Nr. 199. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 150. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 28. August 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreiſe Weßlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3082. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. Kaiser Wilhelm wird nach einer Meldung des Corriere de Napoli mit seinen Söhnen in Neapel erwartet. Er wohnt der Flotter schau über ein deutsch- italienisches Geschwader bei und schifft sich auf der Yacht Hohenzollern zu einer Fahrt durch das Mutelmeer ein. Der König von Jtalien in Berlin. Potsdam, 27. Aug. Der König von Italien traf pünflich 5 Uhr 15 Min. mittelst Sonderzuges von Magdeburg fommend auf der Wildpark- Sation ein. Dort waren furz vorrher der Kaiser, der Kronprinz, Prinz Friedrich Leopold und sämtliche Prinzen des föniglichen Hauses erschienen. Zugleich hatten sich ein gefunden die Hofchargen, die Generalität von Berlin und Potsdam, der Stadtkommandant von Potsdam, desgleich n der Polizeipräsident und außerdem mehrere zum Empfang befohlene Personen. Als der Zug signalisirt wurde, begab sich der Kaiser zum zweiten Bahngeleise und erwartete dort die Ankunft seines Gastes, während sich die Prinzen vor dem Empfangssalon aufstellten. Der Zug fuhr langsam in die Halle ein, die Musit intonirte die italienische Nationalhymne und der Kaiser ging seinem Gaste entgegen, ihm freundlich mit der Hand winkend. Nach dem Halten des Zuges entstieg der König elastischen Schrittea dem Salonwagen, beide Majestäten umarmten und füßten sich. Hierauf schritten beide Majestäten zum Empfangssalon, wo die Begrüßung der Prinzen und der anderen Personen stattfand. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompagnie nahmen beide Majestäten den Parademarsch der Ehrenfompagnie ab und verließen in einem vierspännigen Wagen den Bahnhof, um nach dem Neuen Palais zu fahren. Vom Bahnhof bis zum Palais hatten die Truppen Spalier gebildet und ein außerordentlich zahlreiches Publifum hatte sich eingefunden, welches beim Herannahen der beiden Majestäten in laute Hochrufe ausbrach. Im Neuen Palais fand die Begrüßung der Kaiserin statt. Das Schulschiff Charlotte wird nach einer Meldung aus Kiel infolge des Auftretens der Beulenpest in Rio de Janeiro den Hafen nicht anlaufen. Die Charlotte geht nach Ilhagrande ab und erwartet dort weiteren Befehl. Hannover, 27. Aug. Die Zeitung„ Volts wille", die sich in einem Artikel, betitelt„ Ein Dokument deutscher In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Ah, blese Brieftasche, aus der auch die 16 000 Gulden verschwunden find! Neffe Frohberg, Du wirst Dich darüber zu verantworten haben, denn Du warst derjenige, dem die Verwaltung der Gelber anvertraut worden. Warum hat man nie von diesem Schein gehört, der sich doch in meines Vaters Brieftasche finden mußte?" Der Afrikaner" hatte aufzuckend die Worte gerufen, indem er fich Frohberg zuwandte und ihn mit scharfen mißtrauischen Augen burchbohrte. Die Gerichtsherren - die Erbberechtigten- ieder wurde blaß vor der beleidigenden Sprache des ältesten der Familie. Man hat von diesem Schein nie gehört, weil ich ihn ebensowenig gefunden habe, wie jenes Geld!" lautete Burkard Frohbergs Antwort. Er war auch blaß geworden, aber er sprach so ruhig, daß man daraus richt hörte, wie es in ihm stürmte. Nun bayon später! Kommen wir zur Sache!" entschied der„ Afrikaner", der sich in ieder Hinsicht völlig als Haupt der Familie zu fühlen schien, aber als ein strenges Haupt, entschlossen, feine Rechte geltend zu machen, bis zum letzten Buchstaben. Niemand beachtete, daß Graf Joseph sich wie kraftlos auf Den Stuhl sinken ließ, von dem er emporgesprungen war, als dies Kodizill erwähnt wurde. Aber alle hatten bemerkt, daß der Majoratsherr ganz genau Die Tragweite dieser Neuigkeit erkannte! Dies Kodizill war verFaßt, nachdem der Testator seinen Enkel Burkard kennen gelernt, eine Tochter wiedergesehen hatte. Nun endlich kam man zum Lesen des letzten Testaments. Es enthielt nach dem üblichen Eingang und allerlei sonderbaren Betrachtungen des alten Herrn die Erklärung, daß er seine früheren legtwilligen Verfügungen samt und sonders widerrufe und hiermit bestimme, daß da seine beiden Söhne vor ihm verstorben seien, ihm auch nichts als Kummer und Verdruß bereitet hätten nicht etwa die männlichen Erben derselben, falls solche vorhanden seien( er wisse nur von einem Sohne des ältesten und der gehe ihn nichts an) sondern der zu Recht bestehende Erbe des Majorats auch das Allodialvermögen erben solle, was er hinterlasse, mit Ausnahme der Pflichtteile, die den etwaigen Erben seiner mißratenen Söhne und seiner ihm entführten zukommen würden. Tahrim Schande", mit der Auslieferung des russischen Studenten Kalajew an die russischen Polizeibehörden befaßt, wurde polizeilich beschlagnahmt. Polizeibeamte sind damit beschäftigt. die betreffenden Nummern in den Gastwirtschaften etc. einzuziehen. - Ein Lehrerbeleidigungs- Prozeß. Die„ Sächs. Schulztg." berichtet: " Vor einigen Tagen sprach in Lichtenstein- Gallenberg der sozialdemokratische Redakteur Rühle aus Chemnitz in einer Volksversammlung über" Darwin und Moses" und machte hierbei der Lehrerschaft den Vorwurf, daß sie selbst nicht glaube, was sie in religiöser Beziehung lehre. Hierauf ist im Namen der Lehrerschaft Strafantrag gestellt worden." erregen. Der Prozeß verspricht, weithin großes Interesse zu Bochum veröffentlicht, wie man uns von dort mit Zur Fleischnot. Auch die Fleischer- Innung in teilt, folgende Bekanntmachung: Infolge der nun schon seit längerer Zeit anhaltenden, noch fortgesett steigenden Schweinepreise, sowie auch wegen des außer ordentlich hohen und allem Anscheine nach noch nicht auf dem Höhepunkte angelangten Rindviehpreises sehen sich die hiesigen Fleischers meister gezwungen, trotz der so sehr daniederliegenden Konjunktur, die Preise für Fleisch- und Wurstwaren zu erhöhen. Um der irrigen Meinung des Publikums, als seien die Fleischer schuld an diesem Preisaufschlag, von vornherein entgegenzutreten, erklärt die unterzeichnete Innung, daß diese Teuerung eine Folge der Snappheit des Schlachtviehs ist, welche durch die gänzliche Absperrung der deutschen Grenzen gegen die über einen viel größeren Viehreichtum verfügenden Nachbarstaaten hervorgerufen ist; denn wie die Erfahrung beweist, ist die deutsche Landwirtschaft nicht im Stande- trotz gegenteiliger Behauptung den Bedarf an Schlachtvieh für das Deutsche Reich zu decken, und es ist auf eine Aenderung nicht eher zu rechnen, bis die Grenzen wieder geöffnet sind. - Die Fleischer- Innung Bochum, Noch ein Felowebel. Einem Berliner reaktioIllustration des ostelbischen Kastengeistes geschrieben: nären Blatt wird aus Marienwerder( Westpreußen) zur Ein Triumphschrei war es, der von des„ Afrikaners" Lippen tönte. Das Allod an den Majoratserben! Er sab sich frohlockend im Gerichtszinuer um. Da aber noch eine Reihe von Bestimmungen folgte, so las der Gerichtsbeamte weiter bis zu Ende. Ein dumpfes, schweres Schweigen der übrigen herrschte als er schwieg. Nur der Majoratsherr wiederholte:" Das