Nr. 198. Erstes Blatt. Mittwoch, den 27. August 1902. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernſprechauschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. Der Kaiser hörte gestern vormittag die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, Graf HülsenHäseler und des stellvertretenden Chefs des Marinefabinetts Kapitän von Müller. Auch bei dem diesjährigen Diner, welches der Kaiser hergebrachter Maßen den Mitgliedern des brandenburgischen Provinziallandtages gegeben hat, und zwar am Montag Abend im Marmorjaale des neuen Palais, ist eine rednerische Kundgebung des Monarchen erfolgt. Er begrüßte die erschienenen Vertreter der Provinz Brandenburg in einer furzen Ansprache, in ihr an die Geschichte des neuen Palais erinnernd, indem er des bekannten Umstandes gedachte, daß Friedrich der Große das Palais nach Beendigung des siebenjährigen Krieges erbaute, um seinen Gegner den Beweis zu liefern, wie er trotz des langen Krieges noch immer Geld genug zur Verfügung habe. Weiter wies der Kaiser darauf hin, daß Potsdam überhaupt das bevorzugte Tusculum für den großen König und seine Nachfolger geworden sei und wie sich speziell durch den Aufenthalt des Staisers und der Staiserin Friedrich in Potsdam geheiligte Erinnerungen an diesen Ort knüpften. Dann bekundete der kaiserliche Sprecher seine Freude, die Märker wieder bei sich zu sehen, hervorhebend, wie die Mark Brandenburg die feste Säule bilde, auf welcher ganz Preußen und das Neich beruhe. Er wünschte, daß es seinem Hause beschieden sein möge, aud) ferner solche treuen und zuverlässigen Unterthanen zu bes sitzen, wie es die Märker allezeit den Hohenzollern gewesen seien. Schließlich trank der Kaiser auf das Wohl der Mark Brandenburg. König Humberts Besuch. Berlin, 26. Aug. Zum Empfange des Königs von Italien ist der hiesige Bahnhof mit italienischen und schweizerischen Flaggen, sowie hohen Topfgewächsen geschmückt, ebenso der Wartesaal 1. Klasse, wo das vom Bundesrat angebotene Mahl von 35 Gedecken stattfindet. Längs der ganzen Eisenbahnlinie sind die umfassendsteu Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. - Ein Wechsel im französischen Botschafter posten in Berlin wird angekündigt. Der bisherige Vertreter der französischen Republik am kaiserlichen Hofe, Marquis de Noailles, verläßt nächstens seinen Posten In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Nachdruck verboten.) ( Fortsetzung.) Die schlaue Lenette wußte, wie sie ihn zu nehmen hatte Ich will Dir's sagen, mein Schatz, obwohl ich weiß, daß Dein Herz von mir zu dem blonden Cousinchen abgeirrt ist. Du sollst Dich nicht um sie ängstigen. Ich habe Fräulein von Wazlaw nur einmal im Leben geseh'n damals in Wien, würde sie aber immer wieder erkennen. Und jetzt begegnete ich ihr auf dem Eisenbahnperron in Innsbrud am Arm eines ältlichen, fein aussehenden Herrn, der weißgraдes Haar hatte und ein Diener folgte ben beiden. Sie stiegen in einen Aussichtswagen, der über den Brenner ging."" Du irrst Dich, Lenette! Du irrst-! Sie wird doch jetzt nicht hinter Gorzberg hergereist sein?"- Er war ganz atemlos vor leberraschung. Die letzten Worte ließ er ungesagt; um feinen Preis hätte er sie gesprochen haben mögen; aber wie aufgescheuchte Vögel flogen seine Gedanken hin und her in wilder Verwirrung. Maria fort fort mit einem älteren Manne? Maria tannte ja außer Gorzberg feinen anderen alten Herrn. Burkards Aufregung ließ ihn das tollste glaublich finden. Lenette hatte unterdes schon weiter erzählt. " Ich wollt es wissen, ob sie es war? So lief ich ihr nach und rief ihren Namen und bot ihr mein Veilchenbouquet. Sie haben Ihre Blumen verloren, gnädiges Fräulein!" Richtig!" Sie stand still, sah sich um sah mich! Woher kennen Sie mich? Nein, das sind meine Blumen nicht. Ich danke Ihnen!" sagte fie und ging. Sie war sehr rot geworden und mir war fast, als hätte sie auch mich erkannt, sie sah finster nach mir her. Ich aber lächelte, grüßte sie und dachte:" Mein wird er, schöne Maria, wenn jemals er eines Weibes Gatte wird!" Und das hat sie in meinem Gesicht gelesen! Ich schwör's! Und eine schönere Stunde hab' ich nicht gehabt seit seit ich's weiß, Du liebst sie! Ja! Ja! wir wissen beide mein Schaz, woran wir miteinander sind! Du hast sie lieb- und Dein Wort, das Ehrenwort Purkards von Frohberg, das hab' ich." Das alles plauderte fie, unbefangen thuend, lächelnd auf ihn hinein, und während seine Augen Blize auf sie schossen, während er ste hätte erdolchen mögen, mußte auch er lächelnd anhören, daß sie ihm erzählte:" Maria erkannte mich auch und das war meine schönste Nache!" für immer, er wird auf demselben durch den gegen wärtigen Botschafter Frankreichs in Bern, Bihourd, ersetzt werden. Einen sehr seltenen Beschluß hat der Verein ehemaliger Marine- Angehörigen in Hirschberg i. Schl. gefaßt. Er hat eine Einladung der anderen Kriegervereine der Stadt zu einer Sedanfeier unter der Motivirung abgelehnt, daß die Feier die patriotischen Gefüble der Franzosen verletzen müsse, die ehemaligen deutschen Krieger aber alle Veranlassung hätten, die im chinesischen Kriege erworbene freundschaftliche Kamerad schaft mit unseren Nachbarn jenseits der Vogesen auch fernerhin zu pflegen. Dortmund, 23. August. Auch die hiesige Fleischerinnung hat die Preise für sämtliche Fleisch- und Wurstwaren