Ijaben sich am Mittwoch in die Besuchsliste des Königs von England eingezeichnet. Dewet reist in den nächsten Tagen nach Transvaal.zurück. — Präsident K r ü g e r, der sich in Mcutone Wohler befindet, als im Haag, soll Heimweh haben und nach Süd- asrika zurückkehren wollen. * Columbia will die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten abbrechen. Betrüger aus Menschenliebe. — Zum Pariser Rosenberg-Schwindel. —. Paris hat seit kurzem eine Sensation, die die Hum- bertaffaire beinahe in den Hintergrund drängt, diesmal weniger wegen der Schadenssumme, die zwar auch nicht klein ist, als wegen der in die Sache verwickelten Pep- sönlichkeiten. Es wurden wegen Betruges an einer reichen Privatin Namens Civet der Abbe Guillaumin, der Schriftsteller Gadobert und schließlich der Abbe Rosenberg, Mitglied des Domkapitels von Tours, in Hast genommen. Madame Civet war von ihrem Gatten zivilgerichtlich geschieden, wollte aber als fromme Katholikin vor einer Wiederverheiratung eine kirchliche Ehetrennung erwirken und als ihr Guillaumin und Gadobert die Beschaffung der päpstlichen Breves in Aussicht stellten, gab sie nach und nach 570 000 Francs „für Spesen und Peterspfennig" her. Rosenberg und Guillaumin werden beschuldigt, der Dame erst ein für ihre Zwecke völlig wertloses Eheauflösungsdekret des Erzbischofs von Cypern — dieser ist in manchen Dingen vom päpstlichen Stuhl unabhängig — geliefert zu haben, später aber ein gefälschtes päpstliches Breve. Die interessanteste Figur in dieser Sache ist zweifellos der Kanonicus Rosenberg. Die letzte Nummer des „Figaro" enthält eine Silhouette dieses allem Anscheine nach ungewöhnlichen Mannes; der Autor der. Skizze macht durchaus kein Hehl daraus, daß er ein Freund Rosenbergs sei und wenigstens jum Teil ihn gegen Darstellungen in Schutz nehmen wolle, die Rosenberg blos als Abenteurer, Piraten, professionellen Betrüger, kurz als eine Art Madame Humbert im Priestergewande schildern. Man vergißt, sagt dieser Verteidiger, daß der Abbe Rosenberg ein braver Mann, ein großmütiger, guter Mann war, von einer unerschöpflichen, ungeheuren, übermenschlichen Nächstenliebe. Man wird, so versichert der Autor der Skizze, vielleicht nie erfahren, wieviel einzelne Individuen ohne Rücksicht aus Religion, wieviel Wohltätigkeitsinstitutionen jeder Art Rosenberg unterstützt hat, wieviel Anstalten er geschaffen hat. Er mußte sich notwendigerweise ruinieren, aber für sich hat er nichts behalten. Er lebte einfach, beinahe ärmlich, abgesehen von einem Mietwagen, der bei seinen unaufhörlichen Kreuz- und Querfahrten durch Paris unentbehrlich war. Doch wenn er wenig persönliche Bedürfnisse hatte, waren seine Lasten nichtsdestoweniger enorm. Außer einer phantastisch großen Menge naher und ferner Verwandten, die fast ausschließlich auf seine Kosten lebte, schleppte er immer eine wahre Horde von Waisen- tiw^n und Waifpnmädchen, von bettelnden Nonnen und Mönchen hinter sich, so daß nie unter zwanzig bis dreißig Personen an seinem wohlbesetzten Tische saßen. Nach der Schließung des Waisenhauses von Malmaison und des von Kerfany blieben ihm nahezu hundert huug'ige Kinder auf dem Halse, und nur mit größter Mühe gelang es ihm, eines nach dem andern unterzubringen. Solcher Art ist es begreiflich, daß in seinem Budget stets ein ungeheures Loch zu stopfen blieb. Verschiedene Unternehmungen, so die Fabrikation künstlicher Perlen, von Totenkränzen, Mosaiken, Räucherwaren, die er versuchte, um seine Kostgänger zu nähren, mißglückten. So warf er sich schließlich, da er durchaus Ressourcen brauchte, in den Strudel der Geschäftswelt. Für dieses schwere und gefährliche Metier brachte er viel Talent mit, eine unermüdliche Tatkraft und eine Macht der Suggestion, die im Stande waren, die fettes zugeknöpften Taschen aufzumachen. Doch diese Eigenschaften verdarb eine unglaubliche Leichtfertigkeit und eine gemütvolle Vertrauensseligkeit. Er war bald ba^ Zentrum einer fieberhaften Tätigkeit auf finanziellem und industriellem Gebiete, von der man sich keinen Begriff machen kann, wenn man nicht einmal eines seiner zahlreichen Bureaus, die er nacheinander hatte, gesehen hat. Das war wirklich ein merkwürdiges Schauspiel: erotische Bischöfe und abgesetzte Pfarrer, zweideutige Agenten Nonnen, Blausti'üinpse, Erfinder usw. Und manche von diesen, die den Pater, wie man ihn nannte, ilindrängten, ivett- eiferten miteinander, ihn zu betrügen und ""szubeuten. Viele aber waren auch Leute von nn$mcifelhaftcr Ehrenhaftigkeit, selbst offizielle Persönlichkeiten, angezogen von diesem beredten, gelehrten, wohlerzogenen Priester. Wa. für bizarre und verschiedenartige Geschäfte dort ausgeheckt wurden, kann man sich kaum vorstellen. Nacheinander oder zu gleicher Zeit