Allod, dem Majoratserben! Und der bin ich!" " So hätten wir also hier nun noch das Kodizill", fuhr der Beamte fort. Ich brauche nicht zu wiederholen, daß es die volle Gültigkeit eines Testamentes hat." Und er begann wiederum zu lesen. " Ich habe fünf Testamente gemacht;- ich erkläre sie allesamt für null und nichtig und will, daß meiner Tochter Cäcilie Sohn, ben ich als einen vortrefflichen, ehrlichen Menschen fennen gelernt habe und als einen so tüchtigen Gutsherrn und Wirtschafter, wie ich ihn für meine Herrschaften brauche, mein Universalerbe werde. Das ganze Allodialvermögen, welches ich hinterlasse, soll er erben, er soll die Tochter meiner Nichte, Alexandra von Wazlaw, heiraten, das Mädchen heißt Maria und er mag sehen, wie er mit ihr fertig wird, wenn sie ist wie ihre Mutter. Er soll für seine Schwester und die Wazlawschen Kinder sorgen wie ein Bruder, und soll mit der Maria in Klaino wohnen und die Witwe Wazlaw mag in Strapolno bleiben. Sodann will ich, daß mein Enkel Burkard von Frohberg meinen Namen vor dem ſeinigen trage für sich und seine Nachtommen, mit faiserlicher Genehmigung. Es folgten dann noch einige Wiederholungen von nebensächlichen Bestimmungen und das Testament war beendet. " Ich protestiere! Ich protestiere!" rief, eh' der legte Ton verklungen war, schon der Majorats herr. Der Beamte hörte garnicht darauf, sondern wandte sich mit derselben geschäftlichen Nuhe, mit welcher er gelesen, an Burkard, der sehr erschüttert, nicht wußte wie ihm zu Mute war. Nehmen Sie die Erbschaft ihres Großvaters an, Herr von Frohberg?" " Ich nehme sie an!" lautete flar und fest die Antwort. Aber ich protestiere!" schrie leidenschaftlich Graf Ebern. " Das bleibt Ihren unbenommen, Herr Graf; vorläufig wollen wir das Protokoll-" Das machen Sie nur- ich fomme schon wieder!" lautete die Antwort Afrifaners" und er verließ wütend das Gerichtszimmer, ie Thir hinter sich hart zuschlagend. Der Beamte sah thun betroffen nach. fich fagle er fahr aufgt felle ou Burtard:„ Cs ist Sowohl die höheren Beamten haben ihren eigenen geselligen Verein und ihr Klublokal wie die Subalternbeamten. Diese haben ihren eigenen Gesang- Verein, jene ebenfalls, und wehe Demjenigen, der diese Schranke zu durchbrechen oder zu überbrücken wagt! Natürlich hat sich der Handwerker- und Kleinbürger- Stand auch zusammengethan. Und unter solchen Verhältnissen soll das Deutschtum erstarten? Man sieht ja die Früchte. Das Polentum dringt auch im Kreise Marienwerder immer weiter vor. beamter eine Gesellschaft giebt, so werden im allgemeinenFolgendes ist zu erwähnen: Wenn ein Regierungs, wenigstens bei den sogenannten Pflicht- Gesellschaften, sämt liche Mitglieder der Regierung eingeladen, mit Ausnahme des föniglichen Landrentmeisters und Rechnungsrats Schirrmacher. Dieser allgemein geachtete und beliebte Herr hat nämlich das Unglück, daß er früher Feldwebel war. So lange die schönen Worte vom sozialen Ausgleich usw. nicht in Thaten umgesetzt werden, wird alles beim alten sich freuenden Dritten. bleiben; der Sozialdemokrat und der Pole sind sich die Die Reformation muß von oben fommen. Wer ehrlich urteilt, wird zugeben müssen, daß trop aller Sozialreform die Gegensäße sich immer mehr verschärft haben. Deutscher Katholikentag. Mannheim, 27. Aug. Die heutige dritte geschlossene Generalversammlung war schwach besucht. Graf zu Droste- Vischering berichtete über die Thätigkeit der Banifatius- Vereine. Abgeord neter Dr. von der Scherr behandelte den Antrag zum Duellwesen. Der Antrag wurde angenommen. Weiter sprach sich die Versammlung für eine energische Sammlung für den Peterspfennig aus. Ein fernerer Antrag erklärte bei Einführung des obligatorischen Fortbildungsschulunterrichtes der Aufnahme des obligatorisch en fonfessionellen Religionsunterrichtes in den Lehrplan als wünschenswert. Der Antrag wurde angenommen. Weitere Anträge betrafen das Volksbildungswesen und die katholische Colportage. Sanitätsrat RuegenbergBonn begründete einen Antrag auf Einführung populär wissenschaftlichen Vorträge, Redakteur Weilbächer einen solchen auf Bekämpfung der farblosen Presse. Zum Schlusse wurde eine vom Vorsigenden berlesene Resolution zu Gunsten der Orden angenommen. Nachmittags 5 Uhr fand die dritte öffentliche Generalversammlung statt. Professor Dr. Endrieß sprach über das Thema Katholizimus eine außerst wichtige Sache im Besig" zu sein. Kommt es dann zu einem Prozeß, 10 haben Sie unzählige Vorteile; ich rate Ihnen dringend, Herr von Frohberg, eilen Sie, so schnell sie fönnen, Klaino in Besitz zu nehmic. Seine Mienen, seine Aufregung sagten viel mehr, als seine Worte. Burkard begriff- der„ Afrifaner" war schon unterwegs. Eine Gluthige stieg ihm zu Kopfe. Das galt also einen Stampf. " Hier-! hier!- bitte erst Ihren Namen!" drängte der Aftuar und legte Burkard das Aftenstück vor. - So! mit fliegender Feder hatte er geschrieben. Und nun fort! fort! Herr Aftuar! wenn Sie mit führen! Daß nichts vergessen wird!" flüsterte der Beamte dem jüngeren Manne zu, der eifrig nickte. Burkard lief schon fort;- erst jekt bemerkten sie, daß Graf Joseph, der Enterbte, das Gerichtszimmer auch verlassen hatte. Nur die beiden Damen waren noch da, die einstigen intimen Freundinnen; heute standen sie sich verlegen und fühl gegenüber im innerlichen Widerstreit eine wie die andere. Für Frau von Frohberg war Alexandras Parteinahme für den Gegner ihres Sohnes verlegend. Hatte doch ihr Bruder Burkard in dessen Abwesenheit nur Rücksichtslosigkeiten und eine Feindseligkeit bewiesen, die bis iezt durch nichts von des Neffen Seite herausgefordert war. Dennoch lag es in ihrer liebevollen Art, daß fie der Cousine die Hand bot:" Du bist nun versorgt, Alir, wie mich das freut! Und wer weiß " Versorgt wäre ich jezt auch ohne Deines Vaters Gnadenatt. Ich habe mich mit Ernst Nepomuk verlobt, wir heiraten uns in allernächster Beit!" lautete die Antwort. Alir? Du willst diesen Bauern heiraten?" Frau von Frohbergs Augen und Mienen sagten, was die Lippen nicht aussprachen. Er hat mich geliebt als ich noch ein Kind war und mir diese Gefühle bewahrt. „ Aber Alix Ihr Du paßt nicht zu ihm, Du wirstIch werde Gräfin Ebern, die Gemahlin des Majoratserben und Deine Schwägerin vergiß dies nicht, Cäcilie!" O, gewiß nicht, Alix! Gott sei mit Dir!" Im großen Saale des Hotels, wo eben der Verein der adligen Herren seine erste Sigung abhielt, schien man instinktiv zu fühlen, daß in dieser Minute die Entscheidung gefallen war in der Ebernschen Erbschaftssache, denn als Ernst Nepomuk vom Gerichtshause daher gestürmt fam, hätte er die Standesgenossen und Bekannten seines verstorbenen Vaters Kopf an Kopf vor den Fenstern sehen können, brennend vor Neugierde.