erhöht. Sie motiviert diesen Schritt in einer öffentlichen Erklärung, in der sie u. A. ausführt: Der Grund für die andauernd hohen Viehpreise ist darin zu suchen, daß die deutsche Landwirtschaft nicht in der Lage ist, den Bedarf an Schlachtvieh zu decken; trotzdem bleiben die Grenzen für Einfuhr von Vich, namentlich von Schweinen, gesperrt. Der Rheinisch- Westfälische Bezirksverein im deutschen Fleischerverbande sowohl wie auch der deutsche Fleischerverband haben sich wiederholt an die fgl. Regierung gewandt mit der Bitte, die Einfuhr von Schweinen wenigstens nach Städten mit öffentlichen Schlacht häusern zu gestatten, aber ohne Erfolg. wahrscheinlich an, daß es nur der Ausfluß einseitiger Man nimmt Interessen sei. Es ist daher an der Zeit, daß das Publikum selbst die Sache in die Hand nimmt. Auch die städtischen Verwaltungen und die Handelskammern fönnten sich der öffentlichen Wohlfahrt nüßlich erweisen, wenn sie energisch auf Abhülfe bei der Staatsregierung drängen würden, damit dem Arbeiter das notwendigste Nahrungsmittel nicht so bei der Staatsregierung drängen würden, damit dem verteuert wird, daß er bei den augenblicklich niederen Löhnen ganz darauf verzichten muß. - Kein Geld für die Schule! Die ablehnende Aufbesserung der Lehrergehälter wird von neuem dargethan Haltung der preußischen Staatsbehörden gegenüber einer durch einen Vorgang, der sich in Schlesien zugetragen hat. Die Lehrer der Gemeinde Roßberg bei Beuthen waren, so berichten Berliner Blätter, im vorigen Jahre unter Hin So war der„ Afrikaner" sofort vorgetreten, hatte seine Papiere vor dem Richter ausgebreitet und blickte jezt seine Verwandten die nächsten Blutsverwandten mit den falten hellen Augen faft feindselig, jedenfalls voll Mißtrauen an. Frau von Frohberg, die ihren Bruder seit seiner Rückkehr noch nicht wiedergesehen, da sie selbst erst gestern Abend mit Burkard zurückfam, war rot und blaß geworden bei dem Anblick dieses Mannes, für den in ihr sich keine Fiber des Herzens regte. Jezt warf auch sie den Kopf ein bißchen auf und erwiderte seinen Blick falt und fremd. Der Richter hatte die Papiere heute nicht zum ersten Mal in Händen, daher dauerte die Prüfung derselben nicht gar lange. Dann wandte er sich an Graf Joseph Ebern, der sich eben so leicht auswies. Er sab jest blaß und tief erregt aus. Endlich bedurfte es für die den Gerichtsherren seit Jahren wohlbekannte Frau von Frohberg, Witwe des Majors Philipp von Frohberg, feiner weiteren Nachweise betreffs ihrer Persönlichkeit. Der Richter nahm ein loses Blatt Papier von fünf vers schiedenen Briefcouverts;- atemlose Stille und Spannung trat ein. Er wies die unverlegten Siegel nach und erzählte, daß bei dem Brande dieses Sommers die Depots allerdings gerade in dem Flügel des Gerichtshauses gelegen, welcher zuerst gebrannt. Indessen die Testamente waren gerettet und die Daten der Abfassung derselben allemal außerhalb auf dem Couvert von der eigenen Hand des Testators neben dessen Siegel bemerkt. Es sei wohl nicht nötig alle fünf Testamente zu lesen, da nur das lezte Gültigkeit habe und außer diesem legten noch ein Kodizill. Ein Kodizill? Sie waren allesamt sehr erstaunt, selbst der Notar Haberkorn. " Wenn ein Kodizill eriſtiert, so ist es ohne mein Wissen gemacht und deponiert worden!" rief er beleidigt. " Das ist in der That der Fall, Herr Notar!" sagte der Beamte höflich.„ Etwa vier Monate vor seinem Tode ist der Teftator eines Tages in meine Gerichtsstube gekommen, hat mir dies Kodizill gebracht und es in der gebräuchlichen Form deponiert. Ich und mein Aftuar haben allein darum gewußt und dem alten Herrn auf seine Bitte unser Wort gegeben, daß niemand eine Silbe davon erfahren sollte. Den Depositenschein hat der Herr Graf mir dann in Verwahrung gegeben und das Zeugnis des Herrn Aftuar dazu verlangt. Ihm selber mußten wir dagegen einen Schein schreiben, des Inhalts, daß wir das uns Unvertraute empfangen hätten. Es war, wie ich ihm gleich bemerkte, ein wertloses Dokument, da er nur so unbestimmt von„ Anvertrautem" redete, aber er wollte es so und legte es vor unseren Augen in die Brieftasche, die er unter seinem Hemd trug. weis auf die Verteuerung der Lebensbedingungen um Er höhung ihres Einkommens vorstellig geworden. Die Gemeinde vertretung hatte Erfüllung der Bitte zugesagt. Die beitragsmard'sche Gutsverwaltung auf Siemianowit) ber pflichtige Gutsherrschaft( gräfl. Hendel von Donnerssagte jedoch das ihr zustehende Drittel der Mehrausgabe ( 700 Mt.) mit der Begründung, daß der Aufwand für das Schulwesen sich bei dem Wachstum der Gemeinde ohnehin schon stetig vermehren würde. Die Gemeinde wollte nun das gutsherrliche Drittel aus eigenen Mitteln hergeben, hierzu gab indeß der Landrat nicht seine Bustimmung. Die lehrerfreundliche Gemeinde hielt trotzdem an ihrem Beschluß fest und zahlte wenigstens die ihr zustehenden zwei Drittel der Aufbessernng am 1. April d. J. Inzwischen wandte die Gemeinde sich an die Regierung mit dem Antrage, die beschlossene Aufbesserung im 8wangswege gegen die Gutsherrschaft durchzusehen. Die Regierung lehnte jedoch ein Einschreiten ab, weil der Provinzialrat erst fürzlich einen ähnlichen von ihr gestellten Antrag mit der Begründung zurückgewiesen hätte, daß die Regelung der Lehrerbesoldungsverhältnisse einen gewissen Abschluß gefunden habe, und