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Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werftagen nachmittags. Samstag, den 25. Oktober 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 0 resp. 40 Pfg. Postzeiturgeliste No. 3032. Redaktion und Erredition: Gießen Neuenweg 28. Fonsprochenschluß Mr, 362. Neuelle Nachrichten effe ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Sihung der Stadtverordneten. Gießen, 23. Oktober. ( Fortsetzung.) Eine Beschwerde von Jean Dern u. Co. worin diese Firma behauptet, daß bei der Vergebung der Röhrenlieferung für die Entwässerung des Provinzial Sichenhauses nicht sachliche Gründe maßgebend gewesen feien, wird von der Versammlung als unbegründet erklärt, nachdem Bürgermeister Mecum eingehend darlegt wie so es gekommen, daß die Lieferung an ein Frankfurter Haus und nicht an Jean Dern u. Co. übertragen wurde.- Stadtverordner Haubach bemerkt, daß die schwere Anklage, welche die Firma Jean Dern u. Co. gegen die Mitglieder der BauDeputation in ihrer Beschwerde erhebt, indem sie dieser unterschiebt, daß bei der Lieferungs- Vergebung irgendwelcher Art nicht streng sachlich verfahren würde seinerseits, ganz entschieden zurückgewiesen werden müſſe. Dem Anschluß des Lagerplatzes für die Sielbauten an das Fernsprechnetz stimmt die Versammlung zu. Die Fl. Mt. 1.80, 2,4 3.-, 4-, 5-, flasche Mt. 1,80 2- Teinige Niederlagen bei: r. Adami, Mäusburg Friesleben, Bahnhofft Fellof II., Aliceftraße, Möser, Seltersweg, g. 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Bei einer stattgehabten Submission der Uebernahme vom - Fuhrwesen der Stadt Gießen ist der Lohnkutscher Junker der billigste für das Fahren der Kehrmaschinen und auch der Gießfässer und der Fuhrherr Beinborn der Mindestfordernde für die Bespannung der Kehrichtabfuhrwagen. Die Baudeputation schlägt vor, diesen die Lieferung der Gespanne zu übertragen. | - Die Wirtschafts- Erlaubnis wird durch Bejahung der Bedürfnisfrage befürwortet. 1. Karl List für Schiffenbergerweg 58( Uebergang), 2. Ph. Senkler für Rheinischen Hof( Frankfurterstraße), 3. Louis Wichard, Hammstraße 14,( Logiswirtschaft). Ein Antrag von Friedr. Schäfer, dem Neustadt 1, Stehbierhalle, der Bierausschank bewilligt ist, ihm auch den Branntweinausschank zu gestatten, hat zu mehreren Malen die Versammlung beschäftigt und liegt erneut vor. Die Bedürfnisfrage ist stets verneint worden und wird auch dieses Mal verneint. Damit ist die öffentliche Sigung beendet. Schöffengericht. nicht schaffen. Bürgermeister Mecum empfiehlt den Ver-| schäftsführung für die Gemeinde- Strankenkasse( unftändige trägen wegen der Vergebung des städtischen Fuhrwerks die Arbeiten) übernimmt. Klausel hinzuzufügen, daß die Uebertragung der Fuhren an andere Fuhrleute durch den vertragschließenden Fuhrmann nur mit Zustimmung der Bürgermeisterei erfolgen darf, worauf der Antrag der Bau- Deputation angenommen wird. Ueber das Projekt eines hessischen Städtebund- Theaters referiert Bürgermeister Mecum etwa wie folgt: Nachdem das auf dem Kurhessischen Städtetag behandelte Projekt eines Städtebund- Theaters für Kurhessen sich nicht verwirklicht hat, ist von der Stadt Marburg der städtischen Verwaltung Gießens nahe gelegt worden, eine Theater- Vereinigung für Gießens nahe gelegt worden, eine Theater- Vereinigung für Gießen, Marburg und Bad Nauheim zu begründen. Man denkt sich die Sache so, daß für beide Schwester- Universitätsstädte ein Theater- Ensemble verpflichtet oder angagiert wird, das in der Woche etwa 3 Mal in Gießen und 2 Mal in Marburg spielt. Vielleicht