- ( Fortsetzung folgt). nahme für Far persönliche, schwere pain armes Kind! Redburn verstärkte sich in der ErDem sie heimlich ihr Baterhaus berlaffen, und seine Theilinnerung an das das Schwerste Der ganzen Sache auf Ihren Theil 38 thut mir von Herzen leid für Site." antwortete Renate traurig denken Sie nur an ihren D, nicht ich bin es, die am schwersten zu leiden hat," ,, Mir scheint," begann er wied Bater! D, der n gaftern geftorb führt, wo jest auch Herr Esmond eintrat. hatte der Pfarrer Renate bereits in das Gerichtszimmer gean den herrschenden Bestürzung hatte Niemand daran gedacht, verwelkte Triumphbogen sich erhob; bei der auf der Farm der weißen Thüre hielt, über welcher noch immer der Bruno wechselte hastig einige denselben zu entfernen. Säße mit dem finster aussehenden me ihn von LonErmordeten fanden. Wollen Sie uns nun, bitte, Umgebung anblickend. schien, änderte er seine Tattit. er; aber als er bemerkte, daß Renate nicht zu verstehen alles Nähere über Ihre Entdeckung mittheilen, schloß S ersparen, da Sie, wie ich höre, zuerst die Leiche besser die Zeugin zu fragen," sagte er ruhig, seine Ich glaube, es wird tichung folgt.) Ringmauer des getrennt ist. CE& ift bas Höchste im Gefängnisses moralische Verworfenheit. Und i vertommene Weib unter den verkommenen Mann. als Traumbild zeigte, habe ich in Wirklichkeit gesehen. vermochte sich so hoch zu erheben, so tief zu verfenten. zarterem Stoffe geformt, fällt es von höher herab und fällt tiefer. verurt eilten entmenschten Hänen yständigen und Mädchen als sah hier auf engem Raume vereint allen physischen Jammer und alle Niedrigsten, bas äußerste Maß des Entseßlichen. Dantes Phantasie allein in diesem schändlichen Kerter sind mit den Aus feinerem, aus Jmmer fintt das Was fie ihm Ich und Kunst, Seminardirektor aus berg sprach über die Aufgaben des Bonifatiusvereins und Oberbürgermeister Antony- Fulda über die Antiduell bewegung. Alle Redner ernteten starken Beifall. - Die interparlamentarische Friedenskon. ferenz, die vom 3. September auf den 3. Oltober verschoben worden ist, ist angeblich wegen Anmeldung von zu vielen Teilnehmern nunmehr ganz aufgegeben worden. Die nächste Friedenskonferenz wird im August nächsten Jahres stattfinden. dehntesten Waldungen des Spessarts gelegen und von Dalberg beceits 1807 errichtet, erwies fich frühzeitig als zugkräftig und ist unter bayrischer Verwaltung bis auf den heutigen Tag in Blüte geblieben. Landesvater aber fürsorglichen, aufopfernden und edelgesinnten Fürstprimas, Freiherr Karl Theodor von Dalberg( 1744 bis 1817), dem legten Kurfürsten von Mainz, der 1810 als Großherzog an die Spitze des zum Danke für seine Rheinbundspolitik für ihn dotirten Großherzogtums Frankfurt trat. Dieses neue Territorium, das nur drei Jahre Bestand hatte, bildete, abgesehen von der Enklave Wetzlar, die Dalberg schon 1803 erhielt, und die später gegen ein anderes Gebiet ausgetauscht werden sollte, ein zusammenhängendes Ländergebiet, dessen Grenzlinien freilich wundersam ausgezackt waren. Zu dem Großherzogtum Frankfurt gehörten das Fürstentum Aschaffenburg, das durch die Mediatisierung der Besizungen der Fürsten und Grafen von Löwenstein- Wertheim auf der rechten Mainseite und der Grafschaft Rieneck arrondiert worden war, die Fürstentümer Hanau und Fulda und die ehemals freien Reichsstädte Frankfurt a. M. und Wezlar. Wien, 27. Aug. In hiesigen Hoffreisen wird auf das Bestimmteste versichert, daß der Zar bei seiner Reise nach Rom eine Begegnung mit Kaiser Franz Josef haben werde. Weitere Annexion in Südafrika. Wie aus London berichtet wird, steht die Absendung einer starken Truppenmacht der südafrikanischen Company in das Swazi- Land bevor. Es sei unsicher, ob ein Protektorat über dieses Gebiet oder dessen Annexion beabsichtigt sei. 1 Die Memoiren des Expräsidenten Krüger sind nunmehr im Manuskript vollendet. Das Verlagsrecht des Werkes hat der Verlag J. F. Lehmann in München für alle Länder angekauft. Das Werk wird im November dieses Jahres gleichzeitig in mehreren Sprachen erscheinen. -Der Staatsbürgerzeitung zufolge hat Krüger durch seinen Vertreter in Loschwiz bei Dresden zwei Villen für den kommenden Sommer mieten lassen. Krüger wird von seinem Winteraufenthalt in San Remo im Mai nächsten Jahres direkt in Dresden eintreffen und mit seinem Gefolge in Loschwitz Wohnung nehmen. und Nota Suriften, abligen" Abschluß braditen a richtsstadt Swede& in Weglo mit groß auch zab nannt. bersamm Praftifa Am wenigsten wissen wir von der Wetzlarer Juristenfakultät. Kein Mensch weiß, wo ihre Aften geblieben sind. Das Weglarer Staatsarchiv hat jedenfalls, wie wir durch eine freundliche Auskunft seines Herrn Direktors feststellen konnten, davon nichts behalten. Nur über die Gründungsgeschichte der Hochschule sind wir einigermaßen unterrichtet. Ihre Entstehung ver dankt sie einer ganzen Reihe von Momenten. Am 6. August 1806 ging sang- und klanglos das Reichsfammergericht, der höchste Gerichtshof des alten deutschen Reichs, ein. 1693 war es von Speyer nach Wetzlar verlegt worden. Dort war es fortgesetzt durch Truppenmärsche, Feldzüge und Brandschaßungen in seinem Fortbestand gefährdet worden, und schon vor der Verwüstung der Pfalz durch die Franzosen( 1689) hatte man das Kammergericht an andere deutsche Städte gleichsam mindestbietend ausgeboten. Frankfurt a. M., die Reichsstädte Schweinfurt, Friedberg in Hessen, Mühlhausen in Thüringen, Memmingen in Schwaben und Wetzlar tamen als neuer Gerichtssig in Frage, weigerten sich aber oder machten wenigstens ganz erhebliche Umstände, das Gericht aufzunehmen. Gegen Friedberg und Wetzlar wehrten sich auch die Mitglieder des Reichsgerichts auf das heftigste. Nach langen Verhandlungen erklärte sich Wetzlar, damals ein erbärmliches Nest, aber den Kriegsstürmen jener Zeit ziemlich entrückt, bereit, dem obersten Gericht eine Stätte zu bieten. Aber auch das ging nicht ohne Schwierigkeiten ab. Dic Beisitzer des Gerichtes, vornehme und dank ihrer Vermögenslage verwöhnte Beamte der obersten Rangstufe, verspürten wenig Lust, in einem Dorfe- diesen Charakter muß das Landstädtchen mit seinen Misthaufen auf der Straße, seinen erbärmlichen Häuschen mit Strohdächern und den„ unflätig duftenden" Gassen damals gehabt haben Dalberg hatte, als er noch Kurfürst von Mainz und Kurerzkanzler war, der Universität in Mainz, dem Sitze seines Erzbistums, besondere Fürsorge angedeihen lassen. Die Mainzer Universität, die zeitweilig eine nicht ganz unbedeutende Hochschule war und Dank der Zuweisung der Vermögensbestände aufgehobener Klöster über reichliche Mittel verfügte, löste sich, als die Franzosen den Kurstaat occupierten, in Wohlgefallen auf. Dalberg entschloß sich, die zerrüttere Universität in Aschaffenburg wieder aufleben zu lassen und versprach sich von einer fatholischen Universität in Deutschen Landen, die unter der Autorität eines Kirchenfürsten stand, großen allgemeinen Nutzen. Er überwies ihr die Einkünfte des aufgehobenen Kollegialstiftes, gründete die bereits genannten vier Fakultäten, übernahm einige der Mainzer Professoren und berief andere, nebenbei bemerkt ohne Rücksicht auf die Konfession, denn die Mehrzahl der Dozenten sollen Protestanten gewesen sein. Was die Juristische Fakultät anbetraf, so wurden deren Lehrstühle mit Räten des Oberappellgerichts besetzt. Die Philosophische Fakultät, eigentlich nur eine Sektion dieser Fakultät, trug den Namen„ Kulturwissenschaftliche" und ihre Professoren sechs an der Zahl- lasen über