eine Gehaltserhöhung jezt nur aus besonders dringenden Gründen in Frage kommen könne. Die Gemeinde hat nunmehr, um allen Weiterungen vorzubeugen, ihren Lehrern eine der Gehaltsaufbesserung entsprechende, widerruffliche Teuerungszulage aus eigenen Mitteln bewilligt. - auf den 5. oder 6. November festgesezt sein. Das Ge Die Italienfahrt des Kaisers soll vorläufig schwader wird aus der Hohenzollern", dem Panzerbestehen. freuzer Prinz Heinrich" und dem Torpedoboot, Sleipner" Zum deutsch- russischen Zwischenfall. Odessa, 26. August. Es verlautet, die„ Loreley" segelte von Nicolajew ab, ohne daß ihr Kapitän die vom russischen Kommandanten geforderte Genugthuung erlangt hat. Der ganze Sachverhalt ist der Admiraliwegen der willkürlichen Verhaftung deutscher Matrosen tät in Berlin und dem deutschen Botschafter in Peters burg telegraphirt worden. Die„ Loreley" kehrt direkt nach dem Bosporus zurück, anstatt, wie vorher festgesetzt war, in Odessa einen viertägigen Besuch abzuallen unparteiischen Augenzeugen des Zwischenfalles statten. Das Verhalten des Kommandanten wird von einstimmig gemißbilligt. Die Weigerung des PolizeiInspektors, dem Verhaftungsbefehl des Kommandanten nachzukommen, widerlegt die Behauptung, daß die Als Frohberg am anderen Worgen erwachte, hörte er noch Lenettes heißen Ton beim Abschied:" Burkard, Dein vornehmes Fräulein macht sich nichts aus Dir-! Mir aber, mir gehörst Du und ich lasse Dich nicht! Ich bleibe hier, frage nach mir im goldenen Engel- ich erwarte Dich!" Wie ihm das alles sofort die Stimmung verdarb. Ihm wurde plöglich klar, daß er um jeden Preis mit Lenette brechen mußte, sein Wort sollte sie ihm zurückgeben, mochte es tosten was es wolle. Nur seine thörichte Schwäche hatte ihn damals so unselig verstrickt, seine Schwäche und ihre Schlauheit. Und ießt, da sie ihn bei Nachod aus den Sterbenden heraussuchte, ihm das Leben rettete, ihn so treu pflegte-. Er war ein Undankbarer, ia! Aber hatte er sie gerufen? Hing sie sich nicht an ihn wie eine Slette? Nein! nein! frei wollte er sich machen, um jeden Preis! Um jeden? Auch um den der Wortbrüchigfeit? Joseph tam zu ihm herein und leistete ihm Gesellschaft beim Anziehen, machte sehr große Augen, als er Burkards Absicht, mit Lenette ein Ende zu machen, erfuhr. " Ich denke, Du bist wahnsinnig in fie verliebt?" fagte er ganz verdugt. Und dann lachte er aufrichtig beluftigt laut auf: " Wort gegeben? Hahaha! Welcher Mann hält einer Frau Wort, wenn er sie nicht mehr liebt? D, Du Pedant! Du Philister! Laß fie nur erst merken, daß Du so Nein, aber folch ein Mensch! Wieviel tausend derartige Versprechungen werden nicht alljährlich gebrochen? Und wenn Du zehnmal gesagt haft, Du giebst thr Dein Ehrenwort! Alle Wetter, vorläufig willst Du doch nicht heiraten? Und wenn Dich dazu die Lust später anwandelt, so läßt Du Dich doch nicht durch solche Narrheit binden? Diese Lenette! Nimm mir's nicht übel, Du hast mit offenen Starten ihr gegenüber gespielt-! Wer in aller Welt verspricht dieser Art Weibern denn überhaupt-? Wie konntest Du nur dazu tommen?" Ach! Burkard fonnte ihm nicht sagen wie elend er sich gefühlt mit seiner von Maria verschmähten Liebe. * 3wei Stunden später saß in der Gerichtsstube, dem grünen Tische gegenüber, die kleine Anzahl der Blutsverwandten, um das Testament des verstorbenen Grafen perlesen zu lassen. " Ich bin der einzig lebende, der zweitgeborene Sohn des Teftators! Ich habe mich ausgewiesen als den Erben des Majorats und mich in den Besiz desselben gesezt, teils mit Bustimmung der betreffenden Behörden und der Ritterschaft, teils aus eigenem Recht, bereit den Prozeß durchzuführen, den mein Namensvetter gegen mich angestrengt." ( Fortseßung folgt). Renate leiteten Tochter nachgeschleudert; er hatte seitdem nichts an den entsetzlichen Fluch, den der gater feiner irregemehr jprecorte zurudzunehmen jeine Prochent lei. vielleicht nie mehr die Macht aber Doktor Rulan glaubte nicht, daß Vielleicht würde er nie mehr - ein erichtternder Gebante! baren Die arme Renate war jene furchtbor Summer und Müdigkeit, und doch hatte ganz erschöpie für sie etwas mirtlichei doch zu tapfer Sie mußte den Schlagfluß als und sich in ihre Schmerz und Jammer so weit vergessen, garmers gegen ihren eieran bitterlich beleidigt gefühlt Die alte Frau hatte sich über Adams konnte für dieses Amt eben nicht in Betracht gedie Zeit ihrer Doheit anvertrauen könne, denn Frau Widerstreben ihrer Umgebung unangenehmes zu bereiten. und rücksichtsvoll, um durch zweckloses überlegen, wem sie ihren Ontel für Zorn des werden. erklären. Wäre sie eine gerechte Strafe des Himmels 311 ber Sitte thres Boltes spricht sie Jeben, felbst ben Staifer, mit"~" bamente. an, und das fleinen Liebling! schöne Frau mit dem goldenen Herzen, meinen damit er einst Dich und die Heiligen preise!" In seltenen Fällen wird Dich seiner. Lasse ihn auf Deinen Armen ruhen, gieb ihn dem Si lauert hinter ihm, um ihn in seine Krallen zu bekommen, darum hat die Farbe der Nacht, und wie süß ist sein Ruß! Aber der Böse Schmeicheln und Demüthigen versteht sie aus bem unSeine Augen sind glänzende Sterne, sein Haar weibe zum Küster. In die Bitte abgeschlagen. schnell geöffneten Kirche Die fromme Seele geht mit dem desigeunerPfarrherrn n dem Täufling etwas WeihMathin Nebelschleier, unb feine ihm oft die Ahne erzählt. men, um wie gewöhnlich zu betteln Doxte und Abends, bann hüllte sie sich in weiße wenn das weiße Schneetuch sie bedte, liebte er sie. geliebte Bußta, auf der er geboren, die seine Heimath war. recht, auch war es just nicht der Hunger, der ihn in das Gutshaus mit seinem silbernen Lichte übergoß, dann gehörte sie wieder ihm, bie finische Bhantasie bevölterte sie mit jenen Wichtelmännchen, von benen Einmal im Winter war er in bas Schloß eines Magnaten getomDennoch war sein Herz von einer unbestimmten Sehnsucht erfüllt. Weder im Parkwege, der Bart' perigheit max, noch in der Und tam die Nacht, da sie der Mond Bupta, unb er fonnte auftauchsen Ihm selbst gefiel das Gewerbe nicht Selbst bann, getrieben deutschen Seeleute sich unordentlich betragen hätten.