eines Bogelnestes ormittag Sappeure auf dem Sator Nr. 174. Erstes Blatt. Mittwoch, den 30. Juli 1902. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg, in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. bortige Explosion. ffiziere mur eber die Ursachen e des Genieforps mittag in Gegens St. Cyr entladen e verursachte das Funten, welcher Wunden der Vers eines derselben Lokomotive e ift bon George Durham erbaut November 1822, erften öffentlichen Darlington". Nad eistung fann man n gegenwärtig nod einen ehrenhaften ence" in Newcastle e gestern Gegeniner großartigen Wagen Stitcheners ich Laufende um er stürmische Ova ar während 1 Egleifte in Granica Griechenland be foll sofort nach lieb unversehrt. wird aus Hong Baffagierdampfer fen. niederlassend): & warmes." n bestellen Sie enmal in seinem irtshaus hinaus lich- gibt man . zu nennen. ystem rlernung , italienischen, ändischen, russischen u. rache. eine Sprache lernen. • icht Chal - Polnisch, 1 Mk. Cectionen à 1 Mk. Pf wedisch- Porektionen à 1 Mk. 50 Pf. shandlung. t'sche senz er 30% Spiritus rwurzel, 2,8 Ko. Lärchenschwamm, Blink Mung nicht obige Die eten, feit Präparate der Te folche Nach .50 u. 3.00. 2000 Sapier fte Nachrichten. 2000 Gießener 11. Jahrgang. Insertionsvreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Ferusprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei,( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Abonnements- Einladung. Der 1. August steht vor der Thür. Da richten wir denn an unsere bisherigen Freunde und Leser die dringende Bitte, das Abonnement auf die „ Gießener Neueste Nachrichten" möglichst sofort zu erneuern, damit in der Zustellung des Blattes jede unangenehme Unterbrechung vermieden wird. In Folge neuer Anordnungen ist es jedem Abonnenten, der die Zeitung burch die Post bezieht, möglich gemacht, die Bestellung durch den Briefträger besorgen zu lassen, so daß der Gang auf das Postamt gespart wird. Es liegt daher im eigenen Interesse unserer Abonnenten, von dieser dankenswerten Einrichtung der Post Gebrauch zu machen. Wir richten an alle Leser und Gönner unseres Blattes die Bitte, nicht nur selbst die„ Gießener Neueste Nachrichten" weiter zu bestellen, sondern auch allenthalben für die weitere Verbreitung derselben eintreten zu wollen und uns burch Empfehlung und durch Angabe von geeigneten Adressen behufs Versendung von Probenummern in der Gewinnung neuer Abonnenten zu unterstützen. Die„ Gießener Neneste Nachrichten" werden, wie bisher, über alle politischen Ereignisse schnell, zubersichtlich und eingehend berichten und in Leit- und sonstigen Artikeln die auswärtigen und die inneren Ereignisse in für Jedermann verständlicher Weise beleuchten. Daß sie dabei ihr Augemerk fortdauernd darauf richten werden, die Interessen der schaffenden Stände, insbesondere der Landwirtschaft und des Handwerks in ernstester Weise zu wahren und zu förden, bedarf nach der bisherigen Tradition der ,, Gießener Neuste Nachrichten" teines besonderen Hervorhebens. Zu Bismards Gedächtnis. 30. Juli. Vier Jahre sind heute verflossen, seit sich die treuen Augen Otto von Bismarcks, die oyne Unterlaß über des Vaterlandes Wohl wachten, zum ewigen Schlummer geschlossen haben. Damals sind manchem wetterfesten deutschen Wann die Thränen die Wangen hinab gerollt. Im stillen Sachsenwalde, im Schatten des deutschen Eichenhaines, hat man dann bem Unvergeßlichen eine pruntiose Ruhestätte bereitet, die so recht dazu geschaffen ist, das Ziel der Wallfahrt für alle die deutschen Wanner zu werden, die fern dem Lärmen und Treiben des Tages mit dem unsterblichen Geiste des großen Todten Zwiesprache hatten wollen. In der Hauptstadt des Reiches, das er mit eiserner Hand geschaffen, und an vielen anderen Orten hat man ihm Denkmäler errichtet. Das schönste Dentmal aber hat er sich selbst gesezt in den Herzen derer, denen der Name Bismarck untrennlich ist von dem Gedanken an die Größe und Herrlicht it des Vaterlandes. Das verflossene Jahr hat manche Veröffentlichung gebracht, durch die uns die historische Titanengestalt des Staatsmannes menschlich näher gefommen ist, als sie in seiner Bewunderung und Liebe wegen seiner nationalen Berdienste schon stand. In Bismarcks Briefen zeigt sich, daß dieser gewaltige, rastlose Held, der ebenso fähig war eine poutsche Welt in Trümmer zu schlagen, wie eine neue aus ihnen aufzubauen, im innersten Rämmerlein seines Herzens etwas hatte, das nicht von dieser Welt und für sie war. Wie Kaiser Wilhelm der Große, Moltke und Roon und alle, die ihre Whitwelt überragten, so ist auch Bismarck nicht bon moderner Steptit, von Ve stand u. Wissen ausgegangen, sondern Hand auf dem Felsengrund schlichten, demütigen Gottes glaubens, der auein wahrhafte Ideale in Kirche, Staat, Familie und Politik erzeugt. Unaufhaltsam rollen die Jahre dahin, der Zeiger der Weltgeschichte steht nicht still, er stellt die Lebenden bor neue Aufgaben und neue Pflichten. Und inmitten der letzteren wächst ein neues Geschlecht heran, das von Der Vergangenheit nicht die heißen Stämpfe fennt, sondern nur die Siegesfrucht genießt, dem das Elend der alten Bundestags- Verhältnisse eine Legende und selbst der Tag von Sedan ein Ereignis aus nebelgrauer Ferne ist. Fürst Bismarck hat in den letzten Besonderes Gewicht wird ferner auf die Reichhaltigkeit des provinzialen und lokalen Teiles gelegt. Für Unterhaltung und Belehrung bieten die ,, Gießener Neneste Nachrichten" im feuilletonistischen Teile, namentlich aber in der .. ,, Oberbessischen Familienzeitung"•• anerkannt reichhaltiges und interessantes Material. Bestellungen werden fortwährend durch die Post- Anstalten, Landbriefträger, unsere Agenten und Boten, sowie in der Expedition Gießen, Neuenweg 28, ent gegengenommen. Der Bezugspreis beträgt pro Monat nur 50 Pfa., in welchem billigen Preis noch unentgeltliche Zugaben mit einbegriffen find: Die vierseitige Humoristische Beilage .. ,, Die Seifenblasen"... sowie die Oberb. Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- u. Gartenbau, welche wöchentlich erscheinen. Die große Verbreitung, sowie das fortwährende Steigen der Abonnentenzahl der ,, Gießener Neueste Nachrichten" in ganz Oberheffen und den Kreisen Wetlar und Marburg sowie vor Allem in der Stadt Gießen und nächster Umgebung selbst sichert den Annoncen den besten Erfolg. Probenummern stehen zu jeder Zeit zur Verfügung. Redaktion und Verlag der„ Gießener Neueste Nachrichten". land, nicht die Partei! war sein Wahlspruch. Im Dienste des Vaterlandes hat er sich verzehrt, dessen stets der nationalen Gelübde, darum bitte ich Sie nur", Wohl sein eigenes untergeordnet." Erinnern Sie sich so mahnte er im Jahre 1892 die Tausende, die ihm in München eine Serenade gebracht hatten. Sollte er diese deutschen Männer und damit uns alle umsonst gebeten haben? An uns und an den kommenden Geschlechtern wird es liegen, das Errungene zu erhalten und zu fördern. Das aber kann nur geschehen, wenn jeder in seinem Geiste wirkt, sich seiner Pflichten als jeder in seinem Geiste wirkt, sich seiner Pflichten als digungsgruß, die heute, sei es in Wirklichkeit, sei es Deutscher bewußt bleibt. Jede Ghrengabe, jeder Hulim Geiste, an der waldumrauschten Grabstätte zu Friedrichsruh niedergelegt werden, erneuern im Sinne des großen Todten das Gelübde: hervortreten zu lassen, was unser Volk eint, und zurücktreten zu lassen, was es trennen fönnte. Politische Nachrichten. Berlin, 29. Juli. Ein Programm zu den Posener Kaisertagen ist bisher noch nicht aufgestellt, so daß alle diesbezüglichen Kombinationen hinfällig sind. = -Auf der Fahrt des Kaisers nach Rußland wird die" Hohenzollern" von dem Kreuzer " Prinz Heinrich" begleitet sein. Der Kreuzer hat für Juumination an Bord genommen. diese Reise eine besondere Ausrüstung für elektrische -Im Reichstage sind zwei Hermen( Brustbilder, die direkt in den Sockel übergehen), von Bismard und Moltke in carrarischem Marmor aufgestellt worden. die Position über die Eisenzölle in der Fassung Die Zolltarif Kommission nahm gestern der Regierungsvorlage an. Wahlkreise 3 Wiesbaden die am Montag stuttBei der Reichstagsersahwahl im fand, wurden nach bisheriger Feststellung für Dahlem ( Centrum) 9195, für Strahwinkel( natl.) 3272, für Brand( B. d. 2) 3115, für Vetter( Soc.) 662 Stimmen abgegeben. Im Jahr 1898 waren bei 23 290 Wahlberechtigten von 15 768 abgegebenen giltigen Stimmen 9452 auf das Centrum entsallen, 5567 auf die Nationalliberalen, 691 auf die Sozialdemokraten, während sich) 58 zer Jahren seines Lebens ſein Vertrauen in die Zukunft Deutschlands, besonders beim Anblick der deutschen Jugend ausgesprochen, und noch ist in ihr ein starker idealer Zug vorhanden, der dieses Vertrauen rechtfertigt. splitterten. Möge die deutsche Jugend diesen idealen Zug pflegen, der ihr eine wertvolle Witgift für das Leben, dem Vaterlande aber eine starke Quelle seiner Kraft sein soll. Das würde Bismarcks Andenken am besten ehren; Denn Bismarck hatte nur einen Leitstern, nach dem er euerte: Das Wohl des Vaterlandes. Das Vater Die noch ausstehenden 34 Westerwaldorte werden wohl nicht mehr als 1000 Stimmen aufbringen, und da sie durchweg für das Centrum günstig sind, kann sich das Stimmenverhältnis nur noch zu Gunsten des Centrums verbessern. Dieser Ausgang ist keine Ueberraschung, er war nach der ganzen politischen Situation vorauszusehen und bei dem Ueberwiegen der katholischen Bevölkerung im Wahlkreise auch nicht weiter zweifelhaft. Wie bei allen anderen Wahlen der letzten Zeit drehte sich auch hier der Wahlkampf vornehmlich um die Zollfrage. -Wie tief der Zusammenbruch der Trebergesellschaft und der Leipziger Bank auf unser das zeigt auch das traurige Geschäfts- Ergebniß der eheganzes wirtschaftliches Leben eingewirkt haben, dem so blühenden Schuckert- Gesellschaft, das einer Katastrophe ziemlich nahe kommt. Nach zweitägigen Verhandlungen hat am Samstag die Nürnberger Verwaltung die Ziffern des letzten Jahresabschlusses der Deffentlichkeit übergeben, und diese Ziffern geben den Verlust, mit dem die Gesellschaft gearbeit hat, auf 15,5 Mill. Mark an. Fürwahr, ein deprimirendes Resultat! Ein Resultat, das eben so überraschend fommt wie die in der vorjährigen Generalversammlung befannt gegebene Mitteilung, daß die Schuckert- Gesellschaft statt, der allgemein erwarteten zehn Prozent keine Dividende ber teilen könne. Immerhin war im Vorjahre noch ein Gewinn von 6,25 Millionen Mark zu verzeichnen ge wesen, der vorgetragen wurde. Da bon diesem Gewinn nicht mehr die Rede ist, so liegt die Befürchtung nahe, daß auch er verbraucht ist. Dadurch würde sich der Gesammtverlust der Schuckert- Gesellschaft im letzten Jahre auf nahezu 22 Millionen Mart belaufen. Be fanntlich ist auch die Schuckert- Gesellschaft mit dem Treber- Schmidt enger liirt gewesen, als es für die Ge= sellschaft gut war. Und wenn der Zusammenbruch der Leipziger Bank nicht gezeigt hätte, wie es