Philosophie, Aesthetik, Naturgeschichte, Physik, Geschichte, Philologie, Statistik, Technologie, Landwirtschaftliche Industriekunde und Handelswissenschaft. Eine Ergänzung fand diese kleine und lückenhafte Fakultät in dem Liceum Carolinum, das, wie früher oft der Fall, in enger Verbindung mit dem Gymnasium stand, und auf dem namentlich historische und sprachwissenschaftliche Vorlefungen gehalten wurden. Die Rechtsschule in Wetzlar. Ein Beitrag zur deutschen Universitätsgeschichte. Vor einigen Tagen ging durch die Beitungen eine Notiz, wonach man sich in Frankfurt a. M. mit dem Gedanken trage, die dortigen medizinischen Institute zu einer Art von Medizinischer Akademie zu vereinigen. Soweit wir richtig unterrichtet sind, soll diese neue" Hochschule" nicht etwa eine Medizinische Fakultät werden, denn zu einer Fakultät gehören Approbations- und Promotitionsrechte, die nur durch staatliche Verleihung erworben werden können. Die Frankfurter wollen vielmehr eine ärztliche Fortbildungsschule, die nicht von Studenten, sondern von jungen Aerzten besucht werden soll, ins Leben rufen. Eine ähnliche Einrichtung giebt es bisher in Deutschland nicht. Vielleicht Längt sie mit der Bestimmung der neuen Medizinischen Prüfungsordnung vom 28. Mai 1901, die nach dem Staatsexamen ein Fortbildungsjahr zur weiteren praktischen Ausbildung vorschreibt, zusammen. lich war freibern banden, fo des Gerich anwesend zum Schy ftadt geft 100 Man gewiß ni bierte Me gerichtes wohner. Fremden Reichsstän Thätigfeit Kommiffi in die St ftets über Krämer Aerzte un Druckereie Gericht. Mit nahmequel auf die leuten bere grenzen umge In feiner No Stadtrat an des Rheinische der rheinischer Errichtung di berg den We gründete dor borwiegend befeßte. Di um so eher ihr Leben zu beschließen. Die Wetzlarer Bürgerschaft aber mit ihrem Stadtrat an der Spitze, durchweg protestantisch, hatte Bedenken, in ihren Mauern so zahlreiche Katholifen einziehen zu lassen, wie es die Verlegung des Kammergerichtes mit sich brachte. Man fürchtete für das Verhältnis der Konfessionen zu einander, für die Selbständigkeit der Ortspolizei, und wollte von der Abgabenfreiheit des Gerichtspersonals nichts wissen. Nach endlosen Verhandlungen fam schließlich eine Einigung zu Stande. Für die Gerichtspersonen wurden in dem Orte, der sich mit zunehmender Wohlhabenheit behaglicher gestaltete, mit der Zeit annehmbare und preiswürdige Quartiere geschaffen, und nur die bauliche Unterbringung des Gerichtes selbst blieb fast ein Jahrhundert lang sehr mangelhaft. Von 1693 bis 1756 war das oberste Gericht des Deutschen Reich 3 in dem alten Rathause von Wetlar untergebracht. Es stand ebenso wie das neue, aber an einer anderen Ecke, auf dem Hauptplage der Stadt, dem Buttermarkte, und war ein" Justizpalast" eigentümlichster Art. Dec Audienzsaal des Gerichts befand sich auf einem ehemaligen Tanzboden. Auch alle anderen Räumlichkeiten waren unzureichend und unwürdig und das ganze Haus, im Wesentlichen aus Holz gebaut, baufällig und feuergefährlich. bau war zwar seit 1727 beschlossene Sache, aber erst 1756 wurde ein Häuserkomplex ebenfalls auf dem Buttermarkte fäuflich erworben, umgebaut und die Sitzungen der Senate und die Gerichtskanzlei dorthin verlegt. Dieses Gebäude, noch heute den alten Reichsadler tragend, beherbergte das Kammergericht, ebenfalls in gänzlich unzulänglichen Räumen, bis 1782. 1782 wurde dann ein neues Gerichtsgebäude auf der Hausergasse bezogen, auf dessen Stelle seit 1884 das jezige Post: amt steht.- Die„ Aschaffenburger Universität", eine Großherzog liche Landesuniversität, die von etwa 70 Studenten besucht wurde, beruhte auf den alten Grundlagen der deutschen Universitätsverfassung, die sich im Gegensaz zu der französischen, die für die Fakultäten in Frank furt und Weylar maßgebend geworden ist, dadurch aus zeichnete, daß man möglichst alle Fächer und Fakultäten zu einer Universitas litterarum zusammenfaßte, während bekanntlich in Frankreich die Trennung in einzelne Fachhochschulen( lycées und facultés) die Regel war. Der Universität Aschaffenburg fehlte aber, ebenso wie der jüngsten Deutschen Universität Münster i. W., ursprünglich ebenfalls einer geistlichen Stiftung, die in unseren Lagen durch die Angliederung einer Juristenfakultät erweitert wird, die teuerste aller Fakultäten, die Medizinische. Im Uebrigen war sie nur der Schatten einer wirklichen Univerſität, und der einzige Lehrer von Bedeutung und Ruf war der Kammeralist und Statistiker Hofrat Bernhard Sebaſtian Nau, ein Polihistor seiner Zeit, bekannt durch seine Untersuchungen über den Zuckerrübenbau. Die Jurisprudenzstudierenden in Aschaffenburg scheinen ziemlich flott gelebt zu haben, was ein auf sie zugeschnittenes Duellmandat. das sie, als sie es übertraten, im Arrest zur Strafe so und so viel mal abschreiben mußten, beweist. Auch scheint ihr Fleiß recht zu wünschen übrig gelassen zu haben. Dr. Darmstädter bringt wenigstens zum Beweise eine charaf teristische Aeußerung des Ministers von Wallmenich bei. so schrieb dieser sollen studieren und keine Bierhäuser besuchen und nicht den Eltern das sauer erworbene Geld verludern." Ein Konkurrenzunternehmen gegenüber den Nachbar universitäten wird also die Frankfurter Aerzteschule schwerlich werden. Sie entlastet vielmehr in wünschenswerter Weise die Universitätskliniken und Krankenhäuser, die eine aureichende Zahl von Assistentenposten für die Mediziner nach dem Staatsexamen kaum befißen dürften. Troßdem ist man in weiten Kreisen geneigt, den neuen Frankfurter Plan als eine weitere Etappe in den bekannten Bestrebungen der Stadt Frankfurt, aus eigenen Mitteln eine Universität zu schaffen, zu erblicken. In diesem Zusammenhang hat man historische Reminiscenzen ausgegraben und darauf hingewiesen, daß Frankfurt bereits früher eine wirkliche Medizinische Fakultät besessen habe, während in der Nähe, in Aschaffenburg, eine Katholisch. Theologische, eine Juristische, eine Forstwissenschaftliche und eine Kulturwissenschaftliche Fakultät bestanden. Eine zweite Juristische Fakultät,„ Rechtsschule" genannt, war gleichzeitig in Weglar thätig. Wer unser so lieblich und romantisch gelegenes Nach barstädtchen, das an dem steilen Lahnufer, von der Stiftsfirche überragt, in frummen Berggassen malerisch aufsteigt, zum ersten Wale betritt, dem drängt sich unwillkürlich ein Vergleich mit der anderen ebenfalls so anmutigen Lahnstadt Marburg auf. Und wer Sinn für den Zauber eines un gezwungenen studentischen Lebens und Treibens in kleinen - - in beschaulichen Universitätsnestern hat, der wird vielleicht be: dauern, daß Wezlar nicht auch der Sitz einer Universität geworden ist. Nur wenigen wird die Thatsache bekannt sein, freilich nur eine furze Zeit lang daß Wezlar seinen Mauern eine Hochschule beherbergt hat, und über ihren Busammenhang mit den verschiedenen Fakultäten in Aschaffen burg und Frankfurt wird noch weniger Klarheit vorhanden sein. Die gebräuchlichen Nachschlagewerke und Touristenbücher, selbst die Spezialwerke der Art für Weßlar und das Lahnthal, erwähnen die Weglarer Rechtsschule mit feiner Silbe. Die Juristen - Ein Neuals standal getragen w Kammergeric