| Dem Vernehmen nach mißbillige der Gouverneur von Nicolajew, an den das Verlangen des deutschen Kapitäns um Genugthuung zuerst gerichtet war, das Verhalten seines militärischen Kollegen und begünstige die Gewährung einer solchen. Ueber die Inhaftnahme der zwei Unter offiziere des deutschen Spezialschiffes Loreley" auf Veranlassung des stellvertretenden russischen Stadttommandanten in Nikolajeff erfahren wir noch, daß sie erfolgt ist, weil die beiden Unteroffiziere das für russische Mannschaften bestehende Verbot des Aufenthalts in einem Gartenlokale des Boulevards nicht gefannt haben und daselbst angetroffen worden sind. Dieses Verbot war dem Kommando der„ Loreley" durch die russischen Militärbehörden uicht bekannt gegeben. Die Entlassung der beiden Unteroffiziere aus der Haft hat am Morgen des folgenden Tages sofort stattgefunden. Der Gou verneur von Nikolajeff hat sein lebhaftes Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck gebracht. Generale hätten sie einstimmig Louis Botha als zu= fünftigen Führer der Buren bezeichnet. Zur Lage in Frankreich. Brest, 26. Aug. Herr de Coue, Leiter des Widerstandes in Ploudaniel, ist gestern Abend nach längerem Verhör vor dem Untersuchungsrichter verhaftet und ins Gefängnis abgeführt worden. Der Unterpräfekt hat vor dem Untersuchungsrichter die Erflärung abgegeben, daß eine ganze Reihe katholischer Priester sich an den Kundgebungen der Regierung beteiligt hat. Die Regierung hat dem Pfarrer von Plonse au wegen seiner Haltung während der Schließung der Ordensschulen das Gehalt entzogen. Der Pfarrer befand sich, als ihm die Ankunft der Truppen mitgeteilt wurde, gerade am Altare um die Messe zu lesen; er verließ sofort den Altar und ließ die Glocken läuten, um die Bevölkerung zum Wider stande aufzufordern. Paris, 26. Aug. Senator Trarieur sandte an seine Kollegen ein Schreiben, worin er denselben über - Der konservative preußische Landtags- die Anwendung des Vereinsgesetzes Aufflä abgeordnete v. Mendel Steinfels ist auf einer Dienst- rung gibt. Der Senator verteidigt die Regierung, reise in Bayern plößlich gestorben. indem er erklärt, daß die von derselben verfügten Maßregeln durch fanatische Klerikale veranlaßt worden seien, welche die Ordensschwestern gezwungen hätten, gegen ihren eigenen Willen sich in den Schulen zu verschanzen, um ihnen so Gelegenheit zu geben, antirepublikanische Kundgebungen zu veranstalten. - Stolz will ich den Venezolaner. Die venezolanische Regierung hat, wie aus New- York gemeldet wird, die Vorschläge Deutschlands, Frankreichs und Englands, betreffend die Blokade, abgelehnt und erhebt Einspruch gegen die Nichtanerkenneung der Blokade. Ein holländisches Schiff, das diese nicht beachtete, ist beschlagnahmt worden. Allgemeiner Deutscher Katholikentag. Mannheim, 26. Aug. Heute fand die Generalversammlung des katholischen Volksvereins statt. Dieselbe wurde um 92 Uhr in der Festhalle, welche bis auf den letzten Platz dicht besetzt war, eröffnet. Der erste Vorsigende, F. Brandts- München- Gladbach begrüßte die Versammlung, worauf der Generalsekretär Dr. Pieper- München- Gladbach auf Grund des gedruckt vorliegenden Materials den Jahresbericht erstattete. Der Volksverein zählte hiernach am 31. Dezember 1901 185,000 Mitglieder, am 30. Juni 1902 209,000 Mitglieder. Die Thätigkeit des Vereins erstreckt sich nach Baragraph 1 der Sagungen auf die Verteidig ung der christlichen Ordnung in der Gesellschaft, besonders in Bezug auf die Bedürfnisse der Jeßtzeit und auf systematisch apologetische Thätigkeit zur Abwehr der bisher sich immer mehr vermehrenden Angriffe. Außerdem werden die Ziele des Vereins erweitert und zwar zur Aufklärung über aktuelle soziale Fragen wie Schutz der Landwirtschaft Förderung der Handwerker, des faufmännischen und Arbeiterstandes. Der Volksverein hat im vorigen Jahr 1300 Versammlungen angemeldet, über 6 Millionen Druckschriften verteilt und 116 Arbeitervereine mit Schriften und auch mit Geld unterstüßt. Hierauf spricht Rechtsanwalt Trimborn Köln über die sozialen Aufgaben des Volksvereins und die Bedeutung desselben für das katholische Volt und empfiehlt allen Katholiken diese Organisation als Kristallisationspunkt des ganzen katholischen Lebens. Der Verein sei besonders wertvoll für das gesamte fatholische Deutschland, besonders jezt in dem überall auftretenden Wiederstreit der materiellen Interessen. Reichstagsabgeordneter Gröber- Heilbronn be= handelte ebenfalls die Aufgaben des Volksvereins, welche dem Verein aufgedrängt worden seien durch den Ansturm der