ließe sich auch erreichen, daß die angagierten Künstler im Sommer im Kurtheater in Bad- Nauheim Vorstellungen geben. Selbstverständlich dürfen die materiellen Unterstüßungen, welche die Stadt Gießen dem Theater heute schon aus allgemeinen Mitteln giebt durch die geplante Union nicht höher werden. In Marburg hat sich in letter Zeit ähnlich wie bei uns der Theater- Verein eine Vereinigung gebildet, welcher für die angestrebte TheaterUnion eintritt. Eine fünfgliedrige Kommission für die Stadt Marburg gebildet ist bereit die ganze Frage zu beraten und wird von der Finanzdeputation vorge schlagen, daß die Versammlung eine ebensolche Kommission wählt, welche gemeinsam mit der Marburger Kommission die Frage weiter behandelt, um zu greifbaren Vorschlägen für beide städtischen Verwaltungen zu kommen. Die Versammlung stimmt denn zu und wählt zu kommissions- Mitgliedern Beigeordneten Georgi, die Stadtverordneten Ha u bach, Heichelheim und Kirch, sowie den Vorsitzenden des Theater: - Der Bürgermeister teilt Vereins Prof. Fromme. der Versammlung mit, daß er infolge eines Antrages des Kollegen Krumm in eine der Sparkassensizungen erreicht habe, daß | der Zinsfuß der Spar- und Leihkasse auf 3 Proz. für Einlagen und 48 Proz. für Darlehn herabgesetzt worden ist. Er hätte gern den letzten Satz entsprechend dem Stande des Geldmarktes auf 4 Proz. durchgesetzt, aber dies sei nicht zu erreichen gewesen. Hieran knüpft sich eine überaus lebhafte Debatte auf die roir später zurückkommen. Ein Antrag der Ortsgruppe Gießen der deutschnationalen HandlungsgehilfenVerbandes durch ein Ortsstatut die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe für den Kleinhandel bis 12 Uhr Mittags und an Ausnahmstagen nur 3 Sonntage vor Weihnachten länger zu zulassen, für den Großhandelsverkehr Sonntagsarbeit aber überhaupt zu verbieten, wird abgelehnt. Stadtverordneter Hanau wünsche, daß bei lebertragung der Gespanne schärfere Vertragsbestimmungen als bisher aufgestellt und normiert werden. Der feitherige Unternehmer Fuhrherr Herzberger habe die Stadt einfach sitzen lassen, wenn er mit seinen Pferden anderweit besser lohnende Beschäftigung gefunden. Er hat dann die städtischen Fuhren durch andere Fuhrleute machen lassen. Das dürfe man nicht dulden. Könne der Vertragsschließende mit seinen eigenen Gespannen die Fuhren der Stadt nicht besorgen, es können ja derartige Fälle eintreten, dann müsse es der Stadt überlassen bleiben, Ersatz zu schaffen. Bürgermeister Mecum ist der Ansicht, dies Verlangen des Kollegen Hanau, daß der Unternehmer, der mit der Stadt Vertrag schließt, nun auch unter allen Umständen mit seinen eigenen Gespannen die Fuhren besorgen müsse, fönne man nicht gut heißen. Beigeordneter Georgi pflichtete der Ansicht Hanau's bei Herzberger habe eine Zeitlang seine guten schweren und zugfesten Pferde anderweit beschäftigt und das städtische Fuhrwerk mit minder zugkräftigen fremden Gespannen besorgen lassen und dagegen müsse die Stadt sich schützen. Die Stadtverordneten Loeber u. Helfrich sind der Ansicht des Bürgermeisters. Stadtverordneter Kirch erklärt, er sei nicht damit einverstanden, daß man bei Vergebung des städtischen Fuhrwesens dem Mindestfordernden den Zuschlag erteile, ohne dabei das Pferdematerial zu berücksichtigen über das der betreffende Unternehmer verfügt. Ob man gut thue dem Lohnkutscher Junker, der in seinen Stallungen nur leichte Chaisen- oder Droschkenpferde stehen habe das Fahren der schweren Kehrmaschine und der Gießfäffer zu über- Invaliditäts- Versicherung an die Orts- Krankenkasse, tragen