beschäftigte sich Kanonikus Rosenberg mit AcetylenbeleucktungSanlagen, mit Eisenbahnen, Sanatorien, Zeitungen, Goldminen, Kaseka und Meiereien, Effekteu- und Grundstückspekulatio - versuchte sogar, einen Pferdehufeisent^ust zu I ' ein Kasino und eine religiöse Kolon, satwnln Saiden und das alles immer mit philanthrophlschen Sinterte danken, die der Grundstein und der Leitstern aller seiner Ideen waren. Keines dieser Geschäfte reüssierte, wiewohl jedes die Gelegenheit eines neuen Goldregens war, der sich bald verflüchtete. Es galt immer wieder, neues m erfinden, um immer wieder daS anwachsende Defizit zu decken, und in diesem Getriebe hat Rosenberg, wie sein Verteidiger selbst zugiebt, nach und nach alle Skrupel verloren und zu den schlimmsten Auskunftsmitteln gegriffen, immer mit der Fata morgana eines großen Geschäftes vor sich, daS ihm gestatten werde, mit einem Schlage die ganze Vergangenheit zu liquidieren. Das sei auch die Erklärung dafür, wie Rosenberg schließlich dazu kam, mit seinem Einflüsse im Vatikan, der tatsächlich ein großer gewesen sein soll, Geschäfte zu machen. ____ — JSab und fern. ^ Eer Brandenburgschc Millionenuachlaß. Herr W. R. Taylor aus Indianapolis ist soeben mit einem Rechtsanwalt nach Deutschland abgereist, um daselbst einen Anspruch auf 240 000 000 Mark geltend zu machen. Mit dem Vermögen steht es, nach der Versicherung des Herrn Taylor, nicht wie mit hundert von anderen Fällen, in denen Amerikaner versucht haben, sich in den Besitz großer Vermögensmassen ru setzen. Der Besitz führt, mie Herr Taylor versichert, den Warnen „Brandenburgscher Nachlaß", und es gehören dazu Ländereien und ein Schloß in der Nähe von Berlin; das Schloß soll seit einer Reihe von Jahren zur Unterbringung einer medizinischeir Anstalt benutzt worden sein. Herr Taylor ist der Ansicht, daß ihm nichts mehr übrig bleibt, als sein Erbenverhältnis nachzuweisen. Der Eigentümer des ungeheuren Besitzes ist, nach seinen Angaben, im Jahre 1812 aus Deutschland geflohen und hat sich in New-Jersey niedergelassen; später ist er dann nach Kentucky gegangen und hat Ländereien erworben, welche teilweise in Louisville liegen. Den Erben dieses Mannes sollen diese Ländereien noch heute zustehen, da Brandenburg sie nur auf 99 Jahre gepachtet hatte. Auf das Vermögen in Deutschland haben 20 Personen Anspruch, und sie treffen Anstalten, ihre Rechte nachzuweisen. Wenn nur nicht der „Brandenburgsche Nachlaß" auf dem Monde liegt! J Von der Erde verschlungen. Zu Ichstedt am Ktzsf- Häuser hörte eine Bauersfrau, die in der Küche beschäftigt war, draußen auf dem Hofe ein eigentümliches Geräusch. Als sie den Hofraum betrat, war die Scheune spu^ los verschwunden, fünf Meter tief war sie ins Erdreich gesunken, nur das auf der Erde aufliegende Dach zeugte von der verschwundenen Herrlichkeit. Das in nächster Nähe stehende Wohnhaus mußte wegen unmittelbarer Ge- fahr sofort geräumt werden. O Die Brüllrevolte. Im Strafgefängnis zu Lem- berg, wo es, wie gemeldet, schon vor einigen Wochen zwischen dem Amtspersonal und den in den Werkstätten beschäftigten Sträflingen zu Konflikten gekommen war, ist jetzt eine eigenartige Revolte ausgebrochen. Vom frühen Morgen bis Zn den Abend wird von den Sträflingen ein hundertstimmiger Brüllchor angestimmt, der ohne Unterbrechung fortdauert und scharf in die Ohren geht. Und die Ursache deS betäubenden Lärms? Tw Mitglieder der „Brüllaria" weigern sich nämlich beharrlich, das ihnen Tag für Tag vorgesetzte — Sauerkraut zu essen Tw Arbeit in den Werkstätten des Strashaujes ruht seit zwei Tagen Die Leitung des Strashauses steht dieser Hart- nackigen Renitenz ratlos gegenüber Tw bisher angewendeten Strafmittel sind fruchtlos geblieben. Tie Aufjichts- kommission mit dein Staatsanwalt an der Spitze, welche das Strafhaus besuchte, wurde von den Sträflingen mit Schmähungen empfangen. Tie Rädelsführer, welche zur Strafe gefesselt wurden, wußten sich unerklarlicherweise von ihren Hand- und FuUchetten zu befreien und Marsen dieselben zum Fenster hinaus.' Wie verlautet, soll da. Justizministerium in den nächsten Tagen die Ueberfu^ ninq sämtlicher Sträflinge des Strafhauses, fast 2000 an der Zahl, in andere, zum Teil außerhalb Galizrens gelegene Strafanstalten verfügen. V9cr Walzer-Strauß beim Sultan. Der Wiener Hof. ballmusikdirigent Johann Strauß konzertierte mit feiner Sabelle im Konstantinopeler Yildiz-Kiosk vor dem Sudan. Der Sultan ernannte ihn zum Kommandeur des Med- schidje-Ordens. ) Der Pariser Polizeipräfekt und die Humbertasfaire. Zn der Pariser Stadtverordnetensitzung interpellierte man Den Polizeipräfekten Lepine über seine Beziehungen zu der Familie Humbert. Lepine antwortete, er sei während 15 Jahren im ganzen dreimal bei den Humberts gewesen. Die Humberts Hütten einige Male in seinem Hause diniert; er habe nicht den geringsten Verdacht gegen Madami Humbert gehabt. Lepine giebt offen zu, daß er mehrfach der Familie Humbert Theaterbillets gesandt, und daß seine Tochter ein Hochzeitsgeschenk von Madame Humbert erhalten habe. Erst nach Oeffnung des eisernen Schrankes i habe er gemerkt, daß er hintergangen worden sei. Er habe in der Affaire nicht intervenieren können, ehe nicht ein Gerichtsbeschluß vorlag. Die Versammlung nahm eine Tagesordnung an, nach welcher die Polizei den städtischen Behörden unterstellt werden soll. - Deutscher Reichstag. Abstimmung über Abs. 2 und Beratung des Abs. 3. 