Gegner. Es müßte noch so weit kommen, daß für jeden Kapuziner in der Kutte, welchen man in Deutschland den Ratholiten vorenthalte, der katholische Volfsverein zwei Kapuziner in der Kutte entgegen stelle. Als letter Redner sprach Buchdruckereiverwalter Hutter Freiburg i. B., welcher jedoch sehr schwer verständlich war. | Im Anschluß an die Versammlung des Volksvereins fand die zweite geschlossene General bersammlung des Deutschen Katholikentages statt. Es tamen zur Beratung die eingelaufenen Anträge zur römischen Frage, dem Vereins- und Missionswesen und Charitas. Die Anträge wurden angenommen. Mit Rücksicht auf die Thätigfeit des Gustav- Adolf- Vereins wurde ein Antrag genehmigt, welcher die fräftigere Unterstüßung des als Gegengewicht geltenden Bonifatiusvereins empfiehlt. Ein Antrag behufs Errichtung einer katholischen AnnoncenExpedition wurde zurückgezogen, da noch Aenderungen vorgenommen werden sollen. Von Oberbürgermeister Dr. Antony- Fulda und Justizrat Custodis- Köln ist ein Antrag gegen das Duellwesen eingelaufen, welcher über den Morgen beraten wird. In der zweiten öffentlichen Versammlung wurden die Danktelegramme des Kaisers und des Papstes verlesen. Bischof Dr. Ehrler spendete der Versammlung seinen Segen und verbreitete sich in einer Rede über die Rämpfe der fatt, olischen Kirche, deren jeder einzelne ein Sieg gewesen sei. Universitätsprofessor Dr. Braig- Freiburg sprach über das Verhältnis des fatholischen Glaubens zur wissenschaftlichen Forschung. Dr. Heinrich Graeßer- Frei burg verbreitete sich über den Wert und die Bedeutung der fatholischen Orden der Gegenwart, während Rechtsanwalt Dr. Feigenwinter- Basel sich über das Thema:" Ter Katholik und das moderne Erwerbsleben" verbreitete. Die Niederlande und der Dreibund. Wie die Post von unterrichteter Seite erfährt, ist an der aus dem Haag in Berlin verbreiteten Nachricht über Berhandlungen zwischen dem niederländischen Ministerpräsidenten Dr. Kuyper und dem deutschen Staatssekretär von Richthofen über einen Anschluß der Niederlande an den Dreibund fein wagres Wort. Auch die Meldung über die deutschen Absichten auf die Riomo- Insel ist unrichtig. Ohm Paul will abdanken? Man telegraphiert aus Brüssel: Die Konferenz zwischen den Burengeneralen und Krüger in Utrecht hat zu einem Verzicht Krügers auf seine Stelle als Haupt des Burenvoltes geführt. Bei einer späteren Zusammenkunft der Die„ Beruhigung“ der russischen Bauern. Aus Petersburg wird gemeldet: Behufs besserer Ueberwachung der ländlichen Bevölkerung wurde mittels faiserlicher Verordnung die Polizei im Gouvernement Boltawa durch vierundachtzig berittene Polizeiaufseher vermehrt. Sollen diese den Hunger der russischen Bauern stillen? Sigel's Leichenfeier war, wie die„ Frankf. 3tg." aus New- York meldet, eine große Trauerdemonstration. Zahlreiche Achtundvierziger und Kampfgenossen vom Bürgerkriege hatten sich eingefunden. Die Turnvereinshalle, der Ort der Trauerfeier, war bon immensen Menschenmassen umlagert, von denen Tausende das Geleite zum Grabe in Woodrawn gaben. Die Bundesregierung stellte mehrere Ehrenkompagnien. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Kontrolle der Bahnsteigkarten. Da es vorge kommen ist, daß mit Bahnsteigfarten Mißbrauch getrieben wurde, hat der Minister vor einiger Zeit eine verschärfte Kontrolle angeordnet und den Eisenbahndirektionen anheimgegeben, Maßregeln zu treffen, die einen Mißbrauch der Bahnsteigkarten ausschließen. Es wurden darauf die Schaffner mit Datumzangen versehen, sodaß auch die Bahnsteigkarten, wenn der Schaffner sie gelocht hatte, das Datum aufwiesen, und die Giltigkeit der Karten auf den Kalendertag beschränkt war, an dem sie entwertet wurden. Nur die kurz vor Mitternacht in der Zeit zwischen 11 und 12 Uhr Abends zum Betreten des Bahnsteigs entwerteten Karten gelten zum Wiederverlassen des Bahnsteigs auch am folgenden Tage, werden aber durch zweimalige Lochung besonders gekennzeichnet. Neben diesen Beſtimmungen, die der Minister vorschlug und die von den meisten Eisenbahndirektionen eingeführt wurden, ist auch vorgeschlagen worden, die Gültigkeit der Bahnsteigfarten nur auf etwa eine bis zwei Stunden zu beschränken, da diese ja für den Zweck des Begleitens und Abholens vollkommen ausreiche. Damit hat jetzt, wie die Schles. 8tg." mitteilt, die Eisenbahndirefion Kattowiß einen Versuch gemacht, und zwar in dem das oberschlesische Industriegebiet umfassenden Bezirk Kattowiz. Die Bahnsteig karten haben hierbei einen anderen Aufdruck erhalten. Es sind ähnlich wie bei den Fahrscheinen der Straßenbahnen die geraden Stundenzahlen des Tages angegeben. Der Bahnsteigschaffner durchlocht die nächstliegende gerade Stundenzahl, bis zu der man sich in den abgesperrten Teilen des Bahnhofs aufhalten darf. Man hat danach mindestens den Anspruch auf einen einstündigen mindestens Aufenthalt auf dem Bahnsteig. Wer also z. B. um 10 Uhr eine Karte löst, dem wird die Stundenzahl 12 gelocht, er darf sich also zwei Stunden innerhalb der abgesperrten Räume aufhalten. Löst Jemand aber die Karte nach 11 Uhr, so wird nicht mehr das Stundenzeichen 12 gelocht, da bis dahin die Mindestzeit einer Stunde nicht eingehalten werden kann, sondern 2 Uhr, sodaß die Karte also gegen 3 Stunden Gültig feit hat. ** Die Handelskammer Mainz hat den demnächstigen 3usammentritt