eigentlich mit der Treber- Gesellschaft bestellt war, wäre die Schuckert- Gesellschaft nur noch tiefer in die Treberet hineingerathen und eine Katastrophe wäre unvermeidlich gewesen. Leider zeigt der jetzige Abschluß der Nürn fund fundirt ist, als vielfach noch angenommen wurde. berger Gesellschaft, daß das Unternehmen weniger geEin solch enormes Verlustkonto wäre sonst unerklärlich, in Rechnung zieht. so sehr man auch die allgemeine wirtschaftliche Lage Ganz neue gesetzgeberische Aufgaben für den Reichstag sollen in den Kreiſen der Reichstagsparteien geplant werden. verschiedene Fraktionen dahin geeinigt hätten, eine& aft. reform auf dem Wege der Reichsgefeggebung herbeizuführen; wie jezt erst bekannt wird, hat bereits am 31. Juni eine Vorbesprechung einer Anzahl Reichstagsabgeordneter verschiedener Fraktionen in dieser Frage stattgefunden. Dag bayerische Kriegsministerium hat bei dem direkten Einlaufe von Futtermitteln öfters schlechte Erfahrungen gemacht. Vorgestern erklärte der Kriegsminister Frhr. v. Asch im Finanzausschusse der Abgeordnetenkammer: Die Militärverwaltung hat besonders beim Anlauf von Hafer nicht immer das wünschenswerte Entgegenkommen gefunden. Nicht selten waren höhere Preise zu be zahlen als bisher, ja einzelne Genossenschaften haben die| eingegangenen Verpflichtungen gar nicht erfüllt, so daß die Verwaltung nicht unerheblichen Schaden hatte. Es seien die Intendanten deshalb angewiesen worden, die Beschaffung des erforderlichen Materials auf dem Submissionswege wieder ins Auge zu fassen und Verträge mit Genossenschaften nur unter der Bedingung abzuschließen, daß dieselben für den durch die Nichtbeachtung der Vereinbarungen erwachsenden Schaden aufkommen. Auf einmütiges Ersuchen des Ausschusses versprach der Minister, mit dem freihändigen Ankaufe von Heu, Stroh und Hafer noch fortfahren zu wollen. - Das fönigl. bayerische TrompeterCorps, dessen Darbietungen in Graz mit Enthusias mus aufgenommen worden waren, verabschiedete sich mit einem Konzert vom Grazer Sängerfest und war hierbei Gegenstand demonstrativer Beifalls Kundgebungen. Die sozialistische Presse Deutschlands verfügt einer jetzt veröffentlichten Zusammenstellung zufolge über insgesamt 140 Organe. Davon sind 52 täglich, 5 wöchentlich dreimal, 5 wöchentlich zweimal, 10 wöchentlich einmal, 1 monatlich zweimal und 2 monatlich einmal erscheinende politische Zeitungen. Ferner giebt es eine wissenschaftliche Wochenschrift„ Die neue Zeit", 2 vierzehntägig erscheinende Wigblätter, Postillon“ und„ Wahrer Jakob", und 2 illustrierte Unterhaltungsblätter. Die restierenden 60 Organe bilden die Gewerkschaftspresse; 8 erscheinen monatlich, 20 alle 14 Tage, 1 monatlich dreimal, 30 wöchentlich einmal und 1 wöchentlich dreimal. - Zur Steckbrief- Affaire wurde festgestellt, daß einer ganzen Reihe von Stadt- und PolizeiVerwaltungen sowohl in Oesterreich wie auch in Deutschland Postkarten gleichiautenden Inhalts zugegangen find. Der Verdacht der Thäterschaft hat sich bei der österreichischen Untersuchungs- Behörde gegen einen jungen Studenten polnischer Abkunft, der eine Zeit lang auch auf deutschen Universitäten Medizin studierte, gelenkt Ob es zu seinec Verhaftung kommen wird, ist Anbetracht des wenig stichhaltigen BelastungsMaterials noch fraglich. in -Der Streit der Feldarbeiterin Galizien, namentlich im öftlichen Teile desselben, gewinnt an Ausbreitung und nimmt auch immer mehr einen gewaltthätigen Charakter an. Da die Gensdarmerie nicht genügt, um den mannigfachen Ausschreitungen der Streifenden wirksam entgegenzutreten, ist Militär gegen dieselben aufgeboten worden. Venedig, 29. Juli. Anläßlich der hier stattgefundenen Wahlen zum Munizipalrat, welche mit dem Siege der gemäßigt klerikalen endeten, wurden Demonstra tionen vor der Residenz des Patriarchen veranstaltet. Die Demonstranten, welche Trifoloren mit sich führten, brachen in Schmährufe auf den Patriarchen aus, wobei es zu mehrfachen Zusammenstößen fam. Die Polizei mußte einschreiten und nahm mehrere Verhaftungen vor. In Rovigo, wo gleichfalls die gemäßigt klerikalen den Sieg bei den Wahlen erlangten, kam es ebenfalls zu Demonstrationen. Die Volksmenge zog vor das Haus des flerifalen Führers Casalini und zertrümmerte die Fenster, wobei mehrere Personen verlegt wurden. Casalini, welcher drogte, auf die Menge zu schießen, mußte flüchten. Auch bei den übrigen flerifalen Führern wurden die Fenster eingeworfen, ebenso in der Redaktion des fleritalen Blattes. In Padua wurden die Kandidaten der vereinigten Demokraten und Sozialisten, in Treviso die gemäßigt Klerikalen gewählt. Zur Kongregationsbewegung in Frankreich. Eine große Protestkundgebung gegen die wider die Ordensschwestern gerichteten Maßnahmen der französischen Regierung wurde am Montag Abend von der liberalen republikanischen Aktion" in Paris veranstaltet. In der Versammlung selbst traten der frühere Deputierte Piou, François Coppée und der Deputiecte Lerolle als Redner auf. Ste forderten die Klerikalen zum nachhaltigen Widerstande bis zum Martyrium auf In eigener Sache Richter. Roman von 2. Haidheim. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) Ich begreife Dich nicht, Mania", begann sie beinahe ungeduldig, wir müssen doch standesgemäß " Ja, ja!" gab die Wutter zu und Graf Joseph versicherte, daß die Baronesse entschieden Siccht hätte und daß auch selbst eine Firma Neureuter, die wunderbarftes in unglaublicher Kürze der Zeit auszurichten vermöge, doch das unmögliche nicht leisten fönne, daß er also den Damen dringend zur Gile rate, nachdem sie zuvörderst sich über ihre Bestellungen flar gemacht. Auch dozu zu helfen war er just der rechte Mann. Mutter und Tochter würden über seine Sachfenntnis auf diesem Gebiete gestaunt haben, wenn sie Zeit gefunden zum Nachdenken. Die nächste Stunde sah die drei einträchtig wie langjährige Bekannte da auf der verfallenen Bank fiben und über diese wichtigen Dinge reden, als gäbe es faum wichtigeres. Graf Joseph erteilte die besten Ratschläge, fannte die neuesten Moden auch auf diesem Gebiete und endlich wanderten sie gemeinsam nach dem Schloſsſe, um die nötigen Aufträge sachgemäß nach seiner Anweisung zu Papier zu bringen. Marias Wangen glüten. Nach all der Misere und den tausend Demütigungen in Prag war dieser Morgen, der sie sich plöslich wieder als hochgeborene Baronesse fühlen ließ, ein unendlich glücklicher und die denkbarsten Gefühle ihres jungen Herzens wurden Graf Josephs unausgesprochener Lohn. Strahlend heiter schritten die beiden über die grafigen Wege und feines von ihnen dachte auch nur mit einem flüchtigen Gedanten an die Leiche, die da oben im Hause lag, umgeben von einigem Grün und ein paar Balmen, wie das vernachlässigte Gewächshaus sie eben bieten konnte. An dieser Leiche, deren gelbwächserne Züge noch immer die Härte und Herbheit spiegelten, welche dem Lebenden seine Jugend verbittert, seine Mannesjahre mit Bank und Streit gefüllt und das Alter vergällt und verödet hatten, fnieten in diesem Augenblid zwei tiefergriffene Frauen, Cäcilie von Frohberg, geborene Gräfin Ebern, eine kleine zarte Dame mit verschüchtertem Ge fichtsausdruck und Elisabeth, ihre Tochter, Burkards einzige Schwefter. An der weinenden Mutter mochte wohl in dieser Stunde porübergehen, was alles der unbeugsame Wille dieses Vaters Die Regierung habe geglaubt, ungestraft die Religion antasten zu können, aber sie habe sich getäuscht. Wenn man an das Gewissen des Volkes rühre, so erhebe es sich; das werde die Regierung bald erfahren. Boppé wandte sich mit heftigen Worten gegen den Präsidenten Loubet. Schließlich nahm die Versammlung eine Tagesordnung an, welche die Angriffe der Regierung auf die Rechte der Familien verdammt, den Nonnen Bewunde lich den Widerstand gegen die Unterdrückung durch die rung ausspricht und den Entschluß verkündet, unverzüglich den Widerstand gegen die Unterdrückung durch die Jakobiner in die Wege zu leiten. Die Veranstalter der große Sundgebung zu veranstalten. François Coppée Versammlung beschlossen, sogleich vor dem Gebäude eine verließ das Haus in Begleitung von etwa 40 seiner Anhänger und wurde von Außenstehenden mit Hochrufen auf ihn und die Armee begrüßt, dazwischen wurden Schmährufe gegen Waldeck- Rousseau laut. Die Gegner rufen auf ihn und die Armee begrüßt, dazwischen wurden der Nationalisten wurden von der Polizei in ansehnlicher Entfernung gehalten und es gelang ihnen nicht, mit demselben in Berührung zu kommen. Sie er lichkeit. Doch ereignete sich feinerlei bemerkenswerter widerten deren Rufe mit Schmährufen auf die Geist, lichkeit. Doch ereignete sich feinerlei bemerkenswerter Zwischenfall. Paris, 29. Juli. Eine Nationalisten- Versammlung, an welcher die Haupt- Persönlichkeiten der Partei teilfall. Dank der von der Polizei getroffenen Maßregeln nahmen, verlief gestern Abend ohne besonderen Zwischenwurde ein Zusammenstoß zwischen den Nationalisten einerseits und den Republikanern und Sozialisten vereitelt. andererseits, die eine Gegen- Kundgebung geplant hatten, Aus London wird gemeldet: Der König habe sich gestern auf zwei Stöcke geſtüßt seiner Füße bedient." London, 29. Jul. Die Militärbehörden in Bombay sind sehr erregt über die Ergebnisse der Prüfung der Offiziers- Aspiranten. Die große Mehrheit derselben konnte auf die gestellten Fragen nicht oder nur ungenügend ſowohl im schriftlichen wie im mündlichen, speziell aber in der Mathematik die richtige Antwort erteilen. Sofia, 20. Juli. Von Regierungsseite wird versichert, daß die Gefahr einer großen mazedonischen Ruhestörung derzeit absolut nicht aktuell sei. Amerika. In der Negerrepublik Hayti schaftswürde zu bekämpfen; offenbar geht dort alles scheinen sich mehrere Prätendenten auf die Präsidentdrunter und drüber.- In Venezuela haben die Rebellen einen neuen Erfolg davongetragen. Sie schlugen 1000 Mann, welche auf dem Marsch zur Verstärkung der Streitmacht des Präsidenten Gastoo waren, bei Alto de la Palma und erbeuteten die Munition des Feindes. Es wird von Washington aus über erder Junta der kolumbischen Rebellen in Newneute Versuche berichtet, eine Verständigung zwischen york und kolumbischen Regierung zu Stande zu bringen. Tripolis, 29. Juli. Obleich die Ankunft des it a lienischen Geschwaders unerwartet war, hat dieselbe unter der Bevölkerung feine besondere Aufregung hervorgerufen. Die Bevölkerung verhält sich ruhig Das Consular- Corps hat dem italienischen Admiral einen Besuch abgestattet. Südafrika. Nach den Burengenerälen Botha und Delarey ist nun auch der berühmte De wet in Kapstadt eingetroffen, von wo aus die drei ihre gemeinsame Reise nach Europa antreten werden. Auch in Stellenbosch haben Botha und Delarey Reden gehalten. Ersterer betonte die Wichtigkeit der Erziehung der Kinder der Afrikander, letzterer führte aus, daß alle in Südafrika Lebenden unter britischer Flagge glücklich sein könnten. Soll das etwa eine Verbeugung des tapferen