207. Sizung. CB. Berlin, 30. Oktober. 1 In der heutigen Sigung erfüllte das Haus zunächst einen Akt der Pietät, indem es das Andenken des gestern verstorbenen Zentrumsabgeordneten Brandenburg durch Erheben von den Pläßen ehrte. Dann wurde in namentlicher Abstimmung§ 1 Abs. 2 des Zolltarifgesetzes mit 158 gegen 128 Stimmen angenommen. Bei dem Abs. 3, dessen Beratung nurmehr begann, handelt es sich um die Bestimmung Daß auf Greu Jage chlüsse de verkway Zollbefreiun gen- Crmäßignage Amendung finden sollen, sowi Luß der Bundesrat nahmen vorschreibt, die der spä teren Zustimmung ves stages igen. Da gleiche soll für die Grze der deutscher Scha gebiete gelten." Zollaussche sind die in den deutschen Freihäfen einlaufenden Güter, die bei dem Uebergang in das Zollgebiet die tarismäßigen Zollgebühren tragen müssen. Hierzu liegt ein Antrag Albrecht( Soz.) vor, die Bestimmungen über die Befugnis des Bundesrats, Ausnahmen vorzuschreiben, zu streichen. Der sozialdemofratische Abg. Molkenbuhr erblickt in dem Recht des Bundesrats, Ausnahmebestimmungen zu treffen, eine Benachteiligung der an den Freihäsen liegenden Handelsstädte und derselben Ansicht ist der Abg. Frese von der freisinnigen Vereinigung, während der Schazsekretär v. Thielmann darauf hinwies, daß ohne dies Ausnahmerecht dem Reiche die Möglichkeit fehle, unter Umständen einen Zollkrieg mit anderen Staaten durchzuführen. Seine Bemerkung, daß die Bestimmung mit Zustimmung der Hanseatischen Vertreter geschaffen wurde, beranlaßte den Abg. Dr. Barth dazu, die hanseatischen Bundesratsbevollmächtigten zu einer Aeußerung aufzufordern, und Frese meinte, die kleinen Staaten könnten im Bundesrat überhaupt nicht ihren Willen so durchsetzen, wie die großen, eine These, die wohl niemand beStreiten wird. Dr. Spahn, des langen und ausufernden Geredes müde, verlangte Ablehnung des Antrags Albrecht und Annahme des Regierungsantrags, was von Dr. Paasche unterstützt wurde. In der namentlichen Abstimmung wurde der Antrag Albrecht mit 192 gegen 86 Stimmen abgelehnt und sodann der Rest dieses Abschnittes ohne Erörterung genehmigt. Es folgte die Beratung über den von der Kommission neueingeführten§ 1a, der folgenden Wortlaut hat: In jedem Steuerdirektionsbezirk ist eine Behörde zu errichten, die auf Verlangen über die Zolltarissäge Auskunft zu geben hat, zu welchen bestimmte Waren im deutschen Zollgebiet zugelassen werden. Der Antrag wurde nach einer Empfehlung durch den sozialdemokratischen Abg. Heine angenommen. Es folgte die Beratung des von den Abgg. Albrecht u. Gen. und Dr. Barth( freis. Vereinigung) beantragten§ 1b gegen die Trusts und Syndikate. Nach den Anträgen soll dem Bundesrat die Verpflichtung bezw. die Befugnis erteilt werden, die Zölle für vom Ausland eingehende Waren aufzuheben, falls die Waren deutscher Syndikate im Ausland billiger verkauft werden als im Inland. Abg. Bernstein bekannte sich in seinem Vortrage als ein Gegner aller Syndikate und Trusts, weil diese die Tendenz hätten, die Arbeiter noch abhängiger zu machen, als sie schon sind. Die Rechte aber zeige fich in Die Wahlmännerwahlen haben außer den gestern bereits gemeldeten Resultaten noch folgende ergeben: Buzbach. Landtagsabgeordneter Jouz ist wiedergewählt. Alsfeld. Der freisinnige Rechtsanwalt Reh fiegte gegen den parteilosen Lehrer Rudolf. In Obermörlen wurden 4 Centrumswahl männer gewählt. Friedberg. Der bekannte nationalliberale Gegner des direkten Wahlrechts Jöckel unterlag mit 345 Stimmen gegen den freisinnigen Beigeordneten Damm, auf welchen 379 Stimmen entfielen. Centrum und Sozialdemokratie führten den Sturz Jöckels herbei. Weinolsheim. Hier wurde ein Wahlmann zu Gunsten der Kandidatur Jos. Senfter gewählt. Worms. Die zur Wiederwahl des seitherigen Abgeordneten Reinhart( nat.) aufgestellten Wahlmänner wurden mit 1091 Stimmen gewählt. Lampertheim. Die Wiederwahl des seit herigen Abgeordneten Seelinger( natl.) erscheint gesichert. Pfeddersheim. Die Wiederwahl des nationalliberalen Abg. Mödlinger ist gesichert. Oppenheim. Die Wiederwahl des Alt- Bürgermeisters toch ist zweifelhaft. Unter- Schönmatten wag. Hier wurden einstimmig als Wahlmänner gewählt: Pfarrer Thomas und Bürgermeister Becker. dem Major von Wachter, Eisenbahnlinien- Kommissar im Generalstabe der Armee, das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens: dem Major Grafen von Schweinig und Krain Frhrn. von Kauder, Adjutanten der Inspektion der Feld- Artillerie, dem Hauptmann von kleinschmit, Adjutanten der 31. Division, dem Hauptmann a. D. Metzke, seither bei dem Inf.