des hessischen Handelsfammertages bei den Handelskammern des Groß herzogtums beantragt, um wegen der Neuordnung des gesamten hesssschen Handelskammerwesens auf Grund des neuen Handelskammergesetzes in gemeinsame Beratung zu treten. Auch soll bei dieser Gelegenheit gemeinsam zur Schaffung einer Reichsbank- Huuptstelle für meinsam zur Schaffung einer Reichsbank- Huuptstelle für Hessen in Mainz Stellung genommen werden. Die Handelskammer Offenbach hat ihrerseits eine erneute Handelskammer Offenbach hat ihrerseits eine erneute gemeinsame Stellungnahme in der Zolltariffrage unter gemeinsame Stellungnahme in der Zolltariffrage unter Berücksichtigung der Beschlüsse erster Lesung in Vorschlag gebracht, ebenso eine gemeinsame Beratung der Frage der in Aussicht stehenden Verkürzung der Arbeitszeit und Verlängerung der Mittagspause für Arbeiterinnen über 16 Jahren. Einer Anregung der Handelskammer Bingen entsprechend soll auch über der Regierung zu unterbreitende Vorschläge zur Schaffung von Lehrkursen für Lehrer an den faufmännischen Fortbildungsschulen des Großherzogtums beraten werden. Warnung für Geschäftsleute. Bei Anknüpfung neuer Geschäftsverbindungen mit England ist augenblicklich besondere Vorsicht geboten, da die sogenannten Schlittenfahrer wieder an der Arbeit sind und es in erster Linie auf die deutsche Geschäftswelt abgesehen zu haben scheinen. Jedenfalls ziehe man bei Bestellungen von unbekannten Firmen stets vor Absendung der Ware genaueste Erfundigungen ein und lasse sich auch nicht durch die vielfach als Bezahlung mitgesandten Chefs auf irgend eine englische Bank beirren. ( Privatt legramm). ** Die heutige Zichung der 6. Klasse der Hess. Landeslotterie ergab folgende Gewinne: Je 10 000 auf 22 157( Mainz), 25 337( Langen.) Je 5000 auf 6481( Offenbach), 7837( Mainz), 22 189( Mainz). Je 3000 auf 3974, 11 476, 15 797, 16 185, ** Gu gewann ein ** Ob man fidh m anftalt f errichten. diefer Ang gehalten außerfebe Ober- Ha worden. lich auf Versicheru Schießen, halten hab werden. ** Gr fischer Luft Nähe unje fie zu wif Inftituten Hörbden, apparate gleitfchreibe wird der F ( oszulaffen ändern, dar berpacken u Versailles nung bon 19 166, 28 699, 32 788, 34 589, 35 820, 36 763, 39 448, 40 148, 46 065, 50140, 50 847. Je 2000 auf 808, 1846, 4648, 5682, 7093, 7920, 10 438, 14 374, 19 905, 20 611, 21 048, 21 283, 22 984, 31527, 31543, 33301, 36 804, 36 825, 37 347, 38 030, 41 188, 42 827, 44 232, 47 270, 48 379, 49 681, 50 656 und 51 386. ** Hausverkans. Das den Limberts Erben am Ende des Asterwegs gehörige Haus ist, gutem Vernehmen nach, in die Hände des Herrn Dr. Stammler übergegangen. ** Unser Magistrats- Assessor, Herr Regierungs- Assessor Schlosser verläßt am 1. Ditober unsere Stadt; er wird in Elberfeld das ihm übertragene Amt eines besoldeten Assessors an der Stadtverwaltung Elberfeld übernehmen. Wir wünschen dem scheidenden Herrn dort eine segensreiche Thätigkeit. Der Nachfolger des Herrn Schlosser, Herr Regierungsassessor Kurschmann tritt dann gleich am tischen Verwaltung ein. Es besteht die Absicht, Herrn Kursch1. Oftober als besoldeter Magistrats assessor in unserer städmann nach ungefähr 2 jähriger Probezeit als Beigeordneten zu ernennen. ** Ueber ein Revolverattentat, das gestern Abend ein Offfzter im Koupee auf Herrn Dr. med. Reine= wald gemacht haben soll, fursieren vielfach falsche Gerüchte. Herr Dr. Reinewald war so gütig, uns den Sachverhalt selbst mitzuteilen: Er fuhr in einem Abteil eines von Frankfurt kommenden Zuges mit einem Feuerwerksoffizier. Der Offizier sah Herrn einen Revolver und bedrohte ihn damit. Herr Dr. R. sah Dr. R. eine Zeit lang starr an, schließlich ergriff er sofort, daß er einen Geisteskranken vor sich habe; hätte er versucht, dem Offizier in den Arm zu fallen und sich seiner zu erwehren, so hätte dieser sicher auf ihn geschossen. So that er das einzig richtige, was er in seiner Lage thun konnte, flüchtete in ein Nachbarabteil und zog die Notbremse. Auch die Eisenbahnbeamten wurden von dem Geisteskranken bedroht. Es stellte sich heraus, daß er aus Hanau tam, am Verfolgungswahnsinn litt und auch Herrn Dr. R. für einen Verfolger gehalten hatte. Ein Offizier, der ihm hier auf Station Gießen die Waffe abnehmen wollte, hatte damit feinen Erfolg. Erst Herrn Major Morneweg, den man herbeirief, gelang dies. Der Kranke wurde darauf nach der psychiatrischen Klinik verbracht großen Schwierigkeiten, denn auch dabei wehrte er sich, wie ein Verzweifelter. Ein hübsches Radlerlied, nach der Glocke" gedichtet, veröffentlicht eine Frauenzeitschrife für" Turner. Hier eine Probe: Wohlthätig ist das Radeln nur So lange vom Rennen keine Spur; Und was man dann zurückgelegt, Das danft man seinem Rad bewegt. Doch furchtbar wird der Radler dort, Wo er verführt wird zum Rekord, Einherrast auf der eignen Spur Wie eine überdrehte Uhr! Wehe, wenn er losgelassen, Jagend wie auf wiider Flucht Durch der Rennbahn lange Gassen Raset mit gewalt'ger Wucht! Kochend wie aus Ofens Rachen Glüh'n die Köpfe; Felgen krachen, Schrauben fliegen, Speichen schwirren. Reifen plagen, Ketten klirren, Reifen fnacksen In den Achsen, Alles rennet, jaget, trampelt, Wie verrückt wird hier geftrampelt. Aus Heffen und Nachbargebieten. ** In Gambach wurde die Einquartierung( 115 er) abgesagt, weil in dem Orte einige