perfonals, fo Die Jur feffaren, die m Abel, früherer ( für Bibilproze mitglied des philofophie), tarius des dungen des 4. Franz S bon 1817-1 Staats- und bis 1851) B Mojde Red 6. endlich Ern gelijch- lutheri Staatenfunde Ebenjom feiten bereiten Unterbringun 1782 eröffnet für diesen B gewählt hat, Lönnen. Tha zum ehemalig lange Beit dem Verfügung ftan größeren Saal werden wohl, In jedem Falle brachte das Kammergericht nach Setne Wetzlar plötzlich viel Geld und viel Lebeu. Gerichtsräte, assessores" genannt, vorwiegend aus altaristokratischen Familien stammend, bezogen für damalige Verhältnisse recht namhafte Gehälter. Der Kammerrichter, ein Fürst oder Graf, der gleichsam Kurator des Gesamtgerichts war, bezog 9000 Reichs thaler. Die Kammergerichtspräsidenten je 2542 Reichs: thaler, ein Kammergerichtsbeisiger erhielt jährlich 2000 Konventions- Speziesthaler( im heutigen Geld, ohne Rücksicht auf den veränderten Geldwert, etwa 8500 Mt.) und bei voller Besetzung, die freilich nur selten vorhanden war, hatte das Gericht 2 Präsidenten und 25 Richter. Ihre Gehaltsbezüge waren dagegen selten regelmäßig. Die Vorgänge und Beschwerden, die sich an das Ausbleiben der Gehaltszahlungen knüpften, erinnern geradezu an türkische Verhältnisse der Gegenwart Im Jahre 1703 war die Erbitterung unter den Beteiligten sogar soweit gestiegen, daß man eine förmliche Arbeitsein stellung des obersten Gerichtshofes des Reichs erlebte. Dieser Streit rief gewaltiges Aufsehen in gan; Deutschland hervor und wurde zahllosen Parteien, deren Prozesse endlos verschleppt wurden, verderblich. Nach vollen sieben Jahren erst wurde das Gericht, das bis auf 5 Richter zusammengeschmolzen war, restauriert, und die definitive und feierliche Wiedereröffnung ver zögerte sich sogar bis in das Jahr 1713. Jezt fand auch eine Gehaltsreform die Billigung der Reichsversammlung, und für die vollzähligere Besetzung des Kollegiums wurde Sorge getragen. Die Medizinische Fakultät des Landes wurde 1812 in Frankfurt a. M. errichtet und im November desselben Jahres feierlich eingeweiht. In Frankfurt hatte man bedeutende Spitäler und in der Stiftung Senden bergs, in der Anatomie, in dem Botanischen Garten, dem Mineralienkabinett und einer reichhaltigen und gut dotierten Bibliothek zweckmäßige Einrichtungen für die Ausbildung von Medizinern. Die medizinische Schule Wir haben uns in der Litteratur etwas umgesehen, um besaß 10 Dozenten, darunter 8 Ordinarien, deren Herüber diese Verhältnisse eingehender unterrichtet zu sein. Leider vorragendster der Gynäkologe Wenzel war, und neben bleibt Vieles unaufgeklärt und bedarf noch der weiteren dem einige andere tüchtige Aerzte wirkten. Sie begann archivalischen Erforschung. Ueber manches Andere geben uns ihr erstes und letztes Studienjahr mit 42 Studenten. indessen namentlich drei Quellen befriedigenden Aufschluß. Bereits 1813, als Dalberg flüchten mußte, ging aber Die Frankfurter waren mit Einmal sind in der voriges, Jahr erschienenen, recht lesens- die Fakultät wieder ein. der neuen Hochschule auffallender Weise nicht zufrieden, werten Monographie des Münchener Privatdozenten der Geschichte Dr. Paul Darmstaedter das Großherzogtum man verlangte ihre Verlegung und Angliederung an Frankfurt, ein Kulturbild aus der Rheinbunds zeit", mancher eine auswärtige Universität und schlug dafür in erster lei Einzelheiten die früher unbekannt waren und die unser Linie Wetzlar bor. Neben der grundsätzlichen Auffassung, Interesse in hohem Grade beanspruchen können, zusammen die das franzöſiſche Syſtem der Spezialschulen vergetragen. Als zweite Quelle, die allerdings über die Rechts- warf, waren noch andere Momente, die vielleicht auch schule in Weglar nur gelegentliche Notizen bringt, kommt heute noch Geltung beanspruchen können, maßgebend. ein gelehrter Aufsatz des befannten, 1899 verstorbenen, Bonner Frankfurt als Großstadt mit seinen hohen Mietspreisen Rechtshistorikers Wilhelm Endemann, der 1893 in einer und vielerlei kostspieligen zerstreuungen war schon juristischen Beitschrift unter dem Titel„ Von dem alten damals ein teures und unsolides Pflaster, während Reichstammergericht" erschien, in Betracht." Ein drittes Werk, Weglar als" lächerlich billig“ bezeichnet wur e und sich welches gerade mit der Gründung der Rechtsschule abschließt, ähnlich wie Marburg und Gießen für ein harmloses, ist die Geschichte der Stadt Weglar von Friedrich Wilhelm urwüchsiges und, was den Ausgabenpunkt anbetrifft, von Ulmenstein in drei starten Bänden. Ulmenſtein war höchst anspruchsloſes ſtudentisches Milieu empfahl. Bei Regierungsrat im Nassau- Weilburg'schen und Sohn und diesen Reformvorschlägen und Vergleichen hatte es indessen sein Bewenden, denn die baldige Auflösung des Großherzogtums vernichtete auch die Dalberg'schen Lehranstalten von Grund aus. Nur die Forstlehranstalt in Aschaffenburg, inmitten der herrlichsten und ausgeBruder von Richtern des Reichstammergerichts. Alle genannten Universitätsanstalten in Aschaffenburg, Frankfurt und Weßlar verdanken ihre Begründung dem als Staatsmann und Politiker höchst verhängnisvollen, als der Profefforen Auch an L fangreiche jurift Büge von den Tationsgebühren des Unterrichte nach dem Co fehlte es in afademischen des franzöfif bücher ins Material für Aftenbestände 200 Bände v terten Kandid bücher, Samml zur Verfügung Um feine erließ Dalberg e um Richteramt Juristischen Licen Manches haperte aber auch noch in der Folge. Immerhin sah Wetzlar unter seiner Bürgerschaft ein zahlreiches Beamtentum, das fauffräftig war, viel konsumierte, oft auswärtigen Besuch erhielt und nament lich das gesellschaftliche, wissenschaftlich- litterarische und das Vereinsleben in Schwung brachte. Unter den Präsidenten und den Beisitzern waren zahlreiche Advofaten und Notare etwa 60 an der Zablam Plaze. Dazu kamen noch eine ganze Reihe von Proku ratoren, von denen viele, ebenso wie die Advokaten Und in der Tha erfahren, ist in An der S Aurator, Adam fammlungen de teilte und eine Der Wiffenicha Borten zugefi follen in will feinem anderen atts gelegen und von vies fich frühzeitig als Verwaltung bis auf eben. und Notare, sich am Orte angekauft hatten. Junge Juristen, Praftifanten" genannt, mußten an dem höchst adligen"" Gerichtshof eine dreimonatliche Station zum Abschluß ihrer juristischen Studien durchmachen und brachten auch ihrerseits mancherlei Leben in die Gerichtsstadt. Es ist ja allgemein bekannt, daß zu dieſem 3wede Goethe( 1772) und Freiherr von Stein( 1777) in Weylar weilten. Mit ihren Parteien, die zum Teil mit großem Gefolge erschienen, kamen zur Gerichtsstelle auch zahlreiche auswärtige Anwälte, Sollizitanten genannt. Wenn wir einer Eingabe an die Reichsbersammlung trauen dürfen, so betrug die Zahl der Praktikanten und Sollizitanten 250 im Jahre. Endlich war ein ganzes Heer von Offizianten, Gerichtsschreibern, Boten, Sprachmeistern und Dolmetschern vor handen, sodaß im Jahre 1804, also furz vor Aufhebung des Gerichtshofes über 900 Gerichtspersonen dauernd anwesend waren. Rechnet man noch dazu, daß damals bon der Weglarer weiß, wo ihre Atten taatsarchiv hat jeden Auskunft