- Reg. Großherzogin Nr. 117, dem Hauptmann Thorbeck, Mitglied der Gewehrprüfungs- Kommission, dem Hauptmann Frhen. Schend zu Schweinsberg im Großen Generalstabe und dem Frhrn. von Wangenheim, Adjutanten der 21. Feld- ArtillerieBrigade; das Ritterkieuz 2. Klasse desselben Ordens; dem Rittmeister Meister, Oberquart ermeister- Adjutanten, seither im 2. Großh. Dragoner- Regiment ( Leib- Drag.- Reg.) Nr. 24, dem Oberleutnant Reinicke, Adjutanten der 6. Inf.- Brigade, und dem Oberleutnant Milchling von Schönstadt, Adjutanten der 14. Inf.- Brigade. Darmstadt. Für die Kandidaten der nationalliberalen Partei Morneweg u. Buff 1823, für die Kandidaten der vereinigten sozialdemokratisch- freisinnigen Partet Langenbach und Seng 1829 Stimmen.- LezztLettgenannte haben damit einen knappen Sieg errungen. Hauptursache daran ist wohl die Stimmenenthaltung der Centrumspartei. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog wird Samstag, 1. November, weder Audienzen erteilen noch Meldungen und Vorträge entgegennehmen. ** Der Großherzog hat nachstehenden, aus dem Verbande der Großherzoglichen Division geschiedenen Offizieren verliehen: Das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: ** Der Großherzog hat den auf die evangelische Pfarrstelle zu Wölfersheim, Dekanat Hungen, präsentierten Pfarrer Friedrich Cloh zu Schwickartshausen für diese Stelle bestätigt und dem Pfarrer Wilhelm Fischer am Landeszuchthaus Marienschloß die evangelische Pfarrstelle zu Nierstein übertragen. ** In der letzten von uns gebrachten Schöffengerichtssigung fand u. A. eine Verhandlung gegen den Gastwirt Wilhelm Fischer statt. Wir werden ersucht, mitzuteilen, daß fragl. Wilhelm Fischer, in der Dammstraße hierselbst wohnhaft, mit dem Besitzer des Felsenkellers in der Bahnhofstraße nicht identisch ist. § Bauſupernumerare. Die Zahl der in der allgemeinen Bauverwaltung zu beschäftigenden Bausupernumerare ist erfüllt. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat daher angeordnet, daß solche einstweilen nicht mehr einzuberufen sind. ** Heuchelheim wird demnächst, infolge des Todes des Herrn Rendant Grüneberg, einen neuen Gemeinderechner zu wählen haben. Man hat ja schon einige qualifizirte Herren für diesen Posten in Aussicht, aber wie das so geht, der eine ist für diesen, der andere für jenen. Hoffentlich einigt man sich auf die rechte Person. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich berfolgt: der Arbeiter Johann Goralzik aus Theresienwalde wegen Körperverlegung, Knecht Hermann Weide aus Kaffel wegen Diebstahls 2c, Gärtner Anton Seidel aus Spiegelberg wegen Betrugs, der Arbeiter Peter Weber aus Schriesheim wegen Körperverlegung 2c., sämtlich von der Staatsanwalt schaft Gießen; der Zwangszögling Heinrich Schäfer aus Klein- Linden wegen Entweichens vom Kreisamt Gießen. ** Zur Herbstzeit im Vogelsberg. Macht man auch jetzt bei dieser herbstlichen Stille einen Gang durch den Oberwald, so ist es für den Kenner, für den Einheimischen, und ganz besonders für den Fremden immer noch ein Genuß, eine Tour durch seine Gründe, über seine Höhen zu unternehmen. Die herbstliche Stille möchte manchen Wanderer zur Melancholie stimmen, wenn nicht jetzt zu dieser Jahreszeit ihm so manche angenehme Abwechslung durch die Natur bereitet würde; die Laubbestände prangen in gelblich- rötlichem Farbenschimmer; hier und da äugt, wie der Jäger sagt, ein Reh aus dem Dickicht oder äst" auf den noch grünenden Grasflächen und Schneußen; der Hase macht seine Männchen" und bewegt die Löffel" oder der schlaue, stets auf Raub ausgehende Reinecke lugt aus dem Dickicht und schleicht dann, wenn er sicher vor Verfolgung ist, quer vorüber, die lange„ Ruthe" nachschleifend. Das alles gewährt dem Wanderer Abwechslung und erhält ihn in Spanung, wenn er auf den schönen, vom besten Material, dem Basalt, gebauten Straßen vergnügt dem Taufstein und Hohenrodskopf mit seinem, auch jetzt noch an Samstagen geöffneten Clubhause, wo er nebst Anderem vor Allem einen duftenden Mokka erhält, zusteuert. duftenden Moffa erhält, zusteuert. Selbst zur späten Abendstunde, wenn die Nacht schon ihre Herrschaft angetreten, sind die Oberwaldstraßen immer noch durch Holzfuhrwerk belebt. Von den Höhepunkten eröffnet sich an hellen