Delarey vor England sein? an Schmerz und Unglück in ihr Leben geworfen. Dennoch konnte diese liebevolle sanfte Natur jczt nichts empfinden, als das bitterste Leid um die traurige Vereinsannung des alten Mannes, der doch jede Liebe, die ihm auf seinem Lebenswege geboten worden, unverstanden von sich gewiesen. Als ob die Natur einen Fehler, den sie begangen, wieder gut machen wollte, so hatte sie der Tochter dieses Mannes alle Die Liebesfähigkeit ins Herz gelegt, die sie ihm versagte und ihr alle die schüchterne Verzagtheit und Demut gegeben, die sein despotischer Wille wieder auch nicht begriff Nur einmal hatte sich die Komtesse Cäcilie von Ebern als thres Vaters rechtes Kind gefühlt, das war, als fie dem heißgeliebten Major Frohberg, dem bürgerlichen, dessen Vater erst später für sich und seine Nachkommen in den Adelstand erhoben wurde, gegen seinen ausdrücklichen Willen erlaubte, sie zu entführen. Vergeben hatte der alte Graf ihr dies nie; aber er brauchte unerläßlich eine Stüße und sie war glücklich, daß er dazu ihren Sohn erwählte. Die jugendliche Tochter, die noch nie eine Leiche gesehen und der dies finstere harte Totengesicht einen Schauer nach dem anderen austrieb, wandte, da die Mutter immer noch betete und Iniete, die großen goldbraunen Augen davon ab. Zu Haupten des Bettes ragte ein Kruzifir von Ebenholz mit einer Christusfigur in Elfenbein, ein wertvolles Kunstwerk, von dem die Mutter ihr öfter erzählt. An einem kleinen Altar betete der Dorfkaplan, Lichter auf hohen Silberleuchtern brannten, aber alles sah dennoch so nüchtern, so unvollständig und unfertig aus. Gottlob! Die Mutter erhob sich endlich. Sie verließen das Zimmer und draußen atmete Lischa hoch auf. Als sie die Treppe hinabgingen, tamen eben die Damen yon Wazlaw und Graf Joseph sehr vergnügt aus dem Park herein. Ein einziger Blick auf die in Trauer gekleideten Gestalten genügte, einen vollständigen Wechsel in den Physiognomien her= bor zu bringen. Frau von Wazlaw umarmte die seit Jahren nicht gesehene Jugendfreundin und Cousine mit um so mehr Pathos, als Gefühlsmangel vorhanden war, und Maria und Elisabeth lächelten fich glücklich an, jede froh der Gesellschaft der anderen und doch fich bewußt, daß man feine allzu große Freude fundgeben dürfe. „ Wir haben als kleine Mädchen miteinander gespielt", flüsterte Maria erklärend, nachdem die Baronin Frau von Frob berg den Grafen Joseph vorgestellt. Giessener Cagesneuigkeiten. und Oberleutnant a. D. G. von Lassauly in Bonn ** Der Großherzog hat dem Bürgermeister a. D. das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Nr. 23 vom 20. Juli enthält ein Ausschreiben an die ** Das Amtsblatt des Ministeriums der Justiz Amtsgerichte, betreffend die Rückgabe der in außer ordentlicher Form errichteten Testamente. ** Die Contentia" macht schon nächsten Sonntag heim. einen Ausflug und zwar nach dem„ Windhof" bei HeuchelKlaffenlotterie- Gemeinschaft, zu welcher sich die Hessische ** Der am 1. Oktober d. J. ins Leben tretenden haben, soll nun auch noch ein süddeutscher Staat( man und die Thüringisch- Anhaltische Landeslotterie bereinigt spricht von Württemberg) beitreten. Auch von schrieben:„ Ein Artikel in den Gießener Neueste Nachrichten" ** Aus Bad- Nauheim wird uns vom 29. Juli ge= aber nur darum, weil in Gießen immer wieder schon längst betr. Petroleum erregt auch hier allgemeines Aufsehen, besprochene Sachen aufs Neue angeregt werden hier sollen Sie einige Meinungen hören. In Bezugnahme auf Igre Reitung vom 19. dss., in welcher Sie einen Artikel mehr in Zweifel szen, daß gerade die neuesten Entwickelungen aus der Kolonialwaren Zeitung copirten, fann es uns nicht des Straßenwagensystems der Deutsch- Amerf. Petroleum- Gesellschaft auch in Gießen volle Anerkennung finden werden, soweit es nicht schon geschehen ist. Sie behaupten, daß in vielen deutschen Städten mit Freuden und Recht das Unternehmen von jeder Seite unterſtüßt wird. Empörend nur ist es, daß man immer noch versucht die Herren Detaillisten abzuraten durch alte Artikel, deren BeDetaillisten aber jedenorts wissen, was sie von der D.-A. B.-G. haben, finden daher auch keinen Grund, sich nach den hauptungen doch stets wiederlegt werden. Die Herren einseitigen Behauptungen der Grossisten zu richten, sondern Harburg, Stettin, Danzig, Königsberg, Bromberg, Magdeschließen sich ganz ihren Kollegen wie in Br men, Hamburg, burg, Geestemünde, Mannheim, Straßburg, Duisburg, uns zum Vorbild, was Gießen mit der Zeit auch werden Kassel, Dortmund usw. an, diese Handelsplätze dienen auch wird, wenn es mit dem Handel nicht zurückgehen will. Die Detaillisten brauchen nicht zu befürchten, wie es meistens hervorzuheben versucht wird, daß die D.-A. P.-G. an PrivatBehauptungen, was sie einſt wagen würde, wenn solches Konsumenten liefern. Die D. P.-G. behauptet, daß sie nur an Händler liefern und bestreitet entschieden, andern wiederlegt werden könnte. 