seines Herrn on nichts behalten. der Hochschule find hre Entstehung ver Momenten. Am 6. glos das Reichs of des alten deut bon Speyer nach es fortgesezt durch srand tabungen in en, und ichon boc Le Franzosen( 1689) ndere deutsche Städte en. Frankfurt a. M., allgemeine Staatswohl, Religion und Moralität vor schreiben." Die Hauptvorlesungen wurden unentgeltlich Die Hauptvorlesungen wurden unentgeltlich gehalten; über die Gehaltsbezüge der Professoren ist aber nichts bekannt geworden. Wahrscheinlich hat Dalberg die Ausgaben für die Fakultät, die übrigens auch als„ ersuchtes Rechtskollegium" Rechtsgutachten an Gerichte abgab, zum Teil mit seinen Privatmitteln, in der Hauptsache aber aus dem Kollegialſtiftungsfond bestritten. Dieſer reiche Fond, heute noch„ Dalberg'scher Fond" genannt, eriſtiert noch gegenwärtig, und aus ihm werden die gesammten Kirchen- und Schulkosten der katholischen Gemeinde in Weglar gedeckt. Es waren also alle Voraussetzungen für eine gedeihliche Entwickelung der Weglarer Rechtsschule gegeben, trotzdem wollte sie sich nicht recht entwickeln. Sie litt offensichtlich unter der Konkurrenz der Univerſitäten Gießen und Marburg und war von Anfang an nur schwach besucht. Auf diese Weise wurden die Die paar Professoren und die wenigen, meist unbemittelten, Studenten boten keinen Ersatz für den Aufwand des großen Kammergerichts, das über ein Jahr hundert lang der freien Reichsstadt ein eigenartiges und in seiner Art glänzendes Gepräge verliehen hatte. Zumehr erst 1880 eingerichtet worden. Von 1857 bis 1880 hielt die preußische Justizverwaltung in Weglar einen preußischen höheren Juſtizbeamten, dem ein Sekretär beigegeben war, und der das Archiv verwaltete. 1880 wurde der sogenannte„ untrennbare" Teil zur Mitverwaltung an die preußische Verwaltung der Staatsarchive übergeben, und an die Stelle des Justizkommissariats trat das Königliche Staatsarchiv. Bugleich wurden aus den Atten die auf ElsaßLothringen bezüglichen ausgeschieden und der Landesverwal tung der Reichslande überwiesen. Prof. Dr. M. B ― r. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Während des 14tägigen Urlaubs des Herrn Bürgermeister Mecum ist Beigeordneter Georgi mit dessen Geschäften betraut. im Inf. Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Heff.) Nr. 116, ** Militärdienstnachrichten. Firmenich, Leutnant zum Schutze des Gerichtshofs eine von Hessen- Darm- Hoffnungen der Weglarer Bürgerschaft bitter getäuscht. scheidet am 31. Auguſt aus dem Heere aus und wird Steichsständen wiederholt beschlossen wurden und deren Thätigkeit sich auf Jahre erstreckte, brachten hochgestellte Stommissionen mit zahlreichen Sekretären und Schreibern in die Stadt. Kein Wunder, daß die Gasthöfe fast stets überfüllt waren. Fast die ganze Stadt, Hoteliers, Strämer und Handwerker, Tanz- und Fechtmeister, Aerzte und Apothefer, Hauslehrer, Perrückenmacher, Druckereien und Führunternehmungen lebten von dem Gericht. er gründete dort 1808 eine Rechtsschule, deren Lehrstühle vorwiegend mit ehemaligen Beamten des Reichskammergerichts besetzte. Diese neuen Professoren der Jurisprudenz werden um jo eher bereit gewesen sein, dem Rufe Folge zu leisten, als standalöser Weise für ihre Pensionen gar feine Vorsorge getragen worden war. 11 Jahre nach der Auflösung des Kammergerichts wurde erst für einen Teil des Gerichtspersonals, soweit er noch am Leben war, finanziell gesorgt. mit dem 1. September in der Marine- Infanterie, und zwar im 2. See- Bataillon angestellt. Behrend, Bahlmeisteraspirant, zum Zahlmeister beim XVIII. Armeecorps ernannt. ** Das Verordnungsblatt für die evangelische werbung. m. Von der Universität. Dr. Möser, der früher torium, dann in der chemischen Fabrik zu Grieslange Jahre Assistent am hiesigen chemischen Labora beim thätig war, tritt am 1. Oftober aus Gesund** Das Regierungsblatt Nr. 57, ausgegeben am 26. August enthält: 1) Befanntmachung, die Bau- Unfallversicherung der Kreise betr. 2) Bekanntmachung, die Ausführung der Prüfungsordnung für Aerzte vom 27. August enthält: Bekanntmachung, den Erlaß einer 28. Mai 1901 betr. Nr. 58 des Blattes ausgegeben am Prüfungsordnung für die Landes- Baugewerk. schule in Darmstadt betr. allerbester Quelle erfahren, im Laufe des nächsten a. Das Gabriel'sche Werk. Es wird, wie wir aus Jahres das überall bekannte Kalf- Marmorwerk und Dampfziegelet des Herrn August Gabriel am Abendſtern wesentlich vergrößert werden. Herr Gabriel hat Kurzem dazu erhalten, Geleise- Verlängerungen und bereits die Genehmigung vom Kreisausschuß vor Anlage dreier Drehscheiben ausführen zu lassen. legten Monatsversammlung, am 6. September ds. Js., Der Bergmännische Verein," wird laut Beschluß seiner eine Besichtigung der Gabriel'schen Werke vornehmen mit gemütlichem Zusammensein in der Restauration „ Abendstern". Bet dieser Gelegenheit wird der Verein zugleich sein diesjähriges Stiftungsfest feiern. Auch die Damen der betreffenden Herren werden teilnehmen. stadt gestellte Garnison mit einer Kopfstärke von etwa 100 Mann in Weglar sich aufhielt, so übertreibt man gewiß nicht, wenn man sagt, daß in Wetzlar jeder vierte Mensch zur direkten Interessensphäre des Kammergerichtes gehörte. Wetzlar hatte 1804 4200 Ginwohner. Natürlich zog das Gericht auch zahlreiche dem ging mit der Auflösung des Großherzogtums Kirche des Großherzogtums Hessen Nr. 8, ausgegeben[ am auch die Rechtsschule wieder ein. Weblag hat sich dann in der Folge erſt ſehr langsam als preußische 1901. 2. Dienstnachrichten. 3. Aufforderung zur BeStreisstadt und Hauptort eines größeren Landdistrikts ökonomisch erholt, und hätte das wahrscheinlich noch mehr gethan, wenn rechtzeitige Eingemeindungen und eine andere Lage des Bahnhofs ihm die steuerkräftige Großindustrie auf dem linken Ufer der Lahn gesichert hätten. An dieser Stelle erscheint es vielleicht nicht un- heitsrücksichtigen wieder in seinen alten Wirkungskreis bet Prof. Dr. Naumann ein. interessant, noch kurz einen Blick auf diejenigen VorMit dem Jahre 1806 war mit einem Schlag diese Eingänge zu werfen, die mit der Auflösung des nahmequelle für Wetzlar verschüttet, das Grundeigentum sant Reichskammergerichts und der Juristischen Akademie auf die Hälfte des Wertes. Den Handwertern und Kauf- zusammenhängen. Namentlich interessiert uns das leuten der Stadt, die von allen Seiten von fremden Landes- Schicksal der Reichskammergerichtsakten und der Bibgrenzen umgeben war, war der Absatz völlig abgeschnitten. liothek des Kammergerichts und der Rechtsschule. Was In seiner Not wandte sich deswegen 1807 der Weglarer die letztere anbetrifft, so hat ihre Auflösung enorme Stadtrat an den Fürstprimas und bat um die Verlegung Schwierigkeiten und Schreibereien zur Folge gehabt. des Rheinischen Bundesgerichts, des obersten Gerichtshofes Die Bibliothek gehörte ursprünglich ausschließlich dem der rheinischen Bundesstaaten, in seine Stadt. Da es zur Kammergericht, also dem alten Deutschen Reiche. Errichtung dieses Gerichte hofes aber nicht fam, suchte Dal- Dalberg überwies sie kurzer Hand seiner Rechtsschule berg den Weglarern auf anderem Wege zu helfen. Er be= und