Tagen, fast mehr als im Frühling und Sommer, eine prächtige Fernsicht; ein lebendes Pano: rama liegt vor einem, die nahe gelegenen Dörfer und die der Wetterau bis zum Spessart, Taunus, Odenwald und Dünsberg und vom Taufsteingerüst aus zur Rhön, dem hessischen Hügellande bis zum Inselsberge erblickt der Wanderer. So ist der Wechsel der Jahreszeit dem für Naturschönheiten Gingenommenen immer reizvoll. Bei allen Wandlungen des schönen Oberwaldes, eine Perle Hessens, weiß der Eingeweihte die Schönheiten des genannten Waldes zu schäzen und zieht eine zeit weise Tour nach demselben dem häufigen Einsißen oft in schwüler, abspannender Stubenluft vor und fehrt, die Lungen durch die reine Gebirgsluft gestärkt, das Blut erfrischt, wieder zu seinem schaffensreichen Beruf in seiner Geschäftsstube mit größerer Freude und Arbeitslust zurück. Also hinaus wenn es Zeit und Umstände erlauben auch zu dieser Jahreszeit! - - Aus Hessen und nachbargebieten. ** Darmstadt, 30. Oft. In Beir ff der Neuordnung des Rangierens usw. der Orden und Ehren zeichen ist folgende Allerhöchste Verordnung erlassen worden. Unter Aufhebung der Vorschriften vom 10. November 1894 in B.zug auf den Rang und das Tragen der Großherzoglichen Orden und Eh enze chen, bestimme Ich, daß die selben in nachfolgentec Weise zu rangieren haben: 1. Goldener Löwen Ordin. Großkreuz des LudewigsOrdens. 2. Großkreuz des Philipps Ordens mit der Krone. 3. Kommandeurkreuz I. Klasse des Ludewigs- Ordens Großkreuz des Philpps- Ordens. 4. Komturkreuz I. Klasse des Philipps- Ddens mit der Krone. 5. Kommandeurkreuz II. Klasse des Ludewigs- Ordens. Komturkreuz I. Klasse des Philipps- Ordens." 6. Komturkreuz II. Klasse des Philipps- Ordens mit der Krone. 7. Ritterkreuz I. Klasse des Ludewigs- Ordens. Komturfreuz II. Klasse des Philipps Ordens. 8. Ehrenkreuz des Philipps- Ordens. Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, Industrie- und Landwirtschaft. 9. Ritterfreuz I. Klasse des Philipps- Ordens mit der Krone. Militär- Verdienstkreuz. Militär- Sanitätsfreuz. 10. Ritterkreuz II. Klasse des Ludewigs- Drdens. Ritterfreuz I. Klasse des Philipps- Ordens. 11. Ritterkreuz II. Klasse des Philipps Ordens mit der Krone. Militärdienst- Ehrenzeichen, sowie HofdienstEhrenzeichen für 50 Diensjahre. 12. Ritterfreuz II. Klasse des Philipps. Ordens. Tapferfeits Medaille. Rettungs- Medaille. P Goldene Ver dienst Medaille des Ludewigs- Ordens. VerdienstMedaille während der Wasseinot 1882/83. Silberne Verdienst- Medaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Landwirtschaft. 13. Silbernes Kreuz des Philipps- Ordens mit der Krone. 14. Silberne Verdienst- Medaille des Ludewigs- Ordens. Silbernes Kreuz des Philipps- Ordens. 15. Allgemeines Ehrenzeichen. Militärdienst- Ehrenzeichen, sowie Hofdienst Ehrenzeichen für 25 Dienstjahce. Erinnerungs- Medaille. Vermählungs- Medaille. = 16. Felddienstzeichen. Militär shes Erinnerungszeichen an Seine Königliche Hoheit Großherzog Ludewig I. Von den unter derselben Nummer aufgeführten Orden und Ehrenzeichen hat die zuletzt verliehene Dekoration den Vorrang. Darmstadt, den 6. September 1902. gez. Ernst Ludwig. v. Lich, 29. Oft. Heute hat der Unterricht der obligatorischen Fortbildungsschule begonnen. Er wird von 4 Lehrern in 2 Abteilungen an den Mittwochund Samstag- Nachmittagen erteilt. Die Zahl der Unterschriften, die von Freunden des Bürgermeisters Heller für ein Begnadigungsgesuch an den Landesfürsten gesammelt worden sind, soll 400 betragen. Auch Polizeidiener Schmidt, der wegen Betrugs mit Gefängnis bestraft ist, soll ein Gnadengesuch eingereicht haben. ** Vom Main, 30. Oft Auf dem Weilbacher Eisenwerk bei Miltenberg geriet der Arbeiter Jofeph Löffler in der Thoreinfahrt zur Gießerei zwischen einem stywer beladenen Wagen und einen Pfeiler. Löff er wurde tot gedrückt. Homburg v. d.., 30. Oft. Regierungsassessor Ebbingshaus wurde vom Minister des Innern mit der fommissarischen Verwaltung des Landratsamtes als Nachfolger des Herrn v. Meister vom 1. Januar 1903 ab beauftragt. ** ** Der M giebt am Sonn im Heff. Hof" wirkung von fangbereins Or es Buzbacher Gin f Bis Geit eini richtung eines Bi fällig geworden. So foll feine herrliche La Taunus und Do richtet werden. Namen trogen. Schon Die Gi ** Darmstadt, 29. Oftober.