26. Juli lautet:„ Die Geschäftslage war faſt dieselbe we ** Obstbericht. Der Bericht der Zentralstelle für Obstverwertung in Frankfurt a. M. für die Zeit bis zum in der Vorwoche." Die Kirscheneente geht langsan zur Neige. Aprikosen und Pfi sih n fanden b langreiche Abschlüsse Es liegen aber erhebliche Nachfragen nach Sauer- und namentlich von Konservenfabriken statt, doch iſt die NachBrennkirschen vor und es ist Angebot hierin erwünscht. In ging das Geschäft lebhaft, ebenso in Johannis- und Stachelfaje auch hierin noch s hr starf. Auch in Heidelbeeren beeren. Die Durchschnittspreise betrugen in dieser Woche: Kirschen Mt. 15-25,&.dbeeren Mt. 35-40, Walderdbeeren Mt. 45-50, Stachelbeeren, Mt. 10, Johannisbeeren Mt. 12, schwarze Johannisbeeren Wit. 12-13, Aprifosen Mt. 35, Pfi fiche Mt. 40, Heidelbeeren Mt. 15, Himbeeren Mt. 30, Frühbirnen Mt. 12-16 per Zentner. beginnt jetzt und zwar sind es die aus dem Sternbilde Das interessante Schauspiel der Stern chnuppen des Perseus kommenden„ Perseiden" und die sogen. ( Aquarus) ausgehen. Die Naturerscheinungen zeigen „ Aquariden", die vom Sternbilde des Wassermanns sich bis zum 24. August, den Höhepunkt ihrer Häufigfeit und ihres Glanzes erreichen sie in den Nächten zwischen dem 8. und 12. August, in denen sie einen großartigen Eindruck bieten. ** Und dann gingen sie alle ins Eßzimmer, wo der Frühstücks tisch gedeckt war und die beiden älteren Damen zogen sich in das anstoßende Kabinett zurück, welches dem Verstorbenen als Arbeitszimmer gedient. Joseph Ebern und Maria waren beide ganz beschäftigt Burkards Schwester anzustaunen, die in der That eine völlig eigenartige Schönheit war. Maria von Wazlaw in ihrer blonden Frische bildete einen lebhaften Gegensatz zu der Cousine; zum Glück ahnte sie in ihrer heutigen Unbefangenheit nicht, wie ungünstig derselbe ihr war. Lischa war kleiner und zierlicher und außerordentlich anmutig in jeder Bewegung und Gebärde. Marias Stolze Haltung, die schlanke stattliche Figur sahen plößlich derb und beinahe steif aus. Lischas Gesicht war fein und regelmäßig geschnitten, aber der liebliche, echt mädchenhafte Ausdruck und eine ganz unbewußte Durchgeistigtheit der Züge war der größere Teil ihres Reizes, den die seltsam goldigbraunen Augen noch unterstüßten. Marias Teint war weiß, zart und durchsichtig, wie er zu dem blonden Haar und den blauen Augen paßte, Lischas entschieden, brünett und ihr Haar von diesem wirklichen Kastanienbraun, das so felten und so schön ist. Sie trug es in einer sehr einfachen kunstlosen Weise aufgesteckt, aber es hing in tausend Löckchen, die sich dem Zwange entzogen hatten, um den feinge= formten Kopf. Graf Joseph vergaß sich völlig in dem Anschauen der beiden Cousinen und schämte sich beinahe dieses vielleicht unbescheidenen Starrens, als Maria mitten aus dem lebhaftesten Geplauder mit Lischa empor fuhr und ihm entfest zurief:" Wir vergessen Neureuter, Graf! Um des Himmels willen, der Postbote muß den Auftrag mitnehmen." " Darf ich Ihnen den Brief schreiben, Baronesse?" bot er fich um so höflicher an, als er Lischa eben in seinem Innern den Preis der Schönheit zuerkannt. Ach ja, wenn er das wollte! Sie würde ihm so dankbar sein! Und nun gab es wieder ein heiteres Plaudern und Lachen. Er mußte doch die Maße erst haben, um sie Neureuter mitzuteilen. Mit Mühe wurde ein Metermaß herbeigeschafft, Lischa war sehr geschickt, die Baronin mußte auch kommen und dann wurden alle Maße funstgerecht genommen und notiert, bis endlich Graf Joseph mit aller Zuversicht an das Werk ging und den Brief verfaßte. Sie wurden beinahe lustig. Wäre nicht die ernste kleine Frau von Frohberg gewesen, auf die man Rücksicht nahm, fein Mensch hätte denken können, daß da ob der Herr des Hauses auf dein legten Lager ruhte. Fortseßung folgt.) Aus L. Lid erhielt auf des Liedes " gut". Oberb Schwundene Hafenacer Waffe lag gangenen Gießen) f teilt, Wed tommen laffe Frantem nights von fich auf die Gemünden hat und zw Das Gehalt mit dem Bo Frantfu wert trat he fehen in eine und verbrann licher Weife. Kanal war nichts wußte Franti Raffirers d Tabafarbeite Mart. Mainz, das durch d des Gewerbe die Verstorbe Maina berwaltungen brüden werden nach Mainz ver stellen vermengt Wiesbaden heute morgen Klaffe auf die geitogen. Der und die hinte Vertiefung Material ** Deitr 6 Uhrfand di Macinemini Mittelheim Gantereb hat es heute biefigen Perfo heim hatte d mehcece Hühne Nacht das We Bestohlene je hier die Gen Bolizei und Echwarzen z 30 Personen noch ein groß Mittelwaffe bersehen. Im keiten. rgermeister a. D. auly in Bonn ordens Philipps riums der Juftiz chreiben an die der in außer aften Sonntag Aus Heffen und Nachbargebieten. L. Lidh, 30. Juli. Unser Gesangverein, Cäcilia" erhielt auf dem Lahnthalsängerbundfest für den Vortrag des Liedes„ Maiennacht" von L. Seibert das Prädikat " gut". Oberhörgern, 29. Juli. Der fürzlich von hier verschwundene Schweinehändler Düringer wurde auf einem Hafenacker im hiesigen Felde erschossen aufgefunden. Die Waffe lag neben der schon start in Verwesung übergegangenen Leiche. Düringer, der aus Eberstadt( Kreis stohlen hatten. Die meisten Hühner aber waren schon verzehrt. Größtenteils wurden die Damen verhaftet und nach Osthofen in Untersuchungshaft geführt. Bonn, 27. Juli. Der seit einiger Zeit vermißte stud. math. Star Stretschmer aus Gnadenberg ist als Leiche bei Lülsdorf aus dem Rhein gezogen worden. Die Staatsanwaltschaft hat die Obduktion der Leiche verfügt. Vermischtes. * Saarbrücken, 29. Juli. Auf der Grube Camphausen der weiten Halle wohl eine mächtige, aber doch nicht übers wältigende Wirkung aus; das Orchester mit seinen 120 Mann erschien zu schwach gegen die Wucht der Tausende von Menschenstimmen. Unbeschreiblicher Jubel folgte dem Vortrag von„ Liebesmahl der Apostel" unter der Leitung von Kremser- Wien. Wie weiter berichtet wird, ernteten besonderen Applaus bei den Einzelvorträgen der Königsberger Sängerverein, der Wiener Männergesangverein und der Schubertbund; Chormeister