vermischte sie hier mit Büchern, die aus einer Sammlung der aufgehobenen Wetzlarer Jesuitenschule stammten oder aus dem Vermögen der Erjesuiten von dem legten Kammerrichter als dessen Administrator angeschafft worden waren. Dazu kamen wahrscheinlich noch Bücherbestände, die Dalberg gestiftet hatte, und endlich waren, wie schon gelegentlich hervorgehoben, aus einem Teil der Promotionsgebühren der Professoren juristische Bücher erworben worden. Die Besitzverhält nisse waren also so verwickelt, wie nur möglich, und Bundesbeschluß, wer Rechtsnachfolger der Kammergerichts- Bibliothek sein sollte, war nicht herbeizuführen gewesen. Preußen sah die Bibliothek als Eigentum der Rechtsschule, die ja ein großherzogliches Staatsinstitut war, an und konnte, wenn diese RechtsAuffassung richtig war, da die Rechtsschule eingegangen und Wetzlar preußisch geworden war, über die Bibliothek beliebig verfügen. Nun gehörten aber ein Teil der Bücherbestände zum Vermögen der früheren Jesuitenschule, und das Weglarer Gymnasium behauptete für sich die Quafinachfolge in dem Nachlaß der Jesuiten. Hier handelte es sich also nicht um ein Staatsvermögen, sondern um ein Stiftungsvermögen, über das der preußische Staat nicht ohne Weiteres verfügen fonnte. Der Bibliothekar setzte sich also, als ein Staatskommissär die gesamte Bibliothek an die 1818 neu gegründete Friedrich- Wilhelmsuniversität zu Bonn überführen lassen wollte, zur Wehr, und endlose Hin- und Herschreibereien waren die Folge seines Protestes. Das Endresultat aber war das, daß der Hauptstock der Bibliothek, namentlich fast alle juristischen Werke, nach Bonn fam, während ein kleiner Teil der Weglarer Gymnasialbibliothek wieder einverleibt wurde. Der Bundestag hat, wie gesagt, von vornherein diese Angelegenheit als ein Internum Preußens aufgefaßt und sich nicht hineingemischt. Die Juristenfakultät bestand aus 6 ordentlichen Professuren, die mit folgenden Gelehrten besetzt waren: 1. Jakob berg in Hessen, Mühl n Schwaben und Wet Frage, weigerten sich erhebliche Umstände, Friedberg und Wetz er des Reichsgerichts rhandlungen erklärte ches Nest, aber den entrückt, bereit, dem ten. Aber auch das . Dic Beisitzer des hrer Vermögenslage angstufe, verspürten efen Charakter mug ufen auf der Straße, Strohdächern und amals gehabt haben Weglarer Bürger der Spitze, durch in ihren Mauern lassen, wie es die fich brachte. Man Stonfeffionen zu Octspolizei, und Gerichtspersonals erhandlungen fant Für die Gerichts ich mit zunehmendec , mit der Zeit an ere geschaffen, und des Gerichtes selbst g sehr mangelhaft. oberste Gericht des athause von Weglar vie das neue, aber uptplatze der Stadt, Justizpalast" eigendes Gerichts befand zboden. Auch alle zureichend und unm Wesentlichen aus cfährlich Gin Neu ne Sache, aber erst ebenfalls auf dem baut und die Sitz Blei dorthin verlegt, alten Reichsadler richt, ebenfalls in 1782. 1782 wurde uf der Hausergaffe das jezige PostCammergericht nach el Lebeu. Seine vorwiegend aus hend, bezogen für fte Gehälter. Der Braf, der gleichsam bezog 9000 Reichs ten je 2542 Reichserhielt jährlich 2000 igen Geld, ohne Rüd etwa 8500 Mt.) und nur selten vorhanden enten und 25 Richte gen felten regelmäß die sich an das Aus pften, erinnern gerade egenwart Im Jah den Beteiligten foga e förmliche Arbeitsein ofes des Reichs erlebte Aufsehen in gan de zahllosen Partein pt wurden, berderbli Abel, früherer Reichskammergerichtsadvokat und Profurator, ( für Bivilprozeß), 2. Jakob Tobias Werner, früher Senatsmitglied des Reichstammergerichts( für Strafrecht und Rechtsphilosophie), 3. Jos ph Anton Vahlkampf, ehemals Protonotarius des Kammergerichts und Herausgeber der Entscheidungen des Gerichts,( für Institution en und Kirchenrecht), 4. Franz Stickel, der eigentliche Organisator der Fakultät, bon 1817-1839 Professor in Gießen,( für französisches Recht, Staats- und Lebensrecht), 5. Egid von Löhr, später( 1813 bis 1851) Professor der Rechte in Gießen,( für Pandekten, Römische Rechtsgeschichte und Encyklopädie des Rechts) und 6. endlich Ernst Ludwig Follenius, Konsistorialrat und evangelisch- lutherischer Obeipfarrer( für Statistik und europäische Staatenkunde) Ebensowenig wie die Besetzung der Lehrstühle Schwierig. feiten bereiten konnte, so war dies bezüglich der räumlichen Unterbringung der Rechtsschule der Fall. Das neue, erst 1782 eröffnete Kammergerichtsgebäude stand in erster Linie für diesen Zweck zur Verfügung. Warum man dieses nicht gewählt hat, haben wir bei unseren Studien nicht feststellen können. Thatsache ist, daß man als Auditoriengebäude ein zum ehemaligen Jesuitenfond gehörendes Grundstück, das lange Zeit dem zeitweiligen Kammerrichter als Wohnung zur Berfügung stand, und das für öffentliche Vorlesungen einen größeren Saal besaß, ausertoren hat. Die Privatvorlesungen werden wohl, wie früher überall, in den Privatwohnungen der Professoren abgehalten worden sein. - Auch an Lehrmitteln fehlte es nicht. Es war eine umfangreiche juristische Fachbibliothek vorhanden, die durch Abzüge von den Promotionsgeldern und durch die Immatriku lationsgebühren weiter finanziert wurde. Da im Mittelpunkt des Unterrichts nach Dalbergs Plan das französische Recht nach dem Code Napoléon stand, fehlte es in den Rheinlanden bislang an einer geeigneten dem für dieses neue Recht afademischen Bildungsstätte ſo beeilte sich der Professor des französischen Rechts, französische Rechtsquellen und Lehrbücher ins Deutsche zu übersetzen. Ein sehr wertwolles Material für akademische Lehrzwecke gaben dann die riesigen Aftenbestände des ehemaligen Kammergerichts ab, neben denen 200 Bände von Probearbeiten der zum Assessorat präsen terten Kandidaten und die zahlreich vorhandenen Urteils- Rechtlich einfacher, aber in der Ausführung kompli zierter, war die Nachlaßregulierung der Prozeßaften und sonstigen Archivbestände des ehemaligen Reichskammergerichts. Die Aktenbestände, die hier in Frage kommen, waren unglaublich angeschwollen. In Speyer hatte man 500 große Fässer mit Aften gefüllt und zum fammergericht aufgehoben wurde, waren 80 000 Aftengrößten Teil nach Weylar gebracht. Als das Reichsfascikel vorhanden, deren alphabetisches Verzeichnis 6 starke Foliobände füllte. 