bezweifele er, es sei doch nicht gut anzunehmen, daß Junker sich für dies Fuhrwerk extra Pferde anschaffe. Man habe ja früher schlechte Erfahrungen gemacht mit den billigen städtischen Fuhren und er glaube, daß es jetzt nicht anders kommen werde. Stadtverordneter Schmall erklärt, er habe zu Junker das Vertrauen, daß dieser seine Schuldigkeit voll und ganz der Stadt gegenüber thun werde, wo fomme man denn dahin, wenn man bei der Gespann- Vergebung, nach den vom Stadtverordneten Kirch angeführten Grundsäßen verfahren parf. Schmall meint, und einen solchen wollen wir doch Das vor 3 Jahren zur Probe eingeführte Ortsstatut behufs Prüfung der Bedürfnisfrage auch bei der Errichtung von Schanfstellen für Bier läuft, da es nur auf 3 Jahre in Kraft gesetzt worden ist, am 11. Dezember d. J. ab. Der Bürgermeister teilt mit, daß nach den Zahlen des Jahres 1898 in Gießen auf 99 Einwohner eine Schankstelle kam, damals bestand die Prüfung der Bedürfnisfrage nur für den Branntwein- Ausschank, nicht für Bier. Seitdem durch Ortsstatut hierin Wandel geschafft, haben sich die Wirtschaften zwar von 238 auf 246 vermehrt, aber das Verhältnis pro Kopf der Bevölkerung stellt sich jetzt auf je 1 Schankstelle 106 Einwohner. Es wird daher vorgeschlagen, das Ortsstatut betr. die Bedürfnisfrage nicht ablaufen zu lassen, sondern dasselbe für dauernd zu erklären. Demgemäß wird auch beschlossen. Die Uebertragung der Geschäfte der soweit sie bisher von der Bürgermeisterei versehen wird, ( Kleben für Dienstboten, Mitglieder der Hilfskassen) wird auf Antrag des Vorstandes der Ortsfrankenkasse dieser unter der Bedingung übertragen, daß dieselbe hierfür niemals einen städtischen Zuschuß verlangt, sondern sich mit den von der Versicherung gewährten Rabatt von 6 Proz. auf den Betrag der verwendeten Marken begnügt, daß ferner die Ortskrankenkasse das Ginziehungsgeschäft der Versicherungsbeiträge von den Ginziehungsgeschäft der Versicherungsbeiträge von den Bahlungspflichtigen genau in der Weise einziehen läßt, daß weiter die Ortsfrankenkasse gleichzeitig die Ge- - Gießen, 24. Oftober. Den Vorsiz führt Amtsgerichtsrat Gebhardt, als Schöffen fungieren: Philipp Launsbach VIII. von Reiskirchen und Friedrich Amend I. von Allendorf a. d. Lahn; als Vertreter der Staatsanwaltschaft Amtsanwalt Weiß. Aus der Untersuchungshaft wird vorgeführt der Knecht Max Ludwig Bettelns. Er ist u. a. geständig, in der Nähe von Gießen bon Pößneck, angeflagt wegen Diebstahls, Landstreicherei und in ein Haus eingeschlichen zu sein, woselbst er nachts im Keller logierte. Als er sich am folgenden Morgen entfernen wollte, entdeckte er im Hause einen zugänglichen Spezereiladen und entnahm aus der unverschlossenen Ladenkasse den Betrag von 42 Mart. Durch eine Hinterthüre will er unbemerkt entkommen sein. Der Angeklagte kann das betreffende Dorf nicht mehr nennen. In Friedberg hatte sich der Angeklagte Nachts in einem Stalle Unterkunft verschafft und beim Verlassen des Lagers wurde derselbe von einem Schußmann entdeckt. Der Bestohlene ist nicht ermittelt worden. Urteil: wegen Diebstahls 2 Wochen Gefängnis, wegen Lardstreicherei und Bettelns 2 Wochen Haft, welche Strafen als durch die Untersuchungshaft Wegen einer weiteren Strafthat verbüßt gelten. wird der Angeklagte von neuem in Haft genommen. zwei Beschuldigte, die gegen Strafbefehle Ginspruch erhoben hatten, ziehen die Einsprüche zurück. Spezereihändler Heinrich Weiner von Daubringen berfolgte seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl, in welchem ihm zur Last gelegt war, bei einer Revision im Besitze von Gewichten gewesen zu sein, die die vorschriftsmäßige Schwere und Aichung nicht hatten. Das Urteil lautet auf 25 Mr. Geldstrafe und die Kosten.