Wohlgemuth- Leipzig wurde als Dirigent und Komponist lebhaft begrüßt. Heute Vormittag fand auf der Höhe des Schloßberges ein Frühschoppen alter Burschenlitonen teilnahmen. of" bei Heuchel Gießen) stammte, hatte sich, wie vor einigen Wochen mitge- fand heute nachmittag eine Explosion schlagender Wetter schafter statt, an dem reichsdeutsche und österreichische Kommiben tretenden die Hessische terie bereinigt r Staat( man 29.Juli ge uefte Nachrichten teilt, Wechſelfälschungen in größerem Umfange zu Schulden tommen lassen. Frankenberg, 29. Juli. Bei uns zu Lande wissen wir nichts von Stellenlosigkeit. Das ersieht man daraus, daß sich auf die vakante Bürgermeisterstelle in dem Städtchen Gemünden an der Wohra nur ein Bewerber gemeldet hat und zwar ein 24jähriger junger Mann. Dabei beträgt meines Aufsehen, mit dem Posten noch beträchtliche Nebeneinnahmen verbunden. Das Gehalt des Bürgermeisters 1200 Mt. Außerdem sind Frankfurt a. M., 29. Juli. Im städtischen Elektrizitätswerk trat heute Morgen der Monteur Karl Breß aus VerIn Bezugnahme sehen in einen Kanal, in dem das fochende Wasser abfließt, Sie einen Artikel und verbrannte sich beide Füße bis an die Knie in schreck ann es uns nicht licher Weise. Der sonst mit einer eisernen Blatte versehene n Entwidelungen Ranal war heute zum Reinigen geöffnet worden, wovon Bretz mert. Petro nichts wußte. olle Anerkennung vieder schon längst erden Auch von en ist. Sie be it Freuden und unterstüßt wird. och versucht die tifel, deren Be n. Die Herren von der D.-A. nd, sich nach den ichten, sondern men, Hamburg, berg, Magde 9, Duisburg, Be dienen auch it auch werden gehen will. Die vie es meistens 3-3. an Privatjauptet, daß fie schieden, andern , wenn solches Bentralstelle für e Zeit bis zum aft dieselbe we fan zur Neige. Sauer- und erwünscht. In iche Abschlüsse ist die Nach in Heidelbeeren 16- und Stacheln dieser Woche: 35-40, Wald 10, Johannis Mt. 12-13, beeren Mt. 15, 6 per Zentner. Stern' chnuppen em Sternbilde und die sogen. Waffermanns ungen zeigen ihrer Häufigden Nächten en fie einen o der Frühstücks 30gen sich in das enen als Arbeits ganz befchäftigt That eine völlig in ihrer blonden er Cousine; zum it nicht, wie unnd zierlicher und Gebärde. Marias hen plöblich derb in und regelmäßig fte Ausdruck und e war der größere nen Augen noch d durchfichtig, wie en paßte, Lifchas rtlichen Kastanien g es in einer febr hing in taufend um den feinge fbauen der beiden t unbefcheidenen en Geplauder mit bergeffen Neuftbote muß den oneffe?" bot er nem Innern den so bankbar fein! dern und Lachen. Neureuter mits hafft, Lifcha war und dann wurden bis endlich Graf g und den Brief bie ernfte fleine dficht nahm, fein Herr des Hauses Frankfurt a. M., 29. Juli. Die Unterschlagungen des Kassirers der hiesigen Verwaltungsstelle des Deutschen Tabatarbeiterverbandes Kraiker belaufen sich auf 1575 Mart. Mainz, 29. Juli. Zu dem Legat von 150,000 Mart, das durch den Tod der Wittwe des früheren Prasidenten des Gewerbevereins, Dieterich, an die Stadt gefallen ist, hat die Verstorbene noch 100,000 Mt. hinzugefügt. Mainz, 29. Juli. Die Fahrkarten- und Drucksachenberwaltungen der Eisenbahndirektionen Frankfurt und Saar brücken werden mit dem 1. Oftober d. J. aufgehoben und nach Mainz verlegt, wo sie mit den gleichen hiesigen Dienststellen vermengt werden. Wiesbaden, 29. Juli. Beim Rangiermanöver wurde heute morgen ein vierachsiger Personenwagen dritter laffe auf die nicht vorschriftsmäßig gestellte Drehscheine gestoßen. Der ganze Holzboden wurde eingedrückt und die hintere Achse des Wagens setzte sich in der Bertiefung der Drehscheibe fest. Es entstand nur Materialschaden. ** Destrich, 29. Juli. Gestern Montag Abend 6 Uhrfand die Beisetzung derGemahlin des verstorbenen Marineministers von Stosch auf dem Friedhofe zu Mittelheim auch die Nuhestätte ihres Gemahls statt. Guntersblum, 28. Juli. Eine Jagd auf Zigeuner hat es heute morgen hier gegeben. Hunderte von hiesigen Personen sah man laufen. In Rheindürkheim hatte die gefürchtete Gesellschaft einem Lehrer mehrere Hühner gestohlen und suchte noch in derselben Nacht das Weite. Frühzeitig merkte heute morgen der Bestohlene seinen Verlust, requirierte in Osthofen und hier die Gendarmerie, der es alsbald mit Hilfe der Volizei und mehrerer Civilpersonen gelungen war, die chwarzen zu ergreifen. 4 Wagen mit 8 Pferden und 30 Personen waren es. In einem Wagen befand sich noch ein großer Ballen Kattuu, den sie in Worms gestatt, durch die 12 Bergleute verunglückten. Ein Bergmann wurde getötet, 10 wurden schwer verlegt. * Wie aus Chemnitz gemeldet wird, ist der angesehene Stadtverordnete und Vorstand der Ortskrankenkasse in Hainichen, Lindner, wegen bedeutender Unterschlagungen auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet worden. " * Eine fürstliche Belohnung ist nach der Deutschen Eisenbahnzeitung" einem preußischen Eisenbahnbeamten zuteil geworden. Ein geprüfter Heizer hatte fürzlich während der Fahrt von der Lokomotive aus einen Schienenbruch entdeckt, sofort die nächste Station benachrichtigt und dadurch großes Unheil verhütet. Nach längerer Zeit und nachdem verschiedene Protokolle aufgenommen morden waren, wurde dem Lokomotivheizer auf Verfügung der Maschineninspektion eine Prämie von zwei Mark gewährt! Es geht nichts über die Sparsamkeit am rechten Ort. Augsburg, 25. Juli. Ein Weinrausch kam einem hiesigen Offizier teuer zu stehen. Im Mai d. I. wurde ein