( 6. Evangelische Landessynode.) Die vom Präsidenten Professor D. Stamm Gießen eröffnete Sigung um 9 Uhr 20 Minuten wurde mit einem Gebet des Pfarrers Jost von Bechtheim eingeleitet. Die Wahl eines Ersatzmitgliedes für den dritten Ausschuß fällt auf Pfarrer Lühl- Nieder- Eschrach. In den Synodalausschuß wird Rechtsanwalt Dr. Lucius- Mainz gewählt. Als Mitglied des Disziplinargerichtshofes fam Realschuldirektor Dr. Gerhard- Michelstadt zur Wahl. Sodann wurden als Mitglieder des Ausschusses der Luther- Stiftung Prof. D. Stamm- Gießen und Pfarrer Schloffer- Gießen gewählt. Zur Kommission für Prüfung des Kirchenbuches werden durch Zuruf gewählt Prof. D. Stamm= Gießen, Defan Stamm- Stockstadt, Pfarrer FinkZwingenberg, Pfarrer Weber- Lich, Landgerichtsrat Dornseiff- Gießen, Lic. Ed, Pfarrer in Offenbach, und Lic. Eger, Professor in Friedberg. Es folgt die Beratung über die Vorlage Großh. Oberkonsistoriums, die Verhältnisse und Zustände der evangelischen Landesfirche in der Synodalperiode 1895-99 betreffend. Den Bericht hierüber erstattete in eingehender Weise Direktor D. Weiffenbach Friedberg. An der Aussprache über den Bericht beteiligten sich Oberkonsistorialpräsident Buchner, Prälat D. Walz, Pfarrer Lic. Eck( Offenbch), Pfarrer Wahl( Langen), Pfarrer Jost( Alsheim), Oberkonsistorialrat D. Flöring, Pfarrer Walter( Worms), Pfarrer Weber- Lich und Rechtsanwalt Dr. Lucius ( Mainz). Hiermit ist die Besprechung zu Ende. D. nn. Darmstadt, 30. Oft. Die Abreise des Prinzen Heinrich nach Kiel findet voraussichtlich am 4. oder 5. November statt, Prinzessin Heinrich mit den prinzlichen Kindern wird noch hier verweilen. Größfürst und Großfurstin Sergius werden Ende nächster Woche auf einige Tuge nach Paris reisen und wieder hierher zurückkehren. nn. Darmstadt, 29. Oktober. Sehr überraschend für hiesige Kreise kommt die Nachricht von der plöglichen zur Dispositionsstellung des Obersten Rüd von Collenberg, Commandeur des Leibg. Inf Regiments Nr. 115. Derselbe war über zwei Jahre Commandeur des Regiments und erfreute sich sowohl in Militär- wie in Civilfreisen großer Beliebtheit. Er ist zum Commandeur des Landwehr- Bezirks Hannover ernannt worden. Eingeweihte Streise vermuten hinter dieser Aenderung die Folgen von persönlichen Differenzen, die mit dem Sohne Regiment diente, aber aus verschiedenen Gründen abeines früheren Divisions- Commandeurs, der im hiesigen gehen mußte, jetzt Kaufmann im Ausland sein soll, wird sehr bedauert. Zu seinem Nachfolger ist Herr zusammenhängen. Der Weggang des beliebten Offiziers Oberstleutnant von Besser, Commandeur des Gardejägerbataillons ernannt worden. darum an den op das Wert zu förd tragen wird, folgt Ueber die ein Der Vorftand Bahnarzt Jäg Dberlehrer Wi Am Wirtschaft i statt, wozu In jüdiſch bierfelbft zu gründ hierfür auf nächster Sonntag den nach ergebenst ein zuladen Herr Rabbin ben einleitenden Vo Das Aus der für das Jahr 19 bohner Gießens, fonen, Unterſtüßum werbungen haben unterzeichneten Beh Gießen, am Groß B Die Feldbereini Die nabite reinigungstomm Renntnis der bet Gießen, Betreffend: Feld linfe Auf Grund d bom 28. Septemb teiligten Grundbe und der sonstige Büchern, insoweit nicht mehr enti Monaten bei der oder ergänzen verhältnisse bei werden fönnen. Die Auffo 1. an diejenig bezirt ecto Ludewigs- Drbens 8- Dbens mit der Ludewigs- Ordens. Drdens. 8- Ordens mit der Didens. Komturs Boldene Medaille trie- und LandDrtens mit der Rilitär- Sanitäts-Debens. Ritter Drdens mit der sowie Hofdienst Drdens. Tapfer Goldene Ber dens. Verdienst 382/83. Silberne Kunst, Industrie 8 mit der Krone. Ludewigs- Drdens. -6. enft- Ehrenzeichen, 25 Dienstjahre. Medaille. erungszeichen an Ludewig I. geführten Orden Deforation den Interricht der n. Er wird en MittwochDie Zahl der Bürgermeisters den Landes etragen. Auch ugs mit Ge ich eingereicht Seilbacher Eisenfeph Löffler in nem stywer be rde tot gedrückt. egierungsaffeffor Innern mit der ntes als Nach 1903 ab be ** Der Marburger Männergesangverein„ Liedertafel"| von Mittwoch auf Donnerstag beim Uhrmacher Debus giebt am Sonntag, den 2. Novbr. Abends" halb 8 Uhr in Gladenbach verübt und dabei zirka 40 Uhren, Gold im Hess. Hof" zu Buzbach ein Konzert unter Mit- und Silbersachen gestohlen. wirkung von Frl. Joh. Held( Klavier) und des Gesangvereins Orpheus- Turnverein- Marburg, zum Besten des Buzbacher Kirchenfonds. ** Gersfeld( Rhön), 30. Dt. Der gestern hier abgehaltene Schweinemarft war außerordentlich start betrieben. Die Schweine wurden nicht alle abgesetzt, da es an KaufEin schwerer Einbruch wurde in der Nacht| liebhabern mangelte. Aufruf zur Errichtung eines Bismarck- Turmes auf dem Taufstein. Seit einigen Jahren schon sammelt der Vogelsberger Höhen- Club Beiträge zur Errichtung eines Bisma dturmes auf dem Taufstein. Die beiden alten Holztürme sind baufällig geworden. Ein Ersatz ist unbedingt nötig. So soll denn an dieser Stelle, dem höchsten Punkte im Großherzogtum, der durch seine herrliche Lage inmitten der prächtigen Wälder und seine großartige Aussicht auf Rhön, Taunus und Odenwald ausgezeichnet ist, ein wuchtiger und eindrucksvoller Steinturm er= richtet werden. Dem Andenken unseres gewaltigen Reichsschöpfers soll er