- Der Händler Ludwig Hinterlang in Gießen hatte mit dem Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Ruhestörung insofern Erfolg, als das Urteil die Strafe auf 2 Mark ermäßigte. Der schon wegen Diebstahls 2c. vorbesfrufte Knecht Konrad Greulich zu Gießen ist abermals wegen Diebstahls angeklagt. Er soll einem anderen Knecht eine Beitsche entwendet haben, leugnet jedoch. Durch die Beweisaufnahme überführt, erhält er 5 Tage Gefängnis und darf die Kosten tragen. Der Weißbinder Louis Petri V. von Gießen ist angeflagt wegen Betrug. Er will unschuldig sein, wird aber gleichfalls durch die Beweisaufnahme eines Anderen belehrt. Urteil: 10 Tage Gefängnis und Tragung der Kosten. Den Schluß bilden 4 Privatflagen wegen Beleidigung. - Aus Heffen und Nachbargebieten. ** Marburg, 22. Oft. Die theologische Fakultät zählt am Anfang des Wintersemesters 6 ordentliche und 1 außerordentliche Professoren sowie 2 Privatdozenten. Die juristische Fakultät zählt 6 ordentliche Professoren, 1 außerordentlichen und 2 Privatdozenten. Die medizinische Fakultät zählt 12 ordentliche Professoren, 4 außerordentliche und 8 Privatdozenten, sowie 1 Zahnarzt Die philosophische Fakultät zählt 25 ordentliche, 9 außerordentliche Professoren und 13 Privatdozenten. Außerdem 2 Lektoren und 3 weitere Herren, die mit Vorlesungen beauftragt sind. Im Ganzen umfaßt die Univerſität zur Zeit 49 ordentliche Profeſſoren, 16 außer ordentliche, 25 Privatdozenten und 6 sonstige Lehrer an der Universität.- Die akademischen Vereinigungen unserer Universität umfassen am Anfang des Wintersemesters 14 Farben tragende Korporationen, nämlich 3 Burschenschaften, 3 Storps, 1 Landsmannschaft, 1 Sängerschaft, 1 Freischlagende Verbindung, 1 fattion, 4 Farbentragende Verbindungen mit dem mpfiehlt Emil Fischbach würde, Stadtverordneter Hanau ruft: Zum städtischen Fuhr als dies bisher von der Bürgermeisterei geschah und Farbentragende Verbindung mit unbedingter Satis Reiche Heirat bermittelt Bureau Krämer, feip Brüberstr.6.Musfunft gegen 30 Prinzip der Duellverwerfung, 6 nichtfarbentragende Verbindungen, 3 wissenschaftliche Vereine sowie 4 freie Vereinigungen ohne forporativen Charakter. Glück im Unglück hatte ein hier ** Mainz, 23. Oft. her bestimmter Rekrut aus Westfalen. Er fiel in der Nähe von Meschede aus dem Zuge und zog sich dabei nur eine leichte Kopfwunde zu, die ihn nicht hinderte, dem Transporte mit dem nächsten Zuge nachzufahren. Sein Sturz aus dem Wagen war unbemerkt geblieben, so daß man, ale der Transport hier ankam, sich das Fehlen des Mannes nicht erklären fonnte. Aus Franken, 23. Oft. Ein fürchterliches Blutbad richteten gestern Nacht in Sessenfahrt die Brüder Wilhelm und Georg Turbanisch, Kesselflicker und Scheerenschleifer von Profession, in der Wirtschaft des Gastwirt und Metzgers Georg Than an. Than wollte, da die beiden in einem fort mit den Gästen Streit anfingen, Feierabend machen, und begann die Stühle aufzustellen. Aus Wut darüber sprang Wilhelm Turbanisch herbei und versetzte ihm von hinten einen Stich in den Nacken. Da die Genickader Durchschlagen war, trat der Tod sofort ein. Als der Schwager des Getöteten, der Zimmermann Georg Schmitt von Strullendorf, zur Hilfe herbeieilte, erhielt er von Georg Turbanisch 4 Messerstiche in die Schulter. Einer traf die Lunge, so daß an dem Aufkommen des Mannes gezweifelt wird. Ebenfalls swer verletzt wurde von den Beiden der im Zimmer