Scharlacherfrankungen vorgekommen sind. ** * Assenheim, 25. Aug. Bei der Wittwe Thomas hier waren mehrere fremde Arbeiter zur Aushülfe bei den Erntearbeiten beschäftigt. Einer da: von fing am Samstag aus nichtiger Ursache Krawall an und wurde daraufhin entlassen. Am Abend fand man, daß einer wertvollen Kuh im Thomaschen Stall ein Strich am Guter abgeschnitten worden war. In der Nacht verkalbte dann die hochträchtige Kuh. Es ist kauni anders anzunehmen, als daß der entlassene Knecht der Thäter war. Er ist denn auch durch die Gensdarmerie von Friedberg noch in derselben Nacht in einem Strohhaufen ausfindig gemacht und verhaftet worden. ** Höchst a. M., 25. Aug. In der hiesigen katholischen Kirche fand gestern ein barmherziger Bruder die Bei che eines neugeborenen Kindes. ** Cronberg, 25. Aug. Auf der Cronberger Bahn fiel gestern Abend zwischen Niederhöchstadt und Eschborn der 33 Jahre alte verheiratete Schaffner Heinrich Wilhelmi vom Trittbrett und brach das Genid. Der Tod trat sofort ein. ( Brivatteleg Münd rechten f 6 Berfoner Perfon blie bung follen 30 Zürich, Militärballon, Lufifchifferabteil Nähe von Fr Bu verr 2. Stod, 4-5 Bubebor per gleid bermieten. Gine schöne S wohnung ber zu bermie ten. Bei Anknüpfung England ist augen , da die sogenannten rbeit sind und es in efchäftswelt abgejeben ziehe man bei Beftets vor Absendung en ein und lasse sich ahlung mitgesandten nf beirren. n). 6. Klasse der heif. ne: , 25 337( Langen.) ), 7837( Mainz), ** Guntersblum, 25. Aug. Ein hiesiges Dienstmädchen gewann ein Achtel von 40,000 mt. ** Ober- Hambach, 24. Auguft. Schon lange hat man sich mit der Aufgabe befaßt, eine Lungenheilanstalt für weibliche Personen in Hessen zu errichten. Der Heilstätten- Verein f. d. G. H. hat in dieser Angelegenheit Suche nach einem geeigneten Plazze gehalten und waren Winterkasten und Ober- Hambach ausersehen. Diese Woche iſt nun der Plaz hier in 40 Morgen Gelände, angekauft Ober- Hambach, ca. worden. Der Preis stellt sich pro Morgen durchschnittlich auf 800 mt. Wie man hört, soll die InvalidenVersicherungsanstalt ein bedeutendes Kapital zuschießen, und sich für ihre Kranken 50 Betten vorbehalten haben. Die Anstalt soll zu 120 Betten gebaut werden. ** Erbach bei Camberg, 22. August. Ein franzöfischer Luftballon kleinen stalibers ging gestern in der Nähe unseres Dorfes nieder. Es ist ein Ballon, wie sie zu wissenschaftlichen Zwecken von meteorologischen Instituten aufgelassen werden, versehen mit einem Störbchen, in welchem sich selbstthätige Aufzeichnungsapparate und eine Kontrolluhr befanden, sowie ein Begleitschreiben in französischer Sprache. In derselben wird der Finder des Ballons gebeten, die kleine Gondel loszulassen ohne an den Registrirapparaten etwas zu ändern, dann alles in einem Holzkasten vorsichtig zu berpacken und an das Observatorium in Trappes bei Bersailles zu schicken. Der Finder erhält eine Belohnung von 10 Francs. Neueste Nachrichten. ( Privattelegramm der„ Gießener Neuesten Nachrichten".) München, 26. Aug. Bei dem Einsturz des rechten Pfeilers der Corneliusbrücke wurden 6 Personen schwer und 18 leicht verlegt. Eine Person blieb sogleich tot. Nach einer anderrn Melbung sollen 30 verunglückt sein. 6, 15797, 16185, 820, 36 763, 39 448, 8, 5682, 7093, 7920, 1048, 21 283, 22 984, 5825, 37 347, 38 030, 8379, 49 681, 50 656 berts Erben am Ende gutem Bernehmen nach, mmler übergegangen. err Regierungs- Affeffor unsere Stadt; er wird nt eines befoldeten Elberfeld übernehmen. dort eine segensreiche Derrn Schloffer, Herr ritt dann gleich am ffeffor in unserer städAbsicht, Herrn Kurichzeit als Beigeordneten das gestern Abend Dr. med. Reine vielfach falsche Ge■ gütig, uns den uhr in einem AbBuges mit einem ffizier sah Herrn ließlich ergriff er it. Herr Dr. R. fah or fich habe; hätte er zu fallen und sich ficher auf ihn ge richtige, was er in En ein Nachbarabteil Eisenbahnbeamten bedroht. Es stellte 1, am Verfolgungs R. für einen Verder ihm hier auf en wollte, hatte da jor Mocneweg, den Franke wurde darauf verbracht dabei wehrte er sich - unter ed, nach der„ Glode eitschrife für Turner. 1 nur ne Spur; gelegt, 6 bewegt. adler dort, Reford, Spur Lucht e Gaffen ht!- Rachen fliegen, rren, mpelt, geftrampelt.. achbargebieten Ginquartierung( 115 einige Scharlager Find. Zürich, 27. Aug. Auf den in Bern aufgestiegenen Militärballon, in welchem sich der Chef der schweizerischen Luftschifferabteilung. Oberst Schaeck befand, wurden in der Nähe von Freiburg in der Schweiz mehrere Flinten= Bei der Wittwe re fremde Arbeiter zu beschäftigt. Einer d ichtiger Urfache Krawall affen. Am Abend fand Kuh im Thomasdhen geschnitten worden war ie hochträchtige Kuh. G als daß der entlassene denn auch durch die och in derselben Nacht gemacht und verhafte ug. In der hiefigen tern ein barmherziger geborenen Kindes. uf der Cronberger Bahn Niederhöchstadt und Gi ratete Schaffner Heinri und brad das Benid Zu vermieten: CE schüsse abgegeben. Nur durch rasches Auswerfen von Ballast fonnten sich die Luftschiffer retten. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. London, 27. Aug. Private Meldungen aus Curacao bestätigen, daß die Stadt Tiudad del Bolivar zwei Tage lang beschossen wurde und daß zahlreiche Personen getödtet worden sind. Revolutionäre wie Regierungstruppen haben sich schwere Ausschreitungen zu Schulden kommen lassen. 