gelten und seinen Namen trogen. - Schon ist ein ansehnlicher Bauschaß gesammelt, aber er genügt noch lange nicht. Die Gießener Sektion des Vogelsberger Höhen Clubs( Sektion Taufstein) wendet sich darum an den opferwilligen Sinn der Bevölkerung und butet durch Beisteuer und Werbung, das Werk zu fördern. Freunde der Natur, Verehrer des großen Namens, den der Turm tragen wird, folgt bereitwillig dem Aufruf! Jede Gabe, auch die fleinste ist willkommen! Ueber die eingegangenen Beträge wird seinerzeit im Gießener Anzeiger quittiert werden. Der Vorstand d. Sektion Taufstein d. Vogelsberger Höhen Clubs. Bahnarzt Jäger. Baurat Stahl. Fabrifant Emmelius. Oberlehrer Lucius. Oberlehrer Prof. Dr. Erb. Ingenieur Wilson. cand. med. Köhler. Wirtschafts- Verlegung. Am Samstag abend den 1. November findet die Verlegung meiner Wirtschaft in meinem Neubau neben meinem seitherigen Geschäft Marburgerstrasse 27 statt, wozu ich Freunde und Bekannte höft. einlade. Indem ich um gütige Unterstützung bitte zeichne Um einen Hochachtungsvoll Emil Kalbfleisch. jüdischen Literatur- Verein bierselbst zu gründen, ist das unterzeichnete Comité beauftragt, Freunde hierfür auf nächsten Sonntag den 2. November 1902, abds 8.30 Uhr, nach dem Hotel Nassauer Sof ergebenst einzuladen. Herr Rabbiner Dr. Sander hat sich freundlichst bereit erklärt, den einleitenden Vortrag zu halten. vangelische en Professor D. um 9 Uhr Pfarrers Jost eines Ersaz At auf Pfarrer lausschuß wird It. Als MitCealschuldirektor Sodann wurden Buther- Stiftung chloffer- Gießen g des KirchenD. Stamm Pfarrer Fink Bandgerichtsrat er in Offenbach, Es folgt die erfonfiftoriums, elischen Landesetreffend. Den Weise Direktor prache über den alpräsident D. Ed( Offenbach), Alsheim), Ober Valter( Worms), walt Dr. Lucius Ceise des Prinzen zu Ende. m 4. oder 5. Noprinzlichen Kindern und Großfurftin f emige Tuge nach ren. - überraschend für nder plöglichen Rüd von Collengiments Nr. 115. andeur des Res Militär- wie in m Commandeur worden. Ein Aenderung die mit dem Sohne der im hiesigen en Gründen abusland sein soll, hfolger ist berr ndeur des Gardebeliebten Offiziers Robert Stuhl Neustadt 23, empfiehlt zu billigsten Preisen Jagdwesten gewebte Jacken Jägerhemden normalbemden Flanellbemden Hautjacken Unterhosen woll. Strümpfe woll. Socken Faust- u. FingerHandschuhe Gamaschen woll. Strickgarne Marke M- K. pp. Städtisches Billiges Kochrezept( Breisgekrönt). Sämtliche BratenFleisch- und Fischfaucen werden außerordentlich kräftig und wohlschmed end, wenn man denselben für einige Pfennige in kochendem Wasser aufgelösten„ WUK" zusetzt., WUK" befißt reinen, sehr fräftigen concentrirten Fleischbrühegeschmack und ist überall schon in Probebüchsen à 25 Vfa. zu haben. 33 Drud und Verlag der Gießener Verlagsdru o ret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1783; für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Nächste Woche den 5. u. 6. November Ziebung 1. Klasse. 25 R Hess. Thür. Staatslotterie. à 1/8 1/4 1/8 1/1 Loose Mk. 3.50. 7. 14. 28. empfiehlt die staatlich konzessionirte Kollektur von Rich. Buchacker, Giessen, Neuenbäue 11. tote Ratten! Jch bezeuge Jhnen gern, daß Ihr Fabrikat Es hat geschnappt" bei meinen Kunden große Unerkennung findet, da die Wirksamkeit dieses Rattenmittels eine sehr gute ist. Ein nicht genannt sein wollender Kunde, der in meiner Filiale ein Padet à mt. 1.- faufte, hat damit ca. 25 Ratten getötet. Eudwig Breunig, Drogerie sum roten Kreus. e Es hat geschnappt" ist nur für Nagetiere tablich, fonst ganz unschädlich. Ein Verfuch und man in Aberzeugt! Ueberall 80 Pfg. und 1 Mr. Ju haben. Die Wirkung ist wunderbar. In Gießen in den Drogerien von Adolf Bieler, W. Kilbinger, Gustav Walter. Zahnarzt Schwalm's Poliklinik für Zahnkrankheiten ift wieder geöffnet. 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Aus der Friedrich Büding'schen Stiftung sind für das Jahr 1902 an zehn bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzeln stehende Personen, Unterstüßungen von je 100 Mt. zu vergeben. Bewerbungen haben bis zum 30. November 1. J. bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 4 zu geschehen. Gießen, am 25. Oftober 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die Feldbereinigung in der Gemarfung Gießen links der Lahn betreffend. Die nachstehende Bekanntmachung des Großh. Bereinigungsfommissärs zu Friedberg bringen wir hiermit zur Kenntnis der beteiligten Grurdbefizer. Gießen, am 27. Oftober 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, links der Lahn. Auf Grund des Art. 19 des Feldbereinigungsgesetzes bom 28. September 1887 fordere ich hiermit die beteiligten Grundbesizer auf, die Einträge der Eigentumsund der sonstigen Rechtsverhältnisse in den