anwesende Korbmacher Wilhelm Heß aus Sassenfahrt. Die Frau des getöteten Than, die erst seit einem Jahre mit diesem verheiratet war und vor 14 Tagen ihr erstes Kind geboren hatte, fiel ohnmächtig auf die Leiche ihres Mannes. Die Thäter wurden festgenommen. r. Vom Lande. Die diesjährige reiche Obsternte hat so recht gezeigt, welche Unmasse von Apfelsorten in hiesiger Gegend gebaut werden. Fast überall hat aber auch die Ernte gezeigt, daß sich nicht alle Sorten zum rationellen Anbau eignen. Bekanntlich ist es ein Fehler der Obzüchter, daß sie zu viele Sorten ziehen. Man pflanzt eben leider zu oft ohne Wahl, ja man kauft häufig jedem Händler Obstbäume ab ohne zu wissen, auf welchem Grund und Boden dieselben aufgewachsen oder auch nur ihre Sorte zu kennen. Befanntlich ber angt jede Frucht, also auch der Obstbaum ihren besonderen Boden. Um den Obstbau namentlich für den Verkauf rentabel zu machen ist es viel besser, einige Sorten in größerer Menge anbieten zu können, als viele Sorten in geringer Menge oder wo möglich noch durcheinander. Für die hiesige Gegend seien zum Anbau besonders empfohlen, Winter Goldparmäne, Kasseler Baumanns- und Landsberger Reinette und der Siebenschläfer. Als Wirtschaftsapfel verdienen Schafsnase in erster Linie genannt zu werden, dieser hessische Nationalapfel liefert stets reichliche Ernten. s. Kinzenbach. Etwas höhere Preise als in früheren Jahren scheinen die Schafzüchter mit ihren Lämmern zu erzielen. In diesen Tagen wurden hierselbst die ersten Lämmer verkauft und dafür 14-15 Mark per Stück gelöst. Sicherlich üben die stets hohen Fleischpreise auch einigen Einfluß auf diese höheren Schafpreise. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten an der Kreuzung der Bahnhofstraße und Westanlage wird der Durchgangsverkehr für Fuhrwerke im Zuge beider Straßen vom 27. I. Mts. bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 24. Oktober 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die am 17. September bezw. 10. Oktober I. Js. angeordnete Sverre der Grünberge ftraße zwischen Moltke- und der Wolfstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Of ober 1902. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Landmannstraße und die Licherstroße zwischen Schiffenbergerweg und Wolfstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten für den Führwerksverfehr bis auf Weiteres gesperrt Gießen, den 23. Oftober 1902. Grozherzogliches Polizeiant Gießea. Hechler. Gustav- Adolf- Frauenverein. n. Dutenhofen. Die Regierung zu Koblenz hat bei dem hiesigen Gemeinderat angefragt, in welcher Weise derselbe die Mittel zur Besoldung eines dritten Lehrers aufbringen will. Bekanntlich ist die Schülerzahl nahezu auf 180 Kinder gestiegen und werden dieselben nach wie vor von nur zwei Lehrern unterrichtet. ** Der Unteroffizier Karl Emil Fischer vom Bezierkskommando Friedberg hat sich in 7 Fällen kleinere Geldbeträge, die ihn vom Kommando zur Auszahlung übergeben waren, angeeignet. So sollte er eines Tages einem Metzgermeister eine Rolle mit 50 Mark bringen. Vorher aber entnahm er der Rolle 10 Mk, machte sie wieder fein säuberlich zu und überreichte sie dem Schlachter. Erst als sie dieser weiter gab, wurde gemerkt, daß zehn Mark fehlten. unterschlagene Summe beläuft sich im Ganzen auf 37 Mt. 88 Pfg. Das Kriegsgericht in Darmstadt hat den Defraudanten zu 5 Monaten Gefängnis, Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde verworfen. ** Die * Darmstadt, 23. Oft. Prinz Ludwig von Battenberg, fgl. großbritannischer Kapitän zur See, ist als Nachfolger des Kontreadmirals