1818 wurde ein Bundesbeschluß extrahiert, wonach Preußen die Verwahrung der Aften übernahm, und zugleich wurde eine Kommission eingesetzt, die die Aften an die einzelnen Bundesstaaten verteilen sollte. Dieses Verteilungsgeschäft nahm Jahrzehnte in Anspruch. Preußen ließ die ihm geblieben dort alle sogenannten„ unteilbaren" Aften, als da sind alle Sigungsprotokolle," Urteilsbücher, Geschäftsbücher und Journale und die sogenannten" Miscellen". Dieser untrennbare Archivanteil betrug beinahe 1400 Bände und Konvolute. Durch den Bundesbeschluß von 1818 war die Vernichtung und Veräußerung irgendboten worden. welcher Aften aus der Zeit des Kammergerichtes ver** Die Obsternte. Heute Morgen hatten wir den sogenannten ersten Zwetschgennebel"; aber Zwetschgen sin einer sehr guten Obsternte zn erfreuen. feine da. Wir big im Kreise Grünberg dagegen hat sich - Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Vom Großherzog empfangen wurde am 27. Aug. u. A. der Kreis amtmann Boeckmann aus Büdingen. - r. Krofdorf, 28. Aug. Eine gerade nicht wenig erfreuliche Neuerung nämlich Kirchensteuer- soll hierselbst mit nächstem Jahr zur Einführung gelangen. Bis her wurden alle Ausgaben für die Kirche von der Zivilgemeinde ohne Anstand in der Weise gedeckt, daß das Defizit auf die Gemeindekasse übernommen wurde. Auch für die Kirche haben sich wie in jedem anderen Gemeindewesen die Ausgaben alljährlich gesteigert und so ist es in der letzten größeren Gemeindevertretung zum Beschluß erhoben worden, Kirchensteuer zu erheben. Selbstredend werden nur diejenigen Glieder unserer Gemeinde damit belastet, die zur Kirchengemeinde gehören. Zwar wurde die Kirchensteuer auch bisher bezahlt, aber als Ausgabe für den Gemeindeetat. Dbgleich nur wenige Prozent erhoben werden sollen, so wird diese Neueinführung gewißlich nicht mit Freuden entrichtet werden. v. Lich, 27. August. In der vergangenen Woche war eine Deputation, bestehend aus 3 Herren der fürstlich Lichschen, gräft. Laubachschen und der hiesigen städtischen Verwaltung in Darmstadt, um bei dem Ministerium auf eine Aenderung des Bauplanes für die Bahn Buzbach- Lich hinzuwirken. Gestern nun war eine Kommission der Behörde in der hiesigen Gegend, um die Beschwerden der einzelnen beteiligten Gemeinden entgegenzunehmen. Wie man hört, sollen die Wünsche der Interessenten folgendermaßen berüc fichtigt werden. Die Bahn wird von Münzenberg, dem alten Eberstädter- Münzenberger Weg folgend, nach Eberstadt gehen, sodaß in nächster Nähe dieſes Ortes eine Station gebaut wird. Von hier geht die Bahn mühle über die Wetter geführt zu werden. Zwischen Arnsburg und Muschenheim wird dann für beide Pläge eine gemeinsame Station errichtet. Ueber Birklar, daß gleicherweise berücksichtigt wird, wird sodann die Bahn von der nach dem ſeitherigen Plane entgegengesezten Seite hier einmünden. molzen war, reftaurien, bücher, Sammlungen von Entscheidungen und dergleichen mehr hörigen Akten in Weglar liegen, und außerdem ver- hinter dem Hof- Güll her, um bei der Berger. wurde das Gericht, das Jahr 1713. Jest fand illigung der Reichsver zähligere Befezung des en. Um seine neue Gründung thatkräftig zu unt rstüßen, erließ Dalberg ein Edift, wonach Niemand in seinen Landen zum Richteramt zugelassen werden sollte, der nicht den juristischen Licenziatencharatter in Weglar erworben habe. Und in der That, wie wir gelegentlich durch Endemann erfahren, ist in Wetzlar auch promoviert werden. An der Spitze der Juristischen Akademie stand ein Kurator, Adam Joseph von Mulzer, der bei allen Versammlungen der Fakultät präsidierte, die Matrikel erteilte und eine Disziplinargewalt besaß. Die Freiheit der Wissenschaft" war in dem Statute in volltönenden Worten zugesichert. Es heißt dort:„ Die Professoren sollen in wissenschaftlicher Hinsicht unabhängig und keinem anderen Gesetze unterworfen sein, als welche das noch in der Folge feiner Bürgerschaft fauffräftig war, bi fuch erhielt und namen haftlich- litterarische un g brachte. Unter den waren zahlreiche Ab Dan der Zahl- a ganze Reihe von Prof info wie die Abpolate u. Aus dem Bieberthal, 28. Aug. Wie überall auf dem Lande, so mangelt es auch hier an Lehrkräften. An Was Preußen verblieb, lagerte bis 1857 in den vielen Orten des Inspektionsbezirks Rodheim wie FellingsBodenräumen der Franziskanerkirche in Wetzlar. Dannhausen, Königsberg, Rodheim, Naunheim u. f. f. fehlt zur wurde es in das vom Kreisgericht benutzte Gebäude Beit je ein Lehrer. So fann voraussichtlich auch die neu n ben dem jezigen Postamt, das früher dem Reichstammer geschaffene 2. Schulstelle zu Bieber mit Herbst nicht besezt gericht als archiv gedient hatte, untergebracht, forg- werden, zumal die in diesen Tagen auf dem Seminar zu fältig geordnet und inventarisiert. Das jßige Staats- Dillenburg abgegangenen jungen Lehrer sofort mit der Ber archiv in Wezlar bestand damals noch nicht, ist viel tretung einer Lehrerstelle beauftragt wurden. 11 MännerTurnverein. Zu Ehren unseres von hier scheidenden langjährigen Vorastndsmitgliedes Herrn H. Zwirner findet nächsten Samstag, den 30. Auguft a. c. abends 9 Uhr im Vereinslokal( Hotel Schüß) eine Abschiedsfeier statt, wozu wir unsere Mitglieder freundlichst einladen. Zahlreiches Erscheinen sehr erwünscht. Der Vorstand. Richters Kafeler- Glanzstärke mit Cascaden- Schuhmarke erzeugt dadurch ihre hervorragende Qualität bei leichter, bequemer, einfacher Handhabung den schönsten Glanz zu haben in Gießen bei: Gebrüder Adami, Chr. Bieker, L. Kalkhoff Nachf., Gebr. Michel, Ludwig Steinhäuser, A.& G. Wallenfels, Chr. Wallenfels. Engros- Niederlage: Benner& Krumm. Neu! Neu! Neu! Das neueste auf dem Gebiete der Musik findet man in dem Restaurant zur Sonne, 22 Dammstraße 22 Dammstraße 22. Daselbst ist aufgestellt ein neues elektrisches Plano- Or chefirion mit elektrischer farbiger Bleuchtung( Firma Wolfgang Bläßina.) Neuestes verbessertes System. Unübertroffenes Werk. Ersatz für vollständige Musikkapelle. Gute Küche. Prima Brauhausbier im Zapf. Zu freundlichem Besuche ladet ergebenst ein Wilhelm Fischer, Wirt. 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Sept Gutbesetzter Tanzmusik Gutbeſeßte Tanzmusit wozu freundlichst einladet Karl Zinßer, Festwirt. 00000100000 Mit warmem Interesse hat das deutsche Volk das tapfere Ringen der Buren ver folgt, als sie für die Erhaltung ihrer - wozu freundlichst einldet. Für gute Küche ist bestens gesorgt. Heinrich Dapper, Freiheit stritten. Aber auch jetzt noch befundet es an dem Schicksal der zur englischen Kolonie gewordenen beiden Republiken den gleich regen Anteil. Was wird die Zukunft der Buren sein? Wie werden sich Sieger und Besiegte zusammen finden, um die großen Kulturaufgaben, die einer Lösung dringend harren, zu einem beide Teile zufriedenstellenden Ende zu führen? Wir haben uns entschlossen, diese Weltfrage, an deren Beantwortung das deutsche Volk ein sowohl rein menschliches als auch wirtschaftliches Interesse hat, in der Woche" zu behandeln. Es gilt das Städtisches " Deur Süd- Afrika“ zur Germania". wie es sich nach Beendigung des Krieges zu formen beginnt, in fesselnden feuilletonistischen Aufsätzen zu schildern. Zu diesem Zwecke hat sich unser Chef- Redakteur Herr Hugo von Kupffer nach dem ehemaligen Kriegsschauplatz begeben, um objektiv gehaltene Berichte, insbesondere auch über die Lage des Deutschtums in jenen Gegenden, über die Minen- Entwicklung, das Leben und Treiben, die politischen Verhältnisse im neuen Süd- Afrika hierher gelangen zu lassen. Durch diese cigenartige und umfassende Sonder- Verichterstattung zeigt„ Die Woche" wiederum, daß sie treu festhält in ihrem Bestreben, den von ihr erzielten Erfolg durch stets neue, wertvolle Anziehungsmittel für die Leser weiter auszubauen. Probenummern der Woche" werden auf Wunsch kostenfrei zugesandt. August Scherl Darlehn auf Schuldschein, vergeben durch Schlachthaus Wechsel, Hypothek. etc. zu heute. Eweinefleisch 50ẞie. Max Koch, Pössneck i. Th. G. m. b. F. 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