öffentlichen Büchern, insoweit dieselben den bestehenden Verhältnissen nicht mehr entsprechen, innerhalb einer Frist von drei Monaten bei dem Großh. Amtsgericht Gießen berichtigen oder ergänzen zu lassen, damit die bestehenden Rechtsverhältnisse beim Bereinigungsverfahren berücksichtigt werden können. Die Aufforderung ergeht: 1. an diejenigen, welche Grundstücke im Bereinigungsbezirk erworben, aber ihren Eintrag im Grund-| Amtlicher Teil. oder Flurbuch bezw. im Mutationsverzeichnis noch nicht erwirkt haben, um die Errichtung und Ingrossation ihrer Erwerbstitel oder die Berichtigung irriger Einträge zu erwirken; 2. an diejenigen, welche zwar im Grundbuche stehen, aber weil sie schon vor Einführung des Gesetzes vom 21. Februar 1852 eingetragen waren, ohne Beifügung des Erwerbstitels, im letzteren nach Maßgabe des Art. 28. des Gesetzes vom 21. Februar 1852 eintragen zu lassen, indem sonst, abgesehen von dem Hindernisse bei der Feldbereinigung, demnächst nur eine Bescheinigung des Besitzstandes statt einer Eigentumsurfunde ausgestellt werden wird; 3. an diejenigen, welche an ein auf fremden Namen im Grundbuch eingetragenes Grundstück einen Vindikations- oder einen unter gewissen Umständen zu realisierenden An- und Rückfallsanspruchs wegen eines vor Einführung des Gesetzes vom 21. Febr. 1852 vertragsmäßig gemachten Eigentumsvorbehalt oder wegen einer bei der Veräußerung beigefügten auflösenden Bedingung eines Endtermins oder einer Zweckbestimmung zu bilden haben, ohne diesen Anspruch durch den Vermert ,, streitig oder ,, beschränft" im Grundbuch gesichert zu haben, sowie an diejenigen, welche unter Nachweis der gesetzlichen Voraussetzungen die Bemerkung gehemmt" wollen eintragen lassen; Privat- Praxis: Schwalm, Zahnarzt Privat- Praxis: Wochentags 8-6 Uhr. Sonntags 8-2 Poliklinik Wochentags 1 31-2 Uhr. 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Sallé, Hungen. weder im Hypotheken noch im Grundbuch gewahrt find, an zur Bereinigung bestimmten Grundstüden geltend machen fönnen, um unter Vorlage der betreffenden Urkunden und genauer Bezeichnung der Forderung und derjenigen Grundstücke, welche zur Sicherheit dienen, die Einträge in den öffentlichen Büchern zu erwirken; 6. an diejenigen, welche Realservituten, die nicht durch die bei der Bereinigung vorzunehmende neue Wegund Wässerungsregulierung erlöschen, sondern noch nach derselben geltend zu machen sind, z. B. Wegund Wasserleitungsgerechtigkeiten zu Gunsten bon Grundstücken, die nicht in die Bereinigung fallen, Lehms, Thon-, Sandgrube- oder Kellerberechtigungen auf zur Bereinigung gehörigem Gelände anzusprechen haben, ferner an die, welche solche Grundstücke zu lebenslänglicher Nuznießung, zur Benutzung als Brautgabe bis zur geschwisterlichen Teilung, zur Sicherung einer lebenslänglichen Leibzuchts oder Auszugsberechtigung anzusprechen haben; 7. an diejenigen, auf deren Grundstücken in den öffentlichen Büchern solche Rechte eingetragen sind, welche sie für erloschen halten, aber noch nicht haben löschen lassen, um diese Löschung unter Vorlage der nötigen Beweise hierzu erwirken. Rechte der unter Bos. 1-7 genannten Art, welche nach Ablauf von drei Monaten weder in den öffentlichen Grund3 an die Obereigentümer und Fideifommißberechtigten, und Hypothekenbüchern, bezw. den zu den Flurbüchern gewelche ihre Heimfalls- und Successionsrechte nicht hörigen Mutationsverzeichnissen, noch in den in Gemäßdurch Eintrag der Lebens, Erb- und Landsiedel, beit der Anmeldungen aufzustellenden Verzeichnissen ge= Leih- oder Fideikommißqualität eines Grundstücks wahrt find, bleiben bei der stattfindenden Feldbereinigung im Grundbuch haben eintragen lassen, um ihre unberücksichtigt, ebenso werden erloschene, aber in den Rechte, soweit dies nach Art. 37 und 38 des Ge- öffentlichen Büchern noch nicht gelöschte Rechte als fort. setzes vom 21. Februar 1852 noch zulässig ist, im bestehend behandelt. Grundbuch eintragen zu lassen; 5. an diejenigen, welche Pfandrechte, Eigentumsvorbe halte, Revokations-, Resolutions- oder NichtigkeitsSeparations oder andere Sicherheitsrechte, die Friedberg, den 17. Oftober 1902. Der Großh. Bereinigungsfommiffär: Spamer, Kreisamtmann. 130 do ไฟ Total- Ausverkauf Beachten Sie meine Preise in Schuhwaren. Filzschuhe. Kinder- Filzschuhe, mit Filzsohle Kinder- Filzschuhe, bunt, mit Holznägeln Kinder- Filzschuhe, mit Ledersohle, Spitzkappe und Fleck Mädchen- Filzschuhe, alle Farben, Filz- und Ledersohle Damen- Schlappen, Grösse 36-42 Damen- Filzschuhe, mit Spaltledersohle Damen- Filzschuhe, mit Holznägeln( Mosko) Damen- Filzschuhe, schwarz, Ledersohle mit Absatz Damen- Filzschuhe, abgesteppt, Absatz und Plüscheinsatz Herren- Stiefel. 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