Custance zum 1. Direktor des Nachrichtendienstes im englischen Marineamt ernannt worden. ** Vom Main, 24. Oft. Von einem schrecklichen Unglück wird aus Sendelbach bei Lohr a. M. berichtet. Während der Abwesenheit des Steinhauers Eduard Rausch und seiner Ehefrau spielten die Kinder derselben, denen sich die Kinder des Schreinermeisters Nikolaus Kübert zugefellt hatten, mit Streichhölzern und zündeten schließlich auf dem Speicher des elterlichen Hauses ein Feuerchen an. In Nu brannte der ganze Dachstuhl. Das Feuer wurde bald von der Feuerwehr gedämpft. Aber 2 junge Menschenleben hatten in demselben ihren Tod gefunden. Unter dem zufammengestürzten Gebält hervor wurden die verkohlten Leichname des 6. Jahre alten Söhnchens des Nausch und des 5 jährigen Söhnchens des Kübert hervorgezogen. ** Darmstadt, 24. Dft. Der Großfürst und die Großfürstin Sergius von Rußland werden am Montag hier eintreffen und im Schlosse Wohnung nehmen. Die Lejer der Giekener Neueste Nachrichten sollten dadurch mit unsere Zeitung in engere Verbindung treten. daß sie interessante Vorfälle, Mißstände aller Art, kurz alles für einen größeren Kreis Wissenswerte der Redaktion mitteilen Wahrheitsgemäße worrespondenzen über interessante Vorfälle werden honoriert. Mißstände werden durch öffentliche Besprechung zur Kenntnis der berufenen Stellen gebracht und so deren Abstellung eingeleitet. Vereinsnachrichten, Berichte über Generalversammlungen. Festlich feiten wollen uns, wenn fein Berichterstatter der„ Neueste Nachrichten" anwesend ist, die Herren Schriftführer einsenden, wir werden sie alsdann gern zum Abdruck bringen. Ein jeder zieht aus solchem Verfahren Vorteil: erweckt das Interesse für den Verein, trägt zur Abstellung eines Uebelstandes bei, ein Verein wird in weiteren Kreisen bekannt, was der Ge= winnung neuer Mitglieder förderlich ist usw. Also bei jeder passenden Gelegenheit muß die Parole sein: das schreibe ich den Gießener Neueste Nachrichten." Amtlicher Teil. Bekanntmachung. In der Zeit vom 18. bis 25. Ottober 1. Is wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 goldene Ringe und 4 Vorhemden. Die Empfangs. berechtigten belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 25. Oftober 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Die Besitzer von Obstbäumen der Gemarkuna Gießen werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämtliche Obstbäume bis Mitte November gehörig abkraßen und mit Kaltmilch, gelöschtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist, bestreichen zu lassen. Gießen, am 24. Oftober 1902 Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, die Wahl der Wahlmänner für die Landtagswahl betr. Am Mittwoch, 29. Ottober 1902, Vormittags von 10 bis 1 Uhr und Nachmittags von 3 bis 61 Mariage. In diesen Tagen werden die Jahresbeiträge für unseren Verein, wie alljährlin, erh oben werden. Eine größere Anzahl von Sammlerinnen hat sich freundlichst bereit erklärt die Erhebung der Gaben für 1902 zu übernehmen. Im Jahre 1901 wurden für die Staatsbeamter in hoher Stellung Zwecke des Vereins, zur vinde ung mannigfacher Not bei armen und in guten Verhältnissen, mittl. Glaubensgenossen. in unserer Gemeinde 1362 Mr. durch unfere Alters, ev., Junggeselle, wünscht Sammleri nen und das Wohlwollen der Gebenden zusammengebracht sich zu verheiraten und bittet Damen und durch Vermittelung des Verwaltungsrats in Darmstadt an 30 von 25 bis 30 Jahren aus nur hilfsbedürftige Gemeinden und Anstalten verteilt. Indem wir allen ersten Kreisen oder deren Angehör., Gebern und Geberinnen auf diesem Wege nochmals unseren herz- diesem ernsthaften Gesuch lichen Dank aussprechen, bitten wir, auch in diesem Jahr unsere trauensvoll entgegenzukommen u. Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher die nötigen genauen Angaben über Gaben die gute Sache unser evangelischen Kirche fördern zu wollen. alle in Betracht kommenden VerGießen, 18. Oktober 1901. Für den Vorstand des Gustav Adolf- Frauenvereins: Die Vorsitzende: Louise Wortmann. Der Schriftführer: Dr. Naumann, Pfarrer. verhältnisse, auch vorläufig anonym Kleine Plakate für Kolonialwarenhändler: Cigarren, Häringe, Frische Eier 2c. Möblierte Zimmer zu vermieten Laden zu vermieten Wohnung zu vermieten. 2C. 2C. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten außerdem liegt ihr bei die Seifenblase und die Oberbeffisse Zeitschrift für Landwirtund die Oberbeffisse Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban. Der alte draktikus sagt: ORI ist thatsächlich das Beste. In der That tt Ori das sicherste, wirksamste, zuverlässigste, Insekten- Zötungsmittel Aus dent speziell für fliegen, Flöhe, Läufe, Kaferlafen, Schwaben 2c. " Jhr Ori zahlreichen Anerkennungsschreiben:" Ori ist famos." „ Half beffer wirkt koloffal."-" Habe großartige Erfolge erzielt." wie andere Sachen." Derwende blos nur noch Ori." Jede Originalflasche im Garantiekarton luftdicht und doppelt verpackt. Niemals lose zum Nachfüllen. Also Vorsicht beim Einkauf. Preis pro flasche 30, 60, 100 Pfg. überall zu haben. Man lasse sich auch nichts anderes als Ersatz oder ebenso gut aufreden. Der Oribläser Rapid" für kräftigste und bequemste Ausnutzung des Ori 60 Pfg. In Gen in den Drogerien von Adol Kieler Fewährtes. Hens Genuss u Kraftmittel jedes RHEINISCHER RAUBEN BRUST HONIG Kraftu. Stoff Jeicht für das Alier Wie das mest Kranken Woh! 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Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche mit der Entrichtung ihrer schuldigen direkten Staatssteuer, oder falls sie zu einer solchen nicht herangezogen sind, ihrer Kommunalsteuer länger als zwei Monate sich im Rückstande befinden, zur Abstimmung nicht zugelassen werden und daß daher alle Diejenigen, welche bis zum 23. Oftober bezw. bis zum 24. Oktober 1902 mit der Entrichtung der betreffenden Steuer über zwei Monate im Rückstande waren, nur dann zur Abstimmung zugelassen werden können, wenn sie diesen Rückstand noch bis zur Wahl abführen und daß solches geschehen, der Wahlkommission durch Vorzeigung ihrer Steuerquittung nachweisen. Gießen, den 25. Oftober 1902. Die Wahlkommission. Der Bürgermeister: Mecum. Die Urkundspersonen: Keller. Wallenfels Turnverein. Montag, den 27. Oktober d. J. abends 8 Uhr Generalversammlung in unserer Turnhalle. Tages- Ordnung: 1. Bericht, 2. Rechnungsablage, 3. Vorstandswahl, 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Tüchtiges Dienpmädchen Wer Stelle fucht, verl. die bis 28. unter Diskret an das Stück 10Pfg. sofort gesucht. Näh. in d. Exp. Deutsche Vakanzenpost Eflingen Exp. d. 3tg. einzusenden. Bild erwünscht geg. Ehrenwort sofort. Rückgabe. Mißbrauch ausgeschl. Antwort bis 31. zu haben in der Druckerei der Gießener Neueste Nachrichten. d. Bl. Druck und Beileg der Gierer Veloped cr i, vorm. Wilh. Keller'sche Buchduderei( gegr. 178 3); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein,& ißen. 2lm darauffolgenden Tage, welchem er ganz flüchtig in Das wirkte. Denn wenige eben angedeuteter Weise rige Mutter einen langen Brief, hofer dhte alsbald & Kernhofer darauf hung that ex seiner Nr. 248. Samstag, 25. Oftober. 1902.