Offizier einer auswärtigen Garnison, der in München in Urlaub weilte, nach Mitternacht dabei ertappt, wie er in der Neuhauserstraße Spiegelscheiben von Geschäftshäusern mittels eines Diamantenringes beschädigte. Die Beschädigten stellten sämtlich Strafantrag, zogen ihm jedoch ſpäter wieder zurück, was aber auf die Strafverfolgung feinen Einfluß hatte, da nach Paragraph 303 des Reichsstrafgesetzbuches bei der Sachbeschädigung die Zurücknahme des Strafantrages nur dann zulässig iſt, wenn das Vergehen gegen einen Angehörigen verübt ist. Infolgedessen fand vor dem Kriegsgericht hierselbst die Hauptverhandlung gegen einen Offizier eines Feldartillerie- Regiments" statt, wie sich die Blätter aus Schonung für den Angeklagten ausdrücken, der eine im Weinrausch be gangene That teuer büßen muß; hat er doch, wie der Verteidiger in der Hauptverhandlung mitteilte, mehr als 3000 Mt. an Schadenersatz zahlen müssen. Das Urteil lautete, der Augsb. Abendztg." zufolge, wegen dreier Vergehen der Schachbeschädigung auf 15 Mt. Geldstrafe bezw. drei Tage Gefängnis. Wegen drei weiterer Vergehen der Sachbeschädigung fand Freisprechung statt. " Donaueschingen, 27. Juli. Gestern Mittag stürzte der Erbprinz, als er vor dem fürstlichen Palais fich mit Radfahren vergnügte, so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt. Das Befinden des Professor Virchow ist gegenwärtig zufriedenstellend. Der Patient hat die heutige Nacht ziemlich gut verbracht. Deutsches Sängerbundesfest in Graz. Die erste Hauptaufführung hat nach Erledigung zahlreicher Gesamt- und Einzelproben in der dicht gefüllten riesigen Sängerhalle stattgefunden; wohl 20,000 Zuhörer waren anwesend. In der Festloge war der Statthalter erschienen, der sich den Bundesausschuß vom Bürgermeister vorstellen ließ. Die von mehr als 7500 Personen gesungenen Gesamtchöre übten in . Verheerende Unwetter sind in ganz Südböhmen niedergegangen. Bei Hohenfurt wurden drei Personen durch Blizschlag getötet. * ,, Die Schweiz als deutsche Provinz". Im Verlage von Hermann Walther in Berlin erscheint in Kürze eine Schrift des Universitäts- Professors Dr. Ferd. VetterBern unter dem Titel Provinz. Meine Nürnberger Rede und ihre Folgen." " Die Schweiz als deutsche Professor Vetter bringt in derselben die in der ganzen europäischen Presse viel erörterte Angelegenheit seiner Nürnberger Rede vor S. M. dem deutschen kaiser zur Sprache, die zu den weitgehendsten Differenzen mit den schweizerischen Staats- und Universitätsbehörden Veranlassung gegeben hat. - Harzburg. Mit der Vertretung des verstorbenen Prof. Dr. Gerhardt in Berlin ist Prof. Dr. Grawit seiner Krankheit vertreten hat. – Dem a. o. Prof. Dr. beauftragt worden, der den jetzt Verstorbenen auch während Konrad Beyerle in Freiburg i. B. ist, wie von dort berichtet wird, die etatmäßige Stelle eines a. o. Professors burger Hochschule übertragen worden. in der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der FreiAus Rom wird der Voss. 8tg." berichtet, daß Dr. Johannes Haller aus seiner Stellung im preußischen historischen Institut, dem dazu haben tiefgehende Meinungsverschiedenheiten grundsäßer sieben Jahre lang angehört hat, ausscheidet; den Grund licher Natur gegeben. nächste Amtsjahr wurden gewählt: in der theologischen Marburg. 8u Defanen für das Fakultät Prof. Dr. Jülicher, in der juristischen Professor Dr. Träger, in der medizinischen Prof. Dr. Bach, in der philosophischen Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Schmidt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Blick auf den Rathaus- Delft von Emden. E Emden: Am Rathh.us- Delft. 2 FER Der - Arbeits nachweis hat die Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. 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Das hervorragendste Gebäude der Stadt ist das am Natsdelft belegene ftattliche Rathaus, das nach dem Muster desjenigen von Antwerpen erbaut ist nnd eine reichhaltige, berühmte Nüftfammer enthält. Der Hauptnerb der etwa 16,000 Giu wohner zählenden Stadt ist Handel, und zwar in erster Linie der Seehandel, der in ständigem Aufschwung begriffen ist. Auch die Industrie ist nicht unbedeutend. Emden be= figt eine ganze Anzahl industrieller Etablissement, bon denen die Schiffswerften in erster Linie stehen. Der Hafen von Emden, dem vornehmlich der Besuch des Kaisers gilt, ist neuerdings, wie in letter Montag- Nummer berichtet, zu einem Seehafen für die größten Schiffe ausgebaut worden. Der Binnenhafen ist erheblich vergrößert und in allen seinen Teilen verbollkommnet worden. Der neue offene Außenhafen hat eine Tiefe von 111 Meter unter Mittelhochwasser erhalten. Er ist auch im Winter für die Schiffahrt geöffnet und mit allen modernen Kaianlangen und sonstigen Erfordernissen eines großen Seehafens bersehen. Im Außenhafen ist ein sogenannter Freibezirk eingerichtet, so daß dort der Schiffsverkehr von der Zoйkontrolle befreit ist. Mädchen Vergebung von Bauarbeiten. Möbelfabrik Carl Stückrath Gin jüngeres, braves Die zur Erbauung eines Gärtner- Wohnhauses bei der psychiatrischen Klinik zu Gießen nötigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer, Steinhauer-, Zimmer, Dachdecker-, Schreiner:, Schlosser-, Glaser-, Weißbinders und Spenglerarbeit werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserm Amtslokal zur Einsicht offen, und können lettere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. GIESSEN. 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