3000 englische Einwohner fordern zu ihrem Schuße die Entsendung eines englischen Kriegsschiffes. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammerfihung. Gießen, 26. August. Den Vorsiz führte Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich. Otto Kretschmar und sein Freund Friedrich Gremmelmaier, beide in Gießen, bekamen in der Josef Stein schen Wirtschaft am Aſterweg Streit mit einem fremden Sattler, der mit Schimpfworten begann und mit einer solennen Keilerei endigte. Hierbei erhielt der Sattler ganz erhebliche Verlegungen, die mit einem Hausschlüssel herbeigeführt worden sein sollen. Kretschmar erhält 4 Monate 1 Woche, der Kremmelmaier 2 Monate Gefängnis. Der wegen Diebstahls, Unterschlagung und ähnlichen Delikten ſehr oft vorbestrafte Hausbursche Georg Schmidt aus Frankfurt ist wiederum des Diebstahls angeklagt. Er hat dem hiesigen Gastwirt Karle Bier entwendet und verkauft, außerdem verschiedene Beträge, die er für Karle vereinnahmt hatte, unterschlagen, sodann einem anderen Mann 3.50 Mt. unterschlagen und dem Gastwirt Karle Kleidungsstücke im Betrage von etwa 14 Mt. gestohlen. Er behauptete u. a. die Biere verantwortlich in Verwahrung gehabt zu haben; deshalb sei er nicht strafbar, sondern blos erfaßpflichtig. Eine Das Gericht erkennt auf 4 Monate Gefängnis. Berufungssache des Konrad Fischer aus Gießen, der vom Schöffengericht wegen Diebstahls verurteilt worden war, Der 13 Jahre alte Schüler Wilhelm wird verworfen. Loß ist des Diebstahls angeklagt. Er hat im Hofe des Korpshauses der Teutonia mehrere Tauben entwendet, die dem Korpsdiener Müller gehören. Der Staatsanwalts beantragt mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Objekts und die Jugend des Angeklagten 3 Tage Gefängnis. - WEITE WELT ( Wochenausgabe der Zeitschrift: ,, Vom Fels zum Meer"). Von modernem Geist erfüllt und mit modernem Geschmad ausgestattet, frei von tendenziöser Engherzigkeit, ohne indessen die Grenzen der guten Sitte zu überschreiten, ist„ Die Weite Welt" ein vornehmes Familienblatt, das dem Büchertisch jedes gebildeten deutschen Hauses zur Zierde gereicht. Dem Bedürfniß der Familie entsprechend, legt„ Die Weite Welt" das Schwergewicht auf reichhaltige und anregende Unterhaltungslektüre. 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Er soll auf der Strecke Lauterbach- Grebenhain die Bahn durch seinen mit Kühen bespannten Wagen dadurch gefährdet zu haben, daß er den dort gehenden Bug durch Fahren auf den Schienen, noch gerade zur richtigen Beit, zum Halten brachte Der Angeklagte behauptet, gar nicht gewußt zu haben, daß in dieser Gegend eine Bahn gehe.(!) Der Staatsanwalt beantragt mit Rücksicht auf die große Steigung der Bahn, die eine eigentliche Gefährdung nicht zuläßt, Freisprechung. Das Gericht beschließt demgemäß. Der Joh. Jakob aus Reinhartshain war vom Schöffengericht Grünberg wegen Beleidigung, die er gegen Joh. Brück ausgesprochen haben soll- dieser habe Obstbäume abgeschnitten cte. freigesprochen worden. Die hiergegen eingelegte Berufung erbrachte abermals Freiſprechung. Zum Schluß kommt die Sache Funt gegen Bo in Fischborn zur Beratung. Das Schöffengericht in Lauterbach hatte den Boß, den Georg Bing und den Karl Ortstadt ebenfalls von Fischborn von der Anklage der Beleidigung freigesprochen. Sie sollten dem jungen Funk grobe Ausdrücke wie Krüppel, Judenjunge etc. an den Stopf geworfen, auch nach ihm gespieen haben. Nach längerer Beratung, wobei 20 Beugen vernommen wurden, verkündete das Gericht das Urteil. Es lautet für jeden der Angeklagten auf 1 Woche Gefängnis und zwar deshalb, weil der Beleidigte ein förperlich sehr armer Mensch ist, den zu beleidigen, eine ungewöhnliche Rohheit ist und weil bei Er fennung auf Geldstrafe die Eltern die Strafen zu erleiden haben und nicht die eigentlichen Uebelthäter. - - Gestorbene. Am 26. August: Marie Wallenfels, geb. Vogt, 70 Jahre alt, Witwe des Färbereibesizers August Wallenfells dahier. Am 26. August: Karl Schwaab, 48 Jahre. alt, Kaufmann dahier. Kirchweihfest zu Allendorf a. Lahn. ( Der Ort liegt 15 Minuten von der Bahnstation Dutenhofen.) Sonntag den 31. August u. Montag den 1. Sept. Gutbesetzte Tanzmusik wozu freundlichst einladet Der Festwirt H. Hörr, Zum grünen Grund. Montag Abend den 1. September großes Feuerwerk. 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Für Stallungen in der Nähe des Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Huha dahier wenden. Auskunft über sonstige Marftangelegenheiten erteilt Herr Weinhändler August Schwan dahier. Mit dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden mit einem großen Piano- Orchestrion nebst schöner elektrischer Beleuchtung. 100 Mart Demjenigen. der mir nachweist, daß diese zwei Werke nicht verbunden, für welche 1565 Mk. zur Verfügung stehen. Der Prämii ungsp'an ist von Herrn Oekonomierat Schlenke Hardthof bei Gießen zu erbitten. Die Preisverteilung erfolgt im Anschluß an die Prämiierung um 122 Uhr. Omnibusverbindung von dem Bahnhof nach dem Marktplaß und zurück Am 11. September, nachmittags 2 Uhr findet in der Turnhalle der Stadtknabenschule ei e Verloosung statt von Pferden, Wagen, landwirtschaftlichen Maschinen und Gerätschaften, Hausha'tungs- und Gebrauchsgegenständen. 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